Expeöition: SN. HS> Lwüenftraße Z. Kernwrscksr: Am» N?. 15J 90--15;?. 97. Ztr. 107. 35. Jahrg. �10 PfennSg) Vevlinev Volksbleekk. der foztaldemokrattfAen Partei Dewtfcblands. Anzeigenpreis: ®tcflrteues(SattCHefio'xiid4ei!c(cf!et 80„ftteine 4f im ei(i eil", bnä fettfleötucttc Wo« 80 Pfg.(jlüäjfig 2 kettgcdruillc Worte), iebe4 weitere Wort 15 Psg. SteLerrgeiuche irab Ech!afsteltön« das erste Wort 20 Ptg., jedes wertere Wori 10 Pfg, Worte tider 1B Nrichiwben MIen wr zwei Worte. TeueruiigZtUpchtng 20°/» Familien-2l»xeigen, poiltnchc mid gewerischaftü-ttc Vereins- Antelgcn Kll Pfg. die geil«. Anzei-ten für die NÄütlts Nummer müssen bis 5 ItSir nnchniittags im Hnuvtgeschüsi. Verün 658.88, Andenstrahe 8, abieyeben Verden. Gebgnet von o uhr jrüh bis 1 Uhr abends. Rcöaktion: EL). öS, LZnöenstraße 3. �ern>drcrher: Binr Morippla». Nr. 1S1 9«— l»! 97. Bezngspreis: VtertelMrt. /OBO SKI, monatl. 1,60m et ins Hans. vooauSiahlbar.Einzeinc unmiern lvPfg. Posibejiua: Wonal« Iich 1.50 m Untet Kreuzband iür Deutschland und Oeiterretch.Ungarn 8,— Mit. für das übriltc Ausland 4,50 Ml. monatlich. Zicriano ins Feld bei direkter Bestellung inonatl. 1,50 MI. Postbestellungen nehmen an Däne- Marl. Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Einaerragen ül die Poft-Zeitungs-Preisüste. Erichetut täglich, Telegramm» Adresse: »Eozialdeuiokrat Berlin". �cntralorgan ßefcbfeBuna vs« Oftende. Die neuen Gewinne nördlich Dpern: Poelkapette, Langemark, Zonnebeke.— Feindlicher Gegenstoß südlich vom Blankaari-Scc. Berli«, 18. April 1918, abends. Amtlich. In Flandern«nd auf dem Schlachtfelde an der Lys ist die Lage unverändert. Nordwestlich von Moreuil brachen starke sranzöfisdie Angriffe blutig zusammen. Amtlich. Großes Hauptquartier, 18. April 1918.er Beamten in Verbindung treten will. Aber auch die Ginrichtting von B c a m t e n a u s s ch ü s s e n ist ein dringendes Erfordernis. Dia Beamten verlangen nicht neue Tita!— davon werden sie mit ihren Familien nicht satt. Sie brauchen angemessene Bezah- l u n g und anständige Behandlung. lSehr wahr! b. d. U. Soz.) Der neue Staatssekretär findet also reichlich Gelegenheit zu groß- zügigen Reformen. Wir wollen abwarten, ob er damit vor- angehen oder ob es bei dem alten Schlendrian belassen wird.(Bei- fall b. d. U. Soz.) De Lage der Anshelfer muß wesentlich ver- bessert werden. Der Aufseher über 333 AuShelfeeinnen im Briefpostamt C. 2 Berlin behandelt die AnAbolserinnen, meist Kme- gsrfrauen, in unwürdig st er Weise. Alle Beschwerden find bis- her nutzlos gewesen. Abg. Haegn(Eist) führt Klage über die mangelhasten Postver- hält uisse im Elsaß. Stattssekretär Rüdlin erwidert dem Abg. Haegy, daß er auf die militärische PostüberwachungSstellcn keinen Einfluß habe, feine Klagen mag er also beim Militäretat vorbringen. Abg. Dr. Ouarck(Soz.) klagt über die ganz uneinheitliche Re- gelung der Teuerungszulagen für da» groß« bei der Post- Verwaltung beschäftigte Arbeiterbeer. Auch eine einheitliche Ar- beitSordnung für diese Arbeitermassen sei notwendig. Ganz besonders der Hilfe bedürftig sind die ganz«rbärmlick» be- zahlten Gehilfinnen bei den Postämtern dritter Klasse. Ganz unsozial ist es, daß die Postverwaltung Kriegerwitwen nur einstellt, wenn sie kinderlos und noch nicht 83 Jahre alt sind. Die Kugel, die ihren Mann traf, hat nickst nach dem Alter der Frau und der Zahl ihrer Kinder gefragt.(Sehr richtig! b. d. Soz.) Die Abgg. Dr. Gugelmeier(notl.), Sivkovich(Pp.), Behren? lDtfch. Frakt.), Heckmann(natl.) bringen Beschwerden einzelner Beamtengruppen vor. Staatssekretär Rüdlin sucht die Beschwerden zu«ttkräften und sagt Prüfung einiger Beschwerden zu. Dem Abz. Qnaeck gegenüber demerkt er, daß die Frauenarbeit auch von ihm geschätzt Word«. zu Beamtinnen könnten sie aber nicht gemacht Warden. Das Gehalt des Staatssekratärs und die Ergänzung zum Besoldungsgesetz wird angenommen, ebenso die Resolution, die die Einrichtung von Beamtenausschüfsen fordert. Hierauf vertagt das Hau» die Weiterberatung auf Sonnabend. 3 Uhr.(Außerdem R e i ch S d r u ck e r e i und Reichseisen- bahn.) 'Schluß: 3 Uhr, Nr.? 07 ♦ ZS. Jahrgang Seilage öes vorwärSs §rs!tag,10.�prsl10?S U-Soot-Vebatte im Haupt- ausfchuß. Erzberger(Z.) stellte am Donnerstag bei Eintritt in die Tages- ordnung fest, datz der„Berliner Lokalanzeiger" seine Rede vom Mittwoch in schamloser Weise tendenziös entstellt habe. (Allseitige Zustimmung.) Staatssekretär v. Capelle polemisiert gegen den Abg. Erzüerger. Der Gefahrenpunkt für England sei heute erreicht. Auch er sei für einen Verstand igungsfriede«, es frage sich nur. was man sich unter Verständigung vorstelle. Sine Berechnung des Abg. Erzberger über die Welttonnage Mitte 1317 beziffert diese auf 38 Millionen Registertonnen. Der Admiralstab schätzte sie auf 29 Millionen. Genaue Feststellungen lassen sich sehr schwer machen. Redner versuchte dann die Meinungs- difsecenzeu zu erklären und bemerkt, der Admiralstab sei fest davon überzeugt, daß mit dem U'-Boot-!krieg das gesteckte Ziel zu erreichen ist. Dafür spreche die Tatsache der Frachtraumnot unserer Gegner. Das amerikanische Schiffahrtsbureau berechnet die Welttonnage auf 32 Millionen Registertonnen, von denen 17 Millionen auf den transatlantischen Uchersce verkehr entfallen. Di« Hauptsache sei, dag die Not Englands steche.— Gothein(Vp.): Daß der U-Boot-Krieg seine Wirkung tun wird, ist nicht zu bezweifeln, fragt sich nur, wie lange das dauert. Die Angaben des Staatssekretärs lassen einen unbegreifliche» Optimismus erkennen. Redner setzt dann ausführ- lich auseinander, daß keineswegs alles geschehen sei, die Zahl un- serer U-Boote zu vermehren. Man kann nach alledem nicht er- warten, daß man zum Reichsmarineamt Vertrauen haben kann.— Staatssekretär v. Capelle widerspricht diesen Darlegungen und verteidigt sein Verhalten. Er habe niemals den Werften kurze Lieferfristen aufgedrängt und mit der Erteilung von Aufträgen ge- knausert. Mit Entschiedenheit bestreitet er, daß es eines Druckes auf das Marincnmt bedurft bätte. Jedenfalls sei man auf einen langen Krieg völlig vorbereitet. Noske(Soz.): Der Reichstag müsse nach wie vor mit Eni- schiedenheit darauf hinarbeiten, zu einem Berständigungs- frieden zu gelangen. Dieser Gedanke d«rs dber in der Flotte nicht propagiert werden. Wir haben uns aus politischen Gründen gegen den rücksichtslosen tt-Voot-ftricg gewendet; unsere Befürchtungen haben sich erfüllt. Frankreich setzt heute seine ganzen Hoffnungen auf Amerika. Niemals aber haben wir gefordert, vorhandene Kampf- mittel nicht anzuwenden. Di« Berechnungen über die Tonnage sind zwecklos, gerade aber die Marinevertvaltung hat sich auf solche Be- rechnungcn gestützt und ist nun damit bös hereingefallen. Genau so, wie die Berechnungen HclfferichS völlig daneben gelungen sind. Alles Reden hilft über die Tatsache nicht hin- weg, daß auch der Staatssekretär zu den Männer» gehört, die mit ihren Voraussagen sich und andere g�e t ä u s cht h a b e n. Redner erinnert an die Bemerkung des Staatssekretärs, dah die amerikanischen Truppentransporte ein will- kommenes Objekt für den Abschuß bilden würden. England wird mit verzweifelter Energie alles daransetzen, seine Welwiackststellung zu erhalten. Die Gewißheit sei jedenfalls nicht vorhanden, daß durch den N-Boot-Krieg England in kurzer Zeit friedensbereit sei. Daß die Marinevertvaltung derart»ersagt habe, wie Gochein das behauptet, treffe nicht zu. Daß die Wersten, die sich zum Teil im Kriege gesund gemacht haben, nicht genug Aufträge bekommen kön- neu, ist zu begreifen, das aber kann nicht maßgebend sein. Kapp(k.) nimmt den Etaatssekrciär gegen die Angriffe der Fortschrittlec in Schutz. Eine Partei, der heute nicht genug Boote bestellt werden kinmen, hätte sich dann seinerzeit nicht gegen den rücksichtslosen U-Boot-Krieg wenden dürfen. Wenn man Amerika früher mit kühler Gelassenheit behandelt hätte, dann hätte es der m ii tlich überhaupt nicht aktiv in den Krieg ein- gegriffen, es wäre der stille Verbündete Englands geblieben. Der U-Boot-Krieg hätte ganz anders gewirkt, wenn man nicht er- klärt hätte. Passaglerschiffe sollen geschont und die Mannschaften torpedierter Schiffe sollen gerettet werden. Das konnte man tun. aber man brauchte es, in falsch verstandener Humanität, nicht anzn- kündigen. Strrsemann lnatl.) wünscht, daß die einzelnen ResiortL auf An- griffe des feindlichen Auslandes rascher anllvorlen möchte». Dar- über hinailZ müßte man mit aufklärenden Flugschriften auf die VolkSmasscn einwirken. Die Nation«lAberaIen haben das Verdienst, zuerst die Wichtigkeit des rücksichtslosen U-Boot-Krieges erkannt zu höben. Lcdcb»ur(11. Soz.) stellt fest, daß seine Partei auch heute noch dem rücksichtslosen U-Boot-Krieg ablehnend gegenüberstehe. Da- gegen war nichts einzuwenden aegeu den U-Boot-Krieg, wie er»or- her geführt wurde, um die AuSbungerungSpläne Englands abzu- wehren. Graf Westarp(k.) erklärt, daß am U-Boot-Krieg jetzt nichts mehr geändert werden kann, er muß in der bisherigen Weife fort- geführt werden, wobei nur zu bedauern ist, daß er nicht eher ein- gestcht bat. Die Ansicht, daß man England in sechs Monaten nieder- zwingen iOinie, fei von Bethmann Hollweg ausgesprochen worden, nicht aber von dem Vertreter einer Partei oder des M«. rineamts. Die Abgg. Gothein und Strm-e können ihr Material durch grobe Pfstchtverlemmg erhalten haben, wodurch ihre Angriffe an Werl erheblich einbi%!i müss«,. Jedenfalls müsse gebaut wer- den, ohne Rückficht auf die Kosten. Die Einschränkung unserer Flottenrüstungen darf unter keinen Umständen Gegenstand der Friedensverhandlungen sein. Erzbcrgcr(Z.); Die Verhandlungen haben jedenfalls ergeben, daß die amtlichen Berechnungen im Papierkorb liegen. Man solle nicht in Abrede stellen, daß für den Erfolg des U-Boot-KricgcS ein? kurze Frist vorausgesagt wurde— und daS ist nicht eingetreten. Die Beratiiiigen werden am Dienstag mit dem Militär» etat sortgesetzt._ Hevölkerungspolltik und Geschlechtskrankheiten. Die 16. ReichstagSkommission für Bovölkerniigspolitik fuhr am Donnerstag bei der Beratung des Gesetzentwurfs über die Ge- schlechtskrankheiten bei Z 6 fort. Die Diskussion konzentrierte sich auf die Richtlinien, die nach diesem Paragraphen vom Bundesrat für die Regelung der Prostitution erlassen werden sollen. Es lagen zwei Anträge zu diesen Richtlinien vor: ein s o z ia l de m o k r a- tischer, der den Reichskanzler ersucht haben will, dahin zu wirken, daß alle Bestimmungen fortsallen, die eine Aufrcchtcrhaltung der Sittenkontrolle bezwecken, sowie ein Zentrumsantrag Hitze, der bestlmmen ivill, daß Landes- und Ortsbehörden weitere Vor- schriften zur Ergänzung der Richtlinien treffen dürfen. Es herrschte bei den Vertretern aller Parteien Uebereinstim- mung darüber, daß die bisherige polizeiliche Sittenkontrolle voll- ständig bankerott gemacht habe. Die sozialdemokratischen Redner begründeten die Notwendigkeit, ein Prinzip auszugeben, daS die Prostitution immer tiefer in den Schmutz geführt habe. Es sei ein Ersah dcS Prinzips notwendig, der in F ü r s o r g e c i n r i ch- t u n g e ii bestehen müsse, Sie die mehrfach vorbestraften Pwft«» tuierten zur Ordnung und Disziplin zurückführen sollen. Ein An- t»ag der Unabhängigen will zu diesem Zweck« SanitätSkom- «i f s i» n e n«ingerichtet haben. Di« Regierung halt die polizeiliche Sittenkontrolle für»»- entbehrlich. Di« Sittenkont-colle komme auch als„letztes Ab- Sreckungsmittel" m Betracht. Die Kommission hält jedoch den Er- » der iwsfrfiliche, Stttevkontroll« st-»tot» n* mtmg tzte Sache an die Unterkommission, die weitere Reformvorschläge machen soll. Ein Antrag Mumm will den Z 300 des Strafgesetzbuches dahin abändern, daß das Berufsgeheimnis der Aerzte keine Geltung haben soll bei der Auskunfterteilung an Behörden und Fursorgestetkn, die zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten berufen sind. Dieser An- trag ist eine Wiederholung der von der 16. Kommission im Vorjahre gefaßten Beschlüsse. Ein Zusatz Mumm wird abgelehnt, dagegen der vorjährige Beschluß aufrechterhalten. GroßSerÜn Was soll aus üem Mann werüen? Ein Kranker, dem Obdach, Pflege und Nahrung verweigert wird. Wir klagen nicht an, wir berichten. Der Arbeiter Richard Keebelmann aus Bc«jin war bis zum 14. April 19l8 als Zivil- arbeiler der Leipziger Firma R u d. W o l l e im KriegSgebiet tätig. Er hatte sich durch eine» Zutreiber dieser Firma namens Schopp- Winkel, der in den Slänmen de« öffentlichen Arbeitsnachweises Koppenstraße 6 sein Besen treibt, unter glänzenden Bersprechungen anwerben lasten. Die Zustände, die K. an seiner Arbeitsstelle bei Bortenach i. E. antraf, waren genau die. wie sie der Abgeordnete Genosse Stücklen am 18. März ISlS im Hilfsdicnstansjchuß geschildert hat.(Wir haben diese Rede am 19. v. M. unter der Ueber- schrift»Moderne Sklavenhalter" wiedergegeben.) Nur eine Schüsiel gleichzeitig für Eß« und Waschzwecke, verlauste Unterkunft, mangelhaftes Essen, körperliche Mißhandlung der Arbeiter durch die Meister, all das war auch in Bortenach zu finden. Die Firma übervorteilte überdies die Arbeiter schändlich, so wurden für ein »NacktlogiS" auf dem Transport— bestehend au» Schlafen auf dem blanken Fußboden, ohne Beigabe von Decken usf.— den Arbeitern 1,60 M. vom Lohn abgezogen(nnS hat der betreffende Lohnzenel vorgelegen), obwohl den Arbeitern gesagt worden war, daß die Firma die Kosten des Transports trage. Für daS schnell verschleißende Schuhwerk bot die Firma den Arbeitern als Ersatz minderwertige Holzschuhe an, die sie sich mit 39 M. das Paar bezahlen ließ. K.. der wegen Lungentuberkulose vom Militär ent- lasten war, erlrankte infolge der Arbeiten in Nässe und Regen wiederum heftig. Darauf wurde er mit den nachfolgend abge- druckten Bescheiniguiigeii nach Berlin geschickt. Bauleitung Mark. Gruppenleitung Berlin. Dienstausweis Nr. 856. Der Arbeiter Richard Keebelmann der Baufirma Rud. Wolle hat den dienstlichen Austrag, sich heifte von Bortenach-Kanalholz nach Saargemünd und zurück zu begeben. Grund: Auftiahme ins Lazarelt. In Ermangelung des Dienslsiegels: (Stempel) Im Felde. 14. April 1918. Armea-Banleitung 19. a. B. Gruppenleitimg L. 1. lUnterlchrist) D. Fp. 477. Oberleutnant und Adjutant. Ausweis. Der Zivilarbeiter Keebelmam, wird dem Lazarett in Berlin überwiesen und hat sich am Ankunftsbahnhof bei dem dienst- tuenden Arzt zur Ueberweisung in ein bestimmtes Lazarett zu melden. gez.: Chefarzt der Bahr. Ltranken- (Stempel) lranSport- Ablesung 19, Deutsche 14. April 1918. Feldpost 123. (Palmberg) Stabsarzt. In Berlin meldete sich K. befehlsgemäß auf dem Anhalter Bahnhof, wurde vo» dort nach der Kommandantur, von dieser zur Betriebskrankenkassc der Heeresverwaltung, Lehrter Str. 87. gewissen. Hier erklärte man ihm, fein Fall ginge daS Militär nichts an, denn er sei Z i v i l a r b e i t e r. Er»nne nicht ins Lazarett aufgrnommc» werden. Damit stand 5k. auf der Straße. So i»chte er wenigstens Obdach und fand dieses vorläufig in der Borsigstraße. Nun aber verweigert ihm die Brotkommisfion Ehanssrestraße die Lebensmittel- tarteu, weil sie die abgedruckten Bescheinigungen nicht als gültige Abmeldung betrachten iönne. Er müsie sich nach der Zentrale Spandauer Straße, weiiden, die aber schon geschlossen sei. Zu essan bekommt K. also einstweilen nichts, obwohl er nun schon 2 Tage in Berlin von ein« Stelle zur andern läuft. Sein Obdach kann er auch nicht beholten, dann er ist völlig mittellos hier angekommen. Arbeit kann er auch nicht suchen, denn seine Papiere befinden sich noch im Besitz der Firma. Seine Kleider befinden sich durch die Arbeit im KriegSgebiet überdies in so zerlumptem Z u st a n d, daß ihn kaum jemand einstellen würde. Dazu die schon von außen am fiebrigen Aussehen erkennbare Lungenschwindsucht, alles Dinge, von denen wir uns durch Augenschein überzeugt haben. Wir ftagen hiermit öffentlich: WaS soll geschehen, damit der lungenkranke Mann nicht binnen weniger Tage elend zugrunde geht? Gegen die Wohnungsnot in Groh-Berlin. Zwecks wirtsamer Bekämpfung de« sür Groß-Bcrlin zu ge- wänigenden erheblichen Mangels an kleinen und miltleren Woh« niingcn beabsichiigt die Regierung die Schaffung einer Kleinhaus- siedelung im Bereiche der südöstlichen Bororte. Im Gebiete der Vororte AdlerShof, Alt-Glieittckc. Niedertchöneweide, Johannisthal und Cöpenick sollen mehr als 1100 Morgen für die Besicdclung her» gegeben werden. Borgesehen ist die Errichtung von Ein- und Zwei- sainilien-Wohnhäusern. In Adlershof, JohanniSlhal und Nieder- schöneweide werden teilweise auch Häuser für mehr Familien erbaut werden. Die gaiize Siedelung, die sich auf die erwähnten fünf Gemeinden erstrecken wird, toll im ganzen etwa 9000 Wobnungcn umfassen, die also ungefähr 36— 38 000 Menschen Unterkunft bieten! würden. Bon den in Aussicht genommenen 9000 Wohnungen ent- fallen 341» aui AdlerSbofrr Gebiet. 1740 Wohnuilgen auf Nieder- schö»»weider. 1350 Wobiruimen auf Alt-Glionicker, 1310 Wohnnngen auf CLpenickcr und 1160 Wohnungen auf Johaunisthaler Gebiet. Die Errichtung dieser KleinhauSbauten soll durch gemeinnützige Bau- genossenschaften erfolgen, an denen sich die Gemeinden, Staat, Reich und Provinz, sowie die Großindustrie beteiligen. Die Groß- Berliner Wohnungsfrage beschäftigte die letzte ordent- liche Mitgliederversammlung de» SnsiedlungsvereinS Groß»Berlin. Di« Bersammluna protestierte auf» schärf st e gegen die Wiederfretgabe der Dach» und Kellerwohnangeu für Wohnzwecke. Sie begrüßte durch eine Resolutio» die BerettwNAgkett der preußischen Reattirung, 078 Hektar Groh-Berlwer Gelände in guter BerkchrAlage zum Bau von 18 740 Kleinwohnungen mit Gärten für einen Ge- samtpreis von 14 Millionen Mark herzugeben und die Finanzierung der Bauten durch Beteiligung an gemeinnützigen Baugenoffen- fchaften und Ucbernabme der Bürgschaften für zweite Hypolheten zu fördern. Die emstimmig angenommene Eiitschließimg fordert, daß der Bau dieser Äleiuwohuungen noch während des Krieges bc- gouneu Mld die gesamte Bauzeit ktich� wie vorgeseheu, auf zehn, sondern auf längstens drei Jahre bemessen werde. Es wurde weiter beschlossen, mit der Groß-Jndustrie wegen des Bauens vonArbeiterwohnungen in Verbindu n g zu treten. Zum erste» Vorsitzenden wurde Dr. K u c z y n s k i, zum zweiten Geheimer RegierlMgsrat Dr. Hermann Mulhe» s i u s wiedergewählt. Neugewählt wurde in den Vorstand der Geheime Baurat und Landesbaurat Prof. Theodor Goecke. Zum Hauptausschuß gehören u. a.: Wirkl. Geh. Rat Dr. Dernburg, Oberbürgermeister Dominicas, Professor Groljahn. Hermann Jansen, Albert Äohn, Direktor der Berliner Orlskrankenkasie, Profestor Bruno Möhrmg, Professor Hugo Preuß, Karl Friedrich von Siemens, der Vorsitzende der Zentraikommission der ürankenkasien Berlins und Umgegend E. SimanowSli, der Reichsiagsabgcoeduele Slldelum u. a. m._ Sonderbare Altkleidcrverwcrtmrg. Von den Schaitenieiten der im vorigen Jahr durch die Ge» meindeverwaltungen Groß-Berlins geschaffenen Kieiderverwerlungs- organisatlon mußte«r.Borwäitts' schon öfter die Rede sein. Immer wieder hört man die Klage, daß bei diesem behördlichen Monopol der Alikleiderveriverlimg die Hergabe gebvauchicr Äleidung dem Eigentümer«niPmidliche Verlufte bringen kann. Und immer wieder wird ans der anderen Seile geklagt, daß die Groß-Berliner 5?Ieid«verwer»masgesells«bafl für die durch sie zum Wiederverkauf hsrgerichtete Kieidung sich Preise bercchner, die keineswegs billig zu nennen sind. Jepl wird uns ein Fall milgcteilt, der wegen der un» begreiflich geringen Höhe der bei der Hergabe der Kleidung ge- zahlten Preise berechiigtcs Aussehen erregt, aber auch noch auS einem anderen Grunde uns der Beachtung wert scheint. Zur Ordnung dcS Nachlasses eines im Ltaiege gefallenen Schlächtergesellen verkaufte der Nachloßpfleger die in der früheren Wohnung vorgefundene Kleidung, wobei er nach Ausweis des uns in Abschrist vorgelegten Versteigerungsproiokolls folgende Preise er» zielte: 1. für i SommerplUeiot und 2 Anzüge zusammen 20 M.; 2. für 1 Jackett, 1 Weste, 2 Paar Hosen, 1 Mnterulster zusammen 12 M.; 3. sür 6 Schlächierichürzeu, 13 Taschentücher, 1 Servileur, 6 Zkragen zulanimen 3.85 M.; 4. für 4 Hemden, 2 Unterbwcn, 5 weiße Jacken zusammen 4,55 M.; 5. für 1 Paar Stiefel 0,50 M.; 6. für 1 Hut, 1 Bürste, 1 Paar Handschuhe, 1 Halsntch, 1 Gürtel, 3 Schlipse, 5 Messer juiemmtm 2 M.; im ganzen 42,00 M. Wer diese gegenüber der jetzigen Teuentttg lächerlich niedrigen Preise sieht, könme glauben, daß der Verstorbene nur Lumpen hinterlassen hätte. Doch auf Erkundigungen bei Personen, die über die Beschaffenheil seiner ZNeidmig genau unterrichtet waren, wurde uns die Veisicherung gegeben, daß das meiste da» von noch durchaus gut gewesen sei. Ein seit Jabren Inngen- kranker Bruder des Verstorbenen fragte bei dem Nachlaß» Pfleger an, ob nicht er. der sich in dürftigen Verhältnissen befindet, die sür ihn sehr wertvolle Kleidung zu dem Preffe von 42.90 M. zurückkaufen könne. Ter Pfleger axtwortete, erworberr seien die Lfleidungsstücke zu 1 bis 5 durch die Reichsbekleidungsstelle, die Gegenstände zu 6 durch eine Privaiperion; die Möglichkeit eines Rückkaufs scheine sehr fraglich. Als Käuserin der Kleidung ist ver- mutlich die KleiderverwertnngS gesell schaft gememt, die nach einigen Remtyiings- und Ausbisse run gsarbeiten wahischein- lich ein«! Vsrkaufspreis in Höhe eines Vielfachen vom Eittkanfs- prers festsetzen wird. An eine» Rückkatif der gesamten Kleidung,' wie der Bruder des Verstorbenen ihn wünsch!, ist natürlich nicht zu denken. Em diesbezügliches Gesuch, das er an den Vorsitzenden der Reichsbetleidungsstelle richtete, ist bisher imbcaniwoiiet ge- bliebe». Ihm könnte ja auch nur der Bescheid gegeben werden, daß er„ordmmgsgewäß" jetzt nur noch gegen Bezugscheine die ihm be- willigte Kleidung kauscn darf und die. von der Kleiderverwerlungs- gesellichait festgesetzten Preise zu zahlen hat. Jttzivischen hat dem Luiigenkinnken die LaildesvcrsiKenmgs- anstatt angeboten, ihn wegen seines LeidenS in eine 8litfialt_ zu gebeut in der er wenigstens Besserung erlangen könme. Er sagt nnS aber, daß er hierauf verzichten müsse, weil es ihm an der nötigen Kleidung fehlt und an Geld, sich Sachen teuer zu kauien. Soll die»liier Mitwirkung der KleiderverweriiingSgesellschaft aus« gesühnte Nachlaßregelung ihm doppell verhängnisvoll werden? Ein ioller Zustand war's, wenn oui diese Weise, nachdem man die Kleider des Verstorbenen für ein Cpotigeld losgeschlagen hat, dem lungenkranken Bruder aus Mangel an Kleidung die Heilbehandlung versagt bleiben müßte. Nachverteilung von Petroleum. In den nächsten Tagen findet eine weitere Nachtragsverteilung der noch vorhandenen Restbestände an Petroleum gegen Petroleum- karten statt. Jeder bisherige Inhaber einer Petroleumkarte kann von morgen bis zum Mitiivoch. den 24. d. M., die ihm noch zu- stehende Petroleumkarte aus der Broikommiision in Emvfang nehmen. Wer bisher eine Petroleumkarte über l1/» Liier gehabt hat, erhält setzt eine solche über 1 Liter, während alle übrigen Petroleumkarten- Inhaber eine solche über ein halbes Liter Petrolelini erhalten. Peirolemn auf diese Karten kann aber nur bis zum 28. d. M. entnommen werden._ Schutz gegen die Raupenplage. Im Tiergarten und in anderen öffentlichen Gärten und Wäldern ist gegenwärtig die Raupenplgge sehr groß, so daß nicht nur Kinder, Verwundete und andere Er- holung Suchende dadurch belüstigr werden, sondern auch der Baum- bestand ernstlich gefährdet wird. Wie wir hören, hat die Kommandantur zur Vernichtung der Raupen Soldaten befohlen; bei der großen Ausdehiumg des Tiergartens ist es aber dringend eriorderiich. daß jeder Spaziergänger zur Vertilgung der Raunen beiträgt. Die Raupen sind huuvisächllch auf Bänken und auf den Ein'assungSftangen der Rasenflächen an« zutreffe» und tonnen dort leichr vernichtet werden. . An alle Bürger ergeht daher die Autforderung, zum Schutze dcS Tiergartens sich an dem Pertilgungswerk zu beleiligen. Eine Hürer- und Mitglicdervcrsamntlung des Vereins Arbeiter» Hochschule findet am Frcirag, den 10., 8 Uhr abends in der Aula Niederwallslr. 12 statt. Der Generaliekrelär der Gesellschaft für Verbreilung von Volksbildung wird über.Vollstchule und Volks« bowschule� sprechen. Gäfte willkommen. Näbere Auskunft über die l Bestrcduiigeii des Vereins erteilt die Geschäftsstelle G 2, Neue Fried riwstr. 63— 56, II Zimmer 88, Ivo auch das neue Vorlesungs« Verzeichnis erhältlich ist. AnSkuitstsstclle für Anftrdrlilngswesen. Krieger, die sich gern Misisdel» möchten, wenden sich, wenn sie nähere Auskunft wünschen, oft an falsche Stellen. Es sei deshalb wiederholt darauf hingewiesen, daß vom Deutschen Verein sür ländliche Wohlfahrtspflege und Hei- matspflege eine AuskiinstSstelle für AnsiedelungSivesen in Berlin SW. 11, Bernburger Str. 13, errichtet worden ist, die in enger Füh- lung mit der Königlich Preußischen AnsiedelungSkommission und den sonstigen Siedelungsunternehmen arbeitet. Sie berät alle Siede- lunaSanwärter sachgemäß und unentgeltlich in allen Fragen. Be- sonchtrS die Kapitalabfindung, die es vielen Kriegern erlsichtert. ein gesichsiieS Heft» w erwerben, wird«ngehmid chmchAefp rochen mid den Anwärtern«nllet; ferner aber auch die Aittkiuf« gswarnt, wenn sie zu teuer antaufen walkten, oder selbst nicht die nötige» Bo»4.«nt- Nisse besaßen, oder w«»,: unlmttere Elemente sich an sie heran» drängten, um sie zum Kauf zu berleiten. Wer daher vor Schaden sicher gehen will,. der wende sich an obige Anskunstsstellie, die chm unentgeltlich raten wird. Unter den bisherigen Anfragcrn befanden sich Kriegsbeschädigte, Witwen, Dchördcu, nach ihrem Berufe waren es vorlviegend Land» Wirte, Handwerker und Kaufle>üe. TPcatcr?iisturveröand. fjenfe WenK hn Ufirgerfe of teS Berliner Rathauses statifinhonde Vortrag von Dr. Lud- wig©eelig, dem Generalsekretär des Bühnenkartells, über .Theater und Staat" beginnt um TU llhr. Kein Verbrechen. Ein Mordgerücht rief, wie wir seinerzeit mit teilten, der Tod einer 50 Jahre alten Knna Kakchke aus der Wall> slrahe hervor. Die Obduktion der Leiche hat jetzt bestimmt ergeben, daß kein Verbreche» vorliegt. Die Verstorbene litt an einer Herz entartung und ist an Herzschlag gestorben. Durch ein wildgcwordcnrS Rind gelötet. Ein bedauerlicher schwerer llnglückSfall hat sich auf dem Viehhof ereignet. Ein drei- jähriges Rind, das geschlachtet werden sollte, war beim Eintreiben au-Zgebrochcn und vom Schlachthof auf den Viehhof gelaufen. Dort versuchte der böjährige Arbeiter Karl Haß daZ ivildgewordene Tier auszuhalten. Er wurde jedoch überrannt und bei dem Sturz erlitt er einen Schädelbruch und eine schwere Beschädigung der Wirbel- säule. Der Vcriinglüikle wurde nach dem Krankenhause FricdrichS- bain gebracht, Ivo er an den Folgen der schweren Verletzungen bald nach der Nnfnahme starb. Lcichenfund. Ans dem Teltowkanal gelandet wnrde in Lichter« felde die Leiche einer unbekannten Fra». Die Tote dürfte etwa 30 Jahre all sein. Sie ist ungefähr t,60 Meter groß, hat dunkel- blondes Haar und war mit schwarzem Noch weißer Bluse, schwarzen Stnimpsen und schwarzen Handschuhen bekleidet! die Wäsche war mit Ii gezeichnet. Die Verstolbenc, die offenbar Selbstmord verübt hat, trug an der rechten Hand-cinen Ring mit dem Eisernen Kreuz, an der linken Hand einen schmalen Goldreif. Mangels irgend- welcher Ausweispapiere konnte die Persönlichkeit der Toten nach »ichi festgestellt werden. Die Leiche der Lebensmüden befindet sich in der Halle des Parkfricdhoscs in Lichterfelde. Vermißtes Mädchen. Seit Sonnabend, den 23. Februar d. I.. ist die bei der Muller, Prodnktenbändlerin Marie Andr�, Utrechter Straße Lö, wohnhaft gewesene Schülerin Elisabeth Andrö, geboren am 30. 11. 1000. verschwunden. Das Kind hat an diesem Tage noch die 103. Gemeiiideschule, Liltticher Str. 4, und dann um 1 Uhr die Speiielialle für Schulkinder, Miillerstr. 1S8/15V, besucht. Seit» dem fehlt von dem Kinde jede Spur. Elisabeth Andrö ist überaus klein und überaus schwächlich, hat ein blaficS, schmales Gesicht, dickte und kurze dunkelbraune Haupthaare und Augen von dersellren Farbe. Infolge Zahnschichten« hat es vorn in den Zähnen eine Lücke. Unter dem rechten Auge einen von einen: Geschwür herrührenden roten Fleck. Der reckte Unterschenkel ist infolge eine« früheren Bruche? etwa« nach außen gebogen. Sie trug brauneu Samtmantel, griinkariertes Kleid mit schwarzen Samtärmeln und Stoß, braune Strümpfe und schwarze Schnür- schuhe. Kopfbedeckung fehlte. ES muß mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß das Kind einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist, so sind irgendwelche Nach- richten an die Kriminalpolizei im Polizeipräsidium am Alexander- platz, Zimmer 331, 2 Tr.. und jedes Polizeirevier zu richten. Straßenbahnzusamlnenstoß. Gestern früh gegen S Uhr stießen in der S r» e l i tz e r Straße, kurz vor der Bernauer Straße, zwei M-iv Straßenbahnwagen der stkkdMchen Straßenbahn sAnt« MorMt— Hermannplatzj zusammen, wobei drei Personen schwer und dreizehn leicht verletzt wurden. An der Unfallstelle befinden sich zwei neben- einanderliegende Ausweichstellen mit vier Weichen. Eine der Weichen war versehentlich falsch gestellt worden. Während der Führer des einen WagenzugeS nun versuchte, die Weiche richtig zu stellen, wurde der Anhänger seine« Zuges von einem au« entgegengesetzter Richtung kommenden Triebwagen mit voller Wuckt angefahren. Bei dem Hefligen Anprall ivurdcn insgesamt sechzehn Fahrgäste zum größten Teil nur leicht verletzt. Die Lichtspiele Zianentzieil-Palaft»eigen von heute ab den Fllrn .Der lebendig Tote- mit Max Landa, da« Lustspiel.Harrlsonn. Barriton-, die Geschichte einer schiefen G. m. b. H., und Anfnabmen aus den flau» drtfchen Zdawpsgcbtcten(Der großen Schlacht im Westen, III. Teil). Die Lichtspiele Nene Philharmonie, Cöpenicker Straße SS/97, bringe» vom 19. bis 25. April wieder zwei Uranssührungen, und zwar diesmal einen Maria-Carmi-Film, betitelt.Nächende Liebe-. Der zweite Film, betitelt.Der Mann mit den vier Füßen-, stellt ein Detektwabenteucr Joe Jenlins dar._ Neukölln. Lebensmittel. Im Gegensatz zu der in anderen Großbcrliner Gemeinden vorgeschriebenen Voranmeldung beim Be- zuge von Nährmitteln werden in Neuiölln die Nährmittel nach einer festen Kundenliste ohne vorherige Anmeldung unmittel- bar nack erfolgter Belieferung der Kleinhändler und entsprechender Bekannlinackung in der Presie abgegeben. An« dieser Ungleichheit des Verfahrens ist verichiedeutlich die Meinung entstanden, daß die Versorgung in Neuiölln gegenüber den anderen Großberliner Ee- meiuden eine schlechtere sei. Wie auS einer vom Magistrat auf- gestellten Ueberncht hervorgeht, ist dies jedoch nicht der Fall. Dos Neuköllner Verfahren bat außerdem den Vorzug, daß das Publikum bei jeder Näbrmittelverieilung nur einmal, und zwar slel« a» einem bestimmten Tage zur Abholung der Lebensmittel den Kleinhändler aufzusuchen Hai, während in den anderen Orten Gioßberlm« erst eine Anmeldung und dann nach einer unbestiminicn Frist die Ab- holung der Ware, also ein zweiinaliger Weg notwendig ist. Die Inhaber der Kartoffelkarten dürfen schon jetzt für die Zeit vom 15. April bis zum 12. Mai die auf die Abschnitte Nr. 10, 17, 18 und 10 entfallenden Wochenmcngen entnehmen, jedoch mit der Äli'aßgabe, daß pro Kopf und Woche nur 7 Pfund verbraucht werden. Die Kartoffelkleinhändler sind gehalten, erst dann die Bedarssmenge für die folgenden Wochen abzugeben, wenn die Belieferung ihrer Kunden mit der Wochenmenge für die laufende Woche gewährleistet ist. Vom Donnerstag, den 18. April ab, wird in den städtischen Verkaufsstellen gegen Vorzeigung der Neuköllner Wacenbezugskarte und Abtrennung des Abschnittes 107% Kilogramm Gemüsekonserven auf den Kopf der Bevölkerung abgegeben. Die dort noch vorhan- denen Restbestände an Kaninchenfleifchkonserven werden von jetzt ab freihändig und ohne jede Beschränkung verkaust. Der Verkauf von Räucherwaren auf Abschnitt 00 wirb am 25. April geschloffen, und verlieren die Abschnitte 00 sodann ihre Gültigkeit. Vom 28. April ab findet der Verfrruf gegen Abgabe eines anderen Lebensmittelkartenabschnittes statt, dessen Nummer dem- nächst bekannt gegeben wird. »wv» WNmerSdmff.»flirte«w* Ktmcftüt. Wfl einschließlich Mittwoch, den 24. April, wird ans Abschnitt 13 der allgemeinen Lebens- mittelkarte Va Pfd. Marmelade abgegeben. Gelegentlich der Eni- »ahme der Ware ist bei demselben Kleinhändler die Voranmeldung für den Warenbezug auf die Abschnitte 23 bis 28 der ollgemeinen Lebensmittelkarte, sowie auf die Abschnitte 0—14 der Lebensmittel- karte für Jugendliche zu bewirken. Reinickendorf. Lebensmittel. Da die Marmelade nickt reckt- zeitig eingetroffen ist. kann vorläufig erst 1 Pfund verteilt werden und zwar auf Abschnitt 10 der Lebensmittellarte. Wann die Aus- gäbe auf Abschnitt 20 stattfindet, wird noch bekannt gegeben. Wcißcnsee. Lebensmittel. Die Ausgabe der auf Abschnitt 15 und 17 der allgemeinen Lebensmittelkarte angemeldeten je 100 Gramm lzusammen 200 Gramm) Teigwaren und der aus Abschnitt 18 angemeldeten 200 Gramm Graupen findet vom Donnerstag, den 18. bis Sonnabend, den 20. d. Mts., statt. Zugleich wird an jeden Inhaber der allgemeinen Lebensmittelkarte ein halbes Pfund Wcitzkohlfauerkraut verabfolgt. Die Entnahme der Warenmuß in dem Geschäft stattfinden, in welchem die Anmeldung bewirkt worden ist. Die Verabfolgung des Sauerkrauts hat zugleich mit der AuS- lieferung der Graupen auf Abschnitt 16 stattzufinden. Grsß-Ssrlkner parteinachrlchten. WaidmannSlnst. Sonntag, den 21. April, abends 7 Uhr. im Restaurant Blesstn, am Bahnhof Stolpe: Mitglieder» Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Ernst Heilmnnn über: Die Lebren der Niederbarnimer Relchs- lagswahl. 2. Diskussion. 3. Jahresbericht und Neuwahl der Bezirks- leitung und der Funktionäre. 4. Beitragszahlung und Neuaufnahmen. Nach Sckluß Unterhaltung. .Vorwäris'-Lefer und Freunde unserer Sache von den Orten Bergselde, Birkenwerder. Glienicke. Hermsdorf, Hohcnncuendorf, Stolpe und Waidmannslusi sind eingeladen. Wildau— KZnigS-Wusterbause«. Bezirksversammliing morgen abend 71/, Uhr im Lokal von Schumann in Wildau. Vortrag der Genoisin R y n e ck- Baumichulenweg. Die.Vorwä:ts--Lescr und besonders die Frauen werden um ihr Erscheinen ersucht. ?ugenSve?anftaltunyen. Kbartottenburg. Slrbettcrjugendsteim, Rosinenltraße 4. Sonntag, den 21. April, abend! 7 War, Vortrag des Genossen Dr. K 0 11 r a d Schmidt über.Hanneies Himmcisahrt- von Gerhart Hauptmann. An- gehörige und Gäste willkommen. Ulligemeine Kranken- und eterdekalle der Metallarbetter. Ftltale Neukölln. Mttgliederoersammlung morgen abend 8'/, Uhr bei Kramer, Ziettzenstr. SS._ ■wn» Z-.»r»iera>isiich»en ttir das mittlere «oniiabrnd mittaa. Kühl und überwiegend Niedevschlägen, dazwischen zeitweise aufklarend. Slorddemirölnnd Bis bewölk! mit wiederholten Ballett Cliarell Künstl. Leitg. ti. Kostüm- Kntw. Franz Kralner Ohoreogruph. Leitung: Eric Carell sowie der große Voigt-Theater. Badstr, 68. Badstr. 58, Heute 7ll, Ubr: Benefiz für(5. Witte: Komtesz Paula. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Ruhm und Llebe. Abends 7 Ubr: DaS fünfzigjähr. JnbNänm. WalksIiaTkeater. Tlt Uhr: DOS IllllliMM. Atimiralspalast. Novität iDtePrinzesstefonTragint! ] Sajdati 9 DeutgchsTänze' 7*1, Dhr. 2. 3. 4. 5. 6 M. JU Berliner Konzertiraus Maueretraße 82 Zimmerstraße 90/91. iuJfa.l. 3. Heute; Großes Soppel-Konzerf zum Besten der Wohlfahrtspflege eines Gardo-Eegiments. Mitwirkende: Regimentsmusik des ti. Garde-Regiments, Rcrllncr Kunzertlinns-OruiiOKter, Leiter: Komponist Franz von Bio«. fwfang TU Uhr. Eintritt 1 Hark. Anlang 71it Uhr. NATIONAL-TH EATER KÄ'Ä Montag, den 22. April: TRgk 7'U Z. ise. M", TRgl 7'U Ose ist pichlig! Sonntag nachm. jgßgn-uesongv Vor vk. v. 10 U. ununter- 1 JUifuUllioICUCr. hrochen, auch Tiefe: itag; 1' Ihr: Concordia- Lichtspiele Vom AndreasstraBe 84. Vom 19.— 22. [i Junnngs- iraulifBhßJff der Mklw. SM- ü. MeWnikSk zu Berlin. Sonnabend, den 27. April, abends S'/j Uhr. im Gewcrk- fchaftShauS, Engel-User 15, Saal 3: 260/17 illlsschukiltaung. Tagesordnung: 1. Verlesung des Protokolls der vorigen Sitzung. 2. Jahresbericht. 8. Bericht der Nevtsare». 4. Verschiedenes. Max liest, Vorfftzcnder. II Hort«. Schristjührer. k�ose-Theater. 7'/, Uhr: Ein heiteres Familtenblld. zrber das neue Aprtl-Progr. Emit Berkel, Bruno Rügen uiw. Sonntag 4 Uhr: Bn" | Fnedriohstr. 218. 7�, jl Der Flieger von Tsli�gian | sowie die verhRiicndsn J Variott-Attraktionen. 1 Theaterkasse ah 10U.| ununterhr. geöffnet. »iseziaiarzl Hr. med. I.anb. beh. schnell, gründi., mögt. schmerzlos n. ohne Berussstör. 0seodteekt»krank>ie!t., geKeime iiaiU-, Harn-, Frauenleiden, Schwäche. Erprobteste Methoden Harn- und Blutuntersuchung. Königstr. Uli«SÄi Spr. 10— In. 5— 8. Sonnt.lO— 1 ßm€h l TSgl. TU Stg. 3'/,, TU U. Bellonl« Wnnder- Kakadan. Der kleinste Kunstradfahrer der Welt auf dem Drahtseil. Daisy Williams mit ihrer lustigen Artillerie. Der singende Clown Petersen ist wieder dat sowie dos übnge Progr. Zum Schluß: FrQliiingssplele. Gr.Org.-Ansatatt.Pantom. Der große Wassernkt. Sturmszene m, d. Wolkenbruch.— Kahnrutsch in den Grunewaldsee aus 30 Meter Höhe. Kaffee Luitpold lHotastraße 15. Kabarett. Frank öergmann Pcpl Pfeiffer Martin L.tfwe und das große Ayril-?rogramm. Trianon-Theater •/.8 Tel.: am Bhf. Friedrichsir.'UH ■Kontrum 4927 und 2391. DerLebensschöIer Komödie von Ludwig Fulda. Ida Wüst, Erich Kaiser-Titz, v.Möllendorf!, Flink, Kettner Stg. 4 U. kl. Pr.: iohannisf euer Spezislarst Dr. med. WoekentnB FfIeflrichstr.l2§s0pr4c�,M:iAS fürSyphilis,Harn-u Frauenleiden Bluiuntersuchungcn. Schnelle, sichere, schmerzlose Hdilung ohne Berufsstörung. Teilzahlung MM WMÜM'MWZ. Aerwaltnngoitclle Berlin. X 54, Lintcnftraste 83— S5 Gcschästszett von 9— I Uhr und von 4—7 Uhr. Telephon: Amt Norden 185, 1239. 1937, 9714. Go««ti»g, den ZI. April 1918, vormittags O'/a tlhr: Grotze Bersammlnng der Berliner Gürtler u. KronenrchlolTcr im EtwerkschaftShauS, Engel, tfer 15(Saal 1). Tagesordnung: t. Die Krankenverstchernng nach den neuen Bundes« ratsbestimmungen. 2. Bericht aus der Taylorkommission. 3. Branchenangclegcnhettcn. Mitgtiedöduch legitimiert. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist das Trscheineu aller Kollegen notwendig. 110/17 Die Ortsverwaltung. «Mkill NlslMMe lm Swt belli» SlöSiiedeks. Am Dienstag, den 8». Slvril 1018. abends 8 Uhr, sindel im Rathaufe(Stadtverordneten- Sitzungssaal), Rudolj- Witde- Platz, eine Ordentliche Anssch«ß- Sitzung mit jolgender Tagesordnung statt: 1. Verlesung des Protokolls der letzten Ausschuß-Sitzung. 2. Jahresbericht sür 1917 und Abnahme der Jahresrech- nung. 3. KrnntniSnahme von den Aend erringen des am 23. Februar beschlosiencn zweiten Nachtrages zur Kassensatzung. 4. Knssenangclcgciibeiten. Die AnSschuß-Sitzung ist nicht öffentlich. 268/19 F. Krukow, Fritz Send, Vorsitzender. Schriftführer. teppSecken Daunen- Steppdecken in reicher Auswahl Bernhard Sirohmandel, Berlin S, WaliHtraBc 72. Fitinl.; ioaohimsthaler Str. 25 26 u. Spitteimarkt, Ecke Wallstraße. Alte Eteppdeck. werd. nufgearbeit. 1 0 0© bieten»ich täglich dem, der es versteht, sein Wissen den Anforderungen der Gegenwart anzupassen; denn Wissen ist Macht und Geld. Die beste Gewähr einer umfassenden allgemeinen und fachlichen Ausbildung bietet die Methode Rustin(Uftarbei- ter: 5 Direktoren höherer Lehranstalten, 22 Prof.). Rasche und gründliche Ausbildung ohne Lehrer durch Selbstunterricht unter energischer FSrderung des Einze«nen durch den persönlichenFern- unterricht. Wissenschaitl. geb. Mann, Wissenschuf tk geb. Frau, Geb. Kaufmann, Die geb. Handlujzgsgohilfin, Bankbeamte, Emj.�Freiw.- Prüfg, Abit-Exam., Oymn., Realgymn, Oberrealsobule, Lyzeum, Oberiyzouiu. Mittelschullehrerprüfung, Zweite Lehrerprüfung, Handels- Wissenschaften, Landwirt- schaftsscbule, Ackerbau- schule, Präparand. Konservatorium. Ausführt. 60 S. starke Broschüre über bestandene Examen, Beförderungen im Amte, im kaufmännischen Leben usw. kostenlos durch, Bonness& Hachfeld, l'otwdam. Postfach 224. BERLIN 0 112, RigaerStr. empfiehlt cute preiswerte lilübcl. Einrichtungen in jeder Preislage. Oanz besonders große Auswahl in SEiiial-, Speise-, Woirn- nnil üeFFenzimtneFfl jedem Gesclimack entsprechend. 154 Musterräume, Lagerräume: 6696 Qlfltr. groß nach allen Plätzen Deutschlands.— Besichtigung lohnend, ohne Kaufzwang. Wochentags«m 8—7, Ssnatsg von L2— 2 Ubr geüflneL i>as neue■elbstttttlge Sauerstoflwaschmittel OZON zur Wäsche in allen einschlägigen Geschäften zu haben. — Günstigste Verkauisbedingungen für Detaillisten.— General-Vertreter für Berlin und Brandenburg: K E R I I X\V 35, Körnerslraße 3. Hubert Sternberg, Telephon: Lützow 5000. 155L* Nr. 107— 1918 Vsn Rußland heimwärts. ?lm Zj. März drrlien ein Lazarettzug mit 470 Gefangenen. C'ffiztercn und Mannschaften Petersburg und durchful?r. am LS. März, nachmittagö 4 Uhr, die deutsche Front bei Pskoto. Südlich in deutschen Händen!, so atmete jeder auf. als er Rrißland enb- gültig im Nucken datte. Heraus ans der Unsicherheit, heraus aus einer Stadt, die ihre Einwohner nicht ernähren kann, weil die Zu- fuhr vom Lande künstlich ins Stocken gebracht wurde. Das Bewußt- sein, die Lieben in der Heimat wiederzusehen, erfüllte alle mit feierlich-freudiger Stimmung, der der Kommandant von Pskow in einer Ansprache an die Heimkehrenden auf dem Bahnhofe Ausdruck verlieh. Die Stimmung wäre noch besser gewesen, wenn die Kanonen im Westen auch ihre Arbeit eingestellt hätten und der lang- ersehnte allgemeine Frieden zustande gekommen wäre. So mancher dachte bei sich: Werden sie mich auch noch dahin schicken, nachdem ich jahrelang in russischer Gefangenschaft geschmachtet habe? Doch herrschte wieder Freude mif allen Gesichtern, als wir mit Nudelsuppe und Rindfleisch, Brot, Butter usw. verpflegt wurden und weiter der Heimat zufuhren— über Dünaburg, Wilna nach Warschau. Hier wurden wir gebadet und von dem Nationalvieh der Russen befreit. Die Gesunden kamen in Quarantäne und sollen dort L3 Tage bleiben. Die Kranken kamen in Lazarette und werden auch einige Wochen bleiben, bis sie einigermaßen hergestellt sino. Die Angehörigen in der Heimat mögen nun nicht ungeduldig wer- den, wenn es drei bis vier Wochen dauert, ehe sie nach Hause kommen. Zum erstenmal seit zwei, drei Fahren und länger haben die Heimkehrenden am 28. März wieder in einem Bette geschlafen. In Ruhland schliefen sie auf dem Fuhboden oder auf Pritschen, wie die Russen auch, und so mancher hat sich dadurch Rheumatismus und steife Glieder geholt. Doch wird gute Pflege und Nahrung, die sie rcichlick bekommen, zur baldigen Genesung beitragen. Die meisten sind eigentlich gar nicht krank, sondern nur unterernähn. In Petersburg, wo dieser Transport schon zwei Monate und länger lag, war die Hauptnahrung Pferdefleisch und Töcrgemüsc in end- loser Wiederholung. Es war die gleiche Kost, von der die Mehrzahl der Petersburger Bevölkerung gelebt bat. Die Gefangenen in Ruhland haben, soweit sie in gröheren Orten waren, ein wichtiges Stück Weltgeschichte miterlebt, sie sahen den Sturz des Zarismus und der Bürgerklasse und dann wieder die Ablösung Kerenskis durch die jetzige Klassendiktatur der Bolschc- wiki, die sich auf die rote Armee stüjzt. In Petersburg durften die Gefangenen vollständig frei umhergehen bei Tag und Nacht, Theater, Kino und Zirkus besuchen, auf der Straßenbahn gratis fahren, ohne belästigt zu werden. Die persönliche Freiheit Ivar also nach allen Richtungen garantiert. Dieser Zustand besieht schon seit dem Zu- sammenbruch drr russischen Armee und der Herrschaft der Bolschc- wiki in ganz Ruhland. Also erhebliche Freiheiten, aber kein Brot! Manche Tage gab es gar kein Brot, dann wieder SO, später auch 100 bis 150 Gramm den Tag. Die Gefanzzcnen wurden in"' tersburg von wohlhabenden Russen, die zum großen Teil auch d:e deutsche Sprache beherrschen, gebeten, sie sollten doch zu Hause dafür sorgen, daß die deutschen Truppen nach Petersburg kämen, um Ordnung zu machen. Die- selben Leute, die unter der Zarenherrschaft die Gefangenen be° schimpften, schlugen oder gar erschlagen liehen, die sie den Krank- heiten und Seuchen preisgaben, die Leute, die sich durch Geld vom Militärdienst losgekauft hatten, zu feige, um selbst für ihre Rechte und Interessen zu kämpfen, büken jetzt die überlebenden Gesänge- neu, sie möchten ihnen gegen ihre neuen Bedrücker helfen! Wir hatten ihnen nur zu sagen: Helft Euck selber und macht selbst Ordnung, das ist Eure eigene Angelegenheit. Reich an Erfahrungen, aber materiell arm und körperlich ge- schwächt, kehren die meisten zurück. Hoffentlich biete: ihnen die Heimat einen Ersatz für die vielen Leiden, die sie ertragen haben. In dieser Erwartung betreten sie den Boden der Heimat, bereit, wenn später dieser Weltkrieg zu Elche ist, an ihrem Teil wieder mitzuarbeiten cm der deutschen Arbeiterbewegung. 5rektag,19.�prfl Oawm. Die Naphthafiadt. Räch vierzigjähriger Russenherrschaft find türkische Truppen in die Stadt Batum eingezogen, die ihnen der Friede von Brest- Litowsk eingebracht hat. Länger als LSO Jahre, von Bufang des 17. Jahrhunderts bis 1878, gehörte die wichtig« Stadl der Türlei. und im Rusflfch-Türkischcn Kriege von 1377/73 wurde sie von den Rosien zwar belagert, aber dank tapsercr Berteidigung nicht ein- genommen. Trotzdem wurde Batum auf dem Berliner Kongreß Rußland zugesprochen. Rußland bat in den seither verflossenen vier Jahrzehnten viel für die neue Erwerbung getan, wozu aller- dings in erster Linie das ausländische Kapital beitrug, das hier gewaltige Anlagen für die Naphrhaverschisfung einrichtete. In Batum— westlich von der Stadl— befinden sich die großen Peiraleummederlagen der.Kaspiichen und Schwarzen-Meer-Napblha- produkrions- und Handelsgeiellichaft", die der Firma Rothschild in Pari? gehört. Mit ihren unbegrenzten Geldmitteln haben die Rorhichilds bicr Einrichiungen von einer Ausdehnung und technischen Vollkommenheit geschaffen, wie sie nur noch Rockeseller in seinen pennshlvanischen Petioleumanlagen besitzt! Für die Rothschilds bandelte es sick darum, ihre bei Baku am Katpischen Meere, am Ostrande des Kaukasus geförderten Raphihaichätze auf möglichst billigem und bequemem Wege in den Welrverkepr zu bringen. Im Jahre 1888 wurde mir dein Bau der großen Eisenbahnlinie be- gönnen, die von Batum nach Baku rührt und das Schwarze n'.it dem Kaspiichcn Meer durch einen Schienenstrang ver- binde?. Unablä'sig rollen auf dieier Babrr die Züge mit den Zisternenwagen voll des wertvollen NaphthaZ, um in Barum niiriels geeignerer Einrichruirgcn unmittelbar in die Zistcrnenschiffe umgeladen ru iverden. die in Friedens zeiten über das Schwarze Meer und durch die Dardanellen ihren.Weg nach allen Häsen Süd- nnd Westeuropas nahmen. Doch auf dre Dauer war die trunS- kaukasische Bahn dem immer mehr anwachsenden Güterverkehr nicht gewachsen, und die Rolhsll üdS ließen nach amerikanischem Vorbild. wie es auch zwischen den rumänischen Erdölquellen und Konstanza nachgeahmt wurde, eine gewallige Röbrenleimng bauen, durch die das Noböl aus den Duellen von Baku nach Mtchaelowo rn ein Sammelbecken geleitet wurde. Von hie? aus irrhrt die Leitung in mehreren Strängen nach Batum, unmittelbar in die mächtigen Narh'.harnu", aus bereit Jiihalt die Perrolcum» dampfer immer wieder durch Röhrenlertungen gefüllt werden. 230 Kilometer ist dreie lieber landleirung lang, die stets der Bahn- linie folgt. Die Pelrolemnselder von Baku, die Rävhthalertung. die Lager und H üeimnrchiiingen in Batum und die mächtige Petroleum- floite des Schwarzen Meeres stellen Werte von Milliarden dar, nnd die Bcntznabme von Batum durch die Türkei, durch die ein erheb- l'cher Teil dieier Werte unt:r türkische Konirolle kommt, bildet für da: hier anaeleare französische Kapital einen schweren Schlag. Es ist auch völlig ausgeschlossen, daß die Napbthaprodukkions- und Handelsgesellschaft nunmehr ettva neue Wege der Ver- krachtung für ihr Del erschließen könnte; denn soweit Ruß- londs eigener Bcdart an Petroleum und anderen Naphthäprodukten in Frage kommt nahm er schon früher den Weg über die Kasprsee und die Wolga. Rußland konnte aber schon vor dem Kriege trotz ausgedehntester Verwenpung von Napbrha nicht mehr als ein Drittel der Erzeugung verbrauchen; zwei Drittel der Gesamrförderung nahmen über Barum den Weg ins Ausland, und aus diesen Weg wiid di- Naphlhaprodultion auch kernerhrir angewiesen bleiben. Im Jahre 1893 betrug die Ausfuhr 54 Millionen Pud; 1903 war sie auf 81 Mill onen Pud gestiegen, nnd sie dürste bei Kriegsausbruch 100 Dkill onen Pud schon weit überschritten gehabt haben. Es ist begreiflich, daß die Stadl Barunr angesichts der Milliarden- werte, die in Gestalt der trüben Rapbtbafltrt und der daraus ge- wonneium hochwertigen Erzeugnisse ihren Weg durch den aus- gezeichneten, weiten und dank serner bedeutenden Tiefe auch für die größten Scedamvler zugänglicher Hasen genommen haben, nicht nur einen große» Bufichwung. sondern geradezu eine Nengeburt erlebt hat. Als die Türken im Jahre 1878 Barum verließen, war eS ein nnansehiiliches, schmutziges Städtchen mit einigen tausend Ein« wohnern. meist Georgiern und grusinischen Lasen, deren Gleich- gültigkeit nnd Teilnahmlosigkert in ganz Kaukasien beinahe sprich- wörtlich ist. Aber der Bau der großen Petroleumlager bereits brachte Leben in das bisher so stille Gemeinwesen; Tauseude von Arbeitern wurden herangezogen, und ihnen folgten zahlreiche Beamte nnd An- gestellte der Petroleumindilstrie. Rasch ciilstanden neue, modern angelegte Straßen, an denen sich griechisch« und armenische Kauf- leute niederließen, die moderne Geschäfte errichteten. Auch eine nicht eben rühmliche Eigenart des allen Batum verschwand: der Mädchenhandel, der früher hier in Blüre gestanden hatte. Er galt der Verschleppung der wegen ihrer Schönheit im ganzen Orient berühmten Georgierinnen, der sog. Ticherkessenmädchen, in die Harems des Orient? und die Lnststülten der Levantiner. Heute hat Batum bOOOO Einwohner, die ein durchaus europäisch an- mutende? Gemeinwesen bevölkern. Eigentliche Sehenswürdigkeiten gibt es in dei�Stadt nicht. Ihre Erholung suchen die Balumer Kaufleute im Alexanderpark, der sich im Westen der Stadt längs des Nurie-SecS hinzieht, und in dem schöne Palinen nnd andere subtropische Gewächse ein ganz unnissisches Landschaflsbild zeigen. Aber Batum liegt ja weit südlich, auf der Breite von Koiistantinopel, und der ragende Wall deS Kaukasus hält im Winter die eisigen Winde vom ösilnben Gestade des Schwarzen Meere« fern, die vvn den tranS- knspischen Steppen herweben. Dank diesem Umstände und der heißen Sontie TranSkaukafienS werben im Tschaktva-Tal, nur etwa zehn Kilometer von Batum entfernt, Tee und Bambusrohr mit Erfolg angepflanzt. Nun beginnt in der Geschichte Batums, da? schon zur Römerzeit bestanden hat, ein neuer Abschnitt, und es ist wohl zu erwarten, daß die Türken diesen wertvollen Besitz einem weiteren Aufschwünge zuführen werden. vs? ��rnfprecher um Kse �rKe. Was beim Telegraphieren über jede Erwartung hinaus ge- langen ist, nämlich die Rücksicht auf die Entfernung durch die Ein- schaltung sogenannter Relais fast völlig zu überwinden, war für die Telephonie bis auf die neueste Zeit ein frommer Wunsch ge- blieben, nnd seine Erfüllung ist schließlich von einer Seite gekommen, von der sie wohl auch von gewiegten Fachleuten überhaupt nicht oder doch nicht in erster Linie erwartet worden ist. Die geheimnisvollen Kaihodenstrahlen haben die« Wunder voll» bracht. Dabei handelt es sich nicht einmal um die drahtlose Tele- phonie, sondern um die Möglichkeit, mit Leitungen gewöhnlicher Ar: Taufende von Kilometern weit zu sprechen, wo bisher die Grenze ungefähr bei 1000 Kilometer gesetzt war. Karl von Barde« leben gibt von der neuen Errungenschaft in der.Umschau" eine gründliche Besprechung. die eine Verfolgung dieser er- folgreichen Arbeiten' von ihren physikalischen Grundlagen an gestattet. Nachdem die Schwierigkeilen einer Ver- stärknng von Fernsprechströmen im Vergleich zu den Tele- graphierströmen betont worden find, werden die ersten Versuche zur Schaffung von Fernsprechrelats besprochen, deren erstes, für die Praxis noch nicht brauchbares Ergebnis vor etwa echt Jahren vor- lag. Der neue, anscheinend entscheidende Forlschrilt gründet sich auf da? Kathodenstrahlenrelais, das, wie es merkwürdiger- weise oft geschehen ist. an zwei ganz verschiedenen Stellen fast gleichzeitig erfunden wurde, nämlich in Oesterreich von Robert von Lieben und in den Vereinigten Staaten von dem bereits in der drabrlosen Telegraphie sehr bekannten Lee de Forest. DaS Wesen der Erfindung und die Art, in der die Kaihodenstrahlea in einer Geißlerichen Röhre zur Verstärkung der Telephonströme dienstbar gemacht werden, kann auf lleinem Raum nicht mit hin- reichender Klarheit auseinandergesetzt werden. Die benutzten Röhren haben einen Durchmesser von 8 Zenii« mcter bei einer Länge von etwa 30 Zentimeter. Die Kathode wird durch«ine Batterie auf rund 1000 Grad erhitzt. Der Ferniprechsirom kann durch eine Röhre auf das zwanzig- bis dreißigfache verstärkt, seine Reichweite in einer gewöhnliche» Leitung verdoppelt, also auf wenigstens 2000 Kiloineter gebracht iverden. ES steht aber nichrS im Wege, mehrere solcher Röhren hintereinander einzuschalten und damit eine prakiisch beliebige Verlängerung deS Fernipruchs herhAjZN« führen. In den Vereinigten Staaten sind unter Benutzung des Ätzpa- ra:s von de Forest bereits die beiden entferntesten HgnMjädte New Dork und San Francisco in unmittelbare Fe r n sp r izch i> itzy;; a gebracht worden, obgleich der Abstand nicht weniger als SOOO Kilometer beträgt. In Europa gibt eS danach keine Entfernung, die von einer Fernsprechleitung nicht zu besiegen wäre. Dabei hat aber die Liebenröhre den Vorzug, eine noch höhere Verstärkung zu bewirken, und man wird daher praktisch von der Möglichkeit einer Nnispannung des ganzen Erdenrunds mit einer Fernsprechleitung sprechen können._ NvNzev. — Di« Robelpreise sollen auch in diesem Jahre nicht verwikt werden. — Ukrainisch und litauisch werden entsprechend der besonderen Bedeutung, die dies« Sprachen jetzt für Deutschland haben,>m Orientalischen Seminar iDorotheenstr. 7) nn entgeltlich gelehrt. — Simon Dach von heute. Die Anzeige Pflicht der heu- tigon Menschheit und die Beschlagnahmesreudigkeit der ReichSbe- kleidungsstelle, NoichSmetallstelle und anderer Reichsstellen hat den seligen Simon Dach veranlaßt, das schöne Lied, da« er einst dem Freundeskreise in Königsberg gsrvidmet hat, zeitgemäß für alle deutschen Staatsbürger umzudichten: Der Mensch hat nichts so«gen, So wohl steht ihm nichts an— Er muß es hoch anzeigen, Daß man's ihm nehmen kann. — Der Diplomat. In einem serner Werke sagt Thiers von einem Diplomaten:.Ein echter Tiplomat muß sein kalt wie Eis, hart wie Stein, glatt wie ein Aal. neugierig wie ein ZeitungS« schreiber, stiimin wie ein Fisch, mißtrauisch wie ein Geizhals, klug wie eine Schlange, beweglich wie ein Wetterhahn, listig wie ein Fuchs und halsstarrig wie ein alter Gefangenenwärter.� "] pionsere. Roman aus dem Norden von Ernst Didring. Fünftes Kapitel. Mit der Wärme lebte die Mückenplage in ihrem ganzen Schrecken auf. Allen Leuten wurde die Laune durch diese stechenden Untiere verdorben. Die Mückenschleier der Arbeiter wurden an einem einzigen Tage blutgesprenkelt von den Tausenden von Mücken, die sie auf dem Gesicht totschlugen. An Schlaf war nicht zu denken. Es war in den Baracken die Nächte hindurch ein einziges Stechen, Kratzen und Fluchen, und wenn die Arbeiter morgens heraustorkelten und die Schlaflust ihnen noch in den Augenlidern hing, war cS das beste, sich ihnen fern zu halten. Es leuchtete vor Mordlnst in dem blut gesprenkelten Weist der Augen. Schlägereien flammten ohne ersichtlichen Anlast auf, und dann wälzten sie sich zwischen Sand und Steinen, die Stiefelabsätze gegen den Himmel gekehrt, während die Messer blitzten. Besonders an den Samstagabenden, wenn die Schnaps- flaschcn aus Felsspalten und Kellerlöchern hervorgeholt wurden, hatte man das Gefühl, als lebe man am Futze eines feuerspeienden Berges. ES war, als müßte daS gewaltsame und heiße Leben der Natur selber in diesen langen Sommertagen, wo die Sonne unausgesetzt am Himmel brannte, auch das Tempo des BluteS in den Adern der Menschen antreiben. Bisweilen ging ein Schnceschauer nieder, breitete eine weiße Decke über die Landschaft, kühlte die Luft ab und lähnite die Mücken, aber nach einigen Stunden brach die Sonne durch nnd leckte den Schnee auf, und die Mücke wurde nach der kurzen schönen Ruhe doppelt lebhaft. Algren, der den Auftrag bekommen hatte, die Kurven der Bahn zu berechnen, dachte, er müsse verrückt werden. Freilich gelang es ihm, nach gründlicher Jagd jeden Morgen das Zimmer einigermaßen von Mücken zu säubern, indem er mit dem Handtuch gegen die Wände klatschte und die Pfeife rauchte, aber es dauerte nicht allzu viele Tage, bis die reizenden Tierchen sich in bezug auf das Rauchen völlig akklimatisiert hatten und den Pfeifenschaft mit Borliebe als Promenade benutzten. Er verbrauchte mehrere Kilo Mückenöl, spürte aber weiter keine Leränderung, als daß nun das Bohriustru- nient dieses Fliegers noch leichter in die Haut hineinglitt. Das ganze Gesicht, Hals und Hände waren mit Beulen übersät, die abwechselnd gekratzt werden mußten. Es war sinnlos, an Schlaf zu denken. Nachdem er die Grenze des TollwerdcnS gestreift hatte, verfiel er in tiefe Apathie und bildete sich ein, er würde schließlich immun wer- den, aber die Hoffnung trog, und er ging wieder zur Wut über. Er warf Meßstäbe und Zirkel beiseite und hopste tin Zimmer umher und fluchte und verwünschte, den Augenblick, wo er sich hatte verleiten lassen, sich um eine Anstellung an der Bahn zu bewerben. So hielt der Haß gegen die Bahn den ersten Einzug bei ihm. Die Bahn nahm ihm den Schlaf, sie machte ihn krank und verrückt. Er machte sie für alles Schlimme verantwort- lich, das ihm zugefügt wurde. Sie wurde gewisicrmaßen fein persönlicher Feind, den er jeden Tag vor sich sah, und der groß und stark wurde und auS dem Boden selbst herauswuchs. Und da sing er an, sich aus all dem fortzusehnen. Am meisten sehnte er sich hinauf au! die großen Schneeberge im Süden. Dort würde er schlafen können. Schließlich hielt er es nicht länger aus. Vielleicht Haupt- sächlich deshalb, weil er unvermutet auf Sarri stieß, der oben bei den Arbeitern stand, die eine Hand in die Brust- lasche geschoben, während er mit Nomadenvcrachtung der Arbeit am Berge zusah. Algren hatte Sarri schon ein paarmal getroffen nnd pflegte immer mit ihm zu reden, denn er sprach sehr gut Finnisch, da er ein paar Jahre in Borga bei Verlvandten ge- lebt hatte. Sarri schien von Ansang an eine Sympathie für Algren gesaßt zu haben, nicht zum wenigsten wohl deshalb, weil dieser immer gut mit Tabak ausgerüstet war. Algren fragte Sarri, ob er in den Mittsommertagen mit ihm in die Berge gehen wolle. Sarri hatte große Lust, da er aber Gereck versprochen hatte, ihn nach dem Rautasjärvisee zr» führen, schlug er vor. daß sie alle drei zusammen am ersten schönen Tage loswandern Ivollten. Die Wettermächie waren günstig. Am Tage vor der Johannisnacht machten sie sich auf den Weg, Sarri an der Spitze, mit krummen Knieen und mit einem kolossalen Packen auf dem Rücken, dann Gerell mit der Flinte über der Achsel und zum Schluß Algren mit einer guten Last im Rucksack. Die erste Meile ging leicht, wenn es auch sein Unangenehmes hatte, bis an die Hüsten durch die eiskalten Flüffe zu waten. Für Algren war eß eine neue Erfahrung. daß er ein Schioindclgefühl nicht unterdrücken konnte, wenn daS eisige Waffer ihm über den Bauch kroch. Aber nach kurzer Zeit hatte er sich dran gewöhnt, mit durch- näßtem Unterleib zu gehen, und fand schließlich, es sei eine Abkühlung, daß das Wasser in den Stiefeln platlchie. Und durch den Birkenwald zu wandern war ein wirkliches Himmel- reich. Die Stämme leuchteten weiß durch das Grün. Er konnte sich nicht erinnern, jemals vorher Birkenstämme ge- sehen zu haben, die so ganz wie Marmor schimmerten. Die Sonne spielte durch das Laubwerk und glänzte auf den fein- gezackten, kleinen, blankgrünen Blättern. Die frischen Schüsse des DosteS draußen aus dem Moor leuchteten wie Blutflecken, und daneben standen die silbergrauen Polarweiden, während die Blütenflocken des Rosmarins rosenrot schimmerten. Neber die umgebrochenen Zwergbirken, die Sturm und Schnee gemeinsam gefällt hatten, krochen die hellen Ranken der Brom- beere aus dem Renntiermoose empor, um die morsch ge- wordenen Sturmgeknicktcn zuzudecken. Ueberall wimmelte eS von Blumen und Blättern, Blaubeer- nnd Preißelbeerkraut, Heidekraut. Linneen und Wollgra?, alles streckte sich der Sonne zu. als wollte es die Urquelle des Lebens küssen zum Dank, daß es aus Kälte und Dunkel auferstehen durfte. Bei jedem Schritt gingen Schneehühner in die Höhe, Liebeskranke, immer paarweise. Starke, frische Düfte strömten ringsumher empor, und selbst die düstere Bartflechte, die sich über- all festklebte, hatte in � der Sonne einen Anstrich von Freudigkeit. Dies war in Glück nnd Sonnenglanz daS große Fest der Auserstehung, eine Hymne der Natur, in die selbst der Himmel mit hohen, hellblauen, klingenden Tönen einstimmte Sarri deutete entzückt auf die großen grünen Blätter der Angelika, die am Rande von runden Bissen ausgezackt waren. „Jetzt ist der Bär unterwegs/ sagte er. Algrcn vergaß Mücken und Schlaflosigkeit. Hier war der Glanz des Abenteuers, hier>var das Reich der Sage. Hier gab eL Trost für zerrissene, einsame Seelen. Worts, solgt.) Verein der Freidenker siatfung. Sitz Sorlin. Gegr. I3C5. Am 13. b. Mts. verstarb unser il'titgticd. Fräulein 5i8hetzz SiemöfS. Die Einäscherung findet V Tomiabend, den LY. d. M.. g nachlniita�s 2 Uhr, im s?. ireiuatormm, Treptow- � Laumschnlenweg, statt. Ferner verstarb nmtl. d.M. unser Mitglied, Frau MslZF geb. J»facüjer. Die Einäscherung findet! am Sonnabend, den SV. s d. M., nachtuittags 6 Uhr, im Krematorium, Gericht- iUmsje, statt. 298/2 | Ehre ibrrm Nudenkeu: l Um zablrciche Beteiligung I Z ersucht Der Bovstaud.! Hühnerzucht. Ein Buch für Anfänger. Mt zahlreichen Illustrationen. 1 Mari. Buch- Handlung Borlvärt?, Linden- straße 3(Laden). Kostüme aus schönen Sfoffen, schwarz, blau, grau, braun, auch helle Farben, loO, 175, 3 locke, Wolle und Seide, 48, bv Mark, Seidcttiostüme 110, Seidenmäutel, Mantelklcider 125, SeidenjackcttZ 55, Seidenkleider 85, 1(15, 125 Wasch- tleib er, wundervolle helle und dunkle Stoffe 45, 58, KV,. Modell- blusen preiswert, biiesenaus- wähl, alle Größen. Fabrik- lager Michaelis, Maucrstr. 8l), eine Treppe, neben Konzert- Haus. Auch Sonntag 12— 2 geöffnet. 218Ä* Lnterhandtvagen, größte Auswahl. Landsbergerstr. 19. öK" PfiindleihhauS, Hermann- pl.chK. Manenauswahl! Pelzsach eu! Skunkskrngcn, Skunks- mtlsfcn, Alaskafnchie, Notfiichse, yeiw Herrenpalcrots. Herren- anzüge, Teppichverkaus, Uhren- rcrkanf. Paffende Feftgeschenie! _____ jont-« Pelzgarnitnren aller Art, jeh! zu herabgesetzten Preisen! Neue Herrenanzüge. Ubren- verkauf, Silbertafchen. Leih- haus, WarschLucrstraß?�?.__• ' H-tzräder 50-, 45-, 40-, 35-, 7'et Leiterwagen(eigenes Fabrikat). Klappsportwagen, Lie- zeriuagen. 2l!le NeparaNircn an Korb- und Kinderwagen. Lorbmachcr Weidlich, Brunnen- strojze VK.(Firma achten!) illOK" Reiher, Stranßfedern Ge- legenheiten kaufen Sie Blauer Bazar, Kaiscr-Wilhclm-Str. IG, beim Alcxanderplatz.__ 11 St* Forel, Prof. 21., Die sexuelle Frage. Volksausgabe 5,vö M. Puchhandlun? Vorwärts, Lin- benstrast? 3. Laden.* Die Einäscherung unseres f f Mitgliedes Frau OUilie BOUner j Berlin, Warschauer Str. 30, j ! findet beute Freitag, mittags I 112 Uhr, im Krematorium« j Berlin, Gerichtslr. 87, stall.[ Die Einäscherung unseres I f Mitgliedes Frau knm Oörfep Vcrltn, Türkenstraße 25 1 findet morgen Sonnabend, f vormittags 11 Uhr, im Kre- maloriuin Berlin, Gericht- straße 37, stall. ö(iö/2f Ehre ihrem Andenken: Universal- Briefsteller 4,— Mark, Buchhandlnng Vorwärts. Lindcnftraße 3 lLadeu). Abesstnicr, Ersahteile und. Zubehör. Köchlin, Alte Jakob- straße 20/22.__ Dezimalwazcn, Tafelwagen, Gewichte liefert ab Vorrat Wagner, Äöpeiückcrstraße 71. � Waldparzellen, nahe Bahn- Hof Basdorf, Quadratrute 10 Mark, Anzahlung 50 Mark. verkauft Hülsen, Steglitz, Vion- villesiraßc 11. Telephon Steg- l[ch_ 2894.____ 195.11* Leihhaus Ro'-nibaler Tor, Linienstraße 203/4, Ecke Rosen- tbalcrstraße, nur 1 Treppe, kaufen Sic Pelzkragen, Muffen, Skunks, Nerz, Alaska, Blau- füchsc und alle anderen Pelz- arten, Wanduhren, Taschen- uhren, Brillanten, Silber- taschen, neue Herrengarderobe. Sonntags geöffnet._____ 1811t* Teppiche, Bettvorleger, Di- wandeckcn, Tischdecken, Tüll- stores. Potsdamerstraße 109, Fischer.___ llGJ'l* Leiterhaudwazeu, Auswahl, Holzräder. Kowalski, Schmid- straße 43.__ 21056* Grundstück, massives Wohnhans und Stall, 0 Wohnungen, elektrisches Licht, Garten mit tragbaren Obstbäumen, Vieh- bestand, eingezäunte Baustelle, Ländereien und Garten fertig bestellt, dcrkaust für 19 000 Mark Iran Fourneß, Storkow (Markst 12K Wagen, vierrädriger, Böcke nebst Platten für Händler, Kcminchenstall, Bogelbauer vcr- kauft Knoblauch, Naunynstr. 7. tili Arbeitstisch und Laden-Einrichtung verkauft Schröder, Ltzchencrstraße 32. tl36 3e.'itsZ!-'v?i'bZtkli der Zimmmr Deuttcölaiids. Zahlstelle Berlin und Umgegend, Bezirk 26. SlaoZirrzf. Den Berufsgenossen zur j Nachricht, daß unser Mitglied ¥mz Koeii I verstorben ist. j Ehre seinem Andenken! j Tie Beerdigung hat gestern|| i aus dem Schönebcrger Ge< L i meindcjriedhos, BiaiiteHölle. M j staltgesmiden. 254/1 Der Vorstand.| Spar-'teiü Jispitzer Sctaeiz".| Slllen Mitgliedern, die H ! traurige Nachricht, daß unser ! Sparbruder, der Land- \ sturmmarm Otts ialin 1 am 14. April aus dem westlichen Kriegsschauplätze gefallen ist. Ehre seinem Andenken! 1 285/8 vea Vorstand. Möbelkcedlt an federurann. Kleinste Anzahlung, bequemsts Abzahlung, größte Rücksicht. Landwehr, Mullerstraße 7, eine Treppe. Blaue Schilder beachten. Sonntags 12— 2 geöffnet.______ KOK* Möbel-Rath liefert in großer tzlnsloahl kompleite Wohnungs- Einrichmnyen sowie reizende moderne Küchen bei bequemer An» und Abzahlung. Rath, Elsasserstraßo 44, am Oranien- burger Tor.___ 138K� Möbel-Cohn, im Osten, Große Frankstirtcrstraße 58, im Norden Badstraße 47/48, lie- scrt auf Kredit an jedermann bei kleinster An- mid Abzahlung ganze Wohnungscinrichumgen und einzelne Nlöbclstücke sowie farbige Küchen-Einrichtrmgen in bester Ausführung. Besichti- gung mciucr Möbel ohne jeden Kaufzwang gern gestartet. Größte ßtückncht bei Krankheil mid Arbeitslosigkeit. Kriegsbeschädigte erhalten Rabatt. Zlnnonce mitbringen. Wert 5 Mari. Lieferung frei HauS. Sonntags 12—2 geöffttet. __________ ICKfl* Wenig! gebrauchtes Eichen- Speisezimmer, Büsett mit reicher Krisrallvcrglasung, Kre- dcnj mi! ovalem Kristall- spiegel, Auszugiisch, k Lcder- stuhle, komplett 2250,—. Möbelhaus Osten, nur 30, Andreas- lrraße 30.________ 198«* Lüche, eventuell Geschirr, Nußbaum-Trumeau, Seegras- malratze. Franke, Licbigsiraße 47. lll. 45/1K Schwcchtenpiano, Posten ge- brauchte, spotlbillig, Piano- lager, Alcxanderstrage 14c. 214/14* Llls Opfer dieses! � Weltkrieges fiel bei k einem Sturmangriff s am 25. März 1918 mein lieber jüngster Sohn> ßtio Gießmaun, Landstnrmmann, JnhabcrdcsEisernenKreuzcs II. Kasse, im 36. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen lö3A Witwe TtMlhelnune Giest- uiönn als Mutter l A und Söbnchen Erich. !§ Neutölln, Thüringer Str. 4. f ssszxxszeMi'tirU. tamiTnrraoasa. Speziaiant vr. med. liasctie. Priödrictistr.eOSLbnb. Behau dt. von Syphilis, Haut- Hara-, Frauenleiden, fpez.: chron. Fälle. Schmerzlose, iürzeite Behandlg. ohne Berus Sstörung. Bwtuntersuchung. Maß. Preise. Tellzablung. Sprechstimden 10 bis 1 und 5—8, Sonnt. 11— 1. MMR ddsftnlnlitie lieRitirniB, Einladung zur Ordentlichen MsWHWg am | Montaa, den Lft.April 19)8, nachm. 9 Uhr, iwKrcishanse ni Berlin, Friedrich-Karl- Ufer5,KreisiagSfistungssaal Tagesordnung: 1. Gcschästsbcricht. 2. Zlbnahme der Lnhresrech- nnng 1917. Die Herren Ausschußmil- glieder werden zur Teilnahme an dieser Sitzung ergebenst ein- geladen. 266/18* Berlin, den 17. April 1918, Ali«enieiite OrtZkrnnkcu- fasse Liiesorbarnim. Kühn. fät ve. Sei Bad 5eldsolda!en! Veatfch.polnisch. 15 Pf. Seutsch-Aranzöfischl 5 p�. Lachhovdkuog Vorwärts. Verlw ZelMkMMW. Marmelade! Gemäß ß 5 der Verordnung über Lebensmittelkarten vom 13. Oktober 1916 wird jür den Eemeindebczirl der Stadt Berlin bestimmt: I. Auf Abichuttt Nr. 19 und 29 der Lebensmittelkarte der Sradt Berlin entfüllt je 1 Pfund Mar- inelade. Der Meinbaiidelshöchstpreis beträgt 92 Pf. für das Psund. Eine Ueberschvcituug des Höchstpreises ist strafbar. II. Die Abichnitte 19 und 20 find nur in den durch ein AuS- Hängeschild: „Verkauf von Marmelade ans Lebensmittelkarten der Stadt Berlin" gekennzeichneten Geichästen gegen Empsangsbescheinigung abzuliejcrn, und zwar am 19., 20. oder 22 April 1913. Nachträgliche Anmeldung findet nicht statt. Es ist unzu» lässig, die Kartcnabschnilte in Geschäfte« abzugeben, in deuen nicht das vom Bkogiftrat ausgegebene Ans- Hängeschild angebracht ist. Geschästen, die«cht im Be- fixe des Aushängeschildes sind, ist die Annahme kvon Kartenabschnitten verboten. III. Die Kteinhandelsgeschüste haben die von ih««i mrgc- nommenen Karlenabschnitte an einen der chiwm bekanntgegebenen Großhändler bis zum 24. April 1918 einschl. abzniicscrn. Jeder Kleinhändler inu«. sobald die Ware zur Steve ist, den BerkaufSvegin« durch Anschlag anzeigen und darf mit dein Bertauf nicht vor dein 29. April I91V beginnen. Berit», den 18. April 1918. Magistrat der Kouiglicheu Hallpt- und DestdkNfSM. Abtetlung für Obst- nnd tSemüseversorguiig. Runge. Photographische Rückstände, FUmabjallc, salpetersaureo Sil- der kauft Chemisches Laboratorium Broh, Cöpcnickcrstr. 29. Telephon: 3476. Direkte Per- Wertung._______ 17151* Fahrradankans, auch defekte, Schräder, Weberstr. 42. 82/18* Kurzestraße 18(Alexander- platz) lauft Elekiromechanit Drähte und Materialien höchst- zahlend.__ 44/19* Elektro- Drahte und Kabel kaiift höchstzahlend Otto, Prix- zsssinnenstraße 7. 44/16* mmmsm I. Kaufmännische Privat» schule von Paul Kowalski, Cöpemckerstr. 143, am Schlesi- fchen Bahnhof. Gründliche Borbereiwiig von Damen nnd Herren für den kaufmännischen Berns in Tage?» und Abend- lehrgängen, auch Englisch, Französtsch, Russisch, Polnisch, Deutsch.__ Gesucht wird Frau Henriette geb. Zicgler, 53 Jahre, Schwester des INenipners Wil- Helm Zicgler aus Küstrin. Um gütige Auskunft bittet Frau Gleitzmann geb. Bär, Weißen- see, Gustav-Adoks-Slr. 145. fflL II. Kurzschrist, Diktat- Übungen, Debattenschrift, Ma« schinenschreiben, Schönschrist, Rundschrist.___ IIL Buchführung, cinsache, dol'pelte, amerikan'.sche Buch- führung, ferner Buchführung für IVÄvcrbetreibende, kauf- männisches Rechnen, Schrift- verkehr.__ 4.vf* Techuischc Pridatschule von �Rcgiernigs- Baumeister a. D. Dr. Ina. Artnr Werner, Berlin, Neanderstr. 3. Ans- bildung im Riasthineirban, Elektrotechnik, Hochbau, Tics- bau._____ 39/7* Tanzschule Kohl, Rasenthaler- straße 11/12, Dienstag und Sonutag: Lnfängerkurse. H181* am Fallhanimer sucht Lehmann, Lichtenberg. Hönower Wicsenwcg 19/20, ztvischcn Karlshorst und Ober- schöneweidc.____ 234/13* Portier gesucht. Bevorzugt werden solche Bewerber, weiche bereits cu größeren Betrieben mit der Kontrolle des Per- lonals betraut waren. A. Jan- dorf u. Co., Eharlottenburg, Wilmcrsdorferstr. Il8< 119.�10451 � Äclterer Tabakarbefter zum Sieben sofort gesucht. Tabak- fabrik I. Kro!. Berlin NW.. Marienstraßc 30. 12K* Maschinenschlosser, gelernter, sofort verlangt. Maschinen- fabrik, Reinickendors-Wcst, Klix- straße 24. 277/16* Lehrmädchen, Konfektions- stickerei.' Stickcreifabrtk Münch- meyer, Niedernnrllstr. 33. 2Ä* Lehrmädchen gesucht. Juli« Grawe, Ebarlottenburg, Spree- straße 47. Posamentier-, Weiß-, Wollwaren, Tapisicrie-Artikel. 95k» Maschinen- und Handnäbcrin für Kiiidcrkleidchcn verlangt PeterÄburgerPlatz � 1. ffl?3 Lmlftnädchen, jüngercZ, aus achtbarer Familie, für leichte Arbeite:: gcftrcht. Brill u. Cassel. Oberwasserstraße 13. A17b l 1 Meiter sucht für dringende Heevesbauavbciten 21146" Bauunternchmung Leonhard Pl»U. München-Berlin. Anmeldungen: Berlin. Koppenstr. 3. Steiairnck-MasehiBeniieisler für sofort gesucht. 211b Berliuer Mufikaiicn-Truckerc'r, Liudcilstrns/e 16— 17. Kl! HOWeS und ei» 260/19 SteRmachev werden berlavgt. Fu melden Fuhrpark Berlin- Treptow, SS ildenbruchstr. 38/39. fiir flanklenipn erarbeiten gesucht. J. Degenhardt G. m. b. II, Ker-ä n-Wittenan, 277/17] Wittestr. 47/48(hinter Carl Hohr). Trci Schrcibmaschiucn- Äktechanikrr, zuverläisige, erste Kräfte, mit aUcn Systemen eingehend vcr- traut, in Daitcriiellung gesucht. P. A. Sebmid.t G. m. b. H.. Schönebcrg, Haupljlr. 48.* Wchtkkv Keiltr für Dnvchbci-crei sucht" Stocksoibrik G.& St. Redlich. Ritlersir. 75. 2273 für ttttM.... jiciisiMIliJflül'J den.Vorwärts" wird ein- gestellt. Passend für Invaliden. Seite!, Lichtenberg, Warleiibergür.>.' Mcldezeit ll-l1/, u. 4"/.-? Uhr. Seiiiasssi' für dringende Heeresarbeit zum josortigen Eintritt gesucht. I�tiktsekittbsu Scdütte-�saz:, Zeesen 204/11» SelMke NM sucht Maschinerisnbr. A. Roller. Berlin, Prinzen-tzlllee 24. 224L* Wächter utid Wächterinne« sür Reviere nnd Einzelposten, unbestraft, kl. Kaulion. sucht Wach- und Schlief,-(tzeielliclintt, Tnuentziclistr. 1, Eing. Ansbacher Siratze. 45/17 ZvfÄüdk«»» aus n aus Kartonnagen verlangen S. Heutier, Ritlerilr. 90. 21196 o. B!u5eßnäl)crin, auchHandnäherw.i.Hausc, bessere Sachen, Dauerarbeit Blulensvdr. tzV«U. Neue Winters eldtstr.>7 �ouiorislill. Kurzschrist» u. Schreibmaschinen- lundig gesucht, etngebol mit Zeugnisabschriften und Eebaits« ansprüchen erviiten 220L* Gebr. Ewchllng, Ab». CElrftto stn&L swtst- ijf itz Fmbrutzja; 1SQ, lelalhiFöeter leeöaslker WsrkzenfMefeSF IMtäktr verlangt 2121b I-eiia. Reuköllu, Steinmctzstr. 45. Scfsltficr und 1412 PurnpeRwärtcr sucht Hermann Tieta. Meldungen in der Haus- iuspeltions Krauseustr. 51. Schaffner »WWlll!«» und «MMeftglleil sucht 141L Herinaan Vket«. Mclduiigkn in der Haus- inspellion. Krauleustr. 51. Feinmechanik. Tüchtiger energischer i#" Meister sofort in dauernde Stellung gefacht. An- � geböte mit Zeuguisabschriften. Gehalts- »nspruch und früheste« Eintritt an Wir suchen für unseren Betrieb 19fl* Mklerske WM«s MMW! Mg?" in grlcherer Zahl-TSSSQ ferner Eisendreher, Maschinenschlosser, Böttcher, Rangierer, Mmtmt 8� MeMbetter. Fkir-WchWische-Aristliit H Z WM?««« G. b. H. 2283» U__.11� a3- G. m. b. H. Nürnberg, AoNentorstr. 10. Zimmerer 1&22* sofort verlangt. MUi! MMl. Mklülll. Wittest».«?,»« suchen 1952* Pluto= Werke, Motor- u. Lokomotivbau G. m. b. tz. Lerüin-BokensckSnkauseii, Wcriteuchc»er>. Ecke Goeckestraste. �ssKKU'AKerZmsSs» für cZen..VorivÄrts" vorckou sinxostsUt in loigaiulaa. Filialen; OSrlill' �c�0r'5tJr"(um � 30— PotersbUrgov Plate 4 CharlOUeBbUrg: Sesenheimor Str. I. Sehöneberg I Msininger Ltralls 9. ijtBglilZ: Bemsee, Mommaenstraßo 59. Uebfenberg: Warte,ib-rK straßo a und Alt-Boxhauen 56. TSlUPSlbOfl Bockennann, Kuiaar-Wühehn-Straße 74. Meidezeit von 11 bis 1'/, 0%r tmd 4P/, bis 7 Chr. Töctitige Steifer, löfirteoer u, Ärbeiter für KanaliHation jj<'sacht, zu melde?,: 216L MÄM Smz..US« U RMWI. ll-iekt«>rtr!ä»'r �traL«>. am Stiosticsasl._ gscfllcr iür Mechauitarbeiteo jugendliche Arbeiter für leichte Bohrarbeiten stelle» ein L11L» SeWiz& Freund G. m. b. H., Iterlin-ljichtenbers. Frtebrtchftc. 38. Tüchtige Tischler für Boots- und Alächenbau stellt in grösserer Anzahl sofort ei» 2102» Mercur Flugzeugbau G. m. d. »«rltn 84» SS._ Treptower Str. 36/43. Stereotypeur stellt sofort ein VOTäH8-SuebSmiterel. Lindeustr. 8. Äerkführer gesucht. Für meme Schinnstockfabrik. Abteilung NatnrstScke, such« mit der Branche vertraute» Wertslkhrer. 2120b Bernhard Boa, MchßelkuchKr. Ä. Die Kriegssteuern öer Gesellschaften. Das Kriegssteuergesetz vom 21. Juni 1916 umfaßt die Kriegsgewinne sowohl der Einzelpersonen als der U n t c r n e h m e r g c s e l I s ch a f t c in Die Einzelpersonen lmttcn den Vermögenszuwachs zu besteuern, den sie in der Zeit vom 31. Dezember 1913, an welchem Zeitpunkt die Ver- anlagung zum Wehrbeitrag erfolgt war, bis zum 31. Dezember 1916 erzielt hatten, die Unternehmergesellschaften den Mehr- gewinn, den sie in den erste» drei Kriegsgcschäftsjahren, ver- glichen mit dem durchschnittlichen Gewinn der letzten fünf Jricdensjahre zu verzeichnen hatten. Als erstes Kriegs- gcschäftsjahr galt das Jahr, in welches noch der August 1914 fiel. Bei Gesellschaften, die ihr Geschäftsjahr am 1. Oktober beginnen, endigte also das dritte Kriegsgeschäftssahr bereits am 1. Oktober 1917. Bei der Fortdauer des Krieges war es selbstverständlich, daß die Mehrgewinne der späteren Geschäftsjahre nicht milder behandelt werden konnten als der ersten drei. Man hat daher schon ini vorigen Jahr durch ein Sicherungsgesetz bestimmt, daß die Gesellschaften von dem Mehrgeivinn des vierten und der folgenden Kriegs- geschästsjahre 60 Prozent sür die Zwecke der Besteue- rung zurückzustellen haben. Auf dieser Grundlage soll nun durch den vorliegenden Entwurf die Mehrgewinn- sieucr der Gesellschaften sür das vierte Lkriegsgeschäfts- jähr geordnet werden. Der Entwurf beschränkt sich dabei auf die Gesellschaften, erfaßt also nicht die Einzelpersonen. Der VmuögcnszrKoachs der Einzelpersonen aus der Zeit nach dem 31. Dezember 1916 wird jedoch der Kriegssteuer nicht entgehen. Er soll an einem späteren Zeitpunkt,.an dem sich das Ende des Kriegs hoffentlich absehen läßt", wie es in der Begründung heißt, erfaßt werden.„Die Abgabe wird sich dann unter Verwertung der Erfahrungen, die bei der Veranlagung der alten Kriegssteuer gemacht sind, noch besser und ergiebiger ausbauen laffew Jedenfalls würde, da als Stichtag für die Ermittelung des End- Vermögens kein früherer Zeitpunkt als der 31. Dezember 1918 niöglich ist, die Kriegsstcuer der Einzelpersonen erst im Jahre 1919 veranlagt werden können." Wenn nun auch kein Zweifel darüber besteht, daß die Einzelpersonen für die Zeit nach dem 31. Dezember 1916 mit ihrem Vermögenszuwachs der KriegSsteuer unter- morsen iv erden, so wäre doch die Ordnung dieser Besteuerung schon jetzt sehr erwünscht. Jetzt noch wäre es inöglich, den Fehler, der 1916 mit der Ablehnung der M e h r e i n k o m m e n st e u e r gemacht wurde, teilweise lvicdcr gut zu machen. Je weiter nian die Sache hinausschiebt, desto schwieriger wird das. Die völlige Freilassung des LuxusverbrauchS der Kriegsgewinnler ist nicht zu Verantivortcn. Die Besteuerung der Gesellschaften soll nach drei Nich- tungcn verschärft iverden. Um jedem Zweifel und Streit vorzubeugen, wird ausdrücklich ausgesprochen, daß die Abgabe in keinem Falle zu dem Gcschäftögewinn gerechnet und vom Gcschäftsgewinn eines KriegSgcschäftsjahres abgesetzt werden kann. Sodann ist eine wichtige Bestimmung über die An- rechnung der Abschreibungen getroffen, die das Schmerzenskind der Steuerbehörden sind und vielfach erst geprüft werden können, wenn sich die Prcisverhältniffe nach dem Kriege geklärt haben und die Aemter besser besetzt sind. Daher sieht der Entwurf im Gegensatz zum geltenden Recht eine Nachveranlagung im Falle einer zu niedrigen Ein- schätzung als ohne weiteres möglich an. Schließlich wird die Steuertabclle etwas verschärft. An Stelle eines scharfen Ansteigens der Abgabesätze tritt eine in mäßigen Grenzen sich bewegende depressive Ausgestaltung mit denr Höchstsatz von 60 Prozent gegenüber bisher 54 Proz. Dieser Abgabesatz von 60 Proz. ermäßigt sich bei Mehrgewinnen unter 500000 M. je nach der Höhe des Mchrgelvinns um 10, 20, 30, 40, 50 Proz. seines Betrages, so däß die Abgabe 60. 54, 48, 42, 36, 30 Proz. beträgt. Tic inländischen Gesellschaften mit einem Mehrgewinn von 500000 M. bis 1 Million genießen noch eine weitere ab- gestufte Ermäßigung. Wenn auch die Kriegsgewinne nebenher noch von der Einkommensteuer des Staats und der Gemeinde erfaßt werden, so wird man angesichts der Riesengewinne der großen Heereslieferungsbetriebe nicht sagen können, daß die Sätze des Entwurfs zu hoch wären. tzelfferich im Hauptquartier. Heber einen Besuch Helfferichs im Hauptquartier war viel ge- munkelt worden, msbssondcr«, daß er gegen Kühlmann arbeite, dann auch, daß er Staatssekretär für UebergangSwirtschaft werden welle. Dagegen erklärt tüe„Nerdd. Nllg. Ztg.", der Vielgenannte sei auf Ersuchen des Reichskanzlers gekommen, lediglich um über schwebende deutsch-bulgarische Wirtschaftsverhandlungen Rücksprache zu nehmen. Gegen ein sellfftindiges Reichöamt für Uebergang habe er sich noch als BizekanHler scharf ausgesprochen.„Dr. Helfferich ha: bei semom RücktriA von dem Pesten deS Vizekanzlers die Heber- nähme eines neuen Minister- oder StaatSsekretärpostcnS mit Be- stimmtheit abgelehnt und sich lediglich zur ehrenamtlichen Heber- nähme des ihm vom Reichskanzler erteilten Auftrages der Zu- sammenfasstkng der Vorbereitungen für den wirtschaftlichen Teil der Friedensverhandlungen berert erklärt. Mr haben Grund zu der Annahme, daß Dr. Helfferich diesen seinen Standpunkt seicher nicht geändert hat." die fingst vor üer Lanütagsauflösung. Je mehr die Auflösung des preußischen Abgeord- netenhauses in den Bereich der Möglichkeit rückt, desto schwü» lsr wird den Wahlrechtsfeinden zumute. Namentlich auch die Aussicht eines geschlossenen Vorgehens der Wahlrechtsfreunde, wie es im„Vorwärts" einp- fohlen worden ist, verursacht ihnen schlvere Beklemmungen. Die Meldung verschiedener Blätter, daß ein national- liberaler Preußentag aus den 28. April einberufen • sei,»ersetzt die„Verl. Neust. Nachr."", die sich n»ch zu dem rechten Flügel der Nationalliberalen rechwen. in gewaltige Aufregung. T«s Blatt vermutet bei der„Personalunion", die die preußische Staatsregierung mit der nativnallibe»alen Partei verbindet, daß die preußische Staatsregierung mit der Einberufung des nationalliberaien Nertretertages be- stimmte Absichten verfolgt, nämlich eine offizielle Stellung der nationalliberalcn Partei für eine geplant? Auflösung des Abgeordnetenhauses vorzubereiten. Daruber ist das Scharftnacherblatt ganz aus dem- Häuschen: Man scheut sich also anscheinend nicht, in einem Augenblicke, wo die letzte Entscheidung auf dem Schlachtfclde heranreift, und wo die hoffentlich letzten, aber auch schwersten und blutigsten Kämpfe draußen uns den siegreichen Frieden erstreiten sollen, in einem Augenblicke, wo für jeden vaterländisch gesinnten Mann die möglichste Erhaltung de? einigen ZusammenstehenS der Heimatsfront die Voraussetzung des Erfolges des letzten Ringens bildet, die Brandfackel der Zwietracht in feaS Parteihaus der na» tionalliberaien Partei und daran anschließend im Wahllampfe i n das gesamte Volk(!) zu schleuiern. Da für jeden, der sich in dieser leidenschaftlich bewegten Zeit das nüchterne Hrteil und den klaren Blick bewahrt hat, feststeht, daß im Falle einer Auflösung des Abgeordnetenhauses ein Wahlkampf entbrennen würde, wie ihn unser Volk noch nicht erlebt hat, fällt es uns schwer, an die Möglichkeit solcher Absichten zu glauben. Wir würden unsererseits niemand, der berufen wäre, die Verant- Wartung hierfür zu übernehmen, um diese historische, national« und politische Verantwortung beneiden. Diese Aufgeregtheit läßt auf ein sehr schlechtes Taviffm schließen. ♦ Im Dreiklassenhaus schmiedet man dertveile ein Plänchen, wie man die Regierung verhrndern kann, gleich im Anschluß a n die Ablehnung der Wahlrechtsvorlage aufzulösen. Wie wir aus gut unterrichteter Quell« erfahren, besteht die Absicht. die zweite und dritte Lesung der Wahlrechtsvorlage vor Pfingsten zu erledigen. Vordem sollen verschiedene andere Gegenstände er- ledigt werden, anläßlich eines Antrages Fuhrmann, über die politischen Rechte der Beamten dürfte eS zu hochpolitischen Debatten kommen, auch der Januar streik wird voraussichtlich das Hau? bsfchäffigen. So ist es nicht ausgeschlossen, daß bei der Schill ßab- stimmung über die Wahlrechtsfrage der Etat noch nicht er- l e d i g t ist, da außer den Etat» der Landwirtschaft und des Innern und einer Anzahl kleinerer Etat? noch der ganze KultuSetat auS- steht. Selbst bei flotter Erledigung könnten diese Etats erst nach Pfingsten an das Herrenhaus gehen. Die Folge davon wäre, daß die Regierung, wenn st« im Falle der Ablehnung des gltichen Wahlrechts den Landtag auflösen wollte, dies nicht sofort tun könnte, sondern erst nach der Verabschiedung dieser Etats. Offenbar hoffen die Wahlrechtsfeinde, daß alsdann der Eindruck der Auflösung nicht mehr so st a r k ist, als wenn sie unmittelbar im Anschluß an die Ablehnung des gleichen Wahlrechts erfolgt._ Martin Spahn jun., üer deutsche lassen, wird durch die kleine Aktie gefördert. 2. Bei den Arbeitern würde das Gefühl der Solidarität mit der Ililternehmung gesteigert, das Geschäftsinteresse und die Arbeits- lust erhöht werden. 3. Das agitatorisch so bielsach ausgenutzte Schelten auf die hohen Dipidenden würde ein Ende nehmen._ 4. Die ganze Stellung der Arbeiterschaft zum kapitalistischen i System könnte durch die Einführung kleiner Aktien im günstigen Sinne verändert werden. Die hier verfolgten Grundsätze gehen keineswegs von der Ab- ficht aus, die Lohnhöhe der Arbeiter zu steigern; nach wie vor ist heute für die Unternehmer und ihre Presse das Motto massgebend: Herunter von den Kriegslöhne u. Da heirte die Zahl der Arbeiter, welche in gesellschaftlich geleiteten Betrieben arbeitet, unserer Auffassung nach schon die der Arbeiter in Privatbetrieben uberwiegt, so ist leicht zu erkennen, welche Ziele da? Unternehmer« organ mit diesem Vorschlag verfolgt. So schreibt es dann auch zum Schlriss dieser Abhandlung: „Damit wäre freilich noch längst nicht alleS geleistet. Aber es würde das immerhin einen Schritt auf dem Wege bedeuten, der uns aus dem Wirrsal des Klassenkampfes hinausführen soll in die Weite gerechter Würdigung dessen, was die geltende Wirtschaftsform für den nationalen Gcfamtfortschritt bedeutet.' Ob dieser Artikel zunächst nur einen Fühler darstellt, oder ob dieser Gedanke in den urassgebendcn Arbeitgeberkreisen schon aus- gereist ist, lässt sich noch nicht erkennen. Jedenfalls irrt sich der Verfasser ganz entschieden, wenn er glaubt, die Arbeiterschaft auf diese ausgefahrenen„Neuen Wege' locken zu köm-.en, und sie da- durch aus dem Gleichgewicht ihrer politischcn Auffassung zu bringen. Das„demokratisierte' Kapital, Arm in Arm mit der sozialdemo- kratischen Lohnarbeiterschaft, ein wahrhaft königlicher Gedanke! Lohnbewegung der Berliner Hutmacher. Eine Versammlung des Hutmacherverbandes beichloh am Mitt- woch, dem Verband der Berliner Damenbutiabrikanten folgende Forderungen für die Arbeiten der bevorstehenden Wintersaison zu überreichen: Für männliche Arbeiter wird der Wochcnlohn von 85 auf 70 M. erhöht. Er ist in dieser Höhe anb im Falle verlürzter Arbeitszett und wenn Feiertage in die Woche fallen, zu zahlen. Die Akkordlöhne werden um 30 Proz. erhöht. Akkordarbeiten bis zu 6 Stück werden doppelt bezahlt. Muster in Akkord find ebenfalls doppelt zu bezahlen. Wird bei Fertig- stellung von Mustern der Wockienvcrdienst von 70 M. nicht erreicht, so ist der fehlende Betrag nachzuzahlen. Auf alle Akkord- und Wochenlöhne wird eine Teuerungszulage von 25 Proz. gezahlt. Höhere Löhne dürfen nicht gekürzt werden.— Näherinnen und Garniererinnen erhalten während der Musterzeit bei voller Arbeitszeit die bisherigen Wochenlöhne mit einem Ausschlag von 80 Prozent. Ein Verdienst in gleicher Höhe wird ihnen auch bei Akkordarbeit in der Musterzeil gewährleistet. Alle in Wochenlohn und in Akkord arbeitenden Näherinnen, Garniererinnen, Staffiere- rinnen. Putzmacherinnen, Kopfaussetzerinnen und Auischlägerinnen wird ein Ausschlag von 30 Proz. gezahlt. Ausserdem erhalten alle Lohn- und Alkordarbeilerinnen eine Teuerungszulage von 25 Prozent. Die bisherigen Zwirnpreise bleiben bestehen, eine Erhöhung der- selben wegen erhöhter EiukautSpmse darf uichr eintreten. Sämt- liche Akkordlöhne sind für Betriebs- und H-imarbeitsnunen die gleichen.— Die tägliche Arbeitszeit beträgt acht Stunden, an Sonnabenden und den Tagen vor den hohen Festen endet die Arbeitszeit zwei Stunden früher. Die geforderten Lohnsätze sollen am 13. Mai in Kraft treten._ Die Wirkungen des KorbmachertarifS. In einer Branchenveriammlung der Korbmacher Berlins führte Neumann vom Hauptvorstand des Holzarbciierverbandes aus, dass der Reichstarif für Geschotzkörbe den Korbmachern wesentliche Vor- teile gebracht hat. Nach einer von der Berliner Organisation ver- anstalteten Erhebung betrug der durchschnittliche Wochenverdienst der männlichen Korbmacher im Juni>917(also kurz vor dem Inkrafttreten des Tarifs) 03,05 M. Am Jahresschluß 1S17 war der Durch- schnittSverdlenst auf 74,19 M., also um 19,69 M. gestiegen. Die weiblichen Arbeitskräfte haben � eine- wesentlich geringere Lohn- steigerung zu verzeichnen. Ihr durchschnittlicher' Wochenverdienst stieg in der angegebenen Zeit von 35,22 M. auf 38,70 M., also nur um 3,54 M. Die höchste Lohnsteigerung haben die jugendlichen Arbeiter erfahren. Ihr Durchschniltsverdienst stieg von 35,35 M. auf 52,74 M., also um 10,79 M.— In allen Orlen, wo eine Organisation der Korbmacher besieht, sind rund 20 000 PersonRi auf Geschosslörbe beschäftigt. Etwa cbenio viele Korbmacher mögen in den Orten arbeiten, wo die Organisation noch keinen Eingang gefunden hat. Die Zahl der organisierten Korbmacher ist immer noch verhältnismässig schwach. Die Tarifämter haben also mit ihren Bemühungen, dem Tarif überall Anerkennung zu verschaffen, zum grössten Teil für die Unorganisierten zu arbeiten. In den alten Orten der Korbindustrie, wo die Organisation sich eingelebt und Einfluss erlangt hat, kommen Differenzen wegen des Tarifs fast gar»richt vor. Der Tarif hat dem Gedanken einer allgemeinen Lohnrcgelung im Korbmachergewerbe nach jahrelangen Bemühungen des Verbandes endlich Eingang verschafft. Die Organisation hat bereits Schritte getan, um auch in anderen Zweigen der Korbmachern eine tarifliche Regelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse herbeizuführen. Es ist Aussicht vorhanden, dem Tarifgedanken im ganzen Gewerbe eine dauernde Gellung zu verschaffen. Wünsche und Beschwerden der Spandaner Straftenbahncr wurden in einer Sitzung von Vertretern des Magistrats und des Transportarbeiterverbandes besprochen. Die Verbandlungen bewegten sich in rulngeii und sachlichen Formen und hatten das Ergebiäs, dass vom Magistratsvertreter Abhilfe der Be- tchwerden der Augestellien zugesagt wurde. Der Verlauf dieser Verhandlungen sowie die Tatsache, dass der Magistrat sein lange Jahre gehegtes Vorurteil gegen die Gewerkschaftsbewegung auf- gegeben hat, verdient besonders betont zu werden. War eS doch allgemein bekannt, dass das Organisationsbedürfnis der Spandaucr Strassenbahnangestellten seit Jahren mit allerlei Mitteln nieder- gehalten wurde. Wenn jetzt innerhalb der Spandauer Stadt- Verwaltung in dieser Richtung eine Aenderung zum Besseren Platz gegriffen und der Magistrat aus den Verhandlungen die lieber- zeugrmg gewonnen hat, dass auch mit der Gewerlschaitsorganisation eS sich sehr gut verhandeln lässt, so kann man das ohne Zweifel als einen Fortschritt bezeichnen. Ein„großmütiges" Angebot. Die deutschen Glasarbeiter stehen momentan in einer Lohnbewegung. Ihr Einkommen sieht auch nicht entfenit im Ver- hältnis zu der ungeheuren Teuerung der Lebensmittel und all- gemeinen Bedarfsartikel. Erbalten doch die Gehilfen einen Lohn von höchstens 40 M. die Woche, die Kübelinachcr im allerhöchsten Falle 30 M. und die Einträger 18 M. Ist es bei solchen Ein- lommensverhältnissen unbescheiden, wenn die Arbeiter eine Lohn- crhöhung von 25 Proz. fordern? Der Schutzverband deutscher Glasfabriken soll, wie der Vorstand des GlaSarbeitervcrbandes erfahren hat, auf feiner am 8. April in Kottbus stattgefundenen Tagung den Beschluß gefaßt haben, dass die Löhne um 5— 7 Prozent erhöht werden sollen. Die Fabrikanten begründen ihre geringen Zugeständnisie mit der Verteuerung der Rohstoffe. Gleichwohl steigen trotz dieser Verteuerung ihre Gewinne rapide. �Jn der Flaschenglasbranche haben die Industriellen teilweise 10 Prozent Lohnzulage bewilligt und erNärt, nicht mehr geben zu können. Auch hier haben die geringen Lohnzulagen eine erhebliche Unzufriedenheit hervorgerufen. Die Verbandsleittmg der Glasarbeiter hat nun an die Regicrungsvertreler ein Schreiben ge- richtet, in welchem sie dieselben bittet, gemeinsame Verbandlungen mit dem Schntzverband möglichst sofort einzuleiten. Da die In- dustriellen bei mangelhafter Besetzung der Oese« fabelhafte Ge- Winne eingeheimst, würden sich die Arbeiter im Falle mangelnden Entgegenkommens derselbe» unter keinen Umständen abspeisen lassen Parteinachrichten. Geschichtliche Tat. Blätter aus den Schriften von Karl Marx. Zu Karl Marx' hundertstem Geburtstage wird ein Bind erscheinen, das den Bahnbrecher des Sozialismus in den Augenblicken höchster geistiger, kämpferischer Kraft durch sein eigenes Wort verlebendigt. All das in seinen Höhepunkten zu erfassen und auszudrücken, ist der Zweck des von Franz Diederich gestalteten Buches, das wir der» Marx-Gedenktage widmen. Ein Persönlichkeitöbild, das seine eigenen Worte vermittelt. Geschichtsauffassung, Linien der Gesamt- geschichte, einzelne GeschichtSzeiten, geschilderte Charaktere, ökono- mssche Grundlebren, Klasienkampf-Fundamem. Politik der Arbeiter- klaffen— in zahlreichen Grupven gefügt, soll das Buch dokumenia- nsch vergegenioärtig«», was Marx unS b»deutet. Wir sollen immer Brücken suchen, ihm nahe zu kommen, ihn ohne Enge zu gewinnen. ihm nahe zt» bleiben. Er will auf immer rreuen Wegen erobert werden und dieses Buch will ein neuer Weg sein. Das Buch er- scheint Ende April im Verlage der Buchhandlung Vorwärts, Paul Singer G.m.b.H.. Berlin LW 68. Aus dem Bezirk Pommern. Zrir Frage der finanziellen Kräftigung der Partei haben bereits einige WahllreiSorganiiationen Siellung genommen. So beschloß der Wahlverein Stettin die Wochenbeiträge von 10 aui 20 Pfg. für männliche und von 5 auf 10 Pf. für weibliche Mitglieder zu erhöhen. Der Beschluß ist mit dem 1. April in Kraft getreten. Ebenso erhöhten die Wahlkreise Köslin- Kolberg, Pyritz-Satzig und Stolp-Lauenburg die Beiträge von 30 Pf. monatlich auf 10 Pf. sür männliche und 5 Ps. für weibliche Mitglieder pro Woche. Die Wahlkreise Stralsund- Rügen, Ueckermünde-Us'e vom«Wollin und Randow- Greifenhagen werden sich in den demnächst stattfindenden Kreisgeneralversammlnngen mit dieser Frage beschäftigen. In allen Wahlkreisen erkennen die Genossen, dass in Anbetracht der grossen Aufgaben, die die Partei zu erfüllen hat und in noch diel höherem Masse zu erfüllen haben wird, für die finanzielle Stärkung der Organisationen gesorgt werden muß. Im Landkreise Aachen, einem ganz klerikalen Gebiet, macht die Partei überraschend gute Fortschritte. Im abgelaufenen Geschäfts- jähr ist die Mitgliederzahl von 32 auf 4l7 gestiegen, dar- unter 70 Frauen. Auch der Bergarbeiterverbaud macht sehr gute Fortschritte. Die übrige Tätigkeit des Wahlvsreins spiegelt sich in 31 Mitgliederversammlungen und 11 Volksversammlungen wieder, Ein schwedisches Gedeukbuch für Karl Marx. Zur Jahrhundert- feier für Karl Marx wird die schwedische Arbeiterpartei sMohrhrtis- nchtung) eine grössere Gedenkichrifl herausgeben, die drei Beiträge umfassen wird:„lieber Notwendigkeit und Freiheit in Marxens Phclosophie' von Artur Engberg,„Die Bedeutung des Marxis- mus für die internationale Bewegung' von Hj. B r a n t i n g und „Die Bedeutung der Briefe von Karl Marx sür seine Wertlehre' von S a n d l e r. Znöustne unö Hanöe!. Börse und Steuern. Die Börse hatte sich einige Tage vor der Veröffentlichung der neuen Steuern verflaut; jetzt hat sie aber ihre Kurage wieder ge- funden, weil sie sich über die glimpfliche Belastung der KriegS- liefcrungsbctriebe sreut, die gefürchtete Dividenden st euer mit Vergnügen vermißt und von dem Einfluss der'Aufflchtsräie eine Verringerung des vorgeschlagenen Schlussnotenstempels erhofft. Aber so hoch gespannt diese Erwartungen auch sein mögen, so muss doch die Börse in jedem Fall mit einer Vetvielfachutig der jetzigen Abgabe rechnen� dass sie trotzdem haussiert, beweist, wie wenig sie im tiefsten Herzensgrund von einer scharfen Atiziehung der Sieucrichraube sür Umfang und Lebhaftigkeit der GeichäfrStätigkeit fürchtet. Angesichts der Stenern, die fast ausschliesslich die breiten Volks- schichten treffen, bat der„Börsenkurier' den Mut dagegen Einspruch zu erheben,„dass die als notwendig erkannten Opfer ausschliesslich der Fiitattzwell, dem Handel und der Industrie auferlegt werden.' Aus dem Berliner Wirtsämflsleben. Die Berlin-Anhattische Maschinenbau A-G. werft einen Ueber- schnss aus. der im Geschäftsjahre 19l. von 3 731 747 M. aus 4 490 47» M. gestiegen ist. Ebenso wie in den Borjahren wurde von diesem Betrage die Knegsfreuer vorweg«bgesetzt. Aus dem Reingewinn von 2 312 325 M. i2 996 720) soll eine Dividende von 12 Prozent(10) ausgeschllttet weroen, der Reservefonds II erhält 400000 M.(250 000), auf neue Rechnung werden 124487 M.(71350) vorgetragen. Wie die Verwaltung im Geschäksbericht beme-kt, waren der Tätigkeit im Gasanstastsbau dntch die behördliche Einschränkung des Gasverbrauchs enge Grenzen gesetzt; im Gegensatz dazu erfuhren jedoch dieAnlagen für die Gewinnung vonRebenvrodukten ans dem Gate weitgehende Förderung. Ente nur vor'-rettende, ober lehr umfangreiche Tätigkeit erwuchs der Gesellschaft durch die Bear- betlmrg von Entwürfen für die Ausiührung von grossen Kosw»-ks- Neubauten und Erweiterungen iür die Zeit naa, dem Kriege. Auch die chemische Industrie nahm den Betrieb stark in Anspruch. Der ins neue Jahr übernommene Bestand an noch nicht fcriiggcsielllen Aufträgen und Anlagen ist, so hetsst es weiter im Gescha'isbencht. bedeutend: dies komme durch die Erhöhung deS Kontos für fertiae -md halüfertige Teile von 7 282 597 M. auf 11 062 340 M. zum Ausdruck. Hüttenwerk NiederfchSneweide Ä.-G. vormals I. F. GinSberg erzielte Gesamteinnahmen von 5 895 072'(4 742 300) M. Nach Kürzung aller Unkosten einschliesslich Kriegssteuerrücklagen mit 4 955 005 ff. B. 3 252 105) M. sowie nach Abschreibungen von 283501 (520 887) M. ist ein Reingewinn von 050 480(090 309) M. verfügbar. Hieraus werden, wie im Vorjahr, 13 Proz. Dividende verteilt, und zwar 0 Proz. auf das eingezahlte Kapital von 1 912 500 und weitere 12 Proz. auf den Nennwert des Aktienkapitals von 3 Millionen Morl. Der Geschäftsbericht beklagt sich über die bestehenden Berhnttungslohn« iätze. Wenn die Gesellschaft trotzdem wieder ein angemessenes Er- trägnis erzielte, so sei dies aus die durch die Aufnahme neuer Fabrikatiolrsgegenstände gesteigerte Erzeugung des Werkes zurück- zuführen. Die Elektrokupfer-Raffinationsanlage in Velten hat erst- malig ein volles Betriebsjahr hinter sich und hat damit den Beweis ihrer Leistungsfähigkeit erbracht. Das Ergebnis des laufenden Jahres werde im wesentlichen von der genügenden Zufuhr von Brennstoffen und der Möglichkeit eines uneingeschränkten Stromverbrauchs abhängen. Der russische Verlust in Brest-Jitowsk. Der Bericht des Volkskommissars für den Handel sagt, dass die Verluste Rußlands infolge des Friedensvertra« gesvon Brest-Litowsk botragen: 780 000 Ottcchratkilomcter Gebiet mit 50 Millionen Efftwohner, oder 32 Prozent der Gesamtbevölkerung des früheren Grossruhland. 21 530 Kilometer Sisen- bahnen oder ein Drittel des ganzen Eisenbahnnetzes. 73 Prozent der gesamten Eisenproduktion, 89 Prozent der gesamten Stein- kohlenforderung, 208 Zuckerraffinerien, 918 Tabakfabriken, 1085 Alkoholbrenncreien, 244 Fabriken chemischer Produkte, 015 Panier- febrilen, 1073 Werkzeugfabriken. Alle jene Gebiete, die künftig deutsch werden, brachten jährlich 845 283 000 Rubel auf und zählten 1800 Sparkassen. Eogiakts. Sozialdemokratische Forderungen zum Wohnungswesen. Der Wohnungsausschuß des Reichstages beschäftigte sich mit ermmr sozialsemokratischen Antrag, der im Auszug folgende For- derungen aufstellt: 1. Aus den Erträgen der achten Kriegsanleihe sind 500 Millio- neu zur Hergabe von Baukapital auszuscheiden und verwendungs- bereit zu halten. 2. Die bei der Heeresverwaltung lagernden Baustoffe sind, soweit möglich, bei KrÄgsende den Gemeinden zur Verfügung zu stellen, in dermn Wohnungsnot vorhanden ist. 3. In die Liste der nach Friedensschluß in erster Linie zu ent- lassenden Mannschaften find die zur Herstellung von Wohnungen nötigen Arbeitskräfte aufzunehmen. Sie müssen, möglichst in der Nähe ihrer bisherigen Heimat zunächst doxt beschäftigt werden, wo schuellste Herstellung von Wohirungen nötig ist. 4. An allen Orten, wo WobnnngSurangel zu erwarten ist, sind schon jetzt Vordem hinge n zur Beschaffung geeigneten tmd billigen Baulandes zu treffen. 5. Es sind schon jetzt Baupläne für den Klei nirohmmgs bau, namentlich auch für kinderreiche Fanrilwtt, entsprechend' den � Wohnsitten der einzelnen Bundesstaaten und Provinzen vorzubereiten. 0. Zur Vorbereitung einer schnellen WohrnntgSherstellung ist sofort eine allgemeine Staristik der leerstehenden Wohnungen im ganzen Reiche in die Wege zu leiten, deren Ergebnis in kurzen Zwisch»nräumen zu veröfftmAstber. ist. 7. Die Leitung einer planmäßigen WohnungShcrftellung bat das ReichswirtschaftSamt zu übernehmen. Alle.Vorbercimng.n da- für sind von ihm in Gemeinschaft Mit den Bundesstaaten zu treffen. BauausführungsdermittlungSslellen sind die Gemeinden. Bei allen Gemeinden, in denen Wohnungen in grösserer Anzahl gebaut wer» den müssen, sind Wohnungsämter einzurichten. Die Gemeinden begeben auf Grund genauer Perträge mit Reich und Einzelstaat die von diesen HergclieHenen Kapitalien Der Ausschuß beschloß, von einer Bindung der Kriegsanleihe zum Zweck der Wohnungsfürsorge abzusehen. Die übrigen Forde- rungen wurden einem Unterausschuß zur Woiterberatung über- wiesen.'_ Zu alt! Viele Tausende von ungedienten Landsturmpflichtigen sind im Alter von über 49 Jahren zum Heeresdienst einberufen worden, sie kämpfen zum Teil seil Jahren aas den verschiedensten Kricgsschau- Plätzen— dazu waren sie nicht zu all. Wenn sie aber wieder heimkehren und sich vielleicht bei den preußischen Sraatsbahnen um eine Stelle als Schrankenwärter n'w. bewerben, dann werden sie zurückgewiesen, denn dazu sind sie zu alt! Die Eisenbahndirektion.cn suchen in den.Anskellunasnachrichten' eine Menge Leine gegen das fürstliche Gebalt von 1400 bis 1009 M. im Jobre, aber die Be- werbcr dürkcn das vierzigste Lebensjahr nicht überschritten haben. In den Betrieben der Post ist eS nicht anders. Wenn nun aber schon die staatlichen Betriebe den Leuten, die über 40 Jahre alt ae- worden sind, die Türe verschließen, dann darf man es der auf Gewinn eiugestelten P.stvatindnstrie nicht übel nehmen, wenn sie das Gleiche tut. Die Staatsbetriebe baben die Pflicht in der Unterbringung der Knegsteiluebmer mit gutem Beispiel voranzugeben, deshalb muß man mindestens dielen gegenüber die Aitersorenze fallen lassen. Wer gut genug war, das Batet land zu verteidigen, der darf nicht, wenn er tonst geeignet ist zu alt sein, der Esten» bahnverwaltung als Schrankenwärter zu dienen. Verantwortlich für Polititt Erich Kuiincr, Berlin! für den übrigen Teil des Viattcs: Aikred Scholz. Nculölln: für Anzeigen: Theodor Eiloche. Berlin. Verlag: VorwärtS-ititrlag G. m Ii. tn. Verlin Track Vorlnäris-Buchdroekerci nnd Verlagsannair Paul Singer a.(5o. in Berlin. Lindenflrabe ö. Hicrz» 1 Beilage»ad Uutertzattnngsdian.