Reöakttom EW. 68,£lndcnfhage Z. Rtrtüfrttbn i Buk Mortpvla». Nr. 151 s»— 151>7. Mittwoch, den 1. Mai 1918, ExpsütLisn: EW. 6$,£inöenstraße 3* lk«r«!prrcher: Bml Moritivlaq, 7tr. 1S1 so— 151»7. Ar. HS. S8. Jahrg. Vsrlinev VolKsblakk. cle? fosialäemokrati sehen partd DeutfebUnds. ( 10 Pfennig) «szeisrupreiS: VwKelAiz-waveneKownelzelleioftK 80 Wg..Jtijlnc Änzeigru", da« frttfltbnKlis Wort M Pix.(zuISistg 2 settgedruckte Worte), leds- seiter« Wort Ii Psg. Stellengesuch« und Schla/stellenanzeiaen da» erste Wort 20 Big, iodeS weitere Wort 10 Psg Sorte über ib Buchstaben MIen für «wri Sorte. TeuerungSzuschlaz 20°/». F->ni!ieii.Ar,je>gcn. politische und gewectschaitlsche BerewS> itn�eigeu 00 Psg die Zeile,«n, eigen für die ntichsle Slununer niüssen biZ 5 N!n! nachmittags im HauptgcschiM. Sertin SW>SS. Lindenftratze S, ab,«gebe« werde». SeSffnet von S Uhr'rüh bis 7 Uhr»bendS. Ni-rteisShrt. i£0 SU. man-«, tmwtt, frei WS Hau«. PocauSzahIbch l�O Ml. Unter«rmudaud für Deutschland und Oesterreich. Ungarn S,— Mt. für daZ Sbno�«uSl-nd M2 menalli». P erfand WS Seid beidirelter Bestellung monatt-t�iOStl. Postdestellungen nehmen an Düne- mark. Holland. Luxemburg Schwede» und d:- Schweig Twgetraaeo w dt« Post-ZestunzS-PreiSttst». »rfchew» tügitch. Zetegramm- UdrefS» OerUm', Zentralorgan Sturmfzenen im Hbgcordnetenhaufc. Mit äußerster Gpamnmg hat daS ganze Land der gestri« gen Sitzung des Abgeordnetenhauses entgegengesehen. Er- wartete man doch von ihr eine der wichtigste» Kitt» scheidungen der innerpolitische» Geschichte Preußens: gleiches Wahlrecht oder nicht, Auflösung oder nicht. ES ist zu dieser Entscheidung einstweile« ulcht>e- kommen. Wohl hat eS an Ueberraschungea, Sensationen. Zusammenstößen von einer im Dreiklassenhause noch nicht dagewesenen Schärfe nicht gefehlt, aber die VerhanÄungen sind kaum über den Auftaft hinausgelangt. Schuld daran ist ein einzelner Mann, an dem sich einmal wieder der Satz de» wahrhettet, daß politische Dummheiten das beste Mittel find, um in Deutschland über Nacht berühmt zu werden, der Zentrumsgras S p e e. Der Antrag, mit dem Traf Spee das Haus überrascht«, die ganze WahlrechtSvorlage bis nach Friedensschluß zu d e r» tagen, hätte freilich eine lächerliche Episode bleiben können, wenn es nicht der Rechten eingefallen wäre, diesem Antrage, den nachher ihre eigenen Führer für eine Unmöglichkeit er- klären mußten, durch stürmischen Beifall und Niederbrüllen des Ministers, der sich pflichtgemäß auf daS schärfst« dagegen wandte, ein ganz anderes Profil zu geben. Was vordem die Narrheit eines hartnäckigen Querkopfes war, verwandelte die Rechte in eine Provokation der Regierung wie des Volkes. Statj eines gutgläubioen, aber politisch beschränkten Einspänners sah man nun plötzlich die ganz« Schicht der verzweifelt um ihre Privilegien kämpfenden Machthaber Preußen» vor sich. die wie nach dem Armeebefehl des französischen Generals Fach handeln: �klammert euch an da« Gelände und überlaßt dem Feind keinen Fußbreit Boden!" Dieses unerwartete Vorspiel hat weuigstenS einmal wieder das Gute gehabt, daß eS blihartig die wahre Gesinnung derer von der Rechten beleuchtete. Für die Männer der Front de- hauptet« der in Offiziersuniform erschienen« Graf Spee zu sprechen. Aber wir bezweifeln, daß auch nur 19 Proz. der in den Schützengräben liegenden Soldaten mit dem einverstanden sind, was der Herr Major vom Dwisionsstab äußerte. Führte Graf Spee etwa aus., daß die ungeheuren Leistungen da draußen jedes dem Besitz gegebene Privilegium zu einer schweren Ungerechtigkeit gegen die Frontkämpfer mache? O nein, Graf Spee ist selber ein Gegner des gleichen Wahlrecht», er gehört dem rechten Zentrumsflügel cm, der Privilegien für den Geldbeutel im Wahlrecht nicht missen will. Wenn Graf Spee aber aus Rücksicht gegen die Front- kämpfer die Wahlvorlage bis nach dem Krieg« vertagen will. so wird man ihm persönlich den guten Glauben wohl zu- billigen. Aber das Gefühl wird man nicht los, daß bei den anderen, die dem Borschlag auf Vertagung der Wahl- reform zujubeln, ganz andere Motive maßgebend sind als die Rückficht auf die Frontkämpfer. Sind es doch die- selben, die von einer Wahlreform möglichst überhaupt nichts wissen wollen I Wir halten die Frontkämpfer für einsichtig genug, um zwischen ihren wahren und falschen Freunden unterscheiden zn können! Im übrigen ist die Situation durch die gestrige» Ber- Handlungen nicht viel klarer geworden. Namentlich was das zu erwartende Resultat der Abstimmung üb« den 'nnstrittenen§ 3 der Vorlage betrifft(gleiches Wahlrecht oder Pluralwahlrecht), so ist hier noch immer alles im Ungewissen. Nachdem der Zentrumsführer Dr. Porfch erflkrt Hat, daß ein kleiner Teil derZentrumSfrakrion gegen das gleiche Wahlrecht stimmen werde, erscheint die Aussicht auf Nichtwied-rherstellung der Regierungsvorlage gewachsen, obwohl die Zahl der für das gleiche Wahlrecht ge- wonnenen Nationalliberalen wieder etwas größer geworden sein soll._ Irgendein« sichere Bervchnung gibt eS auch zur Stunde nicht. Um so mehr konzentriert sich da« Interesse auf die Hol» tung der Regierung. Die gestrigen Reden des Grasen Hertling und seines Stellvertreters Dr. Friedberg lassen etwa folgenden Schluß ziehen: Die Regierung ist einerseits ent- sckchzssen, vom gleichen Wahlrecht nicht abzu- gehen, auf der anderen Seite sucht sie jeden Weg, der sie einer Auflösung des Parlaments überheben könnte. Damit gerät sie allerdings in eine schwierige Lage, da die Entschlossenheit zur AufÄsung als das einzige sichere und wirksame Mittel der Regierung er- scheint, um das gleiche Wahlrecht— sei es mit diesem Hause, sei es gegen dieses Haus— in die Tat umzusetzen. Für den tfall einer Annahme des provozierend«! Antrages Sfccc hat gestern zwar die Regierung unzweideutig die Auflösung an- gekündigt und mit dieser Ankündigung auch sofort den gewünschten Erfolg erzielt. Was sie aber im Falle der Ablehnung des gleichen Wahlrechts zu tun gedenkt, darüber hat sie sich einsdveflen erst sehr unklar aus- gesprochen, so daß man hier über ihre letzten Absichten noch wuner zweifeln kann. 1. Mai. Draußen«nd drinnen entscheidend« Wachtklimpse ten Apern und gleiches Wahlrecht. Da ist wenig Zeit zu Fester: und Festgedanken. Aber der erst« Mai war mr9 stets nicht nur Fest-, sondern auch Kampf gedanke. Leidend und triumphierend steht er in engstem Zusammenhang mit den großen Ereignissen dieser bewegten Tage. Er ist gleichsam m ihnen aufgegangen und untergetaucht—« i ch t unter gegangen. Gestern war er viel, heute ist er nichts, morgen dielleicht alles I Am nächsten Sonntag feiern wir den hundertsten Geburt«- tag von Karl Marz, der uns gelehrt hat, in jedem gegebenen Zustand den Keim seines Gegensatzes zu erkennen. Ihm der- danken wir die Kraft, tu einer bedrückende» Gegenwart einer Zukunft zu leben, die von Grund auS anders sein wird. So finden wir jetzt auch den Gedanken der internationalen Vereinigung des Proletariats in einem dia- lettischen Umschlagprozeß begriffen: inmitten seiner schwersten Niederlage ahnen wir die Kraft seine» Wiederaufleben» und seinen künftigen Sieg. ES kann nn# wenig befriedigen, daß fast alle Maat»- männer der Idee einer künftigen Gesellschaft de» Volke» ihr« Rederenz gemacht haben. Sie taten e» nicht reinen Herzen», und ihr Preislied auf die Knfttge Völker- gefellschaft war nur Mittel zu anderem Zweck. Aber eS war die notgedrungen« Anerkennung«wer vorhandenen ideellen Macht,»nd der ewig« Frieden wurde zum Lockztel des verewigten Krieges! So ist dies« kreißend« Zett toll und voll der un- geheuersten Widersprüche. Der größte aber ist der: Nie war die ganze Well begieriger, einen ersten Mai des Welt- friedenS zu feiern als jetzt, nie zuvor hatten alle begriffen, wie kostbar daS Gut war, für dessen Erhaltung wir vergeben» kämpften— aber auch nie schien der Gedanke einer wahren WeltfrtedenSfeier ferneres ZukunftSziel al» in diesem Augenblick. Unmöglich, von Verständigung zu sprechen, da alle» nach Entscheidung schreit! Die ei neu nennen«u» verrät» am internationalen Sozialismus, weil wir den Untergang unseres eigenen Volkes nicht wollen. Die andern schelten unS Toren und Schwärm«, well wtt tn dies«„besten all« Welten" nicht aufhören, auf eine deff«e zu hoffen und für fle zu arbeiten. Wir«tragen Schimpf und Spott tu beut Bewußtsein, daß die Zeit für «n» arbeitet. Gleichviel od die Maifei« al» Form auflebt od« abstirbt, wa» in ihr gewollt und gedacht war, kann nicht sterben. Noch steht kein Auge daS Ende der Erschütterungen und Um- wälzungen, w deren Zuge wir uns befinden, und auch dies« Tag mtt seinen Erinnerungen und Ausblicken kann un» nur eine Mahnung sein, wach zu bleiben und un» selbst ge- treu! Einstweilen bemüht sich dt« Regier rnig jedenfalls, das gleiche Wahlrecht auf den: Wege der Konzessionen durchzubringen. Mit ziemfich dürren Worten haben sich Hertling und Friedberg ziemlich zu jeder Konzession bereit erWrt, die nicht vom gleichen Wahlrecht als solchem abführt. Mehrstimmen und dergleichen sind der Regierung zwar nach wie vor unannehmbar, aber auf dem Gebiete der »Sicherungen" will sie den von verschiedenen Seiten geäußerten Wünschen und in Vorbereitung befindlichen An- trägen nachgeben. Da bereits der Regierungsentwurf an wahlrechtstechni- Sicherungen" so ziemlich olles Denkbare enthält(Her� ung des Wahlplters, dreijührige Staatszugehörigkeit, rige OrtsansLssigkeit usw., so kann es sia? im wesent- lichen nur noch um dre vom Zentrum und dem freikonser- vative» Antrag Bredt verlangten verfassungsrechtlichen .Sicherungen" handln. Diese bestehen bekanntlich darin, daß die Abänderung gewisser bestehender Einrichtungen, der konfessionellen Volksschule, des Gemeindewahlrechts usw., künftig nicht mehr mit einfacher, sondern nur noch mtt qualifizierter Mehrheit möglich sein soll. Mtt anderen Worten: kann man schon ein Parlament auf der Grundlage des gleichen Wahlrechts nicht verhindern, so will man, bevor es noch ins Leben tritt, seine Kompetenz auf das äußerste einschränken. Wenn das neue Parlament auch anders zusammengesetzt ist, so soll es doch nichts abändern rönnen von dem, wqs seine auf Drei- Aaffengrundlage gewählten Boxgänger in Preuße» so Herr- kW) ekn gerichtet haben. Eine andere Zusammensetzung des Parlaments geschieht ja nun eigentlich zu dem Zweck, da- mit es andere Gesetze macht. Aber hier will man Verfaffungsbarrikaden bauen, die auch daS verändert zusammengesetzte Parlament zwingen, weiter in dem ausgetretenen Kreis der bisherigen Gesetzgebung zu trotten. Ein sein ausgesonnener Plan! Die Rechtlosigkeit soll in Preußen nicht beseitigt, sondern nur verschoben werden. Bisher war in Preußen rechtlos der Wähler. Unter dem gleichen Wahlrecht hört die Rechtlosigkeit des Wählers auf, aber an ihre Stelle tritt die Rechtlosigkeit des G e w ä h l t e n. Früher sagte man dem Wähler:.Du darfst zwar eine Stimme abgeben, ab« auf die Wahl des Abgeordneten ist sie ohne Einfluß." Jetzt heißt eS:„Du darfst zwar einen Abgeord- neten wählen, ab« dieser kann dank der von uns getroffenen famosen„Sicherungen" an den bestehenden Zuständen nichts änd«n." Es ftagt sich allerdmgs, od ein auf der Grundlage des gleichen Wahlrechts gewähltes Parlament sich dauernd durch solche vor sein« Entstehung geschaffenen Barrikaden wird einengen lassen. Die Entwicklung, die über die Festun gs- mauern des Dreiklassenwcchlrechts hinwegsetzt, wird auch vor diesen Zäunen nicht Halt machen. Das wissen auch die Kon- servattven, und deswegen stehen sie dem ganzen Sicherungs- ausbau kühl gegenüber, solange das gleiche Wahlrecht bleibt. Die Regierung-kann mit ihrem Sicherungsbau wohl einige laue Freunde des gleichen Wahlrechts mehr für dieses interessieren, aber seine eigentlichen Gegner nicht umstimmen. Deswegen sollte sie sich ernstlich fragen, ob sie, ganz von ihrem Standpunkte aus betrachtet, hl« auf dem rich» t i g« n Wege ist, indem sie dem Volk das gleiche Wahlrecht verekelt, ohne die Gegner des gleichen Wahlrechts zu ver- söhnen. Sie büßt an Vertrauen ein, ohne Ver- t r a u e u zu g ew in ne m Die Regierung, die die Parole des gleichen Wahlrechts ausgegeben hat, muß sich darüber klar sein, daß auf diesem Wege nur ein Vorwärts und kein Zurück gibt. Solange die Regierung vorwärts geht, ist ihr d« Sieg sicher. Mtt der Hilfe des Volkes kann sie jederzeit üb« die preußische Junkerherrschaft triumphieren, aber dazu muß sie diesen Sieg wollen und darf sich nicht durch bis Drohungen derer einschüchtern lassen, die gestern im Abgeordnetenhause skandaliert und provoziert haben. Lasten eS diese Leute zum äußersten kommen, dann genügt eine mutige Tat, und ihre Herrlichkeit sinkt in Nichts zusammen. »» • «u« feern WgeordnekenhauS wird uns geschrieSeu: Eine so stürmische Sitzung wie-nn DlenAtag hat da» Drei« klassenhau» in b« Prinz-Albrecht-Siratze noch nicht erlebt. Wohl wußte man, daß vi« WahlrechtSgegner zum Widerstand vi» aufs äußerste eirtschlosien find, wohl konmle man sich auf allsr- Hand Manöver gefaßt machen, die die A-rabschiedung des großen BevfassungSwerkes hintertreiben sollen, aber daß sie so wenig wäh- Wisch in ihren Mitteln sein wübden, da» hätte man dach nicht er- wartet. Der Antrag des Grafen Spee auf Bertagaing der Be- ratung bis nach Kriegsend-, der von d« großen Mehrzahl der Kon- strvativen freudig aufgegriffen wurde, diese Verspottung und Ver- HZHnnng des Volkes, mußte ganz naturgemäß die Erbitterung der Freunde eines freien Wahlrechts, die nunmehr fast ein halbes Iahe hindurch sehen mußten, wie man die Beratungen absichtlich verschleppt, auf» höchste steigern, und wenn es be! der Erledigung dicfoS Antrages zu Szenen gekonnnen ist, die jeden peinlich be- rühren, so trifft d i e Schuld einzig und allein seineu Urheber. Gerade vom vaterländischen Standpunkt aus, den er fortgesetzt als Leitmotiv für sich inS Feld führte, hätte Graf Spee sich sagen müssen, daß er mit seinem übrigens allgemein über- rascheydcn Vorgehen die innere Front schwächt und dem Auslände das Bild«in« inneren Zerrissenheit bietet, wie sie in diesem Um- fange nicht besteht. Hält mai. fich weiter die fortgesetzten Angriffe, teils persönlich« Art, gegen den Vizepräsidenten des StaatSmini- fteviums vor Augen, vergegenwärtigt man sich, wie der Chor der WahlrechtSfroude Herrn Dr. Friedberg, in dem sie als Hüter d-S monarchischen Gedankens doch in e»ster Linie den Minister ihres Königs zu schien haben, förmlich niederbrüllten und ihn beinahe am Reden hlnberien, so wird man mit und zu dem Schluß kommen, oaß die Mehrheit des Dreiklossenhause» ein so merkwürdiges parlamentarische» Verhalten an den Tag gelegt hat, wie es in einem Parlamont des gleichen Wahlrechts schlechterdings unmöglich ist. Das Dreiklasfenparlament hat sich dadurch seihst fein Todesurteil gesprochen. Ist auch der Vertagnngsantrag mit großer Mehrheit abgelehnt worden, so haben sich doch die Ausfichtsn für das gleiche Wahlrecht nicht gsbesiert. Man weiß jetzt, daß von den Nationalliberalen 38 dafür und 33 dagegen stimmen, daß aber auch vom Zentrum ein kleiner Teil seine Stimme zogen das gleiche Wahlrecht in die Wag- schale werfen wird. Seine Mlehrnrng in zweiter Lesung ist dem» nach fast s i ch e r, und unseres ExachtemS wäre es vergeblich: Acheip wollte die Regierung, wie sie angettindigt hat, noch eine B e r st ä n- dignnA verjache». Die einzige Antwort auf die Abtehnuag de? gleichen Wahlrechts in jödfer Scfmtg fegte Ke anS mit dieser Antwort sollte die Bsgierung nicht zögern. Ob die Entscheidung bereits am Mittwoch stillen wird, ist-rage- fichts der großen Rednerliste ungewiß. •• • 138. Sitzung. Dienstag, den 30. April 1918. Am Ministertische: Ministerpräsident Graf He r t l i n g, Dr. Friedberg. Dr. DrewS, Hergt. V. Eisenhart« Rothe. Die Tribünen find überfüllt. Das HauZ ist sehr stark besetzt. Präsident Graf Schwerin-Awitz eröffnet die Sitzung um 11 Uhr 30- Mimten. Zwekte Lesung örr Vahkrechtsvsrlagea. Auf der Tagesordnung steht: 1. der Gesetzentwurf betreffend die Wahlen zum Abgeordnetenhaus, 2. der Gesetzentwurf über die Zusammensetzung des Herrenhauses und 3. der Gesetzentwurf betreffend die Abänderung der Art. 02 und 99 der Verfassung. Ew Vcrtagutigsautrag. Abg. Graf Tpee(Z., zur Geschäftsordnung): Ich beantrage. die Puii're 1, 2 und 8 der Tagesordnung abzusetzen und die 8e« ratuag der Angelcgeuheit bis nach Friedensschluß zu vertage«. flSköße Bewegung im ganzen Hause.— Stürmischer Beifall rechts.— Gelächter und heftiger Widerspruch links.— Allgemeine Erregung.) Ich stelle den Antrag durchaus auf eigene Faust (erneute lebhafte Erregung), iu voll Ernst nehme ich das auf mich. Der Redner weist dann d u auf hin, daß der Reichs» kanrler v. Vethmann Holl weg seinerzeit im Abgeordneten» hause erklärt habe, daß die Wahlreform erst nach dem Kriege erfolgen könne.(Lebhaftes Hört! hört! rechts.) Auch in der Oster» b o t s ch a f t wurde darauf hingewiesen, daß noch Millionen draußen im Felde stehen, und daß im vaterländischen Jntereffe die Reform hinausgeschoben werden müsse. Ich bitte, doch diese Erklärungen zU beachten und einmal allen politischen Ehrgeiz und Machthunger auszuschalten.(Lebhafte Unruhe links und im Zentrum.) Wenn das Hau-Z in Flammen steht, dann suchen alle Parteien doch zunächst gemeinsam daZ Feuer zu löschen. Wir aber s??riten uns hier über neue Einrichtungen, ehe wir den Frieden i.>5en.(Zurufe links: Sie gieße» Oel ins Feuer!) Wir müsse» alles vermeiden, wis auch nur den Anschein erwecken könnte, als ob die kraftvolle Einigkeit der geschlossenen Front nicht auch im Innern vorhanden wäre. Alle Garantien, die man nur wünschen kann, sind gegeben, daß die Abänderung der preußischen Verfassung erfolgen muß. Niemand wird sich dem entziehen können. Es bandelt fich um nichts mchereS als um die Frage des Zeit« t> u n k t e S, wann eZ geschehen soll. Der jetzige Augenblick, wo ivir den ungeheuren Existenzkampf führe«'müssen, ist der deubbar ungeeignetste nach jeder Richtung. Wollen Sie denn unsere Helden ausschließe«, die an der Front stehen? Tie Annahme meine? Antrag? würde an der Front wie eine E: tö sung wirken.(Lebhafter Beifall rechts. Gelächter in» Jen» trum und links.) Ich komme von der Front. Dort begreift man die verdamwie FriedeuZresakrtl,» M Reichstag» nicht.(Rnrnhe links und im Zentrum.) Dort begreift man diese iim�rpolitischen Kämpfe nicht, während alle? darauf ankommt, ein- mutig und brüderlich zusammenzustehen. Der Kampf im Innern stärkt die Widerstandskraft unserer Fsiude, er vermehrt das unv ütz e Bl uS vergieße ir. Aber auch im Jnlande wird mau aufat-'ueu, wenn dieses HauS sagt, daß wir unS einigen wollen, und daß wir alles vermeiden wollen, was uns trennt.(Lebhafte Unter- b rechungen und Zurufe: Zur Geschäftsordnung!) Präsident Graf Schweriu-Löwitz: Ein Antrag, wie der vor» liegende, ist seit langerZeitnicht gestellt worden. Es liegen aber bestimmte Vorgänge vor. Iu einem solchen Falle hat der damalige Präsident die Begründung deS Antrags zugelassen. Es jplgte dann eine einstündige Begründung. Der Antragsteller . hat älio auch hier das Lischt der Begründmrg. Abg. Graf Spe-(Z., fortfahrend): Selbst wen» das gleiche Wahlrecht hier angenommen würde, so wäre daS ein Pyrrhussieg. Aus würden Sie denn erreichen? Politische Kämpfe, politische Hetze dmch das ganze Reich. Der Redner wendet sich dann an den PeAusterprästdenten und erklärt, auch der Kaiser würde fich wob! ans den Standpunkt diese» Antrage» stellen! Nach dem stolzen Kaiseiworte: Ich kenne keine Parten mehr. Ich komme von der Front und hatte mich hier im Abgeordneterhause seit Februar krank gemeldet, weil ich dieses politische DUrckieinander nicht mehr vertragen konnte. (Lebhafter Beifall rechts, Gelächter im Zentrum und links). Ich war draußen in der herrlichen Atmosphäre kraft« voller Kampfes st immun g. Ich war begeistert von der Skiimnung dort draußen. Ich wünsche Ihnen allen, Sie hätten das mitgemacht, Sie ständen alle auf dem Standpunkt meines Antrags. Lossen Sie die Begeisterung auch auf sich wirken, zeigen Sie unseren Helden, daß wir hier einig sind..Hallet aus im Sturmgebraus!' (Lebhafter Beifall rechts, Zischen links und im Zentrum.— Der Vorsitzende der ZentrumSfraktion, Dr. P o rs ch, redet erregt auf den Abg. Grafen Spee ein.) Vizepräsidei� deS StaatSministsriuinI Dr. Friedberg: Der Lorschlag des Vorredners ist wohl für das ganze Haus, sogar für seine eigenen Parteifreunde überraschend gekommen. Er hat aber auch die Regierung überrascht.(Hörtl hört!) Der Vorschlag mag aus patriotischer Gesinnung hervorgehen. Aber ich glaube nicht, daß seine Annahme diesen Erfolg baben würde. (Sehr richtig I links und im Zentrmn.) Jetzt eine Vorlage, die feierlich angekündigt worden ist und in deren Beratung wir mitten drin stehen, auf eine ganz unbestimmte, unabsehbare Zeit zurückzustellen, würde den innere» Frieden unseres Belkes anfS tiefste gefährden.(Stürmische Zustimmung links und im Zentrum. Große Unruhe rechts.) Die Regierung kann dafür die Ber- autwortung nicht«vernehmen und würde die Annahme des Antrages mit den äußersten verfassungsmäßigen Konsequenzen beantworten.(Lebhafter Beifall lintS und im Zentrum. Großer Lärm rechts.) Aög. Dr. Porsch(Z.): Die Arn: ahme, daß der Antrag eine Uooerrasch�g auch kür iaS Sutrum sein würde, trifft leider nicht zu. Graf Spse hat oeu Awtsag vielmehr in der Fraktionssitzrrng angekündigt, ist aber eisdl fi ti g und dringend gebeten worden, hon Antrag zurückzu stellen.(Hört, hört! links.) Er hat ihn auf eigene Faust gestellt. Nun kann man gewiß verschi«d«ner Meinung dar- über sein, ob es zweckmäßig war, im Kriege diese Vorlagen einzu- Sriugen.(Hört, hört! rechts.) Aber nachdem die Vorlagen einge- bracht worden sind und, wie ich anerkennen muß, von einem großen Teile des Volkes die Erledigung dieser Vorlagen gewünscht wird, er- 'chSlut es mir unmöglich, diesen Antrag anzunehmen. Meine Freunde werden ihn daher ablehnen.(Lebhafter Beifall links.) Wg. Dr. Pachnicke(Vp.): Ich kann das Befremden nicht unterdrücken, daß der Präsident d'H Grenzen der geschästSordnungSmäßigen Begründung des An- traKS so weit gezogen hat, daß der Antragsteller von der.der- dämmten Friedensentschließung des Reichstags" sA sprechen könnsn.(Zurufe links: Uncrhöri!— Skandal!— SM richtig! rechts.) Was den Antrag fWst betrifft, so hat der Aneragstellü entgegen den GewohnhSfteu der Antike das Satyrfpiel vor das Drama geflÄlt.(SÄr gut! links.) Der Antrag ,st ei» Hohn auf die Krone(Stürmischer Widerspruch rechts.— Lebhaf« Züstimmuug links), ein Hohn auf daS StaatSministerium und ein Host« auf daS Land.(Sstiruiifcher Beifall links.) Was sachlich zu d;n AuSsührungen des Grafs» Spee zu sagen ist. werden wir ai her Ausspruche selbst vorbringen, an hiefCn Antrag venfchwendeu wir keine welkeren Worte,(kknmche recht».)«owe sich aber her» ausstelle», daß irgend eine größere Partei für den Antrag eintritt, so werden wir nameutliche Abstimmung beantragen.(Lebhafter Beifall links.) Präsident Graf Schwerin: Ich bitte, meine Handhabung der Geschäfte nicht einer solchen Kritik unterziehe» zu wollen.(Zurufe .links: Sehr derechftgtl) Der Antragsteller hat fich durchaus im Rahmen der Begründung für feinen GeschäftsordnungSantrag ge- hafteu.(Widerspruch links.) Abg. Ad. Hoffman»(U. Ssz.): Wenn Graf spee an der Front eine führende Stellung haben sollte, würde ich das nach seinem Auftreten hier für sehr be- denklich halte».(Pfui-Rufe rechts.) Man sollte zunächst ein- mal feststellen, ob alle Anwesenden auch Mitglieder deS Hauses sind,«S sind zu diel unbekannte Gesichter hier.(Große Heiterkeit.) Den Grafen Spee sollte man für sein« Leistung i m Herrenhaus beisetzen.(Unruhe rechts.) Will sich die Re- gierung in dieser Weise auf der Nase herumtanzen lassen? Mit eisernem Besen muß Auskehr gehalten werden. Wie eine Erlösung soll der Antrag angeblich an der Front wirke». Welche Front meint Graf Spee? Wahrend sein« Rede machte«S den Eindruck, als ob« ohne Nachtruhe direkt snS dem OssizierSkafin» gekommen wäre.(Groß« Lärm nnd Pfui-Rufe rechts.— Ordnungsruf deS Präsidenten.) Man sollte den Grafen Spee einem Psychiater zur Untersuchung übergeben.(Neu« Lärm und Pfui-Rufe rechts.— Zweiter Ordnungsruf des Präsidenten.) Wird der Antrag angenommen, so würde ich die Kämpfer au der Front auffordern, bis zur Einführung des gleichen Wahlrecht? den Kampf einzustellen.(Großer Lärm und Pfui-Rufe.— Zuruf rechts: Raus! Zuchthaus! Hochverräter! Landesverräter!) Präsident Graf Schwerin: Wegen dies», die Gefühl« de» Hau- se» und de» ganzen Lande» tief verletzenden Aenßerunge» rufe ich Sie zum dritte» Male zur Ordnung.(Beifall.) Ich bitte, die V« Handlungen üb« eine so«nste und bedeutimgSvolle Frag« in einem Ton« zu führen, der der Bedeutung d« Sache ent- spricht.(Zurufe lnnkS: Verdammte Friedensresolution?) Ich habe überhört, daß Graf Spee von einer verdammten Reich? tagSreso- lution gesprochen hat. Ich muß diesen Ausdruck al» verletzend für einen Teil der ReichStagsabgeordneten rügen. Im übrigen kann ich mitteilen, daß auch ich von dem Antrage de» Grafen Spee üheirra f«cht worden bin.(Zuruf links: Unangenehm?) Abg. Hirsch- Berlin(Soz.): In ketrunn Parlament der Welt wäre eS möglich, daß kurz vor der Entscheidung üb« eine so wichtige politische Frage ein der- artig« Antrag gestellt würde, d« eine Herausforderung deS ganze» olleS bedeutet.(Sehr richtigl links.) Wenn irgend etwas dem olke die Luge» darüber öffnen kann, was mit« einem Drei» klassenwahlrecht möglich ist, so ist eS dieser Antrag. Der Antrag würde an d« Front nicht wie eine Erlösung empfunden werden, er würde den SiegeSwillen lähmen.(Sehr richtigl links— Ilimche rechts.) Wir freuen uns über die Erlftmmg des Bize- präskdente» des StaatsministeriumS und hoffen, daß bei ein« An- nähme deS Antrags noch heute, spätestens ab« morgen daS Ab- geordnetenhauS aufgelöst wird.(Beifall links.) DaS preußische Volk Unirte daymf die£ i chti ge A utwort gebe».(Beifall link» — Lache» rechts.) Abg. Dr. Lohmana(naÄ.): Wir werden geschlossen gegen den Antrag Graf Spee stim. men.(Beifall.) Gewiß können Bedenke« darüb« bestehen, ob es richtig war, daß wir mit diesen Vorlagen jetzt befaßt worden find. Ab« nachdem sie eingebracht find, kann sich die Negierung einen solchen Antrag nicht gefallen lassen.(Sehr richtig! links und im Zentruni.) Graf Spee mußte sich bei ruhiger Ueberlcgung sagen, daß die R-gi«nug geradezu verpflichtet war, die Annahme seines Antrages mit d« Auflösung des Abgeordneten. Hauses zu beantworten.(Sehr richtig! links und im Zentrum.) Eine weitere Folg« des wenig überlegten Antrages war die Rede der äußersten Linien, die wir hier haben hören müssen und die jed« Kundige hätte voraussehen müssen. Die Würde und d« Ernst dieser Stunde sind damit tief herabgedrückt worden, und wir bedauern außerordentlich, daß das hat geschehen könne«. Graf Spee aber wird sich sagen müssen, daß« von der Verant» wortchng für diese bedauerlichen Vorgänge nicht frei ist.(Beifall link? und im Zentrum.— Widerspruch rechts.) Abg. v. Heydedrand(!.) Bei uns pirscht Lbereinstimmeude» Bedauern darüber, daß wer mitten im Kriege uns mit diesen Borlagen be- fassen müssen. Gleichwohl waren wir alle bereit und sind es heute npch, in eine B«atung des Gegenstandes einzutreten. Der Antrag Graf Sp« hat uns überrascht. Vieles von dem, was« gesagt hat, deckt fich mit unserer Auffassung. Indessen find die Gegengründe nicht außer acht zu lassen, und daher beantragen wir, die Sitzung auf eine Stunde zu vertagen. Abg. Dr. vrütt(fk.): Wir schließe» nnZ den» an.(Hörtl hört! Im!-.) Abg. Dr. Pachuicke(Vp.): Auch das hieß« dem Antrag zuviel Ehre antun. Für die Vertaming liegt kein Grund vor. Die Ver- antwortung deS Grafen Spee ist so söbwer, daß« sie kaum wird tragen lönuen.(Äachey oechtö.) Wenn es in dieser Aussprache zu Auftrftteu gekonemen ist, die wir tief beklagen müssen, w« hat sie herbeigeführt?(Zurufe rechts: Ihre Freunde!) Graf Spee hat uns in diese Lage gebracht und damit Herrn Hofsmann die Ge. legeubeft gegeben, Aeußerungen zu tun, zu denen sich außer ibm und seinen all«nächsten Freunden niemand bekennt.(Sehr richtig! links.) Abg. Dt. Porsch(Z.): Auch nach mein« Auffassnng ist eS für den bedauerlichen Antrag zudiel Ehre, wenn seinetwegen die «Zfftzung vertagt werden soll. Ab« da ew« große Partei den Wunsch danach ausgesprochen hat, glauben wir nicht widersprechen zu sollen. Der Antrag auf Vertagung für eine Stunde wird mit den Stimmen der Konservativen, Fr-eikonfervativen und deS größten TellS des Zentrums angenommen. Di« Sitzung wird um 12% Uhr daraufhin unterbrochen. •• • Wiederaufnahme der Sitzung. Präsident Graf Schwerin eröffnet um 1 Uhr 20 Minuten Wied« die Sitzung. Die GefchSftSordnmugs�sfprache üb« den Antrag des Grafen Spee wird fortgesetzt. Abg. Lüdicke(fk.): Die bisherigen Verhandlungen haben bewiesen, eine wie große Schuld die Königliche S t a a t S r egi e r u n g mit der Ginbringung dieser Vorlagen auf fich geladen hat.(Stür- misch« Beifall rechts.— Unruhe kiicks und im Zentrum.) Wäb. rsnd die Augen ganz Doutschtands nach Flandern gevicbiet sind. spielen fich solche Vorgänge hi« ab.(Pfuirufe rechts.) Die Ver- autwortung hierfür trägt wiederum in erst« Linie die König- lich« StaatSregierung.(Erneute ftüumische Zustimmung rechts.— Heftig« Widerspruch links und im Zentrum.) Der Antrag deS Grafen Spee ist eine Tat. Er findet Wrderklang w den Herzen mswer Freunde und w weiten Kreise» des beutscken Volkes. Gewiß, draußen wsht ei» anderer Wind, em Geist der Zuversicht und der Stärke. Bei bex gegenwärtigen Lage müssen wir «Ikz den Antrag abt«h n-en.(HÄterkeit links und im Zentrum.) Vizepräsident des Staatsministeriums Dr. Friedbng: Ueber den Llntrag Spee können die Akten wohl ge- schloffen werden. Innerhalb und außerhalb dieses Haufes ist daS Urteil darüber wicht klar. 2&« ich muß Verwahrung dagegen einlegen» wenn d« Abg. Lüdicke den Mut gehabt hat, von ein« GchuN ke« KSnkgklche» VinakSieUkernng zu sprechen.(Stürmische Zurufe rechts: Den Miit?p Wenn er den Mut gehabt hat, einen wichen Angriff gegen die Ne- gisxuug zu richten(grosser Lärm rechts, so dass Dr. Friedberg mehr«e Minuten lang nicht zu Worte kommen kann). Sie wollen die StaatSregierung ja nicht einmal reden laffeu.(Er- neuter Lärm rechts.— Rufe links: Ruhe!— Abg. v. d. Osten(k.): Sprechen Sie als Abgeordnet« oder als RsgierungSvertrst«?) Ich weife es entschieden zurück, als ob die Regierung mit der Gin- brstlgung dies« Vorlage erue schwere Schuld aus fich geladen hatte. Hi« handelt«S fich u m eine vom ganzen Volk gewünschte Reform.(Widerspruch rechts.— Beifall links und im Zentrum.) Abg. v'. Heydebrand(f.): Ich bann dem Abg. Lüdicke nicht so unrecht geben.(Hört! hört!) In dies« schweren Zeit sollten innere Zwiespältigkeiten vermieden werden.(Abg. Cassel(Vp.): Sie entfesseln j a den Skandal!) Meine Freunde sind darin ourig, daß die sachKchen Gründe deS Grafen Spee anzueekerrnen find. Wir würdigen den hohen Patriotismus, der aus feinen Worten hervor- geht. Wir weifen von uns«« Seite aus die Art und Weise zurück, mit der man seine Ausführungen behandelt hat. Wegen dieser Art und Weise werden einige meiner Freunde für den A n trag stimmen. Die Mehrheit ist der Ansicht, daß, nachdem wir die Vorlagen so West b«aten haben, wir auch die Konsequenzen ziehen müssen. Wir werden also in d« Mehrheit gegen den Antrag stimmen. Vizepräsident de» StaatsministeriumS Dr. Friedberg: Der Abg. Heydebrand hat, wenn auch in mild«« Form, den Vorwurf deS Abg. Lüdicke sich zu eigen gemacht. Dies« Vorwurf nimmt sich sehr eigentümlich auS in dem Munde eines Abgeordneten, der die schwere Schuld auf sich genommen hat, dass jahrelang die Wahlreform in diesem Haufe v«hilld«t toorde« ist.(Stürueische EntrüstungSrufe rechts.— Lebhafte Zustimmung links und im Zentrum.) Sie find schuld daran, wenn die Wahlreform nicht schon früh««ledigt worden ist.(Er- neuter Lärm rechts.— Beifall und Händeklatschen links und im Zentrum.) Abg. Ad. Hoffman»(ll. Soz.): Die Rechte hat uns gezeigt, wie mau die Regierung be bandeln muß, wenn sie einem nicht zu Willen ist. Wir wenden dankbare Schül« fein. Abg. Graf Spee(Z.): Wenn mein Antrag abgelehnt wird, so nicht aus sachlichen, sondern aus taktischen Gründen. Die Ab- geordneten Pachnicke und Lohmann wollen mir die Schuld für die unerhörten Ausfälle des Herrn Hoffmann in die Schuhe schieben. Wohin soll das führen, wenn man keine Anträge mehr stellen kcmii, weil Herr Hoffman» ausfallend wird. Ich wünschte, meine Rede würde im Wortlaut iu allen Zeitungen ab- gedruckt werden.(Heiterkeit. Zuruf de? Abg. Hoffmann: Un d a n der Front angeschlagen!) Ich würde mir mein Leben lang Vorwürfe machen, wenn ich diesen Antrag nicht gestellt hatte.(Wg. Leinert(Soz.): Sie hatten lieber Ihr Mandat niederlegen sollen!) Es kann so weit kommen, daß noch die Parteien dieses Hauses, die Regierung und das Herrenhaus auf meinen Antrag zurückkomme«. Abg. Dr. Pachnicke(Vp.): Da d« Antrag mit überwältigender Mehrheit abgelehnt wird, lohnt eine namentliche Abstimmung nicht. (Abg. Krsth(k.j: Wir find nicht so ängstlich!) Dann stellen Sie doch selbst den Antrag, Ziehen Sie doch die Konfeguenzen aus Ihrem llcbermut.� Für Sie kommt«5 nur auf die Aufrechterhal- tung FhreS PartribesiystandcS an. Im nächsten Wahlkampfe wird Ihre Mehrheit z«trümmert werden. Abg. Ad. Hoffmann(N. Soz.): Auch wir verzichten«mf nameni- liche Abstimmung. Wenn Sie wollen, so blamiere» Sie sich selbst. Abg.». Heydebrand(t): Dann nehmen wir selbst den Antrag auf namentliche Abstimmung auf.(Beifall rechts.) Tie namentlich« Abstimmung. Bevor nunmehr zur namentliche» Abstimmung geschritten wird, äußert Präsident Graf Schw«iu geschästSordnungsmäßige Ar- denken üb« die Znlässigkeit eines solchen Antrages. Abg. Dr. Porsch(Z.): ES gibt dafür«inen Präzedenzfall. In den 70« Jahren hatte Windhorft die Einführung des Reichstags- Wahlrechts i» Preußen beantragt. Die Linke erhob Widerspruch. (Stürmisches Hört, hört! rechts) und beantragt« die Vertagung auf sechs Monate. Das Haus hat fich damals mit Mehrheit für die Znlässigkeit der namentlichen Abstimmung üb« diesen VertazuligSantrag ausgesprochen und die Vertagung auf sechs Monate beschlossen.(Hört, hört! rechts.) Allerdings ist aus diesen sechs Monaten eine bedeutend längere Zeit geworden.(Stürmische Heiterkeit.) In«amentlichcr Abstimmnnz wird der Antra, Graf Spee ab- gelehnt. Für den Antrag stimme» 60 Konservative, dagegen die 233 an- deren Mitglied« deS Hauses. Ein Abgeordnet« enthält sich der Abstimmung. Abg. Graf Sp«(Z.): Ich war bei d« Abstimmung leid« nicht anwesend. Wäre ich hier gewesen, so hätte ich für meinen Antrag gestimmt.(Große Heiterkeit.) Darauf wird in die sachliche» Verhandlungen ein- getreten. (Schluß in d« Vellage.) �egentinien soll ösutsths Schiffe beschlsgnahmen. London, 30. April.(Reuter.)„Times" erfährt aus Buenos Aires, daß in ein« amtlichen Mitteilung des Hau- delsdepartements aus Washington unmißverständlich angc- deutet wird, dasi Argentinien die iu seine» Häfen aufgelegte!! Schiffe in Gebrauch werde nehmen müssen, da es sonst wahr- scheinlich nnmöglich sein wird, Schiffsraum für die Reisen nach den Laplata-Häsen zur Verfügung zu bekommen. Nunmehr wird also sichtbar, was hinter den unlängst einlaufenden Nachrichten von Argentiniens Haltung gegen Deutschland zu suchen ist. Der Druck der Vereinigten Staaten emf die sudamerikanischen Länder ist auch in Argentinien am Werke, und. Me sich zeigt, wird dieselbe Methode, die schon anderswo Erfolg brachte, angewendet. Mit dem Import- boyflott wird gedroht, und die Kriegslage macht es bequem, die Drohung zu verschleiern. Ter Industriestaat droht dem Agrarstaat mit dem Boykott, und die harte Tatsache der Schißfsrcmmnot macht seiner Diplomatie die Arbeit leicht. Die öeutsch-hollänöischen verhanölungen. Haag, 80. April, verlin« Telegramme in holländischen Blättern schildern den Stand der Verhandlungen zwischen Deutschland und Holland zu optimistisch, indem sie dic� Schwierigkeiten als beseitigt hinstellen. Demgegenüber sei' bemerkt, daß zwar auf beiden Seiten der ernste gute Wille besteht, eine Regelung herbeizuführen, daß aber eine Aendc» rung bisher nicht eingetreten ist. Soviel der Korrespondent bei„Frkf. Ztg." zu wissen glaubt, ist bis zum Augenblick eine endgültige Antwort auf die deutschen For- derungen nicht eingetroffen, und voraussichtlich wird die Zweite Kamm« heute(Dienstag) noch eine Ec- Heimsitzung ab-hakteu. nt.n». U.Jahcamt aMto»�,!. WriW« Die wahlrechtsöebatte. 3Sg. Vell(g.) berichtet über bie NuSschutzverchrndlmtgen. Er stellt dabei fest, daß das gleiche Wahlrecht(ohne Pluralstinunen) in sämtlichen süddeutschen Staaten mit Einschluß von Elsaß-Loihringen gilt, serner in drei mitteldeutschen Staaten, da- gegen in keinem norddeutschen Staat. ES gilt ferner in außerdeutschen Monarchien und i» 8 außerdeutschen Republiken. Das Pluralstimmrecht gilt in vier deutschen Staaten und in Bel- ßicn. Es findet zunächst eine allgemein« Aussprache statt. ?lach Z 1 der Kommissionssassung ist jeder Preuße wahlberech- tigt, der 25 Jahre alt und seit wenigstens drei Jahren staatSange- hörig ist. 8 2 stellt fest, wer von der Wahlberechtigung ausgeschlossen iu. Die Regierungsvorlage hatte das gleiche Wahlrecht vorgesehen urch in Z 3 bestimmt, daß jeder Wähler eine Stimme bat. Der Ausschuß setzte im Z 3 fest, daß jeder Wähler«ine G r u n d st i m m e hat. Hierzu tritt aber je eine Zusatzstimm« auf Grund de? Lebensalters und der Zahl der erwachsenen K i n- der. des Vermögens, de? Einkommens, der selbständige» Er» werbstätigkeit, der Schulbildung oder des öffentlichen Dienstet. Ein Antrag Dr. Lohmann(nail.) will ein Zweistimmenwahl- recht einführen. Danach soll«ine Zusatzstimm««rhalten, wer in den verschiedenen Berufen selbständig oder leitend tätig ist, wer mehr ollS zehn Jahre im Reichs-, Staats-, Kommunal-, Kirchen- oder Schuldienst angestellt ist, wer mehr als zehn Jahr« als Mit- glicd einer deutschen Körperschaft des öffentlichen Rechts tätig ge- Wesen ist, und wer als Angestellter oder Arbeiter seit mehr als sechs Jahren in demselben Betriebe tätig war. Die Sozialdemokraten beantragen da« Wahlrecht für die ftrauen und Herabsetzung de» Wahlalters auf das 20. Lebensjahr. Ter Ausschuß hat auch vi« Wahlpflicht eingeführt. Minlsterpräfident Dr. Graf». H«rM»z: Meine Herren, die Vorgänge der heutigen Sitzung könnten ja gewisse Zweifel erregen, ob wir noch zu einer Verständigung über die uns jetzt beschäftigend« Dtaterie gelangten. Aber, gerade diese Vorgänge und die lebhafte»rregung. die sich heute kundgegeben hat, haben doch gezeigt, wie stark innerbali dies«» hohen Hauses auf allen Seiten d-S Gefühl der Verantwortlichkeit ist, mit dem Sie der heutigen Entscheidung ent- gcgeiitreten. Dieses Gefühl der Verantwortung, das ich auf allen Seiten gleich hoch einschätze, dieses Gefühl der Verantwortung, das ich also nicht erst hervorzurufen brauche, das ich voraussetzen darf, gibt mir die Hoffnung, daß eS doch noch möglich sein wird, zu rtner Verständigung zu gelangen(Beifall links und in der Mitte), einen Weg zu finden, der die jetzt so weit auSeinanderliegenden Mei- nungsverschiedenheiten zu einer Einheit zusammeufaßt. (Erneuter Beifall.) Meine Herren, daß der Artikel S tn der Fassnn«, wt« Ihre Kommission sie»hm gegeben hat, für die StaatSregierung nicht annehmbar ist, das werden Sie sich zweifellos nach den wieder. holt abgegebenen Erklärungen selbst gesagt haben. Und auch der gewiß gut gemeinte Antrag d«S Herrn L» h m au n. der au? dsm KommissionSantrage verschiedene Schärfen beseitigt, auch dieser Antrag kann nicht zum Ziel« führen, denn auch dieser Antrag nimmt dem Gesetze nicht den plutrkratischeu Charakter, de» tob schlechte rdwg«»«meldt» wolle». Ein plutokratisches Wahlrecht ist unwirksam oder e» geht über das Ziel weit hinaus und verschärft die vorhandenen Gegen- sähe, statt«ine Milderung herbeizuführen. Ei» plotokratischeS Wahlrecht, das die politischen Rechte abmitzt»ach dem Matz von Vermögen und Einkommen, sei dieS»n» direkt oder indirekt, ist heute in unserem Volke nicht mehr mBglich(lebhaste Zustimmung im Zentrum und links) angesichts der unausgesetzten Verschiebun. gen in den finanziellen Verhältnissen, in den wirtschaftlichen Ver- HÄtnijsen, angesichts auch deS Grades politischer Bilduno m unserem Volke. Auf ei» plutokratisches Wahlrecht kan« sich die Regie- rung nicht einlasse». ES ka»» sich als» nur Handel»«m daS allgemeine gleiche Wahlrecht in vernünftige» Grenzen, wie sie bereit» durch die Vorlage selbst angedeutet sind. Meine Herren, da» gleich« Wahlrecht muß grundsätzlich festgehalten werden.(Beifall link».) Die Zusage ist gegeben, die Zusage mul« eingelöst werden, und ich bitte doch zu beachten« daß in allen modernen Staaten das politische und soziale Leben auf diese» Ziel eingestellt ist, daß diese» Ziel eine» gleichen Wahlrechts in einer großen Reihe von moderüeu Staaten bereit« erreicht ist. In manchen Staaten weit hinausgebend über da», was der Ihnen vorgelegte Ge- setzentwurf vorschlägt. Es ist auf die Dauer nicht möglich, daß sich Preußen dieser tiefgehenden Beweguug ent- zieht, daß in Preußen allein diese« gleiche Wahlrecht dauernd ausgeschloffen sein soll.(Sehr richtig I links.) Es ist ja auch Mög. lich, gewisse Eicherungr» vorzunehmen, um die befürchtenen. allzu weitgehende» radikalen Folgeu, die au« de« allgemeine» gleichen Wahlrecht sich ergeben könnten, zu beseitige». In der Vorlage selbst sind ja bereits derartige Sicherunge» enthalten. Andere find an anderen Tillen wohl noch»röglich. E» sind, vi« ich höre, Anträge in Vorbereitung, die weitere Sicher»«?«» einführe» wollen.(Hört! hört! link».) Die Regierung wird diese Anregungen mit allem Ernst uud allem Wohlwolle» prüfen, und selbstvcrständ- lich ist die Regierung, die sich dafür eingesetzt hat, da« gleiche Wahl- recht zur Durchführung zu bringen, zu gleicher Zeit fest entschlossen, dafür zu sorgen, daß die gefürchteten schädliche» Wirkungen dieses gleiche« Wahlrechts möglichst verhütet werden. Ich zwoifle nicht, daß dieses Ziel erreicht werben kann. Es ist jedoch überau» wünschenswert, daß wir jetzt, und daß wir bald vor eine Entscheidung kommen. Da« öffentliche Leben— wenn e» auch nicht immer in die Erscheinung tritt— dreht sich zurzeit im Bewußtsein des ganze» BolkeS um die Frag« des gleichen Wahlrecht».(Zustimmung links und im Zentrum, Widerspruch rechtS.) Di« Ansichten darüber könne» ja verschie- den sein, daS bezweifele ich nicht. Ich kann nur jagen, daß ich mich bemüht habe, bis in die letzte Zeit hinein möglichst Füh- lung zu nehmen, um mir die Stimmung der verschiedenen Volkskreise zur Kenntnis zu bringen. Da ist mir immer wreder ent- gegengetreten, bie Frage des gleiche« Wahlrecht» mutz ,»r Eut- scheidung gebracht werde».(Lebhafter Beifall. Es ist schon heute wiederholt darauf Hingewiese» worden, wie notwendig es ist. in unserem Volke die Einmütigkeit, die eS in diesem Kriege bewiesen hat. zu erhalten. Unser Volk ist geradezu bewundernswert in seiner einmütigen Haltung. Ich glaube, es wird ein weiterer Schritt zur Stärkung und Steigerung dieser Einmütigkeit fein, wenn Sie von allzu weitgehenden Gegensätzen in dieser Frage jetzt zurücktreten wollen. Jetzt liegt die Sache so: Jetzt sind wir noch in der Lage, die Zusage, die gegeben worden ist und cingclöst werden muß, einzulösen, ohne schwere ErschüUe- runge» defürchten zu müsse«. Jetzt kann bie Zusage noch eingelöst werden, indem zu gleicher Zeit diejenigen Sicherunge» gegehen wer» den, die im Interesse eines ruhigen, stetigen Fortschreiten des StaatslebenS notwendig find. DaS, was wir jetzt geben können, daS müssen wir vielleicht, wenn es heute abgelehnt wird, in einiger Zeit unter schweren Erschütterungen de? Volks- leben?, deren Gefahren wir gar nicht übersehen können, uns abringen lassen.(Hört, hört links!) Da» gleiche Wahlrecht kommt! ES kommt, wenn nicht heute, so doch in absehbarer Zeit. (Sehr wahr!) Es kommt entweder ohne schwere Erschütterungen. oder eS kommt nach schweren, inneren Kämpfen. Darum lautet die Frage jetzt: Wollen Sie jetzt die Hand zu einer Berständi- g» n g reiche», die uns dahin führe» kann, schwere Erschütte- rungen zu vermeiden und solch« Sicherungen schau jetzt vorzunehme», die uns dor solchen schwere» Erschütte- runge» in Zukauft bewahren? Oder wollen Sic die Verant» w o r t n n g auf sich nehmen, diese schweren Erschütte- runge» herbeizuführen durch eine Ablehnung, die doch daS von Ihne» gewünschte Ziel nicht erreichen kann?(Lebhafter Beifall links und im Zentrum.) »dg. Dr. v. Hehdebranb(?.): Den Wunsch nach einer Verständigung teil«» wir. Aber wen» noch nicht einmal der neuerdings von den Nationalliberalen gestellte Antrag ausreicht, um die Zustimmung der Regierung zu finden, so bliebe kein anderer Weg, als einfach die Regie- rnngsvorlage anzunehmen.(Sehr richtig! rechts.) Wir jind durchaus davon überzeugt, daß da? gegenwärtig« Wahlrecht reformbedürftig ist und haben das immer gesagt. Deshalb war ich eigentlich etwa? erstaunt, als der stell- vertretende Minisierpräsident sagte, wir hätten die Reform solange verhindert. Er hat dabei bie»Itige staatSmäanische Ruhr vermissen lassen, aber vielleicht hat er fit in der kurze» Zeit seiner Ministerschaft noch nicht erworben.(Heiterkeit recht».) Sowohl bei der Wahlvorlage von 1005 wie bei der von 1010 haben wir im Einverständnis mit der Regierung zusammengearbeitet, und wenn die Reform damals nicht zustandegekommen ist, so lag das an den Aenderungen im H« r r e n h a n s e, für die wir nicht verantwortlich gemacht werden können. Bei der ersten Lesung der jetzigen Vorlage habe ich ausdrücklich festgestellt, daß wir bereit waren, mit den übrigen Parteien dieses Hause» im vorigen Jahre eine Vorlage auszuarbeiten, von der wir glauben mußten, daß sie ganz im Rah- men der Osterbotschaft lag. Da» muß, bei seiner parlamentarischen Vergangenheit, Dr. Friedberg mich wissen.(Zustimmung rechts.) Inkonsequenzen und Ungerechtigkeiten enthalten alle Wahlsysteme, auch das ReichStagSwahlrecht. Die schwächste Seite unseres gegen- wärtigen Wahlrechts liegt darin, daß die Abstufung ausschließlich cm die Cteuerleistung geknüpft ist. Di« Folge davon ist aber in Wirklichkeit— obgleich der jetzige Zufband nicht aufrechterhalten werden kann—, daß der M i t t e l ft a n d zu entscheiden hat. Das ist die Signatur des gegenwärtigen Wahlrechts.(Lebhafter Wider- spruch links.) Das gleiche Wahlrecht aber gibt den Ausschlag der unterschiedslosen Mass«, den Arbeitern. Da wir die Strömung, auf die Dr. Friedberg hingewiesen hat, natürlich auch kennen, habe» wir uns gefragt, ob der Standpunkt derjenigen wirk- lich begründet ist, die jetzt das gleiche Wahlrecht einführen wollen. Es gibt eine Meng« Leute, die der Meinung find, saß fich diese» Wahlrecht im Reichstag außerordentlich bewährt habe.(Zustimmung links.) Ich will darüber nicht sprechen, ich bin ja selbst unter diesem Wahlrecht gewählt. Aber die Verhältnisse rn den Staaten sind doch andere wie im Reich. Im Reich baben wir die allgemein« Wehrpflicht, die indirekten Steuern, die soziale Gesetzgebung, Dinge, an denen jedermann beteiligt ist. Die Bundes- ftaaten aber haben ihre kulturellen Aufgaben, ihre großen Staats- betriebe, sie haben die VermögenSbestcuerung. Gerade weil wir im Rerch das gleiche Wahlrecht haben, ist eS eine naturgemäße Forderung, wenn man nicht alle» über einen Kamm scheren will, daß man den Bundesstaaten ihre Tigentümlichkei- ten lassen muß.(Sehr richtig I rechts.) Nun wird gesagt, der Krieg fordere die Ginführung de» gleichen Wahlrechts. Da wäre e» daS Nächstliegende gewesen, ab» zuwarten, wie die Kriegsteilnehmer selbst fich dazu stell«».(Stürmische Zustimmung recht».) Der König hat ge- wünscht, die Regierung solle eine Borlage mit dem girrten Wahl- recht einbringen. Aber ich habe nicht gehört, daß der König ge- wünscht ober befohlen hätte, daß wir die durch die Verfassung gegründe» Freiheit unserer Stellungnahme zu den Regierungsvorlagen aufgeben sollen. Im Busschuß haben wir ver- geben» dce Regierung gefragt, od sie de» König darüber in- formiert hat, daß im borkge» Smunree fünf Sechstel dtefe» Hause» zu einer vollständizr» Eiuizne, Wer die Wahlrcsor« gekommen wären. Eine Antwort haben wir nicht bekomme». Di« Regierung sollte doch de« König wicht vorschieben. sondern fich schützend vor den Dhron stellen.(Beifall.) Unter dem gleichen Wahlrecht werden wir hier 120 bis IZO Sozialdemokraten, eine sehr verstärkte Polen srukiion und ein« sehr starte Wake hoben, und auch bei den anderen Partei«» wird der mittelstärÄische Charakter sehr stark beeinträrhtch: werden. Die Zusammensetzung de» Hauses wird ungleich mehr von dem ab- längen, was man.BoUSgunst' nennt. Elemente, die fich mehr durch Sprech«» iSmuS(Heiterkeit recht») und Agitation herwortun, werde» auf den Schild erhoben und die, die am meiste» versprechen, werden die besten Aussichten im Wahlkampf haben.(Zuruf links: Bmid der Landwirte!) Ob eS dann möglich sein wird, den st a r k autoritativen Charakter unseres preußischen Staates au frcchtzuerhalten. fit zwetfelhaft. Das steuerliche Rückgrat unseres ganzeu Staatshaushalt» find die direkten Stenern auf des Besitz, und nun wolle» Sie We Befitzlose« über die Stenern entscheide« lasse«. die die Besitzenden zahlen sollen?(Abg. Ad. Hofftraam: Berbvwten können die Besitzlosen für die Besitzenden!) Wenn da? gleiche Wahlrecht eingeführt wird, so wird diese Stsieventwicklung unmöglich aufzuhalten sein. AIS wir das der Regierung vorhielten, antwortete sie mit Jseruhigsnden Wendungen, aber sie konnte feine sachlichen Gegengründe vorbringen. Wird jetzt da? gleicbe Wahl- recht im Staate eingeführt, dann haben Sie e» in fünf Jahren in den Gemeinden, mid ob da» den Liberalen recht soim wird, ist eine andere Frage.(Zurufe links: O ja!) Bm einer derartigen Verstärkung der Linken werde» aher auch unsere kulturellen und konfessionellen Güter, insbesondere unsere konsefsionelle Volksschule gefährdot sein. Diese Verant- Wartung aber wollen wir weder firr unS noch für unser« Kinder trage».(Bravol rechts.) lieber die Ostmarken hat sich der Ministerpräsident auSgeschwiegen. Die bisherige PolenpoKiik kann man nur mit einer Mehrheit wie der jetzigen aufrechterhalten. Aus ollen diesen Gründen ist eS unmöglich, für das gleiche Wahlrecht zu stimmen. Auch wir sehen ein, daß auf Grund der der- änderten Verhältnisse« twa S Neues geschaffen werden muß. DaS Wahlrecht muß sich aber der Gliederung der bürgerlichen Ge- sellschaft in dem Sinne anpaffen, daß jedem Glied sein Recht wird, die Gleichheit ist ein Nonsens. An sich wären wir für ein Wahl- recht, daS auf den Beruf Rücksicht nimmt. Aber damit sind wir nicht durchgedrungen. Infolgedessen versuchten wir eS auf anderem Wege, indem wir die Gesichtspunkt« de» Al- terS, der Bildung, des Besitzes, der Steuerleistung und des selbständigen Erwerbs hineintrugen. Auf dieser Grundlage kommt ein organisches Ganze zusammen, daS keinem ein Uebergewicht, aber allen ihr Recht gibt. Es ist uns sehr schwer ge- worden, darauf einzugehen. Wir haben es getan, weil eS nur so möglich war, ein« Mehrheit zusammenzubringen, und weil� wir glaubten, im Interesse des Landes ein Opfer bringen zu müssen. Darin haben wir ein« vaterländische Pflicht gesehen. Während draußen ein« Schlacht tobt, bei der unser ganzes Denken und Sor- gen ist, find wir verurteill, diese schwere Sache zu machen. UnS ist es gleich, ob dieser oder jener Minister fällt, oder ob daS Hans aufgelöst wird.(Lebhafter Beifall rechts.) In einer solchen Pe- riode der Geschichte Preußen? gibt eS für uns nichts anderes als unser« llebcrzeuguug. Wenn eS nicht anders geht, scheuen wir unS nicht, auch vor unsere Wähler hinauszutreten, um unS zu rechl- ferfigeu.(Stürmischer Beifall rechts.— Zische» kinkS.) Mzepräfidknt de?-MaotSmimsteriums Dr. Friedberg: Die Regierung hat stets erklärt, daß sie unbedingt an der For- derntg de» gleichen Wahlrechts festhält. Der Ministerpräsident hat in seiner Rede schon darauf hingewiesen, daß vielleicht aus anderem Wege eine Verständigung sehr Wahl möglich sein wird. Namentlich durch gewisse verfassungS. mäßige Mittel, die manche an sich unerwünschte Folgen des gleichen Wahlrechts beseitigen können.(Lachen rechts.) Ich be- dauere außerordentlich daß die konservative Partei alle Versuche. die Frage so zu lösen, grundsätzlich abgelehnt hat. Der Vorredner hat mir die Erregung vorgeworfen, mit der ich vorhin gesprochen habe. Ich halte eS da mit Lessings Wort: wer bei ge- wissen Dingen sein Temperament nicht verliert, der hat überhaupt keinS.(Sehr gutl links.) Wer so wie wjr vom Abgeordneten Lü- dicke angegriffen worden ist, hat das Recht, darauf entsprechend zu erwidern.(Sehr richtig! links.) Mir aber als Vertreter der Regierung haben Sie durch Lärmen die Erwiderung unmöglich mache» wollen.(Zurufe rechts: Sie haben als Abgeordneter ge- sprachen!) DaS müssen Sie schon meiner Beurteilung überlassen. (Zustimmung links.— Widerspruch rechts.— Zirrufe rechts: Sie sprachen ja nicht vom Ministertisch!) Ich stand zufällig aipf der Rednertribüne.(Heiterkeit rechts.) Außerdem hatte der Präsident mir das Wort als Staatsminister gegeben. Schuld daran, daß diese Frage jetzt zur Entscheidung gebracht werden muß, trägt nicht die Regierung, sondern die Parteien, bie früher eine Neform verhindert habe«.(Zustimmung links.) Der Vorredner hat gefragt, ob der Träger der Krone von den damaligen Ministern rechtzeitig davon unterrichtet worden sei, daß von den maßgebenden Parteien de! Hause?«in Kompromiß im Gange se-i, da? Aussicht hatte, ohne große Schwierigkeiten durchzugehen. Ich kann diese Frage mit Ja beantworten. tHört! hört! link?.) Der Träger der Krone ist ganz selbstverständ- sich in den Beratungen, die der Osterbotschaft und der Julibotschaft vorangingen, über diese Dinge unterrichtet worden und zwar i n ausführlicher Weise(Erneutes Hört! hört! links.) Jbei den Beratungen im Ausschuß aber habe ich mich ganz selbstverständ- lich auf die Botschaft vom Juli berufen müssen. Daß ich damit die Krone migebührlich w den Vordergrund geschoben hätte, ist unrichtig. (Sehr richtig! links.) Auch ich stehe auf dem Standpunkt, daß. die Minister sich nicht hinter die Krone, sondern vor die Krone stel- len....(Stürmische Zurufe rechts:«Sollen!) Mr tun da? auch. (Lebhaster Widerspruch rechts.) Gerade die Tatsache, daß ich die Verantwortung in dieser Frage übernommen habe» die für mich außerordentlich schwierig und mitunter äußerst peinlich sein muß, beweist, daß ich bereit bin, mich vor meinen König und nicht hinter meinen König zu stellen.(Beifall links.) Die vorn Vorredner gegen das gleiche Wahlrecht geäußerten Be> denken waren nicht neu. Nichtig ist, daß unter dem gleichen Wahl- recht da» Abgeordnetenhaus eine andere Zusammen- setznng erfahren wird.(Hörtl hört! rechts.) Das ist doch ganz selbstverständlich. Aber die Bedenken des Abg. v. Heydcbrand de- stehen gegen da? Plucalwadlrecht gena» so wie gegen das gleiche Wahlrecht.(Sehr richtig links.~ Widerspruch rechts.) Ja, die Frage für die Ostmarken liegt aus wirtschaftlichen Gründen bes. dem Pluralwahlrecht noch ungünstiger.(Sehr richtig! links.) Wer die heutige Mehrheit beibehalten will, muß folge- richtig für die Beibehaltung de? Dreiklassenwahl- recht? fein. In der Ostmarkenpolitik wird die Regierung Mittel und Wxge finden, um eS bei dem bisherigen Kurse zu lassen, und sie hofft dabei auf die Unterstützung der Mehrheit diese? Hauses. Der autoritative Charakter deS Staates wird durch das gleiche Wahlrecht nicht gefährdet. Für diesen Charakter deS Staates bürgt allein schon seine monarchische Grundlage. Die Befiirchtuiigen des Abg. v. Heyde- brand werden anch durch den Hinweis ans SüddeuischlanG widerlegt, wo e» trotz demokratischer Wahlrecht« auch nicht drunter und drüber geht.(Sehr richtig! links.) Ueberhaupt müssen wir un» von jeder lleberhebung freihalten. Bei aller Ver- ehrung für die Eigenart unseres preußischen Staatswesens kann man doch nicht sagen, daß nun alle» im alten Preußen gut und schön sei. Als Altvreuße vom Scheitel bis zur Sohl«(Lachen rechts) weiß ich mich doch fr« von dem Gefühl turmhoher Erhabenheit gegenüber anderen Bundesstaaten.(Sehr richtig! links.) Die Aus- gestaltung deS Gemeindewahlrechts kann kommen, aber braucht wicht zu kommen. UebcigenS hat selbst Bebel auf dem Mannheimer Par- teitag aus den grundsätzlichen Unterschied der Ausgaben des Staates und der Gemeinden hingewiesen. Man kann in der Tat nicht beides über einen Kamm scheren. UebrigenS ist im Ausschuß daS gleiche Wahlrecht für die Gemeinden von freikonserva- t i v e r Seite beantragt worden. Die Frag« des WablrechtS sollte man realpolitisch betrachten. WaS vor dem II. Juli 1917 möglich war, ist «ach dem 11. Jnli nicht mehr möglich. Man mag an der königlichen Botschaft dialektisch den- teln, wie man will, in ihr ist ein NegierungSpragramm ausgestellt worden, das, nachdem es einmal in die Welt hinausgegangen ist, nicht mehr rückgängig zu machen ist. Diese Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten. Ein Staatsmann muß weiter denken und sich auf den Boden de» Möglichen stellen. Der Kernpunkt der Aus- führungen des Herrn v. Heydebrand war etwa der, daß die von der Regierung vorgebrachten Gründe gewogen und zu leicht be- fuichen seien. Herr» V. Heydebrand kann ich al» unparteiischen Wäger nicht anerkennen. Deshalb trifft mim fein Wort minder schwer. Er hat geschlossen mit einem Hinblick auf die Kämpf« unserer unvergleichlichen Truvpen an der Westfront und gemeint, während dort Schlachten geschlagen würden, müßten wir hier in Streit und Hader eine Vorlage verabschieden. Die Regierung hat unter der schweren Verantwortlichkeit, unter der sie steht, gewissen- m in»»«i______________ �.._ SSorioge in möMst krrzer Zeit. wem.«ch»t«S�cht«Nr«Smpf» derabichiedet wird, oder ob die Beunruhigmiy, die«» etmmrl i» der Bevölkeriuig über diese Vorlage«rtstande» ist,»och«»fjjahre hinaus weiter dauern soll, vor dieser Tntscheidung stand die Regierung. Wenn fi« zu der Entscheidung gekommen»st, daß das beste Mittel das war, die Borl-gr««glichst bald zum Abschluß zu bringen, so verdient sie ton meinem Standpunkt aus nicht Tadel, sonder» Auerkeuuuug.(Beifall link» tob im Zentrum.) Slbg. Dr. vorsch(J� gar Seschästsmtmnng): Obgleich«x 9 1 gegenwart»g zur Besprechung steht, befaßt sich die Beratung zw- me,st nnt dem gleichen Wahlrecht, also mit dem Z S. Ich beantrage deshalb, die Besprechung gleich auf g S auSzudebue». Abg. Dr. Loh««»»(natl.) schließt sich diese« Anw« au.«b». Dr. Lüdnke ffl.)»i»ers»,ich t uob bitte«. Sm}« bestmder« fu behandem. «bg. Dr. Eues»«et, U»te»>»«».«- ,, ,,»aß de« Z 3 diele« tcn* der fetzige» Bespeuchu»,»i-»er>0 wird. Abg. Haenisch(Sog.) bittet, die Dctaa««x bt» zu»| 8» ot8> zadehnen, da« heißt, soroeit die Zusatzstim««,» Betracht kau«»«». da Z 3k(Wahlpflicht) eine besonder« Erörterung erfordert. Abg. Dr� Arendt(JB.): Wir können die Einzeiheideu der z«U- reichen Airträge zu Z 3 jetzt in der allgemeine» Besprechung doch nicht mitbehaudel», eine Soechschebatte über j 3 erscheint daher angebracht. Abg. Dr. vachniA*(Bp.): Die BeiWichum der 99 1 Wd> ist schon im Aeltestenrat beschlossen worden.(Abg. laste! sVp.) ruft: Freiherr von Zsdlitz unird« nicht dagegen fein!) Der Antrag Porlch wird gegen die Stimmeu d«»echt«,«»- genommen. I» der fortgesetztem Besprechnug fllhrt «bg. Dr. Borsch(I.) auS: Bei der ersten Lesung habe» nur erklärt, daß et» Teil ton an« für das gleiche Wahlrecht stimme«, ein anderer T«S seiae endgültige Stellungnahme von den AuSschutzverhandlungen und ihrem Ergebnis abhängig machen wird. Die VerhanWungen im Ausschuß baden zu dem erwartete» endgültige» Ergebnis nicht geführt, die Dinge find noch im Fluß, wie sich auch aus den Erklärungen der Re- gielmng ergibt. Er st in der dritte» Lesung werden wir unseren Standpunkt eingehend begründe». I» der zweiten Lesung wird et» kleiner Teil«einer Frenud««egeu da» gleiche Satzlrecht, die große Mehrheit meiner Partei dafür stimmen. Fm gegeuwärti- gen Augenblick erwarte« weite Kreise»eicht Steden, sonder» Ab» stimmunge».(Beifall im Ztotrirm.) Auf Antrag deS Abg. Lohma»»(natl.) vertagt da« Hau« die Weiterberatung auf Mittwoch, 11 Ahr. Schluß: 4 Uhr._ vom 54. verbanöstag der Konsumvereine Am 37. und 2S. April trat tu Sagau der verbmidStog während de« Kriege» bereit» zum vierten Male zusammen, um die durch den Krieg geschaffenen Berbältniffe einer eingehenden Be- sprechung zu unterziehen. Insbesondere wurden die Frage« der U ebergang»Wirtschaft erörtert. Hierüber sprach M i r u S» Berlin, der in seinen Darlegungen für die Zeit der llebergang»- Wirtschaft die Zulaffung der Großeinkaufsgesellschaft Deutscher Konsumverein« al» Großhändler und Produzentenvereimgung forderte, damit dieselbe die Konsumverein« mit allen Bedarsdartikeln versorgen lönne. Im übrigen sei die ZwangSbewirtschasiang«nit der Festsetzung von Höchstpreisen nicht länger aufrechtzuerhalten, als es im Interesse der Verbraucher notwendig sei. In Anbetracht der den Konsumvereinen erwachsenden großen Aufgaben sei die Stärkung der Kapitallraft eine der dringendsten Aufgaben; dazu bedürfe es der Erhöhung der Geschäftsanteile. Außerdem sei zu verlangen, daß der Genoffenschaflsbewegung im staatlichen Leben diejenigen Reckte eingeräumt werden, die sie au? Grund ihres segenSrelchen WirlenS im Allgemeininterefle beanspruchen könnten. Berbandsvorfitzender Müller veeonschaulichte die Widerstände, denen die Genoffenschaften au�zesetzl sind, um sich de» Anteil der ibnen zustehenden Lebensmittelmengen für die Mitglieder zu sichern. Wenn die Umsätze sich trotzdem im Berichtsjahr von 32,8 auf 64,9 Millionen Marl erhöht hätten, so sei das nicht«mf den Absatz größerer Warenmengen, sondern aus die höheren Preis« zurück- zuführen. Da« gleiche gelte auch von der Sigenpromchtion, die zwar nur von 14,4 aus 14.7 Millionen Muck gestiegen sei. Den Bericht über die Tätigleil im Sekretariat erstartet« H t l b en- b r a n d, der an zahlreichen Beispielen die Notwendigkeit der Hilfeleistung zur Abwehr gegen»mgerecht« Besteue-ung der der- schiede»»«» Konsumverein« darlegte. Im übrigen besprach Redner die Einwirkung des Warenumsatzstempels, der Kriegsgewinnsteuer und den jetzt dem Reichstag vorgelegten Sleuergesetzeniwnrf, der wiederum eine starke Betastung der Verbraucher, sowie der Bereine bedeute. Wenn indeffen die Anhänger der Genoffenschaften all« ein- »rnftig zusammenwirkten und das Geiamtintereff« nicht aus dem Auge verlieren, werde die Genoffenschaftsbewegung nach FriedeuS« schlug einer ungeahnten Entwicklung entgegengehen. GxoßSerün Das Kohleuelend. Der Wiirter ist zu Ende, der Kohlenbedcrrs läßt nach, aber die .Polonäsen' vor den Kohlengeschästen werden von Tag zu Tag länger. Bei jedem Kleinhändler, der ein paar Fuhren Preßkohlen erhält, sammeln sich hundert und mehr Käufer an, um nach stundenlangem Worten mit e»nem halben Zerrtner der begehrten Ware heimzugehen. Vor den Toren der großen Kohlenplätze, die morgens um 1l29 Uhr mit dem Kleinverkauf beginnen, stellen sich schon abends um 9'Uhr die ersten Frauen au. Im Laufe der Nacht wächst ihre Zahl z»» Hunderten und keine von ihnen weiß, ob am kommenden Tage überhaupt Kohlen zu haben find. Aber selbst an den Tagen, wo Kohlen zum Verkauf ko»rmren, reichen die Vorräte nicht ans, um alle Käufer zu befriedigen. Ein erheblicher Teil der Aemrsten— es find soft nur Frauen und Kinder—muß dann nach einer auf offener Straße verbrachten schlaflosen Nacht mit leeren Säcken und Wagen wieder nach Hause gehen. In einer folgenden Nackt der« sucht man dann, vielleicht»nit dem gleichen Mißerfolge, sei.» Hei! aufs neue. ?»e ftir die Deckung deS Bedarfs der zwetten Tinterhälste be- stunn ie Kohlenkarte lauft am 16. Mai ab. Jeder möchte natürltch ou? ese Karte noch soviel wie möglich kaufen. Ein nicht ger»nger Teil der Kohlenverbioucher— vor allem die, denen es an Zeit tebit, um ganze Nächte und halbe Tage vor den Geschäften an- zustehen— hat auf die am 16. Mai ablausende Karte überhaupt noch nichts erhalten können. Groß ist die Zahl derjenigen, die erst einen kleinen Teil deS ihnen zustehenden Quantum» bekommen konnten. Aber es gibt auch Glückliche— all- zuviel werden es nicht sein— denen es gelungen ist, das ganze auf ihrer Kohlenkarte verzeichnete Quantum einzuheimsen. Während kleine Leute mit Karten der Gruppen I»n»d II sich rerp.'bens um den Einkauf ihres täglichen Bedarfs t mühen, hat mancher Inhaber einer aus größere Wengen lautender, Karte bereits«'.' en ansehn- lichen Borrat für den nächsten Winter im Haase. Wir''»nen Fälle, wo Kunden von ihren Händlern zchn und mehr Zentner auf ein- mal ins Haus gefiefert worden sind. Zu welchem Pre se, das entzieht sich unserer Kenntnis. Etwas besser könnte eS»mt der Kohlenver'orgung stehen, wenn die Verordtmug beachtet würde, weiche im Januar bei der Ausgabe >« Mt HtaWcc mm«cffe* an» pKttcuXa«« setor Woche. iu der sie Kohlen erhalten, nur an die Inhaber alter Karte» ver- kaufen dürfen>md daß dasselbe auch für die»eue jetzt laufend« Karte gilt, nämlich so: Die früher freigegebenen Abschnitte haben den Vorzug vor den später freigegebenen Abschnitten.— Die Ab schnitte der gegenwärtig geltenden Karte find in drei Abteilungen zu drei verschiedenen Zeilen freigegeben worden. Also müsien Inhaber von Karten mit früher freigegebenen Abschnitten den in der Verordnung angegebenen Borzug vor denen haben, die auf zuletzt freigegebene Abschnitte Kohlen kaufen wollen. Aber an diese Vorschrift, die irnmer noch Geltung hat, kehrt sich niemand. ES scheint, als ob fi« völlig m Vergessenheit geraten wäre. Kein Händler beachtet fie und keine Behörde steht auf ihre Durchführung, llm aber für den Augenblick wenigstens ein kleines Maß Vau Gerechtigkeit im Kohlen- bezog« walte» zu lassen, ist die Jnnchaltuug der erwähnten Ber« Ordnung Unbedingt nötig.__ Nach an de» Zeichnungen zur&.«rtegSanlekh« habe» die Schulen fich wieder»ehr erheblich beteiligt. Zum Lohn dafür»st den Kindern der übliche»nterrichtSftrie Tag bewilligt worden, und anßerdem dürfen oft die einzelnen Klaffen' noch Ausflüge machen. wozu ein besonderer Tag hergegeben wird. Während nun der Unterrichts auSsall alle« Schulkindern ahn« Unterschied zugute kommt, wird an manchen Schulen e« für richtig gehalten, eine» Ansflng nur de» Snleihezeichner» zu bewillig««. Darüber, wie diese unterschiedlich« Behandlung ans die Kinder wirft, scheinen die Lehrer anderer Meirnmg als die Eltern zu fein. AuS den Kreisen der Elter» ist uns oft die Klage zugegangen, daß die Zurücksetzung derjenigen, die mcht Anleih« gezeichnet haben, kränken und verbittern»ruß. Eine in Berlin in der Schönhauser Vorstadt wohnend« Krieger ftan schreib» rni«. daß auch ihr« neunjährige Tochter von dem BelohnungS-AuSflug, der vor einigen Tagen statliand, ouSgeichloffe» wurde, weil die Mutter kein Geld für die Kriegsanleihe drübergebabt hatte. N>lr ein Viertel der in dieser Gemeindeschulklaffe fitzenden Kinder er- hielien von ihren Ellern die Genehmigiing. sich an der Anleihe- zeichnung zu beteiligen, und nur diese Kinder durften an dem von der Lehrerin veranstalteten TageSausflug teilnehme«, während alle übrigen zur Schule kommen und fich dort von zwei Schülerinnen der Oberklaffe in Vertretung der Lehrerin unterrichten laffen mußte»». Dc« Mutter ftagt in ihrem Schreiben an nn«.»b e«»»cht für die meisten der Kinder einer KriegSanlei he-Zetchnung gleichzuachten ist, daß fie nun schon seit Jahren den Vater entbehren und der Vater draußen jederzeit dem Tod ins Angesicht schauen urnß. Sollt« die Lehrerschaft in ihrer Mehrheit wirklich nicht wiffen, wie sehr diese Art.Belohnung' geeignet ist, das Ansehen der Schule z« unter- graben? Wird ff« fich nicht endlich aufraffen zum Einspruch gegen est» Verfahren, das jeder Pädagoge aufs entschiedenste ver- werfen muß?_ SonderzntrUaag»an»«»«« Wernfsschnchweri. Die Reichs stelle für Schuhversorgung veröffentlicht zwei nni- fangreich« Bekanntmackungen, deren erst« fich auf die Zitteilung von Schuhwerk für Behörden, öffentliche Anstalte« und WoblfahrtSein- richtungen bezieht, während die zweit« von der Sonder- Zuteilung von neuem Schuhwerk für Arbeiter, in der Landwirtschaft erwerbStättge Personen, HilfSdienstpflichttge im militärischen Wachdienst. Landbriefträger, Polizeibeamte usw. handelt. Danach wird das Schuhwerk den veneilungsstellen(Be- triebSunternehmern, KriegSamtSstellen, Kommunalverbänden usw.) durch die Reichsstelle für Schuhversorgung zugeteilt, welche die Höbe und Art der einzelnen Zuteilungen bestimmt. Das Schubwerk fü» die Bergwerks- und Grubenarbeiler. Eisenbahnarbeiter. Wald- mid Forstarbeiter, w der Landwirtschaft erwerbstätigen Personen wird in besliirrmte»» ZeUabschniiien auf Grund eines allgemeinen VerteilmigsplaneS zugeteilt; im übrigen erfolgt die Zuteilung von Fall zu Fall aus Grund besonderer BedarsSanmeldimgen. Die Lieferung erfolgt entweder nnmittelbar an den BerteilungSstellen oder durch Vermittlung des Kleinhandels. Schubwerk, da» die Ar- beiter»m Wege dieser Sonderzuleiltmgen erhalle»», wird bei der Prüfung der BedcrrsSbe'.cchrigung behufs Ausstellung eines Schuh- bedariSichein« nicht in den Bestand au gebrauchsfähige« Schuhen oder Stiefeln eingerechnet. Alle Bezugscheine, die die Reichs- bekleidungsstelle bis zum 31. Marz d. I. auf neues Berufsschuh« werk für die Rüstimgomdustrie und ähnliche Betriebe ausgestellt hat, verlieren nunmehr ihre Gültigkeit. i. v. n- if T3 Üi'gfL* ttm ihre Blindert»n gewerbliche» Arbeiten auszubilden und Geiegmhei» zu dauerndem verdienst zu gebe», haben die städtisch«» Behörden in der LeschäftiguugSanstall Orcmieustr. W eine Arbeitsstelle geschaffen, die gegenwärtig an 200 Blinden Arbeitsgelegenheit bietet. Die Anstalt»st modern eingerichtet; hauvtsächlich wtrd die Stuhlflechterei, cae Bürsten binderet nnd Korbflechterei bettiebeu. In erster Linie find die städttschen Betriebe gehalten, ihren Sedars der Be�chästigungSamial: zu enmehmen. Hauptabnehmer war bis zum?n,sbruch des Krieges die städtische Straßenreinigung. Der Bedar; derselben ist fcxsientlich zurückgegangen, wod«>ch der Ver« dienst der Blinden eingeschränkt Warden ist. Da» AnShilfsmrttel auf Vorrat arbeiten zu laffeu. ist bereit» bis»in die ckrßerfte Grenze ausgeübt. Die Frage, wie den Blinden ausreichende lohnende veschäftt- gung gesickert werden kann, bat die BerwaltungSinstanz eingehend beschäftigt. Einmütig war man der Ansicht, daß es nur einer Mahnung an die Oeffentlichkeit bedürfe, de». Anstalt Aufträge in ausreichende»» Maße zuzuwenden. Um diesen Zweck zu erreichen, sei darauf«»»f- merksam gemacht, daß oie Anstatt Oianienstraße 26 ein großes Lager»n Straßen« und Stubenbcsen. Handfegern und Bürsten jeder Art vorrätig und aus Lager hat. Körbe und Emballagen werde» nach Muster angefertigt. Stühle zum Flechten werden abgeholt und zurückgebracht. Ebenso find Hänge- und Fußmatten in Auswahl vorhanden. Zu jeder gewünschten Auskunft ist die Geschästsleitung stets bereit. lÄdreff«: Städtische Blinden-Beschäftigungsanstalt, Orantenstraße 23,) Srkwht«— Kuochenratlon für Grotz-Berli». Wie ww hören, soll ber Verlauf von schierem Fleisch(Fleisch ohne Knochen) in Groß-Berlin demnächst gänzlich aufhören uud der P-.ozen'say der Knochenbeilaze des Fleische? von eine».: Fünftel auf ei« Viertel erhöht werden. von he«i' ab dürfen Kaninchen-, Ziegen- und Geflggelworst n Greß- Berlin nur noch mit Genehmtgung der Ersatzmittelstelle Gnzß-Berlir 0. 2, Neu« Friedrichsiraße, feilgehaklen»erde?. Berlincr Lebensmittel. Bis auf weiteres werden auf die rote, A.-Kkiften 1 Liter, ruf die grünen A II' Korten B/t Liter, auf die blauen D-Karten>/, L cer und aus die braunen O-Karte»» Liter Vollmilch ausgegeben. Auf Kranlenkarten und Sondeclarten ist die aufgedruckte Menge vtll zu verabfolgen.— Auf Abschnitt 32 der Süßstoffkarte II dürfen im Mai zwei Päckchen Süßstoff L-Hackung zu je 25 Pf. verausgab! und entnommen werden. Die Abschnitte 1— 31 haben ihre Gültigkeit ab 1. Mai verloren und dürfen nicht mehr eingelöst werden. Versorgung der Verpffck ungsbcttiebe. Der Lebensmittelve'bcmd bejckäs'igt« sich in seiner gestrigen Sitzurz mit der Bersor�mg der Holelküchen und Restanritt ouen. Es wurde beschleffen, den Bervflzgungsbel.steben im Rahm«» der knapp»»» zur Bersü imc; stihender Mittel Nährmittel, wie Graupen, Teezwrren und Aehnliches zuzr.oeiser Die Grundsätze für die Zutei'nni» im einzelner werden noch festgelegt werden. t Berliner Stadtverordnetenversammlung'st eine auolügrlich «8 der GroPe« BeiRuei Geraßeitdaw» gegenüber dem Verbände Groß-Berlin zugegangen. Der Magistrat beantragt die Zustimmung zu folgendem Beschlutz:»Die Abgabe von 8 Proz. der Bruttoeinnahmen, die der Stadt Berlin nach dem Berliner Ver- trage von 1911 zustehen, verbleiben ihr solange, als die Groß« Berliner Straßenbahn und ihre Tochtergesellschaften, mit oder ohne Fusion, ihre Unternehmungen betreiben, mindestens aber bei ei- waigem Erwerb der Unternehmungen durch den Verband bis zum Jahre 1949. Die übrigen Gemeinden»nd Kreise des Verbands- gebiete« verzichten ebenfalls auf etwaige Entschädigungsansprüche gegen den Verband aus der durch den neuen Vertrag mit der Großen Berliner Straßenbahn und ihren Tochtergesellschaften her- beigeführten Aenderungen ihrer BerttagSrechte den genannten Gr- sellschaften gegenüber.' nie �eroroillliig ucacyici u,«.".,.... uev ut.........................----„.. der jetzt laufenden Kohlenlakle orlagea winde. Diese Verordru'ng» begr-.oete Borlage»»der den'derzi hi der«ladt iscrlui aus dem Illndi|«UGSl»ft Pvetvertttz«. Der Mieterbnnd Gruß-Berlin hat in fein« letzten LuSschußfitzimg folgend« Gntichließimg gefaßt:»Der Mieterbund Groß-Berlin erfährt, daß Hausbesitzer«euerdmg» die Mieter nöiigeu, turzftiftige kündigunas- los« verrräg« abzuschließen, um die Mieter cm der Anrufung des MietemigungSamte« zu verhindern. Der Bundesausschuß protestiert entschiede» gegen diese Entrechtung.' Der Borstand wurde deauf- ttagt, bei den maßgebenden Behörden gegen das gerügte Verfahren vorzugehen. Ein« neu» städtische Kinbrelosichastr wirb Freitag, den 8. Mai. nachmittag» l/18 Uhr. im Gemeindeschulhause Glogauer Str. 12—13 eröffnet werden nnd fortan an jedem Wochentage von ,/.,3— Uhr nachmittags schulpflichtigen Kinder» vom 6. bis zum 14. Lebens- jähr«»nentgeltlich zugänglich fein. Freibad Müggelsee. Die vadezett begimit am Donnerstag 9. Mai(HimmelfahrtStag). Das Bad ist Sonntags von 7 Uhr uul Wochentags von 8 Uhr morgens ab bis abend» 7 Uhr geöffnet. Kruutenpflegekurse de? Noten Kreuze». Die Helferinnenabteilung de» ZenttalkomiteeS vom Roien Kreuz veranstaltet wiederum einen unentgeltlichen Lehrgang der Kranrenpflege mit praktischen Uebungen in Lazaretten. Teilnehmerinnen mit entsprechender Schutbildung nnd im Mindestalter von 19 Jahren können sich im Geickäfts- zimmer, Voßflr. 9, unter Beifügung eines selbstgeschriebenen Lebens- laufeS melden. Die ReichSbank bleibt am Sonnabend, den 18. Mai, nach« mittag» geschloffen. Durch eine« Mehlschwwdler ist die Friedenauer Gemeinde ge« schädigt worden. Am Sonnabendabend erschien bei dem Schuldiener deS Reform-RealgymnafiumS in der Homulhstraße, wo die Gemeinde das ihr zur Verteilung überwiesene Mehl aufbewahrt, ein gut ge- kleideter Mann bei dem Pedell und erklärte ihm, daß er beauftragt sei, sechs Sack Mebl abzuholen. Da dem Schuldiener davon nichts bekannt war, der Fremde auch keinen Berechtigungsschein besaß, io lehnte er natürlich die Herausgabe des Mehls ab. Der Vorsicht halber aber ging er an den in seiner Wohnung befindlichen Fern- sprecher heran nnd fragte auch bei der Stelle nach, die angeblich die Auftraggeberin für den abholenden Fremden sein sollte. Dort wußte man aber nichts von einem solchen Auftrag. Hierdurch stutzig ge- worden, begab fich der Schuldiener nochmals in den Kelle» und fand hier die eben erst von ihm verschlossene Tür geöffnet. Beim Nach- zählen stellte es fich heraus, daß sechs Säcke mit Mehl fehlten. Ter Ga»mer halte die Zeit benützt, als der Beamte fich in seine Wohnung begab, um zu telephonieren, um die Kellertür mit dem Nachschlüsiel z« öffnen. Es w»irde mm festgestellt, daß kurz vorher ein Platten- wagen vor dem Portal des Retormgymnasiums gehalten hatte, daß mehrere Arbeiter mit dem Fremden das Mehl aus dem Keller ge- holt und ausgeladen Hutten. Die Täter sind bisher noch nicht er« mittelt worden. Zwei Knaben ueffchlounde«. Am Freitag nachmittag find die beiden 7 und v Jahre alten Söhne des Ehepaares Kreuch auS der Mommlensttaßc in Sleglig vou der Schule»»»cht wieder in die Wohnung zurückgelehrt. Die Kinder warea bekleidet mit einem dunkelblauen und einem hellgrauen Anzug, KapeS und ohne Kopf« bedeikung. Die Knaben trugen die Schultaschen bei fich. Spandan. ES ist vielfach festgestellt w ordert, baß Perjonen auf Grund ärztlicher Atteste, deren Ünierschrift polizeilich beglaubigt ist und auf Grund älterer von der Polizeiderwaltlmg ausgestellter Bescheinigungen die Vorzugslveise Abfertigung beim" Einkauf von Lebensmitteln verlanaei». Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß nur die vom Magistrat oder vom Geheimen Medizinalrat Dr. Jänicke ausgestellten Bescheinigungen gelun und auch nur sür de« uns den Bescheinigungen angeaebenen Ze' träum und Namen. Steglitz. In der Gemeindevertteterfitzuitg ncachte Bürgermeister Buhrow Mitteilung von dem Empfang deS StadtwerdungS« auwichuffeS beim Regierungspräsidenten nnd gab der Hoffmiug Ausdruck, daß der eingereickts Antrag Erfolg haben werde. Di« bisher in Höhe von 9 Millionen Mark aufgenommenen Kriegs« anleihen sind bis auf eine Million aufgebraucht, weshalb die Auf« nähme einer woiteren Anleihe im Betrage von 4 Wiriitmen Mark beschlossen wurde. Es wurde bemängelt, daß der Vertveautg bisher noch lern Nachweis über die Veiwendang der 8 Millionen zugegangen sei. Für die Grunewakdbahn wurde ein nener Tarif beschlossen. der bei verkürzten Teilstrecken den Zehnpiennig-Tarif im wesent- lichen beibehält und eine entsprechende Besteuerung der Monats-, Schüler- und Ärbeiterkarten bringt. Dem nc» en Vertrage mit der Größen Berl'ner wurde zugestimmt. Zum Ausgleich der bisher vom Staate und der Gemeinde an die Lehrperfonen der Gemeindeschule gezahlten Teuerungszulagen wurden für die Zeit vom 1. Juli 1917 bis 81. März 1913 20 000 M. bewilligt.— Außer- halb der Tagesordnung brachte Genosse Aßmann die Mängel bei der Kohlenversorgung zur Sprache nnd ersuchte cnißerdcm den Ge« meindevorstand, gegen die beabsichtigte Ewzichunq der Strasgelde!: wegen des Mehrverbrauches von Gas zu vrotcsi ieren. Beigeerd- neter Fabarius erwiderte, daß ihm, als Mitglied oes Kohlender« üandes, nichts vou einem derartigen Beschluß bekannt sei. Ge- meindeoeroidneter Jürgens wandte sich gegen dt« beabsichtigte Be- schlagnahme der Türklinken imd Fenstergriff« aad empfahl den Charlottenburger Wrotestbechluß zur Annahme, dem wurde zu- gestimmt._ WilmerSI-rf. Die K-rwffcl- Wockenmen�e. In dieser Woche gelaagen bere'tS die Karteffeln für die Woche vom 6. bis 12. Mai nnt zur Verausgabung. Für die Wochen vou, 29. April bis IL. Mai wird die KartoffelverbrauSSmenge auf je 7 Vjimd, al'» zusammen '4 Pfund, für die Person sestgesetzh und zwar find je 6 Pfund auf die 12«bschurrte 18a bis ISk und 19» Iis I9f der Haup wnoffel- karte vom Kt-inhäudler und je 1 Pftmd aus der der Bevölkerung gegebenen Dmratsmenge(eisernen Ration»-u entnehmen. Die heilen Abschnft'-e 18? und 19g dürfen bis auf weiteres von der — stelkarte nicht abgetrennt werden. Personen, dr erst nach der Belieferung mit der eiferne-i Ration nach Berlin-SftmerSdorf zu- gezoqeit find, oder d.' von dem öl°ckte der Vorvelior mg keinen Gebra»tch gemacht haben, dürfen auf die beiden Ab'chnitte?<1 und Ss der Sonderkartoffelkarte zuiammen 1 Pwnd Kartoffeln entnehmen. Die beiden Abschnitte 33»md Zz der Sonderkartoffellarte haben in den Wochen vom 29. April bis 12 Mai auch in C.Hank- und Speise- wirtschaften Gültigieit. Neukölln. Hcringsvrrkaus. Bon heute ob wird in den zu- gelaffenen Neuköllner Fisch- und Räucherwarengeschäften sowie in de» beiden städtischen Fiichhallen. Bergstt. 21 und Ponnierstr. 13, gpgen Vorlegung der ReutSllner WarenbszugSkarte auf Abschnitt III ein Hering bezw. Vs Pfund Heringe abgeg«en. Lichtenberg. KSsevericilmtg. Vom 2. Mar ab gelangt in den städli'chen Berkaufsballen. Kronprinzen- und Marktstraße. auf den Buchstaben L der Lichtcuberger Lebensmittelkarte 126 Gramm bayerischer Rundkäse zum Preise von 62 Pf. zur Verteilung. Sroy-HerNnrr Partewachrichten. Obers chönewri»«. Die erste GeoerelverssRnalmiz brr irtlichen Parteiorganisation nach der Spaltung ergab ein recht erfreuliches Bild der Entwicklung. Sehr klein war die Zahl der Parteigenossen und Genossinnen, die bei der Absplitterung der alten Partei der« blieben. Heute, kaum ein Jahr später sind eZ ihrer schon weit über hundert. Auch mit den„Vorwärts�-Lesern geht es aufwärts. Bei Ausbruch des Krieges waren es über lOOO Leser, dann verringerte sich die Zahl durch Einberufungen zum Heeresdienst recht bedeutend. Auch der.VorwärtS'-Boykott blieb nicht ohne Wirkung. Ende 1917 wurden 359 Leser gezählt, heute aber fehlen nur noch wenige an 809. Diei'eS Resultat darf aber nicht befriedigen sondern muß zur rastlosen Weiterarbeit für die Organisatio« und den.Vorwärts* anfeuern. Die Neuwahl der Bezirksleitung ergab, folgendes Resultat: BeziriSleiter Genosse Echwarzbnrger, Kassierer Genosie Krüger und Genosi« Zobel Schriftführer. Am 1. Mai treffen sich die Mitglieder zu einer zwanglosen Zusammenkunft abends 8 Uhr bei Ladewig, Laufenerstr. b. Zu Beginn der Per» sammlung hielt Genosie Link einen Bortrog über.Die Aufgaben der Partei*. NowaweS. In der lesteu Mitglieder» rrsa««lmig drS Bezirks mußte der Vortrag.Kriegs« und FriedenSsrogen* ausfallen. weN sowohl der Referent, Reichstagsabg. Dr. Lensch, wie der Korreferent. Reichstagsabg. Max Cohen, am Eischeinen verhindert waren. Räch dem vom Borfitzenden erstatteten VorstandSbericht Über da« mit dem Monat März obgeschloffene Geschäftsjahr wurde» die Wahle« zum Vorstand vorgenommen. Wredergewählt wurden al» 1. Borfitzender Krähnberg und als Kassierer Adolf Richter, al« 2. Vorsitzender wurde Ernst Zöllner, als Beisitzer Hermann Hänchen»eugewählt. Die Wahl eine« neuen Schriftführers mußt« vertagt werden. AIS Revisoren wurden wiedergewählt Karl Winke, Freiberg und Kabelitz. Nach dem Kasienbericht betrug die JahreSeinnahme 711,1S M., die JahreSauSgab« K8S,77 M. An zahlenden Mitgliedern zählt der Verein 192 männlich« und 21 weibliche, von den im Feld« stehenden Genoffen dürften noch rund 3L9 als Mitglieder zu betrachten sein.— Der Borschlag deS Bor- standeS und der Funktionäre, der von der Gemeinde eingerichteten KriegSpalenschaftSkaffe mit einem Jahresbeitrag von 39 M. beizu« treten, fand ohne Widerspruch Annahme.— Der Borfitzende teilte mit, daß vom 1. Mai ab olle zu Veröffentlichung in der Partei- preffe bestimmten Berichte oder Mitteilungen an die örtliche Partei- spedition, Eisenbahnsir. 19, zu richten find, da der langjährige Berichierstanei Kirsch aus beruflichen Glünden sein Amt nieder- gelegt Hab«. Beschwerden und Wünsche in Gemeindeangrlegenheiten seien von jetzt ab beim Gememdeverordneten Gewerischastssekretär Paul Pawlowrtsch anzubringen.— Interesse erregte die Mitteilung, daß der ehemalige Borfitzende deS Unabhängigen Wahlvereins, Frenken, der an der örtliche» Parieizerfplitterung mit di« Hauptschuld trägt, seinen Freunden untreu geworden»ud der Bremer Richtung beigetreteu ist. Da« ist der Ansang der Zersplitteruug der Zersplitterer I__ Gericktszeitung. Die Polizeiagenti»«lS GoldhSndlsi». Eigenartige Einblicks in das Spitzelweseu gewährte eine Verhandlung vor dem Schöffen- gericht S m** istttM «Sckftch»«ch iefäl-gnisstrase ietisttose« von 1 ttmiPÄK' KÄxfksftnk tat Abstand zu nehmen und die Angeklagte««nr zu Geldstrafe« 599 bezw. 399 M. zu verurierlen. Von dem Verteidiger wurde ausgeführt, daß die Angeklagten ausschließlich da« Opfer der Polizei- agentin geworden waren und deshalb mit besonderer Mild« beurteilt werden müßten. Das Gericht ging bei der Strasabmeffung noch unier den Antrag des Amtsanwalts herunter und erkannte gegen Mendlson auf 59 M a r l und gegen Schröder auf 39 M a r k Geldstrafe, da, wie der Borfitzende, AmiSgerichtSrat Bennewitz, in der Urteilsbegründung bemerkt«, die Polizriagentin als Hauptangeklagte aus die Anklagebank gehört hätte. Mus aller Veit. HnifiWHrnt«4» Ersatz flr Leb«. HuAschtzSnt««rsteU fetz! al» Lederersatz ständig verlangt, wie �Liverpool Post and Mercurp* vom 27. März miS London berichtet. Durchschnittlich wiegt die Haut ungefähr 25 Pfund. Er« kann zu einem weichen, ge. schmeidigen und sehr zähen Leder verarbeitet werden. Auch sucht man da? Haifischöl für europäisch« Mäotte zu verwenden; ebenfo das Fleisch, daS geräuchert und getrocknet ein cruSgezeichtirteZ Nahrungsmittel fein soll. KtgenöveraKftaltkMW«. «»»«Sit. Hnar kWÄ-och»Xxtth 8£Sk kl W .«orwärl»*-Sp«diti«» Joseph, NaheimShaven« Ewaß, SS! B« r t r« deS Genoff«» Miller. »er S iälen. KvnigSgradeu BerbeodSiibn o«r. s, NN! rn. en- mittags KTftette*. de» S. Mai, adent« 8'j, Uhi, w Schulze« B» r t r a g. Räch dem Vortrage i Praktijl Gäbe haben etmnaSgen freien HUdrttt.— Am tz cmsflug nach Eaf« Sanssouci bei Pjerdebuch! 2 Uhr am Bahnhos Sadowa und Abmarsch. Der»Arbeiter- Schwiinmverein RenfE*»- MR«an Soonsa«, den 28. April, im Neuköllner Stadkdad vor zahlreichen Gästen sein Schau- schwimme» ab. Einem gut al»S.ar<übrtcn Damenret gen solgten tnter- eflante Einzel-, Mehr- und'Nannichast kämpfe sowie Speingen und Tauche» der weiblichen und männlich»» Startenden Gute Urrterftöhung fand der Verein w dem Mitwirten Magdeburger und Graß-Berimer Schwimm- aenvssen Ei» siott gespirste« Wasserball!?ir! trug zum Geling«» deS bei Man gewann de» Eindruck, daß die Aroeiter-Schwimmcr Im, gen Kriege« in ihrem Können im Wt.ff«sport mtl an erster stehen. Frei« Dnrnerketznft UtimtMs*. Kk Tuemtu-td« finde» de« Eoomirrdalbjabres jeden Areitag, abend« 10 Uhr, im Turnkota! .Elngrr« BoüSgarteir* statt. Vegiun am» Mai. Alle Lahänger des Turn- und Sptelbetrirbe« fiud freundlichst eingeladen. »es Kaste» trvs des ter Stelle EwgegvlNgeA« VrvcksthMra. »t- behalt, ich spielend leicht sAmSich, Mchlen Puch» foc* KM?». reihe» 1 von Herbert Wentkh. Bering J. Rchlarnder n. Sehn, Tilsit. 1 Marl. tz« Kampf«» dt« Ideale, ifib M.— Vtetz, I ft M., geb. 6 M. Heimstätte» für unsere Helden 1 TR» SB, silmMch von Georg Bonne. Verlag: Ernst ZiewharM,".aimqeu. DaS Gesetz über de» vaterländische» Hitfsdtenfi. tettmM um Max vor Schulz, Verlag von Kran, Bahlen, Bern» W 9 sstiS SR. Dt« KreiS-GntstiudungSanstalt und ihre grundlegend« Bedrntnag für Mutter, und Säuglingsschutz von Dr. Bremieck«. I» Kommissionsverlag E. Klotz, Magdeburg. Menschlich« Gletchhett»-»» Dr.«eorg-Rotzert Kerl, Sek8fi»«Ie-H de« Verfassers in Jena. Neu erschienene Meelam-Bt-cher z Ibach chkn«, II SMi»or Stedr. Th. Bischer. Nr. S971— öSU Preis 1,20 R.— Ter tuteressant« ilm und ander, Erzählungen von Martin Pros laue«. Nr. 5971. 40 Pf. — Die großen Mächte. Vo« Leopold vor» Rank«. Nr. bSIS. 40 PZ.— SSie feffe!« ich«eine« Mau«? Von tzan« Surr«. Ztr. 5S7«. 40 Pf,— Lriegsgefetze d«S Deut ich en Reichs. Neuntes EegänznngShest. Ztr. 597S bis 5989.!,M R. Verlag Phllipp Zteclam jun., Leipzig, Hol' über I Novskle von«da Mruz. Axel Juncker Verlag, Etz«- iotteuburg. 4 M., aed. 6 M. Gedicht« so» Rud. Pfistrr. S. Kranck BertDg,«esr Seb. 8 M. Dr. Gedicht«»»» Rud. Pfistrr. S. Kranck verlnß,> Da« portngiefifche Kolonialreich de« Gegl Hau« Steher. Verlag Dietrich Reimer sErnft V: cawart. obsrn). Pros. v M. B. T. 1. Da» Aisi« Ws vm. X. De» Hut eine siürberes. d«« irnr dott sachgrn-Sß bebaydeU ihn höKstemS mll Hutlack lackiere«! tu wild aber 1 — 41055. Darüber konnte» dztr lÄder, fit. K. KS. Die Reichsstelle Kr Zement b«sind et Knefebeckstr. 74.— Urida 12600. 1. wio 2, Ma> Ob-rtourmande w den Marten, Berlw Vf, Mkio.i Sie am beste« w le selbst könnten nzend und hart. her«; erfahren. Thariottenb:trg 2, i! Verlin, RnthaiiS; 24. 3. Die Bezeich. RrirgSministrrtumS näheres iniste-tumS, BeÄu 7.— Magia Ist. Darüber rrsa durch di« GeschWssteÜe de« DentsKen schul! chilsverew«, ch 5.— Awet Atzreitonde. Die kisinste Atadt der Mark � A. 423. Tai eritu gelegen eu: HeirlichteV 5.- Zwei i._ �iesiierx�gsbezlrt fnanfsu««• D.).— G. Cf. 423. Tan Salru�or ist die Har�rsiud! der an der Westleite von Mttelwneritu geleze Ä. V. 1. Rein, ewe>0% Reklamatton ist zwestlz vonia enden der Srjaxlomi — C. W. 60. Löhnuug erhalte» Sie nichi na! !i«!nachwetse ersah ren Sie Bremen, ist Bagow J' �-' itsawador. 1 de» Zivil- Das könnt« schon jetzt geschehen.— mW. Verwendung zum Kronidieust kann statffwden.— W. IL.sl. 1. Die Sachen gehören zum Nachlatz und künneu von den Schwiegereltern nicht zurÄckverlangt werden. 2. Die erben die Wirtsch«?! im voraus, er, dem übrigen Nachlag baden die Schwiegerestern zur Hallte Anspruch, st. Durch Klage beini Amtsgericht.— K.®. 102. ES bedarf dazu nicht der wörtlichen Wieder- gäbe der Veroodunna. ES genügt ein Gesuch au das Gencrqfsommando. — W. G. 04. 1. ser Austausch ist noch nicht geregelt. 2 Mit den Ver- wandt«: w BrioswechsÄ zu treten, steht Ahnen frei.— KeigHSbsichSdigtee H. C. 5. In derselben Lage wie Sie besmden stch sehr vme Kranke, «ne Beschwerde wird deshalb keinen Zweck Hadem Sie wäre in Ihren, tglle au den NeairrungSpvästdeittest zu richte».— A. ffl. SJU Gewöhn- ch wird Uickerstätzung nicht gezahit, wem? sich tn den VeehÄInissen nichts ändert— Bö. M. 80. sie mühen die Frau zunächst zur Herstellung der ehelichen Gemeinschaft selbst gust ordern.— S«»nervera»lastt:m ISO«. fta.— M. N. IVO. A!S schuldlos Ärfchieder.e steht filbMU die Unter- Mtzung tu.— Hildegard H. Zur Halste der ülrau, zur Halste den Eltern. — H. B. SSI. Eine solche VerorSuung bostkhl nicht generesi. Ts lami aber der vetrcssend« aus Gesuch beim Generalkommando au« de, Feuer- knie zurückgezogen werde».— ilK. H.. Kastanirnallee. t. Dafür gibt es keine deliirru« te Grenze. daS rlchtri sich nach Itemn Esickopimen. 2. Ja 3. Der»rud« ist mit zum Unterhalt de» Vaieltz verpflichtet HS IVOS des Bürgerlichen Gesetzbuch«). 4. Ja. 5. Äuch Sie können zur Abzahlung verpsttchtet werde». Es richtet stch d»Z nach den Familie»» und Ein- kommensderhältniffea. ü. Ja. 7, DaS«üsjvn Gte aus dem Versicherung»- vertrag erseheu bezw. durch Rachfrage b«i der Bersicherungsgeselllchafi scjp stellen.— stz. D. 31. 1. Die untere Steuerstnje bezimu immer noch mit SSO M. Jahreseinkommen. DaS irunut aber isir Sie nicht in Betracht. W» Wnichäsuaz«chict sich nach dem jetzigen Ttukommep. 2. Die Ein- fchähung erirckal»ach dem Kaleudeejahr.— Lotaub. In Rücksicht aus die jetzige Urlaubsspere« mSste» Sie sich aednsp«!, wte denn überhaupt den Mannlchaiten nur zugesichert ist, aMhrtich einmal itrlaub zu beiommen. Ihre Beschwerde« sind im Reichstage schon wieperhotl vorgebracht worden. — Lüdemona, Trholungönrlaud. Urlaub mit» Beschward»«d«, arten.. WWW I — I. 1. 2269. t Dt« If! lache der srsraukumz ist hierfür maßgebe -wahrschetulich wird Dienstbeskdadtgimg nicht aaerlaant werden. Are Eni- Scheidung darüber liegt zunächst bei« Wifiäoarzt. i Nein.& Nein. fi. Nein, i, Ihr« Dienfoett wird Ihne» vom 2. Mai ISIS angerechnet, dazu die 10 Taxe, die Sie vorher im Dtentt waren.— N. S. 4388. <1 Nein i Melde» Sie da« unter ggna»« Aozgab« der betreffenden Person der soziaidemotratljchen Fraktion bezw. dem ZÄkeorMieUn Äaniet Stückle». iürrliu kltN. Reichstllz.— P. B. 74. L Äe Mutter e, hast aus Grund der vom Ärter geklebte» Marko Witipemens«, wenn sie selbst invalid ist. Tie soll sich etnea AniyartlchqttSbejcktei» enrite» hrije», danitt, wenn In- »astdtiüt bei Ihr etntriit, sie Anjpruch aiff dt« Rente erheben kann. L. Eins solche Rekiamaitou wäre beim Generrckkomnzondo einjiimchcn, dem Ihr Aruppentee! untersteht— Odenwald. Ein« Verfügung tu beer, von Ihnen besagten Sinn« gibt es mcht Um bwrtxNea z» können, ol Sie Anspruch aus Decklümmelungszutage haben, btttten St« müssen die Art Ahrer BevtzSmmelm.g angeben.— iit,®. 92 msb R. M. 184. Kein. — Her«», 44. Wenden Sie sich mit etoem M!,«, G-such an de» Sie- gimelstSlormnaubeur.— M. S. 38. Bas Sersahrey ist durch den Amnestteeriatz nicht etngekteitt.— Zl. St. 31. Netz,.— Meer Adonncut �_........ 1006. Wen« die der los Ist, erben Sie die W irisch»f! im voraus. I. setz. s». EMe höhere Bdihiste mutz nicht hewMgt we Wir halten die Beihilfe allerdmgs für zu niedrig und würden daher emp- ieblan, sich nochmals au die K. ,egs.oo)lsahrtSPfleg« z» wenden.— M. Ät- 100, KriegSkinderspend«. deutscher Frauen, Prtvatkanzlei der Frau ttroripmizessm, Potsdam. Neuer Garko.— Dotegraphist 603. Die von Ihnen benannten Jahrgänge verde» wabzfchelniich nach Kriegs- beenhigung nicht zu dteuev brauchen. EndaSlltge Entscheidung ist jedoch darüber noch-ficht getroffen.—«. W. 16. Lmigeuieideud, zarntjon- verwendnugSsähig in der Hettnut. Direinüon hin» Keinhardt. Dentnehe« The«t«r. 71/,; De/ SOrger ei» Edelmemu K»in«i erspiele. 8 Dir i tfinutoraxu T*l»üat>aiiB«. Theater an Bfllewplatz. ünbergrundv, SchOiih. Tor. 8 Uhr; Hauele» Kimmsttahrt Theater des Westens Allah ondUei 7'/, Uhr: Leopoidlnfl Konstantin w Die Tänzerin. Theater �KönlggratzerStr, 7lIt D.: I>ie Sichwentewn und der Fremde. Komödienhans 71/, Uhr: IMe Zarin. BerHner Theater ? Uhr: BUtxblanea Blut. Theater für Mittwoch, 1. Mai. Lastspielhaas Centr al- Theater Ke>Bmandaiite»Btr&0* 57. Vfr Die Oeardanffiratln Deutsche» Opernhaus 7 ühr-. Die Terltantte Braut Friedrich-WilhelmsL Theater T'/.uhrrüiisBrEiiBääerliiaEL Kleines Theater 71, uh« Bante. Ksmlscfae Oper r|2 v.-8eiMm!i!Mt Metropol-Theater Ks Km m Ud. Z1* Uhr: Neoes Operettenhaas SchiCbd. 4&. Kassent-Nd. 281 7i.Dhr:D(!rSolilatierMarie. L Um abend» Tft Uhr: JubilBrane-T onfteliitng. VKKKMWÄZf.thiileM Bestdens- Theater 714Dhr: BeF JüBSC ZSP. Beklller-Theater© 7i.a: fler lÄnter. BehlUer-Th. Chart. Vt, Uhr: te fernste SMatfft Thalia-Theater �ÜBtffilsrüliÄlte Theater*tn Noitenderfplatx 8*/� Oer Bn>b der Labiveoi-oen. 7 Uhr: Theater Priedplelifft.«18 I n faul ISeekers 1 Deatschlands l 9 bester Komiker I sowie IS erste f | VarielA-4itfcT&ktionen So.ir.lag 31/, Uhr jeder( Erwachs. 1 Kind«rei! Walhalla-Theater. 71. Uhr: las AaWaleaW. Casino-Theater Lothringer Str. 37. Tagt.'!£ ll. Letz»« Monat der Spielzeit. Das neue grotze Maiprogramm. Erstklassige SPczmlitSteu dazu daS heitere Familienbild Ntttta�s Traum. 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FHedrtchetr.«j Telu Zentrnm 4927 und 2 Der Lebensschöler Komödi« tob Ludwfg Fulda, Ida Wüst, Brich Kaiser-Tita, Panl BUdt, Flink, Kettoer, StR. 4 D. H. Pr.: Hetida Babfar. Orattien-?alast! Oraclenel 40—41. Kon« e r t- K u f( e o (Oraaieabrsiefcu) •Kabarett 71U tThr. I�anl Ooradinl. Sonnt. 4 Ohr. Oerda— RicKard Berseüe— Herta Goston.— Gerda Gerda. 2 Kapellen. 4>lrk van Erp. 2 KapeUen. I. Stock: Welnklanse mit Barhttfett. Original Warschauer Schrammein. Bsi- Spiclplßatl Paul Qöbel der Urhomieehe Kurie Blank Sacgkünatleria Willy Aar störtend o ffl Walter Schreiber kleinste Soubrette (bester Dibck Erotietther Badfairmkt 1 Otika u. Partner Komischer Keck&kt Pred SMai�er: „Der Seigenm-T. Oremona' % Basany"» Sch rttenspiele 4 Hemls Akrobi-.tcxene X Anherts modoroe Tituse „Durzft44 dun ftiegaBae Piano l' Dt« Bekanntmachung des O'brr!ommoi.1>v« w de» Martto ««reffend Beschlagnahme und Bvstandarrqedrmg von Sebäusen und Gehäuseteilen von Koulroll-, �...... tritt mit dem L Mai 1918 in Kraft Regrstri«- lütt« Schreibtajjeu Di«»ollftindlge amt Anfchlagsäule»»nd in der '. I. Mtl 18. 11. Ana.) Berit», den I. Mal I»1». (ISS. I. Stttl Ick lich« Bclairriimuch»»g«folgt«, btp .Norddeutsche» ttllg-metue» Zeitung Der Pptizetpr«»«,«. AeZim, l im« 5—8, Sonnt. 11— 1 Jtlo NWesW in Platze sucht laufend bessere födel>«cterzuhringen. Es ndelt sich um Auftr. von lott«, tzchMothske«, Schreib- w Wche, Mahagoui u. •mm. Ferner um itusioäge von besser»» riegenten Schlaf- zimmern in pol. Holzarten. Es sollen sich daher»ur Wchlereien »nelden, die in»« isage sind, gute Äröeii herauSznbr K-fi. Off. a. ch Expe! Bl. u. EM e-»Z. X. d. CT Forel, Prof. A., Die sexuelle Frage. Volksausgabe 5,09 M. Buchhcndlung Vorwärts, Lw- denfirsb« 3, Latz«.* DM !Ä!A! Herzbeklemunioge», Äugst, und Schwäche I Vsriangen Sie auSsÜheliche KratiS-Broschür, Br. Sehhard ck Sie., feerba 139, Potsdamer Stf. «zustände. iure.• ttte Tür Stotterer rntpfohts»! SKNl!!U°.Se««>!I SKR««. _od>r»>oig!�— «oft 30 Pfeant, 1» bchteyens üzchhiNtdltmg Vorwarft �-»�-rrr"..... irr a*h' mi Ruhnk* t •SU, Ob Sie jung aussehen, Mmt akht atWn von Ihre» Aver ab. M»ch» Großmutter von 00 Johreu hat weniger Runzeln al» ihr« Tochter von 30. Man schätzt da. Alt« nach den Falten und den Linien um die Augen, eingegraben durch übermäßig« Anstrengungen beim Sehen, die noch dazu unnötig und zweckio» waren, weiloasiende Eanoskopg läser da» Sehen erleichtern. Mit sorgfältig angepaßten Sanoskop- gläsern wird Ihnen jede Augenarbett mühelos, und Ei««halten sich da» Aussehen und das Gefühl d« Jugend auf viele, viele Jahre läng«, «l» wenn Ei« sich ohne GlSs« od« mit schlecht »äffenden abquälen. 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Um rege Beteiligung ersucht 211)4 Der Vorstand. DeuUGer BlrtallardeUer- Verdavd. Verwaltunnsslell* Btrlia. Den Mitgliedern znr Nach- richt, daß unser Aollege, der Werkzeugmacher vtlo iidreM Thodowicktstr. 36, am 27. llprll gestorben ist, Die Beerdigung findet am Mittwoch» den 1. Mai, nachmittag« ä1/« Uhr, von der Leichenhalle de« Georgen- Kirchhose« in Weißensee, Rölckesirnße, au« statt. Rege Beteiligung wird erwartet._ Den Mitgliedern serner i zur Nachricht, daß unser j(kollege, der Metallarbeiter Georg Ejermann Roseuthal« Str. 23, am 28. Oprll gestocbe» ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 1. Mai, nach. mittag««'s, Uhr, von d« Lcichenballe de« Georgen- Anchhose» w Weißensee, Zlötckestraße, au» statt. Rege Beteiligung wir»«. wartet. Jfnchrui. Den Diitglleder» serner zur Nachricht, daß unsere Kollegin, die Arbeiterin Eise Ledmlltt Tegel. Bevstn« Str. SS, am 2b. April gestorben ist. Ehr« ihrem Andenken! 111/7 Ol» OrtBrerwilhiiis. Budermsn„Vorwärts" Oberschönewelde« Hindurch machen wir unseren Mitglledern die Iraarige Mitteittmg, daß uns« lieb« Sportgenofie Karl öninow im Westen gefallen ist. Wir»«sterr» w Ihm«t» langjährig««, tüchtige« Boe- standsmi�kied, da» stet» für da« Wohl de» Verein» ge- wirkt hat. 285/16 Der Vorstand. Nach kurzem, schwerem Krankenlager»«schied un- «wartet am 27. April d. g. uns« lieb« Kollege und Mit- arbelter 21Sbb Franz Hoff, und pfiichletsrtaen Kollegen, deffe» Andenken NN» stet» w nerung bleiben wird. Wir betrauern in ihm«wen treue», »fiichl'" Srtoneruni Vorstand nd Angesledfo Im Raopflmn dos Deutschen Transportarbeiter-Verbandes. DtatfdKr ImrMter-VerlMl Anvlgreeew Berfla. Bezirk Neukölln. Am 26. April starb auf« Mitglied, der Putz« Eerlüiisnt! Wulf. Ehr« seinem Andenken! Di« ve«dtgm»g findet heute Mittwoch, nachmittag« 3 Nbr, aus dem Gemeinde- Friebhos, Martendorf« Weg, statt. 140/3 Reg« veteMgnng«wartet Der Vorstand. Deutscher tranportarheiterverfcm Bezirksverwalt. Gratz-Verlw Den Mitgliedern zur Räch- richt, daß uns« Kolleg«, der Schilderanmacher Gv8ts7 iersle» von der Firma Ott« Grund am 25. April tm All« von 59 Jahren verstorben tst. Ehr« seinem Andenke»: Die veerdignng findet am Mittwoch, den l. Rai, nach. mittag« 1'/, Uhr, von der Seichenball« de««tmeon«. Kirchhose» in Britz, Tempel- hoser Weg, au» statt Um rege VeteMgnng er- sucht 61/11 nie Bnlrfcmnraltang. AI» Opfer bt* Kriege« starb am 18. Aprll infolge setn« schweren Berwmidung im Feldlazarett uns« lieb« Sohn und gut« vruder, Schwager null Onkel, der Gesrette 163A m\\\ Thflmieben Inhaber d. Eiserne» Kreuze«, im blühende» All« von 36 Jahren. Im ti essten Schm«� Familie Dhümtche», Neukölln, Mainz« Str. IS, Famille Borsch. Neukölln. Wildenbrnchstr.86. Ein schlichte» Srrn, aus weitem Feld, Darunter schläst ew tapserrr H-ld. Und GW« liebe, tan« Hand, In» Stanz ihm rat« Rose wand. lwb WO«» Laub fl» Blatt um Blatt, AM stw» letzte Ruhestatt Dem Wun'ch war nur:«tu Wiedersehen I t» nimmermehr geschehe». Steppdecken & Vyr.V Damvn• Stoppdveken in reich« Auswahl. Bernhard Strohmandel, Berlin S, Wallatraße 72. FUial.; Joachlmsthaler Str. 25/28 u. Spittelmarkt, Ecke Wallstrahe. Alle Stepp deck, serd. aufgearbett. Mbeicodu «» twwr Gr. Prtnkfnrter Str. 98 im tardev. Badstraggc 47-48 MiSsel�Kreelif an|edermann. •ertagsto Anzahhmo, klelmte AknMoag. •paslGllta«: 1- 1. 2-Ziiniiier-Elffrlelitimi)en einzelm Mftbei, farbige RQcben. Gross« Auswahl komplett aufgesteifter Schlaf-, Wahn- und Speisezimmer. Riesen- Auswahl— Billigste Preise Sehr kulant« Bedlttgungen GM Röcksicht b. Rrankheb lArbettslosigkefl Uatanug loa» Waa» chBC Krlegtaaltlko nehma gern al« Atrablwf. KriagaO«aak»Myta nO Vara. Auaalga arhaltan Extra» I Sonntana O-lO aavltnati KüniiL Prens. HaepUdebeGg 7. Mai Ms S. Juai Aobtei-LeM 25 M, Vlertel-LMe 50 M. 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Laßt nur eure Sonne ausgeben und kein Halm wird mehr verkümmern.� Diesen Text hast du, Sonne, uns von deiner himmlischen Tribüne gepredigt. Wann ist das gewesen? Weißt du es noch, kleines, rotes Band? Und das Band spricht zu mir: „Wohl weiß ich das noch gut. Du warst jung und feurigen Mutes. Deine Augen blitzten und in deiner Brust ging das Herz im gleichen Schlag mit Millionen anderen Herzen.' Auch heute schlägt mein Herz noch gleichen Takt mit Millionen anderen Herzen, kleines, rotes Band. Doch andere Farben trägt die Zeit. Schwarz Wimpeln die Bänder im Wind, der voll Brand- und Blutdunst aus dem Westen herwcht. Und blutrot flattert das Banner des Krieges vom Morgen zum Abend. Blutrot! Es gibt kein anderes Rot mehr auf Erde«. Oder doch, kleines, rotes Band? Du leuchtest so anders im Lichte, bist wie der erste Frühstrahl, der dem Aufgang der Sonne voranläuft. Daß du mir heute vor das Gesicht kommst, kleine, rote Schleife, soll mich mahnen an alle», was gewesen, was noch ist und was immer sein wird, weil eS sein muß. Mu: haben zur Sonne! Glauben an die neue Welt, die nicht in Schutt und Asche verschüttet werden kann l Du wächst unter meinen Fingern, Ueine«, roteS Band, und rollst wie von einer endlosen Rolle ab. Schon folgst du allen Straßen der Welt, läufst über Berge, Ströme und Meere und spannst die Welt in deinen Ring. An einem schönen, blauen Maitag wird die Erde wieder von Blumen duften, und die Lust wird zart und klar über uns stehen. lind dein Rot wird wieder leuchten, doch tiefer und inniger, kleines, rotes Band l ___ Karl B r ö g e r. tjpern im Vanöel öer Zeiten. Dpern ist heut eine Ruinenstätt«. Und bis zum Jahre 1S14 war diese Stadt ein einziges unvergleichliches Museum, ein lebendig erhaltener Abdruck alter Stadt- und Kunstherrlichkeit. Das Wunder war dabei, daß Dpern sich sein schönes altes Gesicht durch olle Wandlungen seiner Schicksale hatte erhalten können. Wilde Kriegs- stürme sind Jahrhunderte lang über dies« von je strategisch wichtige Ansiedelung, die Hüterin der Pforte zwischen Belgien und Frank- reich, dahingebraust; Dpern wurde belagert, erstürmt und wieder- genommen und blieb doch stehen. Die Seuche der Restaurationen ichritt durch Belgien und zerstörte viel köstliches altes Kunstgut— Dpern bl-.eb, was es war. Bis zum Jahre lS14... Am Dpsrlöe stand au dieser Stelle ursprünglich eine Burg. Sie wurde im 9. Jahrhundert von den. Normanneu geplündert, von Balduin dem Kahlen. Grafen von Flandern. 902 wieder aufgebaut. und um die Burg fiedelte sich»ach und nach die Stadt an. Ihr Schicksal wurde das Tuchgewerbe. Zu Tausenden klapperten in Dperns Straßen die Webstühle, daS Dpern er Tuch genoß Weltruf und Weltverbreitung, und die Stadt nahm mit reißenden Schritten an Wohlstand und Blüte zu. Ihre eigentliche Glanzzeit lag im 13. Jahrhundert, früher als die von Brügge und Gent— damals konnte die Stadt am Iperlöe mit Venedig welleifern. Und ein Klein-Benedig des Nordens stellte sie damals auch in ihrem Bilde dar. Denn der Iperlöe war in jener Zeil in zahlreichen Kanälen durch die Stadt geleitet: an der Tuchhalle legten die Barken an, die die Waren ein- und ausluden, und der mächtige beulige Viehmarkt war ein Wasserbecken, an dessen Ufern sich die Schifferhäuser erhoben, die als merkwürdige Denkmäler dieser Vergangenheit Dperns übrig blieben. In diesem Jahrhundert begann die Stadt sich zu zieren. Schon im Anfange des 13. Jahr- Hunderts errichteten die Dperner den gewaltigen Belfried sTurm), der, 70 Meier hoch, weithin gebietend ins flandrische Land hinaus- schaute. In seinem obersten Gemache saß der Türmer und blickte achtsam über die Stadt, die damals weit mehr als später der Feuersgefahr ausgesetzt war, weil sie großenteils aus Holzhäusern bestand. Zur selben Zeit begann die Stadt ihre stolze Hauptkirche St. Martin, eines der schönsten Denkmäler gotiswer Baukunst in ganz Flandern, zu erbauen. Auch im 14. Jabrhundert stand die große Weberstadt Wcstflanderns noch in vollster Blüle, aber die sagenhatren Zahlen von Hundertlausenden von Einwohnern, die von dem da- maligen Dpern berichtet werden, sind wisienschasUich schon darum nicht haltbar, weil diele Hundcrtiausende sich nach den Wirt« schaftSverbälrniflen des Mitielaliers m der Stadt unmöglich hätten nähren können. Wenn Dpern auf seinem Höbepunkle gegen 89 009 Einwohner gezählt hat, so war das viel. Für mittelalterliche Ver- bällmsse bedeutete das eine Großstadt ersten Ranges und so stellte sich Dpern auch dar. Damals errichteten die Bürger ihre berühmten Tuchhallen, die eine Längenausdehnung von nicht weniger als 133 Meter hatten; die Holzhäuser wurden allmählich von jenen charaktervollen und höchst mannigialtigen Steinbauten des gotischen Stiles verdrängt, die in Dperns Straßen noch bis zur Gegenwart träumten; Spitäler, Gildenhäuser, Bauten aller Art bereicherten das Bild der Stadt. Im Jahre 1330 konnten die Dperner mit Stolz der endgültigen Vollendung der Tuchhallen beiwohnen. Stur drei Jahre später— da erhielt die Blüte der Stadt den ersten und zugleich entscheidenden Hieb. Da kam die große Belagerung durch die Engländer und die Genter. Dpern hielt ihr freilich stand, aber es bezahlte dennoch die Kosten. Die Siadlpatrizrer, die hier nie von den demokratischen Zünften aus der Herrschaft verdrängt werden konnten, hatten in ihrem Stolze und Hochmute die Arbeiterichaft stets gezwungen, vor den Toren zu wohnen. Deren Wohnviertel waren von den Belagerern rasiert worden, und da« nahm den Arbeitern das Vertrauen und die Freud« am weiteren Verbleib in Dpern. Sie zogen fort, sie trugen ihrc Arbeitskraft anderen Stellen zu, und von diesem Augenblicks an begann Dpern unaufhaltsam zu sinken. 1412 war die Bevölkerung auf 12 000 Einwohner gesunken. 1470 betrug sie nur noch 10 000 und 1483 war ein Drittel aller Bewohner von Dpern Bettler. In dem Mauerringe seiner mittelalterlichen Groß« siadt aber verkroch sich nun eine verödende Kleinstadt; und als die Kanäle und Becken des Dperlöe zugeschüttet wurden, da erhielt dies verödete Dpern breite Sn aßen und weile Plätze, die seine Verlassen- heit noch empfindlicher fühlbar machten. Im 18. Jahrhundert war Dpern ein Hauptsitz deS Widerstandes gegen die spanische Herrschaft. Nach achtmonatiger Belagerung wurde es 1ö84 von den Spaniern erobert und übel ausgeplündert. Damals sollen in der einst so stolzen Großstadt nur noch £>000 Menschen ihr Leben gefristet haben. Dann wurde die Stadt am Dperlöe im 17. Jahrhundert der Spielball wilder Kriegs- stürme. Viermal wurde sie von den Franzosen ein- genommen, viermal zurückerobert. Sie ward französisch, österreichisch, wieder französisch und schließlich holländisch und belgisch. Aber nun waren auch ihre schweren Zeiten vorüber. Freilich die majestätischen Tuchhalle» drohten schon arg den Verfall, und im Jahre 1794 wurde im Stadirate der Antrag gestellt, die Hallen und den Beifried niederzureißen. Doch ging diese Gefahr gnädig vorüber, und das herrliche Bauwerk wurde vielmehr im 19. Jahrhundert schonend und taktvoll wieder her- gestellt, lleberhaupl blieben Dpern üble Restauralionskünste erspart. Die Stadt war in ihrem toten Winkel so hübsch vergessen, nur schaulustige Reisende wußten sie zu finden, und unter den Zeugen einer ehrwürdigen Vergangenheit lebt« fröhlich ein genußfrohes Vürgergeichlecht. Bis der Tag des Schreckens kam.... mal Der außergewöhnlich milde und sonnenreiche April hat sich ganz so gebärdet, als wolle er in diesem Jahre seinem Bruder, dem«Wonnemonat', den Rang ablausen. Hat er uns doch, in schroffem Gegensatz zu der abnorm kalten und rauhen Witterung des Vorjahres, eine für seine Verbältniffe auffallende Beständigkeil gebracht und uns eine so zeitige Blüte und eine so vorgeschrittene Vegetation beschert, wie selten. Dürfen wir doch nicht vergessen, daß selbst die erste Hälfte des Wonnemonats, obwohl sie schon der wärmeren Hülste des Jahres angehört, normalerweise immerhin noch verhältnismäßig kühles Weiter bringt. Die Eigenschaft de? Mai, gar oftmals seinem Ruf als Fürblingsmonat Unehre zu machen, ist in Poesie und Prosa mehr als einmal spöttisch besungen worden. So ist Friedrich Theodor Bischer in seinem berühmten Roman„Auch einer' recht derb über die Tücke des Schnupfen« bringers Mai hergezogen, und Wilhelm Raabe gibt verwandten Gefühlen in seinem„Christoph Pechlin' mit folgenden Worten Ausdruck:„Redet uns nicht von den Wonnen des Maien; der Mai ist ein Lump, und wer ihn au« dem Kalender striche. der würde ein gutes Werk an der durch den grinsenden Betrüger vergällten Menschheit tun. Der September ist die Zeit, Gedichte zu machen und aus dem Leben ein Gedicht. Was bedeuten die zärtlichen Gefühle, die mit den ersten Veilchen von der feuchten Wiese unter regentriefenden Hecken hervorgeholt werden und unter heißen Kräuterkissen und durch den Aufguß der Kamills des vorigen JahreS abgebrühr werde« müsien? Was bedeuten sie gegen den Herzensrausch, welchen im Herbste Aphrodite von den Trauben pflückt und auS überschäumenden Bechern trinkt?' Und der frühere „Kladderadatsch'-Dichter David Kalisch läßt den Mai gar von sich selbst fingen:„Mehr Regen als Sonne,— Mehr Leid als Wonne,— Und der gestrengen Herrn, die jeder kennt,— Kurzes, doch herbes Regiment,— So ist man'S von je an nur gewohnt: Drum heiß ich in Deutschland der Wonnemond.' Notizen. — Die Künstlerschar der Volksbühne wird sich unter der Direktion Kayßler aus folgenden Mitgliedern zusammen- setzen: Herren. Harry Berber sBerlins, HanS Brahm(Hamburg), Wilhelm Dieterle(Zürich), Jürgen Fehling(Wftn), Hans Felix (Berlin). Hans Halden(Posen), Guido Herzfeld(Berlin), Max Hoch- sietter(Osnabrück). William Huch(Berlin), Friedrich Kayßler(Berlin), Rudolf Lettinger(Berlin), Eduard Rothauser(Berlin), Julius Sachs (Berlin), Paul Schmidt(Berlin), Erhard Siedel(Dresden), Ernst Stahl-Nachbaur(Wien), HanS Heinrich von Twardowski, Gustav von Wangenheim(Darmstadt), Richard Zinburg(Oldenburg). Damen. Johanna Barda. Mary Dietrick-schardt(Frank- ftrrt a. M.). Berta Dubielzeck(Düsieldorf). Helene Fehdmer(Berlin). Charlotte Galdern(Bremen), Cläre von Gruner(Berlin), Gertruds Halden(Oldenburg), Agathe Hesie-Bergema(Königsberg), Johanna Hofer(Frankfurt a. M.), Elisabeth Horn(Mainz), Lucy von Jacolst (Berlin). Ida Liebisch(Barmen), Lncie Mannheim(Königsbera). Adele Sandrock(Berlin), Maria Weißleder(Berlin), Herta Wvlff (Wien). — Vorträge. Freitag 8 Uhr spricht in der Psychologischen Gesellschaft(im Abgeordnetenhause) Dr. Albert Moll über:„M a s s c n- Hypnosen im Weltkrieg'. Billette durch die Psychologische Gesellschaft, Berlin W 16, Kurfürsten dämm 46.—„U e b e r Philo s ophie und Sexualethik' spricht Dr. VerWeyen im„Bund für Mutterschutz am Freitag 9 Uhr im Rheingold, Ebenholzsaal Potsdamer Str. 8. Eintritt frei. — Eine AuSschlachtnng Nietzsche« für politische Zwecke scheint eine neugegründete Nietzschegesellschaft zu beab- sichtigen. Wenigstens teilt ihr Geschäftsführer mit:„Auf ihrem Programm steht als Kriegsarbeit im Sinne von Nietzsches„Wille zur Macht' die Einsetzung für einen starken deutschen. Frieden, der ein machtvolles Deutschland verbürgt.' Wir bezweifeln/, daß Nietzsche, der„gute Eropäer' in seiner letzten Epoche— nur die kann hier überhaupt ausgebeutet werden— unter seinem„Usber- menschen' die Annexionisten und Gewaltmenschen vou heute ver- standen hat. — Deutsche« Kunstgewerbe t« Skandinavien. Der Deutsche Werkbunid will diesen Sommer die voriges Jahr in der Schweiz gezeigte kunstgewerbliche Ausstellung in Kopenhagen und Stockholm vorführen. FriedenSarbeit im Kriege. — Die chinesische Industrie. Auch in China soll die bisher sehr rückständige Industrie mit allen Mitteln gefördert iver- den. Diesen Zweck will man unter anderem auch auf dem Wege der Erhöhung der Einfuhrzölle erreichen. Das chinesische Ackerbau- Ministerium hat, wie der„Neue Orient' berichtet, Ende 1813 eine Zählung aller modern eingerichteter Betriebe veranstaltet. Danach gab eS solcher etwas über 20000 mit 630 000 Arbeitern, iür eine Bevölkerung von etwa 300 Millionen armselige Ziffern. Von den Arbeitern lvaren etwa st, weiblichen und 2/8 männlichen Geschlechts, und rund entfielen auf die Textilindustrie, fast der ganze Rest aus die NahrungSmittclfabriken. Pioniere. 2i] Roman auS dem Norden von Ernst Didring. Er war noch dabei, als die Tür aufgestoßen wurde und die andern vier Bauern hereintaumelten, brummend wie böse Hunde und fluchend, weil er sie nicht benachrichtigt hatte, daß hier oben Feuer war. Aber die Wärme in der Hütte besänftigte ihren Zorn, und bald lagen sie im Kreise um den rotglühenden Herd und sogen in voller Eintracht an den Flaschen. Sie sangen und brüllten patriotische Lieder. Der Rausch brannte und summte in ihren Gehirnen genau so wild und hitzig wie das Feuer im Herd, daS sie unausgesetzt mit Birkenkloben fütterten. Einmal vermochte einer von ihnen aufzustehen und zur Tür zu gehen, indem er etwas von Pferden murmelte, aber dann taumelte er und stürzte und verbrannte sich eine Hand am Herd, so daß er vor Schmerz wie toll schrie und die andern vor Freude jauchzten. Und dann prügelten sie sich, tranken und schliefen über- und nebeneinander ein, während das Feuer mit voller Macht bullerte. Unten am Wege standen die fünf Pferde allein in der Nacht. Sie schwitzten schon lange nicht mehr. Die Nebel- hüllen waren völlig verschwunden. Die Pferde hatten statt dessen ein dichtes Fell von Rauhreif bekommen, das unter dem Bauch in langen Fransen herabhing. Bisweilen schüttelte sie ein Frostschauer, aber meistens standen sie mit hängendem Kops still da und schliefen. Bisweilen streckten sie die Hälse, als suchten sie nach einem unsichtbaren Beschützer. Bisweilen kratzten sie auch ungeduldig mit den Hufen in dem tiefen Schnee. Eine lange Weile stand das vierte in der Reihe der Pferde und blickte zur Hütte hinauf, aus der der Rauch zum Nachthimmcl emporstieg, aber dann wendete es den Kopf ivicder zurück und senkte ihn müde und ergeben gegen den Schnee. Die Stunden dergingen. Es wurde kälter und immer kälter. Sogar das Nordlicht erlosch. Aber der Polarstern funkelte noch klarer. Nun standen die Pferde ganz still, und die Kopse hingen tief in den Schnee. Keins von ihnen rührte sich mehr. Hätte jemand sie gesehen, so hätte er denken können, sie schliefen. Das einzige Merkwürdig« an ihnen war. daß trotz der sürchter- lichen Kälte ihre Atemzüge nicht mehr sichtbar waren. Wie sie dastanden, sahen sie aus wie eine schwarze Skulptur auf weißem Schnee in der eisbleichen Nacht. Der Oberingenieur und Hjort kamen frühmorgens auf dem Wege nach Tornehamn angefahren. Sie waren bis zur Unkenntlichkeit vermummt, wie sie in den Schlitten lagen, und die beiden Albeiter, die mit gekommen lvaren, um hier und da den Weg frei zu schaufeln, mußten mächtig laufen, um einigermaßen lebendig zu bleiben. Der Oberingenienr war in seiner gewohnten liebens würdigen Laune. Er hatte alles verkehrt gefunden und bei jeder Station auf dem ganzen Wege hierher geschimpft und seine Ueberzeugung ausgesprochen, daß die Bahn sicher nicht rechtzeitig fertig werden würde. Hjort ver- suchte als Abteilungschcs zu widersprechen, hatte es aber aufgegeben. Seit sie die Baracke verlassen hatten, in der sie die Nacht zugebracht, hatten sie kein Wort mehr miteinander gewechselt. Hjort war keineswegs schlechter Laune, aber er dachte, es möchte dem andern guttun, einmal zu spüren, wo- gegen man bei der Bahn eigentlich anzukämpfen hatte. Die Sonne war noch nicht aufgegangen, aber Hjort sah durch die Spalte in dem wollenen Halstuch eine schmale Gold- kante im Südosten aufglimmen. Der Tag versprach also schön zu werden. Er hatte allerdings dem andern abgeraten, die Fahrt bei dieser Kälte fortzusetzen, aber da dieser eigen- sinnig darauf beharrte, war es das beste, ihm seinen Willen zu lassen, vielleiclft hielt er dann ein andermal, wenn wieder die Rede darauf kam, wie langsam es mit der Bahn ginge, den Mund. Er hätte nur wissen sollen, was die Leute hier oben in bezug auf Essen und Frieren durchmachen mußten. Und über den Nuoljatunnel zu schimpfen und zu jammern war idiotisch, da er ja selbst und nicht Hjort auf die�Jdee ge- kommen war, den AbiZkowasserfall auszunutzen. Sie mußten wohl bald in der Nähe sein, dachte Hjort. Er machte sich vorsichtig ein größeres Guckloch in dem wollenen Halstuch. Gegen den klar helkblauen Himmel stand der Nuolja leuchtend gelbweiß. Die ganze Schneehaube war frei und klar von Nebel, und am unteren Teil des Ostabhangs klaffte die Tunuelöffnung für die Bahn pechschwarz in all der Weiße. Das brachte Hjorts Gedanken aus andere Wege. Ihm fielen einige Aeußerungen ein, die Algren getan haben sollte: die Tunnelachse sei um zweiundeinhalben Meter falsch ge- rechnet. Das würde ja ein schöner Skandal werden, dachte er. Zweieinhalb Meter. Nun, das hatte Boman zu ver- antworten, Boman und der Obcrteufcl. Vielleicht war auch alles nur Gerede. Das beste war, mit Algren selbst zu sprechen und ihm ordentlich auf den Puls zu fühlen. Wenn es stimmte, mußte man die Sache rechtzeitig in Ordnung bringen. Dieser Bursche Algren pflegte nicht ins Blanc hinein- zuschwatzen, wenn er auch ein bißchen wunderlich war. Firm in Mathematik war er. Er konnte eS einmal weit bringen. Universttätsprofeffor. Der Schlitten hielt. „Was ist denn?' brummte der Oberingenieur aus seinem Pelz. „Schnee', antwortete der Fuhrknecht.„Und dann stchn mehrere Fuhrwerke drüben auf der andern Seite des Tchnecwalls.' Hjort stützte sich auf die Ellbogen. Die Arbeiter waren schon beim Schaufeln. Er schimpfte innerlich, daß man nicht auf den Schneepflug gewartet hatte. Nun mußte man hier mindestens eine halbe Stunde liegen, nur damit dieser dick- köpfige Kerl seinen Willen durchsetzte. „Was sind das für Schlitten?' fragte Hjort den Fuhr- knecht. „Wahrscheinlich Proviant— fünf Stück. Don den Kutschern sehe ich freilich nichts.' Hjort legte sich wieder hin und wartete. Der Ober- ingenieur neben ihm sagte kein Wort, sondern lag regungslos in all seinem Pelzwerk. Als sie eine geraume Zeit gewartet hatten, wälztederOberingenieursich auf die Seite.„Warumschau- felt ihr nicht, ihr Faultiere?' rief er zu den Arbeitern hinüber. Sie antworteten nicht. Er sah sie bewegungslos in der Weg- öffnung stehen, die sie geschaufelt hatten, und durch die Ocffnung sah man die Pferde und die Fuhrwerke auf der andern Seite des Schneehaufens. Die Arbeiter stampften zu den Pferden hinüber. „Was ist los?" schrie der Atta ihnen nach.„Was steht ihr da und glotzt? Fahrt zu!" rief er und Puffte den Fuhr- knecht in den Rücken. „Das geht nicht.' antwortete der.„Wir kommen wegen der Fuhrwerke da drüben nicht vorwärts.' Eortj. solM» SsziMMgtNkl Betels fit Ses VWkteiz leietisA. Am Sonnabend, den 4. Mni, nbend» 6'/, Uhr, findet im Saale des Partei-Iekretariats, Lindenfir, lt t.Uor- wärts«>Gebliude, Cingang Z) die Üenersl-Verssmmluug statt. Tagesordnung: 1. Bericht de« Vorstandcs� 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Landagitatwn, Rcscrcnt: frltr Xvmming. i. BerlchiedcneS. Der Borftand. Z- A.: H. Müller. ZesM MlllfMM'BetvM. «rrwaltnugssielle Berlin.!i! S4. Lintrnstrafte«Z—«S GejchäslSzeit von S— 1 Uhr und von 4—7 Uhr. Telephon: Amt Korden 185, ISSS, 1SS7, 9714. Donnerstag, de« 8. Mai 1918, obeudS 8 Uhr, IrsnekEN-Vsrssmmwng der Elektromoutcure und Helfer Groh-Berlins i« Lokal von ft 1 e m c« t, Eophienstr. 6. Tagetordnang: Neuwahl des BrancheuvertreterS. Kollege» l In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist vollzählige« und pünMicheS Erscheinen unbedingt erforderlich. Wp- Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt!"ML 111/8 Die Ortsverwaltung. Bekanntmochnng. WM vs» SMff so AWUlkillize». Auf Grund de» ß L Abi. L der Bekanntmachung de. Magistrats vom 23. Juli 1918 über den Verkehr mit Sübitost und über Beschränkung de» gewerblichen Verbrauchs von Zucker wird bekannt gegeben, daß der Abschnitt 32 der Sützstoffkarle H im Mai 1918 eingelöst werden kann. Aus diesen Abschnitt sind zwei Päckchen Substoss H-Puckmig zum Preise von je 25 Ps. zu verausgaben und zu entnehmen. Dir Abschnitte 1— 31 dürfen vom 1. Mai 1318 an nicht mehr eingelöst werden. Berlin, den 27. April ISIS. Magistrat der Aöuiglichen Haupt- und Residenzstadt �»kkerversorgungöstelle Dr. Eeimann. Spezialarzt Sr. med. Wockeniull Frlalrfelislr.ffiÄ'W! fürSyphilis.Harn-u. Frauenleiden Blutuntersuchungen. Schnelle, sichere, schmerzlose Heilung ohne Beruisstörung. 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Nach einer Beschießung von großer Heftigkeit wurden die französischen und britischen Stellungen in der Gegend von Meieren bis zum See von Zillebeke heule früh von starken feind- lichen Kräften heftig angegriffen. Weitere Angriffe richteten sich gegen die belgischen Stellungen nördlich von I p e r». Eine Schlacht von großer Heftigkeit ent- wickelte sich rasch an der gesamten alliierten Front. Die 25., 49. und 21. britische Division schlugen alle feindlichen Versuche, in ihre Stellungen einzudringen, vollkommen ab und hielten ihre Linie trotz der ununterbrochenen Aufeinanderfolge entfchloffener Angriff« von großer Stärk« ohne Einbuße. Die feindlichen Verluste waren sehr schwer. Ebenso wurde» die ftanzöfischen Stellungen auf den Höhen bei Scherpenberg und Montrouge heftig angegriffen und der Feind abgewiesen. An einigen Punkten, wo es der feindlichen Infanterie ge» lang, auf kurze Entfernung in die französischen Stellungen einzu- dringen, wurde sie sofort durch Gegenangriffe von einem größeren Stück Boden vertrieben als den, von dem sie zeitweilig Besitz er» griffen hatte. Auch an der belgischen Front wurden olle Angriffe nach hartem Kampf, bei dem dem Femd ernste Verluste zugefügt wurden, abgewiesen. Die Schlacht dauert an verschiedene« Punkte» längs der alliierten Schlachtfronten noch a». Bon der übrigen Front ist nichts zu melden außer der gewöhnlichen beiderseitigen Artillerietätigkeit. Englischer Heeresbericht vom SO. April morgens. Sin von französischen Truppen gestern nachmittag und abend ausge» führter erfolgreicher Gegenangriff vertrieb den Feind von dem Rest des von ihm während des Morgens in der Nahe von Loker ge» wonnensn Bodens und brachte eine Anzahl Gsfangene? ein. Das ganze Dorf befindet sich in den Händen unserer Verbündeten. Nach einem schweren Rückschlag, den der Feind gestern erlitt, verlief die Nacht an der nördlichen Schlachtfront verhältnismäßig ruhig. Wir rückten unsere Linie während der Nacht östlich von Villers- Bretonneu x leicht vor. Von der übrigen britischen Front ist außer beiderseitiger Artillerietätigbeit in gewiffen Abschnitte« nichts zu berichte«. FraazSsischer Heeresbericht vom 2S. April«bend». Tätigleft beider Artillerien nördlich und südlich der Avre und in der & e gen d v o n Plemont. Ocstllich von Varesnes versuchte eine feindliche Abteilung die O i s e zu überschreiten, sie wurde unter Feuer genommen und zerstreut. In den Vogesen haben wir einen Handstreich auf unsere kleinen Posten zurückgeschlagen. Frauzösischer Heeresbericht v om 80. April nachmittags. Zinnlich heftiger Artillerieiampf nördlich und südlich der Avre im Ab- schnitt von Noyon und auf dem südlichen Oiseufer.Französische Palrouillen zeigten sich auf der ganzen Front tätig und brachten erwa 15 Gefangene ein. � Auf dem rechten Ufer der Maas und im Ober-Elsaß wurden deutsche AbteUungen durch das französische Feuer abgewiesen und ließen Geiaugene in französischer Hand, ohne irgend einen Erfolg zu erzielen. Von der übrigen Front ist nichts zu melden. Eroberung von wiborg. Fluni scher Heeresbericht vom 30. April. Das finnische Hauptgaartier meldet: Wiborz ist erobert. Zu dieser jetzt zu erwartenden Meldung wird ans Kopenhagen berichtet: Nach einer Meldung des finnischen HauptguartierS ist nun ganz Wiborg erobert. Der Feind hält sich noch im westlichen Teils von Scrvala Trenhara. 6000 Revolutionäre der» suchten, sich einen Weg nach Frederiksham zu bahnen, der Versuch wurde jedoch mit schweren Verlusten abgeschlagen. Durch diesen Sieg hat das finnische Heer die letzte starke Wehr d p-s F e i u d es gebrochen. Hompers' Krkegsmarsthroute. London, 29. April, s Reuter.) Auf einer Konferenz der amerikanischen Arbeiterdelegatio», die augenblicklich in England ist, mit Vertretern des Vollzugsausschusses des Ge- wcrlschaftSkongrcsses, des ParlamcutSkomitees und der nationalen Arbeiterpartei, die heute in London abgehalten wurde, wiesen die amerikanischeu Delegierten den in dem'Memorandum ausgesprochenen Plan einer internationalen Sozialistenkonferenz, an der die Vertreter der feindliche» Länder teilnehmen sollen, mit Bestimmtheit zurück. Ihr gegenwärtiges Ziel sei zurzeit nur die Niederlage Deutschlands. Eine internationale Arbeiter- koufereuz komme nicht in Frage, bevor Deutschland seine Armeen aus den von ihm überrannte» Ländern zurückgezogen hätte. Die Bemühungen der Ententasvzialisten, auf den schroff abweisenden Standpunkt der amerikanischen„Federation of Labour" mildernd und ändernd einzuwirken, sind also bisher umsonst gewesen. Es kümmert die Leute mn GomperZ nicht, daß sie sogar den Parteigängern MlsonS mit ihrem gänzlich eindeutigen Kriegsfanatismus fürchterlich zu werden anfangen, weil sie nämlich, wie neulich aus den Wilsonkreisen gcÄagt wurde, der Absicht der amerikanischen Kriegsdiplomaten, auf die deutsche Arbeiterschaft Einfluß zu gewinnen, den Weg er- schweren. Was die englischen Arbeiterführer den amerikanischen Arbeiterdelegierten zu sagen gewußt haben, ist zurzeit noch nicht bekannt. Sie werden es sicherlich nicht an weiteren Versuchen fehlen lassen, die Gompersmannen für ihre Taktik zu gewinnen. Wenn es ihnen früher oder später gelingen sollte, sie umzustimmen, so werden wir immer noch Anlaß haben, uns bei dem weiteren Verhalten der Geeinten vor- sichkigerweise daran zu erinnern, weshalb die Anhänger der Politik des amerikanischen Präsidenten diese Einigung für wünschenswert hielten._ Die vergewaltigten Cette-dampfer. Daß die Nutzbarmachung des Freigeleitsabkommens, das soeben zwischen Demichland und der Schweiz zugunsten der nach Cette bestimmten Gelreidedampser abgeschlossen wurde, noch durch erheb- liche Schwierigkeiten behindert wird, lehrt eine Meldung der.Köln. Ztg." aus Madrid: Danach macht.Debate" darauf aufmerksain daß die spanischen Dampfer, die für die Schwei, Ladungen nach Cette bringen, von de« Franzosen solange festgehalten werden, bis sie sich zu Fahrten für fron» zösische Rechnung verpflichte«. Sehnlich werden Heftige JnfanteriekSmpfe in Flandern— Der Feind in Loker— Starker Artilleriekampf im Kemmelgebiet. Berlin, 30. April 1918, abend S. Amtlich. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. Amtlich. Großes Hanptqsartier, 30. April 1918.(W. T. S.) Westlicher Kriegsschauplatz. Auf dem Schlachtfelde in Flandern entwickelten fich in ein- zelaen Abschnitten heftige Jnfanterickämpse. Nördlich von Voor- mezeele und Groote Bierstraat»ahmen wir mehrere englische Gräben. Bei L o k e r in die feindliche» Linien ein- dringende Sturmabteilungen stieße» mit starken französischen Gegenangriffen zusammen. Im Verlans dieser Kämpfe konnte sich der Feind in Lokrr festsetzen. Seine Versuche, über den Ort hinaus vorzudringen, scheiterten. Die tagsüber starke Artillerie- tätigkeit dehnte sich auf das ganze Gebiet dc-Z Kemme! an? und hielt bis zur Dunkelheit an. An der übrigen Front blieb die Gefechtstirigkeit ans Erkno- düngen und zeitweilig auflebendes Artilleriefrurr beschränkt. Mazedonische �ront. Zwischen Barbar und Dojran-See brach ei»»ach mehrtägiger Artillerievorbereitung erfolgter feindlicher Vorstoß vor»nfcrrn Linien zusammen. Der Erste Generalquartiermrkster. _ Lndendorfs. Der österreichische Bericht. Wien, 30. April 1918. Amtlich wird»erlautbart: Die G e f c ch t s t ä t i g k e i t an der Südwcsifrout nahm wieder beträchtlich zu. An der Piave wurden mehrere Vorstöße des Feindes abgewiesen. De» Ehes des Gearralstabei. spanische Dampfer in Durban(Südafrika) und in nordamerikanischen Häfen vergewaltigt. Die.Neue Zürcher Zeitung" schreibt zu der Bewilligung des Freigeleits für die schweizerischen Getreideschiffe: Wir haben Anlaß, über das Zustandelommeu dieser Vereinbarung Genugtuung zu empfinden, und wir dürfen das Entgegenkommen der deutschen Regierung, das darin für uns liegt, dankbar anerkennen. ES ist eine wirksame Hilfe in unseren schweren Bemühungen um die Ernährung deS Landes, die in diesem Entgegenkommen Deutschlands liegt. Die Nahrungszusthüfje aus der Ukraine. Wien, 29. April. Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: An der Durchführung des zwischen Oesterreich-Ungarn und Deutsch- lcmd einerseits und der ukrainischen Volksrepublik andererseits ge» fchlossenen Wirtschastsübereinkommens haben dank ihrer eifrigen und geschickten wirtschaftlichen Tätigkeit unsere in der Mrain« stehen- den Truppen hervorragenden Anteil. Der Operatirmsraum, der ihnen zufiel, umfaßt die früheren GoiwerneinentS P o d o l i e n, C h e r f o n und Jekaterinoslaw, ein Gebiet von ITC 697 Quadrat kllo meiern. Diesen mächtigen Raum haben unsere Dwt- fionen in nicht ganz sechs Wochen unter großen Bewegungsschwie- rigkeiten und teilweise auch unter Kämpfen mit bolschewikischen Dan- den durchschritten. Alle großen Städte: Odessa, Nikolajew, C h e r s o n und Jekaterinoslaw sind besetzt. Nur der B e» zirk Bachmut harrt noch der Säuberung. Bald nach dem Einmarsch in die Ukraine war zu erkenne«, daß das Land beträchtliche Ueberschiisse an Brotfrüchten an die Monarchie abzugeben vermag. Gleichzeitig zeigte fich jedoch auch, daß das Erfassen dieser Vorräte große Schwierigkeiten beretten wird. An Bahnen und Heerstraßen wurde nicht viel mehr gefunden, als die Truppen zu ihrer Ernährung bedurften. Der Reichtum de? Boden? hatte fich völlig zu den Bauer» auf dem offenen Lande verkrochen. Hier sind die Speicher voll, doch dauerte eS mehrere Wochen, bis unsere Truppen von den Hauptverbindungai wegrücken konnten. Anfänglich zeigte fich der Bauer sehr mißtrauisch und jedem Papiergeld abgeneigt. Auch der heimische Handel war anfangs zurückhaltend, doch wurde der erste Widerstand bald überwunden, und wenn fich in den letzten Wochen die Dinge täglich besserten, so ist dies besonders das Verdienst unserer den schwierigen Verhältnissen vollauf gewachsenen militärischen Dienststellen und Truppen. Mit dem Erfassen der Vorräte ist jedoch erst die halbe Arbeit getan. Sie müssen noch viele Hunderte Kilometer befördert wer- den. Dazu war zunächst dir Wiederherstellung der Straßen und Bahnen notwendig. Die organffawrische Arbeit, Festigung und Füh- rung des ganzen Betriebes, der heute schon zweitausend Kilometer umfaßt, fiel ausschließlich unseren Offizieren und Truppen zu. Der Schiffsverkehr von Cherson und Odessa über das Schwarze Meer und die Donau ist eingeleitet. Durch den Wassertransport wird die Einfuhr beträchtlich gesteigert werden können. Man kann überzeugt sein, daß die Armee durch ihre Tätig- keit in der Ukraine einerseits der Nahrungszulage in der Monarchie manche« Zuschuß sicher» wird und andererseits den künftige» wirtschaftliche» Beziehungen Oester- reich-llngarns zu der Ukraine möglich st den Boden ebnet. Kiew, 27. April. Nach einer Moldung der Kiewer Zettung .Kiewskaja Mysl" hat der ukrainische Verkehrsminister für die Beförderung der für die Zentralmächte bestimmten 60 Millionen Pud Getreide die Erhebung der t a r i f m ä ß i- gen Abgaben angeordnet. Der Mörder§ranz Ferdinands gestorben. Wien, 80. April. Tie Blätter melden aus Prag, daß gestern in der Festung Theresienstadt Gavrilo Princip, der Mörder des Erzherzogs Franz Ferdinand und seiner Gemahlin, an 5knochenwberkulose gestorben ist.. Princip, der Haupitäier des Attentats von Sarafewo ist damit anderen seiner Schuldgenosien in den Tod gefolgt. Auch sie konnten wegen ihres jugendlichen Alters nicht zum Tode der urteilt werden, erlagen aber der Gefängniskrankheit, der Tuberkulose In österreichischen Kerkern wird man nicht alt. Princip war neunzehn Jahre alt, als er seine Tat beging. Mit seinen Revolverschüssen hat er die Lawine ins Rollen gebracht, die alte Kulturen unter Schutt und Trümmern begrub, Millionen menschlichen Lebens zerschmetterte und Leid und Entsetzen über die Welt brachte, wie sie es noch nicht gesehen hatte. Ein Knabe hat dies vollbracht, der ein serbischer Ration-alist war wie andere deutsche, französische und englische NattonaUflen sind, und er wollte mit seiner verwerflichen Tat seinem Vaterlande Glück bringen. . Niemand kann behaupten, daß ohne den Mord von Sarajewo der Weltkrieg niemals gekommen wäre. Vielleicht wäre er später aus anderen Anlässen entbrannt. Heute aber würden wir uns wahrscheinlich noch des Friedens freuen, und Millionen, die verscharrt und verfault sind, würden noch leben, wenn Princip und seine Kameraden wie andere ihren ruhigen LebenSgang gegangen wären. Kein Philosophieren hilft uns über die niederdrückende Tat« fache hinweg, daß das Schicksal unserer Generation von ein paar Knaben bestimmt worden ist, die nicht wußten, was fie taten, daß die größte Katastrophe der Menschheit ihren Anfang genommen hat von einem Gymnasiastenabenteuer! Ueberflüssig zu sagen, daß dies nicht möglich gewesen wäre, wenn nicht alle sonstigen Voraussetzungen für die Entstehung des Krieges schon vorbereitet im Schöße der europäischen Völkergesell- schaft gelegen hätten. Nicht jede Welt kann von Kindern in Brand gesteckt werden— die Welt muß danach sein, und sie w a r danach! Man müßte an ihr verzweifeln, hegte man nicht die Zuversicht, daß sie aus diesem Höllensturz als eine andere hervorgehen wird. T!szas Mah!reforM-Möerstand. Verzögerung der Kabinettsbildung in Ungarn. Budapest, 30. April. Nach einer Blättermeldung beab- sichtigt Dr. Wekerle mit Vorschlägen zur Kabinettsbildung erst dann vor dem König zu erscheinen, wenn er in der Wahlreformvorlage mit dem Grafen T i s z a ein Kompromiß abgeschlossen haben wird. Ve- ratungen hierüber werden jetzt gepflogen. Ans Budapest meldet T. U.: Alle Anzeichen sprechen dafür, daß die Wahlrechtsfiage in der Weise gelöst werden wird, daß ain Gesetzentwurf Vazsonhis durchgreifende Aenderungeu in betreff der Feststellung der Wahlrechtsqualifikativne» vorgenommen werden. Es kann nunmehr bereits ziffernmäßig nachgewiesen werden, daß weit über die Hälfte der Mitglieder des Adgeord- netenhauses für den Kompromiß Stellung genommen haben. Nach der gestrigen Beschlußfassung des Magnatenhauses, das mit 115 gegen 5 Stimmen in tatkräftigster Werse für eine Verständigung Stellung genommen hat. kann kein Zweifel mehr über die jetzige Lage bestehen. Die Agrarreform in Polen. Warschau, 29. April. Wie„Gazette Poranna" mitteilt. wurde der Termin für die Einberufung des Staatsrates auf den 2 0. Mai festgesetzt. Das Kabinett Steczkowsti beabsichtigt noch vor den Sommerferien im Staatsrat den Entwurf einer Agrarreform hauptsächlich über die Fragen der Grunddien st barkeite» und der Zusammenlegung einzubringen. Der Mnifterwechsel in Japan und die Jnterventionsfrage. London, 30. April.(Reuter.)„Times" erfährt aus Tokio, daß Misuno an Stelle von Goto zum Minister des Innern ernannt worden ist. Goto wurde Motonos Nachfolger im Ministerium des Aeußeren. Goto erklärte, daß er an der Politik seines Vorgängers festhalten werde. Man faßt diese Erklärung so auf, daß Japanzur Intervention be- reit ist, aber daß es ein Mandat vondenAlliierten und im ü b r-i g e n freie Hand fordert._. §ü? das Irauenwahlrecht. Sine eindrucksvolle Kundgebung für das Frauen- Wahlrecht war die stark besuchte Versammlung, welche sozial- demokratische und bürgerliche Frauen gemeinsam am Montag im großen Sale des Lehrervereinshaufes veranstaltet hatten. Die erste Referenttn, Genofstn Juchacz, verwies darauf, daß die Frauen während des Krieges Ungeheure S geleistet haben zur Aufrechterhaltung des WirtschaftS- und StaatÄebens. Es ge- nügt ihnen aber nicht, daß man für ihre gewaltigen Leistungen nur anerkennende Worte hat, sondern sie wolle« auch, daß man ihre Gleichberechtigung als Staatsbürgerinnen anerkennt. Aber»ach wie vor find es nur die sozialdemokratischen Par- t e i e n, welche der Forderung der staatsbürgerlichen Gleichberechti- gung der Frauen mit voller Entschieden!) stt Ausdruck gaben. Nicht um ein Sonderrecht der Frauen handelt es fich bei dieser Forderung. Das ganze Volk braucht die Mitwirkung der Frauen am öffentlichen Leben, denn viele Fragen, die sich beim Wiederaufbau unseres Wirtschaftslebens ergeben, können ohne die Mitarbeit der Frauen gar nicht gelöst werden. Darum werden wir dafür sorgen, daß in den wettesten Kreisen der Frauen das Bewußtsein, daß fie ihre staatsbürgerliche Gleichberechtigung bekommen müssen, geweckt und gestärkt werde.(Lebhafter Beifall.) Die zweite Neferentin, Frau Stritt(Dresden), sagte unter anderem: Wir bürgerlichen Krauen konstatieren mit Be- schämung, daß die bürgerlichen Parteien— abgesehen von vereinzelten Ausnahmen in der Fortschrittlichen VolkSpcrrtci—> vom Frauenwahlrecht nichts wissen wollen und erkennen mit auf- richtigem Dank an, daß die Sozialdemokratie die Forderung der Gleichberechtigung der Frauen mit Entschiedenheit vertritt. Die Frauen haben das Wahlrecht in den Vereinigten Staaten von Nord- amerika, in Australien, in Finnland, in de» skandinavischen Län- dem und neuerdings laben es die Erfahrungen des Krieges in England dahin gebracht, daß die Frauen bei den nächsten Parlaments- Wahlen als gleichberechtigte Staatsbürgerinnen mttstimmen werden. In Rußland werden die Männer, die das Volk vom Joche des Zaris- mus besrett haben, auch den Fra»m die Gleichberechttgung ge- währen und einer Reihe anderer europäischer Staaten steht die Ge- Währung de? Frauenwahlrechts in Aussicht. So wird Deutschland binnen Kurzem m der Rechtlosigkeit der Frauen mit Spanien und der Türkei allein stehen. Aber über kurz oder lang mutz auch in Deutschland die Stunde der politischen Freihett der Frauen schlagen. Daß es nicht mehr zu lang- währt, dafür werden wir mit aller Kraft wirken. Wenigstens muß uns zurzeit das Ge- meindewahlrecht der Frauen als Abschlagszahlung gewährt werden. (Lebhafter Beifall.) Die dritte Referenttn, Fräulein Else Lüders(Berlin), trat ein für eine den Schutz der Frauen, Mütter und Arbeiterinnen fördernde soziale Gesetzgebung sowie für die Eingliederung der Frauen als gleichberechtigte Staatsbürgerinnen. Als einziger Dlskussionsredner sprach Landtagsabgeordneter Genosse Hirsch. Er schilderte die Wahlrechtskämpfc in Preußen und trat für das Frauenwahlrecht als sine sekbstverftändbiche so- zialdemokratische Kordernng ein. GmerWDbmMM De? vierte Kriegsmat. Dem oberflächlichen Beobachter könnte e» scheinen, all ab die beinahe kriegsgewohnte Zeit unserer Tage die tiefe Tragik die in der Mai-Jdee deS Proletariats ond den Gut und Blut vernichtenden Wirkungen deS ftriegeS liegt, nicht mehr zu erfofien vermag. Und doch durchzuckt diese Lelttragödie die menschliche Eeele immer wieder von neuem, sobald fie vom Standpunkt deS sozialistischen und solidarischen Denken« beurteilt wird. Hunderttausenden Männern im Waffenrock, die kühn und unerschrocken mit ihren Leiber» de« heimatlichen Boden geschlitzt, möge» heute lieb« Erinnerungen aus» steigen aus der Zeit, da fie noch inmitten ihrer Gewerlschaft«» und Klafiengenofien Gedanken über Möglichlette» and Ziele gemein- samen Kampfes austauschten. Denn heute Wiste» wir c« an« ungezählten Briefen, datz fich trotz der schaurigen Erlebnist« da« Klaffen- und SolidaritälSbewutztseia unserer Brüder im Feld« aufi rechterhalten hat. ÜBeffen Innenleben aber»och stark genug ge» blieben, fich zu erheben über diesen Blutrausch der Erde, wer nicht nur rückwärts, sondern auch vorwärts schaut, von dem kann«an sagen: Die Mai-Jdee hat fich in ihm i e b en d i g erhalte» l » Diejenigen Kreise an« dem Lager der«rbeiterfeinda. die»ach Ausbruch deS Krieges über die Klassenziele der»rbeiter spöttelten. werden durch die Macht der Tatsachen eine« andere» belehrt werde». Aber auch für diejenigen Kreise au« de« Irietterlage». die in der Zerstückelung der organisatorische» Macht ihre vornehmste Susgabe erblicke» möge», bedeutet dt« zielficher« Arbeit der Organisationen und ihrer Vertreter ein« heilsam« Selbst» korrektur. Wa« fich heute i» unserem wirtschastSpolitischen Leben durch die aufopferungsvolle und hingebende Mitarbeit der«rbeiter» Vertreter vollzieht, liegt so sehr t» der Kichtung de« proletarische» MaigedankenS, daß e« keiner besondere» veto»«»g dedarf. Der Umstand, datz fich die Arbeiterbewegung der Welt«tl zu schwach erwieS, den gegenwärtigen Krieg zu verhindere lau» den deutschen Arbeiterführern nicht aus« Schuldkont« gesetzt werde». Die Tatsache aber, daß die letztere« i» allen Städte» de« Kriege« fich ihrer internationalen Pflicht bewufet blieben med»»ausgesetzt bemüht waren, für die rasche Herbeiführung de« frieden« z» wirke« ist mit unauslöschlichen Zügen in diese kriegSgeschichtltch« Zeit ge- schrieben. « Wohl ist et wahr, der Krieg hat nnermeßkiche« Leid über die Menschheit gebracht und diele Tausende braver, ehemalige? Kamps» genoffen kehren nicht mehr in unsere Reihen zurück. Trotzdem ist eS menschliche Pflicht jede« einzelnen, fich zu erhebe» über da« Trostlose de« Leben» und em« beffere Zukunft vorbereite« z« helfe«. Nicht dann erweise» wir un« groß, daß wir nur die Hände in de» Echost legend die Zeit beklage», sondern datz wir im Sinn« de« MaigedankenS an der Erstarkung der Arbeiterorganisation wirke«. Hat das Jahr 1917 der deutschen Gewerkschaftsbewegung einen er- treulichen Machtzuwachs gebracht, s» sei der heutige Tag für die Kämpfer daheim ein Anlaß zur Verdoppelung ihrer Kraft, vom hehreu Maigedanken erfüllt, sei jeder ein LebenSdejaher im Sinne des Völkermai». Und al« solcher betrachte e« jeder für seine vornehmste Aufgabe, noch fernstehenden Mitmenschen and Berus»- genoffen sein eigenes Wesen einzuhauchen. Organisation«nd fleißig« Arbeit nur wird die tiefen Wunden de« Kriege« heile» und die Vor- bedingungen schaffen zur Verjüngung und Vereinigung, aber auch zum erfolgreichen Kampf im Sinne de« Maigedanken«. Die Bteinarbeittr ohne Tarif. Söst JSngevex Z«it stände» die Stoemrrbest« Bcrftn««Et der Unternehlmercwganirsavion« VerhanÄung weyein Erhöb-rrng der TeuevunySAulagen urid anderer Verdeffernnyen des Tarifs. Da e« nicht zu einer Berständiyuny kam. riefen ine Sternarborter die Vermittlung des KviogSauSschusseS an. Dieser empfahl nochmalige Verhandlungen zwischen den Parteien. Um endlich zu einer Ver- ständiyung zu komnven. vernichteten d»e Stsinarbeiter auf ihre die Vergütung von Fahrgeld und Kahrzoit betreffenden Tavif- äiiderungsforberungea und fetzten auch ihre Lohnforderungen wesenrlich herab. Doch e« kam rrotzdeun keine Srmgung zustande. Nun fällte der KriegSauSschuß eine» Schiedsspruch, welcher besagt. daß die Teuerungszulage vom Ib. Jumi ab um« M. und vom L. Novemder ab um ö M. wöchentlich erhöht wird. Der Tarif» vertrag soll bis 31. ZÄärz 1019 lausen. Gin Nedentaotf für Frauen- arbeit soll Mischen de» Organtiationen angebahnt werden. Äm Montag nahm eine Vensaminluisg der Gtoinatbeltez Stellung zu dem Schiedsspruch Gr wurde scharf kvittfiert. weil er gar zu weit hfinter den Forderungen der Arbester zurückbleibt. und zwar nicht nur hinter den«rsprunglichen. sondern auch hinter den ermäßigt«». Nach diesen Forderungen sollte die Teuerung»- zu läge zwar ru der im Schiedsspruch angegebenen Höhe, aber zu ktnt g&md werte». 9Uf Me aefaejteifc«stßtzge SwndenkShne(bk jetzt UO M f» Bkkrmebm, der Sdundenlöhne ,'vst jetzt 1,10 M. 88 Pf. für Schleifer, Fräser»sw. betvagen) geht der Schiedsspruch gar«eicht ein.— E» wurde allgemein betont, daß die gogeinrärtigeu Löh«« den Zettverhältenffea nicht entsprechen, und«nit Rücksicht auf die gute Geschäftslage der Steinindustrie ohne Nachteil für die Ulster««ehrner angemeffen erhöht werden könnten. Di« Bersam rnl ung lehnte den Schiedsspruch ab»»d desi�oß, daß. da der gekündigte Tarif abgetaufen ist. ohne Tarif gearbeitet wind. Die Forderungen sollen nun den einzelne» Untevnehewern unverzüglich zur Anerienimng vorgelegt werdeil. sv«<««« Tetrtfabtmnatn der Herrenmaftschneider. Koch den verhandtunae» znnischen den beide festigen Zentral- orgoitifatione» baden dt« U«u>arteiifchen sw-ie im.vorwärts' de- reit« mitgeteilt ivurde) einen Scksiedslpruch abgegeben. Danach soll vom 1. Mai ob die TewerwngSzulage für Berlin am«»eitere 40 Proz erbäht werden, so daß sie fich emschlteftttch der früher ge- Ivährten Zulage» aaf 06 Proz. der Tariflöhne betänft. vom 1. Mai ab sollen anch dir Näbzutaten durch den Arbeitgeber wn- entgeltlich geliefert«veoden.— Die verbanbSlestnngen, sowohl dee Arbeitgeber«nie der Arbettnebrner. haben ihre» MstgKederu die Annahme de» Schiedsspruch« empföhle«». Die verkiner Herrenmaßschinstder beschäftiate» fich w ihrer verjaurmtnng am Morstag mit dieser Angelegerifcet. Der Schieb«. pruch wurde mit allen gegen sechs Stimmen angerwrirmen. Ei» protestierte die Versammlung gegen die Abficht der Der- Reer Arbeitgeber, die freie Lieferung der Näbzutaten bis zum 1. Zum hinauszuschieben. E» wurde verlangt, baß«»ich m diesem Punkt der Schiedsspruch darchgeführt, also darauf bestünde» wirb, daß Me Zu taten überall von» L Mot ab yftejeU werden. parteinachrichten. Gate Fortschritte i» Metzerschlefie». Am Sonntag hielt dt» sozialdemokratische Krei« oiganflation de« Ntederschlefische» Jntustrierrvirr« ihr« ordentliche Generalpersamm- lung ab, in der nach einer Aussprach« über die Lage in Preußen ans Antrag de« Senofle» St. Schiller folgende Sittschließung angenommen wurde: .Da da» gleiche Wahlrecht für den Bestaub de« Staate« eine StaatSnotwendigkeit ist setzt stch auch die Sozialdemokratie für die Regierungsvorlage al««inen starken Fortschritt zur Demo- ttatifierung Preußen« est». In Konsequenz dieser Sofsafiung er- mäcktigt die KreiSversannnttmg de» Vorstand de« Eozialdemo- kratislben verein« dabin, olle Schritte z»«mternehmen, um auch im LandtagSwahltteise Waldenburg- Reithenbach eine gemein- schastliche Front der WahlrechtSfteunde gegen die Feinde de« gleichen Wahlrecht» zustande zu bringen, da« heißt, im ge- geben«» Augenblick mit den Parteien in Verbindung z» treten, denen ernsthaft daran liegt. die bisherigen Abgeordneten. die Gegner de« gleichen Wahlrecht« find, nicht»»ehr«oiederzn- wählen. Eventuelle Wahlabmachungen können nur in der Rich- tnng liegen, über Wahlmännerwahle» und Abgeordneienwahl«ach dem Grundsatz der Gleichberechtigung eine Verständigung herbei- zniahren,«tm den einzigen Zweck de« neuznwählende» Ab- geordnetenhaufe« z» sichern: Annahme de« allgemetnea. ? leiSen, geheime»»»d direkte» Wahlrechts ür Pre»ßen.' Des weiteren würbe der R e i ch«t»g«sra ktt»» für ihre gekamt« Politik vertraue« auSgesproche». Au« de» Berichte» ist noch zu erwähnen, daß da« Wachstum der Parteiorgaui- s a t i» n und der Aufstieg der Parteipresse ein außer- ordentlich günstige« Bild bieten DaS Parteiorgan, die. T ch l«- fische Bergwacht', hat ihren FriedenSabonnentenstaud um mehrere Tauiend überschritten und ist nach siebenjährigem Bestehen jetzt in dt« Lage versetzt, au« eigenen Mittel» im Mittelpunkte de« ganzen Kreises ein eigene« Hau« zu erwerbe». Vestr»g«erhIh«»G. veitragServShung in der Partei nah« am Sonntag, den 28. Rpril. eine Generalversammlung de« Reich«tag«wahlkreise» Krefeld Stellung. Der Borstand erhob den Beschluß der Nieder- rheinischen Bezirksleiterkonferenz zum Antrag. Nach diesem solle» die Beiträge ab 1. Juli d. I. für männliche Mitglieder pro Woche IS Pf.«nd für weiblich« M ttglieder aller 14 Tage 20 Pf. betrage». Dieser A»trag wurde«instimmg angenommen. Die bi» j etz t ein g e fü h r t en S a h l so n d« m arke» von 10 Pfennig pro Monat für die männliche» Mitglieder sollen ebeniall«. einem weiteren Beschlüsse gemäß, beibehalten nnd obligatorisch eingeführt werden. Dieser Antrag wurde au« der Mitte der Versammlung gestellt. Alle Redner, auch einig«, die klein« Bedenken vorbrachie», hatte» volle« Verständnis für de» ge« forderten erhöhte« vcttrag._ veuofie Max Grog» ist zum Parteifekrekür i» Frankfurt a. M. gewählt worden. Fnöustrke unö Kandel. Die deutsche» Kriegsanleihen. I» der Sitzung des Ze?ttralan»sck)uffe« der ReichSbar.k vom 29. April führte der Reichsbankpräsident Dr. Havenstein zum KriegSanleihsergebni« folgendes aus: Da« bisherig- Ergebnis ist— mit Ausschluß deS llnttauschcs — nunmehr aus 14 766 247 100 M. festgestellt, über 1%, Milliarden «ehr. al« die bisher größte, die sechste Kriegsanleihe, erbracht hat. und die»och ausstehenden FeldAeichnungeu, für die vi« Zeichnung«- frist»och lauft, werden die Gesamtsumme der vollen 13. Milliarde noch veiter annäheru. An 6 Proz. ReichSan leihe find gezeichnet 13 297 633 700 M., davon 2 340 261 S00M. anSchuMmchforderungeu. au 4ji Prsz. ReichSschatzanweifungen 1468 613 400 M., an älterer. Kriegsanleihen zum Umtausch in 4l4 ReichSschatzanweifungen. Für die achte An- leihe wurden bi» zum 23. April na? 66 Millionen Mark Darlehen entnommen, d. h. noch nicht V4 Proz. der bi» dabin eingezahlt:» 12 210 Millionen. Für alle«dt Kriegsanleihe» laufen bei de» Darlehnskassen nur noch 762 Millionen Mark, d. h. nur Ofi Proz. aller Sinzahlange» auf die Anleihen. Der Stein teilt Grenze ihrer >«» de« Bervuer WirtschnstSscde». Geschäftsbericht der Metallwarenfabrik«ktt�Sef.»«er xlt mit. daß dw Gesellschaft tm verflossene» Jahr bis � «. «ür waktung beschäftigt»nd FriedenSartifel her ;t mit Aufträge« für di« HeereSver- nicht in der Lage war. ihre früher:» herzustellen. Der Betriebsgewinn für 1917 stellt fich auf 1863 964(i. v. 877 492) M, Generalunkosten nahmen 773118(i. v. 876 917) M in Anspruch Nach AbschreSbung von 103 229 si. v. 48 888) M ergibt fich einschließlich 121 683(i. V. 122 160) M Vortrag ei« Reingewinn von 1 007 68L(i, V. 664 246) Mark. Daraus Witt» eine Dividende von 30 Proz. gleich 460 000 M ausgeschüttet. Bezüglich der Aussichten für da» neue JaKr könne, wie der vorfitzende mitteilt, wenn mcht besondere Umstand« ein- treten, wieder auf ei» günstige» Ergebnis gerechnet werden. Swtazengwerke Akt.-Gef� eharlotten- teilt Die Deutsche, Ton.»nd.. bürg, verteilen eine Dividende von 14 Proz. Die ver mit, daß sämtliche Werke bei steigettdem Umsatz noch auf hinaus voll beschäftigt find. Die Phöaiz«kt�Gef. für Zatzndednrf ta Berti» veröffentlicht ihren Geschäftsbericht für da» erste mit dem SI. Dezember 1917 ab- geschlossene GolchäftSiahr. Der Geschäftsgang sowohl in de» Ber- Uner Hauptgeschäft wie in de« Zweigmeberlaffunge» wird als befriedigend bezeichnet. Die Aussichten für da« laufende Geschäft«» fahr betrachtet der Vorstand, soweit nicht unvorhergesehene Um- stände eintreten, al» yrfn ebenste Bei*.r»ck«« axü Serl-gSangalt Paul Etnger».«e. w Perli», Lindeuttr-he 2. Hicri» t»cUege-ad NalerdeltnngSvlett. IM Borrt, BßflU, 4~»1f lc od ollr. OetrBiifc•» Franz Abraham L'aek.llEGeinÄ-a.RömGrtrank-KElL C.« BtxlElstr. 84, Fcnuip. KjuUltm 4 Bondnoot». Üummlw,» R. Bank», Btr"k A. E. Uuf«, Branametr. t« 4 a. Noadltarelaa» ü;to" W. oltf, l'repto», KrilUi. Ii 4BlefbfaB«reU.Bl«f»idaadlt.p iraiüuniüz eApfiaUt QlMMn ersten XUnf< � Karz-,Wf*•. vVoiiw., Trikots«' � Kamajia Zer er, MhelMaMR IL ü Bezu�sQuellen- Verzeichnis In' 1«»> wftelitiiHlch. Unleaiteheade Owchifte CTipfeMta �ed bd Oai MOncliww Brutim eim BiifDei I Berlin nnd Oranienburg 43 ilgw«»eUtlgwelilft« djröter.R. «» votanl—NN»«»W AlugüiTHöitT�B; ------- Aniengruberdlr.» wana-Bsüfmr-BVd.. Passage- Bad ■afoiM'Bnd, WUa»f Bö.«L TriBW tfiiwiaoef Btiri �eiisbier, C. ßreitliMpt, Paltoa4naö. fT Tlmner�EsslB Tj i.t"W4 Singer Nibmascliiaea LBJaa w all«» BtadttaUaw etnKe, Georg, � 7« I itnU 4i >«»»»,, VdöN tt, UiMr-möi. . M. Wihm«. 1». FrteMMi. II ,»ftu-aira« ,« Oaege.Otto�'�T f.w.a�L�SS IHeierei| C Bellet IL-O. Bernnn.B.zms�i Altaator aad(rtoitae ■11 ehwötsetsaflUchM T-r OroMbetrteb= I ■MaaHRMiKaR fl. filWeilU.nchOeüganhgjö«, WW olae.LIdbr� Frqibtigila p Ua.§j J.M., 1 I PiUslea in itlea " Act.- 1 i Om. f BerJ IcttöOYerhflissteUßr.-BerL __••_____.»alt e«k*®Bi ZAHNE Hpcielalitat: Zähne ohne G&omenpUtte. Voüaoldkronen t, 20 M.«n! Keine£uxaspreise I PerBÖnliohe tachmAnniaehe Unndanteranohaag nnd Rat grntla.— 30 jährige FnohtAtiffkeit; Sprechstunden: 10— 1 nnd St— 7 Uhr, SonntA�a 10— 12. Zahn-fraxis Klomp en Nur Lindenstr. 95 Zahn-Praxis D. A. Löser, RosenttialerSlr. 69 nalib Rosenthal. Platz. Spreche, tägl,*. 9-7,Sonnt.9-12.Tel 8410483 mm■■■ m echt. FHedenematerial,»pee nMdern.Oeld. Alk UM AG technik. Gotdkrenea»tw Umarheh sohlecht- sitzend. Sebisse, Reparatiir. sei. Kl.Pr ee.TIz. Zahnziehen m. Betäubung,»pez.»Srängst». nenrtsePatttirten. ««Hlilche» Nnterrlcht für Anfänger»nd Forroes chttttene, sowie dentsche und ftanzösische Stunden ttteilt E. 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Pahahot Zoologischer Garte«. xelephon:«mt Wilhelm»080.