Nr. 138. 35. Jahrg. Bezugspreis: »terteNihr� 4�0 Mk. monatl frei ins Hau«. dorausP-hwar.Smzelne Nummern in Pia. PanbejUg � Monatlich ILV 3XL Unter Kreuzband für DeuliÄianb und Oesterreich- Ungarn L.— Ml.>ür das übrige Ausland <50 Mb monatlich. Versand ins Feld bei direlter vcltelluna monatl. IM) MI. Poiibeiiellungen nehmen an Düne- ttrarl. Holland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Eingetragen in die Post-.�eitungs-vreislist«. Erscheint täglich, relegrainm- Adresse: .Tozialdemolral lSerliu", Verlinev VolkSblslk. (lopksnnlq) Anzeigenpreis: DiessebengesbalteneKolonelzeiztloslet ijll Psg.„Kleine Si»zeigen�, das teligedritckie Wort 3ll Psg.(zulässig 2 seUgedruckle Worte),>ebes weitere Wort iL Psg. Stellengesuche und Schlafsiellenanzeigen das erste Won 20 Psg., sedeS wettere Wort 10 Psg. Worte über lü Buchstaben zählen sür zwei Wotte. Teucruttgszusäilag 20°� Fantilicn-Zlnzetgen, poittische uttd gewerklchaftitche Vereins» Anzeigen 60 Psg. die Zeile. Anzetgeit sür die nächste Nummer müssen bis 5 Ubr nachmittags im vaubtgoschüsi Seritn SW.68. lliudetistrnfjr' 3, abtegeben «erden. Geöffnet von 8 Uhr jrüh bis 7 Uhr abends. Zcntralorgan der fozialdemokrattfcben partei Deutfcblatids. Neöaktion: SN>. 68, Linöenstraße 3. Uern'vrcctier: Z!ml-?tr. 15190— 15197. PWMHMBBBBMWMIIili' � ff"'JTri"Ta— TTT Mittwoch, de« ÄS. Mai 1918. Expeüitton: SW. 68, Linöenstraße 3. ihernivrecher: Ann Morinvlan. Rr. 7S1V0— ISIS?. 9 iktawr k Hnnland. �etman Svmhuvuö. Stockholm, 21. Mai.(W. T. B.>„Svenla Dagbladet� erfährt interessonle Einzelheiten zur Ernennung Svinhuvudö zum Reichs- vorstand. Danach wurde ihm jene Macht übertragen, die nach der Regierungsform des FahreS 1762 dem Monarchen zukommt. Die Ueberlragung ist rein persönlicher und interimistischer Art. Am Pfingstsonntag nachmittag versammelten sich die Parteien, um die Angelegenheit noch einmal zu überlegen. Dabei leisteten die Agrarier besonders starken Widerstand und erklärten. die Regierung sei zwar sür die Monarchie. daS ganze Boll aber sür die Republik. Gegen die Einführung der Monarchie könne man eine neue Revolution erwarten, weil auch ein großer Teil der Armee unbedingt republikanisch sei. Mehrere Jungfinnen stimmten gleich» falls gegen den Senatsantrag, der zum Schlutz mit 44 gegen 23 Stimmen angenommen wurde. Herr Svinhuvud hat also sachlich die monarchische Gewalt, aber er übt sie nur interimistisch und persönlich. Natürlich, ein bürgerlicher Herr Svinhuvud kann doch im Bereich der gott- gewollten Abhängigkeiten nicht von heut auf morgen Monarch werden. Er ist also nur Platzhalter für den. der nach ihm kommt. Diesen aber wird man aus dem Lande nehmen, das allein auf der Welt so viele fürstliche Häuser besitzt, um nicht nur sämt- liche Länder dieser Erde, sondern auch noch ein paar andere Planeten mit Monarchen versorgen können, aus Deutsch- l a n d. In welchem Mahe man sich hiermit die Sympathien des finnischen Volkes erwerben wird, das sagt die obige von W. T. B. verbreitete Meldung so deutlich, daß wir es hier nicht näher zu illustrieren brauchen. Stockholm, 21. Mai. Sämtlilbe Guthaben de» russi» scheu Staates an Geld oder Waren bei den finnischen Bürgern innerhalb Finnlands sind durch Verfügung der Regierung be- s ch l a g n a h m r worden. Die nach russischen striegSgesetzen be« schlagnaimrlcti Güier sind freigegeben worden. Die Vermögen von Arbetterorganriaiionen und Sowjets in den vom Aufruhr berührten Gegenden können beschlagnahmt werde». Staatsprozeß gegen öen Cxzaren. Peterburg, 20. Mai. Das als„Nasche Slowo" wieder- erscheinende„Rußkoje Slowo" meldet aus Moskau: Eine bolschewistische Kommission unter dem Vorsitz Krylenkos ist als Gerichtshof über den früher en Zaren eingesetzt worden, gegen den Anklage auf Verursachung eines Staatsstreichs zur Acndernng des Dumaivahlgesctzes sowie auf ungesetzliche Verwendung öffent- licher Gelder und auf andere Vorgehen erhoben ist. Eine Eskorte lettischer Schützen ist nach Tobolsk entsandt worden, um den ehemaligen Zaren nach Moskau zu bringen. Bern, 21. Mai. In Bern traf aus Moskau über Berlin eine � diplomatische Delegation der russischen m a x i m a l i st i s ch e n Regierung ein, bestehend aus 11 Mitglieder«. An der Spitze der Delegation steht der Lette Jean Berzine. Ukrainisthe NinZsterernennungen. Kiew, 19. Mai. Der Sozial-�öderalist Doroschenko ist zum Verweser des Ministeriums des Aeußern ernannt worden. Professor S i e n k o w s k i ist zum Kultusminister und Geheimrat Lerche, früher Vorsitzender der Finanz- kommission der dritten Duma, an Stelle Supruns zum Direktor der Kreditkanzlci cruaniit worden.— Der ukrainische Regierungskommissar K o m o r n y in Odessa hat seine Eni- lassung genommen. Protest öer„ymnamts* gegen öie französischen Kriegsziele. Aus Genf erhält T.-U. unter dem 21. Mai folgenden relegraphischen Bericht: Die größte Sensation erregt Re- na u del in seinem Artikel �n der„Humamtö*. Er enthüllt, daß die ursprünglichen Abmachungen der Entente reinen Eroberungszielen dienten und stellt fest, daß sich die französische Armee run d w eg weigere, weiterhin für solche im per i a l i st i s ch e n Pläne ihr Blut zu opfern. Es sei nunmehr erwiesen, daß Frankreich nach den Vereinbarungen mit den Alliierten das linke Ztheinufer, Klcinasicn und verschie- denen Kolonialbesitz erhalten sollte. Die Regierung Frankreichs werde nunmehr hierüber der Volksvertretung gründliche Aufklärungen geben müssen. Ehe man ein Urteil über die Bedeutung dieses Artikels abgibt, wird man abzuwarten haben, bis er im Wortlaut vorliegt. «ach der Haltung der.Humanitü' m den letzten Monaten scheint Voller Erfolg i« der Verteidigung deS Kemmels.— Schwerste Verluste französischer Sturmtruppen.— Englische Reserven nicht zum Einsah gelangt.— 59 feindliche Flugzeuge vernichtet.— Leb- liafte Tätigkeit an der italienischen Front. Berlin, 21. Mai 1918, abend». Amtlich. Von den Kriegssd)auplätzen nichts Neues. Amtlich. GrvxeS H»«? t q» a r t i e r, ZI. Mai >918.(W. T. B.> Westlicher Kriegsschauplatz. Der Kcmmel war gestern wiederum das Ziel starker feind- iichcr Angriffe. Sie sind blutig gescheitert. Die Verteidiger deS Scmmel-Berges haben eine» vollen Erfotg errungen. An der Front von Boormczceic bis westlich von Dranvrter leitete stärkster Fcucrtampf die Jnfantericangriffe ein. Ihr Hauptstoß war gegen den Kcmincl-Berg und seine westlichen Hänge gerichtet. In mehreren Wellen brachen die vorn einge- sehten französische» Truppen vor. Jnsanteristische und artilleristisch« Feucrkrast brachte ihren Ansturm zum Scheitern und zwang sie unter schwersten Verlusten zur Umkehr. Oertlichr Einbrüche deS Feindes in unicre Trichterzonc wurden durch Gegenstöße wiederhergestellt. Ocstlich von Lokcr ist noch ein Franzosennest znrückgrbliebcn. Englische Divisionen standen nach Gefangenen- anösage« in dritter Linie bereit. Da den Franzosen jeder Er- folg versagt blieb, kamen sie nicht mehr zum Einsal?. Am Abend und während der Nacht nahm der Artillcriekampf mehrfach größte Heftigkeit an. Erneute feindliche Angriffe am Abend aus Loker heraus und nächtliche Teilvorftöße nordöstlich von Lokcr wurden abgewiesen. Au den übrigen Kampffronten»erlief der Tag Verhältnis- mäßig ruhig. Stärkeres Feuer lag aus unserrn Batterie- stcllungcn und rückwärtigen Ortschaften beiderseits der Lys, namentlich in Berdinduirg mit örtlichen Jnfanteriegefcchtcn nord- westlich von Mcrville. Am Abend trat auch bei Bucguois nnd Hcbutcrne, südlich von Villers Bretonneux und der Avrc vor- übergehend Fcuersteigerung ein. Au der übrigen Front nichts von Bedeutung. In den letzten drei Tagen wurden 59 feindliche Fkngzenge und 3 Feffeldallone zum Absturz gebracht. Lentnaut Loewen- Hardt errang seinen 24., Bizeseldwebcl Rumrh seine« 2t). und 21. Luftfieg. Der Erste Generalqnartiermeister. Ludendorff. Der österreichische Bericht. Wien» 21. Mai 1918. Amtlich wird oerlautbart: An der italienischen Front führte die beiderseits entsaltete ErkundungSIätigkeit zu mehrfachen Kampfhandlungen.— Südöft- lich von Mori stießen in der Nacht zum Sonntag Abteilungen ungarischer Infanterie in die feindlichrn Stcllungcn vor. Am Loppio-See, bei Asiag» und anf dem Saffo-Rvffo wurden italienische Patrouillen zurückgewiesen. Ferner wurden stärkere feindliche Erkundungsabtcilungcn durch Gegenstoß geworfen. Bei Capo-Sile entriß uns der Italiener einen Vorposten- graben. Die L und f. Fliegcrkompagnie Nr. 14 schoß am 19. d. M. vier feindliche Flugzeuge ab, die alle auf unserem Boden nieder- gingen. Der Ehef de» Grneralstabe». eine Absage an die jetzige französische Regierung, die einen irrepa- rablen Bruch bedeuten würde, wenig wahrscheinlich. Aus einem Artikel der„Daily NewS' erfährt man übrigens recht interessante Einzelheiten über die Aufnahme deS Kaiserbriefes im französischen Ka in merausschuß. Das Blatt polemisiert gegen B a l f o u r und schreibt, eS sei klar, daß die Alliierten die Vorschläge zuerst ernst nahmen. Wenn Balfour ihre schlietzliche Enticheidung mit Berufung auf die Er- klärung des französischen Kammerausichusses zu rechtlerligen sucht. begtbr er sich auf zweifelhafres Gebiet. Die Erklärung dieser Körpcrschasr. dah die Vorschläge des Kaisers von Oesterreich zu keiner Zeit eine Grundlage für einen annehmbaren Frieden bildeten, wurde nur von 13 aus 44 Mitgliedern airgenonimeir. Zwanzig waren bei der Abstimmung abwesend. 5 stimmten dagegen. 6 einschließlich Alberl Thomas, enthielten sich der Ab- stimmung. DaS kann schwerlich als gegen den Kaiser von Oester- reich sprechender Besmid angesehen werde«. Was„gesichert* werben soll! Von Paul Hirsch. Zwar hat das Abgeordnetenhaus die meisten der so- genannten Sichcrnngsanträgc abgelehnt, aber nachdem der Ministerpräsident Graf H e r t l i n g erklärt hat, die Regierung werde die bezüglichen Anregungen mit allein Ernst und allem Wohlwollen prüfen, und nachdem der Vizepräsident des Staatsministeriums Dr. Friedberg vierzehn Tage später hinzugefügt hat. daß sie den Sicherungen des Zentrums zu- stimme, ist es nicht ausgeschlossen, daß die Anträge in einem späteren Stadium der Verhandlungen trotzdem noch zum Be- schluß erhoben werden. Die Tendenz der Sicherungen geht dahin, die be- fürchteten, allzuweit gehenden radikalen Folgen,*die sich aus dem allgemeinen Wahlrecht ergeben könnten, zu beseitigen. Daß in der Gcsetzesvorlage selbst schon derartige Sicherungen an- geregt sind, hat Graf Hertling offen zugegeben. Trotzdem hat das Abgeordnetenhaus einem dieser Anträge bereits zugestimmt, es hat beschlossen, nicht nur. daß bei Abgrenzung der Wahlbezirke und der Verteilung der Abgeordneten auf sie neben ihrer Einwohnerzahl auch ihre Flächcnausdehnung sowie ihre geschichtliche und wirtschaftliche Bedeutung berück- sichtigt werden sollen, sondern daß auch für eine Acndernng eine Stinrmenmehrheit von zwei Dritteln in jeder Kawmer erforderlich ist. Das bedeutet beinahe die Unmöglichkeit, die 60 Jahre alte Wahlkreiseinteilung, in der zum guten Teil die Hauptstärke der reaktionären Parteien des preußischen Abgeordnetenhauses wurzelt, in absehbarer Zeit zu beseitigen. Die jetzige Wahlkreiscinteilung, die die Städte systematisch zugunsten der Landkreise entrechtet, soll, wenn irgend angängig, verewigt werden. Ein anderer Sichernngsuntrag hatte den srcikonservativen Abgeordneten Dr. Bredt zum Vater; er sah neben einer Zweidrittelmehrheit für Verfassungsänderungen auch eine solche für Abänderungen der gesetzlichen Bestimmungen über die Wahlen zum Hause der Abgeordneten nnd zu den Gemeindevertretungen vor. Der Antrag wollte also einen Damm aufrichten einmal gegen eine zu- künftige Erweiterung des Stimmrechts für die Wahlen zum Abgcordnetcnhause. und zweitens gegen eine Reform des Ge- meindewahlrechts. Wie der Antragsteller ausführte, sollte zu weitgehenden Beschlüssen von Stadtverordnetenversammlungen ein Riegel vorgeschoben und verhindert werden, daß städtische Körperschaften unter einem gleichen Wahlrecht die Ausgaben bis ins Uferlose in die Höhe treiben und so den Besitzenden zu hohe Steuern auferlegen. Daß das Gcmeindewahlrecht in Preußen dringend der Reform bedarf und daß die Inangriffnahme dieser Reformen eine der ersten Aufgaben des neuen Landtages sein muß, das hat die Regierung unumwunden zugegeben. Wie könnte es auch anders sein angesichts des Umstandes, daß wir in Preußen mehr als ein Dutzend verschiedener Stadt- urrd Landgemcindeordnnngcn, zum Teil recht ehrwürdigen Alters haben, von denen, so sehr sie auch im einzelnen von einander abweichen, keine das all- gemeine Wahlrecht kennt; ja die weitaus meisten von ihnen sehen noch immer die öffentliche Stimmabgabe und die Ungleichheit der Wähler vor. Es sind durchweg plutokratische Gesetze, nnd der plutokratische Eharakter ist von Jahr zu Jahr mehr in Erscheinung getreten. Der Versuch vom Jahre 1901, diesen Charakter zu mildern und die durch die Miqnelsche Steuerreform hervorgerufenen Verschiebungen zu beseitigen, ist nur von vorüber- gehender Wirkung gewesen,� die Milderungen sind durch die neueren Verschiebungen in den Einkommens- nnd Ver- mögensverhältnissen schon nach kurzer Zeit wieder über den Hausen geworfen, und heute ist der Plutokratische Charakter eher schärfer denn schwächer als vor 1901. Dazu komnit für fast ganz Preußen das Privileg der Haus- besitz er, das die Wähler auch in der Auswahl ihrer Kandi- baten erheblich einschränkt und das die Regierung bereits 1876 beseitigen wollte,„weil das Bedürfnis, ja die Nützlichkeit einer derartigen, eine besondere Klasse der Einwohnerschaft hervorhebenden Bestimmung vielfach und anscheinend nicht ohne Grund in Frage gestellt" war. Bis nnniittelbar vor dem Kriege hat die Regierung dann bekanntlich in Abivcichling von diesem StandPiinktan dcmHausbesitzerPrivilcg festgehalten, weil sie darin ein Mittel erblickte, den Einzug von Sozialdemo- kraten in die Stadtparlamcnte zu erschweren. Alle Nieforinen der Gemeindewahlgesetzc sollen nun nach dem Antrag Bredt an eine Ziveidrittelmehrheit gebunden sein, und mögen sie noch so belanglos sein. Aehnliche Erschwerungen finden sich in der Gesetzgebung keines anderen BundcLstaatxs, Preußen wäre es vorbehalten, in dieser Beziehung dem übrigen Deutschland mit einem nicht gerade nachahmenswerten Bei- jpiel voranzugehen. Noch weiter als der s�reikonservative Vredt will baS Zentrum qehen, es will, gleichviel vb das Dreiklasseilwahl- system durch das gleiche oder durch ein Pluralivalilrecht er- setzt wird, die Grundlagen inneres staatlichen Wesens ver- sassnugsmästig verankern. Diesem Zwecke dienten die vorläufig luenigstens abgelehnten Anträge auf verfassungsmäßiger Festlegung des P e r k> ä I i s s e s zwischen Staat n n d 51: r ch e. Tie bezüglichen Bestimmungen standen früher in den Artikeln 1c>, 16 und 18 der Verfassung. In der Zeit des 5iultu!kampfcs sind diese Artikel zunächst geändert, dann gestrichen worden, und wenn das Zentrum auch nicht ihre sofortige Wiederherstellung beantragt, so verlangt es doch. das; der tatsächliche Zustand, wie er zwischen dem Staat und der evangelischen und der römisch-katholischen Kirche jetzt be- steht und für den eine verfassungsmäßige Feststellung fehlt, in die Verfassung hiueingeschrieben wird. Zunächst sollen die nach der gegeuwärrtigen rechtlichen Ordnung des Ver- bältnisseS des Staates zur evangelischen und römisch-katho- tischen Kirche diesen Kirchen zustehenden Befugnisse und Einkünfte dauernd aufrechterhalten lverden, und ziveiteus sollen die evangelische und die römisch- katholische Kirche sowie jede andere Religionsgesellschaft im Besiß und Genus; der sür ihre Kultus-, Unterrichts- und Wohl- mtigkeitSziyecke bestimmten Anstalten, Stiftungen und Fonds bleiben. Die Folge der Aufnahme solcher Vestimmungen in die Versassung wäre die Festlegung des zukiinftigen Abgeordneten- bauses auf Beschlüsse, von denen es in seiner Mehrheit nichts wissen null, denn da diese Anträge einen Bestandteil der Ver- fassuug bilden sollen, die Versassung selbst aber nach einem weiteren Antrag des Zentrums nur mit einer Zwcidrittel- Mehrheit geändert werden darf, so würde das in der Tat auf die Vereivigung des jetzigen Zustaudes hinauslausen, und die Trciiuuug von Kirche und Staat wäre in weite Ferne ge- rückt. Derartige Sicherungen zu fordern, daran hat selbst ein W i ii d t h o r fr niemals gedacht, der bekanntlich das gleiche Wahlrecht ausdrücklich zur Abwehr gegen die Brutalitäten der katbolikeiifeindlichcn Kulturkampfparteien verlangt hat. In- zwischen haben sich die Verhältnisse geändert, heute sehen wir die ehemals katholikonfeiudlichen Kulturkampfpartcien Arm in Arm mit dem einst to verhaßten Zentrum jedem wirklichen Kultiirfortschrttt den Weg verbauen. Ja, diese Kulturkäiiipfer von früher, die Nationalliberalen, haben auch dem weiteren Antrag des Zentrums ihre Zu- stimmiiiig erteilt, der den konfessionellen Charakter der öffentlichen Volksschulen entsprechend deni Volksschulunterhaltungsgesch gewährleistet sehen wi ll. Bekanntlich ist durch das Bolksschnlunterhaltungsgesetz vom 28. Juli 1966 die 5l o n f e s s i o n s s ch u l e als Regel festgelegt, während die Simultaipschnle nur noch die Ausnahme bildet. Durch einen Federstrich hatte die Laudtagsmehrheit von 1906 die Sinniltanschule, die sich allmählich durchzuringen begonnen hatte, beseitigt. Das allgemeine Landrecht kennt keine Konfessionsschulen, sondern nur allgemeine Volksschulen ohne jKiickiicht auf die Verschiedenheit des Glaubensbekenntnisses, es läßt Schulen sür die Einwohner verschiedenen Glaubens- bckcimtiiisses nur als Ausnahme zu. Seit 1996 haben wir tatsächlich die konfessionelle Volksschule in Preußen, und der Znstand befriedigt das Zentrum so, daß cS seit Inkrafttreten des Volksschulniitcrhaltnngsgefetzes von der Einbringung seiner Anträge auf Konsessionalisicrung des Volksschnlwgsens Abstand genommen hat. Bei der Beratung des VolkSschnluntcr- haltnngSgcfetzes hat der konservative Freiherr von Man- t c» f f e l im Herrcnhause ganz offen ausgesprochen, daß die Volksschule auf konfessioneller Basis eines der sichersten Mittel zur Bekämpfung der Sozial- dcinokratie sei, und er hat zugegeben, daß der kon- sessionelle Charakter der Volksschule durch dies Gesetz gerettet und hoffentlich wenigstens für lange Zeit gefestigt ist. Nun- mehr sweint es dem Zentrum, als ob diese Festigimg das Draiklassenivahlihstem nicht überdauern wird, und daher er- areift es die Gelegenheit, ein zweifellos ganz anders zu- lammengcsctztcs Abgeordnetenhans zu binden an die Be- schlüfse einer hoffentlich sür immer der Vergangenheit an- gehörenden koiiscrvativ-klerikal-nationalliberaltn Mehrheit. So sind denn in der Tat die Sicherungen höchst gefährlich und von tief einschneidender Wirkung auf unsere ganze zukünftige Entwicklung. Die Sozialdemokratie hat allen?lnlaß. sie aufs s ch ä r f st c z u bekämpfen; sie darf sich durch ihre Ablehnung nicht in Schlaf einlullen lassen, denn die beiden konservativen Parteien haben nicht ans grundsätzlichen, sondern nur ans taktischen Erwägungen dagegen gestimmt, und die Regierung ist bemüht, auf dieser Basis eine Verständigung zu erzielen. Will das Volk ver- liindcrn, daß man ihm das, was man ihm auf der einen Seite durch daS gleiche Wahlrecht gibt, auf der anderen Seite wieder nimmt, so muß es auch in den weitereu Stadien des WahlrcchtskamPfeS auf der Hut sein und den Winkel- zügen der angeblichen Freunde eines gleichen Wahlrechts seine Ausiiicrksamkeit widmen. Wilsons grimmige CntschMenheit. Keine Grenzen der Hccresaufstcllung. Rmsierdam, 2l1. Mai. Nach einer Neutermeldung aus New Dark biell Präsident Wilson bei einer Kundgebung zugunsten des Noten LirnizeS eine Nnipracke, in der u. a. ausführte: Die erste Pflicht ist, den Krieg-,» gewinnen, und die zweite Pflicht gebt Hand in Hand mit ihr. ES ist die. den Krieg g r o tz und würdig zu gewinnen. Natürlich ist die erste Pflicht, an die wir immer dcnlcn müssen. biS sie erfüllt rst. den Krieg zu gewinne». Ich habe jüngst sagen boren. Nur mutzte» fünf Millionen Mann aufstellen. Warum sie auf fünf Millionen bcschrkntcn? Ich habe den Kongreß der Bereinigten Siaale» aufgefordert, keine Grenzen zu iienucn, weil der Kongreß, wie sicherlich wir alle, wünscht, daß jedes Schiff, das Maimschaflcn oder Vorräte befördern kann, auf jeder Rene mit soviel Mann und soviel Vorräleir, als eS irajen kann, beladen werden toll. Wir löiinen von unserer grini- lpigen Entschlossenheit, den Krieg zu gewinnen, nicht durch irgend- eine u ii a u s r i ch l i g e Annäherung abgebracht lverden. Ich kann mit mhigem Gewissen sagen, datz ick diese vertrauliche» Mn- tcilungen geprüft und sie unaufrichtig gesunde» babe. Ich erkenne sie jetzt als das, was sie sind, als ein Versuch, freie Hand, besonders t in O st e n, zu erhallen und Erobernngs- und Ansbeuniiigspläne zu verwirklichen. Jeder Vorschlag für eine Verständigung im Westen schließt einen Vorbehalt begüg- lich des Dstciif- ein. Was mich angeht, so will ich bei Rustland wir bei Frankreich stehen. Die H i l f l o I o n und F r e u n d l o s e n sind eS, die Frcunbe und Unterstützung brauchen. und wenn irgendeiner i» Deutschland glaubt, dast wir irgend jemand um unserer eigenen Sache willen opfern würden, so sage ich ihm, dnst er im Irrtum ist. Demi der Ruhm dieses Krieges ist. soweit wir betroffen sind, daß es vielleicht zum erstenmal m der Geschichte cm selbstloser Krieg ist. Ich könnte nicht stolz sein, für selbstsüchtige Zwecke zu kämpfen, aber ich könnte stolz sein, für die Menschheit zu kämpfen. Wenn scue Friede» wolle», so mögen sie vortreten und durch beglaubigte Vertreter ihre Bcdinguiigc» aiif den Tisch lege» lassen. Wir haben die unsrigen niedergelegt und jene wisse», wie sie sind. Wilson fuhr fort, er sei überzeugt, datz kein hundertjähriger Friede das amerikanische Volk in solchem Matze hälte einigen küiliie», ivie dies eine Jahr es geeinigt habe. Das Schau'piel, das sich darbiete, sei der Kampf von vier Nationen, die selb st- süchtig nach Vergrößerung strebten, gegen 25 Ne- gierungen, die den größten Teil der Welt darstellten und zu einer neuen Gemeinschaft der Zwecke soivie einer neuen Einheit des Lebens verbunden ieien, Em neuer Tag der Pflicht sei angebrochen, und diese Pflicht fordere, daß einer dem anderen diene, iind daß keiner sich an diesem Kriege bereichere. Da? amerikanische Note Kreuz sei nur ein Zweig der großen iiitcrnalionalen Organisation, die nicht nur von allen zivilisierten Regierungen der Welt angenommen, sondern auch durch inter- nationale Vereinbarungen und Beiträge anerkannt worden sei. Mit einer der größten Makel, die dem Rufe der deutschen Armee an- hafteten, sei, datz sie das Rote Kreuz nicht geachtet babe. obwohl die Deutschen sich an der Begründung dieser Organisation beteiligte». Das Rote Kreuz helfe nicht nur den Soldaten, sondern auch der Zivilbevölkerung,»nd seine Werke der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit stünden im Dienste der Freiheit. Es ist sehr leicht, viele Einzelheiten der Wilsonschen Rede als Hetze und Nebertrcibung znrnckzuiveiscn— der gehässige Vorwurf der Nichtachtung des Noten Kreuzes z. B. gehörte in erster Linie an die Adresse der Leute, die das Note Kreuz als Deckmantel militärischer Transporte usiv. mißbraucht haben— aber im ganzen spiegelt sie den psychologischen Ein- druck, den die Friedensschlüsse von B r e st und Bukarest jenseits des Ozeans auslösen mußten. Sicher fehlt Wilson jede Berechtigung, dem Streben der Mittelmächte nach Gebietserweiterung die„Uneigennützigkeit" der Entente ent- gegenzustellen. Der Artikel R c n a u d e l s in der„Hnmanits", den wir a� anderer Stelle besprechen, zeigt die„Uneigennützigkeit" z. B. der französischen Kriegsziele in grellem Lichte! Aber da die französischen, englischen, italienischen Pläne bis- lang Papier geblieben sind, die Friedensschlüsse von Brest und Bukarest dagegen gewichtige Tatsachen darstellen, so wird die Scheinlogik Wilsons in den ohnehin voreingenommenen Köpfen seiner LandSlente leicht Eingang finden. Der Ost- frieden hat Wilsons Stellung daher außerordentlich gefestigt. « Haag, 18. Mai.„Morningpost" wird aus Washington ge- meldet: Präsident Wilson hat Hughes, seinem früheren Gegenkandidaten bei der Prüsidentschaflsivahl, mit der Unter- s u ch u n g beauftragt, wegen der gegen den F l i e g e r d i e n st des amerikanischen Heeres vorgebrachten Bestechungsbeschuldi- g u n g e n. HughcS soll die Untersuchung als Vertreter des General- staaisanwalts führen, der von dem Präsidenten den Auftrag er- halten hat, über die Wahrheit der Beschuldigung zu entscheiden, ob der von dem Kongreß für den Bau von Flugzeugen bewilligte Be- trag von 74v Millionen Dollar verschleudert oder gestohlen ist. In- zwischen hat der Senatsaus schuß für Heeressachen be- schlössen, eine unabhängige Untersuchung einzuleiten. Hierdurch ist zwischen dem Präsidenten und dem Senat eine merk- liche Spannung entstanden. Eine von dem Senatsausschuß an- genommene Entschließung, die noch der Bestätigung des Plenums bedarf, soll den Scnatsausschuß ermächtigen, nicht allein die Flug- zcugangelegenhcit, sondern auch alle weiteren mit der Kriegführung zusammenhängenden Dinge einer Untersuchung zu unterwerfen. Präsident Wilson ist gegen die Ent- schließung. da diese mit den Vorrechten des Präsiden- t e n i n W i d e r s p r u ch stehen soll. Wilson hat an den dcmokra- iischen Führer im Senat ein Schreiben gerichtet, worin er erklärt, die Entschließung ziele im Grunde darauf hin, den militärischen Senatsausschutz in einen Ausschuß für die Kriegführung umzu- ändern. Sollte dies geschehen, so werde der Präsident dies als ein direktes Mitztraucnsvotum ansehen. die Unterörückung öer 3renbewegung. Nach Meldungen holländischer Blätter aus London wurden insgesamt mehr als 14t) Sinnfeinerführer und Beamte verl?aftet, u. a. alle Mitglieder des VollzngSkomitees der Sinnfeiner und vier von den sechs Sinnfeinerabgeordneien, die sich seit ihrer Wahl geweigert haben, ihre Sitze im englischen Parlament einzunehmen. 74 Verhaftete wurden in Holyhcad ausgeschifft und nach London weiter befördert, wo sie sich in Vow- street oder vor dem Kriegsgericht zu verantworten haben werden. Bei den Verhafteten handelt es sich größtenteils um jene Personen, die an dem P f i n g st a u f r u h r des Jahres 1916 teilgenommen hatten und damals teils zum Tode, teils zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt, dann aber freigelassen worden waren, um eine gesunde Atmosphäre für Homcrule zu schassen. Am 16. Mai haben die irischen Nationalisten einen Aufruf an Amerika gerichtet. In diesem heißt es: „Während wir bei unserer oft wiederholten Erklärung bc- harren, daß niemand außer einem von dem. irischen Volk frei er- wählten Parlament das Recht hat, der irischen Nation die Wehr- Pflicht aufzuerlegen, betonen wir, daß jeder Versuch, die Wehr- Pflicht in Irland zu erzwingen, nicht nur eine schwere Ver- gewaltigung der nationalen Rechte Irlands, sondern ein neuer, hoch st ehrloser Treubruch der englischen Regierung sein würde, der, wenn er von der deutsche n Regierung verübt würde, in England als besonders schändlicher Fall von Prussianismus verurteilt werden würde. Die gesamte Propagandamaschinerie der englischen Regierung wird in Be- wegung gesetzt, uni den Namen Irlands in Amerika anzuschwärzen. Als erwählte Vertreter der irischen Nation betrachten wir eS als unsere Pflicht, eindringlichst an das amerikanische Volk und die amerikanische Regierung zu appellieren, sich durch derartige propagandistische Entstellungen nicht täuschen zu lassen, sondern über die Sache Irlands nur Jrländer zu hören, die mit den nationalen Bestrebungen des irischen Volkes sympathisieren und geeignet sind, für die irische Nation zu sprechen. Eingedenk der Bande der Sympathie, die stets zwischen der amerikanischen und irischen Nation seit Gründung der Republik bestanden haben, bitten wir das amerikanische Volk, e? seinen britischen Bundes- genossen zur Pflicht zu machen, unverzüglich im Falle Irland die Grundsätze der dcmskraiischcn Freiheit und nationalen Selbst- bestimmung in Anwendung zu bringen, die in der Erklärung Wil- sons so großartig aufgestellt wurden und deren Genuß Irland vorenthalten wird, während das irische Volk aufgefordert wird, dafür in fremden Landen zu kämpfen." Die Jrländer werden bald herausbekommen, daß es für bürgerliche Regierungen zweierlei ist, derartige Grundsätze auszu. stellen, und sie glaubt anzuwenden, wo die Anwendung einem nicht in den Kram paßt und nicht zum Vorteil gereicht. D!e Kreisemteilung kn Sohmen. Ungefähr gleichzeitig mit dem Verbote des führenden tschechischen Blattes der„Narodni Listy" und der Unter- drücknng der tschechischen Kundgebungen im Prager National- Theater werden die neuen Ministenalverordunngen über die Einführung von dlreisregierungen im Königruciie Böhmen veröffentlicht. Tie Tschechen haben diese neuen Verordnungen aufs äußerste bekänipft, weil sie ihnen eine Zerreißung des geschichtlichen Staates Böhmen und der Länder der heiligen Wenzelskrone überhaupt(Böhmen, Mähren und Schlesien) sehen. Dieses historische Staats- recht bat offenbar mit den Bedürfnissen und den Tat- fachen ocr Gegenwart wenig zu tun und verbirgt nur schlecht das Bestreben der tschcchiichen Nationalisten, die reichen deutschen Minderheiten in diesen Ländern zu unterdrücken und zu tschechisieren. Sachlich ist die Errichtung einer Zwischeninstanz zwischenHen kleinen Bezirken und den sich auf ein sehr großes Gebiet erstreckenden Statthalterei durchaus gerechtfertigt. Allein die Reform beschränkt sich darauf, zlvölf Hofräte, die bisher in der Statthalterei tälig waren. in die nicht einmal durch- gängig glücklich abgegrenzten zwölf Kreise zu versetzen, ohne daß gleichzeitig durch Begründung demokratiichcr Krcisvertretungen den berechtigten Wünschen nach einer demokratischen Selbstverwaltung genügt würde. Zivar ist den österreichischen Ländern, Städten, Bezirken und Gemeinden bereits eine Selbstverwaltung eingeräumt, die weit über das in Deutschland übliche Maß hinaus- geht, aber durch ein plutokraiisches Wahlrecht sind diese Vertretungen zu einem Klüngel geworden, der ärgste Vetternwirtschaft treibt und der Erfüllung der gerade in diesem Kriege so wichtigen sozialen Aufgaben zugunsten vor allem der Agrarier vernachlässigt. Vorläufig werden von den geplanten zwölf Kreisregiernngen nur zwei, nämlich in Leit- nieritz und Prag-Land sofort in Wirksamkeit treten, weil die Errichtung so bedeutender Aemter umfassende verwaliungs- technische Vorkehrungen fordert und von der durch die kriege- rischcn Verhältnisse besonders erschwerten Lösung der Per- sonalfrage abhängig ist. Wien, 2t. Mai. Wie aus Prag gemeldet wird, sind die Pfingst- feieriage dort ruhig verlausen. ES werden zwar die Ver- Haslungen sorigeietzl, doch kam cS nicht zu größeren Zwischenfällen. Die meisten Teilnehmer an dem Nalioiialfeste sind abgereist. Die parlamentarische itammission der Tschechen sieht in steter Fühlung mit den Polen. Italienern und Südslawen, um eine groß angelegte Abwehrorganisanon gegen die Prager Verfügungen in die Wege zu leiten. Die Kriegsnote öes neutralen f)ollanö. Wiederum sind eine ganze Anzahl holländischer Fisch- d a m p f e r von den Engländern aufgebracht und nach England geschleppt worden. Es werden genannt die Fahrzeuge Otono, Terika 12, Holland 5, Pari, Pax und Urania, lieber das Schicksal einer weiteren Anzahl von Schiffen ist man sich noch im Unklaren. Eine Anfrage dos Abg. van Veen erkundigt sich über den Verbleib des bei Ausbruch des Krieges zwischen Amerika und Deutschland beschlagnahmten, von der Niederländischen Regierung in Amerika gekauften und bereits bezahlten Kriegsmaterials. Aus der Anfrage scheint hervorzugehen, datz Amerika von der bezahlten Kaufsumme lz.ehn Millionen Gulden) der Niederländischen Negierung noch nichts als Ent- schädigui'g zurückerstattet hat. Amtlich wird mitgeteilt: Im Zusammenhang mit der Tatsache, datz nach Friedensschluß der Tubantiafall einer intcrnatio- nalen Uiiter'uchungskommission unterbreitet werden wird, hat der Minister des Aeußcrn eine Kommission ernannt, deren Aufgabe Vorbereitung der Verteidigung des niederländischen Standpunktes in der internationalen Kommission sein wird. ?mmer noch Müerstanö in Gftafrika. Englischer Bericht aiis Ostafrika. Englische amtliche Kreise er« hielten folgende Einzelheilen über die schweren Kämpfe. welche am ö. Mai an einem Punkt 15 Meilen westlich von Nanunga staNfairden, bei welchem Orte die Hauptmacht der übrig- gebliebenen deutschen Streitkräfte vereinigt ist. An dem genannten Tage überraschte eine kleine Abteilung der Kings Africa» Rifles. welche die Vorhut der Truppen des General« majorS NorlheyS bildeten, ein große» deutsches Lager, drang in es ein, stcckie die Hülten an und begegnele einem starken Gegenangriff. Unsere kleine Abteilung ging auf ihre Reserve» zurück und wurde in einen Kampf Mann gegen Mann während des ganzen TagcS verwickelt, worauf sie schließlich den Feind vollständig warf und ihn nach Nordosten zu unter schweren Verlnsien veilrieb. In diesem Kampfe wurde der Feind von dem General Lettow-Vorbeck in Person geführt. Die konzentrische Bewegung unserer Kolonnen auf Nanunga hält an. U-öoot-Erfolge um Cnglanö. Berlin, 26. Mai. Im Sperrgebiet um England haben unsere U-Boote wiederum 6 Dampfer und 2 Segler mit zusammen 21 606 Vr.-Rcg.-To. versenkt. Tie Erfolge wurden vorwiegend an der Westküste Eng- l a n d s und im Aermelkanal erzielt, den Hanplanieil daran bat da? unter dem Kommando des KapilänleutnantS H u n d i u S stehende Boot. Die Schiffe waren mit einer Ausnahme s ärmlich tiefbeladeii, vorwiegend Kohlenladungen! Ein Dampfer wurde aus besonders stark durch Zerstörer und Kreuzer gesicherlein Geleit-ug herausgeschossen. Der Cbef des Admiralstabes der Marine. Reise des baverischcn Königs nach Wien. Der König von Bayern wird demnächst Kaiser Karl in Wien einen Besuch abstatten. Dagegen ist eine Reise des Königs nach Sofia, von der die Rede war, zurzeit nicht geplant. Fliegerbomben als Pfingstgruß. Berlin, 21. Mai. Nachdem am P f i n g st s o n n a b e n d in einer Vorstadt von Valen- e r e n n es 26 jugendliche Zrvilarbeitcr— Jungen und Mädchen— englischen Fliegerbomben zum Opfer gefallen waren, wurden am 1. Fcicrtagnachmitiag durch Bombenabwurf auf Valencicnnes selbst 6 Zivilisten getötet und 5 verwundet. 12 Bomben fielen in die unmittelbare Nähe der Kathedrale Notre Dame, deren Glocken- stuhl Feuer fing. Die erregte Menge gab ihrem Mißfallen gegen die unerhörte Handlungsweise ihrer" VerHündeten auf der Straße offen Ausdruck. Ententcprotcst gegen das Donauabkommen. I a s s y, 26. Mai. (Havas.) Die Gesandten der Ententemächte protestierten bei der rumänischen Regierung gegen den Artikel des Bukarester Ver- träges, der den internationalen Abmachungen über die Donau» schiffahrt, deren Signatarmächte sie�sind, zuwiderläuft, da diese Frage nur in einem allgemeinen Frieden nach einer Ver- ständigung unter allen beteiligten Mächten geregelt werden könne. !tc.l3$ ❖ 35. Jahrgang Seilaae öes vorwärts Mittwoch, 22. Mal 1 Hl 8 GrofrBerlin Trost an§rieöberg. Der Güter höchstes aber ist Geduld. Wer niemals mit dem Stärkern sich entzweite, Trägt, wenn die Sache schief geht, keine Schuld. Wer nachgibt, ist halt imnier der Gescheite: Ihm prolongiert man auch verfallne Wechsel Und neues Leben blüht aus seiner Pleite. Was also soll der schroffe Redewechsel? Wenn man ihm lang genug die Klauen leckt, Frißt schließlich auch der grimme Tiger Häcksel. Was röckelt, zeigt, daß es noch nicht verreckt. Und die dir eben eine runterknallten. Gestchn auf Wunsch, daß sie dich nur geneckt. Drum laß in allen Dingen Sanftmut walten. Ein Segler, scheinbar loser Winde Spiel, Gelangst du endlich doch zu deinem Ziel. Beziehungsweise: alles bleibt beim alten. Eirick Raudi. Tie Beteiligung des Staates an den Sicdlungs- gescllschaften. Die von den zuständigen Minislern soeben berausgeoebene AuSiubrungsanweisung zum Wohnungsgesetz stcQt an-führliche Richl- sätze tiit die Verwendung der im Wohnung«gesey vorgesehenen 20 Millionen Mark und für die Beteiligung des Staates mit Stammkapital bei gemeinnützigen Bauvercinigungen auf. Die 20 Millionen werden in der Hauptsache dazu verwendet werden, um leistungsfähige Unternebmungen für den Umfang der Pro- V i n z e n oder wenigstens für den Bereich größerer wirtschaftlicher Gebiete ins Leben zu rufen. Durch die Bereitstellung dieser staatlichen Mittel soll aber jede Beeinträchtigung der Tätigkeit anderer Unternehmungen privater wie gemeinnütziger Art vermieden werden. Grimdsätzlich sollen die staatlichen Mitiel bei der Errichtung neuer gemeinnütziger Bau- dersiiiigungen Verwendung finden: doch ist in Ausnahmefällen eine Beteiligung an bestehenden Gebilden nicht ausgeschlossen. Die Siedlungsgesellschaften mit staatlicher Beteiligung sollen sich die Förderung der Beschaffung gesunder und zweckmässig eingerichteter Kleinwohnungen zu möglichst billigem Preise' zum Ziel setzen. Die hierfür im einzelnen erforderlichen Aufgaben sollen im engsten Einvernehmen mit den örtlichen Stellen, insbesondere den Gemeinde- Verwaltungen gelöst werden. Besondere Maßnabnicn sollen zur Be- friedigung des Wohnungsbedürfnisses für kinderreiche Familien der niinderbemillelten Bevölkerung getroffen werden. Auch die Be» schaffung von H a u S r a l tann in den Aufgabenkreis einbezogen werden. Der überwiegende Teil des Stammkapitals der gemein- nüyigen Bouverciiiignngen, in der Regel mindestens zwei Driitel, soll von anderer Seile aufgebracht werden: als Gesellschafter kommen neben dem Staat in erster Reihe die Provinzen, Kreise und Ge- meinden in Betracht; daneben ist aus eine Beteiligung der größeren Arbeitgeber ans Industrie und Handel, sowie solcher Anstallen und Stiftungen hinzuwirken, denen für die Klein- wohnungssüriorge Geldmittel zur Verfügung stehen. Von großem Wert wird auch die Beteiligung der zuständigen Landes- ,'ch'-nn zsmstalr sein. Vor allen Dingen muß die Gc- meinnüyigkeit der Bauvereinignng satzungsgemäß fest- gelegt werden. Die Höhe des GeichärtsgewinnS darf 5 Proz. nicht übersteigen. Die Wahl des Vorsitzenden, des stellvertretenden Vor- sitzenden, des Ausfichtsrats ulid der Gesellschasierversammlung und des Geschäitsführers bedürfen der Bestätigung durch den Obeipräsi- deuten, Anträge auf Beteiligung des Staates an der Errichtung geineinnützigcr Bauvcreinigungen oder Uebernahme einer Kapital- beteilipung an einer solchen durch den Staat sind unter Beifügung des Satzungseniwurfs an den Obcrpräsidenten zu richten. Dieser legt sie nach Prüfung mit feiner gutachtlichen Aeußerung dem Finanzminister vor. „F-reiwillige Geschenke" im Schuhwnrcnhandel. Wiederholt haben die Zeiuingen in den letzten Wochen Klagen gebracht über Mißstände im Schnhwarenhandel. Es wurde darauf hingewiesen, daß vielfach Lcdcrschubivaren in den Geschäften nur erhältlich wären, wenn man den Verkäufern oder Verkäuferinnen nußer der Bezahlung noch wertvolle Zuweisungen in Gestalt von �Eßwaren, Theater- Eintrirtskarten und d c r g l. zuteil werden lasse. Die Beobachtung solcher Vorkommnisse hat auch tatsächlich in der Bevölkerung vielfach Erregung hervor- gerufen. Der§ 6 der Bekanntmachung über Schuhbedarfsscheine vom 27. März ISIS bestimmt ausdrücklich, daß jeder Händler bei Vor- legung eines SchnhbedarfsscheincS verpflichtet ist, dos auf dem Schein bezeichnete Schubwerk, solange er solches in feinem Besitz bat, böchstens zu den festgesetzten Kleinverkaufspreiscn abzugeben. mit dem Zusatz Die Abgabe darf nicht von anderen Gegenleistungen als Geld! ei st un gen abhängig gemacht werden," Ein Tauschhandel, bei dem eine Hergabe von Schuhwaren gegen Lieferung von Speck, Eiern, Buller und ähnlichen Kostbarkeiten eriolgl, ist also verboten. Es ist nun wohl bei Sitnihwareiihändlern gelegentlich die Mci- nung aufgelaiicht, daß derartige Dinge als.Geschenke" entgegen- genommen werden dürften. Als diese Ansicht auch in einer Fach- zeitung vertreten wurde, Hai aber die Reichsstelle für Schuh- veriorgnng sofort auf die Unzulässigkeit einer lotchen Auslegung ihrer Bekonntmachnng aufmerksam gemacht. Auch die Annahme von.freiwillig" hingegebenen Lebensmitteln und ähnlichen Leistungen bei der Abgabe von Schüben setzl den Schuh- warenbändler oder die Verkäuferin der Gefahr einer Beshaiung ans, sofern nur ein Zuiammenbong zwischen der Hergäbe von Schuhen und der Annadnie von Geschenken angenommeii werden kann. Außerdem kann den Geschäften, in denen Lebensmiltel für die Abgabe von Schuhwaren angenommen werden, auch die Bundesralsverorduung vom 23. September ISlO verksängnispoll werden. Danach ist ein Veibol des Handels zu gewärtigen, wenn Talsachen vorliegen, die eine Uiizliverlässigkeit in bezug auf den Handelsbetrieb darstellen Die Schuhwarenhändler haben also alles Jnkereffe daran, da- für zu sorgen, daß Unsitten, wie die hier und dorr beobochtelen, uichr in ihren Geichäiien einreißen. Vor allen Dingen wird aber auch an das Publikum die Mahnung zu richteu sein, das Aus- kommen derartiger Unfitreu nifhr noch seinerseits zu fördern, sondern ihnen, wo sie bcobachler werden, nm den gegebenen Mitteln ein» gegenzuwirken._, Möbelübcrfluh'i Auf eine Anfrage des Reichskommisiars für AuS- und Einfuhr- bewilligung hat der Vorsitzende der Berliner Handwerkslainmer milgeteilr, es lägen im Jnlande so große Bestände vor. daß der Bedarf vollauf gedeckt tverden könne, Tie Verbraucher haben von diesen großen Beständen bisher nichts gemerkt, sie beobachten nur eine ständig größer werdende Knappheit an Möbeln und eine im gleichen Verhältnis wachsende Teuerung. Lrelleichl teilt Herr Rahardl der Oeffenilichkeit mit, wo die großen Möbel« bestände zurückgehalten werden, damit schleunigst für ihre Bereitstellung Sorge getragen werden kann. Einstweilen glauben wir allerdings nicht an die erheblichen Bestände, sondein veimuten, daß es bei der Antwort vor allen Dingen darauf an- lam, die Einfuhr billiger Möbel aus Belgien als überflüssig zu bezeichnen. Handwerk und Handel beobachten ja mit wachsendem Mißver- gnügen die Bestrebungen, durch gemeinnützige Gesellichaiien die minderbemittelte Bevölkerung mit Hausrat zu verfolgen und sie da- durch uuabhänaig von den Abzahlungsgeschäften zu machen. Der Verband der Möbel- und Dekoralionsgeschäfle Deutschlands be- hauplet sogar, daß erst durch die Aufsätze, die sich mit der Möbel- not, dem Möbelwucher und der Möbelversorgung beschäftigen, all- gemeine Unruhe und Unzufriedenheit im Volle erzeugt worden sei und daß dadurch.unredlichen" Kriegsgrüiidungen auf Kosten des alten und soliden deutschen Möbelgewerbes ein günstiger Nährboden geboien werde. Der Verband verlangt, daß nicht den gemein- nützigen Gesellschaften, sondern den Möbelgeschäften staatliche Unter- stützuugcn zuteil werden sollen! Tie Gemeindeschulen Berlins haben in der Kriegszeil eine außerordentliche Verringerung ihrer Kinderzabi gehabt. Schon vor dem Kriege war seit einer Reihe von Jahren ein fast ununterbrochener Rückgang zu beobachten, den man wohl nur aus der andauernden Geburten- Minderung erklären konnte. Im ersten Kriegsjahre kam es zu einem Umschwung, weil die Uebersiedlung ostpreußischer Flüchtlings- familien nach Berlin auch den Gemeindeichnlen einen beträchtlichen Kinderznioachs brachte. Nachdem aber die Ostpreußen in ihre Heimat zurückgekehrt waren, setzte sich der frühere Rückgang der Schul« linderzabl sehr schnell fort. Im Winter 1913,14, dem letzten vor dem Kriege, wurden in den Gemeindeschulen 225 540 Kinder gezählt, im Winter l917/!8 aber ergab die Zählung nur noch 214 223 Kinder. Die Schulverwalinng benutzte die Abwärts- bewegung der Kinderzahl nicht zu einer weileren Herabdrückniig der Klnsieiibesetzuna, sondern schränkte die Älassenzahl ein. Während die Gemeindeschulen im Winter 1913-14 noch 5294 Klassen baiten, ivaren im Winter 1917/18 nur noch 5207 Klaffen vorhanden. Eine weiiere Herabdrückung der Klassenzahl durch E'nziehmig der angeblich überfliiisigen Klaffen ist für das Schuljahr 1913/19 in Aussicht genommen. Der außerordentliche Geburlenrückgang, der vor jetzt drei Jahren im Mai ISlb einietzle, wird in iveiicre» drei Jahren de» Kinderzuwachs der Gemeindeschulen vlötzlich sehr stark vermindern. Die Schnlverwaliiing der Sladi Berlin hätte da eine gute Gelegenheit. in den Gemeindeschulen die Klassenbeietzung auf ein Maß zu be- swränken. das den Forderungen der Schulpädagogen entspricht und einen besseren Unterrichtsersolg erwarten läßt. Leider sind aber für die Berliner Schulverwaliimg solche Erwägungen nicht ausichlag- gebend, sondein nur zu oft treten sie zurück hinter dem Wunsch, an der Volksschule zu sparen und die Aufwendungen für sie möglichst niedrig zu halten. Schon jetzt hat man sich im Rathans ausge- rechnet, daß Berlin infolge des außerordentlichen Geburtenrückgangs der Kriegsjahre später einmal— viele Hunderle von Klassen der Gemeindeschulen wird einziehen kviinen. Gegenüber solchen Bestrebungen gilt es, in den nächsten Jahien ein wachsames Auge m haben und mißtrauisch der Schulverwaltung auf die Finger zu sehen._ Tie �tvanizSerfassung dcs Hcrbstitemüses. Wie die Reichsstelle für Gemüke und Obst in einem Rund- schreiben mitteilt, zeigen sich die Landleute häufig zum Abschluß von Verträgen über Herbstgemüse deshalb nicht geneigt, weil sie der Ansicht sind, daß sie, wenn sie keine Verträge abschließen, bei der Erme höhere Gewinn? erzielen können, als wenit sie ihre Ernte vertraglich gebunden haben. Demgegenüber iveist die Reichsgemüfe- stelle darauf hm, daß auch in diesem Jahre alles Herbstgcmüse in der bereits bekannten Weise der Zwangsersasinng unter- worsen werden wird. Es wird zwar jeder Anbauer für sich das behalten dürfen, was er in seinem Haushalte veibrauchen, und in seinem Betriebe verarbeiten will; wenn er aber dazu übergeht, die Ware im Handel abzufetzen, so wird die Reichsstelle für Gemüse und Obst oder eine ihr nachgeordnete Stelle zu be« stimmen haben, wohin die Ware zu leiten ist und wer sie zu er« halten hat. In keinem Fall werden dann die Landleute, die Ver- träge nicht abgeschlossen haben, einen höheren Preis für Gemüie erzielen als diejenigen, die Liefcrungsverträge eingegangen sind. Sehr wahrscheinlich wird sogar ein n i e d r i g e r e r als der Liese- rungsverlragspreis gezahlt werden, so daß sich die Anbauer, die mir Rücksicht aus etwaige höhere Gewinne Lieserungsverlräge nicht eingegangen sind, in ihrer Preisberechnung irren dürsten. Die Mcssingschilder der Postbricfkasten werden nun auch zu unscrm Metall-Kriegsschatz abwandern. Bis zu ihrem endgültigen Verschwinden werde» allerdings noch einige Monate verstreichen, denn diese Schilder sind zugleich die Außenseileu cliies GcHwcrlS der sogenannten Brieskasteniihr, mittels welcher der Vricjkanenleerer für die nächste Kastenlecrung die Zeit sichtbar einstellt. Ein Aus- wechseln der Meisingschilder hat deshalb zur Voraussetzung, daß gleichzeilig diese Uhren umgebaut und den veränderten Verhällniffen angepaßt werden. Das aber ist eine umfangreiche und uinsiändkiche Arbeit. Rückkehr von Ausländsdeutschen. In den nächsten Wochen ist mit einem größeren Zuzug von Auslandsflüchtigen aus Rußland zu rechnen. Die Flüchtlinge werden von der militärischen Grenz- Überwachungsstelle ans mit einer Fahrkarle und den notwendigsten Geldmitteln versehen und dann direkt an ihr Ziel geiandr. Viel- fach werden diese von allem entblößten Flüchtlinge Unterstützung der Gemeinden in Anspruch nehmen. Die letzteren sind daraus aufmerksam gemocht gemacht worden, daß für diejenigen reichs- deutschen Flüchtlinge, die unter Mitwirkung der Staatsbehörden aus den feindlichen Ländern zurückkehren, der Provinzialverband eintritt. Die Gemeinden jolle» sich der Flüchtlinge vorläufig annehmen und jeden Fall mit möglichster Beschleuniaung dem Provinzialverband anmelden, der dann prüft, wie er die Fürsorge regeln will. Haupt- sächlich soll er den Flüchtlingen zur Gründung einer eigenen Existenz behilflich sein und zwar in der Regel durch Ueberweisung geeigneter gewinnbringender B-schäftigung und, solange dies nicht gelingt, durch Gewährung von Geldunlerstützung. Die erste FncdcnSlinde. Zur Erinnerung an den Frieden im Osten ist aus dem alten Kiichhos in Groß-Machnow in feierlicher Weise unter Milwirkung einer Husarcnschwadron und deren Miliiärmusik eine Linde gepstanzl worden.— Unseres Er- ackteiis würde dem Charalier des Ostfriedens durch einen Faul- bäum besser entsprochen worden sein. Die nächsten Volkskonzcrtc dcs Philharmonischen Orchesters finden am Moinag, den 3. und 10. Juni, am Mittwoch, den 5„ 12., 19. und 26, Juni, am Freilag, den 7., 14, und 21. Juni, und am Dienstag, den 18. Juni, in der Philharmonie, Bernburger Straße 22/23, stait. Eintrittspreis 30 Pf., Kasseneröffnung 7 Uhr, Beginn des Konzerts 8 Uhr. Tie Ehrcnliezciigiing. Eine Szene, deren Vermeidung gerade in diesen Zeilen im allgemeiiien Interesse läge, verursachte in einer der letzten Nächte ein junger Offizier in der Friedrichsiraße. Der Mann begegnete einem Wachtmeister und stellte ihn zur Rede, weil er ferne.Ehrenbezeugung" gemacht habe. Er trat dabei gegen den augenscheinlich älteren Wachtmeister so schneidig auf, daß sich etile größere Menschenmenge ansammelte, die die Partei des Wachtmeisters nahm und aus ihrer Entrüstung über das Auftreten des jungen Offiziers kein Hehl machte. ES kam zu Tätlichkeiten, wobei der Ossizier von seiner Waffe Gebrauch machte. Als ein weiterer Offizier, ein Unteroffizier und ein Schutzmann handelnd eingriffen, gelang es endlich, den arretierten Wachtmeister nach der Komman- danlur zu transportieren. Aus dem Wege dahin erregte der Trans» port nochmals die Ausmerksamkeit der Passanlen in einem Maße, daß sich einige Hundert Leute ansammelten und den Veriuch machten, den Verhafteten zu beireien. Es gelang trotzdem, den Wachtmeister in Untersuchungshaft zu bringen. Das Gerücht von einem Bootsunglück auf dem Wannsce, wobei eine Anzahl Personen den Tod in den Fluten gefunden haben sollten, batte sich in den Abendstunden des Pfingstmontags in Berlin ver- breitet. Wie wir mitteilen lönnen, ist glücklicherweise an dem Ge« rücht nicht viel Wahres. Gegen �/z9Ubr abends hatte das Uebersetz» Motorboot Kladow-Beelitzhos eine Anzahl Passagiere an Bord ge- Nammen und befand sich ungesähr 50 Meter von der LandnngSstelle an der Pichelsdorfer Brücke, als am Motor ein Vergasbrand ent- stand. Es gelang dem Bootsiührer. das Fahrzeug bis dicht an den Landungssteg, und die Paffagiere, von denen ein Teil in daS seichte Wasser sprang, in Sicherheit zu bringen. Es ist niemand ver- unglückt. Zuchthaus für Brotkartenhäiidler. Zwei hiesige Einwohner sind durch rechtslräfiiges Urteil deS Kgl. Landgerichts I zu einer Zuchthausstrafe von ein bezw. zwei Fahren und zum Verlust der Bürger» lichen Ehrenrechte ans die Dauer von 5 Jahren verurteilt worden, weil sie eine große Menge von Brotkarten, welche aus einer straf- baren Handlung herrührten, an sich brachten und beim Absätze an andere mitwirkten. Charlotteuburg, Lebensmittel. Von Donnerstag, den 23. Mai, bis Sonnabend, den 1, Juni, werden veiabiolgt: 150 Gramm Teig» waren I. Sorte(25 Pffl, 150 Gramm Teigwaren II, Sorte(13 Pf.) auf Abichnm 29 der Groß-Berliner Lebensmittelkarte mit dem Auf« druck Charlottenburg._ Neukölln. Vermehrung der Arbeitsuchenden. Ein bemerken? wertes Ergebnis hat der städtische Arbeitsnachweis im April zu verzeichnen. Er w«lrde in die>em Monat von 2100 Arbeusuchenden in Anspruch genommen; biervon waren 458 oder 21 Proz, männ- liche und 1702 oder 79 Proz, weibliche Personen. Offene Stellen waren 1345 vorhanden, und zwar wurden verlangt 355 oder 19 Proz. männliche und 1490 oder 81 Proz. weibliche Personen. Auf 100 offene Stellen kamen also durchichnutlich 117 Arbeit» suchende gegen nur 70 Arbeitsuchende aus 100 offene Stellen im April des Vorsahres. Vau den offenen Stellen konnten im April 1918 diirchschnilUich 79 Proz. bcieyt weiden. Lichtenberg. LebenZmittel. ES gelangen zur Verteilung gegen Voranmeldniig: Ans AbsÄniti 29 der gemeinsamen Lebensmittelkarte 150 Gramm Teigwaren(18 Pst) und auf Abschnitt 123 iür Jugend- liche 300 Gramm Sirup(30 Pst) In den Fischwarengeschästeu werden abgegeben: Auf Abschnitt 21ÖE, J, G-, K V? Pfund Heringe; ohne Abtrennung von Marken aus Lichtenberger Lebensmittelkarte sriiche Fluß- und Seefische, auf Abschnitt 2I5E, J, G. Ii.'/? Pld, Räucherwaren und auf Abschnitt 219 E. J, G, Ii 1 Dose Marinaden. Lichtenrade. Wiederwahl des GentcindcsorstchcrS. Der Gemeindevorsteher Dr. Rüth, der zugleich Verbaiidsvotsteber des KriegSwirlschaftsbezirks Lichtenrade ist, ist von der dortigen Ge- meindeverlrelmig in Anerkennung seiner Verdienste um die Eul« Wicklung der Gemeinde auf eine weitere AmtSdauer von 12 Jahien einstimmig wiedergewäblt worden. Da Dr. Räih von seiner eisten l2iährigen Amtszeit erst fünf Jahre zurück-elegt bat, so hat sich die Gemeinde seine Kraft auf insgesamt 19 Jahre gesichert, wobei sie von der Erwägung ausging, die ErsaMungen Dr. RälvS ins» besondere auf dem Gebiete der Lelzeiismiitelversorguni und Kriegs- Wirtschaft für die gesamte Zeit der Uebergangswirtschaft der Ge- mcinde nutzbar zu machen. Die Wiederwahl ist um so bemerkens- werter, als seinerzeit von einem Teil der damaligen Gemeinde- Vertretung scharfe Angriffe gegen Dr. Rälh gerichtet wurden. AdlrrShof. Zur Herabzonunri der Bauklassen. Zu dem unter der obigen Nebenchrisr veröffenilichten Bericht über eine der letzten Sitzungen der Gemeindevertretung erhalten wir von dem Gc» memdeicköffen Herrn S ch w a r z l o s e nachstehende Zuschrift mit der Bitte um Veröffentlichung. „Es trifft nickt zu. daß sich die Adlershoser Gemeindevertretung gegen die Herabzonung der Bauklassen erklärt bar. Im Gegenteil ist diese von der großen Mebrheit der hiesigen Gemeindeverlreter als ein Kullursonichriu begrüßt und nach Krä'tcn gefördert worden. Früher war das Adlershoser Gebiet der landhausmäßigen Be» bauung zugewiefen, als es im Jahre 1993 den damals das OriS» Parlament beherrschenden Grnndbesitzern gelang, die MietLlaserne einzuführen. Diese Bauklaffc 1 ist nunmehr durch Beschluß der letzten Ge» meindevertretersitziing gänzlich abgesÄaffi und teilweise durch die Baullasse 1u ersetz! worden. Ganze Straßen zöge des alten Orts» leils sind in die Klaffen E und 0 übergeführt worden; und schon deshalb, um einen architektonischen Ausgleich zu schaffen gegenüber der von der Regierung geplanten Kleinhaussiedelnng auf dem forst» fiskalischen Gelände, für das zum allergrößten Teil ebenfalls die Bauklaiie E vorgesehen ist. Des weiteren ist mit Rücksicht ans das neue WohnungSgeseg und im Jmereffe der Weilerentwicklung unseres Ortes beschlossen, daß besondere Ortsteile, die sich ibrer Lage nach(Anschluß au Bahn und Wasser) zum Industriegebiet eignen, dem Fabrilbau vorbehalleu und der Wohnhausbebauung entzogen bleiben. , Daß diese Herabzonung wie überall so auch bei der hiesigen Grundbesitzerpariei starken und zähen Widerstand findet und daß damit die eherne Notwendigkeit für die Abschaffung des Haus- besitzerprivilegs und die Einführung eines freien Kommunalwahl« rechts aufs neue bewiesen wird, ist richlig. Umsomehr ist der oben angeführte, mir großer Mehrheit gefaßte Beschluß zu begrüßen, dem auch die Vertreter der dritten Abteilung geschlossen zuslimmien. Eingegangsne Dru<5sch?zsten. Die frühe Landschaft. Won Kotlsried Kölwcl, 1,80 M,— Bormärz. Eine lyihche Anthologie, herausgegeben von Dr. Marlin Sowmer- seid.— Tie Geisha O-sen. Von Klabund, 1,80 M.— Die Sprüche der Weisheit. Von Omar Kbayham,— Amerika, Novelle von Harry Kahn, 1,80 M. sämtlich im Roland-Verlog, München, Das urne Europa, Monatsschiijr..zährlich 5 M.— Verlag des Schweizer Druck- und Verlags Hauses, Zürich, lluier völkisches Kriegsziel. Won Kurt v. Strantz.— Reichen- bachsche Veilagsbuckhandlung, Leipzig. Der freie Mensch. Won Ä. v. Gleichen-Rußwurm. Geb, 7,50 M. Otto Reicht Verlag, Berlin IV b0, Vom Tin» der S�auspielkiuist. Don Hellmuth Fallenscld, 5,50 M. Felix Lehmann. Verlag G. m. b, H.. Charlotteuburg 2, Machtpolitik»nd Jdeatpoiitik. Von Siegmund Hellmann, 1 M. — Partaincilt und Regierung im iieugeordnelen Deutschland. Von Max Weber, 4 M.— Der Reichstag und der Fricdelisfch'ns!. Von Dr. Müller-Meiningen, 1,20 M.— Wie bezahlen wir de» Krieg? Herausgegeben von der Fabian-Societq in London. 4M— Die Hypothekenbanken. Von Dr, Fritz Schulte. 15 M.— Die Ren» ordnung der dentschcn Finanzwirtschaft. Von Dr. Heimich Herlner. 12 M. Auf sänilliche Preise außerdem 25 Proz. Teuennigszuschlag.— Sämllich im Verlag von Duncker u. Humblot, München XII. ZSetrerauSiichten'Nr»as mittlere Aorddentschtand d« Donnerstag mittag. Sebr warm, vorwiegend heiter und trocken, im Westen und Süden vereinzelle Gewitter. DireTrtion Max Reinhardt. DeutMcho« Tüoater. 1*1, Uhr: Pallslt.— Oer eingebildete Kranke. Kammcpspiele. 8 Uhr: Sntuurntt. V«»!k«bflhne. Theater am Bülawn'atz. Unter xrundd Schönh. Tor. 7*1, Uür: Kitolzr Li�ap. Tliealer des Wesleus Aiiubcndlicb 7'/, Uhr: Leopoldine Konstantin w Die Tänzerin. fnE3terinKGniggra}zerStr. '/t8Chr: SHe Scliwcstcrn und der Krcmdo. Komödienhaus 'l48 Ulir: Die Karin. Berliner Theater 7'/,U.: KlltisblnTiea Cint. Tliealer der friedrictstaiit Ecke Friedrich- u. Linienatr. Nord. 8650. Tiicüch Tit: Familie Hannewann, Hans Junkcrmann, v. MBIIendorlf Alice Tc. ning. Richard Georg Theater Ifir Mittwoch, 22. Mai. Cent ral-Theater �08 0perettenll3üS �v. uhr. ßje Csarilasiürslin. DcatMcheK Opernhan« 7 um-: Carmen. Frlcdrich-Wilhelnist. Theater u/.uhr: Das Dreißiäiieriiigiis. Kleines Theater s Uhr.- Liebelei. Kominehc Oper 7V- SdiffarzgalMel. I.tiBtspIclhans 7'/, Uhr: DleMen Badelsy.Liniienlioi Metropol-Theater uhr: Die Rose voo Stambyl. 7'/. Uhr : Der Soldal der Marie. ItcHldenE Theater Ti.uhr: Der junge Zar. I» Cortosgiienniifite! 11, 125,■ �»Id-nzommlmkcr».,,, ,110. 188 utw. Salden- llanlalkleider.... löfi, 172 uav. Schiller-Theater O 7',, Uhr: EaosSonnenstöSers Höllenlaiirl Hehllicr.'I h. Charl u/. Uhr: Ein Eriolg. Thalia Theater �loterderlilienileDLinile Theater am Nollcndorlplatz Uhr: Da«(•clhngnia. 7 Uhr: Der ff! ias ii ein feldgraues Spiel Täglich 71/, Uhr: Da« groü« Cireus- Programm und zum Schluß; iissilele" .IUI! mit den lustigen WaHNcrHEcncn! Theater I Friedrichst. SI8j "• faul SeeMers DentHchland« bester Komiker sowie IS erste Variete-Attraktionen i Sonnlaq 3'/, Uhr jeder[ Erwachs. T Kind freüj 755! Paul Göbel der Urkomische Cliester Dieck Exotischer Radfahrakt sowie der große Mai-Spieiplan! r Stnltniiieiiflllcc 7—9. Täglich 4'/, Uhr: Zw MmODIilM. Krouc Posscn-Ncvue in 6 Bildern v. SUlai: Horst u. Harry Schrchcr. Dazu: die grollart. Spezialitäten RsivksbsIIen-IiisslLs. Ailadsndlich?>/, Uhr: Olallinas Sänger. Reichshollen-Saal T'/t U.: Großes Bliithgen-Konzort. Trianon-Theater Bhf. Friodrlchstr.Ztr 4927.2391 '1,8 Zum 202. Male: Der Wüst,Kaiser-Tit7..Bildt. Flink Donnerst.'fst.kl F.; Rotkäppch. Bonnab.'1.4. kl.P.: Dornröschen Sonnt, 1/a4 kl. Fr.: Gespenster. Atimiralspalasl. j Die Prinzessin von TFagant! Sajdah Deutsche Tänze 7-/. Uhr. 2.3,4.5.6 M. Casino-Theater Lothringer Sir. 37. Tägi.'1,8 U. Nur»och kurze Zeit das heitere Famiiienbild Amm's Tranm. Vorher erftfl. Sprzialttliteii. u. a. ßpocks& Coksi, Scheele. Sonnt. 4 Uyr: ivtaienznuber. «lctuwoynungseinrichtnng mil Küche und allem Geschirr »u verl.(nach 5 Uhr). Lüdecke,, Schöneberg. Bahiijtr. 10, 1 Tr.j T II x I I c h 7'/» Uhr abend* Heute nachm. tl'l, Uhr: Familien- u. Schüler-Vorstellung r.ti kleinen Freisen Palast-TSieater am Zoo Nalioiial-Tliealep. Cönenicker Str. 08. Tägl.'jfi. Der große Erfolg! M iiits'c heil. Musik: Walter Uromme. Rose-Theater. -w- BaSRtljffien. Gaiicnbübnc 7 Hör: Gr. Revue. Walhalla- Theater. 7«/, Uhr: Dottanlicbchen. Tüchtige Heimarbeiterinnen aus handgearbeilete Formen cociituell ganze 2290b ArbellLLlube» verlangt Eblermavy, Leipziger Stratze 87. liinter-Sxtrakt Kitronen n. Waldmeister- I!».. n 0*1 M Extrakt, kUnstl. gcfllrbt LIlEr eSzTLZF NI. mit Wasser verdünnt, ergeben die Extrakte eine herrliche süße Limonade. Kein Zucker erforderlich. Auch zur Bei oitnng von Speisen bestens geeignet. Ein Glas dieser prächtigen Limonade stellt sieh auf kaum 2 Pf. Es wird höflichst gebeten, möglichst Gefäße zum Abfüllen mitzubringen. Hb Berlin N 24, 2. Verkaufsstelle; Reinickendorfer Sir. 109 3. Verkaufsstelle: Andreasetr. 78 4. 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Sprechstunden 1. bil 1 und b— 8, Sounl. 11—1 Unserem Freunde und Genossen 243/3 ZoliWngz tzretk zu seinem 50. Geburtstage die herzlichslenGläckwürrschel Soziaid. Verein Nirderschönhauien. I. A: Max Bieih. s243/3 Am 17. dr Mis. abends B 8 Udr verschied mein lieber Mann, unter guter- Valer, Schwiegervater, Ärohvaler, Schwager und Onkel, der Eigentümer. Herr �Idei'l Dierlied im 80. Lebensjahre. Dies zeigen liejbelrübi an Die trauernden Hinter- bltebeiieu. Neukölln, Zielhenstr. 65. Tie Beerdigung bat be- reit« am 21. b. MtS stall- geiunden. I98A Am 20. Mai>918 verstarb nach langem, schwerem Lei- den meine her, ensgule Frau. unsere liebe Mulier, Schw e- germulier und Grohmulter Lmilie 8c!uill2 geb. Tessendorf. im 65. Leberrssadre. Dies zeigen iHit der Bitte um stille TeiinaMne an Franz Schul«, lliönlgen- tal, Zienreiisstr. 2. Franz Schult) nebst Frau. Ntchlird Schult) nebst Fa- milie, Hermann Schultz nebst Kindern, Karl VoUbrecht nebst Frau Ida geb. Schultz und Sohn Kurl, Heinrich Schult) nebst Familie, Paul Kluge nebst Frau Agnes geb. Schuch und Tochter Nuth. 2295b Die Einäscherung finde! am Sonnabend, den 25 nachmittag ü Mr. im Kre mawriunr iterichlstr. 37 statt. Allen Bekunnien die trau- lrige Nochrichl. dah mir meine liebe Frau meine | treue Lebensgeiähriin Auguste Wunderlich geb. Bailies durch den Tod entrissen wurde. 82 8b Ti-S zeigt an. um stille Teilnahme bittend, der trauernde Gatte Bernli. Wunderlich. Berlin, Schwedl« Str. 250. Die Beerdigung sindel am 22. Mai, nnrtimtling« 5 Uhr. aus dem Frirdbos der Frei- religiösen Gemeinde, Pappel- all«, statt. Tanksasiung. Für die vielen Beweiie herzlicher Liebe und Teil» nähme und reichlichen Kranz- spenden bei dem Hinscheiden meiner lieben Frau, unserer gute» Mutter, Tochter. Schwrst« und Schwägerin II ninin netto geb. Zubell 523L lagen wir hiermit allen Berivandlen, Freunden und Bekannten, insbesondere dem Genossen Waldeck Manasse sür die Iroslre chen Worte am Sarge der Berilorbenen unieren derziid/slen tank. Otto Liierte n. Kinder. Dn»i»«»ng»>>g. Allen Freunden u. B lannien, den Kollegen der Firma C. P. Goerz. Teiiipekhos, sowie Herrn Robert Bahn sür die Irönenden Worte am Sarge unseres lieben Enlschlasenen herzlichen Danf. 2289b A. u. V. Dettoss. M eis EliOSkH beseitigt 1222ii;»g »SÄ ijansiallirS jed.Haulausschlaa, Flechten,{ Hautjucken, bei- Vein-[ ichödeu. Krampfadern der Frauen u. dergl. Zusendg. er folgt per Na i n.| Eletanten-Agotiieke, Oedin. Lrivzig« Sir. 74 (am Dönhosivlai!,. Kostüme, KeKenmäkTtel linprilgnlvi't. Röcke m Wintermäntel, nur aus allerbesten Stoffen gibt Jetzt auch an Private ' Oamenmäntelfabrik.On 1 Krunaenistr o-i Hof Erdgeschoß. «•efOMOOSiWWMM» Sohlennägel I S/ÄlisÄtlkiW a 650 Gramm. Palet zirfa 1000 Nägel Inhalt 17,50 M. per Nach«. Es empsieli sich, ein solches Pale! m.BekannL zusammen zu kanlen. ll97L �urt Robifch. iviunchen. Thorwaldsmjlr. Nr.27, pari. Hr. 13$— 191$ Unterhaltungsblatt des Vorwärts Mittwoch, 22. Ma! Der türkiMe Culenfpjegel. Von Leo Heller. Trotz der ausgesprochenen Vorliebe sür die Liicratur deS AuZ- lands, wie sie ivenurstens vor Ausbruch de? MiegS bei uns be- standen ha!, ist wohl nur Weingen bekannt geworden, daß Till Eulenspiegel, der berühmte deutsche Schalksnarr und Spasimacher, in der Türkei einen ihm mindestens ebenbürtigen Genossen besessen hol; N a sz r- c d» d i n, den man, da die Türken ihre Huniorisien ehrerbietiger behandeln als wir, im Heimatlande den Titel»Meister" verliehen halte. In manchen Büchern, in denen von der Wesens- att des Türken ru lesen ist, wiid er als Mann von Würde ge- schildert, der fast nie seinen Ernst verliert und seine Mienen in den seltensten Fällen �u einem Lächeln verzieht. So griesgrämig und aller Lustigleit abhold, wie ihn angeblich Kundige und mit der Türkei und den Türken vertraut sein Wollende schildern, ist der OSmane in der Tat nicht. Keiner ver- nimmt einen guten Scherz lieber und keiner belustigt sich in harmloserer und naiverer Weise mehr an einer humorvollen Gabe, die allerdings eines tiescre» Kernes nicht ent- raten darf, als er. Für Plailheiien und für den fragwürdigen Humor, der bei uns zulande eine immer grösiere Anhängerschaft gewinnt, ist der Türke nicht empfänglich. Ein drolliger Einsall ober, der mit Geist verbunden ist, vermag ihn in«in herzliches Lachen ausbrechen zu lasten, besten er sich durchaus nicht schämt. Und das; er das Lacken hoch bewertet, beweist am deutlichsten, dah er sich dem. der ihm dazu verholfen hat, dankbar erweist und das; er den Humoristen nicht geringer achtet, als die Dichter ernster und hoheilSvoller Act. Wäbrend wir in Till Eugenspiegel immer nur den land« streichcndcn�Bulschen, den jungen Vaganten sehen, der zwischen Stadl und Stadt seine Schnurren und Schnaken auSsann, mit denen er seine MUmenichen weidlich plagen und naS'ührcn wollte, erblickt der Türke in Naszr-ed-din den.Meister". Freilich war dieser kein land- fahrender Gesell gleich Till gewesen, sondern ein wohlbestallter Geistlicher und Lehrer, der, soviel man weist, im vierzehnten Jahr- hundert in Akschehir lwas zu deutsch»Wclstitadl" heistt) lebte und dort auch begraben liegt. Und dann war Nastr-ed-din, waS wärt- lich»Stütze des GlaubenS" heistt, dem deutschen Till an Weisheit und Gsdankentiefs weit überlegen. Zu billigen Mitteln, wie sie Till Eulenipiegel angewendet halte, um Wirkungen zu erzielen, nahm er nie seine Zuflucht, und meist verzichtete er auch auf jene besonderen Dervheilen, in denen die Eulentpiegcliaden zumeist gipfeln. Wo aber Nastr-ed-din derb ist, dort über- traf er sogar noch seinen deutschen Fachgcnosten. Ja, dort wurde er so derb, dah bisher jeder deutsche Ueberietzer der Schwänke Nastr-cd-dinS davor zurückichreckle, diese gewagten Spähe in das Gewand der deutschen Sprache zu kleiden. Doch gerade diese werden von den Türken, die den Vorzug besitzen, weit weniger prüde als wir�zu sein, mit dem lebhaftesten Behagen genosten. In den Frendennächten des Fasienmouois Ramasan werden sie von ostentüch-n Erzählern vorgetragen, aber sie werden auch, ohne dah jemand Anstost an ihrem höchst schlüpfrigen Inhalt nähme, in der besten Gesellschaft vor einem Publilum von Frauen und Kindern erzählt. Für die ungeheure Beliebtheit, deren sich die Schwänke Nastr- ed-dinS in der Türkei erfreuen, spricht der Umstand, dast es in der Türkei nicht weniger als 13 ans Schwänkeu des Meisters bestehende Sammlungen gibt, Tie älteste stammt aus dem Jahre 1263(1837), die jüngste, aus der im Nachfolgenden einige Proben veröffentlicht werden sollen, au« dem Jahre 1233(1883). Die letzte Ausgabe ist bei Arakel in Konstantinopel erschienen und war mit fünf Holz- schnitten verziert, deren PrimiviiSl nichts zu wünschen übrig liest. Bevor ich � mit der Wiedergabe einiger der Sammlung ent- nommener Stücke beginne, möchte ich dem türkischen Schrtststeller Mehemed Tewsik das Wort verstatten, der mit großer Mühe und Hingabe �die Schwänke Nastr-ed-dins gesammelt und sie zu der von mir erwähnten letzten Sammlung vereinigt hat. Tewfik sagt unter anderem:»Unser Meister Nastr-ed-din, der türkischen Nation ange- hörend, hat sich in der Weit einen solchen Ruhin erworben, dast ich glaube, es existiert kein Greis noch Jüngling, der nicht schon von dem gelehrten Meister gehört hat, ja der nicht, ganz abgesehen von den von ibm erzählten Anekdoten, schon bei der blosten Nennung seines Namens lächeln mutzte. Wenn wir bei den dem Meister zugeschriebenen Anekdoten von einige» im Laufe der Zeit ausgemerzten Stücken absehen, so finden wir bei der Mehrzahl in der Art des Scherzes nichts al« den AuS- druck der Wahrheil und Weisheit. Deshalb verdient der Verewigte ein vollendeter, in der Schule der Natur gebildeter Philosoph ge« uannt zu werden. Sein Leib ruht in Akschehir, sein Name wird in der Stadt genannt. Was die drolltgsien und charakteristischsten der Schwänke betiiffl, die wie geflügelte Worte im Munde aller sind, so ist die Mehrzahl derselben weder ausgezeichnet noch gedruckt worden." » Aus den Schwanke n des Nastr-ed-din. »Wann wird das'Wellende hercinblechen?" fragte wanden Meister »Welches Weltende?* sagte er. »Wieviel Wellenden gibt es denn?* fragte man. Er erwiderte;»Wenn ich sterbe, das groste, wenn meine Frau stirbt, das kleine." » Der Meister kaufte eines Tages eine Lunge. Unterwegs be- gegnele ihm einer seiner Freunde und fragte: »Wie wirst du sie zubereiten?" »Wie gewöhnlich," entgegnete der Meister. .Nein," sagte jener,»es gibt eine schönere ZubereitungSart da- für. Ich will sie dir beschreiben und danach bereite sie." Dann sprach der Meister: »Was du mir da beschrieben hast, kann ich nicht im Gedächtnis behalten. Schreibe es mir ans ein Stück Papier I Beim Kochen will ich mich dann danach richten." Daraufhin schrieb jener das Nezepl auf und gab«s ihm. Während der Meister, nach der Mahlzeil lüstern, die Lunge nach Hause trug, ritz ihm eine Weihe die Lunge aus der Hand und flog damit fori. Ohne auch nur im geringsten ärgerlich zu werden, richtet« der Meister das Wort an die Weihe und tagte: »ES ist unl'onst. Du lanni't sie doch nicht mit Wohlgeschmack verzehren. Ich dabe den Zettel Mit diesen Worten zeigte er der Weihe da» Rezept. » Der Meister lief um Mitternacht auf die Etrahe und spazierte umher. Der Polizcimeister des OrieS begegnete ihm und sagte: »Herr, was suchst du zur Unzeit auf der Straße?" Der Meister antivorlete: »Mein Schlaf ist entflohen, ihn suche ich." * Man bat den Meister um seinen Esel. Er sprach: »Ich habe keinen." Da fing der Esel im Stalle an zu schreien. Sie sprachen: »Man hört ja des GselS Stimme." Darauf sagte der Meister: »Ei, ei, ich muh mich sehr wundern, dast ihr meinen Worten keinen Glauben schenkt,»vährend ihr doch den Worten des Esels glaubt." » Eine? TageS sagte man zu Nassr-ed-din: »Du hast vierzigjährigen Essig. Wenn du doch ein wentg her- geben wolltest I" Er sprach: »Wenn ick davon hergegeben hätte, so würde er längst atke und nicht vierzigjährig geworden sein l" » Der Meister reiste nach Konla. Auf dem Markte»mher- schlendernd, trat er in den Laden eines Halwa-(SützigkeiiS«) Ber- käufeiS und begann zu esien. Der Halwa-Berkäufer rief: »He, Mensch, was machst du da?" und begann auf den Meister loszuschlagen. Der Meister ast ruhig weiter und sprach: »Was ist da» doch sür ein schönes Land! Hier zwingt man die Leute mit Prügeln zum Halwaessen." �anöwirtschastliche Möglichkeiten. Bereits in den Jahren vor dem Kriege ist don fachmännischer Seite nachgewiesen worden, dast das Deutsche Reich die Leben»- mittel für 103 Millionen Einwohner hervorbringen könnte, wenn im Landbau die durchführbaren Erweiterungen und Verbesserungen auSge'ührt würden. Als solche wurden hingestellt: Urbarmachen und Bebauen des OedlandeS, das zum größten Teil au» Mooren und Heide(nicht Wald) besteht und nach stalistischcr Schätzung etwa 4 Millionen Hektar umfaßt; ferner das sachgemäße Entwässern, und auf anderen Stellen das Bewässern; und drittens eine«in- gehender? Bebauung deS Landes. Für diese führt P. Kurth im »Kosmos" folgende» Beispiel an: Ein Gut von 743 Hektar, da? als gutgeleiteter Gutsbezirk mit schönen Erträgen galt, wurde 1333 in ö4 Rentcngüter von ver- schtedener Gröste, 4 bis über 26 Hektar, und ein Restgut aufgeteilt, Als Folge zeigte sich bereits nach zwei Jahren, daß die Zahl der Pferde von 33 auf 133, die des Rindviehs von 233 auf 452 und die der Schweine von 123 auf 1132 gestiegen war. Da» Ge- flügel hatte um mehr als das Zwanzigfache zugenommen. Der E: lös aus dem Viehveikauf brachte ein Mehr von rund 133 333 Mark. wozu noch die beträchtlichen Mehreinnahmen aus Milch, Butter, Eiern und ähnlichen Erzeugnissen kamen. Der Rvggenerirag war um 3333 Zentner, Hafer um 2381, Geiste um 1333, Kartoffeln um 23 333 Zettlner gestiegen. Der Weizen halte vielfach der Kartoffel weichen müssen; er zeigte eine Abnahme von 3282 Zeninern. Der Geldwert der Mehrerlräge be- lies.sich beim Gelreide aus 53 133 M., bei den Kartoffeln auf 33 345 M. Die von den 35 Tetlgülerii miternährie Bewohnerschaft berrug 452 Personen gegen ein Drittel davon, 152, vorher Dieses Ergebnis berechtigt natürlich nicht zu der Forderung, daß alle grösteren Güler aufgeteilt werden müssen, sondern es ist nur ein Beweis dafür, daß dasselbe Land den doppelten Erlrag und mehr zu bringen vermag, wenn es eingehender bewirtschaftet wird. Die Hochzeit öes Regenwurms. Wer sich im Frühling, in den schon lauen April- und Mai-' nachten die Mühe macht, mit einer Laterne einen grasigen Platz oder feuchte Partinege abzusuchen, wind allerhand wunderliches und lichtscheues Getier entdecken. Neben Raupen, Schnecken, Käfern und Spinnen bekommt man zuweilen ein höchst merkivürdigcs Ge- bilde zu sehen, das die Form eines roten fleisch roten X von etwa eineni Kubikdezimeter Durchmesser hat und völlig reglos auf der nackten Erde liegt. Untersucht man das eigentümliche Wesen ge- mnier, so stellt sich sehr bald heraus, dast man der indiskrete Zeuge einer Nogenwurmhochzcit geivorden ist. Im übrigen ist von dieser Hochzeit nicht vivl zu sehen. Die sonst so lichtscheuen Tiere ertragen zwar in diesem Zustande ohne Fluchtversuch das grelle Licht der elektrischen Taschenlampe. Bei Berührungen jedoch machen sie so- fort Miene sich wegzuschiängcln' und, dabei kann man beobachten, daß sie in der Mitte blasig ausgetrieben und miteinander verwachsen zu sein scheinen. Eine dicke Schleimschicht iimgidt jene aufgequollenen Körperteile, und unter ihrem Schutz findet die Befruchtung statt. Diese Befruchtung ist gegen seit ig, pde n n der Regenwurm ist ein doppelgeschlechtliches Geschöpf, bei dem innerhalb des 14. Segmen- tes, die weiblichen, innerhalb des 11. und ö. Segmentes die männlichen An s fü hrung Kg änge liegen. Nun wird ein naiver Beobachter sofort fragen, weshalb der Regenwurm dann überhaupt Hochzeit zu feiern braucht. Di« Frage ist nicht schwer zu beantworten. Es ist ein für das ganze Tier- und Pflanzenreich geltendes Gefetz, dast jedes Lebewesen die Autogamie(De l bstbe f r» cht» ng) nach Möglich- kcit irr meiden must. Sie wird nur dann gestattet und geübt, wenn eine Art nicht anders vor dem Aussterben bewahrt werden kann. sonst aber wird unter allen Umständen die Vermischung zweier Individuen und das daraus entstehend« Kapital an doppelter Lebenskraft und doppelten Anpa ssu ng s m öglichke i ten vorgezogen. Der Regenwurm, unser viel zu wenig geschätzter Freund, der nnS hilft die Erde zu durchlüften und so Pflug und Egg« in einen: ist, braucht noch lange nickst ans Aussterben zu denken. Zahlreich feiert er in dunklen Frü hli ngsnächten feine stille, dem Menschen fast unbe, kannte Hochzeit, die ihm und uns ein Heer wühlftcudiger Nach- kommen'schafft und die man deshalb nicht mutwillig oder grausam zerstören soll._ Notizen. — Theaterchronik. Die Gesellschaft„Da? junge Deutschland" führt Sonntag, 23., 12 libr mittags, im Deutschen Theater Friedrich Koffkas ,Kain" und Franz Werfcls »Besuch ans dem Eltzsium" auf. — Eine Vorlesung au» Dichtungen der Ost- Völker veranstaltet der Sckiiitzverband Deutscher Schriftsteller Montag, den 27. Mai. im Mcistersaal. Frau Elsa Wagner wird charakteristische Literaiurproben, Volkslieder, Gedichte, Erzählungen der Finnländer, Esten, Letten, Litauer und Ukrainer in deutscher Ueberictzung zum Vortrag bringen. — Ernst Drucker, der Leiter deS nach ihm benannten Hamburger Theaters, ist in Hamburg gestorben. Er hat sich die Pflege des platldeulichen Volksstückes angelegen sein lasten. — Die Gefahren der Rhabarberblätter für den Genust sind nach Feststellungen des Kaiserlichen Gesundheitsamtes nicht unbeträchtlich. Sie enthalten viel mehr Oxalsäure als die Stengel und können Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Besonders wird vor der Verwendung der Blätter in Fonn einer �Mi- schung mit Spinat gewarnt. Häufig haben sich in dieser Zusam- mensctzung heftige Diarrhöen, Mattigkeit, auch Nierenentzündung eingestellt. Wenn man Rhabarberblätter durchaus verwenden will, sollte man sie vor dem Genust abkochen und ohne das Kochwasser genießen. Zweckmäßig ist eS auch, dem Kochwasser etwas Kalk zu- zufstzen,. um die lösliche Oxalsäure in die unlösliche Kalziumver- bindung überzuführen. 40j Pioniere. Roman au» dem Norden von Ernst Dibring. Sie waren alle verrückt, die Kerls I Ikie konnten sie ein Mädchen in Frieden lassen, immer mußten sie ihren Spaß machen. Wer konnte ihnen widerstehen, wenn sie oben- drein nett und freundlich waren und einem was Gutes zum Trinken anboten? WaS hatte es auch für einen Zweck, zu widerstreben? Früher oder später kam eS doch immer. wie es kommen mußte. Wer weiß, ob eS bester für sie ge- Wesen wäre, wenn sie als Pfarrersfrau draußen auf einer der Inseln bei Bergen in den Hafen gelaufen wäre, wie die Mutter gewollt hatte? Der Gedanke an die Mutter verwirrte die Gedanken der Schwarzen Bärin. Ja, die Mutter meinte es sicher� gut. wenn sie auch schlug. Sie konnte aber nicht zu Hause bei der Mutter bleiben, wenn ihr der Kopf schwindlig wurde, sobald nur ein Bursche in ihre Nähe kam, und sie sehnte sich immer danach, in die Welt hinauszukommen, hinaus in das große Abenteuer. Was hatten all die dummen Versuche, sie ein- zusperren, genützt? Die Schwarze Bärin sah das Birkenhäuschcn von weitem schimmern. Sie ließ alle Gedanken an das Alte und ging zur Gegenwart über. Sie war schüchtern und verlegen wie ein unschuldiges Mädchen, als sie das Häuschen zu sehen bekam. Sic zog den Kragen zurecht, wischte ein paar Ständchen vom Kleid und schüttelte den Kopf, damit die Locken loser fallen sollten. Jetzt sollte es ein festlicher Sonntag werden. Wie würde Olsson sich freuen! Er hatte sie ja so oft gebeten, einmal Sonntags zu kommen, damit sie richtig Zeit füreftiander hätten. Er wohnte ganz allein in dem Häuschen, so daß sie sich nicht zu genieren brauchten. Ani Abhang wuchsen ein paar weiße Blumen. Die Schwarze Bärin riß eine ganze Handvoll ab und streute sie sich ins Haar. Festlich sollte es sein. Sie war dem Hause schon ganz nahe. Kein Mensch war zu sehen, aber man hörte einen klatschenden Laut wie ein Klopsen. Die Schwarze Bärin blieb stehen und lauschte. Vielleicht wurde an der Bahn gearbeitet. Auf jeden Fall waren Leute auf der andern Seite deS HauseS, wo der Ein- gang lag. Wollte sie hinein, mußte sie also an diesen Leuten vorbei, wer es nun auch sein mochte, die am Sonntag- morgen arbeiteten. Schlimmstenfalls konnte sie tun, als käme sie nur zufällig vorüber. Sie konnte um etwas Wasser bitten. Sie ging weiter, bog um die Ecke und stand Auge in Auge der Trumpfkarin gegenüber, die im Sonnenschein dorm Hause stand und mit aufgestreiften Aermeln mit dem Wasch- holz im Zuber arbeitete. Die Trumpfkarin blicke von der Arbeit auf. Sie war eine große, kräftige Frau mit gelbem Haar, kleinen, hell- blatten Augen, einer Stupsnase und einem üppigen Mund mi.t blutroten Lippen. Ihr Gesichtsausdruck verfinsterte sich, als sie die Schwarze Bärin erblickte. Sie kannten einander gut. ES tvar nicht das erstemal, daß sie im gleichen Jagd- revier zusammentrafen. Sie hatten sich draußen in den Städten Nordlands oft genug beschimpft, aber hier oben bei der Bahn hatten sie sich immer fern voneinander gehalten, da sie ja in verschiedenen Barackenlagern die Wirtschaft führten, die eine weise Vorsehung ein gutes Stück voneinander getrennt hatte. Die Schwarze Bärin sagte nichts, weil ihr in der Este nichts einfiel. Sie verstand alles auf einen Schlag. Olsson hatte die Trumpfkarin zu sich in seine Einsamkeit genomnien. Das Warten war ihm über geworden. Und jetzt wusch sie sogar seine Kleider, das war ganz klar, denn dort hinten neben dem Hause waren Hemden zum Trocknen aufgehängt. DaS ganze erträumte Abenteuer war plötzlich fort, zu Ende, ehe es noch angefangen hatte. »Teufel auch, was willst denn du hier 1' fragte die Trumpskarin endlich, ließ das Waschholz los und stemmte mit finsterem Gesicht die Hände in die Seiten. „Gar nichts!" antwortete die Schwarze Bärin und lachte. Sic fand das ganze so rasend komisch, daß sie gar nichts anderes tun konnte als lachen. Das Gesicht der Trumpfkarin machte die Sache nicht besser. Sie sah trotz allem so unglaublich komisch auö mit der StupSnase und dem unordentlichen Haar, das ihr in Strähnen um die Ohren hing. Das Waschwaster rann von Annen und Händen auf das Kleid herunter. Die Schwarze Bärin sah sie sich genau an und zog einen Vergleich zwischen sich und ihr. Daß Olsson aber auch nicht hatte warten können. Die Trunrpfkarin, die aussah, als wenn sie ihre Gedanken lesen könnte, wurde von einer zitternden Wut erfaßt, die tief im Herzen begann und in die Arme hineinströmte. „Was zum Teufel willst du denn hier?" wiederholte sie. »Ich will zu Olsson!" sagte die Schwarze Bärin. Die Trumpfkarin starrte auf die großen Augen der andern, auf die tiefschwarzen Locken, die wie Schlangen um den Hals und über die Taille krochen, auf die silberne Brosche. die im Sonnenschein glänzte und flimmerte, und sie begriff, warum die Schwarze Bärin sich so schön gemacht hatte. Im Moment stand der Trumpskarin vor Augen, wie Olsson und die Schwarze Bärin einander in die Arme flogen und sich drinnen im Hause küßten und drückten. Dies Bild brachte sie völlig außer sich. Sie haßte das lachende, schöne Gesichr der Schwarzen Bärin mit den großen Augen. Sie fühlte, wie ihre Beine zu zittern und ihre Hände zu beben begannen, ein heißer Strom siedete durch sie hin, es schwamm ihr rot vor den Augen, und ehe sie eigentlich wußte, was sie tat, hatte sie das Waschholz genommen und die andere direkt aus den Kopf geschlagen. Die Schwarze Bärin fiel ohne ein einziges Wort hinten- über. Die Trumpfkarin umklammerte noch immer krampfhaft da? Waschholz. Ihr Gesicht war von Wut verzerrt, aber wie allmählich der Zorn von ihr wich, lockerte sich der Griff um das Holz, und die schwere Keule fiel zu Boden, ohne daß sie es merkte. Sie stand noch immer in derselben Stellung, in der sie losgeschlagen hatte, und sah die Schwarze Bärin an. Warum lag st? so still? Warum sagte sie nichts? Darum antwortete' sie nicht? War das wieder einer von ihren gewöhnlichen Streichen? Aber nein, es mußte ihr jemand weh getan haben, da sie sich nicht rührte. Wer hatte das getan? Du selber, Karin. Du hast doch das Waschholz genonimen und ihr damit auf den Kops geschlagen. Weißt du das nicht mehr? Hast du das schon vergessen? Mit einem Schrei warf sie sich über die Schwarze Bärin. „Margit! Das ist doch nicht möglich! Margit! Margit! Hörst du? So antworte doch! Antworte, hörst du? Älnt- Worte, Margits!" jammerte sie, während sie ihren Körper be- tastete, ihre Hände hochhob und ihre Augen suchte. Als sie den Arm unter ihren Kopf legen wollte," um den Blick besser sehen zu können, begriff sie alles. Das schwarze Haar war oben am Scheitel rot, und von da floß etwas UnhcimlichcZ aus den Boden nieder.(Forli. solgn) Seide Sdileiersioffe* Waschvoiles in reichster Auswahl für Blusen und Kleider fS�es W I' BT t>? an iedermann, : Kleinste Anzahlung.: -- Größte Rücksicht. Bequemste Abzahlung. Refehhalliges Lager in ganzen Ein- | riehtungen(EMaaSMe rÄÄb) Große Auswahl farbiger Küchen. Ma LandLvehs* D Müllerstraße 7, I(Weddingplatz) Biaue Schilder beachten. Sonntags 8—10 geöffnet, Elsasser- ßtr. 21. mit ecMem Frisdenskautschuk Kunst). Zahne Goldkronen, Brückon. 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Ter Zlufruf des Parteivorstandes. den wir in der Pfingstsonntagnummer veröffentlichten, und unsere gleichzeitigen Betrachtungen über„Das Pfingstvakuum" geben der reaktionären Presse Nnlatz zu wütenden Ausfällen gegen die Politik der sozialdemokratischen Partei. Die„K r e u z z e i t u n g* beschuldigt den Parteivorstand und den„Vorwärts" einer„Hetzarbeit", die stark an das .„iandosveriäteriiche Treiben der Unabbänoiarn" erinnere. Nach diesem Avis an den Neichsanwalt macht sich das liebenswürdige Blatt an den Nachweis, daß zwischen der Brot- und der Wahl- rechtsfroge keinerlei Zusammenhang bestehe: Haben wir kein Brot zu essen, verlieren wir den Krieg. Kommt aber die Wahlreform nicht zustande, so wird dies auf den Verlauf desKrieges auch nicht den mindesten Einfluh haben. Wir haben schon wieder- holt aus den verschiedensten Beobachtungen feststellen lörinen, dah die Stimmung für das gleiche Wahlrecht iin Ab- flauen i st. Nun sollen die Arbeiter mit dieser gewifsenloien Argumentation des Parteivorstandes und seines Zeilungsorgans aufgehetzt werden. Wir hoffen von dem gesunden Sinn unteres Volkes, daß es auf diese plumpen Versuche nicht hinein- iälll. Das ganze Manöver beweist aber, mit welchen Mitteln die Sostaldemokratie zu arbeiten pflegt. Die Regierung sollte hier- aus, statt sich ins Boxhorn jagen zu lassen, lieber zu dem einzig richtigen Schluß kommen, daß die Auslieferung Preußens an die Masse doch nicht ganz ungefährlich lst. Aebnlich erklärt die„Deutsche Tageszeitung": Wahlrecht und Brotration haben nicht das geringste miteinander z u tun. Selbst das radikalste Wahlrecht kann nicht ein Gramm Brot oder Fleisch schaffen; die Sozialdemo.'ratie bietet also ihren Anbängern im wahrsten Wort- sinne Steine statt Brot, wenn sie Wahlrecht und Brotration in der Agitation derartig zusammen, ukoppeln sucht. ES ist interessant, die konservative Presse hier auf den Pfaden des krassesten Materialismus zu ertappen. Gänzlich uncingcdcnk bleibt diese christliche Gesellschaft der Worte, daß der Mensch nicht von Brot allein lebe. Und wie notwendig wäre es. sich dieser Worte zu erinnern I Man vergleiche nur die letzte Rede Wilsons mit dem nüchternen. ideallosen, schwunglosen Zug. der in die deutsche politische Kriegiühriing hineingekommen ist. Glaubt man denn, dah das deutsche Volk Befriedigung empfinden könnte bei dem Gedanken, all' diese namenlosen Opfer für die Erhaltung der preußischen Junkerherrschaft gebracht zu haben und für die Ausrichtung neuer Dynastien in den östlichen Nandstaaten? Tiotz aller polmschcn Gegnerschaft gegen den fünften Neichokanzler� glauben wir feststellen zu müssen, daß Herr v. Betbmann Hollweg der erste und letzte führende Staatsmann Deutschlands gewesen ist, der für den Zusammenhang zwischen den Kriegsnolwcndigkeiten und den moralischen Kräften des Volkes ein gewisses Verständnis bekundet hat. Seit dem der- läßt man sich ganz auf die fortwirkende Mechanik des Krieges und trägt kein Bedenken, breite Volksschichten in einen Zu- stand der Erbitterung und des Mißtrauens hincingleiten zu lassen. Ein solches Vakuum in der Volkssümmung ist eine Gciahr, und diejenigen, die auS Klasscninteresse, zur Wahrung ihrer politischen Vorrechte, über sie binwegtäuschen wollen. leisten dem Lande einen schlechten Dienst. Seaen öie Mahkechtsverschcrnöslung! Der Volksbund für Freiheit und Vaterland er- läßt folgenden Aufruf: Der Bolksbund für Freiheit und Vater- land erhebt entschiedenen Widerspruch gegen die unwürdige Be- Handlung, die die Mahlrechtsvorlage der Regierung in der dritten Lesung des Preußischen Abgeordnetenhauses erfahren hat. Das preußische Volk hat sich in diesem Kriege das gleiche Wahl- recht verdient, in erster Reihe die Kämpfer an der Front. Der Dank des Dreiklassenparlaments an die Kriegsteilnehmer war die Ablehnung des von der Krone feierlich in Aussicht ge- stellten Volksrechtes. Die Staatsregierung hätte unter allen Um- ständen mit der Auflösung dieses volksfeindlichen Hausos antworten müssen, statt dessen läßt sie sich in Verhandlungen ein und erhält unser öffentliches Leben in einer Unruhe, die weit schäd- sicher wirken muß, als ein kurzer Wahlkampf. Der Volksbund erwartet von der Regierung, daß sie sich durch keinerlei Kompromisse ven der Linie dcS gleichen Wahlrechts abbringen läßt, daß sie insbesondere den Bestrebungen nicht nachgibt, das gleiche Wahlrecht durch Alterszusatz st immen«bzu- schwächen, die nur geeignet sind, die im waffenfähigen Akter für uns kämpfenden Volksgenossen bei ihrer Heimkehr schwer zu b«- nachteiligen. Wer die einheitliche Front aller Freunde des gleichen Wahlrechts herbeiführen will, der trete dem Volksbund für Frsihsit und Vaterland bei! Kampf um Erzberger. Die Vatcrlandspartei im Zentrum. AIS Miinrheber der Friedensresolution vom 19. Jul! ist Herr Erzberger für die Vaterlandspartei der bestgehaßte Mann und ihn um jeden Einfluß zu bringen, ist ihr heißestes Bemühen. Darin hat sie bei einem Teil der Zentrumspartei und-Presse, voran dor„Köln. Volkszkg.", tatkräftige Unter- slützung gefunden. So haben jetzt auch 200 Zcntrums- niännor in Düsseldorf, unter ihnen der bekannte Wahlrechts- feind Brockmann, eine von der alldeutschen Presse mit Jubel aufgenoninccne Entschließung gefaßt, in der gefordert wird, daß die Zentrumfraktion Herrn Erzbcrger nicht mehr als ihren Vertreter in den Hauptausschuß entsenden solle. Diesen Treibereien tritt der Abg. Georg Schwarz in der Germania" entgegen. Er bestreitet, daß die viel- umstrittenen Leitsätze Erzbcrgsrs über die Ostpolitik einen Verstoß gegen Regierung und Heeresleitung enthalten hätten. Tann abe r kehrt er den Spieß«ni und schreibt: Eine» toll zum Schlüsse noch gesagt sein: Gewiß ist in der Zenlruuusfroktion ei» st e i g e n d e r Unwille zu ver- zeicbnen. Aiber dieser bezieht sich nicht«is den Abgeordnelen Erzberger, scuidern aus die Kreise und Org«««, die nun scbon seil Monaten bestrebt sind, durch freie Erfindung, Unterstellung und durch Verdrehung von Tatsachen die innere Geschlossenheit der Zentrumspartei zu er- s ch ü t t e r n. Bisher hat man auf der anderen Seite um des Friedens willen geschwiegen, und dieicr Grund hat wohl auch manchmal die Frie.lionsleitung veraulaßl, Kundgebungen zu unter- lassen. Setzt sich das Treiben aber«och weiter fort, wird sich kaum mehr vermeiden lassen, das Urteil der Fraktion über eine derailige Kampsisweise einmal zahlenmäßig fest- zustellen. Manche Rufer im Screite dürlien dann aber durch die Veröffentlichung dieses Ergebnisies unangenehm derührt werden, wenn vor aller Weit klargestellt wird, welch geringer Einfluß durch ihren Auswalid an Worten, Papier und Porto auf die Fraktion erzielt worden ist Den Fortgang des Streites wird man mit Interesse verfolgen. Das Zentrum bat die Vaterlandspartei im Leibe und kann jetzt die einigende und zusammenfassende Kraft ver- spüren, die diese Gesell chaft sich selber zuschreibt. Streit, Skandal, gegenseitige persönliche Verhetzung sind die Folgen. Unterliegt aber die kluge Politik Erzbcrgcrs. dann ist die Sozialdemokratie im Kampfe um die Massen des katholischen Volkes in Deutschland den gefährlichsten Konkurrenten los. Der K-erZkalismus macht mobil. Von einer auffälligen klerikalen Gründung wird aus dem westlichen Jndustriebezirk berichtet. Es wird hier ein„Industrie- rat" von katholischen Geistlichen gebildet, an dem alle nieder- rheinischen Diözesen beteiligt sind; im Bedarfsfalle soll aber auch über das Bereich der niederrheinischen Kirchcnprovinz hinaus- gegangen werden. Die Aufgabe des JndustricrateS ist,„die Schwierigkeiten auf seelsorgerischem Gebiete in diesen Gegenden durch einheitliche Organisation zu lösen", wobei man auch„Laien" zur Mitarbeit heranziehen will. E? ist sicher, daß diese neue Organisation nicht in letzter Linie gegen den wachsenden sozialdemokratischen Einfluß in jenen kakholischen Gegenden ankämpfen will. An dielen kleineren Orten, in die jetzt unsere Partei eingedrungen ist, hat sich schon eine umfassende geistliche Gegenarbeit bemerkbar gemacht, die neben der politischen Predigt, der Beeinflussung in Kirche und Beichtstuhl und de'- Sualabtreibung auch unmittelbar die Be» einflussung industrieller Werke zu dem kultiviert, daß sie gegen die„Rädelsführer" Maßnahmen ergreifen. Mehrfach sind auf Grund dieser Umtriebe in der Kölner Gegend Reklamierte wieder in die Schützengräben befördert worden. kriegervereine, Sozialötmokratie, preußische Regierung. Die Pfingsttagung des Deutschen KriegerbundcS und des Preußischen LandeskriegerverbandeS hat mit der zu erwartenden Verschmelzung dos Deutschen Krieger- bundes mit demKhfshäuserbundderKriegervereinc beschlossen. Die Tagung trat ferner dem Beschlutz des Kyffhäuser- bundes bei, künftig ohne Rücksicht auf Parteizuge- Hörigkeit jeden ehrenhaft gedienten Kameraden aufzunehmen. der sich zur Vaterlandsliebe, zur Treue gegen Kaiser und Reich bekennt. Dieser Beschluß soll angeblich den früher statuten- mäßig festgelegten Ausschluß von Sozialdemokraten aus den Kriegervercinen aufheben. Tatsächlich tut er eS nicht, da von den Mitgliedern ein ausdrückliches Bekenntnis zur Monarchie gefordert wird. Wer also als Sozialdemokrat in diesem Weltkrieg für sein Land und Volk Blut und Ge- sundbeit geopfert hat, der erscheint den Kriegerveiwinen nicht des Eintritts in ihre Gemeinschaft würdig. Den Millionen, die in diesem Sinne draußen gekinnpft haben, wird das kein großer Schmerz sein, sie werden ohnehin nach dem Kriege, wie das erst jüngst die schwerindustrielle„Rhcinisch-Wcstfälische Zeitung" in bczug auf die Gesamtheit der Kriegsteilnehmer schrieb, „einen weiten Bogen um die Kriegervereine machen". Dies können sie um so mehr tun, als im Reichsbund der Kriegsbeschädigten und ehemaligen Kriegs- teilnehmer eine Organisation geschaffen ist, die von keinem eintretenden Mitglied Troubekenntvisse irgendwelcher Art fordert, also viel mehr dem Muster politischer Neutralität entspricht als die Kriegervereine, und dabei keine Fortsetzung des KasernengeistcS. sondern ern st hafte Sozialpolitik für Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigte treibt. Die Tagung der Kriegscvereine hat im Reichsbund denn auch ihre Reverenz erwiesen, indem sie gegen ihn Stellung genommen hat, dagogen mit den sonstigen neuentstan- denen Kriegsteilnehmerverbanden Fühlung nehmen will. Es handelt sich hierbei offenbar um ein mit der preußi- schen Regierung abgekartetes Vorgehen. Wir haben schon vor einigen Tagen darauf hingewiesen, wie sich die letzte T«>ung de? Ktzffhäuserbundes gerühmt hat, ihr unbequeme Kon- kurrenzorganifationcn mit Hilfe der Regierung„totzumachen". Et««S AehnlicheS ist«nscheinend jetzt wieder im Gange. Wir besitzen ein vertrauliches Rundschreiben, das der Minister des Innern, Herr D r e w S, an die Herren Ober- Präsidenten sowie«n die Vorstände verschiedener KriegcrvereinS- Organisationen gerichtet hat. Sein Anfeag lerntet: Der Minister des Innern. Berlin, den 13. April ISIS. V. b. 331. Bertroulich! Die Bestrebungen, die Krivgsbeschädigten lmd Kriegstefl- nehmer in Sonderorganisationcn emherhalb der Kriegervereine zusammenzufassen, nehmen noch und nach einen größeren Um- fang an. Zu dem im Jahre 1Z16 begründeten Verband wirtschaftlicher Vereinigungen KriogSbesckMigter für das Deutsche Reich mit dem Sitze in Essen, dessen Verbandsovgan die Zeit- schrift„Der Kriegsbeschädigte" ist, sind hinzugetreten: der Bund deutscher Kriegsbeschädigter mit dem Sitze in Hamburg, der Bund der KriegSbeschätugten und ehemaliger Kriegsteilnehmer mit dem Sitze in Berlin, neuerdings„N»»ch»verband" genannt, unter Leitung der sozialdemokratischen Parteimitglieder Heck. mann und Kuttner, sowie der Band Deutscher Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigter mit dem Sitz in München, unter der Leitung des ReichSratS Grafen Kaspar Pretzsing. GS besteht forner die Absicht, ei»cn Bund der Feldgrauen van Berlin auS ins Leben zu rufe«; auf ihn bezieht sich das an die General- kommandas gerichtete und von diesen mehrfach weiter- gegebene Schreiben des Kriegspresseamts vom 27. Fe- bruar d. I., in welchem um Bezeichnung von Bcrtrauens- Personen gebeten wird, die die Gründung von Ortsgruppen über- nehmen sollen. Während die beiden erstgenannten Verbände sich aus die Zusammenfassung von Kriegsbeschädigten beschränken, solle» die letztgenannter der Verbände sich auch auf Kriegsteilnehmer überhaupt erstrecken;>»«« diese» dient der Kuttaersche Bund ausgesprochen pnrteipalitischen Zwecken. Der„Siiinchener Bund" und der„Bund der Feldgrauen" wollen dagegen„ehrlich neutrale" Organisationen der Kriegsteilnehmer schaffen. Es sollen durch sie die heimkehrenden Krieger beruflich und rechtlich beraten und in ihrem Sinne bei dem Reichsausschuß der KriegSbeschädigtenfürsorge und der Nationalstiftung vertreten werden. Mitglieder aller Parteien sollen aufgenommen, der militärische Geist bei ihnen gestärkt und erhalten werden sowie event. UnterstützungS- uns Sterbetassen begründet, auch wirt- schaftliche Schäden tunlichst behoben werden. Es folgt dann elne längere Auseinandersetzung darüber, warum der„Bund ver Feldgrauen" sich gegenüber den Kriegerver- einen für nötig eracht«. warum andererseits die Kriegervereine jenen für überflüssig halten. Die Argumentanon beider Teile ist allein getragen von dorn Gedanken, daß der jeweils andere Teil es mit dem Reichsbund der Kriegsbc schädigten und ehem. Kriegsteilnehmer nicht werde ausnehmen können. Der„Bund der Feld- grauen" sagt darüber: „Dieser Gefahr(deS ReiistSbunds) könne nur durch eine völlig neutrale und von den Behörden unabbängige Gründung vorgebeugt werden. Als eine solche neutrale Bereinigung könne aber die KriegervercinSorganisation nicht angesehen werden." Dagegen wenden die Kriegervereine ein: ... Die Neugründungen würden notwendigerweise mit dem Kriegervereinswefen in scharfen Kampf geraten und eine unerwünschte Zersplitterung herbeiführen, die schliesslich dc» .radikalen Bereinigungen zugute kommen werde. Das ministerielle Schreiben schließt mit folgender Anweisung: Die Herren Oberpräsidenten ersuche ich ergebenst, sich binnen 14 Tagen gefälligst über die vorliegende Frage zu äußern und zu berichten, ob in ihrem Berwaltungsberrichc Be- obachtungen gemacht worden sind, die Lte Notwendigkeit van Neugründungen erkennen und die die Kriegervereine ungeeignet erscheinen lassen, die von den neuen Organisationen verfolgten Ziele zu verwirk- lichen. Ich behalte mir die endgültche Stellungnahme bis nach .dem Einganz Ihrer Berichte vor, ersuche indessen, darauf hinzu- wirken, daß die Behörden der inneren Verwaltung einstweilen von jeder Förderung der N e u g r ü n d u n g e n ab- sehen.>cz. D r e w s. Herr DrewS will also zunächst von einer Förderung tPN Neugründungen im Interesse der Kriegervereine abschen. Er behält sich aber je nach den einlaufenden Bericksien eine andere Stellung» nahm« vor und wird gegebenenfalls eine„von den Behörden un- abhängige Nengründung"(!!!) mit dem ganzen amtlichen Apparat fördern. Mit anderen Worten: Der amtliche Apparat soll arbeiten, um den gewissen Stellen unbequemen„Reichsbund", wie die Kriegervereine sagen,„totzumachen". Woher aber rührt die Wut dieser Stellen gegen den Reichsbund?— Weil er in Ucberein- stimmung mit dem königlichen Wahlrechtkversprcchcn und der an- geblichen Stellung der preußischen Regierung für die heimkehren- den Krieger das gleiche Wahlrecht fordert. Deswegen bietet Herr Drews, der preußische„Wahlrechtsminister", den amtlichen Apparat gegen ihn auf. Man muß in allen Dingen konsequent sein! parteinachrickten. Zweiter Vezirksjugeiidtug für das westliche Westfalen. Am 1. Psiugsilaq wurde in Witten der zweite Jugendtag für das westliche Westfalen abgehallen. Er lieferte den erireulichen Beweis, daß im abpelauienen Jahre wieder tiichlig gearbeitet worden ist. Die Zahl der erschienenen Jugei�tichen wird auf 2000 bis 2500, die Gssamtteiwehmerzuhl auf über 3000 geichätzt. In welchem Umfange sich die im Bezirk noch junze Bowegmig e»t- wickelt hat, darüber führte in seinem Fostvonroqe der Bezirls- jugendleiter Genosse K l u p s ch- Dortmund folgendes ans: J»r Jahre 1915 wurden 1242 Bezieher der„Arbeiler-Jugend" gezähtt, 1916 1460. 1917 stieg die Zahl auf 2360 und am 31. März waren es bereits rund 32001_ Für das gleiche Wahlrecht. Am 11. Mai fand in K ö I n im großen Saale der L-legesell- schakt eure Wahlrechtsversammlung statt, die sich durch guten Besuch und begeisterte Stimmung zu einer besonders eindrucksvollen Kund, gobung gestaltete. Genossenschaftsselretär Heinrich Schäier sprach über„Wahlrecht— Steuern". Die Erregung, die infolge der Borgänge im Abgeordnetenhaus in das Volk gelragen worden ist. machte sich in heftigen Zwiichcnruie» und stürmischem Ben all Lust. Als der Redner bei der Steirerfrage gegen KriegSentichädi- qungen zu sprechen anfing, wurde er von dem überwachenden Polizeibsamleir zur Mäßigung ermahnt. Bekanntlich sind ur Köln neulich zwei Bersammiuirgen der Auflösung verfallen. Diesmal konnte die Versammlung zu Ende geführt werden. Eine einstimmig angenommene Entschließung, dor«i»ch diezahlreich erschienenen Bürger- lichen zustnnmlen, verlangt die sofortige Auflösung des Land- tagS._ Aus den Organisationen. Im Sozialdemokratischmr Verein für den Wahlkreis Frank- furt a. M. wurde in einer stark besuchten Generalversammlung am letzten Dienstag der JahreAbericht entgegengenommen, der von Srfretär Nehrkorn geyeBen tvurte. Nach dem Bericht betrug die Mitgliederzahl am Ende deS GefchäftsjabreS 2359, davon 1414 männliche und 915 weidliche Mitglieder. Bei Beginn des Geichäsis« jahres zählte der Verein 2086 Mlvgtieder. Die Adilgliederzah! ging also um etwas über 300 zurück. Der TUisiaad in der Mitglicöer- bewegung w«r im zweiten QtiaMol mit 2130 Mitgliedern zu verzeichnen. Im Felde stehe» 5433 Mitglieder. Von da ab geht cS »rfreulicher weiie wieder langsam vorwärts. Die Parletsiiianzrii sind nicht schlecht, die regelmäßigen Einnahmen reichen aber nicht zur Deckung der reg»lmäßi*«n Ausgaben aus. Die oeiamten Einnahinen betragen 29 962 M., die Einnahmen an Mitgliederbeitrügcn aber nur rund 10 000 M. Einnahmen und Ausgaben lomucn nur durch erhebliche besondere Einnahmen ausgeglichen werden. Das Vereins» vermöge» stieg in der BerichtSzeit um rund 1000 M., es beirägt 30 905 M. Der Vorstand boaniragte bei der Mi�lksederversammlung die Erhöhtmg des Beitrage? um 10 Pf., für männliche von 50 auf 60 Pf. u«d für weibliche von 80 ans 40 Pt. Die Vsriammluug ging aber über diesen Vorschlag n o ch h i n a n s und setzte -m Monabsbcstrag aus 70 Pf. für männliche Mstgtieder und 40 Pf. Hir weibUche fest. Bei der Wahl deS Vorstandes kam es zu einer großen Auseinnndersetzimtz», da der«rwciteree Vorstand vora«ch!a-'-?ii batte, einige Mit-siicder des Vorstandes, die in pmlcipoliincher Beziehung lints stehen, nicht wieder zu wählen. Dagegen erhob sich nieder Versammlung lebhafter Widerspruch. Die Forisetzung der Erörte- rungen und die Wahl mußten vertagt werden. Lette N«ckr»ckten. Irische Protcstkundacbnng. Rotterdam, 2t. M«.„Rianv, Rotterdamsche Esurant" erfährt ans London va« 21. Mai: In Dublin ist gestsan eine Mansion- House-Konserenz abgehatten worden. Danach wurde«ne lang?' Er- klcirung veröffooölicht, in der das Auftreten von French als ein Versuch, Irlands eimniltigon Widerstand gegen die Dienstpflicht in Mißkredit zu bringen und zu heeöhen, jrdcS ehrliche Ge- »ichtSverf»l»re« für die Awgeklagton in Sngland»mmöglich zu machen und d« Sache dar«Btschan Ra4»»n in hafaeundenm Ländern Abbruch zu tu», abgelehnt wirb. Die SrMruaq drängt auf das Recht der Iren, in ihrem eigenen Lande vor den Richtern ge- stellt zu werden und sagt, daß man den Versuch macht, die Stim- mung gegen die Angeklagten in England zu verhetzen. Die Mansion-House-Konferenz ist jetzt, wo die Sinnfeiner Mitglieder de Vaiera und Griffith verhaftet worden sind, in der Hauptsache eine nationalistische Körperschaft. Dillon und Devlin ge- hören zu ihren angesehensten Mitgliedern. Man hält es nicht für wahrscheinlich, daß die Gerichtssitzung öffentlich stattftnden wird. Das Tcplorlpftem und die Grganijati'onen der Arbeiter. ii. Die Befürworter des Taylorsystems treten für seine Einfüürunfl ein, weil es eine wesentliche Produklionösteigelunc, herbeiführen und daneben den Arbeitern noch zu einem höheren Verdienst verhelfen soll. Taylor selbst ist so�ar von der sonderbaren Ansicht durch- drunyen, dast diese Betriebsweise und der damit zusammenhängende Mehr verdienst der Arbeiter die Kämpfe zwischen Kapital und Arbeil zu beseitigen geeignet sei. Tie auigelläitc Arbeiterschaft wird über eine solche Auffassung, die von tieferer Erkenntnis des WesenS der kapitalistischen Produktionsweise wahrlich nicht getrübt ist, nur ein Lächeln übrig haben. lind auch den Kewerkschasten wird geraten, sich gegen die Ein- führung des Taylorsystems nicht ablehnend zu verhalten, denn sie köirnlerl ja die kommende Intensivierung der menschlichen Arbeit nicht verhindern und würden sich nur zu ihrem eigenen Schaden ausschalten, sobald sie den Vemich machten, sich dagegen auf- zulchnen. Würden sie jedoch in Erkenntnis der volkswirtschaftlichen Notwendigkeit ihre Hilfe zu iuleusiverer und rationellerer Aus» nützung der menschlichen Arbeitskraft bieten, so würden sie der Volkswirtschaft einen wesentlichen Dienst erweisen und für die Arbeiter eine bedeutsame Förderung des materiellen und kulturellen Daseins erzielen. Diei'e Auffassung wurde von Friy Siern in einem Aussatz der.Hilfe':.Tie sozialpolitische Be deulung des Tayloriystems' zum Ausdruck gebracht. Trotz dieses Lobliedes auf das Tayloisystem und der War nung an die Gewertschasten kündet sich aus den Reiben der letzteren Widerstand gegen die.wissenschaftliche' Betricbswerse an. So hat, wie wir kürzlich berichteten, die von der mittleren OrtS- Verwaltung deS Deutschen Metallarbciter-Ver- bände s Verlin eingesetzte Kommiision zur Prüfung der Frage, inwieweit die Organisation in der Lage sei, die wirtschaftlichen Schäden des Taylorchstems abzuwenden, eine Entschließung an genommen, die eS als unbedingte Pflicht der Aibeiterichait be trachtet, sich den Bestrebungen der Unternehmer auf Einführung dieses Systems und der daraus sich ergebender rücksichtslosen' Ausbeutung der Arbeiter entgegenzustellen. Mit Recht sieht die Kommission in der Durchführung des Systems das Bestreben, dem solidarischen Handeln der Arbeiter cntgegenzntreten und die selben durch Besserstellung deS einzelnen Arbeiters und Gewährung von Prämien bei besonders intensiver Arbcutung der Arbeitskraft von ihrer Berufsorganisation zu trennen. Unter dem Gesichtspunkt der intensiveren Ausbeutung betrachtet also diese sicher aus den intelligentesten Mitgliedern zu- sammengeietzte Kommiision die Tahlorsche Betriebsweise. Was will rS sagen, wenn den Besten und Befühigsten unter den Arbeitern bei Anwendung dieser Betriebsmethode zunächst ein höherer Gewinn erivächsr. Diese Erscheinung könnte übrigens nur von kurzer Dauer fein, denn genau so wie auf dem Gebiete der lechinschen Enwicklung durch Neuanschaffung von Maschinen im Laufe der Zeit alle Unter- nehmer deS gleichen Vorteils teilhaftig werden, würde das auch bei der Einführung des Tay'oriystems bald der Fall sein. Der Wctt- bcwcrb der Unternehmer unlercinauder würde bald seine nach« teiligen Wirkungen auf die erköhlen Löhne haben; das Streben der Unternehmer, die Löhne zu senlen. würde die Folge des Konkurrenz- kampfes sein. Der Kampf zwischen den Unternehmern und Arbeitern, den man durch diese neue Betriebsweise und die damit verbundenen höheren Löhne beseitigt zu haben glaubte, würde bald von neuem entbrennen. Es ist aber auch völlig verkehrt, die wissenschaftlichen Grundsätze der Technik auf die Arbeil des Menschen übertragen zu wollen. Menschen sind eben leine Maschinen, sondern nach Leistung, AuS- dauer und geistigen Fähigkeiten völlig verschiedene Individuen. Von den Gegnern der Einführung wissenschaftlicher Betriebsführung ist bereits auf den Umstand hingewiesen worden, daß heule Ar- beiler, sobald sie das 40. Lebensjahr überschritten haben, aus den industriellen Betrieben ausgeschieden werden. Die Taylorsche Betriebsweise dürfte die Arbeiter schon durch ihre Mechani- sierung und ihr minutiöses Tempo viel schneller abnutzen und aus der Produktion ausscheiden. Wenn aber cine Produktions« Methode die Eigenschaft bat, Menschen schneller zu verbrauchen, so verdient sie eine allgemeine Gegnerschaft. Nach Taylor wird die Arbeil geradezu entg eist igt, weil der Arbeiter nur noch zu bestimmten Teilverrichtungen trainiert wird. Bisher wurde die ge- wältige industrielle Entwicklung, die Deutschland in den letzten Jahrzehnten zurückgelegt hat, zum Teil auf das Konto der fort- geschiittenen geistigen Entwicklung der deutschen Arbeiterklasse gesetzt. Sie hat zum wesentlichen Teil durch ihre.denkende Hand' der deuischen Industrie die Vorniachtstellung auf dem Weltmarkt verschafft. Unter der neuen Betriebsweise soll diese.denkende Hand' ausgeschaltet uns zu einer Pensummaschine degradiert werden. Mit dieser dem Arbeiter zugewiesenen Rolle können sich selbst die amerikanischen Unternehmer nicht restlos befreunden, denn der Wasserwerködirekior von St. Louis, Edward E. Wall, betont: .Ein Mensch, welcher derselben Beschäftigung Jahr für Jahr nachgehl und ein jedes Jahr einen besseren Er'olg aufweist, kann tüchlig genannl werden. Aber Tüchtigkeit kann nicht darin be- stehen, daß die Men'chen zu malbciiialisch genau arbeitenden Vor» rill lungen gemacht werden, so daß sie gleichsam durch Schablonen gesteuert werden und ein jeder einen winzig kleinen Teil einer durch einen Sachvei ständigen gelenkten großen Maschine darstellt. Ich wünsche mit einem Volke zu leben, das menschlich ist, das gcleaciitlich Zeit vergendct und Fehler macht und das, wie ich selbst, je nach den Umständen heiter, ernst, böse, sreundlich, düster oder srob ist. Hülen ivir iinö. zu tüchtig zu werden, sonst ver- lieren wir viel von der Schönheit der Welt und büßen einen großen Teil Lebensfreude ein. Und ivenn gar die Einführung der Toylorschen Betriebsweise im Hinblick auf den durch den Krieg herbeigeführten Menschen» Verlust begründet wird, so darf darauf verwiesen werden, daß es zunächst notwendig sein wird, die durch Unterernährung geschwächte Polkskrast wieder ans einen für eine ei folgreiche Friedenswirtschaft erforderlichen Stand zu bringen. Ist dieses Ziel erreicht, so unter- liegt es leinein Iweiiel, daß die geistigen und materiellen Kräfte zum Wiederaufbau und erfolgreichen Bestehen des Wirtschaftslebens lebendig sind. Die deutschen Gewerkschaften dürfen von sich sagen, daß sie durch ihren unablässigen Kampf für die geistige und materielle Besserstellung der Arbcilerllafle einen wesentlichen Anteil an der ungeahnten Eniwickelung des deutschen Wirtschasts- lebens haben. Durch sie erst ist die Arbeiterschaft befähigt worden, der deutschen Voiksiviltschast jenen Platz auf dem Weltmai kt mit erobern zu helfen, den dieselbe vor Ausbruch des Krieges einnahm. Die dcuiichc GewerlschafiSbewegung wird sich aber in richtiger ErkenmnlS dieser Sachlage für die Zukunft ein Mitbestimmungsrecht über die Alt der ProdiUuoltStuethodcll, durch welche der Wieder- aufbau deS Wirtschaftslebens und feine Konkurrenzfähigkeit zu er- langen ist. nicht vorenthalten lassen. Ihre ganze Hallung als Kultur bewegung der Lohnarbeüerschasr legt ihr die Pflicht auf. Arbeits Methoden zu vereiteln, durch welche das Zusammen- gehörigkeitsbewußtsein untergraben und der S ch w a ch e von der Last des Tages erdrückt werden kann. Jahresgratifikation und Singestcllte der Jirma„Teutschc Waffen- und Munitionsfabriken Wittenau". Lebhaften Unwillen scheint unter den Angestellien der Firma .Deutsche Waffen- und Miinitionsiabriken' die jetzt zur Auszahlung gelangte Abichlußgratifitalion erregt zu haben. Darauf lassen wenigstens mebrere inhaltlich fast gleichlanlende Schreiben ichließen. die ivir dieser Tage aus dortigen Angestelllenkreiien erhielten. Neben den zum Teil recht bescheidencu Gehältern, die die Firma an die Angestellien zablt, haben letztere, sofern sie»rindesleiis icchk Monate im Betriebe tälig sind, Anipluch auf eine Jabresgraiisikaiion diese wird gezahlt tür geleistete oder zu leistende Uebeiiiunden. In dieiem Jahre, nun erregle die Höhe dieser Gratifikation schon um deswillen Aufsehen bei den Angestellien, als die Firma an ihre Aktionäre 30 Proz. Dividende verteilen konnte. Diejenigen Angestellten, die nun erst 6 Monate und darüber bei der Firma beicdästigl sind, erhielten!0— 20 M. als Abschluß- gralifikation ausbezahlt. Diese geringe Summe �chieint in den Krelien der Anaestelllcn allgemein das Empfinden wachgeruicn zu haben, daß es sich hier um ein Almosen handelt, nicht aber um eine nach billigem Ermessen und gerechten Grundsätzen veneille Abschluß- gralifikalion. Vor uns liegt die Abschrift einer an die Direktion gerichteten Eingabe, die unter den Angestellten zu Unierschriit zirkulierte, die aber, wie im Begleitschreiben bemerkt wird, ein Bureauvorsteher einbehalten bat. In der sür die Direktion be- stimmten Eingabe wird zum Ausdruck gebracht, daß Kollegen und Kolleginnen die geringen Graiifikationssätze als eine direlle Be- leidlgunq empsänden. Durch lolche gerin. en Summen würden die Angestellien zu wahren Almosenempsängern herabgewürdigt. Eine solche Methode bei der Verteilung des gemeinsamen Ar- beitsresultais werde zum Ziel haben, daß die Angestellten mit dem bisherigen System wohlwollender Zuwendungen definitiv brechen und auf die Hcrbcisührung einer gerechien Entlohnung drängen mützien._ Tie Münchencr freien Gewerkschaften haben im Jahre 1917 gute Fortichrilte gemacht. Wäbrend am Schluß des Jahres llllö sämtliche Organisationen einen Mitglieder- stand von 23 832, darunter 8333 weibliche Mitglieder ausweisen, wmcn am Schlüsse des Jabres 1917 34 055. darunter 12 131 weibliche Mit- glieder vorhanden. Die Gesamrzunahine betrug demnach 5823 Mit- glieder. An diese Zunahme waren die männlichen Mitglieder Mi: 2525, die weiblichen mit 8299 beteiligt. Die Zahl der zum Heeres- dienst eingezogenen Mitglieder erhöhte sich in diesem Zeitraum von 28 743 auf 30 514._ Tie gelbe Gefahr für die Privlitangcstcllten. Zu der.Berichtigung' des Herrn Dr. Gürnandl schreibt uns der Verfasser deS Artikels im.Vorwärts' vom 14. Mai: .Es ist an sich erfreulich, daß Hcir Dr. G. versucht/ sich von jedem gelben� Verdacht zu reinigen. Die in seiner Berichtigung vertretene Auffassung, daß sein Gründungsplan vom Sammer 1917 frei von gelben Tendenzen gewesen sein soll, zeigt aber deutlich, daß er auch heute noch in der finanziellen Abhängigkeit eines An- gestelltenverbandes vom Unternehmertum nichts Bedenkliches erblickt. Tie Eiiizelhciien seines Planes, die im„Vorwärts' vom 3l. Mai 1917 veröffentlicht sind, scheinen dem Gedächtnis des Herrn Görnandl entschwunden z» iein. Im übrigen ist Herrn G. zu empfehlen, bei der nächsten Be- rickligung auch die für die Leier des.Vorwäils' beruhigende Mit- leilung zu machen, daß alle seiner.Veieinioung Deutscher Privat- beainteiiverbände' angehörenden Organisationen kemerlei Beitrags- oder sonstige Geldeinnahmen von Unternehmern aufzuweisen haben. Es kommt nämlich nicht darauf an. was Herr G. nnier Gelb versieht, sondern daß die vom Unternehmertum in finanzieller Abhängigkeit stehenden Angestelltenvercine einfach gelb sind.' Die Kinovorsührcr Groß-VcrlinS hatten sich ani Sonntag zahl- reich im LehretvercinshanS versammelt, um ihre wir'.schanliche Lage zu besprechen. Das Thema:„Die finanziellen Verhältnisse vor und während deS Krieges' wurde von dem Refcrenie» Klabunde ein» aehend erörtert. Er führte aus, daß die jetzigen Einnahmen der Thealerbesitzer fast um 300 bis 400 Proz. gestiegen, dafür aber die Ausgaben infolge von Lichtersparnis und der Einschränkung der Reklame bedeutend peinnken sind. Nur der Lohn der Voriührer im allgemeinen ist nur sehr minimal gestiegen; denn es werden heute in Groß-Berlin noch Löhne von 40 bis 45 M. wöchentlich gezahlt. Der Referent sorderle zur Organisatioir in die«Freie Vereinigung der Kino-Operateure Deutschlands' aus. um durch diese bessere Lohn- und Atbeilsbedingnngen zu erstreben. Ferner legte der Referent einen Lohntarif bor, worin für kleine Theater bis zu 200 Plätzen bei einer Spiel>eil von 7— 10 reip. 5—10 Uhr ein Mivdestlohn von 75 M. reip. 85 M. und als höchster Lohn bei großen Lichlspieipalästen ein Lohn von 150 M. geio'.dert wird. Alle Ncbenarbeiien und der Filmwechsel sollen exira bezahlt werden. Die Abstimmung über diesen Tarif ergab die Majoritä! für denselben. Bezüglich der Freigabe eines Tage? in der Woche unter Weiterzahlung de§ GeHalls wurde erwähnt, daß das größte Theoterunternchmen, die Proß-A.-G. Union, ihren Vorführern oll? 14 Tage einen sretcn Tag gewährt. Mit dieser Gesellschasr dürften auch Fragen des Lohnvechältnisics und andere im friedlichen Sinne erledigt werden. Die Ver'ammlung beschloß. Lohntarif, Lehrlingsfrage und Freigabe eines Tages zusammen auszuarbeiten und dann den Theaferbcsitzern vorzulegen. Der Vereinigung, in der zirka zwei Dritttl der Berliner Kino- Vorführer organisierl sind, traten über dreißig Kollegen bei. Steuer-Rschtsmittel. In den letzten Tagen beginnen die Slcuerderanlagirngcn den Steuerpflichtigen zugestellr zu werden. Sie werden manchem Steuerzahler eine recht unangenehme Ileberraschung bereitet baden. Ganz offenbar wird die Slenerichraube in recht scharfer Weise angezogen und sür den Steuerpflichtigen erwächst die Frage, ob seine Veranlagung auch dem wirklichen Einkommen eni- sprechend erfolgt ist. Nach dem zurzeit gellenden bei einem Einkommen von bis mehr ein- als schließl. jiti. mit einem flu» schlag nach dem Gesetz vom 26. 5. 1969 bzw. 8. 7. 1916 ein Sleuersatz von zusammen 900 M. 1050 M. 6.00 M. 3000 M. 3300 M. 1050. 1200. 9.00. 3300. 3600 1200. 1350. 12,60. 3600. 3900 1350. 1500. 16,80. 3900. 4200 1500. 1680. 22,05. 4200. 4500 1650. 1800. 27,30, 4500. 6000 1800, 2100, 82,55. 5000. 5500 2100. 2400, 87,80, 5500, 6000 2400. 2700. 47,52. 6000. 6500 2700. 3000. 56,16. 6500. 7000 erhoben. Dabei ist jedoch zu beachten, besten Einkommen den Betrag von 6590 M. nicht übersteig:, Km der» oder anderen Familtenaiigehöngeu au( Grund gejetzlicher Ler bei einem Einkommen von bis mehr ein- als schließl. «stenerrechl wird zus. mit einem In- schlag nach dem Ge» setz vom 26. 5. 1909 bzw. 8. 7. 1916 ein Steuersatz von zusammen 67.20 M. 78.40, 89,60. 106,72. 120,64, 136,88, 158,40. 175,20, 192,00, 220,00. pfkichtlmg Unterhakt gewährt, eine Ermäßigung der Steuersätze enitrill. Tie Ermäßigung um ein um eine Stufe bei dein Vor- handeusei» von 2, um zwei Sinsen bei dem Vorhandensein von 3 oder 4, um drei Sinsen bei dem Vorhandensein von 5 oder 6 der» artigen Familienmitgliedern. Für je zwei weitere solche Familien- angebörige tritt eine Ermäßigung um eine weitere Stufe ein. Tie Sieuerveranlagung auf Grund des EinkoinmeiisteuerpesetzeS bedingt nach dem gleichen Satz ohne weiteres auch die Heran» ziehung für die Konimunalsteuer und event. auch sür die Kirchen» steuer. Wie haben sich nun die Siencrpflichrigen zu Verhallen, wenn ste zu Unrecht zu hoch veranlagt sind? Sie haben dagegen das Recht des Emipiuchs bzw. der Berufung, Der Einspruch kommt sür dfe Sienerpflichtigen, die zu einem Einkommen von nicht mehr denn 3000 M. veranlagt sind, in Frage, die Berufung für die Veranlagten mit einem Einkommen von mehr als 3000 M. Obwohl der Einspruch an die VeranlagungS kommiision und die Berufung an die BerutungSkommnsion geht, sind beide Rechtsmittel jedoch bei dem Vorsftzenden der Veraulagungs» l o m m i s s i o n anhängig zu machen. Das kann entweder ge- icheben durch irgend ein formloses Schreiben, das den Wider- ipruck mit der Festsetzung zum Ausdruck bringt oder auch larni es auf dem Bureall der Veraiilagungsbebörde zu Protokoll er- klärt werden. Die Frist für die Einlegung dieser Rechtsmittel beträgt vier Wochen, Die Versäumung dieier Frist nimmt dem Steuer- Pflichtigen die Möglichkeit, gegen die Veranlagung anzugehen. Olr sich die Einleaung des Rechtsmittels empstehlt, bat der S leuer« Pflichtige nalüilich zu p-.üfen. Wenn ihm über die Unierlagen seiner Veranlagung die völige Kenntnis ichlt. kann er bemr Borsitzenden der Beranlagungskommiiston beantragen, ihm die Annahmen in tat- sächlicher und rechtlicher Hinsicht niitziiteilen, die seiner Veranlapimg zugrunde gelegt worden sind. Jnsbeiondere ist ihm auch daiüber Anskunir zu geben, IN welchen Punkten die Veraulagungs» kommiision von den Annahmen einer etwaigen Sieuer- erkläruiig abgewichen ist. Eine diesbezügliche Anfrage köinzie viclleichi außerhalb der zur Einlegung des Rechtsmittels vorgeschriebenen Frist nicht erledigt werden, weil durch den Heeres- dienst auch das Beainlenperaonal der Steuerbehörden sehr beschränkt ist. Es müßte alio das RechiSmittel selbst eingelegt werden, auch wenn die Antrage nach den Grundlagen der Veranlagung noch nicht erledigt sei» sollte. Für Kriegsteilnehmer ist die Sachlage eine etwas andere. Nach einer Anweisung des FtnanzministerS vom II, Februar und 7. April'915 an die Sleuerbchördcn soll von rechiswirk'nmen Zustellungen an einen Kriegsleilnehmer abgesehen werde». Ohne rechlswirksame Zustellung sollen die Sleuermitieilungen an die Ehefrau, Ellern oder Angehörige des Kriegsteilnehmers geben und dabei aus- drücklich bemerki werden, daß der Laus einer Rechismiltelfrisl dadurch nicht beginnt. Eine solche Ersatz mstellung an die Ehefrau. Eltern und so Weiler setzt den Laus der Einsgruchssrist gegen die Veran- lagung nicht in Wirksamkeit. Es wird al'o, so lange keine wirksame Zustellung erfolg: ist. von einem KriegSteiliiedmer auch noch ipärer, eventuell lür die früheren Kriegsjoyre, ein Einspruch zu- lässig sein. Im übrigen auch verweilen wir ans den im Verlag des„Vor- wärrs" erschienenen Führer durch das Ein.'ommenjlcuergeietz, Preis 60 Pf._ Gewinnanszng der 11. Z'rcnsnfch- Anddentschen Koi igl'ch Urensftfchev) K! äffen lotterie 5 Klaffe 11 Ziehimgötag 21 Mai ISIS itiuf jede nezogeiie Vttluiwer find zwei ßieicii iivve v-enttni e jiefnlUii, uud zwar je einer ai'.f die �t'se piei«l»cr ViUMwer»« den beiden Zibtciltti'ff.e»! nud II (Cime Gru'tiyr A Ci.-A i.&.) tNaci dnni verb. len) In der V orrn itf a gs-Zi»b»ng wurden Winne ül er 245 M! gezogeift 2 Gewinne zu 30 000 M(" 63625 2 Gewinne zu 15 000 Mk. 181309 4 Gewinne zu 10 000 Vif. 8263 204185 4 Gewinne zu 5000 Mf. 93395 218427 58 Gewinne zu 3000 Mk 2662 32667 37349 41a., 47465 63500 55418 58696 67898 68904 72389 74914 79789 80990 83919 87258 96903 130563 135272 136776 156902 167176 168578 173626 174267 176080 191458 200821 138 Gewinne zu 1000 M. 780 831 1817 6309 16513 161 82 22273 25099 25373 31027 36472 40341 46910 48454 49912 69612 62077 65081 67077 83180 94874 10)345 102689 102661 104447 119911 120126 123807 44413 77200 106963 111458 129242 130211 132509 158847 164277 164726 189853 190,24 191354 211156 218534 222986 210 G, Winne zu 12125 14564 18548 49246 51507 53075 70207 7)648 71680 89632 91693 91879 133669 166393 192219 223243 500 Mk, 28729 57919 134329 170377 197782 224093 1282 2246 32326 32960 62904 65376 9389 47237 69064 72738 75124 77701 80212 85874 94153 95049 99846 100060 100524 126301 143579 170514 199572 228525 6300 36683 66698 127941 147833 173264 207027 211414 10280 42388 70076 105967 128016 149773 174659 207740 11368 47973 69969 67718 106739 127134 144937 159557 168409 193688 201929 216822 233521 iiewinne über 240 Mk. 108768 108940 115269 119554 120244 122019 126678 128996 133834 140214 141405 144157 144319 144767 146309 147703 147810 148940 150256 154370 159126 161030 161983 163601 164320 164436 164647 167495 169485 170099 174750 162301 184601 186632 187171 194198 194219 198 57 19S9Ö1 199223 190378 201540 204110 205213 208735 209(09 213747 215004 215039 217856 219962 226242 226940 226957 228919 231029 In der Nachmittags-Zichnng wurde» l gezogen: 2 Gewinne zu 40 000 Mk. 191147 2 Gewinne zu 10 000 Ml. 11265 6 Gewinne zu 5000 Mk. 39675 81304 113738 78 Gewinne zu 3000 Mk. 920 30233 31879 32535 40138 40532 45745 52721 54617 69984 61725 66011 78371 3724g 90865 93936 93516 105260 107791 109600 113698 114509 118582 130S82 132092 138877 144028 144623 145580 1463,3 147531 149985 163433 166626 181568 197551 207658 223063 229805 1000 Mk. 47 2535 5256 6320 19005 20992 23994 24229 24980 29193 32174 32265 37523 33294 43986 46975 49306 51516 62768 63290 68605 69867 74551 83923 96907 104797 106553 111000 184 Gewinne zu 14269 14917 16409 27765 28792 28796 42875 43048 43983 63179 63289 66305 89709 93929 96279 114717 122246 125727 136892 137308 138126 158441 164265 169120 186756 189691 190387 212538 217285 217858 225843 230098 233735 126111 139021 176873 195440 217956 126637 148142 179415 196409 219345 127001 148874 183884 200860 220516 133964 154697 184117 201505 222091 9086 25440 40370 61391 84987 112309 135735 157789 186235 205130 22�1 19129 42605 69723 83571 105190 122435 132678 143167 163543 175211 189676 211437 206 Gewinne zu 500 Mk. 19593 44234 71649 89171 107514 122841 132910 145967 165026 177398 150652 212309 21745 45583 76733 90741 109676 125125 135986 148201 168804 177828 198882 218014 30312 47309 76765 2934 3876 30820 34034 60649 51597 768)9 78146 6015 37890 52281 79367 92407 114111 126767 136423 163940 170523 178245 205063 221312 56952 115968 127200 140168 157775 171073 178317 209253 229555 101559 118155 128578 141774 160884 172299 180953 210507 231860 5336,.' 6389 4095ht 40988 527» g 69349 757.50 82425 1026(87 118/358 12B048 1412327 Ichl 795 173311 lß2907 2.10633 233160 103435 122112 130482 142844 162325 174578 189517 211289 Berantwortlich für Volitit: Erich Siiftiict, Berlin: kür-den iwri-ren Teil des daß. Wen» ein Steuerpflichtiger,> Vlancs: Alirrd«chuli, Neulolln: inr Änzcigen Tbtedor?.'ielke, Berlin Bering: "",! Lorivärts-Leriag<», m.»• H-. Ver Um Druck. Lnrwärls.Buaidruckeret>>»» SlcrlagSanlinU Panl«inger u, Eo, in Berlin, ilindciitaulse 3. ' i_ Lirrzu 1 BcUng« uui UuttttzaUuBjoWwt