Nr. 152. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30mt. pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. Defterreichs Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts Str 11. Jag. Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Numiner müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508, Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berling Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Mittwoch, den 4. Juli 1894. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Junkerpolitik in Deutschland und Sprache vor allem an die Landleute wendet, enthält nichts, worden. Das geben fogar konservative Geschichtsschreiber, preußische Rechtspflege. Das Flugblatt, das sich in schlichter, volksthümlicher Die Grundsteuer ist den Junkern zum Geschenk gemacht was nicht im Vorwärts", in der Arbeiterpresse überhaupt, die im Reichstage auf der Bank der Konservativen gesessen in zahllosen anderen Flugblättern, in Versammlungen haben, zu. Dies Geschenk ist angesichts der Jagd auf neue Am 21. Juni d. Js. hat sich vor dem Landgerichte zu viel schärfer und schroffer gesagt worden wäre. Aber dies indirekte Steuern, eine Ungeheuerlichkeit. Breslau ein Prozeß gegen sozialdemokratische Arbeiter Flugblatt ist in zehntausenden von Exemplaren auf dem Der Staat hat den Bergwerksbesizern die Bergwerks abgespielt, auf den die öffentliche Aufmerksamkeit zu lenken platten Lande in Schlesien, im Paradies des Grundadels und abgabe in Höhe von 6 926 000 M. geschenkt. Kennen die wir für unsere Pflicht halten. Denn die Vorgänge jenes der Grubenherren, verbreitet worden. Und es wirkte. Breslauer Richter nicht das Steueraufhebungs- Gesetz? Ja Prozesses beleuchten mit solcher Schärfe die innigen Bu- Nichts aber fürchtet man mehr als die Verbreitung des noch mehr, die Privat- Bergregalherren, den Tiele- Winklers sammenhänge zwischen Klassenpolitik und Rechtsprechung, sozialistischen Gedankens, über dessen Fortschritt unter den schen Erben, dem Grafen Hendel von Donnersmark ist ihr daß fie fich dreist als mustergiltiges Beispiel Landarbeitern Schlesiens die letzten Wahlen der erschreckten Privatregal feierlich erhalten worden. Kennen die Bresneben der Angelegenheit Brausewetter sehen laffen schlesischen Bourgeoisie die Augen geöffnet haben. Lauer Richter nicht den Bericht der X.( Steuerreform-) können. Der Breslauer Fall aber erscheint um Jeder Einfall in den Bannkreis der Limburg Kommission? ſo typischer, als er den ostelbischen Stempel Stirum der Pleß und wie fie alle heißen, Wem Zölle und Liebesgaben nügen, muß das erst noch ganz offensichtlich trägt und uns zeigt, was in gilt in den Augen dieser Kreise als ein Majestätsverbrechen, bewiesen werden, heute, nachdem die Reichsregierung von Sem leitenden Staate des Deutschen Reiches die Junker- dessen Sühne oberste Pflicht. der Begehrlichkeit" der Agrarier spricht und die Handelsverträge gegen fie erkämpft hat? Ist für das Volk denn seit Jahrzehnten etwas von Belang geschehen? Ein Narr wartet auf Antwort. schaft bedeutet. Nirgends tritt so grell wie hier die spezifisch- Was ist denn nun Staatsgefährliches unter Anklage altpreußische Auffassung, daß die Interessen des Großgrund gestellt? Es wird u. a. in dem Flugblatte ausgeführt, daß besitzes die des Gemeinwesens seien, und daß jede Kritik wenn in Preußen ein Domänenpächter abgewirthschaftet der Agrarierwirthschaft eine Beleidigung der Regierung be- habe, die Regierung ihm mit einem Bachtnachlaß helfe Daß Herr von Heyden aber im Abgeordnetenhusea deutet, vor aller Augen klar zu Tage. Im Dorado der und für das Fortkommen des bankrott Gewordenen sorge. Staatshilfe für Bauern als entfittlichend" bezeichnet hat, " Edelsten und Besten" ist alles befangen in der Welt- Wer nehme sich eines zu Grunde gegangenen Stellenbesitzers, bekundet das nicht der stenographische Bericht? anschauung der Kreise, die Deutschland für ihre Domänen eines Kleinbauern an? Den Rittergutsbesitzern schenke Die Nichter entschieden wie bekannt, entschieden so, obund das arbeitende Volk Deutschlands als das eiserne Vich der Staat die Grundsteuer, den reichen Grubenherren die wohl die Aktivlegitimation des preußischen Ministeriums Darauf betrachten. Bergwerksabgabe, den Großgrundbesitzern und Groß zur Klage unseres Erachtens mit Recht bestritten worden industriellen gebe er die Zölle und Liebesgaben. Was geschehe ist. Sie verurtheilten auch die Verbreiter des Flugblattes für das Volt? Nichts von Belang. Bei der Futternoth zu unerhört hohen Strafen. habe der Landwirthschaftsminister von Heyden erklärt, Mag nun, was wir wünschen wollen, das Reichs. Staatshilfe entfittliche. Wenn sie den armen Bauern gelte, gericht, wie schon in einem ähnlichen Falle, der Revision. demoralisire sie also, bei den Agrariern sei die Staatshilfe stattgeben, das Urtheil bleibt als Denkmal preußischer fittlich". Rechtspflege bestehen. Der Durchschnittsrichter ist eben in seiner Auffassung bedingt durch sein gesellschaftliches Mittel, und die Klasse, der er entstammt, bestimmt auch den Zustand sozialpolitischer Befangenheit, die ihn von vornherein beherrscht. Wir verweisen die Leser auf den in der Gerichts- 3eitung der letzten Sonntagsnummer abgedruckten Bericht über die Breslauer Verhandlung. Alles das wohlbegründet, ist urkundlich bewiesen. Eine politische Partei, der niemand abzusprechen wagen Danach sind sieben Parteigenossen, der eine als Ver- Die Richter haben trotz des auf grund amtlicher Aften- wird, daß sie von der Richtigkeit ihrer Auffassung überIeger, der zweite weil er das Flugblatt zum Drucker stücke, auf grund der stenographischen Landtags- Berichte, auf zeugt ist, übt grundsätzliche Kritik an der Gesetzgebung. Das getragen hat, die fünf andern als Verbreiter eines Flug grund beschworener Zeugenaussagen erbrachten Wahrheits- ist ein ihr verfassungs- und gesetzmäßig zustehendes Recht. blattes zu hohen Gefängnißstrafen, zu vier oder drei beweises, den zu vervollständigen noch ungezähltes Material Sie giebt ihrer Ueberzeugung ehrlich Ausdruck. Die Justiz Monaten, verurtheilt worden. Dieses Flugblatt, zur Zeit zur Verfügung steht, ihr Verditt gegen die sieben Arbeiter soll die Thatsachen erwägen, ohne Haß und ohne Neigung, der Miquel'schen Steuerpläne im vorigen Herbst verbreitet, giebt gefällt. Das ist der Richter Recht, ihre Annahme giebt den sie soll gerade, auch nach der Auffassung der bürgerlichen einen kurzen Abriß der thatsächlichen Lage des kleinen Mannes Ausschlag. Sicherlich hat Jeder von ihnen nach bester Ueber- Ideologen, auf einer höheren Warte als auf der Warte in der Stadt und auf dem platten Lande, kennzeichnet die zeugung gehandelt. der Partei stehen. Heereslasten und die Deckung der Kosten der Heeresreform, Nach der besten Ueberzeugung gewiß, aber ob diese Aber die heutige Justiz steht auf bürgerlichem zergliedert die Steuerpläne Miquel's und erbringt den nicht in Klassenvorurtheilen oder in feudalen Ideen wurzelt, Grunde, und auch das Breslauer Urtheil ist aus dem Borne Nachweis, daß die deutsche und die preußische Politik die ist eine andere Frage. bürgerlicher Weltanschauung geschöpft. Sache der Krautjunker und der Schlotjunker gefördert, für Die Domänenpächter, die abgehauft haben, erhalten Pacht das Volk aber nichts von Belang geleistet habe. Den Beweis für diese Richtung unserer Gesetzgebung im Reich so gut wie in Preußen kann jedes Kind führen. Die Zoll, die Steuer-, die Liebesgabenwirthschaft der letzten Jahrzehnte bietet auf jeder Seite die schlagenden Argumente. Feuilleton. Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Bon C. Spindler. 79 12 nachläffe: die Landtagspapiere bezeugen es. Herr v. Heyden sorgt nach seiner eigenen Erklärung dafür, daß sie über Wasser gehalten werden. Die Stellenbefizer, die Kleinpächter werden ihrem Schicksal überlassen. Wer wagt's zu leugnen? Wie recht hatte also der Vorwärts", als er den Fall Brausewetter nur als einen Einzelfall beurtheilte und auf die kapitalistische Ordnung der Dinge auch die heutige Rechtspflege zurückführte. Wo das Klassenvorurtheil herrscht, kann sich auch die Rechtsprechung nicht von ihm frei machen. Thut nichts, die Sozialdemokraten werden verurtheilt. Martern zu bekennen eine Sünde, die ich nicht begangen, Schaaren der Elohims!" seufzte der gebeugte Greis Jochai. ebenso wenig soll mich überreden Deine Zunge, die des Sam Also hat die frumme Schlange eine von Zions Töchtern muels, zu bezeichnen den Ort, wo ich vergraben und ver- mit Schmach bedeckt. Sohn, Sohn, Vater Deiner Esther! borgen, was mein ist. Was Werth hat an Silber und Wie wirst Du bestehen, vor dem Fürsten des Gerichts und Gold und Edelstein, ist uns theuer, denn davon leben wir dem Throne des Messias, da Du durch Deinen Eisenkopf all armes, verachtetes Volk. Edom würde uns ja mißgönnen die das Unheil, das wir erleiden und befürchten, erzeugt hast!" Luft, so wir athmen, hätten wir nicht Stein und Metall, Ben David machte eine heftige Bewegung und unterbrach seinen Lüften zu fröhnen. Darum vertheidigen wir mit dem den Vater lebhaft: Leide ich nicht wie Du, Raaf, und Leben unsern kleinen Schatz, eben weil er ist unser Leben. befürchte ich weniger? Hab' ich Dich nicht geehrt und ge Ben David und Jochai, obgleich von Zodicks unheil- Aber einen Schlüssel dazu will ich Dir geben, so fern Du liebt, wie ein gerechter Bechor? Mußt Du nicht darum drohender Rede erschüttert, warfen ihm einen Blick der Ver- mir giebst Kunde von dem größten Schaß, den ich besize: anch willigen zu theilen meine Noth? Wir haben zusammen achtung zu, und schwiegen. Rechnet es daher meiner von meiner Tochter Esther. Ist auch sie gerathen in die gewonnen Geld, Gut, und haben getheilt manche Freude. Erbarmniß zu Gute," fuhr der Heimtückische fort,„ daß ich Hände von Amalek durch Deinen treulofen Mund? Sind Laß uns thun ein gleiches mit dem Leide. Nicht meine jetzt fomme zu Euch, ein Bote der ewigen Milde, des auch ihre zarten Glieder bedroht von der Folter und Schuld die Lüge hat uns hierher gebracht, und der Fürsten der Barmherzigkeit. Zwei Wege thun sich vor Schmach? Das arme Geschöpf,... es weiß ja von nichts: hochgelobte Gott, deffen Herrlichkeit unser Haupt berührt, Euch auf, zum Leben. Schon mancher Jude hat sich ge- unschuldig ist es gekommen zur Welt; unschuldig wird es und Deine Fingerspißen, so Du mich segnest, wird uns nicht fauft los vom Scheiterhaufen und dem Strang. Versucht gehen von dannen. Oder hat sich des Mägdleins etwa be- umkommen lassen durch die Ungläubigen. Schrecklich wäre auch Ihr das Mittel. Bertraut mir, wo Ihr vergraben mächtigt Deine gierige Luft? Gieb mir Gewißheit, und es, wenn Esther in den Stricken läge der Wolluft, der habt Euer Geld, denn des Silbers wenig hat man gefunden ich will nicht herabfluchen den Zorn des starken und eifrigen Buhlerei mit einem fremden Manne.., aber, es heißt bei Euch. Hab' ich Euch gebracht in Babylon durch des Gottes auf Dein Haupt. Gewißheit über Esthers Schick in den Büchern der Väter: So Dich einer einmal belogen, hochgelobten Gottes Fürsicht und Wille, kann ich Euch auch sal- sei's die traurigste gicb dem trauernden und falsch Zeugniß gegeben von Dir, so glaube ihm nicht bringen wieder heraus durch die Kraft der Masumme, der Bater!" Mir thut's leid," erwiderte Zodick, der bei ein ander Mal, und nicht ein drittes Mal, und nicht zum die Gojim selten widerstehen." Deine Mitbrüder willst all diesen Reden beständig Zeichen einer ungewissen, von hundertenmale, denn die Zunge desselben ist ein schlecht Du sagen, abscheulicher Wamser!" schalt Jochai, dessen Ge- Aengstlichkeit beengten Haltung an den Tag gelegt hatte: Stück Fleisch, das verdorren wird im Thale der Aufsicht sich bei der bloßen Erinnerung an Bodid's Uebertritt das Mädel geht wie Ihr entgegen dem Stöcker und seiner erstehung." trampfhaft verzog. Der Gescholtene maß den Zürnenden Flamme." Halte mich Herr in Israel!" stöhnte Jochai, Zodick wies höhnisch die Zähne. Wahrlich, ich sage mit den frechen Augen, und wendete sich alsdann wieder während Ben David erschrocken nach Zodid's Hand griff. Euch," sprach er, Esther und der junge Altbürger Frosch mit fragendem Blicke zu Ben David. Tieser, nachdem er" Ich will verkrummen, ist's nicht wahr," betheuerte dieser sind verfallen dem Scheiterhaufen, so die Gerechtigkeit der den Vater durch eine bittende Geberde veranlaßt, Ruhe lettere fect, Esther ist in Buhlschaft verfallen mit einem Obern sie ereilt. Noch ist ihr Aufenthalt nicht entdeckt, zu halten, sprach nicht ohne Bewegung. Jeßt erst giebt rechtgläubigen Jüngling. Der unbesonnene Altbürger, der aber ganz gewiß wird er nicht entgehen meiner Wachsamsich blos der Heißhunger des Gerichts, und der Deine, nach jüngst Euch und Eure Dirne allen Gesetzen zum Troß keit, da mich der Herr bestellt hat zum Mittler in Eurem meinem Golde und meiner anderen geringen Habe. Aber vertheidigte, hat sie aus der Stadt gebracht und hält sie traurigen Schicksal. Ihr aber nehmt zu an Verblendung ebenso wenig, als mich werden vermögen die greulichsten irgendwo versteckt zu eigner Kurzweil."-D ihr ewigen und Lüge, wie das wachsende Kind au Kraft und Mark, " " 11.Delche neue go cbeits br Daitische Leberlicht. Berlin, den 3. Juli. Die fächsische Justiz an der Arbeit. Durch die Preffe geht die folgende Mittheilung: " " ,, Räubergeschichten und Denunziationen tauchen nach Borgängen wie dem von Lyon immer und überall auf und müssen vorsichtig aufgenommen werden. Man hat Redakteur Künzel der in Falkenstein erscheinenden„ Voigt auch nach den letzten Attentaten hunderte von Ver ländischen Volkszeitung", der fürzlich wegen des Ausdrucks dächtigen" festgenommen, von denen man den größten Beweis Ferienkolonie", den er gegenüber einem Artillerie- Regiment Theil bald darauf aus Mangel an in Metz angewendet hatte, zu einem Monat Gefängniß ver- material wieder laufen lassen mußte, und alle Spuren urtheilt wurde, hatte sich dieser Tage wegen Beleidigung des von Komplotten", die man in der Hand zu halten vorgab, reichstreuen Vereins"(!) sowie des Amtsblatt- Redakteurs haben die Berübung von weiteren Gräuelthaten nicht im Tischendorf vor dem hiesigen Landgericht zu verantworten. min besten verhindert." " kommen die Herstellung der fettigen Dele und Firnisse, die Hätte nur der Aerztevereinsbund von Anfang an die Kerzenfabriken, die Holztheergewinnung u. s. w. für die Ausnahme- Ehre und Würde" des ärztlichen Standes zu wahren gebestimmungen in Betracht. Bei der Gruppe IX, der Textilindustrie wußt! Aber wo er dieses that, geschah es nur gegenüber werden sich Ausnahmen auf grund der§§ 105e und f er Eine Versammlungssteuer, das ist die neueste Finanz- aielen Lassen, nur für die Bleichereien wird eine andere den Arbeitern, zu denen die meisten ärztlichen Vereine eine quelle, die die" Kreuz- Zeitung" entdeckt hat. Derselben wird Regelung erforderlich sein. In der Gruppe X sind die Papier: möglichst hochfahrende Stellung einnehmen zu müssen glaubten. geschrieben: und die Lederindustrie enthalten. Für beide find Ausnahme- Gedemüthigt und in ihrer Ehre und würde" geWer das Versammlungswesen, unserer Tage aufmertfam bestimmungen auf grund des§ 105 d ausgearbeitet. Für die Fränkt fühlten sie sich, wenn sie mit einem Arbeitervereine verfolgt, wird nicht im Zweifel sein können, daß professionelle Gruppe XI, Holz und Schnißstoffe, haben sich solche nicht als auf dem Fuße der Gleichheit verhandeln sollten, und so Agitatoren die Veranstaltung von Versammlungen mehr und nöthig erwiesen. Dagegen ist bei der Gruppe XII, Nahrungs fand sich ihre Ehre und Würde" leichter darin, die Kostmehr zu einem anscheinend recht einträglichen Gewerbe und Genußmittel, eine ganze Reihe von Berufsklaffen und gänger der Herren Röficke und Genossen zu werden. Der machen. Ein Blick in die sozialdemokratische Preffe lehrt, daß Ordnungen zu berücksichtigen gewesen, so die Zuckerindustrie ein legtzitirte Satz des Dr. Busch räumt auch diese Thatsache offenbar zahlreiche Sozialdemokratische Mitarbeiter" ihre schließlich der Raffinerien, die Spiritusraffinerie, die Brauereien, ziemlich unumwunden ein. Existenz von den Eintrittsgeldern bei den Volks- Versamm bie Cichoriendarren u. s. w. Für die Saisonindustrien soll die lungen" friften. Angesichts einer solchen Entwickelung des Regelung der Ausnahmen besonders erfolgen. Bersammlungswesens wird es gerechtfertigt erscheinen müssen, daß gleichwie die Luftbarkeiten auch die öffentlichen VersammIungen zu einer angemessenen Steuer herangezogen werden. Eine solche Abgabenverpflichtung für Versammlungen rechtfertigt sich nicht nur aus dem eingangs betonten Grunde, sondern vor allen Dingen aus der Thatsache, daß die Veranstaltung öffentlicher Versammlungen dem Staate bezw. den Gemeinden nicht unerhebliche Arbeit verursacht. Man denke beispielsweise an Berlin, wo fast jede öffentliche politische Verfammlung ein zahlreiches Aufgebot von Sicherheitsbeamten zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung nothwendig macht. Kleinere Städte sind infolge der Ausdehnung besonders des politischen Versammlungswesens genöthigt gewesen, ihr Beamtenpersonal zu verstärken, und häufig genug erwachsen ihnen auch für Beschaffung von Stenogrammen über die Reden noch besondere baare Ausgaben. Die Auflage einer Steuer für Versammlungen würde die bestehende Verfammlungsfreiheit in keiner Weise berühren. Ueberdies dürfte auch die Heranziehung der Vereine zu einer Abgabe gerecht- Und da giebt es Leute, denen die ordentlichen Gerichte fertigt erscheinen. Alle diese Steuern würden in feiner Weise und das gemeine Recht nicht genügen und die nach Auseine Belastung des Einzelnen zur Folge haben und ihre Er- nahmegesetzen rufen! hebung würde auch nicht die geringsten Schwierigkeiten bereiten. Daß es den reaktionären Freunden der„ KreuzBeitung" weniger auf die Steuer als auf eine neue Unter bindung des Versammlungsrechts ankommt, versteht sich von selbst. Deshalb sind diese Ausführungen als Zeichen der Zeit zu registriren. " Die Beleidigung wurde in mehreren Artikeln der genannten Das ist doch ganz vernünftig. Desto mehr werden Zeitung vom Juli, August und September v. J. erblickt. Dieselben richteten sich gegen den reichstreuen Verein und gegen unsere Leser erstaunt sein, zu erfahren, daß sich diese Sätze bas Amtsblatt und kritisirten deren Verhalten gegenüber der in der für ein neues Sozialistengesetz begeisterten ,, NationalSozialdemokratie bei der vorjährigen Reichstagswahl. Der Zeitung" finden, die so gerne aus Mücken Elephanten Angeklagte, der zu seinen Gunsten die Wahrnehmung berech- macht, wenn es sich um Vorgänge in der Arbeiterbewegung tigter Intereffen geltend machte, wurde zu einer Gefängnißhandelt. strafe in Höhe von 2 Monaten verurtheilt. " Einen Grafen Derindur sucht das Stöcker'sche Volk", der ihm den auffälligen Zwiespalt der Natur zu erklären vermöchte, daß dieselbe preußische Regierung, die sich durch die nationaldänische Propaganda auf einem Bierkönig Nöficke, der zugleich Vorsitzender des Ver- kleinen Streifen deutschen Gebiets beunruhigt fühlt und bandes der Berufsgenossenschaften ist, scheint auch die Aerzte nachdrücklich dagegen einschreitet, der national polnischen als seine Untergebenen, die sich ihm fügen müssen, zu be- Propaganda im ganzen großen Often ruhig zuschaut. Zur trachten. Auf dem 22. Deutschen Aerztetag in Eisenach Lösung dieses Zwiespalts bedarf es feines Grafen Derindur. standen am 30. Juni„ Die Beziehungen der Aerzte zu den Die großen Grundbesitzer im Osten fragen ebensowenig wie Berufsgenossenschaften" auf der Tagesordnung. Aus dem die Fabrikanten nach der Nationalität, wenn sie nur Bericht des Dr. Busch- Krefeld ersehen wir, mit welcher billige Arbeiter haben können. Ist doch oft schon von Souveränetät Herr Rösicke sich über die auf dem Leipziger ihnen der Wunsch verlautbart, chinesische Kuli's einzuführen. Aerztetag 1892 aufgestellten Leitfäße hinwegsetzte. Auf die Wäre der Einfluß der Sozialdemokratie unter den Arbeitern Mittheilung dieser an den Verband der Berufsgenossen- nicht so mächtig, dann würden wir vielleicht polnische Kanschaften erfolgte feine Antwort; vielmehr richtete der Ver- didaturen schon in Sachsen und Westfalen erleben, dank bandsvorsitzende Herr Röficke ein Schreiben an die Kranken- der nationalen" und" patriotischen" Gesinnung der tassen, worin die Hauptfragen einseitig geregelt werden. Diese Stöcker'schen Freunde. Nichtachtung haben sich freilich die Merzte selbst zuzuschreiben. Die Berufsgenossenschaften, reine Unternehmerverbände, beIndustrie.trachten Jeder, der die sozialdemokratische Bewegung fennt, weiß, daß niemand in der Partei von den stets freiwillig gegebenen Beiträgen zu den Kosten der Versammlungen ( Plakate, Juferate, Gasmiethe u. dgl.) lebt, er weiß ferner, daß vielfach diese freiwilligen Beiträge die Kosten der Versammlungen oft nicht decken. Wenu die Ausführungen auf irgend eine Partei passen würden, so würden sie auf die antisemitischen Versamm lungen mit ihrem 50 Pf. Entree zutreffen, aber nicht auf die sozialdemokratischen. Ueber Ahlwardt entrüstet sich heute die Germania", Zur Regelung der Sonntagsruhe in der Industrie. trachten selbstverständlich die Behandlung des Kranken von weil sein Blatt„ Der Bundschuh" heißt, also an die Dem Vernehmen der Berliner Politischen Nachrichten" nach hat ihrem Interesse aus und werden hierin namentlich durch Bauernfriege erinnert, weil das Motto der Zeitschrift der Bundesrath den ihm vor einiger Zeit vorgelegten Entwurf die von ihnen angestellten Aerzte unterstützt. Obwohl der lautet: Wenn die Reform versäumt wird, tritt der Um von Ausnahmebestimmungen für die Sonntagsruhe der Montan- verunglückte Arbeiter feinem gesetzlichen Zwang zu einem Sturz in Kraft", weil endlich in Nr. 12 derselben sich die industrie in erster Lesung erledigt. In nächster Zeit dürften ihm bestimmten Heilverfahren unterliegt, stehen doch die Fälle folgenden Ausführungen finden: Der natürliche, allerdings noch wenig entwickelte, aber Der Berichterstatter meinte auf dem Aerztetag: die Bestimmungen für die übrigen Gruppen der Gewerbestatistit nicht vereinzelt da, wo den Unfallrenten- Empfängern zuzugehen. E3 find die Arbeiten an den auf grund gemuthet wurde, trok höchsten Lebensalters und mehrere Des§ 105d der Gewerbe Ordnung vom Bundesrathe Jahre nach dem Unfall sich einer schmerzhaften und doch au gewährenden Ausnahmebestimmungen für die Sonn tagsrube so weit gefördert, daß die auf die einzelnen weifelhaften Kur zu unterwerfen. Freilich die BerufsGewerbszweige bezüglichen Entwürfe Zug um Zug an den genossenschaft hat hier kein Risiko; gelingt die Heilung, Bundesrath gehen werden. Die Montan Industrie ist die 11. spart sie die Rente; mißlingt sie, so spart fie gleichfalls, der in der Berufsstatistik von 1882 aufgeführten und die erste sei es, daß der Verunglückte stirbt oder auch nur sein Tod der bei den Ausnahmebestimmungen betheiligten Gewerbegruppen. beschleunigt wird. An der Konnivenz vieler Aerzte fehlt es Es folgt ihr als IV. Gruppe die der Steine und Erden. Hier hierbei nicht. werden in den Bestimmungen u. a. die Ziegelei, Töpferei, Zementfabriten, Thon- und Porzellanfabriken, die Fabriken feuerfester Produkte sowie die Glashütten aller Art Berücksichti gung finden. Bei der V. Gruppe, der Metallverarbeitung, kommen die Eisengießereien, die Emaillirwerke, die Anlagen zur Berzinnung von Weißblech u. f. w. in Betracht. Die Gruppe VI umfaßt die Maschinen- Industrie. Für sie haben sich Ausnahmen auf grund des§ 105d nicht als nöthig herausgestellt, die im§ 105c der Gewerbe- Ordnung selbst festgesetzten Ausnahmen werden hier völlig genügen. In der Gruppe VII ist die chemische Industrie mit allen ihren Nebenzweigen enthalten. Bei der Gruppe VIII Landwirthschaftliche Nebenprodukte u. s. w." Von Anfang an habe der Aerzte- Vereinsbund sich nur von ethischen und moralischen Gesichtspunkten leiten lassen und sich naturgemäß dabei bemüht, die Ehre und Würde des ärztlichen Standes zu wahren, die seit Einführung der sozialpolitischen Gesetze so schwere Einbuße erlitten haben. Die Würde des Aerztestandes zu wahren sind auch die Vertrauensärzte der Berufsgenossenschaften verpflichtet, selbst dann, wenn ihre materiellen Interessen darunter leiden sollten. Freilich werde die Stellung der Vertrauensärzte zu ihren Kollegen durch ihr amtliches Verhältniß zu den Berufsgenossenschaften be einflußt. auch noch unverdorbene Verstand der Massen befaßt sich nur mit Thatsächlichkeiten. Die wirthschaftliche, politische und religiöse Knechtung ist eine immer deutlicher das allgemeine Bewußtsein getretene Thatsache. Die ursprünglichen und noch jest ziemlich uneingeschränkten Machthaber, wie Fürsten, Junter, Pfaffen, zu denen sich in neueren und neuesten Zeiten das liberale, mit Hebräern reichlich durchsetzte Geldbürgerthum und Händlerthum gefellt hat, haben es an Reden nicht fehlen lassen, daß ihnen das Wohl der Massen am allermeisten am Herzen läge. Sie haben auch dadurch zu Zeiten ihren Bwed erreicht, erreicht, denn zu arbeitslosen Machthaberschaften ist arbeitende und unwissende Menge unerläßlich. Nach und nach sind jedoch die Massen durch die in einigen Generationen gemachten thatsächlichen Erfahrungen dahinter gekommen, daß die Sorge jener macht habenden Gesellschaftselemente um das Massenwohl eitel Seuchelei und Betrug und es jenen Elementen nur darum zu thun sei, sich ein willfähriges für sie Werthe schaffen des Arbeiterthum zu erhalten." eine Was wir von Ahlwardt denken, wissen unsere Leser. Aber daß er seit seiner Judenflinten- Affäre Fortschritte gemacht hat, ist zuzugeben. " ,, Allen Wächterleserinnen empfehle gemäß 1. Zim. 2, 9 ein einfaches Kleid, 7 Meter doppeltbreiter Stoff, zu 8-11 M., portofrei gegen Nachnahme". Der angeführte Bibelvers lautet: " Desselben gleichen die Weiber, daß sie in zierlichem Kleide mit Scham und Zucht sich schmücken, nicht mit Zöpfen oder Gold oder Perlen oder föstlichem Gewand". da Jhr Euch weigert, die in Gesellschaft der Blutzapfer stände. Ber David hingegen gewann eine Ruhe und geraubten Schäße herauszugeben, um Euer Blut zu retten. Heiterkeit, die gleich sehr gegen den dumpfen Jammer des Christenthum und Geschäft. Die Ausnügung Der Tag, der Eure Rechnung völlig schließt, ist jedoch noch Baters, wie gegen die befangene Frechheit Bodid's abstach. von Bibelversen zu Reklamezwecken wird in nicht angebrochen, und der Prophet Elias, der immer um" Ich sehe jezo," sprach er recht laut und vernehmlich:„ daß dem antisemitisch- pietistischen Wächter unter'm Kreuz", Euch ist, sieht betrübt, wie sich vermehrt die Last Eurer ganz Frankfurt toll geworden. Das Ungeheuer fönnte mich dem Blatte des Hausvaters" Ruhmer in Alt- Tschau, eifrig Sünden. Es ist schier außer Zweifel, daß Du es gewesen, schier bringen zum Lachen. Wenn jego plötzlich auf betrieben. In diesem frommen Organ ist nachstehendes Ben David, der an dem alten Rathsschöffen Frosch das stiege ein Nebel des Gewässers, und unsichtbar machte die Inserat enthalten: Mordstücklein gewagt, das ihn beinahe in den Talles gelegt." Brückenthürme oder Sachsenhausen. was gilt's. Sohn! Sohn! Sohn der Gebote und meines Gebets!" ber arme David müßte sie gestohlen und seinem Vater gestammelte Jochai: Unseliger Mann! wohin bist Du ver- steckt haben in den Schnappsack. Geh, geh, Du lächerfunken? Bringt doch jeder Augenblick eine neue Klage licher Bote! Du hast gewißlich am heiligen Sabbath zu auf Haut und Haar, jeder Augenblick einen neuen Herzstoß weite Schritte gemacht im Kundschafterdienst, denn diese für den greisen Bater! weh mir! weh mir! warum schwächen Gesicht und Verstand. Du bist, ob ein Lügner, hab' ich gelebt der Jahre zweimal fünfzig und darüber? ob ein Frrsinniger, gleichviel. Kannst Du mir jedoch Und da beschuldigen die Wächter des Glaubens ihre Warum verläßt mich der Gott Davids und Samuels bringen wahrhaftige Kunde von Esther, und ein Zeichen Gegner der Frivolität dem Christenthum gegenüber. Bor also in meiner Noth, daß ich schauen muß, wie mein von ihr,- ein glaubhaftes, daß sie lebt und frei ist, ihrer eigenen Thüre sollten sie fehren, da würden sie ähnGeschlecht langsam versinkt in Blut, Schande und den wenn gleich versunken im Lafter, dessen Du gedacht,- foliche Frivolitäten, wie es diese ekelhafte Geschäftsanpreisung Flammen des unehrlichen rothen Mannes! David! David! soll's Dein Schade nicht sein; ich schwör's auf die Torah; ist, öfters finden. So wahr Du trägst den Namen des Erlösers, den wir und dieses heilige Gesetz wird mir geben die Kraft, durch Einem Pastor Faber wird von der„ Konservativen hoffen, so wahr will ich Deinem Schweigen ein Ende mein Gebet des Mädchens Seele abzulenken vom Bösen, Korrespondenz" der Nährmutter der konservativen Presse im machen; bekennen Deine Unschuld wider Deinen Willen. und sein irdisch Theil zu retten von schimpflicher Strafe." Reiche gründlich der Kopf gewaschen, weil er die offene Bodid! rufe herbei den Richter! Ich will reden; der alte- Bodick warf spöttisch den Mund auf, und ging hinweg, und ehrliche Kampfesweise der Sozial. Jochai will reden, und Wahrheit sagen. Geh! geh! und ohne ein Wort zu erwidern. Geh! geh! und ohne ein Wort zu erwidern.- Ben David näherte fich de motratie" gelobt hat und Bebel's Buch über die Dir vergebe der hochgelobte Gott Deine Sünde an uns, dem Vater, der wie eine Bildsäule vor sich hinstarrte. Frau, obgleich er mit ihm nicht in allen Buntten einverdie Dir nicht abgenommen werden kann, weder durch den Du willst bekennen, Raaf," fragte er ihn sanft und sehr standen ist, ein, werth volles und belehrendes" Tag der Versöhnung und das Kapporah des Bocks Hazazel, leise: was willst Du denn bekennen, da Du nichts weißt, Buch nannte. Schier unglaublich" erscheint der„ Kons. noch durch die Fasten Esther und Gedalia und die Feier als daß der Knabe nicht gestorben, sondern seinen Freunden Korresp." ein solches Auftreten eines evangelischen Geistder Tempelzerstörung." Der Greis schwieg erschöpft; wiedergegeben? Sage tausend Mal, daß ich unschuldig lichen". Nicht Schwarmgeisterei" möchte die„ Kons. Korres." Ben David verharrte in mißbilligendem Schweigen.- sei, und Du nicht schuldig, und tausend Mal werden sie wie dies beispielsweise das Leipziger Baterland" thut, ein ,, Nicht um Dein Geschrei zu hören, habe ich geredet," Dir nicht glauben, selbst dann nicht, wenn ichs wollte solches Auftreten nennen, sondern" Streberei nach der Gunst sprach Zodick mit schadenfrohem Vorwurf, zu dem Alten: und könnte beweisen. Wisse aber, daß ich eher auf der unklarer Köpfe um jeden Preis". Um Euch ein Mittel anzugeben vielmehr, das Euch, Folter die Zunge verschlucke, ehe ich rede; weil ich gethan Wir sehen, daß die Bourgeoisie die Geistlichen lediglich wenn nicht zur Freiheit und zum Leben, dennoch zu einem ein Gelübde, das ich halten werde fefter als eins, das ich als Vertreter ihrer Interessen betrachtet, daß sie ihnen die sanftern Tode verhelfen würde, so Ihr es annehmen in der Schule geleistet." Jochai sah ihn fragend und volle Freiheit des Geiftes läßt, wenn sie wie die Iskrant wolltet. Denn dem Tode seid Ihr gewiß, wenn Ihr kopfschüttelnd an. Weh mir!" sagte er: Gin Eid, und und Stöcker mit Knüppel und Verleumdungen in ihrem Eure Habe verhehlt, und der Tod in Flammen ist schrecklich. wann haft Du ihn gethan?" Er ist noch nicht so alt, Dienfte gegen die Sozialdemokratie herziehen wollen, daß Bekennst Du hingegen, Ben David, daß Du den Altbürger als Zodick's Besuch erwiderte Ben David: ich hab sie ihnen aber sofort Borhaltungen macht, wo die Freiheit Frosch ermorden wolltest, auf Anftiften und Anregen ihn geschworen bei der Lade des Bundes im allerheiligsten des Geistes sie zu einer gerechten Beurtheilung unserer Beseiner Ehefrau, so will der Altbürger selbst ein Fürwort meiner Gedanken. Raaf!" setzte er leise flüfterno hinzu: wegung veranlaßt. Wie recht hatten Mary und Engels, einlegen, daß Gure Strafe in die leichteste verwandelt Raaf! ich habe böse gethan, fühle ich jetzt, denn ich als fie vor 47 Jahren in ihrem herrlichen kommunistischen werde, weil er seinem Mörder Gutes zu thun wünscht. habe gehandelt mit Menschenblut. Das Schändliche solchen Manifeste( Seite 11) schrieben: Beeilst Du Dich, die Gnade des Herrn zu verdienen, so Beginnens ist mir geworden klar, da mir einfiel, wie tönnte wohl gar noch werden bewiesen, daß Jochai im Esther jetzo hilflos einem gleichen Handel Preis gegeben Wahnsinn gehandelt, da er den Knaben gefreuzigt im ist, der vielleicht das Kleid ihrer Ehren in Koth tritt, viel Keller, und fönnte ihm, ob seines Alters Elend, noch leicht ihr junges Leben erstickt. Darum will ich büßen, werden geschenkt das Leben." Jochai befühlte sich bei und, sollt' ich ersterben in Kraus und Schmerz, nicht durch diesen seltsamen Eröffnungen den Kopf, gleich als ob er mein Zuthun den Versuch machen, zu lindern mein aus einem bösen, bösen Traume aufzuwachen im Begriffe Schicksal." ( Fortjehung folgt.) " " " 11 " Die Bourgeoisie hat alle bisher ehrwürdigen und mit frommer Scheu betrachteten Thätigkeiten ihres Heiligenscheins entkleidet. Sie hat den Arzt, den Juristen, den Pfaffen, den Poeten, den Mann der Wissenschaft in ihre bezahlten Lohnarbeiter verwandelt. Der staatsgefährliche Dialekt. Zur Ergänzung unferer Mittheilung über die Freigabe der Weber für das Lobctheater in Breslau, theilen wir nach der„Kreuz- Zeitung" noch das Folgende mit: Der Senat erachtete die Verhältnisse deS Lobetheaters mit denen des Deutschen Theaters für im Wesentlichen gleichartig. verneinte damit auch für erstereS, daß die Aufführung„Die Weber" unmittelbar zu einer Störung der öffentlichen Ordnung führen werde. Er machte aber die Aufhebung des Verbots von der Erfüllung der Bedingung abhängig, zu der sich der Kläger selbst erboten— nämlich, daß die Aufführung des Stückes in hochdeutscher— nicht schlesi- scher— Mundart erfolge, daß einzelne Stellen und Episoden fortgelassen würden, sowie, daß eine Erhöhung der Eintrittspreise für die Galerie u. f. w. erfolge. Und dies Urtheil wurde yefällt in einem Staate, zu dessen Verfassungsgruudsätzen d« Gleichheit vor dem Gesetze gehört.— Pindter's selige Erben sind ihrem Vorgänger in der Konsequenz ebenbürtig. Sonst schimpft die„Nordd. Allg. Ztg." den„Figaro" ein frivoles Boulevardblatt, heute nennt sie ihn eines der ernsteren französischen Blätter, weil er einen Artikel gegen die Anarchisten bringt.— fruchte der Ausnahmegesetzgebung. Aus Prag wird ..irt: Am 2. Juli begann vor dem Ausnahmesenat des Prager Strafgerichtes die Prozeßverhandlung gegen drei Handelsschüler, im Alter von 16 und 17 Jahren, wegen Hoch- verraths, Majestätsbeleidigung, Geheimbündelei und Störung der öffentlichen Ordnung. Die Angeklagten hatten angeblich einen Geheimbund gegründet und zahlreiche hochverrätherische Zettel und Broschüren in den Straßen vertheilt. Zwei der wegen Hochverraths angeklagten Handelsschüler wurden zu 4 beziv. 5 Jahren schweren Kerkers verurtheilt. 2. Juli. Die Omladinisten veranstalteten auf den: Wol- schauer Friedhof anläßlich des Gräbersestes eine Demon- stration. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. Die Verhafteten trugen Dolche bei sich.— Tie schweizerische Sozialdemokratie scheint ihre Initiative für Einführung des staatlichen Tabakmonopols, dessen Erträgnisse zur Deckung der Kosten der Arbeiter- Kraukenversicherung verwendet werden sollten, auf einen günstigeren Zeitpunkt vertagt zu haben.— Die Volksabstimmung über das Jnitiativbegehren betreffend die Abgabe eines Theiles der Zolleinnahmen an die Kantone findet am 4. November statt.-- Herr Casimir Perier hat heute an Senat und Kammer seine erste Präsidentenbotschaft erlassen. Da die bezüglichen Depeschen erst in später Nachtstunde eintrafen, so verschieben wir die Würdigung derselben auf morgen und heben aus dem reichen Phrasenschwalle blos die folgen- den Stellen hervor: Frankreich wird die beiden sozialen Kräfte zu vereinigen wissen, ohne welche die Völker zu Grunde gehen, die Freiheit und eine Regierung, welche entschlossen ist, die für eine republikanische Demokratie nothwendigen sitt- l ich e n Eig e n s ch a ften zu entfalten. Es ist meine feste Absicht, die Geschicke der Republik nach den sieben Jahren, für welche sie mir anvertraut sind, anderen Händen zu übergeben. Frankreich kann erhobenen Hauptes seine Liebe zu einem seiner selbst würdigen F r i e- den versichern. (Ueber da? weitere siehe Depeschen.) Amnestiebegehren in Frankreich. Die äußerste Linke hat, wie wir schon in einem Telegramme unserer gestrigen Nummer gemeldet haben, beschlossen, unmittelbar nach der Wahl des Kammerpräsidenten einen Antrag auf Erlaß einer Amnestie für Vergehen bei Arbeiterausständen und für Preß- vergehen in der Teputirtenkammer einzubringen. Die Am- nestie soll sich nicht auf anarchistische Verbrecher erstrecken.--- Aus Paris wird hierzu heute Abend telegraphirt: Wie verlautet, wird die Regierung den Vorschlag einer Amnestie wegen des gehässigen Charakters, der mit einer solchen Maßregel für das Andenken Carnot'S verknüpft wäre, verwersen.— Fra» Carnot hat die ihr angebotene StaatSpension abgelehnt.— Lombroso, der bekannte Begründer der kriminal- anthropologischen Schule, mit dessen Theorien wir uns zwar nicht befreunden können, dessen Urtheil über Cesario, den Mörder Carnot'S aber doch erwähnenswerth ist, hat sich nach dem„Berliner Tageblatt" folgendermaßen ge- änßert: „Für mich sind Lega(Urheber des Attentats auf Crispi) und Cesario zwei Fanatiker, und Cesario besitzt jedenfalls den rerdorbenen(pervertito) Fanatismus der vom Vater er- erbten Epilepsie: beide scheinen mir weder Verrückte, noch eigentliche V er b r e ch er zu sein(nö pae-i, nö criminali). In ihrer Verblendung beanspruchen die Anarchisten für sich das Recht zu tödten, aber ihrer- seits nicht getödtet zu werden; und dies war auch das Motiv für die Mordthat des armen Cesario. Um übrigens die Handlung des wahnfinnartigen Fanatismus (fanatismo pazzesco) zu begreifen, muß man sich für einen Augenblick in den Geist dieser Menschen versetzen.— Was die Heil- mittel gegen den Anarchismus betrifft, so nützt die gewalt« saine Unterdrückung wenig. Man muß dem wirthschastlichen Fanatismus einen Abfluß verschaffen, wie man für den politischen Fanatismus einen solchen in den Verfassungen, für den religiösen Fanatismus in der Toleranz gefunden hat; aber das versteht nur Frankreich. Uebrigens veröffentliche ich demnächst eine Arbeit über die Anarchisten. Zur Jtalienerhetze in Frankreich haben wir leider noch immer neue Nachrichten zu melden: Paris, 2. Juli. Von amtlicher Seite wird die Blätter- Meldung über Mißhandlung und Tödtung eines italienischen Arbeiters in der Umgegend von Nancy für unrichtig erklärt. — Bei Argenteuil und Ehoisy-le-Roi rotteten sich französische Erdarbeiter zusammen und nahmen gegenüber den italienischen Arbeitern eine drohende Haltung an. Der Gendarmerie gelang es bisher, die Ruhe aufrecht zu erhalten. Paris, 3. Juli. Die Erdarbeiter in Choify-le-Roy durchzogen gestern die Bauplätze, um die dort arbeitenden Italiener zu verjagen. Die Gendarmerie schritt ein und zer- streute die Manifestanten, welche, revolutionäre(??) Lieder singend, nach dem Arbeitsplätze von Dreving sich begaben, wo t underte von Italienern gegen die Angriffe der Demonstranten chutz suchen mußten. Der„Vossischen Zeitung", der wir die Verantwortung für die Meldung überlassen müssen, wird aus Paris hierzu noch telegraphirt: In den Dörfern der Umgegend von Paris streift seit drei Tagen eine bewaffnete Bande von mehreren hundert Köpfen umher, die in Fabriken und Arbeits- plätze dringt und nach Italienern sucht, um sie zu ver- treiben. Die Italiener warten in der Regel das Erscheinen der Bande nicht ab, sondern fliehen vorher. Die Behörden scheinen erst gestern den Unholden ernstlich entgegengetreten zu sein. Niemand bedauert mehr als die französische Sozial- demokratie diese Szenen, sie sieht in ihnen die Früchte des von der Bourgeoisie gepflegten Chauvinismus; nur die Pflege des internationalen Gedankens macht solche Vorgänge unmöglich.— Auch in Belgien werden Ausnahmegesetze gegen die Anarchisten geplant. Wenn das Parla- ment im Herbst zusammentritt, soll der Kampf gegen die Anarchie die erste Sorge der Kammern sein. Die inter« nationale Reaktion rüstet sich, sie täuscht sich aber, wenn sie hofft, mit den geplanten Gesetzen den Anarchismus auszu- rotten. Die heutige Gesellschaft erzeugt den Anarchismus und sie wird ihn, wenn sie noch so viele Galgen und noch so viele Zuchthäuser aufbaut, nicht los werden, bevor die Menschheit durch den Sieg des Sozialismus von der Herrschaft der Bourgeoisie befreit sein wird.— Die furchtbaren Bergwerks/ Katastrophen der letzten Wochen sind ebenso viele Verbrechen der heutigen Gesellschaft. Seit gut 20 Jahren ist es für jeden wissenschaftlich gebildeten Menschen festgestellt, daß alle Explosionen, sei es von Gruben- aas, sei es von Kohlenstaub, durch eine rationelle Venti- lation verhindert werden können. Die Verhinderung kostet viel Geld. Und das ausbeutende K a p i t a! will Profit und pfeift auf die Sicherheit der Menschen. Die 500 und mehr Arbeiter, die während der letzten Wochm in England und in Oesterreich-Schlesien durch Grubenexplosionen das Leben ver- loren haben; diese wären heute noch am Leben, wenn diefbetressenden Gruben so ventilirt worden wären, wie jeder gebildete Bergmann dies als nothwendig erkannt hat. Eine vernünftig organisirte Gesellschaft wird nicht jedes Unglück verhüten können, aber die furchtbaren Katastrophen der letzten Wochen, wie überhaupt so ziemlich alle Grubenkatastrophen der neueren Zeit wären unter einer, nicht auf Ausbeutung beruhenden Gesellschaftsform sicherlich vermieden worden. Die italienische Ausnahmegesetzmaschinerie arbeitet schnell. Hierüber wird aus Rom telegraphirt: Die gestern in der Kammer von dem Ministerpräsidenten Crispi eingebrachte Vorlag« über die Aufreizung zu ver- brecherischen Handlungen und die Vertheidigung von Ver- brechen durch die Presse wurde heute in der Kammer vertheilt. Der Gesetzentwurf ist von einem Motiven-Bericht begleitet.— Die Deputirtenkammer genehmigte in zweiter Lesung die Vor- läge über die Explosivstoffe. Daraus wurde die Sitzung ge- schloffen.— Der Prozeh der Bank« Romana wird, obgleich sein formaler Abschluß in diesen Tagen zu erwarten ist, noch lange die Oeffentlichkeit beschäftigen. Wie verschiedene italienische Blätter melden, ist das gerichtliche Verfahren gegen Felzani, Mainetti und Montalto eingeleitet, um die Richtigkeit der in dem Banka Romana- Prozesse gegen sie erhobenen Beschuldigungen zu prüfen. Freilich, daß der so schwer belastete ehemalige Minister- Präsident und Finanzminister G i o l i t t i, von dem schwer kompromittirten Crispi ganz zu schweigen, zur gericht- lichen Verantwortung gezogen wird, verlautet nichts.— Wie die Bomben ansteckend wirken, so nun die Dolche. Bald nach Carnot's Erdolchung wird ein italieni- scher Redakteur erdolcht und nun wird aus Madrid über ein Attentat mit einem Dolche telegraphirt. Die Depesche lautet: Madrid, 2. Juli. Ein Arbeiter versuchte den Marquis Eubas, den Führer des spanischen Arbeiter- Pilaerzuges nach Rom, zu erdolchen, während derselbe die Arbeiten in der Kathedrale von Madrid besichtigte. Der Dolch traf einen anderen Ardeiter, welcher sich zwischen die Waffe und den Marquis Eubas geworfen hatte, und verwundete denselben schwer, während der Marquis unverletzt blieb. Der Mörder wurde verhaftet. Diese merkwürdige Aufeinanderfolge der mit den gleichen Waffen ausgeführten Attentate müßte vernünftige Leute nicht zum Rufe nach wirkungslosen Ausnahme« Gesetzen, sondern zu ernsthafter Untersuchung veranlassen, ob es sich hier nicht um geistige Massenerkrankungen han- delt, die auf ungesundem sozialen Boden ebenso leicht ge- deihen wie die Tuberkulose und die Cholera, gegen die aber das beste Mittel bessere wirthschaftliche Zustände und Hebung der Volksbildung ist, die der Sozialismus gegen die herrschenden Gewalten unserer Zeit erkämpfen will.— In den Abendstunden kam noch folgende Meldung aus Madrid: Der Urheber des gestrigen Attentats auf den Marquis Eubas, Ricardo Perez, ist ein Catalonier; derselbe soll kein Anarchist sein.— In Serbien bemüht sich Rußland auf alle Weise Ein- fluß zu verschaffen. Der Direktor der von Rußland sub- ventionirten Gagarin'schen Dampfschifffahrts- Gesellschaft, Kolokolzow, ist mit russischen Empfehlungen in Belgrad ein- Setroffen, um die gesammte Lieferung des Petroleums für ie serbische Monopolverwaltung abzuschließen. Bisher wurde das Petroleum von der Kompagnie Nobel geliefert.— Gestern noch auf stolze» Rossen, heute durch die Brnst geschossen kann Stambulow von sich sagen. Gegen ihn, der bis vor kurzem über die größte Machtsülle ver- fügte, wird jetzt die Macht, die in andere Hände über- gegangen ist, ausgespielt; die Druckerei seines Blattes, der „Swoboda", wurde konfiszirt, weil sie, er bestreitet dies freilich, aus nicht zurückgezahlten staatlichen Geldern an- geschafft wurde. Und nun will man ihn auch in An- klagezustand versetzen. Ein Telegramm aus Sofia meldet hierüber: Mehrere angesehene Advokaten erbieten sich öffentlich, bulgarischen Bürgen« kostenfrei Klagen gegen die frühere Re- gierung und deren Organe wegen Amtsmißbrauchs, Miß- Handlungen und anderer Ungesetzlichkeiten durchzuführen. Das aus diesen Klagen gewonnene Material soll dazu verwendet werden, um der Sobranje die Versetzung deS Kabinets Stam- bulow oder Stambulow's allein in den Anklagezustand vor- schlagen zu können.— Der nordamerikanische Eisenbahnarbeiter-Streik scheint ganz außerordentliche Dimensionen angenommen zu haben. Der Telegraph schweigt sich darüber aus, blos aus den folgenden Telegrammen kann man auf die Größe der Bewegung zurückschließen: Washington, 2. Juli. Die Regierung wird den Bundestruppen in Chikago für den Fall von Meutereien Ver- slärkungen senden. Präsident Cleveland hält die Lage für ernst. Chikago. 2. Juli. Das Bundesgericht droht den Streikenden mittels Dekretes an, es werde alle der Regierung zur Verfügung stehenden Mittel anwenden, um die Ruhe wiederherzustellen. Chikago. 3. Juli. Die Eiseubahngesellschaften von Rock-Jsland und Lakeshore versuchten gestern die Eisenbahnzüge abgehen zu lassen, wurden indessen von den Etr verhindert, welche die Polizeimannschaft zurückl.R. ie Proklamation des Präsidenten Cleveland, welche den Streikenden verbietet, die Fahrt der Eisenbahnzüge zu verhindern, wurde den Streikenden vorgelesen, von diesen aber mit höhnenden Rufen beantwortet.— Dnrteincirimrlito». Provinzial-Parteitage. Tin Parteitag für den 23. sächsi" schen Reichstags-Wahlkreis wird nächsten Sonntag. Nachmittags 3 Uhr, im Feldschlößchen zu A d o r f i. V. zusammen- treten. Berichte der Landesversammlungs-Delegirten, des Zentral- Wahlkomitees und der Revisoren, die Presse und das Parteifest sind die Hauptpunkte der Tagesordnung. Die Agitations-Kommission für Thüringen beruft auf den 29. Juli, Nachmittags 5 Uhr, den Parteitag der Sozialdemokratie Thüringens nach Erfurt in das Volksspiethaus, Löber- gera 49, ein. Die Tagesordnung ist vorläufig folgende: I.Bericht der Agitations- Kommission, 2. Wie muß in Thüringen agitirt werden, 3. Presse, 4. Anträge aus der Mitte des Parteitages, 5. Wahl der Kommissionen.— Anträge sind bis zum>5. Juli einzusenden. Jeder Ort ist berechtigt, höchstens drei Delegirte zu entsenden. Stimmberechtigt sind mir Delegirte, an der Diskusston ist jeder Parteigenosse Theil zu nehmen be- rechtigt. Die Sozialdemokratie des 7. badischen Waihlkreises hielt am Sonntag in O f f e n b u r g eine Konferenz ab, die von allen bisherigen Konferenzen am stärksten besucht war, und sonnt gutes Zeugniß für die Thätigkeit der Parteigenossen ablegte. Es waren gegen 25 Delegirte erschienen, und auch an Gästen fehlte es nicht, so daß das Versammlungslokal bis auf den letzten Platz gefüllt war. Die Konferenz nahm u. a. die Wahl Alfred Geck's zur Vertrauensperson für den 7. badischen Wahlkreis vor. Ueber unser» Programmpunkt: Erklärung der Religion zur Privatsache zerbrechen sich unsere Gegner wieder einmal den Kopf. Ein Herr E. Kraus bekritelt nämlich den Standpunkt des Genossen T h. v. W ä ch t e r, der als Christ zugleich Sozialdemokrat ist; die„Franks. Ztg." hatte diese Kritik zur Unterlage eines Artikels genommen. Daraufhin giebt nun v. W ä ch t e r in der„Schwöb. Tagwacht" folgende Erklärung ab:„Die Frankfurter Zeitung" bringt em Arttkelchen, das alle demokratischen Lokalblättchen schmunzelnd nachdrucken, in dem auf die Kritik des Standpunktes des Unterzeichneten als. Christ und als Sozialdemokrat von E. Kraus hingewiesen und dann sehr hochweise gesagt wird:„Wie steht es denn aber mir der Richtigkeit des Satzes: Religion ist Privatsache". Zur Ant- wort diene der Frankfurterin und ihren Nachkläffern: Einen Satz:„Religion ist Privatsache" haben wir gar nicht, sondern für die künftige Gesetzgebung für das ganze Volk— worunter aber stets auch Nicht-Sozialdemokraten sein werden— haben wir jetzt schon als Volksgesetz formulirt: Erklärung der Religion zur Privatsache, das heißt Erklärung der heutigen Landeskirche zu privaten Gemeinschaften. Ueber die Frage, ob ein Christ«'ch innerhalb der Partei geduldet werden kann, oder ob nur Religionslose zielbewußte Parteigenossen sein können, ist inner» halb der Partei selbst noch freier Meinungsaustausch und wird sich diese Frage überhaupt nie prinzipiell, sondern nur von Fall zu Fall entscheiden lassen, weil es hier ganz darauf ankommt, was der Einzelne unter Christenthum versteht. Die Meinung von Herrn Kraus ist nicht die Partcimeinung, sondern nur eine Meinung in der Partei, der der Unterzeichnete— sobald seine gegenwärtige Agitationstour ihm etwas Muße läßt, in Beant- wortung des Kraus'scheu Angriffs— seine andere ebenso partei- berechtigt« Meinung entgegensetzen wird. Th. v. Wächter. Die Dresdener Parteigenossen, die wegen des famosen „Massenspazierganges", es sind ihrer bekanntlich über 100, verurtheilt worden sind» sowie die 41 Zeitungsausträger, werden in der„Sächs. Arb.-Zta." aufgefordert, Berufung einzulegen. Hoffentlich kommen alle dieser Aufforderung nach. Sozialdemokratische Stadtverordnete sind in den Stadt- Häusern unwillkommene Gäste, denn sie haben stets etwas zu „nörgeln" und stören so die behagliche Ruhe der übrigen Stadt- väter. So wurde vor kurzem auch die sonst glatte Abwickelung der Geschäfte im Brannschweiger Rathhaus gestört durch die Debatte folgender Anträge, die von den sozialdemokratischen Stadtverordneten gestellt worden waren:„Die Versammlung wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen, daß er 1. dem Unternehmer der Rieselanlagen zur Pflicht mache, nach Möglich- kcit nur hiesige Arbeiter zu verwenden; 2. die vorbereitenden Schritte thun zur Einführung der achtstündigen Arbeitszeit für die städtischen Arbeiter." Es ist selbstverständlich, daß dieser Antrag die nöthige Unter- stützuug nicht fand, ebenso wenig der folgende, den der Genosse Gunther im Laufe der Debatte stellte, als er sah, daß der erste den Herren zu weit gehe: „Die Versammlung wolle beschließen, den Magistrat zu er» suchen: 1. in Betrieben, wo Sonntagsarbeit nöthig ist, die Ein- stellung von Hilfsarbeitern anzuordnen, damit die Arbeiter regel- mäßig den Sonntag frei haben; 2. Erhebungen anstellen zu lassen, welche Mehrausgaben für die Stadt sich ergeben würden, wenn die acht- resp. neunstündige Arbeitszeit eingeführt werde. sowohl für die Arbeiter in direkten städtischen Betrieben wie für vie Arbeiter in Nebenbetrieben." Er komme— so betonte der Antragsteller— damit der Ver- fammlung, in der doch die kapitalistischen Anschauungen vor- herrschend seien, entgegen und bier� ihr somit Gelegenheit, ihr Interesse für sozialpolitische Fragen zu zeigen. Da die Zahl der sozialdemokratischen Stadtverordneten in Braunschweig noch nicht sechs beträgt, so reichte eben auch hier die erforderliche Unter- stützung nicht und man ging nach berühmtem Muster zur Tagesordnung über. Eine italienische Sektion" der sozialistischen Ar- beiterpartei wurde kürzlich in 1 e w- D o r k gegründet. Bisher waren alle Bemühungen vergeb' ch gewesen, obwohl bereits einige italienische gewerkschaftliche Organisationen bestanden, welche gelegentlich mit der sozia stisch„durchseuchten"(wie die Boodler in der Central-L,- wr-Union sich ausdrücken) C. L. Federation Hand in Hand g..>gen. Im Uebrigen befanden sich die hiesigen auf ca. 50 000 geschätzten italienischen Arbeiter im Schlepptau ihrer als polltische Drahtzieher der beiden kapitalistischen Parteien fungirenden Landsleute, während eine kleine Anzahl anarchistisch gesonnen war. Vor einiger Zeit kamen nun mehrere aus Italien geflüchtete Genossen, darunter der Palermoer Genosse Monteleone hierher und setzten sich sofort mit unserer Parteileitung in Verbindung, welche, mit Hilfe einiger hiesigen italienischen Genossen eine Versammlung arrangirte, die über Erwarten gut ausgefallen ist. Der Versuch einiger Anarchisten, die Gelegenheit auszunützen, wurde von Monteleone und Genossen Catanio energisch zurückgewiesen und die ganze Versammlung brach in stürmische Hochrufe aus den Sozialismus auS. Es ließen sich noch am selben Abend ca. 300 Personen in die Mitgliederliste eintragen und hat die neue Sektion heut« schon nahezu 400 Mitglieder. *» Todtenliste der Partei.' In Mannheim starb am 1. Juli der durch eifrige Thätigkeit für den Sozialismus um unsere Partei verdiente Schreiner Karl Büscher. In R e h m e in Westfalen ist der alte wohlbewährte Partei- zenosse Zigarrenmacher C. Wehmeyer aus dem Leben ge- chiedcn. »• O w Polizeiliches, Gerichtliche»«. Z' Reichsgericht verwarf die Revision, die der Neda!- teur der„Schlesivig-Holsteinischen Volkszeitung", Joachim Kluß in Kiel, gegen den Spruch des dortigen Lavdzerichts eingelegt hatte, der ihn wegen Beleidigung eines Unternehmers zu zwei Wochen Gefäugniß verurtheilt. — Die s ä ch s i s ch e P o l i z e i ist als überaus fürsorglich bekannt, wo es sich um das Verbieten von Arbeiterversnmm- lungen handelt. Dafür hat sie wieder Zeugniß abgelegt. Dies- mal war Z s ch o p a u, ein kleines Städtchen im Erzgebirge, der Ort ihrer Thäligkeit. Eine Volksversammlung, in der Frau Köhler aus Hamburg über den Kampf ums Dasein, und eine zweite, wo dieselbe Rednerin über Bildung und Bildungsmittel sprechen sollte, wurden auf grund des Z 5 des sächsischen Vereinsgesetzes verboten. — Das Absingen sozialistischer Lieder kostet in Sachsen 10 M. Strafe, dabei darf man aber andere Personen noch„höhnisch anstarren". Ueber eine solche Kuriosität wird aus Plauen i. V. gemeldet:„Im benachbarten Wilkau wurde einigen 20 Einwohnern ein Strafmandat auf je 10 M. lautend zugestellt, weil dieselben in einem Gasthause in Haara, wo der Saal auch den Arbeitern zur Verfügung steht, eine in diesen, Saale tagende Privatgesellschaft durch Absingung sozia- lisiischer Lieder sowie durch„höhnisches Anstarren" gestört haben sollen. Die Bestrafung erfolgte wegen groben Unfugs. Die Be- theiligten werden die Entscheldung des Gerichtes anrufen." — Der Redakteur des Bergmanns- Organs„Glück auf", A n t o n S t r u n z in Z w i ck a u, soll entweder 500 M. Gelb- strafe zahlen oder auf 0 Monate ins Gefängniß, weil er nach Ansicht des Zlmlsgerichts einen Bergdirektor beleidigt hat. Ob aus dieses Urtheil die Rede des klägerischen Rechtsanwalts ein- wirkte, der unter fernen Argumenten auch die— Erdolchung Carnot's mit aufmarschiren ließ, darüber ließ uns unsere Quelle im Stich. — Die Geschäftsräume der„V o l k s st i m m e" in Frank- f u r t a. M. wurden am 80. Juni von Kriminalbeamten nach dein Manuskript eines Artikels durchsucht, der vor länger als einen, Jahre in jenem Blatte veröffentlicht worden war. Selbstverständlich war das Manuskript längst nicht mehr vorhanden. — Der Redakteur der Bielefelder„Volksmacht", K. G r o t h, meldete in den, lippe'sche» Orte Kusenbaum eine Versamm- lung an und verlangte von dem sürstlich lippcschen Verwaltung-- amt in Schötmar die übliche Bescheinigung darüber. Statt der Bescheinigung erhielt er«ine Zuschrift, worin ihm mitgethcilt wurde, daß er die Bescheinigung erst erhalten könne, wenn er sich über seine Großjährigkeit und den Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte ausgewiesen habe. Danach scheint man in Schötmar nicht zu wissen, daß jemand, der als Redakteur einer Zeitung fungirl, schon diesen beiden Bedingungen genüge» muß, andern- falls er nach dem Preßgesetz nicht Redakteur sein kann. Dresdener Maifeier- Prozeß. Am dritten Schlachttage, Montag, zierten 6S Angeklagte die Anklagebänke, zwei von den 67 Geladenen waren nicht erschienen. Die Verhandlung, die wiederum früh 8 Uhr begann, fand unter Leitung des Herrrn Amtsgerichtsraths Brückner statt und wollen wir anerkennend hervorheben, daß derselbe sich sichtlich bemühte, so rücksichtsvoll und objektiv wie möglich zu verfahren. So wurde auch die Frage nach der Parteistellung diesmal an keinen der An- geklagten gerichtet. Um aber den Leser durch die vorstehende Bemerkung nicht etwa zu dem Glauben zu verleiten, daß da auch ein milderes Urtheil gefällt worden wäre, bemerken wir gleich vorweg. daß das nicht der Fall ist, das.Urtheil ist genau dasselbe wie an den vorhergehenden Tagen. Die Beweiserhebung zeigte so ziemlich dasselbe Bild, wie in den vorhergehenden Verhandlungen und wie sollte es auch anders werden! Auf der Straße waren die Angeklagten gewesen und das war ohne weiteres vorauszusetzen, da man doch nicht annehmen konnte, daß die Gendarmen nur solche Personen notirt hätten, die sie gar nicht gesehen haben. In einzelnen Fällen ist das allerdings geschehen und ebenso hat es sich mehrfach gezeigt, daß die Polizei- beamten in ihrem Amtsübereiser die kühnsten Kombinationen als Erfahrungsthatsache hinstellten? sie hatten z. B. verschiedene Personen an einem einzigen Punkte flüchtig gesehen und eine größere Anzahl Menschen um sie herum und hehaupteten dann muthig, daß diese Personen sich an einem Umzüge durch die und die Straßen betheiligt hätten, und erst eindringliches Be- fragen durch die Angeklagten und den Vorsitzenden stellte klar, daß das eben nur Vermuthungen der Beamten waren. Das war namentlich der Fall bei den Angeklagten Franz, Köppe, Rothe, Luther, Dutsch, Fellmann, Schurig, Vieh- weger, Goldacker. Reichardt, Steinbrück, Pohl, Titze und Brennahl. Die Bctheiligung an einem verbotswidrigen Umzüge wurde übrigens von sämmtlichen Angeklagten wiederum ganz entschieden bestritten, sie geben meist zu, daß sie an dem Tage spazieren gegangen sind, es ist jedoch jeder für sich allein oder in Gesell- fkhaft seiner Familienangehörigen gegangen. Auf die oft gestellte Frage, ob denn Menschen um sie her gegangen seien, erwiderten viele "der Angeklagten sehr treffend, daß stets sehr viel Menschen um einen hergingen, wenn man durch die Hauptstraßen der Stadt ginge. Die Vernehmung der Angeklagten war diesmal schon i/ilO Uhr beendigt, da viele derselben auf die Anklage keine Er- klärungen abgaben. Als Zeugen waren wieder 17 Kriminalgendarme geladen. Der Zeuge Pinkes war im Restaurant„Bürgerbräu" am Alt- markt und hat dort gesehen, wie etwa 60 Personen in zwang- losen Gruppe» allmälig das Lokal verlassen haben, und diesen „Zug" hat er nach der Weißeritzstraße begleitet. Er nennt eine Anzahl der Angeklagten als Theilnehmer an demselben. Auf der Weißeritzstraße, der kritischsten der kritischen Straßen, von der aus nach dem Eröffnungsbeschluß der„Umzug" in der dritten Nach- Mittagsstunde begonnen haben soll, will er unter andern den Angeklagten Köppe bestimmt gesehen haben. Köppe erklärt jedoch, daß er erst um 4 Uhr von zu Hause fortgegangen sei und dafür mehrere Zeugen habe. Zeuge Pinkes meint darauf, er„möchte es behaupten", daß er Köppe gesehen habe. Köppe wird auf- gefordert, seine Zeugen zu benennen, er erklärt jedoch, daß er sich dies für die Berufung vorbehalte. Der Zeuge wird dadurch immer unsicherer und meint, es wäre doch gut, wenn der Angeklagte seine Zeugen benennen möchte. Der thut dies jedoch nicht, und der Vorsitzende erklärt ihm, daß man dann auf seine Behauptungen auch nichts geben könne. Aehnlich ist es mit dem Angeklagten Franz. Auch ihn will der Zeuge ganz bestimmt im„Umzüge" gesehen haben, während Franz behauptet, auf diesen Straßen überhaupt nicht gewesen zu sein und dafür auch Zeugen zu haben. Den An- geklagten Luther will Zeuge auch aus der Weißeritzstraße und Abends im„Trianon" gesehen haben und folgert daraus dessen Theilnahme am„Umzüge"; Luther ist aber weder auf der Weißeritzstraße noch im„Trianon" gewesen, sondern nur in „Stadt Leipzig". Zeuge Dietze ist im Restaurant Hauswaldt ge- wesen und hat gesehen, wie etwa 100 Personen rheils einzeln, theils zu zweien und dreien von da fortgegangen sind und durch die Ostra-Allee nach der Weißeritzstraße einen„Umzug" gemacht haben. Zeuge Schreiter hat den„angesagten Abmarsch" der Korbmacher zu überwachen gehabt. Was das für ein Abmarsch war, geht daraus hervor, daß er auf Vorhalt selbst zugeben muß, wie in der am Abend zuvor stattgefundenen Versammlung der Korbmacher der Vorsitzende erklärt hat, daß der Umzug ver- boten sei und daher Jeder thun und lassen könne, was er wolle, daß insbesondere Jeder, der spazieren gehen wolle, dies allein thun müsse. Der Zeuge bezeichnet unter anderem die Angeklagten Dutsch, Fellmann, Schurig und Viehwegcr als Theilnehmer am Umzüge. Diese geben zu, daß'sie wohl im Bereinslokale gewesen seien, find aber Verantwortlicher Redakteur:% dann einzeln fort und nach verschiedenen Stadttheilen gegangen- Der Zeuge Zacharias hat unter anderen die Angeklagten Stein- brück, Titze und Pohl gesehen. Steinbrück hat er an der Ammonstraße(eine der Umzugsstraßen) gesehen und schließt daraus, dessen Theilnahme am Umzüge. Steinbrück läßt durch den Zeugen konstatiren, daß er um diese Zeit täglich durch die Ammonstraße spazieren geht und der Zeuge erklärt auch auf eindringliches Befragen, daß er nicht behaupten könne, Steinbrück habe den Umzug mitgemacht. Dieser stellt auch jede Theilnahme an einem solchen entschieden in Abrede. Auch Titze und Pohl bestreiten dies ausdrücklich. Gendarm Rothe hat die Dachdecker im Gambrinus-Restaurant beobachtet und nennt als Theilnehmer am Umzüge Briefen, Wins- mann, Goldammer und Schwinger. Der Vorsitzende srägt:„Die haben den ganzen Umzug mitgemacht?" „Ja!"„Oder haben Sie die Angeklagten nur an einer Stelle gesehen?"„Das kann sein!" Als die Angeklagten noch mehr in den Zeugen dringen, ob er sie wirklich im Zuge gesehen und namentlich Goldammer erklärt, daß er um diese Zeit zu Haus gewesen sei, meint der Zeuge, er glaube, sich nicht geirrt zu haben.(!) Das ist übrigens eine in diesen Verhandlungen östers bemerkte Erscheinung, daß die Polizeibeamten erst etwas ganz bestimmt behaupten und dann, wenn in sie gedrungen wird, sich auf die ihnen offenbar sehr geläufige Rede- wendung zurückziehen:„Ich glaube, mich nicht geirrt zu haben!" Weiter aber behauptet der Zeuge Zacharias, daß er den Goldammer durch die ganze Wettinerstraße an der Spitze des Zuges habe marschire» sehen. Ter Angeklagte Paul Schmidt macht hier darauf aufmerksam, daß die Zeugen jelbst angegeben hätten, der„Zug" sei in der Mitte der Wettinerstraße gesprengt worden, es sei demnach nicht gut möglich, daß jemand durch die„ganze" Wettinerstraße an der Spitze dieses Zuges marschirt sein soll. Zeuge Reuter war bei Slölzer auf dem Freiberger Platz und hat gesehen, wie von dort 200 bis 300 Mann ausgezogen seien unter Führung des Berichterstatters Paul Schmidt. Schmidt habe übrigens seit vielen Jahren die Führung in solchen Dingen. Der An- geklagte Schmidt bestreit auf das entschiedenste seine Theilnahme an einem Umzüge, vor allem habe er leine Führerrolle gespielt. Er würde es sich zwar zur Ehre schätzen, von seinen Partei- genossen als Führer anerkannt zu werden, diese schenkten ihm jedoch gar nicht das nöthige Vertrauen, es sei im Gegentheil all- gemein und auch dem Polizeibeamten bekannt, daß er bei seinen Genossen seit Jahren, wenn auch gänzlich unberechtigt, als der Polizeispion Schmidt gelte. Er ist um 2 Uhr S Minuten mit der Berliner Bahn nach Chemnitz ge- fahren und hat dort einen Bekannten besucht, den er als Zeugen dasür benennt. Der Beamte bleibt jedoch bei seiner Behauptung stehen. Eine ziemlich bewegte Szene entwickelte sich auch bei der Vernehmung des Zeugen Heinrich. Er den Angeklagten Hartmann im Zuge gesehen haben haben. Hartmann srägt, ob und woher der Zeuge ihn kennt. Der Zeuge sagt, er kenne Hartmann aus den Versammlungen der Zentralkommission aller Gewerkschaften, wo er ihn schon oft gesehen und sprechen gehört habe. Darauf wird von Hartmann erklärt undZ von mehreren Mitangekllagten, die Mitglieder dieser Kommission sind, bestätigt, daß Hart- mann der Zentral- Kommission noch nie angehört hat und daß auch Nichtmitglieder zu den Ver- sammlungen der Kommission nicht zugelassen werden. Jetzt sagt der Zeuge, der Zeuge Gendarm Lange habe ihm gesagt, daß Hartmann der Kommission angehöre. Zeuge Lange, bereits verhört und anwesend, sagt, Hartmann sei ein hervorragender Sozialdemokrat! Als ihn der Vorsitzende daraus aufmerksam macht, daß er das ja gar nicht wissen wolle, sagt dann Lange, daß er den Hartmann seinem Kollegen Heinrich gezeigt und dabei gesagt habe, er glaube, Hartman» gehöre der Zentral- kommission an. Das Zeugenverhör ist damit beendet und es werden wieder in der üblichen Weise verschiedene Zeitungsartikel vorgetragen, die den gemeinsamen Plan und die geschehene Ausführung be- weisen sollen. Nach Vortrag der mehrfach erwähnten Auf- 'orderungen verschiedener Vereine an ihre MiiglUder, sich zu einem Ausfluge oder einem gemüthlichen Spaziergange im Vereinslokale einzufinden, läßt der Angeklagte Heimann konstatiren, daß diese Aufforderungen in der Numnier der„Sächs. Arb.-Ztg." vom 29. April stehen, die am 28. April Nachmittags ausgegeben werde und zu der die Inserate schon am 27. Abends aufgegeben werden mußten; das Verbot der Umzüge datire dagegen vom 27. und sei erst am 23. April in die Oeffentlichkeir gelangt, die Aufforderungen hätten also gar nicht mehr rückgängig gemacht werden können und könnten darum auch nicht als ein Beweis für die Absicht, das Verbot zu übertreten, betrachtet werden. Die Beweisausnahme ist damit geschlossen. Die Plaidoyers ergaben nichts neues. Der Amtsanwalt machte sich's noch leichter wie in den ersten beiden Verhandlungen, gab jedoch zu, daß für einige der Angek ngten der Beweis, an einem verbotswidrigen Umzüge theilgenommen zu haben, nicht erbracht ist. Die'im- geklagten vertheidigten sich in ziemlich ausführlicher Weise, konnten aber nichts weiter zur rechtlichen Würdigung der An- klage sagen, als was wir bereits in den früheren Berichten mit- gerheill haben. Das Urtheil, das Nachmittags S Uhr verkündet wurde, lautete für Paul Schmidt auf 150 M. Geldstrafe oder sechs Wochen Gefängniß(weil er eine gewisse führende Rolle gespielt) und gegen 14 Angeklagte auf Freisprechung wegen mangelnde» Beweises. Tie übrigen 50 Angeklagten wurden zu 100 M. Geld- e eventuell einen, Monat Gefängniß verdonnert. Das ergiebt also wiederum eine Summe von 5150 M. und mit den übrigen Summen i n s g e s a m m t 13 850 M. Gelb st rase und ö Monate Gesängniß gegen 140 Personen für Spazieren- gehen! Damit sind die Maigesallenen sämmllich gerichtet. aber weder die Sozialdemokratie noch auch nur deren Maiseier vernichtet. Einige Prozesse wegen Spazierengehen an anderen Tagen stehen noch bevor. Sojislo IleltcvUdjt. Zur Frage der Beschäftigung von Arbeiterinnen in Molkereien. In Angelegenheit der Anwendung des Gesetzes vom I. Juni 1891, betreffend Abänderung der Gewerbe-Ordnung auf Molkereien, war vom Zentralausschuß der königlichen Land- wirthschafls-Gesellschast in Hannover an den Minister für Handel sind Gewerbe das Ersuchen gerichtet worden, dahin Bestimmungen treffen zu wollen, daß Molkereien, welche als eingetragene Ge- nossenschaften gegründet sind und betrieben werden, nicht anders behandelt werden als Molkereien, welche in Form einer freien Vereinigung errichtet oder landwirthschaftliche Nebenbetriebe sind, und serner. daß Molkereien nicht als Fabrik behandelt werden, da sie durch die eigenartigen, sich dem direkten Einflüsse ent- ziehenden Beschassungsweise des Rohmaterials— der Milch—, dessen Verarbeitung Aufschub nicht gestattet, eine Ausnahmestellung einnehmen. Aus diese Eingabe ist, der„Hann. Land- u. Forstw.-Ztg." zufolge, die Antwort eingegangen, baß der Minister auf grund des durch seinen Runderlaß vom 7. Oktober v. I. eingeleiteten Erhebungen für die unter die Gewerbe-Ordnung fallenden Molkereibetriebe beim Bundesrath den Erlaß von Vorschriften nach tz 139». der Gewerbe-Ordnung zu beantragen beabsichiige, wodurch die für gewerbliche Molkereien gegenwärtig geltenden Beschränkungen der Beschäftigung von Arbeiterinnen soweit außer Anwendung gesetzt werden, wie dies im Interesse einer thunlichst gleichmäßigen Behandlung der gewerblichen und landwirthschafl- lichen Molkereien erforderlich und mit den Rücksichten der Ar- beiterschnches vereinbar erscheint, beseitigt werden. Für die den Vorschriften der Gewerbe-Ordnung unterliegenden Molkereien die Bestimmungen der Kß 135 ff der Gewerbe-Ordnung völlig außer Anwendung zu setzen, sei gesetzlich nicht zulässig. Pöqsch in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing i Die Weistaerber der Glaceeleder-Fabrik von Schlägel in Balzig bei Magdeburg sind abermals in den Streik getreten. Es ist das seit neun Monaten das vierte Mal, daß der Fabrikant durch Maßregelungen und Chikanirungen die Arbeiter in den Ausstand treibt. Zuzug ist streng fernzu- zuhalten.(Adresse: Paul Schmidt, Wiesenburgerstr. 102.) Ein Erfolg der Solidarität. Die Töpfer Stettins hatten mit den dortigen Jnnungsmeistern einen Lohntarif ver- einbart, der erst am 1. April in Kraft getreten war. Ein Meister nun fand es schon jetzt nach so kurzer Zeit für gut, denselben wieder zu brechen und den Lohn zu reduziren. Die Töpfer stellten sofort die Arbeit ein und nach 3 tägiger Dauer des Streiks erkannte der Herr den Tarif an. Nun wollte der Meisler doch etwas von seinem Willen durchsetzen und entließ einen Töpfer. Hierzu nahm eine Versammlung Stellung. Es wurde' der Be- schluß gefaßt, daß kein Töpfer die Arbeit bei dem Meister eher wieder aufnimmt, bis der Gemaßregelte mit eingestellt wird. Der Erfolg war gut. Nach zweistündiger Dauer der Arbeits- einstellung wurde derselbe wieder in Arbeit genommen. Dieses Vorpostengefecht wird ja wohl den übrigen Meistern zur Warnung dienen. In München wurde am 1. Juli die Zentralherberge der dortigen Gewerkschaften eröffnet. AuS dem Sitnationsbericht der Generalkommission. Ueber den Streik der Glasarbeiter in Olden- bürg, von dem wir bereits gestern kurz Mittheilung machten, entnehmen wir dem„Korrespondenzblatt" noch folgende Einzel- heilen: DU noch am letzten Tage vor dem Ausstand von der Lohnkommission versuchte Einigung wurde von dem Direktor mit Hohn zurückgewiesen. Es stellten darauf 250 Mann die Arbeit ein, weil es unmöglich ist, nach der in Aussicht genommenen Lohnkürzung ein annähernd menschenwürdiges Leben zu führen. Der Geschäftsgang der Glashütte ist gut. Wenn trotzdem die Aktionäre in, letzten Jahre keine Dividende erhielten, so lag dies nicht etwa an hohen Arbeitslöhnen, sondern daran, daß ein Agent der Glashütte in Amerika 57 000 M. veruntreut hatte. Indem man den Arbeitern den Lohn kürzt, will man diesen Ausfall wieder einbringen. Diese Lohnkürzung hat aber weiter- gehende Bedeutung. So lange der Ring der Glasfabrikanten besteht, war es stets die Oldenburger Glashütte, die mit Lohn- kürznngen voranging. Die anderen Werke folgten unmittel- bar nach. So wird es auch dieses Mal kommen. Jede Lohnkürzung in Deutschland schädigt aber auch die Glasarbeiter Englands, die nur mit Mühe ihre Arbeitslöhne gegenüber der deutschen Konkurrenz aufrecht erhalten können. Deswegen muß jener Lohnkürzung auch aus Rücksicht auf die englischen Glas- arbeiter mit aller Entschiedenheit entgegengetreten werden. Der Verband der Glasarbeiter hat in den letzten drei Jahren schwere Kämpfe mit dem Fabrikantenring führen müssen und gegenwärtig noch die Gemaßregelten von dem Streik der Glasschleifer in Berlin zu unterstützen. Trotzdem hat er es bis jetzt vermieden, sich an die gesanimte Arbeiterschaft um Unterstützung zu wende». Wenn er gegenwärtig davon abgehen muß, so ist er durch die schwierigen Verhältnisse dazu gezwungen. Er hofft deswegen. bei den Gewerkschaften Unterstützung zu finden, um seinen für die Glasarbeiter bedeutungsvollen Kampf siegreich zu Ende fühicn zu können. Zuzug von Glasarbeitern ist von Oldenburg und Berlin fern zu halten. Sendungen sind an den Vorsitzenden des Verbandes zu richten. Adresse: A. G e b e l, Hinterm Graben 18, Bergedors bei Hamburg. In S ch l o t h e i m werden am 9. Juli 80—100 Seiler zum Ausstand kommen. Ihr Durchschnittslohn beträgt bei IlVestündiger Arbeitszeit 7 M. Sie fordern lOH'zstündige Arbeitszeit und 20 pCt. Lohnerhöhung. Unterstützung ist nöthig. Sendungen sind an den Kassirer des Seilerverbandes zu richten. Adresse: H. S ch l ü t e r. Behrenfelder Steindamm 48, 2. El., Allona-Ottensen. Die Arbeiter der Schuhfabrik von Fürsten heim u. Comp, in Berlin haben— wie im„Vorwärts" bereits mehrfach erwähnt— die Arbeit eingestellt, weil ihnen nach Ein- führung einer neuen Maschine ein neuer Lohntarif vorgelegt wurde, den sie nicht anerkennen konnten. Adresse f G. Hühn, „Andreashof", Andreasstr. 32, Berlin O. Der Streik der Bergarbeiter in Bantorf a. D. und der Schuhmacher in Burg b. M. dauert fort. Der internationale Glasarbeiter-Konqrest, welcher in Paris stattfindet, wird seitens der österreichischen Glasarbeiter nicht beschickt werden. Grund: Schlechte Organisation und klein- liche Zivistigkeiten. Vvtrefchen. (Wolff's Telegraphen-Burean.) Paris, 3. Juli.(Schluß.) Der Senat und die Kammer werden es verstehen, den Wünschen des Landes zu entsprechen, indem sie sorgsam alle Maßregeln prüfen, welche de», guten Rufe Franreichs dienen können und dazu beitrage», den Ackerbau, die Industrie und den Handel weiter zu entwickeln, sowie den öffentlichen Kredit noch mehr zu stärken. Das Par- lament wird den Beweis zu liefern wissen, daß dieRepublik, weit ent- fernt die unfruchtbare Ri valitäi persönlichen Ehrgeizes zu be- deuten, fortdauernd bestrebt sein wird in materieller und moralischer Hinsicht das Beste zu suchen, die nationale Be- thätigung fruchtbarer Gedanken und edeler Leidenschaften, das reine Wesen einer Regierung zu sein, welche den unverdienten Leiden gegenüber nicht unempfindlich ist und deren Mitglieder niemals diejenigen täuschen werden, welche nichts anderes haben können, als Hoffnungen. Diesen Ideen zu dienen fordert die Regierung Sie auf; die Vergangenheit hat uns Lehren gegeben. Frankreich aber muß seine Blicke in die Zukunft richten. Seine Zeit verstehen, an den Fortschritt glaube», und ihn wollen, das heißt die öffentliche Ordnung und den sozialen Frieden sichern. (Deputirtenkammer.) Vizepräsident de Mahy führte den Vorsitz. Ministerpiä- sident Dupuy verlas die Botschaft des Präsidenten der Republik, welche mit anhaltendem Beifall ausgenommen wurde. Vaillant(Sozialist) brachte darauf den Antrag ein, eine Kommission von 33 Mitgliedern zu ernennen und dieselbe zu beauftragen, die Antwort auf die Botschaft vor- zuschlagen. Dieser Antrag veranlaßt« lebhasten Lärm. Dubuy konnte sich nicht verständlich machen und warf de Mahy vor, daß er die Achtung vor der Rednertribüne nicht aufrecht erhalte. Das Zeiltrum verlangte gegen den Antrag Vaillant die Vorfrage, welche mit 450 gegen 77 Stimmen genehmigt wurde. Nächste Sitzung Donnerstag: Wahl des Präsidenten. sDetieslbeu de? Bnrean Herold.) Wien, 3. Juli. Die„Pol. Korr." meldet aus Rom, dortige politische Kreise seien der Ansicht, daß diesmal mehr Aussicht auf das Zustandekommen eines internationalen Uebereinkommens gegen den Anarchismus wie früher sei. Dagegen konstatirt eine Berliner Zuschrift, daß sich die deutsche Regierung einem solchen Uebereinkonimen gegenüber weiter ablehnend verhält. Nach der Ansicht des Reichskanzlers Caprivi sei eine Verbesserung der Polizei das wirksamste Mittel gegen den Anarchismus. Die französische Polizei stehe nicht aus der Höhe der Situation und habe große Fehler begangen. Berlin SW., Beurhstraße 2. Hierzu eine Beilage. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 152. Mittwoch, den 4. Juli 1894. Arbeiter, Parteigenossen! 11. Jahrg. Die letzte Hoffnung des Brauer- Rings, seine Niederlage in dem Bierboykott zu verdecken, hat er auf den jetzt eingetretenen Witterungswechsel gesetzt. Der Bettelsack, den Herr Jacobi für die Berliner Gastwirthe schwingt, will sich nicht füllen, obgleich dieser Ehrenmann der Wahrheit über Manneskräften Gewalt anthut. Der Brauerring windet sich in Krämpfen und fängt an zu zerbröckeln; die Austrittserklärungen aus dem Brauerring mehren sich; 8 Brauereien haben dem Ning den Beitritt von Anfang an verweigert. Der Saalboykott, womit man die Arbeiter mundtodt zu machen versuchte, ist jämmerlich ins Wasser gefallen die Kraft des Brauerrings ist gebrochen. An Euch, Arbeiter Berlins also ist es, den Boykott mit alter Energie und Entschlossenheit durchzuführen! Verdoppelt Eure Aufmerksamkeit! In keiner Werkstelle, in teinem Hause, bei keinem Ausfluge, nirgends darf ein Tropfen Bontott Bier getrunken werden! Das ist Eure Pflicht, dann ist der Sieg bald unser! Hoch die Solidarität der Arbeiter! Boykottirt find: = 1. Schultheiß- Brauerei, Aktien Gesellschaft, Berlin ( und Tivoli). 2. Brauerei F. Happoldt. 3. Böhmisches Brauhaus, Kommandit Gesellschaft auf Aktien, A. Knoblauch. Die Boykott- Kommission. angebotene Vermittelung des Gastwirths Verbandes zurück- zogen, das Röfidebier, so weit ihre schwachen Kräfte es ges gewiesen hat. statteten durch ihre Bediensteten tonsumiren zu lassen; hatte Die Kommission beschloß vermittelst einer öffentlichen Er- man uns doch vor Kurzem noch von einem leibhaftigen flärung Bericht über ihre bisherige Thätigkeit zu erstatten und Kommerzienrath erzählt, der zum Volte herabgestiegen war und nahm zu diesem Zweck eine Resolution an, welche der Auffassung in Gegenwart seiner Dienstmädchen eine ganze Flasche Schultheißüber das Verhalten des Brauervereins Ausdruck giebt. Versand getrunken hatte! Die heroische Aufopferung war in Parteipreffe übergegangene Notiz: Durch obige Darstellung erledigt sich folgende auf die diesem Falle freilich zwecklos, denn der im Hause arbeitende Töpfer, auf den dieses Manöver wirken sollte, schlug das freundAm Dienstag Mittag halten die Brauereibesizer, Berliner liche Anerbieten, Boykottbier zu trinken, höflich aber bestimmt Saalinhaber und Restaurateure gemeinschaftlich mit der sozial- solche wackere Kämpen, wie dieser ordensgeschmückte Rath aus. Trotzdem wäre es doch vielleicht besser gewesen, wenn demokratischen Parteileitung eine Zusammenkunft behufs Beden Bei 7. Aktien- Gesellschaft Schloß Brauerei Schöne- rathung der Schritte ab, welche zu ergreifen sind, um den Bier- dem Ringe auch in seiner schweren Stunde berg. gabe des 1. Mai bestehen. 4. Brauerei Karl Gregory, Berlin( Adler- Brauerei). 5. Vereins- Brauerei Rigdorf. 6. Spandauer Berg- Brauerei, vorm. C. Bechmann, Westend bei Charlottenburg. Aus dem Brauerring während des Boykotts sind ausgetreten und die Arbeiter- Forderungen haben anerkannt: Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichenkron, Thar I ottenburg. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berin. Radeberger Exportbrauerei( Brauerei Pichelsdorf). * * * Dem Brauerring gehörten nicht an und die Arbeiterforderungen sind durchgeführt bei: Münchener Brauhaus, Attien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl Kinz u. Ko., Berlin. Dem Brauerring gehören nicht an, Aeußerungen über die Durchführung der Arbeiterforderungen liegen aber nicht vor von F. W. Hoffmann, Werder a. H. G. Bauer, Werder a. H. boykott gütlich beizulegen. Die Parteileitung wird auf der Frei- funiäre und moralische Unterstützung ach, stand nicht versagt hätten. Gerade jetzt, wo um pe= Wir bemerken hierzu, daß derartige Verhandlungen bis jetzt nicht geführt sind. Bermuthlich entstand die Nachricht aus dem Umstand, daß bereit erklärt hat, in Verhandlungen über die Beendigung des die Boykottkommission sich auf die Initiative des Brauerrings Bierboykotts einzutreten. Aussicht gestellt, jedoch hat diese Angelegenheit bisher keinen Es wurde hierzu die Vermittelung des Gewerbegerichtes in Fortgang genommen. Der Bierboykott wird mit vermehrter Energie fortgeführt. Eine Anerkennung von gegnerischer Seite. Der ultramontanen Köln. Volks- 3tg." wird in einem Berliner Brief über den gegenwärtigen Stand des Brauereiboykotts u. a. berichtet: so dringend Sie im Ringe Eingeschlossenen in der angenehmen Position, in gebeten wird, sitzt das Kapitalistenvolt fern von Madrid" und der wir sie schon lange zu sehen wünschten: auf der einen Seite Fluth schäumenden Bieres, daß seinen Beruf verfehlt- das ist bedrängt fie der große Haufe der„ Geschädigten" wuthschäumend, weil er den Reinfall ahnt, andererseits die täglich wachsende der Anfang vom Ende. Zur Lokalfrage. Der Inhaber des Königstädtis schen Kasino, Holzmarktstraße, hat durch Unterschrift erklärt, daß er sein Lokal zu sozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Versammlungen hergebe. 3immermann, Badftr. 58, hat seine Unterschrift zurückgezogen. Dies Lokal steht den Parteigenossen also nicht mehr zu Bersammlungen offen. In dem Charlottenburger Boykott- Flugblatt sind Nach den Versammlungsankündigungen im Vorwärts" lehen der Sozialdemokratie so viele Säle zur Verfügung, daß folgende Irrthümer zu korrigiren: Berlinerstr. 75, zur Musenhalle, schänkt Reichentron- und Münchener Bier; Krumme die Saalsperre immer mehr als ein Schlag ins Wasser sich erstraße 41, Dumke( nicht Dunke), sowie Leibnizstraße, Ecke daß sie bei ihren Versammlungen weder boykottirtes noch Ring: Pestalozzistraße, Klimma, schänken nur Reichenkronbier. bier trinken. Die Lokalinhaber sorgen schon im eigenen Interesse Das große Sängerfest des Arbeiter- Sängerbundes, für Bier aus den Brauereien, die den Sozialdemokraten genehm welches am 8. Juli in Schmargendorf stattfindet, wird Brauerei Müggelfchlößchen, Friedrich 3 find. Wohl noch niemals ist in Berlin so viel auswärtiges Bier auch dieses Jahr auf die Arbeiterschaft Berlins und der Umhagen. Kaiser- Brauerei, Dummer und Kahl, lottenburg. Brauerei Phönig, Lichterfelde. Nordstern- Brauerei, Berlin. * * angekündigt worden, als in der jezigen Boykottzeit. Mehrfach gegend seine Anziehungskraft ausüben. Die Mitglieder des Char- wird in den Arbeiterschänken auch Apfelwein getrunken, worüber Bundes sind, wie uns mitgetheilt wird, schon seit Wochen in wieder die hiesigen Vegetarier große Freude befunden, die von reger Thätigkeit, um das Fest in jeder Beziehung würdig und Anfang an dem Bierboykott sympathisch gegenüber gestanden harmonisch zu gestalten, namentlich soll alles aufgeboten werden, haben, wenn auch aus anderen Gründen als die Sozialdemo- um die gesanglichen Leistungen zu einem noch besseren Gelingen fraten. Es hat den Anschein, als ob auch die seit einigen Tagen als im vorigen Jahr zu bringen. Es sei noch bemerkt, daß die am Grunewald, hinter den Lokalen eingetretene warme Witterung die sozialdemokratische große Festwiese Boytottarmee nicht zu erschüttern vermag. Man Schüßenhaus und Sanssouci mit großen Ausgängen vers wird wohl damit rechnen müssen, daß im Laufe unserer wirth- fehen und im übrigen vollständig umzäunt ist. Des schaftlichen Entwickelung Ausstände und Boykotts sich gleichen find Büffets für Bier Ausschank u. s. w. in immer mehr zu Machtmitteln der Arbeiter ausreichender Menge vorhanden; die Bierlieferung hat das schaft auswachsen." Durch Vermittelung der Bierkommission oder auf deren Anregung führen nachstehend verzeichnete Brauereien von auswärts Bier nach hier ein: Brauerei in Wusterhausen. Exportbrauerei Rathenow. Bürgerliches Brauhaus, Dresden. Schloßbrauerei, Fürsten valde. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Frankfurt a. D. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Luckenwalde. Brauerei Maß, Kottbus. Lokales. " Stimmt, trotz alledem und alledem! Münchener Brauhaus übernommen. Erwähnt zu werden verdient noch, daß außer den beiden vorhin genannten Gastlokalen auch noch das Wirthshaus Schmargendorf, Inhaber Friedrich, Wie der Boykott wirkt. Der am 1. Juli erstattete Monats- für die Arbeiter zu haben ist. Das Fest nimmt bereits 8 Uhr Müller), bericht der Aktien- Gesellschaft Schloßbrauerei Schöneberg ergiebt Morgens seinen Anfang. Da die Bahndirektion von dem vorausfür den Monat Juni d. J. einen Umsatz von 11 979 hektolitern sichtlich zu erwartenden großen Verfehr unterrichtet ist, so ist Quintern), gegen 13 028 Hektoliter im Vorjahre. Sie hatte alſo einen Verzu hoffen, daß auch die Beförderung der Festtheilnehmer luft von etwa 15 000 M. Drolligerweise rubrizirt die Brauerei bestens von statten gehen wird. diesen Verluft unter Mehrabsatz"! Es ergiebt sich mithin nach diesem derart verdeckten Ausweis ein Minderabsatz von 1049 Hektolitern. So wirkt der Boykott bei einer Brauerei, die durch ihre Militärlieferungen und durch ihren Ausschank in nur von Bourgeois besuchten Lokalen, wie Kroll's Etablissement 2c., noch am meisten gegen den Boykott geschützt ist. Wie mag's da erst mit den anderen Brauereien stehen? = Die Pferdebahn über die Straße Unter den Linden, für die die Bauerlaubniß erst am Sonnabend bei der Großen Berliner Pferdebahn- Gesellschaft eingetroffen ist, soll nach einer Mittheilung hiesiger Blätter bereits am Montag in Angriff genommen worden sein. Der Bau( heißt es in dieser Mittheilung) muß beendet sein, bevor der Kaiser nach Berlin zurückkehrt. Auf Eine Versammlung deutscher Männer saß am Montag diese Weise hätte also die Berliner Bevölkerung die außerordentAbend über die Ermordung Carnot's und den Bier- Zum Bierboykott in den Vororten können wir melden, liche Schnelligkeit, mit der zum Bau der Linie geschritten wird, boykott zu Gericht. Aus der großen historischen Rede, die daß sich derselbe auch in ziemlich entlegenen Dörfern ganz derselben Rücksicht zu verdanken, der sie früher die außer der berühmte Vegetarier Prof. Dr. Förster hielt, war leider energisch bemerkbar macht. In Schildow( an der Chauffee ordentliche Langsamkeit zu verdanken nicht mit völliger Klarheit zu ersehen, ob der gute Carnot mit Berlin- Liebenwalde) versicherte uns ein Gastwirth, der meistens ber gehabt hat, mit man die Frage der Bau Erlaubniß behandelte. Boykottbier oder mit dem, nach Herrn Happoldt allerdings nur Arbeiterkundschaft hat, daß er jetzt wöchentlich nur noch eine Der Umstand daß die Linden" von Alters her für Arbeiterdärme gefährlichen Weißbier elend hingemeuchel- Tonne Schultheiß- Bier ausschenkt, während es früher deren oft bei den Hoffestlichkeiten, Paraden u. s. w. eine hervorragende mordet worden ist. Erst aus einer Refolution ging hervor, daß neben achte wurden. Die Arbeiter tränken durchweg nur Weißbier. Rolle spielen, ist dem arbeitsamen Theile der Berliner Bevölke= der boykottenden und mitttelstandvernichtenden Sozialdemokratie hm wäre das schon recht, denn an legterem verdiene er über- rung theuer zu stehen gekommen; er hat die Pferdebahn- Verauch die Anarchisten ihr gut Theil Schuld an dem Tode Carnot's haupt mehr, als am Bayrischen. Aber von Schultheiß abgehen, bindung zwischen den Stadttheilen nördlich und südlich der tragen. In dieser Resolution, welche die National- Beitung" bas tönne und wolle er nicht. Es giebt eben gewisse zarte Linden", die im Interesse des Geschäftsverkehrs längst hätte zum Gelbphantafiren bringt, erklärt die Versammlung, daß sie Bande... Bei dieser Gelegenheit brachten wir auch in Er- bewirkt werden müssen, so lange verhindert. Derselbe Umstand den Meuchelmord des Präsidenten Carnot zwar auf das schärfste fahrung, durch welche genialen Manipulationen die Schultheiß bringt es jetzt zu Wege, daß wir, noch ehe die Blätter fallen, verurtheilt und von den Regierungen erwartet, daß sie den Brauerei den Gastwirthsfang en gros betreibt. Nicht allein, das Unglaubliche verwirklicht sehen. Zwar ist die endlich beMaßnahmen der Anarchisten 2c. energisch entgegentreten daß fie die einzige der Berliner Brauereien ist, welche willigte Linie nur eine Karrikatur auf eine praktische, den würden, aber auch, daß sie bemüht sind, die wirth in einem Umkreis von fünf bis sechs Meilen das Bier per Achse Bedürfnissen entsprechende Verbindung zwischen den oben schaftlichen Mißstände zu heben, da sonst die Anfranto ins paus liefert! Sie leibt jogar die Sommermonate erwähnten Stadttheilen; aber in einer Haupt und archie von oben" eine solche pon unten" hindurch den Gastwirthen die Tische und Stühle für ihre Gärten Residenzstadt wie Berlin wird man eben in Verkehrsherbeiführen muß." In seinem Vortrage hatte, nach ohne Entgelt und fährt ihnen dieselben auch noch fostenfrei hin Angelegenheiten mit der Zeit immer bescheidener und schließlich dem der National- Zeitung" vorliegenden Bericht, der Redner und wieder weg. Das ist doch die denkbar höchste Coulanz. froh, wenn man etwas mehr als garnichts bewilligt bekommt. behauptet, unter Carnot hätte sich in Frankreich eine Blutokratie Freilich auf die Motive darf man da nicht zurückgreifen. Dann Immerhin ist selbst diese Durchquerung der Linden" für herausgepilgert, die als„ Anarchismus von oben" bezeichnet würde man nur das eine fonstatiren können, daß die Schultheiß Berlin ein bedeutsames Ereigniß, angesichts dessen es uns anwerden müsse. Carnot wäre daher, nach einer Richtung gebracht scheint, daran zu erinnern, daß jezt genau 30 Jahre nicht unschuldig gestorben, weil er nicht richtig regiert vergangen sind, seit zum ersten Male der verwegene Gedanke hätte." ausgesprochen wurde, die Linden" durch eine Pferdebahn zu Bedauerlicherweise hatten sich auch einige unserer Partei verunzieren". Das Merkwürdigste daran ist, daß diese genossen verleiten laffen, ihr gutes Geld für die antisemitischen dee gleich damals auftrat, als überhaupt die erste PferdeRasperlespäße hinzuwerfen. Sie hatten neben dem Schaden auch bahn in Berlin gebaut werden sollte. Es war die Pferdenoch die üblichen antisemitischen Majoritätsrüpeleien über sich erbahn von Berlin nach Charlottenburg, die im Jahre 1864 gehen zu lassen. fonzessionirt wurde. Eine solche Unbescheidenheit erscheint heutzutage geradezu unfaßbar. Dabei wollte der Urheber " " Brauerei die allerschmutzigste Konkurrenz treibt und, um die anderen Brauereien todt zu machen, selbst vor großen Opfern nicht zurüdscheut. Dunm genug diejenigen fleineren Betriebe, die sich von ihr in der Boykottangelegenheit ins Schlepptan nehmen ließen! Was ihnen allen blüht, die Zukunft wird's lehren. " " Das Reisefieber graffirt gegenwärtig wieder unter unseren Besitzenden. Jeder, der es dazu hat, oder wenn er es nicht hat, Die Friedensliebe der Ringbrauer. Der Verband der der es möglich machen kann, wird regelmäßig im Sommer von Schant- und Gastwirthe Berlins und Umgegend hat bekanntlich dieser Krankheit befallen. Die ganze Physiognomie einer Stadt des Projektes, der seine begehrliche Hand gleich nach der Via eine Kommission gewählt, um den Versuch zu machen, bezüglich wird dadurch verändert: die Auslagen der Schaufenster in den triumphalis"( Triumph- und Einzugsstraße) ausstreckte, diese des Bierboykotts zwischen der Arbeiterschaft und den Brauereien großen Geschäften geben ebenso davon Kunde, wie der Inseraten-| Straße nicht etwa blos durchqueren, wie das jetzt geschieht. Er eine Einigung zu erzielen. Die Kommission hatte zu heut Nachtheil der großen vornehmen" Zeitungen; das Gespräch dreht wollte seine Bahn direkt im Zuge der Linden" anlegen und mittag Vertreter der Boykottkommission und des Brauervereins sich fast überall um die diesjährige Reise. In den nächsten Tagen durch das Brandenburger Thor nach dem Thiergarten und nach eingeladen. Von der Boykottkommission waren die Genossen treten die großen Ferien ein, wo der letzte Schub den Staub Charlottenburg hinausführen. Natürlich fiel er damit ab, und Hilpert, Mattutat und Singer erschienen, während der von den Füßen schüttelt. So ziehen, wie schon so oft, Tausende die Bahn wurde in die Dorotheenstraße verwiesen, wo sie noch Sekretär des Brauervereins unter Bezugnahme auf angeblich hinaus in die Wald- und Seeluft, die erschlafften Nerven für heute haust. Es ist im höchsten Grade interessant, daß die Entbeim Gewerbegericht schwebende Verhandlungen, schriftlich neuen Sinnenfibel zu präpariren, währenddem Millionen Er- wickelung( oder auch: Nicht. Entwickelung) der Berliner die Mittheilung machte, daß sein Verein sich nicht vertreten lassen hulungsbedürftiger froh sein müssen, das Alltagsjoch weiter zu Pferdebahnen so von Anfang bis zu Ende mit den„ Linden" wolle. Es war unter diesen Umständen der Kommission natür- schleppen. In ihrer Reisewuth so arg verblendet, merken die verknüpft ist. Auf diese Straße richtete man sein Augenmerk, lich nicht möglich, dem ihr vom Verband ertheilten Auftrag nach- Notabeln natürlich nicht, daß sie dadurch dem Bierring, dem hoch bevor noch die erste Pferdebahn gebaut war, und auf die zukommen. Seitens der Vertreter der Gastwirthe wurde scharfe gelobten, wieder eine Stübe entziehen. Mit welcher Selbſtverleugnung Konzession einer brauchbaren, über diese Straße zu führenden Mißbilligung darüber ausgesprochen, daß der Bierring die hatten sich die„ honetten" Bewohner von Berlin W der Mühe unter- Linie wartet man noch heute, wo die Pferdebahnen schon nicht Davon entfernt sind, turch elektrische Hoch- oder Untergiobahnen überflüssig gemacht zu werden. bedrückt" man cine Annonce wie die obige in der That kaum mehr für möglich halten kann. an Selbstmordversuch eines Offiziers auf offener Straße. I weiteren Ausbaues dringend bedürfe, und daß andererseits Am Dienstag Morgen um 4 Uhr fiel in der Hirtenstraße ein die Mitglieder in Zukunft mehr als bisher die Bibliothek beSchuß. Als man der Ursache nachforschte, fand man auf der nutzen möchten, damit ihr Zweck: Wissen und Aufklärung in die Merkwürdig!? In dem Annoncentheil der antisemitischen Steintreppe des nahe der Bartelstraße belegenen Einganges zur Reihen der Kollegen zu tragen, auch voll erreicht werde. Da Staatsbürger Zeitung" vom Sonntag prangt folgendes Inferat:„ Von einem chrifil. Fabr. hart bedr. Gesinnungsgenoffe. Gemeindeschule einen jungen Herrn in Bivilkleidung figen, mit der Errichtung des Vereinsbureaus, Neue Friedrichstr. 86 I, Inferat:„ Bon einem christl. Fabr. hart bedr. Gesinnungsgenosse der aus einer Wunde an der rechten Kopfseite blutete. Bei ihm auch die Bibliothek dorthin verlegt worden ist, so erfolgt die rittet um ein verzinsl. Darlehn von 200 m. gegen Wechsel und Verpfl. monatl. Abz. von 25 M., und gegen Berpfändung eines befand sich auch ein Revolver, aus dem der Schuß abgegeben Ausgabe der Bücher jetzt werktäglich durch den Bevollmächtigten worden war. E3 stellte sich alsbald heraus, daß man es mit Schöpfe, während der Bureaustunden von 8-1 Uhr Vormittags Pianinos im Werthe von 800 m. Schnelle Hilfe dringend er dem Gekondelieutenant Don Chammier- Gliczinsti von der und 3-7 Uhr Nachmittags. Laut Beschluß des Vorstandes beten. Off. erb. unter X. 25 Exp. der Staatsb. 3tg."" Wir ein 9. Kompagnie des Kaiser Alexander- Garde- Grenadier- Regiments wird Katalog der Bibliothek gedruckt und trauten unferen Augen nicht, als wir das lafen: Ein christlicher Nv. 1 thun zu hatte, der bisher in der Kaserne gewohnt hat. Er die Mitglieder vertheilt werden. Rehfeld erstattete dann Fabrikant, der einen christlich- germanischen Antisemitenbart ist nach dem Garnison- Lazareth in der Scharnhorststraße gebracht Bericht über den zum 1. Mai d. I. gesammelten Unterstützungs?? Fast möchte man annehmen, daß hier der Druckfehlerteufel( oder auch ein spottluftiger Seger) dem worden. Derselbe Offizier wurde schon einmal vor längerer Zeit fonds. Der Bericht, so bemerkte er von vornherein, könne beder Druckfehlerteufel( oder auch ein spottluftiger Seger) dem gleichfalls an einer Schußwunde im Kopfe in dem Militär- bauerlicherweise nicht endgiltig sein, da immer noch Außenstände Inferenten einen boshaften Streich gespielt hat, und daß der Bazareth behandelt. Damals hieß es, er sei beim Reinigen der vorhanden wären, die in der Verrechnung nicht aufgenommen Bedrücker in Wirklichkeit Jude ist. Zwar versteht sich der Waffe verunglückt. Ueber die Ursache zum Selbstmord verlautet hätten werden können. Danach beträgt die bis dahin erzielte christliche Kapitalist auf das Bedrücken ebenso wie der Einnahme aus dem Verkauf der Maimarken 444,00 m., die Ausjüdische, und er macht dabei auch, wiederum ebenso wie der nichts Genaueres. gabe an Extra- Unterstügungsgelder und Diversen 160,00 m., so jüdische Kapitalist, mit seinem Glaubens- und Gesinnungsgenossen Gestorben ist der 18jährige Kutscher Paul Dietrich, welcher baß ein Ueberschuß von 284,00 m. vorhanden ist. Hierzu feine Ausnahme. Aber man hat sich allmälig so sehr daran ge- bei einer Benzinexplosion im Hause Kommandantenstraße 30 beautragte Bildebrand, von diesem Ueberschuß den aus wöhnt, die Thaten christlich- germanischer Kapitalisten von den schwere Brandwunden erlitten hatte. geschlossenen Berliner Böttchern und Brauergehilfen, sowie den Antisemiten mit dem Mantel der Liebe bedeckt zu sehen, daß Ertrunken ist am Montag Mittag unser Parteigenoffe, der ausständigen Burger Schuhmachergesellen je 40 M. Unterstützung Schloffer Lenkeit, als er in der„ blanken Hölle" bei Tempelhof zu gewähren und den Rest der Matineekommiſſion zu überweisen. badete. Rettungsversuche, welche von seinen Kollegen unter- Dieser Antrag wurde mit dem Busazantrage Henkel's, die nommen wurden, blieben leider erfolglos; man tonnte nur die nachgesuchte Unterstüßung auf je 50 M. zu erhöhen, einstimmig Leiche mit dem Schleppnet bergen. Lenkeit galt unter den zahl- angenommen. Friedewald berichtete hierauf namens der reichen in der Musterwerkstatt Tempelhof arbeitenden Partei- Matineekommission über Einnahme, Ausgabe und den gegengenossen als ein beliebter Mitarbeiter; sein Andenken wird in wärtigen Bestand der Matinee- Unterstügungskasse. Danach waren an Einnahmen vorhanden 543,90 M., an Ausgaben noth Herr v. Stephan weiß Geldverluste gelassener au ertragen, hohen Ehren gehalten werden. wendig 507,43 M., sodaß der Abschluß 36,47 M. Kassenbestand wie Kritiken seines Verwaltungssystems. Folgender kleine VorPolizeibericht. Am 2. d. M. Mittags erlitt ein Kutscher ergab. Dieses Resultat mache es nothwendig, durch Veranstaltung fall beweist dies. Der Herr Postgewaltige fuhr am Sonnabend beim Abspringen von seinem in der Schönhauser Allee haltenden einer Matinee der Unterstüßungstasse neue Mittel zuzuführen, zur Jagd nach Lübben und war dort kaum im Hotel zum Bierwagen einen Bruch des Knöchelgelenks. Am Luisen- Ufer um sie in den Stand zu setzen, den vielfach an sie herantretenden Deutschen Hof" eingetroffen, als er sein Portemonnaie mit etwa sprang ein ehemaliger Bodenmeister in den Kanal, wurde jedoch, Besuchen um Unterstützung möglichst genügen zu können. Ein 100 m. Inhalt und seine Rückfahrtkarte vermißte. Beides mußte anscheinend ohne Schaden genommen zu haben, herausgezogen. Antrag Dübelt's, zu gunsten der Matinee- Kommission eine er, vielleicht während er fich im Reimefchmieden mit faurem In der Küche eines in der Hollmannstraße wohnenden Rauf Liftensammlung zu veranstalten, wurde zurückgezogen, dagegen Schweiß geübt hatte, im Abtheil 1. Klaffe haben liegen laffen, manns geriethen Nachmittags die Kleider eines 16jährigen der Antrag Rettner's, zu gleichem Zweck demnächst eine und es wurde sofort danach eine Nachsuchung angestellt, die aber Mädchens, als dasselbe Petroleum in das Heerdfeuer goß, in Brand. Matinee zu arrangiren, einstimmig angenommen, jedoch mit dem fein Ergebniß hatte. Als man dem Generalpoftmeister anrieth. Das Mädchen erlitt schwere Brandwunden am ganzen Körper, Amendement Dübelt's, dabei von dem in Vorschlag gebrachten doch weitere Schritte zur Erlangung seines Eigenthums zu thun, während der Kaufmann sich beim Löschen des Feuers erhebliche Schweizergarten" endgiltig abzusehen, dagegen die Saeger'schen erwiderte er zur allgemeinen Heiterfeit gelassen:" Ach, das hat Berlegungen an beiden Armen zuzog. In der Danzigerstraße Rontordia- Säle möglichst zu berücksichtigen. Ein Antrag Bra 11'3, ja doch keinen Zweck, von der Eisenbahn bekommt man ja doch fiel ein Ziegler infolge eines Fehltrittes nieber und erlitt eine 26,50 m. als Ueberschuß vom legten Winterfest der Matinee. nichts wieder!" Was sagt Herr Thielen zu diesem Kompliment? bedeutende Verlegung am Hinterkopfe. Auf einem Neubau in fommission zu überweisen, wurde abgelehnt, dagegen der Antrag Die vielgenannte Frau Dr. Prager, welche vor einiger der Mansteinstraße stürzte Abends ein Arbeiter in eine Grube Settner's, die in Rede stehende Summe für Bibliothetzwecke Zeit bekanntlich begnadigt und daher aus dem Zuchthause zu mit gelöschtem Kalt und zog sich schwere Verletzungen zu. zu verwenden, einstimmig afzeptirt. Eine Anfrage Mes cha's, Jauer entlassen worden ist, hatte sich nicht allzulange der Frei- Auf der Lutherbrücke wurde das Pferd einer Droschke scheu und ob die Bibliothek- Kommission noch fortbestehe, wurde vom Vorheit zu erfreuen. Fran Prager sowohl, als auch eine frühere rannte den Spreeweg entlang. Am großen Stern wurde der fizenden mit dem Hinzufügen verneint, daß die Verwaltung und Bedienstete derselben sind erstere wegen Anstiftung zum Rutscher vom Bocke geschleudert und anscheinend innerlich be- Ausgabe der Bücher fortan durch den Kollegen Schöpfe im Meineide wie verlautet, in Untersuchungshaft genommen deutend verletzt. Das Pferd wurde erst am 3oologischen Bereinsbureau erfolge. 2enchner gab nochmals bekannt, daß worden. Es handelt sich hierbei, wie verlautet, um den gegen Garten aufgehalten. Im Laufe des Tages fanden drei am 8. Juli in Schmargendorf das große Sängerfest des Arbeiterwärtig beim Rammergericht roch schwebenden Ehescheidungs- Brände statt. prozeß der Prager'schen Eheleute. Die Parteigenoffen des fünften Reichtags- Wahlkreises werden darauf hingewiesen, daß zuschriften an den Genossen Mager fortan beim Genossen Leon Patuscher, Greifswalderstr. 9 bei Vatke, zu hinterlegen sind. -W Polnische Emigranten, ca. 50 Personen, Männer, Frauen und Kinder passirten am Dienstag, von Brasilien kommend, Berlin, um in ihre Heimath in der Gegend von Lipto, an der polnisch- russischen Grenze zurückzukehren. Die Leute, die in der Umgegend von Rio de Janeiro auf den Plantagen gearbeitet Stationen. hatten, behaupteten, ius alte Glend zurückzukehren, weil der Verdienst kein lohnender war und die klimatischen Verhältnisse ihnen nicht zujagten. Berlin Wiesbai cn. München Wien Witterungsübersicht vom 3. Juli. Barometer stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Bindrichtung Windstärke Swinemünde 761 761 SM 762 ED 765 NW 767 SW 764 Still 762 NNW 757 OND 769 WNW 762 768 WNW Haparai ta Petersburg Cort. Aberdeen Paris A18 Mefferhelden hat sich der bekannte Schreiblehrer Rackow gezeigt, der seiner Zeit wegen allzugroßer Fürsorge für Hamburg seine Schülerinnen mit dem Strafgesetz in Konflikt gekommen war. Seine Gattin besitzt in der Dürerstraße zu Groß- Lichterfelde zwei Häufer, die er selbst verwaltet. Die Miether bestehen meist aus fleinen Leuten, und Ermissionen sind an der Tageserdnung. Daher ist Rackow nicht beliebt in jener Gegend Lichterfelde's. Am Montag Mittag fand sich nun Radow von Berlin aus zum Einziehen der Miethen auf den Grundstücken der Gattin ein und gerieth mit einem Rohrleger, der früher von ihm exmittirt würde, gegenwärtig aber in einem Nachbarhause wohnt, aus unerheblicher Beranlaffung in Streit. Beide Gegner wurden alsbald handgemein, und Rackow, der seinem Gegner an Rörperkräften nicht gewachsen war, griff zum Messer, mit dem er dem Rohrleger acht Verletzungen beibrachte. Der hinzu kommende Gendarm Stanisch brachte die Kämpfenden auseinander und nahm den Messerstecher nach dem Amtsbureau mit. Von hier wurde er nach Feststellung seiner Persönlichkeit, und da fich die Wunden des Rohrlegers nicht als lebensgefährlich herausgestellt hatten, noch an demselben Nachmittag wieder auf freien Fuß gesetzt. (-14234 61342 Wetter Temperatur woltig wolfig heiter 23 22 24 bedeckt 22 21 19 11 bedeckt heiter bedeckt bedeckt 14 15 14 16 wolkig wolfenlos halb bedeckt NA 50.= 4° R.) Witterung in Deutschland am 3. Juli, 8 Uhr Morgens. Die Bewölkung hat seit gestern, namentlich in den westlichen Gebietstheilen und in den Küstengegenden erheblich zugenommen, und mit Ausnahme des äußersten Oftens sind auch die Winde, die zumeist aus südlicher bis westlicher Richtung wehen, stärker geworden. Die Temperaturen haben sich wenig geändert und liegen heute früh zwischen 24 Grad Celsius in Berlin und 16 Grad Celsius auf Eylt. An der Nordseeküste fanden morgens, in Magdeburg, Wiesbaden und Bamberg gestern Nachmittag Gewitter statt. Sängerbundes von Berlin und Umgegend stattfinde; er hoffe, die Betheiligung daran werde aus Kollegenkreisen recht zahlreich fein. Nach Erledigung des geschäftlichen Theiles erhielt nunmehr Genoffe Hansen das Wort zu seinem Vortrag über das Thema: Materialismus und Ethit". Reicher Beifall lohnte den Referenten für seinen Vortrag, der eine längere Diskussion nach sich zog, woran sich außer dem Referenten vornehmlich die Kollegen Dübelt und Kettner betheiligten. Die Frage des Vorsitzenden Leuschner, ob man für Beibehaltung der" Arminhallen" als ständiges Vereinslokal an stelle des boykottirten Philipp'schen Lokals in der Rosenthalerstraße sei, wurde von Henkel unter Zustimmung der Mitglieder dahin beantwortet, daß man die Regelung dieser Angelegenheit getrost dem Vorstande überlassen könne, der doch sicherlich feinen unter Boyfott stehenden Wirth unterstützen werde. Zum Schluß theilte Leuschner mit, daß die nächste VertrauensmännerSigung bei Röllig, Neue Friedrichstr. 44, abgehalten werde Verein ehemaliger Schüler der 18. Gemeindeschule. Sigung am Mittwoch, Abends K10 Uhr, im Restaurant Martini, Große Frankfurterftraße 99. Landsmannschaft von Sad Schmiedeberg und Umgegend. Mitts woch, den 4. Juli, Abends 8% Uhr, Sigung beim Landsmann Friedr. Klewiß, Stralauerstr. 12. Landsleute willtommen. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, den 4. Juli, Abends 8% Uhr, Generalversammlung im„ Kommandanten Garten", Kommandantenstr. 10-11. Aufnahme. Abrechnung. versammlung in Schmiedel's Festfälen, Alte Jatobitr. 32. Bortrag über Dichter des Proletariats". Referentin Genoffin Frau Dr. Babet, Vergnügungsverein ,, Thusnelda". Mittwoch, Abends 8% Uhr, Sigung, Frauen- und Mädchen- Bildungsverein. Mittwoch, den 4. Juli cr., Möckernstr. 114. Arbeiter Bildungsschule. Mittwoch, Abends 8%-10% Uhr: Nords Schule, Müllerfir. 179 a und Sübot- Schule, albemarfi. 14: ete fegestunde( spez. Arbeiterrecht). Bet allen Unterrichtsfächern werben neue Wetter- Prognose für Mittwoch, den 4. Juli 1894. Warmes, zeitweise heiteres, vielfach wolkiges Wetter mit Saferland, Bellermannſtr. 87. mäßigen westlichen Winden und etwas Neigung zur Gewitter- itterſtraße 123.- Seine, Rigdorf Abends 8 Uhr, Brinz- Handjeryftr. 60, Ein Todtschlag. In der Nacht zum Montag passirte der in der Sebastianstraße wohnhafte Kaufmann Rallien, vom Heinrichsplatz kommend, den Oranienplay, wo er in angeblich start angetrunkenem Zustande mit mehreren jungen Leuten in bildung. Ronflift gerieth. Einer dieser jungen Lente, der 25jährige Ziseleur Opig, versezte ihm nach längerem Wortwechsel mit einem Stock einen Hieb über den Kopf, so daß der Getroffene fofort zur Erde stürzte. Vorübergehende bewirkten die Festnahme des Schlägers und die Ueberführung des Verletzten nach der Sanitätswache in der Adalbertstraße. Dort konstatirte man bei dem Bewußtlosen eine sehr schwere Schädelverlegung. Der telegraphisch herbeigerufene Künzel'sche Krankenwagen beförderte den Verletzten nach dem Krunkenhause am Urban, wo man die Hoffnung auf Erhaltung seines Lebens leider bereits aufgegeben hat. Der Unglückliche ist 26 Jahre alt und genießt sonst den Ruf eines durchaus soliden Mannes. Der wegen Todtschlags verhaftete Biseleur Opitz wohnte Adalbertstr. 19 bei seinen Eltern. Der Maler Werzack soll, wie neuerdings mitgetheilt wird, den auf dem Bau in der Kaylerstraße erhaltenen Verletzungen nicht erlegen sein. Einer an uns gelangten Mittheilung zufolge foll Werzack die fürchterlichen Prügel von Malern erhalten haben, denen er mit der im ehrsamen Bauhandwerk üblichen Ehrlichkeit den schuldigen Arbeitslohn seit drei Wochen schuldig geblieben war. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beitung. Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Beit aufgenommen. Lese- und Diskutirklubs. Mittwoch. Johann Jacoby, bet Fris Liette, Schweb terstraße, 33. Gesundbrunnen, Abends 8% Uhr, bet Gleichheit, Abends 8% Uhr bei Stramm, Ginigteit, Abends 8% Uhr bei Beige, Triftstraße 1. Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Aenderungen im Bereinstalender find zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Arbeiter Sänger- Bund Berlins und Umgegend. Mittwody. NebungsStebesfreiheit 1, ftunde Abends 9 Ubr, Aufnahme von Mitgliedern. Andreasstr. 26, bei Wilte. Freya,( Gemischter Chor), Alte Schönhauser firaße 22-23, Böŋow's Braueret. Silaritas, Hochstraße 32 a, bet Wilte. Deutsche Giche, Grüner Weg 29 bei Säger. Echo 1 Pantow, Wollantsir. 113 bei Lehmann. Lyra 1, Köpnickerstr. 127a bei Rifter. Schnee= Sprößlinge der besseren Gesellschaft". Der Bautechniker sand in hand 1, Reichenbergerstr. 16 bei Päßoldt. bei 16, glöckchen 2, Potsdam, Brandenburger Kommunikation Rodriguez, Sohn des Senatspräsidenten von Nicaragua wurde Glaser.- Unverbrossen, Abends 8% Uhr, bei Sachs, Sindowerstr. 26. am Montag von dem Echwurgerichte in Karlsruhe wegen Körper-- Rütli, Friedenau im Kurhaus. 2orbeertrans, Lichtenbergerstr. 21 Rothe Mette, Schöneberg, Golaftr. 43, bei Siegeler. verlegung mit tödtlichem Ausgange zu drei Monaten Gefängniß bet Heife. Unverzagt 1, Manteuffet Kupferschmiede, Weinstr. 11 bei Feind.Der Sohn eines unserer bedeutendsten Hofstraße bei Nowac. verurtheilt. 2orbeertrana 2, Dranienftraße 190 bet Statsch. Sängerchor der schauspieler, fo meldet das Kl. Journal", der sich augenblicklich sted eslust in Fürstenwalde Echloßtelleret". Freiheits: Gruß, für seine Theaterlaufbahn in einer größeren Stadt Norddeutsch- Maler. Kaiser Franz- Grenadier- Play Nr. 7. Brunnenstraße Nr. 34 bet Gothmann. Soffnung 3, Branden lands vorbereitet, ist am Montag weçen Einbruch diebstahls ver- burg a. S., Wilhelmsdorferstraße, Restaurant Concordia. Liederhaftet worden. Iust, Adalbertstraße Nr. 21 bei Roll, oberer Gaal. Freiheitstlänge 1," Bum eichenen Stab", Stallschreiberstraße Nr. 29. yra 3, Briz, Werderstr. 15. Freiheitstlänge 2, Chorinerstr. 65 bet Brei iner. Arbeitergefangverein von Brig in Briz, Bürgerstr. 4 bet Dorn. Georginia, Admiralfir. 38 bei Schönherr.„ Vorwärts" 7 Rummelsburg, Göthe und Kantstraße Gde bet Greinert. " Aus dem Reichsgericht. Ter Maler Robert Brandt in Halle, war vom dortigen Landgericht wegen Bergehens gegen 131 Str.-G.-B., das er in einer am 28. Dezember v. J. abge haltenen Anarchistenversammlung begangen haben sollte, zu zwei Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Außerdem hatte er wegen Bergehens gegen das Vereinsgesetz 8 Tage Gefängniß er halten, welche Strafe vom Gericht in eine Gesammtstrafe von Ueber einen muthmaßlichen Mordversuch, der am Mon- 2 Monat 1 Tag umgewandelt wurden. Die vom Verurtheilten tag Abend im Hause Posenerstr. 6 verübt worden sein soll, wird eingelegte Revision wurde, soweit das Bergehen gegen§ 131 in berichtet: Die nach dem Hof belegenen Kellerräumlichkeiten werden Frage kam, vom Reichsgericht zurückgewiesen; in betreff des Vervon einer Wittwe Reinhold, geborenen Fröhlich, bewohnt, und gebens gegen das Vereinsgeseh wurde jedoch auf Freidie Frau sucht sich einen Nebenerwerb dadurch zu verschaffen, fprechung erkannt. In dem Beamten, der die Versammlung daß sie an Hausdiener u. f. w. Schlafstellen vermiethet. As am überwacht und nachher aufgelöst hatte, war nämlich die BeMontag Abend in der neunten Stunde der erwachsene Sohn fürchtung aufgestiegen, daß die Aufreizungen" die Brandt seiner der Frau Reinhold nach Hause kam, fand er seine Mutter Ansicht nach begangen hatte, in der Gaststube, in welche er mit auf dem Bett liegend halb erwürgt, in bewußtlofem, aber noch einigen Gesinnungsgenossen gegangen war, fortgesetzt werden lebendem Zustande vor. Sofort angestellte Wiederbelebungs: tönnte, und er verbot daher den Gästen den Aufenthalt in diesem versuche riefen die Fran ins Leben zurück, jedoch blieb sie vor Raum. Diesem Verbot leistete Brandt jedoch keine Folge Das läufig noch vernehmungsunfähig. Da die Annahme eines Selbst- Reichsgericht ging von der Erwägung aus, daß der Beamte erst mordes ausgeschlossen, ein bei der Frau R. wohnender Chambre- dann ein Recht gehabt hätte, Brandt des Lokals zu verweisen, garnist aber spurlos verschwunden war, so wird vermuthet, wenn eine Fortsetzung der Debatte wirklich erfolgt wäre. daß derselbe seine Wirthin, um sie zu berauben, überfallen und zu ermürgen versucht habe. G3 find umfangreiche polizeiliche Recherchen eingeleitet, um den wahren Thatbestand zu ermitteln. Nach einer anderen Version soll die Frau Montag Abend von dem bei ihr wohnenden Schlafburschen Die hiesige Filiale des Vereins der Lithographen, Hermann Scholz plöglich überfallen, mit einem dicken Knüppel Steindrucker und Berufsgenossen Deutschlands hielt am zu Boden geschlagen und dann auf das Bett geworfen worden 26. Juni in den Arminhallen ihre ordentliche monatliche Mit fein, in der Absicht, fie zu erwürgen. Die Hilferufe der Frau gliederversammlung ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung gab riefen Hausbewohner herbei, bei deren Annäherung Scholz die der stellvertretende Vorsitzende R. Leuschner bekannt, daß an Flucht ergriff. Nach einer längeren Verfolgung gelang es mit ftelle des zu einer 14 tägigen Reserve- Uebung einberufenen ersten Hilfe schnell hinzugerufener Polizeibeamten, den gefährlichen Bevollmächtigten Schöpfe der Kollege M. Brall die Leitung Menschen vor dem Hause Memelerstraße 14 festzunehmen. Die der Bureaugeschäfte und des Arbeitsnachweises übernommen schwerverletzte Frau Reinhold, die anfangs auf ihren Wunsch in habe. Hierauf wurden 39 neueingetretene Kollegen als Mit der Wohnung ärztlich behandelt wurde, ist Dienstag Vormittag glieder aufgenommen. In seinem Bericht über die Vereinsnach einem Krankenhause gebracht worden. Ihr Zustand soll bibliothet, die 3. 3. aus 134 Bänden besteht, bemerkte Kollege Dübelt, daß die Bibliothet, so reichhaltig fie immerhin sei, des bedenklich sein. Dersammlungen. Stehmann. 1 Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend.( Bus bei Liewald. Wolff. Sumo= Geselliger Musilverein Seeger'scher Männerchor, Frantfurterstr. 18 bet aprolatis Dämmerlicht, Doppel- Quartett, Landsberger Allee 152 bei Strauſe. fraße 28 bet Hermerschmidt. -Glühlicht( gem. Chor) Perleberger Felsenburg, Strautstr. 6 bei Rudolph. Steinnelfe, Neue Hochstr. 49 bei Altmann.. matengruß, Charlottenburg, Wallitr. 64 bei Reichelt. Appolonia Freiheit 1, Bülowstr. 65 bei Rofenthaleritr. 11/12, Rosenthaler Klubhaus. Richter. Männer- Chor Süd- Ost, köpniderstr. 191 bet Foge. Liebertafel Bestend, Schöneberg, Kaiser- Friedrichsstr. 6 b. Hentelmann.- Feldblume Lübbenerftr. 30 bet tener. Schneeglöd chen 1, Rirborf, Hermannund Karlstraßen- Ecke bet Silpert. Freundestreu( gem. Chor), Landsbergerftr. 31 bet Seehausen. Allegro, Wrangelstr. 141 bei W. Schmidt. Butun ft 1 Gefangverein Süd- Ost, Faltensteinstr. 7 bet Trittelwig. Arion 3 Rigdorf, HermannSteglis, Ahornftr. 15a im Gambrinus". Matengruß 3, Friedrichshagen, und giethenstraßen- Ecke bet S. Weiß. Norddeutsche Schleife, Melchiorftr. 15 bei Rundtheil, bet Berche. Männer Thor Frete Sängerfchaar, Annenftr. 9 bet Broß. Heimathtlänge, Kepenic, Rosenstr. 101 bet Troppens. Kottbuser Harmonie, Wienerstr. 18 bei Bietsch. schriften find zu richten an B. Gent, Adalbertstraße 95. Mittwoch: Bollack lub ustige Brüder, Manteuffelstraße 46 Geselliger Verein Fridolin, Brunnenstraße Nr. 85 bet Rauchtlub Etferne fetfe, Triftstr. 1 bei Hoffmann Rauchttub, bei Picht. ristischer Görligerstraße 42 Berein Brüderliteit Georgenfirchfraße 65 bei Müller. Verein Rhetorit Bautenschwengel Annenstraße 16 bei Ehrenberg. Naunynftr. 86 bei Bubeil bends 8 Uhr. Geselliger Verein Hoffnung Theaterverein Lebuserstraße Nr. 5 bei Memis( alle vierznehn Tage). Proletariat, Naunynftr. 83 bei Stöhn. nVergnügungsverein Am or II, Touriste tlub Freiheit und Wohl Brinzen- Allee 10 bei Bergemann. Rauchflub Rothe ergehen, Neuenburgerstr. 37 bei egeberg. ab ne, ábends 9 Uhr, Oppelnerstr. 44, Restaurant Zaubenbörse.- Arbeiter. Bither- Berein Ginigteit, Manteuffelstr. 9 bet Nowed, Abends 8½ Uhr, Bergnügungsverein Sand in and 2, Gr. Frankfurter uebungsstunde. ftraße 80-81 Restaurant Müller. Schafstopftlub Spar- Agnes, Abends uhr, Blumenftr. 46 bei Wend. Geselliger Berein Alpenrose, Brizers Privattheater- Gesellschaft Rome Ita, Pücklerstr. a bet ftraße 22 bet Graf. Theaterverein Nora. Müller.( Außerdem alle 14 Tage Sonntags.) omtralftr. 18 c bet Möhring. Gesang-, Turn- und gefellige Vereine. Mittwody. Mufit. Dilettantenverein preciofa, Abends 8-11 Uhr Uebungsstunde in Männer- GefangGeister's Restaurant, Fenn- und Tegelerstraßen- Ece. verein Apollo, Abends 9 Uhr, im Restaurant Schulze, Beuthstr. 18-19.Männer- Gefangverein Jugendfreuden" jeden mütwoch abend 9 bis 11 Uhr bei weißner, Sinienfir. 142, Rauchflub Sumatra Süd- Ost, Gigung alle Mittwoch, Abends 8 Ubr bei Tilgner, Forsterftr. 22. Rauchtlub Die Dampfen R. J., Pirna. Wir werden in Kürze eine Besprechung Zeitschrift Der freie Dichter" bringen. 2. 9. 11. Brief empfangen. Gruß. " Robert Matschke. Bitte heute Mittag zwischen 12 bis Uhr in der Redaktion des Vorwärts" vorzusprechen. B. R. Am besten wird Ihnen Herr Karl Butry, Stralsunderstraße 15, II, rathen tönnen. der den, Mittwochs, Abends 8% Uhr, bet Jeratsch, Langeftr. 24. Rauchklub Congo 2, Sigung jeden Mittwoch, Abends 8% Uhr bei Schmidt, Wienerstr. 44. Rauchtlub Arcona, Mittwoch Abends 8 Uhr, bet Brand, Reichenbergerstraße 122.- Meffalina, Mittwoch im Lotal Wuttke, Graudenzer: 1 ftraße 2.- Rauchtlub Brüderlichkeit, Mittwoch bei Reberns, Wrangelftraße 84. Rauchtlub Weiße Wolfe, Abends von 9-11 Uhr, bet Halle, Bergstr. 36. Statflub Treff. Abends 8% Uhr, bei Otto Babel, Frankfurter Allee 90. Staitlub areau AB bei Lange, Friedrichsberg, Wartenbergftraße 67. Schwimmverein ord. Uebungsstunde Abends 7% Uhr im Reinickendorfer Seebade. Touristenverein Freiheit, Abends's Uhr, bei Wuttke, Blumenstr. 54. German American Club. 9 o'clock Restaurant Belvedere, An der Jannowitz- Brücke. Ladies and Gentleman are invited. Turnverein Soffnung, bends 9 Uhr, im Restaurant Schröder, Man| Zaubenbörse. teuffelsir. 9.- raftturnverein Jugendtraft, jeden Mittwoch und Sonnarend 9-11 Uhr Abends bei Lade, Zeugbofstr. 8.- Turnverein Gefund brunnen. Die 2. Männer- Abtheilung turnt heute von 8%-10% Uhr Abends in der Zurnhalle, Freienwalderstraße 39.- Kraftturnverein Berolina, tents 9 Uhr Uebungsstunde bei Fausimann, Reichenbergerstraße 73a. 2. 1bletenverein Atlas, Abends 9 Uhr, Uebungsfiunde, Brunnenfraße 154, Lotal Kontordia. Berliner Turngenossenschaft: Die 3. Männer- Abtheilung turnt jeden Mittwoch und Sonnabend Abend von von 8-10% Uhr in der Chorinerstr. 74. Turnverein" Fichte"( Mitalted des deutschen Arbeiter= Turnerbundes). Die 1. Männer Abtheilung turnt Mittwoch und Sonnabend von 8-10% ihr Friedenstr. 37. Theater- und Bergnügungs- Verein Humanitas Abends 9 Uhr bei Reeck, Lothringerfiraße 94. Bühnenverband Othello, Abends s Uhr, Restaurant Lothringerstraße 101.- Theater- und Besetlub Morgenroth, jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, im Restaurant Diete, Lothringerstr. Nr. 67. Theaterverein erres jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, Restaurant Lewinsti, = Wülowstr. 45.- Hetmath lust, Sigung jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, rei H. Lange, Stromstraße 28. Theater- Gesellschaft Klaus Benebitt, Abends 9 Uhr, im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45. Dilettanten- Bühne Rheingold 2, Putbuserfir. 24 bet Lincke, Mittwoch 10 Uhr, Sigung und Geselliger Bergnügungsverein Regia, Abends Uhr, im Restaurant 86. . English Conversational Cinb Shakespeare. Meeting with Ladies every Wednesday at 9 o'clock at Neumann's Restaurant, Rosenthalerstrasse 36. Guests are welcome. Club Uncle Sam meets at 8 o'clock, Hoher Steinweg 15, Sachs Restaurant, to celebrate the forth of July the day of independance of the United States. Guests are welcome Vermischtes. 0 Briefkaffen der Expedition. Für die Brauerei- Arbeiter gingen ferner ein: Germania 2,-. Unglücksstelle 11, Reichenbergerstr. 154, Pianofabrit 8,-. M. M. G. 2,60. Ges. W. Hoffmann, on Moabiter Genossen bei einer Nachtparthie am Ziepnissee 2,80. Henkel's Werkstatt 5,-. Einige Bauern der Diamantenfelder 3,75. on der rothen Schles. Pußer Kolonne Charlottenburg 10,-. Auf einer rothen Geburtstagsfeier durch W. K. 4, Landparthie Teufelsee 23. Juni 3,15. Arbeitssaal Mix u. Genest, Neuenburgerstraße, 5. Rate 5,50. Auf einer Geburtstags Feier im Kommunistischen Arbeiter Verein In Danzig ist Sonnabend Nacht ein Unteroffizier von einer 49 Tottenham Street, London, durch Schaufelberger 10,-. Militärpatrouille, die ihn auf einer Urlaubsüberschreitung traf, Ronservativer Turnflub 2,-. Schultheißbiertrinfern beim Stat beim Fluchtversuch erschossen worden. abgeknöpft 7,45. Für Vortrag des Frl. Wabniz im Deutschen Der Tiefbauförderschacht und der Wetterschacht bei Metallarbeiter Verband 2,95. Bau Albrechtstraße, Stegliz, Karwin sind am Montag früh geöffnet worden; es wurde ver- 2, 5 Mitglieder vom sucht, von dem 5. gegen den 4. Horizont vor und in letzteren Amerikan. Auktion Dampferpartie nach Nedlit d. Köppen 9, Geburtstagsklub Moabit 2,50. einzudringen und es wurden 4 Verschalungen gemacht. Da Von 5 Puzern Bau Hohenfriedbergstraße 8,-. Am runden Bisch Sumoristischer Rauchtlub, Abends 9 Uhr, ber A. Niemann, jedoch um 2 Uhr eine im Wetterschacht genommene Gasprobe bei Ehrenberg 0,80. Bernburg, von den Tabatarbeitern durch 9.cuchflub Ohne 8 wang. Abends Uhr bet Späth, Weinftr. 28.-/ 10 pCt. Kohlenoxyd aufwies, wurde die Mannschaft zurück. Fr. Strobel 14,95. Salle, durch die Exped. des Boltsblatt 4,10. Rauchflub Grüne Quafte, Abends 9 Uhr, bet Gorn, Kleine martus gezogen; gleichzeitig wurden beide Schächte aufs neue verdämmt Von den Genossen aus Greiz und Umgegend durch Jahn 50,-. firaße 10. Rauchtlub utan, Abends Uhr bei Nachfall, und werden erst geöffnet werden, sobald der Kohlenoxyd- Gehalt| Bon den Parteigenossen aus Mittweida durch Eins. 15,90. Ge bei Muß, Joslyftraße 8. Rauchflub Schmotes Werte, Köpenider, herabfintt, was in einigen Tagen erwartet wird. Fidelitas. Sommer, Grünstraße 21. Kreuzfidel, bet Gumlich, Reichenbergerftraße 149.- Fidele Brüder, bei H. Mrose, Lachmannstr. 5.- Touristenverein Frei Weg, Abend 9 Uhr bei Gieblutad, Manteuffel Straße Nc. 8tthertlub Ipenglödchen belweiß. Uebungsabend Gipsstr. 11 bei Gollmann. Damen und Herren als Mitspieler willkommen. Verein Wohlgemuth jeden Mittwoch 9% Uhr Sigung mit Damen bei Weigmann, Andreasstraße 32. Große Frankfurter firaße 80-81. Gesellschaft Hero, Abends 9 Uhr, Sthung Brunnenftr. 155 bei Heft. Gefelliger Verein unter uns. Jeden Mittwoch Abend um 8 Uhr bei C. Fischer, Beuffelstr. 66. Vergnügungsverein Bustige Seelen Sigung und Fidelitas jeden Mittwoch 9 Uhr bei Heinrich, Blücher firaße 61.- Vergnügungsverein Gemüthlicher Guls. Sibung jeden Mittwoch, Abends 8% Uhr, im Botale des Herrn G. Schulz, Fennstr. 33. Rauchklub Roo chloch, Abends 9 Uhr, bei Nierstein, Admiralftr. 33. Görligerstraße 42. Rauch flub Sanssouci, Boechstraße Waldemarfir. 18. 9 Rauchflub Goldene Quaste, Abends 9 Uhr, Straße 121a bet Schöbel. Sumoristische Pfeifenbrüder Abends 9 Uhr, Klosterstraße 83, beim Genossen W. Salzwebel. Rauchtlub Deutsche Eiche, Abends 9 Uhr bet John, Waldemarstr. 52. Rauchtlub Lustige Brüder Abends 8 Uhr Pücklerstr. 61 bet Faulhaber. Rauchflub Arcona Abends von 9-11 Uhr bei Bernhard, Staligerstr. 41. Rauch- Klub Einfach, Abends 9 Uhr, Manteuffelstr Nr. 5 bei Bogt. Altdeutscher auch tlub bei Gäbede, Münchebergerstr. 5.- Rauchtlub Granade, Abends 9 Uhr, Forsterstr. 40 bei Tuguntte. Rauchklub Rothe Fahne, Mittwoch Abends 9 Uhr, Oppelnerstr. 44, Restaurant zur wendet. Gruß. Für den Inhalt der Inserate über nimmt die Redaktion dem Vublikum gegenüber keinerlei Verantwortung And Theater. Mittwoch, den 4. Juli. Residenz Theater. Jugend. Alexanderplatz Theater. Gespenster. National Theater. Italien in Berlin. Apollo Theater. SpezialitätenVorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Parodie Theater. Spezialitäten Vorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstr. 132. 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Für die vielen Beweise aufrichtiger Theilnahme bei der Beerdigung unseres don sammelt von den Malern Neubau Hamburger Bank 2,20. Gießen. Vom Diskutierverein" Borwärts" 3,- Dr. 2. J. aus Freude über seinen wiedergefundenen Paletot 3,-. Pfeifentlub Felsenfest 4.75. Arbeiter der Stockfabrik Girot und König 7,-. Einige Mitglieder der Arbeiter- Bildungsschule Summa 207,85 m. Bereits quittirt 3148,76; in Summa 8356,61 M. 1,35 M. E Sozialdemokratischer Wahlverein ſammlung vom 2. d. M. ist über die für den 1. Berliner Reichstagswahlkreis. Werkstatt Papajewsky die Sperre verhängt. Die Kollegen werden dringend er sucht, diesen Beschluß hochzuhalten. 99/1 Der Vertrauensmann. Danksagung. 1632b Donnerstag, den 5. Juli, Abends 8 Uhr, im Saale der Arminhallen, Kommandantenstraße 20: Deffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten E. Vogtherr. 2. Diskussion. Für die vielen Beweise der innigen 3. Verschiedenes. Die Genoffen werden ersucht zahlreich zu erscheinen. Theilnahme und zahlreichen Kranz Rein Ring- Bier, kein Boykott- Bier. Baters des Schmied Albert Schneider, J. Wernau, Rosenstr. 30; W. Thierbach, Friedrichsgracht 16; Tripke, Jäger spenden bei der Beerdigung meines Die Zahlstellen des Wahlvereins befinden, sich bei folgenden Genossen: fage ich allen Berwandten, Genoffen straße 10; Wendt, Claudiusstr. 19. und Bekannten meinen besten Dant. Albert Schneider. J. A. der Hinterbliebenen. allen 276/ u Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein lieben Sohnes und Bruders PBau und Genossen der chirurgischen Branche, für den 5. Berl. Reichstags- Wahlkreis. 3immermann sagen unfern auf richtigsten Dant. 1631b Familie Zimmermann. Danksagung. 1634b Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres unvergeßlichen Vaters August Heilscher sagen wir hiermit allen Verwandten und Belannten unseren herzlichsten Dank. welche mich zu meinem 25jährigen Arbeitsjubiläum beglückwünschten, meinen herzlichsten Dank aus. 1633b Robert Wagemann. " Große öffentliche Versammlung 282/1 am Donnerstag, den 5. Juli, Abends 81/2 Uhr, bei Herrn Brühning, Rosenthalerstr. 11-12. Tages Ordnung: Für die ausgesperrten Schuhmacher 1. Vortrag des Genossen Hoffmann über: Agrarpolitik. 2. Diskussion. Burgs ging vom Gesangverein Nord- 3. Wahl der Abtheilungsführer. 4. Verschiedenes. Jedermann hat Zutritt. macht" durch Herrn Schmidt 40 M. Um zahlreiches Erscheinen ersucht ein. Den Gebern besten Dank. J. A.: Deregowsti. Ich erkläre, daß ich seit dem 18. Juni Reichentron'sches Bier schänke. Frau Heilscher nebst Kinder. nur Danksagung. 16365 1630b Den Genoffen des 4. Wahlkreises, Raiser als auch allen Freunden und Bekannten für die rege Theilnahme, sowie dem Lademann, Friedrichstr. 75, Charlottenburg. Rostockerstr. 14 find schöne VorderMusit von A. Wiedecke. Deforationen aus dem Atelier von Müller und Schäfer. Maschinerien vom Theatermeister Otto Weiße. Elektrische Lichteffekte von Latowsky, Kostüme vom Obergarderobier Paul Gesangverein für seine Mitwirtung und Hofwohnungen billig zu verm. bei der Beerdigung meines lieben Näheres v. 2 Tr. bei Sprenger. Mannes, unseres guten Vaters, des Hildebrandt. Regie: Mar Sam ft. Achtung! Brauereiarbeiter. Der Vorstand. Achtung! Große öffentliche Versammlung am Donnerstag, 5. Juli, Abends 8½ Uhr, im großen Saale der Konkordia, Andreasstraße 64. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission über den Arbeitsnachweis und die neu ausgearbeitete Arbeitsordnung. 2. Diskussion. 91/1 Die Kommission. Kaffen öffnung 6/ hr. Anfang 71/2 Uhr. Glasschleifers Franzen& unferen B. Nieft's Festsäle, Orts- Krankenkasse für das Gewerbe der Tischler u. PianoforteIm Garten: Großes Konzert. Auf der Sommerbühne Aufführung von Luftspielen, Poffen sowie SpezialitätenVorstellung ersten Ranges. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Castan's Panoptikum. Hawaiische KönigsTänzerinnen! Das schwerste Ehepaar der Welt. 1110 fund. Gewicht Puhlmann's Sommer- Theater. Schönhauser Allee 148. RastanienAllee 97/99. Direktion: August Reiff. Mittwoch, den 4. Juli: Gesellschafts- Abend. Gr. Extra- Konzert, Theater, Spezialitäten und B 1. Auftreten des urfom. Bendix.nd der neu engagirten Spezialitäten: Geschw. Gläser, Familie Schäffler u. s. 10. Nach der Vorstellung: Gr. Sommernachts- Ball. Um 12 Uhr: Blumenpolonaise bei Brilliant Beleuchtung des ganzen Etablissements. Anfang 41/2 Uhr. Ende 2 Uhr. Entree 30 Pf. Reserv. Platz 50 Pf. Sperrfizz 75 Pf. Der heutigen Nummer unseres Blattes liegt die geftrige Gewinnliste der preuß. Lotterie bei. tiefgefühlten Dank. Berlin, 3. Juli 1894. Ww. A. 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Wilmersdorf. Schmargendorf. Halensee. Mittwoch, 4. Juli, Abends 8% Uhr, im Schützenhause zu Schmargendorf: Oeffentliche Volks- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht über die Thätigkeit des Reichstages. Referent Fritz Zubeil. 2. Diskussion. 3. Lofalangelegenheiten und Ver, hiedenes. Der Einberufe Sänger! 258/1 Klagen, Eingaben, Steglißerſt.63. Schlosspark Wilhelminenhof. falladen, wunger, Stegligern.co. 158L* Station der Dampfschifffahrts- Gesellschaft. Bahnftation Johannisthal. Für Fußgänger auch von Sadowa in 30 Min. durch prachtvollen Laubwald zu erreichen. Beste Gelegenheit für Tages- und Nachmittags- Ausflüge. Besonders geeignet für kleine und größere Gewerkschaften. Bei ungünstiger Witterung für ca. 3000 Personen sichere Unterkunft. Fr. Dolinski. Kelle's Vereinshaus 28. ( früher Kuhlmey) 1. Tenöre sucht ein alter ArbeiterGesangverein( 34 Mitgl.) Meld. Donnerstag, Annenstr. 9 im Restaurant. 128/1 Schönhauser Allee 28. Arbeitsmarkt. Brachtvoller schattiger Garten. Tanzsaal. 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Trotz der 45 Jahre Zeitfortschritt haben die darin aufgestellten allgemeinen Grundsäße im Ganzen heute noch ihre Richtigkeit; und die hier in unerreichter Meisterschaft und programmatischer Kürze entwickelte Mary- Engels'sche Auffassung ist heute die wissenschaftliche Grundlage der sozialistischen Bewegungen aller Länder geworden. 274/1 Sussmann's Stoff- Socke,( arching art). ( gefehlich geschützt). Wichtig für Arbeiter und Handwerker! Bereits eingeführt bei mehreren hiesigen Garde- Regimentern und mehreren Linienregimentern. Dieselbe trägt sich bedeutend angenehmer, ist haltbarer und dauerhafter als Strümpfe oder Fußlappen. Der Preis beträgt pro Paar 30 Pf. 3u haben in allen Posamentier- und Wollwaaren1540b Geschäften. Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Berlin, 2. Gesch.: Brunnenstr. 95, gegenüb. Humboldtshain Kinderwagen, cher gratis. Theilzahlung ge1. Gesch.: Andreasstr. 23, H. pt., gegenüb. Andreaspl größtes Lager Berlins. 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