Dr. 101. 33. Jahrg. Bezugspreis: Sierletififjtl. 4,60 SRI, monotl. l.BOSSl fvci ins Hau». vorlmSzahldar.Stnjelne Jiummetn 10 Pfg. Postbezug: Monatlich 1,60 Mb Unter Kreuzband sstr Teutschland und Oesterreich- Ungarn !».— Ml, für das übrige iluSIand 4,60 Ml. monatlich, Sersand in» ffeld b ei direlter Bestellung monatl. 1,60 Ml. Posibeslellungen nehmen an Düne. marl, Holland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Eingetragen in die Post-Zeilungs-Preisliste, Erschein« täglich. Telegramm- Adresse: .Sozialdemokrat Berlin', Verlinev VolksblKkt. 10 pksnnig� AuzeigetiprciS: TiestebengesvalteneKoloiieszeileloslel iO Psg.„Hiciiit Zlureigcn", daj settgcdruclte rLori litt Pig.(zulüiiig ll lettgedrurlie Wertet, iedes weitere Wort 16 Sfg. Slcllengrmche und Lchlaisielleilaiizsigen das«rrie Wort LS Psg„ jedes wsilcre'Wort tv sie,. Worte über 16 Luchftabeii täblen für zwei Worte. TeirerungSziiickiirg 20°» Familie»-Sl»zelgen, doliiisrhe i>nd gcwerkschasttiaie Vereins- Liizeigen 00 Pfg, die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen biS 5 Ülir nachmittags im Haubtgeichäsi, Berti» Sffi.68, Lindenitrage 3, ab ieneden Werden. Geöffnet»o» ff Uhr srüh bis 7 Uhr abend-, Zcntralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Neüattion: SM. 6$, Linüenstraße 3. ssernivrecher: Am» Morttzpla«, Kt. 151 90— 151 97. Sonnabend, de« 18. April 1918. Expedition: Sw. bs» Linöenftrahe 3. netttipteche*:«mt Moritzvlatz. Str. 15190—15197. veber flrmentieres hinaus in tiie Lvs Lbene. Älrmentieres gefallen.— Merville genommen.— Uebergang über die Lawe.— Vergeblicher französischer Ansturm West- lich Morenil. Berlin, 12. April 1918, abends. Amtlich. Unsere siegreichen Truppen sind in» Fort- schreiten durch die weite Lys Eb ene zwischen Armentiöres und Merville. Amtlich. SrgßeS Hauptquartier, 12. April 19!«.Zentimrtcr- Eisenbahngeschütz. Die Gesamtbcute seit dem 21.?)iärz ist nunmehr auf über 112909 Man«« an Gefangenen nnd auf mebr als 1599 Geschütze gestiegen. Tie nach vielen taufenden zählenden Maschinengewehre, die zum Teil von den Deutschen sofort eingesetzt wurden, auch das ützrigc gc- nommene Kriegsmaterial läßt sich nicht annähernd übersehen. Die Tankbeute hat sich von 199 auf 299 erhöht. Die Engländer warfen auch jetzt wieder bei der Schlacht von Armentieretz Hol« über Kopf Kompagnie auf Kompagnie von Divi- sionen, die vor Qnrnti« abgekämpft waren, planlos in den Kampf, Tiefes kopflose Berfahrcn lieferte den Deutschen wie- dcrholt gcschlossroe britische Kompagnien in dir Hand, ssterade in den letzten Nächten bor Beginn der Schlacht an i der Lns hatten sie einen großen Teil ihrer schweren Artillerie dort � herausgezogen, um ihn zwischen Ancrc-»ind Somme ciiiznfetzcn,| Tie p» r t u g i e s i s ch r n Divisionen mußte» diese Schwächung der gemeinsamen Front teuer bezahlen. Wie überraschend der neue I Schlag die Engländer traf und welche Bestürzung herrschte, geht daraius bcrvor, daß sie bereits um 9 Mir vormittag, also i m ersten Stadium der Schlacht, eiligst den Rest ihrer schweren Grs chützcsprengten, damit sie gebrauchsunfähig in deutsche Hände fielen. Diese Handlungsweise widerspricht in so hohem Matze jedem Kampfgebrnuch, daß man sie nur als eine Berzweiflungstat bezeichnen kann. Englischer Bericht vom ll. Aprrl morgens. Die Schlacht dauert an der ganzen Front vom La Basseekänal bis zum Ka- na l?.1pern— C o mi ne s an. Ernstliche Gefechte fanden in der Nähe des Law«- und des LyS-KanalS etwa von Lest rem bis Armentieres statt. Unsere Truppen sind von Armen- dieres, das von Gas erfüllt ist, zurückgezogen worden. Nördlich von Arinentieres unbedeutende Aenderung der Lage. Heftige Ge- fechte dauerton in vergangener Stacht noch in später Stunde in der Nähe von Plorgsteert, Messinrs und Wytschacte an. Von der übvi- gen britischen Front ist nichts zu berichten. Englischer Heeresbericht vom 11. April abends. Der Foind oerstärkte seine Angriffe den ganzen Tag über aus der gesamten Schlachtfront. Die schweren unaufhörlichen Angriffe wurden von frischen deutschen Divisionen in der Gegend der Lawe zwischen Loisne und Lestern ausgeführt. In diesen Kämpfen hat die 51. Division die unaufhörlicheu Angriffe mit groheu Verlusten für den Feind abgeschlagen und durch kräftige und erfolgreiche Gegenangriffe die Stellungen zurückerobert, in die der Feind eingedrungen war. Schwere Kämpfe in Estaircs und zwischen diesem Ort und Steenwerck. In diesem Abschnitt griff der Feind ebenfalls in großer Stärke an und hatte den Erfolg, unsere Linien nördlich bis dicht von diesen Orten zurückzudrängen. Nördlich von Armcntiercs entwickelte sich heute morgen ein entschlossener Angriff gegen unsere Stellungen in der Stahe des P l o e g st e c r t c r Waldes, uud der Feind inachte einige Fortschritt«. Weiter nördlich wurde der heute morgen vom Feinde gegen unsere Linien in der Stäbe von Wylschaete und H-llebcke angesetzte heftige feindliche Angriff von der 9. Division mit großen Verlusten für den Feind vollkommen abgewiesen. Die Schlacht dauert an der ganzen Front zwischen La Basse«- Kanal und dem Kanal Dp er n— Com ine s an. Sln der übrigen britischen Front verlief der Tag yerhältni-mäßig ruhig, heraus aus dem Schlammfeld! Ein Wahlrechtökampf in Sicht. Ten Siegern von Armentivres hat die Wahlrecht?- kommission des preußischen Treiklassenhausetz ihren Tank in klatschenden Ohrfeigen abgestattet. Alle Heeres- berichte rühmen, mit welcher Aufopferung und Zähigkeit die Wackeren im Westen sich durch das unpassierbar scheinende Schlamin- und Trichterfeld hindurchgearbeitet haben— und was das an Schweiß und Blut nnd Selbstüberwindung kostet, davon macht sich auch keine blasse Vorstellung, �twr nicht Achnliches miterlebt hat. Auf der anderen Seite des Trichterfeldes äber erwarten sie— nicht die Engländer, son- dcrn die preußischen Reaktionäre, um sie in ein neues T ch l a m m f e l d zu stoße n, in den Sumpf der p o l i t i- schc n Entrechtung, der Auslieferung des Äriegs- Verdienstes an den Kriegs g e w i n n. Zum zweiten Male hat der Verfassungsausfchnß des Jlb- geordnctenhauses die Parole ausgegeben: Wer sich am Krieg bereichert hat, der zählt für viele, wer aber im Kriege ge- blutet hat, zählt kaum für einen. Noch mehr, er hat aus dem Sechsklassenwahlrecht der ersten Lesung ein Sieben- k l a s s e n w a h l r c ch t gemacht und damit die politische Un- glcichheit gegenüber der Gleichheit in Not und Tod noch um eine Stufe erhöht. Auf die Herren vom preußischen Rück- schritt haben die Siegesbotschaften der letzten Wochen nicht den Eindruck gemacht, daß mau diesen Helden gegenüber gc- gebene Versprechen unter allen U m st ä n d e n einlösen müßte, sie haben vielmehr mit schlauer Geschäftsmienc kalkuliert:„Angefeuert hat die draußen das Versprechen einer freien Zukunft ja nun genügend, der Glaube hat geholfen und die Erfüllung ist unsere Sache." Das zum zweiten Male von der Kommissionsmehrheit gutgeheißene Zirsatzstiinuiensystein macht den Eindruck, als sei es von Leuten ausgeklügelt worden, denen man im April 1918 erst erzählen muß, daß wir i in Kriege st c h c n. Sie geben Zusatzstirnnien, die geradenwegs gegen jene ge- richtet sind, die draußen die Hauptopfer des K a in p- f c s tragen. Das Vermögen wird prämiiert. Der Kriegsteil- nehiner konnte kein Vermögen sammeln, vielfach hat er seine Ersparnisse bis auf den letzten Heller eingebüßt. Höhnisch erklärte ein konservatives Kommissionsmitglted: Wer heut- zutage keine 9000 M. erspart Hobe, der sei den schönen Krieg nicht wert, der verdiene es nicht besser. Wie muß das auf die Soldaten wirken, die seit vier Jahren, die wenigen Pfennige Löhnung als einzige Einkoiumcuquellc haben. Sie werden sich fragen, ob denn der Krieg im preußischen Dreiklassenhaus nur n o ch in i t K r i e g s g c» winnlersAugen an gesehen wird! Neben dem Vermögen schafft das E i n k o m in e n eine Zusatzstimme. Millionen Kriegsbeschädigter sind in ihrer Er- werbsfähigkeit auf Bruchteile der früheren Möglichkeit zurückgeworfen worden. Auf sie wird keine Rücksicht genom- inen! Eine weitere Zusatzstiinme für wirtschaftliche Selbständigkeit, eine Extraziichtigilng für hnndert. tairsende von Mittelstandsexistenzeii, die als selbständig Erwerbstätige hinausgezogen sind und bei der Rückkehr nach vierjähriger Slbtvesenheit ihr kleines Erwerbsgeschäft, ihre Selbständigkeit vernichtet sehen. Dafür gibt ihnen die Wahlrechtskommission den Trost, daß für die beiden ersten Wahlen nach dein Kriege die Verhältnisse vor dem Kriege be- rücksichtigt werden sollen. Dann ist es aber aus! Ter ruinierte Handwerksmeister oder Ladenbesitzer, der in fünf Jahren seine Selbständigkeit nicht wiedererlangt, der fliegt hinab in den Sumpf der Entrechteten. HohcsAlter, eine weitere Zusatzstimme. Dem Alter alle Ehre, aber wer als Fünfziger daheiingeblieben ist. der wird sicher keinen Vorrang vor dein Dreißiger beanspruchen, der hinaus mußte. Wieviel von den durch Strapazen, Vcr- wundung und Krankheit geschwächten Feldzugsteilnehmern Uxwden schließlich das hohe Sllter erreichen, in dem endlich vic Zusatzstimme winkt.— Zahl der Kinder, wieder eine Zu- satzstamme. Sehr verlockend für die, die vier Jahre ihres besten Mannesalters der Familie fernbleiben mußten. Eine besondere Strafe für jene unglücklichen Kriegsverletzten, die infolge Siechtums oder schwerer Verstümmelung au Heirat uud Kindererzeugling nicht mehr denken können! Zusatzstiuiine für Bildung. Draußen wurde nicht nach der Bildung gefragt, wenn einer nur tüchtig war. Manchen hat. der Krieg ans seinem Bildungsgang heraus- gerissen, dafür entsprechende Strafe! lind ist die neue iiationalliberale Zusatzstimme etwa ein Trost, die dem ge- Wäbrt wird, der mehr als 12 Jahre dem aktiven Heere an- gehört hat? Wohl nur denen, die auf eine zwölfjährige Kriegs bau er hoffen! Slber es handelt sich nicht nur um die draußen. Es handelt sich u m ein g a n z e s B o l k, das jahrelang Leiden, Srairn, Eiitöehriiiigcn und dornen getragen hat, das bis ■) u iü letzte ii M a n n und bis zur letzten Frau sich angestrengt und aufgeopfert hat, um daL. Land aus äußerster Gefahr zu retten, tzlllen ihnen gegen- über wird der Satz aufgestellt: Wer am meisten ge- opfert und gelitten hat, gilt künftig am wenigsten, wer am gewissenlosesten v c r- , oient u n d s i ch b c r e i ch c r t h a t, g i l t künftig am meisten. Dafür hat noch die gestrige Verhandlung der H e r r e n b a u s v o r l age einen kleinen Charakterzug bei- gesteuert: Der Industrie und dem Handel wurden schnell noch i e ein Dutzend Vertreter mehr bc- willigt, iede stärkere Vertretung der Arbeiter und An- bestellten im Herrenhans wurde glatt abgelehnt. Wahrscheinlich wurde dieses Verfahren in Anerkennung der Verdienste der Firma Daimler, der Wiesbadener Maschinen- fabrik und der ans diversen Prozessen bekanntgewordenen Schleichhändler nnd Kricgswnchsrer geübt. Diesen Hohn nnd Betrug einem ganzen Volke aeaenüber kann die Losung nur lauten: Kampf zum Ä e n sz e r st c n. Das gleiche Wablreckt muß durch das Schlammfeld der Reaktion hindurchgebracht werden. Einige unverzagte Rechner klammern sich noch immer daran, daß die Reaierungsvorlage doch noch schließlich im Plenum drei oder vier Stimmen Mehrheit finden könnte. Wir ver- lassen uns nicht darauf, daß das halbweich gekochte national- liberale Kuhfleisch durch nochmaliges mehrwöchiges Kneten, Beklopfen nnd Brühen doch noch schließlich gar und genießbar werden könnte. Wir sehen dem Kampfe entgegen, der kommen wird und muß, denn die Regierung ist v e r p f l i ch t e t, d a s A b g e o r d n e t c n h a u s a u f z u I ö s e n, wenn das gleiche Wahlrecht fällt. Dann aber heißt es Kampf. Wir gehen ihm getrosten Mistes entgegen, während die Wahlrechtsfeinde schon jetzt das Zittern in den Gliedern bekommen. Jammert doch ein Wahl- rcchtsfeindliches Blatt, der„Deutsche Kurier", gar beweglich: „Wessen Welzen allein bei diesem von Bethmann Hollweg entfesselten inneren Kampf blüht, zeigen die Ausführungen der demokratischen Presse zum Ergebnis der zweiten Aus- schntzlcsung der WablrechtSvorlago." Jawohl, unser Weizen wird blühen. Aber uns kann wahrlich niemand den Vorivnrf machen, daß lvir während des Krieges es ans Parteigeschäfte abgesehen hätten. Die Sozial- demokratie hat alles getan, um dein Wohlrechtsversprechen der Regierung zur Durchführung zu verlielfen. � Wenn durch seine Vereitelung eine Situation geschaffen wird, bei der von neuem große Massen der Sozialdemokratie zuströmen, so ist das ein Geschenk, das wir ganz unerwartet von unseren Gegnern empfangen. Aber sie können vergewissert sein, daß wir im Zufassen nicht blöde sein werden, wenn sie uns die Massen mit Gewalt zutreiben. Durch das Schlammfeld der Reaktion hindurch! � Die draußen können sich nicht wehren gegen den Tort, der ihnen angetan wurde. Angetan von denen, die h c u ch I e r i f ch g e- j a m nl e r t haben, weil man ohne die Feldgrauen die Wahl- reforni mache und die jetzt eine Wahlreform auf Kosten derFeldgranen schmieden! Doppelt und dreifach haben die zu Hause die Pflicht, für jene draußen und ftir sich selber e iiizutreten. So wie jene es uns gelehrt haben: durch keinen Widerstand entmutigt, jeder bis zur letzten Kraft seinen Bal- ken herbeischleppend, der den Sumpf überbrückt und dem schweren Geschütz freie Bahn schafft. Jeder muß Hand anlegen. Jeder Parteibeitrag bedeutet einen Balken über das Schlammfeld, seder Organisierte einen Mann mehr im Kampfe. Es muß gearbeitet werden, wie �in alten schweren Zeiten ohne Rücksicht darauf, ob das Wasser oben in die Stiefel hineinläuft und die Füße zu versinken drohen. Es muß gearbeitet werden mit stürmischer Be- geisterung und mit unermüdlicher Zähigkeit zugleich. Es muß gearbeitet werden für den Sturmangriff, der das gleiche Wahlrecht über das Schlammfcld der Einsichtslosigkcit, Rück- ständigkcit und Volksfeindschaft auf den festen Boden der Zukunft führt! Gsienöe schwerkaUbng beschoffen. Bomben auf Zeebrügge. Berlin, 13. April. Amtlich. In der Nacht vom 11. zum 12. nnteruahmeu englische Seestreitkräfte, bestehend ans Monitoren, Torpedofahrzeuaen und Flugzeugen einen Angriff gegen die flandrische Küste. Ostende wurde mit schwerem Kaliber bc- schössen, Z r e!> r ii g g e durch Flugzeuge mit Boinbcn be- w o r f e n. Die Angriffe wurden durch unsere Batterien mühelos ubgeschlagcn. Militärischer Schade» wurde nirgends angerichtet. Ein feindliches Torpedoboot, das sich Ostende näherte, wurde in Brand geschossen, von seiner Besaiiung verlassen und danach in i t voller Ausrüstung v o» uns erbeutet. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Amsterdam, 12. April. Bei Ritthem landete letzte Nacht ein französisches Flugzeug Mit zwei Offizieren und einem Mann, das Zeebrwgge mit Bomben beworfen hatte. Tic Insassen wurden interniert._ De? Protest öes �trbeiterrats von Wladiwostok. Vertröstende Antworten Japan?. Aus Tokio meldet Reuter: Sowjet und Gemeinde- rat von Wladiwostok protestierten beim japanischen Konsul gegen die japanische Landung. Der Protest setzt in den Höf- lichsten Worten auseinander� daß alles getan werden w i r d, um die 1l n r u h e st i f t e r in Wladiwostok g e s a n- g e n z u n eh m e n, und daß die Ucbergrifse als gewöhnliche Diebereien betrachtet werden müssen. Es wird bedauert, daß das befreundete Japan zu dieser Maßregel übergeben zu müssen glaubte, denn die G r ii nd e I a p a n s für die s e Maßnahmen feien schwer zu erklär e n. Die Maxi- malisten seien Japan nicht unfreundlich oder feindlich gesinnt. Der s a p a n i s ch e ,K o n f u l antwortete darauf, daß diese Maßregel ausschließlich Selbstverteidigung und keinen Eingriff in die innere russische Verwaltung bczlvecke. Tie maximalistischen Behörden haben eine Mitteilung an die Arbeiter gerichtet, unter denen große Erregung herrscht, uin sie auf die Gefahr eines feindlichen Verhaltens gegenüber den Japanern hinzuweisen. Britische M a r i n e t r u p p c n wurden am Nach- mittag des l>. au Land gesetzt. Zahlreiche Einwohner sahen stillschweigend zu. Die Stadt ist ruhig. Man erwartet keine Ruhestörungen. Nach einem Petersburger Telegramm aus Wladiwostok, das Reuter übermittelt,� teilte« die ausländischen Konsuln den örtlichen Sowjets offiziell mit, daß die Truppen zurück- gezogen werden würden, sobald nach Ansicht der Konsuln die Ordnung wi c d e r h e r g c st e l l t sei. Einem Amsterdamer Blatte zufolge erfährt die„Times" aus Peking, daß die B e r i ch t e aus dem Innern Sibiriens über die Bewaffnung von Kriegs- gefangenen noch immer auseinander geh e n. Ein gerade angekommener Reisender, der ganz Silnriech durchreist hat, erklärte, keinen einzigen bewaffneten Kriegsgcfan- gmen gesehen z» haben, auch erklärten verschiedene Leiter der Bolscheioiki, daß an keinen einzigen Kriegsgefangenen Waffen abgegeben worden sind. Alle wohlhabrndercn Volkskreisc Sibiricus verlangten nach einer Intervention der Alliierten, wollten aber durchaus nichtsvoneineraus- schließlich japanischen Intervention wissen. Dies Verhalten der sibirischen Kapitalisten nnd Grund- besitzcr bildet natürlich eine Ziffer in der Rechnung der Eiitimte, und da es auf eine Aktion gegen die Volksregierung der Sowjets abzielt, so hatte der Rat der russischen Volks- kommissare volles Recht, die japanisch-englische Landung unter den Gesichtspunkt gegenrcvolutionärcr Maßnahmen zu snb- summieren. Wilhelm II. an Kaiser Karl. Auf das Telegramm, in dem der österreichische Kaiser Clemenceaus Behauptung, er habe sich für die Abtretung Elsoß-Lothringens ausgesprochen, zurückweist, hat der deutsche Kaiser mit folgendem Telegramm geantwortet: „Einpfanqe meinen herzlichsten Dank für Dein Telegramm, worin Du die Behauptung de-Z französischen Ministerpräsidenten über Deine Siellung zu den französischen Ansprüchen auf Elsatz-Lothringen als völlig halllos zurückweisest und aufs neue die Solidarität der Interessen betonest, die zwischen uns und unseren Reichen besieht. Ich beeile micb, Dir zu sagen, daß eS in meinen Augen einer solchen Versicherung Deinerseits gar nicht bedurfte, denn ich bin keinen Augenblick darüber im Zweifel gewesen, daß Du unsere Sache in gleichem Matze zu der Deinigen gemacht hast, wie wir für die Rechte Deiner Monarchie eintreten: die schweren, aber erfolgreichen Kämpfe.dieser Jahre haben dies für jeden. der sehen will, klar erwiesen, sie haben das Band nur fester ge- knüpft. Unsere Feinde, die in ehrlichem Kampfe gegen uns nichts verniögen, schrecken vor den n n l a u t e r st e n und n i e d r i g st e n Mitteln nicht zurück: damit müssen wir uns abfinden, aber um so mehr erwächst uns die Pflicht, die Feinde aus allen Kriegsschauplätzen rücksichtslos anzugreifen und zu schlage». Mit treuer Freundschaft Wilhelm. W i e Elemenccau zu seiner ungeheuerlichen Behauptung gekommen ist, ist noch nicht aufgeklärt. Der französische Ministerpräsident hätte seine eigene Stellung untergraben, wenn er eine solche Behauptung aufstellte, ohne etwas in be r Ha n d zu haben, was er für einen Beweis hält. so muß man annehmen, daß es sich um eine Irreführung oder ein Mißverständnis handelt. Kämpfe westlich üer /lvre. Berlin, 12. April. kW. T. B.I Während beiderseits Armcntieres die Engländer unter schwerste» Verlusten aus Stellung um Stellung geworfen wurden, setzten die Franzosen auf dem Kampfgclände der Kaiserschlacht heftige Angriffe an, die an- scheinend den schwer bedrängten pritischen Bundesgenossen ent- lasten sollten. Auf denr Wcstufer der Avre b e i d e r s e i t s d c r S t r a ß e Marc u il— A i l l y eröffneten die Franzosen am 11. April 5 Ilhr vormittags heftiges Feuer aller Ikalibcr gegen die deutschen Stellungen. Nach zweistündiger stärkster Artillerievorbereitung griffen dicht massierte Kräfte die deutsche Front am Nordrand des S e n e c a t w a ld e s bis zum Artiercwalde an. Der An- griff brach an den meisten Stellen bereits im zusammengefaßten Vernichtungsfeuer der deutschen Artillerie und Maschinengewehre unter außerordentlich hohen Feindverluftcn zusammen. Nur an der Strafte Morenil— A i l l y konnte der Feind vorübergehend eindringen. Ein sofortiger Gcgenstoft warf ihn restlos wieder hinaus und kostete ihn Zllll Gefangene. Nach Abweisung des An- »riffes wurden im Vorgcländc ertennbarc starke feindliche Nr- iervc» von der deutschen Artillerie unter Feuer genommen und dezimiert. An demselben Tage leiteten die Franzosen auch gegen die Front Grivesne s— M ontdidier einen gleichzeitigen Aorstoft ein. Hier begann das feindliche Artilleriefeucr ebenfalls um ö Uhr morgens und steigerte sich gegen 7 Uhr zu halbstündigem Trommelfeuer schwerer und schwerster Kaliber. Als die bereit- gestellte Infanterie zum Sturm antreten wollte, wurde sie sofort vom deutschen Vernichtungsfeuer gefaßt. Infolge der erschrecken- den blutigen Verluste der dicht gedrängte» Sturmkolonncn kam hier der Angriff überhaupt nicht zur Entwicklung. Umsonst hatten "die Franzosen sowohl hier wie beiderseits der Straße Ailly— Morenil neue schwere Blutopfer gebracht. Während unsere Artillerie die feindlichen Bahnhöfe Dom- martin und Rcmiucourt in Brand schoß, lag andauernd franzö- s i s ch e s Z e r st ö r u» g s f e u e r auf ihren eigenen Städten M ontdidier und L a o n. Französischer Heeresbericht vom 11. April abends. An ge- wissen Stellen der Front im Norden von M ontdidier und in der Gegend von Lassigny heftiger Artilleriekampf. Letzte Nacht und heute morgen haben wir zwei ziemlich lebhafte feindliche Angriffe im Abschnitte von N o h o n abgewiesen. Zeitweise gegenseitige Beschießung auf beiden Ufern der Maas und im Priestcrwalde._ volkerrechSswlürige femöliche Gesthoffe. Bon unserem Kriegsberichterstatter. Westfront, 9. April. Mir wurden heute Jnfanteriegefchosse gezeigt, die in einem englischen Graben gefunden waren. Eines derselben zeigte die charakteristische Form des Dum-Dnm-Geschosscs: es war vorn in etwa 1 Zentimeter Länge abgebrochen, und der weiche Bleikern, der beim Aufprall aus dem Mantel heranstritt, war nur mit einer dünnen holzartigen Masse bedeckt. Zwei andere Geschosse sahen von außen ganz normal auS. Man hatte sie grobcrweise durchsägt und fand, daß eine zur unteren Hälfte mit Weichblei, zur oberen in die Geschotzspitze reichenden Hälfte mit einer weichen braunen Masse ge- füllt war. Noch schlimmere Verwundungen mutz ein anderes Ge- schotz erzeugen, bei welchem in die braune Masse hinein noch ein schartiger spitzer Dom auS Weichblei reichte. Die Geschosse werden sofort von berufener Seite untersucht werden, doch steht schon heute fest, daß nicht nur das erste, sondern auch das zweite Geschoß eine flagrante Verletzung des von unseren Gegnern in Erbpacht genommenen Völkerrechts darstellt. Dr. Adolf Köster, Kriegsberichtersiattcr. Fortsetzung der Beschießung von Paris. Paris, 12. April.(Havas.) Amtlich. Die Beschießung des Gebiets von Paris durch ein weittragendes G e s ch ü tz wurde fortgesetzt. Im Laufe des Donnerstag traf ein Geschoß ein Findelhans. Tie Zahl der Opfer beträgt -1 Tote und 21 Verwundete. Zum Zliegerangriff auf Nainz. Die Anfrage des Landtugsabg. Adelung in der Zweiten Hessischen, Kammer in Darmstadt wegen des Fliegerangriffs auf Mainz wurde in der Sitzung des Kriegsausschusses des Landtags verhandelt. Staatsminister Dr. v.'Ewald gab eingehende Antwort, doch wurde die Verhandlung für vertraulich erklärt. Der Abgeord- ncte Adelung gab schließlich die Anregung, die hessische Regierung möge beim Reiche Schritte tun, daß zwischen den kriegführenden Staaten die Fliegerangriffe auf Orte außerhalb der ikriegSzonen unterblieben. � Die Lage in Zinnlanö. Nnistcrdam, 12. April. Reuter meldet aus Petersburg: Gestern verließen sämtliche russische Kriegs- schiffe H e l s i n g f o r s. Sie werden heute abend in Kronstadt erwartet. 30 Torpedoboote, 40 U-Boote und 50 Transportschiffe, welche dem Marinestab zufolge noch in Helsingfors bleiben, werden, wenn sie nicht nach Kronstadt'ge- bracht werden können, entwaffnet. Eine kleine deutsche T r u p p c n m a ch t landete in L o v i s a. Nach einem Bericht aus Helsingfors waren es der frühere Eisbrecher „Bolynetz" und der finnische Eisbrecher„Tarmo", die kleine deutsche Abteilungen in Lovisa landeten. Der Hafen und die Stadt wurden besetzt.- Wie verlautet, nähert sich ein deutsches Geschwader' mit verschiedenen Transportschiffen Lovisa in der Richtung von Neval. Die D c u t s ch e n werden wahrscheinlich in nördlicher Richtung vorrücken. um die Eisenbahn Helsingfors-Wyborg abzu- schneiden._ Die Erhöhung öer englischen Dienstalters- grenze. London, 11. April. lReuter.) Das Unterhans nahm bci Besprechung des Mannschaftsersatzgesetzcs die im Gesetz vorgeschlagene Altersgrenze entgegen einem Antrag, die Altersgrenze auf 48 Jahre festzusetzen, mit2ff 2 gegen 15 2 Stimmen« n. Rotterdam, 11. April.„Nieuwe Notterdamschc Couraut" meldet aus London, daß AZquith bei der zweiten Lesung der Mannschaftsvorlagc erklärte, die Altersgrenze von 59 Jahren sei zu hoch gegriffen. Bonar Law erwiderte' hierauf, daß die Rc- gicrung die Herabsetzung der Altersgrenze auf 48 Jahre in Er- wägung ziehen werde..'' Inzwischen hat die liberale KriegSpartei be- schloffen, die Regierung zu unter stützen. Die Nationalisten blieben bei ihrer scharfen Opposition, und die gestrige Sitzung verlief wieder stürmisch. Es herrscht namentlich über den Artikel 4 der neuen'Vorlage, in welchem dem Ministerium für den nationalen Dienst weit- gehende Vollmachten erteilt werden, große Beunruhigung.„Daily Chronicle" schreibt, der Artikel 4 gebe den Behörden,' die mit der E i n r e i h u n g der Manns ch a ften betraut sind, diktatorische Gewalt. Wenn er angenommen. würde, würden die verfassungsmäßigen Garantien beseitigt loerden. London, 11. April.(Reuter.) Die Abstimmung der Gewerk- schaft der Maschinisten(arnalgunmteck society of engineer) über die Frage der�Ntaimschaftsergänzung'-hak-folgendes- Ergebt! is ge- habt:-58 Log-S t-i mm'e n für die Regierungsvörschläge, 46 332 drrgcgen, also beträgt N'e'Älehrheit 13 A8. iü Die irische Konvention gegen öen Dienstzwang. London, 12. April. Reuter. Der Parlamentskarrespondent des „Daily Telegraph" meldet, daß der Bericht der Irischen Konvention gestern im Untcrhause vorgelegt wurde. Der Be- richt besteht, aus S.Teilen. Es wird dgrin die.Errichtung eines Parlamentes für ganz Irland vorgeschlagen, das aus einem Oberha-use und einem Unterhause bestehen soll, und gleichzeitig entsprechende S i ch e r st e l l ü n g für die Unio nisten. Die Konvention hat mit 48 gegen 27 Stimmen beschlossen, daß die Einftihrnng der Dienstpflicht für Irland dem Irischen Parlament überlassen werden muß.(Wobei natürlich an- zunehmen ist, daß ein irisches Parlament niemals'der Dienstpflicht zustimmen würde. Red. des„Vorwärts".) L?ongrest der irischen Gewerkschuften. Rotterdam, 12. April.„Nfeuwe Rotterdam sche Courant" zufolge berichtet der„Daily Telegraph" aus Dublin: In allen Teilen des Landes wächst die Entschlossenheit, sich jeder Zwangs- Maßnahme zu widersetzen, von Tag zu Tag.' Der irische Gewerkschaftskongreß hat alle irischen Arbeiter zu einem Arbeiterkongreß auf den 26. April einberufen, um zu be- raten, wie die Stellung.der irischen Arbeiter in der Frage der Ein- führung der-Dienstpflicht am besten gewahrt werden könne. Ter irische B a u e r nb u nd nahm-gestern einen Antrag an, daß jede neue Entziehung von Arbeitskräften in Irland auf die Lebens- mittelproduktivn einen nachteiligen Einfluß haben werde. Ver- schieden« öffentliche Körperschaften in Drogheda und den Gras- schaften Louth und Meath haben einstimmig einen Antrag a.ngc- nommen, in dem gegen die Dienstpflicht protestiert wird....•■,' Jmmcr wieöer Hungerunruhen in Hollanö. Amsterdam, 11. April. Die Niederländische Telegraphen- Agentur meldet aus dem Haag, daß dort heute nachmittag Frauen und halbwüchsige Jungen Bäckerladen geplündert und bei mehreren anderen Läden die Schaufenster zertrümmert haben. Amsterdam, 12. April. Die Blätter melden: Während gestern in A m st e r d a m der Tag im wesentlichen ruhig, verlief, ist es in anderen holländischen Städten zu Unruhen infolge der Lebensmitteluot gekommen. In H'aarlem kam es zu ernsten Zusammenstößen zwischen der Polizei und den Demonstratlieil, bci denen ein Mann getötet und vier verwundet wurden. Auch in Rotterdam fanden Tcmonstrationc» statt. Ein Bataillon Infanterie ist aus de», Haag zur Unterstützung der Polizei heran- gezogen worden. Im Haag kam eS zu ernsteren AuSschrcitunge». Die englische Gesandtschaft mutzte unter besondere Polizeibewachung gestellt werden, da vor ihr fortdauernd eine drohende Menge mani- sestierte. Infanterie und Husaren waren zur Unterstützung der Polizei aufgeboten. Die Soldaten wie die Polizei wurden von der Menge mit Steinen beworfen. Einige Male waren sie genötigt, scharf zu schießen, auch aus der Menge wurde auf das Militär und die Polizei geschossen. Es find ungefähr S0 Personen verwundet worden. Hamfov LNacöonalö über LjchnoVskp. Uclier die Konferenz der Unabhängigen Arbciberpartei, die zu Ostern i-n Leiceftcr tagte, ist schon tetegraphisch berichtet worden. Aus den jetzt eingetroffenen engtischen Zeitungen geht hervor, daß inan sich in Loicestcr auch mit den(5 n t h ü l l u n ge n des Für- st c n L i ch n o w S k y besckiästigt hat. tts war Raii«say M a c d o- naid, der über sie sprach; er erklärte, sie hätten ihn in seiner Ucbcrzeugung nicht erschüttert, sondern befestigt. Denn der Krieg sei doch eigentlich nicht erst 1011 gemacht worden. Es sei die Ernte einer Saat, die viel früher ausgesät worden sei. Macdonald gab zu, daß die englischen Staatsmänner im Juli 1014 alles getan hätten, um den Frieden zu erhalten, aber sie fanden als Folge ihrer frühe- reu Politik eine solche Situation, daß sie in den Krieg mit hinein- gerissen wurden, mochten sie nun wollen oder nicht. Der Suchom- linowprozeß zeige, daß die russische Kriegspartei den Zaren genau so bearbeitet und belogen habe wie die deutsche Kriegspar- t ei den deutschen Kaiser. So sei die Äichnowsky-Denkschrist ein neuer Beweis für die Gefahren der Geheinidiplomatie und für die wohlmeinende Ilnfähigkeiit der britischen Staatsmänner, die, ohne an der Kriegsschuld direkt beteiligt zu sein, durch die Fülle der Alli- anzcn die politische Führung verloren hätten. Die Lehre dieser Denkschrift sei, daß die sozial! st is che Internationale unverzüglich zusammentreten müsse, damit die Vertreter der Demo- kratien aller kriegführenden Länder von Angesicht zu Angesicht mit- eiuander sprechen und zu eiuem demokratischen Frieden die Grund- lagen legen könnten. Amerika schickt Getreiöe noch �ollanö. Haag, IL April.(Korrespondenz-Bureau.) In der Ersten Kammer wurde an den Minister des Innern die Frage gerichtet, ob Holland uicht zwei Schiffe ausschicken werde, um Getreide aus Amerika zu holen. Der Minister des Innern antwortete daraus, daß die alliierten Regierungen bisher für die tn Frage stehenden Schiffe keinerlei Garantie gegeben hätten. Die niederländische Regierung habe die Türe für weitere Verhaud- lnngen uicht geschlossen. Es hänge von den alliierten Regierungen ab, was sie tun werde. Washington, 12. April.(Reutermeldung.) Das Kriegs- Handel samt ermächtigt zu der sofortigen Verschiffung von zw es Schiffsladungen Getreide nach Holland. Ein dritter Dampfer wird die Erlaubnis erhalten, nach Argentinien zu fahren, um Getreide für Holland zu laden. ,Defmtiftische /Zeußerungen." Aus Stockholm wird uns geschrieben: Am 24. März ist in Paris Genosse Rappoport verhaftet worden. In dem offiziellen Bericht, der darüber ausgeschickt wurde, heißt es, daß er.im Keller defaitistische(dies durch Czernin nun in das internationale Wörterbuch eingeführte sprachliche Kricgsprodukt kommt von„cleiaite"(Niederlage) her und dient zur Bezeichnung der Gegner eines.Siegfriedens�) Aeußerungen' getan habe. Dieser boshafte Ausfall ist sehr unvorsichtig, wenn mau an die Tatsache denkt, daß während der Beschießung von Paris verschiedene Ministerien ihre Amtsräume unterhalb des Erdgeschosses verlegt haben, und besonders wenn man sich an den Spitznamen„Licbons le camp'(eine wortspielerische Umbildung von„tichons le camp", d. h..reißen wir aus!") erinnert, der Herrn Pichon seit den Tagen des Boxeraufftandes geblieben ist, !oo er als französischer Gesandter in Peking eine unterweltliche Existenz führte. In Wirklichkeit ist Gen. RappoportS Verhaftung eine gründliche Art von Vorzensur, die am schneidigen Leitartikler deS„Journal du Peuple" geübt wurde. Man sollte übrigens meinen, daß die Regierung— auch von ihrem Standpunkte— klüger handeln würde, wenn sie die Aeußerungen des.Journal du Peuple" vernünftig erwägen wollte, statt gegen ihre Verfasser unvernünftig zu wüten. Am 2S. März, also am selben Tage, wo«S die Verhaftung RappoportS mitteilte, schrieb das Blatt:.Wir sind erstaunt, daß die Polizeipräfektur den Priestern erlaubt, fünfzehnhundert bis zweitausend Personen bei der Messe zu versammeln. Erst wenn ein Geschoß auf die Kirche von St. Vincent-de Paul oder Notre- Dame-des-Victoire niederfällt, wird man Versammlungen während des Alarms verbieten."— Die Polizeipräfektur verbot nichts— und vier Tage später geschah die furchtbare Katastrophe, vor der das„Journal du Peuple" gewarnt hatte. Hat man daran gs- dacht, die Verantwortlichen auf der Polizeipräfektur zu suchen oder wird man vielleicht noch einige Redakteure des„Journal du Peuple" verhaften? J3Me landläufige staatsmännische Weisheit hak ja— nicht nur in Frankreich— noch immer nicht die Logik des Bauern über- lvunden, der das Barometer zertrümmert, wenn eS hagelt. der Krieg auf öen Meeren. Berlin, 11. April. Eines unserer Unterseeboote. Kommandant Kapiiänleutnant Georg, hat in der Irischen See und vor dem Wcstauögana des Aermclkannls 8 Dampfer und 2 Sealer mit au- sammen 28 000 Br.-R.-To. vernichtet. Unter den versenkten Schiffen waren an besonders wertvollen Dampfern: ein neu gebauter Dampfer vom Einheitstyp von bOOO Br.-R.-To. und zwei Frachtdampfer von mindestens 0000 Br.-R.-To. Größe. Einer der 6000-Br.-R.-To.-Dampfer war ausfallend stark gesichert; gezählt wurden etwa 20 Torpedo- boote, Motorboote und andere Bewachungsfahr- zeuge. Drei Dampfer wurden in geschickt durchgeführten Angriffen aus stark gesicherten Geleitzügen herausgeschossen. Sämtliche Dampfer waren bewaffnet, die meisten beladen. Nament- lich festgestellr wurden die englischen Dampfer Trinidad(2ö02 Bc.- Ol.• To.). Lough Fisher'(118 Br.-R.-To.), Glenford(401 Br'-N.-To.) und englischer Segler John G. Walter. Der Chef deS AdmiralstabcS der Marine. Ein deutsches Großkampfschiff aufgelaufen. Berlin, 12. April. E. M. S. Rheinland ist am II. April in dichtem Nebel in der Alandssee festgckommen. Die Abbringungsarbciten sind im Gange. Rheinland ist ein ans dem Jahre 1008 stammendes Linienschiff von IL 000 Tonnen, seine Bestückung besteht aus zwölf 28-Zonti- incter-Geschützcn und entsprechenden kleineren Kalibern. Von der Kaukasusfront melden dic�Türkcn: In neuen erfolg- reichen Kämpfen bahnen sich unsere Truppen ihren Weg nach Kars. Gegenüber von Batum ist das Knie des ChorokflusseS überschritten. Ans den Vorstellungen der Festung wurden die Banden vertrieben. Fcucrkampf an der italienischen Front. Der italienische Heeresbericht meldet heftiges Konzentrationsfeuer auf die öfter- rcichischcn Stellungen an der judikarischen Front. Ferner berichtet er über Mi neu kämpfe am Vecchio und an der Piave. Neue Kriegskarten der Westfront. Von der kürzlich enipfohle- neu Karten-ausgabe„Belg i en- N o r d fra n k re i ch" der Fraukhschen Berlagshandluug, Stuttgavt, siud zwei neue Blätter: O sie nd e- A p e r n und Lille- Ar ras erschienen. Jedes der in Schurmneruachtmauier die Geländeverhältnisse andeutenden Blätter ist mit Ortsverzeichnis versehen und kostet 50 Pf. Die Kriegsansgabeu Kanadas belaufen sich bis jetzt auf 830 Millionen Dollar, aber die Abrechnungen für das abgelaufene Etatsjahr sind noch nicht vollständig. Der Voranschlag der Aus- gaben für das laufende EtatSjahr beträgt 518 Millionen Dollar. Die militärischen Ausgaben allein lktrageu 413 Millionen, wovon 223 Millionen im Anlande verwendet werden sollen. Für preußischen wablrechtsfrage. Ein nationalliberaler Parteitag. Die parteiamtliche„Nationalliberale Korrespondenz" der- öffentlicht eine Zuschrift aus parlamentarischen Kreisen, die in die Forderung nach einem allgemeinen preußischen Partei- tag ausklingt,„um die Stellung der Gesamtpartei in Preußen zur Wahrechtsfrage endgültig festzulegen." Begründend wird dazu angeführt: Die Entscheidung haben— und daS wird in vielen national- liberalen Kreisen schmerzlich bedauert werden— wiederum diejenigen Vertreter unserer Partei herbeigeführt, die sich nicht emschließen konnten, auf den Boden des gleichen Wahlrechts zu treten.... Daß die Ausschaltung der eigenen Partei, die sich mit 3 zu 3 Stimmen in ihrer Bedeutung bei der Beschlußfassung der Kom- Mission selbst aufhebt, einen sehr unbefriedigenden und für das Aniehen der Partei nicht gerade förderlichen Eindruck hervorrufen wird, kann man sich leider nicht verhehlen. Bei aller Achtung vor der Charakierfestigkelt und Ueberzeugungslreue der betreffenden Abgeordneten wird man die Frage aufwerfen müssen, ob denn Politik lediglich eine Gewissensfrage ist, oder ob man sich in ihr auch ein Bild davon zu machen hat, wie die Eni- schlicßungcn, die man faßt, auf die Zukunst des Vaterlandes und der Partei einwirken. Muß man seiner Ueberzeugung ein Opfer bringen, um nicht die eigene Partei zu zertrümmern und damit einen für eine glückliche Entwicklung der Zukunft unseres Vater- landes wichtigen Faktor zu zerstören, so wird dieses Opfer eben gebracht werden müssen. Wer sich diesem politischen Ausblick da- durch verschließt, daß er sich auf sein Gewissen zurückzieht, hat gewiß nicht mehr Anspruch auf Zubilligung von Charakterfestig- keit und Vaterlandsliebe als derjenige, der den politischen Not- wendigkeiten des Vaterlandes und der Partei durch ein Opfer an seiner Ueberzeugung Rechnung zu tragen sucht. Die schwcrindustriellen„Bcrl. Neuesten Nachrichten", die sich bisher für frcikonservativ ausgaben, jetzt aber als national- liberales Blatt auftreten, toben spaltenlang gegen diesen Artikel und prophezeien als Ergebnis des geforderten Partei- tags die Zertrümmerung der nationalliberalcn Partei. In ihrer Wut machen sie folgende interessante Enthüllung: Jedes Mitglied der nationalliberalen LandtagSfraklion mutz wissen und weiß, daß daS von der Verfassungskommission ange- nommene Mehrstimmenwahlrecht keinem konservativen Vorschlage, sondern einer Abmachung entspricht, die im vergangenen Sommer zwischen den Vertretern der konservativen, freikon- servativen, nationalliberalen und Zentrums- fraktion und einem Vertreter der preußischen Staatsrcgierung im Einverständnis und unter Zustimmung des damaligen nationalliberalen Fraktionsvorsitzenden Dr. Friedberg getroffen worden ist. Die„Verl. Neuesten Nachr." haben sich mit dieser Mit- tcilung, die ja an sich nicht neu aber durch die Genauigkeit der Angaben wertvoll ist, sehr verdient gemacht. Sie wird in jedem künftigen Wahlhandbuch der sozialdemokratischen Partei zu finden sein. die tzerrenhausvorlage im Ausschuß. Schnelle Arbeit. Die Vcrfasiungskommission des Abgeordnetenhauses fällt von einem Extrem ins andere. Während sie die kostbare Zeit bis Ostern durch überflüssige Reden vertrödelt hat, ver- zichtet sie jetzt so gut wie ganz auf das Reden und begnügt sich damit, durch nochmalige Abstimmung ihre Beschlüsse erster Lesung zu bestätigen. Auf diese Weise ist es ihr möglich ge- worden, den Entwurf eines Gesetzes über die Zusammen- setzung des Herrenhauses in zweiter Lesung in wenigen Stunden durchzupeitschen. Zu ihrer Ehre wollen wir an- nehmen, daß sie sich von selbst zu der Erkenntnis durch- gerungen hat. daß aus dem Flickwerk, was sie geschaffen hat. etwas Brauchbares doch nicht werden kaum Handel und Industrie erhielten zwar zwei Dutzend Vertreter mehr als in der ersten Lesung, aber alle übrigen Aendcrungen, be- sonders die auf Verstärkung der Zahl der Vertreter der Arbeiter und der Privat- angestellten wurden kurzer Hand ab- gelehnt. So ist dann ein gar wundersames Ge- bilde geschaffen: neben den edlen und erlauchten Herren, den Prinzen, Fürsten und Grafen, zahllose Vertreter der Landwirtschaft, eine annehmbare Vertretung der Selbst- Verwaltung, einige Vertreter von Industrie, Handel und Hand- werk, dazu noch Vertreter aller möglichen Berufe und zwischendurch unter den insgesamt etwa 500 Mitgliedern ganze 16 Arbcitervertreter. Und das nennt sich Moderni- sierung! Mehr als alles andere werden vielleicht die Be- schlüsse der Kommission auch den breitesten Massen klar machen, wie unmöglich ein Gebilde wie die Erste Kammer in einem modernen Staate ist und daß, wenn das Parlament die im Volke herrschenden Strömungen widerspiegeln soll, gar nichts anderes übrig bleibt als die Schaffung eines Einkanimersystems auf Grund des all- gemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts. « Ueber den Verlauf der Sitzimg wird uns berichtet: Der VcrsassungScmsschutz des Abgeordnetenhauses nahm am Freitag die§§ 1— 3 der Herrenhausvorlage(Berufung aus Lebens- zeit) mit unwesentlichen Aenderungen gegenüber der Fassung der ersten Lesung au.-Die Fortschrittler beantragten Erhöhung der Zahl der Vertreter der Arbeiter von ll> ans 36, der Privat- angestellten von 12 auf 24, der Kunst, Literatur und Presse von 3 aus 6; ferner sollen statt der 6 Angehörigen der gelehrten Berufe 2 Vertreter des Amvaltftandes, 2 des Aerztestandes und 4 der übrigen gelehrten Berufe ins Herrenhaus komuien. Weiter beantragten die Fortschrittler eine Erhöhung der Vertreterzahl für Handel und I n d u st r i e und Wiederherstellung der RegierungS- vorläge dahin, daß die Stadt Berlin 3 anstatt 2 Vertreter er- halten und daß die Beschränkung dkeser Vertretung aus Magistrats- Mitglieder gestrichen werden soll. Ein nationalliberaler Antrag verlangte Erhöhung der Vertretung von Handel und In- dujtrie von 24 auf 36. Ein Zentumsantrag wollte die 16 Vce- lreier auf die verschiedeuen Hochschulen gesondert verteilt wissen, der Presse 3 Vertreter und den Künstlern weitere 3 einräumen und schließlich die Zahl der Vertreter der beiden christlichen Kirchen von 16 auf 32 erhöhen. Eine Anfrage eines F o r t s ch r i t t I e r S ivurde von' Minister des Innern dahin beantwortet, daß aus aller- höchstem Vertrauen Vertreter sowohl der Orthodoxe» wie der liberalen Juden in gleicher Zahl berufen werden sollen. Alle Anträge bis aus den natioiialliberalen wurden abge- lehnt. Ferner wurde beschlossen, daß der Magistrat allein den Vorschlag der Vertreter der Stadt Berlin zu erstatten habe. Ein fortschrittlicher Antrag auf Einführung einer Bestimmung, daß männliche Personen vorgeschlagen werden können, welche in der städtischen Gemeindeverwaltinig ein besoldetes oder Ehrenamt ausüben, oder mindestens 12 Jahre ausgeübt haben oder Mit- glieder der Gemeindevertretung sind oder mindestens 12 Jahre gewesen sind, wurde abgelehnt. Das gleiche Schicksal erlitt ein entsprechender fortschrittlicher Antrag für die Vertretung der übrigen Städte und Landgememden, so daß nach den Ausschuß- Beschlüssen nur B n r g e r m e i st e r oder Gemeindevorsteher als Vertreter der kommunalen Selbstverwaltung in das Herrenhaus vorgeschlagen werden können. Im übrigen wurde das Gesetz in der Fassung der ersten Lesung angenommen. Bertling unö öas Fentrum. Die„Tägl. Rundschau" will wissen, daß zwischen dem Reichs- kanzler Grafen Herlling und einem Teil seiner ehemaligen Partei» genossen eine scharfe Spannung bestehe. Erzberger werde vom Reichskanzler nicht mehr empfangen. Hertling habe serner erklärt, wenn die Zentrumsfraklion an der Kriegspolitik Erzbergers fest- halle, werde er zurücktreten. Darauf habe die Vertreterversamnck luiig des rheinischen Zentrums, die in den Ostertagen in Köln tagte, nach einer Rede TrimbornS den Reichstagsbeschluß vom 10. Juli fallen gelassen und erklärt, daß auch im Westen von einem Frieden ohne territoriale Sicherungen und ohne Entschädigungen nicht mehr die Rede sein könne. von Krupps Gnaden. Abrechnung mit einem gelben Kriegsbeschädigten- orgauisator. Dcr Essener Verband wirtschaftlicher Vereinigungen Kriegs- beschädigter hatte ftir Donnerstagabend seine erste Werbeversamm- lung in Berlin nach den Gecmaniasälen einberufen. Sie gestaltete iich zu einer fürchterlichen Abrechnung mit dieser gelben Kriegsbeschädigtenbewegung. Nachdem der Vorsitzende des Essener Verbandes, Hans Adorf, ein sehr langes Referat gehalten hatte, in dem er sich aller mög- lichen anderen Menschen unbekannten Verdienste um die Kriegs- beschädigten rühmte, wurde ihm vom Diskussionsredner des„R e i ch s- b u n d c S der Kriegsbeschädigten und ehemaligen Kriegs- teilnehmer". Hei Im an«, entgegengehalten, daß nach der Programmschrist des Essener Verbandes„Was wir wollen" dcr Essener Verband„in direkter Verbindung mit den Ar- b e i t g eb er V e r b ä nd e ii" wirken wolle. Der Schriftleiter des Essener Verbandsorgans, Karl Schneider, Redakteur der„Rheinisch- Westfälischen Zeitung", lasse seine Schrift über die Kriegsbeschädigten- fragen durch die Werksleitungen verbreiten und bei ihnen damit anpreisen, daß dadurch„der Sozialdemokratie das Wasser abgegraben werden solle". Gegenüber dem Leiter der Kriegsbeschädigtenfürsorge der Rheinprovinz, Landesrat Horion, habe Adorf selbst erklärt, die Bedeutung der Essener Organisation liege darin, daß sie die Kriegsbeschädigten vom Radikalis- inus und der Sozialdemokratie fernhielte. Eni- sprechend diesem Programm nähme der Essener Verband auch direkte Gclduntcrstübnngen von den Unternehmern an. Diesem Charakter entsprechend nehme der Essener Verband die Interessen der Kriegsbeschädigten auch gar nicht ernsthaft wahr. So habe er die Forderung erheblicher Rentenerhöhung mit Rücksicht ans die Entwertung des Geldes bekämpft als„genau so erbärmlich und verdammungswürdig wie die Streikbewegung im Lande". Während selbst Generalmajor Erlenkamp vom Kriegsministerium erklärte, den Kriegsbeschädigten solle und müsse ohne Rücksicht auf die Finanz- läge geholfen werden, machte Hans Adorf Propaganda für die Vaterlandspartei, indem er versicherte, die Rente werde nicht um einen Heller erhöht werden, wenn nicht ein starker deutscher Friede mit großer Kriegsentschädigung errungen würde. Schließlich wurde der Vorsitzende des Essener Verbandes, HanS Adorf, selbst gebührend charakterisiert. Es kam u. a. zur Verlesung ein vertrauliches Rundschreiben des Landesdirektors der Provinz Brandenburg, des konservativen Reichstagsabgeord- n e t e n von Winterfeld, an alle Hauptfürsocgeorganisationen vom 20. März 1917, in dem vor Adorf gewarnt wird, er ver- breite über alle Unterredungen, die er habe, ganz falsche Be- richte, um sich und seinem Verband eine erhöhte Bedeutung zuzu- schreiben. Ein streng vertrauliches Rundschreiben deS Reichsaus- sch u s s es der Kriegsbeschädigtenfürsorge vom Mai 1917 führt Klage darüber, daß der Essener Verband sich unter irre- führenden Angaben die Adressen der Heeresentlassenen er- schlichen habe. Der ReichsauSschuß habe deshalb jeden, auch schriftlichen, Verkehr abgebrochen. Ten Höhepunkt dieser sensationellen Enthüllungen bildete die ebenfalls aus dem Rundschreiben des Reichsausschusses der Kriegs- beschädigtenfürsorge entnommene Mitteilung, daß der Vorsitzende der Essener Vereinigung„ans Fürsprache des Vertreters der Firma Krupp in den Ortsausschuß der KriegSbeschädigtenfürsorge aufgenommen worden sei". Nach dieser Zdennzeichnung, die einer moralischen Hin- richtung gleichkam, nahm die Versammlung gegen verschwindende Ausnahmen Stellung für den Reichsbund und gegen die Essener Vereinigung. Ueber hundert Kriegsbeschädigte traten während der stark besuchten Versammlung dem Reichsbund als Mitglieder bei. während Herr Adorf ohne jeden Erfolg abziehen mußte.• Ueber die Versammlung bringt die Lp. Korrespondenz einen sehr entstellten Bericht, der von Tumulten usw. spricht. Tatsächlich verlief die Versaminlung bis in die zwölfte Stunde in vollkom- mener Ruhe. Erst als im Schlußwort Herr Adorf die verlesenen Dokumente als Fälschungen bezeichnete, entstand eine größere Unruhe, die sich aber sofort legte, als der Redner des Oieichsbundes aufforderte, die Ruhe zu bewahren. Auch als die Versaminlung ge- schlössen wurde, herrschte V o l l k o m m e n e R n h e. Es kam weder in noch nach der Versammluiig zu irgendwelchen Zusammeiistößeii. Zur ReichStagSwShl in Zwickau haben die Nationalliberalen den Kaufmann Peter Braun-Chemiiiv als Kandidaten aufgestellt. Dieser Peter Braun hat früher sein Glück in sozialdemokratischen Redak- tionen versucht, seinen Beruf zum Reichstagsabgeordneten haben aber erst nach seinem Gesinnungswechsel die Nauonalliberalen eindeckt. Der elsaß-lothriugische Landtag wurde am Freitag eröffnet. Letzte Nachrichten. Zum Raub— Betrug! Amsterdam, 12. April. Es verlautet, daß die amevikauffche Regierung für die beschlagnahmten holländischen Schiffe nicht, wie es in der Presse hieß, 40 Schilling pro Tonne bezahle, sondern von den 40 Schilling erst 26 Schilling als amerikanische Kriegsabgabe abziehe» wird und daß ähnlich auch von englischer Seite ver- fahren werde. Auf diese Weise werden die holländischen Reeder nur 14 Schilling für die Tonne erhalten. GewerkschHsw ftiit die Politik der Gcneralkommission. Eine VerirauenSmännerveriammIung der Stuttgarter Ckiöcrifcfiaften nahm einen Vorirag L e g i e n S entgegen, in dem dieser erklärte, die Generalkommission und die Gewerkschaften stünde» in einem Vertragsverhällnis zu gemeinsamer Arbeit mit der Sonaldemokratie, aber nicht mit den Unabhängigen, die durch ihren Dis�iplmbmch den Gewerkschaftsmitgliedern ein schlechtes Beispiel gegeben und die Arbeiterinteressen verletzt hätten, als sie die KriegSsteuer und daö Vereinsgesctz ablehnten. Nach lebhafter Debatte nahm die Versammlung mit allen gegen zehn Stimmen der Opposition die folgende Entschließung an: «Die Funktionäre der Stuttgarter Gewerkschaften betonen nach- drücklichst, daß die freien Gewerkschaften auch während des Krieges ihre ini Kampf gegen Unternehmertum und Staatsgewalt erprobten Grundsätze hochgehalten haben und weiterhin vertreten müssen. Die Haltung der Gewerkschaften und ihrer Leitungen kann allein be- urteilt werden durch ihre Tätigkeit im wirtschaftlichen Kampfs, Das Hineintragen parteipolitischer Streitigkeiten in die einheit- liche Gewerkschaftsbewegung muß entschieden abgelehnt werden. Dieser Streit kann und soll nur dazu dienen, die Organisationen der Arbeiterschaft zu zersplittern, sie zur Ohnmacht zu verdammen und damit die gesamte Arbeiterbewegung in unverzeihlicher Weise zu schädigen. Pflicht aller Gewerkschastsgenoflen ist es, das kostbarste Gut ihrer Organisation, die Einigkeit, aus dem Weltbrand unversehrt in die Friedenszeit hinüber zu tragen. Nur dann be- steht die Gewähr, daß die Kampfkraft der Gewerkschaften den ge- waltigen wirtschaftlichen Auseinandersetzungen der Zukunft gewachsen sein wird.* Auf eine erfolgreiche Lohnbewegung können die Aiphalteure in Leipzig zurückblicken. Sie hatten den seit lg13 gellenden Lohntaris zum 31. März 1918 gekündigt. Die Arbeiter verlangten außer einigen Nebenforderungen folgende Lohn- sätze: für Platzarbeiter pro Stunde 9,69 M.. tür Handarbeiter 9.95 M,. für Srampfer und Holrpflasterer 9,79 M., für geschulte Hilfsarbeiter 9,84 M., für Vorarbeiter 9,09 M. Unterm 19. März ging die Antwort der Unternehmer ein. Die Einbeziehung der„Platzarbeiter" in daS Tarifverhältnis wurde abgelehnt, im übrigen die Forderungen unter Bewilligung folgender Stundenlöhne: Handarbeiter 9,75: Stampfer und Holzpflasterer 9,89, geschulte Hilfsarbeiter 9,99 und für Vorarbeiter 1,99 M,, an- erkannt. Die Arbeiter wollten ihre weitergehenden Wünsche indes nicht fallen lassen. Sie ersuchten um mündliche Verhandlung. Eine solche fand vor einigen Tagcir in Leipzig unter Teilnahme eines Vertreters des Hauptvorsiandes statt.. Nach mehrmaligen Einzelberatungen der Parteien kam dann folgender Vergleich zustande: Die Teuerungszulage ivird zum Grund- lohn geschlagen. Der Lohn beträgt pro Stunde: für Handarbeiter 9,89: für Stampfer"»d Holzpflasterer 9,88: für geschulte Hilfsarbeiter 9,98: für Vorarbeiter 1,98 M. Die Zuschläge für Nacht- und Sonntagsarveit werden auf 39 Pf. erhöht. Die Auslösung bei Arbeiten nach außerhalb, bei denen der Arbeiter am Orte über- nachten muß. wird auf 4 M. täglich erhöht. Diese Lohnsätze haben rückwirkende Kraft, sie gelten vom 1. April 1913 bis 31. März 1919. Wichtig ist. baß nicht„Teuerungszulagen" gewährt werden, sondern daß die Arbeiter jetzt lediglich mit„reinem" Lohn zu rechnen haben, das für die VertragSdauer gilt. Die Steigerung des Lohnes ist eine recht erhebliche, im Minimum beträgt sie pro Stunde 14 P,, wöchentlich eine Lohnzulage von 3,49 M.; teilweise noch darüber hinaus. Dieser Erfolg ist lediglich der Organisation zu verdanken.___ Geistliche Werbearbeit für die Christlichen Gewcrk- schaften. Die Angst vor der freien Jugendbewegtmg hat auch in diesen Kriegszeiten die katholische Geistlichkeit nicht losgelassen. So be- mühen sich denn jetzt aufs eisrigste katholische Geistliche, für die Jugendorganisation der Christlichen Gewerkschaften bei den Eltern der Schiilentlassenen Propaganda zu nmchen. Ein Beispiel dafür ist ein Rundschreiben, das Kaplan Meyer aus Bochum als Vereinspräses an katholische Eltern verschickt bat. Einleitend wird darin geklagt, daß die zunehmende Beschäftigung in der Metall- und Rüstungsindustrie große Nachteile und Gefahren für Glanben und Gesittung der Jugendlichen in sich berge. Nicht unrecht hätten da- her diejenigen,„die es für dringend notwendig erachten, daß unsere arbeitende Jugend an der Arbeitsstelle durch eine Organisaiion er- faßt und beschützt wird". Diese Organisation soll nun natürlich christlich sein: darüber sagt das Rundschreiben u. a.: „Da es einerseits eine dringende Notwendigkeit für die Jüng- linge ist, sich zu organisieren, audererieitS es aber doch nicht gleichgültig ist. welcher Organisation dieselben beitreten, so mache ich ausdrücklich darauf aufmerksam, daß für unsere katholischen Jünglinge nur die christliche» Gewerkschaften, und zwar der christliche Metallarbeiterverland in Frage kommt.... In den nächsten Tagen werden Vertrauensmänner des christlichen Metallnrbeiterverbandes Euch einen Besuch abstatten. Diese werden Beitrittserklärungen Eurer Söhne in den Verband gern entgegennehmen. Katholische Eitern! Sorgt dafür, daß Eure Söhne dem christlichen Metallarbeiterverbande beitreten." Die Christlichen Gewerkschaften haben bisher die geistlichen Dienste ihrer Werbearbeit möglichst verhüllt. Offenbar ist es ihnen nicht sehr angenehm, daß ihre Abhängigkeit von der katholischen Seekiorge allzu deutlich hervortritt. Aber mit oder ohne geistliche Hilfe sind die Christlichen Gewerkschaften neben den Freien dock nur Zwerggebilde'geblieben. So haben z.?. im Fahre 1917 an Mitgliedern zugenommen der Metallarbeiterverband 149 999, der Bergarbeiterverband 57 959, der Holzarbeiterverband 21 878 und der Fabrikarbeiterverband 39 284. Allein diese vier freigewerk- schaftlichen Verbände haben danach in einem Jahr rund'/< Million Mitglieder gewonnen, während der gesamte Mitgliederbestand der Christlichen Gewerkschaften Ende 1916' nur 178 997 betrug. Ei» Nrbeiterinnensekrctariat ist a>n 1. April von den ch r i st- l i ch e n Gewerkschaften in Köln eingerichtet worden. DaS Sekretariat soll den Zweck haben, die allgemeinen Arbeilcrinnenintercssen in der christlich-nationalen Eewerlschaftsbewegung und in der Frauen- betveguug zu vertreten. Die steigende Erkenntnis, daß die Frauen- arbeit immer mehr an Umfang und Bedeutung gewinnt, hat die christlichen Gewerkschaften zu dieser Einrichtung veranlaßt. parteinachrichten. neue linksradikalc Partei. immer dringender fordert die Eine Unermüdlich un-d beiterpolitik" wegen des vollständigen Versagens der Bremer„Ar- Unabhängigen die Gründung einer neuen linksradikalen Partei. In der neuesten Nummer schreibt sie: „Wirklich es ist eine traurige Mission, die die unabhängigen Größen vollbracht haben. Hier(bei der Beurteilung der Bol- s ch e w i k i), wie an unzähligen anderen Beispielen kann man ermessen, wie wesensgleich Unabhängige und Abhängige sind. Und der Froschmäusekrieg zwischen beiden Richtungen, der sich übrigens nach den Wahlniederlagen der Unabhängigen in allgemeines Wohl- gefallen auslösen wird, ist weiter nichts als Kleinigkeitskrämerei, Die nächste Zukunft wird uns zeigen, daß die berühmte Einigkeit wieder hergestellt und der Zusammenschluß perfekt geworden ist. Die Unabhängigen wollen unter keinen Umständen auf die s-tär- kung des Parlamentarismus verzichten. Aus eigener Kraft können sie aber außer Berlin 4 und 6 keine Mandate erobern, es bleibt ihnen also gar keine andere Möglichkeit, um ihren Mandatshunger zu stillen, als sich mit den Scheidemännern wieder zu versöhnen. Und wer ein feines politisches Gehör hat, der kann heute schon die sanften Klänge einer Versöhnungsschalmei vernehmen, zunächst nur angestimmt von dem linken Flügel der Abhängigen und dem rechten Flügel der Unabhängigen. Was dann kommt und kommen muß, ist klar." Die Bremer„Arbeiierpolitk" bezeichnet diesen Ausblick als recht trostlos und als eine notwendige Konsequenz eben die Neugründung einer linksradikalcn Partei. Auch wir würden eine solche Entwick- lung für logisch halten. Alle, die zur praktischen Arbeit für die Verbesserung der Lebenslage des arbeitenden Volkes bereit sind, müßten in einer einbeitlicheii Partei zusammenwirken, und der kleine Rest anarchosyndikalistischer Revolutionsromantikcr könnte dann ge- trost ein Gcüppchen für sich bilde». Für die Etatbcwilligung. In einer sehr stark besuchten Vertrauensmännerkonferenz der politischen Organisaiion des 13. sächsischen Reichstagswahlkreises wurden Organisationsfragen besprochen. In der Hauptsache galt es, Stellung zu nehmen zur Beitragsfrage, für die der Parteiausschuß Anregungen gegeben hat. Nach einem einleitenden Referat des Kreisvorsitzenden, Genossen May Müller, erklärte sich die Konferenz im Prinzip mit einer Erhöhung des Beitrages(jetzt wöchentlich 19 Pf.) einverstanden. Dann besprach der Abgeordnete des Kreises, Genosse N o s k e, die politische Lage: Er sei, berichtet die I. K., in der Fraktion für die Annahme des R u s se n f r i e d e n s eingetreten schon im Him blick auf die Friedensverträge, die noch kämen. Demnächst der Ver- trag mit Rumänien. Auch da könne man von Gewaltfrieden sprechen. Solle aber Deutschland für Rumäniens Verhalten alle Geld- und Blutopfer ans sich nehmen? Was einmal in den Friedensverträgen mit Frankreich stehen werde, sei noch nicht vorherzusehen. Es sei löricht, jetzt über die Forderungen zu diskutieren. Aber Clemenceau und seine Helfer hatten durch Verweigerung des Friedens den Tod vieler unserer Volksgenossen und weitere Milliacdmausgabcn ver- schuldet. Tie Kreditbewilligung sei ohne weiteres gegeben gewesen, da Deutschland den Frieden wollte und die Entente loeiter für Er- obcrungcn kämpfe. Wollen wir das vereinbarte Mindcstprogramm durchsetzen, müsse in einigen Wochen s e l b st v e r st ä n d- lich der Etat bewilligt werden, weil sonst die jetzige Mehrheitsbildung auseinanderfalle, an deren Fortbestehen die Ar- beiter realpolitisch stark interessiert seien. Die Fraktion hat— im Gegensatz zur Bewilligung der Kriegs- kredite— bisher den Etat zum Einspruch gegen die verfehlte Steuer- politk der Regierung abgelehnt, ohne daß dadurch die Bildung der Reichstagsmehrheit verhindert worden wäre. Industrie und Handel. Tie Offensive des Kohlcnköuigs Stiunes. Hugo S t i n n e». der Gewaltige der Deutsch-Luxemburgischen Bergwerkö-A.-G., bat sich schon seit einer Reihe von Jahren in weit- sichtiger Weise Einfluß auf den Kohlenhandel des sog. bestrittenen Gebietes zu sichern versucht und hat während des Krieges seine Bemühungen sortgesetzt. Schon seit Jahren be>rieb die Firma »eben dein Handel in Ruhrkohlen ein lebhaftes Geschäft in eng- tischen Kohlen. Sie hatte in England nicht allein Zweignieder- lassungen. sondern auch eigenen Zecheiibesitz. In den unmittelbaren Platzhandel in dieser Kohle hat.sie eingegriffen durch den Ankauf einer Reihe von Firmen in Berlin und Hamburg. In den Besitz von Hugo StinneS ist die bekannte Reederfirma H. W. Heitmann übergegangen und außerdein die folgenden Firmen: �Holm u. Molzen(Importfirma für englische Kohle) in Flensburg, Königs- berger Brikettwerle in Königsberg, Brikettfabrik Westphak u. Co. in Harburg-Elbe, Brikettfabrik Elbe in Hamburg, Kohlen- und Koks- werke„Hansa" in Bremerhaven. Die Vereinigte Berliner Kohlen- händler-A.-G. in Berlin, auf die die Firma Stinnes ebenfalls maß- gebenden Einfluß besitzt, hat sich durch große Terrainankäuse eine beherrschende Stellung in Berlin gesichert. Bekannt sind die Jmer- essen von Hugo StinneS in der Seeschiffahrt, so ist die Firma mitbeteiligt bei der Woerinann-Linie. weiter ist Herr Hugo Stinnes 'Mitglied des Aussichtsrates der Hambnrg-Amerika-Linie. der Mitgard-Werke in Nordenhamm und der Nordseewerke in Emden. In ähnlicher Weise gewinnen die SlinneSschen KohleiihandelSinicr- essen Ausdehnung in den iiichtbesiriltcneii Revieren. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. In der gestern abgehaltenen Sitzung des Aussichtsrates der Dresdner Bank wurde die Bilanz pro 1917 vorgelegt. Der Rohgewinn beträgt einschl. 486 546,29 M. Bortrag aus dem Vorjabre 53 933 327,29 M.(im Vorjahre 49 561 912.59 M.j. Nach Abzug von 21 995 949,89 M.(im Vorjahre 18 732 975,29 M.) Handlunasunkosten und Steuern verbleibt ein Reingewinn von 39127 497,49 M.(im Borjahre 39 823 937.89 M.). Vom obigen Rohgewinn entfallen ans: 1917 gegen 1916 M. M. Wechsel und Zinsen..... 38 059 153,83 32 943 394,70 Provisionen, abzüglich gezahlter Provisionen....... 17 725 208,70 14 025 183,80 In obigen Ziffern sind die Gewinne und Unkosten sow'e die Umsatzziffern der früheren Nhciniich-Westfälischen DiSeonto-Gesell- schaft und Märkischen Bank nicht eilthallen. 1917 gegen 1916 M. Die Bilanz pro 1917 weist fol- gende Posten auf: unter A k: i v a aus...... Wechsel u. unverzinsliche Schatz- anweisunge» des Reichs und der Bundesstaaten.... Noslrogulhaben bei erstenBankcn und Bankiers...... Reports und Lombarts gegen börsengängige Wertpapiere. Vorschüsse ouf Waren u. Waren- Verschiffungen...... Davon gedeckt M. 9 969 898,95 Dauernde Beteiligungen bei au- deren Banken...... Wertpapiere: Anleihen des Reichs und der Bundesstaaten..... Sonstige Wertpapiere... Schuldner........ 1 176 814 442 55 Konsortial-Beteiliguiigen... 54 973 959,— Immobilien-Konto. Bankgebäude 41 508 820,90 ,, Verschiedene Grundstücks 8 816 559,95 M. 302 100 913,80 206 549 107,35 1 200 123 743,40 230 081 401,70 21 i 784 603,35 16 207 700,25 707 985 544,15 86 628 702,60 176 492 780.35 8 277 221,50 63 791 925,03 36 833 980,30 47 382 589.63 33 795 339,50 Unter Passiva fällt die Einleger und Gläubiger auf. 80 929 934,99 24 425 782.40 736 034 922.50 54 559 425,30 31 694 858.85 1920 613,89 Steigerung der Reserve L und der 1917 M. gegen Aktienkapital....... 260 000 000,— Rücklage A Rücklage B..... Talonsteuer-Rücklage Einlagen...... Gläubiger..... Akzepte und Schecks.. Der Gesamtbetrag 1916 M. 200 000 000.— 51 000 000— 10 000 000— 1 040 000,— 595 917 504.70 1 163 909 275,95 08 925 248.30 den Konioriial- 51 900 900.— ... 29 000 000,— ... 1924 500,— ... 1034 619 745,— ... 1013 070 515,— ... 75 524 262.55 der in den Effekten- und beständen enthaltenen f e st v e r z i n s l i ch e n Werte bcläuit sich auf ca. 75 Millionen Mark. Ueber den Aktienbesitz wird nichts gesagt: der Gewinn aus dem Werlpapiergeichnst vorweg abgebucht. Die Zahl der bei der Bank geführten Konten stieg aus 313105 gegen 248 723 in 1910. Die Zahl der Angestellten(davon 2076 ini Felde stehend) betrug am Jahresschluß 7679 gegen 6617 im Jahre 1910. Der auf den 27. April d. I. einzuberufenden Gciieralversnmm- lung soll dorgcschlagen werden, eine Dividende von wieder S1.';, Proz. zur Verteilung zu bringen. Die Maschinenfabrik Obcrschönewcide Aktiengesellschaft schlägt eine Dividende von 12 Proz. wie ini Vorjahre vor. Die C. Müller Gummiwarenfabrik A.-G. weist eine» Rein- gewinn von 112102(i. V. 121446) Mk. aus und verteilt wieder 9 Proz. Dividende. Die Gesellschaft wurde mit viele» anderen Gummiwarenfabriken vom 15. August v. I. ab durch kriegSamtliche Verfügung von der Weiterbelicscruug mit Betriebs- und Rohstoffen ausgeschlossen. Die seitdem in der Hauptsache stillgelegte Produk- tion konnte mit den verbliebenen Vorräten nur noch in kleinem llmfange fortgesetzt werden. Für diesen Aussall wird der Gesell- schaft indessen auf Grund von Vereinbarunget'. in drr Gummi- industrie eine Entschädigung gewährt. Tagegen konnte das in Friedenszeiten ziemlich bedeutende Handelsgeschäft in Kranken- pflegeartikcln jeder Art fortgeführt werden. Die verfügbar gewoc- denen Fabrikräume sowie einen Teil der maschinellen Einrichiun- gen konnten an ein kriegsindustrielles Unternehmen zu einem an- gemessenen Preise vermietet lveLden. Verantwortlich für Polilik: Erich Zi»i«»cr, Berlin: für den Llwigen Teil des Blattes: rllfrrd Scholz, Neulülln: sür Anzeigen: Tdcodor Glocke. Berlin. Verlag: VorwärtS-Ncrlag Ä. m. b.■>>, Berlin. Druck: VorwärtS-Buchdruckerei und VerlagSanslalt Paul Singer u. So. in Berlin, Andcnltrabe 3. Hierzu S Beilagen und UntcrhaltungSblatt._ ~1\ V."! (MC i* vnserer Gefchäste zu kaum geahnter Höhe hat sich in verhZttnismäßig kurzer Zeit vollzogen, tlnd mit der Größe der Ge» schaffe wächst natürlich in gleichem Maße unsere Möglichkeit, Sie in immer weiterem Llmfange preiswert zu dedienen, Ihnen immer größers Auswahl zur Verfügung zu halten. KmiW?. 33 Tlo valnch», atHsnUoFM <5hsusseeflf. 113 Ztn Okltina 9*e«tt Am Sonntag vor Ostern bleiben unsere Gesthäste ausnalj.nsveise geöffnet' Hr.lOl ♦ 55. Fahrgang �us der öerliner Stadtverordneten-Fraktion. T. Als vor nunmehr einem Jahr die längst gehegte Nefürchtung der Parteispaltung zur Tatsache ivurde, hatte es zünnchst den An- schein, als ob die damals 45 Mitglieder zählende sozialdemokra- ti-fche Fraktion, die in dieser Größe die zweitstärkste Fraktion im Berliner Rathaus war. von der parteipolitischen Zerrissenheit ver- schont bleiben sollte. Es ist aber, wie bekannt, zum Gcsamtschaben der Arbeiterbewegung anders gekommen; auch die sozialdemokra- tische Säadtverordnetenfraktion im Berliner Rathaus bat den sich radikal gebärdenden Parteizersplitterern ihren Tribut zollen müssen. Ein sachlicher Grund zur Trennung lag nicht vor. Da- von legt auch das Schreiben Zengni- ab, welches der heutige Vor- sitzende der Fraktion der Unabhängigen Ende September v. I. an den Vorsihenden der alten Fraktion, Genossen Heimann, gerichtet bat und ihm die Konstituierung des neuen FraktioitSvocstandeS anzeigte. ..seine Freunde, die der unabhängigen sozialdemokratischen Partei angehören," so heißt es in dem damaligen Schreiben, »hätten beschlossen, eine eigene Fraktion zu bilden." Ueber sach- licbc Motive enthält dieses Schreiben kein Wort. Daher haben nicht sachliche, sondern durch die Parteispaltung begründete or° ganisatorischc Gründe dazu geführt, den Einfluß der sozialdemo» lrattschen Arbetterbcwegung iin Berliner Rathause zu verringern. Nicht unbekannt geblieben ist, daß, als im Zentralvorstanv der Unabbängigen von den bekannteren Fanatikern der Partcizerreißung die Trennung der Fraktion gefordert wurde, Stadtverordnete. welche der unabhängigen Richtung angehören, auf die große Schädigung hiiigelviesen baben. welche der Berliner Arbeiterschaft in konmiunalpolittscher Beziehung durch die Spaltung erwachsen würde. Dicie von politischein Verantwortungsgefühl getvageuen Mahnungen Einzelner haben nichts genützt. Das was die Bec- liner Arbeiter in mehr als dreißigjähriger Tätigkeit geschaffen, mußte zertrümmert werden. Wie die Arbeiterschaft über diese politische Maulwurfsarbeit denkt, haben die einzelnen kommunalen Nachtvahle« bereits bc- wieseu. Tie sozialdemokratische Stadtverordnetenfraktion ist gemäß ibreu alten kommunalpolitifchen Grundsätzen ihren Weg unbeirrt weitergegangen: Anregungen zu geben und Anträge zu stellen, die getragen sind von der Absicht, die allgemeinen wirtschaftlichen und sonstigen konimunalpolitiscltcn Interessen der minderbemittel- ten Bevölkerungskreise zu vertreten. Recht eigentümlich muten es daher an und ist auf die Un- kenntnis der breiteren Massen in tommunalpolitischen Dingen berechnet, wenn einzelne Vorgänge im Berliner Rathaus seft der Trennung in deinagogischcr Weise aufgebauscht und so dargestellt werden, als ob die Unabhängigen die allein richtigen sozialdemo- kratischen Vertreter der Berliner Arbeiterschaft wären. Um diese Einbildung sind sie zu beneiden oder zu bedauern, je nachdem von welchem Gesichtspunkt man ihre kommunalpolitischen Kindereien betrachten will. In einem vor kurzem von ihnen verbreftetcn Flugblatt zur Nachtvahl im 16. Kommunalwahlbezirt an Stelle des verstorbenen Genosten Basner spielen sie sich als der kom- nmnalpolitische billige Jakob auf! Wer es am billigsten macht, der hat das Geschäft, ein Wahlspruch, mit dem sie marktschreierisch ihre kommunalpolitischc Jahrmarktsbude aufschlagen. Hoffentlich sorgen die Arbeiterwähler, die etwas über Behauptungen nachzu- denken pflegen und Behaupttmgen nicht stillschweigend als bare Münze hinnehmen, ihrerseits dafür, daß es diesen billigen Jaköben bei der Wahl am 28. April ordentlich in ihre Jahrmarktsbude hineinregnet! Es wirb von den Unabhängigen bewußt wahrheftswidrig in dem erwähnten�Flugblatt damit krebsen gegangen, die alte sozial« demokratische Stadtvcrordnetewfraktion habe die Erhöhung der Kotten kür die Masscnspcisung und die Verteuerung de? Gases verichuldet. Daß die alte Fraktion bei der Abstimmung über beide Vorlagen des Magistrats gegen die Annahme derselben ge- stimmt hat. wird von den Unabhängigen in ihrer jungfräulichen ccbüchternbcit verschwiegen. Nichtig ist, daß die Fraktion für die Erhöhung des Wassecpreises gestimmt bat. Die Erhöhung macht nach einer kürzlich im„Vorwärts" veröffentlichten Notiz im Durch- Kbnitt 20 P sennig monotlich auf jede Wohnung aus. bei kleineren Wohnungen lvird dieser Durchschnittsbetrag noch nicht einmal er- reicht. Bei der Erhöhung des Wasserpreises haben sich die Un- abhängigen ihren Gesinnungsgenossen im Reichstage ebenbürtig gezeigt. Dort stimmten diese. Arm in Arm mit den Junkern, Agrariern und Großindustriellen für Ablehnung der Kriegs- gewinnsteucr, im Berliner Rathaus jene in bolder Eintracht mit den Berliner Hausagrarievn gegen die Erhöhung des Wasser- Preises. Ihr Einivond, daß durch die geringe Erhöhung des Wasscrprcises die Hauseigentümer zur Erhöhung der Mieten an- geregt werden, ist ein gesuchter und weit hergeholter. Die Er- höhung. die jraS Gründen einer gesunden finanziellen WirtschastS- weise der Städtischen Wasseaverke erfolgte, macht bei der Er- böhung der Mietpreise eine so geringe Summe aus, daß sie auch von der minderbemittelten Bevölkerung durchaus zu ertragen wäre, wenn damit die Sicherheit gegeben fein würde, vor anderen ungerevlufertigten Mietsteigcruugen verschont zu werden. Wer aufmerksamer Beobachter des im Volke wurzelnden Nechtsbewußtt'eins ist, weiß, daß auch die minderbomitielteu Volks- krotfe durchaus nichts geschenkt haben wollen. Bon diesem Gesichts- punft ist auch ihre<Äellung zu der seÄ Juli 1016 seitens des Magistrats mnge führten Massenspoisung zu betrachten. Bei der Einführung der Masjenspeisuiig trat deshalb der finanziell« Punkt >» den Hi irtergrund. Tie Hauptsache lag bei der Einführung der Massenspeisung tu der rationellen Verwertung der?tahvu.ngS mittel, die nn großen besser d-urchge führt werden kann, als in tausendon kleinen Haushaltungen. Die Unabhängigen haben Ursache, hierüber zu ickweigen. werk ihnen dieie Tatsache nicht in ihr unehrliches politisches Manöver paßt, das sie mft den Massen ausführen. Nach der stünerzei eigen Vorlage des Magistrat» sollte die Rtassem'peisung. nachdem der Grund ihrer Etnfiihrung in obigem«sinne dargelegt w-ird, zu dem„�Selbstkostenpreis" abgegeben iverden. Bereits im Mai vorigen Jahres zeigte es sich, daß durch die Verteuerung des ssiohmaterials, insbesondere der Verteuerung bes Gemüses, der Herstellungspreis, der mit vierzig Pfennig für die Portion berechnet war, bedeutend teurer wunde. Schon in dieser Satzung lütte der Vertreter der Unabhängigen Gelegenheit gebabt,-segeii eine etwaige Verteuerung der Massen- sueisung seine Stimme zu erhebvm� Er hat es nicht getan, weil— es eben damals noch lerne unabhängige Stadtverordnetenftaktton gab; diese wurde erst vier Ülloimtc später gegründet! Als im Herbst in dem Beirat für Masseiispeisung der Nachweis geführt wurde, daß die Herstellungskosten für die Portion ausschließliich der Ausgaben SonnabenS, 15. �lprNIHIS für den gesamten Arbeitsappart 47 Pf. betrugen und eine Erhöhung in Aussicht genommen wurde, entdeckte der Vertreter der Unab- hängigen plötzlich, daß er dagegen sein müsse. Seine Freunde litten jedernfalls Mangel an Agitationsstoff und diesem Mangel mußte abgeholfen werden. Richtig ist, daß der Vertreter der alten Fraktton im Beirat zunächst für die Erhöhung gestimmt hat. Dies wird von den Unabhängigen so gedeutet, als ob damit der Ma- gislrat erst Mut erhalten hätte, um eine Heraufsetzung des Preises vorzunehmen. Diese von den Unabhängigen geflissentlich ver- breitete Nachricht gehört in das Reich der Fabel. Die Berliner Stadtverordnetenversammlung ist bekanntlich 144 Mitglieder stark, davon haben die sozialdemokratische und unabhängige Fraktion zusammen 45 Sitze. Selbst wenn beide Fraktionen geschlossen gegen eine Vorlage des Magistrats stimmen, so wird in keinem Falle eine absolute Mebrhoit erreicht. Tie Fraktion hat aber, was von den Unabhängigen auch hartnäckig aus leicht begreiflichen Gründen dauernd verschwiegen wird, gegen die Erhöhung des Preises für die Massen- i p e i s u ii g gestimmt. Gegen die Erhöhung konnte mit gutem Gewissen auch das Mitglied des Beirates stimmen, das ursprüng- lich für die Erhöhung war, einmal weil die Fraktion grundsätzlich ibren Standpunkt dahin änderte, daß die Masseiispeisung als reine Kriegswohlfahrtsmaßnahme zu betrachten sei und zum ztneiten, weil erst bei der Einbringung der Vorlage der Fraktion zur Kennt- nis gelangte, daß das Reich zu den Kosten der Massenspeisung in erheblichem Maße beisteuerte, eine Tatsache, die bis dahin allge- mein nicht bekannt war. In ähnlicher, wenn auch anders ge- arteier Weise haben sich die Vorgänge bei der Verteuerung des Gaspreises abgespielt. Auch hier hat die Fraktion, entgegen der vorläufigen Beschlußfassung ihres Vertreters im Auffichtsrat der Gas- und Slektviz-itätswerke, nachdem der Magistrat den geäußerten Wünschen gegenüber einen ablehnenden Starrdpnnkt einnahm, gegen die Erhöhung des GaSpreises gestimmt. Hierbei sei bemerkt, daß die Unabhängigen Vorgänge, die vorüber endgültigen Regelung einer Sache liegen, als in ihren Kram passend aus dem Gesamtbild herausreißen, den Schluß ittdessen, der allein maßgebend sein kann, für die Bourteilung der Tätigkeit einer Fraktion, als nicht in ihre kommunalpolidische Jahresmarktbude passend, verschweigen.__ Die Vrikcttkiindenliste. Die Kohlenstelle Groß-Berlin erläßt folgende Bckaniitinachung: „Die B r i k e i t k u n d e n l i st e wird am 13. April id. h. beute. Anm. d. Red.) geschlossen. Verbraucher, die bis zu diesem Zeitpunkt in die Kuiidenliste eines Kohlenhändlers trotz Bemühungen nicht eingetragen toorden sind, haben die ihnen von der Gemeinde zugestellte aus Grundkarle und Ausweis zusammen- gesetzte grüne Bescheinigung in ihrem eigenen Interesse so schnell wie möglich durch Einschreibebrief oder persön- lich, und zwar der Abteilung für Kohlenversorgung ihreS Magistrats« oder G e m e i n d e v o r st a n d e S zurück- zugeben Bis spätestens 15. Mai wird die Kohlenstelle Groß- Berlin den genannten Verbrauchern einen Kohlenhändler nach- weisen. Die cntiprechende Benachrichtigung werden die Verbraucher gemäß K 11 der Bclanntmachmig über die Einrichtung von Kunden- listen vom 11. März 1918 von dem Kobleuhändler erhalten." Die Kohlenstelle Groß-Berlin fügt dieser Bekanntmachung die Bemerkung hinzu, daß die Verbraucher tvegcn ihrer nachträglichen Eintragung in die Kundenliste keinen Grund zur Beunruhigung ballen, da die Versorgung auf Grund der Kimdenlilie erst vom 15. Mai ab einsetzen werde und die Verbraucher bis zu diesem Zeilpunkt auf die gegenivärtig gültige Koblenkarte Briketts von jedem beliebigen Kohlenhändler beziehen dürften. Die Beunruhigung des Publikums retuliietl einmal aus der Befürchtung, daß den Verbrauchern Kohlenhändler nachgewiesen werden könnten, deren Geschäfte so weit entfernt liegen, daß die Heranschaffung der Briketts un- überwindliche Schwierigkeiten verursacht, und zweitens aus der bangen Frage, ob cS möglich sein werde, a u f die noch gültigen Kohlen karten bis zum 15. Mai die nötigen Briketts zu erhalten. Wir wollen hosten, daß es der Kohlenstelle Groß-Berlin gelingt, diese weit verbreiteten Befürchtungen nicht nur durch Wort« zu beschwichtigen, sondern durch Taten gegenstandslos zu machen. So mutz es erst kommen! Ein grelles Schlaglicht auf die bestehende und sich noch der« schärfende Wohnungsnot wirft die folgende Anzeige, die dieser Tage in einer Lubterfelder OrtSzeiinng zu lesen war: Nachdem wir mit unseren vier Kindern, obwohl wir unS bereit erklärt hatten, jede Mictscrhöhuiig zu bewilligen, ausgemietet worden sind, ist es unS nicht möglich, unserer Kindcrzahl wegen eine Wohnung zu finden. Wir bitten patriotisch und vornehm denkende Mitbürger um MictSangcbvte von 5 Zimmcrwohnungen zum 1. Oktober 18 oder früher. O... H... und Frau, Lichtcrfclde sWcst), Drakcstraße. Der Appell an deu Patriotismus scheint unS allerdings recht nutzlos zu sein, weil die Hauseigentümer den Besitz von Kindern bei den Mietern überhaupt für un patriotisch und den Besitz vieler Kinder sogar für u n v e r a n i iv o r t l t ch halten. Wenn aber die Wohnungsnot schon in Kreisen sich fühlbar macht, die sich eine Fünszimmer-Wohnung leisten können, dann läßt dies einen Schluß zu. wie es in dieser Beziehung erst in den minder be- mittelicii Schichten aussehen mutz. Dabei kann man der Gemeinde- Vertretung von Lichtcrfelde wirklich nicht den Vorwurf machen, daß sie für die Wohnungssorgen der woblhabenden Bevölkerung kein Herz habe; im Gegenteil: durch Bauverbot von Klein- w o h>! u n g e II und Begünstigung der Errichttmg von großen Wohnungen hat sie die Interessen jener Kreise in bester Weise gewahrt, während sie andererseits durchaus nicht in den Verdacht kommen kann, durch ihre Wohnungspolitik die Bolksgeiundheit im allge- meinen besonders gefördert zu haben. Jedcnialls beweist der vorliegende Fall, wie tmgcheuer dringlich die Bekämpfung der Woh- nungSnot geworden ist. Die Schar derjenigen, die kein Doch mehr über dem Kopf haben oder in diese Gefahr geraten, wächst ständig. Reden und Erwägungen sind zweifellos nützlich und notwendig— mit deren Länge und Dauer nimmt die Wohnungsnot aber leider nicht ab. Es darf angenommen werden, daß jetzt endlich etwas gegen die.kinderlieben" Hauswirte geschieht. Die Bettstelle gegen Bolle. Zu dem der Presse übermittelten Jahresbericht der Meierei Bolle, der im gestrigen Handelsteil unseres BlatteS besprochen war. schreibt das Nachrichtenamt der Stadl Berlin: Der in der Presse bekanntgegebene diesjährige Geschäftsbericht der Meierei C. Bolle siebt sich veranlaßt, den ungünstigen Geschäfts- stand den behördlichen Maßnahmen der Fetistells Groß-Berlin(Milch) -ur Last zu legen. Diese Darstellung gibt ein unzutreffendes Bild der Sachlage und darr daher nicht unwidersprochen bleiben. Die Fettstelle hat vom Beginn ihres �Wirkens ob Wert daraus gelegt. den Milchvreis, soweit dies die Höhe des Produzentenpreises zuließ. in erträglichen Grenzen zu halten. Trotzdem wurde den Meie- r e i e ii' für die Bearbeitung der Milch ein Verdienst g c- währt, der den in andern Großstädten z»- gelassenen um das Doppelte Bis Dreifache ü b e r st e i g t. Die Folge war, daß insbesondere der Meie- n Bolle aus öffentlichen Mitteln immer reichlicher Znichüsic, die beute sebr hohe Beträge ausmachen, gewährt wurden. Wenn die Meierei trotzdem eine starke Unterbilanz ausiveist.'o liegt die«, wie auch wiederholt von Sachverständigen betont winde. lediglich an der B e t r: e b s g e st a l t u a g. Den Schweizer- Hof bat die Fettstelle Groß-Bcrlin erst in Ain'vruch genominci!. als der Eigentümer ihn. obne sich mit der Fettstelle darüber irgendwie zu verständigen, stillgelegt hatte. Die Juanspruchnahmc mußte nach übereinstimmender Ansicht der sämtlichen beteiligten Gemeinden in erster Linie zur Aufnahme der von der Fettstelle Groß-Berlin im Winter zur Steuerung der Milchnot erpachtcten Milch erfolgen. dann aber auch, weil ungünstige Erfahrungen auf dem Gebiet der empfindlichsten Versorgungstätigkeit die Fettstelle Groß-Berlin zu der Ansicht brachten, daß sie auf die von ihr ver- langte Zuverlässigkeit und die Durchführung ibrer Wünsche nur in einer eigenen Meierei mit Sicherheit rechnen könne. Die Fettstelle konnte es auch aus die Dauer nicht daraus ankommen lasten, daß. tvie e« geschehen ist, die Ausführung ihrer dem öffeutlich-n Interesse dienenden Anweisungen von der Erhöhung der Zuschüffe abhängig gemacht wurde. Ganz unverständlich ist es. daß die Meieret Bolle in dem Bettreben, die Ergebniffe der Geschäftsführung fremden Ein- flüssen zur Last zu legen, die im vergangenen Jahre erwachsenen Bor- luste mit der JnansvruchuaSme des Schweizerhofs für die Fettttelle Groß-Berlin in Zusammenhang bringt. Denn die Fettstelle Gros- Berlin bat ihren eigenen Betrieb überhaupt noch nicht eröffnet, und alle günstigen Folgen, die die Meierei Bolle, nachdem ihre Aktien durch den Inhaber der Meierei Schweizerhof aufgekauft waren, für sich aus der Zusammenlegung'der'beidcit Betriebe errechnet hat, müßten ihr tatsächlich zugute gekommen sein. Es ist auch von der Leiltm.- der Meierei Bolle durchaus nicht immer als richtig ancrkanii: worden, daß die Konzentration einer größeren Milchinenge auf den einen Betrieb zu erheblichen Verbilligirngen innerhalb des Betriebe? rübren müsse; zeitweilig wurde dies �geradezu in Abrede ge stellt. UebrigenS hat der Konzern Bollc-Schweizerhof der Fettstelle Groß-Berlin am 9. Februar die Mitteilung zugehen lassen, daß er keineswegs beabsichtigt hätte, den Schweizerhof dauernd außer Be- trieb zu halten. ' Berliner Lebensmittel. In Aiisrübrung der Beschlüsse des Lebensmittelverbandes Groß- Berlin gibt der Magistrat Berlin bckamir, daß auf Abschnitt 17 der allgemeinen Lebensmittelkarte der Stadt Berlin 10 0 Gramm Graupen, ans Abschnitt 5 der Lebensmittelkarte der Stadt Berlin für Jugendliche 2 Päckchen Puddingpulver entfallen. Die Abschnitte sind von heute bi-Z Dienstag in den dnrcki besondere Verkauisichilder gekennzeichneten Kleinhandelsgeschätten abzugeben. Die Ware wird nach Ablauf der üblichen Frist zur Ver- füguug stehen._ Ncneintragung zur Tpeisefettliste. Vom Montag, den 16. April bi« Sonntag, den 21. April, findet eine Neuanmeldung zur Speisefettkundenlistc in den sechs Groß-Berliner Stadtgemeinden und den 25 Gemeinden(GutSbezirken) des Landkreises Teltow statt, die zur Fettstelle Groß-Berlin gehören. Auch wer bereits in eine Kundenliste eingetragen ist, hat sich von neuem anzumelden. FristversäumniS hat Ausschluß von Speisefettbezug für mehrere Monate zur Folge. Die neuen Kundeulisteu gelten jedoch erst vom Montag,"den 20.' April, ab. Händler, die bisher zum Speisefett- verkauf nicht zugekaffen sind, dürfen eine Kundenliste nicht auslegen. Die gesammelten Abschnitte sind bis zum Mittwoch, den 24. April, an die Großhändler abzuliefern. Bis a»s weiteres werden auf die roten„A*-Karten und ans:ie grünen„A Il'-ftorten der Fetistelle Groß-Berlin je 1 Liter, ani blauen„B*«. Dr. Rieinani! in Charloltenburg der Pfarrer Rhode an der dortigen Luisenkirche zum Oberpfarrer gewählt worden. Dieser Wahl hat jetzt das Konsistorium der Provinz Brandenburg die Bc- siätigung versagt. Die Gründe der Nichtbestätigung find bisher »lcht bekannt geworden. KirkuS Bnsch geize zu Busch. . Wer den kleinsten Kimstrndfahrer der Welt sehen will, Am schwebenden Drablseil entlang, lenkt er sein kleines Schacht sicher und nicht weniger geschickt als irgend ein menschlicher ÄUnst- kuilegc. und ist doch nur ein kleiner, zierlicher— Kakadu. Raubiiberfall in der Paff, ige. Ein überanS dreister Raub- n bei'all ist ain gestrigen Bormittag von einem balbwückisigeu Burschen verübt worden. Gegen lia io Uhr erschien in denr Laden Nr. 4ik in der von den Linden nach der Behrensirasie rührenden Peiiag«, wo sich das Konfitürengeschäft von Elfriede Philipp befindet, ein etwa Ibjähriger Bursche und verlangte Keks und Schokolade. Während die elwa öOjiihrige Mutter der Jnbaberii' die Ware einwickelte, sprang der junge Mensch vlotzlicö über � Ladentisch, stürzt« sich auf die alte Frau, warf sie zu Boden u.o würgte sie. Die Hilferufe der Ueberfallenen wurden von dem Portier und einem zufällig vorüberkommenden Kriminalbeanlten gebort. ES gelang, den Burschen einzuholen, zu überwältigen und festzimebmen. Auf dem Polizeirevier verweigerte er zunächst jede Auskunft über seine Personalien. Der Kaninchcndieb im Ralteneisen. Schlecht ist es einem Diebe e> gangen, der kürzlich einem Landwirt in Oranienburg einen Beiuch nbgostattet batte, um Geflügel und Kaninchen zu sieblen. Der Be- siper hatte jedock die Boisicht gebraucht, die Tiere über Rocht aus dem gewöhnlichen Stall an einen noch sichereren Ort zu bringen und io fand der Spitzbube den Stall leer. Beim Herumtasten in dem dunklen Raum geriet er mit der rechten Hand in ein dort auf- gestelltes Ratteneisen und fing sich darin. Alle Versuche, sich zu be- � s.eien, waren vergeblich, und so muhte der Kaninchendieb, um seiner Leslnabme zu entgehen, das erste Glied des im Fangeisen steckenden j Muteisingers opfern, das er mit einem scharfen Messer abschnitt. Dal Glied wurde am nächsten Morgen in der Falle gefunden. Knausgeklärter Todessall. Ein MorÄgerücht war Festevn nach- mittag im Norden der Stadt verbreitet. Gin Arbeiter Hermann Dietrich rief einen Ar�t nach seiner im ersten Stock des Querge- WmdeS gelegenen Wohnung. Der Arzt fand dort sine Augusts Wolter, mit vor Dietrich in wilder Ghe gelebt hatte, tot auf. Die Todesursache konnte er nicht feststellen. Verdächtig erschien ihm eine große Blutlache im Zimmer. Er teilte deshalb seine Wahr- nehmungen auf der Wache des 8. Reviers mtl. Dieses holte Dietrich zur Vernehmung. Er gibt an, daß seine Geliebte von einem Blutsw.rz befallen worden sei. Wahrschsrnlick liegt ein unerlaubter Gtngrisf vor. Die Leiche wurde zur Feststellung der Todesursache durch Obduktion beschlagnahmt. Dietrich, dessen Kleider mit Blut besudelt waren, einstweilen in Gewahrsam genommen. Neukölln. Lebensmittel. Von heute bis Freitag, den 10. April, dürfen in denjenigen Geschäften, in welchen die Anmeldung zum Bezüge von Kolonialwaren erfolgt ist. aus die Abschnitte 16 und 17 der allgemeinen Leb an s nn t telkart e für Neukölln zusammen 200 Gramm Graupen bzw. Gerstengrütze entnommen werden. Der Verkaufspreis beträgt für 500 Gramm Graupen bzw. Gersten- grütze 36 Pst Ebenfalls von beut? ab wird in den zugelassenen Neuköllner Fisch- und Räuchertvarengeschäften, sowie in den beiden städtischen Fischhall cn Bergstraße 21 und Pannierstraße 13 gegen Vorlegung der Neuköllner Warenbezugskarte auf Abschnitt 103 ein Hering bzw. '> Pfund Hering abgegeben werden. Ter Kleinverkausspreis wird in den Verkaufsstellen bekanntgegeben, derselbe richtet sich nach der Verschiedenheit der zur Ausgabe kommenden Posten. Lichtenberg. Stadtverordnetenversammlung. In der am Don- nerslag abgehaltenen Stadtverordnetenversammlung wurde der Haushaltsplan mit den vom Ausschuß vorgenommenen Aenderimgen verabschiedet. Der Äommunal-stcuerzu schlag beträgt demnach 18 0 P roz. Genosse Mirus gab im Namen der sozial- demokratischen Fraktion die Erklärung ao, daß zwar die sozial- demokratischen Forderungen, die, unter Berücksichtigung der Ver- bältnisse gestellt wurden, nicht erfüllt worden sind, es aber doch festgestellt werden könne, daß diese Anregungen Entgegenkommen gefunden haben. Es müsse aber betont werden, daß die Verhältnisse in den städtischen Werken noch keineswegs in einer befriedi- gende» Weise geregelt sind. Würde der Haushaltsplan lediglich von diesem Standpunkt beurteilt, so käme die sozialdemokratische Fraktion zweifellos zu seiner Ablehnung. Es werde aber erivartet, daß der Magistrat künftig alles daran ietzt, um auch in den Werten die erforderlichen Reformen durchzuführen. In der bestimmten Annahme, daß dies geschehe, stimme die Fraktion dem Haushalts- plan zu. Tie Unabhängigen gaben durch Witzke die Erklärung ao, daß sie nicht, zustimmen könnten. Zur Begründung verwiesen sie auf die Ablehnung des Antrages, die niederen Einkommen von der Kommunalsteuer freizulassen und auf die Ablehnung ihrer Anträge bezüglich der Teuerungszulage an Beamte und Arbeiter. 'Nach kurzen zustimmenden Erklärungen der Bürgerlichen gelangte der Voranschlag gegen-1 Stimmen der Unabhängigen zur Annahme. Eine Vorlage von größerer Bedeutung brachte ein Antrag der bürgerlichen Fraktion, der eine Vermehrung der M a g i- si r a t S m i t g l i e d e r verlangt. Insbesondere soll ein Stadt- ? cb u l r a t und ein s t a d t in e di z i n a l r at dem Magistrat angegliedert werden. Stadtverordneter«schachte! begründete den Antrag. Genosse Peterhansel schloß sich diesem an und hob noch hervor, daß zurzeit eirnge Dezernate ganz verwaist seien, die dringend zu besetzen wären. In den Schuldeputationen sind die nicht schulfachmännischen Mitglieder in vielen Fällen gezwungen. sich lediglich aus die Darlegungen der Direktoren und Rektoren zu stützen. Der Stadtschulrat würde schon nach dieser Richtung förderlich wirken können. Auch der Stadtmedizinalrat hätte ein großes Tätigkeitsfeld zu bearbeiten. Die hygienischen und gesundheit- lichen Verhältnisse Lichtenbergs bedürften einer dauernden Beob- achtung. Die schulärztliche Versorgung lasse zurzeit viel zu wün- schen übrig, denn ein großer Teil der Aerzte betätige sich zurzeit so gut wie gar nicht. Dicker, selbst unter den Kriegsverhältnissen rnchtjzu recbtferligende Zustand hat doch sogar dazu geführt, daß die Schuldeputation den Aerzten mitteilen mußte, daß ihnen das Honorar nur gezahlt werde, sosern sie irgendwelcbe Gegenleistungen bieten würden. Auch die übrigen Fraktionen erklärten sich mit dem Antrag einverstanden. Oberbürgermeister Ziethen gab die Er- klärung ab, daß der Magistrat dem Antrage sympa- thisch gegenüberstehe und ihm wahrscheinlich beitreten werde. Hierauf gelangte der Antrag einstimmig zur Annahme. — Nähgarnbezuz. Von heute bis Dienstaa, den 16. April. ffndet die Voranmeldung zum Bezüge von Nähgarn, und mmr gegen Abgabe des AbMinitieS 202 der Liöhtenberger Lebens- ......'karte statt. Die dein Magistrat zugewiesenen Mengen Näh- v.ariis find derart gering, daß nur auf 5 Personen 1 Rolle oder Svule entfällt. Deshalb sind für je eine Rolle Garn 5 Karten- abickmitte zusammen dem Kleinhändler zu übergeben. Die An- meidung hat in dem durcki besonderen Anschlag kenntlich gemachten Geschäfte zu geschehen. Einzelversouen oder Familien von weniger als 5 Angehörigen müssen sich mit anderen Personen zusammen- schließen, um an dem Bezüge des Garps teilnehmen zu können. Der Kleinhandelspreis beträgt 0,33 Mark für die Rolle oder Spule zu 200 Metern. Fricdenim. Die Gemeindevertreterwahlen. gegen die zablreiche Einsprüche eingegangen waren, beschäftigten in eingehender Erörts- runp die diesige Gemeindevertretung. Entsprechend dem Vorschlag des Wahlprüfungsausschusses wurden alle Wahlen für gültig erklärt mit Aiisuabm? der Wahl de§ Direktors Konieczke, die dem Wahl» ' m üfl.nqsauZschuß zu erneuter Nachprüfung msbrerer Bedenken er» reg-nder Punkte überwiesen wurde. Ferner beschloß die Gemeinde- | venretung. vom 15. d. Mts. ab die Straßenbeleuchtung im «vollen N m f a n q de? Breimkalenders wieder einzuführen, um . der nächtlichen Unsicherheit auch aus diese Weise zu begegnen. Nowawes. In der letzten Gemeindevertretersitznng'and die Ein- �'übriing und Verpflichtung der neuciewädlten Gcmcindevertreter statt, �"nter denen sich auch unsere Genüssen Dr. Lensch, Pawlowitsch und I Zöllner befanden. Der ebenfalls neuaewädlte Genosse Singer weil! �?."-er noch im Felde.— Die Terraingesellschaft hat für den seiner- � veräußerten Graben, der die Grenze zwischen unserer Ge- "■ v•• und Klein-Glienicke bildete, uns jetzt ein doppell so großes . Ge.ö" e an der Wetzlarer Bahn angeboten, dessen Annahme die Bau- jkommi'iion einp'abl.— Der Knabsnhort sowie die Beamten- und tbilsskräfte haben Gesuche um Gewöbrnng außerordentlicher Unter- stützmigen eingereicht.— Die„Potsdamer Tageszeitung" und die „Zeitung für Nowawes" baben den Wunsch geäußert, die Gemeinde möge ihnen den Preis für die amtlichen Anzeigen erhöben.— Bezüglich des Gesuchs aller Lehrer und Beamten an den Bundesrat um Versetzung unserer Gemeinde in eine höhere Ortsklasse wurde beschlossen, den in Betracht kommenden Abgeordneten zu bitten, ani Anfrage Auskunft über die wirtschaftlichen Verhältnisse in Nowawes zu aeben.— Zum Schluß ehrte die Gemeindevertretung dos An- denten des gefallenen Rektors Laue, dessen Täcigkeit der Bürger- meister mit warmen Worten gedachte. Gerichtszeitung. Der Verletzung der Wehrpflicht soll sich der Kaufmann Sch. in Si. Gallen(Schweiz) schuldig gemacht haben. Das Landgericht Konstanz hat ihn am 13. Dezember vorigen Jahres wegen Ver- gehens nach§ 140. 3 Sl.G.B. zu sechs Monaten Gefängnis ver- urteilt. Der Angeklagte ist 1880 als Kind mit seinen Ellern aus Baden nach der Schweiz ausgewandert, ist dort aufgewachsen, Hot ein Geschäft begonnen und geheiratet und hat seitdem nie� wieder einen Aufenthalt dauernd in Deutschland gehabt. Er hat inzwischen die schweizerische Staatsangehörigkeit erworben. Das Landgericht war der Meinung, daß er gegen die kaiserliche Verordnung vom 3. August 1914 verstoßen habe. indem er den Entschluß faßte, im Auslände zu bleiben und sich so seiner Wehrpflicht zu entziehen. Auf die Revision des Angeklagten hob das Reichsgericht das Urteil aus und verwies die Sacke an das Landgericht zurück. Allerdings kann jemand sich dadursi strakbar machen, daß er nach längerem Aufenthalt im Auslande den Entschluß faßt, nicht nach dem Jnlande zurückzukehren, und der Erwerb der fremden Staatsangehörigkeit kann ein Beweisgrund hierfür sein. Im vorliegenden Falle dagegen ist für eine derartige Annahme keine Grundlage gegeben, da der Angeklagte bereits vor mehr als 30 Jahren ausgewandert ist und durch sein ganzes ipäleres Verhalten bekundet hat, daß er dauernd im. Auslände ver- bleiben wollte.__ Mus alier Melk. Epidemien, Mord und Lynchjustiz in Petersburg. Haag, 12. April. Reuier meldet aus London: Tie„Morning- Post" berichtet aus Peteisburg vom 6. April: Amtlich wiro mit- geteilt, daß täglich mehr als 20 Fälle von Flecktyphus zu verzeickncn sind. Die Pflegeschwestern sterben bei ihrer Arbeit in den Hospitälern. 10 Aerzte sind bereits ums Leben gekommen. Mord und Lynch- justiz geschehen jede Nacht in Petersburg, ebenso Einbrüche in die Wohnungen der Begüterten.__ Die Katastrophe avk der Dona«. Budapest. 12. April(Tel- union.) Zur Katastrophe ans der Donau wird noch gemeldet, daß die Hebung des verunglückten Schisses Drina nock nicht erfolgt ist. Wie festgestellt wurde, beträgt die Zahl der Toten ungefähr 50. ?ugenöveranfta!tungen. Schineberg. Sonntagnachmittag: Ausflug. mittags im Lokale von Lehmann, Scdanür. 53.— abend. Mittwoch: Vortrag. Referent Karl Stenzel Treffpunkt 3 Uhr nack- Wends 8 llhr c Spiel- Ansang 8 Uhr. Strausberg. Kriegswirtschastlichc Abholzungen. In der letzten Zeit sind in der nördlich vom Bahnhof Strausberg belegenen königlichen Forst sehr starke Einschläge vorgenommen worden. Im Interesse des Groß-Berliner Ostens, der vesonders in den Gebieten der Ostbahn fast gar nicht und nur in dem Strausberger Teil mit Wald bedeck: ist. hat es der Zweckverband des Ostens für geboten gehalten, gegen die Abholzungen Einspruch zu erheben, da hierdurch der schwache Waldbestand des Ostens noch mehr verringert wird und gerade diejenigen Teile in Mitleidenschaft gezogen werden, die in Anbetracht ihrer allgemeinen Lage für die Groß-Berliner zur Er- holung in Betracht kommen. Hierauf ist der Bescheid zugegangen, daß es„sich bei den Einschlägen nicht um Hauungen handelt, die vorgenommen lverden. um der Brennholznot zu steuern, sondern um Holz für kriegswirtschaftliche Zwecke, wie Gruben-, Schioellen-, Flugzeug- und anderes Holz zu gewinnen. Eine Einstellung der vorgesehenen Mholzungen ist ganz unmöglich, da einerseits kriegs- wirtschaftliche Maßnahmen bestimmend sind, anderseits die Schläge schon verkauft sind. Bei dem jetzigen allgemein bekannten Spann- kräftemangel mutz das Holz möglichst nahe der Bahnhöfe geschlagen werden. Sämtliche Bestände gehören der ersten Periode an und wären auch ohne den Krieg in den kommenden Jahren zum Ein- schlag gelangt. Nach Möglichkeit ist den Bedürfnissen der Siedlungen Rechnung getragen� worden, indem aus Schönheirs- rücksichren Waldmäntel stehen gelapen worden sind und nur kleine schlage geftihrt werden."___ Hroß-öerliner Partemachrichten. Berlin 4. Heute nachmittag von 2 Uhr ab und morgen von früh 8 Uhr an Flugblattverbreitung zur Stadtverord- netenwahl. Treffpunkt Lokal Schuckert, RüderSvorfer Str. 3. SvemrauSstchten für das mittlere Norddentictilnnd die Sonntag mittag. Vielfach wockiz, mit leichten Regenfällen, strichweise Gewitter, ostwärts fortschreitende Abkühlung. Zpretreltgiöle Geineinde.'' Sonntag. den t4. April, vormitiags g Uhr, Pappel-Allee 15,17; Neukölln. Idealkasino. Weichlelsw. 8; Ober- schöncweide, Bilbelmmenhosstr. 43 bei Painv;„Freireligiöse Vorlesung.- IO'/j Uhr, Kleine Frankfurter Str. ö. Vortrag von Herrn Ernst Däumig.- Wanderungen durch die Kirchengeschichte. XVII: Von der Jnquifition zum Unfehlbarkeitsdogma. Gäste willkommen. s Arbeiterjügend Prenzlauer Porftadt: Morgen Sonntag Spiclpartie nach PichelSwerder. Tre ssvnnkt'ij Ubr Babnhos Schönhauser Allee. Eingang Grcisenhagener Straße.— Montag, abends 8 Uhr. Dichrcrabcnd bei Eichborn, Danziger Str. 93.— Mittwoch. abends 8 Uhr, Bortrag des Genossen D o m u i ck bei Eichhoru, Danziger Straße 93.______ Sriefkasten der Redaktion. tkuri. Sic haben selbslverständlich keinen Anspruch ans Invalidenrente. da Sie ja nur zu 20 Proz. als erwerbsmifähig betrackiet werden. Die Verordnung ist in dem von Ihnen gedachten Sinne nicht auszulegen.— <£. K. Mahnen Sie wegen Eritscheidung Ihres Eiinvruchs beim Kriegs- Ministerium.— F. B. 1881. Diese V-rsügung ist im„Armee-Ber- ordnungSblait" Nr. 34 vom 11. 7. 17 unter 357 Kriegobeichädigtenfürforge durch das Kriegsministerium veröffentlicht. Sie könnten bcshaw. wenn Sie einberujen werden, dagegen Beschwerde erheben.— SS. S. SO. 1. Die Forderung ist nicht verjährt, Sie können zur Zahlung oeroflichtet werden. 2. Sie können deshalb felbstoerständlich leine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft machen, das ist kein Betrug, wie Sie auch gegen das Urteil keine Berufung einlegen können.— P. H. 683. 1. Die Krankenhaus kosten trägt die Invalidenversicherung nickt, sie würde nur eine Rente gewähren. 2. Der Anspruch der Armenverjvaltung auf den'Nachlaß würde erst mit dem Tode der betreffenden Perlon gellend gemacht werden.— ■J(.'VI. 1918. 1. An das Note Kreuz, Berlin. Leipziger Straße. 2. Reichsmisichuß für Kriegsbeschädiglen- Fürsorge, Kailerin-Angnsla- Straße 18. 3. Davon ilt uns nichts bekannt.—.V.'))■ Z. Nein. ft.(S. 100. 1. Nein, solange die amtliche Totcnbescheinignng nicht vor- liegt, braucken Sie einen solch cn Antrag nicht zu stellen. 2. Rente erbauen Sie erst, wenn die Todcscrkiäinng erfolgt ist. 2. Ja.— G. M. 100. Gegen diele Anordnung wird eine Beschwerde zwecklos sein. — M. H. 15. Zu den Näbkursen meiden Sie sich an in den- städtischen Wablfortdildungsichulen für Mädchen i Gubener Str. 53 oder Waldemar- straße 77. Die Kurse beginnen diese Woche.— F. H. 18.!. Bestimmt tonnen wir dieö nicht angeben, doch icheint es miclp den letzten Erjoigcn im Wellen der Fall zu sein. 2. Ties entzieht sich unserer KeimwiS. — H. 8. 069. Ter„Vorwärts" ist für Heeresanqehörige nicht verboten. Sollte dies dort der Fall sein, so bitten wir hierüber um nähere Mittci- iung, damit wir bei oer zuständigen Stelle sofoil die nötigen Schritte da- gegen tun können.— Soldni. KriegStinderivende deutscher Frauen, Potsdam, Privatkanzlei der Frau ilronprinzeisin. Neuer Garte».— C. 100. 1. und 2. Die zurückgekehrten Kriegsgefangenen stehen nach wie vor-im militänschcn TienstverbälwiS und komieil demeni'pl eckend wieder per. wendet werden. 3. Tic Vorarbeilen für den GesangenenauStaulch find bereits im Gange.— SS. K. W!. R. 1. Danach müssen Sie ßw beim hiesigen k. u. k. Generalkonsulat erkundigen.— Feldr. 8. B. Velössen!- lichung nicht möglich. Wenden Sie sich an den Ncichstagsabgcordnclcn Daniel Stückle». Friedenau, Feucrbachstr. 16.— C. St. Die Adresse laulet: Berlin C, An der Spandaucr Brücke Bekaniltmachung. Vollmileti. Au, Grund des Z 13 der Mllchoerordnuna Pom 30. Lkiobcr 1916 wird unter Abänderung der Bctanntmachnng der Fettstclle Groß-Berli»(Milch) vom 8. April 1918 für den Bezirk der F-Ii. stelle Groß-Bcrlin bestimmt: � Es find vom 12. April 1918 ab bis aus weitere? auszugeben: n) auf die roten, mit einem.KreiS und mit„A" gekenn- zcichnclcn Mllchkarten für die Kinder im 1. Lebensjahre I 8iter: h) aus die grünen mit„All" gekennzeichneten Milchkarten jür die Kinder im 2. Lebensjahre 1 Liter? <:) aus die blauen mit„IZ" getennzcichncteu Milchtarten für die Kinder im 3. und 4. Lebensjahre Liter: d/ auf die braunen mit"------ für die Kinder im 5. milch. II. Auf Krankenkarten und Sonderkarten ist die ausgedruckte Menge voll zu verabfolgen. Berlin, den 11. April 1913. Bettstelle Griiß-Kerlm(|tlUdj). Tgb. IV Nr. 1 F. Mi. 3. und 4. Levensiapre---"«r: nit ,0" gekennzeichneten Milchkarte» 5. imd 6. Lebensjahre Liter Stall Cisam{.großer Aysuiatil f.&DJt M,M\l 4 Ulfcoholfr. aatrSnke ► Fr an z Abr ab am Bavk. Messina-Ti.Römertrank-Kell. C.25 B«rl«l»tT. 8t, Faixap. K�st.lSTOS 4 Pawdaqen, GummSw.» R. Bänke, Stralauer Str. 56. A. E. Lange, Bruncenstr. 16S 4 Bfidier' u. KondhoreienT� Otto Wolff, Treptow, KiülJi.t. 16 4 blerbranerei., BierhdanüügTfr ~ iraKsreiOOM empfiehlt Quaiiietsüiere ersten Ranges. � Knrz-,W ei>-. Woliw.�Trikotn*;. � Kennaiiii Meyer, SthiTtlbtiaerSf 2 1. Oestt�sQuellen- Verzeichnis Untemtehende Geschäfte empkthlen sich bei Elnkäuftn. _ isen- u. Wui-atw- Otto Kongel, Alte iarob.ir.-Js. MOnciiensr Brauhaus Berlin und Oranienburg: Schröter, R.| M? 43 PerhrnifoslcUc August Holtz�SI 4 Batte-Wnataiten [m\-M Ansen�bf"".». Dlana-Bail faS�dec. Passage- Bad iTmm™' Reform-Bad, Wiener Str. U. irinfd Ujannlhosr Bier!" Weissbier, 0. ßreitäanpt, F«li»»d»n«tr.»7 TtHtr. tMl.tOfc'l 4 Easigfabplktm"V Timner�Esslg 1] Pbcrali Thfiltliofc! J ßelilDailll, E» ylbmaschSncn Meierei IC Bollei A-O. |3sr!inPi.,Ji,.2i�tMo,blt ------ 98133-m Altester imd grosster g Kilchwlrtschaftlicher B Orossbotrieb=r= R fflerrew-a-Bnahettcnril.» a-m Badstr. 26, Ecke . JSaer pr:niÄn-A"««- 4 Eisen, Stahlw, Watten, Werl,?. � Carl Juafif, Strocistr. 31. Rphlni>nn.P..Müller?t.U>b.E.3eeBt____ j Hüte, Motzen, Pelzwaren ►| B-—. Wörter, E."SSs THÜ............-■ lüenme, ueurg, ,,„1, 44. i � u.> Lohnjann- XTb-, fr.Tnitt. 4 yhfclne, Llhöj�MaiMtsmtTV axu. ------ w r ff SeokSUi, Wbsftr. S3, Kaiscr-Friedr. Str. 64, Wwerstr. 139, Friedelatr. 23 _______ Treptoy, Gnit:-3traSft C4. Singer oacje.utto'"™'"1 Nähraaschinen Lüden In ollen Stadtteilon. Ziline m. ech t. Friede ns-Kaatschnk ! Goldkron. Brßck., Umarb. schlechtsitz. Gebisse, Rep. sof. Zahnzieh. m. Betäub. höchst Schmerzlind. Kl. Preise, ev.TIz. Zahn-Praxis M. Löser, Brunnenstr.185v Bahs Invalidenstr. Sprechz. täal.3-7, Sonntags312 Uhr. Nord 11508 Spezialarzt Dr. med. Coleman ietzt Friedriehstr. 81/92 daenr Dorotheenstr. Haut-, Harn-, Geschlechts-, Frauenleiden. Sex. Neurasthenie. Kürz. Beb.. ohne Berufsstörang. Teilz. Harn- u. Blutunbersuchungen Sprechst. 10—1, 5— 8j Sonn- lag 10— 1. 143L Spezial-Arzl Dr. med. Hasche, Friedriehstr. 90 Behandll vcn IffPhiliS, Haut« Harn-, Fraueuleide», fpez.: chron.Fälle. schmerzlose. lürzesle Behandlg. ohne Berussslörung. Blulunlersuchung. Aläß. Preise. Teilzahlung. Sprechstunden 10 bis 1 und 5—8, So:mi. ii— 1. Spezialarzt Dr. med. WockeofuO FritlrltWr.ltSs�aS (ürSyphilis, Harn-u.Frauenleiden Blutuntersuchungen. Schnelle, sichere, schmerzlose Heilung ohne BerufsstSrung. Teilzahlung Juckkrätze beseitigt in etwa 3 Tagen ohne BerufsstSr., geruch- und farblos. MäB. Preise. Aerztlich empfohlen. 2058b* l,. Fabriciu«. Vohwinkel Nr. 33, Khld., Gustavstr. Vers, unauffällig. Nachn. u. Porto. 50 Filialen in aTl?n ffttidtoHen. Herrn.(Hoyersuo. s»; C3.550Veri(äüfsst6ll. Gri-ßsrl. Zahngebisse, Platt«. Gr. 7,60, Ketten, Rtnge. Beuecke kauft �'»�>1«!«. kiaiserffr. 18 I lAieranderplatz) schule des Werkzeugmacher» von Fritz Schön sowie andere Bücker empfiehlt Sortiments- Buch- Lindcnstraßs cchnische Vorwärts Handlung, (Laden). tte.101—191« Unterhaltung Sonnabenö,!?. WrU Kaukunst. machen? Da esio ich denn also notgedrungen etwas schneller und kann nicht so aufs Kauen achten. Man opfert eben seine Gesund- heit in, Dienste des Staates." E. SS. Trojan. Glauben Sie. daß es Leute gibt, die es während des Krieges fertig bekommen haben, Wurst und Speck und Scbinken und frisches rosiges Schweinefleisch, die die Haussrau von ihren Ellern vom Lande bekommen hat, wieder heimzuschicken, weil die Leutlein durch- aus nicht ihrer Ueberzeugung, kein Fleisch zu essen, untreu werden wollten? Ja, solche Leute gibt es wirklich, und man nennt sie Vegetarier. Manch Vegetarier hat sich jetzt zum mindesten zu Speck und Schweineschmalz bekehrt, weil er die schöne Butter und das ge- hebte Nuß- und Leinöl nicht mehr bekommt. Aber diese Leutleii: nicht. Und sie haben einen ganz besonderen Kniff entdeckt, der, wie sle sagen, es ihnen gestattet, auf Fleisch zu verzichten und doch glücklich und zufrieden zu lenen mir dem, was sie von ObrigkcitS wegen erhalten. Dieser Kniff heißt: Flelichern. Nicht etwa Fletschen. Der den Kniff entdeckt hat, der Urheber also, beißt Fleischer und ist ein amerikanischer Arzt. Er ruft den Menschen zu: Kaue! Nichts iveiter als dies: Kaue! Du mußt jeden Bissen 200 bis 240 mal kauen, dann erst wirst du alle ihm inne- wohnenden Nährstoffe erschlossen und ausgelaugt haben und kannst sie dem Blut zuführen. Diese sonderbaren, aber ansonst sehr lieben und herzlichen Leuliein nun haben wir jüngst besucht. Ahnungslos und unwissend packten wir zur Tischzeit untere mitgebrachten Schnitten aus und begannen, Vater, Mutter und Sohn, schlecht und recht unsere Mahl- zeit neben der unserer Freunde zu halten. Zwei kleine Mädchen waren da, artige und liebe Geschöpfe sonst. Heule aber trugen sie ein sonderbares Benehmen zur Schau. Ertappte ich sie doch einigemale, wie sie mir und meiner Frau beim Essen dreist und unausgesetzt aus den Mund sahen. Ich wollte gerade die Hausfrau in schonender Weise fragen, da rief diese aus: »Wer wie essen Sie denn nur?" .„Ja, wie denn?" fragte ich. zu Tode erschrocken. „Sie kauen ja Ihre Speisen gar nicht." „Nanu," wagte ich ziemlich schüchtern einzuwenden. „Aber ich habe Sie ganz genau beobachtet und habe bei fedem Bissen gezählt, wie oft Sie ihn durchkauen. Was meinen Sie wohl, wie oft?" „Na," sagte ich ganz faffungslo?,„zwanzigmal." „Lieber Freund, das wäre ihr Tod", mischte sich jetzt auch der Hausherr ein,»bestimmt ihr Tod. Sie haben, wie ich gleichfalls durch Zählen festgestellt habe, den Bissen allerdings 68 mal gekaut, aber.. .Nein, lieber Mann, 71 mal war es", rief stolz die HauS- fcau. Jetzt erhoben die Kinder Protest und behaupteten mit fester Stimme, ich hätte meinen Bissen nur 63 mal gekaut. Wir drei saßen fassungslos, meine Frau ganz besonders, weil sie daS Wort Tod nicht verträgt. Und nun ging es los, und wir mußten uns belehren lasten, daß man jeden, man beachte: jeden Bissen 200—240 mal kauen müsse und daß wir demnach in der Kaukunst noch arge Stümper seien. Aber man hoffe, daß auch wir uns überzeugen lassen werden. Unter anregenden Gesprächen dieser Art, die init Mahnungen, mit Hinweisen auf den frühen Tod vieler Menschen, die nicht richtig kauen, gewürzt waren, ging das Abendesten hin. Unsere Wirte waren zu Polizisten unserer Verdauung geworden, und mit scharten Blicken wurde jeder Bisien kontrolliert. Die beiden kleinen Mädchen waren so liebenswürdig, meinen Jungen mit einem kleinen Hund zu vergleichen, weil er jeden Bissen uur 20 bis 2S mal kaue. Die Mutter rief:.Entsetzlich!" und der Vater:»Das ist sehr schlimm!" Und mein Junge wurde ganz verlegen und der- 'chluckte sich, bekam einen Hustenansall und ivurde blaurot im Geffcht. Und meine Frau wurde kreidebleich, weil sie gleich an den Tod dachte. Und untere lieben Wirte riefen, entzückt über die Be- Währung ihrer neuen Lehre:.Das kommt, weil er so wenig kaut." Und ich habe zum erstenmal in meinem Leben beim Effen Ströme ston Schweiß vergoffen. Nach dem Effen saßen wir noch ein wenig beisammen und unterhielten uns über die neue Heilslehre. Da sagte der Hausherr, der Veamter ist:„Tja, man konimt, ivcnn man seiner Ueberzeugung leben will, in schwere Konflikte. Wenn ich richtig kauen will, müßte ich zwei Stunden Frübstückszeit haben. Nun habe ich aber nur eine halbe Stunde..." »Ich verstehe," unterbrach ich ihn sachverständig, ich habe schon davon gehört, da tastet rnän lieber." .Nein," sagte er,.ich muß doch frühstücken.".WaS soll ich Fm Lanöe öee Der neue Kampsschauplatz. Wandert man aus der Gegend von Lille auf die Lys zu. so durchschreitet man ein flaches, eintöniges Land, zloiichen desien Feldern gradlienige, von Ulmen eingefaßte Straßen entlang lausen: vor sich bat man imnier den Schornsteinwald von Armentieres und reinen Vorstädten, dem Hauptsitze der Industrie dieser ganzen Gegend. Sobald man dem rechten Ufer der Lys nahe kommt, ändert sich der Charakter der Gegend: die Häuser werden zahl- reicher, und aus.dem Ufer des Flusses zieht sich die„ms cko la Lys" hin, eine viele Kilometer lange, von Hänsern umsäumte Straße, die zu der Gemeinde Erquinghem(westlich von Arinen- irsres) gehört. Solche unendlich lange Häuserreihen finden sich hier außerordentlich zahlreich,.ja sie durchziehen fast das ganze Land bis weit jenseits des Flusses, und die kleinen und die großen Ort- schalten erscheinen in ihnen nur als dichtere Anhäufungen. Entlang der Lys, abwechselnd aus beiden Ufern, liegen die Städte am dichtesten. Da. wo die Clären«, ein kleines Bächlcin, in die Lys mündet, liegt Merville, nicht eigentlich eine Industriestadt, sondern ein Orr, der sich fast ausschließlich von der Verarbeitung des Holzes zu Schulen ernährr. Bis Merville war die Lys, die oberhalb ein klares, munteres Bächlein ist, noch ein sauberes Flüßchen. Jetzt aber ändert sich das: eine Fabrikstadt naa> der andern entleert ihre Abwässer in den Fluß, und je mehr er sich der belgischen Grenze nähert, desto trüber und übelriechender sind die Wasser, die in sein engen Kanalbette dahinströmen. Etwas unterhalb von Merville, an der Einmündung der kanalisierten Lawe, aus der die Kohlen von Bäthune berangeschafft werden, liegt(links) Estaires und mit ihm ver- schmolzen La Gorgue, eine echte Fabrikstadl, in der alles hergestellt wird, was die Lemenindustrie von Slrmentisres bedarf; es folgt Weiler unterhalb das schon erwähnte Erguinghem, dann beschreibt der Lyskanal einen großen Bogen nach Norden, und von ArmenlisreS ist er französisch-belgischer Grenzfluß. Aus seinem linken Uier beginnen etwa hier die flandrischen Berge, worunter wmzige Hügel zu verstehen sind. Hier ist das Land siimvfiger als oberhalb; zahlreiche kleine Wafferläufe winden sich zwischen den Erdwellen dahin, und die Ortschaften liegen noch dichter beisammen als oberhalb von ArmenlisreS. Beide Grenzländer haben die Fluß- uker mit Ortschaitcn dicht besetzt; es ist die Regel, daß jedem fron- zösischeu Slädtcheu ein belgisches entspricht, und die Entwicklung ist so vor sich gegangen, daß bald zu einer französischen Stadt auf dem linken Ufer gelegene belgische Vororte gehören, bald belgische Vor- siädte französischer Orte auf dem rechten U'er der Lys liegen. Der bedeutendste aller Orte an diesem Teile der Lys ist ArmentiöreS, eine große, lebhane Stadt von großer Aus» dehnung. Mit ihren Nachbarorten ist sie zu einer einzigen wichtigen Jndustliesiedelnng verschmolzen, die, die Einwohner von HouvlineS und La Chapelle mitgerechnet, vielleicht 80 000 Menschen beherbergt. Slrmentiöres steht seiner Bedeutung als Industriestadt nach out einer Stufe mit Gent und Courtrai. Die wichtigste seiner Industrien ist die Leinen- und Baumwollspinnerei und-Weberei; einige hicrmir verwandte Gewerbe sind in Armentiöres ähnlich wie in den benach- barten Ortschaften zahlreich vertreten, so die Färbereien und die Stärkefabriken. Im weiten Umkreise gehört das Land den Wcde- reien und Spinnereien der Stadt, die dort ihre Erzeugnisse bleichen. Außerdem dient der treffliche, oft überschwemmte Boden am Lys- user als Weideland zur Viehzucht. Warum macht Sie Iriihlingsfonne müöe! Beim Beginn des Frühlings hört man allgemein über große Müdigkeir klagen. Was hat es nun aber mir dieser.Frühlings- Müdigkeit" auf sich? Ein norwegischer Wissenschaftler, Dr. Rubov, hat auf Grund seiner im Finsen-Jnstitut vorgenommenen Unter- suchungen eine neue Erklärung dieser Frage gegeben. Er schreibt die Frühlingsmüdigkeit den Wirkungen des Sonnenlichtes zu. Die Voraussetzung für den plötzlichen Eintritt dieser Müdigkeit zur Frühlingszeit ist jener Zustand der Erschlaffung, in dem sich der Organismus am Slusgang des Winters befindet. Arbeit, Ver- � gnügungen, Erkältungskrankheiten und andere Jnfeklionen haben dem Körper während der kalten, dunklen Zeit hart zugesetzt, wäh- rend deren man sich nur verhältnismäßig wenig in frischer Luft aus- hielt. Dann kommtplötzlich daS Frühjahr mit seinem tagelangcn Sonnen- schein und der hellen, klaren Lust, die die Menschen aus dem Hause lockt und dem erschöpften Organismus mir einem Male gar zuviel zumutet. Man wird von dem Wunsche ersaßt, zu marschieren, rädzufahren, Körporübungen vorzunehmen, und man überschätzt seine Kräfte und die Fähigkeiten, diesen plöplichen Tätigkeitsdrang ausüben zu können. Der winterichlnffe Organismus wird in den Frühlings- rauich hineingerissen und versucht zunächst, das natürliche Müdigkeit-:- gefühl zu überwinden; er zieht aber meist den kürzeren und. füllt der Frühlingsmüdigkeit zum Opfer. Das Sonnenlichr, das so bc- lebend wirkt und alle Eindrücke verschärft, wirkt andererseits auch auf die Haut, insbesondere die Gesichlshaut, und ruft eme�Er- höhung der Temperatur hervor mit der Folge, daß der Körper mehc Wärme als sonst ausstrahlt. Um diese Wärme zu ersetzen, erhöhen wir unsere Bewcgungsläligkeil. Wir verbrauchen zuviel Krafl und ermüden daher. Damit soll aber keineswegs gesagt sein, daß man der Sonnen- bestrahlung auszuweichen suchen soll. Im Gegenteil. Man soll sie im Anfang nur nicht gleich in allzu großen Dosen genießen, wenn man der Früblingsmüdigkeit und ihren Folgen, die für schwach.. blutarme Personen und ältere Leute mit schwachem Herzen recht unangenehm werden können, entgehen will. Wer vorsichtig ist und sich nicht gar zu unbesonnen in den Frühlingsrausch hineintreiben läßt, kann leicht dem Müdigkeitsgefühl vorbeugen. Sterbenöe Kometen. Vor einer Reihe von Jahren hat Berberich darauf aufmerksam gemacht, daß bei den Kometen mit kleiner Umlaufs zeit, die also 'verhällmSmäßig enge Bahnen um die Sonne beschreiben, die Hellig- keit in anisülliger Weise abnimmt und die SÄweisentwlcklung immer dürftiger wird. Die Kometen verlieren an Stoff, so nahm er als Erklärung an. Eine Bestäligung dieser Anschauung haben nun dw eingebenden Untersuchungen Holetschecks ergeben, über die Riem in der„Naturwissenschaftlichen Wochenschriit" berichtet. Er hat dabei 22 Kometen verfolgt, die ganz verschieden lange Umlausszeiten baben, nämlich zwischen 3,8 und 76 Jahren(Enckischer Komet und Halleyscher Komet). ES gibt nur Kometen mir gleichbletbender Helligkeit und solche rnit. abnehmender. Die länger delaiinte» Kotnelen scheinen auch die dauerhafteren zu sein, während die neuer- dings gefundenen die schwächeren find. Berberich batle angenommen. daß bei der Schweifentwicklung der Kometen der Stoff des Kometen verbraucht wird, also dauernd verloren geht; erst wenn der Komet in eine größere Entfernung von der Sonne kommt, hört die Ab- stoßung auf und der Körper reichert sich wieder an, indem er Stoff, dem er auf seiner Bahn begegnet, au sich zieht. Bei kurzer Uni- lauiszeit ist aber der Gewinn geringer als der Verlust, sodaß drr Komet allmählich verarnrt. Zu' dem bisweilen auffallend starken Abnehnren der Kometen scheint nach Holerscheck auch die auflösen"� Kraft der großen Planeten beizutragen; sie können anscheinend da- lockere Gefüge des als Kometenkopf erscheinenden Meteorschwarmes ganz auflösen. Drei Kometen sind aus der Verlustliste zu setzen: der Bielasche Komet, der sich unter den Augen der Astronomen teilte, 1852 noch einmal erschien, um dann nur noch als Meteor- schwärm wieder aufzutauchen. 1879 erschienen zum letzten Male die Äonielen Brorsen und Tempel Nr. 1. Von diesen sind trotz ollen Suchens keine Svuren mehr aufgefunden worden. Diele drei Kometen haben alle kurze Umlaufzeiteu gehabt, nämlich 6,6 Jahre, 5,5 Jahre und 6 Jähre. Sluch die beständigen Kometen scheinen zur Abnahme zu neigen; die Auflösung scheint allgemein zu sein, nur ersolgt sie verschieden rasch._ Notizen. Die L c h r m i t t e l a u s.st e l.l u n g des Zentral- i i! st i t u t s für Erziehung und. Unterricht. Potdarner Straße 120, wird vom Montag, den 15. April an wieder von 2 bis 6 Uhr geöffnet sein. — Otto Wagner, Wiens führender Baumeister, ist im 77. Lebensjahre in Wien gestorben. Trotzdem er anS der Tradition der historischen Stile stammte, Hai er doch im reifen Alter noch die Kraft gehabt, radikal mit der Vergangenheit zu breche» und moderne Wege der Bausührung zu eröffnen. Er verwarf die ganze über- komiueue Fassadendekoration uud roagte wieder glatte, schlichte Wände. Was er an gliedernder und dekorativer Zugabe bot. war treflich weniger glücklich. Aber er lehrte wieder vonr Grundriß aus bauen und stellte deir nüchternen praklischeu Zweck in den Vorder- grund. So hat er sich besonders bei den Bauten der Wiener Stadtbahn, der Wiener Postsparkaffe und im Privatbau bewährt. Weit mehr aber als durch seine Bauten hat er durch feine Lehr- lültgkeil an der Akrdemie gewirkt. Die Wiener Sezessionistcn Oldrich und Hofmann und zahlreiche andere sind seine Schüler und Fort- führer seines Werkes. io] Pioniere. Roman aus dem Norden von Ernst Didrisg. An der Spitze fuhren Landström und Gerell mit dem Schlitten. Der Bauer hatte sich geweigert, mitzukommen. Hinterher stampsrelt die fünf'Arbeiter durch den Schnee und leuchteten die Ränder des Wegs ab. Landström und Gerell schauten nach dem Verschwundenen aus, daß ihnen die Augen weh taten. „Es wird nicht leicht sein, ihn zu finden, bei diesem Schneegestöber," sagte Gerell.„Hier ist mau in einer Stunde zugeschneit, so wie das stiebt. Nur gut, daß es windstill ist." „Wir werden ihn finden," antwortete Landström.„Er gehört zu den Burschen, die von Ansang an dabei gewesen sind, und er hat eine alte Mutter in Smaaland, die von ihm lebt. Und ein prächtiger Arbeiter ist er. Wenn ich eine ganze Woche, hier auf und ab fahren müßte, finden will ich ihn." So lange sollte eS aber nicht dauern. Die Laternen hatten kaum eine Stunde gesucht, als Gerell Land ström heftig am Arm Packte. „Anhalten!" sagte er. „Was ist denn?" fragte Landström und hielt das Pferd an. „Siehst du da nichts?" fragte Gerell und deutete zur Seite nach rückwärts. „Was denn? Ich sehe keine Spur," antwortete Land- ström. „Mir war, ich hätte etwas Merkwürdiges dahinten auf dem Pfahl rechts gesehen, als das Licht darausfiel. Noch mal hierher leuchten, Jungens!" rief er den Arbeitern zu. Die beiden Ingenieure sprangen ab und stampften nach dem Pfahl zurück, auf den Gerell gedeutet hatte. Das Licht von allen fünf Arbeiterlaternen konzentrierte sich auf ihn. Oben in der Spitze war ein Fetzen Papier ein- geklemmt. Gerell zog ihn heraus und hielt ihn gegen die nächste Laterne. Er brach in ein schallendes Gelächter aus. „Aber was denn?" fragte Landström.„Worüber lachst du?" „Hier ruht Ljung," las Gerell mit grabestiefem Ernst von dem Fetzen ab. Alle hoben unwillkürlich die Füße auf. „Das sieht diesem Hanswurst ähnlich," sagte Landström und lachte, daß ihm die Tränen über die Backen kollerten. Er wurde plötzlich ernst. „Schnell! Die Spaten!" rief er.„Vorsichtig!" warnte er, als die Arbeiter vonr Schlitten zurückkamen und zu graben anfingen. Gerell und Landström standen mit einer Laterne in jeder Hand dabei und leuchteten so gut sie konnten. Nach einigen Minuten stießen sie aus Ljung neben einem großen Stein, zu dem er hingekrochen war. Er schlief ganz fest, die Hände tief in die Rocktaschen vergraben, und er murmelte etliche Grobheiten vor sich hin, weil er geweckt wurde. Als sie ihn aushoben, konnte er die Füße nicht auseinanderbringen, denn die Stiefel waren zusammen- gefroren. In aller Eile luden sie ihn auf den Schlitten, schlugen die Decken über ihn und fuhren, so schnell sie konnten, zu den Baracken hinunter. Als sie dort ankamen, war Ljung vergnügt und munter, als sei ihm nichts geschehen. Ins Lazarett wollte er unter keiner Bedingung, denn er hatte die Vorstellung, dort würde der Chirurg ihm die Füße ab- schneiden, und die wollte er lieber behalten. Sie trugen ihn in die Baracke hinein und schickten noch dem Doktor. Ehe er kam, schnitten sie Ljung die Stiesel aus. Die Füße waren so weiß, wie sie bei einem Erdarbeiter sein konnten, und an den Zehen leicht bläulich. Ein Eimer mit Schnee wurde hereingetragen, und dann rieben sie ihm abwechselnd die Füße mit Schnee, während Ljung auf der Pritsche saß und mit dem gewohnten seligen Lächeln seine unsichtbare Posaune blies, so daß die Arbeiter nur mit Mühe ernst bleiben konnten. „So geht das nicht, Jungens!" sagte Ljung.„Ich weiß eine bessere Art. Gebt ein paar Flaschen Schnaps her!" Man brachte das Verlangte. „Jetzt holt Majas Kessel her, dann sollt ihr'nen Grog zu sehen kriegen l" lachte er. Als er den Kessel bekommen hatte, goß er den Inhalt der Schnapsflaschen hinein und steckte dann zur Verzweiflung der Arbeiter die Füße in den Kessel. Da saß er und fühlte sich wie ein Prinz, als der Doktor kanr. Und der Doktor lachte und ließ ihn sitzen. Er kannte diese Burschen; wenn sie diese Saiten aufzogen, war nichts mit ihnen anzufangen. ES war das beste, sie in Ruh zu lassen. Als er wieder fortging, machte Ljung ihm eine lange Nase nach und drückte sein Wohlbehagen aus. „Nein, du Knochensäger!" sagte er,„diesmal hast du dich zu früh gefreut!" welche Aeußernng natürlich in der ganzen Baracke Jubel hervorrief und den Anlaß gab, etliche Flaschen Kognak zu leeren. Eine Stunde später begannen Ljungs Fortbewegungs- gliedmaßen eine schöne, rote Farbe anzunehmen. Da steckte Ljung die Füße in die Stiefel und hopste unter Hurrarufen und Gejubel in der Baracke umher. Schließlich tanzten dann alle ini Kreise herum, Ljung und die nicht allzu reichlich be- kleidete Lange Maja in der Mitte. Die Fensterscheiben klirrten, so klein sie waren, und Pastor Ekström, der auf seinem Nachhausewege den Lärm hörte, vor der Baracke stehen blieb und mit hungrigen Augen dem Hcxcnianz zusah, faltete unwillkürlich die Hände zum Gebet. Als er endlich seines Wegs ging, tat er es mit gesenktem Kopf, als ruhte alle Sünde der Welt auf ihm. Zu Hause angekommen, setzte er sich denn auch hin und las in der Bibel im Buche Hiob. Als er an das sechste Kapitel kam, stand er auf und rief in seiner Einsamkeit gleich Hiob:„Was ist meine Kraft, daß ich möge beharren, und welches ist mein Ende, daß meine Seele geduldig sollte sein?" Er stellte sich ans Fenster, das auf die Berge hinaus- ging, und drückte seine heiße Stirn gegen die Scheibe. Es hatte aufgehört zu schneien. Alles war schwarz draußen. Sternenlos und schwarz. Bei Landström brannte Licht. Ein einziger kleiner gelber Fleck leuchtete durch die nächtliche Wildnis, gewissermaßen um sie noch finsterer zu machen. Eine Woche später stand Ekström an LjungS Grabe und sprach ein Gebet. Ljung hatte den kalten Brand in den Füßen und eine Lungenentzündung von seinem Schlummer im Schnee bekommen. Ekström hatte keine harten Worte zu sagen, als er die Arbeiter verzagt dastehen und ihre Mützen drehen sah. Er verzieh ihnen, denn-auch er begann allmählich diese Art Menschen zu verstehen.(Fortj. folet.) 1HaarspanpsZ.95 1 Eülispdoss Ffeasmuater Tiereckig, ™h™w 2.95 AJandorf&G BsSIe-flülnncs-Strosss Gr. Frankfurter Strosse Brunnen Strasse RotöJUserDatnm Wllmersäsrfer Strasse 1 Bratpfanne STÄ. 2.95 1 Fruolitkorb llZsVII zierung, dünnes Porzellan Sm.9S 1 Obstkorb 9 reiche» Prcsymuster, fe.95 1 Salatschüssel m» hübsoh.FrnchtTerzier&.95 6 Kaffeebecher bunt bemalt, sortiert 1 Blumenkübel 0 Majolika.........&.95 1 Kuchenteller mit Olisen...... 2.95 Direktion Max Reinhardt. ikeutsches Theater. 7 Uhr i Macht der Finstornis. Stg.: Oer Bürger als Edelmann. Fianim erspiele. 7'/; Uhr: Sumurnn. Volksbühne. Theater am BBIowplatz. Uucorgrundb. Schönh. Tor. 7!;,j: Zum l.Mnle: Die Richtige. Iijr. CTfiieTnhard— R. Bernauer. Tceateri1nKöniggratz8fS{r1 7 Uhr: Folknngersajfe. Komödienhaus 7!/j Uhr: Die Zarin. Berliner Theater 7 Uhr: itlitzblanes»Int 8bp neue pße VAe-Spielpli! = Rauchen gestattet----- 'fijrhfrr Tiigl. 7,jt Sonnt. 3'lt n. T/, " Kurzes Gastspiel 1!• i! i. O t f e n e y als Universal- Künstlerin und mit ihrem gr. Ballett Dazu: Walter Steiner u. d.neuenApril-Speziaütät. Mi w liier1 Friedrichstr. 165 Ecke Behrenstraße. Olaire Waidofl Willi Prager „Trilby" und da» große April-Programm. Theater für Sonnabend, 13. April. Centrnl-Thcatcr Kommandantenstraße 57. 71/,: Die CsardaHfürstln Morgen 3'/, Uhr; Jngend. Deutsches Opernhaas vhr: Figaros Hochzeit Friedrieb-Wilhelmst. Theater 7'/, Uhr: Kleines Theater 7'/, Uhr: Navlö. liUstspleliians T/t Uhr Die blonden Mädels v. Lindenhof. Morg. S1/. U.: Ein toller Einfall. Metropol-Theater Die Rose m Stambul. 7'/. Uhr: Neues Operettenhaus Sehiffbd. 4a. KassenfcNd. 281 7'/.uir: Der Soldatiisr Marie. Besldens-Theater 7.,�: Der junge Zar. Rose-Theater. 3'/, Uhr: Rotkäppchen. Eine Waise. Itomlschc Dp«? 71s v.-8ei!VMNlMi!eI. Mrg. 18 Uhr: Die goldene Eva. Mrg. S1/, Uhr: Die KinokBnigin. Schiller-Theater O T'/.uhrrHcpfenratbs Erbea. Schiller Th. Charl. p/.uhr: Ger seiiebeafresser. Tbalia-Theatcr �MrderdMMalM Theater am Nollendorfplatz 31/, Uhr: Der Waffenschmied. 7 Uhr: Theater des W estons 7V, Ukr: LOdWlg II?. mit Guido Thlclscher. Vorh.: Der Regimantszauheror. Walhalla-Theater. 71/, Uhr: m HinlifßBfenbot!. M Berliner Konzerthaus. �LyzLgg Mauers trsße 82 Zimmerstraße 90/91. Rente: CjElV Großes Konzert des Berliner Konzerthaus- Orchester. Leiter: Komponist Franz von Blon. Anlang 71/, Uhr. Eintritt 30 PI. Anlang 7'/, Uhr. I Dienstag,(na Ii. er.: Konaerthans-Orchesters. GroBes lästiges Prograitun erst. Bühnenkünstler u. a. persänl. Auftr d. berühm. FilmdarsleMere l-ndwlg Trantmann. (Pranien-falast1 Oranienst 40—41. Konsert-Kaf 1 ee (Oranlsn brücke) Kabarett Erich Carow So,mt- Khi: Paul Coradmi.— tnuu uaiun �uhr. Marga Scholz.— Lisa FaBbender.— Erna Aletta. Große Kapelle Dirk van Erp. 1. Stock: Weinklanse mit Dar bütett, - Solisten-Konzerte.-- Mittwoch, den 17. April 7 Uhr: Benefiz für den beliebten Kapellmeister Dirk van Erp. anläßlich seines j'j£t>o''8 Konzertes. IWTATIONAL-THEATERj S Cäpenicker t» i 71/ Deutsch-Amerik- SlraBe 68 �Sgl. 1 /, Theater StraSe 68 Größter DlefStFlehtig! MuSiV:Walter Senntag nachmittag ,,Johannisfeuerkfc. Vorverk.v. IQU.nnnnterbr.(g. IT atz. Uudon n. Schoror; 1 2 Theater Eachcrfolg! Posse von Dr. Lippschitz. Bromme. MWÄ, Sonnab. 13. Ap., abds. 71/,: Wiederauftroten Frl. Hartha Hohnke, Schulreiterin, auf ihrem Vollblüter Goldchan: Bellonis Wnnder- Kakadus» Der kleinste Kunstradfahrer der Welt auf dem Drahtseil. Daisy Williams mR Ihrer lustigen Artillerie. Oer singende Clown Petersen ist wieder da! sowie das nbnge Progr. Zum Schluß: Frölilingsspiele. GnOrg-Ausstatt-Pantom. Der große Wasserakt. Sturmszeno m. d. Wolken- bruch.— Kahnrutsch in den Grunewaldsee aus 30 Meter Hflhe. Morg X Vorst. Casino-Theater Lothringer Str. 37. Tägl.'It8 11. DasBolfsstück oonNd. L'Arronge Annans Traum. Ein heiteres Famiiienblld. Vorher das neue Aprll-Progr. Emli Merkel, Bruno Rügen ufis. Sonntag 4 Uhr: Bajazzo. Voigt-Theater. Badstr. SS. Badstr. 53. Täglich 7'/, Uhr: Ruhm und Liebe. Sonntag, den 14. AprtI 1918: Nachm.3 IL: Ein verlorenesLebon. Abends 7 Uhr: Ruhm und Liebe. Allabendlich 7'ij u. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Steiler Slpr. Nachmittags ermäßigte Pr.! Kaffee Luitpold HotzstraSe 15. iCabaPstt. Frank ßeFgmann Pepl Pfelltcr Martin EOwe und das große Upd!- Programm. Apollo Friedrichstr. 218. 7a/4 Der Flieger von Tsingtan Sonntag SV, Uhr jeder Erwachs. 1 Kind frei! Theaterkasse ab 10 U. nrmnterbr. geöffnet. Sonntg. Kabarett Tivoli ----- Bunte Vorträge--------- Spleltolge vom 1.— 15. April: Alois Krämer, Weida Ly, Lisa Zeller, KrSmer-Wolff-Werner, Hedy Werdermann, Hugo Just, Richard Beilack. Täglich zwei Kopcllen. Triaaon-Theater #/48 am Bhf. Friedrichstr.'/<8 Tel.; Zentrum 4927 und 2391. Der Lebensschüler Komödie von Ludwig Fulda. Ida Wüst, Erich Kaiser-Tit,z v.Möllendorff, Flink, Kottner Stg. 4 ü. kl. Pr.: JohannistEiier Aiimiralspalast. Novität j Die Prinzessin yos Tragant j Sajdah• DeutscheTänze i 7'f. Uhr. 2, 3, 4, 5. 6 M. Nniverlal-Vrieisteller 3,50 Mart, Buchhandlung Vorwärts, Liudeustraße 3(Laden). öLzu?sguLi!cii-U8rzk!i!h!ti8 klscIIn.No���o_ Anlang wochent 7, Sonntag nachm. 4 Uhr. Kottbuser Damm 95 MerTSl'usss Orocen. Fachen fleat fl®ehitr. Sl nak.BckoDcadarfrt BbiDöigailoft»e',H,ek"r- Fleisch- u.«f urstw, wia.rt '.3tr. III, Mv Eeederei KaliDt& Bertzer saSt 2052 DTahXET' Waisenbrücke. toVnÄ Wnr nach Krsmpenburg.| n irtc.) '1 Kolonlalwaron � Streliti« Str. 57 ' Klftbelmagarlaa Eetaliletdarrrat. S7 , Tischiormeister il Oneoibelirlich J iflr jeden.Haushalt, Be i ! a:nte», Arbeiter undß I Bferdebeiiber ist melius | Jland-IVtth-Ahle ■rEinzig" D.R.G.M.j Jeder sein j eig. Sattler\ u. Schuster. I Sie nähl I Steppstiche I wie die Ma- i jchine. 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' Scrltn-SSeiscnfee, , den 10. April 1918. Ww. Aug. Anders Familie Zlemann Familie Uikcwski. Die Beerdigung finde! gm. äenntag, nachmittags 3 Uhr. ?on. der Leichenhalle des 'Semembe-ftirdchofcS, Nölcke. iiigde. au? hgil 8035& Commerz- uwil Dl�cwisto- Mstnk. Bilanz per 31. Vezembcr 1917. Danksagung. die wohltuenden Bewej'e dclvlicher'Teilnahme bei der Beeidigung unlercS geliebten lradnes uno Bruders, de? üielallbrückers Erich Nalher »gen.wir allen Zrrcunden und Belannten, sowie den �Kollegen, die chm die letzte Ähre erwiesen baHen, unseren innigstes Tank. fsmiiie nobett Natiier. Danksa�un�. «talt Karten. Trür die dielen Sejnctse herz- lichcr Teilnahme, sowie für die detnidicn ftrong'pcnben� anldh. I'tj dts HiMscheidens meiner gel bebten Zirau uitterer gutenWuttcr Sopkiv 3V«Ilstein 'frechen wir allen Verwandten, Bekannten. Freunden. Kollegen und Vereinen. sowie Herrn Ätarfc{fit'einh erhebenden Worte, unseren herzlichsten Tank a aS.. 9SA ÄMerdbo', April 1918.' «skar Wöllstein und Kinder. Ortskrankenkasse ., der Buchbinder ,»lld verwaudtcr Gcmcrbe zu Brrli». � rini»«! zu qer am Donnerstag, de» •it.«prl ISIS, abends 8 Ildr, m«Kewerkschattshansi Engel- uwr IV'Saal- 3, statttindenden ßriectlitiieii lusseMsitzuog Tagesordnung: ■ t. Bdotokollvebiesung.- -1 Abnahme der ZabreSrech. nung sllr 1917� ll. Verlängerung der Hrpolhek an die Baugcnossenschast '„Paradies'. 336/7 '4 BerschicddneZ. 'Das pünktliche Erscheinen a ller Ausichutzmitzlieder erwartet Der Borttond. Xael Kottesmznn. Vorsitzender. Fe. Heese,(schttjtführer. Aktiva. Söffe, fremde Heldsorten, Zinsschciire und Guthaben bei Ztoien- und Abrechnnngsbanken............... Wechsel und unverzinsliche Echatzanweisungen......... Noswozuthoben bei Banken und Bankfirmen.......... Rexorts und Lombards gegen dör'engangige Wertpapiere.... Sepchfiffe- auf Maren•uüb Warcnoerichifiungen........ ' davon am Büanztage gedeckt: &) durch Waren, Fracht- oder Lagerscheine M. 2»65 929 68 b) durch andere Sicherheiten.......• 34S 636.50 Eigene Wertpapiere: a) Anleihen und verzuwllche Schatzanwei'unzen des Reichs- Und der Bundesstaaten................ b) Sonstige bei der Reichsbant und anderen Fentralnoten- banlen deleiybare Wertpapiere............ C) Sonstige dottengangige Wertpapiere.......... ä/ Sonstige Wertpapiere"................. Sansortialdeteiligungen................... Dauernd» Beteiligungen bei anderen Banken und Bankfirmen.. Debitoren in, lausender Rechnung: »> gedeckte....................... b,i ungedeckte...................... Außerdem: Aval- und Burgschattsdeditoren M. 66 5>06 558,79 Bankgedöud« und Inventar in Homburg. Berlin, Kiel, Hannover, Altona, Leipzig und Alienburg.............. Sonstige Immobilien.................... adziiglich Hypothelen.................. Passiva. Akthenkapital....................... Reser, efonds I....................... Rejeroefpnds IT......................... Tglonsteuer-Rlickklellung................... Beamten Penfions- und Unte htütz nngs-Fonds......... Krrditprcn:' a) Npiwoverpfi i chtungen................. b> seitens der klundschasr bei Dritten benunte Kredite.., es Sushaben deutscher Banken und Banifirmen...... Einlagen auf probifidns reier Rechnung 1. innerhalb 7 Tagen fällig.... M, 206 656 887,72 2. darijber hinaus bis zu 3 Monaten tällig.............. 146 788 3. nach 3 Monaten fällig..... 32 892_ e) sonstige ftrehitoren: 1. innerhalb 7 Tagen fällig.... M, 193777 495 87 2. darüber hinaus bis zu 3 Monaten fällig.............» 152431 3. nach 3 Monaten fällig.....- 58 531_ Akzepte und Schecks: "») Akzepte.....■.................. b) noch nicht eingelöste Schecks.............. Auherdem: Aval- u;ib Bütgschaflsvsr- pflichtungen........... M, 66 506 558.79 DirudiUlden.Rllckftände.................... "Mehigcnjinn........................ 418 54 131 24 926-58 956-51 M, 6 810 163.09 2 920 140,23 13 51» 6U9 70 2 349 631.18 211 181 572.12 84 949 827 87 2 863 946 40 1 671 700- 57 128 563,44 2 903 472.35 94 451 228.37 386 337 137.50 404 741 378 96 41 940 104.38 3 200 663.39 M. 23 805 143.30 453 901 666.56 81-08 226,31 185 070 722.92 2 920 316.13 25 580 544.20 15 005 452.03 12 332 040.— 296 131 400.29 6 650 000.— 1 192 246 40 Octoina* und Verlu ft-Rechuung für das Geschäftsjahr 1917. ■- Ausgabe. Unkosten........... Steifer»........... Abschreibung aus Bankzedaud« und Zpoentar....... Reingewiini......... M 7 229 918.37 682 229.44 406 8 6 66 10 148 270.80 18 467 24)227 Einnahme. Sewinnvortrag von 1916... Zinsen........... Provision.......... Gewinn auf Sorten und Zins- scheine.......... M. 659 813— 115 1915.36 5 982 772.49 272 744.42 18 467 245.2 bezahlt. Hamburg, de« U. April 1918. Der Borftalld. Spezialarzt Dr. med. I,a«ba. bei),'chnell, ßtfiaöl, meal. 'x.aigtjleS u. ohne Bcnrsjbr. Geschlechtskrankheit. geheime haut-. Harn-, Frauenleiden, Schwache. Erprohteste Methoden Harn- und Blusuntersuehung. Wjsir.«», Äti« «br. i0_itt.5— 8, Sonnt. 10— 1 MM WMM-M«. Tounerstag. de» IS.APril. abends 8 Uhr. bei Rowottnirt, Lange'traste SO: General-VersamsnS�ng. Tagesordnung: 1. Quartalsbericht. 2. Bericht van der lfiaukonscrcnz. 3. Vorschlage zur Wahl einer Tariskoinmission. 4. Erhöhung der Teuerungszulage für Haus- und Unterkassierer. Zahlreiches Erscheinen aller Mitglieder erwartet Der Vorstand. 1103797 758.14 M. 85 609 000— 8 500 000.— 7 109 000.— 754 260— 1 506 332.95 945 532 080.62 45 140 767,77 86046— 10 148 270 89 1 103.97 758 14 Bekantttmachnng. Gmpkil nnii Piihhinpiilorr. Ecnläg§ 5 der Verordnung über Lebensmittelkarten vom 18. Oklobcr 1916 wird für den Gcmcindcbezitk der Stadt Berlin bestimmt: I. t'lus Abschnitt 17 der ollgemeiuen Lebensmittelkarte der Stadt Berlin enisallen 100 Gramm Graupen. II. Auf Abschnitt 5 der Lebensmittelkarte der Stadt Berlin für Jugendliche entfallen 2 Päckchen Puddingpulver. III. Die zu I und II genauntcri Aumeideabschnittc'ind in den durch ein'Aushängeschild »Verkauf von Nährmitteln gegen Lebensmittelkarten der Stadt Verl»«" gekennzeichneten Geschälten gegen Eiichsangsbcscheinigungen aus den Bczugsabschnilte» abzugeben, und zwar in der .Zeit vom Sonnabend, den ktj.. vis zum Dienötag, den 1«. April ISIdi. Nachträgliche Annahme findet nicht statt. IV. Die KleinhandelSgeschäfte haben die von ihnen an- genommenen Karlenabschuilte in der bisher vorgeschrie- bcnen Weise an ihren Nrohbändler abzuliefern, und zwar am Mittwoch, den 17. April 1918. V. Die Ware wird dann in der übliche» Frist bei den fllcinbaiidelsgeschästen gegen Rückgabe� der Empfangs- l'cschcinigung zur Verfügung stehen. Sie inug bis zum 10. Mai 1918 abgciwinmcn werden, da sonst der'Anspruch auf Lieierung verfällt. VI. Es ist unzulässig, die flarien abschnitte in Geschäften abzugeben. in denen nicht das»um Magistrat ausgegebene Äushängeschild isiche zu III) angebracht ist. Geschäften, die nicht im Besitze des AushängeschUdes sind, ist die Annahme der Kartenabfchiiittc unterfagl Berlin, den 12.?lpril 1918. Magistrat der König!. Haupt- und Mdnufladt. J. Nr. 729 Zlä Abteilung für Nährmittel. iüijVkiüö Ortekraieiasse für Nowawes u. ürageg. Am Montag, d. 22. lllpril. abends 8 Uhr. findet im kleinen Saale des Restaurants M. Singer, Priefierftr. ZI, die 266/8 ordentliche ANHO-SiS« slott, zu der die Mitglieder des Ausschusses hierdurch cigebensl cingciadeii werden. Tagesordnung: 1. Vurlage des Rechnungsabschlusses für 1917. 2. Bericht der Rechnungs- Prüfungskommission und Entlastung des Vorstandes und der Verwaltung. 3. Satzungsänderung(Er- höbung des Grundlohns bis auf 10 Mark) gemäst der Bundes- ratSvcrordnung vom 22. November 1917. 4. Wahl einer Kommission nach t? 96 der Satzung. 5. Verschiedenes. Nowawes, den 13. April 19!8. Der Vorstand. W. K e r st c n. 1. Vorsitzender. Spezialarzt - Dr med. Dahmarm für~ Geschlechtskrankheitnn, Haut-, Harn-, Frauenleiden, nervös. Schwäche. Bein- kranke. Beliandlung sclinelstsioher u.sch racnc- los ohne Berufastöiamg in Dr. Hoiueyer& Co. kouz.Lahor. f. RlutuntcrB., Fäden im Harn usw. FrieÄtr.ßU�ptik; KöB!iStr.§8S],gKlthauser Spr. 10-1 n. 5-8, Sonnt 10-1. Honorar mäßig, a. Teilzahl. Separates Damenzimmer. 'ür Feldsoldaten! � Veutsch'Polnisch. ISPs. Seutsch-AranzösischlSPf. LvchhenSIuna bsrwärt-. Verliu Die Dividendenscheine für das Seschästssahe 1917 werden vmn 12. b. MtS. an und zwar OIr. 46 mit M 31.— per Stück von Attien über M 300.— 3lt. 20 mit M. 70.— per Stück von Altien über M. 1000— in Hamburg an unseren«asten, in Berlin an unseren 8asteu und bei den Herren Z. Kaufmann 4- Go., in«Itrnburg(S-A>. Altona, Brandenbnrg löaveU. GottbuS. 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