Ar. IST. M. ZshrK. BezngSpreiO« Mertel�Zhr!. 4�0 Ml. monat! tui inS Haus.»orauSzablbar.Tinzrw« Shimmcnt lü�Sfa. Postbezug: Monatlich ILV Mb Unter Krcuzdanb sbr Deutichland und Oesterreich» Ungarn L.— Ml, für das übrige iluSland 4.S0 Ml. monatlich. Persand ins Feld bei direkter Lestelluna monati. I.S0 Ml. Lostdeslellungen nehmen an Töne» Marl, Holland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Eingetragen in die Posl-geitungs-Preisliste. Erscheint täglich, Detegramm- M> reffe .Sozialdemokrat Verls»', »nrirf (lO Pfennig J Vevlinev VollrsNAkk. Zentralorgan der foztaldemokratifchen Partei Deutfcblands. KnjstßfRsjtr;�: ®tt fttb engesdallene Kalsn-izei! ewilet PC Plg.„fffrine Anzeigen", das sctlcednulre Wort id» x»g. tträä'ag Z ielrzedruchie Worte', zed-s weitet c Wort IS Pfg. Etei-engesuchc und Schlafftellenchizeige» das erste Wori 20 Pf«, sedes wertete Wort K> Pig Worte»über IS Buchstaben züliien iär zwei Worte. reuerungSzrrfchiag W«,>» Fa-mli-n.Zlnzeig«»,»Mrrsche und aewerkscha-tiiche L-relns- kinzeiaen SO Psg. die Seilt,«r>xe»g«r chr die nächiie Nummer müssen bis l» Ude nachmittags im Haudtgelchösi. Serun ««.Kv, LindenstraK» ö. ad iegeden »erden. SaSssnel do«» Uhl stSh»r» 7 Uhr»brnds. Reüaktisa: EW. öS, Lwüenstraße 3. Neruiprecher: Amt Moritzplatz, Nr. ISIS«— 15197. Dienstag, de« 7. Mai 1N18. EapeSitton: EW. öS» Kinösvstraßi?. i?!rn'vrecher: Amt Moritzplaff. Nr. 151 Sv— 15197. Keine Meöensvorschläge an Engianö. Berlin, K. Mai. Amtlich. Die von der Telegraphen» Union am 5. d. M. auS Amsterdam verbreitete Meldung englischer Blätter, wonach ein Holländer im Auftrage des Staats- sckrctärS v. K üh lm au n einer hochgestellten Persönlichkeit der englischen Regierung bestimmte Fricdeiisvorschläge gemacht habe, beruht auf v ö l l i g f r e i e r E r f i« d u n g. Die au die Meldung geknüpften Schlußfolgerungen der englischen Presse erledigen sich dadurch von selbst. Die Regdung öer Aanösfrage. Kopenhagen, 5. Mai..Natwnaltidcnde" meldet aus Stockholm: Die Verhandlungen zwischen den schwedischen, sinnischen und russischen Behörden haben zu dem Ergebnis geführt, d aß die russischen Befestigungen auf den Alandsinseln, die im Widerspruch mit dem Alandsabkommen von Rußland angelegt worden sind, wieder beseitigt werden. Mit diesen Verhandlungen steht vermutlich auch die Meldung im Zusammenhang, datz die schwedischen Truppen von Aland zurückgezogen werden. Der öeutschlanö unö tzoüanö. Die behobene Spannung. Der Zweiten und der Ersten niederländischen Kammer ist am Sonnabend in später Abendstunde die schriftliche Mit- teilung des Ministers des Auswärtigen zugegangen, daß die Spannung, die in dem Verhältnis zwischen Holland und Teutschland eine Zeitlang bestanden hatte, behoben ist. Sie sagt:„Die deutsche Regierung verlangte von der holländischen Regierung einige Maßregeln, die in ihrer Ursprung- lichen Form nur teilweise für die Bewilligung in Betracht kamen." Ueber die Spannungspunkte wird alsdann Näheres mitgeteilt, was auch in deutschen Mitteilungen letzter Tage schon angedeutet war. Sie bestehen vor allem in Fragen der Durchfuhr von Sand, Kies und Steinschlag, der Aussuhr von Kies aus Holland nach Belgien, der Wiederaufnahme des seil Beginn des Krieges von der deutschen Negierung einge- stellten Güterverkehrs auf der Eisenbahn zwischen Belgien und Deutschland über Roermond. Für den Ausgleich der Spannung war der Neutralitätspunkr maßgebend. Zum Schluß sagt die ministerielle Mitteilung: Beim Beginn der nächsten Woche werden die militärischen Urlaube wieder erteilt und den Truppen wird auch die sonst übliche BelocgungSfrcihcit wieder zu- gestanden werden. » Die.Norddeutsche Allgemeine Zeitung' schreibt: DaS Ver- halten einiger niederländischer Zollämter an unserer Grenze gab seil längerer Zeit in verschiedener Richtung zu Klagen Anlaß. Neuerdings waren Zollbeamte dazu über- gegangen, deutschen Reisenden, die auS Holland nach Deutschland zurücklehrten, Kleidungsstücke unter der Begründung zurückzubehalten und wegzunehmen, dag diese Sachen in Holland cingekaufl seien und entgegen den Aussuhrverboten über die Grenze gebracht werden sollten. Eingaben der Betreffenden, in welchen diese darlegten, dag sie die Sachen schon vor der Reise in Deutschland besessen hatten, blieben wirkungslos. Die darauf erfolgten Beschwerden über dieses Verhalten sind von amtlicher deutscher Seite unverzüglich bei der niederländischen Regierung zur Sprache gebracht worden und haben— wie wir hören— dazu geführt, datz die Zurückgabe der weg- genommeneu Gegenstände zugesagt worden ist. öis atnerikanische Mfe. Bern, 6. Mai. Ter New Dorker Korrespondent de?.Secolo" kabelt, man solle sich in Italien gedulden, wenn Amerika bis dahin noch keine Truppen an die Piavefront gesandt habe. Die a m e r i- nische Hilfe eriolg« jeweils dort, wo sie am notwendigsten sei. Das gelte auch für den FaD einer großen Offensive gegen Italien. Doch rechne man in Amerika bestimmt darauf, datz das italienische Heer den ersten Ansturm allein aufhalten tonnen werde. Die Krönt im Westen. Neue KohlenschLchte im �euer. Westfront, Ende April. Von dem nordstanzösischen Kohlenbecken, das im Frieden allein »wei Drittel der Gesamtprodnltio» Frankreich-S lieferte, befindet sich seit Oktober 1914 der größere Teil mit den wichtigen Minen von A n z i n idic allein 16 öW) Arbeiter beschäftigten), A n i ch e, Den- sin, Len»S, Licet» und EourriörcS sbelannt durch die Grudenkatastrophe von 1996, bei der 1299 Bergleute umkamen) in deutschen Händen. Dir blutigen Kämpfe dc-s Jahreö 1917, die nördlich Arras zum Teil zwischen zerstörten Zechen und roten Ar- beiterlolonicn sich abspielten, haben den Franzose» nur einen schmalen Etteifcn dieser koslbarc» Erde zurückgebracht. Mit desto größerer Energie haben sie sich ans die AuSbeutiing dc-Zsciiige-i DistriilS gc- worfen, der ihnen von Anfang an verblieben war. Bon Leus und � Densi ziehen sich wie Flöze unter den Echüpengräbe» hinüber iuS t zu melden Kemme!«nter ftKrkerem Fener— Feindlicher Angriff bei Loker. Berti«, 6. Mai 1918, abends. Amtlich. Von den Krleqsschanplätzen nichts Neues. Amtlich. Griße» Ha«pt,«artier, ö. Mai 1918. sW. T. S.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht und Deutscher Kronprinz. I« flandrischr» Kampfgebiet führten mir erfolg- reiche Unternehmungen durch. Ein feindlicher Deilangriff s ü d« lich von Lokrr scheiterte. Am frühen Morgen vorübergehrud heftiger Artilleriekampf zwischen D p e r n und B a i l l c u l. TogSüber lag nur der K e m m r l unter stärkerem Feuer. Auf dem Nordufer der LyS, am La Bassse-Kona! und in einzelnen Abschnitten de? Schlachtseldcs beiderseits der Somme lebte die Fenrrtätigkeit am Abend auf. Er- knndungSgefcchte und Vorstöße in die feindlichen Linien bei H a n g a r d und sädwestlich von lv r i m» n t brachten Ge- fangene ein. Herrrlgrnppe Herz»,«ltrecht. Ju Vorfeldkämpfen mit Amerikanern südwestlich von Via- «int und mit Franzose»»m HartmannSwcilerkopf machte» wir Gefangene. Von den anderen Kriegsschauplähe« nicht» Nrnrt. Der Erste Grnrralquarttrrmelster. Lndenborff. Der österreichische Bericht. LS i»», ö. Mai ISIS.»» t l i ch wird»erlautbart: Südwestlicher Kriegsschauplatz. Rege Art'.llrrietitigkcit. De, Ahrs de» Gr«er« lftab e». Becke» von Bsthnne. Wenn man ans eine der zahlrrichen Schutthalden hinttr der deutsche« Front steigt, sieht ma» zwischen LcnS«nd Bethune eiiir» Wald von Schorn- steinen, Fördertürmen und.Fassen', wie die Franzose« sie nennen. Bis dicht hinter ihre Front hielten sie diese Gnibcn liiid Hütte», Stahlwerke und Maschinenfabrikr» in Betrieb. 6 Millionen Tonnen sollen nach französischen Meldungen diese Gruden beb Pas de Ealais gefördert haben, viel mehr als vor dem Kriege. So drückend war die Kohlcnnot, daß die vorge- schobensten Essen im Feuer arbeiteten, die Familien der Bergleute in Bctonunterständen wohnten— mit Gasmaske»»ersehen waren— wie Soldaten. Nun liegt seit einigen Wochen auch das Jndnstrieiecken von Bethune unter schwerem deutschen ZerstörungSfeurr. TaS tiefe Loch von E st a i r e S fiankiert seit dem ö. April ans nahe Ent- fernnug die Industriebahn Bethune— LillerS—Airr» den Nerv des ganzen hochwertigen Reviers. Damit ist der französischen Krieg- führnng ein schwerer Schlag verseht— zugleich namenloses Elend über Taufende von Arbeiterfamilien neu hereingebrochen. Der De- putierte Eadot klagt in der„Hrnmanilö": Das Los ist gefallen— unser Kohlenbecken im B a S de Calais ist e r n st l i ch be- droht. Der Feind ist bestrebt, seine Lebensadern, die Bahnen, die zum Abtransport der Kohlen dienen, unter seinem Feuer zu halten u»d stört diesen Verkehr dadurch erheblich. Auch sind bedeutende Orte, wo die Ardeiter mit ihren Familien wohnen, bedroht und müssen geräumt werden.' Es handelt sich nicht nur um die Kohlengruben von L i l l e r s und Ir i» e q u i». Fliegerphotographien zeigen, daß das Gebiet zwischen Saint Omer und Bethune mit zahlreichen rauchenden Kriegs- betrieben bedeckt ist, die auf keiner Friedenskarte verzeichnet waren. Besonders die Anlagen der Gesellschaft„Les Aeibres de France" bei JSbergues südöstlich Aire sind nm das Vielfache vergrößert worden. Wir lannten seit langem jede Einzelheit in diesem Gelände— auch die zahlreichen Munitionsdcpots, Artillcricwrrlftätten, Flughäfen. Jetzt hämmern schwere Flachfeucrbattrricn auf den Fabriken von Bethune— auf den wichtigsten Geleisen, auf den langgestreckten Halle» der Stahlwerkes Dr. Ad. Köster, Kriegsberichterstatter. Französischer Heeresbericht vom 5. Mai nachmittags. Beiderseitige Artillerietäligkeit nördlich und südlich von der A v r e. sowie im Abschnitt von Douaumont— Flirey; kein Jnfanteriegefecht. In Lothringen brachien ein Handstreich der Franzosen in der Gegend von Lelrieour und ein Patrouillenzusammenstotz in der Gegend von AubervillerS Gefangene ein. Die Nacht war an der übrigen Front ruhig.— Abends. Zeitweilig aussetzende beiderseitige Artillerie- läligleit nördlich und südlich der Avre ohne Jnfanlerietätigkeit während des Tages. Der Tag war an der übrigen Front ruhig. Englischer Heeresbericht vom ö. Mai vormittags. Wir bewirkten durch erfolgreiche kleinere Unternehmungen bei S ailly- l e« S e c und östlich von H s b u t e r n e in der letzten Nacht Ber- vcsierungen unserer Linie an diesen Punkten und machten mehrere Gefangene. Heute am frühen Morgen griff der Feind die von uns in der Nacht zum 3. Mai nordöstlich von H i n g e s ge- wonnenen neuen Stellungen an, wurde aber zurückgeschlagen; unsere Linie ist unversehrt. Im Abschnitt des Waldes von Nieppe haben wir einen erfolgreichen Vorstoß gemacht. Die Artillerie beider Parteien ist ander L l> s- S ch la ch t f r o n t tätig gewesen.— Abends: Französische Truppen machten im Laufe der Nacht in einem örtlichen Gefecht in der Gegend von Locre eine An- zahl Gefangene. Heute ist außer beiderseitiger Artillerietätigkeit und örrllchen Gefechten an verschiedene« Punkten nichts Besonderes Sruch? Wahlrechtsknse ist Regicrung-Zkrise. Gelittgt es dem Grafen Hertling nicht, bis zur dritten Lesung eine Mehrheit für das gleiche Wahlrecht aufzubringen, fo bleibt ihm nur zweierlei übrig: Kamps oder Rücktritt. Man behauptet nun allgemein, daß der erste Weg durch eine h ö h e r e G e w a l t gesperrt ist, und so scheint nur der zweite offen: Rücktritt! Das � ist's, was ein großer Teil der Rechten will. Tie Herren fühlen sich wieder vollständig oben aus, da sie einen sehr starken Rückhalt zu besitzen glauben. Auf alle Vorhaltungen, die Regierung werde schließlich dennoch auflösen, haben sie nur eine Antwort:„Sie lvird es nicht wagen. sie darf es nicht wagen!" Auf dieser Voraussetzung baut sich ihre ganze Taktik auf. Bestärkt worden ist die Rechte in ihrer Auffassung durch da? Verhalten der Regierung selbst. Sie erblickte in ihm— wenn ihr ihre Informationen noch nicht genügten— einen Beweis dafür, daß sie ganz richtig unterrichtet ist. T> e Regierung darf nicht auslösen! Dürste sie eS, sie hätte es doch schon in der zweiten Lesung getan nnd nicht das schwankende Seil des Eicherungkkompromisses betreten. Die Re- giening muß wissen, datz ein derartiges politisches Kunststück. das die Rechtlosigkeit der Wähler durch die Rechtlosigkeit, der Gelvählten ersetzt, als eine loyale Erfiillung des königlichen Versprechens nicht betrachtet werden kann. Sie nmtz wissen, daß diese Lösung keine ist, sondern nur den Keim neuer Konflikte bildet, die den preußischen StantSban aus»> schwerste erschüttern werden. Einen solchen Verzweiflungsweg geht keiner, der sich stark fühlt. Die Negierung, die den starken Mann gespielt hat, sieht sich jetzt zum Gelächter ihrer Gegner als Schwächling entlarvt. Sie hat mit der Auflösung gedroht, aber tie Waffe, die sie drohend erhob, war nicht geladen. Es lvird dep scbönste Triumphtag der Junker sein, wenn das gldche Wahlrecht auch in dritter Lesung abgelehnt wird und die Regierung, statt das Dreiklassenhans nach Hause zu schicken, ihre eigenen Sachen packen muß. Jetzt versucht sie, um den Preis jedes Opfers, den Schein des gleichen Wahlrechts zu retten, um sich selber zu retten. Sie bettelt um. die Liebe der Zentrnmkmagnaten und Schwerliberalen, um die Gunst von 50 Herren, die durch den blöden Zufall des Dreiklassenwahl- rechts preußische Gesetzgeber geworden und die als gerissene politische Händler die Rot der Gegenseite bis aufs äußerste auszunützen entschlossen sind. In dieser Lage befindet sicb jetzt die Regierung eines Volkes, das aus allen Schlachtfeldern Europas Sieger geblieben ist l Dieses Schicksal wäre ihr erspart geblieben, wenn sie es verstanden hätte, sich a u f d a 3 V o l k zir stützen. Als erste im Deutschen Reich trat sie. von einer sicheren Parlament- Mehrheit getragen, ins Amt. Hat sie cS verstanden, diese Mehrheit fester zu jügen, das Vertrauen zu ihrem Kurs in den breiten Massen zu verankern? Heute streitet man schon in den Zeitungen darüber, ob die parlamentarischen Voraussetzungen, denen sie ihr Entstehen verdankt, überhaupt noch vorhanden sind! Es war die gegebene Aufgabe der Regierung, im Sinne der Mehrheitsbeschlüsse vom 19. Juli führend zu sein. Sic lvar es aber nicht, sondern sie hat die Führung anderen überlassen müssen. Nicht das ist die Frage, od die Mehrheit vom 19. Juli noch besteht, sondern ob sie, ihr Bestehen vorausgesetzt, durch die gegenwärtige Regierung ihren Willen durchsetzen konnte. Ist das nicht der Fall, so liegt der Grund dafiir weniger in der schwankenden Ueberzeugungstteue der Mehrheit als in den faktisch gegebenen Machtverhältnissen in Prenßcn-Dcutschland. Um eine Machtfrage handelt eS sich aber auch beim preußischen Wahlrecht. Solange die Rechte an die Macht der Regierung glaubte, verhielt sie sich resigniert, sie ist aber in dem Maße wieder dreister geworden, als sie zn bemerken meinte, daß ausschlaggebende Faktoren nicht hinter der Regierung, sondern hinter i h r standen. Ihr Uebermut kennt keine Grenzen mohr, seit sie zu wissen glaubt, daß das Abgeordnetenhaus auch in der dritten Lesung, ohne der sofortigen Auflösung zu verfallen, das gleiche Wahlrecht ablehnen dürfe. Sie wird an diesem Tage den abziehenden Ministern höhnisch zurufen: Wir bleiben, und ihr gchtt Was wird aber, ivenn die Regierung Hertling geht? Zunächst wird daraus eine taktisch so günstige Lage für die Sozialdemokratie, wie sie besser gar nicht gedacht»Verden kann. Die Sozialdemokratie hat in vier schweren Jahren bewiesen, daß es ihr nicht auf das Neinsagen unter allen Umständen ankonimt, daß sie nicht bloß ihren agitatorischen Bedürfnissen nachgeht, ohne daran zu denken, w a S aus dem Laude wird. Zwingt man sie jetzt, zur schärfsten Opposition überzugehen, so trifft die Verantwortung dafür nicht sie, sondern jene, die diese Situation hervorgerufen haben. Erst an diesem Tage aber wird man sehen, wie st a r k die oppositionelle Strömung im Lande ist und daß es nicht nur die alten Anhänger der Sozialdemokratie aus dem Jahre 1914 sind, die ihr zugehörcn. Brette Schichten, die ihr vordem fernstanden, werden mttgenssen werden. Dagegen wendet man von der anderen Seite ein: Diese . Opposition haben wir nicht zu fürchten, denn die äußern und iumern Notwendigkeiten, die aus sie einwirken, sind so stark, fio§ sis durch sts dollstäudiff rnischaftöch wird.— DaZ ist die Empiehlunq der Mackitpolitit im Iimern als GsMU'tSck zur Äachtpolilck nach außen— und es ist zuzugeben, daß ihre Rechnung für den A u g e u b l i ck richtig sein kann. Dar- über lnnans ist aber zu bedenken, daß die Sr immun g eines Volkes während seines ExipenMmpfeS durchaus nichts Gleichgültiges ist, und das; es feener nicht gleichgültig ist, in welchem seelischen Zustand ein Vylk aus dein Mncg in den r i e d e n s z n st and, der ja doch einmal kommen muß. dinüvergebt. Es wäre Zeit, auch aal die Politische lieber- qangswirtschast ernstlich zu denken, wenn man eine Aera der großen Bankiotte vermeiden ivill. Sicher ist. daß die Ablehnung des gleichen Wahlrechts auch in dritter Lesung ohne daranfjoilgeude Auslösung das Reich in einen Zustand schwerster luncswlikischer Verwirrung mnmstoßen müßte. Die Ablehnung iiigr sich aber auch beute rr an, wenn überhaupt, nur noch durch«in unwürdiges Kam- uraniis; venneiden. das die Erfüllung i»'s feierlich gegebenen Versprechens entwertet.!iud so sind wir in de r K r i s e v i e l t e i ci; t s ch o n w e i t e r o r i it, als es auf deu ersten Vlick scheiueu mag. Die VerautworttMg trifft dafür iu erster Linie diejenigen, die lieber alles drüber und drunter gchen lassen, als daß stc aas iltre Älassenprivi legten verzichten: in zweiter Linie die A c g i c r u n g, die eine besondere Gunst der Umstände nicht aüszutmhe'.i verstanden hat. Noch kami sie den schmählichen Kandel scheiter:: lassen und sich daS Recht zur befreienden Tat erzwingen. Selbst wenn sie nicht auflösen will oder dan. kann sie die Lage retten, indem ste rasch entschlossen den uamcr noch oücnen Weg der R ei ch sg c se tz g e b u n g beschreitet. Aber das Mißtrauen ha: sich schon zu tief cm- aefres'en, als daß noch etwas änderet- helfen könnte, als die schnelle, alle Zweifel beseitigende Ta.t! Ein rustlscker Protest in Oerlin. Eine Moskauer Havas-Melduug voiu 30. April sagt: Die russische Regierung protestiert in einer Note an das Auswärtige Amt in Berlin dagegen, daß die Deutschen trotz des Znedsnsnistaudes ihren Marsch foriisetzm und Drei, Kursk und Woronesch besetzten, in den Taurns eindringen und in Aordfinnlaiid Eigentum des russischen KriegsininisterimnS beschlagnahmen. Lei diesem Stande der Tinge glaubt sich die russische Negierung genötigt zu sehen, genügend Streitkräfte zu mobili'ieren. um die Freiheit und Unabhängigkeit der russischen Republik sicherzustellen, die immer bereit ist, die Bestimmungen des Breiter Vertrages zu beobachten. Wenn Deutschland glaubt, daß es ihm unmöglich ist, diese Bedin- .'in gen ü erfüllen, soll es seine Forderungen klar aufstellen. Dte russische Regierung drückt die Soffnung aus, die Antwort werde befriedigend lauten und die Wiederherstellung des Friedens gestatten.__ Japans sibirisches Unternehmen. Verhaftung von Javanern. Tokio. 5. Mai. i Reuter. t.Die russischen Behörden in ll u r s k haben den j a P a n i s ch e n V i z e k o n s u l sowie den Vorstand eines japanischen Vereins unter der Beschuldi- gung, militärische Spione zu sein, verhaftet. » chenf, g.??«:. Aach Lyoncr Blättermeliduugen ans Waihiuy- i-"!--rtBris Mus: Die sibirische JultevOeirtio« ist noch nicht ge- ,-a!, dxh ist der Abschluß eine» Ucvcr e i n ko m m cn s w a h r s ch e ä n! i ch._ hk �ren gegen öle dlenftpfticht. ikondon, ti. Mai.«AeulerO In einer Vrotenversammlung in w.,?t Mayo oeacn die Einführung der Dienstpflicht, der 15 000 Mensch«! beiwohnten, sprachen der Führer der irischen Raliona» listen Dillon und der Führer der S i nn se in p a rt e i De Z'alera von derselben Plattform. Dillon ermahnte die Irr.:, sie sollten mir noch zwei Monate einig sein, dann tvürden sie in er die D i e n st v f l i ch r, die»ach seiner Ucberzeugung zum Sterz der Regientl!,; führe« werbe, den Sieg davontragen. AZeim sie ihren inneren Zwist nicht ruhen ließen, würden sie nur dem Avilitär in die Hönde arbeite!!. Diilou betonte, daß die kath o- lis.he Kirche sich an die Spitze derBewegung stellen müsse. De V a l e r a erklärte, dag seine Aohänaer zwar die Aationalistni in ihrer Opposition gegen die Dienstpflicht unter- stützen, aber deswegen doch den Kampf gegen den nationa- Ionischen Kandidaten in deu Ersatzwahlen in E a st Cava n ii ich: aufgebe n würden. Dtc Sinnseinpartei erkenne nur die Stimme der Wähler an. In Lim er i ck und Waterford fanden am Sonntag Arbenndemonftrationen gegen die Dienstpflicht statt, denen Tausende nun Menschen beiwohnten. * Kcldmarsä all Kreuch ist zu»i Lord-Leutnant vo» Irland an Stelle dcZ zurückgeuetenen Lord Wimborne ernannt ivordeu. Das linier- iiauSmitglied Edivard Short wird Ehessckrelär für Irland an Stelle Dütes. Jene englische Nieöerlage am �oröan. Konsttintinopel, 0. Mai. Tagesbericht. Pa.'äitinafwtn: Auch der zweite Vorstoß der EiiHlän- der ans das iistliiche Isrdanuser hat mit einer schweren Nie- st erläge des Feindes geendet. Urnfaiujrelche Vorberoituirgen waoeu gstroffe», gahlreiche Truppen zusamwangezogon, um ge- mslirsttm mit den Aebellen Besitz zu nehmen von: Ostjordan- 'and und den dortigen wichtigen Verbindungen. Unker dem Schutze starker in istvrböhender Stellung befrn'dhicher Artillerie roarf'der Gegner vom 00. April morgens an seine Angriffs- lo eilen ü b e r d e n Jordan Aogen untere Stellungen tentwärts '.wil der Skras-.e Je r icho— Es �ai t, während große Kavallerie- o.asien mit Geschützou und Maschittengewehren im Jordantal nach '.'linden anst.'lcud doz'.r bestimmt waren, uns in den Rücken zu trtiiea. Ta-st der raschen Enkichlußtraft unserer Führer und der o nerstö llt-r Aichen Halkmig unserer Truppen in schwieriger Lage Schüller an Schulter mit ihren deutschen Käme- laden, wurden die Pläne de» Gegners zunichte. Tic fünftägigen wütenden Anstürme r»gen unsere Front wehrte» die mit großer Energie geführten, zähe inii darreichen Truppen des Obersten Ali Funk Beh ab. Ter vor- geschobenen temdkchen Kavallerie bereiteten die nach Gewalt- inärsei'cn raste zufasieuden Truppen des Obersten Böhm und der he»narte bis zu feiner Verwundung fernen mnktgcn Reitern vor- anSeitende Oberst Effad Beh eine vernichtende Niederlage. Die Truppen dos Obersten Böhm nahmen einer fsindkichen Kavallerie- dwifion sämtliche Geschütze ab. llnermüblich griffen unsere Flieger trotz tzefröger ieindli.uer Gegewmrkung den Feind an. Dank der Tätig kert des Rachoichten- und Eiseublchndienstes konnten rechtzeitig -> s B'teble der höheren Führung zum Aerantransport von Per« •.»•{■iii iruSge führt werden, llutcx Einbuße vieler Menschen und z-ch'lreichen Matevichl» flutet der Engländer fim, ZordM«urütf, lhari bedrängt Üon unteren fiogS-wußten Truppen. Im«�nz-knen kannte die Beute noch nicht festgestellt werden. Auf dem West- jo rdanufer lebhafte ArmlleriekäÄ�eet und«Holgvoiche Pa- tovuillenu'nternohinunltzen unsererseits. Gin feindliches Flugzeug wurde nach Lustkampf brennend zum Absturz gebracht. Auf den übrigen Fronten ist die Lage unverändert. Die Schweiz unS üie f?em)en Deserteure. Bern, 0. Mai. i Meldung der Schweizerischen Dcpeschen-Agcn- telr.) In Ergänzung und tmlwsfer rtellüteerung frühever Bc- 'chlüffe und Vorschriften beschloß der Bundesrat, daß fremde Des c r t e n cc und Refraktäre, die die Schweizer Grenze überschreiten wollen, daran zn verhindern und zurückzuweisen find. Gelingt es ihnen dennoch, dir Grenze zu überschreiten, und werden sie im LandeJinncrn ge- troffen, so sind sie dahin zurückzuführen, ivoher sie. gekommen jino. AuiÄnahmsivekse kann fremden Deserteuren und Refraktären der Eintritt in das Land gestattet werden, wenn besondere Am stände dies rechtfertigen, so namentlich, wenn der Betreffonde schon vor Ausbruch d?Z Krieges in der Schweiz anscnsiy war, oder wenn er in der Schweiz eine Familie oder ein Geschäft hat. Zum Bollzug der Lansesverweisu ng find die fvemden Deserteure und Refraktäre, wenn möglich, nach demjenigen Land zu verSvingen, da» sie seWst bezrachneti. Ist es nicht möglich, sie nach demjenigen Land zu verbringen, das sie selbst bezoich>«n, so erfolgt dir A b s ch i e b n n g nach dem Heimat st a a t. Eine Ilebergabe an die Behörden des Staates, nach welchem die Abschiebung erfolgt, soll nicht statt- finden. Erweist sich die Vollziehung der A-uSwoisuny zurzeit als undurchführbar, so ist-der beweffoiide Flüchtling in einer geeigneten Anstalt irnterznbviiigen. Der Krieg auf öen Meeren. Berlin, h Mai. Reue U-Bvoiserfolge«ms de« nördlichen Kriegsschauplatz: IL 000 Br.-Reg.-T». Ilnter deu versenkten Schiffen ein Tankdampfer, heran der O st k ü st c England» torpediert wurde. Ter Chef des Ädmiralstabe» der Marine, Das Schaöenfeue? in Krieörickshafen. Berlin, 0. Mai. Fn der Werft von FriedrichsHafen gab es am 10. April ein Schadenfeuer, über das die französischen Zeitungen die unsinnigsten Berichte verbreiten..L'Fnformation" vom 17. April behauptet, der Brand sei ein Werk der englisch- amerikanischen Luftslotte in Belfort, und mehrere Luftsclstffe und der größte Teil der zum Schutz gegen die amerikanische Bedrohung dort versammelten M Fl itgzeu a ges chwader feien dabei vemtichtet worden. Damit nicht genug!„Den ganzen Tag," beißt es weiter, „bis in die Rächt hinein fanden Explosionen statt. Der ganze Ost- teil der Stadt wurde schwer mitgenommen. Die Zahl der Opfer ..soll" sich auf 140 Tote und 200 Verwundete belaufen. Der Gr- samtschaden.soll" ungeheuer sein." Äehnlich lautet der Bericht des .Fournal" vom selben Tage; nur die Zahl der Toten irnd Verwundeten ist noch etwas gemachten und das Blatt ruft trünn- phicrend ans, das Hauptzentruur des deutschen Flugwesens s.'i völlig zerstört und mit ihm die Hoffnung der Deutschen, den Kampf m.t der amerikanischen Lnitflotte aufnehmen zu können. Tie französischen Zeitungen werden wirklich gut informiert. Tie wissen mehr als die Eintvohner von Friedrichshafen. Es haben iu Wirklichkeit keine Explosionen stattgeftmden. Die Stadt Friedrichshafen hat keinen Schaden erlitten. Mensche» sind weder verletzt noch getötet worden. Der Brand ist auch nicht das Werk feindlicher Flieger. Er entstand im Holztröflnungsranm des Werkes durch Selbstentzündung von Holzstaub im Trockenofen. Da im Trockenraum und den: anschließenden kleineren Holzlager da? Feuer gute Nahrung fand, und da ungnnsngsrtvcise ein ziemlich lebhafter Nordwind herrschte, so konnte das Feuer auf die benaeü- barte alte Zeppelinhalle übergreifen, in der sich glücklicherweise kein Luftschiff befand. Von den gesamten eigentlichen Fabrikräumcn konnte das Feuer ferngehalten iverden. So ist das Gesamtergebnis des Brandes ans den Verlust der Holzvorröte und der alten hölzerne« Zcppclinhnllc bc- schränkt geblieben. Deutscher Flieger von der Schweiz freigegeben. Bern, 4. Mai. Das Pressebureau des Armeestabes teilt mit: Nachdem es sich er- geben hat, daß sich der am 1. Mai in Basel gelandete deutsche Flie- ger auf einem Prüfungsfluge mit unbewaffnetem Ä p p a r a t und obne kriegerische Absichten verirrt hat, ist seine Freilagung und die Rückgabe des Flugzeuges an die deutschen Behörden verfügt worden. Der Handstreich auf Aukona. Zum Handstreich auf Ankona erfährt das„Neue Wiener Tagblatt" von zuständiger Seite, dieser sei von einer kleinen Abteilung Freiwilliger ausgeführt worden, die zweifellos ihre lohnende Ausgabe durchgeführt und bcträcht- lichen Schaden angerichtet haben. Delegationen nach Batum. Eine türkische Delegation ist nach Bakum abgereist. Auch der deutsche Militärbevollmächtigte, General v. Lossow, hat sich nach Batum begeben. General»? ajor Andrew wurde zum Generalstabschef der amerikanischen Streitkräfte in Frankreich er- uarmt. flbgeorünetenhaus. Eigenartige Wahlrcchtskämpfcr. Die Vertretung der unabhängigen Sozialdemokratie im preußischen Abgcordnetenhause führt den Kampf um ein freies Wahlrecht in einer Weise, die die offene.Freude aller Wahl- rechtsfeinde hervorruft. Schon im Verlauf der ganzen Wahl- rechtZdebatte zeigte der Redner der Unabhängigen, S t r ö b e l, daß er das Gebot der Stunde nicht erfaßt hat und nicht einsehen lann, daß. wenn das gleiche Wahlrecht jetzt erreicht werden soll, es des Z u s a m m e n a r b e i t e n s aller derer begarf, die aus dem Boden dieser Forderung stehen. Noch sind die Schwierigkeiten, die sich der Erringung dieses Zieles bedarf, nicht übenvuudeu, im Gegenteil täglich türmen sich neue Schwierig kciteit auf. und niemand Per- mag das Ende zu übersehen. In einer solchen Situation die Fahne des Bruderkriegs aufzupflanzen ist das Zeichen politischer Kurzsichtigkeit und Unreife, wie wir sie selbst den Unabhängigen nicht zugetraut Härten. Die Krone setzte Ströbel säuern Benehmen am Montag am, indem er nach einer Rede H u e s über die vom Ausschuß beschlossene Zusammensetzung des Herrenhauses plötzlich an- statt mit der Sozialdemokratie gemeinsam für die Enmternng der Volksrechte einzutreten. Plötzlich gegen die Regienuigs- sozio listen im allgemeinen und den Genossen Hacnis ch im besonderen wetterte und Haenisch, dessen Ausführungen vom letzten Sonnabend ihm nicht gefallen haben, mit den üblichen Liebenswürdigkeiten überhäufte. Tie um Hehdebrand machten "aus ihrer Genugtuung kein Hehl. In ihrem Kampf gegen das gleiche Wahlrecht sind ihnen eben alle Bundesgenossen recht, die freiwilligen genau so wie die unfreiwilligen. Ten Schaden aber hat in letzter Linie das Volk. Das üeutsch.'franZösische Hefangene«!- abkommen. Ter HouptauSschuß deS Reichstazs nahm am Montag die Mitteilungen des Generalmajors Friedrich über die kürzlick zum Abschluß gelangten deütsch-französischen Verhandlungeu über Kriegsgefangene und Zivilpersonen entgegen. Generalmajor Friedrich schrieb das günstige Ergebnis hauptsächlich dem Ilmstands zu. daß die ftanzösische Regierung sich jetzt zum ersten Male dazu entschlossen balw. ihre Delegierten zu««mittelbaren Vcrbnndluuge« an einem Tisch mst den dcut'chcit Delegierten zu ermächtigen. Gnmdkage der Ver- Handlungen sei gewesen, daß deutscherseits die Fragen der Kriegs- gefangenen und Zivilpersonen ein untrennbares Ganzes l'ilden müssen. Das Ergebnis der Verhandlungen war kurz folgendest Der Austausch aller kriegSgefangenen Unteroffiziere und Mannschaften, die 18 Monate in Gefangenschaft gewesen seien, erfolgte grur.d- sätzlich Kopf um Kopf; außerdem würden ohne Rücksicht auf die Zahlen d i e Familienväter mit mindestens drei Kindern im Alter zwischen 40 und 43 Fahren und alle OZefangene?» über 43 Jahre in die Heimat entlassen. Die Offiziere würden nach den gleichen Grundsätzen in der Schweiz interniert werden. Hiernach würden alle deutschen Krtegsgeiangenen aus den Fahren .014, 1915 und 1910 aus der Gefangenschaft befreit werden. Alle zurzeit in der Schiveiz wegen Veommdnng oder Krankheit internierten Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften, die vor dent 1. November 1916 gefangengenommen worden feien, würden in dio Heimat entlassen: man könne damit rechnen, daß ihre Heimkehr in: den nächsten Wachen erfolger. werde und daß im Saute des Juli die Austauschtransporte aus Frankreich beginnen würden. Es sei selbstverständlich, daß der Transport so großer Mengen sich über eine l ä n g? re Zeit erstrecken werde. Der Tag der Gefangen» nähme sei für die Reihenfolge der Transporte maßgebend. Außerdem feien über die Ernährung, Behandlung und Bestrafung der Kriegsgefangenen eine Reihe von wichtigen bis in alle Einzelheiten gehenden Vereinbarungen getroffen worden, so daß zu hoffen sei, daß das Los innerer Kriegs» gefangenen in Frankreich wesentlich verbessert werde. Auch Über die in beiden Ländern zurüLbehaltenen Zivil- p e c s o n e n, die zurzeit interniert sind oder jemals während des Krieges üiterinert waren, sei eine Einigung dahin erzielt worden, daß alle einschließlich der Wehrpflichtigen in ihre Heimat zurückkehren dürfen. Hiernach würden endlich auch die unter diese Bedingung fallenden Elsaß-Lothringer Frankreich der- lassen kmruen. Der Rücktransport der jetzt noch Internierten müsse in drei Monaten, die Heimschaffung der übrigen Freizu- lassenden in sechs Monaten beendet sein. Endlich seien Vereinbarungen Über die Behandlung der Sc» villkcrung in den besetzten Gebieten getroffen worden, in denen den Wünschen der französischen Negierung, soweit es die militärischen Interessen gestatten, Rechnung getragen sei. Mit besonderer Tank» barkeit gedachte Generalmajor Friedrich der Verdienste dee Schweizerischen Regierung an dem Zusta�ekommen dieses großen Werkes der Menschlichkeit, das den Kriegsgefangenen in Frankreich neue Hoffnungen geben und Trost in zahlreiche Familien tragen werde. Der Vorsitzende, Abg. Fehrenbach, sprach dem General Friedrich den Dan? des Ausschusses für sein erfolgreiches Wirken aus._ Ein politischer Seleiöigungsprozeß. Wien— Frankfurt a. M. Wegen eines scharf ablehiienden Artikels über fein Buch»Die Habsburger und die serbische Frage" üi der Wiener.Arbeiter« Zeitung" hat der bekannte OifiziosuS des Wiener BallplatzeS Leo- pold Mandl gegen den ReichStagSabgcordneten Genossen Her- mann Wendel Strafanlrag wegen Preßbeteidigung gestellt. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft bat darauf hin— im öffentlichen Interesse!?— das Ofsizralverfahrcn gegen Wendel em- geleitet. Zur Sicherung der Umsatzsteuer auf Luxusgegeustönde hat der Bundesrat eine längere Verordnung erlassen, die mir dem 3. Mai in Kraft getreten ist. Tie Ursache dieser Lerotemung ist die auch im Reichstag zur Sprache gebrachte Tatsache, daß zurzeit ein enor- mcr Handel mit Luxusgegenständen stattfindet, um die Umsätze noch der Besteuerung zu entziehen. Die Verordnung deirimmi, baß bei der Lieferung gewisser Gegenstände, wie Edelmetallen, Perlen. Edelsteinen, Werken der Plastik. Malerei und Graphit von höherem Wert sowie Antiquitäten, zur Sicherung der Umsatzsteuer eine Rück- läge zu bilden ist, die 20 bzw. 10 vom Hundert des Entgelts zu betragen haben. Vorsätzliche und fahrlässige Zuwiderhandlungen werden mir Geldstrafen bis zu 80 000 M. belegt. LeSte Nachrichten. Tic Granate im Kriegsmmisterim. Berlin, 6. Mai. Am Ist. April schlug eine Granate dicht vor dem Kriegsministerium in Paris ein und zertrüm- merte fast alle Fensterscheiben und Lumpen. Eine große An- zahl von Beamten des Ministeriums wurde durch Splitter inte. Man erteile verletzt._ Ein Attentat auf den Präsidenten der Nada. Wir», 0. Mai. De»„Nachrichten ans der Ukraine" wird aus Kiew berichtet: An die stellenlosen ukraiuifchcn Offiziere erging der Befehl, sich sofort zum Dienst zu melden. Unter de« wenigen AusschreUmtgen, welche Sic neue Umwälzung zur Folge lutete, ist ein Attentat zu verzeichnen, das die sogenamUen Sitschüye« auf den Präsidenten der Rads H r u f ch c w s k i am 80. April ver- übten. Hruschewski selbst blieb unverletzt. Eine Frau, die sich vor ihn gesteilt hatte, wurde durch eine« Bajonettstich in die Hand leicht verletzt. Tie Sitschützen wurden entwaffnet. Frauzössscher Heeresbericht vom K. Mai nachmittags. Im Laufe der Nacht führten die Franzosen zwei erfolgreiche Handstreiche westlich von Hangar d und südöstlich von N o Y o n aus und brachten Gefangene ein. Ein Versuch des Feindes, nach bsstiger Beschießung sich den französischen Linien südwestlich vom Gn re Sluchin zu nähern, scheiterte vollkommen, wobei viele Tote auf dem Gelände liegen blieben. An der Champagne drang eine französische Abteilung in der Gegend von Loivre westlich von Reims in die deutschen Anlagen ein. Nach einer lebhaften Beschießung, in deren Verlauf sie dem Gegner ernstliche Verluste bei- brachte, kehrte sie iu die französischen Linien zurück»ich brachte viel Material mit. Fn Lothringen und der Gegend von Abau» ronrt machte eine französische ErkundnwgSaSteflung nach Kampf Gefangene ohne eigene Vcnuste. Von der übrigen Front ist nichts zu tiicwcu. Nr. 125 ❖ 35. Jahrgang Seilage öes Vorwärts v!enstag,7.Nai1H1S Heute 8 llhe abends: Nahlrechtsveelammlung SophieniAe. Redner: Eandtagsabgeordii ete E-elnert und Aue. partemachrtchten. Der Tüsscldorfcr Konflikt. Llui Freitag wurde im Streit um den rechtmäßigem Besitz der .VoikSzeitung" das Urteil gesprochen. ES lautet dahin: Die einst- woiligc Verfügung, durch die die alte Partei wieder in den Besitz ihres Blattes kam, bleidt bestehen! Die.unabhängigen" Kläger wurden mit ihrem Einspruch kostenpflichtig abgetvies«:! Da- mit ist der Streit in seiner ersten Phase entschieden, und der Haupttermin am 8. Mal, in dem die widerrechtliche Besitzentziehung zur Verhandlung steht, dürfte kein anderes Bild bringen. Die.Düsseldorfer Volkszeitung" teilt gleichzeitig mit: Die .Unabhängigen" haben in der unailständigston Weise gegen unser Blatt gearbeitet. Da�sie selbst nicht glauben, daß sie mit guten Gründen bei den Düsseldorfer Arbeitern gegen unö ankommen, Ki haben sie mit Lügen und Terroriömus gearbeitet. Sie haben be- hauptet, wir erschienen ab 1. Mai nicht mehr, und um dieser Be- bauptung Wahrscheinlichkeit zu geben, haben sie sich nicht gescheut, Botenfrauen zum Kon:ra!:bruch zu verleiten. Auch zwei Auge- stellte ha: man zu bewegen gewußt, kontraktbrüchig zu werden. Wir haben dadurch natürlich an zrm Tagen einige Schwierigkeiten ge- habt; diese sind aber jetzt völlig beseitigt. Gegen die Schuldigen wird natürlich in entsprechender Weise vorgegangen werden. Er- fraulich ist für uns die Tatsache, daß uns unsere Abonnenten die Treue halten. Ganze Stöße von Postkarten lausen ein, in denen mitgeteilt wird, daß die Schreiber kein Blatt aus Solingen, sondern ihr Düsseldorfer Partciblatt haben wollen. Sie sollen es auch be- kommen! Marxfctcr in Schweden. Stockholm. 5. Mai. sMeldung von Svens?« Tekegrambyran.) Heule, als am hundertjährigen Geburtstage Karl Marx, hat im Stockholmer VolkshauS eine Eedächwisfeier stattgefunden, und zwar Vorträge vou cand. phil. Arthur E u g b e r g über Marx als Geschichtsphilosophen, von Stvatssekretär im Finanzministerium Richard Sandler über Marx als Rationalökonomen und von B r a:: t i n g über Marx als Politiker, sowie Gesang und Musik. Der Abg. Rühle ersucht um die Feststellung, daß er einen Brief des von uns gestern nach der„Dresdener Bolkszeitung" ange- gegebenen Inhalts nicht geschrieben habe.— Selbst wenn der Rühlesche Brief nicht bis auf den i-Punkt genau von der„DreS- dener Volkszeitung" angegeben sein sollte, so wird er doch nicht mehr kandidieren. DaS �bestätigt auch die unabhängige.Pirnaer Volkszeitung". GroKSerün Weder Kohle»»och Gas. �-nmer wieder gehen unS bitterste Klagen über die Kohlennot zu. Unbemittelte, die selber sich ihr bißchen Feuerung heran- schleppen, müssen viele Stunden für Wartezeit drangeöen und sich womöglich schon in der Nacht bei dem Kohlenhändler anstellen. Sie können es auch erleben, daß sie trotz vielstündigen Wartens nichts mehr erhalten und leer wieder heimgehen müssen. In die ärgste Bedtängnis geraten diejenigen, die keine Gaseinrichtung haben und dann nirgends Kohlen auftreiben können. Eine Leserin, die das durchgemacht hat, schildert uns ihr- Notlage. Da der Mann und zwei Söhne im Heeresdienst find, so arbeitet sie als Ein- kaisi.ererin eines NähmaschinengeschäfteS, wobei sie viel unterwegs tst. Sie versichert unö, daß sie in der letzten Zeit oft an einem Tag für 1— l'/a M. Holz habe verbrennen müssen, weil sie zum Kochen leine anderen Brennstoffe halle. Daß Minderbemittelte wegen Kohlcnmangels so außerordentlich hohe Ausgaben für Feue- rung machen müssen, ist doch ein unerträglicher Zustand. Im übrigen ist auch daS Holz jetzt so knapp, daß man es sich nicht längere Zeit hindurch in solchen Mengen beschaffen kann. Die ForSeruug dieser Leserin, daß Haushaltungen ohne Gas bei der Kohlenlieferung bevorzugt werden sollten, ist berechtigt..Mit Lebensmitteln schmieren kann ich nicht," klagt die Frau. Ter bewucherte Käufer ist straffrei. DaS Reichsgericht hatte in einer neuerlichen Entscheidung Ge- legenheir. sich über die Frage auszusprechen, ob sich der Käufer einer Ware bei vorliegender übermäßiger Preissteigerung strafbar macht. Das Reichsgericht hat diese Frage verneint und sagt: nur wer übermäßige Preise fordert oder sich oder einem andern ge- währen oder versprechen läßt, ist nach der Verordnung gegen über« mäßig- Preissteigerung zu bestrafen, also der Vcr läuser, nicht auch der Käufer. Ter Dienst der Brotkowaiissionen während deS Pfingstfeste» ist folgendermaßen geregelt: Himmelfahrt: S— 10 Uhr vormittags; Vsingüionnabcnd: bis 4 Uhr, wie gewöhnlich; Pfingstsonntag: Geschlossen; Pfingstmontag: Die üblichen Sonntagsdienststunden, von 9—11 Uhr. Fridas Hinterteil. Daß eine Frida durch ihre üppigen Formen sogar den Berliner Straßenverkehr zu behindern vermag, dürste nian in der gegenwärtigen Zeit der erhöhten Knochenbeilagen kaum glauben wollen. Und doch hat sich der Fall am Treffpunkt der Markgrafen- und Jiinkerstraße ereignet. Freilich war es keine Frida aus Fleisch und Bein, sondern eine eiserne, nämlich die Lokomorive .Frida", die einen Straßenlastwagenzug der Firma Paul Schur führte uud durch Achsenbruch verunglückte. Die Lokomotive lag mit dein schweren Hinterteil quer in der Markgrafenstraße, wodurch der Straßenbahn- und der übrige Wagenverkehr eine Störung erlitt. ES blieb schließlich nichts anderes übrig, als den unbeweglich gewordenen Koloß fortzuschleifen. Ter Raubllberfall auf den Postschaffner Gorny, bei dem dem Täter 4g MV M. Papiergeld in die Hände fielen, scheint auf Wer- obredung verübt worden zu sein. Die weiteren Ermittlnngen der Kriminalpolizei haben dahin geführt, daß der Ueberfallene Gorny in der Danziger Straße 40 verhaftet und dem Untersuchungsrichter vorgeführt wurde. Nach der Bekundung eines Augenzeugen Hat der„Räuber" den Ucberfallcnen vor der Tat an der Ecke der Allen- fteiner und� Bötzowsrraße neben seinem Fahrrad stehend erwartet. Er muß also gewußt haben, daß er kommen werde. Gorny machte nun den Gang von dem einen Postamt nach dem anderen jeden Monat nur einmal und jedesmal an einem bestimmten Tage und zu einer bestimmten Zeit Er konnte außerdem für den Bestell- gang zwei Wege wählen und wechselte sie auch öfter. Durch Be- obachtung konnte also de: Täte: nicht erfahren, welchen Weg er nehmen werde. Er muß es aus andere Weise erfahren haben, und es liegt nun der Verdacht nahe, daß Gorny selbst es ihm ge- sagt habe. Dieser ist auch vor einiger Zeit in Begleitung eines vertrauten Freundes, eines Postboten Adolf Hübsch aus der Ahl- decke r Straße 18, im Besitz eines Fahrrades gesehen worden. Es ergab sich nun. daß dieses Fahrrad Eigentum eines Neffen des Gorny ist, eines 17 Jahre alten Arbeitsburschcn Bruno Pawlitzki, der ur der Elbinger Straße W bot den Eltern wohnte. Pawlitzki ist seit dem Morgen nach dem Ueberfall au? der elterlichen Wohnung verschwunden und hat nichts mehr von sich hören lassen. Auch das Verhalten des Hübsch ist verdächtig. Es ist festgestellt, daß er in der Zeit des Ueberfalls sich auS seinem Dienst auf dem Postami 40 heimlich entfernt hat. Er hatte geäußert, daß er nach dem Bahn- hos Alexanderplatz gehen wolle, um seine Mutter, die er von außer- halb erwarte, abzuholen. Die Mutter ist aber gar nicht am Tage des Ueberfalls, sondern erst einen Tag später nach Berlin gekom- man. Ob Pawlitzki im Einverständnis mit Gorny den Ueberfall selbst ausgeführt hat. oder ob er ihn durch jemand anders aus seinem Anhang hat ausführen lassen, steht noch nicht fest. D'.e Kriminalpolizei ersucht unier Hinweis auf die Belohnung von 2000 M. alle, die über den Verkehr und den Freundeskreis Gornys, des Hübsch und Pawlitzki Auskunft geben können, sich im Zim- mar Ivo des Polizeipräsidiums zu rneldeu, ebenso auch alle die, die den„Räuber" bei der Tat oder vorher oder auch später noch in jener Gegend gesehen haben. Vrotkartenfabrikcn, Fälschungen nnd„Familrenschiebnngen". Aus dem Potsdamer Bahnhof fiel ein reger Pendelverkehr be- stimmter Leute mit Koffern und Paketen zwischen Berlin und Potsdam auf. Die Polizei ließ diese Reisenden beobachten und«r- mittelt-, daß sie in Potsdam in Bäckereien Brot in großer Menge kauften und in Berlin zum Teil wieder verkauften. Die Seele dieses Handels war ein Maschinenmeister Ehrenwert aus der Alten Jakobstraße. Er war. früher in Potsdam in der Druckerei beschäftigt, die die Nahrnngsmittclkarten für den Magistrat her- stellt, und verleitete einen Lehrling, für ihn Karten zu stehlen. Diese fälschte er in einer Druckerei in seiner Wohnung mit dem Aufdruck, mit dem der Potsdamer Magistrat die aus der Druckerei gekommenen Karten nachträglich versieht. Ehrenwert verkaufte dann nicht nur die Karten, sondern auch Brot, das er durch mehrere Leute regelmäßig aus die Fälschungen aus Potsdamer Bäckereien holen ließ. Einen größeren Posten noch nicht fertiger Karten und die Cliches fiir den Aufdruck fand und beschlagnahmte die Kriminal- Polizei in der Wohnung des Verhafteten.— Ein Buchdrucker Schwarz aus der Oderbergcr Straße bekam eins Zuckerkarte von Magdeburg in die Hand, fälschte hiernach größere Mengen täu- fchend ähnlich in seiner Druckerei turd ließ sie in Magdeburg ver- kaufen. Dort wurde sein Vermittler, ein Schlosser Fritz Meiß- n e r, ertappt und jetzt auch er selbst verhaftet. In seiner Druckerei wurden all- seine Werkzeuge beschlagnahmt. Schwarz war durch Not zu den Fälschungen gekommen.— Ganze Familien ließen zwei andere Fälscher, ein wohnungsloser Kaufmann R a- k o w s k i und ein Buchdrucker Felix M a i e r aus der Zimmer- straße 49, von Hannover nach den westlichen Vororten Berlins abwandern, um sich Nahrungsmittelkarten aller Art zu erschwin- deln. Die beiden Junggesellen erfanden kurzerhand die Familien, gesellten den Eltern diese oder jene Anzahl Kinder zu, in der Regel recht viele, und fälschten dementsprechend Abzugsbescheini- gungsn der Stadt Hannover. Rakowski hatte hierzu einen Han- noverschen Gummistempel besorgt und Maier ließ danach bei ernem hiesigen Verlag die Stempel anfertigen. Die.Anmeldun- gen" und entsprechende polizeiliche Bescheinigungen fälschte er mit Stempeln der Revierpolizsi. So wurden bisher 45 ganze Fa- Milien, die es gar nicht gibt, von Hannover nach Steglitz, Eharlottenburg usw..verschoben", und die beiden Fälscher erhielten jedesmal die stattliche Menge Nahrungsmittelkarten von den Brot- kommissionen. Hier fiel aber endlich der lebhafte Zuzug von Han- nover auf. Rakowski wurde erwischt, als er wieder einmal Karten abholen wollte, und Maier wurde dann in seiner Wohnung der- hastet. Die falschen Stempel hatte er hier in einem Nockfutter ver- steckt._ Eharlottenburg. Lebensmittel. Bis zum 15. Mai können auf Abschnitt 43 der neuen Eierkarle zwei Eier entnommen werden. In diesem Monat wird auf jede Haushaltung ein Briefchen Sacharin verteilt. Vom Freitag, den 10. Mai, bis Sonnabend, den 18. Mai, werden verabfolgt: 200 Gramm Suppen, lose oder in Beuteln, je nach Vorrat, aus Abschnitt 2S der Groß-Berliner Lebensmittelkarte mit dem Aufdruck Eharlottenburg. Ferner: 1 Flasche Kirschsaft(3 M.) oder 1 Flasche ausländ. Himbeersaft sl M.) oder 1 GlaS ausländ. Schleuderhonig(9 M.) je nach Vorrat auf Abschnitt W der Haushaltsbezugsmarke für Eharlottenburg. Vom 15. bis 25. Mai wird in den Geschäften, in denen der Karteninhaber in die Kundenliste für Grieß, Graupen und Teig- waren eingetragen ist, einmalig 1 Pfd. Gemüsekonserven zu dem amtlich festgesetzten Höchstpreise verabfolgt, und zwar aus Abschnitt 23 der allgemeinen Lebensinittelkarte 1 Pfd. Gemüse« konserven, auf Abschnitt 14 der Jugendlichen-Karte ein weiteres Pfund. Ein Anspruch auf eine bestimmte Sorte Konserven sowie eine bestimmte Büchsengröße besteht nicht. Schöneberg. Lebensmittel. In der laufenden Woche dürfen auf Abschnitt 43 der Schöneberger Eierkarte weitere 14 Pfund Kartoffeln entnommen werden. Diese Kartoffeln gelangen später zur An« recknung. Alle diejenigen Personen, die mit Kartoffeln vorversorgt und nicht im Besitz von Kartoffelkarten sind, dürfen auf die Eier- karte Kartoffeln nicht entnehmen. Bis Sonntag, den 12. Mai, wird an diejenigen Kunden, die in die Speisefettkundenlisten des 7. und 13. sbishec 4. und 6a,) Brot« kommisfionsbezirks eingetragen find, pro Kopf 125 Gramm Pommer- scher Weichkäse verteilt. — Sammelstelle für getragene Kleidung. Der Magistrat hat eine mit der Bekanntmachung des Magistrats Berlin gleichlautende Verordnung über die Sammlung getragener Oberkleidung für Männer veröffentlicht, wonach die einzige Annahmestelle für Schöne- berg sich Grunewaldstr. 19, Geschäftszeit 4—8 Uhr, befindet. Lichtenberg. Lebensmittel. Für die Zeit vorn ö. bis 15. Mai gelangen unier Hinzunahme einer Sonderzuweisung gegen vor- herige Anmeldung auf Abschnitt 27 der gemeinsamen Lebensmittel- karte zur Verteilung: 500 Gramm Nährmittel bestehend in: 100 Gramm Morgenlrank, 200 Gramm Grütze oder Graupen, 200 Gramm Weizengrieß zum Gesamlpreise von 40 Pf. Auf Ab- schnitte 9J, 10J, 11J der Lebensmittelkarte für Jugendliche je zwei Suppenwürfel gleich 0 Suppenwürfel 10 Pf. In den städtischen Fischhallen und bei den hiesigen Fischhändlern und Räucherwaren- geschäften werdon abgegeben: Auf Abschnitt 206 El. J, G, K '/ä Pfund(Heringe. Heringe sind auch in den Kolonialwaren« geschäften zu haben.) Ohne Abtrennung von Marken, aber gegen Vorzeigung der Lichtenberger Lebensmittelkarle. Frische Fluß- und Seefische und Räucherwaren. Gegen Abstempelung des Ab- schnilts 44 der Eierkarte: 1 Dose Marinaden zu Tagespreisen. Wilmersdorf. Lebensmittel. Vom 6. bis 12. Mai gelangen zur Verteilung: Auf Abschnitt 18 der allgemeinen Lebensmittelkarte bis Mittwoch, den 8. Mai: ein Pfund Marmelade, auf Abschnitt 25: M) Gramm Graupen, auf Abschnitt 9 der Karte für Jugendliche: 100 Gramm Graupen, auf Abschnitt V der blauen Bezugskarte für Einzelpersonen: 125 Gramm Dörr-Steckrüben(0,34 M.) und 100 Gramm Dörr- Weißkohl(0,43 M.). Ferner werden voraussichtlich ausgegeben: Auf Abschnitt E der grünen Bezugskarts für Einzel- Personen: 50 Gramm Nährhefe(0,20 M.) und aus Abschnitt 2 der roten HauShaktungs-BezugSkarte: 4 Stück Knochenbrübwürfcl(zu- sammen 0,10 M.) und 50 Gramm Knochenbrühwürfelmasse (0.32 M.) obre 50 Gramm Knochenbrühextrakt(0,21 M.). Bis zum 8. Mai hat für Kinder im 1. und 2. Lebensjahre (gelber Bezugschein) und für Kinder vom 3. bis 6. Lebens- jähre(rosa Bezugschein) die Voranmeldung zum Bezüge von 1 Pfund Nährmitteln zu eriolgen.— Auf die Buchstaben L und V der Bezugskarts für Einzelpersonen werden abgegeben:'/z Pfund Heringe oder frische Fische bezw.>/« Pfund Räucherwaren.— Die Kartoffel- wochemnenge ist wieder auf 7 Pfund festgesetzt worden, und zwar sind 6 Psund auf die Abschnitte 19a bis 19k der Hauvtkartoffelkarte. 1 Pfund der sogenannten eisernen Ration der Verbraucher zu ent- nehmen. Es können in der Woche vom 0. bis 12. Mai auch bereils fiir die nächste Wocke 7 Pfd. Kartoffeln(0 Pfd. auf die Abschnitte 20a bis 20k der Hauptkortoffelkarte, 1 Pfund auf die beiden Abschnitte 8k der Sonder-Kartoffelkarte entnommen werden. Die Kranken und Genesenden bewilligten Zusatz-LebenSmittelkarten werden durch die Abteilung für Krankenernährung. Wilhelmsaue 114/110, nach be- sonderer Ausgabeordnung von Miiltwoch, den 8. bis Mittwoch, den 15. Mai, werktäglich verteilt. Eine Ausgabe von Lebensmittel- karten für Jugendliche von über 7 bis 17 Jahren ist für Montag. den 13. Mai, und Dienstag, den 14. Mai. angesetzt. Die Ausgabe erfolgt zwischen S und 2 Uhr durch die Broikommissionen. — Belieferung rückständiger Kohlenkartcn. Inhaber von Kohlenkartcn, die von einem Kohlenhändler noch nicht beliefert worden sind, werden gebeten, sich unter Vorlegung der Karten in der Städtischen Kohlenversorgung, Brandenburgische Str. 5, in der Zeit von 9 bis 1 Uhr, zu melden. Die Meldung muß möglichst umgebend erfolgen, da die Karten nur bis Ende dieses Monals Gültigkeit besitzen._ Reinickendorf. Lebensmittel. Auf Abschnitt 5 der Süßstoff- karte Et kann im Laufe des Monats Mai ein Päckchen Süßstoff ent- nommen werden._ Tewpelhof. AuSschnßwahlen zur OrtSkrankenkasse. Sonntag, den 10. Juni, findet für die Allgemeine Orlskrankenkasie Berlin-Tcmpel- Hof die Wahl von 16 Vertretern und 60 Ersatzmännern zuni Ausschuß der Kasse statt. Die Gewerkschaftsvertreter und B e- triebsvertrauensleute werden hierdurch ersucht, geeignete Kandidaten auS denjenigen Betrieben, welche der Allgemeinen Orts- krankenkasse angehören, in Vorschlag zu bringen und zwecks Auf- stellung der Vorschlagsliste baldmöglichst an die Adresse deS Genossen Vinte, Mariendorf, Ei senacher Straße 9 III, ein- zureichen. ES wird um genaue Angabe der Adresse, des B e« l r i e b e S und der Gewerkschaftszugehörigkeit der Vorgeschlagenen ersucht. Gleichzeitig ersuchen wir um Angabe, wer von den in Vorschlag Gebrachten als Ausschußvertreter und wer als Ersatzmann in Frage kommt.— Wählbar sind männliche und weibliche Mttglieder der Kasse, welche volljährig und Deutsche sind.— Die Parteigenossen und G e w e r k- schaftSmitgliedrr werden gebeten, ihre Vertrauens- leuteauf diesen Aufruf aufmerksam zu machen. Die Gewerksckaftskommission für Tcmpelhof, Mariendors, Marienselde. I. A.: F. Bin: e. FrledrichShagen. Lebensmittel. In der Lebensmittelverkaufs« stelle der Gemeinde kommen in dieser Woche zum Berkauf: Kohl- rüben, rote Rüben, Rhabarber, Backüirnen. Spinat und Spargel. Ferner kommen die in eigener Fabrik hergestellten Gemüsekonserven, Mohrrüben und Kohlrabi, mit und ohne Fleisch, in Zweipfund- und Fünfpfund-Dosen zum Verkauf. Die grauen Ausweiskarten sind mitzubringen._ NowawcS. Lebensmittel. Es werden in dieser Woche bei den Kleinhändlern ausgegeben: 500 Gramm Weißkohlsauerkran: (25 Pf.) auf Abschnitt 40 der allgemeinen Lebensmittelkarte, 125 Gramm Teigwaren(22 Pf.) auf Abschnitt 47, 100 Gramm Sago (24 Pf.) auf Abschnitt 14 für Jugendliche. Die Karteninhaber müssen noch beute die Lebensmittelkarten- abschnitte 46, 47 und 14 bei dem Kleinhändler abgeben, bei dem sie die Ware zu beziehen wünschen. Die Waren sind vom Freitag, den 10. bis Montag, den 13. d. M. in Empfang zu nehmen. Heute findet in den Verkaufsstellen der Gemeinde der Verkauf von Oelsardinen und Fettheringen auf folgende Nummern des Aus- weise? statt: Winkel Nr. 4635—5135, Frommert 4051— 4550, Rudow 3901—4400, Müller 3306 bis Schlußnummer und 1—300, Ziegener 2701—2982 und 3001—3200. Groß-Serliner parteinachrlchten. Hroß-öerlin. Heute abeud 8 Uhr in de« Sophien-Säle«, Sophien- straße 17/18: Mitgliederversammlung. Freies Wahlrecht im preußischen Abgeordneten- Hause! Referenten find die Laudtagsabgeordneten Robert Lciucrt und Otto Hue.__ Spandau. Stadtverordnctenwahl. M i t 1 w o ch, den 8. Mai, findet im 8. Kommuualwahlbczirk die Ersatzwahl der III. Ab- teilung zur Stadtverordnetenversammlung für den verstorbenen Genossen Wilhelm Pieper statt. Unser Kandidat ist Genosse Emil Stahl. Ave Partei- und Gesinnungsgenossen werden aufgefordert, morgen unbedingt zur Wahl zu gehen und ihre Stimme für unseren Kandidaten abzugeben. Die Wahl findet von 10 bis 1 und 5 bis 8 Uhr, im Wahllokal, Restaurant von August Meienberg, Klosterstr. 5(Ecke Hamburger Straße) statt. Besondere schriftliche Einladungen ergehen nickt. Die Wähler haben sich aus Erfordern des Wahlvorstandes über ihre Person auszuweisen; es ist daher eine Legitimation(Steuerzettcl nsw.) mit- zunehmen. Der Wahlbezirk umfaßt folgende Straßen: Altonaer Straße. Amalienhosstraße, An der Kappe, Borkumer Straße, Dallgower Straße, Egelpfuhlwcg. � Grüner Weg, Hamburger Straße, Hoch« gerichtstraße. Johannastraße. LazarnZstraße. Metzer Straße, Nauener Straße, Seeburger Straße, Seegefeider Straße, Schulzen- straße, Staalener Straße, Stettiner Straße, Ulrikenstraße, Wil- helmshavener Straße. � DaS sozialdemokrakische Wahlkomitee. WetteranaRchte» für»o« mittlere StorddentlMIan» dt« Mittwoch mittag. Im Südwesten vielfach wolkig, strichweile meist Gewitter, in den anderen Gegenden vorwiegend trübe, an der Käste ziem- llch kühl, im Büniculaiidc mittags warm, in der Nacht zu Mittwoch ktelleu- welje Frost. Direktion Mix Keinhardt. Deataclies Theater- T1/,: Der Bürger als Eslelinann. Mittw. 7U.; Don Carlos. Kammerspiele. f TThr: ISiimuruii. Mittwooh: Somurun. Volksbühne. Theater am Bülowplatr. tTntergnuidb. Schönh. Tor. T1/.(neueinstnd): Kör, ig Lear. Miotwoch:!>! c, R ä c Ii 1 1 ge. fiiealer tiesWesleüs AUabendiiuh Uhr; Leopoluins Konstantin m le Tänzerin. t)ir. C. Meinhard— R. Bernaner. Theater �Konigsrätzer Str. 7'/,: Schwestern u. der Frontde. Komödienhaus 7'/, Uhr: Die Karin. Berliner Theater 7'5U.; Blit�blanos Itlut. llWnäRtjyalerr Theator in d. Cöpenicker Str. "v; Die ist riclitig! Walhalla-Theater. vi, Uhr; DonauUebchen. Rose»Theater. vi, Uhr: Bachftelzche». Paul Göbel der Urkomischa ehester Dieck Exotischer Radfahrakt „Durga" das fliegondo Piano sowie der große Mai-Spielplaa! Theater 1 Cricdriclist. 318! "• faul iSsotes! Dcnter bland» [bester Komiker] sowie lü erste j Variete-Attraküonon 1 Sonntag SV. ühr jeder[ Erwachs. 1 Kind frei!_ rnkv. Tägl. Tl.. Stg. Das neue Mai-Prograrom Prof. Uatvkins dressierte Hundemeute. Binz, dasteh. D. Wunderhund Bobby, rechnet u. setzt Wörter zusammen nsw. usw. Zum SchluJi: Gr. Ausstatt.-Pantomime „Frühlingsspieie" m. den gr Wasser-Szenen Sturmszene mit d. Wolkon- brucli!— Kahnrutsch aus 30 Meter Höhe in den Grunewaldseo. Himmelfahrt, 9. Mai; 2 Verst., 31), u. 7>/3 Uhr, Auch nm...Frühlingsspiele" ' un"0" Kinilgi. frei! höriges I Trianon-Theater •/48 am Bhf. Frlodrichstr.'�8 Tel.: Zontnun 4027 und 2391. Der Lebensschüler Komödie von Ludwig Fulda. Ida Wüst, Erich Kaiser-Titz, Paul Bildt, Flink, Kettnor. Stg. 4 O.kl.Pr.; Hedda Gabler. TöBaler der FriedricliM. Ecke Friedrich- u. Linienstr. Nord. 8650. Täglich Vi,: Familie Hnunemaun. Schwank in 3 Akten von Max Reimann n. O. Schwarz. Hans iunkermann, v. Möllendorff Alice Torning, Richanl Geerg. Casino-Theater Lothringer Str. 37. Tngk'/.S U. Letzter Monat her Spielzeit. Das neue grotze Maiprogramm. fSrstklajsige Spezialttäten dazu das bettere �atmlienbilb Anna s Tranm. Sonntag 4 Ubr: Maienzauber. ■nMmmfWTffTiTBmiT1— iReiciishailen- Theater. 8 Allabendlich 71/, Uhr: jSleitinef Sänger. I Hoichshallen-Saal 7ll.jU.: I Großes Blüthgen-Konzcrt. Theater für Dienstag, Centrai-Theater Kommandantenstraße 57. 'i',: Die Csardasf tirstln Friedrich-Wilhelmst. Theater � uhr: Das DreimEderüiaiis. Deatscbe» Opernbaa» u7: üerPosioov.LoDjBHieaii Kleines Theater -�uhr: Kanle. Komische Oper T'U: Sgdwarzwaliifflädel. Castspielhaus 7*/. URr: DishlondenHäiielsy.LindenM Metropol-Theater uhr: Die Ross vsa ZlsiÄHt. 7. Mal. Neues Operettenliaus Sohiffbd.4a. KassentNd. 281 7v. uir:öer Soldat derMarie. Resldena-Theator ■•/.Uhr: Der junge Zar. Schlller-Ttacater« JV, Uhr: Derlelzle Funke. 8chIller-Th. Charl. VI, Uhr: Ein Erfolg. 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Der Ge- winnüberschuft wird als Divi- dende an die Mitglieder verteilt. Die alten Mitglieder find mit Wintergemüse reichlich versorgt worden" Die jeut neu bei- tretenden Mitalieder sind be> rechtigt, ab Mitte Mai Früh- gemniezubeziehen. Aufnahme neuer Mitglieder findet stall im Laden Perersbnrgerstr. la: Montags, Mittwochs, Freitags 3— 12 und 4— 7, außerdem «onutags 11— 1. Ferner im Laden Kopenhngenerstr. 1: Dienstags. Donnerstags, Sonn- abends 9—12 n. 4— 7 und Sonn» tags 8— 10. Ferner täglich im Benoaltungsbureau: Burg- strafte 27 III, Zimmer 76 (gegenüber Zirkus Busch) wer!- tags 10—7. Sonntags 10— 1. Pnrtrimlaltinp in(Mnlin Dienstag, den 7. Mai, abends 8 Uhr: der WMMiiWe» ZeWsrWWsii SroS-MW in den ZllOLüglMgvgMLÜS Äerlia SW.SS, Llndcnsir.Z und In alleaAuogabcslellell des Vorwärts Me5o2lz!äemok!'e>tieimk!elt krieq.SonOr. David. M.d.X. JHt Sie näctiften flufaaben der Partei. Rede des Hbgeordnetcn ädieidemann auf dem idiirz- burscrPancitaoc.>0,50 der trägt die Schuld am Kriege? Von Dr. Eduard David, m.d.R. Ji 1— lüoüopolfradcundflrcciicr- Walle. Drei flbbandlunocn von B. Cunow, 0. Buö u. M. Süiippel. Berausgegcben und mit einem nadiwor: von£J. Jarilon. Brotchiert J6 4,— geb. Jf 5,— Uefierßcgritr undBcdeutung der Kommunalwillcnlchaft. Von Dr. B. Lindemann..#2,— DiedoutschcSozialdcmoHra- tie und der Weltkrieg. Eine poli- tiiche Studie von Dr. Paul Ccnlm, ITi. d. K. st I,- Partei-Zulammenbruc!)? Ein offenes aiort zum inneren Partei- Itrrit. Von B. Cimow..« 0,75 KammllnalcKricesrüricrQC. Von Paul Blrith. jK I SozialdenioHratic u. natio- nale Verteidigung,.« 0,75 für die£in!)eit der .r«i.oo Die Bestrebungen für eine vjirticbalti. Annäherung Deuiicb* lands u. Oriterr.-tlngarns 1,— firbeiterimltur und Krieg. Von ß. Schu!.',, in. d. K..* 0,73 Speiialarzt Dr. med. Reinhardt, WaiiiEreir.in�tllivo Syphilis, Harn, Frauenleiden, Glutuntersuchungcn.il'iobernficch erfolgreichst. Hciloersaiircn. Teilz. 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Ksrtrag des Ktlchstagsnbgksrdrlettll K. Mjsstll. Entgegennahme von Beiträgen. Aufnahme neuer Mitglieder. _ Ter Vorstand. SozialdemokratischcrVerein für Pankow u.Umgegeud Dienstag, den 7. Mai, abends 8 Uhr, »Zur Hütte", Pankow, Breitestr. 16: �lilgiZecter- Versammlung. Tagesordnung: L Vortrag des Genossen E. Heilmann. 2. Diskussion. 3. Verfchiedenrs. Gäste wiNkommen. Erscheinen aller Mitglieder erwartet -- Der Vorstand. Mitwrochz den 8. Mai» abends 8 Uhr. Sonaldtmodr. Aerem für Kerliu l. Mitgliederversammlung bei Glnue. Kommandantenstr. 88. Dortrag deS Genossen Max Schütte über Karl Marx. Diskussion und Verschiedenes. Der Borstaud. Sölißlbfmoktflt. Vereill für Teltovi- Sttskoro-ZtorkoV-sshlrrlottenburg. Mitgliederversammlongeu: Sonllldemokr. Verem für Ltllw II. � Adler�hof bei Beyeritein. Bismarckstr. 82. AJt-Glicnickc-!'alkcnbcrg bei stritt Bahr, Cöpeniiker Sir. 45. Stellungnahme ..... r zur Gemeindevertreierersatzwah!. Mlffllteberherftunmlttltjscn:; nritr-SJurkotv bei Bahr, Lritz, Dcrder I. und II. Abi. Westen bei Rickert, Stennnetz-! Strafie 37. strage 36a.- Ch»rl<»kt<>nbang. BoltsHans, Rosinen- HI., IV. und V. Abt. Friedrichstadt ntid Sud- suafie 4(ileincv Saal». westen. Lindenstr. 3� II. Hof HI. Bortrag.! Friedenau. Kaiser> eriilhelm. Garten. VI. Abt. Südwesten bei Schuster, Chnmissoplatz 4. VN. und VtU. Abi. Süden bei Reim, Urbanstr. 23. Rheinstr. 05. Marieadart bei Hoch, llhauffeestratze 44. S-mIdmd'. llctkin fft SniinIII. i»IÄ®aSBS?Jr4Stt Mitaliederversltmmlung XenkOlln in sorgenden Lokalen: im Gewerkschaftsbaus, Engeluser 15. Swaldernolrr. Uerem für SerlicIV. Mitglirdervcrsamniluiigcu: Petersburger SJicwcl; bei Kühne. Schrei» i> erstrane 53. Beitragszahlung, Aussprache über die gegenwärtige politische Situation. Landsberger Btertel: im Elyfin», Lands« beiger Allee 40. Frankfurter Biertel: Kleines Gewerk- fchaflShauS, Elisabethftr. 11. � Stralaiier Biertel: bei Kienitz. e-imon-Dach- Straste 24, Ecke Revaler Strafie. 1. Vortrag. 2. Rückblick ans die Sladwerordr.etenwabl. Görlitzer u.GösteniderBiertel: Gemeinsame Versammlung im.Reichenberg. Hos",'Reichen- berger Str. 147. Tagesordnung: 1. Vor- trag des Genossen Baumeister: Varlamen- tarismuS in den demokratisch regierten Län» dern. 2. Diskussion. 3. Parteiangelegen- hesten. Der Borstand. Zomldemokr. Vereia für Serlill V. Mitgliederversammlungen: Abt. lb bei Schwanherz. Raugarder Str. 3. Abi. 1 u. la bei Winzer. Wmsstr., Ecke Christ- bm'gcr Str. Abt. 2 it. 3: Sientnnds Feftsäle, Linienstr. 8. 1 ?tbt. 4, 5 u. 6 bei Pickert. Linienstr. 198. 'Abt. 7 bei Walter. Schissbauerdamm 22. Der Borstand.| Somlderuokr. Verein für Vrrlin VI. Mitgliederversammlungen: . Abt. bei P. Dobrohiaw. Swutemünder Prenzlauer Alle« 180, 1. n. 2 Strasie 11. 3. u. 4. Abt. bei Burg Ecke Ranmeritr. 5. Abi. bei Gruttau. Slahlbeimer Str. 30. zw. Wicheitstr. uno Eisenbahnbrückc Pavpelallee. S. Abt. bei Goldschmidt, Siolpilche Str. 30. Abi. bei Korn, Gleirnstr. 10, Ecke Falkplatz. 8. Abt. bei Hoffmann. Swinemünder Etr. 47. 2. Abt. bei Qbiglo, Stralstmder Str. II. 10. Abt. bei KarnS, Voltastr. 37. 11. Abt. bei Paul, Gartenstr. 101. Iii., 17. und 20. Abt. bei Sachse, Lindower S trage 26. 18. ii. 19. Abi. im„Scywodenzelt�, Etzerzierstr. 21. u, 22. Abt. bei LewandowSkt, Seestr. 104. Tie Generalversammlung findet DienStag, den 28. Äkai. abends 8 Uhr. in Frankes steftfälen, Badstr. 10, statt. Der Borstand. 1.— 2. Bezirk bei Schulz, Reuterstr. 47. Eck« Lenaustratze. Vortrag des Genossen Ulkes. 3.— 4. Bezirk bei Brauer. Tellftrage, Ecke Weserstrage. 5. Bezirk bei Schittlrr, Beichselstratze 5, Ecke Donaustroke. 6. Bezirk bei Noack, Weserftr. 41. Ecke Fuidast.. 7. Bezirk bei Iden, Boddinsir. 58, Ecke A'arstr. 8. Bezirk bei Klcincrt, Sluttaarter Str. 7. 9. Bezirk bei Nitzfche, Berthelsdorser Sir. 8, Ecke Rene Donauitraße 10.— 12. Bezirk tm Turnerheim, Böhmische Strasie 13. 13.— 17. Bezirk bei Genkel, Herrnannstr. 176. Ecke Thomasstrage. 18.— 20. Bezirk bei hkichnow, Prinz-Handscr:�- Strage 69. 21.— 24. Bezirk bei Heutschel. Herrsurthsir. 27. S»chöaob«z«*g bei Obst, Martin- Lutber- Siratze 69. Steglitz. Rest. Clement, Düpvelstratze 7. Landtagsabg. H a e n i> ch spricht über die letzten Vorgänge im Abgeordnetenhaus. Tei»p«lh«t bei Schade, Berliner Strage Ecke Friedrich-Wllbelm-istraße. �Ildaa-KilnIgs-dVastonhansSa bei Schumunn. Schwaitzkopssstrasie. V�'Uio»i'sd«nl' bei Schäfer, Brandcndur- gische Strage 63. ZoMemokratischer Verein für Niederbarnim. k'rodsnsdai'k-Ickvt�i'shagca. Bezirks- abend bei Heuer in Petnshagen. Tagesordnung: Bericht von der Kreisgeneral- Versammlung. Die Lehren der jüngste« Wahlen Die Lokalsrage. Dio>Neuwerbung von Mitgliedern..Vorwärts"-Lesern uns der Wiederausban der üugendorganiialion. doht�nboi-g im Lokale von Heinrich Stöber, Jungstr. 23, Ecke Odersiraße. Zahloersammlung. Tagesordnung: Fort. ietzung der Aussprache über.Orgauisations- sragcn". Bericht von der Kieisgenerai- Versammlung..Vorwärts''-Leser sind eni- geladen. VbcnschiineHvoldv bei itadewig. Lau- jeners tr. 5. KeinIcKondanT-Vst bei Dölchner, Re» sidenzstratze 50, gemeinsamer Zahlabend. KeloIckendoi-k.Wvst. Zahlabend bei Schiller, Antonienstr. 10. In allen Bersammlungcn findet Aufnahme neuer Mit» Glieder und Entgegennahme der Beiträge statt. Alle auf dem Bode« der Mehrheit stehenden Auhäugcr sind eingeladen, um «v** Nr. 125— 191 S Unterhaltungsblatt öes VsrWärts dienstag, 7. Msi Musfiüge öer Liebe. Das ist ei» grauer Tag gewesen, als wir uns das erstemal sahen. Und es war gar uichl eiwa Frühling und die Sonne schien auch nicht, denn die Sonne schenk: den Städtern im Winter und Warlenz nur selten ein vaar mitleidige Strahlen. Auch die Strastenbämne waren noch grau, und. da es lange nickt geregnet hatte, so ungewaschen. Die Gärtner in den Sradr- anlagen vrachten den Sträuchern und Hecken die Begriffe von Mode und itnllur bei. Und wir versprachen und, am kommenden Sonntag auszufliegen. Ich brachte dir TreibhauSrosen und lügen Kuchen mit und wir sreule» und auf den Weg, den wir gehen würden. Der Wind spielte mir deinem blonden Kraushaar, und du wolltest immer noch nicht sagen, ob du Annamarie oder Marianne heißt. Aber hinter einem Haselkätzchenstrauch küßte ich deine' roten Lippen und sagte Annamirl. Weil' du blonde Locken trugst. Und da war plößlich der Himmel ganz blau, wie auf einem Madounenbild, und man konnte iveir hindurch und das verlorene Paradies sehen, in dem die schönsten Edelblnmen blühten hinter einem roten Roscnzaun. Und am Eingang saß ein Engel und spieUe mit den Glocken der Magnolienblüteiu In dieser Richtung gingen wir rüstig immerzu, die Blicke hinter den haldgcöffneten Fensterläden unserer Augenlider, und wir merkten gar nicht, daß wir eine» Berg vor uns harten, bis die Straße steil wurde.... »Dieser Berg wird unS Dinge sehen lassen, die wir in der Ebene nicht schauen können," sprach ich. Du nicktest und schrittest immer tapfer mit. Won Feit zu Feir küßtest du mir die Augen und fprachst:»Ich sehe durch sie in alle Fernen." Dann faßtest du ineine Hand nnd sagtest leise:»Unser Leben wird aufwärts gehen." „Ja," antwortete ich mit einem Blick ans unser Ziel.»Wir dürfen nicht die ebene Straße nehmen, die in alle Wege und Gaffen mündet gleich einem Spinngewebe. Wir werden den Pfad der Entdeckung wandern. Am Wege lud uns ein Gasthaus ein, in dem gespielt, musiziert und getanzt wurde, und wir gingen hinein. Du naschtest von deinem jüßen Kuchen, gabst mir zuweilen unter spitzbübischem Necken ein Stückchen und wir tranken aus blanken Gläsern, gold- sonnigen Wein. Durch ein kleines Fensterstück sahen wir in der Dämmerung das Geflimmer der Sterne, die immerzu Reigen tanzten, immer »n Kreislauf wie unser Blut, wie daS Waffcr, das zwischen Himmel und Erde wandert. Ich aber flüsterte, während unsere Kelche einen hellen Kling- klang zitterten:„Wir werden immer vorwärts gehen und nie den Schatten Heimweh hinter uns achten. Denn wir suchen Neu- land!"— Und auf eineni mondhellen Umweg kamen wir zn einer Station, von wo uns eine Bahn zur Stadt fuhr... E. ES war ein sonniger Maientag. die Kastanien blühten, und der Goldregen war wie ein wirklicher Regen von Gold. Wir waren so glücklich, weil wir so frei waren, der Freiheit zu fröhnen. Weißt du noch, wie ich dich abhielt, am Mittag in die vier engen Arbeits- wände, die Gefangeueuzell'e deiner Sehnsucht, zurückzukehren, und loie wir mit einer Trambahn den HeereSslraßen unseres Glückes zustrebten? Ich hatte�dic ein Buch mitgebracht, in dem viel vom Alltag und von der Sonne stand, und als wir die ersten Feldwege er- reichten, pflückte ich dir Heckenkirschen und GciSblatt, die du zum Strauße bandest. Wir selten uns an einen Ackerrand und schauten einest: Amselpaare zu, das sich sein Nest zusammentrug und sich schälkbair neckte. „Sieh die Vögel, sie sind frei und glücklich, die Welt ist ihr Feld, und sie sorgen sich nicht viel darum, wo und wie sie wohnen. Aver wir sind arm und doppelt arm. weil wir nicht so einfach glücklich sein können. Und unsere Freiheit ist immer nur ein SvliiuagsauSflug, ein vorü hergebendes Stehenbleiben der Uhr Sorge. Wenn wir einen Berg genommen haben, kommt gleich loreder ein anderer und wieder einer. Statt aufwärts gehl es immer loieder talwärts nnd heimwärts. Wir leben ständig zwischen Ebbe und Flut." Auf einem Berge erblickten wir ein Schloß, und in Gedanken sahen wir in seinem grünen Ganenkranz eine zarte weißgekleidete Frau in einer Hängematte und rotbackige Kinder, die sich Blumen auf den Platz streuten, auf dem sie Ringelreihen tanzten. »Das find Menichen, die unsere schweren Berge nicht zu nehmen brauchen, um auf der Höhe zn sein. Aber ihre Höhen sind ! nirbt unser Ziel, unsere 5�öhen nicht das ihre. Die Wolke, die der ! Sonne näher ist als der Baum und diesen verdunkelt, ist sie nicht ' vergänglicher?" Unwillkürlich umgingen wir den Berg und wanderten straffen- wärts. Da begegnete uns ein Hcndwerksbursche, der auf der Brandsohle lies und sang. Er trug in seinen Augen das Glück von i fünf Erdteilen. Sein Stock war ans Indien, sein Rauchtabak ans \ Amerika, fein verschlissener Anzug im Urstoff auS Australien, die ; Hautfarbe aus dem gelobicn Lande und daS trockene Brot, das er ! nebenher verzehrte, aus Europa. Noch immer höre ich seine Worte: »Gradaus, gradauS wohnt das Glück, immer gradauS, nie zurück." »Der wandert auf der Höhe." sagten wir, und an diesem Tage sprachen wir nicht mehr viel von uns. m. Wir wollten schon immer hoch hinaus. Nnd nun sind wir oben. Wir wohnen in einer Dachstube und nicht in einem Luit- schloff und haben einen Mitbewohner, dein wir das Flüggewerden lernen sollen. Oft wiegst du ihn auf deinen schlanken Armen und läßt ihn an unseren Top'pflanzen riechen, hebst ihn hinaus zum Licht, daß ihn die Sonne segne. Die grauen Dächer find im Sommer wie das wellenwogcnde Meer, im Winter wie ein weißes Hügelfeld, und deine Gedanken sind Möwen, die kühne Kreise schwingen und immer wieder zum Strande zurückkehren. Ich bin unser Leuchttnrmwärrer, und nieine Augen sind das Licht, das deine Möwen lockt. Ich spiele mit ihnen und fliege lm Licht der Blicke weit über die Meerbergs. Sie sind eine Brücke zu unseren tanzenden Sternen. Wir brauchen die Straffen und Wege nicht mehr, es sei denn zum Brotverdienen. Unser Herz ist das gesuchte Paradies. Auf deinen Händen trägst du unseren Kolumbus, der das Neuland sicher entdecken wird, das wir unserem Atlanten: Seele eingezeichnet. Kompaß wird unsere Liebe sein.... In uns muff cS immer Sommer bleiben, damit wir durch die offenen Fenster unserer Seele das Land unserer Hoffnungsausflüge schauen können.... JulinsZerfaff. Liszt— Mahler— Jrieö im Konzert der Freien Volksbühnen. Nicht so nebenher, sondern in brennender Beziehung zur furchtbaren Gegenwart hatten in sechs von 12 Konzerren des Verbandes der Freien Volksbühnen Werke von B e e t h o b e n die Führung. DaS begreift sich; denn Beethoven ist der Angelpunkt für die seitherige Entwicklung der Instrumental- musik. Und die bewegt sich von der Klassizität hinweg über die Epoche der Nonianlik zur neuzeitlichen Musikperiode. Diese letztere ist, loenn wir in Heitor Berlioz lhren Urheber erblicken, kenntlich als programmatische Sinfonie. Das heißt: es sollte sich bei dieser Musik doch auch etwas denken lasten. Da erscheint denn Franz Lifzt als ihr erster und für seine Zeit bedeutendster Dolmelich. Er ist so reckt auch ein Bildungs- Produkt jeiwö romaniisch verbrämten Neu-HegelianismuS, jenes historisch gerichtetsll HeroenkultuS, der damals allenthalben sein Wesen Hatto. Der Musiker sucht, statt in die eigene Brust zu greifen, geschichtlich beglaubigtes Heldentum, das er zum Träger seiner eigenen Gedanken und Empfindungen macht. Die Lisztschen Sinfonien zeugen hiervon. Wir dürfen nnS dieser großzügigen Tonschöpfungen doppelt erfreuen; denn ohne sie wäre der Nachwelt nur allenfalls das Andenken an den großen Klavier- viriuosen verblieben. Es ist wohl auch nicht minder merkwürdig, daß Liizt erst auf Umwegen zur sinfonischen Umsetzung jener heroi- sche» Ideale kam. So tritt auch seine Dichtung„Mazeppa", die Wagner»furchtbar schön" erachtete und die ihn, als er sie das erstemal durchlas,»ganz außer Atem" brachte, uns als erster Ge- dankenkeint in einer seiner Klavierelüdeii entgegen. Nun stand sie auf dem Programm der von Oskar Fried geleiteten beiden Schluffkonzerle der Freien Volksbühnen. Von dieser Staiion zur nächsten, das ist zur Sinfonie modernster Prägung, die mit Strauß und Gustav Mahler ihren Gipiel erreicht bat, ist allerdings ein weiter Weg, sowohl in der musikalischen Gedankenwelt als der instnnnentalistischen Ausdrucks- fähigkeit, für die es nur scheinbar keine Begrenzung, mehr gibt. Voll staunernder Bewunderung, zugleich erschüttert und erhoben, vernehmen wir das geioaltigs Riesenwerk dieser Zweiten fünf- sätzigen Mahlerschen L-moll-Sinfonie, in deren vierten und letzten Satz ein Sopran- und Alt-Solo nebst gemischtem Chor nimilleii des großen Orchesters verwobcn sind. In Oskar Frieds vor dem Krieg hier schon mehrfach auf- geführtem.Erntelied" spricht aber noch ein anderer Geist. Er heißt Weltsozialismus. Die Mühle erscheint hier als Shmbol einer immer bezwinglicher nach Arbeit, nach Brot und Freiheit rufende:! Menschheit. Es ist ein grandioses Lied. Der bedeutende Ge- staltsr und Dirigent feierte doppelten Triumph vor den mnwirlenden Musikern und Sängerchören: ihm mn Recht von Tausenden von Hören: bereitet. s. k. Sie wichtigste pflanze. Auf die Frage, welches die wichtigste aller Pflanze!', sei. erhält man, ivie der Direktor am Münchener Biologischen Institut A. H. Franc» in der Zeitschrift„Heber Land und Meer" erkuirl, stets unrichtige Antworten. Die einen entscheiden sich für den Weizen, die anderen für den Roggen oder die Kartoffel oder die Zuckerrübe, weit gereiste Leute, die besonders klug und originell sein wollen, geben der sicherlich wertvollen Kokospalme den Vorzug. In Wirklichkeit aber ist für die moderne Menschheit als die wertvollste aller Pflanzen der Hefepilz zu bezeichnen. Diese Behauptung läßt sich schnell bctveiien. Lediglich der Hefe- Pilz ermöglicht die Alkoholindustrien, die in Deutschland allein fähr- lich 2826 Millionen Mar! Bier, Wein und Branntwein, aus der ganzen Eide ungefähr IS Milliarden Marl produzivren. Ohne den Hefepilz kann man auch kein Brot backe», der Gesannerlös der Bäcker aber wird ans jährlich(30 Milliarden geschätzt. Mau kann also mir gutem Recht sagen, daß die Hefevflanze der Menschheit jahraus, jahrein ebenso diele Werte verschafft, als ihr der Weltkrieg seit fast vier Jahren raubt. Um so erstaunlicher und anck ein wenig beschämend ist es, daß der Mensch noch beute nicht vollkommen über den Hesepilz aufgeklärt ist.� AuS den Lehrbüchern kann man erfahren, daß der wffseuschaftliche Name Lll.coiia?oni)'oss soviel bedeutet wie Zuckerpilz, und daß es sich um eine winzige, nur den tausendsten Teil eines StecknadeUopseS große farblose, einzellige Pflanze handelt, die der Gestalt nach eine»! E. ähnelt nnd eine so ungeheure Bermehrungölrait besitzt, daß aus einer einzigen ümerbalb zwei Stunden bereits zwei, in 24 Stnniei! also 4090, in 14 Tagen ungefähr 32 Millionen werden. Tlew. Menge stellt sich dann als eme grauweiße Masse dar, die man pressen kann, ohne daß dabei die einzelnen Pflänzchen zugrund" gehen. Es werden auL dieser Masie viereckige Stücke herausgeprei die dann als Preßhefe in den Großhandel kommen. Daß es sich um einen Pilz handein soll, ist nickt sehr ein- leuchtend, da man bereits 300 000 verschiedene Pilzarten leniü. Darunter gibt es viele Taufende, die in einem gewissen Ädichruu ihres Gebens heiepilzartig aussehe». Einen gewissen Einblick ge- währt immerhin die Betrachtung der sog. Rufftaukrankheil. die in Gestalt eines schioarzen UeberzugeS die Pappclblättcr überfäll i. Unter dem Mikroskop erweist sich der Ueberzug als ein Wald von winzig kleinen Bäumchen, von denen ständig kleine Füüchlchen herabfallen, die als Nebenfrüchte bezeichnet werden. Der Pilz selbst wächst schlauchförmig heran und ist von wunderlichen Gebilden erfüllt, die überall in Gestalt von winzigen Stäbchen und Kügelchen hervorguellen. Wo ein solches Kügelchen Boden saßt, bilde: eS von neuem den Rufftaupilz, der dadurch unbegrenzte Zeit lang weiter- leben kann. Wenn aber die kleinen Sporenkugeln nicht sofort wieder ein Pappelblatt finden, das sie aussangen können, so lrermen sie ständig hefopilzartige Teilchen von ihrem Körper ab. die fähig sind, durch Sprossung zu wachsen. Diese bilden wieder Hefezellen, und so geht es immer weiter. Dc» nnzähtige Pilz- arten in der geschilderien Weise handeln, ist es einigermaßen be- greiflich, Ivarum die Wissenschaft nicht genau weiß, was der Hefe- pilz eigentlich ist. Er gehört eben als»Neben srn cht form" zu irgendeinem anderen Pilz, den man noch nicht kennt. DaS Neben- früchrchen muß natürlich während seiner SproffungSzeir irgendetwas verzehren, wovon eS zu leben vermag, und gerade hierauf berugl die außerordentliche Wichtigkeit der Hefe. Sie zersetzt nämlich alle stärkemehl- und zuckerhaltigen Flüssigkeiten, in denen sie leb:, so. daß dadurch Alkohol und etwas Kohlensäure übrig bleibt, lieberall in der Natur gibt es Hefezellchcn, da so zahllose Baum- und Blatt- Pilze ihn fortwährend als Nebenfrucht herstellen. Daher und Hefen im Staub der Lust, in'jedem Tropien Feuchtigkeit, der freier Luit ausgesetzt ist,' in jedem Lusrhanch, der mir jedem Lufthauch, der m« jedem Atemzug von uns aufgenommen wird, vorhanden. Notizen. — Als Lehrer des GeigcnspielS ist Adolf Bu',„Danke", antwortete Gerell zerstreut. ' Algren füllte Wasser in den Kaffeekessel, nahm zwei Ringe aus dem Herd und stellte den Kessel auf die Kohlen. Dann deckte er den Tisch fertig, mit Tellern, Gabeln, Löffeln, zwei Kaffeetassen, einer Untertasse mit Zucker und einer Dow kondensierter Milch, zäh wie Kleister, zu deren Oesfmmg er lange Zeit brauchte. Gerell sagte währenddes kein Wort, sondern saß nur und schaukelte mit dem Bein. Algren fand, es sing au unangenehm zu werden. „Nun, hast du ihn gekriegt?" fragte er schließlich, während er mehr Koks auf den Kamin legte. Gerell sah ihn an, und es war gut für Mgren, daß er dieseit Blick nicht bemerkte. „Ja, ich habe— ihn bekommen," antworieie Gerell. Er betonte„ihn" aus eine Art, daß Gerell zusammenzuckte und sich umdrehte. „Den Bären, meine ich," sagte Algren erklärend. „Den meinte ich auch. Was sollte ich sonst meinen?? „Ja, ich weiß nicht. Du sagtest das.ihn" so merk- würdig." „Findest du?" „Willst du nicht effen f »Ja, danke." lLortj. folgft) j Verband derCemeimJe- und Staalsarbeltcr. Filiais GroS-Borlin. Den Mitgliedern geben ' isir hiermit Nachricht vom l iiods des Kollegen Ulbert Meyer ! von den Berliner Wasser» werien �Werkstatt). Die Beerdigung findet am Dienstag, den 7. Mai, nach- -V'tugS-t Uhr, von der neicheubale deS Zentral- friedbofcs in Friedrichsfelde au-Z statt, Elire seinem Andenken! Um rege Beteiligung bei « der Bestattung der Kollegen Ersucht S2/5 IZio vrtsesrvsltang, w.vtvrM-Haam 'Wpf TreucsGedcnlcn! j,t fcinent Geburtstage am 7. Mai. Als Opfer des Weltkrieges i starb am Lg, März 1918"in I eiuem Feldlazarett infolge j schwerer Verwundung durch Bombensplitter uiein innig-' geliebter Mann, unser lieber guter Vater, Bruder. Schwa- gcr und Onkel, derttustschiffer| Faiil 0©ebei Fn tiefem Schmerze Frau Kaeharine Goedcl! geb. cimlgee nebst Kindern,! Ruhe fanft in fremder Erde I * W.- j.-.BriSdt LeihAa-i» Rofentbaler Tor, Liiiicnstraße 203/1, Ecke Rofen- thalerst'.age, nur 1 Treppe, kaufe:! Sie Lelzkragen, Muffen, Tkünks, Nerz, Alaska, Blau- füchfo und alle anderen Pelz- arten, Wanduhren, Taschen- rhren, Brillanten, Silber- taschen, neue Hcrrengardcrobe, Sonntags geöfstict. ILIK� ZPEUiÄMZß "vr insck, Itairmann kür GesohlechtsliranKiioMnn, Haut-, harn-, Frauenleiden, nervös. Schwäche, Beinkranke. Behandltmg schnell, sicher u.sohmerz- los ohno Berufsstörung in Dr. Homeyer& C«. konz.Labor. f. Bluttmters., Fäden im Harn nsw. FrieSrlcli!tr.SI,fs;S: lWbMWLF Spr. 10-1 u. 5-8, Sonnt. 10-1. Henirar m iiiig, a. Teilzahl. rates Claiuinzlmnicr. MZsadMe Erwerbs- mzlUMizlten I bietet die nächste Zukunft Eine fiel ! greifend« Änderung unseres gesamter. ■ Wirtschaftslebens, ein gewaltiger Aul- schwung unserer Industiie u, des Hau del» steht bevor, und es werden überaü geschulte Knlrte gesucht jeln. 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Ausschusses find ans die Dauer von zrvölf Jahren, jedoch nicht über die Dauer der ihre KorschlogSsähigkeit begründenden Eigenschaften hinaus, zu berufen: i. 48 Verireier der Städte jntt mehr als 50000 Sin» w o hn e rn und zwei weitere Veriretcr der Stadt Berlin, 2. 24 Vertreter der übrigen Städte und der Landgemeiuden mir mehr als 1.0 000 Einwohnern» 8. 24 Vertreter der Pro- V i n z e ü sowie ein Bertrei« der Hohenzollernschen Lande, 4. 24 Vertreter der ländlichen Selbst- v l- r!o altung, 5. 43 Besitzer solcher Landgüter, die sich zur Zeit der Vorschläge bereits 50 Jahre im Besitze derselben »yanulie.besinden und eine Größe von mindestens 15 Hektar oder ritten Gruudsteurrrcinertrag von uundesieus 150 M. haben. .♦i. 24 Mitglieder, die von den Landwirtschaftskammer» vorgeschlagen werden, 7. 80 Leiter grotzer Unter- nehmungen der Industrie oder des Handels, 8. 88 Vertreter vor. Handel und Industrie(vorgeschlagen durch die Handels- kamnisru), 9. 18 Vertreter des Handwerks, 10. 10 Vertreter der Hochschule», 11. 10 Vertreker der e v a u g e l i s ch e n und der katholischen Kirchen, 12. 10 Vertreter der Ar- b e i t e r, 13. 12 Vertreter der Angestellten im Sinne des Verstchenmgsgesetzes für Angestellte. 14. 0 unmittelbare und mittel« bare�4 t Vt rv«-r 1 C'\ r? 4 s ,■>?- die auf Mindestgröße für das Reckt der Repräsentation von 15 Hektar 5 Hektar herabgesetzt. Die Erhöhung der Zahl der Arbeitervertreter von 10 auf 30 wird gegen die Stimmen des Zentrums, der Freisinnigen und Sozialdemokraten �abgelehnt. Zu ß 9(Vorschlagskörper für die 48 Vertreter der Städte) be- gründet Abg. Hirsch(Soz.) einen Antrag, das DorschlagSrecht in Berlin wieder'dem Magistrat und den Stadtverordneten zu überweisen. Auch sollen solche Männer vorgeschlagen werden können, die dem Magistrat nicht angehören. Auch die Präsentation für die übrigen Gemeinden darf nicht auf die Bürgermeister beschränkt bleiben, (Sehr wahr! b. d. Soz.) Abg. Cassel(Bp.) befiirwortet einen ähnlichen fortschrittlichen Antrag Unter Ablehnung beider Anträge wird§ 8 ange- nommen; ebenso debattelos der Rest des Gesetzes._ Ein Vertagungsantrag wird infolge des Widerspruchs der Konservativen abgelehnt. Es folgt die Lnrlage über die Verfassungsänderungen, das Mautelgesctz. Es wird beschlossen, zuerst über die sogen. Sicherunze» in bezug auf Kirche, Schule und WahlkreiSeintei- l u n g zu verhandeln. Das Zentrum beantragt dazu, den k o n- fessionellen Charakter der Volksschulen und die gegenseitige rechtliche Ordnung deS Verhältnisses von Staat z u r evangelischen und römisch-katholischen K t r ch e, soweit es sich um die diesen Kirchen zustehenden Befugnisse handelt. derart festzulegen, daß für jede Acnderung in jeder Kammer eine Zweidrittelmehrheit erforderlich sei« soll. "Abg. Dr. Bredt(fi.) will auch eine Zweidrittelmehrheit ftir eine Aenderung des Wahlechts zu den Geuieiudevertretun- gen festlsgem Abg. Dr. Porsch(Z.) befürwortet die Sicherirn-gsanträge des Zentrums: Mau hat gesagt, das neue N bgeordue te nhcm s werde dann nur«in Sch e i n d a s e i n führen. Danach müßte aber auch der Reichstag ein Scheindasein führen, denn er kann Verfassungs- ändevungen nur dann beschließen, wenn der Bundes rat zustimmt in der Weise, daß im Bundesrat keine 14 Stimmen dagegen find. Für uns sind diese Anträge so wichtig, daß wir in der dritten Lesung namentliche Abstimmung beantragen werden. Auch das beschlossene Pluralwahlrccht wäre für uns� ohne diese Sicherung ein Sprung ins Dunkle; auch in diesem Fall sind die Anträge für rnts notwendig.(Beifall im Zentrum.) � Minister des Innern Dr. DrewS gibt folgende kurze Erklärung ab: Die Regierung würde voraus- sichtlich bereit fein, auf den Boden dieser sogenannten Sicherungen zu treten, wenn dadurch ein Zustandekommen des Bcrfassnngs- rcformwcrkes im ganzen in einem Rahmen, �der für die Regierung annehmbar sein würde, gesichert loürde. Abg. Dr. v. Heybebrand(l): Die Tragweite der nns an sich shmpachische« Anträge in bezug auf die Wahlbezirke können wir noch nicht übersehen; wir vertagen nrtsere. Stellungnahme dazu aus später. Die. übrigen Autröge Porsch sind ge- boren aus der Besorgnis, daß die Gestaltung dieses Hauses ejnen radikalen Charakter annehmen könnte. In dieser Besorg- nis sind wir mit den Antragstellern durchaus einig,, auch wir be- fürchten eine Gefährdung unserer heiligsten Güter durch diese Radikalisiening. Wir sind auch in den Zielen einig, daß das verhindert werden soll. Aber wir halten es für richhger, das Hebel an der Wurzel zu fassen nnd deshalb von vornherein das gleiche Wahlrecht abzulehnen.(Beifall reckst.) Abg. Dr. Bredt(sk.) tritt für seinen Antrag ein. Wir müssen unser Gemeindewahlrecht sicherru Das gilt auch, wenn wir das Pluralwahlrecht bekommem DaS Haus vertagt sich. Dienstag lOff Uhr: Weiterderatung.— Schluß 5% Uhr. Reichstag. 168. Sitzung. Montag, den 0. Mai, nachmittags 2 Uhr, Am Bundescatstisch: Frhr vom Stein. Die zweite Beratung des Etats öss RdchswWschafisamts wird fortgesetzt. Abg. Hoch(Soz.): Dr. Wildgnibe rief die bürgerliche Gesellschaft auf zum Kampf gegen den Vampyrb'ß der Sozialdemokratie. Das -eigt, daß er keine Ahnung vom Wesen Der Sozialdemokratie hat. Die Wirtschaft der Unternehmerverbände, wie sie Herrn Wildgrube als Ideal vorschwebt, ist unvereinbar mit der Freiheit des Volkes, vielmehr muß die ganze Wirtschaft aufgebaut und durchgeführt werden durch und für das arbeitende Volk. Die Fragestellung„Freie oder gebundene Wirtschaft" ist irre- f ü h r en d. Wir haben schon längst vor dem Kriege in den wich- tigsten Industrien die Kartelle und Syndikate und den. andauern- den Rückgang des Mittelstandes gehabt. Der KriegSsozlallsmuS hat sich, sägt man, nicht bewährt und deshalb eifert man gegen den Sozialismus überhaupt. In Wahrheit ist der Kriegssozialismus das Gegenteil vom Sozialismus, er ist nichts als kapitalistische Kriegswirtschaft. Man hat viel zu spät und dann nur halb eingegriffen. All- KnegSmaßnahmen mir einem Male aufheben heißt, der schlimmsten Ausbeutung und dem schlimmsten Wucher freie Bahn schaffen.(Sehr richtig! b. b. Soz.) Die Frage steht jetzt klar so: Kapitalistische oder sozialistische Wirt- fchaft? Ein Mittelding gibt es nicht. Deshalb mache ich mir auch keine Illusionen über die Tätigkeit deS ersten Staatssekretärs des Reichswirtschaftsamts. Und wenn er der tüchtigste Mann wäre, er kann das nickst leisten, was die Zeit erforderr, weil er eben nicht Sozialist ist. Die furchtbar st en Folgen des Krieges werden ja erst in der Uebergangszeit kommen. und da wird der Staatssekretär versagen, weil er eben in kapita- listischen Anschauungen befangen ist. Ter Staatssekretär will sich bemühen, die Wunden zu heilen, die der Krieg uns geschlagen. Wie soll das geschehen, wenn die R ü st u n g e n nach dem Friedensschluß weitergehen. Deshalb darf beim Friedensschluß nichl auf Ländererwerb gesehen werden, sondern es muß eine , Verständigung über eine allgemeine Abrüstung gesucht werden. Wir brauchen Rohstoffe, deshalb müssen die Ver- bindungen für unseren auswärtigen Handel wieder angeknüpft werden. Statt dessen säen wir ungeheuren Haß, und tolche AnnexionSreden wie die des Herrn Dr. Wildgrube forder» den Haß gegen uns heraus. Denn im Ausland weiß man nicht, ein wie kleiner Teil�cs Volkes hinter Herrn Dr. Wildgrube und seinesgleichen steht.(Sehr wahr! b. d. Soz.) Die Herren, und auch der Staatssekretär, wollen dem Mittelstanv helfen. Wie denn? Der Staatssekretär sagt selbst, aste Kräfte müssen is des Die»jt ßst Arbeit gestesst werde?!. Damit ertenni er sc?bst an, baf man den Großbetrieb möglichst fördern wird. Das Großkapital wird noch mächtiger werden und noch rücksichtsloser auftreten. Und da gilt es für den Staatssekretär, auf dem Posten zu sein und für Arbeiterschutz und Angestclltenschutz zu sorgen� Ich erinnere z. B. an die Tcrcbrednng der Ist Berliner Metasslndnstrielle» niemanden zu engagieren, der von einem dieser Betriebe weg« gegangen sei. Der Reichskanzler hat seinerzeit auf eine An- frage hierüber durch einen Vertreter des Reichswirtschaftsamts er- klären lassen, daß ihm nichts darüber bekannt sei. Zur wirksamen Erfüllung der Aufgaben de? ReichSwirtschaftsamteZ ge- hört freilich ein B e a m t e n st a n d. wie wir ihn nicht haben. Di« wahnsinnig hohen Kriegsgewinne meler Gesellschaften, die zur Verschleierung zur Erhöhung deS Aktienkapitals geschritten sind, hätte das Zicichswirtschaftsamt und die Reichsleitung den Gc- sellschaften nicht belassen dürsen, das Ermächtigungsgesetz gab die Handhabe, diese Gewinne zu einem großen Teil für daS Reich in Anspruch zu nehmen. Auch auf dem Gebiet des Arbeiter- sch u tz e s sollte das Rcichswirtichaftsamt energisch vorgehen und dafür sorgen, daß die Sei KriegSbcginn außer Kraft gesetzten Schutz- bestimmungen im weiten Umfange zur Geltung kommen. Ohne Kampf des arbeitenden Volkes wird auch auf diesem Gebiete nichts erreicht werden. Tie Gegensätze werden auch nach dem Kriege wieder aufeinanoerstoßen. aber das arbeitende Volk wird seinen Willen durchsetzen. sBeifall bei den Sozialdemokraten.) Staatssekretär des Neichswirtschastsamt Frhr. V. Stein: Soweit der Abg. Horb auf meine eigenen Ausfübrungen zurück- gekommen ist äußerte er sich zustimmend. DaS beweist, daß eS auch bei grundsätzlich verschiedener Auffassung möglich sein wird, sich in praktische Arbeit zu begeben. Der Abg. Hoch ist aber in den Dehler vecfaNen. dem Reichswirtschaftsamt zu seinen vielen Auf- gaben noch eine Reihe anderer Aufgaben zuzuweisen und für Dinge deraniwortlich zu machen, für die ich die Verantwortung nicht tragen kann und will. Bezüglich der Erhöhung des Aktienkapitals von Aktiengesellschaften liegt die Zustimmung nicht bn den ReichSbehörden, sondern bei den Landesbebör- den, und die Gewinn« dem Reiche wieder zuzuführen, ist ein« Auf- gäbe der Steuerpolitik, die ich dem Reichs schatzamt überlassen muß. Von dem Vorgehen der tö Berliner Me. tallindustriellen war der Reichsleitung bei der Stellung der Anfrage, die der Abg. Hoch erwähnt, tatsächlich noch nichts bekannt. Bei unlauterem Vorgehen einzugreifen, ist Aufgabe des Kriegs- a mts. Zu den Fachausschüssen auch Vertreter der Arbeiter und Angrstellte» zu berufen, ist meine Absicht und ist zum Teil bereit? geschehen. Bei der Berufung von Verrretern der Arbeiterschaft werde ich mich aber lediglich um die Sachkenntnis und nicht um die politische Richtung kümmern. Der Abg. Bell wünschte vorgestern dem NeichSwirtschaftSamt solle eine Stelle angegliedert werden zur Pflege der M i t te l st a n d s i n te resse n. Zum Teil bin ich diesem Wunsch zuvor gekommen, denn eS wird bm uns der Sekretär des deutschen Handwerke rtages beschäftigt, mit der besonderen Aufgabe, uns in Handwerkerftagen zu beraten. Die Kbgg Maier-Kaukbeuren und Dr. Südekum wünschten eine Pro- duktionsstatistik. Wir haben bereits während des Krieges einen Beobachtungsdienst über die Produktionsverhältnisse einge- richtet, und sind mit der Prüfung beschäftigt, wie es lnizustellen ist, daß wir die Resulwte so schnell als möglich erhalten, und ich hoffe, wir werden zu einem guten Ziele kommen. Abgi Keinath lnaÄ.): Dringend notwendig ist eine Reform des AuSlandsnarhrichtendienstes. Die deutschen Auslands- forder nn gen müssen bei künftigen Friedensschlüssen mehr als bisher geschützt werden. Vor allem aber wt not. die Befreiung der Wirtschaft von den Fesseln der Kriegswirtschaft. Nicht sowohl durch den Krieg als durch die Kriegsregelung haben Handel und Gewerbe so schwer gelitten.(Beifall bei den National- Inbercilen.) Abg. Schiele(!.): Im Wirtschaftsleben kommt«« vor allem auf freie Persönlichkeiten an. Ein« weitgehende Beeinflussung des SJirtschaftSlebens durch den Staat ist damit nicht verträg- lich. Ein gesunder Fortschritt ist nur möglich auf dem Boden der ubfn-ieferten WirtschaftSversassung.(Beifall rechts.) Abg. Trimborn(Z.) befürwortet eine vom Zentrum eing«- brockte Resolution, die beim Neichswirtschastsamt ein« besondere Stelle zur Behmidlung der das Einigungs- und Tarifwesen be- treffenden Fragen wünscht, ferner einen st ä n d i g e n Beirat aus Vertretern der Arbeitgeber und Arbeit- n e h m e r zur Beratung sozialvolitischer Fragen und schließlich sofort einen besonderen ständigen Ausschuß zur Beratung der Fragen, die die Arbeiter und Angestellten betreffen. Abg. Schmidt(Soz.) fordert r e i ch s ge s e tz l i ch e Rege- l u n o'o- s Arbeitsnachweises. Des weiteren begründet der Redner die s o z i a l p o l i t i s ch e n Anträge der Sozial- d e m o k r a i e n, die GehaltS grenze für die Versicherungspflicht der Angestellten auf 8000 M. zu erhöhen, die Außerkraftsetzung der Schutzbestim mungen für die Arbeiter wieder aufzuheben mid die ArbsitSvermittlung und die Rechtsverbältnisse der ausländischen Arbeiter während des Krieges in sozialer Weise zu regeln. Hierauf vertagt das Hams die Weiterberatung auf Dienstag L llbr. l Vorher kleine Anfragen.) Schluß IVi Uh.__ Die Vorgänge in öer Ukraine sor öem Haushaltsausfchust. Am Montag brachte zunächst Abg. Ebert den amtlichen B e- richt über die Sitzung vom Sonnabend zur Sprache. Diese Art der Berichterstattung war durchaus einseitig und tenden- ziiiZ. Die Reden der Vertreter der Regierung wurden fast wärt- lich gebracht, von den Reden der Abgeordneten dagegen nur einige nichtssagende Redensarten. Das ist um so mehr eine Irreführung der Oeffentlichkett als auch die Zensur verfügt-hat. daß ohne Erlaubnis über da? Vorgehen gegen die Neida nicht» in die Oeffentlichkeit gebracht werden darf. Deshalb beantrage er, die Vertraulichkeit der Verhandlungen aufzuheben. Dieser Antrag wurde von den Abgg. Ledebonr und Srzberger unterstützt und dann einstimmig angenommen. Abg. Ebert fordert dann von der Regierung, sie möge wei- teres Material vorlegen, insbesondere über die angebliche Zu- sammenkunft im Hause des ukrainischen Kriegsmmisters. Ferner auch über die Zusammensetzung der neuesten Regierung der Ukraine. Man müsse wissen, wer jetzt an der Spitze stehe und welchen Par- teien die einzelnen Minister angehören. Unterstaatssekretär v. d. Bussche verliest daraufhin folgendes Telegramm des Botschafters Frhr. v. Mumm: „Es handelt sich um ein reines A r b eitSministe- riu m, bestehend aus lauter, auch den politisch anders Denken- den, annehmbaren reifen und tüchtigen Männern. Alle haben sich auf den Grundgedanken des Heimans: Erhalten und stärken der nationalen Selbständigkeit der Ukraine im engsten Anschlusi an die Mittelmächte, insbessndere an Deutschland, unter Aus- schaltung großrussischer und polnischer Be- strebungen verpflichtet. Es sind keine Polen im Kabinett; die Namen polnischen Ursprunges täuschen." „Der Eintritt von Mitgliedern anderer Parteien, die der Het- man begrüßt hätte, scheiterte an unsinnigen Forderungen, die der Tatsache der auf Grund allgemeiner Mißstimmung über die bisherige Politik erfolgten Umwälzungen nicht die geringste Rechnung tragen zu wollen schienen. Allgemein wird angenommen, daß, wenn erst erkannt wftd, daß praktische Arbeit geleistek wird — und diese hat trotz der Osterseiertage energisch begonnen,— auch die anderen Parteien herumkommen werden. Es bleiben ihnen immer noch eine Anzahl nur provisorisch besetzter Minister- sitze offen, falls sie zur Mitarbeit sich bereit erklären, ohne aus ihren übertriebenen Forderungen bestehen- zu bleiben." .Hetman SkoropadSki hat gestern Freiherrn von Mumm be- sucht und andertbalbstündige, sehr zufriedenstellende Unterredungen mit ihm gehabt, in der insbesondere auch hinsichtlich der zukünftigen Politik— Selbständigkeit der Uraine, Abwesenheit großrussischer oder polnischer Tendenzen— sehr zufriedenstellende Erklärungen abgegeben worden sind." Der Redner bemerkt im Anschluß an dieses Telegramm: Ich habe inzwischen über den Hetman SkoropadSki noch folgende» in Erfahrung gebracht. Der frühere Botschafter Graf PourtaleS hat ihn persönlich gekannt. Herr SkoropadSki ist ebenso wie sein« Frau ein überzeugter Deutschenfreund. Aus dem eben vor- lesenen Telegramm werden Sie ersehen haben, daß eine definitiv abschließende Ministerliste zurzeit noch nicht vorliegt. Auf eine Anfrage des Abg. Erzberger erklärt der Unter- staatssekretär, daß«ckororvckski Ukrainer und nicht Russe ist. Abg. Haas(Vp.) fragt, weshalb der Friedensvertrag mit der Ukraine noch nicht ratifiziert ist. Solange das nicht ge- schehen ist, kann man der Ukraine.nickt vorwerfen, daß sie ihre Verpflichtungen noch nicht erfüllt hat. Wir verdanken den Militärs die Oeffnung des Ostens, dieselben Militärs aber sind auf dem besten Wege, wieder ullss jn zerstören. Sie sind nun einmal nicht in der Lage, politische Aufgaben zu lösen. Deshalb muß das Schwergewichts bei der Reichsregiernng liegen. Die Anordnung, daß der militärische Befehlshaber in der Ukraine Hand in Hand mit dem Botschafter arbeiten soll, ist nicht genügend. Er darf nur handeln im Auftrag der Deutschen Negierung. Heute arbeiten alle gegeneinander. Weshalb hat der Kommissar für die besetzten Ge- biete sein Amt niedergelegt? Wie kam eS, daß der Feld» bestellungsbefehl, als eins Anweisung an die Beamren, veröffentlicht werden konnte? Mit Gewalt kann man ein Volk nicht zur �Aktivität, nicht zur Arbeit zwingen. Hat der Ortskommandant in Kiew bei der Verhaftung in der Rada denn wirklich auf eigene Faust gehandelt? In Wirklichkeit han man mit voller Absicht gehandelt, daS ganze Vorgehen ist planmäßig erfolgt. DaS Rezept des Herrn v. Oldenburg mit dem Leutnant und zehn Mann ist gegen die Rada angewendet worden. Auf diese Weise verscherzt man sich jede Sympathie. Die mysteriöse Geschichte mit der beabsichtigten sizilianischen Vesper riecht recht stark nach Erfindung. Gegen die Einsetzung deutscher Feld- gerichte bestehen die größten Bedenken, auch wenn der neue Het- man sie anerkannt hat. Die Bevölkerung wird empört sein über diese Gerichte, und wir haben den Schaden davon. Wie sind denn die 7000 protestierenden Bauern nach Kiew gekommen, ohne daß die deutschen Militärbehörden e» merkten? Deutschland war ja so- gar offiziell vertreten, als der neue Hetman sich selbst Faust gehandelt? In Wirklichkeit hat man im Interesse der Großgrundbesitzer gchunMt haben, die mit der Grundaufteilung nicht einverstanden sind. Tie eigentlichen Bauern haben dagegen gewiß nichts einzuwenden ge- habt. Das neue Ministerium ist keineswegs deutschfreundlich, sondern durchaus großrussisch gesinnt. Das ukrainische Volk hat die Ueberzeugung, daß alles von Deutschland gemacht ist, und die Folge wird der engste Anschluß der Ukraine an Rußland sein. Wir treiben in den ganzen Oststaaten eine nur sehr wenig v-rhsssste LnnexionspvNtA, die schließlich mit einer Konsolidiernng Rußlands enden muß. Da- durch kann aber ein neuer Krieg mit Rußland herbeigeführt wer- den. Will man Kurland imd Lidland mit Deutschland verbinden, dann ist es geradezu unverständlich, auf der anderen Seite wieder die Bildung eines Großrußland zu begünstigen. Ist eS wahr, daß die estnischen Vertreter, die man in Berlin nicht hören wollte, jetzt nach London gereist find,»m Ln- schluß bei der Entente zu suchen? Jeder Militärbefehlshaber treibt heute feine eigene Politik, die politische Leitung des Reiches wird einfach auSgeschaltot. Angesichts dessen wäre es fast besser, der Ober st«n Heeresleitung die politische Verant- wortlichkeit zu übertragen. Bei Letten und Esten be- steht ein Geigensatz zwischen Volk und Großgrundbesitzer, wer auf Seite der letzteren steht, hat das Volk zum Feinde. � Die Schulmeister- Aiinerionisten sind die allerschlimmsten. Je mehr wir den Völkern im Osten Freiheit lassen, desto eher werden sie sich mit uns be- freunden. Der beste Friede mä Rumänien nützt uns nichts, wenn im Osten alles verpfuscht wird. Abg. Stresemann(natl.): Wir alle empfinden keine Freude an den Vorgängen in der Ukraine, die wieder zu einem Zustand deS Provisoriums geführt haben. Unsere Politik sollte auf eine Schivächung Grvßrußlands hinwirken, die jetzige Politik scheint zum Gegenteil zu führen. Unsere Politik in Brest-Liwwsk war darauf eingestellt, die Ukraine gegen Rußland auszuspielen. In normalen Zeiten könnte uns die Agrarreform in der Ukraine gleich- gültig sein. In einer Zeit aber, in der wir auf das dortige Ge- treide angewiesen sind, hatten wir das Recht und die Pflicht, ein- zugreifen, auch wenn die Oeffentlichkeit damit nicht einverstanden war. Anders steht es mit der Form des Vorgehens, damit gibt mau der Entente direkt Wittel gegen nnS m die Hand. Kein Mensch kann eS billigen, daß man den Mitgliedern der Rada zurief: Hände hoch! In nnserem Interesse lag eS, eine leistungsfähige Regierung in der Ukraine zu haben, aber die Bildung vieser Regierung war lediglich Sache der Ukrainer, nicht aber unser« Aufgabe. Wir alle sind uns darin einig, daß der Friede mit der Ukraine erhalten werden soll, man muß nur das einsehen, daß wir die gewünschten Bedarfsartikel nicht über Nacht liefern können. Wir können nicht Stoffe ausführen, wenn wir selbst?l n z ü g e abliefern müssen. Den ukrainischen Bauern geht eS nicht schlecht, sie haben Geld in Hülle und Fülle. Wenn also die deutsche Regierung mit der neuen Regierung arbeiten kann, dann soll sie es. Abg. Frhr. v. Gamp: Wir leben mit der Ukraine noch im K r i e g s z u st a n d e, denn der Friedensvertrag ist noch nicht ratifiziert. Deshalb war das Eingreifen des Militärs durch- aus gerechtfertigt. Hat die russische Negierung erst bei der deutschen Negierung augefragt, ob ihr Herr Joffe als Bot- schafter genehm ist? Daraus, daß er mit Sozial. demokraten verkehre, unter denen vielleicht auch deutschfeindliche sind, könnten di« größten Bedenken ent- stehen. Die Beratungen sollen Dienstag zu Ende geführt werden. » Nachdem die Berichterstattung durch Beschluß deS HaupkruS- schusseS freigegeben ist, geben wir den nkrairsisch offiziellen Be- nicht über die Verhaftnttge« in der Rada wieder, den Gen. Scheidemann am Sonnabend verlesen hat. Er ist vom 26. April datiert und lautet: „Aus Kiew wird amtlich unter dem 26. d. MtS. gemeldet: Gestern u-m 4 Uhr nachmittags wurde das Gebäude, in welchem di« Zentralrada tagt, von Leuten in der Uniform deutscher Offiziere und Soldaten umzingelt und die Mitglieder der Zentralrada, sowie auch Mitglieder der Regienung. die zu einer Sitzung der Rada versammelt waren, find untersucht und v« r- haftet worden. ES wurde den Anwesenden befohlen, aufzustehen und die Hände hochzuhalten. Di« Behandln n g war grob und unhöflich. Ter Protest deS Präsidenten der Zentralrada, Professor M. HruschewSkvj, gegen eine Ver. Haftung der ParbunentSmüglieder im Parlamentsgcbäude blieb unbeachtet. Lebetdies wurde gegen Professor Hruschewslys Brachialgewalt angewandt. Während der Untersuchung wurden Professor HruschewSkyj alle privaten Schriftstücke und Dokumente der Zen:ralrada weggenommen. T;; Untersuchung dauerte 314 Stunden. Ohne Vorzeigen irgendeiner Bevollmächtigung dazu wurden folgende Minister verhaftet: M:- nister des Innern Tkatschenko, Minister des Aoußern Lu- bhnSkyj, Kriegsminister Schukowskyj und der Direktor des politisch-administrativen Departement» Kajewskyj. Der deutsche Gesandte Freiherr Mumm v. Schwarzenstein wurde von diesem Vorfall in Kenntnis gesetzt und befragt, ob der Vorfall ihm, als Vertreter eines der Ukraine befreundeten Staates. bekannt ist. Der Gesandte wurde ersucht, den Fall der deutsch.' n Regierung mitzuteilen. Die ukrainische Regierung bat gegen ein- solche HandlungSiveise vor dem deutschen Gesandten einen entschiedenen Protest emzelegi und auf die schwerwiegen den Folgen aufmerksam gemacht, die das Eingreifen hervo; rufen kann. Der deutsche Gesandte hat versprochen, seiner Regie rung von dem Ereignis Mitteilung zu machen und bemerkte, vai es ihm unbekannt sei, was in der Zentralrada vorzekommen is;. Um 8H Uhr abend» wurde der ukrainische Ministerpräsident vo. dem deutschen Generalkonsul benachrichtigt, daß die Erklärung d�. ukrainischen Regierung nach Berlin übermittelt worden ist. Die übrigen Mitglieder der Zentralrada und der Regirruim haben entsprechende Proteste gegen das Eingreifen in die in». ren Zlngelegenheiien der Republik, gegen Verletzung de; Konstitution, des Völkerrecht» und der Völker- bezie Hungen erhoben. Blitzschnell hat sich die Nachricht in der ganzen Ukraine verbreitet. Aus verschiedenen Orten wird bereit» gemeldet, daß dor; Unruhen entstehen und daß das Land infolgedessen von de. äußersten Anarchie bedroht wird." Genosse Scheidemann schloß seine Rede mit den Woricu; Er gebe der Regierung den Rat, wenn sie mit den Vorkommnisse; im Osten nicht einverstawden sei, die Nolle von Sitzredal teuren für andere nicht weiter zu spielen, sondern auch vo: der Oeffentlichkeit den Leuten die Verantwortung zu überlassen, die die Dinge verschuldet haben. OeVLsffchsMbWBMZ Lionferenz der Genofsenfchaftsdäcker. Dem Verbandstag der Backet und Konditoren in Leipzig ging eine Konferenz der in den Konsumvereinen und Genofienschafien be- schäfligten Bäcker voraus. Die Konferenz nahm lediglich Stellung zu dein Reichslarif mir dem Zentialverband der deutschen Konsuir- vereine. Der Tarifvertrag läuft am 31. Juli 1919 ab. Von ver- schiedenen OrtSdereinen wird nun beantragt, ihn zu kündigen. Der Sekrelär L a n k e s- Hamburg bericklet zunächst über den Stand der Durchführung des Vertrages. Eine größere Anzahl Konsumvereine hat den Tarifvertrag nicht anerkaniir und br; anderen mußte über die Durchführung zuerst gerungen werden. Manche Geschäftsleitungen seien grundsätztiche Gegner des TarifgedankenS. Das Tarifamt habe leider nichl die Macht, um bindend einzugreifen. Sie hätten versucht, die Macht- befugniste des Tarifamls zu erweitern, leider bisher vergebene. Der Redner schilderie dann die Bemühungen um Durchsetzung von Teuerungszulagen. Die Vertreter der Genosseusch.ineii hätten es abgelehnt, in diesem Jahr eine Erhöhung der Zulage generell zu enipfehlen. Es müsse nun einzeln vorgegangen werden. Für die Kündigung des Talifvsrrrage-> kann LankeS nicht eintreten, da sie keine Voneile bringe. Die gegenwärtigen Verhältnisse feien nicht geeignet iüc eine Kündigung. ES fei dann besser, den Vertrag um ein Jahr zu verlängern und zu versuchen, die Teuerungsmlage zu eiböüe». Spärer müßte diese natürlich iu den Tariflohn hineingearbeilel werden. An das Rererat schloß sich ein« lebhafte Auseinandersetzung, in der zahlreiche Redner für die Kündigung des Tarif- Vertrags eintraten. Die jetzigen Zustände seien nicht mehr ball- bar. Dabei wurde auch manch scharfe Kritik an verschiedenen Konsumvereinöleitungen geübt. Auf Vorschlag des Verbands- Vorsitzenden Allmann wurde gegen wenige Stimmen ein Ver- mitielungsanirag angenommen, nachdem der �Abschluß eines neuen Tarifs mrückgestellt wird. Der BerbandSvorstand wird beauftragl. mit den Tariiloriirahenten eine Vereinbarung zu treffen auf Vei- lüngerung des Vertrags um ein Jahr. Die enigültige Enticheidung trifft der BerbandStag, sie dürfte in demselben Sinne fallen.__ Fortschritt der schwedische» GewerLschaftö- organisatioucn. DaS Jahr 1917 hat den schwedischen GewerkichaftSoraanisationen ungewöhnliche Forlschrüre gebracht. Die Mitgliederzahl der dem Loudesverband angeschlosicnen Vereine stieg nämlich von 149 802 aus 186 146, d. h. um 4ö 344 und erreichte damit ungefähr die Höhe des JahrcS 1907. das ist die Zeit vor der großen Aussperrung. An der Spitze der 23 Beruksverbände stehen die Metallarbeiier um 60 701 Mitgliedern, ibnen folqen die Fabrikarbeiter mi! 29176, die Holzarbeiter mit 15 368, die Lagerarbeiter mir 15 251. die Gemeinde- arbeiter mit 9098, die Verkehisarbeiter mit 8093 Mitgliederti. Di' Anzahl der weiblichen Mitglieder stieg von 8238 auf 14 492. Für Arbeitskonflikte wurden nur 29t4 Kronen ausgegeben: da- VerbanöSvermögen erhöhte sich von 942 923 Kronen auf 1 107 63 1 Kronen.___ F. A. Iura, Mähren» Sekretär � Gewerkschaftskommission. ist am 24. April im Alter von 49 Jahren einer bösartigen Krank- heit erlegen. Von Beruf Schneider, hat Jura durch sein umfassendes Wissen und durch fernen Scharfblick weit über die Grenzen seines Wirkungskreises sich um die Sache der Arbeiterschaft verdien: gemacht. Soziales. Zur Hebung der Wohnungsnot. Der Verband der Geschäfts? und Industrie- haus-Besitzer vichtete an den Herrn Staatsmirrister Dr. Dvews eine Eingabe, in welcher er darauf hinwies, daß viele kleine Wohnungen in Berlin anstatt zu Wohnzwecken als Werkstätten benntzt würden. Durch die in der Eingabe beantragte Frei gäbe der Dach- und Kellergeschosse der Jnduirriegebäude zu bsitszwecken. sollen diese Wohnungen wieder ihrer eigentlichen Bc- nntznngsart zugeführt werden._ Weitere Nusgestaltung der Volksfürsorge. DaS Kaiserliche Auffichtscrmt für Pvivcriversicherung hat dem. Vorstände der Volksftirsorge die Einführung eines neuen Tarifs Il.ü mit monatlicher Prämienzahlung und der Höchstversicherungssumme von 2009 M. genehmigt. Weiter hat das Amt dem Antrage de» Vorstandes entsprochen, für alle seither bestehenden Tarife den Höchstbetrag der VersichevungSfuimire von 1599 M. auf 2000 M. zu erhöhen.____ Ach tun g, Arbeiter-Turnvereine! Am Somitaz, den 12. Mai. vormittags L Nhr, findet in Berlln, in der Turnhalle Tormmmstrafie 4, die Kreis- Vorturner- und Vor. t ur r. e r i n n e n st u ii d e Natt. Ra-bmiitagS 2 Uhr:-Sitzung im Kc. werkschaitShmrs«, Engcluser 15. Saal 2. Turner. Turnerinnen und Jugend- lich«, zeigt Eure Liebe zur Arbeiter-Turnbewegung durch pünktliche � und zahlreiche Beteiligung I__ «ermitwortNch Ot PoKtit: Erich flütfntt, Verlin: für den übrigeimTeil des SlalteS: Alst» Schelj, Neuli'Iln: für Anzeigen: Theodor Mliiife. Verliii. Ve-Io«- VorwSrtS-Verlai!®. m b. Berlin. Druck: BorwSrIS-Vuchdruckerel und VerlagsanstaU Paul Singer u. Co. in Berlin, Lindenftrabe 3. Hicrz» 1 Bettasc««d Uliterhalwagsdiatt.