Ar. US. SS. Zahry. Uli �■ ig j. �— "I-rie�ühU.<öS KI.-nonMI VMMl. ftti inf Hau«. Botau�jaStftat.ftÄjrf»« iltutmnem»0 big Polibazu.i: Morah itch 110 Mb anici Iheimbani fti aichi-oid und DrlHrrni• Unqotn 3,— SO, rfe da« übrige Ssibianb IM XtL monaütcf). jieriand in« Feld beibiiiftn fiefiefiuno monaH. IMVH VaiweNellirngei, ni-ftineti an Dün«. matl, Holland Zure:adurg, Schweb«! und dw Schweis Singerrax«! in bk Post-AsitungS-BrinSiist«. Erichen» täglich. XeMgeantm' Kbreft« ••ajiaibenofxa« S3«(tar". Vevlrnev Volksblskk. ( lOPfonnig) A»zejse»prriK: DirKSevzeipchlteneSltonelzeNeÄSet 30 Ng«kk leine Änieisen". d-S fettffWradivr fäott 30 Pix. tjUiSliill 2 iettMSnrSl« Sond.»edr««euere Goa>Ö PI«. SteLenR-iuch« 10* Schittffieamanietoe« Iwl ccfat S2ua 20 Pfg..;ct>ri.«Ittre«od 10 Pf«. Karte über lt Vuchliadeu zähl» för zw« Sorte Teuerung« jMci, lag bO»!» �ainMen-Sn/eiges, voktr.fche unb ge»?:kiÄasN!«>e Serein»- Ztit«ete«n 00 X'iß. Sie Zelle. SrgcWCT fSt Sie näch?» Kummer mwcn bi! 5 Mir nach miNuaS im HaubtgeichSft. Seriu, SS-M. Äichenirrntze li. ab reaeben «erb». EeSfe« to««ÄhrirS» Hg 7 llhr abend». Zentralorgan der fodaldcmohrati fcben parte! Deutfcblanda. ReSaktion: SW. SS, linüeastraffe Z. Nornivre-der: Am» Morinplat». Rr. IM s>t— 18i S7. Sonnabend, den 27. April 1918. LspeSitiva: SM. öS,)lwKellstraße Z. klernlprecher: Bat* MoriUvintz. St*. 151 98— 151#7. Der Eemmsl erfturmt Einnahme deS Kemme!— Gt. Elvi «nd Dranocter genommen— Villers Bretonneux südlich der Somme wieder verloren— Vorstoß gegen Reguiöville an der Mosel. 0 e r li», 26. April ISIS,.de»d».««tlich. Gegenangriffe deS Feindes gegen de« Kemme! und im Kampfgebiet südlich vv« Villers Bretonnenx find«uter schwere» Verluste» gescheitert. »mtltch.«»,»»« H««»t,»arti«r,».«pr« »1».<«. T. S.> Westlicher SrtegSfchanplatz. D» La griff ktt«me* M Srarra» Sixt»im«rai» grge« de»»r«»rl sthrte ,»»»Sr»«�olge; der ar»«l, die weil i» dir s!a»drische Eden«»lickeode Höhe, ist i» unserem Lefitz! Nach starler artilleristischer Fruerwirlmsg brach die Jusanterie de« Generale Sieger»nd». Eberhard gestrr»«»rge» za« Star», »sr. FraazSfisch« Dtvtst-nr», i« Rahme» englischer Trappe»«it der Lertridigang de« Semmel bctrant,»ad die bei W h tsch aete »nd Dr«»»etrr«»schliehrnde» Engländer«arde» a«S ihre« Stcllangea grvorfe». Die großen Zprengtrichter von S t. E l» i u»d der Ort frltp worden genomme». Dir zahlreichea ia dem liampfgrländr gelegenen Betonhänfer«»d aoSgebaate» Gehöfte vnrden erobert. Preoßijche»nd bayrische Truppe» rrstSrmtea Dorf«»d verg Semmel. Unter de« Schutze der trotz schwierige» Gelinde« herandleibende» Artillerie stieß die Ja- fanterie an viele» Stelle» dt« z»« Kemmel-Vach»or. Wir»ahme» Dra»«rte»»nd die Höh« nordwestlich»on Blevgelhoek. Echlachtgeschwader griffen die mit Fahrzeuge« »nd Solonnen stark belegten rückwärtigen Straße« des Feinde« mit großrm Erfolge an. Al« Lente de« gestrige» Kampftages find bisher«ehr al« 6500 Gefangene, in»er Mehrzahl Franzose»,»ntrr de« Gefangene» ei» englischer»»d französischer Regimentskommandeur, gemeldet. Südlich»»« d«r Somme konnte Li kl er Lr«t»»«»»r, in da« mir rtngedrnnge« waren,»»r feindlichem Gegraangriff nicht grhaltr» werde». Weitere starte Gegenangriff« scheiterte« hart östlich oorm Dorf«, a» dem dl« Feiode eotriffeoe» Wal» und Dorf H a o g» r d. Dir Gefangenenzahl ans diesem Kampf- abschnitt hat fich aas 2400 erhöht. Awifcheo«vre ond O i s r«nffcr zeitweilig«flehendem Feoer nichts von Bedeutung. Auf de« Westufer der Mosel stürmte» sichfisch« K»»«- pagair» französisch« Gribr»»nd drangen i» Reg niövtlle ein. Räch Erfüllung ihrer Anfgade kehrte» sie«it Gefangeue» i» ihr« Linie» zurück.__ Ben den anbetet! KriegSschanplStze«»ich« Nene«. Der Erst« Gener-lgnartiermeister. _____ Lndendi-rfl. Der österreichische Bericht. Wie», 85. April INI 8. Amtlich wird verlautbart: Südtocstfront. Keine besonbrrea Ereignesse. D«« Chef So« Gewrral.st»st«st. Sreigniste z«r Tee. I» der«acht vom 22 zum 23. April stieß eine AbtrNnng uaserer Zerstörer in drr Süd-Adria gegen die Otranto» Straße vor. Im Feuergefecht mit gegnerischen leichten Streit- kröften worbe ein feindlicher Zerstörrr stark beschüdigt. Unsere Einheiten sind ohne Verluste und Soschadigunge» znrbckgeiehrt. Flottenkommand». deutsihlauö uns Kollanö. Schwierigkeiten bei Grneuerung des Wirtschafts- abkommens. Haag, 26. April. KorreiPsndenKhmeemt. Der Borfitzende des Mlnistvri«ns Corts van der Linden und der Ri- nister des Auswärtigen« o« d» n h»d«, heute»n-rsen im Gebäude der Zweiten Kammer mit dem Seuivesntonssnt der Kammer sine VefpreMmo über die Schovierigkeita« ab- gehalten, die sich im Veehtltnös mit Daustchlnnd ergeben haben. Amsterdam, 26. April. Der Berliner KorrsipondRrL von »Wgeineen Handclsblad" erfährt von gut unterrichteter Seite, daß die in den letzten Tagen zwischen der deutsckien und der niederländischen Regierung geführten Verhandlungen i n Berlin die Ueberzeugnng hervorgerufen haben, daß man zueiner Einigung gelangenwill und daß keinerlei Anlaß zu Beunruhigungen besteht. Ohne die Schwierigkeiten zu unterschätzen, die sich bei der Erneuerung des Wirtschaftsabkommens ergeben, erwartet man doch, daß das Abkommen in ein paar Wochen abgeschlossen Werden wird.___ Die Eroberung des Kemmelmssilvs. v e r l i», 2®. April. SS. T. L. Mit der Erobern»« de» Kein- melmafstv««nd der beiderseits«ngrettzenbeii Stellanz des Feindes vom Kanal ComineS-Kper» bi» westlich Dranoetrr<4 Kilometer nordwostkich Baillrul) hat die Armee deS General Eixt von Arnim eine« neuen große« Erfolg errungen. Erst vor wenige» Tagen hatten in diesem Abschnitt die Franzosen am Kemmelberg, alS dem wichtigste» der englische» VerteidigungSfront, die arg mitgrnomme- »r» englischen Divisionen abgelöst. In einem schwungvollen Tages- befohl hotte Sir Douglas Haig ans dieses Eingreife» des Bundes- genossen hingewiesen, um de» gesunkene» Mut seiner Truppen zu heben. Auch diese Hoffnung auf Frankreich« Hitfe, dir mehr und mehr von England in Anspruch genommen wird, hat sich alS trüge- risch erwiese«. Als in den Morgrnstnnden de« 25. April«ach kurzer, »kwr außerordentlich wirfungSvoller Artillerievorbereitung deutsche Truppe« die steile» Hinge deS KemmelbergeS gr- wandt hinanstürmten, brach der Widerstand der Franzosen genau so schnell zusammen wie die Verteidigung der Engländer östlich»nd westlich de» Kemmels. Nordwestlich Whtschaete jedoch leistete der Engländer in Betonbauten, die zum Teil noch anS der Zeit vor der Wytschaeteschlacht stammen, heftigen Widerstand. Er wurde in musterhafte« Zusammenarbeite» v»a Infanterie»nd Artillerie gebrochen. Drri starke feindliche Stellungen wurden hintereinander im Sturm genomme«. Da» Dorf Dranoetrr fiel»ach heftigem Kampfe den Bayern unter Füh- rnng de» Prinzen Frnnz in die Hände. Im Dorfe wurde ein fran- zöstscher Bataillonskommandeur und Hunderte von Franzosen«nd Engländern in bunte« Gemisch gefangen. Nicht weniger als drei frangSstsche und englische Dwistonen wurden hier auf ganz schma» lem Räume eingesetzt. Die Engländer machten aus ihrer Eni- täuschung über die geringe Widerstandskraft der Franzose« kein Hehl, die Franzose» andvrrrseitS sind nicht weniger erbittert dar- über, daß sie überall für die Engländer die Kastanien an« dem Feuer holen solle«. Dir deutschen Verluste find auch hier wieder erfreulich gering, obwohl der Kemmelberg den Feinden die Berteidi- gnng außerordentlich erleichterte. Ein gefangener englischer Offizier mußte gestehen, auf dem Wege bis zur Sammelstelle nicht eine« einzigen wten Dentfche« gesehen z« haben. Dkutsche Flieger griffen die Roserve»»«d die zurückftutenden Kotonne» des Feindes mit Maschinengewehren, Handgranate» und Bombe» an. Die Cr»»ährungslage noch nngeklärt. Dt« Herabsestmtg bet Brotratio» möglicherweise»»nötig. Keine Hcrabsotzung der Fleischration. Amtlich. Berlin, 2«. April. In d«r Sitzung deS Ernährung«. heirate» des Reichstag«, die heute nnter dem Borfitz des Staat?- fekretärS». W a l d» w tagt«, Umrd« die Frag« besprochen, od am Schlnfie de? MrtschaftSjahreS«ine Kürzung der Brotration eintrete« müsse. Nach eingehende« Referaten deS Leitet» der ReichSgetreid«- stell«, llnterstaalSsekretärS v. Grävsintz, und des NnterstaatSlelretär» im KriegSernährungSamt v. Braun, der«m den ZSirtfchaftS« v« r h a n d l u n g e» in Kiew bis in die letzten Tage teil- genommen hat, wurde Uebereinstimmung darin erzielt, daß die Lage p-rzeit»och zu ungeklärt ist. um eine so ewsifcneidende Mahnahm« zu beschließen, die fich möglicherweise später als unnötig erweise« könnte. ES soll daher abgewartet werden, wie fich die Abwicklung der Getretdezufuhren tut der llkralm« s» der nächsten Zeit vollzieht. S» stnd»ll« Vorkehrungen g e t r ö f f e n, um die von der Ulrain« vertragsmäßig zu- gesicherten Getreidemengen, die ausreichen würden,»in zusammen mit deei eigenen Beständen der ReichSgelreidefielle unsere Brotversorgung bis zum Schluß deS EentejahroS sicherzustellen, herein- zubringen. Einige Transporte sind bereit« ein- g e i r o s s e n. Die Ennviikong in den nächsten Wochen wird volle Klarheit bringen. » Berlin, 26. Aprl. Das KriegsernohrungSamt teilt mit: Sie von der„Deutschen Abendzeitung" l.Rbend-Expreß") heute ge- brachte Nachricht über die geplante Herabsrtznug der Floischration und dir in Aussicht gestellte Einführung dou vier fleischlosen Tagen ist gänzlich»«z»treffe»d. das Besch gegen Sie Verhinderung öer Geburten. Bon Klara Bohm-Echnch. Der Gesetzentwurf gegen die Verhinderung der Geburten, der dem Reickjstcig vorliegt und in den nächsten Wochen be- raten werden soll, bedeutet nichts anderes alS ein Aus- nahmegesetz gegen die Frauen und gegen die Arbeiterschaft. Leib mid Geist sollen unter einen gesetzlichen Zwang gebracht werdest. Jeder Zwang muß für freie Menschen zum Widerstand führen. Wie unsittlich und demoralisierend muß aber auch der ftvaug bei der Zeugung neuer Menschen wirken, wo die reihcit des Willens gleichzeitig die sittliche Grundlage für das neue Leben darstellt. Die Entwicklung, die dahin geht, daß der vorwärtswollende Menschengeist versucht, sich de» un- gehemmten Echöpserdrang der Natur dienstbar zu machen und unter seinen Willen zu stellen zum Wohle der Gesamtheit, hat sich in allen 5bulturstaaten auch in der Menschcnschöpfung durchgesotzll Die Geburten sind zurückgegangen, und tiefe sittliche und moralische Ursachen liegen hierbei zu- gründe. Anstatt nun die sittlichen Beweggründe anzuerkennen und zu stärken, indem man die sozialen Schäden beseitigt, sollen die Frauen durch ein Gesetz, welches sie bestrafen will anstatt ihnen zu helfen, zur Mutterschaft g e- z w u n g e n werden. Und es ist still w den Nethen der Frauen. Es ist deshalb still, weil Scham und Empörung nach innen schlägt; weil in den Frauen, klar erkannt oder dumpf gefühtt. der Wille steht: Ihr zwingt uns nicht. So wird der Erfolg des Gesetzes nicht sein, daß mehr Kinder gc- boren werden, sondern, daß mehr keimende Leben vernichtet werden, daß die Zahl der kriminellen Aborte noch zunimmt. Dieser Erfolg aber wäre tief zn beklagen im Interesse der VolkSgcsundheit und damit der Volksvcrmehrung und man fragt sich: wäre es nicht möglich eine Frau, eine Aerztin zu den Beratungen hercmHuziehon, die dem Gefühl der breiten Massen hätte Ausdruck geben können, wenn man die Be- denken der männlichen Aerzte nicht für wichtig und richtig hielt? Bet dem Gesetz Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten sollte die Freiheit des Körpers nicht angetastet »Verden, deshalb fiel der Antrag des Behandlungszwanges. Dort handelte �s sich um kranke j&irper, die anderen, gesunden, unermetzlichen Schaden bringen können. Bor der Freiheit des Frauenkörpers soll nicht Halt gemacht werden, obwohl hier der Zwang die schlimmsten Folgen habe» muß. Für die Frauen der besitzenden Klasse wird der Zwang des K»s>ch«s gegonstandstos, weil sich traft deS Geldes Mittel und Wege füweu werden, die empsSmsverhütenden Mittel doch zu beschaffen. Der Geburtenrückgang in den unbemittelten Schichten hängt eng nlit der zunehmendon Frauen erwerbS- arbeit zusammen. Für den gelehrten Theoretiker ist dieser Zusammenhang unbewiesen; für den praktischen Laie» ist er klar. Nach der Begründung des Gesetzentwurfes betrug die Geburtenziffer in dem Jahrfünft 1881/L5 37 Proz. und sank für daS Jahrfünft 190»/ 10 auf 31,6 Proz. Erwerbstätige Frauen waren bot der Erhebung im Jahre 1882 vorhanden «»41»17, ihre Zatzt stieg bis zum Jahve 1907 auf 9 192 881. Bis zum Jahve 1311 s«nk die GeburwnMsc auf 28,8 Proz.; über die Zunahme der erwerbStäftaen Zvauen liegen«ach 1S07 teiwe gonauon Zahlen mehr vor, aber sie dürfte MM«*»» betrag«,. Schon 1807 waren aber fckst 4 AMione» aller erwevbs- tätigen Frauen verheiratet. Für diese Frauen ist also eine doppelte Belastung da; sie sollen Hausfrau und Ar- b e i t e r i n sein und jedes möglichst ganz und gut. Wird eine solche Frau aber Mutter, dann steigert sich die Last nicht nur z« einor dreifach««, sondern sie vervielfacht sich mit jedem neuen Knede. Sovafl schlioßRch, wenn viele Kinder govoren worden. Glück um* Meude an don Kindern in dieser furchttaron Last und Sorge untorgohou. Dann ist die Ar- oettorrn in der Frau nicht mehr voll leistungsfähig, obgleich die höheren Kosten der vergrößerten Familie erhöhte An- ftrengung und Mehrverdienst dedmgsn. Als Hausfrau kann sie ihren Pflichten nicht mehr voll nachkommen und als Mutter muß sie versagen. So sterben auch die letztgeborenen Kinder in größere« Umfange als die zuerstgeborenen. Durch die Erworbsarostt wird aber gleichzeitig der Bildungstrieb der Frau geweckt. Sie muß sich um bestimmte üffwttiche Atnge fftmtmm, wenn sie nicht übervorteilt wer de« will; um Arbeitsmöglichkeit, EiMohmmg. Sozwlverficherune,, Arbetterschutz usiv. Äadurch wird aber zugleich das Inte, esse Mr die politischen Vovgänge und das Bevständnis sür de» ZufaMtnenhang mit der Mgemeiuheit gewecht. Knlturbedmstntße treten ins BeNnchÄom und das Verantworilichlertsgefühl erstarkt. Eins solche arbeitende Frau und Mutter bat die Wahl: vnttveder sie gibt sich als Persönlichkeit auf und lebt nur der Sorge des Tages, aber sie muß sich dann gleichzeitig als Erzieherin, d. h. als geistige und körperliche Pflegerin ihrer Kinder ausschalten. Oder sie bleibt in erster Linie Mensch und Mutter und dann muß sie versuchen, die Wirt- schädliche und moralische Last nicht über sich zusammen- Wagen zu lassen. Und so werden gerade die mütterlichsten t und verantwortungsvollsten Frauen zu dem Ergebnis kommen. daß es richtiger sei, wenigen Kindern so gut wie möglich Erzieherin und Mutter sein zu können, als vielen Kindern niasis anderes zu geben als das Leben.— Für diejenigen Mütter, welche außerhalb des Hauses dem Erwerb nachgehen müssen, sind bei dem Mangel an Kinderbewahranstalten die Sorgen um die aufsichtslosen Kinder so zermürbend, daß sie in vielen Fällen aus Mutterliebe darauf verzichten, mehrere Kinder zu haben. Auch unser Schulwesen ist, besonders im Bürgertum, ein Grund zur Kleinhaltung der Familie. Oft ist Wohl die Möglichkeit gegeben, einigen Kindern einen besieren Schul- Unterricht angedeihen zu lassen, mehreren aber nicht. Nun bedeutet die SchulbiKiung wenig fiir die Tüchtigkeit eines Menschen; leider aber ist sie in so vielen Berufen maßgebend für das Fortkommen. Gibt es doch viele Berufszweige, die überhaupt nur dem Mädchen mit dem Zeugnis der höheren Lehranstalt und dem Knaben mit dem Sinjährigenzeugnis zu- gänglich sind. Die freie Bahn ist hier— auch für den Tüchtigsten— gleich beim Eintritt ins Leben mit einem hohen Bollwerk verbaut. Ich erinnere nur daran, welche Rolle daS Einjährigenzeugnis jetzt im Kriege spielt. Und dann muß die Stellung, welche der unehelichen Mutterschaft in unserem heutigen Gesellschaftsleben noch zugewiesen wird, auf jede denkende Frau empörend wirken. Der Ausschuß für Bevölkerungspolitik hat hier manch gute Arbeit geleistet, aber er hat bisher nichts an der Tatsache ändern können, daß nicht die Mutterschaft an sich, sondern nur die staatlich sanktionierte geachtet und gepriesen wird. Nicht auf daS Emsetzen des eigenen Lebens bei der Geburt des Kindes, nicht aus die unendliche Liebe zu unseren Kindern kommt es an. WaS gelten Schmerzen und Leiden, was Glück und Freude; was gilt die Liebe, die zwei Menschen so verband, daß sie ein neues Leben weckten? Nichts I Nur das Ehebett hat Gültigkeit und wenn darin die Kinder auch mit Widerwillen empfangen, mit Gleichgültigkeit zum Leben geboren wurden. Welch eine Schmach liegt in der Aechtung der unehelichen Mutterschaft für jede eheliche Mutter. Alle Nöte der erwerbenden Mutter sind durch den Krieg WZ linsgemessene gesteigert worden, weil der Pater fehlt. «binnen sind die Mütter, welche es fertigbringen, jetzt eine «char Kinder zu ernähren, zu kleiden und im Frohsinn der Kindheit zu erhalten. Es wird sehr schwer sein, den W i l l e n der Mutterschaft nach den ungeheuren Opfern und Erfahrungen dieses Krieges zu heben, Wohl gibt es Mittel und Wege hierzu, aber moralische Hiebe sind sicher nicht die richtigen. Wohnungen voll Licht und Luft, Spielplätze statt dunkler Höfe. Nahrung und Kleidung; eine Mutterschastsfürforge. die es jeder werdenden Mutter ermöglicht, ihr Kind ohne Sorge und Not, voll Freude und Glück zum Licht zu tragen; Säuglings- und Kinderheime in so ausreichendem Maße, daß alle Kinder arbeitender Mütter bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres in guter Hut sich bc- sinden; Erleichterung der Geburtsschmerzen. Beseitigung des Unterschiedes zwischen ehelicher und unehelicher Mutterschaft: das alles sind Stufen auf dem Wege vorwärts. Und dann eine Erziehung der Kinder zu einer reinen Auffasiung aller Lebensvorgänge und damit zur Menschenliebe und Menschen- acksiung. Die Mutterschaft ist das höchste Glück des WeibeS. aber es ist heute für Millionen verkümmert. Es muß frei werden von der gemeinen Not des Tages durch eine groß- zügige Sozialpolitik, welche zugleich den Willen zur Mutterschaft stärken wird. Freiheit des Willens zur Mutterschaft ist aber die einzige Sitt- l i ch k e i t._ Kemme! unö hangarö. Tie strategische Bedeutung des Kcmmclberges. Mit der Wegnahme des Kemmcl», s» schreibt der militärische Apr..Mitarbeitcr, hat die Umfassung des wichtigen englischen Stlmltergclenkeö der flandrischen Front ei»cn riesigen Schritt»ach vorwärto gemacht, denn der Kemmelberg, der auS der L»Srbrne ziemlich unvermittelt bis zu einer Höhe von l5v Metern empor- steigt, war die einzige größere die Ebene und das nordöstlich vorge- lagerte Aper« beherrschende Höhe in diesem Abschnitt. Ter Brrg liegt westlich der Straße M e s s i n e S- W v t s ch a e t e und nord- östlich von« a i l l r u l. Bon seiner Höhe anö beherrschen wir nicht nur die englische Kpcrnfront, sondern auch das gesamte Hinter- gelände mit dem wichtigen Wegekrenzpunlt P» p e r i» g h e au der einzigen daS Lvern-GlaciS»ersvrgeuden Balm Hazebrouck- Aper». Diese Bahn liegt allerdiugs schon seit mehreren Woche» imtrr dem deutschen Feuer und dürste ihre strategische Ausgabe i» letzter Zeit nur sehr unvollkommen ersiivt haben. Durch die Er- vbrrung des KemenelbergeS ober und unseren an mehreren Stelle» durchgeful>et»n Borstoß bis an de» Kammelbach selbst, der die Straße Poper in ghe-Ppcrn mitwegS überquert, sind»st teilweise in den Nucken der englischen Dpernstcllung selbst vorgedrungen und schneiden den rechten Flügel der britischen Flanderusront fast vellkommru von ihren Zusuhrstraßen ab. Ohne damit dem Brrlanf der Ereig- nisse vorgreifen zu wollen, wird man in Ansehung dieser Lage Fpern trotz seiner starken, in der Hauptsache wohl aber nach Osten orientierten Befestigungen als unmittelbar bedrobt betrachten ditrsrn. Auch das am Sudabhang de« ßemmelbeege« gelegene Darf Dranoeter nnd d'- Höhen nardwestlich von Blcugelhook sind in deutscher Hano, während im zwerabogen das berühmte Sprenatrichterfrld von S t. E l o i, daS bei den sämtlichen englische» Offensiven ia den Jahren 19lS bis lSl? eine wichtige Nolle gespiett hat, von unseren Truppen erobert wurde, so daß sich auch an dieser Stelle der Ring um Utzern noch enger geschlossen hat. Englischer Heeresbericht vmn W. April. Die sranzösifcheu und britischen Stellungen nördlich von Bailleul big östlich von Whtschaete find de« ganzen Tag über heftig angregrifse« worden. An dieser ganzen Front, besonder? in der Umgebung von Dranontreter, Kemme! und Bierstraat, fanden äußerst heftige Kämpfe statt. Bei wiederholten'Angriffen und Gegenangriffen wurden die alliierten Truppen gezwungen, sich«lZ den SstSungeu. die sie am Morgen hielten, zurückzuziehen; da? Gefecht dauert an. S 2 dlich von der Somme wurde uuseee Linst i» der Nacht durch erfolgreiche Gegen angriffe oostaastsch« und englischer Arup- peu auf die vom Feinde in und um BillerS-Vretonneux gestern- gewonnenen Stellungen biö auf einen geringen Abstand von unserer früheren Front vorgeschoben und wurden über 600 Gefangene gemacht DaZ Torf ist sttzt in uistoven Händen. Der Angriff, den der Feind gestern früh d e n überhand Gewiß geht das Militär mit seinem Bedarf vor. aber bei gutem Willen könnte den Schuhmachern sehr wohl noch ein Teil Bodenledcr zur Verfügung gestellt werden. Es gibt schon Reichstagskollegen, die mit Skägeln be. schlagenen Stiefel hierherkommen. Wenn die Sache so weiter geht, werden noch ReichStagSabgeordnete mit Holzschuhen tn3 Parlament kommen. Dann wird eS wenigstens mit aller Leise- trcterei für immer vorbei sein. sHeiterkeit.f Der Antrag der Kommission wird angenommen. Nack Erledigung der Petitionen ist die Tagesordnung erschöpft. Nächste Sitzung Mittwach, 1. Mai. 1 Uhr.(Aufhebung des § 153, Arbeitskammergesetz.) Schluß: 2 Uhr. » Richtigstellung. Abg. Dr. M a h« r- Kaufdeuren(Z.s bittet uns. richtigzustellen, daß er in seiner Steuerred« vom Dienstag die Erbschaftssteuer mit keinem Wort erwähnt habe. Eine bedeutungsvolle Staötverorönetenwahl. Am morgigen Sonntag stndet im IS. Kommunalwahlbezirk (Stralauer Platz. Küstrtner Platz usw.) Ersatzwahl statt, die durch den Tod des bisherigen Vertreters, KeS allseitig geschätzten Genossen Emit Basner, notwendig geworden ist. Von den Unabhängigen verbreitete Flugblätter beginnen mit den Worten: Wähler, Ihr habt einen neuen Stadtverordneten zu wählen! Wählt richtig! Da? gleiche rufen auch wir. BvrwärtSleser, wühlt richtig wenn Ihr selber Wähler des IS. Kommunalwahlbezirk» setdl Seid Ihr eS nicht, trogt durch Mitarbeit und Ausklärung dazu bei, daß die Wähler morgen richtig wählen! Die Wahlen der Gemeinde» Vertretung find für seden Bewohner der Gemeinde don höchster Bedeutung. Sie find e« im besonderen Maß für die Ver» tretung de» ersten und größten Gemeinwesens im Reich«, weil diese» in dielen Beziehungen ausschlaggebend wirkt. Fanden früher gemeind» liche Vorgänge, selbst solche wichtigerer Art. nur vereinzelt größeres Interesse, so mutz der Krieg auch denen, die bisher allen kommunalen Dingen gleichgültig gegenüberstanden, die Augen darüber geöffnet hoben, daß da» persönliche Dasein aufs engste und unlösbar mit dem ge» meindlichen Leben verknüpft ist. Beinahe mehr noch als Staat und Reich kann gerade die Gemeinde bei Erfüllung ihrer sozialen Ausgaben ihre Einwohner durch alle Lebensbetätigungen hindurch, von der Wiege bis zum Grabe, stützen und fördern, bei Vernachlässigung ihrer Pflichten ihre Bürger aufs empfindlichste schädigen. Fest auf dem Loden trafen» KommnnnkprogrninW» stehend hat die sozialdemokratische Rathausfraktion in unermstdlicher zäher, fich über Jahrzehnte erstreckender Arbeit für die Verbesserung der Lage der unbemittelten Bevölkerung gewirkt und fich eine ein- flußreicke Stellung errungen. So schwere Lasten di« Masse der Berliner Bevölkerung in diesem fürchterlichen Weltkrieg auch zu tragen bat, ohne die Tätigkeit der RathauSftaktion wäre eS unzweifelhaft noch weit schlimmer geworden, Die Unabhängigen, die in ihren Kundgebung«« i« di« Welt hinausposaunen, daß nur sie die Interessen der Berliner«n» bemittelte« Bevölkerung vertreten, haben daher«i« Verbreche» an dieser vevslkrrnng begange«, als fi« ohne jede Spur eine» saHliSen Grunde», nur zur Befriedigung de« persönlichen Ehrgeize? Ein- zelner die Partei spalteten. .Vorwärts�« Leser, genau wie man Euer Blatt durch den schändlichen Boykott hat ruinieren wolle», so hat man hier u m selb st süchtiger Zwecke willen den Einfluß Eurer vor- kämpfer im roten Hause geschmälert! Nicht um Haaresbreite ander? ali früher hat die sozialdemokratisch« RathauSfraklio« seit der Eval- tung gearbeitet. Für fie lag ,u irgend einer Senderung ihre? Verhaltens nicht der geringste Grund vor. Ander» bei den Unab- hängigen I Wolle» dies« der Frag« selbst politisch Indifferenter, warum sie denn eigentlich die Fraktion gespalten hätten, entgehen. so müssen fie der Welt bind tun. daß nun mit der Spaltung«ine neu« Aera unabhängiger Kommunalarbeit eingesetzt hat. Wo da» mit Taten nicht zu machen ist. müssen fie zu Worten greifen und da, wenn fie der Wahrheit die Ehre geben, sie auch nicht? andere? sagen könnten, als wo» früher von der vereinten Fraktion gesagt wurde und jetzt von den sozialdemokratischen Vertretern ge- sagt wird, so find sie gezwungen mit Euistellungen und Verdrehungen zu arbeiten, wie fie bisher im kommunalen Leben«n» bekannt waren. Schlimmere Flugblättsr find auch von dem be- rüchtigten Reichsverband nicht gegen die Sozialdemokratie verbreitet worden, als sie in diesem Wahllamps von den Unabhängigen gegen diejenigen losgelassen wurden, nut denen sie noch vor wenigen Monaten einträchtig als Genossen zusammen gearbeitet haben. Die Unabhängigen setzen alles daran, den früheren BaSnerichen Wahl- kreis, in dein sie ganz besonders günstige Chancen zu haben glauben, zu erobern, um all den zahlreichen politischen und k o m m u- nalen Niederlagen gegenüber wenigstens einen Erfolg buchen zu können. »LorwärtS'-Leser sorgt dafür, daß am gesunden Sinn der Berliner Arbeiter alle Machenschaften der Unabhängigen zu schänden werden I Sorgt dafür, daß morgen die Wähler des 16. Kommunal- Wahlbezirks dem Manlhcldentum der Nnabhängige» die gleiche Antwort erteilen, wie die Wähler von Riederbarnim, wie bei den Kommunalwahlen die Wähler im 4. Berliner Kommunalwahlbezirk, Mariendorf, Steglitz, Rowawe? und zahlreichen anderen Gemeinden I Sorgt dafür, daß Nachfolger Emil BaSnerS nicht ein Mann wird, der innerhalb und außerhalb der Partei vollkommen un- bekannt ist und nur ein« Puppe in der, Hand der un« abhängigen Drahtzieher werden würde, sondern haß tm morgigen Wahlkamps Sieger wird der Kandidat der alten Partei, der seit Jahrzehnten im Dienst der Arbeitersache bewährte allgemein bekannte Genosse Verbanösvorsitzenöe Paul Litfin! Versprechungen vud Erfüllungen. FiSkolischeS Sicdlungsland für Groß-Berli«. Der DerbandSausschuß Groß-Berlin wird sich in seiner nächsten Sitzung auch mit den Preisen des Fiskus für das von ihm bereit« gestellte Gelände zur Errichtung von KleinhanSsie d- lungen beschäftigen. Au« unterrichteten Kreisen erfahren wir hierzu folgendes! Nach nahezu zweijährigen Bemühungen des Ver- bandeS Groß-Berlin bat der Finanzminister in feiner diesjährigen HaushaltSrede im Abgeordnetenhaus bekanntgegeben, �daß die StaatSregierung 573 Hektar domänen- und sorfifiskalisch« Ländereien für die Ansiedlmig auch weniger bemittelter Bevölkerungskreise im gartenreichen Flachbau bereitstellen wolle und daß für den größten Teil de» Geländes der Preis zwischen. 1 und 1,50 Mark für da» Geviertmeter Rohland betragen werde. Diese Nachricht ist.in der Oeffentlichkeil mit Befriedigung auf- genommen worden, weil man in einer derartigen Preisstellung eine brauchbare Grundlage für die weiteren Verhandlungen zu erblicken glaubte. Da» inzwischen in den Einzelheiten bekannt gewordene Angebot de» preußischen FiSkuS hat aber diese Freude arg gedämpft. In dem Angebot fehlt beispielsweise das vom Ver- band Groß-Berlin geforderte und für dw KleinhauSbesicdlung hervorragend geeignete domänenfiSkaliscke Gelände Dahlem» Süd. Und was die Preisforderungen de« FiskuS anbetrifft, so sind diese in keiner Weise mit den Erklärungen des Finanzministers in Einklang zu bringen. Nur ein Viertel der angebotenen Ländereien hält sich in der Preislage von 1 bt» 1,50 M., für alle übrigen werden höhere Preise ge- fordert, hinauf bis zu 5 M. für 1 Quadratmeter Rohland! Dazu kommt, daß für die nicht bis zum 61. März 1919 abgenommenen Ländereien der Kaufpreis sich jährlich um 2 P r o z. erhöhen soll. Bei Ausübung des Kauftecht» wird eine Anzah- lung von 25 Proz. in bor verlangt. Während also die StaatSregiernng tagtäglich die Förderung des KleinhauSwesenS predigt, macht das Landwirt- fchaftSministerinm sein Angebot einfach vom Standpunkt des UnternebmerS aus. der sein Gelände mit möglichst hohem Ge- winn zu verkaufen sucht— selbst aus die Gefahr hin, daß dadurch der ganze Zweck der Landhergobe vereiteil wird. Exmission einer KriegerfamMe. Au» Karksh orst berichteten wir in Nr. 75, daß ein in der Heiligenbcrger Straße wohnender, zum Heeresdienst einberufener kleiner Schneidermeister sowie seine Ehefrau auf Klage de» HauS- Wirtes zur Zahlung von 225 M. Mieteschulden nebst Kosten und zur «j Pioniere. Roman aus dem Norden von Ernst Didring. Man spielte an zwei Tischen, und die Heiterkeit war sehr hoch gestiegen. Die Lachsalven erschütterten die Tabaks- Wolken, wenn Gerell feine Geschichten von all den Liebes- abenteuern der Schwarzen Bärin erzählte, die nicht zu den allerzahmsten gehören. Algren fühlte sich auch anfangs von Gerells realistischer Schildenmgskunst angeekelt, wenn er be- hauptete, daß die Schwarze Bärin das gemeinsame Eigentum aller Arbeiter sei, aber als ein paar Stunden des Beisammenseins vergangen waren, lachte er genau so ausgelassen wie die andern. Das Feuer im Kamin kümmerte herrlich und die Wärme war gestiegen, so daß man die Röcke ausziehen und in Hemdsärmeln spielen konnte, die schwarzen Narviker Zi- garren im Mundwinkel. »Ich weiß noch," fuhr Gerell fort,»wie sie den guten Hanffon rumgekriegt hat, der sich einbildet, der einzige glückliche Besitzer von Maja zu sein. Die Schwarze Bärin lag ohnmächtig in einer Felsspalte, als Hanffon vorbeikam. Er sah nur, daß eS eine Frau war, die da im Dunkeln neben dem Bahndamm lag. Er natürlich schnell hinunter und sie aufgehoben, denn er ist ein grundanständiger Kerl. Sic tat, als könne sie nicht allein stehen. Da mußte er sie tragen. Und die Schwarze Bärin im Dunkeln zu tragen, kann gefährlich sein. Sie ist weich� und rund. Es dauerte auch nicht lange, da fing die Schwarze Bärin an zu kichern. In jener Nacht ist der gute Hanfson nicht zu Maja nach Hause gekommen, und die Schwarze Bärtn auch nicht in ihr Quartier. Das war die lustigste Nacht, die ich je erlebt habe, sagte die Schwarze Bärin, als sie eS mir erzählte. Wir schliefen die ganze Nacht in einer Felsspalte, Hanffon und ich.— Ja, hütet euch vor ohnmächtigen Frauen hier oben. Die haben sehr viel Triebkraft." schloß Gerell sehr zweideutig und lachte selbst am meisten. Da klopfte eS an die Tür und Hjort kam herein. »Guten Abend I Verzeihung, daß ich störe," sagte er. »Ich wollte dir nur sagen, Gerell, daß ich mich morgen in der Frühe zur Bahn hinunterbegebc. Den Nuoljatunnel müßt ihr von jetzt an. so gut es geht, mit Handkrast fertig bringen, denn die Kraft'tation ist erledigt. Der Wasserfall ist zum erstenmal seit hundert Jahren ausgesroren. Es ist kein Tropfen Waffer zu entdecken. WaS da ist, dringt wohl durch die Ritzen in den Boden ein. Zum Sommer bekommen wir natürlich wieder Wasser, aber wir haben keine Zeit zu warten. Also— ich verlasse mich auf dich. Gute Nacht! Ich komme in einem Monat wieder." Er drückte ihnen die Hände und ging. ES blieb eine Weile still hinter ihm. „Tja," fing Landström an,»ich habe don Anfang an ge- sagt, der Fluß würde zufrieren. ES ist doch ein verdammtes Land, Schnee und Eis und Nordlicht und Finsternis daS ganze Jahr über, und um Mitsommer eine elende Hand voll Grün und tausend Tonnen Mückenteufel als Zugabe." „Das wird eine teure Geschichte," warf et«« der In genteure ein. „Dabei kann man nicht« tun," sagte Landstrdm...Hier heißt eS, weiterkommen. Dann mögen sich die alten Knaben im Reichstag bekreuzigen, soviel sie wollen, und heulend und zähneknirschend auf den Tisch schlaget:—" „Was sagt der Oberingenieur zu der Sache?" fragte Algren und gab. „Der Oberteufel, meinen Sie? Ja, den möchte ich sehen. Der bekommt den Schlag oder stirbt an Gallenvergiftung, wenn er es erfährt. Und daS möchte ich ihm gönnen," ant- wortcte Landström. »Hat er nicht den Plan gemacht?" fragte Gerell. .Natürlich, alle Dummheiten, die hier oben gemacht werden, stammen von ihm, wenn auch Hjort und ich osflziell die Sündenböcke sind. So war eS mit dem Durchstich am Kaisepatte, so war eS mit der Nuoljastrccke. Die Engländer waren wenigstens vernünftig; sie steckten die Bahn unten am See ab, aber dieser alte Dickkopf mußte natürlich hier auf den Nuolja hinaufklettern, um nur ja die Schneelawinen aus erster Hand zu bekommen. Ja, der Junge hat den Staat waS gekostet. Und doch sitzt er wie ein Verrückter über meine Ausgaben zu Gericht. Aber WaS er selbst den Staat kostet, davon hütet er fich zu reden. Und außerdem diese widerliche Manier, daß er immer wie ein Dieb in der Nacht kommt und einen unvorbereitet über- fällt, nur um etwas auszukundschaften, WaS nicht t« seine Berechnungen paßt. Voriges Jahr kam er an einem Winterabend zu mir und schlug wie eine Bombe mitten in meinen Grog und fing wie gewöhnlich an zu schimpfen und zu spotten. Aber ich setzte ihn draußen in den Schnee, und da konnte er ein Paar Stunden fitzen und sich abkühlen. Nachher ist er ein paar Monate ganz zahm gewesen, Prost I" Landström nahm einen tüchtigen Schluck aus dem Glase. „Mit mir redet er iinmer über die Unsittlichkeit," sing Gerell wieder an.„Was soll ich dabei machen? Natürlich stimmt eS nicht mit den allerbesten ethischen Verhältniffen überein, daß man vierzehn bis zwanzig große, starke Kerle in einer Baracke mit einer einzigen Frau schlafen läßt. Aber meine Schuld ist da? nicht. Er könnte ordentliche Wohnungen für die Leute bauen lassen, dann brauchte er sich über die Unsittlichkeit nicht mehr aufzuregen. Außerdem müssen die Männer doch jemanden haben, der für sie kocht und näht. Von RenntiermooS können sie nicht leben. Und daS Hab ich ihm gesagt." »WaS hat er denn geantwortet?" fragte Landström. »Er phantasierte etwas davon, er hätte sich immer selbst gekocht und genäht, wenn er einen Bau ge- leitet habe, und die Leute hätten wie Engel gelebt," sagte Gerell. »Großer Jupiter, so ein Lügenmaul I" fuhr Landström auf.»Er hat unten in Gellivare in der Jngenieurmeffe ge- gessen, als wir die Bahn umlegten. Und was feine enget- haften Leute betrifft, so haben wohl niedie Arbeiter schlimmer gelebt als da. Jeden Abend ivar Scharfschießen mit Rc- volvern. und die Leute sahen allesamt aus wie Schweizer- käse. Lauter Löcher. Er hat wohl auch über den Schnaps gejammert?" »Damit hört er überhaupt gar nicht aus, wen» er hier ist," antwortete Gerell. »DaS konnte ich mir denken." sagte Landström.»Als ob ohne Schnaps diese Bahn überhaupt jemals fertig würde. Berglund hat unten in Nummer Zweiunddreißig einen Ver- such gemacht. Er hat einmal im Frühjahr zwei Fässer zer- schlagen. WaS glaubt ihr, was haben die Arbeiter getan? Sie haben sich statt dessen Salubrin und Breun- spirituS gekauft und haben sich die Eingeweide verbrannt, und er mußte sie mit ganz schwarzen Mäulern in» Lazarett schaffen lassen. Stein, dann ist es doch gesunder, an richtigem SchnapS zu sterben. Und die Leute brauchen etwas Kräftiges w dieser Eishölle. Brr l" Er füllte sein Glas und trank. Sorts. folgt.) RZmmmg ber Vohmmg t»erm4«M Word«« war?«. Zur Drckimgs NrakZ«».??»««s»M«i.»«v Grs««»«de?« der Echuiden wurden Möbel gepländet, die ikxmiffion aber wurde zunächst noch binmisgeslboben, weil ein dorn Heeresdienst entlassener Sohn trank in der Wohnung lag. Inzwischen ist, wie wir jetzt er- fahren, die Exmission leider dock, vollzogen worden, und zwar unter solchen Umständen, dah man in Karlshorst sich mit Recht darüber gewundert und erregt hat. Eines Vormittags fand sich zur Ausführung des ihm erteilten Auftrages der Gerichts- Vollzieher mit drei Mann ein. lieh die Wohnungseinrichtung mit Ausnahme der Pfandstücke und der in dem Krankenzimmer be- findlichen Gegenstände auf die Straße hinaustragen und verhandelte wegen der Wegschaffung des Sohnes, der immer noch krank im Bett lag. In der Mittagstunde kam ein nicht von der Familie herbeigerufener Arzt, um den Kranken zu untersuchen, und gegen Abend fuhr ein nickt von der Familie bestellter Krankenwagen vor, in dem der Kranke nach einem Sanatorium ge- bracht wurde. Danach wurden auch ans dem Krankenzimmer die letzten Möbel durch die Leute des Gerichtsvollziehers auf die Straße hinausgetragen, und der Hauswirt schloß hinter der exmittierten Familie die Tür de» Vorgartenaitter« ab. Der Ehemann, der nach dem Flugplatz Johannistal zur Arbeit abkommandiert ist und außer Beköstigung nur die übliche Löhnung erhält, war telephonsich herbeigerufen worden. Mit Frau und Tochter ließ er sich am Abend inmitten seiner Möbel auf einem Sofa nieder, und die Familie brachte so die regnerische und stürmische Nacht auf der Straße zu. Vorüber- gehende, die den Feldgrauen mit den Seinen da sitzen sahen, äußerten ihre Verwunderng und Entrüstung. Gegen 2 Uhr nachts wurden Frau und Tochter durch«ine in der Nachbarschaft wohnende Dame in deren Wohnung hineingenommen, wo sie einig« Stunden gesckützt zubrachten. Am nächsten Vormittag holte ein Wagen der Gemeinde die auf der Straße siebenden Möbel ab— und der Familie des an seine Arbeit zurückkehrenden HeereSdienstvsticktigen wurde von der Gemeinde anheimgegeben, einstweilen ins Armen- h a u« zu ziehen. Wir haben wohl nicht nötig, dieser Schilderung des Sachverhalts irgend ein Wort hinzuzufügen. „Freudige Erregung" der Strahenbahnaktionäre. Der neue Straßenbahnvertrag, den die gweckverbandsversamm- lung am Donnerstag angenommen bat, wurde a« demselben Tage von der Straßenbahndirektion den Aktionären in ihrer General- Versammlung vorgelegt. Als in der gweckverbandsversamm lung der Stadtverordnete Genosse H« i m a n« vor einem solchen Bertrag warnte und die darin bewilligte FahrpreiSerhShung ein Millionen- g esch e« t für die Akklionäre nannte, wollte Kommerzicnral Haberland da« al« llebertreibung abtun. Er sagte, mit diesen den Vertrag alO sehr günstig für die Straßenbahn- g e s e l l s ch a f t darstellende« Ausführungen könnte die Direktion ihn den Aktionären zur Annahme empfehle«. Da« sollte ein Witz sein, aber Herr Haberland hat damit nur das Urieil der Sozialdemokraten über den Straßenbahnvertrag bekräftigt. Wie jetzt die Zeitungen berichten, hat fast zu derselben Stunde in der Generalversammlung der Straßenbahn- aktionäre tatsächlich der Direktor W u s s o w erklärt, daß der neue Vertrag ganz erhebliche Borteil« sür die Gesell- sch a st b r i ng t. Gegenüber ihnen könne» die g« r i» g e n K o n« zessionen, die man dem gweckverband haä« machen �.. 6 müssen, nicht ins Gewicht fallen, fügte er hinzu. Als" 1* in der Generalversammlung bekannt wurde, daß soeben die Fw-�ck- verbandsversammlung den Vertrag(gegen die Stimnien der Sozial- demokratenj angenommen hatte, babe das— sagt ein ZeimnaS- bericht—.freudige Erregung aufgelöst* Di« Aktionäre werden wissen. Wal um fie sich darüber i».freudig' erregte». Daß sie dem vertrag zustimmten, versteht sich von selber. htm Sketche Set Tint, Auf die in der Presse veröffentlicht« Ankündigung, daß Klaviere alS Gegenständ« de« tägliche« Gebrauch« anzusehen sei««, ist der volkswirtschaftlichen Stell« de« Km�S-rnährungSamlS folgendes Schreiben zugegangen: .Liebe volkswirtschaftliche Abteil««?! Ledhaft?« Widerspruch erlaub« ich mir gegen Ihre Entscheidung zu erheben, daß Klaviere zu den.Gegenständen deS täglichen Gebrauchs' gehören. Al« ge« prüfter Zoolog« bin ich jederzeit bereis t* auf meine« AmtSeid zu »ebmen. daß besagte Lärmmaschinen im System der widernatür- lichsten Weltordnung direkt hinter den Wanzen und Läusen rangieren und folglich unter die ägyptischen Landplage« zu rechnen find.— Ich hoffe. Sie werden auf diesen sachverständigen Einspruch hin Ihre Entscheidung rektifiziere«._ K arl ch en.' Warnung vor AnSlandSflrisch. Erkrankungen an Trichinose find neuerding« in verschtedenen Gegenden i« größerer Zahl fest- gestellt worden. Elet« ergaben die Feststellungen, daß Fleisch aus dem Ausland« die Erkrankungen veranlaßt hatte. Besonders gilt dies für geräucherten Gckinken und Wurst au« ehemals russisch«» Gebietsteilen und au« Belgien. Die Bevölkerung wird deshalb da- vor gewarnt, AuSlondtfleisch anders als in gut gekochtem oder durchgebratenem Zustande zu genießen. Ungekocht darf es nur ge- nossen werden, wenn e« amtlich auf seine Senußtauglichkeit unter- sucht ist. Der.Vahr« Ioko»' ist erschiene« und gelangt hatte zur Ausgabe. Der Sportpark Treptow veranstaltet morgen seinen April-Prei«. Die Besetzung ist dieselbe geblieben. Die Renneu beginnen um i Uhr._ Gpandan. LebenSwittel. Heute beginnt der verkauf da städti- schen Margarine auf Margarineabschnitt III der Lebensmittel- karte. Auf jeden Abschnitt werden 30 Gramm zum Preise von 12 Pf. verausgabt. Mit Ablaus von Donnerstag, den 2. Mai, vor- liert Abschnitt III seine Gültigkeit.— Die Stadt hat noch einen Posten Kohlrüben, gelbe Mohrrüben und rote Rüben eingemietet, welche zum Berkauf gelangen sollen. Händler können Bestellungen im Zimmer 84ö des Rathauses unter gleichzeitiger Be- zahlung de? Kaufpreises aufgeben. Am 26. begann der Verlauf der städtischen Butter auf Butterabschnitt S der LebenSmiltelkaite. Auf jeden Abschnitt werden 40 Gramm zum Preise von 82 Pf. ueraus- gar* Mit Ablauf deS 2. Mai verliert Abschnitt 8 seine Gültigkeit. Schönedag. Eintragung in die Sohleuliste. Es wird darauf hingewiesen, daß diejenigen Einwohner, welche bis jetzt nicht in die Kundenliste eine? Kohlenhändler« eingetragen find, die grüne Grund- und AuSweiskart« unverzüglich im Zimmer 18« des neuen Rathauses abzugeben haben, damit die Eintragung w die Kundenlist« noch erfolgen kann. — Eiu Ei. Auf Abschnitt Nr. 41 der Sierkarte kann vom 27. April bis 8. Mai ein Ei abgegeben und entnommen werden. Wer bei feinem Händler bis dahin eiu Ei nicht erhalten konnte, hat spätesten« am 8. Mai seinem Händler den Abschnitt 41 gegen Quittung zu übergeben.__ Wilmersdorf. Dörrgemüse. In der Zeil vom A>. April bis 9. Mai werden aus Bbscknitt 17 der Bezugskarte für Einzelpersonen sb. Ausgabe, blau) 125 Gramm Dörrsteckrüben und 100 Gramm Dörrweißkohl abgegeben. — Nährmittel für Kinder. Aus die durch die vroikommisfionen anSgegebenen vezugfchewe für Kinder im 1. bi« 4. Leben>>jabrr über 1 Pfund Nährmittel für de« Monat Ar cil gelangen bi« einschl. DienStag, den 80. zur Ausgabe;») für K.ader im 1. und 2. Lei ens- jähre(gelbe Bezugscheine) 1 Pfund Kintcrgerstennrehl zum Preis? don 0.74 M.. b) für Kinder im 3. ur.d 4. Lebensjahre(rosa Bezug- scheine) 1 Pfund ausländische Haferflocken zum Preise von 0.50 M. Di« Entnahme der Waren hat gegen Abgabe der gelben bezw rosa Bezugschew« bei demjenigen Kiemhändler zu erfolge», wo sein?' zeit die Voranmeldung bewirkt worden ist. vorailSssckilich Ende der nächsten Wocke auf einen Abschnitt der All- gemeinen Lebensmiltelkarle zur Ausgabe gelangen.— Der Verkauf von Marmelade und Weizengrieß wird fortgesetzt.— Nährzwieback 12 Pakete im Gewichte von ungefähr l Pfund je Kopf) wird in nächster Zeit an Kinder im 5. und 6. Lebensjahr als Zusatz-Näbrmittel auf den O-Abschnitt der Vollmilchkarten für Avril in den GesckSsten von Heinrich und Wienecke abgegeben werden. Der genaue Zeitpunkt des Verkaufs wird noch bekannt gemacht.!/4 Btund Räucherware wird auf Abschnitt 109 der Neuköllner Warenbezugskarte abge geben Der Abschnitt 103, auf den ein halbes Pfund Heringe entfallen, verliert am 80. April 1918 feine Gültigkeit. Vom 1. Mai 1918 ob erfolgt ein neuer Heringsverkauf auf einen weiteren Abschnitt, dessen Nummer noch bekannt gemacht wird.— Gemüseversargung. Weißkohlsauerkraut gelangt in einer Menge von 200 Gramm je Kopi gegen Vorlegung der Neuköllner Warenbezugkarte bei den Kartossel-Kleinhändlern an die einge- iragenen Kunden und in den städtischen Verkaufsstellen zum Verl kauf. Die Belieferung der Kleinhändler kann nur nach und nach erfolgen. Der Beginn des Verkaufs ist von den Kleinhändlern durch Plakat anzuzeigen._ Pankiuv. Aus der Gemeindevertretung. In ihrer letzten Sitzung stimmte die Vertretung einer Erhöhung der Honorar« sätzefür ärztlich«Behandlung der Angehörigen von Kriegsteilnehmern zu. Mit Geltung vom 1. Januar d. I. ab werden gezahlt: für den ersten Besuch 3 für jeden folgenden 1 SO M., für eine Beratung in der Sprechstunde 1.28 M., für einen Nachtbesuch 5 M. und für eine Beratung deS Nachts 8 M. Den für die Dauer des Krieges angenommenen BureauhilfS» k r Z f t e n wurde eine einmalige TeuernngSzulag gewährt. Dieselbe beträgt ohne Unterschied für Ledige 80 M. und für Verheiratete oder zum UnterSalt von Angehörigen Verpflichtete lOO M. mit der Maßgabe, daß die Empfänger seit 1. Oktober 1917 im Dienste der Gemeinde sein müssen. Eine umfangreiche AuS« einanderfetzung zeitigte eine Vorlage des Gemeindevorstandes, die die Beteiligung der Gemeinde an der Gründung der Siedlung Sgefellfchaft des Kreises Nieder» barnim mit 800000 M. zum Ziele bitte. Da die Meinungen in dieser Frage sehr geteilt waren, wurde die Sacke schließlich an eine Spezialkommifsson zu nochmaliger Nachprüfung überwiesen.— DeS weiteren beschäiligte sich die Vertretung eingebend mit eine« au« ihrer Mitte gestellten Antrage an den Gemeindedorfland, welcher letzlerem rnitaibt, bei der AuifichtSbedörde die Berleihnng der Stadtrechi e an dir Gemein deBerlin-Paulow nach» zukuchen. Der Bürgermeister erklärte rückhaltlos seine Sympathie für die Sache und wurde der Antrag einstimmig zum Beschluß erhoben. — LedenSmittel. In den bekannte« Geschäften gelangen gegen Abtrennung des Bezugs- und OuittimgsabfchnitteS 18 von der ge- meinsamen Lebensmittelkarte Graupen(200 Gramm) zum Verkauf. Die Militärurlauber erkalten die Ware nur gegen Vorlegung deS NrlaubSpasses und gegen Abtrennung des Bezugsabschnittes 2 von der Lebensmittelkarte für Miltiärurlauber der 17. Woche, gültig vom 22.-28. April 1918. Der Preis beträgt für 800 Gramm 0,86 M. für 20!) Gramm 0 18 M.— Gegen Abtrennung de« Be- zugS- und OiütmngSabschnilteS 104 von der Pankower Leben»- i E i e r zum Verkauf. Diejenigen Per« fönen, welche auf den Bezugs- und Ouittungsabfchnitt 101 der Pankower Lebensmittelkarte Eier bisher noch nicht erhalten haben, können gegen Abtrennung dieses Abschnittes von der Lebensmittel« karte ebenfalls zwei Eier entnehmen. Die Militärurlauber erhalten die Ware nur gegen Vorzeigung des Urlaubsscheine? und gegen Abtrennung des Bezngsabfchnitles 3 von der Lebensmittelkarte für Milit vurlauber der 17. Woche, gültig vom 22.— 28. April 1218. Der Preis beträgt 88 Pf. für da» Stück. FrirdeichStsazen SrtrcSmfttrt. Bis morgen gelangt«ff«b- schnitt 87 der Lebensmiltelkarle je 1°/4 Pfund Marmelade zum Preise von 1,61 M. zur Verteilung.— Ferner werden gegen Ab- gäbe von Kartoffelkarten für die Zeit vom 27. April bis 28. Mai pro Kopf 80 Pfund Kartoffeln ausgegeben. Diejenigen, die noch mit Winterkartoffeln eingedeckt find, werden erst beliefert, fo- bald sie zum Bezüge der Karloffelkarten berechtigt find. — Mllchkartrn- Ausgabe. Die Ausgabe der Vollmilch- karten für die in der Zeit vom 1. Mai 1912 bis jetzt geborenen Kinder erfolgt heute. Die gegen Attest zu verabfolgenden Karten gegen Vorlegung der schr'.ftlicken Benachrichtigung am Montag, den 29. April.— Magermilchkarlen erhallen die in der Zeit vom 1. Mai 1904 bis 30. April 1912 geborenen Kinder am Dienstag, den 80. April. Die Ausgabe aller Ka-tten findet vor- mittags von 9—1 Uhr und nachmitfags don 8— 6 Uhr im Leben«» mitlelburear, Friedrichsir. 88, gegen Vorlegung der abgelaufeneu Milch karten abschnitte statt._ Reinickendarf. Auf Abschnitt SS der Seb-nSmittellart« wtrd je t/z Pfund Kun st Honig verteilt.— Kleinhändler, welch« Zuckersäcke g-gen Pfand enl when fn beri, wer oen hiermit Senachrtchttgt, daß die Zurückgabe disser Säcke bis zum 1. Mai erfolgen muß. anderenfalls fie des geleisteten Pfandgelds verlustig gehen.— Trotz wiederholrer Aufforderung an die Hühnerdalter, für pünktliche Abliekerung der Eier an die Sammelstellen Sorge zu tragen, isi in vielen Fällen diese Anordnung nicht befolgt worden. Das Landcarsamt hat nunm.hr bestimmt, daß den säumigen Hühner- Haltern zu: lichst die Zucker- und Fetikarten entzogen werden sollen und unter IIn ständen auch die Nährmittel. Daneben treten die bekanntgegebenen hoben Strafen in Wirkung. FriedrichSfekde. LebenSmitt-k. In der nächsten Zeit gelangen zur Verlegung: KelS. für Kmder vom 1. bis 4. Lebensjahre je 300 Gramm, vom 5. bis 14. Lebensjahre je 500 Gramm. Der Preis bewägt 28 Pf. für jedes Päckchen— 100 Gram«.— Zwieback, hiervon erhalten 68 Jabre alt« uud ältere Einwohner je 280 Gramm. Ein Päckchen zu 125 Gramm kostet 40 Pf. Die Abga w bzider Gebäckartcn erfolgt durch die nachstehenden Bäckereien: BewirSdo-f, Schloßstr. 10, Seidel, Luisenstr. 23, Meyer, Berliner Straße 2, Berttram, Dorotheastr. 25. Ardelt, Kaiser-Wilhelm-Str. 24, Schmalstie«, Treskow-Allee 102, Schröter, AuguZe-Viktoria-Str. 44. poliM, sondern praktische Arbeit für dt« Zntaresfan de«»erktötige» Balke« geleistet wird, bar wähle«argen den Kandidaten der sozialdemakratischen Partei, Genossen Pnnl Sitffn! Groß-Äseüner partewachrichtsn. Zur StadtveroröttetLKVahl! Der Wahlkarnpi im 16. Kommunalwahlhezirk zeitigt bei den Unabhängigen die sonderbarsten Blüten. Bekanntlich Habel. sie in ihrem Mitteilungsblatt die Biertrinker gegen unseren Kandi- dalen Panl Litfin aufzuhetzen versucht, weil er als Borfitzender de« BerbandeS der freien Gast- und Schon.wirte die Interesse» der Mit- glieder dieses Verbandes vertritt. Daß der Kandidat der Un- abhängigen aber eher all« Inhaber einer Wirrschaft ist, und dem- nach de: gleiche Sünder wäre, wie unser Kandidat, haben sie wohl- weislick o« r f ch r, i e g e n. Doch wollen wir nicht auf die privaten Angelegenheiten es gegnerischen Kan uSaten eingehen: es soll nur noch betont werden daß der von den Unabhängigen aufgestellte Herr Barth«» sich sei:(cr em im April 1910 erfolgten En Witt in dl« Patwi n i e in der'»' den betätigt hat, weder alSFunltio- när noch als?c ebner oder tonst wie. Die Herren Hoff- mann und Wehl sind sffenb c der Meinung, fi" brauchen alS Redner keine Konkurrenz im S rthaufe und es genüge, wenn der neue Mann '.hre Neinsagepolitik lediglich durch seine Abstimmung unterstütze. Anders ist die Ausstellung gerade dreser Kandidatur schlechterdings nicht zu verstehen. Berli» 4. Pente«benß ba» 5 Uhr«b«nd morgen früh von y>9 Uhr«b treffen sich die Eennfsen znr Wahlarbeit bei Fr. Schuckert, Rüder»dorfrr Str. Z. Zahlreiche Beteiligung erwartet Da« Wahlkomitee. Theater. ,Neive Lrau, Sie Hofjchausvkelertn.� Königl. Schauspielhaus. Adolf Möller und Lothar Sach«, die fnngen Autoren de? Lustspiel«, da« von dem unbegreiflich genügsamen Publikum mit großem Beifall aufgenommen wurde, arbeiten mit abgegriffenem HauSrate, ohne aus Eigenem irgend einen neuen StimmungSein- fchuß beisteuern zu können. E» gehört zu jener zahlreichen Art so- genannter UnterhaltungSlustkpiele, die keinen andern Vorzug haben, al« daß an ihnen der Sinn sich dafür ickärfen kann, wie viel am Ende auck zudem einfachsten llnterhalttmgSlustspiel noch wirklich gehört. Hier ist aber olle«, wa« komisch wirken soll und worüber der mit jener Tugend unbegrenzter Genügsamkeit nicht in dem gleichen Maße begabte Zuschauer sich auch beim besten Willen nicht zum Lachen bringen kann, rezeptmäßig ans mühsam hergeholten Ein- fällen zusammengeflickt. DaS öfters benutzte Motiv einer Schauspielerinnenehe, in der der Mann vom Ehrgeize geplagt wird, im Wettstreite mit der be- rühmten Fron, selbst berühmt zu werden, und auf diesem Wege die locker gewordene Liebe serner Partners» von neuem einzusaugen hofft, muß al« Schema für die Verknüpfung von allerhand Unmöglichkeiten herhalten. Dieselbe banale Farbloflgkeit, die der Mann, ein schwerreicher schriftstellernder Herr Doktor. und die sich nach der Bühne zurücksehnende Künstlerin zur Schau tragen, eignet den zum Aufputz der dürstigen Geschickte herangezogenen Nebenfiguren. Da« Stück, für das dieser die Er« fahrungen seiner jungen Ehe brühwarm verwendet hat. nennt fick: .Meine Fra«. die Hoffchauspielerin'. Semer El.ebälste bat er kein Sterbenswörtchen davon mitgeteilt. Auch als fie auf Bitte der Bübnendirrftton. welch« die von unbekannter Seite eingesandte Arbeit angenommen, die Hauptrolle studiert, kommt ihr niemals die Ahnung, daß ihr Mann da« Stück ge« schrieben habe und fie damit gemeint seil In liebenswürdiger Rücksicht auf die Effekte, welche die Herren Müller und Sachs sich für den Schlußakt aufgespart, hütet der Doktor auch weiter sorg« kamst da« Bebetmni» seiner geistigen Vaterschaft. Erst bei der Aufführung rückt er mit der Wahrheit hervor und erreicht als Zu- gäbe zu dem natürlich rauschenden Theaterapplau«, daß die Ge« mahlin— nun er ihr Konterfei erkennend— ihm reuig Treu und Liebe für alle Zeiten schwört. Eine flotte Darstellung, in der die Damen Arnstadt und HeiSler. die Herren Ehrl«, B i e n S« f e'l d t, Böttcher in den größeren Rollen mitwirkten, half zu dem äußere» Erfolge mit._ dt. flvs aller Welt. Ei« Judettpogrom i« Kraka»t. In Krakau wurden am 16. April eine ganze Reihe jüdischer GeschästSläden geplündert und denroliert. Zahlreiche Inden wurden auf der Straß« überfallen und verprügelt Zwarzig find schwer verwandet, est« ist de» Folge« der Mtßhandlin�en erlegen. örtefkastea üer Reöaktkoa. A. AK. 91. 1. Sie al» Vater beftiuuuen die Religie« de» Kinde«. Sie können deshalb die Nmfchretbnnz bewtcken. 2. Sie müßten dann erst cuS her kacholifchen Kirch engemeinfchast austrete«. S. Den Austritt tmt der K«ch« müssen Sie beim Arrtsgertcht w NewkStln beantragen— CS. St. 26. Da Est Nicht Unteroffizier find, haben St« ketnen Anspruch ans Sergeanten- lbhoung«ach h»/,}üfiriaer Dienstzeit Ahr« A'.reststras« wird nicht ohne Tinfintz ans ghre Betord.-rimg setn.— MietSstetaernug. 1. Strafe ?abea St« deswegen nicht z« gewärtig«. 2. Ja. 8. lieber die MetSsteige- am; ist nickt» gel etzlich festgelegt 4. Die Strizermig fitttn nur mit Ablauf de« AeietSvertrageS Verlan(st«erden 8. Sie körnten sich an das Mietsctnig'mgSamt wenden— P. H. K. 14. Ein solche« Gesuch müßten Sie an oa« ReichSmartneamt richten— M. D. 146. 1. Auf Beschwerde im Reichstag« bin soll den Leisten deswegen der Uriaub nicht oersagt werde«. Föhre« Sie dagegen Beschwerde. L. Di« Tochter ist zur Teilnabwe am ReligienSunterricht w der Schul« verpflichtet 8. Ja. c. M. 16. Mieterbund Groß-Berün, Ddresse! Hirmann Kötschie. feW 47. Lichterselder Str. LS.— Albert 900. Sie ma gut, wenn Sie stch per- sönlich beim BezirkSlommando erkundigen: den« e» kmm sich ja unter Um- stände« m» ei« Aushebung der Reklamation bmiaestr— Ufr. 900. .Rheinische Leitung', Köln a. Rh., vrsulaplatz«.—®. 23. DteS wurde |. Zt. berichtet Heute läßt sich die» natürlich nichr mehr nachprüfen. Be- züglich l>«S Verbot» ist Ihr« Annahme richtig.— K. O. 9. AtS Schutz- mittel gegen Rotte« dier.cn Naphthalin v ib Kamdin. außerdem öftere» Lüsten, Klopfe» mtb Sonne» der Kleidu ig! stücke.— G. P. 100. Da» Stadtgebiet Siannhetm» ist bedeutend größer als das Berlins.— eBetteranMitrtee k»r ha* nrtttfee« Kor�dent ckiand dt« Tonntag wtttaa, O estlich der Oder zvnüchst noch größteMetl» berter und trocken, im IZkft» vocherrschend wollig, mit Istchte« Regenscllen, strichweise G-wittrr, in den ZagrSstunde» üoeraL ziemst h wenau jotiel, wie es �Barwärts".Lejeriuneu gibt! Eine erwerbstätige Frau, die ein farbloses Klatsch- blatt liest, beweist schon dadurch, daß sie für den doppelten Kampf der Frau um ihre Rechte ÄS Frau und als Ar- beiierm kein Verständnis besitzt Unsere Leserinnen müssen sich sagen, daß es für ihre und unsere Sache kein Weiter- kommen gibt, wenn sie nicht mit Feuereifer für die Ver- breitui g des„Vorwärts' eintreten. Jebe unsere Leserinnen kennt zahlreiche Frauen, die den „Vonvärts' noch nicht halten. Möge sie heute und morgen. Sonnwg, den Vrrptch machen, wenigstens ein? von ihnen dem.Vorwärts' zu gewinnen. Der„Laptviirts" ist d-S Blatt der arbeitende» Fr«« Groß-KerltuS. Der folgende Zettel ist mit Name» und Adresse der neu- gewonnenen Abonnentin versehe», der Eypeditton des.Vor- wärtS', Berlin SW, Lmdenstr. 8, einzoschtcken. Name Beruf. Wohnort Straße? bestellt den„Vorwärts" zum Preise von 1,50 M. per Monat frei ins Saus. .Stock. VMM hkk ZMIMI-«. KWkülÄM iZezcKattsste»«: VerwaUilRgSSfelie Fernspreohor: C 64,«ulackslr. 10. Berlin. A!nt Nordoa, 4318. Geöffnet vorm. von 9—1 Ubr, nachm. von 6!/,— 8 Uhr. Sann- u. Feiertags den ganzen Tag n. Sonnabend nachmittags von 1 Nhr n» geschlossen. Sonutaq, den 28. April 1918, nachm. Pünktlich l1/, Hchr, im Gewerkschaftshanse, Engeln fcr lö(Saal I): CTNSk'KZ--'�S�SS??ZM�S!?ZZ» Tagesordnung: 1. GeschSfts- und Kassenbericht vom!. O-uartal lDlS. 2. Beschlußfassung über eingegangene Anträge. 3. Berbandsangelegenheiten. Es ist Pflicht jedes Mitgliedes, in dieser Versammlung zu erschauen.— Eintritt nur gegen Vorzeigung des Mitglieds- buch es oder Karte gestattet. 42/2 Die OrtSvertoallung. AllPieiK MM- MMN m SiElifii SlchUl GssUsM. Sonntag, den 28. April 1918, vormittagZ 10'/, Uhr: MitgHeder-Versammlungen. Bezirh A.: Gen-erkschaftShauS. Saal S. » tt: Restaurant Wlitert. Kottbnser Str. II. » V:» Schult, Mariendorfer Str. 3. » l>:» Hummel, Sophienstr. 3. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Kafienbericht vom 4. Quartal 1917 und 1. Quartal 1918. S. Verschiedenes. 39/1 Möbel- und Raumkunst Soiroit noch rariukQden,. Ter kaufen wir noch folgende Zimmer:* t Speisezimmer tob ÄL 30M— 32 090 Herrenzimmer„„ 2000— 15 900 Schlafzimmer w„ 2200— 18 000 Damenzimmer„„ 2400—17 000 Pnr KuntTtUebhab�rimd Sammler w�mdarbare Perser Teppiche, Brücken, einzelne Decken ond Kelims. Th. Fork, Kretzschmar& Co. Vereinigte Tischler- nnd Tapezierermeister Ab der Jannowitz- Brücke 3/4. Kgl.Preuß.ia|K!8ssen!ol!erie � 7, Mal bis 3. Jani 1318 Haoptziehang _Vs_ Vt_ IOO— Ä(H). 1-0«« 31. u. Hahn. SS&SÄS Berlin S 14. ____- Prlazenatr. 70, am Moriteplata. TBcl.C>«wlnnl iat. a. PrenS. Sadd.KlaK«enla»tt. 6. 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Tischlereimaschw., Stellmacher ei- malch.,nur mod.,kimft Maschinen- jabrik Hirsch. Pankstraste 33. Gesangverein.Sangesecbe* Rndew. M. d. A.-S.-B. Allen Freunden und ve- kar.chlev die traurige Nach- richtest unser Sanges briidcr piiMrä Abgott im Alter WN 18 Jahren am 24. Slpril 4518 im Kreis- krankenhaus' Britz oerschic- den Ist. 87/4 Die BeerdigrtV! findet am Sonntag, den»28. Avril, nachm. 3 Uhr, von-der Woh- nung. Bismarckstr. 4V». au». aus dem hiestgcn tzl irchhvs statt. Nm herzliche- Test- nabme wird gebeten. Die trauernden Sanken« brüder und Schivcfter'n. Sein Tun war eifrig utyi gelassen, Seht Rwgen war sehr schwer, Drum geden wir al» Sänger Dir die unvergefiliche Ehr. Disvkk'llf. Am Mittwoch, den 24. d. Mt«., starb plötzlich und«n- erwartet unser verehrter Chef Herr btaninann Lessen Wir werden dem Dahingegangenen ein ehrende? An- ' denken bewahren. 216Sb j VI«.Ardottsr» der Firma Xorddentoche KOhlcrfnbrlb, Friedrlchstr. 225. «Im 22. Slpril(3 Wochen nach dcmAblebcn seiner Frau) verschied unser Kollege, der Schriftsetzer UopoM Poöer au» im Ottakring> Wien, Ali er von 57 Jahren. Ein ehrende» Andenken werden ihm bewahren 0!» Kollegen itee Moni- »eutachen Buchdruckerel Bcerdigvng: Sonntag, den 28. Slpril, nachmittag» 4 Uhr, aus dem MatthiaS-KIrchhos, Südcnde(Marienhöhe). SN» Opfer de« Weltkriege» fiel am 12. April mein lieber Mann, unter guter Vater, der Sergeant Emil Lange. In tiefer, schmerz erfüllt er Ttaaer 163A Martha, Lang«»ad Kinder. ttißnn gebr., zahlt bis 6DV M. jJtUÜÜ Schlafzimmer, gebr. bis 800 Vi, Speisezimmer, gebr. bi» 1000 M., Möbel jed. Art kaust Ego, Neukölln. Berliner Str.R.' Zpeiiaisril Dr. med. L-euaba beb. schnell, grürrdl., migl. schn.erzlv» u. ohne BcrusZstör. GescMechtekrankheit., geheime Haut-, Hanl-, Frauenleiden, SaJiw.lohe. Erprobtes!« Methoden Harn- and Slutaaborsuchung. IHM. M«ÄS.. Spr. 10— 1 n. 5—8. 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Tempelhof: Steglitz: Lichtenberg: üeckermann, Kaiser-Wilhelm-Straße 74. Meldezeit von 11 bis l1/, Uhr und 4'/i bis 7 Uhr. Ds? Militäretat im Haushalts» � ausschuß. � Zu Beginn der Sitzung regte der Vorsitzende an, sämtliche An- träge dem Plenum zu überweisen, um zu verhüten, daß die Reden zuerst im Ausschuß und dann noch einmal im Plenum gehalten werden. Die Mehrheit Des Ausschusses stimmte diesem Plan zu, so daß bei den Erörterungen die sämtlichen Anträge a u S- geschieden wurden. General V. Wrisberg gab dann Auskunft über die Zahl der Vermißten, sie betrug am 31, März 1318: 664134, davon waren als Gefangene 'n Frankreich 236 676, in England 119 633, in Rußland und Ru- mänien 157 633; der Rest kann zum größten Teil für tot gehalten werden, ein anderer Teil dürfte wvaber zum Vorschein kommen. lieber unsere Verluste bei der letzten Offensive liegen nähere Nach- richten noch nicht vor.— Generalarzt Schulhen bespricht dann die Beförderungsverhältnisse der Offiziere. Abg. Stücklen(Soz.): Die Klagen über die Ver» pflegung reißen nicht ab, sie haben sich im Gegenteil in der letzten Zert wisdsr ganz erheblich vermehrt. Auch die Urlaubs- tzerhaltniss� sind nach wie vor durchaus unbefriedigend. Er verlange Auskunft darüber, wann die Urlaubssperre auf- gehvhkn werde und ob man dann bereit fei, einen größeren Prozent- satz Mannschaften in Urlaub fahren zu lassen, damit ein gewisser Ausgleich zwischen Städtern und Landwirten herbeigeführt werden kann. Nach wie vor wird in der Armee politische Unterdrückung geübt. So ist bei einem Truppenteil in den letzten Tagen wieder der„Vorwärts" verboten worden. In einem Vertrag zwischen einem Militär-Musikmeister und einem Inhaber eines Berliner Etablissements befindet sich der Passus: „Die Beroffentkichung von Konzertauzcigcn der Militär. kapellen im„Vorwärts" oder sonstige« sozialdemokratischen Blättern ist untersagt. Die Nichtbeachtung dieser Bestimmung hat die sofortige Lösung d»s Vertrages zur Folge." In einem tmdeven Fall ist ein Soldat lediglich deshalb mft fünf Tagen Mittelarrest bestraft worden, weil er de»„Vorwärts" lieft. In Frankfurt a. O. geht ein Regimentskommandeur so weit, daß er den„Vorwärts" und die„Frankfurter Zeitung" durchliest, ehe diese Blätter an die Soldaten hinausgezeben werden. In einer geheimen Verfügung des Kriegsministeriums wird dazu aufge- fordert, Personen, die im Verdachte einer radikalen staats- feindlichen Gesinnung stehen, aus den BnrcauS zu rntfernen. Die Folge ist, daß eine ganze Anzahl Leute, die als S o z i a l d e m o- traten bekannt sind, aus den BursauS entfernt und ins Feld geschickt worden sind. In Baden hat ein Generalkommando eine Verfügung herausgegeben, wonach die Namen aller entlassenen Mannschaften dem Badischrn Militär-VereinS-Verband bekannt- zugeben sind. In dem Erlaß werden die Unteroffiziere und die Auftkärnngsoffizisre aufgefordert, dem Militär-Vereins-Verbarid bei der Werbung neuer Mitglieder hilfreiche Hand zu leisten. Die Klagen über die Emziohunz aus politischen Gründen nehmen immer mehr überhand. Die Militärverwaltung sollte jedoch zu der Auffassung gelangen, daß die Einziehung auf keinen Fall eine Strafe für politisches Verhalten fein darf. General v. Langermann teilt mit, daß beabsichtigt sei, zwei Stellen als Vortragende Räte in der Versorgrmgsabteilung zu schaffen. Er wäre sehr dankbar dafür, wenn diese Stellen schon jetzt bewilligt werden könnten. Ein Vertreter der Heeresverwaltung geht näher auf die Fonge der Pfsedeaushebung ein. Abg. Haas(Bp.) bemängelt die ganze Organisation de? nrili- tärischen Verwaltungsdienstes. Es sollt« darauf gedrängt werden, daß jeder einzelne Mann im Verwaltungsdienst seiner Leistung entsprechend bezahlt wird. Sin nicht zu billigen- der Eingriff sei es, daß die Heeresangehörigen die Produkte ihrer schriftstellerischen Tätigkeit erst einem Vorgesetzten vor- legen müssen. Ihm seien Fälle bekannt, in denen auch von den Offizieren gegen das Halten des.Berliner Tage- blatts" Stellung genommen worden ist. Oberst ZLaiy erklärt, daß nur solche Schriften vorgelegt wer» den müssen, die sich auf Kriegshandlungen beziehen. Eine politische Einwirkung auf Untergebene halt das Kriegsministerium für absolut unzulässig. Abg. Rlisscs benagt, daß man politisch mißliebige Leute ei?»- zieht, ohne Rücksicht auf ihren Gesundheitszustand. Die Verpflegung in den Lazaretten läßt viel zu wünschen übrig. Es besteht die Vermutung, daß den Kranken Lebensmittel ent- zogen werden. Abg. Davidsohn kündigt an, daß die Angelegenheft der Elsaß- Lothringer int Plenum eingehend erörtert werden müsse. Es bestehe eine Verfügung, wonach > Eflässcr in keiner Vertrauensstellung sich befinden dürfen. Diese politische Gesinnungsschnüffelei sei ebenso entschieden zu verurteilen als der sogenannte vaterländische Unterricht. Das Bcrpflegungsgeld bei Uclaub sei nicht ausreichend, vielleicht könnte man den Urlaubern die Genehmigung erteilen, sich in einer Truppenküche am Orte des Urlaubs mit zu verpflegen. Die Heilanstalten dürfen nicht zu Rerrtmquetschen werden. Abg. Gröber erKärt sich ebenfalls gegen die unterschiedliche Behandlung der Elsässer. Den Erlaß soll man endlich aufheben, denn mm? schaffe nur böses Blut, insbesondere, nachdem die Elsässer zweifellos sich sehr brav gehalten haben. Der Redner tritt dann noch dafür ein, daß m den Kadetten- a n st a l t e n auch Juden zugelassen werden. Oberst v. Braun: Einziehungen lediglich aus politischen Gründen werde« durchaus nicht gebilligt, aber man brauche jetzt jeden wehrfähigen Mann. Bei Streiks komme nur die Aufreclsterhaltnng der Betriebe in Frage. Generalarzt Schultzcn bestreitet, daß in den Heilanstalten auf Rentenquetscherei hingearbeitet werde; die Wiederher- stellmig des Mannes, nicht aber die Herabsetzung der Rente sei das Ziel. Abg. Müller-Meiningcn bringt ebenfalls eine große Reihe von Klagen aller Art zur Sprache und fordert insbesondere, daß man die Strafen, die Leute im Zivilleben erhalten haben, ihnen ??icht immer wieder zmn NocMeil auslegen soll. Zu verurteilen sei es, daß ein Druck ausgeübt werde, damit Landsturinleute bsi der Deinobtlmachung noch weiter im Dien st bleiben. Oberst v. Braun bestreitet, daß ein Druck ausgeübt werde, es handle sich nur darum, eine Anzahl Leute zu gewinnen, die bereit sind, an den Demobilmachungsarbeiten mitzuwirken. Abg. Krcth wünscht, daß man den D rückebergern euer- gisch zu Leibe gehe, dagegen sei die anders geartete Behandlung der Elsässer zu billigen, denn das Leben des deutschen Soldaten müsse höher stehen als die Rücksicht auf eine gewisse Empfindlichkeit. Abg. Nehbel bringt sodann im Mnverständnis mit den anderen Parteien ei-ne Resolution ein, wonach für die Brrsorgungsabteilung im Kriegsminifterium zwei Vortragende Räte in den Etat eingefetzt werden sollen. Schließlich wurde noch eine Resolution angenommen, die die Errichtung eines Reichs-Kriegs-Museums fordert. Die nächste Sitzung ist am 1. Mai. Zur Beratung stehen die Stoupelsteuern.__ Abgeordnetenhaus. 136. Sitzung, Freitag, den 26. April 1318. vorm. 11 Uhr. Der vom Herrenhaus bereits angenommene Gesetzentwurf be- treffend Ergänzung des Z 37, 2 des Gemeinde-Äbgaben- g e s e tz e s will die Mänderung besonderer Gamsindesteuern er- leichtern und ome Notlage der Stadt Altona beseitigen Das Haus nimmt das Gesetz an Die Ernährungsfragea. Abg. v. Kessel(I.): Die Verärgerung im Land'« Wer die zahllosen Verordnungen rmd behördliche» Quälereien nimmt täglich zn Die gestrigen Erklärungen des Ministers Dr. Friedberg über die Metallbeschlagnahme und die Kleiderablieferung waren nickt geeignet, die schlechte Stimmung im Lande zu mildern Sollen auch die Land- arbeiter Kleider erhalten? Wir stimmen dem fortschrittlichen Antrag zu, daß Türklinken und Fenstergriffe in den Häusern nicht ohne gleichzeitige Anbringung geeigneter Ersatzgegen stände beschlagnahmt werden dürfen. Durch den Schleichhandel ist das Land 133 Kilometer um Berlin ausgesogen. Abg. Blum(Z): Bei diesen Ernährungsdebatten mag mancher gedacht haben:„Herr, mache, daß diese Wort Brot werden." (Heiterkeit.) Die zahllosen, oft sich widersprechenden Verordnungen verärgern sogar den nervenlosen Bauer. Bei den ländlichen Re- Visionen wird äußerst rigoros vorgegangen. Präsident Dr. Graf von Schwerin-Löwitz verliest, während sich das Haus erhebt, unter lebhaftem Beifall den Heeresbericht mit der Nachricht von der Erstürmung der Kcmelbergstellnngen. Zffig. Dr. Newoldt(fk.): M i l ch und Fett sind wichtiger als Fleisch und müssen in erster Reibe sichergestellt werde??. Keine Verordnung über die Landwirtschaft sollte ohne landwirtschaftliche Sachverstänoige erlassen werden. Ein Regierungsvertrrter erwidert dem Vorredner, die Ver- ordnung über die Kleiderhergabe werde nachgeprüft ur?d milde ge- handbabt werden. Abg. Krügcr-Hoppenrade(natl.): Die Eier hätte?i?an nicht der öfferrtlichen Bewirtschaftung imterwerfen sollen. Bei den Höchst- preisen kommen die Landwirte nicht auf ihre Rechnung. Wenn es erst wieder Gemüse und Obst gibt, werden wir ohne einige fleischlose Wochen nicht auskommen. Abg. Hoff(Bp.): Der Abg. Hoesch hat übertrieben mit den Klagen der Landwirtschaft. Das harte Eingreifen war leider eine eherne Notwendigkeit. In Ungarn wurde der Versuch, den freien Handel wieder einzuführen, nach zwei Monaten wieder aufgegeben. Die Politik des KriegsernährungSamtZ ist glänzend gerechtfertigt. Mg. Brnnn(Soz.): Die Vertreter der Agrarier haben in diesen Debatten auf die Preisfrage das Hauptgewicht gelegt. Das beweist, daß auch hier für die Herren der Grundsatz maßgebend ist:„vom Profit raucht der Schornstein". Man ist Sturm gc lausen gegen die sogenannte sozialisttsche Wirtschaftsweise Im Kriege. In der Tat haben wir es aber hier nicht mit Sozialismus zu tun, sondern mit einem Sozialismusersatz der minderwertigsten Art.(Sehr wahr! bei den Soz.) In Wirklichkeit haben wir jetzt Diktatur Waldvw, gemildert durch den Schleichhandel. (Sehr gut! b. d. Soz.) Man hat gesagt, der Schleichhandel hak uns gerettet. Allerdings, gewisse Teile des Volkes haben ihre alte Ernährungsweise nur durch Schleichhandel fortsetzen können. Im übrigen assr bsweist gerade der Schleichhandel, daß wir heute keine sozialistische Wirtschaft, sondern eine k a p i t a- l i st i s ch e W? r t s ch a f t bis zum Exzeß habe??. Denn gerade im Schleichhandel feiert die kapitalistische Profitgier wahre Orgien. (Sehr wahr! b. o. Soz.) Ein sehr lebhafter Schleichhandel findet u. a. auch statt vom Etappengebiet nach dem Inland. Viel- fach geht dieser Schleichhandel von Offizieren aus unter miß- bräuchlicher Ausnutzung Ihrer Burschen, denen zu diesem Zweck sehr oft Urlaub bewilligt wird. ES hat sich zum öffent- lichen Aergernis ausgswachse??.(Sehr richtigl) Große Industrie- betriebe, auch staatliche, gemeindliche Stellen beteiligen sich am Schleichhandel, selbst eine amtliche Verteilungsstelle machte eine Anzeige offea bekannt, daß ein Kaufmcnin angewiesen sei, für Schwerstarbeiter das Pfund Butter zu 3 Mark 43 abzu- geben. Gegenüber diesen Zuständen hat nun endlich das Kriegs- ernährungsaiiit energisch eingreifen müssen. Aber wie jetzt gegen den Magistrat von Neukölln vorgegangen wird, das ist geradezu ein Skandal.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Es mutz größtes Befremden erregen, daß gerade gegen dvfe Gemeindeverwaltung vorgegangen wird, ob. wohl sie nichts anderes getan hat als unzählige andere Gemeinde«, staatliche und private Betriebe und auch Behörden.(Sel>r richtig! bei den Sozialdemokraten.) Weshalb beschlagnahmt der Staats. anwalt nicht die Bücher des BerlinerPolizeipräsidiums oder der einzelnen M i n i st e r i e n, die auch für ihre Beamten im Wege des Schleichhandels Lebensmittel beschafft haben?(Sehr gut! bei den Sozialdomoiraten.) Ganz offenbar wird gegen den Ronkdllner Magistrat nur deshalb so rigoros vorgegangen, weil er den Mut gehabt hat, der Katze die Schelle umzuhängen durch sein« Denkschrift, die entgegen dem Verbot des Herrn v. Waldow an die Oeffentlichkeit gelangt ist. Damit hat dieser Magistrat eine verdienstvolle Tat vollbracht.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Denn erst von da ab datiert das schärfere Vorgehen gegen den Schleichhandel. Sonst straft man den Wucherer, aber nickt den Bewucherten. Hier ist es umgekehrt, und das führt lodiglich zu einem Schuh für die Lebensmittel- Wucherer, denn die Bewucherten, denen Strafe droht, werden sich hüten, den, der sie bewuchert hat, zur Anzeige zu bringen. Die Rechte läuft niln Sturm gegen die Kontrolle, die auf dem Lande stattfindet, weil dabei auch„Sogialdemokraten" beteiligt seien; das widerspreche den alten preußischen Verwaltungsprinzipien. Die Empfindlichkeit der Landwirte scheint jetzt befonders stark zu sein. Wenn sie nichts zu verbergen hätte??, könnte ihnen doch die schärfste .Kontrolle nur Leb sein. Wie ungenügend die bisherige Kontrolle nech den alten preußischen Verwaltungsprinzipien ist, beweisen die häusige« Mehl- und Getreideschisbnngsprozesse. Einem Privat- mann in Berlin wurden in kurzer Zeit durch zwei Einbrüche über 13 3 Eier gestahlen.(Hört! hört!) Wie steht ez Übrigens mit den Geistlichen auf dem Lande, die viele hundert Eier von ihren �»e?»eind>xmgehörige« geliefert bekommen? Die Kartoffelration ist viel zu gering. Daß eine erhebliche Vsrfütterung von Kar. toffcln auf dom Lande stattfindet, hat Heer v. Waldow selbst zum großen Entsetze« des Abg. Roesicke offen zugeben müssen. Das Verbot des SchiotMühlenbetriebs wird auch sehr vielfach nicht beachtet. Tie Milckpreise noch mebr zu erhöhen, liegt kein Anlaß vor. Der Standpunkt, man müsse da? Vieh durchhalten, ist ver- kckrt. Viel wichtiger ist es, die Menschen im leidlichen Er- nöhnnigZz?! stand durch den Krieg m bringen. Die bestehende U n. z l e? ch h e i t ist es, die die Erbitterung ausläst. Gelingt eS nicht, eine gleichmäßig« Perteilung herbeizuführen, so wird eS auch nicht rickglich sein die physische Widerstandskraft des Volkes so lange aufrecht zu erhalten, wie es für den Existenzkampf, in dem Deutschland stebt. unbedingt notwendig ist. (Lebhaste Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Die Weiterberatung wird auf Sonnabend 11 Uhr vertagt. Herrenhaus. 32. Sitzung, Freitag, den 26. April 1318. Am Ministertisch: Dr. Friedberg, Dr. DrewS. Präsident Graf v. Arnim-Boivenburg eröffnet die Sitzrmg um 1�4 Uhr. Eingegangen ist ein Danktslegramm Ludendorffs auf ein Glückwunschtelegramm des Herrenhauses. Kammergerichtspräsident Dr. Hcinroth besuchtet über die be- reits vom Abgosrwietonhause gebilligte Gesetzesvorlage zur Ver. kängerung der Legislaturperiode deS AbgrurtmetenhatiseS. Wenn auch der Friede komm«? sollte, würde«ine Wahl noch nicht er- folgen können, da die Dsmobikffation sich noch lange hinziehen wird. Die Wahlen würden ein Zerrbild ergeben. Diesem neuen Abgeordnetershause würde dann auch die an den Lebensnerv des Staates rührende Wahlrechtsvorlage zu fall«??. Dier'ss Abgesrdnetenüaus cknnte rücht die B e r a n t- Wartung für die Schicksals?»«« Prerißens auf sich nehme??. Neuwahlen dürfen also nicht stattfinden. Man hätte jchou dieses Ahgsörchnwkeirhaus nicht mit der WahlvörlagS befassen sollen. Ewe Aussprache findet nicht statt. Der Gesetzentwurf wird einstimmig angenommen. Da es sich um eiue Per- fassungSänderung handelt, muß nach 21 Tagen ein« nochmalige Ab- stimmung erfolgen. Der �all Lichnowsky. Zur Beratung steht sodann ein Antrag des Ersten Staatsanwalts beim Landgericht I in Berlin um Erteilung der Elenehmigung zur strafrechtlichen Verfolgung des Fürsten v. Lichnowsky. Pros. Dr. Lormng-Halle berichtet über die Verhandlungen des Geschästsordnungsausschujses des Herrenhauses. Die Staats- anwaltschaft beabsichtigt ein Untersuchungsverfahren gegen den Fürsten in die W?ge zu keiten wegen der Denkschrift, deren Wortlaut in der Presse veröffentlicht wurde. Die Staats- aMvaltschast erblickt darin ein Vergehen gegen§ 3ö3a deS Strafgesetzbuches und einen Bruch der Amtsverschwiegenheit. Der Be- richterstatter teilt weiter eine Eingabe des Geh. Justizrates Dr. v. Gordon mit, daß der Fürst selbst die Bitte ausspricht, das Herrenhans möge dem Antrag des Ersten Staatsanwalts st a t t- geben, um den Tatbestand objektiv nachzuprüfen. Eine Aussprache findet nicht statt. Das Haus erteilt die Ge- nehmigung zur strafrechtlichen Verfolgung des Fürsten einstimmig. Ein Antrag der Staatsanwaltschaft zu Ratibor um Erteilung der Genehmigung zur strafrechtlichen Verfolgung des Herrn v. Selchow wegen Vergehens gegen die Reichsgetreide- ordnung steht zur Verhandlung. Die Genehmigung wird erteilt. Die Denkschrift über die Teuerungs- zulageu für die Mitglieder des Abgeordneten- Hauses wird zur Kenntnis genommen. Die nächste Sitzung findet vor dem 11. Juni statt, zur nochmaligen Abstimmung zur Regelung über die Legislaturperiode. Schluß 3 Uhr._ Fu? MchtlgfteNtmg. In der„Deutschen Tageszeitung" tritt Graf Retzentlow als freiwilliger Verteidiger der„Deutschen Zeitung" in die Schranken. Nun. wir wollen der„Deutschen Zeitung" diesen Anwalt gern lassen, jedermann hat die Verteidiger, die er verdient. Aber eine Unterstellung des Grasen Reventlow muß doch zurückgewiesen werden. Er behauptet, daß der Ton in der linksstehenden Presse erst dann laut und fest geworden ist, seitdem der Strafantrag des Reichskanzlers ver- öffentlicht worden war. Da Graf Reventlow kurz vorher den „Vorwärts" genannt hat, so ist anzrmehmen, daß sich diese Anschuldigung auch auf den„Vorwärts" beziehen soll. Tatsächlich liegen die Dinge so: der Angriff der„Deutschen Zeitung" auf Kühlmann erfolgte in der Ausgabe vom D i e n s« tag morgen. Am Dienstagabend bereits wurde von W. T. B. die Nachricht ausgegeben, daß Strafantrag wegen des Artikels gestellt sei. Der„Vorwärts" war also gar nicht in der Lage, in der Zwischenzeit zu dem Vorgehen der„Deutschen Zeitung" Stellung zu nehmen. Der verurteilende Artikel, den wir in rmserer Mittwoch-Nummer brachten, war aber, wie wir Graf Reventlow wissen lassen wollen, bereits versaßt, noch ehe wir von dem Strafantrag des Reichskanzlers Kenntnis hatten. Als die Nachricht ein- lief, stellte die Redaktion lediglich fest, daß zu einer Ab- änderung des bereits abgesetzten Artikels kein Anlaß vorliege. Die der„Deuffchen Zeitung" politisch sehr nahestehenden „Berliner Neuesten Nachrichten" suchen von dem Bruderorgan abzurücken, indem sie sich dagegen verwahren, daß die Methode der„Deutschen Zeitung", die sie nicht zu billigen vermögen, ganz ellgemein als die„alldeutsche Kampfes- weise" bezeichnet wird. Diese Verwahrung nutzt nichts. Tat- sächlich hat die„Deutsche Zeitung" erwaS ungeschminkter und deutlicher gesprochen als der Vorsitzende des alldeutschen Verbandes, Rechtsanwalt Claas; tatsächlich find die von ihr aufgestellten Behauptungen andeutungsweise schon wochenlang vor- her in allen alldeutschen Zirkeln und Konventileln verbreitet worden. Der Artikel war gerade alldeutsche Kampseswrise in Rein- kuttur. Haperischer StetterpsrtikularwMUS. München, 26. April. In der Kammer der Abgeordnete« richtete heute der Abgeordnete Speck(Z.) ei?« Anfrage an die Regierung. Er verlangte Aufschluß darüber, was die Regierung zu tarn gedenke, um die immer drohender werdende Gefahr eines weitgehenden Eingriffes des Reiches in das Gebiet der direkte« Besteuerung, namentlich der Einkonnne??« und Vermögensbesteuerung, abzuwehren. Staatsrat von Merkt erklärte: Die bayerische StaatSregierung steht auch heute«ruf dem Standpunkt, daß jeder weitere Eingriff der Reichsgefetzgebung«ruf dem Gebiet der direkten Besteuerung von Vermögen nnd Einkommen ver- mieden werden muß. Die StaatSregierung hat wiederholt u??d auch neuerdings ebenso wie auch alle anderen BundeLsta.-G. Mix u. Genest Telephon- und Telegraphcnwerke weift einschließlich des Vortrages von 105 131 M. einen Bruttogewinn von 3.38(8.69) Mill. M. und einen Reingewinn von 1.62(1,74) Mill. M. auf, auS dem 16 Proz. Divisende auf 4.2 Mtll. M. alle und T1/» Proz. auf 2,1 Mill. M. neue Aktien zur Vemilaug gelangen tollen.(Im Borjahr wurden 18 Proz. auf 4,2 Mtll. M ausgeschüttet.) Der Vortrag auf neue Rechnung be- trägt 104 022 M. Der Ge'chäftsberichl bemerkt, daß dem ge- wachsenen Bedarf der Behörden an Erzeugnissen des Frieden»« arbeitsgebietes der Gesellschaft in ausgedehnterem Maße als im Vorjahre Rechnung getragen werden konnte. Die Zweignieder- lassungen haben günstig abgeschlossen. Der Auftragsbestand bietet dem Werke auch für da» laufende Jahr volle Beschäftigung. Deutsch« Baumwoklankäufe in Turkesta»..Jswestija' vom 28. März berichtet: Nach Mittriiangen, die dem Volkswirtschaft- ltchen Komitee zugegangen find, kauft Deutschland durch vorge- schobene Personen, meist Angehörige neutraler Staaten, die Baum- wolle in Ehiwa, Ferghana. t tan Waschen, sowie in anderen Gegen- de» TurksstanS und in TranSkankafien auf. Gekauft wird nicht nur die vorhandene Baumwolle sondern auch die Ernte künftiger Jahne, wobei die Käufer reichlich« Anzahlungen leiste,:. Jnswischen hat der Vorsitzende des Rate» der Voikskommissare in Taschkent. Genosse Kittels ow, eine Verfügung erlassen, durch welche all« Baumwolloorräte in Tur.'estan lonfiSziert und al-Z Eigentum der Arbeiter, und Bancrnregierung von Turkestan er- klärt wurden. JitZeRKvernnft sttunsstu E»nn ta g, de» SS. Atzrll: Treffpunkt; pünktlich e— Erkner. TageS- Nngenvheiw Sindenltr. S. Wanderung nach Straustberg— H 7 llhr am Schlesilchcn Bahnhos, Fahr karte, lulisteihe Dororivertehr. Fahrgeld 1,00 M.— DienSlag. den 30. April: Spiel- und ftntrrhaltunzS- abend.— Freitag, den 3. Mai: DiskusfioiiSabcnd. Arbeiter-Jngend Neukölln.. Morgen Sonntag: Wanderung nach KönigS-Winterhauten. Treffpunkt Sh« Uhr Reuterplatz.— Diene- tag: Spieiabend.— Donnerstag: DiStutterabrnd im Jdealkasino, Weichielstr. 8. NrotreliaiSte Gemeinde. Sonntag, den 28., dormiltaqS 0 Uhr, Pappel-Allee 15/17; Aealöllü, Zdealkasino, WeiMeiltr. S; Loerfchstic- weide, Wilbelnnnenhofftr. 43 bei Pamp:»Freirellgiöse Vottesung."— lO'L Uhr, Kleine Frankfurter Str. 6, Vortrag von Herrn Emil Eichhorn: Reikgiöser Skeptizismus im Millrlaiter. Nachmittag» 5 Uhr in der Brune: ci Patzen hoser, Turmstr. 25/26: 73. Stift ungsfest. GSffe rakkKummeu. Vermrtwortliq für Politik: Erich itnttncr, Neriin: slir den Itbrrgan Teil de» BlatieS: Mtrrd Schott, Neukölln: slir Anzeigen: Tchcodor Glocke, Perlin. Verlag: DorwärtL-Verlag G. ar. b. H., Beriin. Druck: Boewärls-Puawrockcrei und verlagsaaslatt Paul Singer«. Co. in Berlin, Lindenßrahe 3. Hierz« 1 Beilage. Direktion Max Keinhardt. Dentachea Theater. 7';,: Der BQrger als Edelmann. Kammerapieie. 8 Uhr: Snniuran. VolknbUhne. Theater am BQIoaplatz. Untergrundb. Bobönli. Tor. VI, Uhr: Die Klchtig/e. Theater iKöni�grätzerStr, 7uirbr; Der Kaizenatee. Komödienhaus Vi, Uhr: Die Zaria. BerlinerTheater 7 Uhr tum 75. Male: Blitz blaues Blut. Ballett Cliarell Künstl. Leiig, n. Kostüm- Entw. Ludwig Kainer Choreograph, Leitung: Erio Careil aowte 4er große Theater ffir Sonnabend, 27, April* Centrai-Theater Kommandantenatraße 57. 7'/,; Die Caardanftiratla Morgen 31/, Uhr: Jagend. I Deutschea Opernliaua «'>. Mu: ßie EiipiiGÜEfl. Frledrich-Wilhelmst, Theater 7-/, Uhr: Kleines Theater vi, uhr: sante. Kemlache Oper n o.-z Morgen 12 üj Die goldene Era. 81/, Uhr: Die Kinokdnlgla. I.uataplelhana Ti, Uhr: Die blonden Mädel* e. Lindenhol. Margen 3*1,: Em toller Einlall. Neues OpereMaus SchiShd. 4a. Kassent. Nd. 281 7»)4Uhr i Metropo!-Theater Bk ise m Sti Bcaidcna-Theater �ühr: Der joage Zar. Sehlllcr-Thoater O Vi, Uhr: aSÄ, NATlONÄL-TBEÄTEfi CöÄer| y�sr 100 ausTerkaufte Heuser! I Die ist r Sonntag S1/,: Johannialeuer. ichtig Vorrk. r. 10 D U. tmunterbr. (4«hLUer-Th. Chart. a.SÄS, Ein Erlolg. Thalia-Theater t�lfiterilerlilteJeBUBilB Theater am NoUeadorlptati 31/. Uhr: Oentache Klelnitädler. 7 Uhr: Theater dea Weatona v,, uhr-. Ludwig III. mit Onldo Thietaohor. Torh.; Per Re9lmentsgaub€r�r. Ii! Thgt 7'|, Sonnt, S'(, n. 71/, Erna Offeney u.Walter Steiner. d. neue April-Programm Yoigt-Thealer. Badstr. 56. Badstr, SS. Heute 7'/, Uhr: Kabarett Tivoli --------- Bunte Vorträge»-■■ Splelfolce rom lO.— SO. April: Alois Kraemer □ Hildegard Bork, Lisa Zcller, Fritz Hofer, Bruno Rügen, Rick. Beilack, Kramcr-Wolff-Wenier. THyllch»wel KapeSlea."""" Berliner Konzertliaus MauerstraCe 82 Zimmers trolle 90/91. Heute: Großes Konzert das Berliner Honzerthaoa-Orcheatera, Leiter: Komponist Franz ton ßlon. Anfang: 7ft, Uhr. Anfanjr 71', Uhr Montag, den 29. April: OroSea Aheehiedabenzert der akthen Kapelle des 3. Oarde-Rogimente n. F, _ Leiter! Kgl. Obermusitaneinter H. BBrlsch._ HpolSo I | Fnedrlchstr. 218. 7'/,| Der Fliejcer von Tainctan |»«wie die verblüilenden| Varlutt-Atlraktionen� ! Theaterkasse ab lOÜ.| nnanterbr geöffnet. Rose-Theater. ich, llhr: Der fliejendc Holländer. VI, llhr: ßj Walhalla-Theater. VI, Uhr: m MfgnfegDotl. Casino-Theater Trianon-Theater Lothringer Str. 87. Tägt.'/«8 N. DaSBoUSllück von Nd. IpArronge '/,8 am 3 Iii. Frfedrlehstr.'/,» Tel.: Zentrum 4927 und 3391. Anna s Tranm. Der Lebensschüler Sin tzeilereS Famlllenbild. Porhcr daS neue AprII-Progr. „II Merkel, Brune RSgon siw. onniag 4 llbr: B»ju«»». lloroSdie ron Ludwig Fulda. Ida Wüst, Erich Kaiser-Tita, T.MdUenai Sft? r. MdUendorfi, Flink, Kettner. 4 ü. kl. Pr.: Johannittener. woehant. 7, Swnntag nachm. 4 Uhr. Kottbuser Damm 95„.�1�53 Oranien-falast1 OrameiiSl. 40— 41.(DranJeobrBeke) Konr, ert-Kaffee- K abar r 1 1 »"au�; 33? BartlBü üaüii «bs.S'/.Vcrkn ReichSlagSuser bZieichSlagSgeb. . v'i Tbar!ottenba..Tegeler Weg, nahe BP. Futigserubeide. llooderel ffieok, FnlckenNelnitr. 48. Tel. Mpt 8t 87. 7'/, Uhr. Daal Caradini. Sennt. 4 Uhr. LoMe Hatto— Haß-Amon— Llssi Schrie. Herta Hostoa. Dirk van Krp. SBr* 3 Kapellan."WZ T. Stock: tVelnklanse. Poln. Schrammel-Trio. Fernlpr. StönigfL 20611 Waisenbrücke. 81.«rf wehere. Jeden S�nn- KraMPStlbU�. I tax nuehfu. i Ab Reifi�tagsufef dareht BaM hisssiMftzßg. Mxrn�l Ä Werder� Baunräiilte. Kassenerögn. öst» Ansang 7 st, U. TZgL VI* Btg. S'l, n. VI, BngeöesfE BöterleMfiüß erzeugen tÄgiioh die er. Wasser-Steenen L der Pracht- Aaji»tatt.-Panto,n, „FrüiillMgssplele" in 4 Akten. Starm.zene mit Wolken- Bruch!— Kahrtrutsch au. 30 Meter HShe! Vorher das groBe Zlrkm- _ Programm._ Sonntag S'l, auch „FriSiiliua-sfijjlele—. 1 Kind frei! Reichshallsn- Theater, i i Täglich 7'/,(ihr. Sonntags i 3 und 7sts Uhr: Stettiner Sänger. j NacbmfMage ermäSigte Pr.! j affee Luitpold Botestraße 15. Kabarettr Frask geremäiiQ iPwpl i'lteiflep Sluftia ijiltva ■nd das grolle April- Programm« Zahngebisse, Platt«. Gr. 7,60, ftetten, Stlngc. Pehcdc taust Frua Wagnep, Kais.rstr. 18 I(»legonherpfach) Die Sraefsenifijsff netgretjeri ihre Psianzungeu in diesem Frühjahr auf das Dreifache und mnunt jent weitere Mitglieder als We KüseSm mit Anteile« zu Ivo'St., zu LUV M.. zu 399'Vi. und bis zu 1999 Dt. aus. Kriegs- anlethe tvud zum vollen Neun- wert in Zahlung genommen. Das A>oimiic ivird in unicrc« WWWMIK an die Rttglicder billig abge« geben, bei völliger Ausichal- suug des Gross, und«lein. ZwifchenhandelS. Der Gr» winiiöbcrichnb wird als Die:- dende an die Pntgüedsr verteilr. Die atlm Mtt-ttieder find mit Mnlergcmüfe retchllch versorgt worden. Die icsst neu bei- tretenden Mit-sti»der sind be- rcchchzt, schon an der ersten VertcUilng von Friihgeuiüso tsilzunebmen.— Ausnahme. neuer Mitglieder findet statt im staden Peterdvnrgcrstr. 4s: Montags, Mitwochs, Freitags 9— 12 und 4— 7, auherdem Sonntags 11—1. Ferner inr Laden Sopenhagcuerlir. 4: Dienstags. Donnerstags, Sonn- abendSS— lS u. 4—7 uikd Sonn- tags 8—10. ferner täglich im Uerwaltunge-darrau: Burg.. ftrassr 27 III, Zimmer 76 (gegenüber Zirkus öulch) werktags 10—7, SomrtagS l6— L• Möbel jeder Art iowie ganze Nachlässe kaust höchstzahlend Cro-jod, Roukökln. 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