Ar. 133. SS. Jahrg. Bezugspreis: Bierte�ährU i£0 SKt, monafl. 1J» SH. frei ins Haus, vorauSzahlbar.Etnzelne Nummernio Pfg. Postbezug: Monat- band sür igarn 4.50 MI. monatlich. Versand ins Feld b ei direkter Beftellima monatl. IM» Ml. Poslbefiellungen nehmen an Däne- mark, Holland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Eingetragen in die Post-Zeitungs-Preisliste. Erschein» täglich. Ilch 1.50 Mb ifntet Kreuzband s Deutschland und Oesterreich. Unaa 3,— MI, für das übrige Auslai Telegramm- Adresse: .Sozialdemokrat Berlin�, Vevlinev VolKsblakk. ( 10 pksnnig) Zlnzeigeupreis: DiesiebengespalleueKolonelzeiielostet SO Psg.„Kleine Anzeigen�, das iettgedruckte Wort 30 Psg.(zulüsfig 2 fettgedruckte Worte). iedes weitere Wort lb Psg. Stellengesuche und Schlafstellcnanzeiqcn das erste Wort 20 Psg.. jedes weitere Wort 10 Psg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 20°/» �aniilien-Anzeigen,»olitische und gewertschaftliche Berein»> Anzeigen «0 Psg. die Zeile. Anzeigen sür die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags im Haudtgefchäst. Bertin SW.SS, Lindenstrajjc 3. ab iegeben werden. Geöffnet von 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemohrati feben parte» Deutfchlands. Neüaktion: ctD. HS, Linöenstraße 3. Mernsdrecher; Amt Mortchvlat», Str. IS» SV— 151 97. Donnerstag, den 16* Mai 1918* Expedition: EW. 68, Linöenstraße 3. itzernivrecher:«mt Morthplatz. Rr. IS» SV— 151 97. Schwerer Hnfturm nördlich vom Hemme!. Herabsetzung der örotration. In der württembergischen Kammer hat der Abgeordnete Hautzmann mitgeteilt, daß cm demselben Tage, an dem das gleiche Wahlrecht in Preußen abgelehnt wurde, auch die Herabsetzung der Brotration ab 16. Juni be- schlössen worden sei. Wir beschränken uns für heute auf die Wiedergabe dieser in einer parlamentarischen Debatte gemachten Mitteilung. Nähere Ausklärungen werden wohl nicht lange auf sich warten lassen!_• Deutsih-ruPsthe Krimnoten. Der Besetzung der Krim durch deutsche Truppen ist ein Notenwechsel zwischen der russischen und deutschen Regierung vorausgegangen. Ein Reuterbericht aus Moskau, den der wiedergibt, sagt darüber: Im Namen der deutschen Regierung erklärte Graf Mirbach, daß Sebastopol in Abwehr des Angriffe« der Schwarze-Meer- Flotte gegen Cherson und Nikolajewsk besetzt worden sei. Die deutsche Regierung sichere jedoch der Krimbevölkerung das Recht, über ihr Schicksal selbst zu entscheiden. Tschitscherin, der Volkslommissar sür auswärtige Angelegenheiten, erwiderte dem Grafen Mirbach, daß die Feindseligleiten nicht mit Wissen der russischen Regierung, sondern durch einige von der S ch w ar z e» M ee r» F lo tte bedrängte Schiffe zum Ausbruch gekommen seien. Daß der Notenwechsel damit zum Schluß gekommen sei, ist kaum anzunehmen. Aber Reuter scheint nichts von einer Fortsetzung zu melden und der„L.-A." setzt seiner Mit- teilung demonstrativ die Ueberschrift auf:»Die Selbst- bestimmung der Krim", als ob sonst nichts in der Reuter- depesche zu lesen stünde. Türkisch-finnischer Zrieüensfthluß. Konstantiuopel, 14. Mai.(Meldung der Agentur Milli.) Der Friede zwischen dem Osmanischeu Reich und Finnland ist am 11. Mai in Berlin durch die Vertreter der beiden Länder unterzeichnet worden. Kämpfe nördlich vom Kemmel— Hohe blutige Verluste der Franzosen— Der Vorstost gegen Corbie— Feindlicher Angrist bei Castel. Berlin, 15. Mai 1918, abend». Amtlich. Bei Abwehr des heute früh erfolgten feindlichen Angriffs nördlich vom Kemmel blieb eine begrenzte Einbrnchsstelle in unserer vordere« Linie zurück. Ein erveuter starker Teilangriff der Franzosen nordwestlich von Morenil scheiterte unter schweren Verlusten. Amtlich. Großes Hauptquartier, 15. Mai 1S1«.(W. T. 8.) Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich von Semmel hatte» örtliche Bngriffsuntrr. nehmnugen volle» Erfolg und brachten 120 Gefangene ein. Unser Angriff traf in der Ablösung befindliche Truppen und kostete de» Franzosen hohe blutige Verluste. Der Artilleriekampf blieb im Gebiete deS Kemmel gesteigert. Heute ftüh haben sich dort mit franzöfischen Borstößen neue Jnfanterirgefechte entwickelt. Zwischen der L h S und dem La Bassöe-Kanal, au der S c a r p e und bei B u c q n» y«ar die feindliche Artillerie namentlich während der Nacht rege. Zwischen A» e r e und S o m m e drangen wir in kurzem Stoß an der Straße Bray— Corbie in englische Linien ei» und behaupteten das gewonnene Gelände gegen zweimalige starke Gegenangriffe deS Feindes. Zur Unterstützung der In- fauterie hielt lebhafte Artillerietätigkeit an. Bei BillerS Bretonneux, beiderseits der L« c e und S» r e lebte der Feuerkampf vielfach auf. Auf dem westlichen Avreufer griff der Feind unsere Linien bei Castel an. Unter schweren Lerlusteu wurde er zurückgeschlagen. In einzelneu Abschnitten Erkundungsgefechte. Unsere Flieger schössen gestern fünf feindliche Fessel- dalloue ab. Au den Kampffronten sehr rege nächtliche Flieger- tätigkeit. Wir bewarfeu Calais, Dünkircheu und andere rück» wirtige Munitionslager und Bahnanlagen deS FeiudeS auSgirbig mit Bomben._ Bon den andere« Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalquartiermeister. Ludenborff. Der österreichische Bericht. Wie», 15. Mai 1918. Amtlich wird»erlautbart: Im Gebiete deS Monte Cor«, habe« fich erneut ört» liche KleiukSmpfe entwickelt, wobei sich der Italiener in einem unserer Feldwacheuuester festsetzt«. D«r Chef des G e» e r a l st a b r«. Ereignisse zur See. Bor dem Hafen von P o k a wurde ein italienisches Torpedo» Motorboot versenkt. Flotteukommanbo. i>es selbstherrschenden Despotismus nicht möglich fem. All« Unter- dräcker und Henker des jüdischen Volkes werden die Räte der Ar- beiterdeputierten zur Ordnung rufen und dem strengsten revolutio- nären Gerichte überantworten 1" Zum Thema des Krakauer Judenpogrom» berichtet das jüdische Preßbureau: Infolge der großen Ausregung der jüdi- schen Bevölkerung sah sich der Krakauer Gemeinderat ge- zwungen, den bekannten Krakauer Exzessen eine Sitzung zu widmen. Die Sitzung war geheim und auch ein offizieller Be- richt wurde über sie nicht herausgegeben. Ein Gewährsmann der Wiener.Morgenzeitung" ist in der Lage mitzuteilen, daß das Gc- rneinderatsmitglied Dr. Raphael Landau, einer der Führer der „Unabhängigen Juden"(einer Krakauer lokalen farblosen Partei, die d«n polnischen Reichsratsklub angeschlossen ist), in dieser Sitzung eine scharfe Anklagerede gegen die polni- schen Behörden und die polnische Presse gehalten habe. Landau habe die Behauptung, daß in Krakau kein Judenpogrom. sondern einfache Hungerkrawalle stattgefunden hätten und daß der Tod Möllers auf natürliche Ursachen zurückzuführen sei, Lügen ge- straft und festgestellt, daß die Exzesse sich ausschließlich gegen die Juden gerichtet und den Charakter eines gewöhnlichen Fudenpo- groms getragen hätten. „Waffenbund Mitteleuropa/ Nach der Konferenz im Hanpttznartier. Offiziöse Blätter wie die„Nordd. Allg. Ztg." und die „Köln. Ztg." veröffentlichen übereinsfinimende Andeutungen über den Inhalt der Besprechung im Großen Hauptquartier. Danach war der engere militärische und wirtschaftliche Zu- sammenschluß die Hauptfrage, während die polnische Frage zu den sekundären gehört hat. Die„Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Zum Teil sind ja Vorschläge nach dieser Richtung schon früher in der OeffeniMchkeit gemacht worden und diese kehren jetzt wieder, so daß mit ziemlicher Bestimmtheit von Militär- konventionen, Zollbündnis und Aufnahme der Vertrages in die BerfassungSuriunden der beiden Länder gevodet wird. Daran ist natürlich, wenigstens zum Teil, etwas richtig; denn wie sollte eine noch festere Bindung der beiden Monarchien aneinander erfvlgon, als»n ein/e völlige>n militärischen und wirtschaftlichen I n t e re sse n ve r knü p fu ng und in der Beseitigung aller Verschiebenheiten» die bisher noch in der militärischen und wirtschaftlichen Organisation bestanden? Die Beseitigung aller militärischen Verschiedenheiten er- fordert ein gemeinsames W e h r g e s e tz, das auch wie- der eine gemeinsame auswärtige Politik zur Folge haben muß. Die Beseitigung aller wirtschaftlichen Verschiedenheiten erfovdert Zollunion, Münzunion, gemeinsame A n> leihewirtschaft, einheitliche Gewerbeordnung, einheitlichen Arbeiterschutz und noch manches andere mehr. Dies alles sind aber Dinge, die nur auf dem Wöge der Gesetzgeung geordnet werden können, die wiederum nur durch eine gemeinsameVolksvertretung ausgeübt wer- den kann. Da aber dieser Weg offenbar nicht betreten werden soll, bleibt es einstweilen das Geheimnis des HauPtauarfiers, wie man sonst zu einer„Beseitigung aller Verschiedenheiten, die bisher in der militärischen und wirtschaftlichen Organisation bestanden," gelangen will. Auch die„Köln. Ztg." gewährt uns in ihrem Berliner Telegramm vom 14. Mai keine fieseren Einblicke. Da heißt es: Es besteht die Absicht, Verträge politischer, mili- tärischer und wirtschaftlicher Natur zu schließen. Dies« Verträge sollen ein zufammengehöviges mtd zusammenhängendes Ganzes bilden und nach Möglichkeit zusammen un- terzeichnet werden. Es wird also nicht etwa eine Militärkon- vention oder«in MrtschvftSbündniS besonders abgeschlossen, sondern«in Vertrag, der einen militärischen, eine poli- tischen, einen wirtschaftlichen Teil hat und wie ge- sogt ein Ganzes bildet. Unzutreffend ist auch die Nach- richt, daß man sich bei der Besprechung im Großen Hauch- quartier auf die sogenannte österreichisch-polnische Lösung geeinigt habe oder daß die Vereinbarungen diese Lösung zur Folge haben würden. Was die wirtschaftlichen Verhandlungen betrifft, so sollen ste so geführt werden, daß ihr Er- gebnis kein« wirtschaftskriegerische Tendenz enthält, sondern die wirtschastlliche Verständigung mit unseren Gegnern ermöglichen kann, während, wie bereits dargelegt, die wirtschaftlichen Verhandlungen sich über den Sommer hinziehen werden, wenn die militärischen und politischen Richtlinien für die künftige Gestaltung des Bündnisses bereits eingebender herausgearbeitet werden. Dies liegt in der Natur der praktischen Erfahrungen deS Krieges, die ja für die künftige zweckmäßige militärische Zusammenarbeit reiches Material ge- liefert haben, und in der Natur der gemachten politischen Er- fahrungen. Es sei hinzugefügt., daß man für die bevorstehen- den militärischen Ver ei nbanrngen den Namen„W äffen- bund" gewählt hat. Damit hätte das Kind wenigstens einen Namen; Waffen- bund I Friedensbund hätte wahrscheinlich vielen besser gefallen, obwohl Worte auch nicht viel zur Sache tun. Trotz- dem liegt in dem Namen„Waffenbuyd" etwas wie eine trotzige Herausforderung aller Bestrebungen, die auf die Herstellung einer Gesellschaft der Völker zur dauernden Wah- rung des Weltfriedens gerichtet sind. Und so ist der gewählte Namen vielleicht desto aufrichtiger, je weniger er vielen ge- fällt. Polifisch ist es am Ende aber nicht klug, den Gegnern. die die Waffen noch nicht gesenkt haben, ins Gesicht zu sagen: Wir, Deutsche, Oesterreicher und Ungarn, in Summe 119 Mil- lionen Menschen, wollen in Zukunft einen ewigen Wafsenbund bilden. Denn das feindliche Ausland, das nun einmal seine eigene Denkweise hat, wird daraus schließen, daß eine Hegemonie Deutschlands in Europa angestrebt wird, die mit den Waffen aufrechterhalten werden soll. Es wird auf diese Weise immer schwerer, ihm den Gedanken auszu- reden, daß Mitteleuropa den Sieg des deufichen Militaris-l Die ruPsch-ukrainischen Zrieöens- Verhandlungen. „Poslednija Nowosty" melden:„Der Minister des Aus- wärtigen W a s s i l e n k o erhielt ein Telegramm von Lenin mit der Mitteilung, daß die aus Kursk in K i j e w ein- getroffene russische Abordnung bevollmächtigt sei. Friedensverhandlungen mit der ukrainischen Regierung zu eröffnen. Am 10. Mai fand unter Vorsitz Wassilenkos eine Besprechung zwischen den Mitgliedern der russischen Delegation und den Vertretern des Ministeriums des AuS- wärtigen statt. In der Besprechung wurden die Grundzüge der bevorstehenden Friedenskonferenz zwischen der Ukraina und Rußland erörtert." Die �tera üer Judenpogrome. DaS Jüdische Press ebureau in Stockholm berichtet: Die tele- graphischen Nachrichten über zahlreiche Jndcnprogrome in Ruß- land, der Ukraine und Beßarabien wevden von eben ein- getroffenen Petersburger Blättern bestätigt. Der„Prawda" vom 13. April zufolge waren diese Pogrome am II. April Gegenstand einer Beratung des zentralen Vollzugsausschusses der russischen Sowjets. An die Ausführungen der Zteferentcn anknüpfend meint „Prawda". die Judenpogrome seien zu einem allgemeinen AuskunftsmitteNder Reaktion nicht nur in Ruß- land. der Ukraine und Beßarabien, sondern auch in Polen und Oesterreich geworden. In dem Artikel heißt es:„Die eine ganze Reihe von Städten heimsuchende Pogromseuche übertrifft in ihrer Bestialität alles, was 1906 geschehen ist." Der Ref�ent im zentralen Vollzugsausschuß entwarf ein entsetzliche? Bild der bestialischen Verbrechen, die an der wehrlosen jüdischen Be- bölkerung begangen worden. In G l u ch o w wurde die ganze jü- dische Bevölkerung ermordet; in'T u r k e st a n wurde die jüdische Bevölkerung massenhaft umgebracht; die rumänische Macht organi- sierte selbst Judenpogrome. Der Artikel setzt den engen Zusammenhang zwischen der Reak- tion und den Judenpogromen auseinander und schließt mit den Worten:„Im fteien Rußland darf der wilde Nationalhaß keine Stätte finden, darf eine Rückkehr zu den alten blutigen Pogromen muS bedeute, den zu verbrüdern eS rn fstnem ergenen«Mo- nden Interesse für notwendig hält. Wie im Ausland, so können auch in Oesterreich-Ungarn durch solche Offenherzigkeiten die Gegentendenzen nur ge- stärkt werden. Es läßt sich einstweilen nicht absehen, wie der „Wasfenbund" von österreichisch-ungarischer Seite anders zu- stände kommen soll, denn als ein Akt des Absolutis- m u s. Ein Bund aber, der nur auf dem gemeinsamen Willen von Monarchen beruht, wäre nicht viel anderes als ein Kar- tenhaus, sintemal auch die Ausfassungen und Stimmungen von Monarchen(es gibt Beispiele von Exempeln!) mehr oder we- niger raschen Veränderungen unterworfen sind. Drum wäre es besser abzuwarten, wie der Frieden wird und wie sich dann die Verhältnisse in Oesterreich-Ungarn gestalten. Ein Staatenbund darf nun einmal keine Liebesheirat sein, die in einer plötzlichen Aufwallung der Gefühle zustande kommt, sondern nur eine Vernunftheirat, bei der Gesundheits- zustand und wirtschaftliche Verhältnisse der Ehewerber genau erkundet werden, Dinge also, über die man, besonders soweit es sich dabei um den schwächeren und umworbenen Teil handelt, öffentlich aus Höflichkeit nicht gerne spricht..Drum prüfe, wer sich ewig bindet", sagt schon der Glockendichter. Denn:„Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang!" Gehelmöiplomatifihes Zur Kaiserbrief- Märe. Der zweite Kaiserbrief— Poittear� an SixtnS— Albert Thomas und die Geheimdiplomatie. Nicht nur von einem zweiten Briefe Kaiser Karls ist in der französischen Kommission für auswärtige Angelegenheiten geredet worden, sondern auch von einem Briefe Poincarvs an den Prinzen Sixtus, der, wie die.Norddeutsche Allgemeine Zeitung" andeutet, von Clemenceau.in seinen Enthüllungen vorfichtigerweise nicht erwähnt" worden sei, der„aber den Mitgliedern der Kom- Mission nicht verborgen werden konnte". Woher die.Nordd. Allgem. Ztg." ihre Wisienschast hat, verrät sie nicht; sie sagt bloß,.man" erfahre jetzt.trotz aller Vorsicht" von dem Briefe, und über den Inhalt teilt sie mit, PoincarS.bezeichne darin die Rückgabe Elsaß-LothringenS als ungenügend und verlange die Wiederherstellung der Grenzen von 1814 und das linke Rheinufer, womit er sich völlig auf den Boden der mit dem zaristischen Rußland ge- schlossenen Geheimverträge stelle". Damit würde die Aus- einandersetzung über den Kaiserbrief auf einem Punkte an- langen, den Clemenceaus entfernter Amtsvorgänger seinerzeit durchaus nicht als beguem empfand. Wird die Mitteilung der„Norddeuischen Allgemeinen Zeiiung" ohne französisches Echo bleiben? Wir wollens abwarten. Auch in diesem Falle wäre aber eine Aeußerung des Prinzen Sixtus nicht uninteressant. Der Wiedergabe der Pariser Mitteilung des.Manchester Guardian" über einen zweiten Brief Kaiser Karls und über die sich an diese Angelegenhett knüpfenden VerHand- lungen in der Kommission für auswärtige Angelegenheiten läßt der„Socialist Belgs" folgenden Kommentar folgen: 1. Auch nach der russische» Revolution baben Poincarö und Ribot an der annexionistischen Politik gegen Deutschland(linkes Rheinuser) f e st g e h a l t e n. 2. Ebenso wie in Berlin wird die auswärttge Politik ohne Wissen des Parlaments durch das Staatsoberhaupt gemacht; in Berlin durch einen Kaiser, in Paris durch einen republikanischen Präfidenten. 3. Wilson wurde nicht verfiäudigi, weil Amerika in jenem Augenblick noch nicht den Krieg erklärt hatte, und man in Paris vermutlich lürchtete, datz Wilson die Borschläge Kaiser Karls für eine gute Grundlage von Friedensvorbesprechungen er- klären konnte. 4. Die russische Revolution wurde in dieser An- gelegenheit ebenfalls übergangen, weil Poincarö und R»bot überzeugt waren, daß Veröffentlichungen solcher Arr der Friedensaklion der russischen Revolution vermittelst der Stock- holmer Konserenz einen starken Antrieb geben würden. Hier liegt der unleugbare Nachweis, warum Ribot im Einvernehmen mit Poinearö die Pässe für Stockholm verweigert hat. 3. Der Genosse Albert Thomas hatte Kenntnis von de» Borbesprechungen, während er daS Schreiten der Poincarsschen und Nibotschen Geheimdiplomatie durch sein Schweige» deckte. Man muß sich weiter daran erinner«, daß Thomas einer der gräßten Gegner der Stockholmer Konferenz war. War Thomas vielleicht mit Poiucars und Ribot über die Znkunsts- plane mit dem linken Rheiunfer einverstanden? Wir möchten nicht alle Argumente des„Socialist Belge" unterschreiben. Es ist mehr als fraglich, od der Brief Kaiser Karls auch in jenem Augenblick, wo er geschrieben wurde, eine praktisch taugliche Friedensgrundlage war. Es ist uns nicht klar, welcher Zusammenhang zwischen der Bttefaffäre und der Paßverweigerung bestehen soll. Da Poincarö und Ribot das Geheimnis dem allerengsten Kollogenkreis vor- behielten, wie hätte die Stockholmer Konferenz davon pro- pagandistischen Gebrauch machen können? Allerdings— diese Geheimhaltung war doch nur relattv. Und man darf vielleicht eher sagen, daß die Verzettelung der Stockholmer Arbeit durch die Gerüchte ge- fördert wurde, die man in den Sommermonaten von 1917 unter den Sozialisten der Ententestaaten und unter den ihnen befreundeten Neutralen über das Weichwerden der Mittelmächte in der elsaß-lothringischen Frage umgehen ließ. Man erinnere sich nur der Geheim- depeschen des Stockholmer russischen Gesandten Gulke- witsch an Terestschenko über die Stimmung im Holländisch-Skandinavischen Bureau. Die Rolle, die Albert Thomas in jener Situation gespiell hat. kommt darum freilich in kein günstigeres Licht. Jedenfalls bleibt aber noch vieles dunkel in der da- maligen Konstellation. Zumindest besteht ein Widerspruch zwischen der Thomas vom.Manchester Guardian" zuge- schriebenen Haltung und dem von anderer Seite für ihn be- anspruchten Verdienst, daß er in Rußland den Anuexions- vertrag Poincarös und Briands aufgedeckt und Briand darum zu Fall gebracht habe. Hat er aber überhaupt an die Möglichkeit politischer Konsequenzen des berühmten Briefes wirklich geglaubt? Ein Ausspruch über die elsatz-lothringische Frage wie der:„Mag sein, daß wir Narren sind, aber wir sind es eben l" deutet nicht darauf hin, und beweist eben nur, daß diese Frage ihm mehr am Herzen gelegen hat, als jenem anderen hervorragenden Entente-Politiker, der darüber gesagt hat:.O'�lsacs-Oorrains?— on s'en fichel"(Elsaß- Lothringen?— Man pfeift darauf I) Nutzlos, von Krteüen zu reöeu... London, 18. Mai.(Reuter.) Austen Chamberlain sagte gestern in einer Rede in London: Wir find in emen gigantischen Kampf verwickelt. Dann fuhr er fort: ES könne zwar zu einer augenblicklichen Pause kommen, aber eS ruhe doch auf allen Völkern der alliierten Länder die Aufgabe, de» Armeen alle erforderlichen Opfer zu bringen. Die englische Regierung stehe dem Frieden nicht gleichgültig gegenüber. Aber es sei ganz nutzlos, von Frieden zu sprechen, ehe die große Kampfprobe beendet und die Entscheidung auf dem Schlacht- felde gefallen sei. Aus den neuerlichen, wenn auch lauen Konzesfionen englischer Minister an den Friedensgedanken ist zu schließen, daß das Gewicht der Friedensbewegung in der öffentlichen Meinung Englands sicher- lich sich nicht gemindert haben kann. Straßenkämpfe ln Moskau. Wie vor einigen Woche» in Petersburg, hat jetzt auch in Moskau eine bluttge Auseinandersetzung der Bolschewiki mit den auf der äußersten Linken stehenden, als anarchistisch bezeichneten Elementen begonnen. In Petersburg endete fie mit der schließlichen Ergebung der Anarchisten. Reuter meldet nunmehr vom 12. Mai aus Petersburg: Ein Kampf zwischen Bolsche- Wiste» und Anarchisten hat gestern nacht in Moskau begonnen Die Eowjettruppe» umzingelte» die Gebäude der Anarchisten, darunier ihr Haupiquartier, den stüheren kauf- männische» Klub, auf dem ein« große schwarze Fahne mit der Auf- schrift.Anarchie" weht. Die Auarchisten lehnten die lieber- gab« ab und verteidigte» sich mit Geschütze», Panzerwagen»nd Handgranate». Sehnliche Kämpfe fanden in anderen Straßen statt. Die sogenannten anarchistischen Föderalisten zöge» nach halbstündiger Beschießung die weiße Flagge auf. Die beiderseitigen Verluste find bisher nicht bekannt.— Beim Kreml, dem Sitz der Lolkskommiffare, find viele Geschütze aufgestellt. Heute mittag dauerte der Kampf»och an. RtiPsihe Politiker auf Reisen. Zur ktrittk der Politik der Bolschewiki. AuS Stockholm schreibt man nai: In den letztem Tagen find, nach der Oeffmmg der finnischen Grenze, verschiedene bekannte Persönlichkeiten der russischen Po- litil hier durchgekommen, um sich nach den Westländerm zu begeben. So Bnrzew, der Marineoffizier C h o n, ein Sozialrevolutionär, der länger« Zeit in Finnland tätig war, und jetzt auch der Sozial- revolutionär Russanow, der im vorige» Jahre als Mitglied der nach Stockholm gesandten Sowjet- Delegation die Fahrt nach den Enwnteländern mitgemacht hat, mit Wassili Suchomlin, einem menschewistischen Mitglied der gesprengte« Konstituante. .Sooialdomokraten" berichtet über die Reife der beiden und über deren Zweck unter dem stark sensationellen Titel.Neue russisch« sozialdemokratische FriedenSdelega- t i o n", wozu«in etwas weniger fett gedruckter Untertitel hinzu- setzt:.Soll sie die Arbeit für die internationale sozialistische Frit- denskonferenz wieder aufnehmen?" Weilchen Zweck es hat, über die Aussichten der internationalen Konferenz, für die in diesen Tagen die einjährige Wiederkehr ihres Geburtstages und die halbjährige ihres Ablebens begangen werden könnte, in der jetzigen internatio- nalen Situation irgendwelche Illusionen zu wecken, ist nicht recht klar— jedenfalls liegt es auf der Hand, daß die Machtlosigkeit, die man in den Ententeländern der Sowjet-Delegation deS vorjährigen Jahres zum Bewußtsein gebracht hat, nicht geringer geworden sein kann, weim ihre Miiglieder bloß im Namen politischer Parteien herumreisen, die in Rußland selbst des Einflusses beraubt und ganz desorganisiert find, wie das Stockholmer Komitee selbst teils durch Austritt geschwächt, teils in alle vier Winde zerstreut, und so der AktionSkrast beraubt ist. Wenn.Socialdemokraten" versichert, daß .Me Arbeit für das Zustandekommen deS sozialistischen Friedens mit aller Kraft und Energie betrieben werde" und das mit dem Hinweis auf den Aufenthalt HnhsmanS in den Ententeländern begründet, der tatsächlich eher die Schließung der in allen Ländern Vertrauen genießenden Zentralstelle bedeutet, so klingt das ebenso- wenig überzeugend wie die weitere Berufung aus die Arbeit Axel- r o d s in Stockholm, die ganz und gar der Redaktion einer haupr- sächlich m der Ententepresse benutzten Korrespondenz zur Bekamp- fung der Bolschewiks gewidmet ist. DaS Interview mit Russanow, das. Socialdemokraten" veröffentlicht, betrifft in seiner ersten Hälfte die Internationale, in seiner zweiten die innere ruffische Politik. Wir erfahren, daß die zwei Delegierten— oder eigentlich drei, da auch Erlich mitkommen sollte— durch Paßschwierigkeiten, die ihnen von der bolschewisti- schen Regierung bereitet wurden, verhindert wurden, an der Lon- donex Konferenz der Ententesozialiften teilzunehmen— ein« Absicht, die eigentlich verwunderlich ist, erstens weil Rußland doch NN Augenblick der Konferenz kein kriegführender Staat mehr war, und zweitens, weil die russischen Sozialisten auch der menschewistischen und s�ialrevolutionären Richtung im vorigen Jahr noch gegen Kon- forenzen der Kriegsgruppen waren und ihnen nur zu In forma- tionSzwecken beiwohnen wollten. Auch könnte RussanowS Darlegung, warum die Stockholmer Konferenz gescheitert sei, einiger- maßen vervollständigt werden. Er sieht ihre Hindernisse vor allem in der mangelnden Aufrichtigkeit der Po- litik der Ententeregiernngen und in einem gewissen Zaudern bei der russischen Koalitionsregierung, die sich unglücklicherweise nicht vom bürgerlichen Einfluß sreizu- machen verstanden und der direkten Gegenarbett der russischen Di- plomatie besonders in London und Paris(sollte Russtrnow nicht auch Stockholm gemeint haben?) nicht entgegengewirkt habe— weiter «m bolschewistischen Staatsstreich. Aber der bolsche- wistische Staatsstreich fällt doch in einem Augenblick, wo die Kon- ferenzsache schon hoffnungslos verfahren war. Und leider grenzt die Passivität gewisser sozialistischer Koalitionsminister in der Stockholmer Frage, wie sich aus den veröffentlichten Geheimdokumente««nd anderen Publikationen ergibt, bedenklich an eine Preis- gäbe. Begreiflicherweise kritisiert Russanow mit gleicher Schärfe die äußere wie die innere Politik der Bol- s ch e w i k S. Die bolschewikische Bodenreform ist völlig verunglückt und hat statt eines Kommunismus einen wilden egoistische» Kampf um den Bodenbesitz hervorgerufen. Zur klein- bürgerlichen Habgier gesellt« sich die Wildheit der heimkehrenden, durch den Krieg demoralisierten Soldatem. Die Industrie wird durch einen„Teilungs-SozialismuS" gefährdet, der Rohstoffvorräte, Maschinen usw., Betriebs- und Reservefonds zerstückelt. Lenins populäre Fassung der Marxschen Wendung von der Expropriation der Expropriateure:„Raubt, was geraubt ist", findet Be- folgung.(Demgegenüber muß doch bemerkt werden, daß, wie mir ein Neutraler, nichtbolschewisttscher Sozialist nach monatelangen eigenen Beobachtungen versichert, die Leninsche Regierung durch eiserne Energie daS in den crjten Monaten sehr arg eingerissene Räuber unwesen im den Großstädten fast ganz unterdrückt hat.) Die Soldaten tun, was fie wollen. Die Bürgerlichen aber bekämpfen die nicht bolschewistischen Sozialisten heftiger als den Bolschewismus, dessen Diktatur sie als gute Vorbereitung für die ihre ansehen. Russanow und Suchomlin sehen aber einem Wiederauf- leben einer gefunden und echten russischen Arbeiterbewegung mit Zuverficht entgegen. Deutsche unö englische Steuerpolitik. In einer eben erschienenen dankenswerten Schrift„Steuer- und Anleihepolitik in England während des Krieges" der- sucht Prof. Dr. W. Prion bei einem Vergleiche zwischen der deutschen und der englischen Steuerpolitik die Schatten- feiten des englischen Systems hervorzuheben, um damit unausgesprochenerweise die deutsche Steuerpolitik in ein besseres Licht zu rücken. Er beginnt mit dem Hinweis darauf, daß die englischen Steuerausgaben sehr viel größer als die deutschen sind und sich bis jetzt auf 145 Milliarden Mark belaufen, während die deutschen Kriegskredite nur 124 Milliarden Mark betragen. Aber diese Zahlen sind durchaus nicht mit einander vergleichbar. Denn im englischen Staats- haushalte sind alle Kriegsausgaben aufgeführt, während in Deusschland auch die Bundesstaaten und die Ge- m e i n d e n sehr erhebliche Kriegsausgaben tragen, deren Summierung die gesamten deutschen Kriegskosten schon auf die Höhe der englischen bringen wird. Ferner sind die Dar- lehen und Hilfsgelder an die Verbündeten in den beiden Staaten durchaus verschieden placiert. In Deutschland haben Banken und Reichsbank einen sehr großen Teil dieser Aufwendungen vorläufig übernommen. Bei der Krittk der absoluien Kriegskosten ist aber auch nicht zu vergessen, daß England für die Kriegerfrauen und Kriegerkinder, für die Invaliden und Hinterbliebenen früh- zeittg sehr freigebig gesorgt hat und daß der englische Sol- daiensold höher als der deutsche ist. Das englische Kriegs- budget ist also sozialer als das deutsche, das auf Kosten der Soldaten nnd ihrer Angehörigen gc- spart hat. Prof. Prion weist dann darauf hin. daß die gewaltigen Leistungen Englands an direkten Steuern im Frieden mit dem Rückgang der Kriegsgewinne eine Ermäßigung erfahren werden. Sehr wohl möglich l Aber das schafft die Tat- fache nicht aus der Welt, daß der englische Bedarf zum weitaus größten Teile auch bereits für die Friedens- zeit bereits durch direkte Steuern vorgedeckt ist. Doch handelt es sich bei der Prüfung der Nützlichkeit direkter Steuern gar nicht allein darum, ob das jetzige Kriegsbudget und das künfttge Friedensbudgei durch sie gedeckt wird, sondern der wesentliche Wert der direkten Steuern jetzt und in Zukunft ist, daß sie die unproduktive Verschwendung des Einkommens für Verbrauch und Luxus- guter einschränken. Der Durchschnittskapitalist guten alten Schlages darbt eher oder schränkt sich doch lieber wesentlich ein, als daß er das Sparen verlernt. Die deutschen Kriegssteuern haben die Verschwendung begünsttgt, die Kauf- lust angestachelt, Entwertung des Geldes gefördert; die eng- lischen Steuern haben den persönlichen Verbrauch ein- geschräntt, die Entwertung des Geldes gehemmt und auf diese Weise sozial und finanzpolitisch auf das segens- reichste gewirkt. Erstaunlicherweise fällt dieser wichtigste Gc- sichispunkt, der noch weit wichtiger ist als der der Steuer- gerechtigkeit, für Prof. Prion ganz aus: Prof. Prion weist mit vollem Rechte darauf hin, daß die steuerliche Deckung des Schuldendienstes nur die eine Seite der Kriegsfinanzierung sei und notwendigerweise durch eine systematische und erfolgreiche Anleihepolitik ergänzt werden müsse. Er hat auch damit recht, daß er die deutsche Anleihe- Politik als die erfolgreichste der Welt rühmt. Aber wenn Deutschland 70 Prozent seiner Kriegsausgaben durch lang- fristige Schuld aufgebracht hat, England aber nur 40 Pro- zent, so würdigt er bei dem Vergleiche nicht genug, daß Deutschland in ungleich höherem Maße aller Rohstoffe ent- blößt und aller Ueberseeverbindungen beraubt ist. daß die Liquidatton der Sachgüter in bedauerlichster Weise vor- geschritten ist und daß, wenn ein Vergleich zwischen der Anleihepoliiik und ihren Ergebnissen gezogen werden soll, auf englischer Seite die Tilgungssummen eingestellt werden müssen, die schon während des Krieges durch Steuern aufgebracht werden konnten. Die Darlegungen des Prof. Prion können darum keinen Augenblick darüber hinwegtäuschen, daß die englischen Kapitalisten in ganz anderem Maßstabe als die deutschen ihren Steuerpatriotismus bezeugt und sich als alles andere denn als„Krämer" erwiesen haben. In Deutschland hat man die Groteske aufgeführt, daß man dreimal einen nach- weislich falschen Etat, dessen Fehlbettag viel zu gering war. im Reichstage vorlegte und sich auf diese etwas verrufene Manier um die steuerliche Deckung des tatsächlichen Fehl- bettages herumdrückte. Schon daß England unter gleichen Umständen auf diese Buchungsmanöver verzichtet hat, zeigt, daß sew Finanzwesen gesünder als das deutsche ist.. U-Doot-Kämpfe an öer faröinischen Küste. Berlin, 14. Mai. In kühnem Drausgehen vernichtete Kapitän- leutnant Steinbauer mit seinem bewährten U-Boot im Sperrgebiet deS westlichen MittelmrereS neuerdings innerhalb weniger Tage sieben wertvolle Dampfer meist unier erheblicher Gegenwehr unb mehrere kleinere Fahrzeuge von zusammen rund 33 000 Br.-R.-T. und mit ihnen etwa 10 Geschütze. Im Morgengrauen des 23. April drang Kapitänleutnant Stein- bauer in die stark tefrstigte Durchfahrt von San Pietto(Sardinien) ein und griff die im Hafen von Carloforte zu Anker liegenden Schiffe an. Er versenkte im Feuer von mehreren Land- batterien den englischen bewaffneten Dampfer King« stoniau<6564 Br.-R.-T.) durch Torpedotreffer, vernichtete mit seiner Artillerie zwei große bewaffnete Schlepp- dumpfer, schoß einen französischen Viermastschoner in Brand und bekämpfte da? feindliche Artilleriefeuer. Alsdann erzwang sich das Boot trotz Sperrfeuer der Landbatterien und Angriffe eines be- waffneten großen Motorbootes die Ausfahrt. Im Ablaufen von Carloforte führte daS U-Boot ein halbstündiges Artillerigefecht gegen einen stark bewaffneten Bewacher und beschoß die F.-T.- und Signalstattou von Kap Spcrone (Insel Antioco) mit beobachteter Trefferwirkung. Der Chef des Atzmttalstabes der Marine. * Die britische Admiralität veröffentlicht jetzt monat- liche Mitteilungen über die durch kriegerische Maßnahmen der Mittelmächte herbeigeführten Bruttotonnageverluste. Die erste solche Zusammenstellung, die bis aus Januar 1317 zurück- geht, schließt abweichend von den deutschen Monatsmelduuge» auch Hr. 133 ♦ 3S.Fahrgattg öes VsxWärts Donnerstag, IS. MaÜYlS •xtuaas» Zur kerabzonung der Sauklaffen Auf die vor«inigen Dagen gebrochdsn Beeichte cvus der Johaiinisthaler und Sldlershofer Gemeindeverteetung, die sich ciegen diese Herabzonung erklärt haben, erhalten wir nachstehende Zuschrift eines Vorstandsmitgliedes einer Baugenossenschaft: Die Iohannisthaler Gemeindevertreter versuchen ihr Gmtnd- stücks spekulantemrrteresse oder doch die Wahrnehmung solcher da- durch zu verstecken, daß sie erklären, das Kleinhaus ist teurer als das Etagenhaus, es braucht mehr Baumaterialien, darum baut nur Kasernen. Ltur Leute in besserer Lebenshaltung können eine KieinhauSmiete bezahlen. Daß aber zu einem Gebäude mich das Baugelände gehört und dieses desto höher im Preise steigt, je mehr und je höher es ausgenüht wird, verschweigen die Herren schämig. Wie köstlich ist der Satz:„Daher wohnen in derartigen Kleinhaussiedlungen selten Arbeiter." Also aus uneigennütziger Fürsorge für den Arbeiter sollen Mietskasernen gebaut werden. «ind die Mieten in den Kleinhäusern nun wirklich höher als in den Etagenhäusern? Nein, bei gleicher Nutzfläche kostet eine Wobnung im Einfomilien« haus nicht mehr Miete, als eine solche im Etagenhaus. Nur kann man im Einfamilienhaus keine Wohnungen von Stiche und Küche bauen, mit welchen leider ein recht großer Teil der großstädtischen Avboiter vorlieb nehmen muß. Auf alle Gründe, welche die Kleinhauswohnung für viel« Ar- heiter heute unerschwiuglich macht, kann hier nicht eingegangen werden. Das Wichtigste bei der Frage ist folgendes: Hat ein Mieter iirnerhalb seiner Mete statt 15 bis 20 Proz. nur 5 Proz. an Bodenrente zu zahlen, dann kann er statt einer Wobnung im Etagenhaus«ine solche im Kleinhaus für denselben Prozentsatz seines Einkommens mieten. Die Grundstücksintereffenten sind ober gegen dte Herabzonung, weil sie um ihre Renten fürchten. wenn das Baugelände nicht mehr in demselben Maß« wie bisher mit Etagenhäusern bebaut werden kann. Die Adlershofer Mehrheit scheint verlegener um eine.,Be- gründung" gewesen zu sein, als es sich darum handelte, Grund- besitzerinteressen zu vertreten. Sie wollen sich zunächst in Be- ratungen mit den Grundbesitzern Hilfe suchen. Daß zur Begut- achtung der Wohnungsfragen auch Mieterkreise heranzuziehen find, ist ihnen nicht eingefallen. Daß Allgemeininteressen vor Privat- Interessen gehen müssen, scheint trotz des Krieges mit all seinen Erscheinungen noch nicht bis Johannisthal un>d Adlershof ged-run- g.m zu sein. Für die geringe Beweiskraft der Behauptung, in Kleinhäusern wohnen nur Leute mit besserer Lebenshaltung, dafür bildet nach- stehende Aufzählung ein kleines Beispiel. In 63 Einfamilien- bausern, die eine Baugenossenschaft in einem südlichen Vorort aus teurem GroMadtgeläude errichtet hat, wohnen: Privatbeamte 16, bteichsbeamte 4, Kausleute und Handlungsgehilfen 3, Techniker 2, Architekten 2, Zeichner 2, Werkmeister 2, Faktoren 2, Metallarbeiter lgclernte Berufe) 6, Holzarbeiter lgelernte Berufe) 7, �Buch- drucker 6, Portefeuiller 2. Je einmal sind vertreten: Buchhändler, Buchbinder, Photograph, Handelsmann, Händlern?, Buchhalterin, Arbeitevin, Kutscher, Hausdiener und eine Witive. Zieht man alle Kleinhäuser dieser Siedlung bei der Zählung heran, also nicht nur die Eiufamilieuhäuser, die immerhin einen größeren Wohnungs- thp darstellen, so wird die ProzentMfer der Avbeiter noch Höher, als sich aus der vorstehenden Aufzählung ergibt. Von unserem JohanniSthaler Gemeiiidevertrcter, der als ein- ziger in der Gemeindevertretung für die Herabzonung und gegen den Beschluß„die Herabzonung mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu bekämpfen", eingetreten ist, wird uns geschrieben: Das von der Herabzonung betroffene Gelände umfaßt den Flugplatz und das zwischen Görlitzer Bahn und der Stuoenrauchstraße bzw. Späthchaussee belegene und dem Forstfiskus gehörige Waldierrain. Da der Flugplatz auf absehbare Zeit der Bebauung nicht erschlossen werden dürfte und weitere Interessenten des privaten Grund- besitzes nicht in Frage kommen, so bleibt der Beschluß der Ge- meiudevertretung vollständig unverständlich gegenüber dem sani- tären Fortschritt, der zweifellos in der Herabzourrng der Bau- klassen liegt. Der größte zur Bebauung oerftigbare Teil der Johcmuisthaler Gemarkung befindet sich in den Händen von drei Bodengesellschasten, die ihre Terrains, soweit dieselben anbaufähig sind, in so kleine Baublöcke geteilt haben, daß die von der ersten Bauklasse zugelassene Bebauung von 56 Proz. des zu bebauenden Grundstücks bis auf den letzten Zentimeter ausgenützt wird. Da auch die üblichen 5 Meter breiten Vorgärten mit in die verbleiben- den 56 Proz. unbebaute Fläche rechnen, so kommt auch in den mit der ersten Bauklasse bedachten Vororten keine auf sanitärem Gebiet höherstehende Bebauung heraus als in der Großstadt. Die in dem Beschluß aufgestellt« Behauptung, Kleinhaussiedlungen feien teurer als Hochbauten, ist doch nur dmwuf zurückzuführen, daß der jetzt übliche Hochbau in keiner Weise den Ansprüchen an eine solid« Bauart Rechnung trägt. Die Erweiterung der Höfe in dem Maße, daß genügend L-ukt und Licht auch zwischen den einzelnen Hoch- bauten einfallen kann, würde aber auch diese bei den fetzigen nn- geheuerlichen Bodenpreisen um ein Erhebliches verteuern. Es kann daher als Ursache und Grund dieses Beschlusses nur das nackte Interesse der Grundbesitzer an hohen Bodenpreisen übrigbleiben, und bei der Gemeindeverwaltung die Befürchtung, daß die in Zu- kunft eiukommenden Grundsteuern geringer sein könnten. Daß für den Beschluß der Gemeindevertretung auch noch drei Vertreter der dritten Wählerklasse stimmen konnten, liegt einzig und allein am Hausbesitzerprivikog, da dies« Grundbesitzer find. Nwttersthutz. Professor von Franque hat auf dem ersten Säuglingsfürsorge- kongreß in Dresden 1969 auf die Tatsache hingewiesen, daß durch Schwangerschafts- und GeburtenschÄigungen jährlich 146 666 Kinder in Deutschland direkt dem Tode überliefert werden: 16 666 sterben kurz vor der Geburt, 56 666 unter der Geburt, 86 666 fterben infolge der Gsburts- und Schtrmngeisschaftsfchädiguiigen in den ersten fünf Tagen nach der Geburt. Davon können nach seiner Berechnung etwa 115 666 durch eine besser« Fürsorge für Schwan- ger« und Gebärende mit großer Wahrscheinlichkeit gerettet werden. Dazu kommen noch weitere mindestens 66 666 Säuglinge in Deutschland, die jährlich von vornherein zu künstlicher Ernährung mit all ihren Gefahren verurteilt sind, durch die Vernichtung oder Schädigung der Mutter in der Geburt, durch Tod oder schn>ere Er- krankung derselben an Puerperalfieber. Auf diese Tatsache vor- weist in einem Büchlein:.Die Kreisentbindungsanstalt und ihre grundlegende Bedeutung für Mutter- und Säuglingsschutz", Geh. Sanitätsrat Dr. Brenneck« �n Magdeburg, der diese Schrift als Beitrag zur Bcvölkerungspolitik_ erscheinen läßt. Seit Jahren müht sich Herr Dr. Breunecke für eine Hebcnnmenreform. Die erste Voraussetzung einer grundlegenden Besserung der Verhält- nisse des Wöchnerinnen- und Kinderschutzes ist ihm eine gesetzliche Neuordnung des Hebammenweseus, kraft deren die Ausübung der Geburtshilfe nicht mehr gewerbetreibenden und in freier Kon- kurreuz hastenden Hebammen, sondern bewußt unter dem höheren Gesichtspunkt der Sozialhygiene arbeitenden beamteten und mit angemessenem Jahresgehalt besoldeten Geburtshelferinnen anver- traut wird. Aber nicht nur durch eine Neuordnung des Hebainmen- Wesens, kraft deren der geburtshilfliche Beruf durchweg reiferen und gründlicher vorgebildeten Persönlichkeiten erschlossen werden könnte, die fähig sind, die erhöhte Verantwortlichkeit des Berufes auch wirklich zu begreifen und zu tragen, sondern auch durch Gründung zahlreicher üssemlicher Entbindungsanstalten rein sozialhygiemscher Tendenz will er di« Möglichkeit gewinnen, den � Segen der Antiseptik und einer hochentwickeKen geburtshWichen I Wissenschaft allen, auch den ärmsten Mütter» und Kindern zuteil , werden zu lassen. Der wundeste und übelfie Punkt der Manzen ' Organisation der Geburtshilfe ist die Tatsache, daß sie auf dein ' kalt rechnenden Erwerbs- und Geschäftspriiyssp aufgebaut ist. Die nicht beamtete, nicht fest besoldete, sonderw auf Erwerb von Fall zu Fall angewiesene Hebamme hat eben, ein sehr begreifliches' materielles Interesse daran, sich keine Gckurt entgehen zu lassen. und sie wird sich der lleberführun« einer Schwangeren in eine Entbindungsanstalt auch bei den unhygienischsten häuslichen Verhäkt- nissen derselben widersetzen, solange ihr dabei auch nur die ge- riugste Kürzung des bei Abwartung der Geburt in der HäuÄlich- feit in Aussicht stehenden Honorars droht. Je höher und je ge- sichert«!(wie jetzt durch die Reichswochenhilfe) das zu gewärchigende Honorar ist. um so lebhafter auch das Verlangen der Hsbawrme, es sich unter keine?? Umständen entgehen zu lassen. Der darpus er- wachsende, unter den jetzigen Verhältnissen wohl versijändliche Widerstand der Hebammen gegen die sozialhygienischen Be- mühungen öffentlicher En tbi nduugscm stalten kann nur dadurch überwunden werden, daß entweder den gewerbeyreibcnden Hebammen das volle, ihnen zustehende Honorar auch im Fall der Ucberführuug einer Gebärenden in das jeder Hebamme zu fteier Benutzung offenstehende Wöchnerinnenasyl zugesichert wird(wie es zurzeit in Magdeburg gehalten wird) oder zweifellos besser noch durch eine fuudamentabe gesetzliche Neuordnung des Hebammenwes ens, kraft deren die Ausübung der Geburtshilfe nicht mehr Gewerbetreibenden und in fteier Konkurrenz hastenden Hebammen, sondern bewußt unter dem höheren Gesichtspunkte der Sozialhygiene arbeitenden, beamteten und mit angemessenem Jahresgehalt besoldeten Geburtshclferiunien auibertraui wird. Er wünscht dann, daß die Hebainmen.Frauenschwesteri?" genannt würden. Der so gehobene Hebammen- oder Frauenschwesternberuf wftd sich ohne weiteres durch feine Berufspflichten und ungehemmt durch Erwerbsinteressen dazu getrieben fühlen, in der richtigen Weise zur Kreisentbindungsanstalt, dem Wöchmerinnenasyle al? zu dem ihm Hilfe aller Art bietenden Institute Stellung zu nehmen. Seine Berufs- und Standesinteressen decken sich dann ganz mit den Zielen der Kreisentbindulrgsanstalten. Ganz von selbst gewinnt so jede Kreiseirtbindungsanstali für die um>vohneud-en, im Kreise angestellten„Frauenschwestern" den Wert und die Bedeutung eines leitenden Mutterhauses— eines Zentrums für ihr ganzes Berufsleben, das ihnen Hilfe, Rat und Zuflucht in allen Nöten der Praxis gewährt. Und ebenso findet die „Frauenhilfe" jedes Kreises, wenn man sich endlich einmal dazu entschließt, sie dem Wirrwarr der freien Vereinsbildung zu ent- ziehen und sie auf gesetzlicher Gruirdlage unter Bildimg von „Fra??enkammern" fest zu organisieren, auch die Frauenhilfe fin- det an der KreismtfrintmngSanstalt den natürlichen Stützpunkt und Halt zur Förderrmg aller ihrer auf Wöchnevinnen!-, Säuglingsund Familienfürsorge abzielenden sozialhygienischen Bestrebimgen. Die Entbindungsanstalt wird die im Kreise z?l beschäftigenden Wochen- und Säuglings- sowie auch die Hau spslege rinnen zu schulen und erster? dauernd zu leiten haben. So'steht das Wöch- nerinnenasyl, die Kreisentbindungsanstalt, im Mittelpunkt des ge- burtshilflichen Lebens und Treibens je eines Kreiffes und ist dazu berufen, das Herz einer wohlorganisrerten Geburits- und Wochen- betthygiene zu werden, einer Organisation, der auch die Säug- lingsfürsorge so gewiß und so selbstverständlich zugehört wie der Säugling zur Mutter. Das ganze Geheimnis eines wirksamen Säuglingssch??tzes besteht ja doch darin, geburts- und Wochenbett- hygienische und soziale Verhältnisse zu schaffen, die eS ermöglichen, daß tunlichst jedem Kinde die Ernährung an der Mutterbrust und die Pflege der Mutter gesichert wird. Bei einer derartigen geburts- hilflichen Organisatton werden die geburtshilflichen Organe, Frauenschwestern und Wocheupflegerinne??, vollauf den Anforde» ruugen einer rationellen Säuglingsfürsorge genügen. Wir können ja nur im wesentlichen die Gesichtspunkte Dr. Brenneckes hier wiedergeben und möchten im übrigen auf seine Darlegungen in dem erwähnten Buch verweisen, das jedenfalls außerordentlich viel Anregendes und zum Nachdenken Führendes darbietet_. � GroMerlln Vakuum. Es ist vollbracht. Europa schaut stch Von Lissabon bis Baku um. Man gibt dem Volke hundeschnautzig Statt gleichen Rechts ein— Vakuum. Luftleere Räume aber taugen Nach der Gelehrten Meinigung, Weil sie den größten Mist aufsaugen Zur Rumpelkammerreinigung. Macht einen großen Staubsaugbesen, Der kräftig bei den Wahlen schluckt, Und mancher Mann ist dann gewesen, Der heut' noch große Bogen spuckt l _ Strick R a» t. i. Das Stadtkind im Hause deS Landpastors. Bei der Verschickung von Stadtkindern aufs Sand ist die Auswahl der Pflegeftellen und� die Verteilung der Kinder auf sie keine leichte Aufgabe. Man möchte jedes Kind in diejenige Pflege geben, die ihm den meisten Nutzen bringen kann. Anderer- seits will man den Wunsch der Pflegeleute berücksichtigen, daß auch sie dabei einigermaßen auf ihre Rechnung kommen und Ent- täuschungen ihnen erspart bleiben. � Es ist behauptet worden, daß im vorigen Jahre manche der verschickten Stadtkinder oder ihre Eltern durch sehr weitgehende Ansprüche da? Mißfallen der Pflegeeltern er- regt haben. Das wird in Einzelfällen zutreffen, aber niemand möge glauben, daß nicht auch die Landbevölkerung ihre Ansprüche macht. Sonderbar ist eine der Bedingungen, unter denen in einem Dorf der Provinz Brandenburg bei dem dortigen Pastor ein Kind aus Berlin untergebracht werden konnte. Bei den Bor- bereitungen zur diesjährigen Verschickung von Berliner Kindern wurde in einer Mädchen-Gemeindeschule eine Schülerin der Ober- klaffe sür den Pastor ausgesucht, und der Rektor ließ dann die Mutter nach der Schule kommen, um sie im voraus auf die Be- ionderheit dieser Pflegestelle hinzuweisen. Die Tochter werde, sagte er, t ü ch t i g i m H a u s e u n d i m G a r t e n helfen müssen und gut zu essen bekommen, aber nicht am Tische des Pastors mitessen dürfen. Wundern muß man sich ja über diese irnmerhin ungewöhnliche Art. eine Pfleaekmd zu bebandeln. Der Rektor riet übrigens der Mutter, sie solle sich die Sache vorher gründlich überlegen. Mit Recht lehnte danach der Vater ab, das Mädchen dorthin zu geben. Hinterher meldete der Pastor nach Berlin, daß er diesmal überhaupt kein Kind nehmen wolle. Es wird erzählt, er habe schon im vorigen Jahr ein in seinem Hause aufgenommenes Berliner Kind von der Tlschgemeinschaft ausgeschlossen. Wir erfahren, daß dieses Gerede unzutreffend ist. Im vorigen Jahre hatte der Pastor zwei Kinder in Pflege, die noch an seinem Tische mitaßen. Zur Frage der Beschäftigung verschickter Stadtkinder mit Land- arbeiten seien bei dieser Gelegenheit ein paar Worte gesagt, In Berlin haben die Gemeindeschulen eine an die Eltern sich iven- dende Benachrichtigung verteilt, die ausdrücklich die Arbeitshilfe. der Kinder hervorhebt Es heißt da:.Solveit es ihren Kräften entspricht, sollen sie zu leich?cren landwirtschaftlichen Atbeiten herangezogen, aber in keiner Weise überanstrengt werden." Die verschiedenen Behörden deukeit sich das Perhältnis zwischen den Stadtkinder?! und der Landbevölkerung im wesentlichen so, daß der Satz„Eine Hand wäscht die andere" zur Geltung kommt. Ueberhaupt gründet sich die Verschickung der Kinder in erster Linie auf NützlichkeitSerwägtinge, t. Die Ernährungsschwierigkeiteu der Kriegszeit gefährden besonders die Kinder, da ja bei ihnen sich erst der Aufbau des Körpers vollziehen soll. Vereine und Behörden habet? die Stadikinderversekickung begonnen und gefördert, weil sie die Notwendigkeit erkannten, den Nachwuchs des deutschen Volkes vor Betkümmerung zu schützen. Und die Landbevölkerung hieß die Stadtkinder willkommen, weil sie sich von den satt zu machenden Gästen als Gegenleistung ein«Arbeits- Hilfe versprach. Selbst wenn die Hilfe nicht groß ist, so wird sie dei? Landleuten bei dem jetzigen Ma??gel an Arbeitskräften ganz schätzenswert scheinen. Man soll sich über die Grundlagen der Ver- schick??ng von Stadtkindern aufs Land nur keiner Täuschung hin» geben. Ein Wohliätigkeitsunternehmen ist sie nicht. Schutz gegen Ruhr, Typhus und Wecksieber. Die Deutsche Gesellschaft für öffentliche Ge- sundheitspflege z?l Berlin erörtert die Frage:„Wie schützen wir uns gegen Rtlhr, Typhus und Fleckfieber?" Geheimer Medizinal- rat Prof. Dr. L e n tz wies in seinem Vortrage hin auf die während des Krieges beobachlete, zeilweise rech: starke Mehrung dieser Krank- heiten. In den ungünstigen Verhältnissen der Kriegszeit liegen attch die Ursachen, unter denen besonders zu nennen sind die Ein- schleppungen von der Front durch Urlauber und Gefangene, die Verringerung der Widerstandsjnhigkeit der Bevölkerung durch die Ernährungöschwietigkeilen, die Beeiutrüchtigung der Retnigungs- Möglichkeit durch den Mangel an Seife. Dazu kommt, daß jetzt infolge Aerztemangels die polizeiliche Meldung an- steckender Krankheit oft unterbleibt und die bakteriologische Feststellung solcher Krankheiten erschwert ist. Bei Ruhr und Typhus spielt auch die Uebetragung durch die Fliegen, die durch ihre Meh- ntng zu einer schlimmen Plage geworden sind, eine loichlige Rolle. Beide Krankheiten werden dadurch übertragen, daß Teilchen vom Kot des Kranken irgendwie in Mund und Magen einer gesunden Person gelangen. Daher sei, betonie Lcntz, Sauberkeit mit der beste Schutz, Sauberkeit besonders nach Verrichtung der Not- dürft und vor Bewirtung der Speisen. Eine schwere Geiahr gebe von den öffentlichen Aborte?? aus. lieber die Notwendigkeit, fleißig dieHände zu waschen, müsse das Kind in der Schule, der Arbeiter in der Fabrik belehrt werden. Schon bei leichten Magen- und Darmetkcankungcn sei jetzt größte Vorsicht ge- boten und rechtzeitige Hmutziehung eines Arztes anzuraten. Auch gegenüber dem Fleckfieber, das durch die Kleiderlaus Übertrag, n wird, ist Sauberlcit ei» wirksamer Schutz. Die Ent- lausungSansialten an der Grenze haben die Einschlepp?lngen auf eine verhältnismäßig geringe Zahl zu beschränken vermocht. In der sich anschließenden Atlsiprache wurde unter anderem von Berliner Schulärzten der in den Gemeindeschulen beobachtete Mangel an Pflege der Sauberkeit beklagt. Es fehle an genügender Ueberwachung und Reinhaltung der Aborte und attch an Waschgelegenheit. Wir haben in dem Vortrage und in der Aussprache eine starke Betonung der sozialhygienischen Gesichtspunkte und deS daraus sich ergebenden Schutzes gegen Kraltkhciten vermißt._ Ein neues TroSmmgsverfahren für Nahrungsmittel.' Eine Erfinduug, die bereits vor mehreren Jahren von dem Münchener Ingenieur Krause gemacht wurde, aber erst in der gegenwärtigen Kriegszeit geeignet ist, zur vollen Geltung zu kommen, wurde den Vertretern der Berliner Presse auf Ver- anlassuna des KriegSernährungsamls in den Versuchsanlagen der ReichstrocknungSgesellschaft in der Choriner Straße vorgeführt Es handelt sich um eil? ncries Verfahren, durch das wasserhaltige Nahrungs» mittel, wie Molke, Milch, Blut, Eier, Fruchtsäfte usw., getrocknet und konserviert werden. Die früher zu dieiem Zweck angewandten Methoden hatten den Nachteil, daß die betreffenven Substanzen einem hohen Höhegrade ausgesetzt wurden und dadurch chemische Veränderungen erlitten, die ihren Gebrauchswert wesentlich beeinträchtigten. Die Krausesche Erfindung besteht darin, daß die Nahrungsmittel nicht erhitzt, sondern durch Schleuder ring in mäßig erwärmter und vollkommen gereinigter Luft zerstäubt werden. Die betreffenden flüssigen Nahrungsmittel kommen auf eine horizontale Scheibe, die zirka 169 Umdrehungen in der Sekunde macht und sie dadurch als feinen Nebel in das Trocknungshaus, einen vertikalen Zylinder von 5 Meter Durchmesser, schleudert In der erwärmten und gereinigten Lust des Zylinders erfolgt dann die Trocknung und das Nahrungs» mittel sinkt als feines Pulver nieder. Die Vorteile des neuen Verfahrens bestehen vor allem darin, daß die Nahrungsmittel lange haltbar bleiben, daß sie sich wegen ihres konzentrierten Volumens leicht und billig ver- schicken lassen und daß sich ihre chemische Zusammensetzung nicht verändern. Aus dem nach der Krauseschen Methode ge- wonnenen Eierpulver soll man z. B. Rührei herstellen können, das von dem aus frischen Eiern betgestellten nicht zu unterscheiden ist. Dabei hält sich ein solches Trockenei jahrelang. Aehnlich verhält eS sich mit der getrockneten Magermilch und den Molken, die etwa sechs Monate brauchbar bleiben sollen, während Bollmilch sich mindestens sechs Monate hält. Nach dem Krauseschen Verfahren sind bisher sechs Trocknung?- anstalten eingerichtet, darunter eine in Hadersleben, die für die Milchversorgttng in Rheinland und Westfalen eine wesentliche Rolle spielt, und eine in Bukarest, die täglich 46 666 Eier trocknet. Die Stadt Berlin soll die Absicht haben, die auf Berlin anfallende Molke nach dem neuen Verfahren zu trocknen und fie namentlich sür die M a s s e n s p e i s u n g zu verwerten. Zur Bestrafung der Höchstpreisüberschreitungen. Von dem Leiter eines größeren Rüstungsunternehmens erhalten' wir nachstehende Zuschritt: „Ich habe den Artikel„Zweierlei Recht" und die Erwiderung darauf seitens der Staatsanwaltschaft gelesen und möchte als Leiter eines größeren Nüstungsunternehmens nicht versäumen, das Be- fremden und das Gefühl der Nechtsunsicherheit öffentlich zum Aus- druck zu bringen, welches durch das Urteil über den Fabrikanton Winkelmann und dessen LebenSmittcl-Einkäufer in weite Kreise der Industrie und deren Beamten- und Arbeiterschaft getragen ist. Das Kriegsmiuisterium bezto. K r i e g S a m t selb st ist vor zirka zwei Jahren an die Leiter be« ziehungsweise Inhaber der Rüstungswerke herangetreten und hat gewünscht, daß den Rüstungsarbeitern und Beamten durch Einrich- tung eines Lebens in ittelverkaufs Zuschüsse zu ihren normalen Nationen verschafft würden. die es ihnen� ermöglichten, die schwere Arbeit in der R ü st u n g s i n d u st r i e bei jahrelanger ununterbrochener Tätigkeit in Tag- und Nacht- s ch i ch t z u l e i st e n. Es wurde den Leitern der Werke wiederholt nahe gelegt, daß dieses unter Opfern der Firma geschehen müßte und ein zu teurer Einkauf von Lebensmitteln durch einen Verkauf zu normalen Prenen an die Arbeiter auszugleichen wäre. Eine besonders Dienststelle der Behörde erteilte in vielen Fällen die ausdrückliche Erlaubnis zum Ankauf voxr Lebensmittel« zu Prelseu über Höchstpreis. Dieser Anregung bc» ffr!e�?amicS sst auch offenbar der Fcibrilant Winlelmann gefolgt fTinkauf über Höchstpreis und Ab- gäbe jtu normalen Preisen) und hat bei einem Opfer von mehreren 1000 ÜJi. seinen Angestellten Lebensmittel verschafft, Ivie es in fast allen Nüstiingsuntcriiehmungen vorgekommen ist. Die Folge davon war eine harte Strafe von 1000 M. für ihn und seinen Beamten und ihre Gleichstellung mit Schleichhändlern, die um der per- sönlichen Bereicherung willen Wucher mit Lebensmitteln treiben. Ich kann nicht recht verstehen, wie auf der einen Seite das KriegSininisterium bezw. Kriegsamt derartige Anregungen geben kann und auf der anderen Seile Staatsanwalt und Richter sich finden, die solche harten Urteile fällen, wenn die Anregungen der erstcrcn Behörden befolgt wurden. Da die Anklagen wegen derartiger Versehen in der RüstungS- Industrie sich in letzter Zeit häufen und ein Unternehmen nach dem anderen unter Anklage gestellt wird, würde ich Ihnen dankbar sein, wenn Sie öffentlich auf das Gefühl der grohen RechtSunstcherheit aufmerksam machten und der Erwartung Ausdruck geben, das; das Kriegöministerium begw. KriegSamt die Personen schützt, die in gutem Glauben der Anregung Folge geleistet haben/ Mictsverträge ohne 5?ündt.if«ng. Das Urteil des Königlichen Landgerichts II, wonach die Zu- ständiglcit der MietcinigungSämter zur Unwirksamkeitserklärung von Kündigungen nur auf den Fall der ordentlichen Kündigung zum Zwecke der Mietssteigerung begrenzt fein soll, und die Tatsache, das; eine Anzahl von Hausbesitzern zur Verhinderung deS Eingreifens der Mieteinigungsämter Verträge dergestalt abschließen, daß sie ohne Kündigung mit einem bestimmten Zeitpunkte endigen, haben dem Mietervercin des Groß-Berliner Westens Veranlassung gegeben, bei den in Frage kommenden Stellen für eine Gesetzes« ergänzung oder eine authentische Interpretation der Mieterschutz- ordnung vorstellig zu werden. Die oben bezeichneten beiden Fälle bieten eine erhebliche Ge- fahr für die Mieterschast, so daß ein recht baldiges Einschreiten der Behörden zu wünschen wäre._ Zur Zlufklärung über die Versicherungöpflicht. In letzter Zeit häufen sich die Fälle, wo Arbeitgeber erklären. sie brauchten für Versicherte, die 2000 M. im Jahre Verdienst baben, keine Marken zur Jnvalideuversichcrung mehr zu Neben, und für solche, deren Verdienst 2500 M. übersteigt, keine Beiträge zur Krankenkasie mehr zu zahlen. Diese Ansicht ist irrig! Nach den in Betracht kommenden Bestimmungen der Reichsversicherungs- ordnung sind Arbeiter, Gehilfen, Gesellen, Lehrlinge, Dienstboten versicherungspflichtig ohne Rücksicht auf die Höbe ihres Verdien st es. Diese Gruppen der Versicherten bleiben also auch gegen Krankheit und Invalidität ver- sicherungspflichtig, wenn ihr Verdien st erheblich mehr als 2500 M. resp. 2000 M. beträgt. Anders gestaltet sich das Verhältnis, wenn eS sich um Betriebsbeamte, Werkmeister und andere Angestellte in ähnlich gehobener Stellung, um Handlungsgehilfen, Bühnen« und Orchestermitglieder handelt. Diese Angestelltcngruppen verlieren ihre Ver- sicherungspflicht gegen Krankheit, wenn das Gehalt 2500 M., und gegen Invalidität, sofern das Gehalt 2000 M. übersteigt. Wir richten daher an alle Arbeiter die dringende Mahnung, falls ihr Arbeitgeber die Zahlung der Beiträge einstellt, ihre Rechte zu wahren. Durch das Nichtkleben der Jnvalidenmarken können große Nachteile, durch die Abmeldung von der Krankenkasse unnötige Scherereien entstehen. Der Arbeitgeber ist nicht berechtigt, die Zah- lung der Beiträge einzustellen. Die städtische KriegShinterdltebenenfürsorge erteilt in ihren 23 Bezirksstellen und in der Hauptgeschäftsstelle. Poststr. 5, allen Hinter- bliebenen der im gegenwärtigen Kriege Gefallenen unentgelrlich Rat und Auskunft in allen Angelegenheiten. Die Hinterbliebenen finden insbesondere Hilfe bei Verfolgung ihrer Anträge auf die ge- fetzlichen Renien und Zuwendungen und erhalten Auskunft in allen Fragen der Berufs- und Rechtsberatung. Zu welchem Stadtbezirl und zu welcher Bezirksstelle man gehört, erfährt man bei jedem Polizeirevier, bei jeder Steuerkasie und bei jedem größeren Postamt. Raupenplage im Pläntcrwald. Man schreibt unS: Die Raupen haben sich hier derartig vermehrt, daß mit einer Vernichtung ganzer Teile des Waldes gerechnet werden muß, wenn nicht schleunigst eingegriffen wird. Besonder? die Eichen find ihre? jungen Blätter- bestandcS fast vollständig beraubt. Während im Tiergarten gegen die Raupenplage mit Erfolg vorgegangen worden ist, scheint un'ere Parkverwallung nicht das geringste tun zu wollen, um der Ver- Wüstung deS PlänterwaldeS vorzubeugen. ES ist die allerhöchste Zeit, daß etwas Energisches geschieht. '„Freunde und Gefährten". Unter diesem Titel hat der Wohl- bekannte Dichter I. H. M a ck a y Meisterdichtungen auf einzelnen 5i ort anblättern schon vor längerer Zeit herausgegeben. Die Buchhandlung Vorwärts hat jetzt die Restauflage dieser Blätter erworben und verkauft sie zu herabgesetztem Preis. Es sind insgesamt 10 Serien. Jede Serie in einem geschmackvollen Umschlag umfaßt 100 Blätter, also 100 Gedichte, in schönem Druck. auf gutem ikarton. Der Inhalt der Serien find: 1. Volkslieder.— 2. Gesungene Gedichte.— 3. Gesprochene Gedichte.— i. Natur.— 5. Lieder der Liebe.— 6. Menschenleben und Menschenschicksal.— 7. Erinnerung.— 8. Soziale Gedichte.— 9. Eltern- und Kinderlieder.— 10. Bunte Lese.— Der Preis für alle 10 Serien auf einmal bezogen beträgt 9 M., jede Serie einzeln bezogen kostet 1 M., Porto extra. Bestellungen sind an die Buchhandlung Vor« wärt«, Berlin SW. 68, zu richten. Im Admiralstheater, Friedrichs!?. lOlftOS, wird am Freitag der Lustspielfilm.Amalie— 45 Mark' mit Lisa Weise in der Hauplrolle zum erstenmal gezeigt. Falsche Zwrimarkdarlehnskassenscheine find nenerding» in den Verkehr gebracht. Eine Reihe derartiger Falsifikate kursiert gegen- wärtig in Neukölln. Demjenigen, der die wissentlichen Verbreiter solcher Falschstücke zur Anzeige bringt, daß dieselben bestraft werden können, ist eine Belohnung bis zu 1000 Mark zu- gesichert. Ein tödlicher Unfall hat sich gestern nachmittag im Rathause in Spandau ereignet. Einer der im städtischen Verwaltungsdienst be- �schäftigten jungen Aushilfsschreiber machte sich das Vergnügen, wie 'die Jungen, auf dem Treppengeländer hinabzurutschen. Dabei stürzie er aus der Höhe des drillen Siockwerkes in die Tiefe. Der Leichlsinnige erlitt so schwere innere und äußere Verletzungen, daß er fast aus der Stelle starb. Bennißter Schüler. Seit dem 10. Mai ist der 13jährige Hans Walter aus Neukölln verschwunden. Der Knabe hat sich am Abend des genannte» Tages aus der elterlichen Wohnung Friedelstr. 51 entfernt, um aus der Straße zu spielen und ist nicht mehr nach Hause zurückgekehrt. Der Vermißte ist etwa 1,40 Meter groß, hat dunkelblondes Haar, blaue Augen und war mit brauner Manchester- hose und dunkelblauem, weißgestreistem Sporthemd bekleidet. Verlöre«. 65 M. im weißen Briefumschlag einkassierte Abonne- meniSgelder hat der SohK einer Botenfrau in Neukölln auf dem Wege von der Niemetz- nach der Siegfriedstraße verloren. Der ehrliche Finder wird gebeten, dasselbe Niemetzstr. 12, 2. Ouergeb. IV bei Fuhrmann, oder in der„Vorwärts'-Spedition Siegfriedstraße 28/29 abzugeben._ Neukölln. Die Eröffnung eine? Arbeiter. Jugendheims fand am Dienstag abend in Form einer kurzen, einfachen Feier statt. Zahl- reiche Jugendliche beiderlei Geschlechts hatren sich dazu eingesunden. In seiner Begrüßungsansprache betonte Genosse W e i m a n n, daß es wohl ein beispielloser Erfolg sei, wenn man in Neukölln, nach- dem unsere Jugendbewegung selbst erst kaum vor Monatsfrist wieder neu ins Leben gernsjen wurde, nach so kurzer Zeit, zumal im vierten KriegSjahre, schon«in Jugendheim eröffnen könne. Die Jugend möge durch fleißige Werbearbeit dafür sorgen, daß es bald wieder heißen werde: Neukölln in der Jugendbewegung voran! Einige gut vorgetragene Rezilonionen des Genossen D s m n i ck sowie Musik- Vorträge, ausgeführt von Berliner Jugendlichen, verschönten die Feier. Das Jugendheim befindet sich Berliner Straße 86/87(Eingang Kriegsnotstandsküche) und ist geöffnet wochentäglich(außer Sonnabend) 7 bis i�/, Uhr, Sonntags 5 bis 9'/z Uhr abends. Alle jungen Arbeiter und Arbeiterinnen im Aller von 14 bis 18 Jahren werden zum Besuche de§ Heims freundlichst eingeladen. Der Eintritt ist frei._ Weißensee. Lebensmittel. Im Gemeindebezirk entfallen auf die Abschnitte 25 und 26 der allgemeinen Lebensmittel- karte je 200 Gramm Teigwaren und aus Abschnitt 22 250 Gramm jk u n st h o n i g. Die Waren können in der bisherigen Art von heute ab verabfolgt werden. Die Entnahme der Waren mutz in dem Geschäft statlfinden, in welchem der Inhaber der Lebensmittelkarte sich zum Bezug« von Nährmitteln angemeldet hat. Aus die Abschnitte 9, 10 und 11 der Lebensmittelkarte für Jugendliche entfallen je 100 Gramm Nährmittel, und zwar auf Abschnitt 9 100 Gramm Sago und auf die Ab- schnille 10 und 11 je 100 Gramm Suppen. Die Entnahme muß von heute ab in dem Geschäfte stattfinden, in welchem der In- Haber der Lebensmittelkarte zum Bezüge von Nährinitteln an- gemeldet ist. Wcißensce. Jahresabschluß der Sparkasse. Im Jahre 1917 hat sich der Geschäftsverkehr der Sparkasse gegen das Vorjahr erheblich gehoben. An Spareinlagen wurden bei der Hauptstelle der Sparkasse 6 873 000 M. vereinnahmt und 4 819 000 M. veraus- gabt; bei der Zweigstelle gingen 424 630 M. ein und wurden 184155 M. ausgezahlt. In den Ausgaben sind die von den Sparern auf die 6. und 7. Kriegsanleihe gezeichneten Beträge em- halten. An Zinsen wurden den Sparern am Jahresschlüsse 223 482 M. gutgeschrieben, so daß sich unter Berücksichtigung dieses Betrags seit Bestehen der Kasse am Jahresschlüsse ein Nnlage- bestand don 7 431 500 M. ergab. AIS ZcichmmgS-VermittlnngSstclle für die Kriegsanleihen find bei der Sparkasse von 303 Zeichnern auf die 6. Kriegsanleihe 228 200 M. und von 305 Zeichnern auf die 7. Kriegsanleihe 805 000 M. gezeichnet worden. Reinickendorf. Lebensmittel. Auf Abschnitt 27 der Lebensmittel- karte Grotz-Berlin werden 150 Gramm Graupen abgegeben. Die Anmeldung bei den Kleinhändlern und den amtlichen Verkaufsstellen hat bis einschließlich 21. d. M. zu erfolgen. Friedrichshagen. Lebensmittel. Bis Freitag gelangen auf Ab« schnitt 93 der gelben Lebensmittelkarte je 150 Gramm Grieß zum Preise von 10 Pf. zur Verteilung.— Ferner auf Sonderabschnitt II Sardinen und Kräuterheringe. Auf jede Karte entfällt Pfund. Diejenigen, welche diesmal keine Waren erhalten, werden später berücksichtigt. Der Verkauf findet statt in den Geschäften Arno und Theodor Stachow, Hugler, Linke und Magdeburg. Hrog-Serliner parteinachrichten. Bernau. Am Sonnabend, abends 8 Uhr, findet im Lokale von Temmler, Wallstraße 2, der Zahlabend statt. Alle Gesinnungs- genosien und.Vorwärts'-Leser, welche auf dem Boden der Sozial- demokratischen Partei Deutschlands stehen, sind eingeladen. Be- sprechung über die bevorstehende Stadtverordnetenersatzwahl. Soziales. Acrztc und Kraukenkassen in Berlin. Mt Ende dieses Jahres läuft der Vertrag ab, der im Jahre 1914 zwischen dem Zentralverband der Kassenärzte Groß-Berlins und den Krankenkassen abgeschlossen worden ist. Es schweben be- reits seit einiger Zeit Verhandlungen über einen Neuabschluß, die aber bis jetzt recht wenig Aussicht auf Gelingen zeigen. Die Aerzte verlangen sine Erhöhung der Pauschale auf 12 M. je Jahr und Mitglied und 3 M. für Sonderleistungsn, zusammen also 15 M. statt seither 5 M. Kassen, die mehr als 26 Wochen Kranken- Hilfe leisten, sollen 15 v. H. Zuschlag zahlen. Für freiwillige Mit- glieder find 20 v. H. Zuschlag zu gewähren. Bei Erweiterung der Bersicherungspflicht haben neue Verhandlungen zwecks Honorar- erhöhungen stattzufinden. Zu diesen Forderungen materieller Art kommen noch eine Reihe solcher, von denen die Kassen behaupten. daß die Berliner Mitglieder und Vorstände auf Gnade und Un- gnade den Aerzten angeliefert würden. In den bisherigen Wer- Handlungen haben die Kassen bereits eine Kopfpauschäle von 7,50 Mark und 1 Mark Teuerungszulage geboten, was aber die Aerzte abgelehnt haben. Auf der anderen Seite wünschen die Kassen nach den Mitteilungen des Sanilätsrats Dr. Sternberg in der„Ber- liner Aerztekorrespondeuz" angeblich, daß keine Vertreter der freien Arztwahl im Wahlausschuß imd im Schiedsgericht tätig fein dürfen. Ferner sollen kassenärztliche Verträge der Vertragskoni- nrission der Aerztekanrmer oder irgendeiner anderen Körperschaft weder zur Genehmigung noch zur Begutachtung vorgelegt werden, während die Berliner Ortskrankenkassen, die dem Hauptverbande der Ortskrankenkassen angehären, die Verpflichtung eingegangen feien, vor Vereinbarungen mit den Aerzten das Gutachten des Verbandes einzuholen. Demnächst würden sich die Aerztekammern mit der Frage beschäftigen. Vergleichsweise sei darauf hingewiesen, daß in Leipzig, dem Sitze des AerzteverbandeS zur Wahrung ihrer wirtschaftlichen Interessen, die Allgemeine Ortskrankenkasse bei ausgedehn- ter Familienhilfe, also Gewährung von ärztlicher BeHand« lung und Heilmitteln an die Angehörigen der Mitglieder, nur eine Pauschale von 8�0 M. je Jahr und Mitglied zahlt. Dagegen ist bei den 15 M., welche die Aerzte in Berlin fordern, derartige Familien Hilfe nicht mit eingerechnet. Wie bei den Leipziger Honoraren die Aerzte trotzdem auf„ihre Rechnung" kommen, geht daraus hervor, daß im Jahre 1917 von der Ortskrankenkasse Leip- zig eine Anzahl Aerzte 18 000, 19 000, einer sogar 22 600 M. Honorar erhielt. Daneben haben die Aerzte noch Einnahmen aus Privatpraxis, der Unfall- und Invalidenversicherung, der Stadt usw. Wenn die Berliner Kassen das gleiche Honorar wie in Leipzig gewähren wollen, gebon sie in Wirklichkeit ganz bedeutend(etwa ein Drittel) mehr, weil in Berlin die Familienhilfe aus- geschlossen ist._ Wer entschädigt den Unfallverletzten? Der Fuhrherr R. in Königsberg i. Pr. hatte für den Militär- ftskus den Transport von Granaten übernommen. Um ihn be- wältigen zu können, hatte er eine Reihe anderer Fuhrwerksbesitzer, u. a. den kleinen Fuhrunternehmer S. in K.(der zwei Pferde und einen Wagen hatte), angenommen. Als Lohn erhielt S. von dem Großunternehmer R. täglich 1 8 M. An einem Tage fand wäh- rend des Transports eine schwere Explosion der Geschosse statt, durch welche dem S. der linke Arm vom Rumpfe weggerissen wurde. S. wandte sich an die Fuhrwerks-Berufsgenossen- schaft. Diese wies ihn ab:„da er— S.— kein versicherungspflichtiger Arbeiter, sondern«in„selbständiger" Unternehmer sei, als solcher habe er es unterlassen, sich selbst zu versichern". Gegen diesen Ablehnungsbescherd legte S. Berufung ein. Zur Begrün- dung führte er aus, daß er als„selbständiger" Unternehmer nicht gelten könne. Er habe sich durchaus in einem Abhängigkeitsver- hälttris befunden. Er habe nicht nur den Anforderungen des R. Folge leisten müssen, sondern auch den Befehlen des Vertreters, des Militärfiskus, beim Transport. Unter solchen Umständen könne von„Selbständigkeit" keine Rede sein. Auch der Lohn, den er von R, für seine persönliche Tätigkeit und für die der beiden Pferde erhalten bade, entspreche nur dem Tagelöhner und der Aufwendungen für die zwei Pferde. Ein Unternehmergewinn könne dabei gar nicht in Betracht kommen. Das Oberversicherungsamt in Königsberg hat die Berufnog indessen zurückgewiesen. In den Urreilsgründen wird folgendes ausgeführt: „Das Abhängigkeitsverhältnis zu R. ist aber keineswegs c» derartiges gewesen, daß diese selbständigen Fuhrleute dadurch zu Arbeitnehmern im Sinne der ReichSverficherungsordnung wurde». Denn keiner der Fuhrleute ist irgendwie ihm fest verbunden gc- Wesen, die ihm von R. aufgetragenen Fahrten zu machen. Es sei öfter vorgekommen, daß er nicht alle Gespanne, die sich meldeten. hätte beschäftigen können. In solchen Fällen hätten die über- zähligen Gespanne zurücktreten und sich andere Beschäftigung suchen müssen. R. selbst habe mit dem S. dahin Vertrag gc- schlössen, daß er für ein von ihm gestelltes Fuhrwerk 18 M. erhalle. Au? diesen Bekundungen des Zeugen R., die zu irgendwelchen Bc- denken keinen Anlaß geben, geht hervor, daß S. dadurch, daß er Fuhren im Auftrage von R. übernahm, nicht dessen Angestellter wurde, sondern seine selbständige Tätigkeit behielt. Es ist dem Kläger zuzugeben, daß Fuhrwerksbesitzer unter Umständen Ar- bester desjenigen Betriebes»verden, für den sie Fuhren leisten. In diesem Falle muß aber verlangt werden, daß diese ursprünglich selbständigen Fuhrhalter ihre Selbständigkeit dem betreffenden Bc- triebe gegenüber vollständig aufgeben und sich verpflichten, alle anderen Fuhren abzulehnen, wie es in der Entscheidung des Rsichsversicherinigsamts, Amtliche Nachrichten 1899, Seite 221, Nr. 1714 zum Ausdruck gekommen ist. Im vorliegenden Fall hatte aber der verunglückte S. sich nicht derart dem Fuhrhaltereibesitzer R. zur Verfügung gestellt, daß er seine Selbständigkeit aufgegeben hatte. Kläger wäre tatsächlich berechtigt gewesen, wenn R. ihm den Auftrag gab, vom A. Geschosse abzufahren, diesen Austrag als zu gefährlich abzulehnen. Ebenso wäre er berechtigt gewesen, einen Auftrag deS R. nicht auszuführen, wenn et Gelegenheit gehabt hätte, mit einer anderen Fahrt noch mehr zu verdienen, als ihm R. zugesichert. Auch der Hinweis des Klägers in seiner Einspruchs- Verhandlung darauf, daß cr beim Geschosse abfahren an die Wci- jungen des von der Militärverwaltung gestellten Schirrmeisters gebunden sei, begründet nicht ein derartiges Arbeiisvcrhälwis, daß er seine Selbständigkeit als Fuhrherr aufgab. R. erschein: vielmehr als Vermsttelsmann, der dem Kläger Arbcstsgelcgenhett für fein Fuhrwerk verschaffte." Leider bat auch das ReichsverstcherungSamt, das S. angerufen hatte, den Rekurs zurückgewiesen. Der erkennende Senat hatte keinen Anlaß, gegen die Entscheidung des Obcrversicherungs- amts vorzugehen, da dieses die Sach- und Rechtslage richtig gc- würdigt hat. Uns will bedünken, daß die Gründe deS OtberversicherungSamts doch recht fadenscheinig sind. Mit dem„hätte können" und„war: berechtigt gewesen" ist nichts anzufangen. Das Urteil zeigt u. E. nur eine völlige Weltfremdheit gegenüber den wirklichen Verhüll- nissen in der Praxis. Es wird deshalb von dem einfachen Manne auch nicht verstanden werden. Indessen dieser kleine„selbständige F uh nrnternebmcr" ist durch daS Unglück an den Bettelstab gebracht, seine Existenz vcr- nichtet. Wird nun der Militärfiskus einspringen und dein Per- letzten eine Rente gewähren? Denn schließlich ist S. doch auch ein Kriegsopfer!_ Gerichtszeitung. Zuchthaus für de« Aukauf von SchlcichhandelSware? Es bandelt sich mn die weiteste Kreise interessierende Frage, ob fick der Wortlaut der Hehlereiparagraphen 259 bezw. 260 St. G.B. auch auf den Käufer von Sdbleichhandelsware anwenden läßt.§ 259 handelt von der einfachen Hehlerei, die mit Gefängnis, Z 260 von der gewohnheitsmäßigen Hehlerei, die mit Zuchthaus bedroht ist. Die Staatsanwaltschaften und verschiedene Genchie gehen bei Anwendung dieser Paragraphen von folgenden Gesiwiö- punkten aus: Wer heutzutage, wo alle wichtigen Lebensmiltcl rationiert sind, Mehl, Zucker, Fleisch u. a. tauft, muß siid un- bedingt sagen, daß diese Sachen nur durch eine strafbare Handlung, durch Schleichhandel oder andere Vergehen, er- langt sein können. Hierdurch sei aber der Tatbestand des Hcblerei- Paragraphen ersilllt. Noch schwerwiegender gestaltet sich die Sache. wenn sich ergebe, daß der betreffende Käufer in mehreren Fällen derartige Sachen erworben habe, da hier der Tat- bestand der Gewohnheitsmätzigkeit der Hehlerei vor- liege, für welche als Mindest maß ein Jahr Zuchthaus in Frage komme.— Tatsächlich sind auch schon mehrere Käufer von rationierten Lebensmitteln wegen Hehlerei zu empfindlichen Gcsängnisstrafen, in einem Falle sogar auch sckion zu Zuchthaus verurteilt worden. Zwei ähnlich liegende Fälle beschäftigte das Schöffengericht Berlin- Mitte. Wegen Hehlerei waren in dem einen Falle sieben Personen angeklagr. davon zwei der Polizei schon bekannte Schleichhändler, von denen die übrigen vielfach Lebensmittel und nicht unbedeutende Mengen geläutt haben. Einer von ihnen halte nicht weniger als hundert Zentner Butter gehamstert.— In dem anderen Falle richiete sich die Anklage gegen fünf Personen, welche„hintenherum" Roggen. Hafer nnd andere Körnerfrüchte erworben und als Pferdesutter verwendet haben.— In beiden Fällen erklärte sich das Schöffengericht für unzuständig, da in dem wiederholten Ankauf solcher Lebens- und Futtermittel, die nur durch strafbare Handlungen in den Ber- kehr gebracht sein können, der Tatbestand der gcwohnheits- mäßigen Hehlerei liege. Die Sachen wurden daher an die Strafkammer verwiesen._ Die diebische Frau Postillionin. Zu empfindlichen Gefängnis- und Zuchthausstrafen wurde ein diebisches Ehepaar von der 7. Straskommer des Landgerichts I verurteilt. Wegen Diebstahls in Verbindung mit Amtsunterschlagung waren der schon vielfach vorbestrafte Tischler Karl Keim und besten Ehefrau, die ebenfalls schon vorbestrafte frühere Postillionin Marie K. geb. Schulz an- geklagt.— Der Angeklagten K. war es trotz ihrer etwas zweiiel- haften Vergangenheit möglich geworden, bei der Postbchörde eine Anstellung als Postillionin zu erlangen. Wie die Per- Handlung ergab, mißbrauchte sie diesen Vertrauensposten in Gemein- schaft mit ihrem Ehemann zu umfangreichen Paketdiebstählen. Diese Diebstähle wurden in der Weise ausgeführt, daß die An- geklagte in eine wenig belebte Straße fuhr und ihrem dort wartenden Ehemann mehrere Pakete zuwarf.— Das Gericht war der Ansicht, daß gegen derartige Räubereien im Jnteresie der Sicherheit der Postbeförderung mit aller Scbärie des Gesetzes vorgegangen werden müsie. Das Urteil lautete deshalb gegen die Frau K. auf ein Jahr Gefängnis und gegen den Ehemann aus zwei Jahre Zuchthaus. Außerdem wurden beide Angeklagte wegen Flucht- Verdachts sofort verhaftet. Humaniftifche Gemeinde Berlin. Am Sonntag, den 19. Mai. nachmittags 6 Uhr, findet w der Aula der Friedrich-Wcrtcrfchcn Oberreal- Ichule, Niederwallstr. 12, ein Vortrag des Herrn Dr. Rudolf P e n z i g iiber:„Volkesstimme— GottcZsttmme- statt. Gäste, Damen nnd Herren, willlommcn. öriefkasten üer Reüaktl'on. Alter Abonnent und M. lOO. Die Verfügimg bezieh! fich darauf. daß die über 42 Jahre alten Mannschaften ihrem Alter und ihrer Kinder- zahl entlp rechend aus dem Frontdienst zurückgezogen werden sollen.— H. 30. Ein solches Gesuch hat tcinen Zweck, da Befreiung vom Militär- dienst in dem Falle nicht erfolgt.— K. F. Berlin. Nach Ihrer Dar- slellung hätten Sie noch Anspruch aus Gehalt für den Monat Mai. Sie könnten deshalb Klage beim KausmannSgericht einreichen.— M. B. 800. Sie haben das Recht danach zu sragcn, tonnen aber eine Antwort gesetzlich nicht erzwingen. Wenn Sie Belege haben, könnten Sie aus Ebescheidunz Nagen.— I. H. 180. Da können wir Ihnen auch keinen Rat geben. jedenfalls kann Einziehung zum Militär beim Arbeitswechsel in dem Falle ridfif erfolgen.— C. K. D!e Gemeinde kann zur Zahlung der Nnter- slützung nicht verpflichtet werden. Die Unterhaltungspflicht liegt der Äuttcr ob, wenn der Vater nicht zu ermitteln ist.— O. T. 1000. Fa. — H. B. K7. Anspruch auf Mietsunterstützung kann jetzt nicht mehr er- loben werden, das hätte längst geschehen müssen, ebenfalls erfolgt Nach« xahlunq nicht.— Heinz 1917. 1. Ob Sie mit dem Leiden selddienstsähig sind, können wir nicht wissen, das entscheidet der Militärarzt. L. Der Denk- siein bezeichnet nur den Tatort, nicht die Begräbnisstelle.— Ida 100. r>a, wenn die Betreffende ein steuerpflichtiges Einkommen hat.— Kraftfahrer 100. U. 25. sind die Eisenbahnbediensteten von dort noch nicht zurückgekehrt.— G. N. Sie können zu militärischer Dienstleistung wieder eingezogen werden. Von der Rente wird Ihnen ein Teil gewährt.— — Aha. Richten Sie eine Anfrage mit genauer Angab« der Personalien Uhrer Freundin an das Einwohnermeldeamt zu Elberfeld-Barmcn.— ! otterieltste 55. Das erfahren Sie bei Ihrem Lotteriekollekteur.— R. 20. Nein.— P. K. 01. Staatliche Vorbereitungsschulen dieser Ort gibt es leider nicht, es kommen nur private Lehransialten in Betracht. — W. W. Bad Eilsen. Die Adresse lautet: Kriegswucheramt Berlin- Schöncberg, Aposiel-Pauius-Strasze.— Odin. 1. Darüber befragen Sie einen Spezialsachmann. 2. An diesem Tage war der.Vorwärts" verboten. — I. I. 150. Dazu brauchen Sie aus jeden Fall einen Paß, wegen dessen Ausstellung Sie sich an Ihre zuständige Polizeibehörde wenden müssen. lieber die beste Fahrverbindung, Fahrgeld usw. erkundigen Sie sich direkt bei der amtlichen Auslunstsstelle im Anhalter Bahnhof.— P. K. 100. 3. Wenden Sie sich unter eingehender Darlegung der Verhältnisse an die städtische Sirmendirektion, Am Mühlendamm t. 2. Versicherungsaktien- gesellschast.Volkssürsorge", Berlin SO 16, Engeluser 18 HL— Gefr. Ni. 97. RcichstagSabg. Daniel Stücken, Berlin-Friedenau, Feuerbach- siratze 16.— H. L. 78. Uni sind nur private Lehrinftitute be- lannt. Solche finden Sie im Berliner Adreßbuch, Teil IV, Seite 226. — B. 51. 1. Der Ebemarm muß die Ehelichkeit des Kindes durch Klage anfechten. Der eigentliche Vater kann schon jept zum Unterhalt verpflichtet werden. 2. Es ersolgt dann die Umschreibung des Namens. 8. Durch Mlage beim Amtsgericht.— Nrbeitcr-Gesangverein. Nicht sechswöchige Kündigung kommt in Frage, sondern nur daS Gehalt für den Monat Mai, das der Dirigent zu beanspruchen hall— O. B. 1. Der Kriegersrau wird dann vur die staatliche Unterstützung gezahlt, die kommunale Unter- siützung zahlt die neue Gemeinde nicht.— 1000. P. R. Sie könnten sür einen zum Militär eingezogenen Sohn Unterstützung beanspruchen, r.-um er nachweislich zu Ihrem Unterhalt beigetragen bat und wenn Be- bürstigteit bei Ihnen vorliegt.— P. H. 16. Nach Ablauf der 26. Woche würde, wenn vorübergehende Invalidität vorliegt, Krankcnrente gewährt werden. Ten ülnlrag müßten Sie beim VcrsichcruugSamt, Klosterstr. 68, einreichen.— H. B. 19. 205 M. monatlich. Die Frau hat keinen An- svruch aus Untcrilützung.— H. G. 1892. Der Urlaub muh zu diesem Zwecke nicht erteilt werden, besonder» dann nicht, wenn UrlaubSsperre ist. Sie müssen sich einstweilen gedulden.— E. H. 27. Wenn Ihnen der Krtegsschein verweigert wird, mühten Sie die Sache zur Entscheidung dem KricgsauSschuh Berlin. Liniensw. 85— 87, vorlegen.— Arm.-Sold. 102. Sie lönnten das Mietscinigungsamt wegen der Steigerung zur Eni- scheidnng anrufen.— A. K. 100. Die Mitteilung Ihres Bruders muh aus einem Irrtum beruhen. Kriegsgesangencn steht die Löhnung nicht zu.— Nr. 84 452. Urlaub kann nur durch den Truppenteil erteilt werden. Wie lange dort der Urlaub noch gesperrt ist, wissen wir nicht — Ff. N. 100. 1. Der Pfleger wäre dazu berechtigt. 2. Die Ellern' mühten einen Antrag aus Entlassung bei der Kommunalverwaltung ein- reichen. Bei einem abschlägigen Bescheid durch diese könnten Sic die Ent- schcidung des zuständigen VormundschastsgerichtS anrufen— Z. W. Nein. — C. K. 27. Der Sohn ist zu keinerlei Zahlung weiter verpflichtet.— 19. S. Sie müssen Ihre Entlassung beim Truppenteil verlangen.— H. M. 51. 1. Ja. 2. Die Unsallverficherung könnte Einsicht in diese Allen nehmen. 3. Wahrscheinlich nicht.— Borarbeiter 12. Air würden fthnen empfehlen, in solchem Falle Beschwerde bei der Feldzeugmeisterei einzulegen.— W. 86. 1. Sie müssen sofort wegen Weiterzahlung der Rente mahnen. 2. Ja.— 31. B. 100. An den Kompagniejührer.— lLaudskuccht. 1. Die Unterstützung soll während dieser kurzen Zeit nicht in Wegsall kommen. Es würde sich aber empfehlen, es bei der Gemeinde zu melden. 2. Ansprüche aus Gebühruisse haben Sie während dieser Zeit nicht. 3. Zum Frnntdienst sollen Sie nicht mehr verwenoet werden, Sie können aber in die Etappe kommen.— A. B. 45. Ja.— Buch 29. 1. Die Post hastet in diesem Falle nicht sür den Schaden. 2. Eine Siche- rung dafür gibt es nicht.— 9)1. 100. Ihre jetzige Gemeinde wird die Unterstützung nicht mehr zahlen, und die Gemeinde, in der Sie Ihren neuen Wohnsitz nehmen, wäre nicht verpflichiet zur Zahlung.— tsi. P. 1. Nein. 2. Ja. Z. Die Stempelfteuermarke müssen Sic von einem König! Preußischen Stempelvertellcr entnehmen.— Sl. 200. Ja. — O. G. 154. Die Abmeldung be: der Kasse müssen Sie besorgen. Die Abmeldung tonnte schrisllich erfolgen. ES wird jetzt notwendig sein, daß Sie bei der Kasse persönlich vorsprechen.— K. H. 8. Die Firma ist dazu sicher nicht berechtig! Sie können der Polizei davon Mitteilung machen. Vemßnftilze tebensmittelversorguna! Gerechte Eleuervetteiluna! baldiger und dauerhafter Friede! Das find die drei Wünsche, die dem deutschen Volke am Ä erzen liegen. Wer dazu beitragen will, daß sie erfüllt werden, der schließe sich der Partei an, die den Völkerfrieden, Vernunft und Gerechtigkeit auf ihr Panier geschrieben hat. Dieses ist die SoMdemokraMe parte! SeuMlands! Ich erkläre hiermit meinen Beitritt zur„Sozialdemo- kratischen Partei Deutschlands". Name:_____________________________________ Geburtsort und Tag:— Beruf:------------------ Genaue Adresse:___________ Dieser Schein ist ausgefüllt an Th. Fischer, Berlin SW. 68, Lindenstraße 3, zu senden. Eingegangene Druckschristen. In französischer Hölle. Von Karl Fischer, Boll«. PickardL Verlagsbuchhandlung, Berlin NW 6. Wie soll mau wandern 7 von Engelbert Graf.— Verstopfung «nd Durchfall, Darmkatarrh und Ruhr. Von Dr. I. Zadel. Hest 4t der Arbeiter-Gesundheiis-Biblioihet. Verlag Buchhandlung Vorwärts, Paul Singer G. m. b. H., Berlin SW 68. Preis 40 Pf. pro Exemplar. Grgenwartsfrage» des Völkerrechts. Von Dr. Karl Sirupp. Verlag Friedrich Andreas Berthes A.-G., Gotha. Preis 2 M. KrirgsmarxismuS. Beleuchtet von Karl NautS ky. Verlag der Wiener Volksbuchhandlung Jgnaz Brand u. Eo., Wien VL Gumpendorfer Str. 18. 2,40 Kr.(1,60 M.). Weltgartrn. Gedichte von Konrad Bänninger. 4M.— Der Kampf um den nrurralistischeu Gedanken in der eidgenössischen Bersassung 1231—1848. Bon HanS Nabholz. 1,80 M. Verlag Ziascher u. Cie., Zürich. Tüngemittel-Merkblatt, Dadakbau-Merkblatt, beide von Di- rettor Lambergcr. Verlag Gustav Winters Buchhandlung Franz Quelle Nächst Bremen, je 25 Pf. Ueber Wirtschaftsbnnd nnd Hppothekcnschutz. Verlag des Schutz- Verbandes sür Deutschen Grundbesitz(E. V.), Berlin W 8, Taubenstr. 44/45. WettcrauSsichte» kür das mittlere Norddeutsetiland dt» Freitag mittag. Ziemlich warm, im Nordosten trocken und überwiegend heiter, in den anderen Gegenden vielsach wolkig und strichweise Gewitter- regen. ??ewknnckt:szug bor lt. Vrenfiifch« Süddrutfche» (�37. KöutzUch Vreußifchcn) Klnssenlstterk» ü. Klasse 7. ZiehungStag!S. Mai 1318 Auf jede»ezogeii, viuwn-er sind zwei nleich Vöde Gewinne gefalle», und zwar je einer auf die Lese gleicher Nummer tu de« beiden Stbteilnngeu 1 und It (Ohne Gewähr« St.-A. f. Z.)(Nachdruck verboten) In der VormittagS-Zichung wurden Gelvlune über 240 Mk. gezogen: 6 Gewinne zu 10 000 ML 66599 186333 134988 2 Gewinne zu 5000 ML 170694 70 Gewinne zu 3000 ML 643 12001 16571 45463 48229 60486 60775 62895 70774 73171 76299 89585 94223 95899 108534 111766 112654 113051 117006 126875 131921 140720 142908 150802 156625 159138 164571 168426 180082 180623 202303 205976 217091 218020 223499 160 Gewinne zu 1000 M. E53S 10074 13451 16981 20318 21269 28334 29687 32597 34597 87535 41101 47794 53521 65353 65706 64638 65504 69386 74351 76058 78866 87237 87813 89959 91112 94709 95385 102214 107653 109531 109745 110069 110628 113160 113550 114254 125406 127895 128156 129612 134366 137372 138139 140553 141435 143035 143425 144872 150975 152365 154834 155456 155838 168915 166385 182623 187385 189478 191207 193117 193829 193894 195498 196010 201983 205559 206954 209222 211929 213484 214427 214850 215938 220654 220741 222100 223384 225646 231495 206 Gewinne zu 600 ML 630 7572 6902 9459 12831 13806 16976 17371 17941 22050 22403 30813 41926 60205 62028 55607£6931 56303 65082 66614 69561 70149 72278 74178 75019 82172 81002 88062 91117 96696 93244 98710 99772 99838 103698 105476 106513 109854 112296 114379 116069 124747 125486 126263 126555 126917 127909 135244 136871 137309 138847 139179 141679 141692 142026 142816 145236 145894 1461 15 148823 155632 166991 162000 162960 167859 168981 168992 170502 170958 170984 175642 190590 191545 192119 194648 196018 197299 197651 199925 202119 202784 205659 206590 207110 207842 210027 210692 211161 211226 214788 215787 216768 217137 223317 225355 225604 226120 229923 231672 232021 232888 233904 In der Nachmittags«Ziehung wurden Gewinne über 249 ML gezogen: 2 Gewinn« zu 10 000 ML 68265 6 Gewinne zu 6000 ML 118682 150770 167258 52 Gewinne zu 3000 ML 2610 28540 47042 48209 66227 70151 68207 94358 98829 112612 117915 136692 139284 149446 152303 157954 169080 190839 192777 195850 203545 212963 219433 229591 230698 233732 148 Gewinne zu 1000 Ml. 8282 3996 6201 8446 12914 15168 15499 15641 16683 24688 27908 28093 35623 36926 37235 41008 41358 41982 55041 66089 63285 63372 66338 74343 74764 83130 83333 84095 84217 86562 90901 92331 92819 93309 97156 99135 100696 106002 107003 108049 113551 115871 119644 122574 126384 128790 134754 135124 140808 142669 145046 157448 158180 158779 162828 168568 168733 169610 171116 177146 182547 183512 187960 193360 199913 200497 207358 211075 211285 2X1411 214814 219337 226509 233191 200 Gewinne zu 500 ML 3562 12449 12616 15101 15640 18591 21258 21291 24000 24949 28167 28449 32043 33268 35227 35674 45915 50170 50812 51836 61970 67097 69358 60244 62516 64004 65571 66559 68702 70135 72450 73731 74889 80691 81411 82467 83969 88843 90894 99232 101467 103409 107276 109544 109797 111847 112945 114669 116870 119902 126015 127299 131091 151411 161454 153136 163666 160009 160533 163144 164550 164720 165766 165948 167087 171631 173370 173403 178522 179581 181151 182150 182379 183988 184828 185465 186082 187267 188518 188785 190052 190270 192658 193930 194095 195506 196042 197388 201235 206908 208894 210982 212108 215681 2171X6 221708 223402 224339 231508 233055 Direktion Max Reinhardt. Dcntacheu Theater. 7'/,: Der BQrger als Edelmann. (äammcraplele. 8 Uhr; Üiumnriin. Volksbühne. Theater am BQIowplatz. Untergrundb. Sohönh. Tor. ('/, Uhr: Künlg Liear. Theater des Westens Allabendlich 7ll, Uhr: Leopoldine Konstantin m Oie Tänzerin. Theater|,nKöniggratzer Str. 7�/« Uhr: Die Schwestern nnd der Fremde. Komödienhaus T/t Uhr: Die Zarin. BerlinerTheater TV, U.: Blitzblancs Blnt. Paul Oöbel der Urkomische Chester Dleck Exotischer Radfahrakt „Durea" das fiiegende Piano sowie der �roße Mai-Spielplan! Theater für Donnerstag, 16. Mai. Central-Tkc.uter Kommandantenstraße 57. 71/,: Die Ouardasittrutln Dentsches Opernhana 7 Uhr: Z.50.M.; 7 ßie verkaafie Graut Friedrlch-Wilhelmst. Theater Tv.uhr: Das DreMerllm Kleines Theater s uhr: Die Hausdame, Komlaehe Oper TV- SeiiwarzwalilaillieL Ejastsplelhanu T/, Uhr; Die blonden Mädels 7. Lloilentiot BesldenB-Thcater Titühr: Der junge Zar. Metropol-Theater Die Rose too Stambol. TL Uhr: Neues Operettenhaus 7»/, uhr: Der Soldat tlerMarie. Schiller-Theater O 7'„ Uhr: Schiller Th. Charl. nt uhr: Ein Erfolg. Thalia-Theater tj�luterderbliliEndenLiiide Theater am Nollendorfplatz 31/, Uhr: OtheUo. 7 Uhr: Rose-Theater. 71/« Uhr: Bachstelzchen. Walhalla-Theater. 7st. Uhr: Donanliebchen. Täglich 71/, Uhr: Das große Zirkus- Programm nnd zum Schluß: Frühlingsspiele mit den lustigen WusNerszcnen! HfibelCohn im oeten Gr. Prankfnrter Str. 58 im Norden; Badstrasse 47-48 NöbeMCredit an jedermann. Geringste Anzahlung, kleinste Abzahlung. Speaial Itfit: 1' i. 2-Ziininer-EiDrichtungen einzelne Mifcel, farbige Küchen. Crosse Auswahl komplett aufgestellter Schlaf-, Wohn- und Speisezimmer. Riesen- Auswahl— Billigste Preise Sehr kulante Bedingungen Grössts Bücksicht b. Krankheit aArbeitslosigkeil Lleteruno'rel Hans."90(1 Kriegsanleihe nehme gern als Anzahlung. KrlcGBbeschädlgte und Vorzeiger der Anzeige erhallen Extra- Rabalt, 2. Feiertag 8—10 geöffnet NATION AI.-THE ATEM Cöpcnioker Str, 68(früher Deutech-Amerikanisches Theater) Oöpenicker Str. 68. Tagrllch 7»/, Uhr: Uraufführung! Mäus'chen.=5= Milit&rachirenk von Müller-Malberg, Texte von Willi Steinberg. Musik Walter Bromme. Bekrnt Rübstiel: Karl Wessel. Tänze: Ballettmeister Kansrelsdorff. VarletA- nnd I-lchtsplel-Theatcr Schlojibrauerei Schoneberg Haupts tr. 128/123. Direktion: Ernst Kpftmep n. James Meyer. Sfy Hento KPofies Mllltürkonzert"■StQ Eisenbahn-Regt. I, KgL Musikmeister R. Kapilain. Außerdem VarletA und l-icbtsplelc. 1. Pfingstfeiertog: Fpfihkonzcrt. ThEater dEr Friedrichstaiit Ecke Friedrich- n. Linienstr. Nord. 8650. Täglich 7'/,: Familie fiannemanti. Hans Junkermann, v. MBIIendorff Alice Torning, Richard Georg. _ frSsi Branaenstrisse 1 [(fr a Si- Frankfarter Allee 350 aJT-W — sodfn� Kottbaser Deans 103 !*=�Cliarlbg.,Scbarreast[.5j liofert gegen bar auf Teilzahlung *m oOnstlgaten lÄhlnng# beding«eng©* Damenkostüme, KostümrQcke Seidenkleider, Mantelkleider Seidene Mäntel, Taftjacken Seidene Blusen, Damenhüte VamelinieHiirrefl-Paietots in nur srutan Qualitäten Gehrock-, Smoking-, Frack-Anzflge Chauffeur-Anzüge, Lüster-Jacketts Bunte Westen, Zylinder-Hüte � fir...« Au wa tl m�rilen�Farben und StBwn"� Sachgemflsse Bedienung erlelehtert den Elnknnt In den einzelnen Abtellnngen 2 Theater | Prledrlchst. 218( ?sul n\ ISeßksrs Oeutschlands 1 bester Komi her£ sowie 12 erste l7ariet6- Attraktionen 1 j Sonntag 3'/, Uhr jeder[ | Erwachs. 1 Kind frei! ÖMSI Kastanienallee 7— 9. Ab 1. Pfingsttag täglich 4'/i Uhr 30 DolleMMelll. Grohe Possen-Neoue in 6 Bildern v. Max Horst u. Harry Schreyer. Dazu: die grnSart. Spezialitaten «lm 1.«. 2. Pfingstseiertag: ßroßE MUilär-Frilh-Köiizerts. Ansang 6 Uhr. Casino-Theater Lothringer Str. 37. Tägl.'Iß U. Nur noch kurze Zeit da? heitere Familienbild Annans Tranm. Vorher erstkl. Spcztalitäten. An allen Feiertagen 4 Uhr: Maienzauber.__ Reichshallen-Theater.! Allabendlich 71/, Uhr: IMner Sänger.| j Reichshallen-Saal 71/, ü.; Große» Blüthgen-Konzert. Trianon-Theater Bhf. Frledriohstr.Ztr. 4927. 2391 'ItS Zum 156. Male: Der Mensschfilor. Wüst, KaiBer-Titz,Bildt,l'Tink Donnerst,'/«i kl. Pr.: Rotkäppch, Admiralspalast. |DiePriiizesslfl?onTragant| Sajdab Deutsche Tänze 7'/. Uhr. 2.3.4.5. 6 M. In Freien Stunden Romane«nd Srzähwn- gen für das arbeitend« Boll. Pro Sbtft 15 Pf. Llllyhandlnng vorwärts Verlw SW., LwdenflrA. Der � IN! las" ein leid« graues Spiel täglich 7 V, Uhr abends Palast-Theater am Zoo TWini•- KsS WZ?- SiA IstzkssM enGrechenS-!a BszvA SN?«Ksm AllSwahs auf de? Höhe mifsre? LeisiKNgsfäHigkeit angelangt. Was imme? Ihnen für 0ss Fssi begehrensweTi er. scheint, sei es ein duftiges Vas�kleid. ein festes Seidenkostüm, ein flotter Seidenmantel eine zarte'Bluse oder ein leistet Seidenrock, Öle finden es jetzt bei uns in Hütte und Fülle i Keuttcher metallarbelter- Oerband. ;j Verwaltungsstelle Berlin. i Den Mitgliedern zur Nach. i richt, daß unser Kollege, der i| Metallarbeiter Ernst Plotzki Hussitenstr. 41 am 13. Mai gestorben ist. Die Einäscherung findet am 20. Mai, vormittags l 1 Ubr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Rege Beteiligung wird er- wartet. JSaclKral«. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser ' Kollege, der Schlosser «fex Funke am 8. Mai an Lungenleiden gestorben ist. De» Mitgliedern serner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbester Otto Sebön Neukölln, Steinmetzstr. 54 am 9. Mai gestorben ist. (schte ihrem Andenke» l >11/20 vie Ortsverwaltung. Deutlcber i Cransportarbeiterverband. j BezirkSverwali. Groß.Berlin Den Mitgliedern zur Nach- I richl, daß unser Kollege, der | Lagerarbeiter Emil Hulsch I am 11. Mai im Alter von | C6 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet am I Donnerstag, den 16. Mai, nachmittags 4'/, Uhr, von der Leichenhalle des Barths- lomäuS-KirchboseS, Weigen- iee, Falienberger Straße, { aus statt Um rege Betelligung wird ! ersucht .«ranken-, Llerbe- und | ZuicbuBkane für männl. Personen aller Berufe Grcß-ßerlin. Am 13. Mai 1918 verstarb | unser Mitglied Georg Schloß Hutmacher. ! Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet ! am Sonnabend, 18. Mai ( 1918, nachmittags 3 Uhr, aus dem Ostsriedhos in I'.1 rcnSselde statt 285/ 1'j Der Borstand. Dkuksagiilig. Für die herzliche Teilnahme und vielen Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau sage allenBerwandten, Freunden, Gästen, dem Sparverein»Ge- mütlichleit" und dem Verband der Töpser Deutschlands meinen herzlichsten Dank. 198A Oer trauernde Gatte Frilz Wolff. nOCOJIbCTBO pOCCiräCROl coipMcmeciroI(JjeflepaTiBHol COBBTCKOH PeCnyÖJIHKH Bepann, 29 Anpiiw 1918 | Am Mittwoch, den 8. Mai£ 1918, verschied unser treues Mitglied s300/6 Hermann Sehende! Triststraße 1. Die Einäscherung findet am Donnerstag, den 16. Mai, nachmittags 5 Uhr, im Krc- I matorium Berlin, Gericht» straße 37/38, statt. Friede feiner Asche! Am Sonntag, den 12. Mai, nachmittags 5'/, Uhr, ent- schlief sonst nach langem schweren Leiden meine in- nigstgelicbtc Frau, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante rnui Klara Geißler im 60. Lebensjahre. Im Namen der Hinter- bliebenen L270b Gustav Geißler, SW 29, Nostizslraße 11. Ot HMCHH PoCCHflCKÖÖ ComtaiTHCTHHeCKOfl OenepaTHBEGÖ Co- BeiCKoö PecnyßjHKH, �OBoaty ä® CBeflemw bcbi BOCHHomeHHHx h HHrepHwpoBaHHHi pyccKHi rpaiKjaH. eto b CBaaH c paTH(J)iiKan,Hen MHpnaro Äoroßopa Me»ay Poccnea h PepMaHHea, aaigirra h aaCorn o BoeHHonjieHHHi e HHTepHnpoBaEHHX rp&ECABHax c 1 Maa cero rona nepexomrr ot HcnancKaro IIoconiCTBa b sejeHHe PoccuflcKaro Ho- COJIbCTBa. IIOCOJILCTBOM PoCCHÄCKOfl PecnyÖHEKH npeflnpUHIIMaiOTCa Bce marn k xony, htoöh ycKopHTb Bam orfeaa: sa Po�HEy, a Taicace oCnerEHTb Bamy ynacTb. IIpHBOT Bbm ot PaöoEaro h Kpecn>ÄHCKaro UpaBErejitCTBa PocchhI PoccHttCKHö nocoA A. lochche. Arrarae no Ae-ia.M bochhoiuichhmx Ccmkob. Botschaft der Russischen sozialistischen föderativen Sowjets- Republik Berlin, den 29. April 1918, Im Namen der russischen sozialistischen fBderativen Sowjets-Republik bringe ich allen kriegs- und zivilgefangenen russischen Bürgern hiermit zur Kenntnis, dass auf Grund der Ratifikation des Friedensvertrages zwischen Russland und Deutschland derSchntz derinteressen der sich in Deutschland aufhaltenden russischen Bürger am 1. Mai d. J. von der spanischen Botschaft auf die russische Botschaft übergegangen ist Die Botschaft der russischen Republik trifft alle Massnahmen, um die Rückkehr der Kriegs- und Zivilgefangenen in die Heimat zu beschleunigen und ihre Lage zu erleichtern, Gruss von der Arbeiter- und Bauernregiernng Rnsslandsl Der Russische Botschafter A. Joffe. Der Attach6 für Angelegenheiten der Kriegsgefangenen S. Semkow. » Hautjucken (Krätze(wirksames A Spezialmittel " 6 ü. Sopp. Portionen(2 Pers.) 10 M. LApaULLaoeosteluVerLSpreinJwii L44 ZaMsD.A.Löser,; Rosenthal er ___________ Str.«0 nahe Rosenthal. Platz. 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In den Ausgabestellen des Vorwärts zu haben. Spezialarzt Dr. med. Coieman FrieMstraße 91/92 ander Dorotheenstr. Syphilis, Haut-, Harn-. Geschlechts-, Frauenleid. Sex. Neurasthenie. Kürz. Beb. ohne Berufsstörung. Teilz. Harn- u. Blutuntereachungen Sprechst. 10— 1, 5— 8; Sonn- 143L MSoMemltiilse im MelMies. Von Dr. Sd. David, M.d.N. Z Au« dem Inhalt: Unser« Sr- Narungen im Reichstag und! ihre Beträftigung durch die so-> zialdcmokraUsche VoltSmasse., WaS wir immer betont haben.' Konnte die Sozialdemokratie; den Krieg Verbindern? Die ltr- fachen des Kriege«. Die diplo- malisch« Schuldtrag«. Die Grö» ße der Gefahr. Di« Stellung- nahm« der Sozialisten in den, Weftstaai en. Di« russische Tat-, tU und Theorie. Ration und Intern attonaie. Preis2M. Porto 20Pf. s Buchhandlung Vorwärts Berlin SW K8, Andenstr.Z und � in allen Ausgabestellen de« Vorwärts. Blüfflen- und Kranziiinderci v°n Robsrl Meyer, Snh.: P. Golletz• UarianDenstr.S. Tel. Mpl. 10303 die durch Teegefabr derursachkn Serkufie ein. Hiernach vmfatzt die seit 1817 bis Ende März IS 18 vernichtete feindliche und neutrale Bruttoraumte 7749133 Tonnen. Nach amt- lichen deutschen Zahlen beläuft sich daS Gesamtergebnis de-Z U-Boot-Krieges ohne die Verluste durch Seegefahr in der gleichen Zeit auf 11398800 Tonnen. Aus dem Unterschied zwisckien den deutschen und den englischen Angaben ist milhin zu schließen, daß die englische Handelsflotte außer den von der briti- scheu Admiralität eingestandenen Verlusten mindestens weitere 3349367 Tonnen Bruttoverluste erlitten hat, welche Schisse betreffen, die im Dienst der Marine und des Heeres fahren, also Munitions- und Truppentransportdampfer, Lazarettschiffe. Wachfahrzeuge u. a..Daily Telegraph" vom 2t. März wies darauf hin, daß die amtlichen englischen Verlust- angaben diese sogenannten Marineverluste nicht enthalten. Der zweite Sperrangriff auf Gftenöe. London, 14. Mai.(Reuter.) Die Admiralität hat einen ansführlichen Bericht über den zweiten Versuch, den Hafen von Ostende zu blockieren, veröffentlicht, der zum Schluß sagt: die Offiziere, die die Operation ausgeführt haben, behaupten nicht, daß der Hafen von Ost ende vollständig b l o ck i e r t ist, aber die Absicht, dem Feinde Schwierigkeiten zu bereiten, den Hafen für alle größeren Schiffe unbrauchbar zu machen und das Baggern zu er- schweren, ist vollständig erreicht worden. Seutstber Vorstoß am Vpverbach. B e r l i n, 15. Mai.