( 10 Pfennig') Xsttgcoron. Kbtefie eojtalitatofruJ»btTf»«*, Vevlinev Volksblatk. der fozialdemokrati f eben partef DeutfAlatido Zentralorgan äs!«sjgaKjaBgmsBswoweeaap�a� EapsAitty»: GW. öS, LinSsnftraß? Z« k»«?«,spr«ch«»:«mt Moriijvla�, Nr. lkU 90—151»7. ReHaktio« GW. öS. Kwöenstraß» Z. Ser«?pr,chrr:«m, Dtort«pls». Nr. 151»0—151»7. Freiwg, de« ÄS. April 1SZ8. Im Kampf um den Ketnimltarg Neuer Angriff bei BiklerS Bretvnnenx — Hangard genommen— Die Linien bei Caftel vorgeschoben— ÄOOO Gefangene. Sevll«,». April 1918, sieak«.«« tkich. Die Armee des General» Eixl von Arnim steht im Kampf um den Kemme!. s»sen ans im�erem rechten FHigal an. Er wuff»e abgewiesem Später am BormÄtog eroeiecte sich in heftiger Weise der Angriff K�en unsere Stellungen in diesem Ädschrriti nud, obgleich an den südftchen und nör.diichen Teilen der Front verlustreich abgeschlagen, machte er Fortfchrktle bei BMerö Brctomieux, wo der Kampf den garaen Tag über heftig anhielt. Der Feind nahm das Darf in Vtich, der Kampf Mt weiter an. Andere Angriffe, die der Feind lache vormittag auf dem Nordufcr der Somme nnd nördlich von Albert-machte, wurden abgewtelen: wir machten einige Gefangene. Bei einer erfolgreichen örtlirfen Antornebmung, die honte morgen nordwestlich von Festickont awsßssübnt wurde, wunde der vorn Keiudr am 22. 4.«nnmmsne Posizr, dwrch urisere Truppen zurückerobert; die feindliche Bssch>uag ksiliote he/tigü« Aidersllurd««b hatte schwere VeAuste. Wir machten eÄilge Gefangene und erbeuteten 4 Maschineirgewehre. Heute früh machte der Feind einen heftigen örtlickan Angriff tchnr Erfolg gegen unse« neuen Stellungen ösmch dost Robecg." Nnseue Linie wmde unverfthr gshoSten; 64 Gefangene bffsben in unserer Hand. Außerdem machten wir in«foßMich« kleiner«» Unter n ÄhnÄnngsn öfffich des WakdeS von Nieppe und in der Gegend von Meteren Gefangene. Deutsche Geeichte in Gvigieu. Briisiel, 24. April. Durch gemeinsame Verordnungen das GeneralgouvernenrS und des Gensr-ifgum-tiermessterS werden für Flandern«nd Wallonie« deutsche Gerichte emgesetzt. Der leitende Gedanke bei der Neuorganisation war bei möglichst sparsamer Pedsonalvsrwcndung in Strafsache« eime Beschräulunz auf das im Jntereße der Aufrechterhaltun, der öffent- lichen Ordnung Notwendige, in Zivilsachen Schutz der privat- redftlichen Jntersffen der Deutschen, der Verbündeten««d der Neu- tralen. Es werden deshalb kaiserliche VeznckSgerichte eingerichtet, die materiell nach den Landesgesatzen. aber unter Anwendung des deutschen Prozeßrechtes in Zivil« und Straffachen urteilen werden. Die Justizverwaltung liegt wie bisher in den Händen des Vesvaktungschsfs. Die franMscke parteimmösrheit stimmt fik Hesresvsemed?u«g. Die Mmderhsit der französischen Sozialsten— die e i-g-e ntlichen Zimmerwalder ausgeschlossen — hat sich bekanntlich angesichts der deutschen Offensive und mit Hinblick auf die Beschaffenheit der Frisdensschlldffe im Dsten entschlossen, diesmal für die Einziehung eines neuen Jahrgangs— des von 1919— zu stimmen. In der Depufierteickünmcr gab Genosse Pressemane in ihrem Namen die Begründung dafür. Er jagte:„Wir haben gegen die Gnziehung der Jahresrlässen 1916, 191� und 1918 gestimmt. Diese Haltung haben wir in einer Zeit eingenommen, wo die Fronten u n- beweglich waren. Heute ist dem nicht mehr fo. Der Wnd ist vor den Tören. Die Stuu d e erlaubt keine DiSRltssion über die Art der Krieg- führn-ng und über die Kriegsziele. Wir wollen nicht, daß diejenigen, die sich, dem brutalsten Imperialismus unterwürfig, auf uns stürzen, mich nur oinen Augenblick an die Möglichkeit glauben können, dank unserer Meinungs- Verschiedenheiten zu triumphieren. Das Verhatten der französischen Minderheit entspricht der grundsätzlichen Stellung, die sie in der Frage der Landesverteidigung von Anfang an ein- genommen hat: Verteidigung des heimatlichen Bodens gegen den eingedrungenen Feind, Ablehnung des Vertrauens für eine Regierung, die ihre Kriegszicle nicht bekanntgeben will. Das öänijche Wahlresultat. Da? Hauptergebnis der dänischen Wahl, die zum ersten Male unter dem neuen auch die Frauen einschließenden Wahlrecht vor sich ging, ist die stimmemiräßige Sicherung der bisherige» Regierung. Für die neutralilätS- und arbeiterfreundliche Regierung wurden 455 666, gegen sie 436 666 Stimmen abgegeben. Die Sozialdemokratie allein erhielt 262 775(28,7 Proz.), die ihr verbündeten Radikalen 192 411(24 Proz.) Stemmen. Die Opposition kann sich also nicht mehr darauf berufen, daß die Regierung nicht das Land hinter sich hat. In dem abgelaufenen Folketbing war eS so; die Regierung!!- Parteien hatten zwar die Mehrheit der Mandate, aber 13666 Stimmen weniger als ihre Gegner— sie haben also 31 666 Stimmen gewönne». DaS Kompromiß zwischen Radikalen und Sozialdemokraten trat in Groß-Kopenhagen, wo Listenwahl stattfand, gar nicht und auch nicht in allen Landkreisen in Kraft. Sonst hätten die Verbündeten noch 4 Mandate mehr erobert. Die Sozialdemolratie behauptete alle alten Mandate, eroberte zwei dazu und gewann von de» neuen Wahlkreise» vier und in Groß-Kopenhagen drei neue Sitze, von den vier gewählten Frauen gehören zwei zur konserva- tiven, je eine zur sozialdemokratischen und radikalen Partei. Die Wahlbeteiligung war die stärkste, die Dänemark je erlebte: 75,5 Proz. der Wähler gaben ihre Stimme ab— und dabei war die Zahl der Wahlberechtigten von 488 682 in 1918 dank dem neuen Wahlgesetz auf 1 2l2 136 gestiegen. In Groß-Kopenhagen hat die Sozialdemokratie fast die Hälfte aller Stimmen auf sich vereinigt._ Szterenp!s KabmettsbilÜung. Die«ngarifckie Wahlrechtskrise. Budapest, 24. April. Blättermeldungen zufolge dürste die Kabinettsbildung unter dem Ministerprästdium Josef Szterenyis auf der Grundlage erfolgen, daß der Gesetzentwurf über die Wohl- reform erst im H e r b st im Abgeordnetenhaus verhandelt werden soll, jedoch müßte die Regierung Gewähr bieten, daß, falls es nicht gelingen sollte, den Gesetzentwurf in der jetzigen Form und ohne Abänderungen im Parlamente durchzubringen, das Haus aufgelöst«nd Neuwahle» angeordnet werden sollen. Die sogenannten Wahlrechtsparteien des AbgeorduelenhauseS haben dem Vorschlage zugestimmt, und so wird der designierte Ministerpräsident Szterenyi vermutlich schon morgen in der Lage sein, die Mimster- liste Seiner Majestät zu unterbreiten. Das wankende Mmstsrium Seiöler. Die Deutsch-Radikale» gegen unverantwortliche Außenpolitik. Wien, 25. April. Die innerpolitische Sstuation gilt heute als sehr kritisch. Man erwartet eine Entscheidung über das Schick- sal des Kaiinetts Seidlcr. Die deutschen Parteien find entschlossen, alle Folgen aus der für sie befriedigenden Sachlage zu ziehen. Die Veratungen und Audisnze« dauern fort. Sämtliche Morgen- blätter, insbesondere das offiziöse„Fremd enblatt", drücken ihr Unbehagen über die Sachlage aus und prophezeien eine Zu- spitzung der inner politischen Krise. Wien, 24. April. In der heutigen Sterling der Deutsch- Radikalen Partei wurde folgende Entichtießung einstimmig angenommen: Die deutsch-radikale Partei kann nur eme solche Rs- gierung unterstützen, die erstens Bürgschaft bietet, daß die ans« wärtige Politik vom verantwortlichen Minister des Aeußern uuter Ausschluß aller Vecinflusinng von unverantwortlicher Seit« in der bisherigen Richtung im engsten Einvernehmen mit dem verbündeten Deutschen Reiche weitergeführt werde; zweitens, die Selbständigkeit und Selbstverwaltung Deutsch- vöhmenS unter Durchführung der nationalen Abgrenzung der- wirklicht. Wien, 25. April. Wie die Blätter melden, berichtete gestern abend im VerbandSauSschuß der deutsch-nationalen Par- t e i e u der Borsitzonde Abgeordneter Waidner über feins wieder- holten Unterredungen m«t dem Mnisterpräsidenten Dr. v. Seidler. In einer längere» Aussprache wurde von allen Rednern ruf die große Unzufriedenheit und erregte Stimmung rn den deutschen Wäblerkreiscn hingewiesen, die durch den Rück- stitt des Grasen EKsrnin nur noch gesteigert wordsn sei. Abgeoro- ueter Teufel brachte eine Reihe Bedenken vor, die oppositionelle Stimmung überwog jedoch. Es wurde hsrvorgehckbsn, daß m i t kleinlichen Mitteln die Lage nicht geklärt wer- den könne. JnSbostmdcve«ich in der ErnShrnngSpolittk müsse eine durchgreifende Aouderung eintreten. Ehrenbürger Czerm'n. Wie», 25. April. Der Wiener Stadtrat beschloß ein- stimmig, dem Grafen C z r r n i n da» Ehre nbür� errecht zu vertethen._ MzvVS Aachfolger. Berlin, 25. April. Mit der Leitmig der bukg-wischen Gesandt« fchaft als Geschäftsträgor ist«ach dem Ableben des Gesandten Rizow seitens des bnlgarischen Ministerpräsidenten der Legat ionsrat Dr. Nikyphoroff betraut worden. Das geprellte tzollcmö. Amerika Wik! weiteren Schiffsraum herauslocken.— Einftottung der ostindischon Schiffahrt. Washwzton, 25. April. sAfioeitaed Preß.) Die Vereinigten Staaten find gesonnen, das unlängst gemachte Anerbieten. drei Schiffe mit Getreibe nach Holland abzusenden, zu widerrufen, wenn die Besprechungen der holländtstbe» Presse, die die Ber- einigten Staaten in der Hmsickt der Doppelzüngigkeit anklagen, daß der entsprechende SSiffsraum die holländischen Häfen nach Amerika der- lassen solle. als ein Kennzeichen der Stimmung der holländischen Regierung und Bevölkerung aufzufasien seien. Amtliche Kreise drücken ihre Enttäuschung und Ueberraschung aus über die Aufnahme des amerikanischen Anerbietens, das sich auf einen Borschlag der holländischen Regierung stützt, um die aus dem Mangel an Brotgetreide hervsthvenden Leiden zu lindern. Das Anerbieten ist eine Ergänzung zu Wilsons E'Aärrnig dom'20. März, daß nämlich 166 666 Tonnen Getreide für Holland vorgesehen seien, wen» eö Schiffe senden würde, um diese zu befördern. Wenn Holland nicht wünscht, da» Anerbieten zur Entsendung von Schiffen anzunehmen, so bleibt das ursprüngliche Auerbieten, Getreide zu liefere noch bestehen. Aber die Hiffe. die Amerika zu gewähren Hertel ist, wird um die Zeit verzögert werden, die dazu gebraucht wird, um Schiffe von Holland nach Amerika zu senden. Amstcrdcim, 24. April. Ein hiesiges Blatt erfährt aus Batavia. daß die Niederländisch-Jndische Paketfahrt ihr Kontor in Stngapore geschlossen bat. Dazu erfährt die Niederländisch-Jndische Presseagentur aus Amsterdam, daß die Palet- fahrt und die übrigen indischen Linien die Fahrt mit ihren freien Schiffen nicht aufnehmen, weil die Haltung der alliierten Regierungen gegenüber diesen Schiffen noch unsicher ist. Falls es sich herausstellt, daß diese Gesellschaften über die Schiffe freie Verfügung behalten, beabsichtigen die Direkte onen den Dienst'sofort wieder auszunehmen. Haag, 25. April. Erste Kammer. Bei der Beratung des Etats des Ministeriums des Auswärtigen teilte Mini st er Leuden in Beanstvovtung von Reden verschtedener Abgeordneter mit, duz kein Schiff aus Holland ausfahren werde, bevor einc schriftliche Sicherung vorliege, daß kein Schiff in Beschlag genommen würde. Gestern hat der Rinister aus einer Aussprache mit dem amerikanischen Gesandten ersehen, daß dieser der Ansicht sei, daß diese Sicherung bere-ts schriftlich gegeben worden sei. Die Absicht sei, daß fortwährend sechs Schiffe in Fahrt blei- ben würden. Der Minister hat Grund anzunehmen, daß diese Schiffe noch vermehrt werden, und daß Deutschland kein Hindernis in den Weg legen würde, auch glaubt der Minister annehmen zu können, daß die allteerten Regierungen die Verpflichtungen über die Rationierung Hollands einhalten wür- den. Die Unterhandlungen über das Wirtschaftsabkom- men mit Deutschland seien bei der anderen Partei aus Schwierig leiten gestoßen und verzögert, die Vorbereitungen seien jedoch ausreichcnd gewesen, lleber den Stand der Verhandlungen könne der Minister keine Mitteilungen machen, sie machten jedoch keine raschen Fortschritte, besonders deswegen, weil Holland nicht mehr viel ausführen könne. Mtt Rückficht auf die SchiffSftagz teilte der Minister noch mit, daß er von England die Zusicherung habe, daß Schiffe, die nach dem 22. März aus Indien abgefahren seien oder noch abfahre» würden, nicht beschlagnahmt werden würden. Batavia, 17. April. kReuter.) Die h o II ä n d i s ch e S ch i f f- fahrt von Ostindien nach den britischen und amerikanischen Hafen ist gänzlich eingestellt, und der Exporthandel nach den Sirails Settlenzents, Indien und Amerika ruht ebenfalls so gut wie völlig, namentlich die Zucker- und Gummiaussuhr. Auch der Tabakhandel liegt danieder und britische Firme» erleiden schwere Verluste._ Der Krieg auf öen Meeren. Berlin, 24. April. Neue ll-BootS-Srfolge im Sperrgebiet um England 2ÄOOO Br..N.-To. Unter den versenkten Schiffe» ein wertvoller 7666 Br--R.-To.- Dampfer, der im Aermelkanal aus stark gesichertem Gelertzuge herausgeschossen wurde und zwei vollbeladene Dampfer von je 5666 Br.-R.-To. Der Chef de» Admiralstabes der Marine. Die Schweizer Getreideschiffe. In einer Schweizer Meldung, daß sckweizerische Getreideschiffe ftei passieren dürsten, wenn sie neben der feindlichen die Schweizer Flagge führten, wird von deutscher Jette bemerkt, daß erst binnen drei Monaten den deutschen Kriegs« schiffen sicher der e« sprachende Beseite erteilt werden könne. Die Lage sei auch dadurch erschwert, daß die weggenommenen hollän- dischen Schiffe die amerikanische Flagge führten. Würde also ein schweizerisches Getreideschiff versenkt werden, so träfe nicht die deutsche, sondern die amerikanische Regierung die Verantwortung. Die Fernbeschtessuny von Paris. Paris, 25. April. Amtlich. Das woil-iragen.de Gssthütz setzte die BeMeßung des Pariser Ge- bteteS am 24. April fort. Keine Todesfälle. Dienstpflicht in Südafvita. Rotterdam, 25. April. Dem .Niemoe Rotterdam sche Courwit" zufotee erfährt„Daily Telegraph" aus Johannesburg vom Frei tag: Die Äeher verschobene allgemeine Einschreibung aller Dienstpffichtigett Mischen 18K und 41 Jahren fit jetzt beschlossen worden. An erster Stelle die der u n v c r- heirateten Männer, an zweiter Stelle derjenigen, die wäh- r e n d de» Krieges geheiratet haben, und an dritter Stelle die der Verheirateten im dienstfähigen Wer. Der Gemeinde rat, die Hand rfskom mer, der Bergweuksvait, sowie andere viele große Arbeilgeber haben eingewilligt, den unverheirateten Leuten ein Viertelihres Lohnes, den verboivateten die Hälfte während ihrer Tätigkeit im öffentlichen Jnte-reffe a-uszuzahlen. Ms öer sozialAemokratif&sn Reichstags- ftsktion. Die Fraktion bestimmte in ihrer gestrigen Sitzung zu Rednern über das ArbeftskammergEsetz die Abgeordneten Legten und Giebel._ Die Herotung öer soziatpvMsihen Gesetze. Der Seite er entenvsnt des Reichstags trat am Donnerstag zu einer Sitzung zusammen, in der festgelegt wurde, daß das Gesetz über die Arbeitskammern und das Gesetz über die Auf- Hebung des§ 153 der Neichsgewerbeordnung am 1. Mai zur Beratung gestellt werden soll._ Enie Bckanntmachmiz über efttt NvNszählung ist am Donnerstag Vom Bundesrat beschlossen werden. LeAe Nachrichten. Der enzltsche Miszerfolg bei Zcebrügge. Berlin, 25. April. AmÄteh. Nach Rerrtermeldungen sollen nach Enfftemd jucüekgskehete Oewte der Landungsabteilung des gegen Zeebrügge emgos-etzt gewesenen Angriffsgoschwabers ausgesagl haben, daß alle Geschütze, Schuppen und Munition s. Vorräte auf dem Hafendamm gerstört und die Schlsusenter« in die Luft gesprengt weisen seien. Diese Behauptungen sind von Ansang bis zu Ende frei erfunden. Außer den geringfügigen bereits ausgebesserte« Zerstörungen in der Bislenvsrbttsd mrg haben die Engländer durch ihre Anternshmnng nicht das mindeste erreicht. Es fit n i ch t s i n« einzige der auf der Rote beftndlichm mikrtaetschen Einrichtungen auch nur in Mitleidenschaft gezogen worden. Ms auf die berstts gomeldete leichteBeschädigungeineS ein« z i g e n Torpedobootes sind auch keinerlei Zerstörun« g e n an irgend einem U-Boot, Torpedoboot ober sonstigem Fahrzeug erreicht worden. Auch an die Schleusen ist der Feind weder mit Sprengungen, noch d u r � Geschützfeuer her- angekommen. Die gesamten a se n e i n ri ch t u nge u Zesbesigges sind vtelmehr völlig unversehrt und voll betriebsfähig. Nr. 114 � ZS. Fahrgong 1. Seilage öes Vorwärts Irektsg, 2H.�pri!l918 Mitttärfragen im hauptaussihuß. >cr Tlyung I'»m Donner Nag dersuchre zunächst der Leiter der Presseabteilung im Krieg sin tntstrri u m, Lbecstlcutnant von dem Berg, die Angriffe auf da« K rteg S p r e s s e a m t als unfoe- gründet zurückzuweafen. Die Aufgaben des AmtcS seien, die L berste Heeresleitung mit Material aus der Presse zu verseben, dann aber auch der heimischen Presse Material zu liefern. Jnr ganzen miirde» nur 119 lediglich garnisoudieustfähige Offiziere dort beschäftigt.— Abg. Nehbel fordert, daß die�Heize der neu- Itakit Presse gegen die Behandlung der Gefangenen in Deutsch- land entgegeugelreten werde.— Abg. Ledcbour fragt, ob es richtig ist, daß m Flandern eine ganze Anzahl deutscher Soldaten infoige der 11 c der s ch w em M n n ge n umgekommen seien. sWind durch Zuruf verneint.) Abg. Scheidemann: Heber die Tätigkeit des Kriegspresssanrtes könne kein Zweifel bestehen, es sei bestrebt, hie Presse zu ciiunt gefügigen Werkzeug gewisser Kreise zu machen. Die Ldcrzcnsurstelle drehe jeden Tag einen nenen Knebel für die Presse. Charakteristisch sei, daß nian sogar die LerSffent- liÄniig einer vom rlfass-lothringischen Landtag beschlossenen Reso- lution unterdrückt habe. Die Militärbehörden machen eine Dummheit nach der anderen und verbieten dann der Presse, dar- über zu berichten. Die Vorgänge m den besetzten Gebieten im Osten sind sehr bedenklich, der Krieg darf nicht in einen Er- oberungSkriea umschlagen. Nach allen Nachrichten, die zu uui dringen, haust das Militär in diesen Gebieten in einer Weise, du- n i cht zu billigen ist, wir eS auch eine große politische lllilliigheii bedeutet, eine Bevölkerung vor den Kops zu stoßen, von der man etwas zu bekommen hofft. In der Ukraine nimmt man Siielt die Interessen der Großgrundbesitzer wahr und hat damit bereits den Protest dor Roda ausgelöst. Gegen dick Eigenmächtigkeit muß ein Einspruch erhoben werden, wie auch dagegen, daß man deutsche Soldaten als Polizei- 1 vii opc vevwendet. Auf Veranlassung der Militärverwaltung bindert man die Aerirrter der ö st lieben Völker, nach Berlin zu kommen.. Mit dem Verbot der Reisen beut. scbcr Abgeordneter in diese Gebiet« will man zweifellos einen Meinung sausrausch verhindern. Vertreter Litauens, die in Borlin waren, sind veranlaßt worden, schien, »igst wieder abzureisen, angeblich, um an einer Feier in Wilna lestzunehmen, die gar nicht stattgefunden hat. Jetzt aber verweigert man ihnen die Pässe. Man muß verlangen, daß dem Reichstag endlich gesagt wird, welche Ziele wir in Finnland berfalgen. Wie steht es insbesondere auch mit den Todesurteil en, die in Belgien von den Militärgevichien gegen Per- fohcu gefällt worden sind, die in der Internationale ein« Rolle spiel n. Redner fordert dann noch genaue Auskunft über den englischen Angriff ans Zeebrügg«. der Reichstag hat das Recht, die ungeschminkte Wahrl-eit zu erfahren.— Mg. Gräfe bezeichnet die Verlmltiiisse in der Ukraine als sehr unerfreu- I i ch. Um aber die von der ukrainischen Regierung übernommenen Pflichten sicherzustellen, sei militärische Unterstützung der dortigen Regierung notwendig. Redner meint dann, daß Abgeordnet«, die i» die besetzten Gebiete reisen, dies« Reisen nicht dazu benützen dürfen, um für ihre Ideen Propaganda zu niachen. General v. Wrisberg setzt auseinander, daß die Regierung der 1! t' nne nicht die ausreichende tvtacht hat, inn die tm Friedens- vertrag übernommene Verpflichtung, uns Getreide zu liefern, durchzusetzen. Daraus erklärt sich unser m i s i t ä r i- t'ches Eingreifen. Der Aufruf des ukrainischen Ackerbau- Ministers, das Land zu bestellen, ist von den Einwohnern nicht be- 'wütet worden, nutz veshatb ist es notwendig, einen gewissen Zwang atiszuüben. Aus die Anfrage ScheideniannS bemerkt er, daß der sozialistisch»« Senator in Antwerpen wegen Spionage zum Tode verurtcitt wurde. Das Urteil unterliegt der Bestätigung durch den Kaiser. Dar andere Belgier dagegen ist nicht zum Tode verurteilt worden.— Verschiede nie Redner der Militärverwaltung äußern sich dann noch über einige Spezialsragen. Müller- Meiningsn: Weshalb ist es verboten, baß Nbge- ordnete nachdem Osten geben? In der Ukraine liegt der Fehler daran..*iß man unser« dortige diplamatische Vertretung völlig ausgeschalt. t dat. Dor Erfinder der deutschen Tanks, eiti gewisser G ö b e l, ist von Anfang an mit Mißtraue« k>r- handelt worden, jetzt Hot er Konkurs«nmeldcn nüissen, obwohl man seine Ideen verwendet hat. Diesen Mann darf man nickst hilflos im Stiche lassen. Die Berichte über von Uelbcr- fall aiif Zesbwigge entsprechen njchtden Tatsachen. KäcgSminister v. Stein geht auf den Fall Göbel ein. An Mitteln zur Ausführung seiner Ideen hat es dem Erfinder nicht gefehlt, aber er hat nichts fertigzzestellt. Admirat Hobbinghans gibt ein Bild von dem !li, griff auf Zcebrügge. Es bandelt sich bereits um den fünften derartigen Angriff. Diesmal war das Wetter den Engländern günstig. Auf den An- griff war die deutsche Marine vorbereitet, denn mit einer selchen Möglichkeit mußte dauernd gerechnet werben. Di« Eng- Kinder kavier, unter dem Schutze einer künstlichen dichten Nebelwand. So konnte ein Boot direkt an die Mole kommen, dos sofort scharf te schössen ivurde. Von den etwa 1000 Engländern kamen nur SO auf die Mole. Militärische Anlagen sind nicht zerstört worden- Der Angriff wurde restlos abgeschla- g e u. Beim Eingang der Mole liegen versenkte Fahrzeuge,»hue daß damit die Einfahrt i» den Kanal verhindert werde« konnte. Tie gegen Ostend« angesetzten Fahrzeug« habe« ihr Ziel überhaupt verfehlt. Di« Durckfilhrung des U-Boot- Krieges'ist nicht behindert. Der englische Bericht ist durchaus falsch. Abg. Gothein bespricht die Angaben icher unsere Verluste und polemisiert dann gegen die vertraulichen Ausführungen des Oberst- leu-tnants K o>! t h über unsere Rohstoffversorgung. Bei der Brieszensur wird geradezu eine Verschwendung mit menschlicher Arbeitskraft getrieben. Die Vorgänge in den östlichen Randstaaten können uns nur mit dem Gefühl t i e f st e r Scham erfüllsii. Abg. NoSke: In Bukarest sitzen 1500 deutsche Offiziers, für die 51 Kasinos bestehen. Beim Friedensschluß mit der Ukraine ist mit keinem Wort von dem Versahren gesprochen worden, das jetzt angewendöt wird. Der Reichstag darf nicht ruhig zu- sehen, wie ihm die böse st en Suppen eingebrockt werden. Die-öffentlichen Einrichtungen in der Ukraine werden von der militärischen Leitung direkt beschimpft, man bezeichnet es in An- Weisungen an die Offiziere zur Instruktion für die Mannschaften als Ausgabe, die demokratischen Einrichtungen zu beseitigen. Gegen diesen Bütteldienst wenden sich unsere Soldaten. Redner kritisiert dann den Erlaß, der die Reisen von Abgeordneten nach den östlichen Gebieten verbietet, angesichts der Tatsache, daß Prinz Heinrich von Preußen dort eine umfassende politische Tätigkeit entfaltet. Die Aeußerungen eines livländischen Vertreters lassen erkennen, daß den Abgeordneten jeder Einblick verweigert werden soll. Abg. Scheidemann beantragt nun, die Verfügungen beS Generals Eschhorn dem Ausschuß vorzwlegeu. Dieser Antrag wurde von Fortschvittlern und Zentrum unterstützt. Abg. Erzbergcr stellt fest, daß auch Schriften verbreitet wur- den, die eilig Beschimpfung des Zentrum S darstellen. Selbst Offiziere protestieren gegen dieses Treiben. Mit dem Vor- gehen in der Ukraine schädigt man direkt das Ansehen Deutsch- lands. Der RaichStag hat nach der Verfassung das Recht, bei der Vorbereitung von Friedensverträgen niitzuwirken. Der Stand- Punkt sei unhaltbar, daß ein einzelner Mann das Recht haben solle, über Krieg und Frieden zu entscheiden. Tausende von Offtzieren werden lediglich mit der Beeinflnfsnng der ö f f e n l l i ch c u Meinung beschäftigt. Abg. Ledebour findet, daß unser Vorgehen in der Ukraine geradezu einen Vertragsbruch sxu-stellc. Man hat damit nur erreicht, daß man sich die ukrainischen Landwirt« zum Feinde g-macht hat. Warauf beruhe das Recht zum Einrücken in die Krim? Au» Finnland liegen die bedenklichsten Nach- richten vor, wir kommen dort zu den gleichen Verhältmissen wie in der Ukraine. Abg. Müller- Meininge« beantragt, die Verhandlungen über di« Anweisungen des Generals v. Eichhorn nächsto Woche in Anwesenheit deZ Reichskanzlers fortzusetzen. Abg. Scheidcmann schließt sich diesem Antrage an. Kriegsminister v. Stein hat von diesen Amveisungen keine Kenntnis, will sie aber beschaffen. Die Beratungen werden am Freitag fortgesetzt. Die»Instruktion gegen öen Neichstag�. In der gestrig«« Sitzung des HauptauSschusseS hat Genosse NoSke einige"Proben de?„vaterländischen Unter« r i ch t s" in der Armee gegeben, die das stärkste Aufsehen erregten. Nian beschloß, das vielversprechende Thema in einer Sitzung der nächsten Woche besonders zu erörtern. ES handelt sich um eine Reihe von Katahismen. von deren Art die folgenden Proben ein Uild geben. Zum Beispiel heißt es darin wörtlich: „Es gibt nichts Unduldsameres als die Demo- kratie... Die demokratischen Parteien deS Deutschen glrichS, - tag? wollten durch Streikbewegung und Stratzen-Denwnstratioiien i'inen Berzicht-Frieden erzwingen... Das Geld spielt in den deniokratischen Ländern die Hauptrolle... Wer heute die demokratisch-internationalen Bestrebungen nicht an der Schwelle zurückweist, der arbeitet für den Feind: der arbeitet nicht für wahre Freiheit und Gleichheit, sondern für die Jnter- essen einer internationalen Gauner-Gesell» schaft." Das Wort„Parlament" wird den Soldaten mit„Schwatz- b n d e" übersetzt. Und in bezng auf da? feindliche Ausland werden sie in folgender Weise belehrt: Frankreichs Revolutions-Form«! Freiheft, Gleichheft, Brüder. lichkcit muß übersetzt werden mit„Ungehorsam, Unehrerbietigkeit, Giß". Amerika ist daS Land der KorruptionSwirtschaft und der Bestechungen: clwas,.was unS rückständigen Deutschen swörtlich) ganz unbekannt ist".— Rußland enthält den Finnen. Esten, Letten, Litauern, Polen. Ukrainern die Selbständigkeit vor! „Laßt uns Irland für die Iren fordern und erklären, daß wir Irlands Interessen zu den unfrigen machen. Laßt uns das Selbstbestimmungsrecht für Aegypten, für Indien fordern. Die Abtretung Gibraltars an Spanien, Maltas und Korsikas an Italien, des SuczkaualS an die Tücke». Vor allem müssen wir das Streben der Finnen, der Balten, der Ukrainer nach politischer Unabhängigkeit mit allen Kräften unterstützen." Und weiter: „Der 19. Juli 1917(Tag der Friedensentschließung des Reichstags) ist für ewige Zeften eine Glanzleistung deutscher Michelei." Usw. Daß dieser KatechiSmuSmami auch i« bezug auf die Kriegs» ziele mit seinen Soldaten aufs ganze geht, versteht sich nach allem von selber. „Im Osten geben nnS Kurland, Litauen und weite Gebiete Polens das nAftge SiedelungSland für deutsche Bauern... Im Westen und Osten müssen wir die wichtigen Kohlen- und Eisenerz. Gehiete be- halten... Vor allem aber müssen wir die Herrfchaftüber die flandrische Küste fe st halten..." Das Heft ist dem KriegSminifter am Donnerstag vorgelegt worden. Er erklärte, vvu dessen Sorhandensei» nichts zu wissen. Der Abgeordnete E-zberger konnte demgegenüber darauf auf- merksam macben, daß er dieses Hest nnd ein zweites ähnlichen Kalibers vor etwa vier Wochen schon dem Kriegs- Ministerium unterbreitet Hobe! Um Sie Teuerungszulagen. Stadtverordnetenversammlung. In der Verliner Stadtverordnetenver- 1 ,1»i m l u n g wurde gestern von sozialdemokratischer Seite wieder die stiefmütterliche Behandlung der in den Bureaus der Stadt beschäftigten Hilfskräfte zur Sprache gebracht. Im Anschluß an die Mogistratsvorlagc über die Erhöhung der Teuerungszulagen für Beamte und A n- gestellte beantragte die sozialdemokratische Fraktion, der Magistrat solle auch den schon vor dem Krieg beschäftigt ge- lvesenen Hilfskräften, sofern ihre Beschäftigung d a u» e r n d war, die Zulage der Angestellten gewähren. Manche dieser Hilfskräfte find, wie Genosse Brückner hervorhob, schon bis zu zehn und mehr Jahren iin Dienste der Stadt tätig, aber dennoch werden sie als. angeblich„nicht ständig Be- schäftigte" gegenüber den dauernd Angestellten hinsichtlich der Teuerungszulage benachteiligt. Daß einer rnrudestens fünf Jahre hindurch„an derselben Stelle" beschäftigt gewesen sein muß. um als„ständig Beschäftigter" zu gelten und dann die Teuerungszulage der Angestellten zu erhalten, das sollte mm: kaum fiir möglich holten, aber Stadtrat Franst versicherte es. Für den Antrag unserer Genossen erhob sich bei den Freisinnigen— keine Handl Er war abgelehnt. « Der ZmbKosig-kSit Vorznbougvn, di« sich wrfet der©chnl- j u ge n v, besonders der höheren, seit K-viogSa-nSbruch in stvi- gendem Maß« geltend macht, will der Magistrat den Lehrern und Schitlerm Auswe-iskarte« ausstellen, die Aeichzeltiz«ine Warnung und einen Schutz bieten sollen. In der Debatte wird diese Ataßnahme als unzureichend bezeichnet und die Befragung deS Jugendamts gefordert. Stadt«. Bruns weist nach speziell auf die wenig ersprießlichen Wirkungen hin, die die Besoiligung der Schutjnge.ird an der öffentlichen Eainmeltätigkeit ans den Straße« gehabt habe. Reben den polizeilichen Maßnahmen seien auch päva- gogisch« nötig.— Stadtv. Dr. Wehl hält dafür, daß die Stadt bei den zuständigen Deböchen dahin vorstellig werden soll«, die Schul- sugenö von dieser össenttichen Werbe- und Schnorvtat'igfeft anSzu- schließen.— Stadtv.(lasset(Linke) will die Behauptung, daß ein« allgemeine Wernohung platzsegriffen habe, nicht gelten lassen, weist auch den Ausdruck„Schnorrtätigkeit" als durchaus unangebracht zurück. Es wird die Aöirfiurig de? Gegenstände? beschlossen, du nach Mttellnng des Stadtschulrats Dr. Rrimann die Angelegenheit be- i reits dem Ingendamt vorliegt.> Auch für da? Jahr 1918 soll, der gesetzlichen Ermächtigung ent- sprechend, von der Reuauffiellung der Gemeindewähler- 1 i st e abgesehen nn-d bei Wahlen die Liste von 1917 zu Grunde gc- ' legt werden. � Müt Wirkung vom 1. April d. I. ab sollen die von der Stadt gezahlten lausenden Teuerungszulagen und Kriegs- beibilfen der steigenden Teuerung entsprechend erhöht wewen. Der jährliche Ausivaiw dafür berechnet sich nach den neuen Sätzen ans UZ(statt bisher 7ch) Millionen Mark, wovon 9,8 auf die Zulagen, Ich auf die Pensionen und Ruhegeller eiftfallen.— Stadw. Brückner(Soz.): Daß der Magistrat unserem Wunsch vom 24. März so schnell nachgekommen ist, erfüllt uns mit Genuabuung. Bedauern müssen wir, daß die schon längere Zeit Beschäftigten, die nicht als sestange stellte Beamte angesehen werden, wiederum leer ausgehen sollen. Die Zulage von 15 M., di« der Maglstrat den nicht ständigen Bu rvauhilfskvästen gewähren will, bleibt mit ihren 50 Pf. pro Tag auch hinter den a ller Ve schsiden s den Ansprüchen zurück. Wir beantragen, diesen Hilfskräsien, wenn sie schon vor dem Kriege höhung von 30 nur auf 10 Proz.(statt auf 50, wie der Staat und schon einmal eine Zulage von 80 Pf. erhalten._ Diejenigen, die bereits 5 Jahre an derselben Stelle beschäftigt sind, sollen die Teuerungszulage erhallen.— Stadtv. Brückner: Damet wird eine Zusage zurückgenommen, die im Ausschuß gemacht war; im Aus- schuß war von„an derselben Stelle" nicht die Red«.— Stadtrat Dr. Franh: Im Ausschüsse ist nur das erklärt worden, was ich soeben wiederholt hasse. Die MagistratSvorschläge werden angenommen, der Antrag Brückner bleibt in der Minderhsit. Bon der Mitteilung des Magistrats betr. die Erhöhung der Vevgüinngssätze für Hilfcckräste um 15 M. monatlich wird Kenntms genomnran. die Stadwv. Koblenzer(Soz.) und Hintze behalten sich vor. bei der Aeratung de« Antvags Barkowski auf ihre lvefter- gehenden Wünsche zurückzukommen. Für schwer-sch wachsin«ige Kinder ist d-i« Eiurich- tung von Sammelk lasse« getroffen worden, von denen drci zu Ostern 1917, weitete dvei zum 1. April 1918 an seck>s Mittelschulen««geachtet wovden sind. Dem«mstweiftgeu Bedürfnis ist damit genügt. Von den Etadwv. Dr. Refcufeld(A. Soz.)-md Dr. Knauer wird der städtischen Vernmltuug die Anerkennung für die neue Ein- vlchtnng ausgesprochen, über deren Organisailion und Wirksamkeit Stadtschulvat Dr. Fischer inid namens der Waisenverwaltutig Stadt- vat Tassenbach nähere Auskunft geben.— Stadtrat Bruns, hex sich hex Anerkennung anschließt, regt den Gsitdanken an, für diese Kin- der evtl ein« eigene Idioicnanslalt zu erbauen, da die Eltern der Unterbringung in Dalldorf tvogen der Kosten und auch aus anderen Gründen abgeneiot sind. Der Strastcnbahnvertrctg im Zwcckvsrband. Genehmigung der FahrprciZerhöhunz. Heber den neuen Straßenbahnvertrag hatte gestern der Z w e ck- verband Groß-Berlin durch Beschluß der Boll« Versammlung zu entscheiden.— Dor Vorsitzende Oberbürgermeister Mermuth-Berlin wies auf den Wechsel in der Verbands« leitung hin. Er gedachte des bisherigen Verbandsdirektors Srei» niger mit Dank, sprach von der jetzt für den Vorband anhebenden „neuen Zeit", in der.das Gemeinwohl Grotz-Gerlins durch die Opfrrwiüigkeft der Einzelgemeinden gehoben" werden soll, und hieß als»den berufenen Aibeilor an solchem Werk" den neuen BerbandSdirektor F i s ch b e ck willkommen.— Ans dem Sonder« au« schuß, dem die Tarif« n Gelegenheit ü6cr» lvieftn worden war, berichtete Stadtrat Loehntng« Berlin. Der Ausschuß empfahl, unter Aufhebung des früheren gegen eins FahrpreiSerhöhnng sich aussprechenden Beschlusses der Vollvetsamm- Inng den ini Entwurf vorgelegten neuen Straßenbahn- vertrag anzunehmen, der die bekannte FahrpreiSerhöhnng bringt. Diesen Vertrag nannte Stadtrat Loehntng ein« der de« deulendften Werke aus den bisherigen Arbeiten de« ZweckverbandcS, weil hier zum etsiennial die Groß-Berliiier Gemeinden zu gemein- samem Wirken gegen die Interessen des Großkapital» zusammengeführt würden. Erreicht werde ein EinheitStaris von 12�/, Ps.. die Vereinheitlichung aller RcchlSbeziehungen deS Verbandes und feiner Glieder zu den Strgßenbahngescllschaften und voraussichtlich auch die Auseinandersetzuiig des Verbände« mit den Einzelgemeinden im Sinne der von Berlin durch Verzicht auf wertvolle Recht« gegebenen vorbildlichen Haltung. Mitberichterstatler Stadtrat M a n n> Neukölln betonte, zivifcheir Verband nnd Gesellschaften komme jeyt ein Vertrag zustande, der beiden Teilen ihr Recht gewähre.— Gegen den Bertrag erklärten sich die S o z i a l d e m o k r a t e n der Zwcckverbandsveriammlung. Stadtverordneter Genosse H e i m a n n- Berlin bedauerte, daß in der Tanffrag« sich eine Wandlung der Anschauungen vollzogen habe. Genügen würde ein 11-Pfening-Tarif, bei dem die Gesell- schaften die durch Verkehrs- nnd Kohlensteuern entstehenden Aus- gaben decken könnten nnd noch ein Mehr an Gewinn einheimsten. Jetzt aber wolle der Verband ihnen gegen klein« Zugeständnisse einen für sie geradezu glänzenden Vertrag bewilligen, der mit seinem lS'/z-Pfennig-Tartf den Aktionären ein Millionengeschenk macht. Der Vertrag beseitigt leider den Nmsteigeverkehr, zu dessen Einführung früher die Geftllschaften selber bereit waren. Berlencrt wer- den auch die Arbeiterwochenkarten, trotz der früheren Zusicke« rung, daß sie davon verschont bleiben ioürdeu. Eine dem Per« sonal schon jetzt gegebene Dienstanweisimg läßt befürchten, daß die Fahrgäste für Pakelz ciuen besonderen Fahrschein werden bezahlen müssen. Die Straßcnbahndirekiion hat die Tariiange- legenheit mit der Lohnftage verquickt, aber dem Verband wird kein Einfluß auf die Höhe der Löhne ausbedungen. Heimann erkannte an. daß der Vertrag manche Besserung bringt. Der Verband habe aber gegenüber den Straßenbahngeiellschasleu seine Macht nicht so ausgenutzt, wie e« nötig und möglich gewesen wäre.— Demgegenüber pries Kvmnierzienrat Haber land- Kreis Teltow den Vertrag alz»ganz ailsgezeichuet". Auch Stadl- verordneter E a fs e I- Berlin erklärte ihn für durchaus annehmbar. Oberpräfident von Loebell äußerte Freude über das»Gelingen de« Werkes". Die Vorarbeit habe der frühere Verbrnidsdireklor Steiniger geleistet, der An- erkennung verdiene. Der Oberpräsident werde die Arbeit des unter gutem Stern sein Amt antretenden neuen Verbandsdirekiors nach Kräften fördern. BerbandSdirektor Fisch Beck erwiderte, es werde sein ernstes Bemühen kein, den Erwartungen nachzukommen. Er wolle den Geist der Grotz-Berliner Gemeinschaft und de« gegen« seitigen VerstehenS pflegen, der schon in dem Vertragsentwurf zum Ausdruck komm«. Auf das vom Siadtverordnelen Schachtel- Lichtenberg vorgebrachte Bedenken, daß der Widerstand einer einzigen Gemeinde den Vertragsabschluß stören könne, antwortete Verbands- direktor Fisch b eck, bereits seien von 22 Gemeinden schriftliche Iiistimmungen eingegangen. Weil nach den Magistraten noch die Stadtverordnetenversammlungen zu entscheiden baben, forderte ein Antrag Schacbtel. die Beschlußsasimig deS Verbandes zn vertagen. Er ivurde abgelehnt.— Die Abstimmung über den Vertrag ergab seine Annahme mit großer Mehrheit gegen die Stimmen der Sozialdemokraten. vrSettkmtbealkst«. Die Kohlenstelle Grotz-Berlm teilt mit: Nack dem vishen'gen Ergebnis der vorarbeiten für die endgültige Fertigstellung der Bnkettkundenliste s-ieint die Zahl derjenigen Verbraucher, die keine Aufnahme in eine Kundenliste gefunden haben, nur etwa S Prozent der Haushaltungen im Gebiet de» KohlenverbandeS Grost-Berlin i,u betragen. Die Unterbringung wird in Kürze erfolgen können, sobald der Gesamtüberblick erlangt ist. Zu diesem Zweck wird den- jenige« Verbrauchern, die bisher wider w eine Kundenlist« ein- getragen find, noch ihre Gruud- und SuSweiskarte ihrer Wohnfitz- gemeinde zurückgegeben baden, eine letzte Frist bis Montag, den 29. April, gesetzt, bis zu deren Ablauf fie die grünen Bescheinigungen lGrund««« d AuSweiSkart«) der Kohlenstelle Grotz-Berlin durch Einschreibebrief oder persönlich abzuliefern haben. Mit der Einziehung»eS AnfpreiseS für znviel»erdranchte» Gas wird, wie der Kohlenverband Grotz-Berliu mitteilt, nunmehr begonnen l�erden. Ein Ei kann auf Abschnitt 4t der Eierkarte vom 29. April bis 4. Mai abgegeben und entnommen werden. Schulfrei. Anläßlich des glänzenden Ausfalls der 0. Kriegsanleihe fällt auf Befehl des Oberkommandos am nächsten Mon> tag in den Schulen Berlins und der Provinz Brandenburg der Unterricht ouZ. Lichtspiele»anentzsen.Pala». vlanja Tzatschewa und Bernd«wer baden w dem IlUt.Die leltiam« Geschichte des BaronS Torelli'. die Hauptrollen inne. Eme Somöte.Nach dem Op-rnball'»on Gerhard Dammann und der IV. TeU der große» Schlacht im Westen vervollftSndigen daS Programm. Drei Personen dei einer GaSexplofiou getötet. Ein« Verhängnis- volle Gasexplosion hat stch in der Nacht zum Mittwoch in der Mainzer Straß« 17 in Lichtenberg ereignet. Im Erdgeschoß des OuergebäudeS des genannten HauieS wohnt eine 30 Iah.« alle Fm: Marie Brandt mit zwei Söhnen im Alter von S und 6 ?ab cn»nd einem erst einige Tage alten Säugling. Gegen Mitter- nact wurden die Bewohner des OuergebäudeS durch einen furcht- baren Knall aus dem Schlaf geweckt. Die Ursache der Er- fctütterung wurde alsbald in der Brandtschen Wohnung ermittelt. Als Nachbarn in die Wohnung eindrangen, fanden fie Frau Brandt im Nachtgewand leblos am Boden liegend im Schlafzimmer auf, das vollständig mit Gas angefüllt war. Im Bette lagen die beiden Knaben, die ebenfalls kein Lebenszeichen mehr von fich gaben. Samariter der Feuerwehr stellten stundenlange Wiederbelebungsversuch« an, doch war sowohl bei der Mutter wie bei den K und 6 Jahre alten Knaben der Tod durch Gasvergiftung bere t» eingetreten. Der Säugling konnte wieder ins Leben zurückgerufen werde-i. Der Ehe- mann Brandt steht im Felde. Di« Ursache der Ex" lofion ist in einer Beschädigung der Gasleitung unterhalb der Decke zu suchen, durch die dos Ga« auSgeström. ist. Brau B, die infolge des Gasgeruches in der Nacht aufgewacht war. hatte ein Streichholz entzündet und dadurch die Explosion verursacht, die auch die Zimmer- einrichtung in Brand setzte. Zu dem Merdgetficht I» hat Gteiufrafi» wirb mitgeteilt: Die Leiche der Frau Waldow wurde gestern der. dem Ge.ichtSarzt be- sichtigt. Nach einem vorläufigen Gutachten find die Verletzungen nicht tödlich. Die Frau ist wahrscheinlich an dem Genuß des Spiritus im Zusammenhang mit den Schlägen, die fie erhielt, ge« storben. Der Schmiede-Ernst ist noch nicht ermittelt. Die Neuköllner Stadtverorduetenversammlung gegen die Mahnahme« der Staatsanwaltschaft. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten gab Justizrat Abraham namens der Vorstände aller Fraktionen folgende Er- klärung ab:.Aus Anlaß der Durchsuchung des Rathauses, die die wüstesten Gerüchte innerhalb unseres Ortes gezeitigt hat, sehen fich die Vorstände der drei Fraktionen der Stadtverordnetenversamm- hing gezwungen, ihren Mitgliedern die nachstehende Erklärung zur Annahme zu empfehlen: Die Versorgung der Neuköllner Bevölkerung war im verflossenen Jabre so mangelhaft, daß wiederholte Mißhellrg- leiten unter der Bevölkerung entstanden. Es kam«ine von Tag zu Tag fich mehrende Unruhe in die Kreise der Minderbemittelten. Es fanden unter den fortgesetzten Rufen:.Wir haben Hungerl' Umzüge von Frauen und Kinder statt. ES entstanden Aufläuse vor und im Rathause und man schrak sogar nicht davor zu- rück, in die Amtsräume von MagistratSmitgliedern einzudringen und zu Tätlichkeiten überzugehen. Es tauchte die Gefahr auf, die Volkslüchen schließen zu müssen, und in diesen Augenblicken höchster Not, in denen daS Leben und die Gesundheit zahlreicher Angehöriger der Gemeinde gefährdet erschien, hat gleichsam au» einem Notstande heraus der LebenSmittelauSichutz der KriegSnot- stand-kommiision. insbesondere auch, weil wiederholte Vorstellungen um bessere Belieferung bei den Reichsbehörden vergeblich waren, den Beschluß gefaßt, unter welchen Umständen auch immer LebenSmitrel zur Linderung der Not zu beschaffen. DaS war aber bei dem Wettbewerbe aller gegen all« nur angängig, wenn auch wir Einkäufe über de« Höchstpreis tätigten. Die Waren find, bis auf den an die Rüstungsindustrie gelangten Teil, an die Verbraucher nur zum Höchstpreis abgegeben worden, rnid find dadurch sehr erhebliche Zu- icküsie der Gemeinde erforderlich gewesen. Wir erwählten Vertreter der Bürgerschaft erklären«nS ein- mütig mit dem Vorgehen der Kriegsnotstand«- kommission einverstanden und ersuchen den Magistrat, insbesondere besten Leiter, im Kampfe um da» Wohl der Gemeinde nicht zu verzagen und nach wie vor bemüht zu bleiben, bei den maßgebenden Behörden dabin vorstellig zu werden, Mittel und Wege zu suchen und zu finden, um den V e r- tretern der Gemeinde die Rube zur Arbeit wieder- zugeben, die für eine gedeihliche Fortentwicklung unseres Ge- meinwesens unbedingt notwendig ist.4' Im Anschluß an diese Erklärung— fuhr Justizrat Abraham fort— glaube ich im Sinne der gesamten Versammlung zu sprechen. wenn ich die Berertichost der Versammlung dazu ausspreche, ge- meinsam mit dem Magistrat in Erwögung darüber eintreten zu sollen, welcbe Stellung wir gegenüber dem weiteren Verfahren ein- nehmen wollen. Wenn zunächst auch nur Mitglieder deS Magistrats und städtiiche Beamte durch die Maßnahmen der Staatsanwalt- fchaf» in Unbequemlichkeiten gekommen find, so bat doed auch be- reitS die Kreis« der ebenomtlich tätigen Gemeindemilglieder eine nicht zu unterschätzende Unruhe befallen, und man hört jetzt bereus vielfach sagen, daß, wenn eS überhaupt möglich ist, Männer, die auS edlem Herzen und in gutem Glauben, ein« vaterländisch« Pflicht zu erfüllen, der ver- folgung auszusetzen, daß eS dann besier ist, sich so schnell als möglich von einer noch so liebgewordenen Tätigkeit zurück- zuziehen und die weiter« Arbeit denen zu über- lassen, die da glauben, zum Wohle der Gemeinde besser zu sorgen.ht werden soll. Ein von dem Genosten Dr. Borchardt begründeter Antrag der sozialdemo« kratischen tzrokhon, die Zuschläge für die ArbeiiZstunde um 10 statt um 5 Pf. zu erböhen. wurde gegen die Stimmen der Antrag- steller abgelehnt, nachdem Bürgermeister Dr. Maier ausgeführt katte, daß die städtischen Arbeiter sich heute verhältnismänig bester stehen als die städtischen Beamten. Dagegen trat der Mo- gistraisdezernent der weiteren sozialdemokratischen Anregung auf Erhöhung der Teuerungszulagen für die Hilfskräfte be- dingungSloS bei. Die Vorlage gelangte nun verändert zur Annahme, — Die Vorlage betr. Beteiligung an der gemeinnützigen Grsellschafr m. b. H. H a u s ra t wurde nach kurzer Debatte an den Aus'chuß zurückverwiesen, der nachdem Schöneberg und Wilmersdorf ein gemeinsames Vorgehen mit Charlr ttenbur■ abgelehnt haben, prlfen soll, ob nicht Cbarlottenburg selkstöndig g'gen die Möbelnot vorgehen könne. Wie festgestellt ist. beläuft'sich die Zahl der Kriegs- trauungen in Charlottenburg bereits auf 1500, wovon etwa ein Drittel auf kriegSunterftützte Familien entfällt. Angenommen wurde weiter die durch den neuen Straßenbahntarif bedingte Vorlage, wonach Charlottenburg auf alle Entschädigungsansprüche gegen den Verband Groß-Berlin aus der durch den neuen Vertrag herbeigeführten Aenderung ihrer Vertragsrechte verzichtet. Endlich nahm die Versammlung noch einen Dringlichkeitsantrog betr. Erleichterungen bei der bevorstehenden Metallenteignung ein- stimmig an. Weißensee. Lebensmittel, vom Donnerstag, den 28., bis Sonn- abend, den 27. d. M., findet hier die Ausgabe von Käie statt. Auf den Kop! der Bevölkerung enifallen 225 Gramm Limburger- oder Faustlösc. Die Entno une des Käses muß in dem Geschäft statt- finden in welchem der Inhaber der Lebensmittelkarte fi h zum Be- rüge on Nährmirteln angemeldet hat. Anspruch auf eine bestimmte Sorte kann niemand erheben. Reinickendorf. LcbrnSmlttcl. Für llieffnioen Einwohner des DsstbezirkS. ore ans Ab'chnitl>9 keine Marmelade erhalten konnten, wrrd je 1 Pfund Kunsthonig(75 Pf.) verteilt. Britz. Nähgarnvertellnnq. Bei den zrnten anfgeführten Klein- Händlern können ficv Britzer Einwobner, die im Besitze einer LebenS- mittelkarte für drei und mehr Personen find, in der Zeit vom 25. bis 30. April in die auSliegendeu Kundenlisten eintragen.— Namen der Kleinhändler: Bratzke, Wilbelmstr. 1; Jncobi. Chausteestr. 35a; Böttcher, Chausteestr. 71; Baum. Chausteestr. 53; Könning, Chaussee- slraße 97; Iaht Bürgerstr. 2; LecmS. Jahnstr. 48; Sckiüler, Germcmiapromenade 6; Weiß, Hannemannstr. 22; Voesch«, Hannemann str. 85; Klein, Rudower Str. 97. NowaweS. Eiervcrtcilnng. Auf Abschnitt 13 der Eierkarte finde« die Ausgabe von Eier» statt. Die, Karteninhaber»rüsten den Abschnitt 13 noch bente vei dem Kleinhändler abgeben, bei dem sie die Ware zu beziehen wünschen. Auf den Kailenabschnitt entfällt 1 Ei zum Preise von 41 Pf. Die Ausgabe findet vom Dienstag, 30. d. M., ab statt. Berkauf von Marinaden lOelsardinen»nd Frttberinge) findet am beutigen Frerrag in den Verkaufsstellen der Gemeinde ans folgende Nummern de« Ausweiies statt: Winkel Nr. 3636—4335, Frommerl 1701—2400. Müller 2306—3008, Zregener 1701—2400, Rudow 1701—1898 und 3001—3600. Groj�Serltoee parteinachrichten. Sonntag, Staötverordnetenwahl! Berlin 4. Am Sonntag findet im!6. Kommunalwahl- bezirk die Ersatzwahl für den verstorbenen Genosten Emil Basner statt. Kandidat der sozialdemokratischen Partei ist der Genosse Paul Litfln. Parteigenosten, nutzt die kurze Zeit bis Sonntag noch zu recht eifriger Agitation sür unseren Kandidaten aus.' §rauenversammlung. Wir machen unsere Mitglieder darauf aufmerksam, daß am Moutag, de» 29. April, abends 8 Uhr, im großen Saale des Lehrer-Lcrcinshauses, Alcxandcrstr. 41, eine Frauenver- sammlung stattfindet. Tagesordnung: Die Frauen und das Wahlrecht. Rednerinnen: Marie Juchacz- Berlin, Marie Stritt- Dresden, Else Lüders-Schöuebcrg. Eintrittskarten sind noch bei den Funktionären der sozialdemokratischen Vereine erhältlich. __ Der Bezirksvorstand. Spandau. Der für heute angesetzte Vortragsabend, in dem über Preußisches Wahlrecht gesprochen werden sollte, kann nicht stattfinden. Die Polizeibehörde hat die Ver- anstaltung verboten. Gerichtstzeitung. Wieder ein jugendlicher Mörder! Unter der Anklage des Mordes, des versuchten schweren Raubes und des unbefugten Waffentragens stand gestern der 17 jährige Musikerlehrling Kurt Drachholz aus Charlotten- bürg vor der 2. Strafkammer des Landgerichts III. Der Ange- klagte, dem Rechtsanwalt Bahn als Verteidiger zur Seite steht, ist der Sohn eines SchmicHerneisters; er lernte zuerst als Mecha- niker, erhielt später Geigenunterricht in Oberschöneweide und hat dann selbst Geigenunterricht gegeben, auch in Kinokapellen mitge- wirkt. Infolge des Krieges haben sich seine Einnahmen stark ver- ringert, so daß er sich in Geldverlegenheit befand. Er stahl eines Tages seincnr Vater 375 M. und trieb sich umher. Auf der Straß: lernte er die unter sittenpolizeilicher Kontrolle stehende Anna Krziminski geb. Hammer, die von ihrem Manne getrennt lebt, kennen und ging mit ihr in deren Wohnung. Die K. harte in der Coirrtrsürefir. 10 m EharkofienPurg von der Frau Rawald ein Zimmer abgemietet. Bei einem anderen Besuch bei der K. hatte Drachbolz Kenntnis davon erhatten, daß fie nicht nur ein Spar- kasscnbuch, ümdern auch«ne größere Summe baren Geldes besaß. In ihm reifte der Plan, die K. zu töten und zu berauben. E r kauft« sich einen Militärdolch mir Hirschhorngriff, und diese Waffe trug er bei fich, als er die K. am 2s. November in der Nacht besuchte. Er steckte den Dolch unter das Kopfkissen und wartete dem Morgen ab. Dann holte er den Dolch hervor und brachte der K. zwei Stichwunden in der Brust bei, so daß die Schwerverwundete blutend zu Boden fiel, aber noch soviel Kraft hatte, um den Versuch zu machen, Hilfe herbeizuholen. Der Ver- brecher sucht« sich, nur notdürftig bekleidet, so schnell als möglich in Sicherheit zu kwingen. Die K. wunde von ihrer Wirtin in ihrem Blute vorgefunden, konnte noch Angaben über das Geschehene machen nud verstarb dann. Der Angeklagte wollte sich angeblich bei Pichelsberg« ins Wasser stürzen, doch brechre ihn die Begeg- meng mit einem Freunde schnell von diesem Plan ab und er zog es vor, mit dem Freunde in dessen Wohl. ung zu gehen und seine Gastfreundschaft zu genießen. Abends war er schon wieder so wctt beruhigt, daß er imstande war, in«in Kino zu gehen und sich dort bei einem Lustspiel zu amüsieren. Die bei der K. in der Eile zurückgelassenen Bekleidungsstück- führsen auf oie Spur des Angeklagten, der dann bald in der Wohnung seines Freundes, wo er nächtigte, verhaftet wurde. Auf Antrag des Staatsanwalts wurde die Oeffcntli h- keit während der Dauer der Verhandlung aus- geschlossen, dem Vertreter der Presse ober dos Verbleiben im Saale gestattet.— Der Angeklagte erklär4« sich nur insoweit schuldig, daß er di« Krziminski getötet habe. Er hatte dieser vor- geredet, er sei beim Theater angestellt und verdiene monatlich 280 M. Dementsprechend hat die K. dem sungen Menschen auch hohe Summen sür das Nachtquartter abgenommen. Er sei schließ- lrch darüber so erbost gewesen, daß er angeblich, um ihr llnan- nehmlichkeiten zu bereiten, beschlossen habe, sich selbst in dem Zimmer zu erdolchen— eine Angebe, deren Unwahrscheinlichkeit de? Vorsitzende dem Angeklagten klär machte. Bei seinem Bummel- leben in Berlin bat de-r Angeklagt? den dem gestohlenen Geld täglich fast 100 M. verbraucht, so daß ihm nur noch ein kleine' Rest übriggeblieben war. In der letzten Nacht, wo er wieder bei der K. war, will er von seinen Eltern geträumt haben, die Sehnsucht nach Hause sei über ihn gekommen, er Hab? fich aber gesagt, wenn er nach Hause komme, werde man von ihm das ge- stohlene Geld zurück verlangen, und da sei ihm der Gedanke ge- kommen, die K. durch einen Stich in die Brust bewußtlos zu machen und ihr das Gelb wieder abzujagen. Der Freund des Angeklagten, der 16jäh?ige Mechaniker Müller, schilderte den Angeklagten als immer verschlossenen Menschen, der seine eigenen Wege ging. As chn der Zeuge nach der Tat traf rrird sich über seine Kleidung wunderte, erzählte er ihm eine Geschichte, wonach er bei der K. genächtigt Hab: unv gegen Morgen plötzlich eine schattenhafte Gestalt gesehen und zu seinem Entsetzen bemerkt, daß die K. von der dunklen Gestalt gc- stechen wurde, so daß das Blut auch ihn bespritzt habe. Vor Eni- setzen sei er so schnell als möglich entflohen, wobei auch die Furcht ihn getrieben habe, daß der Verdacht der Täterschaft auf ihn fallen könnte. Erregt war er nicht, so daß der Zeuge gar wicht auf den Gedanken kam, einen Münder vor sich zu baden. Dagegen war er >ehr müde, hungrig und erftoren. Ter Zeuge hat ihn dann mit nach Hause genommen. Als in der Zeitung die Bluttat berichtet und gesagt wurde:„man fei dem Mörder auf der Spur", erklärte der Angeklagtem er würde erst dann wieder nach Hause gehen, wenn sie den Mörder haben. Abends ist er»och ins Kino ge- gangen und hat dort mehrmals gelacht. Medizinalrat Dr. Stürmer erklärte, daß der Z 51 St.G.B. wicht anwendbar sei. Zweifellos ist der Angeklagte aber als minderwertig zu bezeichnen.— Der Vater des Angeklagten bestätigte dem Verteidiger, daß sein Sohn im allgemeinen ein gutmütiger Mensch sei. Der Direktor des Konservatoriums, Zeuge Hutschenreuter, bezeichnete den Angeklagton als einen sehr talentvollen Musikschüler. Rektor Riedel bekundete aus den Schulzeugnissen des Angeklagte!!, daß dieser im Betragen schwankend und etwas heuchlerisch ver- anlagt gewesen sei, sein Fleiß sei als mangelhaft und ungenügend zu bezeichnen. Auf sämtliche übrigen Zeugen wurde verzichtet. Das Urteil lautete auf 8 Jahre und 2 Wochen Ge- f ä n g»> s unter Anrechnung von 3 Monaten und zwei Wochen Untersuchungshaft. Das Gericht hielt den Angesagten des Mordes und des versuchten schweren Raubes sowie des uwbe- fugton Waffentragons für überführt, rechnete rhm aber seine Minderwertigkei-t als strafmildernd an. Allgemeine Kranken- und eterbekakle der Metallarbeiter. (B. a. G), Hamburg. Filiale B a n m> ch u l e n w e g. Am Sonn- abend, den 27. April, abends 81/, Uhr, im Lokal von Boche, Baumschulen- ftraße 67: Mitgliederversammlung Der Arbciter-Schwimmvereiu NeukSlln»eranflalle! am kommenden Sonntag im Stadtbad Neukölln sein drittes KviegS-Schaulchwimmert. DaS Programm ist ein sehr reichhalttgeZ und bringt neben Kinder-, Männer- und Frauenschwimmen Springen. Tanbcn, Stafetten, Damenreigen, Wasserballspiel u. a. Begmn pünktlich 3 Uhr. Sriefkaften der Redaktion. 31. M. 100. KricgScltcrngeld kann bei Bedürftigkeit gewährt werden. Der Anlrag ist bei ver Gemeindebebört- einzureichen.— Matrose W. Sie würden dann zum önerreichischen Heeresdienste einberufen werden. — Tt. N. Sadkc. Die Firma ist zur Rücksendung des eingelandlcn Betrages verpflichtet. Sie können den Betrag durch Zahlungsbesehl einfordern.— M. 3. 100. Sic müssten das Koltaeld sür die 14 Tage beim zuständigen Amtsgericht einklagen.—(?. D 389. 1. Sie sind zur Zab- lung der Alimente vom Tage der Entlassung an verpflichtet. 2. Die Nach- zahiung kann sosort oerlangt werden. 3. Die Gemeinde Hannover kann die Unicrslützung zurückverlangen. Es würde fich wobl ernpiehlen, der Gemeinde nochmals Mitteilung von Ihrer Entlassung zu machen.— Neu- Mansrtznow 10. Auch die Staatsunlerstützung kann entzogen werden, wenn Bediirsttgleit nicht als vorliegend erachtet wird. Temaster. Ja. — Brügge. I. Steigerung kann durch den Hauswirt erfolgen. Da Sie aber allein den Vertrag unterschrieben haben, kann Steigerung bezw. Kündigung nur an Sie gerichtet werden. 2. DaS geschieht durch bezabtte Inserate.— 91. 2000. Der Käufer gut als Eigentümer. Ihm ist die .v-ypoihek zu kündigen.— August 1918. Die Schuldeputatton hat das Recht dazu. Vielleicht können Sie durch ein Gesuch die Entlassung des Sohnes bewiiken.— Otto. Nein.— C. D. 5. Ein solches Gesuch müßte an das Generalkommando gerichtet werden. Die Einreichung' ines ärztlichen Attestes wäre jedenfalls von Vorteil— 3. 50. 1. Der Lohnabzug ist sehr hoch, Sie könnten dagegen Beschwerbe einreichen. 2. Ja. 3. Beim Vollstreckungsgericht.— 91. 100. Entzieht sich unserer Kenntnis. — Sehnsucht. Ihre Frau muß vom biefigen Polizcipräfidium einen Paß haben und vom dortigen Feliungskomn, andante» die Erlaubnis zur Zu- reise.— K. 3. 32. Ja.— 1*. W. 40. Da der Unfall aus dem Wege zur Arbeitsstätte erfolgte, wird Entschädigung nicht gezahlt— 3. D. 19. Sie haben Anspruch aus?lttersrcute, wenn die Wartezeit erfüllt ist, vom Monat April an.— N. D. 5. 1. Ja, nur Sanitätspersonal nicht. 2 Nein. 8. Verfügungen werden darüber erlassen sein, die find aber nicht öfienlüch bekannt. 4. Wahrscheinlich nicht, weil Sie l o. find. 5. Ja.— Dresdener Landsturmmann 100. 1. Wir können aus Ihrer Dar- itellung unmöglich ersehen, ob Sie bestrast werden können oder nicht. DaS wird sich bei der gerichtlichen Untersuchung ergeben. Ihrem Gesuche um Versetzung nach einem anderen Truppenteil muß nicht Folge geleistet werden. 2. Sie haben natürlich keinen Anspruch gegen die Polizeibehörde aus Schadenersatz.— Borsictit. Den Schaden müssen Sie leider tragen, nicht der Kamerad, — R.(?, 28. Kaninchenfelle find beschlagnahmt und müssen an Händler oder Fcllsammclstellen abgeliesert werden.— Chartottenbiirg. Darüber ist uns auch nichts Näheres bekannt. Befragen Sie einen Drogisten.— <5. Sch. 57. Wenden Sie sich an die Verficherungs-Zlttiengesellschast VolkSsürsorgc, Berlin SO 16, Engeluser 18 III— W. M. 80. Nein Z-vetrerauSsichtsn für das mittlere Norddeuttminnv vis Sonntag mittag. OeMch der Oder vorwiegend bester und trocken, weiter westlich veränderlich, öfter etwas Regen und strichweise Gewitter, am Tage überall ziemlich warm. Nr. 114— 1915 Unterhaltungsblatt öes Vorwärts 5?eiiag, 26. ftprk! Die grüne Mali. Von Wilhelm Scharrelman». Die grüne Mali! Die schönsten Tage meiner Kindheit steigen wieder var mir auf. wenn ich an sie denke, die Tage der ersten sprühe, wo die Tinge dieser Welt noch von einem unnennbaren Schimmer umflossen vor unseren Augen liegen, und Märchen und GcscbiriNen aus allen Winkeln steigen. Eine? Sonnkags morgens war sie in einem nagelneuen grünen Kleide zum erstenmal zum Spiel auf die Straste gekommen, und halte von dem Tage an den Namen weg, den sie ein Lebenlang behalten hat— die grüne Mali. Sie hätte auch die wilde Mali beißen können, denn wild war sie wie ein Straßenkreisel, der eben einen Schlag mit der Peitsche bekommen bat und nun surrend über das Pflaster hopst— die Haar- zöpie wie ein paar gedrehter Stricke im Nacken, die Röcke fliegend wie Wäsche im Wind. Und eine jauchzende, helle Stimme hatte sie und ein Paar Augen, die vor Lebensfreude und Jugendlust nur so blitzten, und denen man es ansah, daß sie nicht eine Sekunde lang im Kopfe würden stillstehen und gewiß selbst im Schlafe nicht ganz zur Ruhe kommen konnten. Dabei war sie handfest und mutig wie ein Junge, ging, ein- mal losgelassen, über Holder und Felder, kletterte über Planken und Gitter wie eine Katze, und bald war es für unS kein rechtes Spiel, wenn die grüne Mali nicht mittat. Tie Nachbarn schalten und schlugen die Hände über dem Kopf zusammen, wenn� die Rede auf sie kam, und es gab keinen, der nicht ratlos gewesen wäre, was aus so einem Mädel werden sollte. Das dauerte, bis sie aus der Schule kam, und man sich ent- schloß, sie zu Verwandten nach Remscheid zu geben, und eines Tages war sie verschwunden, wie die Schwalbe im Herbst. Als sie nach zwei Jahren zurückkam, blieb unS der Gruß im Halse stecken— so schön war sie geworden. Es war überhaupt, als wenn es überhaupt nicht die grüne Mali sei, die da zurückgekommen war, so still und freundlich war sie geworden, ein wenig stolz und herablassend wohl, wie es uns schien, aber unverkennbar würdig und ernst, und wir empfanden plötzlich einen Mordrespekt vor ihr, schüttelten die Köpfe und hielten uns zurück. Ausgesprochen hat es keiner von uns, aber ich glaube, wir hatten alle ein wenig den Eindruck, daß wir mit einem Male die Rollen vertauscht halten: Nun waren w i r plötzlich die Grünen.. Das ging so eine Weile, bis der nächste Frühling kam und— Zeitlers Fritz sich regelrecht in die grüne Mali verliebte. Er seufzte, schrieb Verse, war melancholisch oder krampfhast lustig, wie's gerade kam, schrieb den Namen seiner Angebeteten in den schönsten Zügen auf Löschpapier, Heftumschläge und Tintenklappen, las daS.Buch der Lieder" und fand tausend Stellen darin, die auf ein Haar auf ihn und die Mali paßten, kurz, er war in dem Stadium, in dem die Kinderzeit zu Ende geht und ein noch unverstandenes Neues in uns leine Herrschaft antritt. An seinem siebzehnten Geburtstage, den wir bei einer heimlichen Zigarre auf seiner Stube feierten, machte mich Fritz zu seinem Ver- trauten, nahm nur einen heiligen Eid ab. daß ich schweigen werde wie das Grab, und berichtete mir unter Seufzen. Hoffnungen und trüben Ahnungen, lvas ich längst gewußt hatte, aber aus Teilnahme, und weil es störend gewesen wäre, mir nicht merken ließ. .Und sie weiß, daß Du sie liebst?* fragte ich..Nein, nicht,— das heißt— vielleicht?— Wer weiß?.Nun," sagte ich,.dann mußt Du Dich ihr erklären." Ich sah, daß er Herzklopfen bekam..Natürlich," sagte er und versank in ein dumpfes Grübeln..Was meinst Du," schlug er mir plötzlich vor,„wenn Du ihr meine Verse überreichtest?" Ich war ein wenig überrascht..Ja, ich meine, da wärst Du selbst der Nächste."„Für mich ist es nicht ganz leicht," sagte er. .Aber Du bist Ihr Nachbar, und es wird für Dich keine Schwierig- keit sein, eine Gelegenheit abzupassen. Wenn Du bereit wärest?" Ich machte Einwendungen, ließ mich aber zuletzt überzeugen. So setzte er sich also hin und schrieb seine Verie auf rosa Papier, das wir gemeinsam einkaufen gingen. Nach acht Tagen war er fertig und überreichte mir das Manuskript, das er mit einem grünen seidenen Bändchen sauber geheftet hatte. Wir verabredeten, daß ich ihr die Gedichte am nächsten Sonntag, wenn sie aus der Kirchs kam, überreichen solle. Es war ein Sonntagmorgen aus Sonnenglanz und Feiertags- freude. Als sie auf mich zuschritt, und ich mir Mühe gab, den Un- befangenen zu spielen, merkte ich, daß die Sache leichter gesagt als getan wäre. Ahnungslos schritt sie neben mir die Straß« hinab und plan- derte so unbefangen wie immer. Kaum zwei Mimlten später standen wir vor ihrem Hauie. Jetzt mußte gesprochen sein. Ich nahm eine« Anlauf und war eben daran und hatte die Hände schon in der Tasche, als ihre Mutter aus dem offenen Fenster heraus rief: Aber Mali! so tummle Dich. Du weißt doch, daß wir Besuch bekommen.... � Bleich, aber gefaßt kam Fritz Zeiller die Straße herauf, und ich ging ihm entgegen wie ein armer Sünder seinem Richter. Sie hat sie? fragte er. Nein, noch nicht, sagte ich und erzählte, wie es gegangen war., Aber, sagte Fritz, daß Du nicht mehr Courage hast! Sa lange zu zögern! Du bist mir der Rechte. Nun, eS wird am besten sein. Du besorgst die Sache selbst. Am Ende bist Du doch näher daran als ich, entgegnete ich ein wenig ärgerlich und reichte ihm die Verse zurück.' Nun wollte er mich begütigen, und ließ alle Neberredungs- künste spielen. Aber ich wollte nicht. Unserer Freundschaft drohte ein ernstlicher Ritz. Verschnupft ging jeder auf seinem Wege heim. � Vier Wochen später kam er plötzlich auf meine Stube, trüb und bleich wie nach einer schweren Zigarre. Nun? fragte ich, hast Du eine Antwort? Er preßte meinen Arm, und flüsterte: Nein, noch nicht..Aber die Verse hat sie?".Gestern," sagte er tonlos..Ich habe sie ihr durch die Post zugeschickt." Nun, dann— dann weiß sie ja wenigstens, wie sie mit Dir daran ist. Freilich, nickte er, und sin schmerzliches Lächeln ging über sein Gesicht; aber das ist ja gerade das Schlimme. Verständnislos sah ich ihn an..Denke Dir", sagt« er,.vor einer Stunde erfahre ich. daß— daß sie— verlobt ist!".Ver- lobt?".Tatsache. Morgen wird die Anzeige herumgehen." Und wer ist der Glückliche?.Doktor Wendlob", sagte er und eine Falte grub sich in seine Stirn..Was? Unser Geographie- Pauker?" Er nickte nur und stöhnte leise. Du weißt es gewiß?.Tot- sicher." Ja, zum Teufel, sagte ich, das— daS ist wirklich fatal! Denn nun wird er Deine Verse lesen, wie ich annehme.»Nicht wahr? Ein Glück, daß ich ihr die Verse anonym geschickt habe." Was?— Na. hör' mall.In diesem Falle das einzige Glück bei der Ge« schichte." Und wenn er Dich fragt? Er zuckte die Achseln.— Am folgenden Tage wußte die ganze Stadt davon. Von der Verlobung, meine ich. Doklor Wcndlob strahlre, als er in die Klaffe trat, und verschob ein angekündigtes Extemporale. Fritz Zeitler aber war krauk. Bleich wie ein Bettlaken lag er in seiner Stube, las Lenau und äußerte, daß sein Leben verpfuscht sei. Sei kein Feigling, sagte ich. .Aber erlaube mal, fuhr er auf, versetze Dich bitte mal in meine Situation!" Wenn Deine Liebe wirklich so groß ist. entgegnete ich.— Na, ich möchte Dich'mal sehen, sagte er. Gekränkt ging ich heim. Zu Hauie lag ein Brief. Merkwürdig umfangreich und schwer. Als ich ihn öffnete, fiel mir ein Bündel rosaroten PapiereZ entgegen. An Mali stand darauf. Ein Kärtchen lag dabei. Die Verie seien ja gonz hübsch, wenn auch reichlich überschwänglich. Vielleicht habe ich Talent. Nur an sie möchte ich keine Verse wieder richten. Die Zeit der Jugend- torheiten müsse nun vorbei sein, schrieb sie mit einer lächelnden, freundlichen Ueberlegenheit. Mich packle die Wut. DaS hatte gerade noch gefehlt. Augen- blicklich ging ich zu Fritz und schleuderte ihm sein Manuskript auf den Tisch. So. Da wären Deine Verse wieder. Und nun ver- setze Dich bitte mal in meine Situation. Was? sagte er und überflog Malis Zeilen. Nun Hab« i ch die Verse geschrieben— und Du— hast den Ruhm davon...? Das ne«s Mtihrnü. Während das künftige Schicksal der russischen Randfdaatzsn noch ungewiß, hat Finnland— das nur durch Personalurrion mit Rußland vereinigt war— feine voll«, durch das Deutsche Reich gewährleistete Freiheit errungen. So sehr wir es als Sozialdemo- traten beklagen mögen, daß wir in die inneren, vielfach durch russische rote Garden hervorgerufenen Wirren des Landes ein- greifen mutzten, so besteht doch die Hoffnung zu Recht, daß Finn- larid mit uns in Zukunft in dauerndem Frieden und Freundschaft leben wird. Das besondere Interesse, das Finnland so für uns hat, gab den Anlaß zu einem mit trefflichen Lichtbildern belebten und mannigfache Aufschlüsse bietenden Vortrag, den Dr. Pohle, ein Deutschrusse, hielt. Finnland gehört zu der nordischen Staaten— erstreckt es sich doch zwischen dem 60. und 70. Breitengrad. Die östliche Grenze gegen Rußland wurde 1323 festgelegt. Tatsächlich wohnen aber Finnen und Lappen bis ans Weiße Meer und südlich davon, und wenn das Recht auf Selbstbestimmung der Völker in Rußland durchgeführt wird, wird Finnland noch erheblich an Ge- biet gewinnen. Groß-Finnland ist größer als das Deutsche Reich und auch das bisherige Großfürstenwm immer noch größer als Preußen. Der Boden des Landes ist durchweg Urgestein und er- hebt sich in mittleren und nördlichen Partien bis über 1200 Meter. Es flach! nach Südwesten ab und hat so verhältnismäßig ein osin- stiges Klima— und zugleich die Orientierung nach Mrael- europa. Die Meeresküsten sind durch Buchte« viüfach gegliedert. zahllose Inseln(Schären) sind dem Laude vorgelagert. Im Innern ist der Charakter gegeben durch die vielen Seen, kl Proz. des ganzen Areals, die sich zu besonderen Gruppen ordnen und durch ihre zum Teil künstliche Verbindung ein wichtiges Verkehrs- mittel bilden. Es sind die Ueberreste der früheren gewaltigen Eis- bedeckung, die ihre Spüren überall in den Rundhöckern zurück- gelassen hat. � Finnland ist ein seefahrttrevbendes Land, es übertrifft an Schiff- und Tonnenzahl die gesamte russische Ostseeflotte(1013: 4200 Schiffe). Die Binnenschiffahrt, die Strecken von 100 bis 200, ja 300 Kilometer ausnutzen kann, ist gewaltig. Die Seenketten ersetzen die Flüsse. Wasserfälle und Stromschnellen erfüllen das Land mit dem Rauschen des Wassers und bieten an 3 Millionen Pferdestärken zur technischen Vertoendung dar. Finnland ist un- geheuer waldreich(57 Proz. Wald). Die Holzindustrie, die Holz und Holzprvdukte(Zellulose, Papier) liefert, ist die wichtigste des Landes: Sägmnühlen an der See und Papierfabriken im Inland. Große Erzreichtümer harren der Erschließung. Auch die vielen Moore(im Norden bis 40 Proz. des Bodens) werden wichtige Ausbeute geben. Deutsches Kapital wird die Industrie der weißen Kohle, die Ausdehnung des Landibaus durch Kolonisation er- schließen. Die Geschichte Finnlands, die mit dem 12. Jahrhundert ein- setzt, weist als führenden Zug die Europäisierung durch Schweden und jahrhundertelange Kämpfe mit Rußland auf, bis das Land. von Schweden im Stich gelassen, 1800 erliegt. Die fortschreitende Entrechtung des Landes unter dem letzten Zaren ist in frischer Erinnerung. Die Bevölkerung— 3,3 Millionen, davon 88 Proz. Finnen und 12 Proz. Schorden— hat trotz russischer Unter- drückung ihre kulturelle Höhe weiter zu steigern gewußt. Rußland hat 70/80 Proz. des Schreibens und Lesens Unkundige, Finnland 1 Proz.! In Künsten und Wissenschaften hat das dünnbevölkerte Land bereits beträchtliches geleistet. Das Deutschtum, das durch die Hansa und später durch Einführung der Reformation von jeher große Bedeutung hatte, spielt auch heute noch eine erhebliche Rolle. Deutsch war vor und neben dem aufgezwungenen Russisch die ein- zige fremde Sprache, die Pflichtfach war. Seit Beginn � des Weltkrieges gingen die finnischen Sympathien mit Deutschland, und in Zukunft wird die finnische Wirtschaft sich noch viel enger an Deutschland anschließen. Vor dem Kriege waren bereits 40 Proz. der Einfuhr(soviel wie die entsprechende türkische) deutschen Ursprungs. In einem etwaigen Wirffchaftskriege in der künstigen nordischen Konstellation wird Finnland im engen Anschluß au Deutschland eine erhebliche Bedeutung haben. Mit Deutschlands Unterstützung wird es ein europäischer Kulturstaat werden, vom RaSkschen. Zu den Lenzkindeim gehövt auch das Radieschen mit seinem rosenroten Gesichtchen. Es ist von weit her, denn wir begrüßen in dem kleinen Wuuderhdld eine geborene Chinesin._ Aus riesiger Ferne ist er zu uns eingewandert, und als ob man ihm die zweite Reise lehnen wollte, erfreut er sich bei uns einer, wir möchten sagen: fast zärtliche« Kultur. Seine feinen Spielarten bestehen in dem fast durchsichtig scheinenden Glasradieschen, dem runden Radieschen, dem langen Monats- und dem Forellenradieschen. Cr- stirt liefert wie den besten Rettig so auch die besten und zartesten Radieschen. Man war früher der Ansicht, daß Retbig und Radieschen nahe Verwandte wäre; nach: neueren Forschungen aber scheint ixstzn- stehen, daß diese � beiden, wenn auch gleich bissigen Pflanzenlinder, doch ganz veffckwdsne,'id.- b. selbst der. Gattung stach, getrennten Pflanzen angehören: In Japan finden sich wie in Nordindien mehrere Varietäten dieses Lieblings, dessen Farben-Varianten auch beachtet sein wollen. Die Zartesten sind enffchieden die �rosenrot angehauchten. Neben ihnen treten die weißen Arten am häufigsten auf, seltener(bei uns in Berlin fast gar nicht) die violetten. Durch Kultur hat man das Radieschen gezwungen, auch im Winter zu erscheinen, und die ersten, dein Mistbeet entlockten Lenzvadieschen bilden eine Art pikanter Delikatesse. Bisher galt das nördliche Frankreich als das Land, welches die meisten Radieschen produziert; der Konsum in Paris war anerkannt fabelhaft. Die Kuiltnr des Rabies erfordert einen guten, altgsdüngden Boden. In rohem, fioischgedüngten, überhaupt in jedem ungenügend vorbereiteten Lande mißrät er, wird strunkig, madig, schnell pelzig. d. h. überreif oder dergleichen. Mütter und Müien der Pflanzen werden von verschiedenen Feinden angegriffen. Sowohl Käfer als Raupen, Wespen und Blattläuse zerstören sie. Die in den Wurzeln häufig gefunden« Made ist die Larve der Rettigfliege. Das Pelzig- werden der Wurzel(Holzigwerden) ist begründet aus dem allmäh- kichen Schwinden der Feuchtigkeit aus den Zellen. 20] Pioniere. Reman aus dem Norden von Ernst Didriug. Er ging von einem Renntier zum andern und hob ihre Köpfe. Alle waren tot, tot. Von Rennfier zu Renntier ging er viele, viele Stunden lang und suchte das Leben, aber er fand es nicht. Wieder kam er zu uns, die wir frierend und kalt, ohne Feuer, ohne Leben, ohne Renntiere dasaßen. Ein schlimmeres Unglück ist uns nie widerfahren. Lange stand er still da und sah uns an. Schließlich füllten sich seine Augen mit Tränen, und sie rannen in Strömen in den eisgrauen Bart hinein. Dann schauderte er zusammen, als sei etwas in ihm zerbrochen. Ohne ein Wort drehte er sich um und ging von unS fort, ging in die schwarze Bleiwolke hinein, hinein in die schleimigen Nebel des Bösen, hin zu dem ewigen Eise am Karsavagge. Er ist nie zurückgekommen, Wer weiß, wohin die Menschen gehen?" Siebentes Kapitel. Diese Fahrt gab Algren den richtigen Eindruck von Lapp- land, und er liebte und fürchtete es zugleich. Er liebte seine Farben, und er konnte nachts stundenlang in irgend- einer Schlucht hinter den Baracken sitzen und rauchen und aus den Tornejaur starren, dies unbegreifliche Zauber- spiel von Farben, die nie still standen, sondern von Kupfer und Blut in Silber und Eisblau übergingen. Er liebte auch die großen, stillen Moore und Heiden, die den Hang der Berge mit herrlichen Matten aus Purpur und Violett deckten. Aber die großen Berge fürchtete er. Diese gewaltigen Schneckonturen hatten etwas Wildes und Unheimliches, und an Regentagen geisterten sie in den Nebeln in einer Weise, die iveöer mit den Gesetzen der Optik, noch der Physik über- einstimmte. Besonders vor dem Nuolja hatte er ein geradezu kind- licheS Grauen. Im Regennebel lehnte sich der Berg über die Baracke, in der Algrcn hauste, daß man meinte, er müsse daraus niederfallen. Früh am Morgen, wenn klares Wetter war. sah es aus. als rage der Gipfel weit ins blaue Himmelsgewölbe hinein. Dann wieder fraß der Nebel den ganzen Berg auf, so daß man über den Birkenwald keine Spur von ihm sah. Auf diese Weise wurde der Nuolja für ihn etwas Phan- tasttsches, mit dem sein Verstand nie fertig werden sollte. Er wurde ein übernatürliches Wesen, das ihm feindlich gesinnt war. Er wurde in diesem Glauben noch bestärkt, als eines Abends— er saß wie gewöhnlich in seiner Schlucht und rauchte— eine Lawine ihn fast verschüttet hätte. Sie ging etwa zehn Meter links von ihm nieder, und der Luftdruck war so stark, daß er sich mit Füßen und Händen gegen den Berg stemmen mußte, um sich festzuhalten. Auch die Ärbeiten am Nuolja waren widerwärtig. Bald stieß man auf dies, bald auf jenes Hindernis, und die Arbeiter büßten Finger, Arme und Beine ein. Es gab daher große Freude, als die Order kam, man solle den Tunnel durch den Nuolja beginnen. Algren be- kam jetzt die Berechnung der Bauten am Abiskowasserfall, den man eindämmen und durch eine Holzröhre an dem alten Fluß entlang leiten wollte, um dann»veiter unten die Turbinen für die Tunnelbochrung damit anzutreiben. Diese Arbeit tat er mit Liebe und Lust, und sie ging in rasender Eile vorwärts. Den ganzen Sommer und Herbst war man mir den vorbereitenden Arbeiten beschäftigt. Hjort ging mit seiner unbegreiflichen Energie und Arbeitskraft voran. Algren bewunderte seinen zähen Willen und seine Aus- dauer. Immer war Hjort unterwegs, der erste auf den Beinen und der letzte im Bett. Landström stattete ihnen bis- weilen einen Besuch ab. und dann wurde tagelang kalkuliert. Bis tief in die Nacht hinein war bei Hjort Licht,»venu er allein war, und so oft er mit Algren zusammentraf, war nie von etwas anderem die Rede als von der Kraftstation am Abisko. Die wurde Hjorts Leben, HjottS Traum. Sich mit einem dröhnenden Wasserfall herumzuschlagen, die Natur- kräfte zu zähmen, sie nach dem eigenen Wunsch zu lenken, die Wassermassen in einem Rtesenkessel von mehreren tausend Hektoliter kochendem Schaum sieden und zischen zu lassen, um sie schließlich»nit einem Höllengedröhn in die gesprengte Höhle unter der Eisenbahn hinunterstürzen zu lassen, das»uar eine Arbeit für einen Mann wie Hsort. Deshalb war er stolz wie ein siegender Gott, als nur Beginn des Winters alles klappte und in Ordnung war, als die Generatoren � montiert und die lange Leitung bis zum Nuolja fettig war, wo man inztvischen mit Handkraft zu bohren begonnen hatte. Es waren unsäglich festliche Augenblicke, als die erste Stoß- bohrmaschine mit ihrem Kolbendurchmesser von ackitzig Milli- meiern zu krachen begann. Algren hatte das Gefühl, der Berg ächze bei jedem Stoß, aber die Arbetter schtten Hurra. und Hjort war blaß vor Gemütsbewegung. Man hatte zu früh hurra gerufen. Die Wildnis rächte sich. Nach einigen Wochen hing der Abiskofluß steil und ge- froren, in seinem Dahinstürzen von einer Kälte gehemmt, die die Lappen nicht in Betracht gezogen hatten, als sie den In- genieuren versicherten, daß der Fluß seit Menschengedenken nie zugefroren gewesen sei. ES wurden tolle Zeiten. Die ganze große, stolze Anlage lag völlig nutzlos da. Alles war still und tot. Wenn es ein paar Tage etwas milder wurde, setzte nachher nur eine um so grimmigere Kälte ein. und Hjort mußte einsehen, daß er der Natur nicht befehlen konnte. Wochenlang hielt er sich oben am Wasserfall auf und grübelte und machte Berechnungen, bis er sich schließlich besiegt erklären mußte. Das gab seiner Willenskraft einen heftigen Stoß. Sein Verstand beugte sich vor dem llnver- meidlichcn. Unberechenbaren, aber sein Stiernacken beugte sich nicht, und man mußte lange in sein Gesicht sehen, bevor man die zwei kleinen neuen Falten an der Nasenwurzel bemerkte. In der Einsamkeit hatte er seine bitteren Stunden, und die halbe Million, die ganz nutzlos in die Wildnis hinein- geschmissen war, störte seine Berechnungen, auch wenn er sich damit ttöstete, daß er nicht allein veranttvortlich war, sondern daß sich die Verantwortung auf mehrere verteilte. Aber ihn al« Mann und Wasserbanmeister nahm es doch hart mit, daß er eine so riesenhafte Niederlage erlitten hatte, und wenn ihn die Träume sehr heftig plagten, hörte er den Bohr- stahl wie Vogclschnäbcl im Nuoljatunnel hacken. Die Bahningenieure hatten lange bemerkt, daß mtt der Kraftstation ettvas nicht in Ordnung war, und es hatte seine großen Schwierigkeiten, dies Thema zu vermeiden,»venu Hjort anwesend war. Richtig aufgeklärt tvurden die Verhältnisse erst, als Hjort eines Samstagabends zu Gcrell kam, der Landström, Älgren und einige andere Ingenieure zu Skat und Kognak bei sich hatte. (Forts, folgt.) DWWWWWWW Sevklche? k"rsntpcrtarbcltenfrtijnd.| |?•8ejtri«m:acK. Grog-Verlw[ ff Den Mitgliedern jur Nach« k i*kcf)t, tiv; nnier JioDeg», der s •-{|®Riimtj«ücitcr . uJst Fsage ;]oon Ä.'! fünisa Engelhardt I in �iind»:» um 23, Sipril im> '.'.'■■'c ocv: j3 Lahre» vcr- j « ügrben ist. j rie.'Fert igung findet am 1 mutdinb, den 27. Aprtl,| . tiKilnpS& Ufir, von dcr| iditnljaDc des Pius-Kirch-! 's«s m Ä ihelmsbcrg aus ,!i. z � k s i Ferner fiard unser fteltege, j der Hausdiener Frasz Seliramm j am 23. April im Stüter Don I 3 35 r>a£)rcti. 61/8 1 jj Die Beerdigung findet ani i 'z Sonntag. den 28. April, I » uachmitlugs 2't, Uhr, von der> ßj2eichcnhaäe!>(ä Johannis-£ � MrchhoieS in PlötzcnsecS U aus statt. '■'!;rc ihrem Nndenkon![ !>" Dia ßazirksvarwaltung. ismmnaauz: 2;:o ierriinalchw., Stellmacher«i» nuk■; ,»nit mob..ta«ft Majchinen- st-r.au' Hirtch, Paiikstrlche 38. ycrdz-tä der BmeaazneelMltoi ßetttishlandt. Ortsgrrchpe Krotz-BerIW. Am 21, April verstört nach l kurzer Krankheit unser Mit- j glied, der städtische Bureau» j gchiife 46/2 Franz Raebel im 61. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken: D-e Veerdigung findet am Freitag, den 26. April, nachmiltags-t'/.UHr, aus dem Georgen° Kirchhos, Lands- berger Allee, statt. Um zahlreiche Beteiiigmig der Mitglieder ersucht via OrtsverwaltiHiB. LNMWKV Hiermit sage, ich allen Ber» wandten und Bekannte», den Kollegen der Firma Eduard Busse sowie dem Deutschen Metallarbeiterverband siu die Beteiligung und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben ManneS meinen besten Dank. 173« Ww. Marie RIcliter. Verband «Kr FtreauangrilrftttB Denttkfilands. OrtSgrirppe Groß. Berlin ttnferen Mitglieder« zur Nachricht, das) am 21. April unicr Kollege, Betriebs- schreibcr �jjus Werner I(ffigl. Geschostfadr. Spandau) Jim 57, Lebensjahre jver» 1 starten ist. j Ehre seine« Andenke«: Die Beerdtglmg findet am i Sannabend, den 27. April, uachmiliags i'l, Uhr, aus dem ftSdt. Friedhos Spandau, j in den ftiffeln, statt Um»ahlreiche Beteillqnng ! der Kolleginnen und Kollegen erlucht j 46/4 VI« Orttvenritltuii|. Spezialarzt Dr. med. Wockenluß Weiriclislr.ltCSÄÄ ft)rSyphill(,Harii-u. Frauenleiden stlutunlarsuchungen. Lobneile, cioher«, echmerzlos« Heilung ohne Berufgetfirung. Teilzahlung . Verband 4er Bureauinfeltetttn Dtnttälinds. Ortsgruppe Groß-Berlin. Am 23. Avril verstarb nach kurzer Kranlheit«nser Oris- oerwaltungSmitglied, städt. Angestellter ?w\ Herzfeld im 53. Lebensjahre. Ehre seine« Andenken: Die Beerdigung findet am Sonntag, den 2& April, vonntttag» 10 Uhr, auf dem israelitischen Finedhos in Weißensee. neue Halle, statt, Um zahlreiche Beteiligung der Kolleginnen und Kollegen ersucht 46/3 01« Ortirerwattong Spezialarzt Dr. m«d. Hasch«, Friedrlchstr. 90 etuLlni. Bedandl. vonGNVhtlis, Haut- Harn». Frauenleideu, spez.: chron. Fälle. Schmerzlose, türzefte Behandlg, ohne BerusSstörung. Llutumersuchung. Mätz. Preise. Tellzahiung. Sprechstunden 10 bis 1 und 5— 8. Sonnt. 11—1, SBta früh und fem von seinen Liebe» starb am 23. d. M. in einem Feld- lazarett als Opser des Welt- krieges an seinen am 5. d. M. erhaltenen schweren Wunden unser braver Sohn und Bruder, der Musketier Paul Sänger im einem Jnsanterte- Regt. im blühenden Alter van Iß Jahren 8 Monaten. 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Der ganze Stolz und Freude warst ja Du. bis unsrelwlllig Du dann gingst zur Ruh'. So schlap denn wohl, geliebter Sohn und Bruder Du, im lernen Land, die Liebe deckt Dich ztu Frau Rungo als Mutter, Ccrtrud Runge alsSchwester, Frau Marquardt als Tante. Schale das Werkzeugmachers von Fritz Schön sowie andere technische Bücher empfiehlt Vorwärts- Sortiments- Buch- Lindenstraße 8 Handlung, (Scben). Sine gtende Mnaft wird allen erblühen.' die die Zeichen der Zeit richtig zu deuten verstehen n. rechtzeitig ihre Vorbereitnngen treffen, nm toilznnehmen an dem großen wirtschaftlichen Anfuchwung, der die sichere Folge dieses Volhemngens sein wird. Es werden überall gebildete and leistuagsläbtgc Mitarbeiter sein. Beamte, Lohrer, Angestellte des Handels u. d. Industrie sollten nicht versäumen, jetzt ihre Vorberoitnn- gen zu treffen. 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In der Schlacht von Tannenberg, drei Wochen nach Kriegsausbruch, standen die sibirischen Armeekorps bereits auf deutschem Boden; ihre Mobilmachung hatte Monate erfordert. Dass die russische Armee seit April vou Wladiwostok bis Warschau im Anmarsch war, hatten deutsche Reisende auf der sibirischen Bahn beobachtet. Der Suchomlinow-Frozess brachte die Bestätigung von Vielem, was dem deutschen Generalstab schon vor Kriegsbeginn bekannt geworden war. Der King ist gesprengt. Deutschland und seine Verbündeten haben den Rücken frei. Geniale Feldherren führen uns auch im Westen dem Bieg und Frieden entgegen. Wirtschaftlich hat unser Volk gleichfalls Beispielloses geleistet und die schwere Zeit der vollständigen Abschnürung und Einkreisung siegreich überwunden. Die Hoffnung unserer Gegner, uns auszuhungern, ist zuschanden geworden gleich ihrer Erwartung, uns auf die Knie zu zwingen, weit uns eines Tages Streiter oder Rohstoffe ausgehen könnten. Für die Beschaffung von Metallen zum Beispiel stehen wir erst am Beginn der Mobilmachung der deutschen Vorräte. Der sich anbahnende wirtschaftliche Verkehr und Güteraustausch mit dem Osten verspricht uns weitgehende Erleichterung und ergänzt, was deutsche Erfindungsgabe und deutsche Tüchtigkeit nicht bereits durch Schaffung von Ersatz- »toffen, vorübergehend oder auch dauernd, entbehrlich gemacht haben. Die Ernte war genügend, für Kartoffeln sogar recht gut. Kriegs- geiängene ersetzten die Arbeitskräfte, die uns gefehlt hätten. Die beiden Kriegsanleihen des Jahres ergaben 25-K Milliarden Mark und lieferten die Mittel zur Fortsetzung des uns aulgezwungenen Kampfes. Deutschland allein, von allen Völkern Europas, bringt den grossten Teil seiner Kriegskosten durch langbeiristete Anleihen auf und ausschliesslich im eigenen Lande; jede deutsche Staatsschuld oder Grundschuld gehört einem deutschen Gläubiger, hebt sieh also innerhalb der eigenen Volkswirtschall auf. Abermals und in noch höherer Brogression als früher sind die Einlagen in Banken und bparkassen gewachsen, die letzteren allein um 3'A Milliarden auf rund-i'A Milliarden Mark. Es versteht sich, dass diese, in allen am Kriege beteiligten Ländern auffallende Gcldansamralung mit der starken Erhöhung des Umlaufs von Papiergeld zusammenhängt, die in Wechselwirkung eine allgemeine Verringerung der Kaufkraft des Geldes bedingt. Der Bankdiskont betrug während des ganzen Berichtsjahres unverändert h%. Die Wechselkurse haben sich nach dem russischen Zusammenbruch und in Anbetracht der auch im Auslande wachsenden Erkenntnis, dass wir die Sieger bleiben, sehr erheblich zu Deutschlands Gunsten gebesert. Dagegen verliert das englische Pfund Sterling im neutralen Ausland bereits 20% seines früheren Goldwertes, der französische Franken noch erheblich mehr; italienische Lire sind gar auf weniger als die Hälfte ihres Nennwerts gesunken und sogar der amerikanische Dollar steht an den Börsen der glücklichen und klugen Völker, die dem Weltkrieg ferngeblieben sind, nicht unerheblich unter Goldwert; und zwar trotz der von den Vereinigten Staaten erzielten Riesengewinne an Kriegslieierungen für unsere Feinde und seiner auf Europas Kosten vermehrten Goldvorräte. Aber der Eintritt der Vereinigten Staaten in den Weltkrieg hat auch für diese die gewonnenen Vorteile umgewandelt in allgemeine Teuerung, schwierige Arbeiterverhältnisse, Forderungen von bis jetzt 22 Milliarden Mark an die Bundesgenossen und den aus politischen Gründen vordem allgemein bekämpften Staatsbetrieb der amerikanischen Eisenbahnen. Unsere heutigen Feinde haben schon seit der Jahrhundertwende auch auf wirtschaftlichem Gebiet die öffentliche Meinung gegen Deutschland durch Verbreitung falscher Nachrichten vergiftet. Der nahe Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft war in den englischen Blättern längst eine kurshabende falsche Münze, die eifrig in Umlauf gebracht worden Ist. Solcher Verhetzung gegenüber dürfen wir einige Kurse vergleichen, aus denen hervorgeht, wie sich die deutsche Wirtschaft sogar unter dieser furchtbaren Belastungsprobe bewährt hat, und wie der Vergleich bei den anderen aussiebt» Kurse 3% Deutsche Reichsanleihe 4% Preussische Consols.. Deutsche Bank...... Disconto-Gesellschaft..> Dresdner Lank...... Anatolisohe Eisenbahn... Hamburg-Amerika-Linie., Norddenlschcr Lloyd... Bochumer Gussstahl..•. Rombacher Hüttenwerke. Deutsche Kaliwerke..,. Harpener Bergbau..... Consolidation.. Kattowitzcr Bergbau... Eiberfelder Farben.... Rütgerswerke...... Siemens& Halske A.-G.., .< • s (SchiffahrO (Eisen) (Kohle) (Chemie) Ende 1913 . 76 . 98 . 248 . 186 >. 150 . 117 133 316 208 148 126 172 329 228 550 190 218 Ende 1917 70 90 263 204 172 152 136 137 322 179 249 214 386 243 600 224 239 tlacegen: 4% Russische Anleihe von 1903....... g 90 55 3% Französische Rente..... in Paris 85 58 Bamine de Paris........„ 1670 10 10 Englische Consols........ in London 71X 54K Bank of England........„ 237 201 London City& Midland Bank...« 46 40 London& Northwestern Eisenbahn.„ 130 93 3% United States(Panama) Bonds In New-Tork 100 84 Union Pacific Eisenbahn.....„ 154 114 Chicago, Milwankee&St.PaulEisenbahn„ 99 46 aber erst die Kriegsanleihen: 5% Deutsche Kriegsanleihe.... Ansgabekm» 98 98 5% Englisch-Französische Kriegsanleihe fällig Oktober 1920...„ 98 SS'A Die Deutschen Kriegsanleihen, von denen jetzt 87 Milliarden in Um- lauf sind, haben ihren Ansgahekurs behauptet; dagegen ist der vereinigte Britisch-Französisehe Staatskredit in dem verbündeten Amerika nur. noch zu einem Preise bewertet, der eine Verzinsung von 10% ausdrückt. Dieser öffentliche Kurs ist aber ein genauerer V, ertmesser als alle Reden und Reklamen. Unsere eigenen Abschlusszahl en spiegeln die deutsche Wirt- schaftsjage deutlich wider; der Gesamtumsatz stieg von 129 Milliarden im Vorjahre auf 188 Milliarden die fremden Gelder und Einlagen erhöhten sich von 354 Milliarden auf über r>A Milliarden; die Gesamtsumme unserer Ver- raceensaufsteUung von 4076 Millionen auf 6309 Millionen. Nur in Höhe von weniger als einem Zehntel sind diese Zunahmen zurückzuführen auf die in unserem vorjährig»n Bericht erwähnt« Aufnahme des Schlesischen Bankvereine und der Norddeutschen Crcdilanstalt. Durch diese Verschmelzung erhöhten sich unser Aktienkapital von 250 auf 275 Millionen, unsere bilanzmässigen Rücklagen von 181)4 auf 225 Millionen Mark. Unsere Londoner Bankgebände sind durch die englische Regierung zwangsweise an zwei Konkurrenten verkauft worden. Trotz eifrigsten Durchforschens aller Bücher, Briefschaften und Geschäfte der Londoner Niederlassung hat sich nicht der geringste Anlass zn irgendeinem Vorwurf oder einem Vorwand für solch völkerrechtswidriges Vorgehen gefunden. Dagegen haben die englischen Behörden sich für berechtigt erachtet, unsere Beamten, auch wenn sie das 55. Lebensjahr überschritten hatten, jahrelang zurückzuhalten und ihrer Freiheit zu berauben. Unsere Telegraphenschlüssel, unsere Auskunftsbücher, unsere Kundenlisten sind uns fortgenommen worden. Das bleibe unvergessen und werde in der ganzen Welt zur Warnung bekannt. Zu unseren Abschlusszahlen dürfen wir bemerken, dass der Zunahme der fremden Gelder von über 2000 Millionen eine mehr als entsprechende Zunahme der flüssig angelegten Mittel gegenübersteht. Das Verhältnis dieser flüssigen Mittel zu den Verpflichtungen hat sich weiter von 84,63% auf 86,98% gehohen. Der Besitz und die Verpflichtungen unserer Londoner Filiale sind nach den letzten uns bekannt gewordenen Zahlen in unseren Abschluss aufgenommen. Der Betrag unserer Akzepte ist abermals gesunken. Infolge der gewaltsamen Unterbindung des Weltverkehrs ist unser Akzept vielfach ersetzt worden durch Inanspruchnahme von Biirgschaftskrediten; deren Betrag bat sich von 238 auf 356 Millionen erhöht. Die Zahl der bei der Deutschen Bank geführten Kundenrech- nongeo ist von 889,436 auf 530,767 am Ende des Berichtsjahres gestiegen. Dje Vermehrung unserer Kundenzahl ist zu erheblichem Teil durch die Verschmelzung mit dem Schlesischen Bankverein und der Nord- 'klitschen Creditanstalt entstanden. Unseren Bestand an verzinslichen Deutschen Schatz- a n w e i s u u g c n haben wir um 70 Millionen auf 201 Millionen erhöht. In diesem Posten sind nur die kurzbefristeten Schatzanweisungen enthalten; die langfristigen finden sich unter den deutschen Anleihen, deren Bestand von 25 Millionen auf 38)4 Millionen gewachsen ist. Andere Wertpapiere als diese Anleihen des Reiches und der Bundesstaaten haben wir nur noch in Höhe von rund 14 Millionen Mark. Die Eigenen Beteiligungen an Gemeinschafts-Unternehmen haben sich durch Abwicklungen auf 28 Millionen vermindert. Von der Zunahme der Schuldner entfallen 232 Millionen auf die neuen Filialen in den Provinzen Schlesien, Ostpreussen, Westprcussen und Posen. Die Vorschüsse auf Waren haben sich vermindert, weil viele der Kriegsgesellschaften, denen die Bewirtschaftung der deutschen Warenvorräte untersteht, allmählich ihren Geldbedarf aus Rücklagen selbst befriedigen konnten. Unsere Zweiganstalten haben sich durchweg bewährt. Schon heute dürfen wir den Beweis als erbracht ansehen, dass unsere Ausdehnung auf den deutschen Osten ein Schritt in der rechten Richtung go wesen ist» Die Filiale in Sofia hat ihre Tätigkeit im Berichtsjahre aufgenommen. Für die schon vor Kriegsbeginn geplante Filiale In Bukarest haben wir ein geeignetes Bankgebäude gefunden. Die Errichtung einer Niederlassung in Riga haben wir solange versebieben müssen, bis dort Privatbanken der Geschäftsbetrieb gestattet wird. Auch in diesem Jahre haben wir alle Ausgaben für Neueinrichtung, Abnutzung und bauliche Anpassung unserer Bankgebände vollständig abgeschrieben. Der bargeldlose Verkehr bat sich in erfreulicher Weise ausgebreitet. Allerdings bleiben noch viele Einrichtungen in dieser Hinsicht verbesserungsfähig, nicht zum wenigsten die Gebräuche der Behörden selbst. Unseren Beamten erwuchs durch den erhöhten Ueber- weisungs- und Scheckvorkehr eine kaum zu bewältigende Arbeit, und allen Banken die entsprechenden Mehrausgaben. Unsere fnanspruch- n ab tue im Scheckverkehr hat sich während des Krieges nach Stückzahl und Gesamtbetrag verdoppelt. Unsere Abteilung zur Vermittlung von Geldsendungen an deutsche, österreichische, ungarische und türkische Gefangene im feindlichen Ausland, in der über 160 Beamte arbeiten, hat im Jahre 1917 ihre segensreiche Tätigkeit fortgesetzt. Leider wurden in den letzten Monaten des Brichtsjahres infolge der erzwungenen Betriebseinstellang der russischen Banken Auszahlungen in Russland unmöglich. Eine sehr grosse Zahl unserer Beamten dient in den Fronten. Durch Anstellung von Hilfskräften haben wir so gut wie eben möglich unsere Betriebe aufrechterhalten, wenn auch nur dank ausserordentlicher, Mngebungsvollcr Anstrengung aller Mitarbeiter, vom ersten bis zum letzten. Die Zahl der Beamten der Deutschen Bank einschliesslich der Vorstandsmitglieder betrug am Jahresschluss 13 322 gegen 10 603 Ende 1916. Als Anlage zu diesem Bericht geben wir wiederum das Verzeichnis der Tapferen ans unserem Kreise, die ihr Lehen für das Vaterland lassen mussten. Ihr Andenken bleibt bei uns in Ehren und soll an geeigneter Stelle in unserem Direktionsgebäude verewigt werden. Wir haben unserer Beamtenschaft auch während des Berichtsjahres durch wiederholte Zulagen die Ueberwindung der herrschenden Teuerung zu erleichtern gesucht und schlagen der Generalversammlung vor, den Beamten für ihre ausserordentliche Anstrengung und die Ueberlastung durch die Kriegsverhäitnisse eine einmalige Zuwendung von 2A Millionen Mark zu bewilligen. Insgesamt hat alsdann die Deutsche Bank für ihre Beamtenschaft in 1917 über die festen Gehälter und Weih- nachts-Zuwendnngen hinaus eine Summe von M. 20,724.497 getragen.....„ Dem Dr. Georg von Siemens-Fond für die Beamten sind freie rar ähnliche Zwecke bestimmte Gelder zugewachsen, die beim Schlesischen Bankverein und bei der Norddeutschen Creditanstalt angesammelt Wäre ri 5* Für Steuern und Abgabe. n hatten wir einschliesslich der Rücklage für Zinsbogensteuer M. 7,133,648.97 zu erlegen, gegen M. 5,450,151.91 im Vorjahr.... Die Dentsche Uebereeeische Bank hat sich nnter»ehr schwierigen Verhältnissen abermals gut behauptet und dürfte die gleiche Dividende wie im vorigen Jahre verteilen. Der Ertrag aus„Dauernden Beteiligungen" and Korn- manditen enthält die für 1916 vereinnahmten Dividenden auf unseren Besitz an Aktien der Deutschen Ueherseeischen Bank(6%) der Dentsehen Vereinsbank(6%) der Essener Credit-Anstalt(8A%) der Hannoverschen Bank(7/4%) der Mecklenburgischen Hypotheken- und Wechselbank(15%) der Niederlausitzer Bank A.-G.(7%) der Oldenburgischen Spar- und Leih-Bank(10 der Pfälzischen Bank(6%) der Privatbank zu Gotha(6%) der Rheinischen Kreditbank(6%) der Württembergischen Verehisbank(7%) und der Deutschen Treuhand-Gesellschaft(12)4 5 Wie aus dem Obigen ersichtlich, können alle diese Ir.stitnte für das vierte Kriegs.! ahr den gleichen oder einen höheren Gewinn verteilen, wie für das dritte. Der starke Rückgang der„D anernden Beteilignngcn" erklärt sich durch die Verschmelzung mit dem Schlesischen Bankverein, dessen Anteile bekanntlich seit 20 fahren zn sehr erheblichem Teile in unserem Besitz gewesen sind. Die Anatolische Eisenbahn-Gesellschaft hat 7% Dividende verteilt und sich unter den schwierigen Kriegsverhältnissen voll bewährt. Die Bahnbofsanlagen in Haidar-Pascha wurden durch eine Feuersbrnnst schwer beschädigt; die Gesellschaft war glücklicherweise gegen solche Zufälle durch Versicherung gedeckt und wird nur von einem erträglichen Schaden betroffen. Die Bagdad Eisenbahn-Gesellschaft konnte aus Mitteln des Reiches den Bau ihrer Strecken, soweit er den Zwecken der Kriegführung dient, fortsetzen. Noch immer harrt die Gesellschaft einer gerechten Lösung der Schwierigkeiten, auf die wir in unserem vorjährigen Bericht hingewiesen haben. Unsere Petroleum-Unternehmungen haben für die Versorgung, namentlich auch der deutschen Eisenbahnen, des Heeres und der Flotte mit Schmieröl, Treiböl, Benzin und Petroleum abermals kaum zu entbehrende Dienste geleistet Die Stcana Romana A.-G. für Petröleum-Industrie in Bukarest hat die im Vorjahr erwähnten Zerstörungen im Wesentlichen wieder gutmachen können, wobei allerdings ihre grossen Vorräte an Materialien zum erheblichen Teil aufgebraucht worden sind. Die Grubenbetriebe in der Moldau wie in der Wallache! haben die Friedensausbeute zumeist wieder erreicht. Für die willkürliche Zerstörung unserer Anlagen haben wir seitens des Rumänischen Staates eine bedeutende Entschädigung zu erwarten. Inzwischen ruft die Gesellschaft zur Stärkung ihrer Betriebsmittel für die vorhandenen Aufgaben die Vollzahlung des Aktienkapitals von 100 Millionen Lei ein und verteilt für das Jahr 1916, wie in 1915, eine Dividende von 16%. Auch die Deutsche Petroleum-Aktien- Gesellschaft. die nunmehr unter anderem 50 Millionen Lei vollbezahlte Stcaua Romana-Aktien besitzt, hat. die Vollzahlnng auf ihr Kapital von 35 Millionen Mark einberufen. Das englische Eigentum der Europäischen Petroleum-Union G. m. b. von deren Kapital die Steaua etwas über die Hälft« besitzt, ist von der Britischen Regierung zwangsweise verkauft worden. Auch ans diesem Titel steht der Steaua eine hohe Summe zu, da sowohl die Tankdampfer-Flotte von über 70 000 Tonnen, wie das sonstige in England gelegene Eigentum dieser Gesellschaft, bedeutende Werte darstellt. Die Ungarische Erdgas-Aktien-Gesellschaft hat im Berichtsjahr die zweite Einzahlung von SO% auf ihr Aktienkapital von 27 Millionen Kronen eingefordert. Die bisher abgeteuften Schächte haben mit einer täglichen Erzeugung von 1)4 Millionen Kubikmeter die auf die Entwicklung dieses Unternehmens gesetzten Erwartungen vollauf gerechtfertigt. Die Douaa-Schiffahrtsunternehmung Bayerischer Lloyd hat sich, aus der vor dem Kriege gegründeten G. m. b. H. niit 4 Millionen Kapital, im Berichtsjahr zu einer Aktiengesellschaft mit 16 Millionen Mark Grundvermögen entwickelt; davon sind 10 Millionen einbezahlt An dem IV�rnckmen ist nunmehr auch das Reich, ebenso wie die Königlich Bayerische Staafsregierung. mit nennenswerten Beträfen beteiligt. Nach Vereinigung nut der Douaufiotte der Zentral-Einkaufs- Gesellscbaft besitzt das Unternehmen nunmehr an Dampfern, Motorschiffen und Schleppkähnen insgesamt etwa 140 Schiffseinheiten mit etwa 10 000 PS. und 100 onn Tonnen Frachtraum. Für das Geschäftsjahr 1916 wurde ein" Dividende von 714 e.; verteilt, und auch für das abgelaufene Jahr darf ein günstiger Bericht erwartet werden. Die Bayerischen Stickstoff- Werke A.-G. haben aber- 1 jnals 14% verteilt Die Gesellschaft hat von der Küniglich Bayerischen» (fÜT 1917 5)4%) \:\i (. 35%) . 8%) „ 12)4%) (. 7%) 7%) 7%) 7%) 15%) Regierung die VorKttMessioit zur Ausnutzung der Wasserkraft(von nmd 200000 Pferdestärken) des unteren Innflusses erhalten. Mit hervorragender Beteiligung bayerischer Banken und Finnen hat sich unter unserer finanziellen Führung ein Syndikat zur Vorbereitnng dieses Unternehmens gebildet, dessen Durchführung einen Kapitalaufwand von über 150 Millionen Mark erfordern dürfte. Die Mitropa, Mitteleuropäische Schlafwagen- nnd Speisewagen A.-G., kann für ihr erstes Geschäftsjahr die Ausschüttung einer Dividende von 8% vorschlagen. Die uns seit Jahrzehnten nahestehende Baugeselise h a f t P hilipp Holzmann in Frankfurt a- M. wurde unter Führung der Deutschen Vereinsbank und unseres Instituts mit der Internationalen Bangesellschaft Versehmolzen und in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Von sonsügen Gemelnsehafts-Unteraehinnngea«- wähnen wir; KapltalerbShongea der Parbenfahriken vorm, Friedr. Bayer 8t. Co» der Badischen Anilin- und Sodafabrik, der A.-G. für Anilin-Fabrikation, eowie der Farbwerke vorm. Meister Lncius& Brüning, der Allgemeinen Elektrieitäts-GeseUscbaft, der Schultheiss' Brauerei A.-G.(Verschmelzung mit der Spandauer Berg-llrauerei), der Kostheimer Cellulose- und Papierfabrik A.-G;, der Rheinischen Stahlwerke zu Duisburg-Meiderich, der Howaldtswerke, Kiel, der Maschinenfabrik Schiess A.-G., Düsseldorf, der Braunkohlen- und Brikett-Industrie A�G., Berlin, n. a. m. Die Filiale Frankfurt war beteiligt bei der Kapitalerhöhung der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron, der A.-G. für Zellstoff- und Papierfabrikation Aschaffenburg, der J. Brüning& Sohn A.-G., Langendiebach. Die Filiale Stettin beteiligte»ich an der Kapital erböhung der Neuen Dampfer-Compagnie und der Stettiner Oderwerke A.-G. für Schiff- und Maschinenbau. Die Filiale Breslau war beteiligt bei der Kapitalerhöhnng der Linke- Hofraann- Werke, Breslauer A.-G. für Eisenbahnwagen-, Lokomotiv- und Maschinenbau. Die Filiale Dresden war beteiligt an der Kapitalerhöhnng der Sächsischen Gussstahlfabrik in Döhlen und au der Uebemahme von Aktien der Lingner-Werke A.-G. in Dresden. Ferner haben wir neue Aktien der Baroper Walzwerk A.-G., der Kattowitzcr A.-G. für Bergbau und Eisenhüttenbetrieb, sowie der A.-G. Charlottenhütte an der Börse eingeführt. Von abgewickelten Geschäften erwähnen wir u. A.: Aktien der Schubert& Salzer Maschinenfabrik A,-G., der Vereinigten Glanzstoffabrikeu A.-G.. der Hirsch. Kupfer- und Messingwerke A.-G., der R. Wolf A.-G. in Magdeburg, der Deutschen Eisenbahnsignalwerke A.-G., der Kronprinz A.-G. für Metallindustrie, der Maschinenfabrik Angsburg-Nümberg A.-G., der Braunkohlen- und Briketwerke Rodder- grub« A.-G., der Stahlwerk Becker A.-G., Umwandlung der Vorzugs- aktien de» Georgs-Marien-Bergwerks- und Hütten- Vereins usw. Unsere Konsortial-Rechnung enthielt am Jahressehlusie Beteiligungen an festverzinslichen Werten... M. 2,881,294.48 „ an Aktien von Banken, sowie Eisenhahnen und anderen Transport-Unternehmungen.,...„ 9,539,978.85 „ an Grundstück-Geschäfte»...„ 2,763,771.65 „ an industriellen und verechiedenen anderen Unternehmungen....„ 11,818,753.83 _ an Kriegskreditbanken und Kriegsgesellschaften.......... 1.405,603.— zusammen 332 Beteiligungen im Buchwerte von M. 28,359,40l"!?l Den über 4% Geldzinsen(welche in die Zinsenrechnung geflossen sind) erzielten Gewinn auf Gemeinschafts-Unternehmen haben wir, wie in den Vorjahren, zu Abschreibungen verwendet. Der Bestand eigener Wertpapiere gliedert eich wie folgt; Staats- und Kommunal-Papiere sowie deutsch« Pfandbriefe.............. M. 47,806,926.35 Eisenbahn- und Industrie-Obligationen...... 2,7S5,0!)il.«!l Eisenbahn-, Bank- und Industrie-Aktien,.,»„ 2,010,326.85 Verschiedene kleine Bestände.......■„ 128.427.31) zusammen in 746 Gattungen M. 52,680,771.10 An der Zeichnung der bis zum Ende de» Jahre» 1917 ausgegebenen Kriegsanleihen waren wir mit nmd fünf Milliarden beteiligt. Darüber hinan» haben wir annähernd zwei Milliarden übernommene Kriegsanleihen in unserer Kundschaft untergebraeht. Auf die während der Abfassung diese» Bericht» aufgelegte achte Kriegsanleihe beträgt die Summe der von uns vermittelten Zeichnungen weit über eine Milliarde. Wir haben alle Vermögensteile der Bank sorgfältig geprüft und unter Berücksichtigung der Kriegsgefahren bewertet, insbesondere auch die in London befindlichen Aktiven, sowie unsere Anssenstände in Russland. Hiernach sind wir in der erfreulichen Lage, die Erhöhung unserer erstmal» für da» Jahr 1909 erklärten Dividende von 12)4% auf 14% vorzuschlagen. In den Anfsichfsrat wurden in der letzten ordentlichen Generalversammlung neu gewählt: Herr Kommerzienrat Nieolau» Eleh, Generaldirektor der Manneemannröhren-Werke in Düsseldorf; Herr Kommerzienrat Albert Pinkuss i» Berlin, der unserer Bank wertvolle Mitarbeit geleistet hat, aber leider achon am 7. Januar d. J. zu unserem grössten Bedauern unserem Kreise durch den Tod entrissen wurde; sowie Herr Senator Emil Possehl in Lübeck. Am 16. Juli de» Berichtsjahre» verlor unser Anfsichtsrat dureh den Tod zwei geschätzte Mitglieder, Herrn Geheimen Kommerzienrat Fritz von Friedlaender-Fuld und unseren langjährigen Mitarbeiter in wichtigen Geschäften Herrn Geheimen Kommerzienrat Otto Braunfels, Wir werden das Andenken der beiden Verstorbenen dauernd in Ehren halten. In den Ortsausschuss Konstantinopel wurde neu gewählt Seine Exzellenz Herr Wirklicher Geheimer Rat Dr. J. Zahn, Miiglied der Verwaltung der öffentlichen Ottomapischen Schuld al» Vertreter der deutscheu Staatsglänbiger. Sein Vorgänger Herr Minister R. P r i t s c h Exzellenz sah sich zu unserem besonderen Bedanern veranlasst, ans dem Ortsausschuss in Konstant inopel auszuscheiden, nachdem er seinen Wohnsitz nach Deutschland zurüekverlegt hatte. In den Ansschnas der Rheinisch- Westfälischen Filialen wurden neu gewählt die Herren Paul the Losen in Düsseldorf und Fabrikbesitzer Hugo Mann in Barmen. Verluste hatten wir zu beklagen bei dem Ausschuss für die Rheinisch- Westfälischen Filialen durch den Tod des Herrn Gebeimen Kommerzienrat Adalbert Colsman, sowie bei dem Ausschuss für die Schlesischen Niederlassungen durch das Hinscheiden des Herrn Albert Möller. Herr Dr. jur. Alfred W o 1 f f, seither Direktor der Münchener Filiale, ist zum Direktor der Filiale Brüssel ernannt worden. Unser langjähriger Mitarbeiter Herr Ferdinand Kautz, früher Direktor in Brüssel, wurde mit der Errichtung der neuen Filiale in Bukarest betraut. Im Berichtsjahr wurden ferner ernannt: in Berlin; Herr Rechtsanwalt Dr. Jacob Berne zum stellvertreten- den Direktor, die Herren Theodor Nitzschke, Pan! Bödinger, Karl Wichmann und Otto Reichhard zu Ibteilüngsdirektoren; in Breslau: zu stellvertretenden Direktoren der Filiale die Herren Carl Böttcher nnd Mai Mende: in Cronenberg; zum Direktor der Zweigstelle Herr Fritz Kirschner; in Dannstadt: Herr Ferdinand Bansback zum Direktor der Zweigstelle: In Dresden: Herr Adolf Kraemer zum Direktor, Herr Alwin Wenzel zum stellvertretenden Direktor der Filiale; in DijsseJdorf: Herr Richard Stengel zum stellvertretenden Direktor: in Hamburg: zu stellvertrcienden Direktoren die Herren Edwin Ton .1 a n i n s k i nnd Carl Simtninger; m Sofia; zum Direktor Herr Dr. Paul Bonn, vordem stellvertretender Direktor der Frankfurter Filiale; k Stettin: Herr Ernst Finke znm stellvertretenden Direktor. Die�o sämtlichen Ernennungen bedeuten Beförderungen langjähriger Mitarbeiter aas unserem eigenen Kreise. Neu trat in denselben Herr Fortsetzung umstehend.) Kommcrzicnrat Josef B5hm. tfer rem Mrtktor für nn�ere Nieder Xassiuit-eti in München, Nürnberg und Augsbnrg ernnnnt worden itt. Unter i'reund unü Mitarbeiter, Herr Otto Moese, langjähriges Rirektionsinilgüed unserer Londoner Niedcriassung, bat sich in den Euhe- stand znrückgezoseB, nachdem er drei Jahre lang von den Engländern zwar an der Ausübung se'nes Berefs und an dem Besuch der City verhindert, aber auch nicht treigelassen worden war, obgleich dem bald Sechzigjährigen nach Völkerrecht das Verlassen Englands nicht hätte versagt werden dürfen. Im Berichtsjahre endbeh durfte er nach Dentsohland zurückkehren Er bleibt unserem Freundeskreise ein geschätztes Mitglied. Ausgeschieden sind auch der Direktor der Filiale Dresden. Herr Carl Bohrend s, und Herr Otto Ecke, Direktor hei der Filiale München, die sich beide nach langjähriger treuer Mitarbeit n den Ruhestand zurückgezogen haben. Femci:st auseesebieden Herr Franz Kobner, stellvertretender Direktor bei der Filiale Konstantinopel, um in den Eeichs- dienst überzutreten. Bei der ilaaptniederlassung haben wir leider den Tod zweier lang- jähriger, bewährter und treuer Mitart her zu Verze/huen der Abteilungs- direktoren Herren Paul Herr mann und Fi edrich Koppe. Im Feldlazarett verstärken Herr Fritz Li ep mann, Direktor unserer Filiele O.u.'.ig, und Herr Friedrich Berger. Direktor der ZweigsteUo Wie.-1 alsr. Diesen beiden bewährten Mitarbeitern, die nun Jcider Opfer d- Krirg« geworden sind, bleibt em besouderes Andenken in unserem Kreise gesieheri. M. 80,003,941.65 ,. 12,272.747.44 M. 7n dem Reingewinn d« Jahres von.. iit der Vortrag aus XSlfl mit,,....... luaammen M. 62,27S.!)89.09 Wir beantragen: L der freien Rücklage wie hn vorigen Jahr rn überweisen............. 2. für Abschiuss-Znwendnngcn an die Angestellten zn bewilligen..... 3. eine Dividende von Iht% auf M. 275.000,000 Grundkapital an die Aktionäre zu verteilen.. 4. dem Antsicbtsrat den aatzunsege- mässep Gewinnan eil(7 vom Hundert nach 6K% Dividende und allen Rücklagen und Znwendongeul zn überweisen....... 1,852,419.35 5. wie im vorigen Jahre auf nnsere Bank- gebände eine Sonderabschreibung v orzunehmen um deren Buchwert auf M. 40,000,000 zurückzufahren............... 4.000.000.— 1,500,000.— 4,300,000.— 38,500.000.— I Der hn Osten wiederbe rgesteflt« Frieden und die ! günstige Kriegslage im Westen gestatten, die im ersten Kriegs iabr vorgenommene ausserordentliche Erhöhung des Gewinnvortrages bestimmten Zwecken zuzuführen. Wir beantragen deshalb, die Generalversammlung wolle beschliesseu 6. der Beamtenschaft in Ansehung der ausserge wohnlichen Arbeitsbelastung durch die K r i e g s v e r h ä 1 1- n i 6 s e zuzuwenden........... 7. der freien Rücklage zuzuführen weitere. und den Rest vor............ auf neue Rechnung vorzutragen._ zusammen M. A9, 852.41 9.35 Hiernach verbleibt ein Gewinn- Heber- sehnss von M. 12,423.509.74 ,500.000.- ,500.000.- ,423 500.74 M. 12.423 509.74 Das Vermögen der Deutschen Bank an Kapital und Rücklagen beträgt hiernach ohne den Vortrag M. 505,000,000 Berlin, im April 1918. Der Vorstand der Beutsclien Bank A. y. Gwinner E. Heincivtann P, RS. Herrmann P. RÄankicwitz C. RSichalowsky O. Schffttsr C. Schröter E. C. v. Stauss O. Wassermann. Direktion Jlax Koinhardt. Jlentschor» Theater. 7 Uhr; Macht der Finsternis, Kanimcrsplele. b Uhr; Muinnraa. Volknbiehne. Theater am ßüluwplalz. Untergrundb. SohBnh. Tor. 8 Uhr: Hanneies Himmslfehrt. Dir. C.f.'einhard— R. Cernauer. Tn8ater!inKönigoräfz6rStr. 7-5: 0io Holden auf ilelaoland. Komödienhaus 7% Uhr: I>lo Zarin. Berliner Theater; 7 Uhr: UlitzblisnrH Uiut.' Rose-Theater. 7'/, Uhr, üas iiöÄ l!8 WM. Walhalla-Theater. 7b'. Uhr- ZW Wtortniims. Theater für Freiteg, 26. April. Ccniral-Theater IComniandantenslrahe 57. 71/.: Diz- Chardasfilrwtl!» Sonnt, a'l» Uhr: Jujr�nd. lioutsclir» OporuhaaM 7 uhr: La Traviata. Friedrich-Wllheimst, Theater I'est-VoiHte'tlung. 55uni Male: T/.jUhr: HZZ Kleines Theater 7-/. Uhr: fianle. Komlacbe Oper T j �-SchwanwaliÄI. Sonnt. 12 U.: Die goldene Etja, Sonnt. S'/.U,; Die KinokSnigtn. I.QStsplcihaiis 7'/. Uhr; Metropol-Theater iä OSe Oese m SM. Neues Operettenheus Schiflbd. 4a. KassenLNd. 281 7v.ubr:ller53lil3lil2rSarfc. Uold eni-Thnotcr T'/.uhr: Der junge Zar. Bchlller-Theotor O Uhr; HansSonneEStiers SieBfahrl Mchillcr-Tb. Chart.| 7b. u.: ßer feiieMssser. Tliali«-Tlie>atcr u�SßtefilfPiilieiüSsHLiiiile Theater am Nollcndarlplatz 7 Uhr: Theater den TVeHtrnw 7v. ubr: Ludwig S1V. mit Gsifdo TbUHscher. Vorh.: Der Regimenlszauberor. Tiigl. Tl„ Stg. 3b'. u. 7b. gqÄML Eoilerfeeilssffirinej erzengon tödlich dio gr. Waii«er-ttzsuaen i. dfer I'racho A us statt.-I'an tom. „Fföliliugssplele" in 4 Akten. Sturmtzena mit VTolken- bruefa!— Kahnrutsch aas 30 Moler Höhe! Vorher das große Zirkaa- Propramw. Sonntag 3b, auch „ETriihlinjgsHpiele". 1 Kind frei! Balieit Ciiareü Kiinstl. Leitg. o. Kostüm- Entw. Ludwig Kainer Choreograph. Leitung: Eric Carell ■ovric der g T O S e -SÄ TBrf.T'/s Sonnt, 3'/, n. 7*/, Erna Offeney u.Walter Ntclner. d. neue April-Programm. H�oSSol 1 Fnodrlchitr. 218. 7b, j Der iKIleater vou'Isifi�taa ! sowie die vcrbllilioniicn j Varietä-AUraknonon. | ThoaterkosBe ab 10 ü. uminterbr. geöffnet. Kaffee Luitpold Hotz. straße 15. If a fo a s* e t f r Frank äergmaon l'epi Pfeüfler fiartin I.lJvs© und das große AzM- frogramw. Voigt-Thealer. Sadstr. 56. Badstr. 58. Heule 7»/, Uhr: üzz SOjgtifige Miiäum, Sonnubcitb, ben 27. Npril: Komteß Paala. Trianon-Theater b,8 am Shf. Frlcdrlohslr.'/.« Tel.: Zentrum 4927 und 2391. Der Lebensschüler Komödie von Ludwig Fulda. Ida Wüst, Erich Kaiser-Titz, v. Möllendorff, Flink, Kettner. Stg. 4 O. kl. Pr.: Johannisfeuer. Casino-Theater Lothringer Etz. 87. Tägl.'1,8 U. Dasvolf«stück von?Tb. C'älrtonge Anna s Tranm. (Sin heitcreS Aamilicnbild. sBorb't da» neue tlonl-lßrogr. Emi! Merkel, Bruno Rügen uim. So»»I 54. t!tnle»stral?e 33—«5 (Seichästszeit von S— 1 Uhr und von 4—7 Uhr. Telephon: Am: Norden 185. 1239. 1987. 9714. Sonntag, den 2«. Slpril 1918, vormittags 9'/, Uhr: ENMlUMHUlW Det iecheiigileiter odö-sgilelsnl«!! in den Humboldt-Sälen, Hussttenstratze 40. Tagesordnung: 1. Vericht de» Gruppenleiters. 2. Werkstattangelegenheilen. Z. B-richicdencS. Da es sich um sehr wichilge Gruppcnangelcgcnhcitcn handelt, ist eS»nbedlngle Pstichl, da« jeder Betrieb verlrele« tjL Montag, de» SS. April 1018» ßczirbS'VcriammiuDdcn für die gesamte Verwa...iNgssteUe Vcrliu in foigniden iiolalen: Zlnrdcn: Dharussäle,?i!üllerstr. 142, abends 8", Nhr, Kordon: Bültners gestjäle, Schwcdter Sir 23, adds. 8'/, Uhr. lb'ordon: Lüwenbrauerci, Badst:., Eina. Hochitr., abends 8 Uhr. Zloablt: Lands Festsäle, Deusjelstr. 6, abends 8'/, Uhr. Borlrag des Kollege» iJL Cohen. CbnrlolU'iibxi'K: Bollshaus Rostnenste. 4, abd». 8'/, Uhr. M ekten, tovbiis.obeix und»tv g:llt«: Maijer-Wiihelm- Garten, tzriedenau. Rdeinilr, 65, abenos b1/, Uhr. Osten uns Nordosten: Cameniusfäie, ükemeler Str. 67, abends 8'/, Uhr. Idcktenberjc und tstralaa-Runiniel.bur�: Blume, AlLBoxhagen 56, abends 81/, Uhr. It'clßonsee: Neslaurant Masch«, Beritner Allee 251, abends 8 Uhr. Gadonbe.lrtre: Gewertjchaftshaus, Sngehifer 15, abends Xenttviln- Sdeal-FesttSIe, Wrichl-lstr. 8. abends 7b. Uhr. Teteel-Doiniehendorl-VFoat: Echnuzhl, Nemiaendorj- West, Cichtornstratze 45. abends 6'/, Uhr. Oberaciißucweide, KiederMohUnewelde, Jo- taannihtlicsl u. Lmxs'ttend: dieimucant Wornecke, Oberschöneiueide, SBilhrimincuhoflU. 18, abends 8'/, Uhr. 8paaduu: Dertz' Reftaur., Spandau, Kurilr. 21, abds. 5 Uhr. <.'vnenlch-B>tedrieh«baA«n: Lehmann, Cöpenick, Bahnhusstr, 44, abends 8 Uhr. Tagesordnung in allen Versammlungen: Berichterstattung von den Generalversammiange« am 13. Januar»»d 7. April 1918. Ohne Mtigltedsdnch kein ijutrut!-IMg Zahlreiche» und pünlMches Erich cm en wird erwarieL 111/2_ Die Ortsiverwaltmig;. Zähne m. eeht. Friedeoskautsehuk 3,50 M. Berliner Konzertliaus Mauorstreße 82 ZimmersUafie 90/91. Honte: Grefes SConzert mmmm des Chornioister-Verbandos Berlins und Umgegend, ans- goführt von der Gruppe Oston dos Groß-Borliner Sängor- bandos, Leitung: Druppencborrncistor Paul Hückel, untor Mitwiikung dos Berliner KonzortliJi««-OrcIieatcrs, Leiter: Komponist Franz von Qlon. Anf. 71/, Uhr. Karten im Vorvk- 60 PL, an 4 Abendk. 75 PI. ____ 5 Jahre Garantie.„ bei«euellung o. 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Mai 1918, abends 8 Utr, im Restaurant Zander, Berlin-Vi!» mersdork, iiauc, burger erlr. 2a, ergebensc eingeladen. Tagesordnung: 1. Abnahme der FahreSrechnung jiir 19!?. 267/11 2. Verichiclencs, Beichwerven und Zlnfrazen, weiche Attcneinstchl criorvcrn, müssen drei Tage vorher dem Vorstand schristhch eingereicht werden. Bcrlin-AilmerSdori, den 25. Aprst 191S. Wilhelm Heinrich, Vorsitzender. -khtlva. Dahnfbrper............ N: undstücke und Gebäude...... Wagen.............. Konzessionen nach Abschreibung von 530 000,- • SS. Maschinen,,.SS 302,07 Cinrichlungen»,» 46 745,37. Geräle................ Pferde nach Abschreibung von. 220 162,25 M. Geschirre............... Dienstfleldlmg n. Abschreibung von 84 682,89 Ii. Bestände an Vaumalerialien....... ,, Betrrcbsmatcrialien...... ,. Wertstattsmaterialien..... Lausende Rechnung, Außenstände...... Barbestand.............. Wertpapiere und Hvpothefen als Sicherbeitcn bei LchSrden.... im Reservefonds......... in der TUgungSrüdlage....... als Eicherveiten der Beamten.... Aftien der Allgemeinen Berliner Lmnibl�A.-G. Sonstige Wertpapiere.......... Passiva. ?lMenfap!t-I.............. i'l, Schuldverschreibungen.. 42 017 000,— 211. Davon unbegeben 6 100 500,—, i'/,'/, S chuldverschreibungen........ Hypolhefen.............. Unbehobene Dividenden......... i'/, imbchcb. ausgeloste Schuldvcrschreibg. l nebst i1!, 0/0 nnbebob. ausgeloste Sckuldverschr.»Zinsen Nuasiellung iürZinsend.4>/,'/,Schuldversch>cibu:lg. RcservesondS............. Titgungsrücklage............ Talonslcuer-Rückstcllung......... Sicherdeiten der Beamten......... Hastpflicht-Rüchlage........... Lausende Rechnung, Verschiedene Gläubiger und Barsicherheiten........... Erneuerung I............. Erneuerung II............. Lästige BelricbSverpflichwngcn....... Gewinn- und Berlustrechnung....... Mark 79 124 974.25 25 644 671,61 41 655 834,25 10 830 300,— 236 718,57 1,— 1,— ■ 1 L- l,— 1 827 633,79 1 462 409,16 7 951 664.03 17 753 7u2,47 96 216,21 41« 163,25 18 953 044,— 38 788 194,78 84-'<72.50 8 315 005, 1 7 207 030,— 244 476 636,04 100 082 400,- 36 916 500,— 23 750 000,— 2 495 641,— 42 211,— 708 030,— 10S 403,75 445 461,25 13 263 147,78 26 7v7 928,92 859 276,- 811 707,35 2 133 680,60 13 688 336,75 9 022 361,21 7 631265," 401 460,— 4'■'■ �.31 244 4 1. ,3 u4 Gewinns und Verliistrechnmig. Soll. 4°/. Tchuldverichrelbungen-Zinsen. i'!}'I, Schuldverschreibungen-Zinsen HyPotbcfen-Zinsen...... Giigmlabichreibungc»..... Tilgnngsrücflage....... Talonstcuer-Rüchstellung..... Hastpstichlrücklage 1077 1 410 190,— ST" 3,75 10 441 ,75 887 892,57 500 000,— 120 OOU,— 600 000,— Hastpflichlructtage............. 694)000,— Erneuerung I............. 5 600 000.— Erneuerung Beriragsmißlge Abgaben an die Gemeinden. Taldo.......... Gewinn-Bortrag ans 1916 Zinsen....... BctriebSewnahmen... Betriebsausgaben... Dabo». 61 203 759,31 27. SS 403 451.24. 3 200 000,— 4 497 295,90 4 23« Kiejll '22 397 4 10,22 81 745.55 565 416,63 21 800 308/17 22 397 47u,v8 Sfcfln, den 25. MSr, 1918. Tic Tircftlon. Dr. Wussow. Meyer. Dr. W. Kieke. Otto. Nach vorgenommener Prüfung der Belege und Bücher der Sesevlchast bescheinigen wir hiermit die ordnungsmäßige Führung der Bücher und die Uebeveinsiimmung der vorstehend!!! Bilanz, sowie der Gewinn- und Verlustrechnung mit denselben. Berlin, den 25, März 1918. Dakar Zwickau, Sssenllich angestelller, beeidigter Bücherrevisor im Bo »itl der Handelsfamuier zu Berlin. Eml! KrynlU, gerichtlicher Bücherrevisor für d. KgL Kammergericht und Land- gericht I, öffentlich nngestelli und beeidigt im Sezirt der Handels- ��Mtammer zu Berlin. Nödsllsdriii?.od. Zeeiisek vBRLIdl 0 l 12,«Ugaer Str. 71— 73a «mpßohlt»rate prelawepte JIObeL Einrichtungen in jeder Preislage. 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Berschietenes 2lK0b Ter Aorstaud. Ldiulig ta ö„ i>. y. Ii. Ud ß. Sfr.ushirn. Münttsr- sW-Lottirie V• 2:1000 Lgs-, w..» Otl>i|««taoe scVk. SS0300 i 1 3�1100 immm iienoo Wil-L'« S£• Porto uvä Liste 35 Pf. extr«, ia Letter.•-t'CScLfcf»en, Lose- Yerktüf-.iclJen un«! durch Las. Slüller« C». n öerlm, Wtrß'idir Mint 10. J. Sifönier SlraGburg i.e.,uii5tf.ie7 ij.fäkne � SMs Kr.-uupfadargcschwUre, auch voraltjKjhmorzhafta Wundon, F.ntiündunp. mit unonrägL Jucken heilt ohne Nachteil 1t vielen En'olejsbericht. die echte..OUndn-bialb«'-, AbsoL milde, naturgem. Wirkung, überaus wohltuend. 4,00 M. Otto Reichel, Berlin 43, Eisen bahnstr. 4.• Taschenbuch für(Satten« (reuabc. bin Ratgeber für die Vflegr und sachgenräke Bewirl« schastung des häuslichen Zier-, Gemüse- und Obstgartens von Maz Hesdörfer. Dritte er- rceiietD Auslage. Mi« 125 Tezrabbil düngen. Preis 5,40 M. Ezpedrnon Vorwärts, Linden- straße 3, Laden.* DieGetrsnksstsuem-mReichstag 153. Sitzung. Donnerstag, Sö. Li»rtl 1»1S, nachmittags 1 Uhr. Llm BundeSratstisch: Graf v. Fioedern. Vom Präsidenten des ungarischen MagnatenhanseS ist eine Glückwunschdepeschs anläßlich der Sieg« im Westen ein« gegangen. Auf der Tagesordnung steht die erste BeratnAg der Getränkestsuern. Reichsschatzsekretär Eraf V. Roeder»: Die Getränkesteuern sollen in Zukunft 16lX) MNonen Mark, d. i. 1240 Millionen mehr als disber einbringen. Bisher stellten die Getränkesteuern etwa ein Viertel der gesamten Steuern de« Reiches dar; ich würde mich freuen,� wenn das auch in Zukunft der Fall sein würde. Die Malzsteuer hat jetzt nur noch einen er« schreckend geringen Betrag gebracht, weil nur noch wenig Malz verwende� wird; deshalb gehen wir zur Fabrikatstener, zur Biersteuer über, deren Sätze wir für erträglich halten. Auk das Branntweinmonovol ist die Regierung wieder zurück« gekommen, weil die Verhältnisse fich döllig verschoben haben. Der vorgelegte Entwurf ist im wesentlichen eine Verstaatlichung der Stztrituszentrake. Die betroffenen Angestellten und Arbeiter sollen entschädigt werden. Doch haben die Geschäfrsführer erklärt, sie wollen keine verantwortliche Stellung in der Monopolvcrwaltung übernehmen und verzichten auf ein« Entschädigung. Mit einer stärkeren Besteuerung des Weines erklären sich die Jntereffemen einverstanden. Wir schlagen eine Wertsteuer vor, die möglichst weit vom Produzenten erhoben wird. Die Wein- und Schaumweinsteuern find Besitzsteuern in indirekter Form. Die B e st e u e r u n g der Mineralwässer wird jedenfalls An« griffe ermhren, es ist aber dabei zu bedenken, daß auf dem Gebiet der Mineralwässer ungeheuer- Preistrribereirn staltgefunden haben. Die Zölle auf Tee, Kakao, Kaffee und Schokolade find reine Finanz« zolle. Im allgemeinen bitte ich Sie dringend, setzt ganze Arbeit in bezug auf die Hohe der vorneiegten Steuern zu machen, damit wir nicht später wieder mit Erhöhungen kommen müffen. Abg. Herold(Z.): Die Staffelung bei der Biersteuer muß in der Kommisston ge« nau darausbin geprüft werden, ob die kleinen Betriebe ge- nügend berückfichligt find. Die Wein st euer sollte befristet werden je nach der Veränderung, die die Weinzölle erfahren. Die Steuer auf Mineralwäffer und Limonaden ist berechtigt. Bei den großen Verdiensten, die der Zwischenhandel auf diesem Gebiete macht, braucht deshalb der Flaschenpreis nicht zu steigen. Die Erhöhung der Kaffeezölle wird ein erhebliches Herabgehen des Verbrauchs zur Folge baben, zumal die Bevölkerung sich jetzt im Kriege an den Kaffeeersatz gewöhnt hat. Der höchste Mehrcrtrag von 600 bis 650 Millionen soll auS dem Branntweinmonopol erzielt werden. Früher hat der Reichstag dies Monopol abgelehnt. Inzwischen ist die Einrichtung des Monopols durch die monopolartige Stellung der SpirituSzentrale erleichtert worden. Auf der anderen Seite ist zu bedenken, daß viele selbständige Existenzen durch dieses Monovol vernichtet werden, denen der Staat erhebliche Eni- fchädigungen wird zahlen müffen. _ Bei einem Vergleich der direkten mit den indirekten Steuern darf man nie das Reich allein berückfichtigen. sondern auch die direkten Steuern der E i n z e I st a a t e n und Kommunen, die indirekte Steuern nur sehr wenig haben. Zieht man den Vergleich in dieser Weise, so wird man unser Steuersystem nicht als ungesund bezeichnen können. Die B« i,i tz st e u e r n im Reiche werden zweifellos in Zukunft noch mehr ausgestaltet werden müffen. Man bat eine allgemeine Vermögensabgabe von 25 Praz. dorge- schlagen. Das würde eine erhebliche volkswirtschaftliche Schädi« g u n g bedeuten. Ter Redner beantragt, die Getränlstener an eine 23gliedrige besondere Kommission zu verweisen, das Branntwein- Monopol an eine Kommisston von 21 Mitgliedern. Abg. Müller(Soz.): Der Staatssekretär weist auf die Relation der indirekten Steuern zu den direkten hin. Man muß aber auch an ihre Be- ziehungen zur allgemeinen Lebenshaltung denken. sSehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die diesmal vor- geschlagenen indirekten Steuern sollen restlos auf die Konsumenten abgewälzt werden, deshalb erklären sich ja auch einzelne Interessenten« gruppen damit einverstanden. Der Staatssekretär wollte ganze Arbeit machen. In der Tot sollen ausnahmslos alle Getränke außer Quell wasser, Kaffeesurrogaten und etwa noch deutschen Tee- bläktern erfaßt werden Und diese Steuern gehen Hand in Hand mit einer dauernden Verschlechterung der Getränke. Das heutige Bier führt seinen Namen wohl überhaupt nur noch daher. daß es in den alten Bierfässern versandt wird. BIS NahrungS- miitel kann man dieses schlechte Bier gewiß nicht mehr bezeichnen. und auch in den ersten Friedensjahren wird es so bleiben. Die Begründung erklärt die Biersteuer für erträglich, denn das Publikum habe die Bierverteuerung während des Krieges Angenommen. Nun— im Frieden hätten die Preiserhöhungen sicher zu Bier- krawallen, in Bayern wohl auch zu Bierrevolutionen geführt. Der Patriotismus der Bevölkerung hat das während des Krieges verhindert. Für ganz besonders migerecht hatten wir es, daß neben der hohen Aiersteuer auch die kommunalen Bier« steuern noch erhalten bleiben sollen. Ganz besonders der- beerend muß die Biersieuer auf die Gastwirte wirken, die unter dem Krieg so überaus schwer wegen der ungenügenden Belieferung zu leiden hnben. In der Kommiskion werden wir Svr allem für eine andere Mischung von direkten und indirekten Steuern forgsn müffen. Weinsteuern find bisher immer abgelehnt worden, weil man glaubte, die Winzer können sie nicht abwälzen. Durch die ge- stiegeneu Weinpreise ist aber die Tage der Winzer gegenwärtig sehr gut, es wird j«»eradszi! Beinwucher getrieben— gtÄ es doch Leute, die bs SSO M. in Wein anlogen, um ihre Kriegs- gewinne vor einer Kriegsgewinnsteuer zu retten. Die Weinsteuer soll 26 Prvz. betragen und der SchotzMretSr nennt sie eine Besitzsteuer, denn der Wein sei das Getränk der besitzenden Klaffen. Im Westen Preußens und in STddcuischland ist das keineswegs der Fall. Wir find in anbetracht der Bedsirfniffe des Reichs keineswegs gegen jede Wemstener. Aber der vorgelegte Entwurf trifft die billigen Weine ebenso hoch wie die hoch- wert igen Auslcsewetne. Ebenso ungerecht ist eS. die wein- ähnlichen Getränke mit SO Prvz. zu besteuern. Auch bei der Schanmwsinsteuer ist zu erwägen, ob die Fruchtweine ebenso hoch zu belasten find, wie die Vorlage es vorsiehs. Die Besteuerung der Mineralwaffer ist überaus� hart Mit dieser Steuer will man gleich- zeitig einen Zoll für Tee, Kaffee und Schokolade vsr- binden, damit die Leute nicht etwa von der Schotolad« zum Tee übergeben. Gegen solche Zölle sprechen hygienische Bedenken. Der körperliche Verfall der Bevölkerung ist ja bedingt durch die Wenig abwechsslungSreiche Kost lind die wenig abwechfelnugsreichen Getränke. Vor allem sollte man den Kakaogenuß nicht er- schweren, sondern ihn möglichst föÄwrn. sSehr richtzigl bei den Sozialdemokraten.) Die Branntweinsteuer ist die erste Monopolvorlage, aber jedenfalls nicht die letzte. Die Bedürsniffe des Reiches zu decken, wird ohne Monopole nicht möglich sein. Aber die Vorlage bringt � kein Prvduktionsmonopol, sondern nur ein V e r- a r b e i t u n g s. und Handelsmonopol. Die Vorlage ist lediglich eine Verstaatlichung der SpirituSzentrale, d. h. also, die schlimniste Priytl�i»na«z.hPbu«g soll auiekchterlwlteu werben. (Sehr wahr) k. d. Soz./ Daher Meibeu alle Brüud«. dt« wir fttühec ' gegen die Branntweinsteuer angeführt haben, bestehen. Hinzu lommt, daß die Gesetzgebung sich hier gegea de« technischen Fortschritt richtet. Die SpirituSerzeugung aus Brennereien reichte im Kriege nicht aus. Man mußte daher im Kriege das tun, was man früher immer durch die Gesetzgebung verhindert hat, Spiritus nämlich auf anderem Wege als in Brennereien erzeugen. Die betreffenden Fabriken find mit Reichs» und Staatsmitteln ins Leben gerufen worden, nun aber solle» fie durch die Gesetzgebung in ihrer Produktion so beschränkt werden, daß nur ja die Brennereien leinen Schaden erleiden. Wir werden in der Kom- Mission dafür sorgen müssen, daß nicht die Jntereffen der Brenne?, sondern die der Allgemeinheit gewahrt werden. Bei diesen Steuern sollte man sich fragen, wie ff« auf die Stimmung der Bevölkerung wirken werden. Wird sich denn die Bevölkerung, werden sich vor allein die Konsumenten die koloffalen Preiserhöhungen auch dauernd im Frieden gefallen lassen? Liberale und Konservative haben darauf hingewiesen, daß in der Bevölke» rung durch den Krieg ein Siaatsgefühl erwacht sei. Wollen Sie ein solches Gefühl erhalten, dann dürfen solche Steuergesetze nicht gemacht werden.(Sebr richtig! b. d. Soz.) Diese Stenergesetze ertöte» ja geradezu da? Siaatsgefühl, die Kom- Mission möge den Gesetzen den starken sozialen Einschlag verschaffen, der jetzt in den Vorlagen nicht zu finden ist.(Leb- Haft er Beifall b. d. Soz.) Abg. Dr. Lluuck CLp.) betont dem Staatssekretär gegenüber, daß die hier dorgeschlagenen direkten Steuern nur einmalige, die indirekten Steuern aber dauernde sind.— Ob die Verbraucher bei Einführung des Branntweinmonopols besser wegkommen werden, als bei einer entsprechenden Steuer, wie der Staatssekretär meinte, ist mir sehr fraglich. Vielleicht kommen sie vom Regen in die Traufe. Auf keinen Fall darf da? Branntweinmonopol einseitig vom landwirtschaftlichen Standpunkt betrieben werden, wie die jetzige Branntweinsteuergesetzgcbung. Die Erfahrungen deS Krieges sollten dazu führen, daß überhaupt keine Kartoffeln mehr in den Brennkessel kommen, sondern daß die Kartoffeln restlos für die menschliche Ernährung ausgenutzt werden.(Bravo I) Die Weinsteuer ist technisch die beste. Damit daß die Weinsteuer den Verbrauchern auferlegt werden soll, sind wir e i n v e r- standen.— Bei der Biersteuer muß festgelegt werden, was als Dünnbier und was als V o l l b i e r gelten soll. Gegen die Steuern auf alkoholfreie Getränke bestehen schwere Volks- wirtschaftliche Bedenken. Grundsätzlich wird man ihnen angesichts der Finanzlage zustimmen müflea. Aber im Verhältnis zu den alkoholischen Getränken ist die Besteuerung der Limonaden- und Mineralwässer viel zn hoch. Abg. Schulenburg lnatl.): Dem Branntweinmonopol stimmen wir zu. Zum Schutze unserer Winzer sollte man auch den Aus. landswein außer dem Zoll noch versteuern. Gegen Be- steuerung der Fruchtweine haben wir große Bedenken. Der Schäumiueinsteuer stimmen wir zu. Abg. Dr. Röficke(l.) begründet die Zustimmung seiner Freunde zu t>em allgemeinen Gedanken der Borlagen. Der Biersteuer werde mit Unrecht vorgeworfen, daß sie zu sehr in die Gewerde- freiheij eingreife. Bei der Weinsteuer ist eS für die Winzer gefähr. lich, über 10 Proz. hinaufzugehen, gar bis zu 20 Praz., wie die Vorlage will. Die Branntweinsteuer ist m einer Höhe vorge- schlagen, 800 M. pro Hektoliter, daß man doch fragen muß, ob der Konsum dann nicht so erheblich zurückgehen wird, daß die Steuer nicht den gewünschten Ertrag bringt. Der Karwffeldau ist recht eigentlich erwachsen unp fundameutiert auf den Brennerei. betriebe». Abg. Wurm(IL Soz.): Die Methode ist auch hier wieder die alte: die schwersten Lasten werden den ärmsten Volksschichten aufgebürdet. Nur div Schaumweinsteuer trifft die Besitzenden, aber zum.Ausgleich' hat man auch glich den Champagner der kleinen Leute, den moussierenden Obstwein wesentlich höher besteuert. Und damit ja nicht zu wenig Bier konsumiert wird, belastet man auch die Mineral- waffex starker. Gerade diese Getränks find«in wesentliches Hilfs. mittel im Kampf gegen die Trunksucht. Sogar die Mineralwasser i» den Fabrikkantinen werden so nm 100 Proz. verteuert.(Hört! hört!) Das heißt direkt den Alkohol miß- brauch fördern. Alle diese Steuern bringen außerdem Liebesgaben für die Interessenten. Es ist hier genau dasselbe wie bei der Branntweinliebe Z- gäbe, die der reaktionärste Reichstag 1887 geschaffen hat. Hier rst als solches Kartell di« Spirituszentrale entstanden, die heute etwa 08 Proz. der Brennerei umfaßt und in der Lage ist, durch Beherrschung des ganzen Marktes den Preis für das Produkt zu diktieren. Während des Krieges entstand ihr ein neuer Feind durch den technischen Fortschritt, nämlich durch die Möglichkeit, reinen Spiritus aus Kula�umkarbid herzu. stellen. Während des Krieges find Karckndwerks entstanden, die Kaltstickstoff herstellen, der der Landwirtschast nur in geringem Maße gewährt werden konnte, weil er für die Sprengstoff- fabrikation nötig war. Aber im Frieden ist diese Verwendung «nnötig, und so würden die Werke im großen Matze aus Kalzrumkarbid, also aus Kable und 5daS, Alkohol her. stellen. And nun«nterbintiet diese Geseyzebttng geradez« den techuiftyen Fortschritt, indem sie diesen Werken di« Herstellung von Alkohol und Essigsäure verbiotet.(&8rtl hört! bei den U. Soz.) llm die Brennereien vor dem KarbldspirituS zu schützen, kommt jetzt daS RoichSmonopol, aber nicht ein ProdulHonSmoitopol. Die Gteuer auf de« Mtohol beträgt SSO M. auf den Hektoliter und verteuert ganz ungsmeffen den Branntwein, de» gerade die Armen und Aermsten kowsumisren. Dagegen muß jeder Sozialist aufs schärfst« Stellung nehmsnz den« hier handelt es fich um ei« HandelsmonsvoL das geradezu den Wucher privi. legiert.(Seb? richtig! bei den U. Soz.) Wir hoffen, daß das Bolk erwachen, nie politische Macht erobern unp mst dieser Art GesetzsSmacherei aufräumen wird.(Lebhafter Dftsall bei den ll. Soz.) Abg. Mumm(Dt. Fr.) begrüßt es, daß der Mmwpolgebmrke jetzt ein« günstige Aufnahme in der Bevölkerung findet. Die Debatte schließt. Dos Vorlage« werde» an verfchied-m« Ausschüste verwies sn. Nächste Sitzung Frsftag 1 Nhr.(Anfrage«, Peiitieme«.)! Schluß 7 llhr._ Mgeorönetenhaus. Edler Wetteifer. Möglrch, daß die bevorstehenden Neuwahlen zum Abgeordnetenhause ihre Schotten bereits vorcms- werfen. Denn anders ist es kaum zu erklären, daß gerade die Partsien, die fich bisher jeder Bofsersteöung der rechtlichen Lage der Landarbeiter widersetzt haben, fich plötzlich m Anträgen zugunsten dar Landarbeiter förmlich überbieten. Nicht nur, daß die Konservativen zum Etat der lond- wirtschoftlWwn Verwaltung einen Antrag aus ein« der Nett- zeit emtsprechetche Negelwwg der Berhcklmisse der kindlichen Arbeiter eingebracht haben, haben fich auch andere bfirgerlsche Benfteien zu Antragen zugunsten der Landarbeiter ttufgerofft. Das Zentrum hat gleich drei Anträge auf einmal eingebracht, es verlangt einmal die Aufhebimq aller in Preußen zurzeit noch geltenden, dem freien Vemnigimgsrechte der ländlichen Arbeiter enftwe»skch«mden gesetzlichen usnh polizeilichen V«° stimmnnq-m, jedoch nutsr BeriicMckftqnnq der Besonder heit der lanbwirftchaftläysn PerbKiwiss?, sodann die Einbringung eines �asttzentouifä, �söurch AscheÜofüänntetn für die landwirtschaftlichen Arbeitgeber und Arbeiter eingeführt werben, und endlich einen Gesetzentwurf, durch welchen dem größeren, mittleren und kleineren Grundbesitz die Ausübung des Wahlrechts zu denLandwirtschaftskammern in besonderen Gruppen gewährt und dadurch eine ihrer Be- dentung entsprechende Vertretung in diesen Kammern ge- sichert wird, Nach kurzer Debatte, in be? Genosse Braun mehrmals die schutzzöllnerischen Bestrebungen ms rechte Licht rückte, wurden alle diese Anträge zusammen mit dem fortschrittlichen auf Gewährung des Koalitionsrechts an dre Landarbeiter und mit dem konservativen Annexions- antrag sowie dem hierzu gestellten sozialdemokratischen Gegen- antrag cm die verstärkte Staatshaushaltskommission der- wiesen. Die Debatte wandte sich dann zur ErnährsngS« frage, sie wird am Freitag fortgesetzt. » ISL. Sitzung, Donnerstag, den 2V. Aprü, dormitiagS 11 llhr. Am MrÄsiertisch: v. Eisenhart-Rothe. Die Landwirtschaftliche Verwaltung. Abg. Jany(k.) lehnt den fortschrittlichen Antrag auf Tewäh- rung des vollen Koalitionsrechts an die Landarbeiter ab. Abg. Dr. Lieber(natii erklärt sich für diese» Antrag und be- gründet einen Antrag aus Vertretung des gesamten landwirtschaft- lichen Berufsstandes und der Arbeiter in den LandwrrtjchaftS- kümmern. Abg. Gerlach(Z.) spricht für Förderung der See- und Biunen- fische rei. Minist«#. Eisenhart-Rothe gibt entgegeniommeude ErAäuun- ge« hierzu ab und kündigt ein Gesetz über Arbeitrrvertrrtung in den Landwirtschaftskammer« cm. Abg. Lrau»(Soz.): llnser Antrag— bis zu öOprozentige Kriegögewiniisteuer aus LebenSmittelhändler und Erzeuger zu- gunsten der Kriegsbeschädigtenfürforge, Aufteilung von Großgrnnd- Pesch und Domänen für diesen Zweck— ist lediglich vrn Gegen- antrag gegen den Annexions- und KriegSent- schädigungsantrag der Konservativen. Unser An- trag gibt Ihnen die Möglichkeit, zu zeigen, daß Sie den Kriegsbe- schädigten durch Ansiedlung im Inland« helfen und nicht nur die Kriegsbeschädigten durch Vertröstung auf russisches Siebtungsland und Arisgsentschädignng täuschen wollen. Die Gewährung des Koalitionsrecht» a» bis Landarbeiter haben die Konservativen erneut abgelehnt. Da- durch wird auch ihr Antrag betr. Arbeitervertrewng im den Land- wirtschaftskammern ins rechte Licht gesetzt. Durch diese Konzessions- schulzen soll die Oeffentlichkeit getäuscht werden, aber die Land- arbeiter sollen auch weiter unter Ausnahmegesetzen stehen. Damat schließt die Aussprache. � Die_ Ausschutzanträge auf Förderung der Erzeugung und der wissenschaftlichen Forschung werden mit dem Antrag Gorlach angenommen, die Anträge über Kriegsbeschädigtenfürsorge, La n dn> i r l s cha ft s kammera und Land- arbsiterrechte dem Ausschuß überwiesen. Die ErnährnngSfrage«. In den Anträgen deS Ausschüsse« wird llebertragung der Düngemittelversorgung an eine Militärbehörde, Förderung der Schweinezucht, Maßnahmen zur Erhaltung der Mi ichweh bestände, Milderung der Fremdeiwerkehve, Verordnung, Berücksichtigung de» Handels»sw. gefordert. Berichterstarter Abg Dr. Hvesch(l): Die Ukraine dürfte anS enttäuschen, die Preise find sehr hoch. Di« Vorteil«, di« man sich vom der Beschränkung des LandwirtschaftsmimsterrumS durch daS KmegSernährungSamt versprochen hat, sind ausgeblteben. Als zweiter Berichterstatter führt Abg. Lippmen»(Bp.)«uS: Auf dem Gebiet der Mctallbeschlazuahme sind Eingriffe der kleinlichsten Art vorgekommen, die die städtische Bevölkerung erbiltern. Gegenstände, die für den Haushalt dringend nötig find, werden einfach weggenommen, obwohl eS doch bekannt tjt, eine wie große B e u t e an Metoll wir im diesem Kriege gemacht haben. Wegen einiger Pfund Messing oder Bronze werden die Hauser ihrer Türklinken beraubt und eS wird tncht einmal genügender Ersatz geliefert. Alte Familienerb stücke aus Ztnn und Kupfer, die über 50 Jahre alt sind, sollten belassen werdsn. Vizepräsident deS StaatSministerium» Dr. Friedbersr Die neueste Metallbeschlagnahmeverordnung ist von allen Interessenten gebilligt worden, bevor fie erging. Die Kleiderbe schaffnng der RüstungS- und Elfenbahnarbeiter ist ebenso not- wendig. Die Zahl der aufzuoringenden Anzüge wird auf die Bun- desstaaten nach der Zahl der Einwohner und der Wehrbeitrags- pflichrigen umgelegt. SwaiSkommiyar für Vokksernährung 8. Walde»: Die Maß- nahmen, über weiche sich Abg. Hoesch beschwerte, sind Kriegs- notwendigkeiten. Mir find die Hände gebunden. so daß ich nicht m vollem Maße auf die landwirtschaftliche Produktion Rücksicht nehmen kann. Kn dem Ernährungsbeiräten fitzen überall landwirtschaftliche Sachverständige, auch die Mitarbeit des ReichstagSbeirats erkennen ich dansbar an. Aufklärung durch die berufenen Führer der Landwirtschaft würde viel« Mißstimmung hinwegräumen. Mit unserer Brstversorgung find wir bis zur neuen Ernte allsedim� auf die Züsch ü sie a u S der Ukraine »ngermesM? Es ist allss vorbereitet. Wlr haben dort eine eigen« Organisation geschaffen, die schon im Mai ihre Einkaufs- tätigkeit beginnt. Natürlich mußten wtr erst das Land paziftzieren helfen, aber die verbündeten Truppen haben bereits die wichtigsten Getretdegebiete erreicht. Buch der Transport soll militärisch vrfaljetu Nach der Bestandsaufnahme find bei uns noch 750 000 Tonnen Getreide ermittelt und erfaßt worden. Wir mußten 30 MiMvnen Zentner Kartoffeln für die M i l i t ä rp f e r de ab- geben Infolge der Futternot ist unser Viehbestand kaum noch den Anforderungen der Fleischversorgung gewachsen, indessen haben w-ir Vieh aus den besetzten Gebiete» erhalten. In das schwebend« Gerichtv erfahren deS Falles Neukölln darf ich nicht singreifen. DaS Verfahren war bereits sechs Wochen vor der Veröffentlichung der Denkschrift eingeleitet. DaS HauS vertagt die Wssterberatung auf Freitag 11 Uhr. Schluß U5 Uhr._ Unabhängige unÜ Vablrechtsvorlage. Spaltung und Verwirrung. Em Artikel des Berliner i-MitteilumgÄblodtS' der Unabhängigen hat den Verdacht erregt, die Unabhängigen wollten durch ihre Ab- ftinrmaimg im Abgeo-rdnetonhaus am 30. AprÄ da S gleiche Wahlrecht zu Fall bringen. Dazu teilt die.Leipziger Volkszesttmg" mit, daß die FvaMo»„tu dieser Angelegenheit noch kernen endgültigen Beschluß gofaßt hat". Die Msldmng der.LÄpxtgsr Bolkszsiiwwg" berechtigt leider nicht zu der Hoffnung, daß bsi dem Versuch, das gleiche Wahlrecht im Abgeoftmetenhaufe durchMbrimgem, auf die Hilfe der fünf llm- abhängigen zuverlässig zu vechne» ist.©ine Strömung, die den Erfsig der Mahlreckstsbswegung aus thoorsrischer Verranntheit zu himtertveibem gewillt ist, ist unzweftokhaft vorhanden. Die lln- fichscheÄ ist dadurch entstandsn, daß die sozialdemokratische Zehn» männer-Fvakston von den Unabhänglgen gesprengt werden ist. So Jarot man jetzt, selbst im diessm enüschetden-dsn Augsnblick, nicht uM einet geMoffeneu Wsion«chnsnl GetverWWewMMg Die Ganzradikalen«nd die Gewerkschaften. In Miserer Slxmmtx Pom 90. Zlpril iwchmen wir oe*i pisrem Auifruf der Aentrulloichnny der UnabhSngigen Nötig, w d«n die Mtylieder«rusigefordert werdem, i-mrerhaS der bestehenden Gewerk- schnftsn dafür zu sorgen, daß diese auf sine yeftmd« Bünlndlage gestellt und m-tt sazsaliskschem Geist erfüllt vrrdsn. Im Gegarfafj hierzu betont da» Organ der Gonz-Natrijalen, die Boemer»Ar- bsi-terpoliirk', in ihrer Nummer vom 20. April: .Eine Partei, die ihre Taktik nicht auf die Interessen der fort- geschrittensden Ardertergruppcn einrichtet, ist zur Schwäche und zum Bmikerodt verurteilt. Unsere Talltik arboitet der Siiimicklur� vn die Hände. Da die EinheitSovgantsation die wirtschaftlichen Äräst« dm Arberter zusammen soffen will,»nd da eine AÄterent- wickUrng der heutigen Kewerksch-rftSbewegring ausgeschlossen ist, so geht der Weg zur NnheitSorganifation über den Kampf gegen die Gewerkschaften. Auch da haben die Nnabhäne werkschaften muß mit allen Kräften und Aufklärrmg über die GinheitSorgani- fatton ausgenutzt werden. Die Parole heistt setzt: Heran» au» den Gewerkschafte», die zu einem Hemmschuh der Ar- heiterbewcgung und zu einem Mittel de« Verrat» geworden find. Zugleich find in den Betrieben bi« Anhänger der Elnbe-itSorgani- saston zusammenzufassen und Vertrauensleute zu wählen. Dieser Aufbau der Organisation von unten ist der natürlichst«. Er wird Früchte tragen, wenn nur mit Energie an» Werk gegangen wird." Daß eine Weiterentwäckbmg der heutigen Gewer kschaftSbawe» gung auSgeschlosseu ist, kann doch wohl nur die Bremer.Arbeiter» Politik' behaupten wollen; Gr scheint da» erfreuliche Enstarbc» der Gewerkschaften im Jahre 1017 noch völlig unbekannt zu sein. Im übrigen wird dieser phrasenhafte Appell an die fortye- schrittensten Arbeitergrrrppen. ihre in Jahrzehnten mühsam ausge- häuten BenufSve-rbände zu zertrümmern und dafür noch Stuttgarter Muster die grvffe.Einhest»arDo«is«tio»' zu WBw», wach Gebühr gewevtet werde»._ Abgelehnte lverhandlnnge« w der GlaSindnfkrle. Die im Schutzverband Deutscher MaSfobriken oryanisverwn VlaSindustviellem haben die Verhaichlungen zirr Schlichtung von LohrMsferenzeu unier der Leitung der Vertreter der Herren Re- gierungSpräsidentrn von Frankfurt und Lieynitz abgelehnt. Die Sblehming wirkt um so soirdetzbarer. al» bereit» im letzten "«... Gründung einer Tarif- , war dereit» �........_......, die Gewer berät« vermittelnd einzugreifen haben. Der Zeniralverband der Glasarbeiter hat sich deshalb bei der gegenwärtigen Lohnbewegung am die Regieruugsstellon um Vermittlung gewandt, die setzt van den Industriellen zurückgewiesen wird. Ihre Antwort übergeht bi« bisher getroffene Abmachung voll- ständig. Di« Industriellen schützen bei jeder Lohnforderung die hohen Preis« für dte Rohstoffe, besonder» der Kohle vor. Aber trotz der hohen Preise und der oft recht mangolhafteu Besatzung der GlaSösen haben di« AMemgrsellschaften ungeheure Gewinn« verteilt und die lleberschüfs« der Fabriken, die sich im Pr!vatl>«sttz befinden, dürften nicht geringer sein. So hat z. B. die Radeberger Glashütte Akt-Ges. ihre Dividende im Jahre 1017 auf 40 Prozent erhöht. Die Vereinigte Lausitzer Glaswerke in Weistwaffer erhöhten ihre Dividende von 20 auf 2b Prozerrt und die Ablerhütten in Penzig erhöbden ihre Dividenden auf l8 Prozerrt. Dagegen lebt di« Arbeiterschaft unter den elendsten Verhältnissen. Auch den Waschenindustliellen ist die Forderung unterm 14. Februar überreicht worden, die Löhne ab 1. April um 20 Prozent zu erhöhen. Di« Herren haben ebenfalls bisher keine Antwort gegeben und als darauf gedrängt wurde, dost die Löhne ab 1. April um 2S Prozent zn erhöhen find, erklären sie, dast sie in der am l 2. April statstwfimdeuen Versammlung keinen Doschlust in der Lohn frag« fassen konnten, da die Lohnregudierung jeder Firma allein über» lassen bleiben must. ES blieb drShaK der Arkeitecschosl welter wicht« Sbrig,.A» de» Weg der Gm.zelverhandlungen zn betreten«nd die Jndusmell«, sobald al» irgend möglich vor den zuständigen Echlichtnny»- a u» s ch u h zn ziehen. Auch di« Flasche-nndustriellen haben ihr« Dividenden gewaltig steigern können und so wird e» der Arbeiter- schast leicht sein, den Nachweis zu erbringen, dast die Industriellen sehr wohl in der Loge sind, die Löhne dem Antrage entsprechend zu erhöhen. Ganz besonder« troflko» sind die LohnverHäRnisse der in der MaSrnldustrie beschäftigten Arbeiterinnen. Hier gibt es noch eine ganze Reihe Betriebe, die ihren Arbeiterinnen W o ch e n l ö h n e unterLO Mark zahlen, trotzdem die Arbeiterinnen in der Hütte vor dem glühenden Ofen als GiaSeinträgerinnen beschäftigt wer- den. ES wäre dringend zu wünschen, daß die Arbciterschutzgesetz« sobald als möglich wieder in Kraft treten, damit die Arbeiterinnen in gesundheitlicher Beziehung fichergesielkt werden. Knndgebsng der PrtvatangesteNte». Bekanntlich haben 19 Berliner Grost-Firmen.«ntsr ihnen die A. E. G., der SiemenS-Konzern, Deutsche Waffen,- und Munition». fadriken, A. Borsig, Ludwig Loew« n. Co. n. a. ein ursprünglich geheimes Abkommen abgeschlossen, welches dahin geht, jeden Äellenwechsel der bei diesen Firmen beschäftigten Angestellten, wenn er mit einer Verbesserung de» Einkommen» verknüpft ist. von der ausdrücklichen Genehmigung de» alten Arbeitgebccs abhängig zu machen. Die geheim« Vereinbarung hat bei den beteiligten An- gestellten einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Nachdem die bisherigen Versuche, für eine Beseitigung de» Abkommen» zn sorgen, vergeblich gewesen sind, findet am kommenden Rontag, den 20. April, abends 8 Uhr, in den beiden Sälen der Germania- Pvacbtsäle, Chausseestr. 110, eine Kundgebung aller Angestellten der beteiligten 10 Firmen statt, in der über den Inhalt und die Wirkung dieses Abkommen» gesprochen werden soll. »» Jahre Btnttgarter GetverrschaftSha«». Am 22. April könnte da» Stuttgarter Gewerkschastshau» auf ein SSjähriges Bestehen zurückblicken. In anbetracht de? Ernstes der Krieg», zeit hat di« Verwaltung von einer öffentlichem Feier ab- gesehen DaS in bester Entwicklung befindliche Unternehmen ist durch dem.ftrieg stark beeinträchtigt worden, insbesondere mustte eine von den Gewerkschasten geplante Vergrößerung sowie eine zeitgemäße Umgestaltung der Herberge und der Bureauräumlich. reiten auf unbestimmte Zeit vertagt werden. Möge ein baldiger Fviebe dem Heim der Swttgarter Arbeiterschaft die unterbundene EntwicklungSmögfichkeit wieder bringen. Die Einkassterer und Kassenboten, die im Transportarbeiter. verband eine Branchenorganisation bilden, hatten bis zum Ausbruch des Krieges in organisatorischer Hiirstcht sowie m der Verbesserung ihrer Lohn- und Arbeitsverhältnisse gute Fortschritte gemacht. Während nun in der KriegZzeit die Löhne der Arbeiter in fast allen Industriezweigen gestiegen sind, haben sich die Emkommensver- Hältnisse der Sinkassierer in AfrzaPungsgeschäften nicht im geringsten verbessert. Wochon Verdienste von 30 Rt. und wenig mehr find keine Seltenheit. Dk körperlich leistungsfähigen Einkassierec haben sich deshalb als Arbeiter dar Industrie zugewandt. Die Ab- zahlungsgeschäste behelfen sich derzeit mit Frauen»nd alteren Männern,(fifcoas besser stehen sich die Einkassterer der Verfiche- rungsgesellfchafien. Sie haben Teuerungszulagen erhalten, aller- hings nicht im einer den heutigen Verhaltnisse« entsprechenden Die Lohnbewegung üer Netsliarbeiterinnen. Vor zehn Monaten wurde die Lohnbewegung der in der Ber- liner Metallindustrie beschäftigten Arbeiterinnen eingeleitet und bis jetzt hat sie noch kein Ergebnis gehabt.' Die Forderungen der Ar- beitennncn find, an den heutigen Zeitverhältnissen gemessen, recht bescheiden. In der Hauptsache wird gefordert ein Mindeststnnden- lohn von 70 Pf. ft!r Arbeiterinnen über 18 Johrr und 00 Pf. für solche unter 18 Jahren. Die Akkordprrlse sollen so bemessen wer- den, baß mindestens 1 M. in der Stunde oerdient wird. Dir Ar- bcitszcit soll für Arbeiterinnen unter 18 Jahren täglich 8 Stunde», für die über 18 Jahre alten Arbeiterinnen nicht über 9 Stunden, bei doppelten»der dreifache« Schichten nicht über 8 Stunde» be- tragen.— Im Laufe der Zekt hat der Metallarbeiterverband wieder- holt versucht, im Verhandlungswege zu einer Verständigung mit den Unternehmern zu kommen. Aber all« diese versuche scheiterten an der ablehnenden Haltung der Unternehmer und ihrer Organisation, dem Verband der Berliner Metallindustriellen. Nach. dem dieser den Eintritt in Verhandlungen abgelehnt hatte, wurden die Forderungen in den einzelnen Betrieben gestellt. Da erklärten di« betreffenden Unternehmer, daß fi« di« Forderungen ablehnen, für Verhandlungen aber der Verband der Berliner Metall- industriellen zuständig sei. Nun wandte sich der Metallarbeiter- verband cm den Krieg ZauSschuß, wurde von diesem wieder an den Verband der Metallindustriellen verwiesen, mit dem aber auch jetzt keine Verständigung erzielt werden konnte, weil er erklärte, nur über Beschwerden gegen bestimmte Firmen wegen schlechter Löhne, nicht aber über die allgemeinen Forderungen verhandeln zu wollen. Darauf brachte der Metgllarbeiterverband die Sache wieder vor de» KriegSauSschutz, und zwar in einer Form, die eine endgültig« Er» ledigung hätte herbeiführen können. Aber die dem Kriegsausschuß angehörenden Unternehmer versagten ihre Mitwirkung mit der De» gründung. da weibliche Arbeitskräfte, nicht hilfsdienstpflichtig seien, sei der Kriegsausschuß für Bcschtverden von Arbeiterinnen nicht zu- ständig. Gegen diese Haltung des Kriegsausschusses beschwerte sich der Metallarbeiterverband bei der KriegSamtSstelle in den Marken, die erst sechs Wochen ohne Antwort vergehen ließ und dann nach wiederholter Erinnerung von anderer Seite einen Bescheid erteilte, der dahin geht, daß an der Haltung de? KriegStmZsckmsseS nichts ge» ändert werden könne. Auf Betreiben des Metallarbeitecverbande» befaßte fich dann der KriegSauöfchuß unter dem unparteiischen Vor» sitzenden Magistratsrat v. Schulz mit der Angelegenheit. Auch diesmal erklärt« fich der KriegSauSschnß im wesentlichen deshalb als unzuständig, weil sich das Hilfsdienstgesetz 1> mlr auf mann- liche Deutsch«, also nicht auf Arbeiterinnen erstrecke. Ein EchiedS» spruch wurde au» diesen Gründen nicht abgegeben. Das ist in kurzen Zügen der seitherige Gang der langwierigen Lohnbewegung, über die Genosse Sterins am Mittwoch in einer Versammln«, de? Retoll arheiterinnea, dt« sehr stark besucht war, berichtet«. Er bezeichnete die An» nahm«, daß der KriegSauSschnß nicht zuständig sei, al» unzutreffend und in Widerspruch stehend mit den§5 11— 18 de» Hilfsdienst- aesetzeS, wonach alle in den hilsKnenstpflichfigen Betrieben vor» kommenden Differenzen von 70,5 Mill. Mark ai»f 97 Mill. M., weit die Gesellschaft den sehr hohen Erlei! aus einer abgestoßenen amerikanischen Beteiligung darunter a'S stille Reserve für den Uedergang in die Friedenswirtschaft verücckt hat. Es ist interessant, daß die Gesellschaft buchmäßig ein Konto, das einen Besitz darstellt, unter die Gläubiger in dem Sinne ein- reiht, daß das Kante den Anspruch habe, erst boi Friedensschluß verwendet zu weiden. Diese»nchungSaet ist für die jetzt so bt- liebte Bstanzverfchleicruit« bezeichnend._ verantw-utbÄ flb Toiuit;