Ar. 122. 35. Jahrg. Bezugspreis: Z!li!rte5>SbrI.«�0Nl. Bumatl, IJ60BH. fr«l inSHauS. botauSjnbffiar.einjefa« ?iumm;i.n lü�Jfa. Pos!bejus:Mön«I« Uch IM SXt unter Kreuzband rät Deutschllurd u!ü> Oesterreich. Unamm E,— Ml„ für daS übriqe?st!5I«i!d 4,30 WtC, nionatlich. Bersand in« Feld d ei direkter Bestelliurg monat!. t,S0 v». Dostbestellungen nehmen an Däne- mar!, Holland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Emgetrnaeii in die Post-Zettungö-DreiÄiste. «örkchei»! täzUch. Telegramm- Adreff« .Lei!: Amt Marippia«. Str. 1SI SV— 151 97. Sonnabend, de« 4. Mai 1918. Expeüition; SW. öS» �inöenstraße S. Pferniprecher: Amt Mt>rit,Piat>, Nr. 1SISV— 1SI P7. Die Suche nach dem Kompromiß. Der Unfug öer„Sicherungen�. Zur Zeit der Zolltarifkäiiipfe i,n Reichstag kam die „Kreuzzeitung" iiiren Lesern einmal französisch unb schrieb wutentbrannt:„ll fnut tuuseler la btHel" Zu deutsch: „M an in ii js der B e st i e einen Maulkorb an- leg eil!" Tie preukische Volkskainmer des gleichen Wahl- rechte) ist noch nicht geboren, aber schon wird von der Regie» ruitgssattleni an einein tüchtigen Mautkorb für sie gearbeitet. Ibr könnt, sagt die Regierung augenzwinkernd zu den Waht- rechtsfeinden der nationaltiberalen Partei und des Zentrnins, — ibr könnt euch rnhig niit der Bestie Demokratie einlassen, wir werden stchon dafür sorgen, daß sie nicht beißen kann. Das ist der Zweck der sogenannten„Sicherungen". Sie sollen denen, die nicht wollen, daß das Volk in Preußen etwas zu reden l>ätte, die Sicherl>eit geben oder auch nur vor» täuschen, daß sich in dieser Bezicbung auch nack der Einfüb- riing des gleichen Wahlrechts nichts Wesentliches ändern werde. Um den Gedanken der„Sicherungen" reckit zu verstehen. imiß man sich daran erinnern, daß es in Preußen drei Faktoren der Gesetzgebung gibt: den König, das Herren- baus und das Haus der Abgeordneten. Ein Beschluß des Abgeordnetenhauses muß erst vom Herrenhaus bestätigt und vom König sanktioniert werden, ehe er Gesetz werden kann. Das ist der bisherige Zustand ohne neue Sicherungen. Man sollte also glauben, die preußische Gesetzgebung wäre durch die geltende Verfassung gegen ein Uebennaß von Demokratie genug gesichert. Wenn man neu«„Sicherungen" im Abge- ordnetenhaus selbst für nötig hält, so scheint man die beiden anderen Faktoren der Gesetzgebung jakobinischer illeigungen für fällig zu halten. Ein ganz unbegründetes Mißtrauen! Allerdings, Konflikte zwischen Herrenhaus und Abge- ordnetenhaus werden auch ohne neue Sicherungen kommen. Man kennt das aus Englands jahrzehntelangen Ver- fassungskämpfen. Dort l)at das Oberaus eine ständig kern- servative Mehrheit, das Unterhaus abwechselnd eine kon- servative und eine liberale. Waren nun in: Unterhaus die. Konservativen an der Regierung, so ging alles glatt, kamen die Liberalen ans Ruder, so gab es sogleich Schwierigkeiten und Kämpfe. Lloyd George verglich einmal in seiner guten demokratischen Zeit dieses Verhältnis mit dem Zustand, der in London bestand, als noch auf den Straßen Pferdebahnen und Elektrische hincrcinanderful'ren. Die Elektrüche mußte sich dem Tempo der voranfahrenden Pferdebahn anbequemen. Auf di« Daner ging das in England nicht, auf die Deiuer wird es auch in Preußen nicht gehen. In Preußen soll nun die Hemmungsschwelle noch vor da? Herrenhaus in das Abgeordnetenhaus selbst gelegt wer» den. Beschlüsse über bestimmte Fragen— Verhältnis des Staats zu Kirche und Schule, Geineindewahlrecht. Wahlkreis» einteilnng usw.— sollen nur zustande kommen, w e n n z w? i D r i t t e l d e s H a u s c s f ü r sie stimmen. Was heißt da»? Fast zwei Drittel der Abgeordneten sollen ihren Willen nicht durchsetzen können, wenn etivns über ein Drittel anders will. In diesem Fall soll der Mehrheitsbeschluß nicht gelten, und das Herrenhaus soll gar nicht erst in die Verlegenheit kommen, ihn ablehnen zu müssen. „Wohl ansgesonnen, Pater Lamormain." Aber auch: «Wär der Gedanf nicht so verflucht gescheit, man wär ver- suchch ihn herzlich dumm zu nennen. Denn was wird die Folge sein? Die Folge wird sein, daß die an Händen und Füßen gebundene Mehrheit von vornherein in gereizte Kampfstimmung versetzt wird, daß ihre Ohnmacht, die � ihr herausfordernd vordemonstriert wird, sie zum schärf st en Machtkampf anspornen wird. Und wird sie denn ohnmächtig sein? Wir sagen, trotz aller„Sicherungen", die schon erfunden sind und noch erfunden werden können: Nein! Mehrheit bleibt Mehrheit. Mehrheit in einer Volks- kammer ist aber noch etwas ganz anderes als Mehrheit in einem Klassenparlament, weil das Vo lk hinter ihr steht. Mit diesem Schlitz im Rücken wird die Mehrheit desto sicherer den K a m p f n m d i e V e r w a l t u n g aufnehmen, je fester ihr der Zugriff zur Gesetzgebung gesperrt ist. Das System der„Sicherungen" zwingt das Abgeordnetenhaus zum sofortigen Kampf um das parlamentarische System. Die Mehrheit wird sich dann der bekannten Tatsache erinnern. daß man mit einem Parlainentsdrittel zwar alle mög- lichen Gesetze verhindern, aber kein einziges zustande bringen kann. Dazu braucht man sie, die Mehrheit, und darum wird sie, trotz der Ohnmacht, in die man sie zu drängen sucht, so stark sein, wie sie fein will. Tie entscheidende Macht im Staate hängt ober— fragt die Konservativen— vom entscheidenden Einfluß auf die Verwaltung ob. Die zweite mit Bestimmtheit vorauszusehende Folge der „Sicherungen" ist eine weitere Stärkung der Reichs- gesctzgebung gegenüber der Staatsgesetzgebunz. Es liegt in der Natur der Sache, daß sich die Landtagsmehrheit, wo sie durch„Sicherungen" gehemmt wird, an ihren großen Bruder, die Reichstagsmehrheit, wenden wird. Wir werden also den Ruf nach reichsgesetzlirtHrn Regelungen noch öfter hören als bisher, und es lassen sich Umstände denken, unter denen es zum Donncrgetöse anschwellen könnte. Man denke z. B. an die Bewegung für ein R e i ch s s ch n I g c s c tz. die von der Sozialdemokratie längst eingeleitet ist, sie könnte. eines Tages zum reißenden Strom anschwellen, wenn der Wunsch einer Volksmehrheit nach Fortschritten im Schulwesen durch preußische„Sicherungen" an der Erfüllung gehindert würde. Tie„Sicherungen" werden also«ine Wirkung üben, di« der erwarteten geradenwegs entgegengesetzt ist. Sic werden das öffentliche Leben aufs schär fite radikalisieren, und von diesem Standpunkt aus hätten wir eigentlich nichts gegen sie einzuwenden. Wir bekämpfen sie aber, weil sie kleinlich und hinterhältig, unwürdig und ungerecht sind. Als das gleiche Wahlrecht durch königliche Botschaft versprochen wurde, da war mit keinem Worte davon die Rede, daß die neue Volks- kammer minderen Rechts sein sollte als das alt« Dreiklassen- Haus, und so hat man jetzt das Gefühl, daß mit der einen Hand doch wieder genommen werden soll, was mit der an- deren gegeben wird. Man hat soviel vom Vertrauen zum Volk gesprochen, und nun stellt sich heraus, daß das alte Mißtrauen noch immer herrscht und daß noch immer der konservative Grund- satz regiert:„1> kaut inuseler la böte!" Darum sei es noch- mals gesagt: Je mehr ihr darauf bedacht seid, der„Bestie" einen festen Maulkorb anzulegen, desto bissiger wird sie sein. Vertrauen schafft Vertrauen, aber Mißtrauen weckt wieder Mißtrauen. Gcwaltmaßregeln, durch die man das demo- kratisch« Mehrheitsprinzip zugunsten der Minderheit un- fchädstch zu machen versucht, werden ihr selber nichts nützen, der preußischen Gesetzgebung werden sie aber schlimmen Schaden zufügen. die«.Sicherungsanträge* ües Zentrums. Interfraktionelle Konferenzen. DaS Zentrum hat nunmehr die angekündigten Anträge zur Sicherung gegen„radikale" Folgen des gleichen Wahlrechts., die zum Teil, soweit es sich um die Kulturpolitik handelt, schon im Ausschuß eine Rolle gespielt haben, im Plenum des Abgeordnetenhauses eingebracht. Sic haben folgenden Wort- laut: 1. T-aS H. Mm.(W. X. V.) Wic wir erfahren, bat der Kaiser den Ministerpräsidenten ermächtigt, den Reimsrat gu vertagen und behuss der E r in ö g l i ch u n g der Wirde r- a n f n a h ni e seiner Tätigkeit sofort die er forder- lichen L e r h a n d I n n gen einzuleiten. Ans Grund dieser kaiserliche» Ermächtigung bat der Ministsrpräsident an den Präsidenten der beiden Häuser des NeichsrotS eine vom heutigen Tage datierte Zuschrift gerichtet, mittels welcher die Rerlnanng des Rcichsrats mit dem 4. Mai d. I. ausgesprochen wird. Wien, 3. Mai. Heute bat eine Konferenz der Obmänner der Pnrleien des';'l nge ordne len bans e Z sialtgcfiinden, welcher die Vcr- kreier des tschechische» und südslawischen Klubs fern blieben. Mi- nistcrprästdeut Seidlxr kündigte die baldigste- Erlassung«»er Verordnüng über Böhmen an, die die Erimenullg von KrciShaupt- lenien in national abgegrenzten Spreikgeln vorsehen und innen Befugnisse übertragen werden. Dem tschechischen Volks werde nicht der geringste Schade zuge- fügt. Ob ein südslawischer Staat einmal cntstehen werde, weiß er nicht, aber hierüber zu sprechen sei inimöglich, weil auch Ungarn dabei in Betracht kommt. Kulturelle und wirtschaftliche Zugestand- nisse seien möglich, aber alle dahinzielenden Bestrebungen könnten durch Agitationen, welche die Nationalität«» untereinander vcr- behten, nur geschädigt werden. Ihnen wolle er mit den gesetzlichen Mitteln entgegentreten bei gleich«!» lliccht für alle. Nngcficht? der Absage zweier Parteien scheine eine Hinaus- s ch i e b u n g des Wiederbeginns der parlam cntari- scheu Arbeiten da? Zweckmäßigste zu sein. Tollte der Präsi- den! nicht traft eines Votums der erschienenen Parteien in eine weitere Hinansschiebnng ivilligen, so müßte die Vertagung ans einige Wocbcn von der Regierung ins Auge gefaßt lind in dieser Zeit ve-rslleht werden, eine parlainentarisch mögliche Situation zu schaffen. Von einer Ausschaltung de? Parlaments tonne natürlich nicht die Rede sein. Der Zeitraum der Vertagung würde so bemessen werden, daß noch vor den großen Ferien die StaatSn otweutzigkei te n erledigt werden könnten. An die Anwendung des 8 14 denke die Regicrung n'cht. Präsident Gross erklärte, ee könne»inter den heutigen Verhalt- nissen bei dem Widerstand grosser Parteien die Eihuiige» nicht »reifte perschieben. In der Debatte erklärte der Denlschradikale Wolf, die KrclS- einteiinng in Böbinci» sei leine Begünstigung der Deutschen, son- Sern nur eine EtaatSnotwcndigteit. Eine Ausschaltung dcS Par- lameniS liege mich nicht im Inlercsss der Deutschen. Adler lSoz.) proiestierie g.-gcn die Vertagung nnd. warnte ernstlichst vor diesem Schritte.—-.Auch die Vertreter der anderen Pancien. darunter der Polen, sprachen- sich gegen s.de, wenn auch nur vorübergehende Ausschaltung des ParlainclltS aus. Wie die Abendblätter melden, soll die Vertagung des Parlaments bis zum 18. In ni dauern. RuWsches a�Zrankreichwegsn Maöiwostok. Tschitscherin nagelt Noillcns fest. R o t t o r d e. m, L. Mai. Wie„Nicnwe Rotterdamsche Courant" erfährt, schreibt der Moskauer Karrespout Nansouic an die„Daily Mail" vom-■>. April, das: Tschitscheriu i» einem Gespräch über cinc R c u ß e r»»»i g d c S f»- a« z ö s i s ch e n A o t s ch a s t c r s, i n d e r dieser die L a u d«» a in Wladiwostok billigte, solgende-Z sagte: Ich kann nicht sagen, was für Schritte die Regierung wegen der Arusteenng des französischen Botschafters tun wird, aber ich kann als meine persönliche Meinung die Hassumig anssprcchcn, das: die französische Regierung begreife» wird, wie nnglücklichc Folgen eS für die russisch-französischen B e- z i e h u n. g c n»nzveise'haft haben würde, wenn NoulcnS von seiner Regierung in der von ihm vertectcnen Anffassung inilcrstübt»vürdc. Tschilscherin erklärte dam» noch, daß die cilglisch-amerika- nische Kommission, die Sibirien bereiste, bcrichict habe, daß kein Körnchen Wahrheit in der Bange- in n ch r e e i vor den dcutscheic Kriegsgefangenen in Sibirien cntdallcn sei. Noulcns habe diesen Bericht kenne» »nüssen. T k s ck i t s ch e r i»» sandte seinen Protest gegen RoulcnS doröi Fiiuliprnch a u die französische Regierung. Ter Protest sagt zum Schlnss: „Ein Vertreter der französischen Regierung, der zur Berschlech- ter»»!!g der Beziehnngen zwischen Frantreick und gtnssland beiträgt, kann im Gebiete der rnslischcn Republik nicht geduldet werden. Die R c g i e r>!»i g der russischen föderativen sozialistischen Sowjet- reviibl-k drückt die ll e b e r z e n g»» g ans, daß Herr Ron- Uns n n v e r z jj g l i ch von der französischen Regierung abbc- rufen wird." Die Regierung ist fest entschlosten.-. Zur Ablehinmz des gleichen Wahlrechts schreibt die„Nordd. Allg. Zeitung": Ar der Aussprache hak sowohl dcr Ministerpräsident als auch der Vizepräsident des Staatsmiilisteriums mit unzweideutiger Festigkeit' erklärt, daß die Regierung unbedingt an dem gleichen Wal'ircck! festhalten müsse. Heute das Verlangen an die Regierung .-.!» stellen, deß sie doch noch von dem Grundsatz des gleichen Wahl- rectUs abgehen solle, bedeutet eine Zumutung, deren Erfüllung wim von vorn herein nicht erwarten durste. Es ist von der Negicruug auch in der jetzigen Aussprache wieder gesorderl worden, daß sie schon jetzt das äußerste Mittel,»lämlich die A u f.! ö suki g des Abgeordnetenhauses, auiociideu solle,>!»:, das gleiche Wahlrecht mit Hilfe eines neuen Landtags dnrck»zusetzen."Der Vizepräsident des Staats»,»ini stcriluns hat ? eine„ Z w e i f e l daran gelassen, daß die Regierung c r u st l i ch g c!v i l l t sei. d i e s e n W c g g r»: n d s ä tz l» ch z n beschreite n ZiN Hanie wird niemand sich der Erwägung verschlossen baben. daß die Auslösung dock» nur ein letztes Mittel ist. das nur dann an- gewan-dt werden dürfe, wenn es andere Wege, das Ziel zu er- reich-«!, nicht mehr gibt. Die Pause zwischen der zweiten und dritten Lesung der Wahlrechtsvorlage wird trotz der jetzigen Ab- siimmung einest Weg finden lassen, der eine Verständigung zwischen den Parteien und der Regierung sichert. Dr. Fric-dberg bat erklärt, daß die Regierung ihre Stellungnahme zu den Beschlüssen des Hauses erst van, der dritten Lesung nehmen werde. Eine Auf- tö j»i n g des Hauses kommt also heute noch nicht in Feindliche Angriffe bei Villers Bretouneux und au der Avrc— Einmarsch ins Donez- Gebiet— Besehuug von Taganrog. Berlin, ll. Mai 1!l18, abend?. Amtlich. In S ii d w c st f i n n l n n d haben iv ir den ??-eind in fünftägiger Schlacht bei Lahti nnd Tavastchns vernichtend geschlagen, �'lwanzig- taufend Gefangene. Bon den anderen 5?ricgsschai»p!ätzcn nichts Neues. Amtlich. Große? Hauptquartier, 3. Mai 1918.«W. T. B.i Westlicher Kriegsschauplatz. Nu de» Schlachtsronten lebte der Artülcriekamps i» einzelnen Abschnitten auf. Starker Feuerwirkung folgten seiiidliche Teil- ci ii griffe südlich von B i l l e r S Bretouneux und auf dem Westnfcr der Slvre. Ii« Gegenstoß machten wir Gefaiigcnc. Im übrigen beschränkte sich die Jufautcrie auf Erkundungen. An der l o t h r i n g i s ch c n F r o n t hielt regere Tätigkcii de? Feinde? a». Ostc». N k r o i n e. Ans der Linie Ickatcrinoslaw-Charkow sind wir in da? Donez-Gebict ciiiuiarschicrt. Am Asowfchcn Meer haben wir Taganrvg besetzt. Der Erste Gencralquarlierineistcr. Ludcadorff. Ter österreichische Bericht. Wien, 3. Mai 1918. Amtlich wird verlautbark: Gestern wuchs die Kampftätigkeit an der ganzen italienischen Front zwischen den I n d i k a r i c n und der A d r i a wieder beträchtlich an. Am I.Mai errang Oberleutnant v. Fiala den 15., 16. und 17. Lnftsieg. Ter Chef des General st abes. die Kapitulation von Lahti. Das Ende des Bingerfriegs in Finnland. Berlin, 3. Mai. Tas finnische Hauptquartier meldet: Bei Lahli zwangen die weissen Truppen den Feind zur Lkapitiilation. Z wölftausend Gefangene wurde» gemacht, zwanzig Ge- schütze, 2R» Maschinengewehre und tausend Pferde wurden erbeutet. In Savolak rücken unsere Truppen gegen Konoola vor. Äopeiihagen, 3. Mai.„Berlftlgske Tidonde" meldet aus Stock- Holm: Aus Helsingfors wird gedrahtet, daß nun ganz Finnland in der Gewalt der NegieruugStruppen ist. In den letzten Wochen haben die Russen bedeutende T r u p p e n m a s s e n a u der finnische u Grenze versammelt. Man cvwariet wichtige Er- eiguisft.__ Frage, sondern erst dann, wenn auch die dritte Lesung d a s. was das H a u 5 jetzt beschloß, u n v e r- ändert b c.stä t i g t. Wie diese Verständigung aussallen wird, darüber heute schon Worte zu verlieren, bedeutete ein unnützes Prophezeien. So kann wohl mit Sicherheit angenommen werden, daßdaSletzteWortüber das glcicheWahlrecht auch mit dem jetzt bestehenden A b g e o r d n e t e n b a u s c n o ch nicht gesprochen Ivo'eben ist. Allerdings eilt die Zeit, und es gilt, sie zu benützen. Daß die Regierung fest entschlossen ist, das Wort der Krone einzulösen, darüber darf man sich keinem Zweifel hingeben. Die Organisation unserer Nahrungsmittel- Versorgung wurde in der Sitzung des.RcichStagsausschusses am Freiing erörtert. Von Rednern der Nationollibcralen und der Konsrrvativci» wurde eine Aendernng in der LebeuSmittelbewirtschaftung in der Weise gefordert, daß dem Landwirt ein bestimmtes Quantum der Ernte zur Abgabe auserlegt wird, der Rest soll dann dem Landwirt zur freien Verfügung gestellt werden. Tic Abgabe von Nahrungsmitteln müsse' durch einen hohen Preis umgrenzt werden. Dem wird von unserem Parteigenossen ciltgegengctreten, da die freie Verfügung der notwendigen Nahrungsmittel für den Landwirt nur zu Preisen führen kann, die so hoch wären, daß den ll n b e m i t t e l t c n d e r Bezug von N a h r u n g S m i t t c I n nicht m ö g l i ch ist. TaS Stzsteui wäre wohl geeignet, die zahlungsfähigen Lerne in der Ernährung sicherzustellen. Bei dem Mangel an Nahrungsmitteln muß die strenge Erfassung der landwirtschafllichcn Produktion vis auf den Rest erfolgen, den der Landwirt in der eigenen Haushaliung gebraucht. Das habe nun unsere Kriegswirtschaft ergeben, daß eine freie Abgabe der lg ndiv irischas iliche n Produktion nicht erreicht wer- den kann. Verständige Landwirte sehen auch ein, daß die Anforde- rung berechtigt ist, nur dir Agrarier bemühen sich, den Widerstand zu beleben, daß sie die Anforderungen in der Nahriuigsmittelvcr- sorgung für unberechtigt hatten. Von freisinniger Seite erfolgte der Hinweis, man sollte iu die Kleinviehhaltung eingreifen, um die Bestände herabzusetzen, weil auch hier viel Nahrungsmittel, die der meilschlichen Ernährung dienen solllcn, verfüttert werden. Dem stimmten die sozialdemokratischen Vertreter nicht zu. mau hält die Kleinviehhaltung für die ärmere Bevöllerung für sehr empfehlenö- wert. Es wäre auch töricht, das Grünfutter jetzt iiicl't vollständig für die Viehhaltung auszunützen. Von einem Vertreter der Reichs- getreidestelle wurde die Aufhebung der bisherigen Organisation bei der Getreidebewirtschaftung entschieden abgelehnt, weil zu Beginn der Ernte nur festgestellt werden kann, was abgeliefert werden muß, vielfach kommt das erst in die Erscheinung am Schluß des ErntejahreS. Niemand kann mit gutem Gewissen in der Neichsgetreidcstelle die hier empfohlene Neuordnung gutheißen. die Umsatzsteuer. Der Ausschuß besprach am Freilag zunächst eine Reihe von Anträgen, die zum 8 1 gejiclll sind. Zunächst der fortschrittliche Antrag, wonach nur die g c sich ä s t l i ch c u L: e s e r» n g e n der Steuer unterliegen, im Gegensatz zu dem Gesetz, das auch die geistige Arbeit bestr.ier» will. Die Sozialdemokraten beantragten, die Grenze für die Stenerpfiichr bei Leistungen von Ä>00 ans•1000 M. herauszusetzen. A bg. Dr. David bezeichnete die vorgeschlagene Steuer als eine Gewerbesteuer rohester Art. Tie Ausdehnung auf Leistuugeu ist eine Gewerbesteuer für geistige Arbeit und eine Steuer auf nicht- fundiertes Einkommen. Es wäre nicht zu begreifen, wenn das sicher- ftindiertc Einkommen der Beamten von dieser Steuer nicht erfaßt würde. Ganz abgesehen davon, daß dem Beamten keinerlei Berufs- Unkosten entstehen. Ter Beamte hätte sonst sein Gehalt frei und au? einer Nebenbeschäftigung noch außerdem RM) M. Der Nicht- fieamfe muß schon bei einer Einnahme von 9000 ZN. bliese Steuer bezahlen. Es bleibt nur die Ablehnung dieser Steuer übrig und die Schaffung einer Reichs ciuro miuenstcucr.—■ Die Redner des Zentrums stellten sich ans den Boden des Gesetzes, erklärten sich aber mit der Einbeziehung der Beamten einverstanden. Den gleichen Standpunkt vertraten oie illationalliberalen.— Abg. Keil erklärt, daß die Sozialdemokraten für diese Vorlage in dieser Form nicht stimmen werden, Ivohl aber alles tun werden, das Gesetz uinzugestal- ten. Die Ilmsatzsteuer mache umfangreiche Veranlagiuigen uol- wendig und erfordere damit einen großen Beamtenapparat. Die Gcwerbeflenerli eignen sich eigentlich für das Reich überhaupt nicht, denn sie tompliziercn das ganze Steuersystem viel zu sehr. Bei der Abstimmung wurde der Antrag der Fortschrittler an- geiwinmen; dagegen stimmten nur Zentrum und Nationatliderale. Damit ist die Besteuerung der Leistungen gefallen und e? unterliegen der Besteuerung nur die geschäftlichen Liefern n- gen. Da? bedeutet einen Ausfall von 100 Millionen Mark. Getrankeftsuer. In der dntien Sitzung wurde die Generaldiskussion i'Ux-r den Vierstcuergcsetzcutlvurf beendet und die Spezialdislussion bis§ 13 vorgenommen. Der Staatssekretär de? Neichsschatzamts verteidigte den RegierungSeutwurf und sprach sich gegen eine Herausschiebung des FnkrafttretenS des Gesetzes über den 1. Oktober 1918 und gegen die beantragte Steiicrbcfrcinng des Jbairstnmts aus,- der die Ein- nähme ans der Biersteuer um 19,7 Millionen Mark mindere. Die Hauptdiskussion drehte sich um die Frage der im Entwurf vor- gesehenen Kontingentierung, die bei allen bürgerlichen Mitgliedern Befürworter findet, von den sozialdemokratischen Rcd- nern wegen ihrer forischvitishem inenden Wirkung bekämpft wird. Die Diskussion lies in cinc„Mittel ftandSdebattc" aus, durch diverse Anregungen soll der Konturrenzkampf der Klciubrauereie.n gegen die Großbrauereien erleichtert werde». Von sozialdemokratischer Seite Ivird darauf verwiesen, daß durch eine lang befristete Kon- tingentierung der Produktionsmenge der Grundsatz„Freie Bahn dein Tüchtigen" illusorisch wft-d. In der Spezialdisknssion wird der grundlegende§ L des Entwurfs, und damit die FabvÄatstouer unter geringer Abweichung von der Regierungsvorlage migcnommeu, der sozialdemokratische Antrag aus Steuerfreiheit de? HauStnmkS der Braucrciarbcitcr fand eben- fall? Annahme._ KolomLlwarenhar.öe! und Uebergangs- wirtfchast. Herr Kaiiftnann Emden au? Hambirrg begründete in der Sitzung der Kominifsion für Handel und Gewerbe vom 3. Mai eine Vorlage zu einer Bundesratsveroronung, die den Reichskanzler er- mächtigt, alle für die Zwecke der UebergangSwirtschaft erforderlichen Maßnahmen zur Versorgung Deutschlands mit Kolonialwaren zu treffen. Als Kolonialwaren im Sinne dieser Verordnung gelten: Kaffee, Tee. ferner Reis sowie endlich Rohkakao. Für jede Gruppe dieser Kolonialwaren soll cinc WirtschastS- stelle geschaffen werden, und zwar: 1. der Kaftcc-Einftlhr-Vcrein in Hamburg. 2. die Rai s- Ein kau fsges ellfcha st in Hamburg, 3. die Tee- WirtschaftSstelle in Hanrbnrg, 4. die Kakao-W irtschaftsftelle in Hamburg. Bei der Kakao-Wirischaftssielle sollen zwei Ausschüsse gebildet werden, einer für Kakao-Einfichr und einer für Kakao-Fabrilation. Zweck der Verordnung soll sein, die Einfuhr dieser Kolonialwaren über die deutsche Zollgrenze abhängig zu machen von der Beivilli- gung der zuständigen Wirtschaftsstelle, solange der Devisenvcrkchr gesetzlich geregelt ist. soll diese Bewilligung auch erforderlich sein beim Abschluß von Geschäften, durch die eine Zahlungsverbiudlich- krit begründet wird, zu deren Erfüllung deutsche Zahlungsmittel in Anspruch genommen»Verden. Die Debatie, die von unserem Genossen Hildenbrand begonnen wurde, drehte' sich darum, ob auch genossenschaftliche Fmpoietpube'iuit in die Wirtschaftsstellen hin eingenommen werde» solle»». Genosse Hildeiibrand verlangte, daß Vertreter der G r o ß c i u k a uff s- gesellschaft deutscher Konsumvereine iu die Wirt- schaftsstellen berufen tverdeu. Von dem Vertreter der Regierung wurde gesagt, der Staatssekretär des RcichSwirtschaftsamt? habe zugesagt, daß auch Vertreter der Großeinkaufsgesellschast in die WirtschaftSstellen berufen werde» würden. Die Zusage werde sicher gehalten, wenn man dem Reichskanzler die Möglichkeit in der Vcr- vrdnnng sichere, auch Personen zu berufen, die nicht so zu den meist- bctarligt-en gehören, wie daS mrdcre annehmen. Für die Verteilung werden voraussichtlieh besondere Organi- satiouen geschaffen, in die dann natürlich auch Vertreter der Konsum- gcnosscnschafteu berufen werden sollen. Der Vertreter der Regie- rung betonie jedoch ausdrücklich, daß man hoffe, für diese Waren, ausgenommen beim Reis, keine Verteilungsorganisation nötig zu halicn. Werde sie aber nötig, dann sollen auch Vertreter der Konsumenten hineinberufeu werden. In bei Spezialbevatung wurde von konscrvabiber nnd national- liberaler Seite verlangt, dem Reichskanzler nur die Vollmacht ftir vorbereitende Maßnahmen auf organisatorischem Gebiet zu geben. Von sozialdemokratischer Seite wurde verlangt, die Ermächti- gnng im vollen Umfange der Vorlage, also auch für die in a t e r i e l l e Regelung zu geben. Nach sehr ausgedehnter Debatte trat auch das Zentrum der sozialdemokratischen Auffassung bei. Es wurde auch so b c sch l.o ff c n. Tic Gcmcindckmnmission des Abgeordnctcnhaiisrs hat den Gesetz- eutwurf, betreffend Ergänzung des§ 37 de? Kommunal- a b g a b en g e s e tz e s dem Hause mü der Abänderung zur Annahme euivfohlen, daß die spannuiig zwischen den am meisten von einander ablvcichendcil Sätzen nicht mehr als 90 Prozent de- tragen dürfe._ Lettte Nackricbten. Amilcare Eipnani gestorben. A m st c r d n m, 3. Mai. Aus Pari? wird einem hiesigen Blatt gemeldet: Ter italienische Sozialist Amilcare Eipriani ist hier gestorben. Cipriani war im Jahre 1815 geboren, kämpste 1802 mit Gar!» bald! gegen Rom, beteiligte sich am Aufstand in Kreta, machte dann in Paris 1871 die Kommune mit, wurde deportiert, begnadigt und gab 1870 dir Zeitung„Le Citohcu" mit heraus. Das trug ihm die Ausiocisung ein, er kehrte nach Italien zurück und wurde wegen einer Verschwörung mit Garibaldi zu 10 Fahren Baguo verurteilt. Er verlor damit das Wahlrecht, wurde aber wiederholt aus Protest zum Deputierten gewählt, durfte jedoch das Mandat nicht bekleiden. Ein rastloses Kämpferleben hat seinen Abschluß gefunden. Der östcrrcichlsche Kaiser geht an die Front? Wien, 3. Mai. Kaiser Karl bat sich gestern in Begleitung des Chefs des Generalstabes Freiherr!» von Arz und des deutschen Militärbevollmächtigtcn Generalmajor Erainon an die Front be- gebe». Wahlsirg des neuen portugiesischen Präsidenten. Bern, 3. Mai.„Progrft? de Lyon" meldet aus Lissabon: Si- donio P ,» c? Hot von 880000 Stimmen 500 000 für den Präsi- dentcnstnhl erhalten. Tic neue Kammer setzt sich aus 155 De- pnticrtcn znsarimen, von denen 10l Parteigänger der Regierung sind. Dr. Hans Luther Bürgermeister von Essen. Essen, 3. Mai. Zum Bürgermeister der Stadt Essen wurde beute einstimmig der Geschäftsführer des preußischen und dcutfch.'n Städtetages, der frühere Stadtrat tu Magdeburg, Dr. jur Haus Ln r gewählt._____ ttr.122 ♦ 35. Jahrgang Heilage öes vorwärts �' Ml Ml III> MW � Sonnabenü, 4. Mai 141 S Reichstag. 157. Sitzuirz. Freitag, den 3. Mai. 2 Uhr. Am BuildcsratStisch: Freiherr v. Stein. Llnfragcn. Abg. v. Gracfe(k.) verweist cmf die brutale Behandlung deutscher Kriegsgefangener iu iltumänicn durch rumänische Offiziere, d:e später zum Teil in deutsche Hände ge- fallen sind LegationZrat v. Keller: Soweit schuldige Offiziere in unsere Hände gefallen sind, wird nach Maßgabe des Gesetzes gegen sie vorgegangen. Wegen der anderen einwandfrsi bewiesenen Fälle baben wir von der rumänischen Regierung, abgesehen von der Frage der Entschädigung, unverzügliches Einschreiten verlangt, da- mit die schuldigen Offiziere für ihre Gewaltakte oder für die gröb- liche Vernachlässigung ihrer Pflichten gegenüber deutschen Soldaten der verdienten Strafe enlgegcngeführt werden.(Beifall.) Abg. Dr Hcrzfcld(Iii. Soz.) wiederholt eine rm September lOn�vom Abg. Dittmann gestellte Anfrage, die dahin ging, daß der Stettin er Polizeipräsident eine Broschüre mit dem a mtbchen stenographischen Bericht der Reichstagssitzung vom 21». Juli 1917 über die Krieg-Zziele der Regierung entgegen den Vorschriften der Reichsverfassung verboten habe. Oberst van den Bcrgh: Die Broschüre ist bereits im Oktober 1917 auf Anordnung des ObermWärbefehlshabers freigegeben worden. Abg. Dr. Struvr(Vp.) führt Klage über die Gefährdung der ärztlichen Versorgung ländlicher Bezirke durch den Mangel an Fuhrwerk. General v. WriSbcrg: Ten Wünschen der Landärzte ist nach Möglichkeit Rechnung getragen worden. Abg.!)!iisscl(U. Soz.) beschwert sich darüber, daß daS Leipziger Garnisonkommando den Mannschaften das Lesen der»Leip» z i g e r B o l k s z e i t u n g" in den Kasernen und Massenquartieren verbietet, dagegen ans eigene Kosten zu herabgesetztem Bezugspreis die„Leipziger Neuesten Nachrichten" liefert. Ein Vertreter des Kricgsministeriums erwidert, daß ein Per- bot gegen die„Leipziger Volk-Zzeitung" nicht ergangen ist. Wohl aber habe das Leipziger Garnisonkommando aus innerdienstlichen Gründen einem Auflegen dieses Blattes in den Kasernen wider- rate n. Die Kosten für den Bezug der«Leipziger Nachrichten" würden durch private Zuwendungen gedeckt. _ Abg. Rtzsfel(U. Soz.): Die Mannschaften werden gezwungen. in jeder Stube eine Nummer der„Leipziger Neuesten Nachrichten" zu beziehen uns aas ihrer Tasche zu bezahlen. Abg. Dr. Hrckfcher(Vp.); Nach deutschen Meldungen haben die Engländer in jüngster Zeit Dumöumgeichosse im Kampfe gegen unsere Soldaten verwendet. General v. Wrisbcrg: DaS englische Geschoß, äußerlich«in normales Bollmantelgeschoß, hat einen zweiteiligen Geschoßkern, der an der- Spjtze bisher aus Aluminrum bestand, jetzt aber miZ Viel mit einer Paviereinlage' besteht, wodurch besonder? bösartige Verletzungen und Vereiterungen hervorgerufen werden. Wir wer- den alsbald bei der britistficn Regierung vorstellig werden und die Einstellung der weiteren Verwendung dieses Geschosses verlangen unter Androhung von Gegenmaßnahmen. Hierauf wird die Beratung des Etats öes Reichswkrtschaftsamts forigcsctzt. Abg. Dr. Tckiulvc-Gavcrnitz(Pp.): Sowohl der StaatssozialiS- nins wie das auf freier Konkurrenz beruhende Wirtschaftssystem haben abgewirtschaftet. Für unser Wirtschaftsleben niuß ein« weise Mischung beider erfolgen. Gebundene Wirtschaft für die großen.Kapitalansammlungen, freie Wirtschaft für die verac- beitende Industrie, das Kleingewerbe und die Landwirtschaft, bei der der ominöse Produktionszwang vollkommen versagen muß. Feciliä, geht es auch hier während der llebergangswirtichast nicht ganz ohne staatlichen Zwang. Ohne solchen würden z. B. die aus dein liriege heimkehrenden Kleingewerbetreibenden nicht in die Lage kommen, die nötigen Rohstoffe sich zu verschaffen; die Land- Wirtschaft niuß mit künstlichem Dünger und mit Futtermitteln ver- sorgt werden. Dieser staatliche Zwang ist ein not- wendiges Hebel während der UebergangSwirtschaft, und ist daher in den engsten Grenzen zu halten und sobald als mög- lich zum Verschwinden zu bringen. Die deutsche Volkswirtschaft muß aber auch wieder in engstem Zusammenhang mit der Welt- Wirtschaft kommen. Die Bedeutung der Weltwirtschaft ist heute jedermann klar geworden. Zu ihrem Wiederaufbau muß alles geschehen. Dazu gehört auch die Neuordnung in Preußen, auch sie bot eine große wirtschaftliche Bedeutung und würde dem deutschen Kaufmann die Rückkehr in die Weltwirtschaft erleichtern.(Sehr richtig! bei der Volkspartci.) Nichts hat so viel zu der Antipathie gegen Deutschland beigetragen, wie die politischen Verhältnisse in Preußen.(Lebhafte Zustimmung links.) Abg. Rießcr� luatl.) wendet sich gegen den StaatssozialiSmuS. Der Abg. Dr. Südetum trete so lebhaft für die gebundene Wirt- schaft ein; aber bei ihrer Weiterentwicklung würde ihm wohl selbst vor den Geistern bange werden, die er gerufen. Freilich, für die Ncbcrgaiigswirtsckiaft sind Eingriffe des Staates nicht zu vermeiden. So schnell wie möglich muß jedenfalls zum freien Handel und zum freien Wettbewerb derKräfte zurückgekehrt werden. Der Entwurf, den der Bundesrat für die Uebergangswirtschaft im Textilgewerbe ausgearbeitet hat, würde diesem Zwecke allerdings nicht dienen, sondern das Wiedcrerwachen des freien Wettbewerbs möglichst lange hinausschieben.(Beifall bei den Nationalliberalcn.) Abg. Dr. Wildgrube(k.i: Auch meine Freunde erklären sich gegen die von den Sozialdemokraten gepriesene gebundene Wirt- schaft. Was ist bis jetzt zur Sicherung der Forderungen der d e u t- schen Gläubiger Rußlands geschehen? Eine besondere Sorge für das Reichswirtschaftsamt muß das Aufblühen unserer Eisenindustrie sein. Dazu ist nötig die Erweiterung unserer Be- zugSquellen und dazu brauchen wir notwendig das Erzbcckcn von Longwq und Brien.(Widerspruch links und im Zentrum.— Vizepräsident Dave ruft den Redner zur«ache.) Die Sozialdemokratie hat allerdings ein Allheilmittel, die Vergesellschaftung der Produktion; diese würde uns aber in die wirtschaftlichen Zustände zurückführen, wie sie vor Jahrtausenden bestanden haben.(Lebhaftes Lachen links.) Ein Prophet ist den Sozialdemokraten ja erstanden in Herrn Walter Rathenau. In dem von ihm geleiteten Betriebe hat er freilich zu der von ihm gepriesenen Sozialisierung noch nichts getan, seinem sozialökono- misch geschwollenen Leibe läßt er lieber die Bandwürmer seiner Satzbildungen abgehen. Ter Geist Walter Rathenaus muß vom Reichswirtschaftsamt wie Pech und Schwefel ausgebrannt werden. (Hu! Hu! links.— Heiterkeit.) Staatssekretär des Reichswirtschaftsamts Freiherr v. Stein erklärt die Ausbildung des Nachrichtendienstes für eine sehr wichtige Aufgabe des ReichswirtfchaflSamts. Die Klagen, die Zwangswirtschaft und der KriegssozialiS- m u S hätten zur Zcrreibung der kleinen und mittleren Betriebe geführt, sind unberechtigt, sie sind zerrieben durch den Zwang, in den der Krieg unS gebracht. Wir wollen die IlebergangSwii'rt- schaft so führen, daß sämtbiche freien Kräfte arbeiten können, aber auch so, daß, solange die Knappheit herrscht, nicht der Schwache vom Starken unterdrückt wird. Der Abg. Schultzc-Gävernitz wünschte die Gestaltung der Friedensverträge, die uns wieder den Zugang zum Weltmarkt eröffnen. Ich glaube nicht, daß unsere Gegner, mögen die Friedensverträge aussehen wie sie wollen, ohne weiteres wieder in Frieden nnd Freundschaft mit uns Handel troi- ben werden. Wir müssen uns jedenfalls auch für die Uebergangs- zeit ausrüsten, um mit uuferer eigenen Wirtschast auszukommen. Ausfuhr und Einfuhr muß deshalb in einer Hand liegen, und das kann nur die Hand des Staates fein. Ein Antrag auf Vertagung wird abgelehnt. Die Abgg. Behrens(D. Fraßt.), Jäckel(U. Soz.), Hoch(Soz.) verzichten aufs Wort. Vizepräsident Dr. Pausche erklärt die Aussprache für geschlossen, da weitere Wortmeldungen nicht vorliegen.(Heftiger Widerspruch des Abg. Carstens(Vp.), der sich zum Wort gemeldet hat.) Vizepräsident Dr. Paaschc schlägt erneut Vertzigung vor. Der Antrag wird abgelehnt. Abg. Carstens lVp,): Die Koblenverteilung muß unibedingt besser geregelt werden. Wir kämpfen nickt fiir Milliarden und Länderwerte, fondern für die wirtschaftliche Freiheit und den Wiederaufbau des Reiches.— Di« Friedenswirtschaft soll nach Herrn Rathenau und den Soziakdeniokraten zu einer Beseitigung der Poivat Wirtschaft und zu einer Wirtschaft der BrrufSverbände unter staatlicher Kontrolle führen. Da gehen wir nicht mit, wir wollen die private Initiative erhalten wissen.(Beifall bei der Bolkspavtoi.) Hierauf vertagt das HauS die Wsiteckberatung auf Sonnabend, 2 llhr._ der Arbeitsplan ües Reichstags. Der Seniorenkonvent des Reichstags trat am Freitag zu einer Sitzung zusammen und emigte sich über die Gegenstände, die in der nächsten Zeit auf die Tagesordnung gesetzt werden sollen. Nach Er- ledigung deS Etats dcZ ReichSwirtschaftsamtS werden Belage- rungSzustand, Zensur und S ch u tz h a f t besprochen. Dann folgen die Etats des Reichsamts des Innern, des Reichs- s ch a tz a m t Z und des R e i ch s j u st i z a m t s. GroßSerlln Zur Linderung der Kohleumisere hat die Berliner iozialdeinolraiiiche Stadtverordnetenfrakiion folgenden Antrag eiligebracbt: Die Stadlverordneienversammluiig wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen, sofort Maßnahmen zutreffen, um der Bevölkerung, insbesondere der minder- bemillellcn, dasjenige Quantum Kohlen zu ver- schaffen, welches ihr auf Grund des Wirtschafts- planes für das Jahr 1917/18 noch zu st ehr, bisher aber nicht geliefert ist. Stiefeltausch bei der K.V.G. Wir berichteten in Nr. 129 über das Erlebnis einer Frau, die bei der Kleider-Verwertungs-Gesellichast(Berlin, Kommandanten- straße 80/81) ein Paar Stiefel ihres Mannes ablieferte, um danach ohne Bezugichein sogleich aus dem Lager der K.V.G. ein anderes Paar Stiesel lausen zu lönnen. Als die für den Mann passende Größe nicht gesuitden wurde, wollte man die abgelieserlen /i-tiesel nicht zurückgeben, �weil bei der K.V.G. eine Rückgabe ab- gelicferrer Sacken unzulässig sei und übrigens die Suche nach paffenden Stiefelu an den folgenden Tagen wiederholt werden und Erfolg haben könnte. Die Frau bestand auf ibrer Forderung und setzte schließlich die Rückgabe durch. Wir lnüpsten an die Schilderung dieses Vorkommnisses den Wunsch, die K.V.G. möge künftig vor der Ablieferung von Stiefeln feststellen lassen, ob die dafür verlangten anderen Stiefel vorhauden sind. Hierzu erklärt die K.V.G., daß bei ihr für den Stiefcltauich ein Verfabreii, wie wir es wünschten, schon besieht und vorgeschrieben ist. Wer Stiefel abliefern und sogleich anders kaufen will, sucht zunächst im ersten Stockwerk passende Stiefel aus, liefert dann im zweiten Stockwerk die eigenen ab, empfängt darüber eine Bescheinigung, weist diese im ersten Stockwerk vor und erhält gegen Bezahlung die vorher ausgesuchten Stiefel. Sehr ichvii I Nur müssen wir bitten, dafür zu sorgen, daß auch wirklich immer nach dieser Vorschrift verfahren lvird. In dem von uns geschilderten Fall wollte die Frau selber sich zunächst vergewissern, ob Stiefel der für ihren Mann passenden Größe vorhanden seien. Man gab ihr die beruhigende Antkliort, daran werde es uichl sehleit. Und trotz Vorschrisl hielt man es nicht für nötig, sie vor der A b« lieferung den passenden Ersatz aussuchen zu lasseu. Fahrprciserhöhung auch auf der städtische« Strastenbahn. Der Magistrat hat. nachdem durch den Vertrag de? Verbandes Groß-Berlin mit der Großen Berliner Straßenbahn vom 1. Mai ab eine Fahrpreiscrhöhung stattgefunden hat, beschloffen, auch bei der Berliner städtischen Straßenbahn vom 1. Juni eine Fahrpreis- erhöhung von 19 Pf. auf 12l/3 Ps. eintreten zu lassen; die Doppel- und Sammelfahrscheine sollen aber im Gegensatz zu den Bestim- mungcn bei der Großen Berliner Straßenbahn unbeschränkte Gültigkeit haben. Arbeiterfahrkarlen werden zu dem bisherigen ermäßigten Preise ausgegeben werden. Ten Stadtverordneten joll alsbald eine Vorlage hierüber zugehen. Aendcrungen beim Mehlbezug. Beim Bezug von Mehl auf Brotkarten ist auf Wunsch der Kleinhändler aus ZweckinäßigkeitSgründeii eine Acnderung insofern notwendig geworden, als die bisher gebräuchlichen losen Empfangs- bescheiniguitgen, die dem Kunden vom Mehlkleinhändler gegen Ab- gäbe deS MehlabichnitteS der Brotkarle ausgehändigt wurden, be« leitigt werden inußlcn. Vom 13. Mai ab hat der Mehlkleinbäudlcr seinem Kunden die Abgabe jedes Mchlabschnitts in der Weite zu bescheinigen, daß er auf eine den EmpiaugSabschnitt darstellende Hälfte des Kopfs der Brotkarle, die� entsprechend eingerichtet ist, seinen Firmenstempel drückt, oder seine Firma darauf schreibt. Gegen Abgabe einer jeden so bezeichneten Empfangsbescheinigung (halber Brotkartcnlopf) erhält der Kunde dann in der nächsten Woche wie bisher gegen die lose Empfangsbescheinigung 125 Gramm Mehl._ Erhöhung der Milchportione«. � Bis auf weiteres werden auf die roten„�."-Karten 1 Liter, auf die grünen.MI"-Karteir 1 Liter, auf die blauen«B�Knrten '/■2 Liter und auf die braunen„E". Karten ssj Liter Vollmilch ausgegeben. Auf Krauken- und Sonderkarten ist die aufgedruckte Menge voll zu verabfolgen. 27s Pioniere. Roman aus dem Norden von Ernst Didrl»�. Oben auf dem Gletscher, wo der Schnee hart wie Eis war, verlor er die Spur. Während er überlegte, nach welcher Seite er sich wenden sollte, sah er eine mächtige, schmutzgraue Wolkenwand heranziehen; ehe er zur Besinnung gekommen sein würde, mußte der Schneesturm da sein. ES war nicht länger Zeit, über den Bären nachzudenken. Das beste war, man versuchte, zu den Baracken zu gelangen, und zwar sofort. Er lief talwärts. Der blaue Himmel war schon lange verschwunden. Die Wolkenwand stürmte vorwärts, mit zerfetzten, zerrissenen Rändern, und löschte eine Bergformation nach der andern aus. Einen Augenblick schnitt ein Sonnenstrahl hindurch und be- leuchtete mit Blitzlicht die senkrechte Bergwand des Kiercma, und dann brach der Sturm los, er fegte mit Niesenschwingen dahin und hüllte alle? in wirbelndes Weiß. Gerell, der den Wind quer von hinten hatte, wurde schneller vorwärtsgetricbcn. als ihm lieb Ivar, und er hatte alle Mühe, das Gleichgewicht zu halten. Wohin der Weg ging, lvußte er nicht. Man mußte auf gut Glück mit dem Sturm laufen. Er hörte, daß der Birkenwald in der Nähe war. Es pfiff und flüsterte wütender um ihn her. Es knisterte und knackte, als werde der ganze Wald nicdergebrochen. Er warf sich zu Boden, um nicht kopfüber in den Wald hinein- i zukommen. Unter ihm brummte ein tiefer Unterton wie von vielen hundert Bären. Durch daS Brummen hörte er, wie die Bäume schrien und jammerten und>vic sie getroffen, umgeknickt und entwurzelt wurden. Bisweilen klang es wie Schüsse dort unten, und dann war es, als jubelte der Sturm, weil er eine riesenhafte Birke geknickt hatte, mit der er lange im Kampf gewesen war. Der Sturm setzte noch heftiger ein, immer mehr Schiffse klangen im Walde, bis alles zu einer teuflischen Sinfonie anlouchs. Der Schnee sprühte und stiebte um ihn, wie er da zu- sammcngekauert hockte, voll Spannung, ob er sich werde halten können. Es war klar, daß er durch den Wald nicht hindurch konnte. DaS wäre wie Selbstmord. Da liege» bleiben, wo er lag, ging auch nicht. Eine Möglichkeit war, auf die Klippen am Karfajokk zuzusteuern und dort eine Höhle zu suchen, in die man hineinkriechen konnte. Aber dieser AuS- weg war unsicher und nicht sehr verlockend. Wie bin ich dumm, dachte er. Es gab doch eine Erb- Hütte nördlich von Abiskojaure. Die würde er in einer Viertelstunde erreichen können, wenn er nur in diesem schauer- lichen Wetter den Weg fand und bcil durch den kleinen Birkenwald westlich von der Hütte hindurchkam. Zu den Baracken zu konimen war unmöglich. Es war nur gut, daß er Proviant mit hatte, und die Schneehühner würden ihm zustatten kommen. Er holte den Taschenkompaß heran? und machte sich klar, wo er war. Er mußte südöstlichen Kurs nehmen, um nach der Hütte zu kommen. Es war keine Zeit zu ver- lieren. Er setzte die Pelzmütze fester, prüfte die Schnallen der Schneeschuhe und erhob sich. Jetzt hatte er den Sturm gerade im Rücken, und er trieb ihn weite Strecken, wo er nichts weiter zu tun brauchte, als sich aufrechthalten, aber das war bisweilen schwierig genug, wenn der Sturm an den unsichtbaren Fels- wänden im Kreise herum schnurrte und dann>vie ein böser Zauberer herangerauscht kam und sich über ihn stürzte. Lange Zeiten lief er, ohne sehen zu können, so fegte der Schnee nieder und verklebte ihm die Augen. Er mußte bald bei der Hütte sein. Er blendete die Äugen mit beiden Händen ab, um sehen zu können, aber er sah nur ein unendliches wirbelndes Weiß, aus dem hier und da eine krumme Birke mit schwarzen, schwankenden Zweigen hervorsah. Hätte er nur noch einnral den Kierona sehen können, wäre es die einfachste Sache von der Welt ge- Wesen, die Hütte zu finden, in der er schoir manches Mal im Sommer und im Winter bei Jagdexkursionen übernachtet hatte. Die wird jetzt gut verschneit sein, dachte er. Aber das Dach wird mau doch immer sehen können. Er begann hin und her zu laufen, um sie zu finden. Er gehörte nicht zu denen, die sich beim ersten Streiche er- gaben. O uei», der Sturm und er, sie verstanden einander. Sie waren ebenbürtig, und mußte er hier im Schnee um- kommen, so wollte er erst seine letzten Kräfte hergeben. Er umklammerte den Stock fester. Ein Windstoß kam und warf ihn u« wie einen Kegel. Er lachte nur und rappelt« stch wieder in die Höhe. In immer größeren Kreisen lief er umher. DaS weiße Gewirbel wurde grauer. Er merkte, daß es Abend zu werden begann. Er lief und lief. Einmal blieb er stehen und hatte dos Gesühl, er sei verrückt geworden. Er sah hinten im Schnecdickicht jemanden vorbeilaufen. Er wollte rufen, erschrak aber über sich selbst, daß er schon ansing, Gespenster zu sehen. Er fühlte, wie ihm die Sinne gelähmt wurden und alles in ihm nach Ruhe drängte, aber in seinen; Gehirn brannte ein einziger, eigensinniger, kleiner Gedanke: die Hütte zu suchen. Es war fast finster geivordcn. Er taumelte wie ein Be- trunlener auf den Schneeschuhen umher. Bald warf der Stnrnr ihn um, bald stolperte er von selber und blieb lange Zeiten liegen, aber schließlich raffte er sich immer wieder auf. Was ihn doa> noch zum Ziele sührtc, war ihm nicht klar. Vielleicht führte ihn der sechste Sinn des UnbelvußtscinS richtig auf die Hütte zu, so daß er mit den Schneeschuhen an sie anrannte und fiel. Der letzte Energiefunkc flammte auf. Es dauerte nur ein paar Minuten, da hatte er die Schneeschuhe abgelegt, die Tür geöffnet und>vnr in die Hütte eingedrungen; dann machte er die Tür zu, so gut er konnte. � Drinnen war es stockfinster. Er zündete ein Streichholz an. Es war kein Mensch darin. Durch den Rauchfang war dicker Schnee hercingewirbelt. Gerell tastete im Dunkeln uniher und stellte die Flinte gegen die Wand der Hütte, warf den Rucksack ab und rollte den Schlafsack auf.'Dann gelang es ihm wirklich nach etlichen wunderlichen Sprüngen in der Finsternis, das Loch zu finden und hineinzukriechen. Er nahm den Rucksack als Kopfkissen und zog sich den Schlafsack über den Kopf, so hoch er tonnte. Jetzt mochte der Sturm da draußen hausen wie er wollte. Gerell lachte in seinem Sack und meinte vor wollustvoller Müdigkeit zu sterben, indem er mit dem Be- Hägen des Geretteten hörte, wie der Sturm im Rauchfang pfiff. Das war eine herrliche Schlafmusik. Er wachte bei diesem selben Ton wieder auf und steckte den Kopf aus dem Schlafsack. Der Sturm tobte noch ebenso närrisch, und durch den Rauchfang stiebte noch inimer der Schnee herein. Aber es war wenigstens wieder Tag. Mit dem Schnee kam ein einigermaßen annehmbares Licht in die Hütts. C&s&MiU Die WoHnungSküiidlgungen am PlS»terwnl1>. Zu der wegen Vorbereitung städtisckier GewächShauZbuuten erfolgten Kündigung der Wohnungen und Laubenkolonien am Plänterwald in Treptow hat der Magistrat beschlossen, den Mieter», welche bereits mündlich dahin verständigt waren, dag der Kündigung keine Folge losrde ge- geben werden, nochmals ausdrücklich mitzuteilen, daß die Kün- digung zurückgezogen sei.— Wie lvir weiter erfahren, wird bei diesem Sachverhalt die sozialdemokratische Fraktion auf Verhandlung ihres Antrages in der Stadtveroldnelenversaminlung verzichten._ Vor de» Kopf und auf den Kopf. Man schreibt uns: Direkt von der Westfront eingetroffen, hatte ich heute zun, ersten Mal Ge- Icgenbeit, die neuen Tarisbestimmunaen der Straßenbahn in der Praxis kennen zu lernen. Da der Maihimniel zu der Zeit gerade ganz unberlinisch blau war, bestieg ich die Vorderplattform eines Anhängewagens, und da ich die Absicht hatte, dieselbe Strecke morgen wieder zu fahren, kauite ich mir. einen Doppelschein für 23 Pf. »Endlich wieder in der Heimat und endlich in Sicherheit vor feind licheii Granatsplittern und Fliegerbomben!" dachte ich mit behag lichem Schmunzeln. In demselben Augenblick erhielt ich von oben einen so wuchtigen Schlag aus den Schädel, daß ich beinahe zu Fall gekommen wäre.„Ein feindlicher Flieger Pfeil!" war mein erster Gedanke. Ich blickte empor, ober der Himmel war rein t ich blickte nach unteir, und mir zu Füßen banimelte das Geschoß. ES war der handfeste und über aus massive Stechkontalt für die elektrische Beleuchtung, der den Halt verloren und mit seinem nicht unbeträchtlichen Gewicht meine Schädeldecke getroffen hatte. Heute muß ich nun zu Hause sitzen und lühle Umschläge machen. Dertveilen. läuft mein Doppelfahr schein unbenutzt ab. Daß die Große Berliner mit ihren Tarif- und anderen»Reformen" dem Publikum vor de n.Kopf stoßt, sind wir gewohnt; daß sie aber den Fahrgästen jetzt auch noch a u s den Kopf haut, erscheint mir doch als eine Ausartung ihrer altbewährten geschäftlichen Traditionen. Feldpost nach Weste». An die TruppenangeKörigen der Wesb front usw., werden jetzt wieder alle Arten von Fcldpostsendüngen. also auch nichtamtliche Feldpostbriefe über 30 Gramm(Päckchen) angenommen. Blindenfürsorge. Der in der Notiz in Nr. IIS deS.Vorwärts' vom l. d. Mts. enthaltene Hinweis, daß Stühle zum Flechten durch das Personal der Beschästigungsaiistalt abgeholt Und zurückgebracht würden, ist nicht zutreffend. Durch den Mangel des dazu benötigten Personals ist die Anstalt nicht in der Lage, zurzeit die früher ge übte Praxis auszuführen. Die HalbtagSausstüge für Gemeindeschulkinder nach den städtischen Ferienipiclplätzen im Grunewald, in Blankeiifelde, Hohenschönhausen, im Plänterwald und der Wnhlheide, die der Berliner Magistrat während deS vorigen SoinmerS an drei.Tagen der Wocke ver- anstaltete, sollen auch dieses Jahr in der Zeit vom 1.— tZO. Juni und vom 16. August bis 13.� September stattfinden. Zum neueste» Raubüberfall. 2000 M. Belohnung hat die Ober postdirektion zu dem Raubüberfall an der Ecke der Ällensteiuer und Bötzow-(nicht Pastcur-1 straße ansgeietzt. 1000 M. sind für die Ermittelung des Täters bestimmt, 1000 M. für Wiederhcrbeischaffung -ines nennenswerten Teiles deS gestohlenen Geldes.— Die Ver 'eilung behält sich die Oberpostdireltion unter Ausschluß dcS Rechtsweges vor. Der Räuber hat, lvie die weiteren Eriniltelungen er- gaben, dem auf dem Postamt 53 beschäftigten Postschaffner Gerny "cht Pfeffer allein, sondern eine Mischung von Pfeffer und Salz n die Augen geworfen. Mehrere Kinder, die den � Raubüberfall inen, sind von der Kriminalpolizei vernommen worden, darunter nch ein sehr aufgeweckter Knabe von acht � Jahren. diesen Kindern verdankt die Polizei die Beschreibung 's Räubers, die der Ileberfallene selbst. nicht geben ante. Die Kinder hatten den Eindruck, daß der Täter, •r plötzlich an den Beamten herantrat, die Hand erhob, als wenn ihn schlagen wollte. In Wirklichkeit diente die. Bewegung dazu, m die Mischung in die Augen zu werfen. Der Räuber stellte dann 'iitzschnell dein Beamten ein Bein, versetzte ihm einen Stoß vor "ie Brust und brachte ihn zu Fall. Hierbei entfielen Gerny nicht bloß die Aktentasche, sondern auch mehrere Bücher. Diese ließ der Räuber alle. liegen. Er ergriff nur die Aktentasche, schwang sich auf sein Rad und snhr davon. Für alle Angaben, die im Zimmer 103 entgegengenommen werden, wird ans Wunsch Verschwiegenheit zu gesichert. Neben der Belohnung der Oberpostdireltion bleibt die von 500 M. deS Polizeipräsidenten bestehen. In einem fremden HauS auS dem Feilster gesprungen ist Donners- taqnachmittag eine unbekannte Frau in Schöneberg. Sie begab sich unbemerkt in den vierten Stock des Grundstücks Kyffhäuser Str. 0. öffnete da? Flurfenster, sprang auf den Hof hinab und war sofort tot. Die Leiche wurde nach der Halle in der Ehkstraße gebracht. Die Frau ist etwa 83 Jahre alt, 1,33 Meter groß und trug einen schwarzen Rock, Bluse, Schnürschuhe und einen Kiieifor. Warum keine Kinderzulage» für Arbeiter? Uns wird geschrieben: Die in der letzten Stadtverordneten- fitzung von Charlotten bürg beschloffene Erhöhung der Zu- lagen, insbesondere deS Satzes für Kinder von 10 auf 13 Proz., ist besonders begrüßenswert, unverständlich bleibt nur, warum nicht auch für die Kinder der st ä d t i s ch e n Arbeiter cnie solche Zulage gewährt wurde. Wie man hört, war für diese Stellung»naß- gebend, daß die Arbeiter besser stehe» als wie die Beamten und daß sich die Mehrheit der Versammlung davon überzeugte. Dem- gegenüber steht die Tatsache, daß bei viel geringerem Grund- einloiniiten, gleicher Kriegsbeihilfe der Arbeiier 790-f- 0 Proz. und der Beamte in der niedrigsten Klasse 770-j- 95 M. für jedes Kind insgesamt an laufender und einmaliger Teuerungszulage im ersten Ouartal erhielt. Der Umstand, daß die Arbeiter mit ihrer größeren Kinderzabl sich durch ein derartiges Vorgehen zurückgesetzt fühlen, dürfte wohl wert sein, daß die Stadtverordnetenversammlung ihren Beschluß revidiert und nachträglich die Kinder der städtischen Arbeiter mit einem Prozentsatz der Stundenzulagen bedenkt. Schöneberg. Lebensrnittel. Auf Abschnitt 42 der Eierkarte können von heute bis Freitag, den 17. Mai, zwei Eier entnommen werden. Wer bei seinem Händler bis dahin die Eier nicht erhalten konnte, hat spätestens am Freitag, den 17. Mai, seinem Händler den Abschnitt 42 gegen Quittung zu übergeben. Der Händler hat sämtliche Abschnilie 42, die belieferten und nicht belieferten, am Sonnabend, den 18. Mai, morgens von 8—10 Uhr beim Magistrat, Zimmer 348, abzuliefern._ Reinickendorf.. Antrag auf Verleihung der Stadtrechte. Die Gemeindevertretung beschäftigte, sich in ihrer letzten Sitzung noch- malS mit der van der Gemeinde angenommenen Verzichtleistung von Rechten aus dem. mit der Großen Berliner abgeschlossenen Bertrage. Sie beschloß die ursprünglich an diese Verzichtleistung geknüpften Bedingungen fallen zu lassen.— Zum Vorsitzenden.des Gewerbegerichlö wurde der Rechtsanwalt Pinlus und. zu seinem Stellvertreter der Beigeordnete R e i ch h e l m gewählt. Der Antrag, den Vorstand deS Ernährnngsamtes um ein Mitglied zu verstärken, fand nach längerer Aussprache Annahme. Gewählt wurde Genosse Schön- borg.— Der Zentralverband der Handlungs- gch'ilfen hatte den Antrag gestellt, ein Ortsstatut zu erlassen, durch das für die Nichtlebensmittelläden die völlige Sonntags- ruhe eingeführt wird.. Der Gemeindevorstand beantragte dem Antrage in demselben Umfange wie die Stadt Berlin stattzugeben. Der Versuch der sozialdemokratischen Fraktion den Antrag nach Neu- köllner Muster zu verbessern, mißlang. Er fand in der vom Ge- meindevorstand vorgeschlagenen Fassung Annahme. Um den Haus- besitzern die A b f u h r d e s H a u s m ü 1 1 s zu ermöglichen, wurde beschlossen, ein dafür geeignetes Grundstück zur Verfügung zu stellen und die zur Herrichlung des Platzes erforderlichen.Mittel zu be- ' willigen. Den Armeudeputierten wird für die Bereitfiellung eines �Sprechzimmers künftig eine Entschädigung von 12,30 M. für den Monat gewährt. Eine einmütige Zustimmung löste der Antrag dcS Gemeinde- Vorstandes auf Stellung eines Antrages bei der StaatSregicrung wegen Verleihung der Stadtrechte an die Gemeinde Reinickendorf aus. In eingebender Begründung wird der Gemeinde- vorstand die für die weitere Entwicklung des ietzt 45000 Einwohner zählenden Ortes notwendige Verleihung der Stadtrechte nachweilen. — Lebensmittel. Aus Abschnitt 28 der Lebensmittelkarte Groß- Berlin und auf Abschnitt 14 der Lebensmittelkarte für Jugendliche werden je 1 Pfund Geniüsekonferven(Spargel oder Schnittbohnen) abgegeben. Die Anmeldung bei den Kleinbändlern und den mnt- lichen Verkaufsstellen hat bis einschließlich Dienstag, den 7. Mai, zu erfolgen. Pankow. Möbelbcschaffung. Die Gemeinde hat eine Beratungsstelle für die Beschaffung von Wohiiungseinrichtungen errichtet, welche im Rathaus, Breite Str. 23, Erdgeschoß, Zimmer 9(Oeffentlicher Arbeitsnachweis), werktäglich von 9— 2 Uhr an sedermann kostenlos Auskunft erteilt, insbesondere hinsichtlich der Möbelbeschaffungen für neue Haushaltungen der Minderbemittelten und heimkebrenden Krieger. Photographien von Möbeln, Kaufverträge und sonstige Bedingungen können jederzeit in der Beratungsstelle eingesehen werden. Lichtenrade. KleinwohnungSbau. Die Kommission für Ucber- leitung �ur Frieden-Wirtschaft beschäftigte sich mit dem Antrage: Kleinwohnungen in eigener Regie auszuführen und in Erbpacht zu vergebe». Der Antrag wurde c i n st i m m i g angenommen und gleichzeitig beschlossen, zu diesem Zweck eine Anleihe von einer Million Mark aufzunehmen. Die Gemeindevertretung in Lichten- rade stimmte diesem Antrag zu, und in der letzten Gemeindesitzung konnte der Gemeindevorsteher bereits mitteilen, daß die AufsichtS- behvrde die Aufnahme der Anleihe genehmigt habe. Groß-Serliner Partemachrichten. Achtung! Vahlrechtsverfammlung l Für Dienstag, den 7. Mai, plant die sozialdemokratische Bezirksorganisation Grost-Bcrlins eine Mitglieder ver- sammlung, abends 8 Uhr, in den Sophiensälen. Sophien- straße 17/18, mit der Tagesordnung: Freies Wahlrecht für Preuße«! Referenten sind die LandtagSabgeordnotcn und Senoffen Otto H u c nnd Robert L e i n e r t. Alt-Glienicke. Nach Neukonstituierung der Ortsgruppe Alb Glienicke findet auch wieder eine regelmäßige Ausgabe von Bibliotheksbüchern statt. Die Bibliothek ist geöffnet jeden Sonntag vormittags von 8—10 Ilhr im Lokal Fritz Bahr, Cöpenicker Str. 45. Zur Entnahme von Büchern sind berechtigt alle gewerkschaftlich oder politisch organisierten Personen. Theater. ,Ver letzte 5unke� von Slumenthal u. Kaöelburg. Dos wenig bekannte, wohl an zwölf Jahre alte Lustspiel erwie» sich in der frisch belebten Aufführung des Charlottenburger Schillcr-Theaters als ein, an den Maßstäben seines Genres geinesscn, unterhaltsames Stückchen. Der Zuschauer hat da nicht, wie so oft bei Novitäten der laufenden Kontödien-Produktion, das peinliche Gefühl einer mühselig zusammenflickenden Absichtltchkeit. Die Situationen folgen in leichtem Fluß, ohne daß Ueberraschungen gewaltsam 1BERLIN.N.*öö.u — U--—— m®mm mmm Speise», Schlafzimmer. Herrenzimmer, kompl. WoImunosemrichiungeD, reizende moderne bunte Küchen SptzUlarzt Ir.«sd. Caieman Friakietelptfe I1/S2 ander Dorothesnsir. Syphilis, Haut-, Harn-, esächliohis-, Fi-auoaicid. Sex. MeuraslitsBit. Kürz. Bob. ohne B.iufsstörung. Teile. Harn- u. Blutuntersu ohlin ge n Sprech.!. 10—1, 5— S; Sonn- tag 10—1._ 143L Juckkrätze beseiiist in etwa 2 Tagen ohne BeruissStir., goruoh-"vntl farblos. Mäl, Preise. Aerztlich eaipfatiten. 2058b* Ij. FaStä-lcina, Vohwinkel X r. 33, Khld.. Gustavstr. Vors. unauffällig. Nachn, u. Porto. KsbsrM fieoli ----- Bunte Vortrüge------- Splelfolge vom 1.— 15. Mal: Alois Kraemer, drei Schwestern Lück, Olli.Christiani, Otto Mücke, Krämer- ..... Wolff, Lea Florenz.... jjraSc Auswahl• mäßige Preise— bar— Zahlungserleichterung Neugobauer Charlottenburg Wilmersdorfer Str. 128 Ecke Schillersfr. 1. Täg-llch zw<:i Kapellen. 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Heins sl.): Verschiedene Elemente, die die Vorlage befüNvoricn, darunter auch die königliche Staatsregierung(Heiterfeit und Unruhe) berufen sich auf das Königswort. Ja, auf welches denn, auf da» von Ostern oder vom Juli? Mein Antrag richtet sich nicht gegen die Polen, sondern gegen die Juden, die eine eigene Rasse sind.(Un- ruhe und Heiterkeit.) Daß sie das sind, bat der jüdische Abg. Dr. David zugegeben.(Heilerer Protest.) Und welche Rolle spielen die Juden in der Presse? Sä Männer leilen nach Rathenau die Geschicke Europa«, unier ihnen sind viele Juden. Ich habe den Verdacht, daß manche von ihnen niit Amerita und England in Per- bindung gestanden haben.(Unruhe und Widerspruch links.) Da mein Antrag keine Aussichten hat, ziehe ich ihn zurück.(Großes Hallo.) Abg. Kaazow(Lp.) begründet den fortschrittlichen Antrag. Er gedachte de? abwesenden Abgeordneten Freiderrn von Zedlitz, dem er baldige Besserung wmrschte. Es ist bedauerlich, daß die Konservativen Herrn Heins beransgeschickl haben. Er ist Fnnktionär des„Eimngcfischcn Bundes". Das Zentrum macht solche Ausfälle niemals mit. Herr Heins be- schimpft die jüdischen Krieastcilncbmer, er selbst war aber die ganze Kriegs zeit über hier in Berlin. Seine Ausführungen sind zum größten Teil ganz sinnlos. Abg. Leiuert(Soz)t Wir haben jetzt drei Tage lang darüber verhandelt, welche Vorrechte einzelne Wähler duich die Wahlgesetze erhalten sollen. Und es ist dahin gekommen, das« diejenigen, die durch den Krieg bereichert worden sind, höhere Rechte erhalten sollen. Der Kriegs- Wucher wird bclohut und geehri: diese Leute sipd wertvolle llllenschen. Die Feldgrauen aber, die an der Front stehen, sowie die Invaliden und die Verwunderen im Lande werden nach si 2 nicht etwa mit höheren Rechten bedacht, sondern vom Wahl« recht ausgeschlossen. Da? ist der Dank, den die Großgrundbesitzer und die nationalliberalen Kapitalisten den Verteidigern ihres Besitztums bei der Wahlrechtsuorlage abstatten! Grund und Boden rs! unseren Grundbesitzern durch die Heldentaten unserer Armee gesichert und nun soll dies Wahlgesetz ihnen auch rioch ihre politische Macht sichern und da'ür sollen unsere Soldaten bluten und sterben, dafür soll der Krieg zu einem siegreiche» Ende gesübrt werden. Wenn unsere Soldaten nach Haute zurückkehren, bann sollen ihnen die Rechts, die sie jetzt unter dem Drcillnsjen- Wahlrecht haben, auch noch genommen werden. Bisher war das Zgahl- rechl�nnr an eine sechsmonatige Auseuthallsdauer m der Gemeinde geknüpft l jetzt wird ein einjähriger Ausenthall in der Gemeinde verlangt, dazu kommt die dreijährige Staatsangehörigkeit»ud serner wird das Wahlalter von LI auf LZ Jahre heraufgesetzt. Die Grunde für diese Ausschlüsse vom Wahlrecht, die im K 2 enthalten fmb, sind ein H o h ans jede» soziale Empsinden. (»ehr wahr I bei den Sozialdemokraten.) Das trifft besonders auf die Bestimmung zu, wonach derjenige nicht wählen darf, der wegen eines Verbrechens oder eine» Veraebens, das Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte zur Folge haben kann, zu Gefängnis von mindestens 6 Monaten vernrtcill worden ist. Man batte' versucht, diese Ausschlußgründe cuvas zu veredeln, indem man ganz be- stinmue Straftaten nannte, z. B. Diebstahl, Betrug iiiw. Bei diesen Anträgen, die von den Konservativen ausgehen, hatte man aber nicht euoa die genannt, die ihr Gesinde mißhandelt baben, nicht die Arbeitgeber, die durch schuldhafte Unterlassung der Beobachtung der Arbeiterschutzbcstiminmigen ihre Arbeiter in Lebensgefahr gebracht haben. Man hat nicht denen das Wahl- recht entzogen, die im Duell einen Gegner gelotet haben, wobl aber hatte man in die Anträge all die Be- strafen dincingezogen, die wegen P r e ß v c r g e h c n. Streik- vergehen und dergleichen ergangen sind.(Hört! hört! b. d. Soz.) Enigcgeit allen Hunranitätsbeftrebungen der letzten Jahre maßt sich dieses Hans da» Recht an, die Bestrafungen nach- zukontrollicreir. i�o werden die Wählerlisten, die die Gemeinden läuseud aufzustellen haben, s ch w a r z e L i st e n, die alle Straftaten aus früherer Zeit wieder aufzeichnen und wo alle» wieder auflebt, was bei den Gertch'.en gestrichen ist. Genau to steht es mit der Bestimmung, wonach der, der trotz Mabmmg seine Steuern zwei Jahre nicht bezahlt hat, nicht ivählen darf. Eine weitere Berschiechreriing des Z 2 ist die Vestiminuiia, daß derjenige, der während der letzlen Jahre A r in e u n n r e r st ü tz u n g erhalten hat, nicht wählen darf. Damit werden Sie vielen Kriexsinvatidcn und Berwundete» die Ehre absprechen. (Sebr wabrl bei den Sozialdcurokratcn.) Diese Nugeheuerlichkeiten der Kommissioiisbeschliisse solle» null auch»och gar in der Berfassnug veroirkert werde» und diese nnr geändert werden können, wenn Zweibriltel der Mehrheit dieses Ham'eS und des Herrenhauses dafür summen(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Damit drücken Sie den Kriegsinvalide» das Brandmal der Eutrechlung aui, anstatt ihnen besondere Vorrechte zu geben.(Sehr wahr! bei den Sozial- demokraten.) Nun einige Zllorte zu dem Antrag Heins: er hat ihn zurück- gezogen, will ihir aber iit verbesserter Form lvieder einbringen. lHeilerkeit.) Der Abg. Heins verlangt, daß alle f r e m d r a s s i g e n Preußen vom Wahlrecht auSgeschloiieu sein solleli. Abg. Heins ist Turnlehrer und die Bockiprünge, die er hier vorgeführt bat, wird wohl das ganze Hau» nicht mitmachen. Wie soll denn jenurud seinen Stammbaum nachweisen? Auch der Adel ist keineswegs rasscureiu und Herr Hein» würde auch bei den Konservativen so »rauche Blulvcrulischung finden, die ihn, einen Verkehr unmöglich macht, und ich mochte ihm ein Büchicin oou Ernst Moritz Arndt cnipfehlcn:»Meine Wanderungen und Wandelungen mit dem Reichsfieiherrn Heinrich Karl Friedrich vom Stein.* Dieser hat über den Adel in einer Unierredung mir Ernst Moritz Arndt fol- gendes gesagt: Ja, Sie. nicincn die in Mecklenburg und Hinterpommern und in den brandenburgischen Sanddüneii, die nichts als hinlcrliche und hinderliche Gedanken und Ansichten haben können, da weht schon zu viel polnische und russische Luft herüber.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Da» ist aber kein ritterlicher ReichSadcl. kauni ein halbdciitschcr Adel zu nennen. Es ist ein Baftardgeschlccht, in welchem noch ein Stück von einem wilocn, längst aukgestorbenen vorsintflutlichen Tier steckt.... Bei uns in Rheinland tiud Westfalen haben die Bauern solches Geschlecht nicht auskommen lassen.* iHßrtl hört! bei den Sozialdemokraten.) Aba. Heins meinte, die Inden sollten das Opfer bringen, nnr ihr Recht als gleichberechtigte Staatsbürger zu verzichten. Die Mahnung, Ovser zu bringen, hätte er lieher an die Großgrnndbeiitzer richten sollen, die heute nicht nur volitischc, sondern auch wirtschaftliche Geschä'te mit Hilfe ihrer politischen Privilegien treiben. lSebr wahr! bei deil Sozialdemokraten.) Herr V. d. O'teir beschuldigte gestern die Linke, daß sie durch ibr Verhalten kricqsverlängernd gewirkt habe. Dicie Bebauvtring ist unberechtigt und nnivabr.(�ehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Aber durch dieien js 2 laden die Herren eine viel größere Schuld ank sich.(Sehr richtia! bei den Sozial- demokraten.) Wir arbeiten ständig für die Versöhnung der Völker. Sie aber habeir Haß gegen fremde Völker in das deutsche Volk geint. Und durch die>e Bestrimmina de? 8 2 säen Sie auch noch Haß im deutschen Volk selbit. An? dem Gedankengang beranS: „Macht geht vor Recht" sind auch die Beltimrmmgen de»§ 2 deS Wahlgesetzes heraus geboren.(Sehr richtig l bei den Sozialdemokraten.) Die Krieasteilnchmer, die einmal bestrast sind oder Armen- lmterftiitznna erhalten, betrachteir Sie mit Herrn Lieber als die größten Schutte, die wir in Deutschland baben. Ich kann nur mit einer Mahnung an das Volk schließen:.Hütet euch, Preußen ist ans deni Wege, der Mörder der deutschen Freiheit zu werden.(Lebhafter Beirall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Cassel(Bp.)r Herr Heins hat Personen dem Jiidc::lum zugeschoben, die mit diesem nie etwas zu tun hatten. Die preußinben Juden baden leine Veranlassung, sich mit Herrn Heins und seinen Anträgen zu be- ichäitigen. Die deutschen Inden haben in dieser K'riegszrit ihre volle Schuldigkeit getan. S'- sind begeistert für das Vaterland in» Feld gezogen und werden sich die Liebe znm Baterlande auch durch Herrn Heins nicht ans dem Herzen reißen lassen. Abg. Ströbcl(U. Soz.): Wir bedauern ebenfalls, daß die Tribüne des AbgeordneleuhmiseS zu solchen verhetzenden Reden bc- mint wurde, wie c? von dem Aba. Heins geschehen ist. Der§ 2 will die Interessen der herrschenden Klassen schützen. Wenn diese Bestitinnuiigen in dem Gesetze bleiben, ist es für uns unannehmbar. Mg. Bohslh(natl.): Wir lehnen den Antrag Heins einstimmig ab. Der Punkt 3 von den bürgerlichen Ehrenrechten ist nberflüsiig, weil die Bestimmung im nächsten Punkte wieder enthalten ist. Ter Punkt 3 kann daher gestrichen werden. Im übrigen stellen wir uns beim 8 2 ans den Boden der Ausschußbcichlüsse._ Der Abg. Leincrt irrt sich, Ivenn er annimmt, daß die Wählerlisten zu schwarzen Listen werden würden. Abg. von Bonin(ff.T: Herr Kanzow sollte sich nicht um die Vorgänge in der freilonservativen Fraktion kümmern; das ist unsere Sache. Ein Schlußantrag wird angenommen. Es folgen persönliche Bemerkungen. Abg. Heins(k., deutsch-völtisch): Herr Kanzow hat mich als Bor- standSinitalied des„Evangelischen Bundes" angegriffen und auch meinen Bildungsgang herangezogen. Da» ist die Lchrerfreundlich- keit der Freisinnigen. Im übrigen sollten die Herren vor der eigenen Tür kehren. Herr Rathenau bezieht ein Gehalt von 1 lOOOOO M. (Hört! hört!) Herr Cassel bat nicht das Recht, mich in dieser Weise anzngreircii. Er ist kein Zionsmächtcr.(Heiterkeit rechts.) Diese persönlichen Angriffe beweisen, daß den Herren die sachlichen Gründe fehlen. Abg. Roscnow(Vp.): Nur mit Widerwillen hcschäftiae ich mich mit Herrn Hems.(Der Vizepräsident rügt den Ausdruck.) Er hat durch eine Zwischenbemerkung sogar meine Eltern in die AuS- spräche gezogen. weise ich mit Empörung zurück. Diese Art der Kampsesweise muß nnt Verachtung bestraft werden.(Vizepräsi- dcnt Dr. Lohmann: Dicke Acußerung ist zwar ungehörig, aber Sic haben Veranlassung zur Erregung!) Abg. Cassel(Bp.): Das persönliche Urteil des Herrn Heins besitzt für mich keine Bedeutung. Der Berichterstatter Dr. Bell stellt aus Anfrage fest, daß auch die zweijährige Nichtbezahlung der Hundesteuer oder der Kehrichtabgabe den Verlust des Wahlrechts zur Folge haben kann.(!!) Tarauf wird der 8 2 in der Fassung des Ausschusses angcnom- men. Nur der Punkt 3 über die bürgerlichen Ehrenrechte wird gestrichen, da dieselbe Bestimmung in Punkt 4 enthalten ist. Gegen den ganzen Paragraphen stimmen die Fortschrittlcr, die Polen und die Sozialdemokraten. Tie Wahlpflicht. Die 8?" bis 3e(gleiches Wahlrecht und Pluralwahlrecht) sind bereits erledigt. Nach 8 3: ist seder Wähler verpflichtet, sein Stimmrecht aus- zuüben. Von der Pflicht befreien: 1. ernste Krankheit. 2. unaufschiebbare und wichtige Geschäfte, 3. sonstige besondere Verhältnisse, die nach billigem Ermessen genügend entschuldigen. Wer ohne einen dieser Entschuidigungsgründe sein Stimmrecht nicht ausübt, hat ein Viertel des Jahresbetrages seiner Staatseinkomin enstcuer, mindestens aber 5 M. als Ordnungsstrafe zu zahlen. Tie Ordnungs- strafe fließt in die Staatskasse. Sie Ivird eingezogen wie die Staats- einkommensteuer. Der Wahlkommissar setzt die Ordnungsstrafe fest. Gegen seine Verfügung ist binnen-zwei Wochen Beschwerde beim Negicrungsprösidentcn zulässig. Dieser entscheidet endgültig. Die Amtsgerichte haben dem Ersuchen dieser Behörden um Rechtshilfe hei der Beiuciserhebnng zu entsprechen. Bare Auslagen einer Be- Weisausnahme werden im Falle der Bestrafung dem Wahlberech- tigten auferlegt. Tic Sozialdemokraten beantragen, alle Wahlen an einem Sonn- tage oder an einem Feiertage stattfinden, z» lassen. Nach einem ZenirumSantrage soll die Ordnungsstrafe höchstens 200. M. ausmachen. Bei ausreichender nachträglicher Entschuldigung soll die Strafe ganz oder zum Teil ausgehoben werden können. Ein frei- konservativer Antrag will die Strafe in besonderen Fällen bis auf 3 M. ermäßigen. Ein Antrag Dr. Ludewig(natl.) will festsetzen, daß die Strafe auch geringer als ein Viertel des Jahrcsbetragcs der Steuer sein kann. Abg. Dr. Bell(Z.) bespricht ausführlich Zweck und Nutzen der Wahlpflicht, für die das Zentrum sich erklärt habe, olme sich im einzelnen auf den Boden der Kommission stellen zu wollen. Abg. Harnisch(Toz.): Die gestrigen Beschlüsse dieses Hauses könnte ich vom engstcu Parteistandpunkt aus begrüßen, denn sie treiben Wasser auf unsere Mühlen, aber trotzdem bedauere ich diese Be- schlnsse, denn namenloses Unheil sehe ich aus ibnc» für das Vater- laiih erwachse».(Sehr wahr! links.) Wozu brauchen Sie noch die Wahlpflicht für ein so schlechtes pluiokratischeS Wahlrecht, wie es nach Ihrem gestrigen Beschluß eingeführt werden soll.( Sehr gui! links.) Es steht fest, daß boi den letzten allgemeinen Reichstags- wähle» die Beteiligung 87 bis 94 Proz. betrug, bei den Landtagswahlen ans Grund de» DreiklassenwahlrechtS aber betrug sie jähr- zchiitelang inir 20 bis 80 Proz., vielfach sogar noch: iveiiigcr. znm Beispiel 1855 nur 10,1 Proz. Erst seit dem Eingreifen der Sozial- demvkratie stieg die Beteiligung an den Landtzrgswahlcn in den städtischen, industriellen Kreisen etwas. Sie müßten uns also eigentlich dankbar sein.(Sehr gut? bei den Sozialdemokraten.) Je reaktionärer ein Wahlrecht ist, desto mehr Wähler werden fort- geekelt von der Wahl, je radikaler es ist, desto mehr werden die Wähler herangezogen. Wir sind einverstand-en, den Versuch mit der Wahlpflicht mitzumachen. Wenn aber alle Wähler der Wahl- Pflicht sollen folgen können, so müssen die Wahlen an eiirom Sonn« oder Feiertag stattfinden. Abg. Krause-Waldcnburg(fk.) begründet den Antrag auf Ein- führimg einer Mindeststrafe von 3 M. Abg. Lndewig(natl.): Es muß ein gewissec Spielraum für die Höhe der Strafe gewährt werden, daher beantragen wir, daß die Strafe auch weniger betragen kann als ein Viertel der Jahrcsstcucr, Wir sind gegen die Wahl an einem Sonntag. Minister des Innern Dr. Drcw?: Es ist sehr schwierig festzustellen, ob jemand aus bercchUgien Gründen der Wahl fern bleibt oder nicht. Es gibt auch Leute, die grundsätzlich nicht zur Wahl gehen wollen. Daher ist es besser, bei der Bemessung der Strafen etwas freie Hand zu lassen. Am ge- eignelsten erscheint der freikonservittive Antrag. Wir haben gegen die Wahlpflicht gewisse Bedenken, aber wenn die Mehrheit dasnr ist, werden wir nicht dagegen sein. Nach weiterer kurzer Debatte werden die Kommission Sbe schlii sse unter Ablehnimg der Strnntazswahl mit dem Antrag de» ZculniinS und dem Antrag LudewigZ angenommen. Nach§ 10 ist jeder Preuße wählbar, der»0 Jähre alt ist. Abg. Harnisch(Soz.): Wir beantragen in Ilebcrcinstimmung mit dem NeichstagSwahl recht die Wählbarkeit auch hier mit dem 2ä. Jahre beginnen zn lassen. Einer der bekanntesten und meist genannten Rcichstagsabgeordneten war schon vor Erreichung des 30. Jahre» gewählt, und zwar meine ich da nicht einen meiner Parteigenossen, sondern Herrn Erzbergcr.(Ah>r-Rufc niid Heiterkeit.) �Das Zentrum wird also wohl für unseren Antrug stimmen.(Sehr gut! de: den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Bell(Z.): Wir werden gegen den Autrag Hacnisch stimmen. Man ist mit der bisherigen Bestimmung sehr gut ans- gekommen. Abg. Hirsch(Sog.): Der Paragraph bedeutet aber eine wesentliche Verschlechterung gegenüber dem jetzigen Zustand insofern, a!« auch nach der Fassung der llicgicruugövorlagc, die die Kommission beibehalten hat, die Wählbarkeit davon abhängen soll, daß der Be» treffende drei Jahre die preußische E:taatsaugel>örigkc>t besitzt. Bis- her war da» nicht der Fall, es war nur nötig, daß er überhaupt preußischer StaaiSangehöriger war, er kounlc die Zugehörigkeit aber auch noch im letzten Augenblick erworben haben. Eine Konsequenz der neuen Verschlechterung wäre z. B., daß ein bayerischer Minister, wenn er nach Preußen kommt, in den ersten drei Jahren wohl hier Minister werden, aber nicht zum Abgeordneten gewählt werden kann.(Hört, hört!) Ich bitte daher, unserm Antrag zu- zusti mmen. Hilter Ablehnung des Antrag» Hacnisch wird die Kommissions- fassung angenommen. Nach dcbaiteloscr Erledigung weiterer Paragraphen folgt§ Iß der bestimmt, daß die Wahl durch Stimmzettel vorzunehmen ist. der geheimen Wahl eingeführt werden müssen. Ein Ncgicrungsvcrtrcter erklärt, daß die Regierung alle zur Sicherung des Wahlgeheimnisses erforderlichen Vorschriften erlassen werde. Abg. Dr. v. Kries(k.): In der zlvciten Lesung lchncii wir den Antrag ab, werden ihn aber bis zur dritten Lesung noch prüfe::. Abg. Hirsch-Berlin(Soz.): Wir stimmen dem Antrag Lewin in seinem vollen Umfange zu. Ter Grundsatz der geheimen Wahl ist so wichtig, daß wir es für notwendig halten würden, ihn nntcr� den Schutz der Verfassung zu stelirn. Es ist zweifellos besser, die wickle. rungcn des Wahlgeheimnisses in das Gesetz selbst auszunehmen, als sie der Anordnung durch die Regierung zu überlassen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Von dem Antrag Lewin wird der Satz:„Die Wahl ist eine gc- Heime" instimmig angenommen, im übrigen wird der Anircrg Lewin gegen die Stimmen der �sozialoemokrateir und Fortschrittlcr abgelehnt und 8 14 in der Kommissionsfassung mit der be» schloffencn Ergänzung«»'genommen. Um 5 Uhr wird ein Antrag Dr. Pachnicke(Bp.) ans Vcriagung abgelehnt. 8 24 handelt von den Wahlbezirken. Ein Antrag der V o l k s p a r t e i will in einer Reibe großer Wahlbezirke die Verhältniswahl einführen, z. B. in Berlin, was zu oinem Wahlbezirk verbunden werden soll, in Teltow, Nieder» barnim, Posen, Breslau, Hannover usw. Die N a t i o n al l i b c r a lc n beantragen gleichfalls die Vcr- hältniswahlcn für eine Reihe großer industrieller Wahlkreise. Abg. Dr. Bell(Z.) spricht für einen Antrag des Zentrum?, wo- nach die Wablkreiseinteilung in die Bcrsassniig aufgenommen und unter dem Schutze einer Zwcidrittelnielwheit gestellt werden soll. Atrf Antrag Boisly(natl.) beschließt das Haus, diese Frage erst beim Mantclgesetz zn erledigen. .Abg. Menzel(natl.) befürwortet die Einführmig dcr'V erhält. n i» w a h l i n d e r O st ni a r k. Die weitere Debatte wird auf Sonnabend 101� Uhr pünktlich vertagt._ der Mtisemitenfkanüal im dreitlajsenhause. Der konservative Mgeorldnete Heins hat gestern dem Atzge- ovdiietenhause eine halb ärgerliche, lialb heitere Stunde bereitet. Sein Antrag, die Juden vorn Wahlrecht rru s z u» schließen, und die Art der Begründung dieses Antrages weckten selige Erinnerungen an den„Rektor aller Deutschen" Ahlwardt, den Dreschgrasen Pückler und andere vergängliche Größen des parlamentarischen und politischen Lebens. Am meisten Aeihn- lichkeit hat aber Herr Heins in seiner Sprechweise mit einer in Deutschland weniger bekannten Erscheinung, dem Wiener antise- mitischen Abgeordneten und Mechaniku» Schneider, einem feuchtfröhlichen Mann, der in ssinen Einfällen nnerschöpflich war. Das eine Mol bewies er mit hebräischen Zitaten, daß die Juden zn Ostern Christenkinder schlachten, das andere Mal forderte er ein Schußgeld auf Inden, das dritte Mal beantragte er eine Aendemng des Strafgesetzes, wonach der Geschlech tsver» kehr zwischen Juden und M c n s ch e n als Sodomie zu bestrafen sei. Sonst war Schneider girtinütig, und seine größte Freude war es, mit einer Bonbontüte beivafsnet im Hause spazieren zu gehen und die Abgeordneten mit Süßigkeiten zu beschenken. Einst, da er gc- rade eine seiner blutrünstigsten Judeiitotschlagveden gehalten halte. kam er unversehens an einen jüdischen Atgcardneien, stutzte eine Weile, dann aber übermannte ihn seine angeborene Herzeusgüts und er sagte treuherzig:„Na, Ju.d, nimm Dir halt auch eins!" Gemeinsam ist allen diesen Rnssenstzürern, daß sie Christen und Juden absolut nicht von viualidcr mrterschoiden können, nad so hat auch Herr Hein» nilsern Genossen Dr. David versehenÄch zum Juden gestempelt. Aber das maeht nichts, Spaß muß sein! Des A bgeordnetenhanses bemächtigte sich bei seiner Rede eine un- gewohnte Jux- und Hallostimmnng, so daß die Konservativen erschrocken von diesem Fraktionsgei rossen abrückten. So diplomatisch sind die Junker sonst nicht, uiud wer sie einigermaßen kennt, der � weiß, daß Herr Heins sehr vielen von ihnen aus dem Herzen ge- I sp rochen hak. GeweesschchzbewWNS Einigung der Jirma Ludwig Löwe � Co. mit ihren Angestellten. Bekanntlich war cS zwischen der Firma Lndwig Löwe». Co. nnd ihre» Angesicliten zn einem Konflikt gekommen, weil die Firma sich weigerte, den Angestellten diejenigen Aufbesserungen ihres Ein- kommend zu gewähren, die vom EchlichtungSausschutz unter In- stimmmig auch der Arbeitgeber als berechtigt anerkannt worden waren. Ter Beschluß der Angestellten, von dein ihnen durch den Sch! ichlungsausschust zugesprociicnen Abkehrschein Gebrauch zu uiachcn, falls keine Einigung erzielt wird, hat berechtigtes Aufsehen erregt, weil dadurch infotge des Verhaltens der Firma eine Lahm- legnng des Betriebes und damit eine schwere Schädigung der Kriegs- Wirtschaft zu besorgen war. Tiefe Gefahren haben den Vorsitzenden des Berliner Gcwerbegerichts, Herrn Magistratsrat von Schulz, vcr- anlastt, Einigungsversuchc anzubahnen. Tic vereinigten Angestellten- verbände erklärten ihrerseits ihre Bereitwilligkeit, an der Herbei- fühcung einer solchen Verständigung nach Kräften mitzuwirken. Tie daraufhin zugestandegekonimenen erneuten Verhandlungen zwischen der Direktion und dem AgestelltcnauSschutz, die diesmal unter per- fö»lichcr Leitung des Herrn Justizrat Waldschmidt stattfanden, haben zu folgender Einigung geführt: „Ab 1. Mai iverdcn an die angestelltendcrsichccungspflichtigen Angestellten folgende Teuerungszulagen geloährl: 1. Für ledige Beaurte monatlich 80 M. lbiSher M). Für verheiratete Beamte monatlich 140 M.(bisher 1101. 3. Kinderzulage wird bis zum vollendeten 16. Lebensjahre ge- währt(bisher bis zum 13. Jahre). 4. Die Kinderzulage beträgt für jedes Kind 30 M.(bisher 25). Tiefe Erhöhungen haben bis Ende des JahreS 1018 Geltung. Weitere Forderungen ans Teuerungszulagen oder kollektive GehallS- crhöhungcn seitens der Angestellten dürfen bis zu diesem Zeitpunkt nicht erhoben werdeir. Eine einmalige Teuerungszulage erhalten alle nicht versichc- rungspflichtigen Beamten." Eine Bestimmung gegen Maßregelung der Ausschußmitglieder usw. wurde nicht für notwendig erklärt, da solche Absichten der Ti- rektion völlig fernliegen. Diese Vereinbarung wurde einer am 2. Mai stattgehabten sehr st a r k besuchten V e r s a m in l u n g der Löweangestcllten vor» gelegt und trotz mancherlei Bedenken sowohl vom NngestelltenailS- schliß als auch von den Vertretern der Angcstelltenvcrbände zur An- nähme empfohlen. Es wurde dabei betont, daß die anscheinend sehr erheblichen Erhöhungen der Teuerungszulagen nur teilweise eine Ausbesserung darstellen, weil die im Vongen Jahre den Angestellten gewährte einmalige Teuerungszulage in diesem Jahre den vcr- sichc rungspflichtigen Angestellten nicht mehr gezablt werden soll. Immerhin kann im allgemeinen eine nicht unerhebliche Ausbesserung festgestellt werden. ES wurde weiter darauf hingewiesen, daß die neuen Sätze der Teuerungszulagen zwar diejenigen bei anderen Firmen etwas übersteigen, daß aber berücksichtigt werden müsse, daß die Gehälter der Firma Löwe im allgemeinen niedriger sind, alS bei anderen Firmen. ES wurde die Erwartung ausgesprochen, daß die Firma entsprechend der gegebenen Zusage unabhängig von der Erhöhung der Teuerungszulage bei den wirtschaftlich schlechtgestellten Angestellten und den besonders niedrigen Gehältern noch eine an- gemessene Gchaltserhöhilng gewährt. Allgemein kam die Befricdi- gnug zum Ausdruck, daß durch das feste Znsammenhalten oller An- aeslclllen die Firma zur Einigung veranlaßt worden ist. Tie Vcr- sammlung stimmte schließlich den Vereinbarungen zu. Tisscreuzen weqen der der Teuerungszulage für die Herreumah- und Militärfchnetder. Im Anschluß an die Nürnberger Verhandlungen wegen der Teuerungszulage haben die Arbeitgeber eine Bekanntmachung ver- ösfentlicht. die dem Schiedsspruch Iv i d e r s p r i cht. Sie erklären ibrcn Mitgliedern gegenüber, daß für alle�bis zum 1. Mm d. I. in der laufenden Lohnwochc gelieferten Stücke der Zuschlag von 63 Proz. nur dann zu zahlen sei, wenn die Stücke nach dem i.Mai 'geliefert kver�eit. Für Stücke, die beoeits früher teilweise fertig waren, sei entsprechend der geleisteten Arbeit ein geringerer Betrag zu zahlen. Hiergegen hat der Schneidervcrbmrd Widerspruch erhoben und es haben die Unparteiischen folgende Erklärung zu ihrem Schiedsspruch abgegeben: „Die Unparteiischen sind bei Fällung des Nürnberger SchicdS- spruchs von der Voraussetzung ausgegangen, daß die Termine der einzelnen Lohnzahlungen dieselben bleiben wie bisher. Ter Sckneds- spruch besagt nun, daß alle ab l. Mai d. I. erfolgenden Entlob- iningen nach den neuen Normen berechnet werden müsien. Es kommt nicht darauf an, ob die zu entkohilende Arbeit im Mai oder April geleistet tvorden ist. Das allein Entscheidende ist also der v e e t r a g S ü b l ich e Lobn. Zahlungstermin. Fällt dieser in die Zeit nach dem 1. Mai, so gibt es für alle zur Entlohnung lommcuden Arbeiten keine anderen Normen als die durch den Schiedsspruch festgelegten. Alles gilt selbstverständlich unter der bc- dingten Voraussetzung, daß der Schiedsspruch angenommen ist." Es kann hierzu bemerkt werden, daß der Schiedsspruch in ganz Deutschland mit großer Mehrheit angenommen wurde. Hiernach ist die Voraussetzung für die Durchführung des Schiedsspruchs ge- gebe». Tie Auffassung der Arbeitgeber, daß für zum Teil fertige Stücke oder solche, ans die Vorschuß genommen wurde, nicht nach den neuen Sätzen bezahlt werden brauche, ist demnach unrichtig. Auch für die Tagschneider, die iin Wochenlohn beschäftigt werden, ist für die Lohinvoche, die am 3. Mai endet, ebenfalls der volle Zuschlag für die. beeeitS in den letzten Apriltagen geleistete Arbeit zu zahlen. Nach diesen Darlegungen der llnparteiisctien ist für sede Lohn- Zahlung, die nach dein 1. Mai erfolgt, nur noch der ScbiedS'pruch vom 13. April maßgebend: eine von diesem abweichede Berechnung ist durchaus unzulässig._ Ten Tod eines Iiervorragenden Streiters für die Sache feiner Berufsgenossen bat der Verband der Buch- und Stein- druckerei-HilfSarbeiter und-arbeiterinnen zu be- klagen. Paul Herrmann, langjähriger Vorsitzender der Zahl- stelle Dresden, ist durch eine feindliche Granate, im besten Mannes- alter stehend, dahingerafft worden. Um ihn trauert aber nicht nur die Berufskollegenschaft Dresdens, sondern die ganze Organisation, deren Berater Herrmann seit 1003 auf allen Verbandstagen ge- Wesen ist. Der so plötzlich seiner Berufsorganisation Entrissene hinterläßt eine trauernde Witwe und drei Waisen. Lohnbewegnng in den Dresdener Brotbäckereieu. Da die laut Beschluß einer Gehilfenversammlung gestellten Foc- derungen auf Erhöhung der Löhne bei den Inhabern der Dresdener Brotbäckereien leine Berücksichtigung sanden, wurde das Kriegsamt zur Vermittlung angerufen. Nach längeren Verhandlungen wnrde vereinbart, daß ab 1. April der 1017 mit den Vertreter des Brot- fabrikantenvereinS vereinbarte Grundlohn, einschließlich der im Herbst vereinbarten Erhöhung um 3 M.. um 5 M. erhöht werden soll, vorbehaltlich der Zustimmung der beteiligten Körpersckiaften von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Der Vertreter des Brotsabri- kantenvereins, Dr. Onasig, gab die Erklärung ab, daß die Ab- machungen den Mitgliedern zur Durchführung empfohlen werden würden. Im übrigen verlang,? er protokollarisch vor dem KriegSamt festgelegt zu wissen, daß die Brotfabrikanten nicht mit den Vertre- kern der Organisation verhandeln. Dieses Standpunktes wird sich die organisierte Arbeiterschaft zu gegebener Zeit zu erinnern wissen. Tie Brotfabrikanten in Sachsen sind nicht nur verbissene Gegner aller Tarifverträge, sondern sie olöchten auch da-Z Nachtbackverbot über die Dauer des 5tnegeS hinaus vereiteln. Di« Gehilfenschaft stimmte den Abmachungen zu, brachte ober auch zum Ausdruck, daß diese Abmachungen keineswegs den Tcuerungsverhältnissen«nt- sprächen. Wie nun mitgeteilt wird, haben die Brotfabrikanten trotz der Zusage ihrer Vertreter vor dem Kriegsamt diese Abmachungen abgelehnt._ ?nöustrie und Kandel. « Eichrrung der Luxussteucr. Der dem RsichStaae zurzeit zur Beschlußfassung darffogende Entwurf einer llmfatzteucr enthält bekanntlich im§ 7 eine erhöhte Belastung dar Lieferimg g-Aniss-er Luxusgvgenstände. Das Bekannttverden des Entwurfs hat zur Folge gÄjabt, daß in den Geschäften, die mit solchen LuruSgegenständeu handeln, in den letzten Tagen erhöhte Umsätze erzielt worden sind. Bei der Be- ratimg des Entwurfs in erster Lesung in, RoichSdag hat sich er- ge&n, daß Neigustg daKt besteht, der Steuer rückwirkende Kraft 'beizulegen. Insbesondere bat der Abgeordnetc Waldstein hervorgehoben, daß sich Mittel und Wege finden lassen würden, nur auch die jetzigen Angstkäufe zu erfassen, und er hat Kaufmannschait und Publikum bor den Folgen nachdrücklich gewarnt. Eine am 3. Ma-i in Kraft tretende BnndeSratsverordlmng vom 2. Mai 1018 zeigt, daß die Warnung des Abgeordneten Waldstein wohl berechtigt war. Tie Verordnung trifft Vorsorge, daß die nach ihrem Inkrafttreten getätigten Licsernngen in Lurnsgegenständen der Steuer nicht cnt- geben, und daß andererseits die Geschäftswelt in der Lage ist, mit dieser Steuerpflicht zu rechnen und entsprechend ihre Preise ein- zustellen. Dabei beschränkt sich die Verordnung auf die drei ersten Gruppen des§ 7, in denen sie dam», ausgeht, daß es sich bei Edel- metallen. Edelsteinen und sonstigen Huweliiorwaren. sowie bei K u n stg cgen ständen und Stirtiqui täten um die hauptsächlichsten und ausgesprochenste!, LuxuSgegenstände handelt. Ter Kaufmann, der derartige Lurusgegenitände im Kleinhandel, i, H. also nicht zum Zwecke der Wsitcrveränßerung, vertreibt, hat eine RüSI-ige in der Höhe der geplanten Steuer, also un, 20 Proz. bei Edelmetall-, Edelstein- und Juivetienvarsn, und von 10 Proz. der vereinnahmten Entgelte bei den übrigen Gegenständen zu machen und sie für die spätere Besteuerung bereitzuhalten. Außerdem hat er ein Buch zu führen, in das er 1>si jeder Lieferung den Gegenstand noch der handelsüblichen Bezeichnung, den Tag der Lieferung, den Betrag der Zahlung und den zurückgelegten Betrag eintragen muß. Her- vorgehoben fei, daß die Verordnung selbstverständlich der cnd- gültigen Fassung der Bestimmungen im Gesetz selbst in keiner Weite vorgreift. ES handelt sich eben noch nickt um die Steuer age wnrde also insoweit frei werden, als etwa das Gcse selbst die Steuer auf die betreffenden Lieferungen nickt erstreckt oder Befreiungen irgend welcher Art vorsieht. TaS Verhältnis des Kaufmanns zu feinem Kunden bleibt völlig deren Vereinbarung überlassen._ Gegen die Erhöhung des Kaffeezollcs. Ter Verein Deutscher Kafsosgroßlßindler und-röstcr E. SS., mit dem Sitze in Köln, erhebt Einspruch gegen die zu starke Erhöhung des Kaffeezolls. Er begründet das wie folgt: ES erscheint uns die Forderung der Regierungsvorlage, den Zoll um nahezu 120 Proz. zu erböhen, nachdem er bereits 1900 um 50 Proz. erhöht worden ist. su weitgehend, da der Zoll dann erheblich höher sein würde als der Durchschnittspreis der Ware selbst. Zudem würde der Verbrauch der Kasse- Ersatzini, rtel, die steuerlich nicht belastet werden sollen, in echebtichem Maße zunelmven. Dadurch aber würden der Bevölkerung wichtige Nahvungsurrttel entzogen, die durch ihre Verarheitiing zu Kaffe-Ersa tzmittet n nur ungenügend verwertet werden könnten. Ferner würde die außcrordenttiche Höhe des Zolles dessen Ergebnis weit ungünstiger decinftussen, als die Noichsregierung annimmt, die mit einem lliückgang von 25 Proz. rechnet; denn der Nnckgang deS K Sch»lz, SlcutlMn: für An-eigcn:?1,rod»r Serlin. I-crw«: VorwsrtS.Lerl-g G. m. d. H., Brrkln. DrixC: Vvrwärl«-Bi!»druiicrcl und BcrlagSanflaN Puul Singer u. Co. in Berlin, Lindenslrabc u. Hierzu 1 Beilage. virsütioi! dlui tismbarckt. Idcntfichca Theater. 71/,; Oer Bürger als Edelmann. Sonn.: Oer Bürger als Edelmann. Nnchiv. S'/g(Halbe Preise): Cicspeiistcr. Kr.nimersplele. 6 Ulir: iSiiitiuran. Sonntag: Mumnrun. Volksbühne. Theater anr Bülowplatz. jntorgraudb. Sohönh. Tor. Uhr: Nathan der Weise. Sonutafr 7 üiir: Faust. I. Theater des Westens AilabcndUeh T1/, Uhr: Leopoldine Konstantin � Die Tänzerin. Dir. C. Meinhard— kl. Bernauer. Theater iTKöniggratzer Str. 7';.: Schwestern u. der Fremde. Komödienhaus T'/j Uhr: Die Zarin. Berliner Theater 7» 17.: BIltKblanes Blut. Paul Göbel der Urkomische Chester Dieck Exotischer Kadfahrakt „Durga" das fliegende Piano sowie der grofio Mai-Spielplan! Beichshalien• Theater. Allabendlich T'/a Uhr: Steltiner Sänger. Heichshallen-Saal T'/.U.ij Grolles Blüihgen-Koneert. Theater für Sonnabend, 4. Mai. Central-Theater Komniandantonstraße 57. 7'/,: DleCoardaafttratln Uentschca Opernhaua - �Der Frclseüülz. Friedricb-Wilbelmst. Theater T/-.vhr: Das DreifflädeFlIiaiis. Kleines Theater 7'/. Uhr: Nante. Komlaohe Oper T'lou.: SeliwarzwalilinKilel. Morgen o'l.: Die KinokSnfgin. I-aatapiclhaoa 7*/, Uhr: Die hlonden Mädels v. Lindenliot Metropol-Theater uhr: Die Rose von SianM Morgen 3 Uhr: Die Kaiserin. Neues Operettenhaus Sohilfbd. 4a. Kasseut-Nd. 281 T�uhnDerSoldalderMarie. Bealdena- Theater Die Spur. SchlUev-Theater O ti, vhr: Ein Erfolg. Behlller-Tfa. Chart. ti. uhr. Der letzte Fuoke. Thalia-Theater tSiInterilerlilenileiiLliitle Theater am Nollcndorfplatz S'.V Der Raub der Sabinerinnen. 7 Uhr: Oranien-?alast Oranienst 40—41.(OranienbrDske) Konzert-Kaffee- Kabarett 7'/. Uhr. Paul Coradinl. Sonnt. 4 Uhr. Gerda Arnhoff.— Ulchard Iterjrcn.— Herta Goston.— Gerda Gerda. 2 Kapellen. Dirk van Erp. 2 Kapellen. f. Stuck: Weinklaoaie mit BarbUfett. Original Warschauer Schrammein, ÄÄ. NATION Al-THEÄTER �.7./., Größter Lacherfolg! 113. Maie Die ist richtig! 11». Male' PosseT.Dr.lippsBhitz.Text v.Steinberj. MusikiW.Brcmme. Sonntas; 3','s: Johannisfeuer. Vorvk. v. 10U. unuetarbr. 1 Der n Hias H •Im feld- ■ranes Spiel täglich 7% Uhr abends Heute nachm. 3)4 Uhn Familien- u. Schüler-Vorstellung zu kleinen Preisen Merfes, Seintag, 2 AnffOhrungen; 3'/,>. 7>,', Mir Palasl'Theater am Zoo Horiron Sonntag ________„ zur Baamlilite Daeli Werder Abs.«'/, Sellin NclchStagsnfer b.NelchSlansfteb. »>>»>»,», ö'/, Charloltcnbg.-Tegeler SBcg, nalje Lhf. su! Hiinmellalirtstai von der Oberbanliriieke S'l. n. n'/. Uhr n. Skcn-Hcringsdorf n. Woltersdorfcr ScWeuse. Reederei Kiock. Falrfciiiteiustr. 48. Acht hlüT.' Feniftn-. ftönigfL 206; ____ DÄ:Er Waisenbrücke. Bis auf weiteres Jeden Sonn- k* rn MI DPnhliro' tag nachm. S Ihr nach IVraUipCBÜUrg. Ab Reichstagsufer � Bahnhof Friedrlchstraße. IS Werder- Baumblille. Morgen Säor.nta, u. Uimmolfabrt Tägl. 7% Str. 3'/, n. 7',. Das neue Mai-Programm u. a„Die lebende Brücke" Prof. Ilawklna m. seiner dressierten Hundemeute. Helene Fischer, Schulreit. Zum Sohlufl: Die grobe Pracht- AusstatL-Pantomime „Frühlrngsspiele" in 4 Akten. Pcsond. hervoriubcbeu: Sturmszene mit d. Wolkan- bruch!— Kahnrutsch aus 30 Meter Hflhe in den Grunewaldsee. Stg. 2 Verst., 3'/, u. 7'/sU. Auch mu... Frühlingsspiele'' IhaJBHiiaifBi! Walhalla-Theater. Donauliebchen. Uhr: -i t» Theater | Frledrlclist. 318 ?sul Beekers l>cutfiehiandH bester Komiker sowie erste Variete-Attraktion eh Sonntag 31: Uhr jeder Erwachs. 1 Kind frell Theater der Friedrichsladt. Ecke Priedricii- u. Limensir. JCorck. itiüO. Xügiich: Familie Haoneoiano. Schwank in 3 Akten von Mai lloimann u. O. Schwarz. Hans Junkermann, v. Höilendorif Alice Torning, Richard Georg. MARXFEIER Zur Erinnerung: an die 100. Wiederkehr seines Geburtstages mra Sonntag, den 6. Hat 1018, mittags 12 Uhr, im greßen Saale des Gewerksohaftihauses, KngoMer 15. ■PeatrortTag, gehalten r. Reiohalags- abgeordn. Wilh. Bios; Rezitationen, gesprochen von Kd. v. Winters tem,"»om JJeucsehen Theater; MännarchOre, gesungen von der Oypographia, unter Leitung ihres Chormeisters. SV Elntrittsprel» CO Pfennig.~0W LinlaC von 11 Uhr an. Beginn Punkt 12 Uhr. Knde 2 Uhr. 202/4« Billetts sind durch alle Parteifunktionäre und die Parteispoditionen zu beziehen. 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