( 10 Pfennig) Ar. Itl. M. Zchrg. Bezugspreis: Liertel!äh«.4.Z0Mk„ monatl. l.KOM� frei ins Haus, vorauS�blbar. Einzelne Nummern>0 Pfg. Paikbezuz: Monat- lich IAO SSit Ünlcr KreuzbanS für Deutichland und Oefterrolch- Ungarn L,— V!!.!ür das übrige Ausland 4,sa Ml, monatlich, Ser>and ins g-eld bei direlter Boitellung monatl, IM Ml. Postbefiellungen nehmen an Däne» Marl, Holland, Luremdurg, Schweden und die Schweiz, Singelraaeü in die Lost-geirungs-Breisliste. Ericheint täglich, Telegramm- Adresse: »Sozialdemokrat Berlm*. Verlinev VolKsblnkt. AnzeigeuprciS > w"pi vi- 2 fctlgedrultic Wottei, redet weitere Wort 15 Pfg, SteSsngsiuche und Echlafstellenanzeiaen das crfie Wort 20'Sift,, ledes wertere Wort w'vfg, Worte über lS BuchKabon Men für zwei Worte, TouerimgSM'MS 20°/» Fainilien-Anzotgen, Siltitsche und gewerlichammze Vereins- Anzeigen so Big die Zeile, Anzeigen iür die nächste Nummer müssen bis ä Uhr nachmiNaaS im HauhlgeichSst Berlin E»,W, Lindenitratze Z, aS>e«ebcn werden. Geöffne! don? Uhr früh bis ? Uhr abendS. Zcntralorgan der fosialdemokrati fdicn parte! Deutfchlands. Ncöaktion: EW. SS. Linüenstraße 3. Zeernivrecher: Aini Moridviav. Str. lSl SO— 15197. Expsüition: EW. SS. Linöenstraße 3. Heruiprecher: Am« Morivpiag. Str. 151 90— 151 S7. M MWek W MMmg Mllds M WM B e r l i», ZZ. April. Sonntag, den 21. April 1318. kam die lrvlLndisch.cstlLndische Abordnung im Großen Hauptguartirr an. Dir Abordnung brstand aus dem Herrn von Drllinzhanse» als Führer, Herrn von Stryck, als Vertreter der livländlschen Landgüter, Herrn von Brevern, als Vertreter der eftnische« Landgüter, Herrn Bürgermeister R e h e k a m p f. Art-nsburg, als Vertreter Oejels, Herrn Pastor Hahn- Reval, als Bertrrter der Gristlichkeit, Herrn Bürgermeister Dehio a«S Reval und Herrn Stadtverordneten TarraSk aus Dorpat, als Vertreter der Städte außer Riga, Herren Stadtverordneten von Bnlmering und K r a st k a l n, als Vertreter Rigas, Herren Grmeindeälteste» M u r s, O t t a s und W» l d m a»», als Vertreter der Land- gemeinden. Der Reichskanzler Graf»im Hrrtting rmpiing die Ab- ordnung zur Entgegennahme de? feierlichen Deschlufses vom 12. April 1918. Hierauf»ntwortete der Reichskanzler mit folgender ErNLrung: Seine Majestät der Saifer und Kvaig hoben«ich z» beanf- tragen geruht, Ihnen, de« heute erschienenen Vertreter» des gemein» famen LandcSratS von Livlaitd, Estland, Riga und Oefcl, den wärmsten Dank für daS durch ihre Beschlüsse allrrhöchstseiner Person bewiesene Vertraue» auszusprechen. Der stegrciche Bor. marsch der deutschen Truppen und der Friedensvertrag von Brest- Litowsk brachte Ihnen die Erlösung von schiverer Bedrängnis und zuglrich die Möglichkeit, diejenigen staatlichen Eiarichtaogea zu schaffen, die de» Wünsche» und Bedürfnisse» der Bcvölkrrnng est- sprechen. Nachdem der vereinigte LandeSrat von Livland, Riga«ad Oefrl vis die von den verfassungsmäßigen Körperschaften berufene Ber- trctung der Bevölkerung dieser Länder sich vertrauensvoll an ihn gewandt hat, erklären Seine Majestät sich bereit, diese» Länder« den militärische» Schutz drS Deutsche» Reiches angedeihcu z» lassen und sie bei der endsiultigeu Durch sührml« der LoSlösuug v»» Ruhlaud wirksam zu»nterftütze». Seine Majestät»»erben fodaaa gern breit sei», im Name« des Reiches auch formell die lobge- lösten Gebiete alt selbständige Staate« aazrter» kennen. Seine Majestät begrüße« den vsu de« LandeSrat auSxr» sprochenca Wunsch, daß ans Kurland, Livland, Estland, de« vorgelagerten Inseln and der Stadt Riga ei» ei«- heitlicher,» r f ch l» fs e» e r, m o» a r ch i s ch- k o u st i t«- tioaeller Staat mit einheitlicher Verfassung und Verwaltung gebildet werden soll und wollen gern mit Rat und Tat zur Herbei- führung dieses Zustandes helfe». Auch sind Seine Majestät gern bereit, dir Schaffung eigener Landekrinrichtungen für Livland und Estland zv ermöglichen, die bis»um staatlichen Zusammenschluß der baltischen Gebiete die Verwaltung LivlaudS»nb Estland? führe« sollen. Mit besonderer Freude und Genugtuung hat eS Seine Majestät erfüllt, daß sie de« Dankgefühl ihrer Länder durch den Wunsch Ausdruck verliehen haben, daß der neu zu bildende Staat dem Deutschen Reiche durch eine Personalunion mit der Krone PrenßeuS enger verbünde« werden möge. Diese Bittr wird wohlwollend geprüft und die allerhöchste Entscheidung wird dem LandeSrnt»ach Anhörung de, zur Mit- Wirkung berufenen Stellen mitgeteilt werden. Seine Majestät werden ferner bereit sein, nach LoSlösung der baltischen Gebiete von Rußland allerhöchst ihre Zustimmung dazu zu erteilen, daß zwischen dem Deutschen Reiche und dem auS den losgelösten Gebieten gebildeten Staat die erfordcrliäien Militär-, Münz-, Verkehrs-, Maß-, Zoll- und sonstigta Kon- v e n t i o u e n abgeschlossen werden.— Seine Majestät läßt den LaiidcSvcrtrrtlingcn seinen kaiserliche« Gruß entbieten und ihren weiteren Arbeiten für die Entwicklung der Von ihnen vertretenen Gebiete reichste» Segen wünschen. « Aus den verschiedensten Gründen erhebt stch anfS neue die Frage, ob der Zustand, in dem wir mit Rustland leben, wirklich der Frieden ist. Unter dem Frieden verstand man - vor dem Kriege einen Vcrtragszusland zwischen den Staaten, der für die Dauer seines Bestandes die Anwendung militärischer Machtmittel gegeneinander ausschließt. Auf den ver- schiedensten Gebieten des weiland russischen Reiches und unter den verschiedensten völkerrechtlichen Rechrstiteln sehen wir aber deutsche Truppen in Bewegung nach vorwärts. Bon diesen Gebieten gilt freilich nur noch eines nach dem Friedensvertrag von Brest-Litoiosk als ein Test der russischen Republik, näm- lich daösenige Estlands und L i v l a n d s. Von ihm heißt es in dem von Rußland angenommenen Ultimatum: Livland und Estland werden von ruisiichen Truppen und Roter Garde unverzüglich geräum! und von deutscher Polizei- macht deietzt, bis Landeseiurichtungen die Sicherheit ge- wäbrleisten und die staatliche Ordnung hergestellt ist. Livland und Estland erfahren damit eine unterschiedliche Behandlung gegenüber Polen, Litauen und Kurland, von denen gesagt wird: Vergeblicher feindlicher Angriff nord- westlich Bbthnne. B e r l i», 22. April 1918. a b e« d S. Amtlich. Bon deu Kriegsschauplätze« nichts Neues. Amtlich. Großes Houptgnartirr, 23. April lg18.ellatton zu bestehen, die ich auf keinen Fall würde annehmen können. Abgeordneter C i r i a n i erklärte sich mit diesen ZluS- sührungen SonninoS einverstanden' dle veränösrungen in üer englischen Regierung. Wie.Nieuwe Rottecdamsche Courcmt" aus London erfährt, ist man in verschiedenen Kreisen mit den Veränderungen in der Re- gierung sehr einverstanden. Man nimmt an, daß die Regierung sich wegen wahrscheinlicher Schwierigkeiten in I rh a n d fester in den Sattel zu sehen wünscht. Die Aufnahme von Chamber- l a i n, der schon dem Ausschuß für den Homerule-Cntwurf ange- hört hat, wird, wie man hofft, dazu beitragen, den Weg zu Howerule zu bahnen. In uniomstischcn Kreisen findet der Plan viel Wider- spruch, aber man denkt, dag Chaniberlein sich um einen Aus- gleich bemühen werde. Sin Teil der Ilnionisten betrachtet ihn >ls Leiter. Sein Anschluß wird in voll ein Umfange Homerule zu- gute kommen, das genügi, um zu verstehen, weshalb durch und durch konservative Zeitungen, wie„Mariiing Post", die Homerule uiwer- söhnlich bekämpfen, di« Ernennung ablehnen. Aber noch andere Einflüsse stttb am Werke; die msttende Er- b i t t e r u n g der Northclisfe-Blätter über ChamberlainZ Eintritt in das Kabinett kann nicht in derselben Weise erklärt werden..Times"«ich„Dailb Mail" haben nicht vergessen, daß Chamberlain vor kurzem im Parlament den ungehörigen Einfluß gewisser Zeiiungen und die engen Beziehungen de? Premierministers zu ihren Besthern angriff. Aus demselben Grund« erklärt die .radikale Press« ihre Befriedigung über die Ernennung, weil st, darin ine Abweisung?! o r t h c l i f f e S steht. Es steckt ak'er noch «odeutsameres dahinter, was den gemäßigten Gruppen aller Par- Wien zusagt. Diese Kritik der Northcliffe-Blätter und diese ministe- rieklen Beränderungcn machen den Sindruck, als feien sie von de- schränki?« politischen Erwägungen diktiert. Thamberlain gilt überall als ernster Mann mit guter Begabung, aber er hat nicht« von der Genialität seines Dater». Er ist der durchschnittliche JriedenSzeitpoliiiker, der jetzt für einen hohen Posten »ersehen ist, weil er immer im Staatsdienst getvesen ist..Times" schreibt! Wo» von dem Kriegskabinett geleistet worden ist, ist von M t l n e r und Lloyd George geleistet worden. Selbst dt«, die stch übec MilnerS Politik geärgert haben, glauben, daß er ein außer- ordentlich geschickter Mann von großem Verwalwngsgeschick ist. Man e-ivartet deshalb von feiner Amtsannahme große Dinge. Man ataubt, daß vor allem fein Mut und sein Talent, vielversprechend« Männer zu Mitarbeitern zu nehmen, mit dem Schlendrian der lt ober lieferung uud dem G ü n st l i n g s w? se n Im Staats- sekreigriai für den Krieg aufräumen wird. Es bleibt nur zweifel- � ast, ob Chamberlain ein genügender Ersatzmann ist und ob er für die allgemein« Leitung der Angelegenbeiten ausreicht. Unabhängige Beurteiler ballen dir Ernenn ungvonDerbY -um Botschafter von Paris ftir ein Zeichen, daß Lloyd George dann und mann auf die alte phantasielose Methode 'üeückkommt.®s ist die Frage, ob die Laufbahn des jetzigen Eack sf Derby auf etwas andere» als Stellung und Tradition beruht. Man ist ziemlich allgemein der Anficht, daß sein« Verwaltung des TtaatssekretariatS für den Krieg sich durch Schwäche ausgezeichnet i'abs. Der Kampf zwischen Slobeeison und der Re- g i e r u n g Ist zum großen Teil ohne Rücksicht auf ihn geführt mobden; seine Stellungnahme dazu war sispvankend, Er hat stch so- -a? widersprochen und dt« Anhänger Robertsons, wie.Morning -ost". beschuldigten ihn, den General nicht unterstützt zu haben, um >insn Posten zu behalten. So war es auch jetzt; als er sich schließ» Ach dazu entschloß, als Staatssekretär für den Krieg abzutreten. wurde er mir dem Botschafterposten in Paris getröstet, als ob Vor- nehmheit und äußere Würde dazu ausreichend seien. Inzwischen scheint die Regierung für ihre irische Politik -ins andere Unterstützung a l S die ChamberlainS ntitig zu haben. Di« Lag« in Irland hat sich schnell entwickelt, ?:« unversöhnliche Haltung der katholischen Hierarchie macht die Aussichten für die Regierung hundsetmel schwieriger. in Irland. London, St. April.(Reuter.) Die Polizei entkernte gestern alle Waffen und Munition auS den Büchkenmacherläden in Dublin. Wie gemeldet wirb, ist eine ähnliche Maßregel in ganz Irland durchgeführt worden. London, 21. April.(Sieuter.) Der irische nationalistisch« Ab- geordnete Devlin sprach in Belfast vor einer Menge von mehreren lausenden uud forder t« die Iren dringend auf, in jeder leiie dem Wchrpflichtgesetz die Anerkennung zu v- csagen. Wenn sie diese Haltung einnähmen, sagt« Devlin, mürben sie nur dasselbe tun, was di« Ulstermännec gegenüber Home- ruft getan hätten. London, 21. April.(Rsuter.) In ganz Irland predigte gestern die ganze Geistlichkeit gegen die Wehrpflicht. Viele 'Priester nahmen nach dem Gottesdienst großen«iolksmengru einen !> i d» n f den Widerstand gegen di« Wehrpflicht ab. London, 22. April.(Reuter.)„Daily Chronicle" erfährt aus Cork: Tie Militärbehörden übernahmen sie hauptfäch- Uchjteu Eisenbahnen, Postämter und Telephon- vuregns in Irland.___ Holland uuö die Jrieöensbswegung. Haag, 20. April. In dor Antwort auf den Kommission?- bericht in der Ersten Kammer über da? Budget de? Ministe- rftnnS des Auswärtigen führt die holländische Regierung über die Friedensbewegung ans: Die Regierung zaudert nicht vor der Friedensbewegung, dock trägt Ks der auch durch die Kammer zum Ausdruck gebrachten Ansicht Rechnung, daß, wenn die Regierung sich in dieser Sache äußert, die? nur im gegebenen Augenblick ae- schehen darf. Die Idee»ineö Staatenbunde? wird von der Regierung weiter verfolgt; dieses Problem, inöbesondere der Borschlag einer Liga zur Erzwingi»«; de? Friedens, wird jetzt der Kommission beraten, dt« seinerzeit zur Borboreituirg einer dritter, Friedenskonferenz ernannt wurde. Die Lage an der Vestfrent. Frau.äsischer Hrereöbcrüht vom 21. April nachmittag». Die BrMerietätigleu hielt am linlen Lvre-Uier ebenso wie in der Mitte z iv i i ch e u M o n t d i d i e r und N o y o n an. Em deutscher Handstreich nördlich von ReimS wurde abgewiesen. Der Kampf dauerte während der Nachr in der Gegend von Setcheprey an. Die Frau, ose» eroberten fast das ganze verlorene Grbwt zurück. Amerikanische Einheiten, di« mit unseren zwammen- kämpften, tviessn ebenfalls einen deutschen Angriff im selben«6- Ichnilt ob. Mehrere Handstreich« wurden von französisch«!! Truppen m Lortzrmgen und in den Vogesen ausgeführt. FrmezSjischer Hxeyshericht vom sl. April abend». Kein« Jnfantene- Unternehmung. Im Laufe des Tage» beiderseitig« Artillerietätigkeit an derschftdenen Stellen der Front an der So mm e, Avre. O i f e sowie auf dem rechten Ufer der Maas. Nördlich von S« i ch e p r e y wurden unftre Linien vollständig wieder- hergestellt. Der Feind beschießt ReimS, von wo mehrere Brände gemeldet wurden. Englischer Heeresbericht vom 21. April nachmittags. Feindliche Angriffe während der Nacht auf einen unserer Posten südlich des Scarpe-Flulses wurden nach kurzem Kampf zurückgeschlagen. Der Versuch der Feinde, nordöst- lich von Aver« vorzurücken, wurde durch unsere Artillerie vereitelt. Gestern abend führten wir ein örilicheS Gefecht in der Nachbarschaft von Robeca aus, in welchem durch unsere Truppen eine Anzahl Feinde getötet, einige Gefangene einoebracht und Maschinengewehre erbeutet wurden. Feindliche Artillerietäiig- k-it dielt gestern nachmittag und abend in den Abschnitten an der S o m m e und der Anere und in der Nachbarschaft des L a- B a i s ö- K a n a l S an. Englischer Heeresbericht von, 21. April abends. Heute früh fand in der Gegend von Nobcca ein örtliches Gefecht zu unserem Vorteil statt, wobei die feindlichen Truppen erfolgreich aus einigen ihrer vorgeschobenen Posten berauSgelooiien wurden. Die feinoltche Artillerie zeigte in dieser Gegend beträchtliche Tätigkeit. Außer beiderseitiger Arttllerietättglett in verschiedenen Abschnitten verlief der Tag an den anderen Teilen der britischen Front ver« hältniSmäßtg ruhig._ Vke Lage in Mnkanö. Ermordung des KrlSgsministers der finnischen Nevolutiou Sto�olm, 22. April. Wie.Stockholms Tidningen� auS Hgparanda erfährt, haben die Roten Gardisten ihren Kriegs- niintster Haapalatnen ermordet, angeblich iveil sie unter setner Flihning so große Verluste erlitten haben. Haapalatnen war vor der Revolution Vertrauensmann der Sägewerks- arbeiter und wurde zuerst Zivilminister und später Kriegs- minister der Roten. Nach täglich einkeffenden zuverlässigen Nachrichten soll das Vorgehen der Weißen Truppen gegen die gefangen- genommenen Noten Gardisten und die an deren Seite mitkämpfenden russische« Soldaten sehr grausam sein. General Mannerheim scheint daS von ihm zu Beginn des Bürgerkriege» angekündigte ichonunasloie Vorgehen gegen ic-oe Gegner wahrmachen zu wollen. Dabei setzt er sich über alle völkerrechtlichen Bestimmungen der Behandlung von Kriegsgefangenen vollständig hinweg. Die Haufen- weise®r schiefe ii ng der Kriegsgefangenen, welche vorher sich selbst ihre Gräber graben müssen, scheint besonders nach der Einnahme von Tcnnmerfor« zur Regel geworden zu sein. Bei dieler Erschießung wird auch keine Nucksicht auf die Mit- gltrder der weiblichen Todesbataillone genommen. die da« gleiche Los mit ihren männlichen Kameraden teilen müssen. Besonder« blutdürstig zeigen sich die Weißen gegen die krtegs- gegangenen russischen Soldaten. Dieses Vorgehen der siegreichen Weißen hat in weitesten Kreisen der skandinavischen Länder, auch in solchen, die gegen die Revolution der Noten waren, eine große Mißstimmung und Erbitterung erregt. Im Stockholmer.Sozialdemokraten" wendet sich Branting in überaus scharfer Weise gegen diese Behandlung be- siegter Gegner. Vor allem weist er auf die ungeheure Erregung hin, die hierdurch in Rußland eittstchcn wird, und die zu lünstigen Repressalien Anlaß geben wird. Man müsse da- mit rechnen, daß Nußland nicht ewig im Znstand der gegenwäriigen Enikräftigung bleiben wird. Ferner glaubt Branting voraussetzen zu können, daß auch in Deutschland Stimmen gegen eine Krieg- führnng nicht fehlen werden, di« die Barbarei so weit treibt. E» ist zu beachten, daß dt« Weißen«in« von dekannten lonser- vativen Persönlichteften Schweden»«ingeleitete Hilssrxpedition, an der sich auch Sozialdemokraten beteiligen wollten, abgewiesen haben. Rache an öen Kriegsschulö;'genl Bukarest, 2t. April. In der Moldau hat sich unter der ve- zeichnung Liga Pavintilor(Bund der Eltern) ein« Vereint- gung gebildet, dio mit äußerstem Nachdrucke die Bestrafung jener fordert, di, Rumänien in den Krieg gedrängt haben. Der neue Bund richtet an die Bevölkerung einen Auf- r u r. in dem in ftidenfchaftlichen Worten der Erbitterung breiter Schichten de» Volk«» gegen die Politiler, die da» Land in» Un- glück stürzten. Ausdruck gegeben wird. Der Aufruf führt folgende Brogrammpunkte des neuen Bundes an: 1. Der Bund treibt keine Politik, er ist an» dem Schmerze und der Trauer der Nation hervorgegangen. 2. Der Bund wird von der Negierung verlangen, daß sie sofort nach Friedensschluß die Politiker zur Verantwortung ziehe, die das Vertrauen de» Landes mißbrauchten»nd da» allgemeine Unglück verschuldeten. k>. Das Vermögen d,r schuldigen Politiker soll beschlagnahmt und für Unterstützung mittelloser Eltern benützt werden, die ihr« Söhne im Kriege verloren haben. Die Aktion dieses Bundes ist ein neue» Zeichen der erregten inneren politischen Stimmung Rumänien». All« Mogltchkeiien des Kampfe» gegen die reaktionären Machthaber von gestern werden ausgenutzt. Die Erbitterung de« Volkes über die Kriegsleiden organisiert sich und fordert waschechte LinkSaktlonen. Sravting und LsnM gcgen öen �vorwarLs". Im Slockholtner„Sozialdemokutten" vom 13. Ap-ril richtet Branting in einem lmrgcn.»Die letzt« Kapitulation" be- titelten Lsftartikol wiederum Angriffe gegen die deutsche Sozialdemokratie und gvgl-'n dm»V o r w ä r t s", der jetzt keine andere Läsung seh« ali den militärischen Sieg im Westen. Der deutsche Freisinn und das Zentrum seien schon früher von der Juliresolution abgefallen, die deutsche Mehrheit folge ihnen jetzt nach. Em Fr leben durch militärische!! Sieg mit FriedonSb- diugungen, die durch das Schwert auferlegt werden— wie». B. der vierten Teilung Polens— habe bisher als nationalistisches Pro- gramm gegolten und sei von der Sozialdemokratie überall bekämpft worden. Die deutsche Mehrheit bekenne sich jetzt zum vollen deitt- scheu Sieg im Westen, mit offenen Augen dafür, was dieses für Belgien bedeute und welche.GrenzreLuljerungeti" auf französi- schem Boden zugunsten der westfälischen Jndustriemagnaten er in sich schließe. Statt des Verständigungssriedens. zu dem sich auch die deutsche Maheheit wähvsnd des ganzen Kriegs bekannt habe, werde jetzt«in Frieden vorbereitet, der wenn irgend einer seit Napoleon» Tagen das gerade Gegenteil davon bedeute:»Und die deutsche Sozialdemokratie findet nichtdieKrast— oder vielleicht nicht die Einigkeit?— nein zu sagen. Sie stellt sich abseits und enthält sich der Stimm«. Aber auf diesem Weg der Zerstörung gibt eS kein Zurück. Ter„Vorwärts" ist jetzt soweit gegangen, daß er gegen Wilson, der in absichtlich maßvoller Sprache doch die Wahrheit Über Brest-Litowsk gesagt hat. auch das letzte, nämlich den PerständigungSfrieden über Bord ge- warfen hat. Es ist ohne weitere» klar, daß eine Partei, die auf diese Art das Selbstbeftimmungsrecht der Völker preisakbt, sich selbst aus der Internationale aus- scheidet, di« trotz aller militärischen Siege und Niederlage» doch eine? TageS wieder aufgerichtet und ein stärkerer Machtfakior in der Welt als je werden wird. Aus der anderen Seite schreibt in der.„Glocke" Leusch: »In der ganzen Welt ist der Eindruck der deutschen Siege un- geheuer, und wie ein Beben geht eS über die Erde. Was sich hier vollendet, ist mehr als ein militärischer Erfolg,«s ist ein« well- politische Umwälzung allergrößten Formats. Da» hat s e l b st d a S Z«ntralorgan der deutschen Sozialdemokratie begriffen, und nachdem«S vor kurzem erst noch die deutschen Siege als da» einzige Hindernis zum Frieden bezeichnet hatte, schreibt es jetzt umgekehrt, nur der baldige völlige Sieg Deutschlands biet« den Weg zum Frie- den. Dieses jammernswürdige Schauspiel ist freilich nur das notwendige Ergebnis eine: Politik, di« für den.Vorwärts" seit Kriegsbeginn charakteristisch war und in der di« Ersetzung der Ströbel und Stadt Hägen durch Stampfer nur eine Aenderung in der Couleur, aber nicht in der Art war. Tieft Politik war gekennzeichnet durch ihre absolute Ideenlosigkeit, durch ihren zuweilen grotesken Mangel an Gedanken- uud Geist, von Mut Welt als je werden wind." Immer wieder kam der weinerliche Spießbürger heraus, der anklagend die Arme zum Himmel erhob ob der Scklech- tigkeit und der Unvernunft dieser Weft. der heute dieser, morgen jener Illusion nachlief, immer beteuernd, daß er die unfehlbare, die absolut gewiss« Wahrheit in den Händen trage. Wann hätte er e» gewagt, die schlechthin vernichtende Kritik, die unlängst das wissen» schastliche Organ der Partei, die»Nene Zeit" an den öden Schlag. Worten von„Parlamentarismus" und nun gar von»Selbstbestim- mnngsrecht der Böller" vollzog, seinen Lesern vorzusetzen, geschweige sie zu widerlegen! Und jetzt, wo die Geschichte selber da? andere ebenso geistvolle Schlagwort vom„Berstöndigungsfriedcu" blutig kritisiert, ist der»Vorwärts" gezwungen, sich vor aller Welt zu de». avouieren und den deutschen Sieg als die unentbehrliche Voraus- setzimg des Friedens zu feiern, der soeben erst als seine absolut sichere Verhinderung gebrandmarkt worden war. Zum Beweise aber dafür, daß auch hier nicht etwa ein« besser« Einsicht endlich durchgerungen, sondern wie immer nur eine gedankenlos« Phrase vorgetragen wurde, schrieb der»Vorwärts' einig« Tage später, als di« Presse seinen Stellungswechsel konstatiert«, davon könne keine Rede sein, er habe nicht» anderes gesagt, wie er immer gesagt habe, und wer da» nicht begreif«, habe vom Sozialismus eben keine Ah- nung." * Die Redensart, wer das nicht begreife, habe vom GoziaftSmu» keine Ahming, entstammt nicht unserem Wortschatz. Solche auf» geblasen« Schulmeisterei hat jetzt im„Vorwärts" nicht das Wort. Sachlich sei bemerkt, daß von einem Stellungswechsel des»Vor- wärtS" kein« Rede sein kann. Er ist stets, wenigstens unter feiner jetzigen Redaktion, für den Erfolg der deutschen Kriegführung, aber gegen ssinen politischen Mißbrauch zur Unterdrückung fremder Völker eingetreten. Wegen des ersten wird ihn Bran- ting immer des Verrats an der International« zeihen. waS aber das zweite betrifft, so fürchten wir nächsten» in der.Glocke' zu lesen:«Gegen die Unterdrückung fremder Völker'— da» sei auch nur so eine gedankenlose Phrase' wie Parlamentarismus, Selbst- bestinnnungSrecht und VerständigungSftieden. Wa»»Wilson» maßvolle Sprache' betrifft, auf die sich Bran« ting beruft, so sei daran erinnert, daß Wilson in jener Rede»Ge- walt, Gewalt bis zum Aeußersten, Gewalt ohne Grenzen" proklamiert hat. Darauf antworteten wir, gegenüber dieser Politik könne eS auf deutscher Seite nur«inen Wunsch geben, den Sieg Deutschlands Im übrigen könnten sich Branting und Lensch vielleicht direkt miteinander auseinandersetzen! Der Krieg auf öen Meeren. Berlin, 21. April. Im östlichen Teil deS AermelkanalS, auf der Linie, auf der vorwiegend die KriegSmaterialtranSporte de« Feinde» vor sich geben, bat eines unserer O-Boote, Kommandant Oberleutnant z. T. Warzecha, den vollbeladenen englischen Dampfer Highland Brigade(SSSS Br.-Reg.-To.) und einen weiteren mindestens V0l)0 Br.- Reg.- To. großen Dampfer abgeschossen, den letzteren aus großem, stark ge» sichertem Gelettzug heraus. Gesamttonnenzahl au» den neuerdings eingegangenen Meldung«»: IS 000 Br.-Nrg.«T». Der Chef deS«dmiralstade« der Marine. Hollands KriegSauSgabe«. Wie aus dem.Haag gemeldet wird, hat Finanzminister Treub in der Zweiten Kammer erklärt, daß die Kriegsausgaben bereits eine Milliarde Gulden überschritten haben, und darauf hingewiesen, daß sie aus anderthalb Milliarden steigen würden. Augenblicklich könnenicht an eine teil« weife Demobilisierung gedacht werden, sobald aber die Gefahr ftir Holland vermindert sei. werde man sich die Frag« vor- legem können, ob nicht ein« teilweise Demobilmachung geboten er» schein«. Holländische Leibtragende deS russischen StaatSbankerottS. Der Minilster de» Auswärtigen gibt betanm. daß er bei der deutschen Regiera-ng anfragen ließ, ob wicht mit der Ukraine e-iue befriedigende Regelung für die holländischen Besitzer russisiher Staatsschuldverschreibungen getroffeu werden könne. Eonstantin Strre, der im Kampf gegen das alt« System in Rumänien im letzten Jahre stark in den Vordergrund trat, ist einstimmig zum Vorsitzenden des beßarabischen Landesrates gewAiht! worden. Der rumänische Gesandte für Schweden und Dänemark, George D e r u s s i. ist feines H o st e n s enthoben und zur Verfügung gestellt worden. Der Beriailler Krirzsrat. Pari», 21. April.(Havas.) In» folge verschiedener Veränderungen in letzter Zeit bilden den Ver- sailler Kriegsrat nach dem„Echo de Paris" jetzt General B e l i n für Frankreich als Vorsitzender und als Mitglieder General Sack- ville West für Großbritannien, Robilas für Italien und B l i ß für die Vereinigtem Staaten. Der Indische Nationalkongreß erklärte in einem Telegramm an den Premierminister und den Vizekönig in Delhi, daß Indien allein noch fünf bis zehn Millionen Mann stellen könne. Reichstag. 150. Sitzung, Montag, den 22. April, iiachmittags 3 Uhr. Am Bundesratstisch: v. Payer, v. Breitenbach. Bizepräsident Dr. Paaschc begrüßt das Resultat der 3. Kriegs» anleihe. Eingegangen ist das Arbeitskammergesetz und die Novelle zur Gewerbeordnung betreffend Aufhebung des § 158. Hierauf wird die zweite Beratung de? Etats der Verwaltung der Reichseisenbahue» fortgesetzt. Äbg. Haegy(Els.) bespricht die Verhältnisse der Beamte» bei den Eisenbahnen i» Elsaß-Lothringen. Der Reklamever» ac.ni ❖ ZS. Jahrgang Heilage öes Vorwärts Dienstag, 2Z. Wri! 1 21 S GroßSerün GrabinfthrPen. Hier erwartet der Stammgast Geuügefam die Stunde der letzten Verheißung. Als er zwei Portionen auf einmal nahm, starb er. Die Massenspeisung. * Von schwerem Berufe ruht hier aus der Schauspieler Daniel Striese. Er spielte drei Jahre„Dreimäderlhaus'— das Ende war Paralyse. Hier ruht Minister a. D. Czernin. Gott gebe, daß er erhört wird und nicht mehr durch Briefe oder sonstwas aus Wien im ewigen Schlafe gestört wird. * Wir säugten die preußische Wahlrechtsreform mit echt preußischen Geistes Ausfluß. der war für das arme Kind zu enorm— drum ist es gestorben. Der Ausschuß. _ Paulchen. Wieviel Gas darf ich verbrauchen? Die zur Ersparung von Kohlen für nölig gehaltene Einschrän kung des Gasverbraucks, die der Bevölkerung vom Spätsommer vorigen Jahres ab unter Strafandrohung aufgezwungen wurde, soll in Groß-Veilin nicht nach Wunsch gelungen fern. Man forderte und erwartete hier eine Einschränkung auf S0 Proz.(--- neun Zehntel) des Verbimuchs von 1916, aber jetzt wird gemeldet, daß die in 1917 derbraucht« Gasmenge noch die des vorhergebenden Jahres über» schritten habe. Das wird zutreffen; z. B. erzeugten die Gaswerk der Stadl Berlin in der zweiten Hälfte von 1917 fast ISll'/z Millionen Kubilmeter, dagegen in der zweiten Hälfte von t9!6 nur ISö Millionen Kubitmeter. Angekündigt wird, daß der Kohlenverband Groß-Berlin nunmehr die Strafgelder eüuisben werde, die für das Mehr des Verbrauches mit 59 Pf. pro Kubil- mster festgesetzt sind. Die Durchführung dieser Maßregel bezweckt, in den kommenden Sommermonaten die vorgeschriebene Einschränkung des Gasverbrauchs zu erzwingen, damit die so ersparte Kohlen- menge zur Sicherung des Winterbedarfs beitragen kann. Viele Hausfrauen haben gewiß längst wieder vergessen, welcher Gas» verbrauch ihnen nach der im vorigen Jahre ergangenen und noch geltenden Verordnung erlaubt ist. Der Verbrauch darf für jedes Vierteljahr bis neun Zehntel der in demselben Viertel von 1916 verbrauchte« GaSmenge betragen, er braucht aber nicht unter einen gewissen Mindest betrag hinabzugehen. Dieser ist festgesetzt für Januar bis April aus 195 Kubikmeter, für April bis Juli auf 79 Kubikmeter, für Juli bis Okiober auf 79 Kubikmeter, für Oktober bis Januar auf 129 Knbilmster. Nach der Verordnung wäre maßgebend für Beginn und Ende des Vierteljahres die erste Gasmesser- ablesung in jedem Vierteljahr, doch möchten wir bei der Unregel- Mäßigkeit der Ablesungen die Möglichkeit genauer Befolgung dieser Lorschrift bezweifeln. Nachdem wir in daS Vierteljahr April bis Juli eingetreten find, sollen jetzt viele Familien versuchen, mit nur noch 79 Kubikmeter anszukommen. Das mag gehe», wo die Haupt« menge des verbrauchten Gases zur Beleuchtung dient, aber ichweier ist es da, wo das Gas hauptsächlich zum Kochen verwendet wird. Kartoffeln und Gemüse erfordern viel Gas und zwar im Sommer kaum weniger als im Winter, so daß sich hierbei in den Sommer- monalen schlecht Gas sparen läßt. Die in 1917 beobachtete Zu- nähme des Gasverbrauchs ist wahrscheinlich großemeils daraus zu erklären, daß infolge von Brotknappheit öfter als sonst Kartoffelgerichte nnd Suppen zubereitet werden mußten. Wo das zur Ueberschreitung des zugelassenen Höchstverbrauches von Gas geführt hat. wird die jetzt bevorstehende Einziehung der Strafgelder um so mehr als Härte empfunden werden. Schüler als Kohlentrausportevre. Wie die städtische Sckuldeputation in einer Rundverfügung den Rektoren muteilt, ist für Berlin die Einrichtung eines sogenannten Schülerhilfsdienstes getroffen worden. Sie bezweckt, alten, schwacken oder kranken Leuten, ferner solchen Personen, die durch ihre Arbeits- täligkeit verhindert sind, selbst die Kohlen von den Lagerplätzen zu Haien, die nötigen Brennstoffe durch Schüler unserer Schulen in der schulfreien� Zeü zuzuführen. Die Deputation für die Kohlenversor- gung erwägt, ob es angezeigt erscheint, für die Beförderung kleine Handwagen den Schulen zur Verfügung zu stellen. Mit Rückficht auf die Schwierigkeit einer Kontrolle wird eine sorgmttige Auswahl unter den in Betracht kommenden Schülern angebracht sein. Die Bürgerschaft wird späterhin bei den Brotkommisfionen und Kohlen- Händlern wegen dieser Einrichtung die erforderlichen Hinweise er- halten. Ein grostes Massensterben im Tiergarten. Das vielen Btütenlräumen und Werder-Plänen so feindliche Wetter der letzten Tage bat wenigstens eine segensreiche Wirkung gehabt: es wurde zur siegreichen Frühlingsoffenfive gegen das Millionenhecr der Eichenspinner im Tiergarten. Infolge des sonnigen FrühlingSwetlers waren sie aus ihrem Winterschlaf erwacht. Die Eichen hatten im vorigen Jahr zum zweitenmal Triebe angesetzt, die das gefräßige Volk der Raupen aber so radikal vertilgte, daß sich dies Jahr das Ansetzen der Knospen stark derzögerte. Viele Eichen strecken»och heute ihre Zweige wie Besen- stiele gen Himmel und wo junges Laub sich zeigt, ist es nur ein überaus kümmerlicher Trieb. Da fanden denn die Milliarden junger Räuplein den Tffch ungedeckt. In Mafien ließen sie sich herunter« fallen und bevölkerten Weg und Steg auf der Suche nach Futter. Ein wahrer Sprühregen von winzigen Räuschen ging in den sonnigen Tagen ans die Köpfe der Spaziergänger im Tiergarten nieder. Doch nun ereilte sie ein zweites Strafgericht des Himmels: der plötzlich einsetzende kalte Regen gab dem hungernden Heer den Rest. Wenn die Katastrophe nickt eine größere Zahl von Nestern noch in uneröffnetem Zustand antraf, steht zu hoffen, daß die scheuß- liche Raupenplage ihr Ende gefunden hat. Das wäre im Interesse des schwer geschädigten Eichenbestandes dringend zu wünschen. Nene Anschlnstlinie» im Gross- Berliner Strassenbahn- verkehr. Durch den neuen Straßenbahn-EinheitSvertrag bleiben die zwischen der Großen Berliner Straßenbahn und ihren Nebengesell- fchasten geschhsisnsn AmchlußbetnebSverträge unberührt; die Straßsnba hügeteKchasten find, so lange sie natürlich nicht der- schmolzen sind, berechtigt, auch weiterhin unter einander derartige Anschlußbetriebsverträge abzuschließen. Von dein Abschluß ist dem verband Groß-Berlin Mitteilung zu machen. Auf sein Verlangen ßud die Siraßenbahngeiellschaften verpflichtet, auch mit au deren Etraßenbahnunternehmungen Anschlußbetrieb« aus ähnlicher Grundlage einzurichten, wie sie sich aus dem zwischen dem Ver- band«, der Stadt Spandau und der Berlm- Charlottenburger Straßenbahn geschlossenen Bertrage über die Linie Neukölln- Spandau ergiebt. Weitere Anschlußbetriebe mit anderen Siraßen- bahngeiellichaflen Groß-Berlins, die im neuen Vertrage berücksichtigt und festgelegt werden, find für die Linien I und 9 mit den Berliner O st b a h n e n in der Weiise geplant, daß der Gesamtfahrpreis der Linie 9 29 Pf. und der Linie I 25 Pf. beträgt. Auf der Linie I wird außerdem eine übergveifende Teststrecke Spittelmarlt— Ober- schöneweide— Königplatz für 29 Pf. eingerichtet. Auf die bereits im Betrieb befindlichen Anichiußltmsn nach Spandau über den Span- dauer Bock tritt eine Verbilligung ein. Der Gesamtfahrpreis be- trägt vom 1. Mai ab auf dieser Linie nur 25 Pf. gegen jetzt 35 Pf. Daneben sind übergreifende Teilstrecken Zoologischer Garten— Spandau, Triststraße, und Bahnhof Tiergarten— Spandau, Tritt- straße, für 29 Pf. einzurichten. Auf der Anschlußbetriebsliiiie Bahnhof Jungfern Heide— Spandau, Markt, soll der Fahrpreis für die ganze Strecke 29 Pf. betragen. Auf allen Anschlußbetriebsltnien gelten die neuen Doppelsahrscheine nnd Sammeltarten nur auf den Eigentums strecken der Großen Berliner Straßenbahn und ihrer Tochtergesellschaften._ Gehalt ist Nebensache! Ein GemRsmsnich erließ kürzlich in der»Vossischen Zeitung' folgendes verlockendes Angebot: Privatsekretäisin). d. i. d. Lage u. gewillt ist. Gehalt neben- sächl., Arbeit als Haupts, z. betracht., f. wiffensch. Arbeit, mind. tägl. 2 Stdn., ges. Bedingung: Eigenschaften Privalsekr. u. pers. zuverläss. Stsnocypie2,39 M.). getrockneter Rotkohl(2,50 M.), getrockneter Weißkohl (1,97 M.). getrocknete Möhren(2,59 M.) abgegeben. Die Abgabe erfolgt ohne vorherige Anmeldung. Abschnitt 199 behält, soweit er noch nicht britesert ist, seine Gültigkeit. In den städtischen Fisch- hallen und bei den hiesigen Fischhändlern und Räucherwaren- geschätten werden abgegeben: Auf Abschnitt 296 E, J,(}, K Vj Psund Heringe.(Heringe sind auch in den Kolonialwaren« geichäften zu haben), Abschnitt 207 E. J. G. K 1 Pfund frische Fluß- und Seefiiche, Abschnitt 2Sö E, J, G, K t/9 Pfund Räucherwaren und auf Abschnitt 197 E, J, Q, K 1 Dose Marinaden. Reinickendorf. Lebensmittel. Auf Abschnitt 23 der Lebens« mittelkarte Groß-Berlin werden 299 Gramm Wafferteigwaren und auf Abschnitt S der Lebensmittelkarte für Jugendliche 199 Gramm Sago abgegeben. Die Abscknitte 21 und 22 bleiben noch für Marmelade reserviert. Die Ablieferung der Anmeldeabschnitte bei den Händlern hat bis einschl. 23. d. M. z» erfolgen. Soweit auf Abschnitt 19 Marmelade noch nicht geliefert werden konnte, erfolgt spätere Lieferung._ Weißens«, verkauf»o» vreuahol». vom 22. April ab wird an solche Einwohn«, die bis 3699 M. Einkommen»«steuern, Brennholz abgegeben zum Preise von 42 M. für den Raummet«. Diejenigen Einwohn«, die über 3690 M. Einkommen versteuern, zahlen vv M. für den Raummeter, und zwar bis zum 1. September, von da ab«höht sich der Preis auf 54 M. Das Holz kann auch aeschnstten entnommen werde« und«höhl sich der Preis für jeden Schnitt um 2 M. sür den Raummet«. Die notwendige Anweisung «halten die Kauflustigen im LebenSmittelamt, Berliner Allee 91. Lichtorfelde. Einführung der Sountagsruhe abgelehnt. Di« Gemeindevertretung beschäftigte sich in ihrer neuerliches Sitzung mit der zweiten Lesung des Hcmsüaltplanes, der nur mit un- wsfcntkichen Aonderungen»UGenomm«« wurde. Davon ist miizu- teilen, daß die von 160 Proz. auf 199 Proz. erhöhte Gcmeindeeiri- kommensteuer zunächst nicht weiter erhöht wird. Erwähnenswert ist noch, daß beim Kapitel Straßenreinigung dem G,-V. Pielmann, Direktor der Gummifabrik, die„hohe" Summe für Löhne der Ar- heiter, Kutscher usw. ansfiet, und Auskunft darüber vom Gemeinde- vorstand perlangt wurde. Dieser erklärte, daß Lichterfelde unier den meisten Vororten vor dem Kriege die schlechtesten Löhne — 36 bis 40 Pf. pro Stunde— bezahlt höfcc, und daß sie bei den T»u«cungsveichRtmffen des Krieges natürlich ausgebefsert werden mußten.— Den Privatbedienstcten und Arbeitern der Gemeinde, die sich im Kriege befinden, sollen die bischerigen Bezüge weiter bewilligt und eventuell b-ls auf 199 Proz. erhöht werden. Eine längere Debatte entspann sich denn Antrag der G.-V. Werner. Michaslis, Hannemann und Lucaffen um Erlaß eines Ortsstatuis zur Einführung der völlizen Sonntagsruhe in den Ladengeschäften(außer den für den LebcnSmittelvcrkauf). Vorweg muß bemerkt wevi�ir. daß den Handlungsgehilfen ein besserer Interpret ih»er Wünsche«uid ei««waS schneidigerer Verteidiger zu wünsch«? gewesen wäre,«Is G.-B. Michaelis. Er nahm zwar zur Begründung des gestellten Antrages Bezug auf die Ein- gäbe des Zentralverbandes der Hanidlungsgehilfen von: 26. Oktober 1917, und betonte die Einigkeit aller Verbärrde der Handlungs- gehilfen in dieser Frage, versagte jefooch in der Debatte, an. der sich auch die G.-V. Pielmann, Dr. Gruyther, Lehmann und K u l b e beteiligten. Alle lehnten den Ant rag auf Sonn- tagsruhe a b. Auch Herr Oberfartor K» l b e, der seinen Gemeinde- vertrete rsesse! außer den Forensen auch den vertrauensseligen Handlungsgehilfen mit verdankt. Für den Gcmeindevorstand sprach der Beigeordnete Lange, der in seiner abgeklärten Weise zu dem„Problem" Stellung nahm und sich auch gegen die Sonntagsruhe aussprach. Dann kam eine Zuschrift des Vereins der Handel- und Gcwerbetreibsnom von Lichterfelde an die Reihe. worin sie sich erst recht gegen die Sonntagsruhe wehrten. Uni dies gab den Ausschlag. Die Gemeiwde-vertretung lehnie danach gegen die Stimmen von drei Antragstellern die Sonntagsruhe a b. Marienselde. 140 Prozent Einkoinnlenstcuerzuschln!,. Die Ge- meindevertreiung von Berlm-Marienfelde bat Donnerstag die Be- ramng des Haushallsplanes beender und beicklossen, für 1913 den Zuschlag zur Einkommensteuer mit 149 Prozent unver- ändert zu belassen. Im Zusammenhang mit der Haus- haltsberatung wurden den Beamten und Angestellren� der Ge- meinde Teuerungszulagen nach den erhöhten staatlichen Sätzen be- willigt._ Friedrichshagen. Lebensmittel. Bis Mittwoch gelangt auf Ab- schnitt 84 der Lebensmittelkarte je V« Pfund Graupen zur Ver- teilung.__ Groß-Serliner Partewachrichten. Wahlverein Treptow- Baumschulenweg. Die für heut« anbe» räumte Versammlung fällt wegen der WahlrechtSvcrsammlung aus. Die Versammlung findet nunmehr am 39. d. M. statt. Weißens«. Dienstag, 23. April, abends 8 Uhr. Vereins- Versammlung in der„Alpenrose", Berliner Allee 62. Rcferenr: Schriftsteller H e i l m a n n über„Die nächsten Reichstagswahlen rm Kreise Niederbarnrm'. Oberschöneweide. Mittwoch, den 24. Avril, abends 8 Uhr, in der Gastwirlsckast Ladewig, Lansener Sir. 5: Jahresveiiammlung des sozialdemokratischen Ortsverems. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Hermann Müller:„Die Aufgaben der Partei". Jahresbericht und Neuwahl der Bezirl-Zleiluirg. Vereinsangelegen- Herten. Neuarffnahmen werden in der Versammlung entgegen» genommen.__ Mus aller Welt. Ein früherer Schutzmann als Landesverräter. Der zweite Strafsenat des Reichsgerichts verurleilre den früheren Schutzmann Wilhelm Glause aus Wilhelmshaven, geboren 1384 in Hciger(Hessen) unter Einrechnung der ihm vom Landgericht Aurich am 9. und 23. März 1912 wegen schweren Dieb- stahls auferlegten Zuchthausstrafe wegen versuchten und vollerrdelen Landesverrats zu zehn Jahren Zuchthaus. Die am 9. März 1912 erkannten Ncbenstrafen von zehn Jahren Ehrenreckts- Verlust und Zulässigkeit der Polizeiaufsicht bleiben bestehen. Der Aburteilung stand der Umstand nicht enrgcgen, daß der Angeklagte seinerzeit nur wegen Diebstahls von England ansgeliefert war. Der mir England früher abgeschlossene Auslieferungsvertrag war nur für Friedenszeilen berechnet und ist durch den Krieg gelöst. Der Angeklagte hatte u. a. 1912 Abschriften einzelner Seiten eineö geheim zu haltenden SignalbuckeS der kaiserlichen Marine an das französische Nachrichtenbureau in Paris eingesandt. Jugenöveranstaltungen. Schöneborg. Sirbeiterjugeiid. Mittwoch: Monnentsnvetstlpnm- lung. Aniang 8 Uhr. Donnerstag: Spielen aus dem städtischen Spielplatz Rubensstraße, Ansang 7 Uhr. Sriefkasten öer ReKaktwn. M. Hamann. Nicht verwendbar.— Halle a. S. Dies dürste an« zunehmen sein.— 199 Anni. Mit der Ausbildung Ihrer siebcnjührigrn Tochler zur Kinoschauspielerin bat es schon noch einig« Jahre Zeit! vor- läufig ist ihr mit einer guten Schulbildung mehr gedient. Ihr angebliches Talent wird sich später auch noch durchsetzen.— Streit. Homerule be- deutet Selbstverwaltung. Ein entsprechender Gesetzentwurs, der Jrlaud die Selbstverwaltung gewährt, ist vom englischen Unterhause bereits angc- nommen.— G. B. 13. 1. Dies hängt von der Veranlagung des KindeS ab, die wir nicht beurteilen können. Sic können das Kind zunächsi zur Gcmcindsschuie schicken nnd es später jeder- zeit einer höheren Schule zulührcn, wenn entsprechende Anlagen vorhanden sind.'S. Kinder aus den Berort»« zahlen höheres Schulgeld.— M. K. l>7. Fretburg i. Br. liegt im südlichen Teile Badens.— K. 199. Im Berliner Adreßbuch Teil IV Seite 21, sindeu Sie das Gewünschte.— B. I. Darüber lasten sich allgemeine Ratschläge nicht geben.—«streit- frage. Di- Bjeiler stehen nicht mehr.— Geuesse Rd. Von solchen Ver- fiigungen ist uns nichts bekannt.— v. S. C. Darüber erfahren Sie Näheres bei der Genostenschast Deutscher Buhncnangehörigcr, Berlin S\V 63, CharloUcnstr. 8z.— G. Ii. Wenden Sie sich an die Auslnnsts- stelle sür Ansiediungswesen, Berlin LW Ii, Bernburger Str. 13.— O. 737. Die letzte teilweise Sonnenfinsternis war am 23. Januar 1S17. — Jllowo Feldgrauer 190. Ein Kriegsgeiangcncr hat keinen An- spnrch aus Löhnung.— 91. S. Rostock. 1. Aus Wunsch wird Ihnen das ärztliche Attest doch sicher zurückgegeben. 2. Dagegen lönntc Be- schwerde beim Kriegsminislcrium eingelegt werden. 3. und 4. Nein. — P. ffl. 299. Das sind sreilvillige Zuwendungen, bei deren Fortfall Löhnung nicht vergütet wird.— R. H. 5. sie dabe» Anspruch aus das Verwundetenabzeichen.— Feldgsau S99. Ihre erste Frege ist unvcr» stündlich. Urtaub mästen Sie dem, Krxrpa-moknhr«: siiu eichen.— N. 19. Die Kündig una ist siaiihaft, Sie ISmnm abor iomwiaib acht Tagen nach ertolgter Kündigung das Meteinigungsaml zur@m!chcida?:g anrufen.— Hetzung 10. Sie müssen vorher von der Firma sich koiitraiilich eine Entschädigung auSbedtngen.— rr. P. 37. 1. Der Sohn kann aus Gruiih der Äusnmsterung zum Arbeitsdienst von der Miiilärdchörde eingezogen werden. 2. Das iil zu empjchlen. 3. Das wissen wir nicht. 4. Ein solches Gesuch könnte Ersolg haben.— S. 31. 1. Ja, die Differenz zwifchen Alimenten und KrreaSunIerstützung, die das Kind erhält. 2. Wenn die Ehe gach 1900 geschioffon ist, erbt die Mutter ein Biertel und die Kinder drei Viertel»es gesamt«, Ziachlages. 8. Rein.—«ttzarlotteuiiurg. Ja. — 8. S. 33. 1. 5ß. 2. Elwa IS 3R.— M. H. 33. TZ mutz kW Te- such an den doiligcn Chefaizt de? LazarcltZ ncrichtet werden unler Angade eme« hiesigen Lajarclts, in dem die Aufnahme nach vorheriger Anfrage zugesichert wird.— Kelvpost 3'il, 1. Die an Jahren älteren Mannschaften find gemeint. Au? Antrag des VatcrS an das K. Armeekorps in Breslau mit entsprechender Begründung würde wohl ein Arbeitsurlaub für Sie ge- währt werden.— ft. B. Die Gesuche wären an die Kompagnleführer einzureichen. Od aber Ihrem Wunsche Rechnung garngrn werden kann, ist zweifelhaft, da dienstliche Gründe hieifür bestimmend find,— 43 096 Rnmäntcn. Ihre Frau war verpflichtet, darüber Angaben zu machen, Satz sie Bezüge vom Arbeitgeber hatte. Bedürsrigkert wäre deshalb als nicht vorliegend erachtet oder nur m deschräntlcm Matze angenommen worden. Ihre Frau kann daher zur Rückzahiung der Unterftühung ver> pflichW werden.— 8. F. 187. Da Gte Unterstützung sür Ihren Ehe- mann beziehen, haben St« auk fokche ftr die«hhne keinen Anspruch — Pochom IVO. 1. Gcmeindcetnkommensteocr können Sie verpflichtet werden zu zahlen, Rcichseinkommenlteucr nicht, da Ihr Einkommen unter 3000 M.. jährlich beträgt.— 9i. B. 800. Sie tonnten sich an die(Sc sundheitZpoliz-i wenden. Wenn dtete die Wohnung sür gesundheitschädlich hält, tonnen Sie ausziehen, sonst mützten sie erst aus Lösung deS Berti agxS klagen.— K. 100. 1. Za. 2. Erluridigen Sie sich aui dem Reiiedurc�.� Direktion Max ßeinbardt. Deotsches Theater. Vk; Der Bürger sie Edelmann Kammereipiele. 8 Dkr: Snmnrnn. Volksbühne. Tbeater am BGIowpiatz. üntargrandb. Schönh. Tor. 71/, Uhr! Itzle Richtige. Dir. C. Meinhart— R. Bernauor. Theater IT Königgrätzer Str. T�tThr; l>cr Katzensteg. Komödtenhaus T'/j ühr: IMe Zarin. Berliner Theater 7 Uhr: Klltzblanes Rlnt. Rose-Theater. TU Uhr: As Slöll im Miel. TVatiigits-Itiegler. vi, Uhr: As NMiilmW. Trianon-Theater 'ltS am Bht, Frieririchsfr.'KS Tel.: Zentrum 4927 und 2391. Der Lebensschöler KomBdie von Ludwig Fulda. Ida Wüst, Erich Kaiser-Tite, v. Möllendorfl, Flink, Kettnor. St£. 4 CT. kl. Pr.: Johannlefeuar. Theater ffir Dienstag, 23. April. Centrai-Theatcp Kominandantenstraße 67. 71/,: l>lc Csardas! ftratln Deatacbes Opernhaus Zum1». Male: MlgDOD. Frlcdrich-Wilhelmst. Theater vi.mr: Bas BreMiierite. Kleines Theater 7«/. ühr: Manie. Komische Oper 7� ti.»SehwanyiilMi>eL Lustsplelhans 7*/« Uhr: BiekIsMK?.l!e!z?.IiivSeM! Neoes Operettenhaus Schilfbd. 4a. Kaesent.Nd. 281 7>/.mlr:öer Soldat Warie. Resldens-Theater TUTThT; Metropol-Theater ühr': Oie Rose fßn StamliuL Mittwoch, 24.: Z. 800. Male: Die Rose von Stsmbul. Seblllep-Theater O ti.u.: Der VeiiefiEüteer. Schiller Th. Chart. ti, uhr: Die Ehre. Thalia-Theater �OBterderbtadeBliiiile Theater am Nollendoriplatz 7 Uhr: Theater des Westens tv. mir: Ludwig UV. mit Ouldo Thielschcr. Vorh.: Der Regimentsz�ibarer. NATIONAL-THEATER i1/. Deutsch-Arn erik.Th. 7'/. Die ist richtig! Musik: Walter Bromme. Bonntag 3*/, ü.: JohanBlsfeuer. Ballett Gliareli Kfinatl. Leit*. n. Koatnm- Entw. Ludwig Kaiser Ohoreograph- Leitung: Eric Carell sowie der g r o B• Casino-Theater Lothringer Sir. 87. Tägl.'1,8 U. DasBoltSstülk von Ad. L'Arronze Annans Traum. Ein heitere» FamUtenbild. Vorher da« neue April-Progr. Emil Merkel, örune Rügen usw. Sonntag 4 Uhr: Rnjazzo. Hpollo | Friedrichitr. 218. 7'i«> Der Flieger von Tsingtan | sowie die verblütfenden| Varietö- Attraktionen. j Theaterkasse ab 10 U.| nnnnterbr. geöfitnet. MMM, llngebenre HelterteMnne erzengen täglich die gr. Wasser Szenen i der Pracht- Ausstatt-Pantom. „Frühllngsspiele4' in 4 Akten. Strmnszene mit Wotken- bruch!— Kahnrutscb aas 30 Meter Höhe! ¥ orber das greis Ztrkus- Programm. Lastige Artillerie, Torgef. ▼. D. Williams. Singende Clown Petersen! Kakadus auf dem Drahtseil! 2 Wodiaws| Bogade Comp. K. Reinsed auf CzardasfQrst I usw. usw. Tägl. 7-,. Sonnt. 3'/,n. 7'/, Erna Offeney » Walter Stelner. d. neue April-Programm. Reichsballen- Theater. Täglich 7'f, Uhr, Sonntags S und 7'l, ühr: Stettiner Sänger. Naohmittaga erm&fllgte Pr.! Voigt-Thealer. Badttr. 58. Badttr. 58. Heute VI, Uhr- mm Ws. Kasten eröffn. 6'/„ Ansang VI, U. Kaffee Luitpold MotzstraOe 15. Kabapettr Frank Bergmann Pepi Pfclller Hart in I.öwc und das groß* April- Programm. 1000 I E 8«— 88 M. 1000 I P 118—120 M. Dies« zwei Sorten werken nur sortiert z» gleichen Teilen abgegeben. 14SL* Versand gegen Nachnahme oder Vorhereinsendung de« Be- trage». 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Vortrag des Stadtverordneten Kenosirn Ackoil Ritter über:»Der HnuS haltSplan der Stadt Berlin�. 3. VerbandSangeiegenbeiten. Zutritt haben mir Mitglieder gegen Vorzeigung deS Mitgliedsbuches, 32/2 i>ie Ortsvcrwaitnngr. Ortskfankenkasse der Gürtler zu Dcrlln, Oranlenwtr. 188. Zu der am Montag, den L9. d. M., abends'/,« Uhr. im Zieitaurani G o 1 1 l'i c h, Oranienftr. 09, Hof 1 Zt., staltsindenden 267 j 8 ordentliche« Attsschutzfitzttng werden die Herren Vertreter der Arbeitgeber und der Kasienmitglieder im AuS- fchnst hiermit ergedenfl ein- geladen. Tagesordnung: 1. Abnahme der Jahres rech- nung sür das Jahr 1917 und Bericht desRechnungsauSschusseS. 2. Verschiedenes. DDT- Anfrage« mrd Be- schwerden. zu denen die Einsicht der Geschäftsbücher erforderlich ist, sind dem Vorsitzenden des Vorstandes bis zum 26. d. M. schrifikich z» unterbreiten. SfiHT" Die Versammlung wird pünttuch er-ösinet. Eine Vertectung ist snzulSssig. Berlin, den 23. April 1918. Der Vorstand. Gvstar Wolf, stell». Vorsitzender. ggf* Die den Herren Ver- Iretern zugehende EinIadungS- karte dient als Ausweis und ist am Saaieingang abzugeben. Spemisiil Dr. med. Hanchd, Friedricbstr.RO st�Zb. Behandl. vonTyphiliS, Hnut- Harn-, Frauenleiden, spez.: chron. Fälle. Schmerzlose. kürzeste Behandlg. obne Berussslörung. Burtuntersuchung. Mätz. Preise. Testzahiung. Sprechstunde» 10 bis 1 und ö— 8, Sonnt. 11—1. l« MM Haben Sie fnLkezMei'öLB? enrpseble nach Matz pasient gearbetlet. Sivtzeinlagen sowie Rrachhaadagca aller Art, Leibbinden, stütz- korsettS usw., Artikel zur Ge- sundbeitS-«. Ztzrankenpftege.' ?o!lmanli,Ksndagjst, Reriia M. Lothringer Str. 80, Lieferant für Krankankaaaen. Spezialarzt Dr. med. Reinhardt, Syphilis, Harn- 2,6-'/,10 Frauenleiden, Biufuntcrsuchungen.Slobemstcä, ersoigreichst. Hetwersabren. Trilz. Siehe48Sett. stark. Brolch.0,60M., nach autzerhaw verschlossen 1 M. l eräugen Fuysohlenvechärtung Hornhautbild. entf. m. absolut. Sicherst. Reicheis. Besco". 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April, abends 8 Uhr, im Gewerk- schaftöhauS, Engelnfer 15 lgroßer Saal): LersmÄmg M!» dn M-Zttllm UMMMie deWM.««!»«. TageSordnnwg: 1. Vortrag heS ReichStagSabgeordneion Kollegen RudtiH Wlstefl. 2. Bericht über die Forderungen der Arbetterlnnr». Die überaus wichtige TageSordmrng macht es jeder Arbeiterin zur Pflicht, In dieser Versammlung zu erschein e». Die Versammlung mir» pünititch erSksnrt. Mittwoch, den 84. Äpril, abends S Uhr, in Granmaans Festsälen, Nannynstr. 27: Inmnti oliac in SSlgiikÄkiM« kflMftüin AM AS Akükkim». Tagesordnung: 1. Bericht über baS Ergebnis der Taylortormnisston, 8. Diskussion. 8. Neuwahl zur Agitationskommissioa. 4. Bratrchenangelegenhesten. gahIreicheS und pünktliches Srfchewen ist notwendig. Mittwoch, de» 84. April, abend« 8*1, Uhr, im EewerischaftShanS, Engelafer 15: Mlßlleser-MMAW ttk sali-»»s Mm«er i. seM«i.Sm!AknM> Tagesordnung: t Berbands- und Branchenangelegenhettr». 8. Verschiedenes. Lohnfrazen. Mitgliedsbuch legitimiert l Zahlreiches mrd pünktliches Erschrinen wird erwartet. 111/1____ Die Ortevermaltnng. SvZlMM. VMlii ZekWMÄM Bezirk Neukölln. fEszialdemokratische Partei Deotschlauds.) Heute Dienstag, den 23. April, abends 8 llhr, im große» Saale der Berliner Aiudl-Branerei, Nentölln. Hermannftr. 214— 219: NS«Ws EkneiÄeri-üAünng. Tagesordnung: i. Bericht der v�trlsleitirng. t Neuwahl der Beztrksletnmg. 8. BerelnSangelegenhette». Mitgliedsbuch legitimier«. staMreichet Erscheine» erwartet 838/1 Die«ezirkSleltnng. Arbeiiskräfte erhalten Sie am schnellsten durch eine Anzeige im Nrbeitsmarkt der Tageszeitung der Arbeite» schaft von G r o ß-Ä e r l l n, dem „Vorwärts" j ifarnleiden�efandSang Schnellste Erfolge, auch bei hartnäckigen Fällen. Berlin W, i Bfilowsfr. 12, pt. ! TeL Lötiow 9604,________ Nollend. 563. Spreohst. 13-2,6-8, Sonnt. 11-1 Q Prospekt H._ Sanitätsrat Dr. PanLWoiflJ tROn. Prem SasMiloMiE- Baoptziabung 7. Kai bis 3, Juni; Achtei-Lose 25 M. Viertel-Loss 50 M.! HatboLose 100 M. Ganz? Lose 200 M. noch tn haben bei KrögerÄSS; Berlin I FricdricLstr. Ms, EcBe Leipziger �traüe � Bank fflr Handei anf liäuslrle. Bilanz p«r 31. Dezember 1917. Aktiva. Kasse, fremde(ieldsortss. Kupsst n id Guthaben bei Noten- und Abrechoonc»-(Clearing-) Bankm Weclisel n. aurerziniihche.Scbsts- an Weisungen a) Wechsel(mit Au-tschlo» m b, c. d) und soreretn-ltche 8chatzanwei«»nKea des Reichs und der Bundesstaaten,.. h) eigene Akzevte.... o) eiceno Ziehnnuen.... d) Solawechsel der Kunde» an die Order der Bank.,. Noitrogurhabon bei Rankem»ad Bankfirraro Brpurta und Lombards gegss börKenslingige Wertpaplor» Torschüsse auf Waren» War»»- verechiffnneen daron am Bilauatage gedeckt: a) dmch Waren, Fracht- oder Lagerscheins ML S Si5 CüttSS b) durch andere Stcherheitea., 16104 691.97 Eigene Wertpapier» a) Anleihen und rerainstieh« Scbataanwelsungni de« Reiches und der Bnndoistaalen.. b) sonstige bei der Reich ahank und anderen Tentralroren- banken belaihbareWertpapiere •) sona'lge böraengSoglge Wertpapiere........ 4) sonstige Wertpapiere.... KeDsorilalbetelligungen.... Dauernde Betciligungea bei anderen Bänke» and Bankdime« Debitoren 1» lautender Rechnung a) gedeckte........ b) ungedeckte........ e) Aval- und BBrgsehafUdebllerea M. 119-309 4S0.04 Bankgttbäuda........ Sonstig» Immobilie»...... 879139984 666 52, 58 201 8849X03 Tdasm 189» 604 4664 dl 41*602 76833 M. 184T44937 (79784 773 («tm 71« 9605*1 827 41859856 58 418830 8*687 792 9138 800 489 438 648 818162 2778 I 706 Ö74 1 43 i.92 M Paee'rül.i. Aktien Kapital......,, Reeereen......... i Kredi'oren ») RoHtrorerpS'chtnngen... d) seilen, der Kundsrhatt bei DrUrcn ksnntr.te Kredite. e) Qmbaben Den weher Banken und Bankärraen..... d) Ist« lagen au! prorisionsfreler KeOtMong: 1. innerhalb 7 Tages ffllic f. darüber hinaus bis n S Henaten fällig..... 8. nach 8 Monaten tili ii», ») soostige Kn-diton-n: 1. innerhalb 7 Tage» flUlfg 8. darüber hinaus bis au 3 Monaten llllllg... 8 nach 3 Monats» tZlütg,. AkrcnlC und Bcbecks ») Akzeptt!......... b) noch nicht»ingelSite lebeeks t) ArsI- nnd Bürgsebattt- re-rpflich- tungen, Eigene ZlehnDge» daron lür Rechnung Dritter,,«—.— Weiter begebene Solawechsel der Kunden a» die Order der Bank,— V— Benrtige F-.r-»-ir» Unerhoben» Dlrldenfle... Talon steuer-Heserr«,... Verrechniisgakente der Zentrale mit de» Filialen nod Miedetlassnogc»..... Gewi»»- Saide........ M. 119 909«20.04 18231.08 p£ 106 69" 900830 8788547 OS B Pf ifittooooafJ-* 3280»(R.i— I 436 988 444 61755 431 93 09 7731374 13853 Oewlnn- und Vcrlaei-Konto pro IM?. ' Soll. OesekHtte-ünkosten Haidlanetankostea(einscbNess- lieh der Twrtragtmiissigen Ge- ■winnbeteiHltungea der Vor- standsrnrlglicder und Oberbeamten im Betrage ron M. 36.37 974,59. Ttrteilt»nf 248 Köptel........ 15«w! 415 12 Steuern........ 1280841 48 Zuwendungen aa die Beamten (Weihnacht»- und Absrhluss- rergütungen. Teuernngesu- lasen). Inraliden- n Kranken- rersicternng. Boicharersiche- rnn*. Ehrengaben an Beamte, Znwendungen an die Peijrions- kasse nnd tfir wobilSlige � (Kriega-)Zwecke..... 4 493 7�0? Abschreibung auf Immoböieu und Mobilieu......... Talonsteuer-Reserra Gewinn-Saldo Verwenduug des Gewimwas Dirldeadopr 1917 rou 7*/t....M.U900800i- Tnutibae d. Auf- siehtsrats.... 884000— Vortrag auf neue ProTtaiouen........-••• Zinsen aus dem Keuto-Korre»t-Oeschift und ans Wechseln ans dauernden Beteiligiingen bei anderen Banken und Bankflrmen nnd aus Valuten...... Gewinne aus EfTektea..•• Gewinne aus F'inanzoperationen Verschiedene Bhtsdnge..• Gewinn- Vertrag to» 1916..• Ge rr Ina Saldo M 13 853 835.93 M. 13 25383693 2160695 883 674 39 160000 13 253«« 93 93 35 904«MO M »188817 22053314 31 65005 61290t 35 90! 469 Berlin nnd Darmstadi, den 29 Äpril 1918. Bank für Handal und Industrie. Ol« Direktion. von ICIItring. von Simaon. Andraae. Bodonhoimor. Bernhard. Behelm. Nr. III— ms Unterhaltungsblatt öes Vorwatts Vkeastag, 2Z.�xM Der feine Tabak. Schon hebt der Zugführer die Hand. In der nSchften Sc« künde mutz der Zug abgehen. Also'rein in da? nächste beste Lbleil. Zum Unglück war fi ein Raucherabteil dritter Klaffe. Jawohl, zum Unglück. Denn so wenig man heute in den Kaffeehäusern von dem.braunen Trank der Levante' sprechen kann, kann man in Rauchcrabteilungen von dem.braunen Kraul Havannas' sprccbcn. Nicht mal Piäl,er, nicht mal Uckermark In dem Abteil dampile, schlolete. braute, wübelte ein grün- gelb-blauer-grauer Nebel wilMutunstrsch durcheinander. Alle Mann rauchien, nur einer nicht. Der sotz in der Ecke, hatte eine Pfeife im Munde und rauchte kalt. Gegen diesen einen kam ich tu stehen. Ob auch die Rase hierhin und dorthin schnüffelt«, e« war ganz veraeblich, aus dem Duft auf das Kraut zu schlietzen. Und diese abi'oiute Ungewihbeit wurde immer furchtbarer, je länger man stehen und einatmen muhie. WaS nur rauchten diese wackeren Männer? War e» Hopfen? Waren eS getrocknete Kohlrüben? Waren et Schweinedorsten? Aber nun nahte sich, Gott sei Dank, eine Station, an der es stets leer im Abteil wurde. Da erhob sich der Kaltraucher ein wenig, entzündele sein Preislein, sog gar mächtig und— pfff— flog mir der Dampf wie eine Kraterwolke»m den Schädel. Oda, was war das für ein Rauch? Was— war— da««m — kür ein— Duft? Wahrhaftig, ein Duft. Nicht von gutem echten Tabak. Ueberhaupt von keinem Tabak. Aber«S war ein Rauch, der trotz Schärfe und Aetze mir nicht unlieblich in die Nase ging- Da kam die Station. Der Pfeifenmann stieg auch aoS und blatte mtr noch einen richtigen Bäckerdampf in die Rufe. Dann war ich allein. Hm. ja... Wie... wie war da? doch? Und... wann?... » .Du, Edgar!' .Ja, was denn 7* ,Jit) mag nilbt mehr spielen.' .Och, warum denn nich?* ,JS mir langweilig.' ,Na, egal, ich bleib noch und mach mir'nen Backofr«.' .Pah, womit willst Du'n denn heizen?' .Wirst ja seben. Helf mit.' Die beiden Jungen, der eine zehn«, der ander« zwölfjährig, machten sich an die Arbeit und bald stand das Gebilde da. ,Na. imd wonut heizt Du?' fragte wiederum der Jüngere. .Konnn,' sagte Edgar und zog den Jüngeren mit sich fort. Sie gingen durch den ganzen Garten und am Ende desselben auf das freie k�iid. Da stand ein grotzsr Walnutzbaum mtt weil» ausladenden Aesten. Der Bodsn ring? unter den Besten war mit herabgeiallenen, teils braunen, teils halb grünen Blättern bedeckt. .Die nehmen wir!' befahl Edgar und die beiden Jungen bückten flch und rafften zusammen, was sie konnten.... Der Backofen analmte gefährlich und die Brüder satzen davor und stopften die Blätter nach. Edgar hielt ein groheS, ungebrochene« Blatt stt der Hand und betrachtete eS nachdenklich:.Ich wettz was. Ich mach' mir'ne Zigarre.' Und schon nahm er eine Hand voll Blätter, drückt« ff« zu» sammen und rollt« sie in das grotze heile Blait ein. Dann nahm er das wurstäbnliche Kunstwerk voll Andacht in den Mund und setzte ti mit Aufbietung von vier Zündhölzern in Brand. Der jüngere Bruder sah dem Tun de» ältere« mit herz« klopfender Spannung zu. WaS würde daS werden. Der Seile« aber sog, paffte und spie auS, immer in dieser Reihenfolge, mit Würde und Anstand. Endlich konnte sich der Klein« nicht mehr halt«»:.Du, schmeckt es denn?' Dem Seltere« schien die ffroge sehr gelegen zu komm««. Mit seltsam klotziger und verdickter Stimme sagte er:.Aber selbst» verständlich. Grotzartig. Willst Du mal kosten? Da...' Und hielt dem Bruder die dampfende Wurst an die Lippen. Der Klein« bitz hinein und sog dann, blaffte den Ranch an« nnd schüttelte sich:.Aeh... nee... das schmeckt nicht.' .Ouatsch, wenn de ein richtiger Mann sein willst, muht« auch rauchen. Sonst biste man ne Memme. Do, versuch's noch mal.' Der Jüngere gehorchte, überwand sich und sog. Und ab« wechselnd, mal der eine, mal der andere, brachten sie ihr Kraut zu Ende wW-m So grün und braun wie die Farbe der Walnuhblätter. so blau und grau wie der Ranch ihrer Zigarre wurde ihnen auch allmählich vor Augen. Und als die Zigarre zu End« war und die Jungen sich erhoben, da wackelten und taumelten sie hin und her. Als ff« mit wirren verschwitzten Harren, feuchten Händen, schlotterigen Beinen und verglasten Augen int Haus kamen, da schrie die Magd auf wie ein gestochenes Schwein. Und dt« Mutter schrie auch ein wenig und die liebe Grotzmutler jammerte. Aber die berden Jungen begehrten zur Küche und dann kamen sie ins Bett und stöhnten, zitterten und schwitzte», fröstelte« und halten Flkbei. immer abwechselnd. Am andern Morgen war dann allet wieder vorüber, war toett hmter den beiden Jungen wie ein schlrmmcr Tiuum. Sloiz ober waren sie doch aus lhre erste gemeinsam gerauchte Zigarre aus Wainutzblättern.... Ja, natürlich... selbstverständlich... so war«»: Der Herr mir dem Pfcifletn rauchte ganz bestimmt Walnutzblättertabak. Darum kam mir der Rauch auch so bclannt vor. Den Edgar kannte ich auch sehr gut und der Jüngere war mein Bruder. _ E. W. Trojan. Sa nell?s Mittel gegen öle Syphilis k Eine umtuffenoe BevölkerungSpoittik wird nach den grotzen Ber- lasten diese« Krieges zu einer gebreterifchen Pflicht für unser Boll. Bor allem mutz auch der Kampf gegen die weit verbreiteten und verheerenden GeichiechtSkranlheitcn mit grötzrem Nachdruck gesührl werden. Die schlimmste der Geschlechiskrankheilen, die SyphrliS. wird beule mit Oueckstlber und dem Ehrlich-Hataschen Saivarian dehan- delt. Aber weder das eine noch das andere Mittel führt sicher zu einer wirklichen Heiiring, d. h zu einer Vernichtung de« Syphilis- erreger«. C« kommt vielmehr nach der Oueckstlber» sowie nach der Saloarsanbebandlung zu Rückiällen, und tt treten auch andere Krankheiten hinzu. Jedenfalls kamt bis heut« von einem durchaus zuverläistgen Heilmittel gegen die Syphilis nicht ge- sprachen werden. Infolgedessen wird es allgemeine Ucberraschung erwecken, wenn ein Laie behauptet, im Besitz eines durchaus wirk- kamen, Rückfälle und andere Vergiftungen auSschlrchende« Mittels gegen die SyphrliS zu fein, und diese Behauptung in einer Ein- gäbe an den Reichstagsausschutz für BevölkerungSpolitit geltend gemacht hat. Das Mittel soll in etwa zehnjähriger Tätig» keit erprobt sein und dauernde Heilerfolge erzielt haben. Fronen und Männer, die syphilitisch waren, haben angeblich nach der Behandlung mir dem Präparat auch völlig gesunde Kinder er- zeugt. Durch einen Antrag an den Reichstag hat der Erstnder er» reicht, datz sein Mittel vom ReichSgesundhoitsamt oder einer an- deren Behörde nachgeprüft werden soll. Der Umstand, datz er kein zünftiger Gelehrter ist, sollt« ihn nicht von vornherein zur M»tz- acktung verurteilen. ES war nicht daS erstemal, datz ein« be« deutende Si findung von einem Laien ausgeht. die defreivkg von öer Lans. Die Befreiung der Randvölker Rutzland» stellt den deutschen Truppen auch viele Aufgaben, die in den Bereich der GeiundheuS- Polizei fallen, und unter diesen wird die Entlausung wegen der drohenden Seuchcngefahr besonders wichtig sein. Ein EntlausungS» verfahren, da« tn grotzem Matzstab und unter nndeyuemsten Ver- hältniffen angewandt werden soll, mutz abgesehen von der ficheren Wirkung möglichst ungefährltch und leicht erlernbar für daS Be- dienungspersonal sein, ferner mutz eS schon innerhalb kurzer Zeil erfolg- reich wirken, überall und mit einfachen Mitteln ausführbar sein, ge- ringe Kosten verursachen und das DeSinfe ktionSgul möglichst wenig sckädigen. Endlich mutz, fall« für da« vrrsahren chemische«der andere nicht olllägtichr Sioffe in Frag« kommen,«tn genügender Vorrat davon ständig vorhanden sein. Der Weg. flüssige Stoffe, die einen niedrige« StedepnnS haben, z» vergase«, schien der beste zu sei», mn in möglichst einfacher Weise die Insekten und ihre Eier möglichst schnell abzutöten. In der Münchener Medizinischen Wochenschrist berichten nun Stabs« arzt Dr. Baerthlein und Oberarzt Dr. Seiffert über Versuch« zur Eni- lausung mit Tetrachlorkohlenstoffgas. Entscheidend für dt« Wahl dieses Mittels war neben anderm auch noch der Umstand, datz Tetrachlorkohlenstoff, der al» venzinersatz tn der HeUinnde angewandt wird, in reichlichen Mengen zur Verfüg, mg steht«nd für verhältnismätzig billigen Preis zu haben ist. Es handelt sich bei dem Verfahren der Ausräucherung mit TetrachlorkohlenstoffgaS nicht um eine einfache Hitzewirkung gegenüber den Läusen, sondern um eine besondere Einwirkung. Jnlereffant ist, datz die Eier durch diese« Mittel fast ebenso schnell abgetötet werden wi« die Läuse selbst. Die Anwendung ist sehr einfach und kann, was für Front- verhältnisie wichtig ist, von ungeschultem Personal nach einfacher Anweisung ausgeführt werden. ES bedarf keiner besonderen Appa- ratur und ist überall, wo Backöfen oder abgedichtete heizbare Räume vorhanden sind, anwendbar. Die Einwirkungsdauer beträgt 4(1 Mi- nuten. Bor dem Oeffnen der Kammer und der Herausnahme der Gegenstände wird durch Gegenzug in K Minuten da« Gas entfernt. Bei vvllbcschickier Kammer sind nur ea. 15—2(1 Kubikzeittimeter Terrachlorkohlensioff für die gesamte Ausrüstung eines ManneS nötig._ Vit Honigbiene als HlSttnbssiäuösritt. Die forlickurtlrnve Veiarmung der Blcncittvelde ist die haups« sächlichste Ursache deS Verfalls der Bienenwirtschaft bei imS. Heide, Moor und Oedländereien, von denen wir immer noch fünf Millionen Hektar haben und die als Honigquelle von höchster Wichtigkeit sind, verschwinden immer mehr. Ueber die UneMbehrlichleit der Honigbiene für nnier ganzes WinschattSleben führt Professor Dr. Zander in einer Flugschiist der deutschen Gesellschaft für angewandte Entomologie iKcrbtierkunde) Tatsachen an, die eS wohl verdienen, in der weitesten Oeffenilichiett verbreitet zu werden. Wie unberechenbar grotz der unmittelbare Nutzen der Bienen zum Bestäuben der Blüten Ist, daS hat man früher auch nicht ein- mal geahnt. Bon unseren heimischen Blüten sind IS Proz. Wind- blütlrr, fast der ganze Nest bestehr aus Insektenblütlern. Welche Rolle bei deren Bestäubung die Honigbiene spielt, mögen einige Beikpiele lehren. Unter den blütenbesuchenden Insekten sind 21 Proz. Hummeln und einzeln lebende Haulflüglec. ö Proz. andere In- festen und 73 Proz. Bieiieu. An den Blüicn eineS Obstbaumes zählte man Off, Proz. Fliegen, Wespen. Ameisen, Käfer und andere Jmekten. 5'/, Proz. wilde Bienen und Hummeln, dagegen 88 Proz. Honigbienen. Dazu lammt, datz diese unübertreffliche Bestäuberinnen sind, weil sie in volkreichen Kolonien überwintern, nicht einzeln wie Hummeln und Wespen, und gleich im Frühjahr, besonders zur Zeit der Baumblüte im Mai und Juni, in ungehenren Scharen auftreten. Die Honigbiene>st auch stetig in ihrem Besuche, indem ste stch möglichst lange bei einer Art aufzuhalten pflegt, eine für da» Zustandekommen einer erfolgreichen Bestäubung äußerst wichtige Talsache. Selbstbestäubung liefert häufig keine Frucht, die ans ffrem« bestäubung hervorgegangenen Aepsel find den anderen an Größe und Ankchen wett überlegen. In Pfirsichtreibhäusern. wo man früher die Bestäubung mühsam auf- künstlichem Wege herbei- führte, stellt man heute für 1 bis 2 Tage ein Bienenvolk hinein. Die Folge ist oft ein sehr starker Früchteansatz. In delt Vanille- plantagsn Ceylon« ist die Vostäubung sicherer, der Preis der Schoten eehebltch billiger geworden, seitdem man dort die Biene eingxführt bat. 50 Völler sollen täglich 16 Millionen Vanillebllllen bestäuben können. Auf Guadeloupe hat sich seil Einführung der Honigbiene der Ertrag der Kaffee« und Kakaobäume verdoppelt. klottzm, — Grki newakd in Berlin. DaS getvaMMe Sistck deutscher Malerei: der berühmte Jsenheimer Altar von Durers Zeit- gen offen MathinS Grütiewald ist seit Beginn deS Krieges an- Kolmar zur Sicherung vor allen Gefahren nach München gebracht worden. Ein Einsender H. D. macht nun m der„Puff. Ztg.' den Vorschlag, dies Werk ohne gleichen vorübergehend auch in Berlin auszustellen. Jeder, der früher die weite Reise nach Kolmar unter- nommcn hat, um diesen Feuerbraud tiefster Mystik und kühnsten Natucolismas zugleich zu erleben, wird diesen Vorschlag aufs kräftigste milerslützen. Für viele würde die Ausstellung«ine Offenbaruilg werden, nud auch für die Kämpfe um die neueste Kunstrlchtung könnte dieser Flügelaltar ein gewichtig Zeugnis ab- legen. — I« Berliner Volk». Chor HM Dr. Maz Drri am S7. d. M., abend» S Uhr, im Kunfigewarbemuseum, Prinz-Alb recht- Straß«, ein«, Vornag über Rembrandt. Eintrittskarten für Gäste 66 Pf. — Vorlesung. Der Dichter Mar Brod, den besonders sein Roma,„Tchcho Brahe' bekannt gemacht hat, wird am Mittwoch im �lhcingold', Potsdamer Str. v(Bankettsaal), auS neuen eigenen Dichtungen vorlesen. — D i« Sowjet» und Tolstois Witwe. Die.Chicago Tribüne' erfährt aus Petersburg, daß die Sowjets beschlossen haben, der Witwe Tolstois lü« zu ihrem Tode jährlich zweitausend Rubel zn bewilligen. Pioniere. Roman an» dem Norden von Ernst Didring. Sechste» Kapitel. Der Lappe begann zu erzählen. »Lange, ehe du hierher gekommen bist, lange, che du angefangen hast, die Bahn dahinten zu bauen, als der Jäger noch der einzige Fremdling war, der zu uns kam, lebte Kumona. ES war auch lange, bevor ich auf die Welt kam, diel- leicht auch vor der Zeit meines VaterS, SarriS, deS Bären- jägers. Seinen Ramen hast du vielleicht gehört? Nicht? Er hat achtundzwanzig Bären mit dem Speer getötet. Ja, unsere Berühmtheit reicht nicht so weit. Sie bleibt in unseren Bergen. Kumona war ein Zauberer. Du glaubst doch an Zau- derer? Du glaubst doch, datz manche Menschen größer Macht haben als andere, datz manche Menschen klüger sind als andere, datz sie Wind und Wetter deuten, datz sie Kranke gesund und Gesunde krank machen, datz sie Pest, Herzwch und Seuchen heilen können, datz sie mehr können als andere Menschen. Kumona war so ein Marnt. Niemand weitz, wie alt er war. Alle erinnern sich seiner als eineS alten ManneS mit langem, eisgrauem Haar und Bart, wie e» daS Zugrenntter unterm Bauch trägt. Kumona hatte viele Rennttere. Niemand hat sie gezählt. Im Sommer, wenn die Kälber gezeichnet werden, du weitzt doch, zeichneten alle Lappen immer ein paar von ihren Kälbern mit KumonaS Zeichen, einem Ring mit einem Strich, das be- deutete die Zaubertrommel und den Zauberstab. Hast du eine Zaubertrommel gesehen? Ach nein! Aber ich. Du wirst nie eine sehen. Nur Lappen dürfen sie schauen. So wurde Kumona Besitzer von unzähligen Renntteren. Und die Lappen waren mächtig. Und am mächtigsten war Kumona. Sein Wort galt von der Küste bis zum Gebirge und über das Gebirge hinüber, dort über die Gipfel weg, bis hin zum Meer, wo die Gottesstratze geht. Die Lappen waren mächtig. Wir besatzen grotze Herden, und an den Küsten im Westen und Osten tauschten ivir Renntierfleisch und-häute, Schneehühner. Wolfsselle und Bären gegen Wollzeug und Kaffee. Auch gegen Silber «nd Gold zum Gürtel und gegeu Ringe»ad Dolchschetde». Und gegen Stahl für Messer. Dann gingen wir wieder tn die Berge. Kumona war groß. Kumona war mächtig. Einen Sohn hatte er, einen einzigen, einen rotwangigen Sohn, der ein gewandter Schneeschuhläufer war. Wie der Sohn htetz, fragst du. Das weitz ich nicht. Da» hat niemand behalten. Man kennt nur Kumona. ES gibt nur Kumona und KumonaS Sohn. Und Kumona hatte den Sohn lieb, lieber als alles. Fleisch war immer in unseren Töpfen, und Markknochen, die du wohl keimst, waren unser AlltagSessen. Da kam das Unglück. Man sagt, daß e» tanner dann kommt, wenn eS dein Menschen am besten geht. So war eS bei uns. Das Unglück hietz damals die Pest. Weitzt du, was Rennticrpest ist? Du weitzt sonst so diel. Das ist etwas Schreckliche«. Schneelawinen können ge- fährlich sein, und ebenso die Hungerjahre, wenn der Tauschnee zu Eis friert und die Renntierhufe vergebens gegen das Eis schlagen, um anS Moos zu kommen. Waldbrand ist auch gefährlich und warm. Aber so etwas wie die Pest gibt es nicht wieder, nichts. Ueberall schleicht und nagt und ftißt ste sich ein. Stolz und grotz ist die Herde. Die Hörner wogen und die Fesseln knirschen. Es ist eine Freude, eine Renntierhcrde dahin- ziehen zu sehen. Zuerst die Zugrcnnticre, die grotzen Tiere mit Hörnern wie ein Mannsarm, und dann die Kühe, und danu die kleinen tapsenden Kälber, und zu allerletzt die Kühe, die niemals kalben, die Kühe mit den vielzackigen Ge- weihen. Ich sehe unsere Rennticre. Tausende und aber Tausende zogen an den Flüssen entlang von der Küste zum Hoch- gebirge. Voran gingen KumonaS Rennttere. Immer voran. als kennten sie die Renntierpsade am besten. Oder vielleicht hatte auch Kumona sie mehr Weisheit gelehrt, als andere getan. Was weitz ich I Hier am See, am Rautasjärvi, versammelten wir Lappen uns im Sommer. Wo du jetzt drei Zelte liegen siehst, mochten damals wohl zwanzig, dreißig liegen, am Fuße des Berges dort gegenüber. Und hier opferten wir, opferten dem grotzen Gotte Rennttere, opferten Silber von unserem Gürtel und Ringe von unseren Fingern, opferten, um alles Schlimme abzuwenden, denn wir fühlten, datz wir es zu gut hatten. Der Rauch stieg aus den Zelten auf, die Rennttere Uesen auf de» Bergen«aha. die Sonne ging nie unter«ad wir waren— wie nanntest du eS doch?— glücklich. Wir waren glücklich, wir waren gut. Das Böse kannten wir nicht. Aber wir wußte«, datz eS stch in den Spalten des ewigen Eise» am Karsavagge versteckt hielt. Dort lauert daS Böse. Wtt gingen nie diesen Weg. Nur Kumona ging ihn. Kilmona und sein Sohn. Sie fürchteten nichts. Oda vielleicht waren ste auch mächtig« al» selbst das Böse. Wir waren gut, wir wäre»— glücklich. Den ganzen Tag liefen wir tn den Bergen umher, um die Renntierkälbcr zu zeichnen. Dann war es gut,»ach Haufe za kommen und tm Zell Kaffee trinken zu könne», auf die Renntt«häute zu kriechen und zu schlafen. Und wenn die Männ« Wied« mit dem Fangseil in die Berge sttegen, spielten unsere Kinder am Strande, daS Wurfseil um das WamS. Und die Fische gingen von selber ins Netz, sobald wir eS nur ausgelegt hatten. Glückliche Zettl Da kam das Löse, die Pestl Aber nicht eine Pest wie früher. Schade, daß du dir nicht ausrechnen kannst, was das ist, die Pest. Du, der so viel ausrechnen kann. Obwohl, wenn Kumona es nicht konnte— dann— Die erste Kunde kam zu den Zelten, als der Fluß da hintm beim ersten Herbstregen stieg. Die Renntiere kamen von selbst von den Bergen herunter und drängten sich um die Zelte zusammen. Ihre Augen flehten und ihre Körper zitterten, und dann fielen sie um und starben. Wir suchten Heilkräuter im Schnee und gaben sie ihnen; wir schoren die kleinsten, wir versuchten alles. Aber nichts half. Hunderte und Aberhunderte kamen von den Bergen herunter, die Kälber krächzten wie Schneehuhn«, alle um zu sterben, um zu sterben. Nichts hals. Und Kumona war fort. Es wurden Boten ihm nachgesandt. Wir wußten, datz er im Westen unten am Me« war. Der Sohn ging hin. Er ging über die Eis- spalten des Bösen am Karsavagge. Der Sohn ging nicht. Er rannte. Am Abend des andern Tages war er mit dem Vater wieder da. Sie kamen den Weg herunter, beide grotz und stattlich wie alle aus Kumonas Geschlecht, erst der Sohn, leichtfüßig, rotbackig, mit schnellen Schritten wie ein wildes Rcnntier, dann Kumona, ebenfalls eilend, aber grauschwarz im Gesicht; uad« trug die Zaubertrommel. «Ods. fofeU g-W.1 � Hlänncr' und y:raucn--CI)or Rcuköiln. Schon wieder bot uns der Krieg zwei liebe treue � sangeZbrudcr entrissen und zwar Atö 5ie!!8MSnu gefallen am Lix März Eni s( Eleüzel ä am Ill.Zlprilseinen Verl. erleg.! i Ter ehrlich gerade Sinn! >! der Beiden, ihr reges Jn-I � Icrcsse für unseren Cbor I i sichert ihnen ein bleibendes[ z Andenken. 57/31 � WirwerdcuEuch nie vergessen j Spezialavzt Er. mel WoekeulaS türSyphilis.Harn-u. Frauenleiden ßlutuntersuchungen. Schnelle, sichere, schmerzlose Heilung ohne Berufsstorung. Teilzahlung Verein der Freidenker Sitz Berlin. Gegr. 1905. Am 18. b. Mls. verstarb unser Mitglied, Herr Äupt SeiHsipfEsnio Kais. Konsulats-Kanzler a. D. im 78. Lebensjahre. j Ebre seinci» Andenken! Die Bestattung erfolgt am I Dienstag, den 23. d. Mts., mittags 12 Uhr, in der | Gerichtstr. 37. 298/3 Um zahlreiche Beteiligung j ersucht Der Borstanv. Zaimgebisse, Platin, Gr. 7,60, Ketten, Ringe. Bestecke k a n f t Kerzm Wagner, Kaiserstr. 18 I(Alexanderplatz) Ruder crein„Vorwärts" Oberschönewetde. Hierdurch machen wir! I unseren Mitgliedern die j traurige Mitteilung, dag j am 5. d. Mts. unser Sport- | genösse YttaHer Falk | durch Granatschuß gefallen ist.! Wir werden sein'Andenken| ! stets in Ehren halten. 1 285/10 Der Borstand.| Hiermit sprechen wir dem Personal und der Geschäfts- leitung der Vorwärtsdruckerei, den Vcreinslolleacn der Stereo- thpeure und Galvanoplastiker sowie dem Gesangverein Typo- graphia, sür die ehrenden Ab- ichiedsworte, die reichen Kranz- spenden und den letzten Lieder- grug beim Begräbnis unseres teuren Entschlafenen unseren herzlichsten Dank aus. s2139b Neukölln, April 1918. Faiiie Hsyne. 1 Allen Freunden und Be- kannten die traurige Nach- richt, daß mein lieber Herzens- gutcrMannund Vater zweier f Kinder, der Gefreite �FrisäricK Muhsi J im Feldlazarett in Rußland am 16. April 1913 nach kurzem ] schweren Leiden verstorben ist. Dies zeigt an im tiessten öchmerz: 2140b I Frau Ida MuhS nebst Kindern. Otto?1!uhs, als Bruder. Anna Selchow, geb. Muhs � und Hulda Kutilbars. geb. Muhs, als Schwestern. ! Ruhe sanft in fremder Erde, s denn ein Wiedersehen kann niemals mehr geschehen. Englischen Unterricht für Anfänger und Fortgeschrittene, sowie deutsche und französische Sttmden erteilt G. Swienty, Charlottcnburg, Stuttgarter- platz 3. Gartenbaus IV.• Hierdurch teile ich allen Freunden und Bekannten mit, dag meine liebe Frau, Tante und Schwägerin Frs« geb. Torschinskl nach langem Leiden sanft entschlafe» ist. Dies zeigt ticsbetrübt an Mod Reui nebst Angehörigen. Die Einäscherung findet am Mittwoch, den 24. April. nachmittags 2 Uhr, im Kremaiorium, Gerichtstragc Nr. 37/33, statt. 179A Koßblntwnrst Pfd. 1,80 Rolileberwnpst Pfd. 1,80 Wedding-Markthalle, Stand 17. Ernst f iöricke G. w. b. H. 47/8* Adalbertstr. 2. Ungeahnt« Erwerbs- MSgUcbbeiten dietet die nächste Zukunft Eine äel greifende Änderung un Wirtschaftslebens, ein reifende Änderung unseres gesamter« Virtschaftslebens, ein gewaltiger Aufschwung unserer Industrie u. des Handels steht bevor, und es werden überall geschult Kräffe gesucht ieln. Angehörige technischer Beruft a. Handwerker sollen nicht versäumen ihre Kenntnisse und Fertigkeiten dei kommenden Zeit anzupassen, um teilzunehmen an den wirtschaftlichen Erfolgen, die naturgemäß das Ergebnh des gewaltigen Ringens sein müssen Das beste Mittel, rasch und gründlich ohne Lehrer, durch einfachen Selbstunterricht eine gründliche Ausbildung in technischen Wissenschaften zu erwerben, sind die technischen Selbstunterrichtswerke„Syst.Karnack Hachfeld", 80 S» starke Bro schüre kostenlos. Bonness S HachfeM, Pclsdav Postfach 167 Warittn das Weih am Manne 1 leide! uJ. Mann am Weihe.] Jnh alt: Reis zur Liebe u.Ehe. Herrcnrech!.— Eiter- sucht— Untreue— Manncs- krast.— Kinderegen.— Dinge, die man nicht sagtzc. Pastor Schmidt schreibt im .Correspondent*: Eins der ernstesten Bücher, die ich ge- lesen. Die Bilder, die der Verfasser entwirft, greisen an Herz und Gewissen.— Preis Mk. 1,80. Mädchen, die man nicht heiraten soll. Zeitgemäße Ausklärung, u. Warnungen m. 17 Abb. Das wichtigste Buch sür Wä nner. Preis 1,20 M. 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Graf Westarp erklärt die au? Anlah de» Vertrage» der lSisenbahnverwaltung mit der Firma Hobbmg erhobenen An- griffe für ung-rechtfeniat. Der Antrag auf Remfion ist gegen- jtandSloS. da dazu die Etnwilligung von Hobbrng gehört. Abg. Tr. Quarck(Soz.): Die Arbeiter wissen nichts von der llSprozentigen Lohnerhöhung. von der der Minister vorgestern sprach. Träfe sie zu, wie niebrig müssen dann die Löüne lvI3 gewesen sein! Haben w:r doch hellte noch bei der gegenwärtigen Teuerung bei den Eisen- bahnarbettern Löhne von 4,50 M.(Hört, hortl b. d. Soz.s Ter Minister rühmt die Einrichtung von A r b e i t e r a u»» s ch ü s s e n. Aber immer noch müssen Eisenbahnarbeiter R e» Verse unterschreiben, daß sie nicht der sozialdemokratischen Parte! angehören. Zu den Arheiterausschüssen haben alle nicht ständigen Arbeiter kein Wahlrecht. sHört. hör:! b. d. Soz.) Die Frauenarbtit schätzt der Minister, wie er sagt; dann soll er auch für ange- m e s s e n e Bezahlung der Arbeiterinnen sorgen. Di« Befug- nijse der Ardeiterausschüsse beschränken sich auf Beschwerden, zu beschlietzen haben sie nichtS', ihre Vorsitzenden sind stel» Beamte. (Hört, hörtl b. d. Soz.)— Die Auskunft des Minister» über den Bertrag mit der Firma Hobbing hat alle Parteien de» Reichstag» mit Ausnahme der de» Grafen Westarp enttäuscht. Man kann eben nicht zwischen Hobbing als Verleger der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" und Hobbing al» Verleger schlechtweg unterscheiden. Au» der Eiseubahnreklame hätte inan mit grossem Vorteil ein M o n o p o l g e s ch ä f t für den Staat machen können. Wollte man aber da» Geschäft Privatleuten übergeben, so hätte man eine A usschreibung veranstalten müssen. Statt dessen ist ein P r i v a t m o n o p o l geschaffen wor- de», also die akl.vungünstigste und umvirtschaftlichste Art eines Monopols. Eine Revision diefes Vertrages ist keineswegs ausficht», los. Beruhigend sagte»er Minister, politische Teliristen dürfe Herr Hobbing nicht auslegen. Den Eisenbahnminister zum Zensor darüber zu machen, wa» politisch ist. waS nicht, ist ein!ehr aefähr- lichrS Experiment.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Eisvnbahnminister v. Brcitenbach: Die Vorwürfe wegen zu geringer Entlohnung der Eisenbahn- arbeiler sind ungerechtfertigt. Nicht weniger als achtmal hat seit dem t. April die Verwaltung mit Lohnerhöhungen ein« gegriffen, und sie wird eS sich weiter angelegen sein lassen, wenn es nötig sein wird. Gegenüber dem Abg. Luarck stelle ich fest, dass die Hilfskräfte 1013 3,70 M. bezogen und 1918 8,85 M. beziehen werden. Der durchschnittliche Lohn betrug 1013 4.16 M. und wird 1918 8,60 M. betragen. Gegen den Vertrag mit Hobbing mag es politische oder geschäftliche Einwendungen geben, rechtlich« gibt es nicht; daher ist für eine Revision kein Raum. Ich habe den Vertrag mit Hobbing abgeschlossen, weil er mir als eine Persönlichkeit von grosser Energie und Ilmsicht bekannt ist. Ich verweise auch auf sein 10lS erschienenes aufsehenerregendes Werk über die deutschen Eisenbahnen, das geradezu Reklame für die deutschen Eisenbahnen gemacht hat. Für einen solchen Vertrag ist es ganz unmöglich, aus dem Wege der Ausschreibung einen ge- eigneten Mann zu finden.(Sehr richtigl recht».) Die Debatte schliesst. Die Resolution, welche die Revision des Vertrages mit Hobbing verlangt, wird abgelehnt, der Etat der ReichSeisenbahnsn wird genehmigt. Es folgt der Stat dcS NeichSeisenbahnamtS. Vizekanzler v. Paher: Der Reichstag wünscht«>n einer Resolution,«» möge eine Denkschrift über die Bercinheitlichun» de» EiscnliahuwelenS aus- gearbeitei werden. Die Verbünocten Regierungen habe» beschlossen, eine solche Denkschrift vorzulegen. Dass objektive Vorarbeit geleistet wird, ehe die gesamte Krage entschieden wird, daran haben auch die Verbündetui Regierungen ein Interesse. Wenn die Resolution auch da» Biniienwaiserftrassenwese» gleich mit hineinziehen will, so halten die Verbündeten Regieruno da» nicht für zweckmässig; denn oie Vereinheitlichung de» Eisenbahnwesen» allein erfordert eine sehr umfangreich« Arbeit ebenso wie auch die Vereinheitlichung de» WasserstrahenwekenS. Da» sofortige Zusam- memreten der in jener Resolution beantragten Fachkommission«r- scheint unpraktisch, bevor da» Material, da» sie bearbeiten soll, vorliegt. Die Bundesregierungen find bereit, da» Material zu liefern, erllären aber, dass e» während de» Kriege» nicht angehe; in dieser Zeit müssen all« theoretischen Arbeiten zu- gunsten der praktischen Arbeit zurücktreten. Aber die Bestrebungen nach Vereinheitlichung haben im Kriege keineSweg» stillgestanden. 'andern es ist ihnen auf dem Wege der Einzelverein- darungen Rechnung getragen worden. Abg. Ulrich(Soz.): Die eben gehörte Erklärung enthält eine Verschleppung oder doch Verzögerung der Inangriffnahme der Arbeiten seitens der Kommission. Freilich, lo wie im Frieden wird die Kommission nicht arbeiten können. Ihre Arbeit aber bis zum Frieden zurückzustellen, wäre recht bedenklich; denn gerade im Krieg habe» sich Ver. hällnisse herausgebildet, die dringend der Abhilfe bedürfen. Der Vizekanzler Hot soeben zugesagt, dass den Vorsitz in der Fach- konimission der Präsident des RcichSeisenbahnamtS haben soll«. Da. mit würde sie aber ganz unter den Einfluß deS pmifjischen Eiscn- bahnministerS kommen, der zurzeit sogar dieses Amt mit wahr. nimmt. Der llieichsiaa muss daraus dringen, dem Reichseisenbahn- amt grössere Selo ständigkeit gegenüber dem preussischen Eisenbahnministerium zu verschaffen. Dt« Erklärung des Vize- knnzlerS ist immerhin ein Erfolg de» Reichstag«; denn bis. her hat er auf feine Wünsche nach Vereinheitlichung deS Eisenbahn- Wesens überhaupt keine Antwort bekommen. Aber zufrieden können wir damit auch nicht sein wegen der darin enthaltenen Ein- schränkung, die auf eine Verzögerung hinauskommt. Deshalb sollten wir die vorliegende Resolution Müller-Meiningen, die die sofortige Einberufung der vorgeschlagenen Fach. k o m m i s s i o n wünscht, annehmon. Abg. Tr. Müller-Meiningen(Dp.): Die heut« gehörte Antwort verschiebt die Angelegenheit auf den Nimmerleinstag. Der Bundesrat will uns eine Denkschrift vorlegen, die von Beamten ausgearbeitet werden soll. Der Reichstag hat aber ausdrücklich eine solche bureaukratische Denkschrift abgelehnt und eine von Männern der Praxis verlangt, von Geschäftsleuten, Militärs, Technikern, wobei nur einzeln« Bureaukraten mitwirken sollen. Auf diesem Standpunkt müssen wir beharren. Der Verkehrs- partikulariSmuS ist der unsinnigste und schädlichste.(Beifall b. d. Vp.s Minister Brcitenbach: Herrn Müller-Meiningen gegenüber ver- Iveise ich auf die ungeheuren Leistungen der deutschen Eisenbahnen im Kriege. GS ist mir unverständlich, wie ein hervor- ragende? Mitglied diese- Hauses angesichts solcher Leistungen in dieser Zeit das deutsche Eisenbahnwesen derartig diskreditieren kann.(Sehr richtigl rechts.) Eine Einberufung der gewünschten Fachkommission ist bei der ausserordentlichen Belastung des ge- samten Eisenbahnpersonals, auch der höheren Beamten, zwecklos. Da das nötige Material noch nicht vorliegt, würde sie zum reinen Diskutierklub werden. An sich bin ich durchaus kein Gegner der Fachkommission. Aber angesichts dor Leistungen der deutschen Eisenbechrw. während doS Krieges hat der Reichstag keiusn Anlass, durch Annahme der vorliegenden Resolutionen den Eisenbahn- Verwaltungen ein Mißtrauensvotum zu erteilen, Abg. Schirmet(Z.) wendet sich gegen die Resolution, die ein unberechtigtes Mißtrauen gegen die Eisenbahnverwal- tung bedeute. Abg. Schwabach(nat.): Eine Versinheitlichung des Eisenbahnwesens im Reich findst zurzeit in Preutzsn Widerstand. Aber?S ist sehr möglich, dass bei einem verSnderten Wotssrecht die Mehrheit in Preußen der Mehrheit im Reichstag ähnlich wird, und dann wird auch die Stellungnahme Preußens in dieser Frage eine andere werden. Ein Mißtrauensvotum gegen die Eisen- bahnverwaltung liegt in unserem Antrag durchaus nicht. Abg. Frhr. v. Gamp(Dt. Fr.): Wir protestieren ebenfalls gegen die Aeusseruug des Abg. Müller-Meiningen. Unsere Eisen- bahnen brauchen den Vergleich mit irgendwelchen Eisenbahnen der Welt nicht zu scheuen.) Bravo! rechts.) Redner bespricht weiter du Kirchhoffschen Borschläge. Abg. Brande«(U. Soz.) bringt Klagen über zu geringe Be- zahlung und schlechte Behandlung de» Eisen bahnpersonai» vor und befürwortet die Bereinl�eitlichung de? deutschen Eisenbahnwesen». Nach weiteren Bemerkungen des Abg. Stubmann(nl.) schliesst die Debatte. Abg. Dr. Müller-Meiningen(persönlich) erklärt, er habe nicht von einem deutschen, sondern von einem internationalen Eisen- bahnbcnikrott gesprochen. Die Abstimmung über die Resolution wird ans die dritte Lesuing vertagt. Der Etat wird bewilligt, ober! so debatteloL der Etat de» Reichstag». Damit ist die Tagesordnung erleWgt. Dienstag 1 Uhr: Anfragen. Steuervorlagen. Schluss: 8?h Uhr. Die neuen Steuervorlagen unö öer Großhanüel. Die DezlrkSgruppe Berlin de» FentralverbandeS de» Deutschen Großhandel» beschäftigte sich in einer außerordentlichen Ausschuß« sitzuug unter dem Vorsitz deS Herrn Kommsrzlenrat Pmil Herz mit den neuen Steneroorlagen, insbesondere mit der Umsatzsteuer. E» wurde beschlossen, beim Präsidium de» Zentralverbande» sofort dahin vorstellig zu werden, daß der Zentralverband die Wünsche des gesamten Fachgrosshandels einheitlich sammeln und dem Reichstag und den amtlichen Stellen zur Kenirmi» bringen solle. Di« vorliegenden Entwürfe mutzten eine völlige Umgestaltung er- fahren, wenn nicht der Großhandel in seinem Lebensnerv zum Absterben gelangen soll. Insbesondere wurde darauf hingewiesen, dass durch die jetzt vorgesehene Höhe der Umsatzsteuer t«S Konzen» trationibestreden der Industrie ungemein unterstützt, der Anreiz zur Ausschaltung de» Großhandel» sehr gefördert und die au«- ländische Fabrikation viel günstiger gestellt würde al» die in- ländisch«. Durch die Sätze der Luxussteuer würde der während des Kriege» bereit» ausserordentlich zugenommene unreelle Kaufmann»- stand und die sogenannten privaten Verkäufe so begünstigt werden, daß jede mögliche Umgehung der Steuer und Ausschaltung de» mlkii KaufmannSstandcS zu erwarten wäre. Sozialöemokratifche Anträge zum Militäretat. Die sozialdemokratische ReichStagSfraktion hat im HauptauS- schütz folgende Anträge emgebrachl: den Reichskanzler zu ersuchen, 1. zu veranlassen, dass die Entscksiidigung der aus Leid st- Verpflegung angewiesenen Mannschaften von Z M. aus i,50 Mark, in Berlin ans 3 M. für den Tag erhöht wird; S. darauf hinzuwirken, daß den deutschen KriegSgefan- ge n« n die Zeit ihr« Gefangenschaft al» Dienstzeit ange- rechnet wird; 3. daß jedem Angehörigem de» Mannschaftsstande», soweit ein Bedürfnis dazu vorliegt, bei der Entlassung au» dem Heeresdienst eine brauchbare Uniform und ei« Paar gute Stiefel kostenlos über- lassen werden; 4. zu veranlassen, dass die Verordnung vom 24. Janwar 1918 betreffend Wegfall von Zulagen schleunigst aufgehoben w i rd; 5. mit aller Beschleunigung eine ErhShung her Bezüge her militärischen FrirdenSprastonär« au» dem Mannschaftsstand« her- teizusiihren; 6. dahin zu wirken, dass den länger al» drei Jahre diemen- den Mannschaften eine Zulage nach der Länge der Dienstzeit bemessen, gewährt wird. Der ausgepeitschte Schnitter. Ein mecklenburgisches Kultnridyll. Wir haben hier schon einmal miAführlich über ben Fall deS Ritterssutöbesitzers Wilhelm von Oertzen auf Roggow(Mcckl.) berichtet, der vom Srhöffengerickst Zieubukow Wege» Mißhandlung zu einem Mo»st Gefängnis verurteilt worden war. v. Oertzen hatte an einem auf seinem Gut beschäftigten Sclsnitter W. wegen eines geringfügigen Getreidediebstahls eine körperliche Exekution voll- zogen, die an mittelalterliche Zustände aus der Zeit der Leibeigenschaft erinnert, v. Oertzen hatte den Schnitter vor die Wahl zwischen Strafanzeige und kör- perlicher Züchtigung gestellt. Als der Schnitter sich für das letztere entschied, ging v. Oertzen mit ihm in den Gutspask, ließ ihn sich dort nackt ausziehen und band ihm die Hände mit einem Lederriemen an einem Baume fest. Darauf ver- setzte er dem Unglllckliefym mit der Reitgerte eine Anzahl wuchtiger Hiebe. Als der Mißhandelte vor Schmerzen um den Baum herumsprang, band ihn v. Oertzen noch mit einem zweiten Ledcrriemen um den Leib fest. Im ganzen hat v. Oertzen seinem Opfer etwa 50 Hiebe verfetzt. Der miß- handelte Schnitter war mehrere Tage lang arbeitsunfähig. Trotzdem war er von v. Oertzen gozlmmgsn worden, gleich nach der Exekution wieder an die Arbeit zu gehen. DaS Urteil des Schöffengerichtes Neubukow hatten wir als v i e l z u m i l d e kritisiert. Es war denn auch von feite» der Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt worden, aber auch vom Angeklagten, den: seine Strafe offenbar noch zu hoch erschien. Das Landgericht in Rostock sah den Fall denn auch als ernster an und erhöhte die Strafe auf zwei Mo- nate Gefängnis, wobei es besonders in Betracht zog, daß der Vorgang ein entwürdigender war und daß der Angeklagte nicht im Affekt, sondern mit voller Ruhe und Ueberlegung gehandelt hatte. Immerhin ist auch noch dieses Urteil als sehr milde anzusprechen, denn was wäre wohl her- ausgekommen, wenn ein paar Schnitter eine ähnliche Exe- kution an Herrn v. Oertzen vollzogen hätten? ölinüer Eifer. Folgende tragikomische Geschichte hat sich dieser Tage in Langendorf bei Weissensels i. Thür, zugsi ragen. Ter„Reichs- bund der Kriegsbeschädigtin und ehemaligen Kriegsteilnehmer" wollte eine Versammlung abhulten, der aber in letzter Stunde die Geneh- migung versagt wurde. Die erschienenen Kriegsbeschädigten begaben sich darauf wieder nach Hause, nachdem sie sämtlich zum Zeichen des Protestes dem Bunde beigetreten waren.— Wenige Minuten darauf erscheint der mit der Auflösung der Versammlung betraute Gendarmeriewachtmeister. Er kann nichts finden und beginnt die Räumlichkeiten zu durchsuchen. Schließlich gelangt er in einen Saal, in de» ein sonn täglich gekleidete« Publikum, überwiegend au» jungen Mädchen und Frauen bestehend, versammelt ist, die Festlichkeit einer Weihenselser Schuhfabrik, die zufällig im gleichen Lokal stattfindet. Der Hüter der Ordnung aber, in dem Glauben, hier endlich die verpönte KriegSbeschädigienver- sammlung gesunden zu haben, tritt ein und erklärt mit Donner- stimm« die Versammlung für aufgelöst. Den Gästen aber wird zu- mute, wie jenem guten Mann, von dem Wilhelm Busch fingt: Ohne Hören, ohne Sehen Steht der Gute plötzlich da Und er fragt, wie die» geschehe», Und warum ihm die» geschah. Anfragen im Reichstag. Abg. W i s s e l l(Soz.) bringt in einer Anfrage ein Urteil des Landgericht» II Berlin zur Sprach«, das auf eine Ausschaltung der MieteinigungSümtrr hinausläuft. Er fragt, was der Reichskanzler zu tun gedenkt, um den Zweck der Verordnutm zum Schutze der Mieler zu sichern.— Abg. Weinhaufen(Vp.) fragt: »In weiten Kreisen der jüngeren Kriegsteilnehmer herrscht Beunruhigung über angeblich vorbereitete Demobilisierung»- Pläne der Heerestvrwallung, nach denen alle Kriegsteilnehmer. die während de» Krieges freiwillig eingetreten sind oder«inge- fkllt wurden, bevor sie das 20. Lebensjahr vollendet hatten, nach der Demobilisierung zurückgehallen werden, um noch ihre ganze aktive Dienstzeit nachzudienem. Ist der Herr Reichskanzler be- reit, hierüber Aufklärung zu geben?" Eine weitere Frage des gleichen Abgeordneten bezieht sich auf eine Maßnahme de» stellvertretenden Generalkom« mando» in Stettin, durch die der„Ostsee-Zeitung" verboten wird, ausführliche Berichte von Reden fortschrittlicher Abgeordneten zu dringen, Die Vertreter der MehrheitSpartelen hatten am Mon-tag eine länger« Besprechung._ Letzte NaÄmckten. Die Gefechte bei Seichepreh. Berlin, 22. April. Wir am 21. April gemeldet, wurde von den Deutschen da» nach erfolgreicher Unternehmung gegen die Amerikaner eroberte Oklilnde bei Seicheprey planmäßig wieder geräumt. Der Gegner, dessen Grabenbesctzungen»nd Ncscrvcn so außerordentlich schwere Bcrlnfte erlitten hatten, fühlte erst noch Mitternacht vorsichtig mit PatroniUen wieder vor und wagte erst am 22. April zwischen 5 und 8 Uhr vormittags seine alten Strllun- gen wieder zu besehen. Die Angaben de« Eiffelturmberichtev über dir Kämpfe, vor allem über eine Wiedereroberung des verlorenen Gelände», ssnd frei erfunden. Die Fran- zosen sind, scheinbar au» politischen Gründen, ängstlich bemüht, die lediglich von den Amerikanern erlittene blutige Schlappe ans ihre Kappe zu nehmen. Ein Festhalten de» erstürmten Ortcö Selcheprey, der völlig im Grunde liegt und zur Berteidigung durchaus ungeeignet ist, war von der deutschen Führung nie geplant. Englischer HeerrSbericht vom 22. April nachmittag». Zu früher Nachtzeit wurde vorn Feind ein örtlicher Angriff, von schwerem Artillevieseuer bereitet, gegen unsere Stellungen in der Nähe von Me s i:il nördlich von Albert unternommen. Nach scharfem Kampfe, in dessen Verlauf eS dem Feinde gelang,«inen unserer vorgrschobeiren Posten zu nehmen, wurde der Angriff ab- gewiesen. Wir verbesserten ein wenig unser« Stellungen während der Rockst in den Abschnitten von Viller», Bretonneux. Albert und Robecq. Eine Anzahl ersolgreichcr Stteifzüge, die von un»565 562 M.) Der Reingewinn beträgt 1 48-1018(1356 551) M. Die Verwaltung schlägt, wie bereits gemeldet, vor, aus dem Er- trägnis eine Dividende von 15 Proz.(i. V. 14 Proz.) zu zahlen. Auf Grundstückskonto war ein Zugang von 308 839 M. zum An- kauf eines an das Reinickendorfer Grundstück in seiner Länge an- grenzenden Terrains zu verzeichnen, durch das im Bedarfsfall ein vorteilhafter Ausbau der Werkstätten ermöglicht ist und 6750 M. für in Düsseldorf bezahlte Wertzuwachsstcuer verwendet. Am Schlüsse des Berichts heißt es:„In das laufende Gcfchäftsiahr sind wir mit einem reichlichen Auftragsbestand eingetreten, so daß wir bisher gut beschäftigt waren; über den weiteren Verlauf zu ur. teilen ist bei den erschwerenden Verhältnissen auf dem Material- markt kaum möglich, doch hoffen wir, unseren Aktionären wieder ein angemessenes Erträgnis in Aussicht stellen zu können," Der Ueberfall im Neuköllner Rathaus. Zu dcr Geschichte der Lebc-nSmittelnöte in Neukölln gehört die Episode, die sich am 25. Juni v. I. im Amtszimmer des Oberbürger- Meisters Kaiser in N-ukvlln abgespielr hat und setzt die 1. Srraf- kammer des Landgerichts II beschäftigte. Wegen versuchter Be- amwnnötigung und Akisthandlung des Oberbürgermeisters Kaiser hatte sich der 38jährige HcoidclSmaun Paul Koch zu verantworten. Der Angeklagte hatte schon am 2l. Juni bei dem Oberbürgermeister Beschwerde über die Lebensmittslversorgung in Neukölln geführt. Am 25. Jumi erschien er nochmals im Raötv.iise unid verlangte den Oberbürgermeister zu sprechen, und ztvar allein. Der Oberbürger- mcister bestand aber darauf, ihn nur in Gegemrart des Stadtrats Mier ang'.chören. Nunmehr brachte der Angeklagte nochmals heftige Beschwerden über die schlechte Versorgung mit JebenSmitteln vor, bedachte den OberSiir-germsister, dou er für die Zustände verant- wörtlich machte, mit Schimpfwort en und fragte ihn schließlich, ob er abdanken wolle oder nicht. Als Obevbürgermristcr Kaiser nach der Klingel auf seinem Schreibtisch griff, um einen Beamten zwecks Entfernung des Angeklagten herbeizulocken, wurde der letztere handgreiflich, und es kam zwischen beiden zu einem Handgemenge. Der Angeklag-te soll versucht haben, dem Oberbürgermeister an die Gurgel zu springen und ihn zu Boden zu werfen. Dabei kam Koch selbst zu Fall und soll nun seinen Gegner mit den Füßen vor den Leib gestoßen habon. Oberbürgermeister Kaiser bat dabei Schmer- zen erlitten und eine Hautabschürfung an der rechten Hand davon- getragen. Als er von Beamten mit Gewalt aus dem Zimmer des Oberbürgermeisters entfernt wurde, soll er, wie die Anklage be» hauptet, noch geäußert haben:»Hätte ich nur«inen Revolver m:t- genommen!" Oberbürgermeister Kaiser, auf dessen Zeugeuver- nehmung verzichtet worden ist. hat seinerseits den Strasantrag, soweit dies zulässig war, zurückgenommen und«klärt, daß er ein persönliches Interesse an der Bestrafung des Angeklagten nicht habe. Der einarmige Angeklagte wurde von R.-A. Wilhelm Lieb- k n e ch t verteidigt. Er gab im allgemeinen den Tatbestand zu, be- stritt aber, den Versuch gemacht zu haben, den Oberbürgermeister bei d:r Gurgel zu packen, ihn vorsätzlich mit Füßen gestoßen und zuletzt die drohende Bemerkung gemacht zu haben. Ebenso habe er nicht die Tfbsicht gehabt, den Obcrbürg ermei ster zu nötigen, sein Amt niederzulegen. Als er bei diesem vorgcspxochim, sei er sehr erregt gewesen, da seine Frau sich in hochschwangerem Zustande befunden habe und die Lebensmittelversorgung absolut nnzu- reichend gewesen sei. Er habe so gut wie nichts mehr an Lebens- mittel» gehabt und habe bei seinem ersten Besuch am 21. Juni im Rathause von Oberbürgernieistcr keine tröstlichen Mitteilungen er- halten, sondern im Gegenteil den Hinweis, daß es in den nächsten Tagen mit der LebonSmitielversorgung wahrscheinlich noch schlim- mer werden würde. Ter Oberbürgermeister habe bei der zweiten Unterredung zum Schluß gesagt, daß der Magistrat von Neukölln für die Zustände nicht verantwortlich sei, sondern die Regierung. Der Angeklagte will durch den Verlauf der Untcrhaliung in immer größere Erregung geraten sein und dem Oberbürgermeister gesagt haben:„Ich habe das Ge- fühl, daß ein anderer an Ihrer Stelle es besser mackw» würde." Darauf habe der Oberbürgermeister erklärt:.Ich werde. Ihnen daraus gleich die Antwort erteilen," habe nach dem Klingel-Druck- knöpf aus seinem Schreibtisch gegriffen und dies habe ihn in eine solche Erregung versetzt, daß es dann zu dem Handgemenge kam.— Der als Zeuge vernommene Stadtrat Mier, der Dezernent für die ErnälirungSsragsn, hielt die Anregung des Angeklagten, daß der Oberbürgermeister abdanken solle, nicht für eine Drohung, son- dern für eine unpassend« Kritik. Der Angeklagte sei zweifellos in sehr großer Erregung gewesen, die schließlich wohl beinahe zur Un- zur echmi ngssähigk-it sich gesteigert habe. Die damaligen Ernäh- j rungsver Haltnisse m Neukölln seiem sehr böse gewesen, die B e- Lieferung sei so außerordentlich schlecht ge- iwesen, daß man im Magistrat sich schon mit dem �Gedanken trug, die Küchen zu schließen. Die Not Isei bei der Bevölkerung sehr drückend gewesen, i so daß Beleidigungen gegen den Magisttat an der Tagesordnung waren und die Leute zu Hunderten jammernd aufs Rathaus kamen und um Abhilfe des Zustandes fortgesetzter Unterernährung baren. Richtig sei es auch, daß zahlreiche Frauen sich zu der Frau Bürger- meister Kaiser begeben hatten und diese sie möglichst zu beruhigen suchte.— Der Anstaltsarzt Dr. Vieregge hat den Angeklagten 6 Wochen hindurch auf seinen Geisteszustand beobachtet, tbr konnte ihn nicht für einen politischen Fanatiker ansprechen, bestätigte aber, daß et erblich belastet und«in Pstichopatisch Entarteter sei.§ 51 St. G.B. sei nicht anwendbar.— Der Staatsanwalt ließ die An- klage wegen versuchter Nötigung fallen und beantragte wegen Körperverletzung mit Rücksicht auf die große Erregtheit des Ange- klagten 300 Mark Geldstrafe. R.-A. Liebknecht hielt dies« Sttase für zu hoch. Das Gericht erachtete die Vernehmung des Oberbürgermeisters Kaiser für notwendig, und da dieser zur- zeit auf Reisen abwesend ist, wurde die Verhandlung vertagt. Ein Universttatsprofessor unter der Anklage der Majestätsbcleidignng. Das Landgericht Königsberg hat am 11. Dezember v. I. den Universilätsprosessor Dr. Friedrich Lezius weoen MajestätS- beleidigung, begangen durch Absendung cincS Briefes, zu Sirase verurteilt. Neber die Revlfion des Angeklagten wurde vom Reichs- gericht unter Ausschluß der Oefienttichieit verhandelt. Das Reichs- gericht hob das Urteil auf und verwies die Sacde an das Land- gericht Jnsterburg. Zur Begründung wurde ausgcsührl: Die Feststellung, daß die Täterschaft bei dem Briefe erwiesen sei und daß nicht bloß das Bewußtsein des ehrrni übrigen Charakters, sondern auch die Absicht der Ebrverletzung vorliegt, ferner daß die Böswilligkeit der Aeußerung nachgewiesen sei, nnlerliegt rechilichen Bedenken nichl, dagegen hat der Senat die Feststellung der Uebcr- legung zu beanstanden. Tie Feststellung der Ueberlegung ist nicht ausreichend. Es erschien dem Senat daher angemessen, die Sache an ein anderes Gericht zu verweisen. Der»Herr GcrichtSvertrcter". In bezug auf nnsern Kauf- inannsgerichtsbericht in Nr. 88 legt das Abzahlungsgeschäft S. Gottlieb Gewicht auf die Feststellung, daß die von der Firma für 1800 M. verkauften Möbel nicht zurückgekauft, sondern von einem Beamten, mit dem sie in keiner Beziehung stand, für 700 M. gekauft und nach erfolgter Ausbesserung und einschließlich Verpackung für die genannte Summe nach auswärts verkaust worden sind. VerantwortiiU» für Volitik: Erich Kultier, Berlin: für de» ttBriam Tri! bei ibiatlcä: Aisred Scholz, Sieulölln: für Aw-eigen: Theodor Glocke, Berliir. Verlag: Vorwärtö-Verlag G. tn b.£>., Berlin. Druck: Vorwärw-t'uchdruckerei Uiih BerlagSankialt Paul Singer u. Co. in Berlin. Lindsnltraße Z. Hierzu 1 Vellage und Uutcrhaituugöbiatt. ». � i ii uan»'i iw"-' i--i-w Waiiz©aB8indi0©tteBi mit Bn werden radikal vernichtet durch Wanzentod Pfeifferol in Flaschen zu 4,50 M., 3,— M., 1,75 M. und 1,— M. und Mottentod Pfeifferol(50 Pf.) überall zu haben. 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