Ztr. U8. SS. Jahrg. Bezugspreis: LiertelZSHrl. 4�0 MI. mono«. I.W MI. frei ins Haus, dorauSzahibirr. Einzelne ?iummern 10 Psg. Postbezug: Monat- lich lÄ) MI. Unter Kreuzband ffli Deutlchiand und Oesterreich. Unoarn 8,— MI. für daS übrige LuSIand 4.50 Ml. monatlich. Sersand ins Feld bei direkter Bestellung monatl. 1,50 Ml. Postbestellungen nehmen an Däne- mark. Holland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Eingetragen in die Poit-ZeitungS-PrciSIist«. Erscheint täglich, Telegramm- Adresse: »Eozialdemokrat Berlin». Verlinev Volksblertk. (iSpksnnig) Anzeigenpreis: DiefiebengespalteneKolonelzeilelofiei 80 Pfg.„Jilcint Zlnzcigcn", das fettgcdruiltc Wort SO Psg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), icdeS weitere Wort 15 Psg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort LO Pfg., icdes weitere Wort 10 Psa. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 20°,> Fainilicn-ZInzcigen, volitische und gewerlschaftliche BereinS- Anzeigen 50 Pfg. die Zeile. Anzeigen für die nächste Nrnnmer müssen bis 5 Ubr � nachmittags im Hauptgeschäft Berlin KW. SS. Lindenstraße 3, abiegeben »erden. tSeöffnei von S Uhr früh bis 7 Uhr abends. Zcntfalorgan der rozialdemokratifcben Partei Deutfcblanda. Reüakttoa: EW. SS, Ltnüeastrahe Z. ffernivrecher: Um» Morittvlau- Str. IKI SV— 151 97. Expedition: EW. öS, �inöenstraße Z. Ilfernsprrcher:«mr Morivplatz, Nr. iSI SO— 1S1 97. ein neuer Anschlag der Aahlrechtsfeinde. �sveiKlalsenWhll'echt für?reuKen! Die Tebcitten des nationalliberalen Preußentages ließen erkennen, daß die erbitterten Feinde der bürgerlichen Gleich- berechtigung einen neuen Streich vorbereiteten. Sie wollten erst der Regierung durch Ablehnung des gleichen Wahlrechts ihre Macht zeigen und dann auf Verhandlungen mit der Ge- schlagenen eingehen, wobei sie großmütig wie der Pater in Schillers Räubern es beim Rade bewenden lassen wollten. Tie Grnndzüge eines„Verständigungsfriedens", wie ihn diese Machtpolitiker anstreben, liegen jetzt vor in Gestalt eines An. trags Lohmann-Fuhrmann-Flochmann-Häuser, der folgendes besagt: Das Haus der Abgeordnete» wolle beschließe«: 8 Z flg. wie folgt zu fassen: Jeder Wähler hat eine Grundstimme.— Eine Zusatz- stimme erhält entweder a) wer in Land- und Forstwirtschast, Fischerei, Industrie, Gewerbe, Handel oder im freien Berufe sclbständi.g oder als leitender Beamter oder sonstiger Gcschäftslciter seit mindestens einem Jahre vom vollendeten 23. Lebensjahre an gr- rechnet tätig ist— oder b) wer mehr als 10 Jahre einschließlich der Militär- dienstzcit, vom vollendeten 25. Lebensjahre an gerechnet, im Reichs-, Staats-, Kommunal-, Kirchen- oder Schul- dienst hauptamtlich angestellt ist oder gewesen ist und nicht straf-, ehren- oder disziplinargerichtlich auS dem Amte entsernt worden ist,— oder 6) wer als Angestellter»der Arbeiter seit mehr an gerechnet als Mitglied einer deutsche» Körper. schaft des öffentlichen Rechtes oder in dere» ver- w a l t u n g beruflich oder ehrenamtlich tätig ist«der gewese» ist und nicht straf-, ehren- oder disziplinargerichtlich aus de« Amte entfernt worden ist,— oder ) wer als Ange stellte» oder Arbeiter seit mehr alS zehn Jahren vom vollendeten 25. Lebensjahr« an gerechnet in demselben Betriebe tätig ist. Glauben die Antragsteller ernstlich, daß die Regierung, die sich auf das gleiche Wahlrecht verpflichtet hat, einer „Verständigung" auf solcher Grundlage zugänglich ist? Man könnte daraus auf den Grad von Achtung schließen, den sie den gegenwärtigen Vertretern der Regierung entgegen- bringen. Denn auf den Gedanken, daß sich die Regierung zu dieser Wahlrechtsmoral mit doppeltem Boden bekehren könne, kann doch keiner kommen, der die Minister für ehrliche Leute hält. Die Julibotschaft des Königs von Preußen hat das gleiche Wahlrecht versprochen. Der§ 3 der Vorlage be- stimmt, daß jeder Wähler eine Stimme haben soll. Der rechts- nationalliberale Antrag scheidet dagegen die wahlberechtigten Preußen in zwei Klassen: einfache und Doppelwähler. Das Prinzip, nach dem die Scheidung erfolgt, ist durch alle Hüllen unschwer zu erkennen. Zweistimmig darf jeder wählen, bei dem seiner sozialen Stellung nach eine wohlgefällige Gesinnung zu vermuten ist, wer aber als Arbeiter, An- gestellter oder auch jüngerer Beamter im Verdacht steht, miß- lieb ge Anschauungen zu hegen, der bekommt bloß eine stimme. Zwei Stimmen haben die„wirtschaftlich Selbständigen", Venn man hofft, sie durch Mittelstandsrettung den Parteien der Rechten erhalten zu können. Zwei Stimmen haben die Betriebsleiter, denn ihre Stellung bringt sie in Gegensatz zu den Arbeitern und verweist sie„auf die andere Seite der Barrikade". Zwei Stimmen erhält, wer zehn Jahre lang im Dienst des Reichs des Staats, der Gemeinde, der Kirche, der Schule oder einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft gestanden hat. die Bureaukratie wird gegen die Demokratie mobil ge- macht. Zwei Stimmen erhält, kurz gesagt, der, von dem man annimmt, er werde, sei es der Not gehorchend, sei's dem eigenen Trieb, konservativ oder nationalliberal wählen. Ter Arbeiter aber oder der Angestellte, der nicht Ge- schäfttzleiter ist. muß zehnJahre lang in demselben Betrieb beschäftigt sein, um zur Würde eines Vorzugs- vreußen mühselig hinaufzusteigen. Die Genügsamen, die nie einer wirtschaftlichen Verbesserung wegen ihre Stelle wechseln, die Behutsamen, die sich bücken und ducken, haben an der Wahlurne den Vortritt. Das heißt aber auch nur, solange als... Hast du z. B. zwanzig Jahre lang bei einer Firma geschuftet und fliegst du dann hinaus, weil du eine Lippe riskiert hast, oder einfach auch, weil du zu alt geworden bist, so wirst du auch als preußischer Staatsbürger in deinen Rechten halbiert— durch den Willen des Unternehmers. Auch dies paßt mit vollkommener Logik zum Grundgedanken des Vorschlags, denn ein Arbeiter mit solchen Erfahrungen wird Beginn heftiger Kämpfe nördlich vom Kemme!— Die Beute seit Kemme!— Französische Angriffe gegen Hangard. Berlin, 29. April 1918, abentzS. Amtlich. Nördlich vom Kemme! habe» sich heftige Nahkämpfe entwickelt. Amtlich. Großes Hovptquartier, Lg. April 1918.(38. T. 8.) Westlicher Kriegsschauplatz. Ruf dem Schlachtfcldc in Flandern von Mittaz«l«ms- lebender Artilleriekampf. Die Beute seit der Erstürmung des Kemme! hat sich ans Über 7100 Getangcne, darunter 181 Ojfi- ziere, 53 Geschütze und 233 Maschinengewehre erhöht. Zwischen dem La Bassöe-Kanal und der Searpe sowie nördlich von der Somme rege Ertnndnngstätigkeit der Eng- länder. Starke Teilangrisse der Franzosen gegen H«» g« r d Wald und Dorf wurden blutig abgewiesen. Borfcldtämpfe an vielen Stellen der Übrigen Front. Ans dem Ostnser der MaaS brachte ein Borstoß in die fran« zösischen Gräben Gefangene ein. Bon de» andere« Kriegsschauplätze» nicht« Rene«. Der Erste Eeneralquarttermrister. _ Lndendorff. Der österreichische Bericht. Wie», 29. April 1918. Amtlich»»»»erUnttaet: I« de» Braezianischen Bergen stellenweise Artillerie- kämpf. De» Chef de« G e» e e« l st a b e». voraussichtlich rot wählen, also ist eine Stimme für ihn mehr als genug. Ist demnach das Lohmannsche Doppelwahlrecht als Klassengesetz gegen die Arbeiter und als Ausnahmegesetz gegen die Sozialdemokratie von lückenloser Folgerichtigkeit, so erscheint es umgekehrt als der vollkommenste Widersinn, wenn man ihm irgendeinen anderen allgemein staatsrecht- lichen oder sozialen Leitgedanken zugrunde zu legen versucht. Werum z. B. ein Milchhändler Klvei Stimmen haben soll und ein Zeitungssetzer nur eine, ein Kleinbauer zwei und ein In- genieur nur eine, das wird Herr Lohmann keinem Menschen erklären können, wenn er nicht aufrichtig genug ist zu gestchen: Zwei Stimmen kriegt der Wohlgesinnte und eine der Uebel- gesinnte. Ein Zigarrenhändler bekommt zwei Stimmen ein Jahr nach dem er seinen Laden aufgemacht hat. Der akade- misch gebildete Beamte muß erst zehn Jahre lang Aktenstaub geschluckt haben, bevor er zur gleichen Würde berufen wird. Ein Filialleiter, der zu einem höheren Posten in der Per- waltungszentrale berufen wird, kann z. B. um die Hälfte seines staatsbürgerlichen Rechts kommen, wenn seine neue Stellung nicht als leitende anerkannt wird. Ein Rechts- anwalt,«in Bankdirektor, der zum Minister ernannt wird, wird dafür als Staatsbürger degradiert und muß sich erst wieder zehn Jahre lang zum Staatsbürger erster Klasse hinaufoienenl Dieses Zweiklasienwahlrecht neuester Erfindung ist um kein Haar weniger infam als das vom Verfassungsausschuß ausgeheckte Achtklassenwahlrecht. Es ist nur noch viel— deutlicher. Denn es trennt die Bevölkerung in zwei Heer- lager, hier die Besitzenden und Beamteten mit der von ihnen abhängigen Klicntenschaft. dort die trotzigen politisch ver- dächtigen Habenichtse. Und diese Masse wird dann in den entehrenden Pferch einer preußischen Halbbürger- schaft gepreßt. Ein System, wie dazu erfunden, künftige Klassenkämpfe bis zur Weißglut zu erhitzen. Würde dieser Vorschlag oder ein ähnlicher Gesetz, so wäre es an der Zeit, gewissen Hoffnungen ein tiefes Grab zu graben, einen schweren Stein darüber zu wälzen und. auf ibn die Worte zu schreiben:„Hier ruht ein Versprechen des Königs— erschlagen durch den Wortbruch seiner Minister. Anno Domini 1918." vor üer Abstimmung. Heute, 11 Uhr vormittag?, beginnt im Abgeordnetenhause die zweite Lesung der Wahlrechtsvorlage. Heute fällt voraus- sichtlich die Entscheidung. DaS Ergebnis läßt sich nicht vorausberechnen. Roch ist alle? in der Schweb«, noch immer haben sich einige Halbe und lln« entwegte, deren Stimmen letzten Ende? den Ausschlag geben, zu einer klaren Stellungnahme nicht durchgerungen. In eingeweihten Krciien herrscdl die Ansicht vor. dah da? gleicke Wahlrechi in der zweiten Lesung mit geringer Mehrheit abgelehnt wird, daß aber die Regierung nilht zur Auflösung des Landtages schreiten, sondern die Pause zwischen der zweiten und dritten Lesung zu einer B e r- ständigungsaktion benutzen will. Gegen das gleiche Wahlrecht sind geschlossen die K o n s e r« v a t i v e n. die größere Hälfte der Freikonservativen und ein Teil Nationalliberaler, dafür Fortschrittler, Sozialdemokraten, Polen und Z e n i r u m. doch werden eine Anzahl von Mitgliedern der Zentrumsfraktion, die grund- iätzlich Gegner des gleichen Wahlrechts sind, aber nicht in einen offenen Widerspruch mit ihrer Fraktion geraten wollen, der Ad» stimmung iernbleibezr. Angesichts dieser Parteikonstellation ist da? Schicksal der Wahl- rechtovorlage völlig ungewiß. Möglich, daß nur wenige Stimmen an der Mehrheit für das gleiche Wahlrecht fehlen, möglich, daß die Gegnerschaft größer ist alS man im allgemeinen glaubt. Jedenfalls wird man sich aus eine Ablehnung gefaßt machen müssen. Die Gründe sür und gegen das gleiche Wahlrecht sind so ofi auseinandergesetzt und die Debatten darüber haben in den lang- wierigen Kommisstonsberatungen einen so breiten Raum ein- genommen, daß olle« weitere Reden im Parlament eigenilich über- flüssig ist. Alles fühlt, daß die Stunde der Entscheidung gekommen ist, und daß eS jetzt nicht mehr auf Worte, sondern aus Talen an- kommt. Lehnt da« Abgeordnetenhaus heute da? gleiche Wahlrecht ab und folgt dieser Ablehnung nicht wie der Donner dem Blitz die Auflösung, dann wird sich eine liefe Enttäuschung der breitesten Schichten bemächtigen. Jede Handlung der Regierung wird von da ab mir größtem Mißtrauen verfolg: werden, denn von Ministern, die eine solche Herausforderung ohne Antwort ließen, würde mat, aus alles gefaßt sein, auch darauf, daß sie vor den Wahlrechlsfeiudei! schließlich zu Kreuze kriechen. Aber nichr nur für die Regierung, sür die Zukunit Preußens und ganz Deutschlands steht heute Gewaltiges auf dem Spiel. Sozialöemokratifche Anträge zur verfaß ungsvorlage. Di« sozialdemokratische Fraktion des preußischem Sdgeord- netenhauseS hat zu dar am Dienstag beginnenden zweiten Vera- tung der Verfaffmmgsvorlagen«in« Reihe von AbänderungScmträ- gen gestellt. Zunächst hat die Fraktion zu dem Z 1 der Wahlrechtsvorlage den programmatischem Antrag der Partei eingebracht: Wahlbe- rechtigt ist jeder Deutsche ohne Unterschied deS Geschlecht? im der preußischem Gemeinde, im der er seinem Wohnsitz hat, nach Vollendung des 20. Lebensjahres. Ein weiterer Antrag bezieht sich auf die Streichung der Bestimmungen des 8 2 der Wahlrechtsvorlage-, wonach vom Wahl- recht ausgeschlossen sein sollen Personen, die Armen- Unterstützung bekommen und aus bestimmte Zeit auch solche Personen, die wegen gewiffer'V erb rechen und Bergehen verurteilt sind, ohne daß ihnen die bürgerlichen Ehrenrechte abgesprochen sind. Zu dem grundlegenden 8 3, der in der Regierungsvorlage das gleiche Wahlrecht vorsieht, während die Kommission daraus ein Pluralwahlrecht gemacht hat, beantragt die Fraktion: Wiederherstellung der Regierungsvorlage. Zu 8 9. der die Wahlpflicht festsetzt, ist folgender Zusatz- antrag eingereicht: Die Wahlen finden an einem Sonu- oder Feiertage statt. Die Arbeitgeber sind verpflichtet, ihren Angestellten und Arbeitern die zur Ausübung ihrer Wahlpflicht erforderliche Zeit ohne Einbuße an Gehalt oder Lohn zu ge- währen. Zu 8 19, nach dem die Wählbarkeit an die Vollendung deS 30. Löbensjahres und an eine dreijährige Staatszugehörigkeit ge- knüpft ist, wird beantragt: Wählbar ist jeder Preuße, der 23 Jahre alt und nicht von der Wahlberechtigung ausge- schlössen i st. Der letzte Antrag zur Wahlrechtsvorlage bezieht sich auf die Wahlkreiseinteilung. Es wird beantragt, dem �bsatz 2 de? 8 24 folgende Fassung zu geben: Der Abgrenzung der Wohl- bezirke und Verteilung der Abgeordneten auf sie wird ihre nach der letzten allgemeinen Volkszählung ermittelten Einwohnerzahl zugrunde gelegt. Ans jeden Abgeordneten entfällt die gleiche Einwohnerzahl. Zu dem Gesetz betr. Zusammensetzung des Hrrrenhaufe» hat die Fraktion folgende Anträge gestellt: 1. Soll"iue Zahl der Berliner Serireter wieder auf 3 bemessen werden(nach der ursprünglichen Regierungsvorlage waren cZ drei, die Kommission hat der Stadt Berlin nur zwei V«r- ircter eingeräumt). 2. Die Zahl der Vertreter der Landwirtschaft, die von den Landwirtschaftskammern gdoähh u d, Voanirapt die Fraktion von 24 auf 12 herabzusehen, t sie Zahl der Arbeiter von 1« auf t8 und die der i;:er st Wnge st eilten im Sinne des VersichcrungSgese�et für Angestellte von 12 ans 2t zu erhöhen. Das Vorschlagsrccht sür'? V r-. t e r der S t ä d t e soll nach dem Beschlüsse der Komm, sum ausgeübt werden lediglich von den Bürgermeistern dieser Städte, und ebenso sollen nur Bürger- meister gewählt werden können. Hierzu beantragt die Fraktion, daß der VorschlagSkörvcr ans Vertretern der einzelnen Städte besteht, unbeUmmert ob sie dem Magistrat oder der Stadtver- o r d u e t e n v e r s a m m l u n g angehören, daß die Wahlen zu dem Vorschlagskörpcr in jeder Stadt in gemeinsamer Sitzung des Magistrats und d r Stadtverordneten unter Vorsitz des Bürgermeisters erfolgen und daß jeder Bürger vorge- schlagen werden lann. Zu dcm Gesetzentwurf über die Verfassungsänderung hat die Fraktion einew Zusahantrag zu Artikel S2 der Verfassung eingebracht: Ist jedoch ein Gesetzentwurf in zwei aufeinandcrfol- senden Tagungen vom Abgcordnetcnhause angenommen, von der Ersten Kammer abtr abgelehnt oder nicht zur Beratung gestellt worden, so wird er dem Könige ohne Rücksicht auf die Erste Kam- »irr zur Genehmigung vorgelegt und gilt, wenn er die Genehmi- gung des Kölligs erhalten hat, als rochtsvrrbindlichcs Gesetz. Für den Fall der Wlehnung dieser Bestimmung, die der eng- lischen Verfassung entnommen ist, wollen die Sozialdemokraten den in der H e rre nhau svorlage von dar Kommission vorgeschlagenen numerus clausus beseitigen.(Dadurch wäre dann die Möglichkeit wiederhergestellt, Meinungsverschiedenbdten zwischen den beiden Häusern durch Ernennung neuer Herrcnhausmiiglieder zugunsten eec Polkskammer auszugleichen.) Irieöensverhanölungen in 5mn!anö verweigert. Kopenhagen, L9. April.„Berlingske Tidcnde� meldet aus Stockholm, aus Wasa werde gedrahtet, daß die Fortschritte der bürgerlichen Truppen auf'allen Fronten, besonders auf der Ostfront anhalten, so daß die Kote Garde bald voll- ständig besiegt sein werde. Die Führer der Revo- l u t i o n ä r e entsandten letzten Freitag eine Abordnung unter Führung des früheren Landtagspräsideuten Manner, die lim Einleitung von Friedensverhand- l un g e n ersuchte, was jedoch abgeschlagen wurde, da ihre»ubcdiiigtc Unterwerfung gefordert wird. Der Gürte!»«" Lpern. (Telegramm unseres Kriegsberichterstatters.) Gr. Hauptquartier, 29. 4. 13. Die N i e d e r; w i« g« n g des Kemme! zieht t ä g- tich weitere Kreise. Tie heute gemeldete Einnahme vw Dörfer Loire und Vormezcele zeigt, daß die deutsche brung ihre am Kemme! erstritteue Bewegungsfreiheit an i;kn Flügeln entschlossen ausnutzt. Mit Bormezrele ist . iS letzte Dorf in der Angriffsrichtung auf den Süd. and von ■'jptrn gefallen. So pvästs orocitet die drntsche Aogr'ffS- nechanik, daß jeder kleinste Berluft in der südlichen Schlacht- -out den Feind zugleich an der bedrängte» Ostfront große strecken kostet. Wieder wanft seit gestern der?!pervbogen. :mmcr magerer werdend, westwärts. I« Z i l l e b er k e bell«teu wir zwei Kilometer vor der Stadtmauer von Dvern bisher nie besessenes Gebiet. Wsihreud die Franzosen, mit Blindheit geschlagen, über den zweiten angeblichen Sieg bei AminlS kindlich jubeln, schrumpft die ehemalige stolz e englischeAusfallstetli'g in Flandern r ä g l i ch mehr und m e h r zn einem druckenden, engsitzcn- den Gürtel um die Stadt zu Schule» befitzt Pankow ein Realgymnasium, Dienstag, ZH. flprU 191$ eine Oberrealichnle, ein Lyzeum und Oberlyzeum, eine Knaben- und Mädchenmittelschule, sieben Gemeindeschulen und eine Pflichtfortbil« dungSschule. An diesen Schulen sind insgesamt über 300Lehrkräste tätig. Pankow ist außerdem Sitz eines AmlSgerichts, eines Hauptzollamis und eines Steuerveranlagungsbezirks. Zur Bewälligung seiner umfangreichen kommunalen Verwaltungsarbeiten sind neben einem Bürgermeister, einem besoldeten und vier unbesoldeten Schöffen, zwei Gemcindebaumeistern und einem Gemeindeassessor weitere 150 Beamte und Angestellte, sowie außerdem in der jetzigen KriegSzeit noch etwa 270 Blireailhilfskräsie erforderlich. Es liegt aus der Hand, daß ein so ausgedehntes und kompliziertes Genicinwesen seincnAusgaben unter der primitiven Ortsversasinng der Landgeincindeordnung nur unter großen Schwierigkeiten gerecht zu werden vermag. Auch die Aus- sichtSbehörden dürfen sich bei dieser Sachlage nicht länger der Ein« ficht verschließen, daß vor allein auch im Interesse der ungehemmten Bewältigung der so wichtigen>ind umfangreichen Kriegscriorder- nisse dem Stieben Pankows nach Einführung der Siädleverfasiung diesmal mehr Entgegenkommen gezeigt werden muß wie bisher. Charlottcnburg. Lebensrnittel. Auf Abschnitt 41 und 42 der Eierkarte kann bis 4. Mar ein Ei abgegeben und entnommen werden. Von den Bezugskarten für Gastwirtschaften, Konditoreien, Ponsionen usw. gilt während dieser Zeit der Abschnitt 37, auf diesen ist die Eicrmenge zu liefern, über den er lautet. Die Belieferung erfolgt noch nach der alten Eierkundenliste.— Aus die für die Woche vom 6. bis 12 Mai gültigen 14 Abschnitte l9a— g der grünen Charlottenburger Kactofselkarie dürfen je Vi Pfund Kartoffeln, zusammen 7 Pfund Kartoffeln, abgegeben und entnommen werden. Mit der Abgabe der Kartoffeln auf die Abschnitte 10 wird bereits am 29. d. M. begonnen. Die Gültigkeit der Abschnitte 13 erlischt oin 6. Mai.— Zucker,% Pfund, auf die Zuckerkarte vom 1. bis 15. Mai.— Allgemeine Groß-Verliner Lebens- �mittelkacte mit Aufdruck Charlottenburg: Kunst- Honig, 1 Pfund, auf Ilbschnitt 21 bis 4. Mai. Paketware zum Pnind- preise von 0,75 M. oder Ausstichware zum Pfundpreise von 0,73 M. je nach Vorrat. Weizengrieß, 150 Gramm, Abschnitt 24 bis 4. Mai zum Pfundpreise von 0,32 M. Teigwaren, 200 Gramm, Abschnitt 25 vom 2. bis 11 Mai. 1. Sorte zum Pfundprcise von 0,83 M., 2. Sorte zum Pfuirdpreise von 0,60 M.— Note Nahruugsmittel- karte: Getrocknete Mohrrüben, 150 Gramm, auf Abschnitt 131 vom 23. April bis 4. Mai zum Preise von 0,75 M. Heringe, 250 Gramm, aus Abschnitt 132 vom 23. April bis 11. Mai zum Pfund- preise von 1,25 M. für Salzheringe und 1,20 M. für Kleinheringe. — Haushaltungskarte: Schleuderhonig, ausländischer, ga- rantiert rein, 1 Glas auf BezugSkarte„V" bis auf weiteres zum Preise von 9 M. pro Glas.— Groß-Berliner Nährmittelzusatzkarte für Jugendliche mit Aufdruck Charlottenburg: Teigwaren, 100 Gramm, auf Abschnitt 10 vom 29. April bis 5. Mai. 1. Sorte zum Psundpreise von 3B3 M.. 2. Sorte zum Psundpreise von 0,63 M. Getrockneter Spinat zum Pfundpreise von 3,45 M. wird ohne Entwertung von Kartenab- schnitten abgegeben.— Ausländischer Kaffee-Ersatz kann freihändig an die Bevölkerung verkauft werden. Gastwirtschaften, Pensionen, Konditoreien, Kaffees und Kantinen bzw. Großverbraucher können Bezugsschein« aus ausländischen Kassce-Ersatz, ausländische Manne- lade, Sirup und Knochcnbrühmasse gegen Vorzeigung eines Aus- weises im Rathause, Zimmer 43a, empfangen. Spandau. Lebensmittel. Weißlohlsauerkraut ist auf Feld 75 in einer Anzahl von Geschäften erhältlich.— Butter aus Feld 3. Teigwaren(7?). Kunsthonig(78), sowie Heringe(77) sigd noch in eiuer Anzahl Geschäfte zu haben.— Von heute ab gibt es auf Feld 4 der Lebensmittelkarte für Jugend- liche zwei Eier.— Die gelieferten Grouven und Grütze dürfen vom Montag ab(80) verkauft werden.— Kohlrüben kosten von jetzt ab im Kleinhandel 8 Pf. das Pfund. Schöneberg. Weiterer Boransbezug von Kartoffeln. In dieser Woche müssen auf Abschnitt 33 der Schöueberger Nährmittelkarte vierzehn Pfund Kgrtoffeln abgegeben und entnommen werden. Diese Kartoffeln gelangen später zur Abrechnung. Alle diejenigen Personen, die mit Kartoffeln vorversorgt und nicht im Besitz von Kartoffelkarten sind, dürfen auf die Nährmittelkarte Kartoffeln nicht entnehmen. Neukölln. Die Gültigkeit des Abschnitts 41 der Eierkarte wird bis zum 1. Mai verlängert.— In der Zeit vom 1. bis 15. Mai erhalten die auf Neuköllner Gebiet befindlichen Einhufer folgende Futtermengen: Versorgungsklasie 1: Gerstenschrot 45 Pfund, Milchfutter 80 Pfund, Kartoffclschnitzel 20 Pfund. Versorgungs- klaffe 2: Gerstenschrot 30 Pfund, Mischsiitter 70 Pfund. Versor- gungsklasse 3: Gecstcnschrot 2214 Pfund, Mischsutter 50 Pfund. Ferner Heu und Stroh nach Eintreffen der Ware. Fricdrichshagen. Neuanmeldung der Lebensmittelkarte«. Bi« heute sind die neuen Lebensmittelkarlen anzumelden. Bei dieser Gelegenheit kann mit dem bisherigen Lieferanten gewechselt werden. Die an den allen Karten noch vorhandenen gültigen Abschnitte sind aufzubewahren._ Lichtenberg. Lebensmittel. Vom 23. ab werden an die Kinder vom 4. bis 6. Lebensjahre ausländische Haferflocken abgegeben, und zwar an jedes Kind ein Pfund zum Preise von 85 Pf. Die Haferflocken sind gegen Vorzeigung der Vollmilch- karten für April in den städtischen VcrkaufShallen und Filiale» der Konsumgenossenschaft erhältlich Soweit aus der Kinder- gerstcnmehlDerteilung des März noch Vorräte vorhanden sind, können diese an die Kinder im 4. bis 6. Lebensjahre bis zu 14 Pfund für jedes Kind zum Preise von 76 Pf. pvo Pfund abge- geben werden, und zwar neben den obenerwähnten Haferflocken.— An Brotaufstrichmttteln gelangt für die Zeit vom 1. bis 16. Mai ohne Voranmeldung auf Abschnitt 20 der gemeinsamen Lebens- mittelkarte«in Pfund Marmelade zum Preise von 32 Pst zur Verteilung. Abschnitt 20 J wird zurzeit nicht beliefert. Abschnitt 20 verliert seine Gültigkeit am 16.Mai.— Mit Rücksicht auf die gegenwärtige reichliche Zufuhr von Karwffeln wird den Ver- brauchern gestattet, für die Woche vom 23. April bis 5. Mai auf .die 14 Abschnitte>8a— g zusammen 7 Pfund Kartoffeln �u entnehmen. Militärurlauber sind berechtigt, auf jeden Abschnitt ihrer Karioffelkarte ein halbes Psuud Kartoffeln zu entnehmen.— Vom 29. April ab dürfen abgegeben und entnommen werden gegen Vorzeigung der Lichtenberger Lebensmittelkarte ohne Abtrennung von Marken: Frisches Gemüse. Gegen Abtrennung von Mar- ken: gegen Voranmeldung auf Abschnitt 208E 1 Bri eschen Süßstoff zum Preise von 25 Pf. Auf Abschnitt Nr. 138 der Lichten- berger Lebensmittelkarte wird nach Eintreffen der Sendungen bis auf wetteres je 14 Pfund inländisches Weißkohlsauerkraut zum Preise von 25 Pf. pro Pfund abgegeben werden. Bei Abgabe eines einzelnen halben Pfundes beträgt der Preis dafür 13 Pf. Aus Abschnitt 209 der Lichtenberger Lebensmittelkarte wird Dörr- Mlschgemüse zum Preise von 2L0 M. pro Pfund oder g e- trockneter Grünkohl zum Preise von 2,30 M. pro Pfund oder getrockneter Rotkohl zum Preise von 2.50 M., Weißkohl zum Preise von 1,37 M., Möhren zum Preise von 2,50 Mark abgegeben. Abschnitt 133 behält, sonxit er noch nicht be- liefert ist, seine Gültigkeit. Auf Abschnitt 188 K, G der Lichtenberger Lebensmittelkart« je eine Dose kondensiert« Ma- ger milch mit Zucker zum Durchschnittspreis von 1,30 M. Der auf der Dose befindliche Preis ist für dieses Mal nicht maßgebend. Auf Abschnitt 191 K, J je ein Palet Puddingpulver zum Preise von 22 Pf. Auf Abschnitt 203 8, E, G, J je 150 Gramm kochfertige Suppen zum Preise von 75 Pf.— Gegen voraus Meldung in den Konfitürengeschäften kann auf Abschnitt 131 G >er Lichtcnberger Lebensmittelkarte je% Pfunb Keks sHonig- ebäctj zum Preise von 1,7S M. abgegeben werben.— In den lädtischen �ischyallen und bei den hiesigen Fischhändlern und 'iäucherwar.ngeichästen werden abgegeben: Aus Abschnitt 2lXZ L, ],G, K M Pfund Hering«.(Heringe sind auch in den Kolonial- Warengeschäften zu haben.) Auf Abschnitt 2l1 L, s. c;, X 1 Pfund Frische Fluß- und Seefische. Auf Abschnitt 205 E, J, G, K M Pfund Räucherwaren. Auf Abschnitt 107 E, J, G, K 1 Dose Marinaden zu Tagespreisen. Für den Kaut von Fischen und Fischwaren erfolgt Voranmeldung in Geschäften nicht. Für alle städtischen Fischballen, sowie für sämtliche Räuclwr- Warengeschäfte, welche städtischerseitS beliefert werden, ist der Ver- kauf von Räucherwaren wie folgt geregelt: vom 29. April bis 1. Mai werden die mit blauem, vom 2. bis 4. Mai die mit grünem, vom S. bis 8. Mai die mit rotem, vom 9. bis 11. Mai die mit gel- bem Aufdruck versehenen Lebensmittelkarten abgefertigt.— Sobald die KleinhandelSgeschäfte in den Besitz der bezugscheinpflichtigen Waren gelangen, haben sie dies dem Publikum durch Aushang bekannt zu geben. Alle übrigen Waren sind in den durch Aushang kenntlich gemarkten Geschäften zu haben. Di« Reihenfolge der Karten für die Abfertigung in den städtischen Verkaufshall«n wird durch Aushang in diescn bekannt gemacht. Weißensec. Lebensmittel. In der nächsten Woche wirh der Verkauf von Eiern fortgesetzt. Es können kaufen: Tmeler Str. 2: am 80. April vormittag« die Inhaber der Eierkarten 2501—3750, nachmittags die Inhaber der Eierkarten 8751—5000; am 1. Mai vormittags 5001—6250, nachmittags 6251—7500. PistoriuSstr. 24: am 30. April vormittag« die Inhaber der Eierkarten 23 401—25 100, nachmittags die Inhaber der Eierkarten 25 101—26 300; am I.Mai vormittag? 26 801— 28 500, nachmittags 28 501— 30 000. Auf Abschnitt 22 der vorstehend aufaerutenen Eierkarten werden 2 Eier verabfolgt zum Preise von je 88 Pf. Ueber die Ausgabe von Eiern an die Inhaber der Eierkarten von 7501—20 000 ergebt in den nächsten Tagen noch eine besondere Bekanntmachung. Außer Eiern werden in beiden Verkaufsstellen in beliebigen Mengen ausgegeben: Kraftblutkonserven(1 Dose 1,50 M.) und FHchpudding (Dole 7,30 M)— In dieser Woche dürfen auf die Ab'chnitte 105a bis 106g der Kartoffelkarte je Pfund, zusammen sieben Pfund Kartoffeln abgegeben und entnominen werden. RowaweS. Eine gcmeinnStzige Rechtsauskunftsstelle, deren In- anspruchnahme der Einwohnerschaft unentgeltlich freisteht, ist von der Gemeinde eingerichtet worden. Sprechstunden jeden Dienstag und Freitag 8—3 Uhr im Zimmer 19 de? Rathauses in der Priester- straste.. fiotmoft. LebenSmittek. Heute findet in den Verkaufsstellen der Gemeinde auf folgend« Nummern des Ausweises der Verkauf von Marinaden statt: Winkel: Nr. 4336—4635; Ritdow: Nr. 3601— 3000; Krommert: Nr. 2401—2850 und Nr. 4001—4050; Müller: 3006-3303; Ziegener: 2401—2700.— Auf den Karten- abschnitt 88 der Zuckerkart« und 18 der Zuckerzusatzkarte, gültig für den Monat Mai. findet die Ausgab« von Zu cker statt. Di« Karten- iuhaber haben vom 1. bi« 10. Mai die Kactenabfchnitte bei dem Kleinhändler abzugeben, in dessen Kundenverzeichnis sie eingetragen sind. Die Kleinhändler haben dem Karten iuhaber über die erfolgte Zuckerkartenabgabe eine Bescheinigung auszustellen. Die Karten- iuhaber haben gegen Rückgabe der vom Kleinhändler ausgestellten Bescheinigung den Zucker vom 15. Mai ab in Empfang zu nehmen. Der Verkauf von Saatkartoffcln findet nur noch bis 2. Mai statt. Erhebung über den Petroleumbedarf. Um den Bedarf an Pe- troleum für die nächste versorgringSzeit festzustellen, ist die Angab« der ausschließlich auf Petroleumbeleuchtung angewiesenen Haushaltungen, Hausgewerbetreibenden. Viebställe. Molkereien er- forderlich. Die Anmeldungen müssen bis spätestens 2. Mai im Rathaus, Zimmer 11, abgegeben werde». Grog-6erllner parteinachrichten« Lichtenberg. Bei der Stadtverardnetenersotzwahl in der 2. Abteilung ist Genosse Fron, Scheffel mit 66 Stimmen gegen 36 der Unabhängigen gewählt worden. Weißensee. Die.« o r w ä r t S'- S p e d i ti o n wird vom 1. Mai an der Genoff« Wasielewski übernehmen. Die Spedition bleibt nach wie vor Berliner Allee IL flus aller Welt. TaS Mhrennulö«? auf dem Neckar. Zu dem Fähreunglück ans dem Neckar bei Hammerschmiede nahe Obereßlingen wird noch gemeldet: Zahlreiche Personen benutzten die auf eine Tragkraft von 60 Personen berechnete Fähre. Sie stürzten, al« diese umschlug, sämtlich in den Fluh, viele tonnten sich ielbst retten, andere wurden von herbeigeeilten Leuten au« dem Wasser gezogen. Bis jetzt wurden 14 Leichen gelandet. Man nimmt an, dah insgesamt 20 bi« 80 Personen bei dem Unfall umS Leben kamen. Sriefkasten öer Neöaktwn. E. H. 50. Der Urlaub soll deswegen nicht verweigert werden. Fähren Sie daacgen Beschwerde.— I. CG. Die Entscheidung d tu üb er liegt beim Militärarzt— P. 611. Die von Ihnen angegebenen Jahrgänge werden vorläufig weder entlassen noch beurlaubt.— R. Zt. 45. Das richtet sich nach dem Versicherungsvertrag, den sie daraufhin genau durch- sehen müssen.— W. Z. 25. ES besteht darüber keine direkte Versügunq. Im Reichstag aber Iii die Zusicherung gegeben worden, daß in solchen Fällen eine Zurückziehung des Famüienoaters ersolgcn kann. Durch Gesuch denn Generalkommando könnte das erwirkt werden.— A. KZ. Wegen der unangemessenen Behandlung durch den Vorgelebten müssen Sie wsmnzeu- mäßige Beschweide sühren Verboten kann Ihnen aber werden, dag Sie unnötig viel Geld bei sich sühren. Den ZeichnnngSantrag werden Sie aus diesem Grunde zurückziehen können.— W. N. 100. Wabricheinlich werden Sie nicht weiter dienen brauchen nach itrtegSbeendigung.— 16/65. Wenn es der militärische Dienst ersordert, ja.— 501. 141. Dir halten Sie in diesem Falle nicht sür schadenersatzpflichtig.— Rr. Sil F. t. Der Austausch der ZivIIgefangenen ist noch nicht geregelt. Sie werden sich noch kurze Zeit gedulden müssen. 2. Herr Hjelt zurzeit Hotel Continental.— Abon. de«»Vorwärts». Ihnen flehen keinerlei Bezüge aus Ihrer früheren Stellung zu.— O. P. 24. Nein.— 6. 3. Lau na.!. Der Schneider halte kein Recht, den Anzug zu verkaufen. Sie können von fbm, den jetzigen P. eisen entsprechend, Schadenersatz verlangen.— M. 3000. 1. Gegen diele Festsetzung der Arbeitszeit können Sie nicht? ewwcnden. 2. Adrclficren Sie: Berlin NW 7, Reichstag. — 1875. Ein lolcher Antrag ist tm Reichstage nie gestellt und mc an- genommen worden. Wir glauben auch nicht, daß ein Gesuch um Zurück- Versetzung in die Heimat Erfolg hätte. Ein solches Kciuch wäre an die Kompagnie einzureichen.— M. R. 3334. Direkter Anspruch aus Zurück« ziehung Hestedt nicht. ES könnte aber der Verluch gemacht werben.— E. 8. 26. Nervenlctdcnd landüurmvssichtlg.— 201. E. Sch. 1. Rein, Sie haben nur Anspruch aus Rente. 2. Ja.— M. D. 100. Die Uuler- stützung mutz nicht nachgezahlt werden, da Bedürftigkeit jedenfalls erü von dem Tage an anerkannt worden ist— I. 2ch. 203. 1 Idrr Mitglied- schast im Verband ist, wenn Sie sich abgemeldet haben, durch die ilWrtär- zeit nicht ausqebobrn. 2. Die A>lSkunlc Richtige. thealer �Königgraizer Str. 7 Uhr rum 1. Male: Die Schwestern und der Fremde. Komödienhaus VI, Uhr: I»Ie Zarin. BerlinerTheater 7 Uhr; Itlltzblaiics Blut. TSgl. 71/, Sonnt. a'/.o.V1/, Heute letzter Tag dee großen April-Programms. Casino-Theater Lothringer Str. 87. Tägl. 11. DaSVolkSstück von Ad. L'Arronge Annans Traum. Ein heiteres Famiiicnbild. Vorder das neue April-Progr. Emss Merkel, Bruno Rügen uiw. Sonntag 4 Ubr: Malentauber. Theater für Dienstag, 30. April. Oentral-Theater Komraandantenstraßo 57. 7*/,: Ole Onardasf llrstln Deatwches Opernhan« Figaros Hochielt Friedrlcb-Wllbelmst. Tbcater Tv.uhr: Das ßreiöiliileriliafls. Kleines Theater VI, Uhr: Himle. �Comlnche Oper 7*|a p-SeliwaragalMel. Lustspielhaus Affi 1 Mai ubonds 7'J4 Uhr: Jubiläuxus-V orstellung. Die blonden MliilelST.LIndeDboi Neues Operettenhaus Bohiffbd. 4a. KassentNd. 281 Tv.uhr: Oer Solilat der Marie. Metropol-Theater Die Rose von Stanibul. 7'/. Uhr: Heoldena-Tbeater Tv.uhr: Der junge Zar. Schiller-Theater O 7V, uhr: Ein Erfolg. Schliler-Th. Chart. vi, uhr: Die Ehre. Thalia-Theater �DnlerderiWeDLlüile Theater am Notlendoriplatz 7 Uhr: Theater des Wewten« 7v, uhr: Ludwig IIV. mit Guido Thlclscher. Vorh�. Der Reglmentazauberer. T.etzter Ta* 1 Ballett Oharell Künsü, Leitg. u. Kostüm- Entw. Ludwig Kainer Choreograph. Leitung; Eric Charcll •osric der � hriie'-Spieipli! Trianon-Theater 'LS am Bh». Frledriohstr.'/.S Tel.: Zontrum 4927 und 2891. Der Lebensschüler Komödie von Ludwig Fulda. Ida Wüst, Erich Kaiser-Tita, v.Möllendorkf, Flink, Rettmer. 8tg. 4 ü. kl. Pr.: Johannlifauar. TägL TV„ Stg. 3*1, u. VI, Die große Pracht- Ausstat.t.-Pantomime „Frühllugsspiele" in 4 Akten. Besond. hervorzuheben; Die großen WanBcr-Szenen i Sturmszene mit Wolkenbruch!— Kahnrutsch aus 30 Meter Höhe! Vorher das groBo Zirkus- Programm. Apollo| | Fnedrichstr. 218.| Der Flieder von TnitiKtan [ sowie die verblütfenden{ VarietS-Attraktlonen. | Theaterkasse ab 10 U.| ununtorbr. geöffnet. MARXFEIER seines Zur Erinnerung; an die 100. Wiederkehr Geburtstages am Bonntag:, den 5. Hai 11)18, mittags 12 Uhr, im großen Saale des Cewerkschaftahauses, Engelnfer 15. Feoivortrag, gehalten v. Keiehstaga- abgeordn. Wilh. Bios; Rezitationen, gesprochen von Ed. v. Winteratein, vom Deutschen Theater; Mfinnerohöre, gesungen von der Typographie, unter Leitung ihres Chormeisters. UM" Eintrittepreis SO Pfennig:.-MO Einlaß von 11 Uhr an. Beginn Punkt 12 Uhr. Ende 2 Uhr.« 202/4* Billotts sind durch alle Parteifanktionftre und die Parteispoditionon zu beaiehan. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein Dia Bezirksorganisat'es 8roS-Bsrfl«. Natlonal-Ttieaier ri2 Zum 105. Mala: Die ist richtig! Musik; Walter Bromme. Bonntag 8V, Uhr: Sohannisjener. Rose-Theater. 7*/. Nhr: m mä im Makel. Gonconlia- Lichtspiele Andreasstraße 64. Nur Oienatag bl* Donnerstag Uenny Porten in Edelsteine.« � Max I-anda in l Krähen fliegen um den Türm J 4 Akte. Walhalla-Theater. vi, Nhr: Bus Mfonfeaöcrf. Kaffee Luitpold Mot.wtraBe 15. Kabarettr Frank Bergmann Pepi Pfeiffer Martin I-ttwe und das groDa jlpril- Programm. 1000 EVIark Belohnung. Ein Lederkoffer, hsllgejbücii, in der Mitte den Bockel« oinscachnittOBc. Monogranim Ii. B., mtt branner Hülle, am Sonnabend, den 27., abends Ü'l, Ahr, an der Gepäckausgabe Babnliof Zoologischer Gnetrn dem Geväcklrägcr Gol.sschllng, Halensee, Martgras» NIbrecht'Str. 5, gestohlen worden. Jnhali: Cutaway u. Weste, schwarz meliert, zwei gute dunklere GelellschastSbosen, grau gcstrelst, ein braunes üülle:-Jackett, zwei weisse Taghemdkn mit leinenen kmzen Dzustrlnwtzen, drei Paar Anknöpsmanschelten, ein Nachtbcmd, rot paspeltcrt. vier leinene poröse Unlerjacken, füns weisse Taschentücher, drei Paar Ichwarze Strümpfe mit Scidenzivickcl, alle» gezeichnet B. H., cw qeib- IcbtriTc: Kragenbeutel mit acht Stehkragen Nr. 41, ein Resser- Pinsel, DachShaar, mit weissem Knochengrtss, ein Ressermesser im schwarzen Elui. je ein weisser Scijen- und Zahnbürsten- bchälter, eine Schildpatt-Haarbürstc und schwarzer Kamm, ein Paar Lack-Hauslchube mit lila schadbaitem Seidcnsuiter. ein Paar säst neue Ebevreau-Schnürssicsci mit zulammenttappbaren Eiseulcificn in schwarzem Schuhbeulcr. drei neue bunle Tisch- decken, eine Leselupe mit schwarzem Rand und Griss, eine kleine Ichwarze Lupe mit DodvelglaS, ein Kopskissen mit oiersach Hobl- säum und drei gestickten kleinen Kränzen, gezeichnet K ff, dwersr GeschästSpaPiere und leere Briesbogen üno Firmendruck. Ich bitte jeden gxdentiich denkenden Menschen, du tüwr den Köster oder seinen Inhalt etwa««rsäbrt. mich sofort zu benach- richtigen, da ich und meine Familie durch den Diebstahl auf« schwerste geschädigt find. Nachrichten nimmt auch entgegen Polizeirevier 8. Bahnhof Zoologischer Garte», Telephou: Amt tStlhetm»«WO.' KW Stdtern, Arnold Riock in Der Vetter aas Mexiko. 8 Akte. Spezialarzf-ZH Dr. med. Coieman FrleÄtraue§1/82.» de« Dorothconstr. Haut-, Harn-, Geschlechts-, Frauenleiden. Sex. Neurasthenie. Kürz. Beb. ohne Borufsstörung. Teils. Harn- u. Blutuutersuchungen Sprechst 10— 1, 5— 8; Bonntag 10—1. 143L Kennen Sie die Wohltat einer I-elbblnde? Sämtliche Systeme am Dag. resp.nach Maß anfertig, solvie Bruchöandagen f"' Artikel z. fieaandheits- nnd Krunkenpllogrc. Pollmann, Bandagist, Berlin N., Lothrfngar Str. 60.* Lieferant kür Krankonkass. Jk Berliner Konzerthaus Mauerstraße 82 Zimmerstraße 90/91. Honte: Großes Konzert de» Berliner Konaepthans-Orchc.ter., Leiter: Komponist Franz von Blon. Anfang 7V, Uhr. Eintritt SO Pf, Anfang 7'/, Uhr. Freitag, den 3. Mai: WohltStigkelts Dopnelhonzert, «eranstaltetvon der liebesgabensammelstoUe Stadtrat a.D. Adalbert Bahn». Berlin W, Ueilbronner Straße. Was Ml öer iaa™r 3" IS: ifssea? Von K. Gerling.— 81. Taneend. Das Erwachen der Liehe und Wesen der Ehe.— Abstammung und Vererbung.—■ Die Bntetehnng des Menschen.— Das Vorleben.— Die Vergangenheit des Mädchens,— Geschlechtskrankheiten.— Folgen in der Ehe.— Erziehung zur Ehe.— Wie soll die Frau beschaffen sein?— Wie lernt man das Mädchen kennen?— Krantnaoht und Flirterwochen.— Das Benehmen des jungen Gatten.— Kindersegen.— Vertrauliche Worte. .Wiener Montagszeltung'; Gerling hat es meisterhaft verstanden, den Ton zu finden, der zum Herzen geht Freimütig und offen, wie im vertraulichen Zwiegespräch spricht der Mann zum Menne. Dank für alle die Lehren, die Sie in ihrem trefflichen Buche in so hingebender und idealer Weise ausgesprochen haben. In den meisten Punkten habe ich erst durch Ihre lichtvollen Ansffthrungen Klarheit gewonnen. 0. B, Lehrer.— Preis 2.60 M., Porto 20 Pf Oranla-Terlag, Oranienburg bei Berlin 92. Relchshallen- Theater, Allabendlich VI, Uhr: Steltiner Sänger. Reichshallen-Saal 8 Uhr: OreBes BlOthgeti- Konzert. Ungediente Erwerbs- MSgllcbbeMen bietet«, nlduto ZuknnlL Ein« Bei rrelfend* Änderung unurw gtumttn WlrschaCslebtn««In Auf- •chwunv unserer Industrie u. des Ha» 4els steht bevor, und es werden UberzB geschulte Krähe gesucht »ein. AngehBrlge teduüscber Beruft n. Handwerker aobeo nlew«enAumen ihre Kenntni»« and Perigknten dp kommenden Zrit anzupssseii, um teil runehmen en der«trSv-haftflchen Er folgen, die naturgemlS dta Ergebol des gewaltigen iringent sein müssen Dia beste Mittel, rasch und grflrdlich Ohrs Uhrer. durch einlachen Seibat unterrlcbt eine grtndlicbe Ausbildunz In Uchnlichen wlwenachalteD zu er wetten, sind-pe tecjwlacfien Selbe* anterrichttwcrke„Sj-ef.Karosck flsctitald". SO S. stark* Bio schflre kosionlos. Sconess 5 HacstfeM, Psisckö Postfaeä 167 Spezialarzf Dr med. Dahmann für" Geschlechtskrankheitnn, Haut-, Harn-, Frauenleiden, nervös. Schwache, Beinkranke. 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Dadurch ist ein Treffen de» Ziels nur bei nngesühr richtigem Vifier möglich, weil sonst die Gcschosie drunter oder drüber gehen würden, Do» für Flugzeuge in der Luf. zutreffende Visier aber zu finden, ist nun die Hauptschwrerigkeil beim Beschießen von Flugzeugen. Man erhält beim gewöhnlichen Schießen bekanntlich daS richtige Visier, indem man die Enticrnung bis zum Ziel ermittelt. Beim Schießen im Gelände ergiebt bier'ür die Beobachtung der Geschoß« ernschläge den besten Vlnhalt. Je nach ihrer Lage zum Ziel erhöht oder kürzt man das Visier, bis die Geichoßgarbe in das Ziel htnein« kommt. Fehlt nun aber die Möglichkeit solcher Beobachtung ganz — wie dos ja stets� bei Gewehr« und Maichinengewehrsener aus Flugzeuge der Fall ist—. so hifft man sich, indem man die En!« iernung schätzt. Daher denn dem EntiernungSschätzen eine so wich« tige Nolle in der mililäriichen Llu'-brldung zufällt. Diese« HilsS« mittel jedoch läßt sich bei Fluazeugen nur ungenügend verwerten, weil aüe bierfür notwendigen Anhaltspunkte beim Schätzen in der Luft fehlen. Es ist nicht möaUch. die gelernten und dem Auge ein» geprägten Schätzu? gsmaß'iäbe wie auf dem übersehbaren Boden io in den Dunst der blauen Luft zu übertragen. Die einzige Schätzungsniöglichteii ergibt die verschiedene Größe, in der da» Flugzeug in verschiedenen Höhen dem Auge erscheint. Aber auch b'erau» läßt sich be' meist herr'chender Nnkennin,« der wirklichen Höbe nur iehi schwer ein sicherer Maßstab gewinnen, llnd schließ- lich bereilen dabei die ganz unterschiedlichen Größen der einzelnen Flugzeuge wie die wechselnde Sichligkeil der Lust ost arge Täuschungen. Es ist tatsächlich schon nicht leicht, auch nur den eigentlichen Standpunkt eines Flugzeugs in der Lust mit einiger Bestimmlbest festzulegen. Ein praktisches Beispiel mag da« belegen. In der vorderen Kampfstellung wie in der etwa«in Kilometer dahinter be» findlichen Reseivestelliing und auch im Rubelaqer weitere drei Kilometer zurück besinden sich bereitgestellte Maschinengrwebre zur Atiwehr feindlicher Flieger. Die Fltegergewehre beim Ruhelager sieben auf einer Anhöhe, die en, n weiten Rundblick bietet. Der O'sizier im Ruhelager steht selbst beim Fliegergewehr, als gerade ein feindlicher Flieger am Horizont erscheint. Er nähert sich raich. Nach Schätzung müßte er setzt über der vorderen Stellung sein. Der Offizier lau'cht vergeben« auf da» Abwehrfeuer von dort. Der feindliche Flieger ist unteedes bedeutend näher gerückt, er wird etwa über der ReservetteNuitg schweben. Aber auch dort kommt kein Feuer ans ihn. Da« Flugzeug fchemt setzt io nahe, daß der Offizier vom Ruhelager das Feuer eröffnen zu können glaubt, zu- vor fragt er jedoch noch mal in der Reiervestellung durch den Fern- sprecher an. weshalb dort der Flieger nicht beschoffen worden ist. Antwort: Entfernung zu weit. Als der Offizier bei der vorderen Stellung die weitere Anfrage erbält, kommt zurück: Flieger be« findet sich noch weit Himer feindlicher Linie I So groß war die Täuschung, daß beinah« mit dem nur rund 2 Kilometer tragenden Maichinengewehr auf ein Flugzeug in etwa 4 Kilometer Entfernung geschossen worden wäre. Der Erfolg läßt sich denken. Sogar beim Geichützseuer gegen Flugzeuge, da« immerhin gegenüber dem Gewehr« und Maschinengewehrfeuer durch die Be« obachtung der Sprengpunkte in der Lust«in« bessere Möglichkeit, die richtig« Entfernung z»«zielen, befitzt, find Täufchuage« bei Beurteilung von einer Stelle aus sehr leicht möglich. Jeder, der einmal Gelegenheit gehabt bat. emem solchen Fliegerbeschießen durch Geschütze von einem feindlichen Standpunkt an» zuzusehen, wird sich oft gewundert haben, daß die Sprengpunkte noch immer so weit vom Ziel abbleiben. Dabei erscheinen fie dom Geschütz selbst au« gesehen vielleicht außerordentlich gutliegend. Llio auch die Beobachtung der Geschosse in der Lust schützt nicht vor Täuschungen in der Beurteilung der Lage der Geschofle. Dazu tritt beim Fliegerbeschicßen noch als erschwerend, daß ein eigent« licheS Zielen auf das Flugzeug fortfällt, weil in der Zeih die das G-ichoß zum Durchlaufen der Entfernung bis zum Ziel« braucht. das schnelle Flugzeug längst schon weiter ist. S» muß also zweck- mäßigerweise auf eine abgeschätzte Strecke in der Lust vorgehalten werden, wa« beim Fehlen jeglicher Hilfspunkte am klaren Himmel naturgemäß recht prob auszufallen pflegt. Ist e« ab« doch einmal gelungen, dem Flieg« mit Feuer dicht auf den Leib zu rücken, s« besitz! dies« durch die Beweglichkeit seine? Flugzeugs Möglichkeiten genug, sich dem bedrohlichen Feuer zu entziehen. Man beobachtet in solchen Fällen gar oft, daß sich ein geschickter Flieger in solcher Lage plötzlich viele hundert Meter tiefer fallen läßt,« purzelt, wie freudestrahlend die Kliegerabwehrmannschast denkt, und deshalb da« Feuer einstellt. Gewiß purzelt« auch— bis er auf einmal wieder tn« Gleichgewicht kommt and keck und sicher abstreicht. Ehe die Fiiegerabwehrmannschaft sich wieder in die Veränderung der Lage deS Ziels gefunden hat, ist« meist üb« alle Berge, od« läßt ihr da« Vergnügen, sich unt« neuen Bedin« gungen mit ihm zu befasse«, bis« bei neuer Nngemütlichkeit da« alte Spiel wiederholt. Selbst wenn wirklich Geschofle od« Splitt« da» Flugzeug treffen, ist damit noch nicht sein Todesspruch gefällt. Man hört ja immer wieder, mit wie durrfr'öcherten Tragflächen unsere wackeren Flugzeuge trotzdem frisch und munter wiederkehren. Erst wenn ein besonder« empfindliche» Teil de« Ftugzeirae« getroffen ist, wie der Füdr« selbst od« der Motor, welche beiden Zielflächen im Ver« gleich zur ganzen Flugzeug breite nur Punkt« darstellen, wird e« kritisch. Doch auch mit verwundetem Führ« oder durchschossenem Motor ist noch manches brave Flugzeug wieder heimgekehrt. Da« Geiaate trifft bei großen Zielen in der Lust, wie ab« verriebenen Feffekballon« oder Luitschiffen, finngemäß in minderem Maße zu. And«« verhält es sich dagegen bei Kampfflugzeugen, die neuerdtng« bei den Riei-ickämpsen im Westen bi»«uf nächste (fnifernirnc an den gegnerischen Graben b«anpeben imd in den Kamps selbst mit etnarerfen. Da ste ob« leicht z« treffen stnd— bei d« geringen Entfernung fallen die Kchwierigketten fort— find fie an den empfindlichen Stellen meistens gepanz«t und können so man»« Gewehrkugel schon rrotzen. Es ei hellt, daß für einen Erfolg beim Fliegerdefichfeße« d« Zufall eine große Rolle fviell. Man müßte am besten einen g«nr»en Himmelsraum mit Geschossen belegen, dann wäre die Wahrichetn» lichkeit, mit einigen Schüssen auch da« Flugzeug zu treffen, die größte. Hierin legt aber natürlich Munitionsverbrauch wie Eni« ziebuna der dafür benötigten Maschinengewehre od« Geschütze eine weise Beschränkung auf. Die Flugabwehr darf e« sich daher schon als Erfolg verbuchen, wenn«S ihr gelingt, wa« euch ihrem Namen nach ihre eigentliche Aufgab« ist, feindliche Flieg« zu beunruhigen, zu vertreiben, abzuwehren. l ES ist vielleicht auch gut. daß e« so schwierig mit d« Beschießung von Flugzeugen bestellt ist. denn sonst würden wir bei den dann entsprechend viel größeren Verluste« schwerlich solche» Nutzen au« unser« präckiigen Fliegerwaffe ziehen können. Auch würde dann die Arbeit uns«« auf die feindlichen Flligzeuae Jagd machenden Kampfflieger mehr oder mind« entbehrlich sein. So vi« e» iran einmal ah« ist, bleibt gerad« da« best» Mittel av«iolgmtchen Bekämpfung feindlich« Wttgtenge d« Kampfflieger selbst, d« an da««strebt, Fiel auf beliebig nahe Entfernung beeangeheo und t« mit entsprechend sicher« Tchuß- abgab« ans seinem Maschinengewehr tödlich treffen kann. Daß eS io ist, lehrt ein Blick auf die Statistik d« He«esberichte üb« den Abschuß feindlich« Flieg« durch eigene Kampfflieger im v«gleich zu den durch Abwehrfeuer von d« Erde au« heruntergeholte». Deutscher Tabakbau« Dir Anwendung da» sprichwörtlichen Grundsätze«: da« Besser« ist dsr Feind des Guten, schließt viel Ungerechtigkeit in sich, da«S meist dem Gofchmock und der Willkür des einzelnen oder auch der Mode überlassen ist, über ein Werwe rhältrri« abzuurteilen. Die Mode ist ab« leider besonder« wirksam und gibt gerade in Deutsch- land erfahrungsgemäß gewöhnlich dem AuSichlog zugunften«ne» ausländischen Erzeugnisses gegen ei» hormisches. Di« Raucher werden«» sich zwar nicht einreden lassen wollen, ab» auch für de« Tabak gelten diese ErfahrungSsätze, und e« ist eigentlich zu be» dauern, daß daS KriegSelond de« Tabakma-ckte» nicht wemgsteu» dazu«iSgerartzt wird, die Rauch« üb« de» Wert der deutsche» Gewächse aufzuklären. Warum sollte» wir nicht ebenso mit verschiedenen Pfalzern vom Geschlecht der Pflanze niTtotian* tahactun Hsid wissen, als mit den Pfälzer« von bei Gattung des Wein« llnd wenn noch der Uckermärker hinzugefügt wird, so find nur die Hauptsort«« von deutschem Tobak genannt, die ihre verächtliche Behandlung sehr zu Ilmecht ertragen und im Ausland weit höh« eingeschätzt werden, al» in ihr« Heimat selbst. UebvigenS hat sich d« Tabakbau eine dauernde Verbesserung nicht nur der Pflanzungen, sondern auch der Dehatldluug der gerrnteten Blätter angelegen fest» lassen, die zu bemerkenswerten Erfolge» »WWW geführt hat. Auß« der gewöhnliche» Hauptart der Tabakpflanze, die auch al» oirginifch« Tabak bezeichnet ward, gibt ei aber noch eine zweite, auf deren kaum geringeren Wert A. Handering in der .Uurschan" besonders aufmerksam macht, weil ihr Anbau noch einen eigenen Sdckbenvorteil verspricht. Es ist d« sogenannte Bauern- tabak, auch Landtabak, Beilchentabak genannt, der vornehmlich euie» hervorragenden Pfeifentabak liefert. Was ist eise Mllliarüe! In diesen Zeitläuite», da jede unser« Kriegsanleihen eine«« klecklichr Anzahl von Milliarden«bringt, während die GesaiutkriegS« kosten beider feindlichen Gruppen gar schon in die vielen Hunderte von Milliarden gehen, ist der Begriff für daS RiesenHasie dieser Zahl den meisten abhanden gekommen, und man kann wohl sagen. daß man heuie nicht ander» von Milliarden als früh« von Millionen spricht. Ab« wa« ist in Wirklichkeit eine Milliarde I Sie ist dasselbe wie tausend Millionen In gemünztem Gelbe dargestellt, ergibt sie eine ungeheure Meng«,»nd ein« Milliarde in Gold wiegt die Kleinigkett von t schick lichkeit hätte, daß ihm i« d« Sekunde fünf Mark- stück« durch die Flug« glme», so hält« er ununterbrochen sechs Jahre und vm Monate Tag und Nacht zu zählen. Bei ein« täglichen Arbeitszeit von acht Stunden müßte er demgemäß neun- zehn Jahre seine« Leben« auf die Zählung seine» vermögen« ver« wenden. Milll«weile würde sich diese» ab«, wenn er e« sofort in fünfprozenlig« deutsch« Kriegsanleihe angelegt hätte, bereit« der- doppell haben,«nd« würde abermals neunzehn Jahre weiter- zählen müssen, nach deren Ablauf ds« zwei Milliarden sich abermal» vudoppelt haben würden, so daß er nunmehr weitere achtunddreißig Jahr» zählen müßte. Inzwischen würde der arm« reiche Mann, selbst wen»« schon im zarten Knaben- alt« zu zählen begonnen haben würde, längst ein alter Mummel- greis sein, der dann wohl die Unmöglichkeit eingesehen haben würde, ein solche» Riesenvermogen in Markstücken während einK Menschen« leben« überhaupt zu End« zu zähle». Notizen. — Der Musilschriststeller Otto Leßmann ist im Akt« von 74 Jahre» i» Jena gestorden. Er stammte au» Rüder»- dort. ALS HerauSzeber der stsjh« einflußreiche».Allgemeinen Muffl-Hottunß' hat« im Kampfe für Wagn«»nd Liszt eine schneidige Klrnge geführt. — Ukrainische Hochschulprün«. Die Ukrainische Wissen- schaftlich« Gesellschaft in Kiew hat dem Unterrichtsministerium vorgeschlagen, schon im Herbst d. I, llnitwrfitäten tn Kiew, KaterynoS- law und Kamjrnez-PodoiSk. sowie acht BolkSuniverfitäten in anderen Städten zu errichten. In Kiew besteht seit langem die russische Wladimir-Universität. Fern« sollen im Herbst die meisten höhnen Schule» ukratnifiert werden. Im laufenden Schuljahr« werden im Lande di«zig höhere Schulen errichtet. Die Technische, die Handels- Hochschule und die Geistliche Akademie in Kiew stehen vor der Ukrai- nisternng.— In Galizien bestehen nur sechs ukrainische Staats- gymnasten gegen 70 polnische, außerdem vier nkrainische Privat- gymnafien und keine Holdschul«, tvährend die Polen zwei Univerfitäten und et»« Technische Hochschul« habe». — Der Vogelzug über die»»rische N«hr«»ß ist in d« Biologisiben Abteilung de« Museum» für Meeres- l»»d« in den letzten Tagen durch ei» große« Rundbogengemälde z« Darstellung gekommen, da« in eindrucksvoll« Weis« da» Wandern d« Nebdträhe zeigt. Während viel« and«« Bögel bei ihrem Zog« in kleinen Trupp» auftreten, die nur von dem Kundigen al» Erscheinungen des Ziehen? gewürdigt werden können, wandert die Rebelkrähe in Zügen, die fich in der Landschaft auch dem un- geübten Aug« aufdrängen. Da» stimmungsstark« Bild zeigt da» eigenartig« Anschmiegen der niedrig ziehenden Vögel an die Boden- formen o« Dünenlandschaft. Im Mittelgrunde wird noch«in Schwärm wilder Tauben bemerkbar, und in d« Nähe sehen wir den bekannten Winkel der ziehenden Gänse. Da» Gemälde ist ein Berk de« Landschaftsmalers Richard Eschke. Wj Pioniere. Roman au» dem Norde» von Ernst Didrimg. (Forts, folgt.) Der Himmel war einförmig blau. Der ganze Tornejaur lag in einem blaugrünschimmernden Schneeglanz mit schwarz- blauen Schatten in der Gegend des Nuolja. Die frostzerzausten Zwergbirken vor GerellS Baracke sahen au« wie große Raupen, die bei den hoffnungslosen Windungen und Ver- suchen, in den Boden Hineinzugelangen. erfroren waren. Die Berge im Süden standen hart gegen die glasgrüne Himmels- wand, die die Morgendämmerung ankündigte, im Norden aber verschwammen die Felsen in einem eisigen vletchgrün. Der Nuolja selbst hatte sich in einen rußschwarzen Flor gehüllt, durch den man kaum die Baumgrenze erkennen konnte. Und über allem, ein guteS Stück unter dem Zenit, funkelte das Nordlicht wie ein unerhört großer Weihnachtsbaumstern aus Filigran. Die Lichtbüschel flackerten und flammten dort oben. Bisweilen schössen Millionen Goldpfeile in den nacht- blauen Raum hinaus, bisweilen verblaßten die Sternzacken und schienen zu erlöschen, dann aber sprühte daS Silberfiligran wieder blitzschnell auf und funkelte und sprühte heller als ein Kranz von Brillanten. Bei diesem Feuerwerk liefen sie alle nach Hause. Als Algren in seine Stube kam, wollte er sich ans Fenster stellen, um daS Nordlicht zu bettachten. Aber die Scheiben waren zugefroren, und er sah durch den phantastischen Silberwald von Palmen und Schlangen nur, wie der flackernde Schein draußen aufglühte und erlosch, aufglühte und erlosch, in ewigem Kreislauf. Da warf er sich angekleidet, wie er war, auf das Bett «nd losch selber auch aus. Achte? Kapitel. Die fünf Pferds kämpften sich mit der schweren Proviant- führe durch da? Schneetreiben. Um jedes Pferd stand eine dichtt Nebelwolke, die ihm tteulich durch die eisige Nacht folgte. Und in der Nebel- Wolke saßen die Fuhrknechte in ihren. Wolfspelzen. Die Hände hatten sie in den Taschen vergraben, die Zügel hmgcn lose auf dem rechten Arm, die Mützen aus See- hundLfell waren tief über die Ohren gezogen, und die breiten, dicken, wollenen HalStüchter legten sich mehrmals um den Hals und verdeckten Nase und Mund, so daß nur ein schmaler Sttetfen für die Augen frei blieb. Eigentlich war auch dieser Sttetfen unnöttg, denn alle Männer waren betrunken und schliefen und verließen sich auf die Pferde, die den Proviantweg kannten. Da oben auf dem Wege am Tornejaur entlang bestand kein« Gefahr, auf Abwege z« geraten. Der Weg zoa sich schnurgerade zwischen den Stangen hin, und die Nacht war hell genug von Schnee, Nordlicht und Sternen, so daß die Pferde ihren Weg finden konnten. DaS Beschwerlichste, wa« die Fnhrknechte z» tu» hatte». war: ab und z» die vranntweinflasche herauszuholen und einen Schluck zu genehmigen. DaS geschah auch sehr«m- ständlich und vorsichttg, und sie öffneten die schläfrigen Augen erst, wenn die Kälte der Flasche an den Lippen brannte und sie den Göttertrank tn der Kehle kratze« fühlten. Dann mußte der Fußsack wieder zugestopft und die tn Handschuhen auS haarigem Renntterfell steckenden Hände wieder tn den Wolf»- pelzen vergraben werden. Die Fahrt ging Stund« für Stunde langsam durch den dicken Schnee vorwärts, der wütend an den Schlittenkufe« knirschte. AuS den Nebelhüllen um die Pferde wurden nur die Mäuler fichtbar, und auS ihnen wurden w gleichmäßigen Zwischenräumen zwei Dampffttöme herausgepustet. Bei jedem Schritt den Kopf zurückwerfend, arbeiteten sich die fünf Pferde eifrig und sicher vorwärts. Oben am Himmel wälzte daS Nordlicht lautlos feine schimmernden Lichtwellen. Bisweilen stieg eine gelbgrüne Flamme, riesenhaft und mächtig, hinter den dunklen Schnee- bergen im Norden auf, ringelte sich wie eine Feuerschlange aufwärts und teilte sich in bletchgrüne Flüsse, die den Zenit in seliger Sehnsucht umfingen, bisweilen glitt vom Polar- stern eine leuchtende Spirale hernieder,'tiefblau innen und mit einer rosenroten Kante an den Rändern, und dann wickelte die Spirale sich auf und verebbte in regenbogenschimmernden Wogen, die sich tn den nachtblauen Ran« hinetnwiegte« und zwischen den Sternen verschwanden. Die Fuhrknechte sahen nichts, und hatten sie eS gesehen, so hätten sie sich nichts daraus gemacht. DaS Narrenspiel waren sie gewohnt. Alles was fie davon wußten, war, daß es fast immer strenge Kälte bedeutete. Und die Kälte war jetzt gerade ausreichend. Als die erste Fuhre sich festfuhr und daS Pferd sich mtt PeitfchenfchlSgen nicht von der Stelle tteiben ließ, mußten sie heraus und helfen, und da konnten sie nur mit knapper Not auf den Beinen stehen, so erfroren waren ste kotz der großen Pelzstiesel. vereinten Kräften gelang eS ihnen endlich, de» Schlitten wieder in Gang zu bringen. Die Pferde stampften wieder einige hundert Meter in dem immer ttefer werdenden Schnee vorwärts, aber dann blieben ste stehen. Die halbdetrimkensn Bauern zergrübelten sich eine Weile den Kopf, was fie tun sollten. Einer wollte die Fuhren ihrem Schicksal überlassen«nd mit den Pferden nach Tornehamn zurückkehren, einer schlug vor. man wolle auf den Schlitten schlafen imd warten, bis e» Tag würde, dann käme vielleicht der Schneepflug, zwei wollten weiterfahren, wenn die Pferde auch umfielen, aber der fünfte setzte sich ohne ein Wort auf den Schlitten und begann zu saufen. Die anderen vier schimpften und stampften, um sich warm zu halten, und die Pferde drehten bisweilen den Kopf und sahen fie mit großen, müde» Augen an. während die Nebelhüllen fich von den Pferden zu lösen begannen und tn die Lust hinaufstiegen. Die Pferde schüttelten zitternd ihr Zaumzeug. Einer von den Bauern, der von dem Stampfen und Schimpfen allmählich nüchtern wurde, gewahrte plötzlich ein Stück vom Wege eine Erdhütte. Dort konnte man vielleicht schläfert. Er stampfte durch den Schnee dorthin und kroch in die Hütte hinein. Er leuchtete mit einem Stteichholz. Die Hütte war leer. Es war kein Mensch darin. Aber mitten in der Hütte stand ein eiserner Herd mit einem Rohr, das durch das Dach hwausführte, und ein Haufen Birkenholzkloben lag da- neben. Ein paar zerlumpte Kleider hingen an Nägeln an den Balken, ein paar Kochkessel und abgestoßene Kaffeekannen lagen hier und da herum, während einige abgeschmutzte Rennticrfeüe und andere Lumpen, halbbedeckt von Schnee, auf dem Boden lagen. Der Bauer riß ein paar Splitter von den Balken, zündete sie an und legte sie in den Herd. Dann legte er Reisig und Birkenkloben auf, und bald bullerte und knisterte das Feuer im Herd. Die Gesichtszüge de» Bauern hellten sich auf. Er schüttelte die Renntierfelle ab, breitete sie dicht am Herd aus und setzte sich hin. Nun tat er sich gütsich. Schon strömte ihm vre Wärme entgegen, und das rote Glimmen zwischen den Ringen der Herdplatte machte die Stimmung nur noch erfreunchsr. Er hatte beinahe das Gefühl, alS säße er zu Hause in Rombakßbotten in setner warmen.Kammer. Diese Illusion wärmte ihm den ganzen Leib. Er nickte dem Herd zu und hielt seine erfrorenen Hände daran. Er lachte laut. Hier hatte man eS wirklich gut. Der Herd wurde an der einen Seite schon ganz rot. Der Bauer holte die Masche aus der tiefen Seitentasche und nahm einen kräftige« Schluck. Worts, folgt.) klllgemeine Ortskranketi' kafle Neukölln. Ms ein Opfer des Wcl!-! s krieqeS fiel aus dem �chla-Stfelde in treuer I I Vilichterfülluna am 12. April I 1918 der Krankenkassen- 1 angcstcvle Nntcrosfizier I ZSir verlieren in dem i Dohiiigclcki'cdcnen einen I ttniorcr pcwisscnhaftestcn und e juutrlnififlftcn An.restcNtcn I und dedanern fein Hin» i scheiden aus das schmerz- 1 iichste. 2071 U I Die Bcrwaltunp wird I das Andenken dieses treuen S Mitarbeiters stets in Ehren» halten. . Neukölln, den SS. April 1918. E Der Vorstand der Allgemeinen LrtS.B kr ante» kafse Neiilöll».| Spezlalars! Bf. med, Woekenfuß Fple(iriciiStP.125s0pr®chsui:iT608 fiirSyphiüs.Hai n-ii Frauenlaiden BluNintersiichungDn. Schnelle, sichere,»chmerzlase Heilung ohne Berufsstürung. Teilzahlung Als Opser dieses Welt- krieqs fiel fern von seinen I Lieben mein lieber, Herzens- anler Mann, mein lieber Sohn, Schwiegersohn, Onkel, l Bruder und Schwager, der| Krankenträger, Äcsreiter Fritz Gaedicke Ritter b. Eis. Kreuzes II. KI., im 35. Lebensjahre. Dies zeigt an in tiefem Schmerz ISLA Arn» Gertrud Gaedicte geb. John nebst Verwandten, Beilin ü, Ntrcchtcr Str. 5. Wer trägt die Schuld an dem herben Geschick, was vernichtet bat mein Leben?- glück? Um mich iit's trau- rig, um mich ist's schwer, ich habe dich nun und nimmermebr. Kein Alchen und kein Beinen gibt dich mir zurück, vorbei ist Liebe. Hoffnung, Glück. O Schick- salsmacht, noch saß ich's kaum, wo bist du hin, mein schöner Traum? Lieber Arlh, schlaf in Ruh', unsere Liebe deckt dich zu. Sozlsliiemokr. vahlvereln für Bcrlin-Scftöncbcrg. Bezirk III. Am 26. April verstarb j nach längcrem Leiden un- 1 sere Genossin Berta Schieferitecker. Ehre ihrem Andenken k Die Beerdigung findet am Dienstag, den Zl>. April. nachmittags SV» Uhr, von der Halle des zweiten Schö- nebcrger städtischen Fried- hoies, Eytbftraße, aus statt. Ilm rege Beteiligung ersucht 15/1 Der Vorstand. Biüiuen- yQd Kpafizliiiiilerej von Bofceri Meyer. Anh.: I'. Ci>«lletJB• Mariapneiistr.3. Tel. Mpl. 10303 Spezialarzt Dr. med. l-aabei beb. schnell, gründi., möal, schmerzlos u. ohne Bcrnfsftör. Sesahlechteleraohheit.. geheime Haut-, Harn». Frauenleicken. Schwäche. Erprobteste Methoden Harn- und Blutuntersuchung. «Pik. 34|!S, ÄÄ. Svr. 10— la. 5—8, Sount.10— 1 onr Elsensee. zwisch Herzseide ii. Kogel. Kr. Niederbaruim, drei Morgen Bald. 1 Morgen Obs!- garten, Holzhaus, evl. geteilt. Rein.knecht, Berlin, KoIon!?st.I9 Ortskvankenkafle der Mechaniker, Optiker n. verwandten Gewerbe zu Berlin. Die auf Grund der Bundes ratSverordnung vom LS. 11. 17 vom AuSichuß beschlossene, die KZ IS, 19, St, 29. 31 und 44 betreffende 4. Abänderung der Satzung ist vom tönig- lichen Oberversicherungsamt Groß-Berliu am 26, 4.' 19l8 genebmigt worden und tritt am Montag, den 6. Mai IKI8 in Kraft. 267/13 Druckexemvlare dieser AS. änderung werden vom 2. Mai dieses Jahres ab im Kassen- lokal in den Geschästsstunden ausgegeben. Berlin, den 29. April ISIS. Ter Vorstand. Max Gutsehe, Vorfihender. Ar. Heman», Schristsübrer. Offeriere le frischen 50/8 M«r,el-z»i»at U'jff. eiott-Spinat if'Ä ausl. Rot. Rüb. aPfd. Zä Pf. Telikatessenhnus Ik. litistner, Berlin, Pots- damer Str. 115. Lützow 4699. tgsg* Kluge Handwerker bereiten sich vor für den neuen gewerblichen Auf- schwung, erhöhen jrtzt ihre Kenntnisse und Fertigkeiten und sichern sich damit eine gute Existenz! oder gUlnxcndc Stelfang. Verlangen Sie von mir sofort nmsonst einen illustrierten Katalog über anerkannt gute, erprobte und lehrreiche Fachbücher, die Sie in Ihrem Berufe fördern und vorwärtsbringen. ÜWS�Pür jedes Handwerk. An Militär nur gegen Einsendung von 25 Pfg. für Porto, da Versand als Feldpost nicht zulässig. Bornf genau angeben. Carl Horm. Cudrvig, Breslau a3./I47.* Spezialarzt Dr. med. Reintiardl, Potsfloiei�.in�Ä Syphilis. Harn-, Frauenleiden, Blutuntersuchungen.Mobemitcch crsolgrcichst. Heilocrsabren. Teilz. Siehe48Scit.stark.Bro!ch.0,60M., nach außerhalb verschlossen 1 M. Die Wachkrags-Bckannimachung des Oberkommando? in den Marken zur Bekanntmachung vom 1. September 1916, betreffend Beschlagnahme und Bestandsmeldung van Platin, ist erschienen. Die vollständige amtliche Bekannlmachung ersoigk heute an den Anschlagsäulen und in der.Norddeutschen Allgemeinen Zeitung".(194. I. Mit. 18.) Berlin, den 30. April 1918. Der Polizeipräsident. Bekanntmachung. Am Sonnabend, den 18. Jlai d. J.. bleiben die Bureaus und Kassen der Keichshauptbank nachmittags geschlossen. ReieüsbaRk-Direklorium. Havenstoin, Schneider. l»»»»!»»»««»»»»»»»»»»» I Kantleiden-Sehandlnng Heilanstalt Berlin W, l Bülowstr. 12, pt. Tel. Lützow 9604, Prospekt H. Heues erpfohles Vertaliren Ohne Berufsstörung Schnellste Erfolge, auch bei hartnäckigen Fällen. Sprechst. 12-2,6-8, Sonnt. 11-1• Sanitätsrat Dr. Paul Wölfl■ H.& P. Uder, 1»'S; Tabak- Großhandlnng und Tabaktabrik. 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Maschinenformer 834L sucht per sofort Btto Jaehmann, Bo?,Ädn Spandauer Straffe. -cti der anderen Ausstrahlung, des Kaiser» -'ortes, unmöglich sein? Eine abermalige Wand- umg der allgemeinen Voraussehungen unserer inneren Politik irnrde bald die alten und notwendigen Beziehungen zu den konservativen wieder herstellen." Tas Augsburger Zentrumsblat� selber, übrigen? die i'iite der süddeutschen katholischen Zeitungen, widerspricht /Wahn und sagt, das Zentrum müsse, auf seine Vergangen» ''it gestützt,„Volkspolitik treiben oder es wird auseinander- ! lll?N". Auch die„Kölnische V o l? s z e i t u n g" gibt zu der» u'lvn, dag sie das„Kaiserwort" mißbilligt; früher schon hat w Blatt offen gesagt, daß es das gleiche Wahlrecht der» nt; aber es hält heute alles Sträuben für unnütz und rät der Opposition, zu bedenken, was sie sich dann von ihrer Hai» • ng verspricht. Auch nach einer Ablehnung werde das gleiche Wahlrecht doch kommen; ober die„radikale Demagogie" werde anz allein den agitatorischen Gewinn von der ganz zweck- losen Ablehnung haben. Die„Kölnische VolkSzeitung" will üch also der„Stoatsnotwendigkeit" fügen, obwohl sie im .verzen sogar gegen ein gleiches Wahlrecht mit„Siche- ningen" ist. Vablrechtsoffenjwe. Tie sozialdemokratische Arbeiterschaft Dortmunds veran- ' iltete am Sonntag früh im Saale und in den Anlagen des ...yredenbaum" zu Dortmund, dem größten Saale Westfalen», eine -süchtige Kundgebung für da» gleiche Wahlrecht. Der Riesensaal war zeitig gefüllt, so daß im Garten eine Pa- rallelversammlung abgehalten werden mußte. Obwohl in den ifabriken und Werkstätten der Rüstungsindustrie zu Dortmund -uch Sonntags Taufende und aber Taufende beschäftigt sind, waren doch mehr al? 5 MI Männer zur Versammlung erschienen� Unter lebhaftem Beifall der. Versammelten sprachen die Reichstagsabge- ordneten P e u S und König. In beiden Versammlungen wufte einstimmig eine Entschließung angenommen, die namentlich für.den all einer Ablehnung deS gleichen Wahlrecht» die Auflösung -eö Abgeordnetenhauses und den Appell der Regierung "i den Willen de» Volke» erwartet. Diese Resolution wurde .. m Reichskanzler telegraphisch übermittelt. Steasverfahren geaen die»fttlüeut�en Äätter�. Aach einer Mitteilung der„A. A. Z." hat der NcichS- kanzlcr gegen die„Alldeutschen Blätter" wegen deS Artikels �siir Neinignng unsers öffentlichen LebenS" in Nr. 17 vom -7. d. M. Strafantrag gestellt. Als der Reichskanzler gegen die.Deutsche Zeitung" Straf- antrag stellte, verwahrte sich ein Teil der alldeutschen Presie da- gegen, daß die von der»Deutschen Zeitung" geübte Kampfesweise schlechthin al» die alldeutsche Methode bezeichnet wurde. Der neue Fall der.Alldeutschen Blätter", de» offiziellen Organs der Alldculichen, beweist, daß es sich hier gerade um die bei den Alldeutschen allgemein üblich« Methode handelt. �tuch Erzberger hat..« Bei der Besprechung der Parteiführer mit dem Staatssekretär de» Auswärtigen Amt» hat Vizepräsident Paasch« neben der all- o-utschen Hetzkampagne gegen Kühlmann auch die gegen Trzberger gekennzeichnet. Nur um auch hier einen Begriff von der alldeut- ichen Methode zu geben, drucken wir ein angebliche» Gespräch zwischen dem Reichskanzler Graf Hertling und Erz berger ab, da» der»Reichsbote veröffentlicht, wie er sagt, nach der übereinstimmen- den Darstellung, die ihm zwei angesehene Zentrumsmitglieder unabhängig darüber gegeben haben. Es lautet: Reichskanzler(zu Erzberger):.Sie haben m Wien gegen mich intrigiert."— Erzberger:.Nein."— Reichs- k a n z l e r:»Jawohl, Sie sind in Wien gewesen und haben gegen mich intrigiert."— Erzberger:»Ich bin nicht in Wien ge- Tvefen."— Reichskanzler:.Ich habe hier alles schwarz auf weiß. Sic haben Der»Reichsbote" fährt fort:»Wir unterlassen e», anzugeben, welches Wort der Reichskanzler an der Stelle gebraucht hat, wo wir Punkte gesetzt haben."— ES ist bezeichnend, daß bei den All- deutschen dort, wo der Hauptpunkt der Anklage folgen soll, immer nur Punkte oder Gedankenftriche zu sehen find. Kühlmann hat... und Erzberger hat..„ aber was sie haben, da» wirb der Phantasie de» LeserS überlassen. fibschlachtung üer Denkmäler. Nach Bläitermeldungen hat der preußisch« Kriegsminister einer Sachverständigenkonferenz mitteilen lassen, daß die Einfchmelzung eine« erheblichen Teil« der Denkmäler Deutschlands notwendig sein werde. Der offizielle deutsche Patriotismus muß also t» Zukunft ohne erzgegosiene Wahrzeichen auskommen. Ob er da» ertragen wird, ist eine Frage, deren Entscheidung wir den berufenen Stellen überlassen müssen. Relativ ain besten fahren wird bei der Sache die Kunst, die nicht» verlieren wird, obwohl man beschlossen hat, die künstlerisch wertvollen Denkmäler zu schone». Um den jetzt schon in den Zeitungen einsetzenden Streit darüber, welche Denkmäler künstleriich wertvoll find, von vornherein einzudämmen, schlagen wir folgende Klassifizierung vor: Künstleriich wertvoll sind in erster Linie die Denkmäler von Häuptern regierender Häuser, soweit deren Staaten sich nicht gegenwärtig mit uns im Kriege befinden, sowie dt« dazu gehörigen Pferde. Künstlerisch in Betracht lammen und daher im Notfall« noch zu schonen sind die Denkmäler von Prinzen, Prinzeisinnen sowie AdelSpersonen. Dagegen sind künstlerisch gänzlich wertlos die Dentmüler einfacher Zivilpersonen, wie von Gelehrten, Erfindern, Aerzten usw. Marmordenkmäler sind auf alle Fälle künstlerisch wertvoll, da sie keinen Melallwert befitzen. Diese Klausel scheint unS namentlich für Berlin sehr notwendig. Ter Metallertrag dieser Maßnahme dürfte nicht sehr hoch sein. In Heinrich Heines Puch L« Grand wird zwar vom Denkmal deS Kurfürsten Johann Wilhelm in Düsseldorf die Fabel erzählt, daß beiin Guß der Statue da» Metall nicht gereicht bat und die Bürgerichast dem Künstler mit ihren silbernen Löffeln ausgeholfen habe. Aber solcher Patriotismus gehört leider zu den Ausnahmefällen, die beuligen Denkmäler bestehen in ihrem Innern nicht au» sttbernen Eßlöffeln, sondern au» einem dicken Eisenkern, den mir eine dünne bronzene Äußenschicht überzieht. Die Rechnung, die der Knabe Heinrich Heine so oit vor dem Denkmal Johann Wilhelms anstellte, wieviel silberne Löffel wohl darin steckten und wieviel Apfeltörtchen man dafür würde kaufen können, wird als» von der Wumba nicht wiederholt werden, schon weil e» ja doch henie keine Apfeltörtchen mehr zu kaufen gibt. Hoffentlich aber wird e» der alte Blücher im Himmel nicht Übel nehmen, wenn eines TageS mit seinen in Granaten umgeschmolzenen Reiterstiefeln nach seinem weiland Verbündeten von Waterloo hinübergeschosien wird. Der apolitische hinüenburg". von dem Manne, der UN» Noch fehlt, von dem»politischen Hindenburg", orakelt die.Deutsche Zeitung". Er soll.der starke Mann, der Ordnung schafft". sein, natürlich Ordnung gegen die verhaßte Reichttagsmehrheit, gegen da» Wachstum der Demolralie in Teutschland, gegen daS gleiche Wahlrecht in Preußen, gegen die sozialpolitische Reuorientierung uiw. Noch ist der.poluiiche Hindenburg" zwar nicht hervorgetreten, aber— die.Deutsch« Zeitung' versichert eS unS,— er ist bereit« vorbanden und wird hervortreten, wenn die Rot am größten ist.(Soll die Rot für die.Deutsche Zeitung' noch größer werden?l> Auch sein Ludendorff oder seme Ludendorffs werden ihm nicht fehlen. Da die»Deutsche Zeitung" das Unrecht begeht, dem deutschen Volke den Namen de« doch schon vorhandenen, wenn auch nicht hervorgetretenen Ersatz-Hindenburg zu verschweigen, so wollen wir ihn verraten: er heißt Max Lohan und ist Redakteur der .Deutschen Zeitung". Seine Ludendorff» bei den.Berliner Neuesten Nachrichten", der»Tägl. Rundichau".. Deutschen Tageszeitung" usw. sind so zahlreich, daß einstweilen Streit herrscht, welches der richtige ist. Z. Zt. soll Gras Reventlow die größte Anwartschaft auf den Ersotz-Ludendorff haben. Reform des üiplomatischen Dienstes. Der Staatssekretär des Auswärtigen Amte» hat, wie W. T. B. meldet, angeordnet, daß die vor einiger Zeit von ihm eingesetzte Kommission für die Neugestaltung deS auswärtigen Dienstes dem- nächst mit Sachverständigen aus den BerufSkreiscn in Verbindung treten soll, die an der Lösung der der Kommission überwiesenen Aufgabe interessiert sind. Die bisherigen Beratungen der Kommission haben sich unter dem Vorsitz deS StaatSselretärS nur im am tl ichen Rahmen vollzogen. Sie haben sich indes von vornherein nicht.nur mit dem umfassenden Aus- und Umbau deS Auswärtigen Amte» selbst, sondern auch mit einer grundlegen- den Neuordnung des diplomatischen und des konsularischen Dienstes beschäftigt. Die geplante Heranziehung weiterer Kreist soll diesen Gelegenheit bieten, ihre mannigfaltigen Erfahrungen auf dem großen Gebiet« der deutschen Auslandinteressen in den Dienst der Sache zu stellen und ihren Vorschlägen Geltung zu oer- schaffen._ Juristische» über daS LandcSvrrratSvcrfahrc» gegen den„Vor- wärtö". Eine juristische Streitfrage, d:e durch das Landesverrats- verfahren gegen den.Vorwärts" akut geworden war, behandelt Reichsgerichtsrat Conrad in Nr. 9/10 der»Deutschen Juristen- zeitung" vom 1. Mai. Das Verfahren entwickelte sich bekanntlich vor dem außerordentlich«, Kriegsgericht. Der erste Termin endete ohne sackliche Verhandlung mit der Vertagung; che e» zu dem zweiten Termin kam. stellten die außerordentlichen Kriegsgerichte ihre Tätigkeit ein. Nach dem Gesetz geben die unerledigten Fälle an die ordentlichen Gerichte. Nun aber entstanden Zweifel, ob diese Vorschrift wörtlich zu nehmen ist oder auch die Staatsanwaltschaft mit umgreift. Dem ordentlichen Gerichtsverfahren hat bekanntlich erst die NnNageerhebung durch den Staatsanwalt und der Eröff- nungsbeschluß vorauszugehen. Beim Verfahren vor den Außer- ordentlichen Kriegsgerichten fehlt dieses Vorverfahren. E» entstand daher die Frage, ob das Vorverfahren nunmehr nachzuholen oder ob die Sache infolge der bereits stattgehabten Verhandlung vor dem Kriegsgericht als schon im Stadium der Hauptverhandlung befindlich anzusehen war. DaS Gesetz gibt direft darüber keine Auskunft. Tatsächlich ist der»VorwärtS"fall damals an die R e i ch S a n w a l t- s ch a f t, also in» Vorverfahren gegangen, die alsdann das Ver- fahren einstellte. Wären die Justizbehörden der anderen Auffassung gewesen, so hätte der Fall ohne weiteres vor dem Reichsgericht ver- handelt und die Anklage durch Urteil entschieden werden müssen. ReichSgerichtSrat Conrad gelangte in seiner Untersuchung zu dem Ergebnis, daß das tatsächlich eingeschlagene Verrnhren richtig war. Dem staatsanwaltschaftlichen Verfahren entspricht vor dem Außer- ordentlichen Kriegsgericht der Vortrag deS Berichterstatters. Führt dieser nicht alsbald zur Erledigung der Sache durch Urteil, weil die Verhandlung vertagt wird, so ist die verfahrensrechtliche Rechtslage die gleiche, wie bei Beginn der abgebrochenen Verhandlungen, d. h. das Verfahren muß dem Außerordentlichen Kriegsgericht erst wieder durch den Vortrag des Berichterstatters zugeführt werden. Existiert nun aber das außerordentliche Kriegsgericht nicht mehr, so fällt das Verfahren derienigcn Stelle zu, die im ordentlichen Veriahren dem Vortrug des Berichterstatters entspricht, also bei bür- gerlichen Delchuldig-mgen der Staatsanwaltschaft. A.». Siemen» gestsrbr». Am Montagvormittaq ist daS Mitglied de» Herrenhauie» Arnold von Siemen», Vorsitzender de» Aus- fichtSrat» der Siemen« u. Halske S.-G., gestorben. Parteinachrichten. Der Kampf um das Vereinsvermögen. Im August l9t7 trat ein Teil der Mitglieder des sozialdemokratischen Vereins Hockenhcim unter Mißachtung aller demokra- tischen Grundsätze zu den Unabhängigen über. Ein« Mitglieder- Versammlung vom 12. August töl? beschloß, am 9. September eine Versammlung abzuhalten, um dort über einen Antrna, den»Ueber. tritt zu den Unabhängigen" zu vollziehen, sich schlüssig zu werden. Di« Leitung des Ortsvercin». die sich zu den Unabhängigcn be- kannte, fürchtet« die in dieser Versammlung zu erwartende poli- tische Abrechnung und erzwang den Nebertritt in einer schon am 28. August 1917 abgehaltenen„außerordentlichen Versammlung", die von 25 Mitgliedern besucht war, wovon 22 für und drei gegen den Uebertritt stimmten. Z« dieser Versammlung waren nicht alle Mitglieder eingeladen. Am 29. August berief der Parteisekretär de» Wahlkreisvereins Mannheim— zu dem Hockenheim gehört— eine Mitgliederversammlung ein, die von 30 Mitgliedern besucht war, und diese beschloß, den Verein auf der früheren Grundlage weiterzuführen. Die 23 Mitglieder die den Uebertritt zu den Un- abhängigen beschlossen hatten, beschlossen gleichzeitig, das Bat- vermögen de» Verein» und die Vercinsutensilicn für sich zu behalten. Es handelt sich um einen Barkassenbestand von 418.99 M., um eine größere VereinSbibliothck sowie um sonstige Vereinsutensilien. Die der sozialdemokratischen Partei treu gebliebenen Mitglieder beschlossen, da? VereinSvermogen und die VcreinSutcnsilien für sich zu beanspruchen. Vom Parteisekretär Genossen Strobel wurde die gütliche Herausgabe der Vereins- Utensilien und des Barvermögens von der Leitung des Unabhängi- gen OrtSverein» versucht. Tarauf ließen sich die Unabhängigen jedoch nickt ein. E» wurde Klage notwendig. Durch»ine einst. weilige Verfügung wurde da» Barvermögen und ein Teil der Ver- einSutensilien in behördlich« Verwahrung genommen. Am Frei- tag, den 19. April, wurde nun nach mehreren Terminen von dem Mannheimer Landgericht das Urteil verlündel. Dieses Urteil hat das PereinSvermöaen und die BereinSutensilien den Mitgliedern, die der sozialdemokratischen Partei treu geblieben find, zugesprochen, de» Unabhängige» wirb jeder Ansprach darauf be» stritten.' Sächsische Lande Sversawmlung. Der sächsische LandcSvorstcnch beruft hiermit auf Sonntag, den 9. Juni, nachmittags 1 Uhr, und den folgenden Tag eine Landes Versammlung der Sozialdemokratischen Partei Sachsens nach Dresden ein, und zwar mit folgender vorläufigen Tagesordnung: 1. Bericht des LanocSvorstandes.(Bc- richterstatter: Karl Smdcrmann.) 2. Bericht der Landlagsfraktion. (Berichterstatter: Otto Uhlig.1 3. Tic Landtagswahlresorm,(Be- richterstatter: Emil Nitzsche.) 4. Die UebcrgangStvirtschaft nach dem Kriege.(Berichterstatter: Mar Heldt.) b. Anträge der Partei- genossen. 6. Wahl des LandeSvorstandeS. 7. Wahl des Ortes für die nächste Landesversammlung. Um Frieden, Freiheit und Recht. Unter diesem Titel hat die Wiener Volksbuchhandlung eine Schrift(VereinSauSgabe für organisierte Arbeiter, 89 Heller) er« scheinen lasten, die über die Ursachen, den Verlaus und die Beendi- gung der großen proletarischen Januarbewegung in Oesterreich be- richtet. ES ist nicht ohne Jnteressz, daß die Schrift unter den Ur- sacken der Bewegung vor allem anführt, daß, im Gegensatz zu anderen Ländern, die österreichischen Arbeiter von der Regierung und der bürg«»lichen Gesellschaft bis in da» vierte KriegSjahr hinein vergessen wurden. »In allen kriegführenden Ländern der Welt hatte die Staats« gewalr schon längst die schweren Opser der arbeitenden Klassen im Kriege gewürdigt und die politischen Rechte w>« die soziale Lag« der Jndusiriearbeilerichaft wesentlich verbessert. In Deutschland zumal war die Demolraiifierung dt» preußischen Landtags, seit lau wm die leidenichaftliche Forderung der Volk»- Massen, in Angriff genommen worden. Sofort zu Kricgdbcginn Halle man da» KoalitionSrecht in weitem Umfange hergestellt, im HilfSdienstgesetz der Arbeiterschaft eine freie, sichere, gesetzliche Vertretung in Fabrik- auSschüsien und überdies zur Austragung von WerkstSttenstreitigkeiten ein außerordent- licheS und zuverlässiges Verfahren geschaffen. Die bürgerlichen Klassen DeutichlandS hatten nicht nur ihr« volle Anerkennung für die Leiden de» Proletariat« ausgesprochen, sie hatten auch beträchtliche Opfer ihrer Lebenshaltung willig auf sich genommen, um da« Los der breiten Massen erträglicher zu ge- stalten. Nicht« von alledem in Oeft erreich." Diese einzigartige politische und sozial« Rückständigkeit Oesterreich» und der österreichischen Arbeiterschaft erklärt sowohl die Schwäche der Staatsgewalt und der bürgerlichen Klassen wie die außeroideniliche Wucht der Bewegung der innerüsterreichtschen Arbeiterschaft. Man mutz von einer i n n e r österreichischen Arbeiter- bcwegung sprechen, weil sie sich, wenn man von Budapest absieht, aul Wien, Niederösterreich und die umliegenden wenigen Industrie- städle beschräntte. Für Niederöfterreich einschließlich Wien wird die Zahl der Ausständigen auf eine Biertelmillion angegebrn. Die Broschüre wird sicherlich einem weitverbreiteten Interesse dienen, da die Bewegung der inncrösterreichiichen Arbeiterschaft, mag sie auch nur die Verkürzung der Mehlqiiote zum Anlaß ge« habt haben, doch der erste Versuch in Mitteleuropa war, durch ein« ganz gewaltige Massenaltion ausständiger Arbeiter unmittelbaren Einfluß aus die Behandlung schwebender politischer Probleme von größter Tragweite z» gewinnen. Wre erinnerlich, konnte die Bewegung auch mit dem Erfolg« abaebrochen werden, daß die Regierung Zusicherungen über eine Neu- ordnung de« ArbeitSverhältnifleS und der Ernährung und über den Verzicht aus Annexionen und Kontributionen gegen- über Rußland aussprach. Doch bleibt bemerkenswert, daß flch ein großer Teil der Arbeiterschaft mit Zusicherungen nicht begnügen wollte, sondern ein« verläßlich« Bürgschaft nur in Taten sah. Diese Stimmung wurde insbesondere von den Anarchisten au«- genutzt, über deren Treiben die Schrift wiederholt klagt. So wird dem Eingreifen anarchistischer Gruppen nachgesagt, daß fle»als ge- schworen» Feind» jeder Organisation die Bewegung geradezu ge- sährdeten". An einer anderen Stelle heißt eS: .Nur in einzelnen Bezirken, wie' auf der Landstraße, verfochten die anarcho-sqndltalistischen Elemente, dre sich zum Teil LinkS-Raditale nennen, unter Führung de« bekannten Großmann, der sich den Schau'pielernamen Ramu« beigelegt, und de« au» den neuen Organisationen mehrfach auSgeichloiienen Koritschoner verwirrende Borstöße. Sie verwarfen sedeS Veihan- dein mit der Regierung, hoffte» die Erregung bis zum Auistand zu steigern, wetterten gegen jede Organisation, die die Tatkraft der Massen bloß lähm«, bcschimpste« und verdächtigten den Partei- »arstand maßio« und erschwerten den Massen, sich über die erreich- baren Ziele klar zu werden." Di, Linksradikalen verbreitete» sogar die Legende, die Partei Hab« die Bewegung für die Zuiage, Fritz Adler werde beftei werden, also um eines persönlichen GnadenakleS willen, ver- raten, gegen welche Verleumdung sich die Partei dadurch recht« zeitig gesichert hatte, daß fle die Freilassung Frrtz Ablers nicht zu einer Bedingung der Beilegung des Streits machte. Soziales. Zar Freigabe der Dach- und Kellerwohuungen. Der deutsche WohnungSauSschuß verbreitet eine Warnung bor der Benutzung der Dach- und Keller wol, nungen, die schwere Ge- fahren in sich berge und erst dann in Erwägung gezogen werden dürfe, wen» alle anderen Mittel vollständig versagten. E» wird darin ags da» Ungesunde namentlich der Kellerwohnungen auf- merksam gemacht, auf die Tuberkulosegesährdung, die dadurch drohend« dauernde Verschlechterung und Verteuerung de» Wohn- Wesen« und verschieden« andere voraussichtliche Folgeerscheinungen. um Schluß heißt eS dann:»Unter dielen Umständen sollte man ch nicht leichtbin zu einer Maßnahme»nlschtießen, die solche Ke- fahren in sich birgt, wenigsten» sollt« man sie nur im alleräußersten Rotialle zur Anwendung bringen, wenn all« anderen Hilfsmittel im Stich lassen. Bor allen Dingen aber sollte man nun endlich einmal mit Nachdruck die Wege beschreiten, die eine sosoriigc Aufnahme der Neubautätigkeit noch dem Kriege in Aussicht stellen, so in erster Linie die Geldbeschaffung, die Koblenliesening für die Wieder» inbettiebsetzung der Ziegeleien und die sonstige Rohstoffbejchaftung für da» Baugewerbe."_ Lette Nachrichten. Das Unglück«ms dem Neckar. Eßlingen, 29. April. Nach der letzten Nachricht sind Vi» jetzt zwanzig Leichen gelandet worden. Die Hauptschuld an dem Unglück soll den Fährcninhabcr treffen, weil er entgegen der amtlichen Vorschrift mehr Leute in daS Boot ausgenommen hatte, als Sitzplätze vorhanden waren. Das Boot ist infolge Ueber- lastung gesunken. Der Fähreninhaber ist in Hast genommen worden. GeWerkschOsbewEUNg Der Fabrikarbeiterverband tFiliale Berlin) hat im ersten Quartal eine Reihe von Lohn- bewegunqen in cbemischen Fabriken mit Erfolg durihgeführt. Der Bevollmächtigte Bruns berichtete in der G e n e r a Iv e r s amm- l u n g am Sonntag über die Ergebnisse der einzelnen Bewegungen. Es ist in allen Fällen gelungen, Lohnaufbesierungen durchzusetzen. Der Wochenverdienst der Beteiligten ist dadurch in den meisten Fällen um 2—4 M., in einem Falle um 6—8 M. und in einem Falle, der aber nur wenigen Arbeitern zugute kommt, um 10 bis 1l M. erhöbt worden. Ott bedurfte es längerer und energischer Berhandlungen mit den Unternehmern, um die Forderungen zur Anerkennung zu bringen. In zwei Fällen muhte der KriegSauS- schuh angerufen werden, wo es den Verbandsvertretern gelang, gegenüber dem zähen Widerstand der Unternehmer annehmbare Zu- geständnisse für die Arbeiter zu erhalten. Die Kassenverbältnisse sind befriedigend, der Bestand der Lokalkasie hat sich um mehr als 2000 M. erhöbt, er beträgt jetzt 37 833 M. Für Unterstützungen wurden insgesamt 21 522 M. ausgegeben, davon 12 894 M. an Kriegerfrauen und 5679 M. an Kranke.— Die Mitgliederzabl be« läuft sich auf 5189(3299 männlwhe und 1899 weibliche). Einem Zugang von 690 steht ein Abgang won 1152 gegenüber, so dah sich die Gesamtzahl gegen das vorige Bierteljahr um 462 vermindert hat. Der Rückgang ist zum größten Teil durch Streichung von Restanten verur'acht. Sie wird darauf zurückgeführt, dah die in letzter Zeit zahlreich aufgenommenen Frauen im allgemeinen wenig Jnleresie für die Organisation bekunden und den Zusammenhang mit ihr bald wieder aufgeben. In der Aussprach« über den Geschäftsbericht wurde betont, dah eine rege agitatorische Mitarbeit aller Kollegen nötig ist, um Mitglieder für den Verband nicht nur zu gewinnen, sondern sie'hm auch zu erhalten. Neuregelung des Beitrags- und UnterstützungSweseuS im Flcischerverband. Eine Konferenz der Gauleiter und Vertreter grv-her Zahl- stellen sowie des Hauptvorstandes des Fleischerverband-S hatte Mitte April den Beschluß gesaßt, Stasfelbeiträg« und-unter- stützungen einzuführen. Danach sollen die Beiträge auf 39, 49, 69, 89 und 199 Pf. festgesetzt werden. Das Eintrittsgeld soll in den ersten beiden Klassen 59 Pf., in den übrigen 1 M betragen. Die Arboitslosenunterstützung soll 39 bis 59 Tage gewährt werden. Die Sätze betragen pro Tag 69, 89, 129, 169 und 299 Pf. Die Streik- und Gemaßregeltenunterskützung ist pro Tag aus 1— 8 M. und pro Kind und Tag auf 25 Pf. bemessen, lieber die Vorlage soll eine vom 1. bis 19. Mai stattfindende Urabstimmung entscheiden. Bei ihrer voraussichtlichen Annahme treten die neuen Beiträge am 1. Juli d. I., die neuen Unterstützungen am 1. Juli nächsten Jahres in Kraft. Ferner sollen ab 1. Juli die größeren Zahlstellen wieder eigene Lokalkassen erhalten. Von den Beitragsmarken verbleiben dense-lben 29 Proz._ Der Verband der Brauerei« und Mühleuarbeiter (Orlsverwallung Berlin) stand im ersten Quartal unter dem Zeichen der Lohnbewegung; sie brachte den Brauereiarbeitern belanntlich eine Erböbung der Teuerungszulage, die nun allgemein durwgcführt ist. Wie Träger am Sonntag iii der Generalversammlung berichtete, haben die Biauereiarbeitcr in KranlheitS'ällcn außer dem Zuschuß, den sie aus Grund deS§ 616 B.G B. zum Krankengeld bekamen, bisher auch die Teuerungszulage erhalten. Nachdem die Krankenkassen kürzlich ihre Bei'räge und Krankengelder erhöht haben, wollten die Brauereien hinstchtlich der Teuerungszulagen in Krankheits- fällen eure Aenderung eintreten lassen. Die Verbandsleitung hat des« wegen mit den Unternehmern verbandelt und erreicht, dah die Arbeiter jetzt in Krankheitsfällen 4 M. mehr bekommen� als es nach der früheren Berechnung der Fall war.— Die Mühlenarbeiter konnten hinsichtlich der Aufbesserung ihrer Söhne keine nennens« werten Erfolge durchsetzen, weil sie im allaemeinen nicht das er- forderliche Interesse für die Orgarrisatron haben. Härten sie es, vann würden sie ihre Löhne, die zwar nicht ichlecht sind, auf eine den jetzigen Zeiwerhälmisien entiprervende Höhe bringen können. Die behördlich festgesetzten Mahllöbne sind im August 1917 erhöht worden, damit aucb den Arbeitern höhere Löhzre gezahlt werden könnren. Aber die Unternehmer der Müblenindusirie denken nicht daran, von der ihnen gewährten Zulage auch den Arbeitern etwa» zukommen zu losten, wenn diese nicht, gestützt auf ihre Organisation, ihre For- derungen durchsetzen. Es soll demnächst eine planmätzige Sgitarion unter den Mühlenarbeiiern ins Werk gesetzt werden, von der man sich für die nächste Geschästsiaison Erfolge verspricht.— Das Vermögen der Lokalkasie hat sich um 1291 M. erhöbt und betrug am Schluh des Quartals 43642 M. Für Unterstützungen wurden 6923 M. ausgegeben. Davon kommt der größte Teil, nämlich 4551 M.. auf Krankenunlerstützung. Die Ausgaben für diesen UnterstütziingSzweig sind jetzt bei einem Mitgliederbestand von 1523 fast ebenso hoch wie vor dem Kriege bei einer Mitglrederzahl von rund 5999. Das Sterbegeld erforderte im ersten Quartal eine Ausgabe von 2337 M. Den Antrag eines Mitgliedes, welcher verlangt, dah die Ber- sammlungen des Verbandes auch im.Mitteilungsblatt' der Unab- hängigen angezeigt werden, lehnte die Versammlung nach längerer Debatte mit großer Mehrheit ab. Handlungsgehilfen. Arbeiterelteru! Der Zentralverband der Handlungsgehilfen. Ortsgruppe Berlin, macht erneut darauf aufmerksam, dah durch Zeitungsannoncen sehr oft Stellungen für kaufmännisches Personal angeboten werden, bei denen die Bewerber merkwürdige Erfahrungen machen. Hatte doch kürzlich erst eine Firma eine Kontoristin mit guter Handschrift gesucht. und als sich eine solche dort meldete, wurden ihr bei ösiüudiger Arbeitszeit 49 M. Monatsgehalt angeboten. Die Firma hatte in dem fraglichen Inserat verschwiegen, dah sie prinzipiell uu'- Personen einstellt, die bisher eine praktische Tätigkeit nicht auS- geübt haben. Da solche Inserate auch in Arbeiter- und arbeiter- freundlichen Blättern erscheinen können, ersucht der Zentralverband der Handlungsgehilfen. Münzstr. 29. die Slellungsuchenden. vor Abgabe ihrer Bewerbungen in dessen Bureau Auskunft über die fraglichen Firmen einbolen zu wollen._ Nichtige Verordnung über Heeresnaharbeit. Infolge der weiteren Abnahme der Arbeitsgelegenheit auf dem Gebiete der Heeresnäharbeiten hat das Oberkommando in den Marken eine Verordnung erlasien, die neue Bestimmungen darüber enthält, wer künftig berechtigt ist mit HeereSnäharbeiten beschäftigt ,u werden. An Stelle der bisher gültigen Ausweisbücher treten Ausweiskarten. Berufsarbeitern und Arbeiterinnen die für die Arbeit in der Industrie und Landwirtschaft geeignet sind und denen von dem zuständigen, öffentlichen Arbeitsnachweis oder der Hilfsdienststelle, sofern ein öffentlicher Arbeitsnachweis am Orte nicht vorhanden ist, eine Beschäftigung in der Industrie oder Landwirtschaft nachgewiesen wird, dürfen mit Heeres- Näharbeiten nicht beschäftigt werden. Voraussetzung sür die Nicktbeschästigung gelernter Berussangehöriger ist aber, daß sie für andere Arbeit geeignet sind und ihnen solche Arbeit auch nach- gewiesen wird. Auch können die mit Hceresnäharbeiten beschäftigten Männer zum vaterländischen Hilfsdienst herangezogen werden, wenn sie in einem nicht als hilfsdienstpflichtig anerkannten Betriebe arbeiten, oder ein solcher Betrieb mehr männliche Arbeitskräste beschäftigt, als ihm vom Feststellungsausschuh zuerkannt find. Es werden drei Arten von Karten ausgegeben: Rote, blaue und gelbe. Auf Antrag erhalten eine rote AuSweiSkarte: 1. gelernte Berufsarbeiter und»Arbeiterinnen an« dem Schneidergewerbe nnd verwandten Berufen, einschließlich Schneider- lehrlingen; eine blaue AuSweiSkarte: 2.») Frauen und Mädchen, die nicht unter 1 fallen, aber auf die BcschSftignng mit HeereSnäharbeiten zwecks Erlangung eines den Zeitumständen entsprechenden bescheidenen Lebensunterhalt» an- gewiesen sind. d) Kriegsbeschädigte, sofern sie eine Bescheinigung einer mit der Berufsberatung für Kriegsbeschädigte beauftragten Stelle oder eines öffentlichen Arbeitsnachweises darüber vorlegen, dah sie nicht in der Lage sind, sich einen bescheidenen Lebensunterhalt durch eine andere Beschäftigung, als die Beschäftigung mit Heeres- Näharbeiten zu erwerben. Frauen und Mädchen, die wegen gesundheitlicher oder häuS- licher Verhältniffe, insbesondere wegen Krankheit, Schwangerschaft, Pflege kranker Familienanaehöriger vorübergehen d nicht in der Lage sind, sich durch andere Arbeit einen bescheidenen Lebens- unterhalt zu erwerben und diesen aus anderen Mitteln ebenfalls nicht bestreiten können, kann für die Dauer der Unmöglichkeit der Uebernahme anderer Arbeit eine gelbe Ausweiskarte ausgestellt werden. Auf die Ausweiskarte hat die Polizeibehörde einen entsprechen- den Vermerk unter Angabe der Gültigkeitsdauer zu machen. Die Karte ist nach Ablauf der Frist bei der zuständigen Polizei- behörde abzuliefern und ist die Beschäftigung über die auf der Karte vermerkte Frist hinaus unzulässig. AlS gelernte Berufsarbeiter und-Arbeiterinnen gelten: 1. Diejenigen Perlonen. die als Schneider oder Mützenmacher eine Gesellenprüfung bestanden haben oder sich noch im Lehrver- hältnis befinden. 2. Männer, die den Nachweis einer zusammenhängenden, mindestens dreijährigen Beschäftigking mit Schneider- oder ähnlichen Arbeiten vor- dem 1. Februar 1917 erbringen können. 3. Frauen und Mädchen, die den Nachweis einer zusammenhängenden, mindestens zweijährigen Beschäftigung mit Schneider-, Näh- oder ähnlichen Arbeiten vor dem 1. Februar 1917 erbringen könuen, sofern diele Belchästiaung ihren Hauvterwerbszweia bildeie. Sämtliche mit HeereSnäharbeiten Beschäftigten müsien daher sofort bei der zuständigen Polizeibehörde, in Berlin daS Polizei- revier, in welchem die Wohnung des Arbeiters gelegen ist, die Aus- stellung einer Ausweiskarte beantragen. Ist die Polizeibehörde der Ansicht, dah der Antragsteller eine andere Beschäftigung in der In- dustrie oder Landwirtschaft ausüben kann, so hat sie denselben an den zuständigen Arbeitsnachweis zu verweisen. Kann der Arbeits- Nachweis solche Beschäftigung nicht nachweisen, so muh er hierüber eine Bescheinigung ausstellen. In diesem Falle ist dem Antragsteller von der Polizeibehörde eine rote Ausweiskarte aus- zustellen, jedoch soll auf der Karte vermerkt werden, dah der In- Haber derselben für andere Arbeit geeignet ist. Werden Arbeits- kräfte benötigt und kann der Bedarf von den Aibeilsuachweisen nicht aus den sonst zur Verfügung stehendpn Arbeitskräften gedeckt werden, so hat die Polizeibehörde auf Ersuchen der öffentlichen Arbeitsnachweise oder Hilfsdienststellcn d�e roten Ausweiskarten derjenigen Personen einzuziehen, denen vom Arbeitsnachweis andere Beschäftigung nachgewiesen wird. Beim Aushören der anderweitigen Beschäftigung kann die Ortspolizcibehö'.de im Einvernehmen mit dem Arbeitsnachweis auf Antrag dem Arbeitnehmer die Ausweis- karte wieder auSHSiidtgen. Auch Arbeilgeber, welche selbst mitnäben oder bügeln, müffcn eine Ausweiskarte haben. Gegen die Entscheidung der Polizeibehörde, dah der Berufs- arbeiter oder die Arbeiterin für andere«rbeilen in der Industrie oder Landwirtschast geeignet sei, steht dem Arbeitnehmer die Beschwerde an die Aufsichtsbehörde, in Berlin der Polizeipräsident, in der Provinz Brandenburg die Regierungspräsidenten in Franlfurt a. O. und Potsdam zu. Diese Stellen haben vor der Entscheidung einen Vertreter der Arbeit- n e b m e r und der öffentlichen Arbeitsnachweise gutachtlich zu hören. Als geeignete Vertreter hat das Oberkommando die G e w erks chafts v ert eter in den Heeresnähausschüffen be- zeichnet. Fugendliche Personen unter 16 Jahren, mit Ausnahme der Lehrlinge dürfen nicht mit Heeresnäharbeiten beschä'iigt werden. Für Heimarbeit sollen in der Regel auS einer Hausgemeinschaft nur einer Person, in Ausnahmefällen zwei Personen AuSweiSkarten ausgestellt werden. Die Ausweiskartcn gelten für Berlin und die Provinz Branden- bürg und bleiben während der Dauer der Beschäftigung in Händen des Arbeitgebers. Beginn und Ende der Beschäftigung hat dex Arbeitgeber auf der Karte einzutragen und die Richiigkeit der Ein- tragung durch Unterschrift oder Stempel zu bestätigen. Ein Zurück« halten der Karte nach Beendigung der Beschäftigung ist in' jedem Falle unzulässig und strafbar. Verzieht der Arbeiter innerhalb Berlins und der Provinz Brandenburg, so hat er die Ausweiskarte — die ihm sein Arbeitgeber zu diesem Zweck aushändigen muh— bei der polizeilichen Anmeldung der Polizeibehörde des neuen Wohn- orls vorzulegen. Verzieht er in den Bereich eines anderen Korps- bezirls(also aus Berlin und der Provinz Brandenburg), io muh er die Ausweiskarte bei der polizeilichen Abmeldung gegen Abliefe- rungsbeicheinigung abgeben. Wird em Arbeiter zum Heeres- oder Hilfsdienst eingezogen, so muh er die Ausweiskarte bei der Polizei- behörde abgeben. Diese Verordnung tritt am 1. Mai in Krakt. Zuwiderband- lungen werden bestraft. Vom 1. Juni ab dür'en nur noch solche Personen mit Heeresnäharbeiten beichäfligt werden, die im Besitze einer neuen Ausweiskarte find. Bei der Neueinstellung von Arbeitskräften müssen die Inhaber roter Ausweiskarten zuerst berücksichtiat werden. Soziales. Unternehmertum und SricgSüeschädigte. Die Freien Gewertschatlen treten entichieden für den g e s e tz- lichen Einste I.lungSzwang der Kriegsbeschädigten ein. Sämtliche Arbeitgeber sollen veipflichtet werden, einen bestimmren Prozentsatz Kriegsbeschädigte bei sich einzustellen. Die Unter- nehmer wehren sich gegen dieses Ansinnen, beteuern aber, dah sie freiwillig eine emspreckende Zahl Knegsbeichädigier einstellen wollen. Die Vereinigung der deulichen Arbeitgeberverbände Hai nun vor einigen Tagen folgendes vertrauliche Rundschrelben er- lasten: Von gewerkschaftlicher Seite ist bekanntlich der gesetzliche Zwang zur Einstellung der Kriegsbeschädigten, darunter eines Vrozenlsatzes von Schwerbeschädigten, gefordert werden. Zur Begründung dieser Forderung wurde ange'übrt, dah die Arbeitgeber wohl bereit seien, Leichibeichädigte zu beschäftigen, dah sie aber Schwerbeichädigle abweisen werden. Für die Schwerbeschädigten sind daher auherordeniliche Schutz- bestimmungen gefordeet worden. Die Vereinigung hat stets den Standpunkt eingenommen, dah der Einstellungszwang überbaupt. auch für Schwerbeschädigte, überflüssig sei. da die Arbeitgeber auch die Schwei beschädigien nach Möglichkeil zur Arbeitsleistung beranruziehen bereit sind Um über die Zahl der beschäftigten Schwerbeschädigten einen Anbalt zu gewinnen, ist im Vorstande der Bereinigung angeregt worden, eine Erhebung über den Grad der Beschädigung der eingesiellten Kriegsverletzten anzustellen, und zwar soll die empfangene Militärrenie als Mahstab des Beschädigungsgrades dienen, wenn auch dieser Mahstab»ach der Arbeilsart nicht immer richtig sein mag. Hoffentlich behandelt die Vereinigung der deutschen Arbeirgeber- verbände dos Ergebnis dieser Rundfrage nicht so vcriraulich. wie das vorliegende Rundschreiben An der Forderung des Emstellungs- zwanges wird daS Ergebnis der Rundlrage aber keinesfalls eiwas ändern können. Selbst wenn setzt unter den friichen Erlebnissen de? Krieges, unter einer Hochlonjunliur aus dem SibeilSmarkl. unter dem Zeichen der militärischen Aulträge und andern Gesichispunkien die Zahl der beschäftigten«chwerbeichädiglen nicht gering sein sollle, ist keinerlei Gewähr geboten, dah es nach dem Kriege io bleibr. Gerade dann aber, wenn die ganze Niesenzahl der Schwerbe'chädigleir aus dem Arbeitsmarlt erscheint, wird ohne Emflellungszwang nicht auszukommen sein. Erstaunliche Wcttbcwcrsbctciligung. Der»Reichsverdand zur Förderung sparsamer Bauweise E. V." (Sitz: Berlin� W. 39. Motzstr. 8) hat vor längerer Zeit einen An- fangs Mai fällig werdenden Wettbewerb zur Erlangung von Vor- schlägon für die Verbilligung des KleinbauSbaues ausgeschrieben und für die Entscheidungen ein Preisgericht besonders hervorragen- der Baukünstler und BolkSwirlschaftler eingesetzt. Die Unterlagen für diesen Wettbewerb sind nun inzwischen von nicht.weniger alS 1699 Bewerbern(Architekten, Ingenieuren und Nationalökonomen) eingefordert worden, so dah die für eine gehobene Wirtschaftlichkeit im Bauwesen überaus wichtigen Fragen durch das Vorgehen des Reichsverbandcs wohl denkbar gründlichste und vielseitigste Bear- beitung finden können. Inöustrie und Kandel. Zur Wiederanbahirung der Warencinsuhr nach Rumänien bat die Mililärverwaliung drei Ableilungen je'ür Deuttchland. Oesterreich und Ungarn errichiet mit der Aufgabe, den Handel zu unier- stützen durch Auskünfte. Nachweis greifbarer Ware. Vermittlung von Vertretern und ähnliche». Dre volle Freiheil des Handels bleibt unbebinderl. Verantwvrtlich für Politik: Erich ftnttner, Perlin: für den übrigen Teil de» Platte»: Alfred Scholz, Neulolln: für Anzeigen Tb-odor vilockc, Perlin. Verlag: Vorwärts-Verlag G. in b. H., Berlin. Truck Vorwärls-Buchdruckerei und BerlagsansiaU Paul Singer u. Co. in Berlin. Lindenltrabe Z. Hierzu 1 Beilage nnd Uuirrhallungsblatt. Zentrum: Albert Hahnisch. Tckerstr. 174, am Koppenplatz. Geöffnet von II— Iis und von»'s— 7 Uhr. v 2. Wahlkreis: S. und 81V.: Gustav Schmidt. BarwaUstr. 42, an der Gneisenaustrahe. Geöffnet von 11— 1 Vi und von 4 Vi— 7 Uhr.__ 3. Wahlkreis: S t. Fritz, Prinzenstr. 51, Hos rechts pari. Geöffnet von 11— I ilx, inih«ott 41*»— 7 llbr. Zeitttngs-Ausgabestelten und Jnseraten-Annahme. 4. Wahlkreis:" S ii d o st e n: Paul Böhm. Lausitzer Platz 14115. Ge- össnct von 11— IVi und von 4 Vi— 7 Uhr.__ 6. Wahlkreis: Leo Zucht, Jmmaneltrrchstr. 12 lHof). Geosfuet von II— IVi und von 4 Vi— X Uhr._ ,,_ 6. Wahlkreis(Moabit): Joseph, Wilhelmshavener Straße 48. Geöffnet von 11— IVi.und von 4 Vi— 7 Uhr., v. W-dding: I. Hönisch. Müllerstr. 34-, Ecke Utrechter Straße(Laden). Geöffnet von 11— m und von 4�— 7 Uhr.„ m,. Rosenthaler und' Oranienburger Vorstadt: A. Wolgast, Wattstr. 9. Geöffnet von 11— IVi und von»Vi— 7 Uhr. Gesundbrunnen: Fischer. Bastianstr. 6(Laden). Geöffnet von 11 br» IVi und von 4 Vi— 7 Uhr. Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Grerfenhagener Straße 22. Ge- öffnet von 11— l'i und von 4'i— 7 Uhr. Adlershos: Fever st ein, Bismarckstraße 82. vlt-Glienicke, F-lkenberg: Salzmann, Falkenberg, Gartenstadtstr. 19. vaumschulcnweg: Karl Köpke, Kieshol, str. 179.... Bernau, Röntgental. Zepernick. Schönow. SchönbrSck und Buch: Heinrich Bros«, Bernau, Mühlenstr. S(Laden). Biesdorf: W. Danneberg, Viktoriastraße 11. Bohnsdorf: Horlemann, Genossenschaftshans„Paradies'. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Seseicheimer Straße 1. Geöffnet von 11— l'i und von 4 Vi— 7 Uhr. Sichwald», Schmöckwitz. Zeuthen. MierSdors: OSkar Mahle, Grünaner Straße 37 FrederSdorf-Peterihagen: U f f e n w a f f e r, Petershagen. Friedenau, Steglitz. Södende: H. B e r n l e e, Steglitz. Mommsenftr. 59. FriedrichShage», Fichtenau. Rahnsdorf, Echöneich«, Klein- Schönebeck: Ernst Werkmann, Friedrichshagen, Köpenicker Straße 13. Grünau: Franz Klein, Friedrichstr. 19. Johannisthal: Max Gvnfchnr. Parkstr. 23. Karlshorft: Fron Sachse. Junker-Jörg-Str. 7 II. Kaulsdorf: F r. H i m p e l, Bülowstraße 21. KöniaS-Wusterhausen, Wildau, Riederlehm«: Friedrich Baumann, Luckenwalde! Straße 5. Köpenick: Emil.Wißler, Kretzer Straße 6(Laden). Geöffnet von morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr. Lichtenberg I, Friedrichsfelde, Hohenschönhausen: Otto Seilet, Watten- bergstraße 1 iLaden). Geöffnet von 11— IVi und von 4Vi— 7 Uhr. Lichtenberg II. Rnmmelsburg, Stralau: A. Nolenkranz, Alt-Box- bogen 56. Geöffnet von 11— IVi und von 4Vi— 7 Uhr. Mahlsdors: Frau Strauß, Lindcnftraße 11. Mariendors, Rarienseldc: August Lerp, Cbausseestr. 23. Reueichagen: Johann Hübscher, Schmidtstraße 14. Reuköllu: M. H e i n r i ch, Neckarstr. 2(Laden). Geöffnet von 11— IVi und von 4Vi— 7 Uhr. Reukölln-Britz: Rohr, Siegsricdstr. 28/23. Geöffnet von II— IVi und von IM;— 7 Uhr. Nicderlckönewcide: Wilhelm Unruh Brückenftr. 19, II. Rowawes: Karl Krohnderg, Eiienbahnsn. 19. Lbcrschöncweide: Ida Freidank. Bismarcksir. 25, I. Pankow, Niederschönhausen, Nordend, Franz.-Buchholz, Blankenburg: R i ß m a n n. Pankow. Mühlenstr. 79. Reinickendorj-Oft, Wilhelmsrah und Schönholz: P. Ellrich. Provinz» ftraße 56(Laden). Schenkcndors bei Llönigs-Wristerhausen: Chr. H a n s ch k e. Dorfstr. 19. Schöneberg: Wildelm Böumler, Mcininger Straße 9(Laden), Geöffnet von 11— IVi und von 4Vi— 7 Udr. Spandau, SiemcnSstadt: E. Stahl. Spandan. Marschallstr. 19. Tegel, Borsigwalde. Wittenau. WaidmanuSIust, Hermsdorf. Hohen-Renen- dorf, Birkeuwcrder, Frei« Scholle und Reinickendors-West: Paul K r e n a st. Borsigwalde. Räuschstr. 19. Geöffnet von 11— IVi und von 4 Vi— 7 Uhr. Teltow: Pfeifer. Havelstr. 2. Tempelhost R ud. Üeck ermann, Kaiser-Wilhclm-Straße 74. Treptow: R o b. Gramen,, Kicsholzstr. 412, vorn 1 Treppe. Weißenlee: Wasirlewskr, Berliner Allee 11. Wilmersdorf, Halensce, Schmargendorf: Paul Schubert, Wilhelms« aue 27. Zossen: T r o e m e l, Wasserstraße 4. Sämtliche Patteillteratnr sowie alle willenschastlichen Werke werde» geliefert, Sonntags sind die Ausgabestellen geschlossen,