Bezugspreis: WfrtfflaStL 4�0 SRI. monctl l.BOSJtt feei in» Haus, varauszablbai. Einzelne Kümmern 10 Pig Poslbezug: Mönai- lich 1�0 Ml. Unler Kreuzbans für Deulichiand und Seiierreich. Ungarn 3.— Ml. für das übrige Ausland 4.S0 Ml. monallich öeriand ms i?eld bei direller Seite Uung monatl. ISb Ml. Poitbeilellungen nebmen an Däne- Marl. Holland. Luremdurg, Schweden Mb die Schwei,. Eingetragen in die Sost-Zeiiungs-Sreislisl», Sricheini täglich« letegramm» Adreff«: .Eozialdemolra» Verll»". ZZevlinev Volksblnkk. Anzeigenpreis: DIellebengcfpalleneKolonelzeüekostet 80 Ptg.„ktlcine Ülnzeigeu", daS fettgedruckte Wort SV Pfg.(zuläfsig S fettgedruckte Warte), ledes weitere Wort 15 Pfg. Etellengefuche und Echlaiftellenanzeigen das erfic Wort So Pfg.. ledes weitere Wort 10 Pfg. Worte über 15 Buchftnben zählen für zwei Worte Teuerungszufchlag 20%. Familien-Anzeigen, i-oiitlschc und gewerkfchafttiche Sereins> Anzeigen SO Pfg die Zeile. Anzeigen für die nächste Numnier Muffen bis 5 Uhr nachniiliags im Ha»t»geichäst Serlm EW. KS. Lindenftratze». ab-egeben werden. Geöffnet von 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends. Zentralorgan der fosialdctnokrati fchen parte» Deutfcblanda. Reöaktion: EW. 68,£indcn(ttagc 3. Uern'vreckier-?tmi Morrvvlan, Nr. 151 90—151 97. Sonnabend, den 2» Mai 1918. Expeüttion: EW. 68, Linöenstraße 5. ftzernivreckier:«mt Moritivlati, Str. 151 SO— 151 97. Ar. 141. B5. Jahrg. SsgOiüi-eiöletfoB In Odeffa. Erkundungskämpfe nnd Artilleriefener im Westen. Berlin, 2t. Mai l9i8, abend S. Amtlich. Von den 5triegsichauplätzcn nichts Neues. Amtlich. GraxeS H,»ptquartier,24. Mai »St«.!icrika gesandt werden solle». Der Bei t cht, datz Holland die Ans» fahrt holländischer Schiffe ans seinen Häsen vot boten bot, wird in amtliche» Kreisen nicht verstanden, aber man vermutet, datz Teutschland für die Hallnng verantwottvch ist. Hierzu bemerkt W. T. B.: Die votsteheitde Nachricht findet eine Ergänzung in iolgender Mitteilung des.Nienwe Aotterdamtche Conrant" vom 18. Mai abends:.Der holländische Kolonialminister telegraphierte dem Generolgonvernenr von Holländisch- Ostindien, datz die Zusicherung, datz holländische Schiffe in Nordanierika Bunker kohle eihallett lönnten und be- dingungslos anSllatieri lverdeii, von der Negierung der Vereinigten Elaaien nicht zu erlangen sei.' Hieraus gehl Ilar hervor, datz die Vereinigten Staaten offen darauf ausgehen, holländischen Schiffsraum aus niederländischen Häfen herauszulocken, um ihn dann ebenso, wie den bereits beschlagnahmten, wegzunehmen. Alsdann spendet W. T. B. Holland veriätiedene Vorschläge zur Güte. Den»iedeiländischen Reedereien wird gernien, sich vor weiterem Raub dadurch zu schützen, datz sie ihre Schiffe in nieder- läiidiichen und sicheren neutralen Hä'en stillegen. Gegen die amcri- kauis.be Absicht, Holland gefügig zu machen, wird aber das Rezept ceö Säbelrasselns empsohlen:„Holland gehört nicht zu den Grvtz- »tächlcn. Gleichwohl ist das G? lv i ch t seiner militärischen Macht bei der augenblicklichen Kriegslage aus dem Kominente doch n.chl io geringfügig, datz man es im politischen Spiel ohne lveiteres vernachlässigen dürste. So ist es sehr wohi möglich, datz ein e n t» 'vreckendes Austreten des holländischen Volkes gegenüber ler Entente die Lage der Niederlande wesentlich b c s i e r n könnte." Dieser Rat stammt unverkennbar auS alldeutscher Hexenlüche- Vielleicht wäre eS Amerika uns den übrigen Alliierten sehr er- wünscht, wenn Holland sich zu diesem Manöver velslände. * Haag, 23. Mai. Amtlich. Der niederländische Gesandte in Washington, Augusl PbilipS, winde aus Gesundheitsrücksichten alS Mnisterresident mit dem persönlichen Tiiel eines outzerordent- lichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers in Washington eiitlasscu. 'Schon Ansang April war die Meldung aufgetaucht. Philips, der seinen Posten im Januar angetreten hatte, werde nach Holland zurückreisen. Die damals alsbald geäntzerte Vernintmig, die Reise leite seinen Rücktritt ein. bat nlio ihre Bestäiiignng gefunden. Philips war sofort nach der Beschlagnahme der holländischen Schisse! nach Holland zurückgekehrt._ Die letz/c» Lnstangrisse auf Paris. Paris, 23. Mai. Die dentichen Flugzeuge, die an den« zweiteil Lustangriff in dieser Nacht teilgenommen haben, zählten etwa dreitztg: sie stietzen aus das heftige Sperrfeuer unserer Abwehr- geschnye sowie aus unsere Verteidigungsgeschwader, von denen 54 Flugzeuge aufgestiegen waren. Ein ein- ziges Flugzeug des Feindes ist über die Hauptstadt gelangt und bat einige Bomben geworfen. Ein Tour und zwölf Verwundete sind gemeldet worden. Eine gewisse Anzahl Bomben ist über Ort- schatten der Banumeite abgewotsen worden: es hat einige Tote gegeben. Das englische Minenfeld an der schwedischen Küste. Stock- Holm, 24. Mai. Wie gemeldet wird, sind an der schwedischen Westküste weiter hin englische Minen in wachsender Zahl aufgefischt; gestern ist eine verankerte Mine inner- halb der schtvedischen Hoheitsgewässer angetroffen worden. „SvenSka Dagbladet" findet es merkwürdig, datz man von noch keinerlei Maßnahmen der schwedischen Regie- rung i« London wegen dieser Uebergnsse gehört habe. Die U-Doote imö öie norwegischen Eksmeerfischer. Kristiania, 24. Mai.(Meldung von NorSk Telegr.- Bureau.) Die hiesige Presse hat mitgeteilt, datz der Minister des Aeutzern gestern im Slorlhing als AiUwoit auf eine Vorfrage von Hage-rup Bull über die Versenkungen von norwegischen Fischer- fahrzeugen im Eismeer ertkält habe, datz der deutsche Gesandte ihm versprochen hätte, telegraphisch in Berlin Vorstellungen zu erheben, damit diese Tätigkeit der Unterseeboote eingestellt würde. Ter Minister des Aeutzern wünscht jetzt mitzuteilen, datz seine kurzen Aeutzerungen hierüber, die er ohne Vor- bereitung machle, s i ch nicht mit dem deckten, was er z u sagen gemeint habe. In seiner Unterredung mit dem deutschen Gesandten hatte der Mimster ihn um seine Ver> mililung gebeten, und der Gesandte hatte ihm verspiochen, sein Bestes zu Inn, datz Fischerboote, denen nicht zugemutet werden könnte, zu wissen, datz die Getahrzone noch besiehe, gewarnt würden, datz sie aus der Getahrzone herausfahren könnten, und datz er hierüber nach Berlin telegraphieren wolle. Entrüstung rechts. Mit empörtem Stirnrunzeln macht sich die rechtsstehende Presse an das neue Aktionsprogramm der Sozialdemokratie, um aus dem von uns veröffentlichten Entwurf herauszu- schnüffeln, was sich agitatorisch für sie verwerten ließe. Bei ihrer Gedankenarmut bleibt ihr nichts übrig, als darüber zu zetern, daß die Sozialdemokratie ein Programm in ihrem eigenen Sinne und nicht im Sinne anderer Parteien ausgestellt habe, ein Vorwurf, der freilich nur naiv und er- heiternd wirkt. Wir sind dem(schwerliberalen)„Deutschen Kurier" durch aus verbunden für die Behauptung, daß das Aklions- Programm„für Politiker anderer Deukungsart keinen Raum läßt und ans jede Mitarbeit nicht- sozialistischer Kreise planmäßig verzichtet". Dieser Vorwurf berührt uns ebenso wenig lvie der der„Täglichen Rnndschaii", daß das Programm„rein parteipolitische" Ziele enthalte, oder die Foriniilieriing der„Berliner Neuesten Nach- richten",„aus jeder Zeile(des Aktionsprogramms) tritt uns parteipolitischer Egoismus in der nacktesten Gestalt entgegen". Für einen Sozialdemokraten Hai nämlich jener Satz keinen Sinn, mit dem gewisse bürgerliche Kreise ihre Politik bis- weilen zu verbrämen lieben,„das Vaterland über die Partei". Für uns Sozialdemokraten ist Vaterland und Partei eins. Wir haben in unserem Parteiprogramm keinen einzigen Satz stehen, von dem wir nicht überzeugt sind, daß seine Durchführung der großen Masse des deutschen Volkes zum Wohle gereichen müsse. Wer den Satz ausstellt:„Das Vaterland über die Partei". gibt damit zu, daß seine Parteiziele nicht zum Wohle der Gesamtheit, sondern nur zum Wohle kleiner Jnteressentcnschichten aufgestellt sind, und das ist ja in der Tat bei den bürgerlichen Parteien, die letzten Endes Vertreter irgend welcher kapitalistischen Interessen sind, der Fall. Für uns bedeutet ein Abgehen von unseren Partei- griindsätzeu und Parteizielen gleichzeitig eine Versündigung an der Gesamtheit. Wir können Deutschland und dem deut- scheu Volke gar nicht anders und gar nicht besser dienen, als daß wir mit aller Schärfe und Energie unsere sozialdemokratischen Parteiforde- rungcn vertreten, die nicht zum Vergnügen irgend welcher Führer, sondern im Interesse der breiten Volks massen ausgestellt sind. Das gilt ganz besonderes auch von dem neuen Aktions- Programm. Seine Sätze und Forderungen entspringen keiner theoretischen Verranntheit, sondern der sachlichen U e b e r- zeugung. daß der hier vorgezeichncte Weg die einzige Möglichkeit bietet, die schiveren Wunden, die der Krieg geschlagen hat, zu heilen und das deutsche Volk nach der schweren. und bitteren Gegenwart einer besseren und g l ii ck l i ch c r e n Z u k u n ft entgegcnzuführen. In diesem Programm beirrt es uns auch nicht, wenn die „Deutsche Tageszeitung" in dem ihr eigentümlichen Sau- herdeuton schimpft: In diesem Aktionsprogramm entschleiert die Sozialdemokratie wieder ihre altetiigelvnlzelte Gegnerichast nicht nur gegen das Kapital, sondern vor allen Dingen auch gegen die breiten Schickten des Mittelstandes überhaupt, gegen alles, was sick nicht willenlos und unter Verzicht ans jede persönliche Note und Eigenart einordnen lätzl in das große Herdendajein und die allgemeine VerhanStiernng, die das Ideal sozia- listischer Engstirnigkeit darstellt. Für die„persönliche Note" eines Junkers v. O e r tz e n- Roggow, der seinen Schnitter nackend an einen Baliin bindet und"auspeitscht, wird bei Durchführung des sozialistischen Programms allerdings kein Raum mehr sein. Aber wenn Herr v. Oertzen dann auch nicht zufrieden sein sollte,— unzählige Landarbeiter werden es durchaus nicht als„Verhaus- tiernng" empfinden, wenn man sie von Stock und Knute und Wohnungen erlöst, die heute unter den Ställen des Haustieres stehen. Die Hanpttaklik der reaktionären Blätter läuft darauf hinaus, den linksstehenden bürgerlichen Parteien vorzuhalten. daß sie mit einer Sozialdemokratie, die dieses Aktions- Programm sich zu eigen niacht, unmöglich z u s a m m c n- gehen könnten. Ten Schreibereien über diesen Gegenstand merkt mau ordentlich die Sucht au, die Sozialdemokratie in die Isolierung zu drängen und dadurch der NeaktionSherrschast noch eine Galgenfrist zu erwirken. Nun, bei allen Einverständnissen zwischen Sozialdemo- kraiie und bürgerlichen Parteien war man sich ivohl stets darüber klar, daß es sich nur um ein st r e ck e n w c i s e s Zusammengehen handeln könne. Gewiß enthält daS Aktionsprogramm neben vielem,>vaS auch ein freiheitlich gerichteter bürgerlicher Politiker unterschreiben muß und wird, so manches, was spezifisch s o z i a l d e ni o k r a t i s ch ist, sonst wäre es eben nicht daS Programm einer sozialdemokratischen, sondern einer bürgerlichen Partei. In seiner Gesamtheit aber stellt es ein Wille nsbekenntnis dar. auf der durch den Krieg geschaffenen t a t s ä chjj- l i ch e i: Grundlage praktisch weiterzuar- b c i t e n, und das ist es. was die Neaktionärcu mit Heller Wut erfüllt. Hinge die Sozialdemokratie phantastischeir lltopistereien nach, so würde das die Konservativen und Schiverliberalcn kalt lassen. Daß die Sozialdemokratie a u f deni Boden der Wirklichkeit und Gegenwart arbeitet, daS ist es, was ihnen schwere und durchaus be- rechtigte Sorgen macht, freilich nicht um Deutschlands, sondern um ihre Zukunft. Das Wohnungswesen öem Minister- Präsidenten unterstellt. Frhr. v. Cooks Staittskoiiumssar für Wohnungswesen. Der„StaatSanzeiger" veröffentlicht folgenden königlichen Er- laß vom 17. Mai: Auf den Bericht des Staatsministeriums vom 15. Mai d. I. bestimme Ich, daß sämtliche Angelegenheiten des Wohnungs- Wesens, für welche bisher Zuständigkeiten von Ministecn be- gründet waren, auf den Präsidenten des StaatsministcriumS übergehen, dem zu deren Bearbeitung als ständiger Vertreter ein Staatskommissar für dos Wohnungswesen unterstellt wird. Nach einer wetteren Meldung ist der UnterstaatZsekretär im Ministerium der öffentlichen Arbeiten Wirkliche Geheime Rat Dr. Freiherr von Coels von der Brügghen zum Staatskom- missar ernannt worden. Sogar Republiken! Die britische Gruppe der interparlamentarischen Union hat vor einiger Zeit eine Erklärung an die Presse ver- sandt, auf welche die deutsche Gruppe der Union mit einer Gegenerklärung antwortet. Die britische Gruppe wälzt die Kriegs- schuld auf Deutschland und die deutschen Versassungszustände, die deutsche Antwort bleibt dem gegenüber nichts schuldig. Solche Wortgefechte hinüber und herüber sind ja während des Krieges vielfach geführt worden, wir glauben nicht, datz dadurch der andere ' Teil überzeugt wurde. Nur wunder mutz es nehmen, wenn sich bei solchen Auseinandersetzungen, sobald es gegenüber England den Vorwurf des deutschen Absolutismus zu widerlegen gilt, Leute für freiheitliche Einrichtungen in Deutsch- land begeistern, die bei Auseinandersetzungen innerhalb Deutschlands sich durchaus nicht als Freunde dieser Einrichtungen erweisen. In der Erwiderung der deutschen Gruppe heißt es u. a.t „Zunächst begrüßen wir es mit Beifall, daß die britische Gruppe sich als einen unversöhnlichen Gegner des Absolutismus erklärt, der sich auf militärische Gewalt stützt; denn die deutsche Gruppe steht auf dem gleichen Standpunkt und stellt mit Be- friedigung fest, daß ein Absolutismus in dem lS/l begründeten Deutschen Reiche niemals bestanden hat. Das Deutsche Reich ist nach seiner Verfassung ein Bundesstaat, dessen Präsidium dem Könige von Preußen zusteht, welcher den Namen„Deutscher Kaiser" führt. Auch die deutsche Volksvertretung, der Reichstag, ist bei Begründung des Reiches auf breitester deinokratischrr Grundlage, auf einer breiieren, als der des britischen Pacla- ments, damals aufgebaut worden. Ebenso ist in den deutschen Einzelstaaten, von denen einige sogar Republiken sind, der Ab- solutismus völlig unbekannt, wie denn weiter kein einziger deutscher Für st eine so absolute Macht besitzt, wie sie z. B. der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika innehat. Zu den Unterzeichnern dieser Erklärung, die den Reichstag auf breite st er demokratischer Grundlage verHerr- licht, gehört u. a. auch der konservative Abg. v. Böhlen- dorff-Kölpin. Wenn es gegen England geht, ist Herr von Böhlendorff nicht nur Demokrat, er ist sogar Republikaner! Bei solchen Gelegenheiten macht er die Entdeckung, datz es in Deutschland auch Republiken gibt und damit Deutsche, die sogar von Ordnungs und Staats wegen überzeugte Republi» kaner sein müssen. Zu Hause aber wird bei Eintritt in den kleinsten Kriegerverein aber die monarchische Ge- s i n n u n g �nr Voraussetzung gemacht und ein Beamter, der sich zur Republik bekennt, wird auf der Stell? g e m a tz r e g e> t- Aber gegenüber England rühmt man sich mit ebenso großem Stolz der Republiken und freien Städte Hamburg, Bremen und Lübeck, wie man in schamhafter Vergeßlichkeit die absolut regier- ten beiden Mecklenburg plötzlich unter den Tisch fallen läßt._ Seltsame vorkommniffe in Inxolstaöt. Amtlick wird durch die Korrespondenz Hoffmann mitgeteilt: Am 22. Mai, abends, brach in Ingolstadt in einer Wirt- sckast ein Brand auS. Wählend sick aus die'em Anlaß eine größere Menschenmenge ansammelte, winde durch einen Schutzmann ein Mann, angeblich ein Deieiteur, verhaftet und auf d'e Wackie im Ratbause gefübrt. In Begleitung diese? Mannes befand sich ein Soldat, ein Nervenkranker, der auf dem Rathau'e«in lautes Geschrei erhob und hierdurch eine größere Menschen- menge anleckte. Es verluetteie sich alsbald die Behauptung, man habe geteben, wie der Schutzmann ank den Soldaten einschlug, und es griff um so größere Erregung um sich, als der betreffende Schutzmann als eine in Ingolstadt lehr unbeliebte Persönlichkeit bezeichnet wird. Schließlich zerstreute sich aber die Ansammlung und es trat Ruhe ein. Erst nach längerer Zeit rottete sich neuerdings eine Anzahl junger Burschen und Mädchen zusammen, drangen aus bisber noch nicht näher bekannte Weise in das Rathaus ein und verübte teils dort, teils vor dem Rnthause grobe RuSschrrituiigrn und Sach« beschädigniige», in deren Verfolg im Erdgeschoß ein Brand ausbrach und zablreiche Aktenstücke des Stadl- m a g i st r a t? vernichtet wurden. Jnkolge der großen Menschen- mass«, die sich sofort wieder angesammelt Halle, konnte die Feuer- tu ehr geraume Zeit nicht zu dem Brandberde vor- dringen. Erst durch Einschreiten des Militärs ließ sich die Menge zerstreuen, wobei es noch in den Nackbarstraßen zu einzelnen Sachbeschädigungen an Fenstern und Läden kam. Das Gesamtergebnis der noch ivährend der Nacht gepflogenen Erhebungen geht mit aller Bestimmtheit dabin, daß die'e bedauerlichen Voifälle keinerlei allgemein politische, Partei- politische oder wirtschaftliche Ursachen haben, viel- mehr lediglich aus roher Radau- und Zerstörungslust junger und unreifer Peitoiieu beiderlei Geschlechts entsprungen sind. Die Ord« ntlng ist volllommen wieder hergestellt. Das Schleichhanöelslage? ües 17jährigen. Zu dem jüngst beendeten oberschlesischen Schieberprozetz bringt die„S a a l e- Z e i t u n g" eine interessante Uelwrsicht, welche Luantitäten an Nahrungsmitteln die. 15 Angeklagien. an der Spitze der siebzehn Jahre alte Hauptangcklagte T i ch a u e r, bei ibren unglaublichen Schiebergeschäften vertrieben haben. An der Hand der eingehenden, von der oberschlesischen Zensur genebinigtcn Ver- Handlungsberichte stellt sie zusammen, was ohne die Erlaubnis der verschiedensten Jxstanzen hin und her geschoben worden»st. Auch diese Geschäfte begannen klein und bescheiden. Zwei Zentner Seife, bei denen sich der Hauptangeklagte mit dem wahrhaft kümmerlichen Gewinne von 30 Mk. begnügte, bildeten den Grund- stein für die bald rapid wachsenden Geschäfte oberschlesischer Schieber. 17 Zentner Ger st engraupen, die die Kantine einer Grube(!) kaufte, bildeten die Fortsetzung. Es folgten bei drei verschiedenen Geschäften öS Zentner Saaterbsen. Und dann: 5 Kisten Seife, mehrere Zentner Gerstengraupen und Saal- erbsen, 8 Zentner Gcrstenmehl, 10 Tonnen Heringe, die wiederum 8*. 141 ♦ ZS.Iahrgaag Seilage öw VsrMets SoklttabenS, 25. Ma!l41S GroßSerlln Schieberei auf den» Lllsxanderplatz. En» fiüchtiger Soldat getötet, ein unbeteiligtes Mädchen verwundet. Ein Aufsehen erregender Vorfall spielte sich gestern vormittag gegen 11 Uhr im Bahnhof Alexander platz ab. Ein fahnenflüchtiger Soldat war in Berlin festgenommen worden und sollte von zwei Wachmannichaflen nach seiner Garnison zurück- transportiert werden. Die Wachniannschafien begaben sich mit dem sflüchtling in den Vorraum des Bahnhofs Alexanderplatz. In dem Menschengewühl gelang es dem Verhafteten, einen seiner Begleiter beiseite zu stoßen und er flüchtete über die Vorhalle nach de: Treppe, die zum Bahnsteig führt. Der eine der begleitenden Eoldaten rief ihm wiederholt„Halt"' nach. Der Deserteur jedoch sprang die Stillen hinauf. Schon hatte er die erste halbe Treppe erreicht, als der Transporteur von seiner Schußwaffe Gebrauch machte. Das Geschoß durch- bohrte dem fflüchtling das Genick und der Un- glückliche stürzte iosort tot zusammen. Das Geschoß hatte aber noch ein zweites Opfer gefordert, emlltjahriges Mädchen, welches gerade vor dem ffiüchlling die Treppe hinaufging, wurde von der Kugel gestreift und erlitt eine Knie- Verletzung. Daß bei dem starken Verkehr auf der Bahnsteigtrepve sich nicht ein größeres Unglück ereignet bat, ist nur einem ans Wunderbare grenzenden'Zukall zu verdanken. Wie aber verträgt sich dieses Vorkommnis mit der feierlich verkündeten We ro r d n u n g des Kriegs Ministers, wonach mili- tärische Gefangene durch die Straßen Berlins nur im Wagen transportiert werden dürfen? Der Berliner Magistrat aegen die Benachteiligung der städtischen Verbraucher. Der Berliner Magistrat bat in der gestrigen Sitzung gegen die im Hauplausschusse des Reichstags angekündigten Anträge zur Ab- änderung des Kriegsernährungssystems schwere Bedenken erhoben. Es wird als höchst gefährlich angesehen das in vier Jahren mühsamster Kriegswirtschaft ausgebaute System noch jetzt in einer Weise zu erschüttern, welche die Rücksicht auf die Masse der städtischen Verbraucher völlig beiseite setzt. Wie sehr, zeigen besonders die Anträge zum Getreide. Daß wir der vorhandenen Brotgetreidevorräle bis zur letzten Tonne bedürfen, um das Voll auch nur notdürftig zu ernähren, beweisen wahrlich die Vorgänge auch der neuesten Zeit zur Genüge. Auch in den Vorjahren hat sich gezeigt, daß der Bevölkerung das Mindestmaß an Brot ernährung nur dann gewährt werden kann, wenn d i e Gesa in kernte an Brotgetreide mit äußerster Anspannung erfaßt wird. Statt besten soll dem Landtvirt ein bedeutender Teil seiner Getreideernte grundsätzlich belasten und dadurch die Ausrechterhaltung auch nur der jetzigen Brotration un- möglich gemacht weiden. Denn daß die bevorzugte Behandlung der„minderbemittelten Bevölkerung", also beispielsweise in Groß- Verlin von mehr als 90 Proz., sich weder durchführen läßt noch irgendwie nennenswerte Ersparniste herbeiführen würde, sollte nach gerade Gegenstand allgemeiner Ueberzeuoung sein. Das neue System würde entgegen der jetzt leidlich hergestellten Gleichmäßigkeit der Brotverleilung zu einer Begünstigung der wenigen Elemente führen, denen es gelingt und die imstande sind, sich des freigelassenen, im Preise selbstverständlich außcroidentlich gesteigerten Mehls oder Brots zu versichern. Die Kontroll- systeme der Stadt würden einer solchen Erschütterung nicht gewachsen sein; schon das Nebeneinander inländischer und teurer ausländischer Ware hat früher in zahlreichen Fällen zu einer unerkläilichen Vermehrung der„ausländischen" Ware geführt Aehnliche Nnmöglichkeitcn stnd enthalten in den Vorschlägen für Kartoffeln, Nbst und Gemüse. Bei Milch und Butler ist es sehr bezeichnend, daß die den Produzenten zugedachte Preiserhöhung, die man sich, wie es scheint, überaus stark vorstellr, wiederum von den städtischen Kommunen bezahlt werden soll, damit sie dem Ver- braucher nicht fühlbar wird. Alles in allem würden die Vorschläge zur Lahmlegung der kriegswirtschaftlichen Für- sorge für die städtischen Verbraucher führen. „Nationierung" der Luft.» Wir find nun bald saweil, daß alles, was der Mensch zum Leben braucht, rationiert ist. Die frische Luft in Feld und Wald. im Gebirge und an der See war bisher immer noch der Ralionie- rung entgangen, aber wohl nur deshalb, weil bei ihr die Eisastung und Zwangsbewirtschastung unüberwindlich scheinende Schwierig- leiten bot. Dielen, Nebet ist inzwischen dadurch zum Teil abge- holten worden, daß die Elienbahnverwaltung die Ausflüge und Reisen durch Fahrtverteuerungen und andere Widerwärtigkeiten gehörig er- s ch w e r t e.„Rationiert" im eigentlichen Sinne des Wortes ist ja die frische Luft hieimil immer noch nicht, aber man hat wenigstens erreicht, daß nicht jeder beliebig viel von ihr verbrauchen kann. Die „Rationierung" der Luft hat die Besonderheil, daß dem minder Zahlungsiähtgcn von vornherein eine knappere Ration zugemessen wird und der Bemitteltere zur Ausrechterhaltung seines früheren Verbrauches auf keinen Schleichhandel angewiesen ist. Wer's dazu hat. kann nach wie vor seine Ausflüge und seine Reisen machen und braucht sich im Genuß frischer Luft keine Beschränkungen aus- zulegen. Wem aber die Sache jetzt zu teuer ist— der muß zu Hause bleiben. Vor die Frage eines solchen Verzichtes sehen sich sogar Ver« anstalter von Schülerwanderungen gestellt, seitdem die Elienbahnbehörde verfügt hat. ihnen frühere Fahrpreis- ermäßig ungen zu entziehen. Der in Berlin seit einem Jahrzehnt bestehende Zentralverein für Schülerwanderungen, der seine Tätigkeit während des Krieges nicht unterbrochen hat, emvstndet die Entziehung der Fahrpreisermäßigungen als große Erschwerung. Im Jahre 1917 hat er wieder 8757 Kinder aus Groß-Berliu zu drei- bis sechslägigen Wände- ruugen in der Marl, in die Mittelgebirge und an die Ostsee hin- ausgeführt, von denen die Kinder manchen Gewinn für Körper und Geist heimbrachten. Auch in diesem Sotnmer möchte er mir seinen Jungen und Mädeln auf die Wanderschaft geben, und er hält das um so mehr für nötig, weil diesmal aus Berlin und Vororten wahrscheinlich viel weniger Kinder als im vorigen Jahr zu längerem Landaufenthalt lveggeschickl werden können. Er will die aus der Beschränkung des Eisenbahnverkehrs sich ergebende Schwierigkeil für seine Schützlinge dadurch mildern, daß er iiichl in der Hauvtreiiezeir, sondern schon im Juni und noch im August wandern läßt. Die Schulverwaltung Berlins soll geneigt sein, zu diesem Zweck dle Kmoer und die iml thnen wandernden Lehrer zu beurlauben. Es bleibt dann aber immer noch die andere Schwierigleit, daß die Fahrlvcrtenerung, die ohnedies nicht allzu volle Kasse des Vereins in empfindlichster Weise rriffl. Der Zentralverein bat Schritte getan, eine Zurücknahme der die Schülerwandcrungen schädigenden Verfügung der Eiienbahnbohörde zu erwirken. Warten wir ab, ob er damit Erfolg haben wrrd. Was für die gemeinsamen Wanderungen der Kinder unter Fühlung von Vereinen gilt, hat nicht weniger Gellung für die Aus- flüge und Reisen der Familien. Die Erschwerung des Ausflugs- und Reiseverkehrs ist eine höchst bedenkliche Maßregel, die mit ihrer die minder Zahlungssähtgen benachteiligenden„Rationierung" der frischen Luft wirklich nicht zur Förderung der Bolls- g e j u n d h e i t beitragen kann. Ter L?leinfiandclsprers für Zucker darf nach einer Bekanntmachung nicht übersteigen: für Mehlis oder gemahlenen Kristallzucker 42 Pf., für gemahlene Rasfinade, Würfelzucker, Brvtzucker 44 Pf. für je 1 Pfund. Es dürfen bier> nach höchstens gefordert und gezahlt werden: bei einem Pfundpreis Von 42 Ps. für 375 Gramm 32 Pf., für 759 Gramm 63 Ps., für !125 Gramm 95 Ps. und bei einem Pfnndvreis von 44 Ps. für 375 Gramm 33 Pß, für 759 Gramm 66 Ps., für, 1125 Gramm 99 Pf. Ein Zuschlag für Verpackung darf nicht berechnet werden. Beviiner Lebensmittel. Auf Abschnitt 29 der allgemelnen Lebensmittelkarte der Stadt Berlin entfallen 159 Gramm Grieß und auf Abschnitt 39 derselben Karte 159 Gramm Graupen. Die Abschnitte sind in der Zeit vom 25. bis einschließlich 29. Mai in den durch besondere Verkaufs- ichilder gekennzeichneten Kleinhandelsgeschäfren gegen Einpfangs- bescheinigimg abzugeben._ Viehzählung. Am 1. Juni findet im Deutschen Reiche eine Viehzählung statt, die sich auf P'erde, Rindvieh, Schafe, Schweine, Ziegen und Feder- Vieh(Gänse. Enten und Hühners erstreckt. Für das Königreich Preußen wird die Zählung wie bisher auch au> die Verwendungsart der Pfeide, die Zahl der Zuchteber und Zuchtsauen, die Kaninchen und die Tust- und Perlhühner aus- aedehnt. Die Aussübrung der Zählung liegt in Berlin dem Magistrat und dem Königlichen Polizeipräsidium ob und wird durch vom Magistrat beauftragte Zähler vorgeitommen werden. Falls ein Zähler nicht crschetncn iollle, ist die mündl'che Anzeige des Viehbestandes in der Zweigstelle des Statistischen Amtes der Stadt Berlin, Poststr. 5 II, bis zum 3. Juni zu erstatten. Die Etgeb- Nisse der Biehzählimg dürfen nur zu amtlichen, statistischen Arbeiten, jedoch nicht zu Slcuerzwecken benutzt werden Wer vorsätzlich eine Anzeige nicht erstattet oder wesentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Gefängnis oder mit Geld strafe bestraft; auch kann Vieh, dessen Vorbandenseiii ver- schwiegen worden ist, im Urleil als für„dem Staate verfallen" er- klärt werdeit. Keinc Wohnungskü»drg»z:g während des Krieges! Eine lehr verständige Entscheidung hat das Amtsgericht A n g e r m ü n d e als MieteinigungSamt gefällt. Es hat in seiner ersten Enlscheidung über Mictstrciligkeilen zwei von einem Hausbesitzer zum 1. Oktober 1918 ausgesprochene Kündigungen für rechisunwirkiam und beide Mieter für berechtigt erklärst das Mielverhältnis bis zu in Ablauf eines halben Jahres nach Schluß desjenigen Kalenderviertel- jahrs, in welchem der Krieg als beendet gilt, fortzusetzen. Sowohl der Vermieter als der Mieter können das Mieivcrhältnis zu dem genaiuilen Zeilpunkl kündigen, widrigen falls der Mielvertrog sich noch auf ein weiteres Jahr verlängert. Die Grundlagen für diese wichtige Enlscheidling bildet die in Angermünde— wie ja überall— herrschende Wohnungsnot und der den Mietern durch erhöhte Umzugkosten erwachsende wirtschaftliche Schaden. Die Bezeichiiiing„Kriegsbeschüdigter" nicht al? StandeSangade benutzen! In Anträgen auf Kapilalobfindung, in Kaufverträgen und Urkunden anderer Art werden die lriegsversorgungSberechtigien Renteneinpränger oft lediglich als:„der Kriegsbeschädigte N. N.", der„Kriegsnivalide N. N.", der„Kriegsrenteneinpfänger N. N." und ähnlich bezeichnest Dieses Verfahren siebt im Widerspruch mit dem allgemein anerkannten Bestreben der Kricgsbeschädigtenfürsorge. die Kriegsbeschädigten sobald als möglich wieder den gesunden Kräficn unseres Volkes gleichzustellen und anzugliedern. Zur Erreichung dieses Zieles wird es beitragen, wenn dem Namen lediglich die im bürgerlichen Leben übliche Berufs- oder SlandeSbezeichnung bei- gefügt wird. Vier Personen und fünf Dienstboten. In der„Köln. Ztg." stand folgende Anzeige:„Geiuckt für herrschaftlichen Haushalt (Landhaus Berliner Vorort) von vier Personen und fünf Dienst- boten eine selbständige Küchenhaushälterin. erfahren in der feinen Küche,— im Backen, Emmachen usw. Angebote an Frau Banst direktor Ullner. Berlin-Dahlem." Die Frau Bankdirektor scheint die Not der Zeil noch nicht veistanden zu haben, wo jede entbehrliche Person für den Hilfsdienst gebraucht wird. Zum Backen und Etw machen scheint auch noch alles da zu sein. Flrckficber. Infolge des Friedensschlufies mit Rußland und der Ukraine werden zahlreiche Arbeiler aus bisher ruisischen Gebiets- teilen in nächster Zeit nach Deutschland eingeführt werden. Da in jenen Gebieten das Fleckfieber noch immer stark verbreitet ist, so wächst damit die Gefahr einer Einschleppnng dieser gekährlichen Seuche. Es liegt im allgemeinen Interesse, daß alle ausländischen Arbeiter nach ihrer Ankiinkt ärztlich untersucht und, soweit möglich, geimpit und entlaust werden. Auch ist es wichtig, daß daraus gc- achtel wird, daß die Arbeiter dauernd läusefrei bleiben, da in einer Gruppe verlauster Arbeiter daS Fleckfieber schnell große Verbreitung finden kann, während unter läuiesreien Arbeitern seine Einschleppnng entweder überbaiipl keinen Schaden anrichtet oder höchstens zu ganz wenigen Erkrankungen führt. (?inc cigenartixe Brandursache alarmierte die Feuerwehr nach der Fraunboferstr. 18 19. Dorr lagerten in dem Bodenraum einer Autoniobilfabrik optische Linsen für Luftfahrzeuge. D i e Sonne hatte diese Linsen beschienen und dadurch die bekannte Wirkung eines Brennglases erzeugst so daß die Bretter des Fuß- bodens langsam anfingen zu schwelen und schließlich ein Biand entstand, der in der Nacht große Dimensionen hätte annehmen lönnen. Zum Glück aber wurde von einem Wächter gegen 9 Uhr abends anr dem Boden eine starke Rauchentwicklung wahrgenommen. Die Feuerwehr wurde alarmiert und fand bei ihrem Eintreffen den Fußboden bereits brennend vor. Charlottcilburz, Ein direkter VcförderungSvcrkchr der Postpakete von den Paletbahnhöfen Berlins nach dem Postamt I in der Ber- lincr Straße wird demnächst durch die Straßenbahn eingerichtet werden. Die Paketzüge sollen zweimal am Vor- und zweimal am Nachmittag verkehren."_ Neukölln. Lchenstnittel. Zum Ausgleich für die Kürzung der Milchmenge erhallen die Kinder im 3. und 4. Lebensfabre(Voll- milchkartc IZ) und im 5. und 6. Lebensjahre lVollmilchkarle C) ein Pfund Hafersobrikate. Die Haserfabrikate können in den Geschäften von Richard Heinrich, Bergstr. 144, Hermannplay 4, Hermaiin« straße 59/69, Otto Wienecke. Bergstr. 17 und Hobenzollcrnplatz 5, gegen Votlage der Vollmilchkarlen B inid C für Mai entiiomnien werden. Der Verkäufer bar von den: Mtlchkarlenmittelstück das mit B und 0 bezeichnete Kopfstück abzutrennen. Die Entnahme ha» vom 25. Mai bis 31. Mai zu ersolgem Schönebcrg. Vorausbczug von Kartoffeln. Der Magistrat hat angeordner, daß die Kartoffeln für die Woche vom 27. 5. bis 2. 6. und vom 3.-9. 6. auf die Abschnitte 22a— 22°: und 23a— 23g der Karloffelkarte insgesamt 14 Pfund Kartoffeln schon in der Zeil vom 24.— 30. 5. entnommen und für den späteren Verbrauch aufbewahrt werden müssen. Wer dieser Anordnung nicht nachkommst geht des Anspruchs auf Lieferung der Kartoffeln für die Zeil vom 27. 5. bis 9. 6. verlustig. Lichtenberg. Malzextrakt für Kinder. Von Montag, den 27. d. M., ab wird jedem Kinde des 1. Lebensjahres 1 Pfund reiner Malz« extrakt zum Preise von 2,29 M. verabieicht. Der Malzextrakt ist gegen Vorzeigung der Vollmilchkarlen für Monat Mai in den hiesigen Apotheken eihöltlich, wo zum Zeichen der erfolgten Bs- lieferung aus dem Mittelstück der Karte die Fläche mit dem Buch- staben„A" herauszuschneiden ist. Gegen die Möbelnot, die schon jetzt sehr fühlbar ist und in der ersten Zeit nach dem Kriege noch stark zunehmen wird, sind auch im Kreise Teltow be- sondere Maßregeln zur Abhilfe geplant. Ter Kreis ist bereits an der gemeinnützigen Geiellichait„HauSrat" beteiligt, die für minder- bemittelte Einwohner Groß-Beriins und der Provinz Biandenburg billige Wohnungseinrichtungen zum Verkaus anfertigen läßt und in Berlin iin Hause Malthäikirchstr. 17 eine ständige Ausstellung'olcher Wohnnngseinrichtungen hat. Ein Unternehmen, das demselben Zweck dienen will, aber nur Einwohnern des'Kreises Teltow zugute kommen soll, ist von der T e I l o w s r K riegs wirts chafts- Gesellschaft geschaffen worden. Sie wird für die Minder- bemittelten uiiter den heimlehrenden Kriegern billige Ein- richlungen für Stube und Kü che anfertigen lassen, nm ihnen die Möglichkeit zu geben, sich ohne zu große Köllen eiuen Hausstand zu gtünden. Das ist besonders ffvichtig für die vielen Kriegsgetrauten, die nach ihrer Heimkehr sofort ein eigene? Heim haben wollen. Die Muster der Wohnungseinrichliingen nach Einwürfen von Prof. Peter Behrens, von Architekt Otto Gerth und von Negicrungsbanmeister Kaiser, können vom 27. Mal ab in einer A n s st e I l u n g besichtigt weiden, die in Berlin im Hause Leipziger Straße 19 iEcke Mauerstraxe) untergebracht ist und Wochen« täglich von 9—5 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet sein wird. Die Möbel, die wir bei einer Vorbestchtionng sahen, unterscheiden sich von der üblichen Handelsware. Sie sind von ichllcht-r Schönheit, die erborgten Prunk verschmähst Trotz Gediegenheit der Aussührung werden die Preise niedriger als die jetzt im Handel geforderten sein: sie werden sich für die Stube auf etwa 899 M., für die Küche ans etwa 499 M. stellen. Der Vertrieb dieier Möbel wird durch Vermittlung der Klemeinden des Kreises ersolgen, wobei diese den Käufern günstige Bedingungen und ans Wunsch die Möglichkeit der Abzahlung in Teilbeträgen gewähren sollen. Das gemeinnützige U»ter»ebrnen will auch verhüten, daß die heimlehrenden Krieger wucherischen Abzahlungsgeschäften in die Hände fallen. Reinickendorf. Lebensmiltel. Der Verlaits von Sauerkohl findet vom 27. d. M. ab statt. Es werden ans Abschnitt lbllA/B der LebenSmittelkarie der Gemeinde je 299 Gramm zum Preise von 19 Pf. abgegeben._____ GsMtSMtimg. Ein nobler Gatte. Einen Ehcromnn, der zwischen einer Belgierin und einem Deutschen spielst enthielt eine Verhandlung wegen intellektueller Urkundenfälschung und Vergehens in Beziehung auf den Personen« stand, die vor der 3. Strafkammer des Latidgclichts I gegen den Techniker HanS Sund staitsand. Diese Vergehen wurden darin erblickt, daß er eine junge Belgierin, niit der er sich schon vor dem Kriege verlobt halte und mit der er kurz nach der Be- sctzllng von Brüssel durch die Deutschen nach Deuuiiiland gekommen war, hier überall als seine Frau ailsgegcben und die ihm geborenen beiden Kinder als ehelich auf dem Standes- amt angemeldet Halle, obwohl er wußte, daß seine Ehe gar nicht zu Reckt bestand. Das Roinnnhafie an der Sachlage war, daß die Belgierin sich völlig r'e cht mäßig geheiratet wähnte und erst das Gegenteil davon von dem Angeklagten gelegentlich einer stürmischen Auseinandersetzung ins Gesicht geschleudert be- kam, als bei einer vorzeitigen Rückkehr von einer Rsiie plötzlich „ihr Mann" mit einer anderen, ans die schon aller« Hand Kleidungsstücke in der gemeinschaftlichen Wohnung hin- gedeutet hatten, in dieser ei schien. Ter Angeklagte be- hauplete nun, daß er bis kurz vor diesem Vorfall sich für gesetzmäßig verheiratet gehalten habe, denn es sei ihm von dem belgischen Standesbeamten seiiieizcil erllärl worden, er solle sich vorläufig mit Rücksicht ans die Schwierigleit der sonstigen Forma- Iiläten als verheiratet betrachten, wenn et, wie es auch der Fall gewesen, die clterltche Genckmigung zur Eheschließung für die Braut habe. Infolge seiner schwierigen mate« riellen Lage habe er jedoch an eine Scheidung und eine Geldheirat gedacht und da sei er denn bei dem Stlidium des Bürgerlichen Gesetzbuches und durch eine Rechlsauskuiifl daraus gebiacht worden, daß ein Folmsehler vor« liege und demgemäß die Ehe ungültig sei. Die plötzlich wieder llnverheiratete stellte aber damals die Sache wesentlich anders dar. Der Angeklagle habe sie mit nach Aachen genommen, um sie dort zu heiraten, und habe ihr dann eines Tages gesagt, sie seien jetzt kriegsstelraut, was sie in Unkenntnis mit den Verhältnissen auch ge- glaubt habe, ztinral ihr Mann ihr voiher gestrgl habe, man könne in Deutschland sieb während des Krieges ohne viel Papiere trauen lassen. Aus der zu einem„Fräulein Mutter" Gewordenen wurde aber dann doch eine rechtmäßige Frau und die Saeue nahm für sie in dieiem Punkte wenigstens ein gutes Ende, da es der Angeklagte für ratiom hielt, doch naebtiäglich hier die Trauung stattfinden zu lasten. Jedoch leben die nunmehr rechtmäßigen Ehegatten nicht zuiammen. Da der kommtflarisch vernommene belgische Standesbeamte die Angaben des Angeklagten nicht bestätigte, so biell der Staats- anwalt, wenn auch die Ebefrau die Ansinge verweigerte, den An« geklagten sür schuldig und beantragte drei Wochen Gefängnis. Das Gericht ging über dieien Antrag binaus und erkannte aus drei Monate G e i ä n g n i s, die durch die erlittene Ui:terjllchuiigS- Haft als verbüßt angesehen wurde. Mus alicr Wdt. Der„Durchhaltcr-Magnet". Einen„garantiert wirliamen" Magnetapparat pries ein„Er- fitider" zaklungssähigen Lnilen für 800 M. an. Dieter Geheim« apparat wurde als„Dlirchhaller-Magnet" bezeichnet und iollte seinen Besitzer in den Stand setzen, die Beschwernisse der Lebens- mittelveriorgung mit Leichtigkeit zu ertragen. Der Apparat wurde unter Nachnahme Versand!, doch war dem Empfänger die Rück- nähme im nichtzuiggenden Falle garantiert. Ein Leipziger Ma- schinenfabrikanl bestellte den Apparat und prompt traf auch ein Paket nlil dem Aufdiiick:„Inhalt ein Magnetnpparal" ein. Der Fadrikant gab merkwürdigerweise das Wunderwerk nicht zurück, denn es„sagre ihm zu". Der„Diirchhalier-Magnei" bestand näm- lich aus— zehn Pfund thüringer Speck. Der Wunder- magnel bat aber nocti nach anderer Riivliliig eine Anziehungskraft ausgeübl, und zwar bat er die Ausmerkiaiiikeu der Knininalbehörden auf sich gezogen, dle dem erfitidungsreicheu Thüruiger bercus anj der Spur sind. ßmfPaJkn der Redaktion. H- P> Die Löhnunq wird ge�ad�t, wenn Bedürftigkeit als vorliegend erachtet wird und der Sohn vor E nberufung zum Heere die Eltern nach» weislich unterstützt hat.—<*. I. ft. LOS. 1. Ja. 2. DaS isl nur eine Vergünstigung, auf die lein Anlrruch bcstcdt.— C. D. 100. Der«Se- sreile bat leinen Anspruch auf Scrgcantenlöhnung, nur de, Nutcrossizier, wenn er ö'l, Jadre Dienstzeit nachweisen kann.— Wahrheit-414-. Der Schaden wird aus Ctaateiuiltclu ersetzt. Zur Entgegennahme und Prüfung des Antrages aber wird der Magistrat die zuständige Stelle sein.— K. W. 100. �Ja.— 8i. H. 100. Das kommt aus die Verordnung des Landrals an, Sie werden mir Erjolg dagegen nichts unternehmen können. — I. I. 1. Sie können sicher zur Zahlung des Honorars veroflichlet werden, da Sie die damals gegebene angebliche Zusicherung sich-kr nicht ge> richllich beweiieu können. Die Bescheinigung güt tu der Form als ärztlich es Attest.— ät. G. 534. Anspruch aus das zweite Putzge-d besteht nicht.— SS. O. 37. 1. Ja. 2. Nur im kriegswichtigen Betriebe. 3. Beim zu- ständigen Amtsgericht. Die Ziostcn betragen 4.S0 M.— B. B. 100. Die Gemeinde, in der die Kriegersra» bisher ihren Wohnsitz hatte, zahlt die Unterstützung weiter, aber nur die staatliche, die kommunale kommt in Weg- lall.— tr. 300. Die Unterstützung ist wahricheinlich entzogen, weil aus« reichender Verdienst vorhanden ist und deshalb Bedürstigteit nicht als vor- lic, cnd ciachtet wird. Auch in Berlin wiid in solchen Fällen die Kriegs- Unterstützung nicht gewählt.—«. St. 88. Die Post wird zum höheren Schadenersatz nicht gezwungen werden lönne». Eine Klage dagegen erscheint uns aussichtslos.—??.(v. l. Gegen die Betreffende mühte Klage erhoben werden wegen Herausgabe der Sachen. 2. Solange der Vater zum Heere eingezogen ist, lanu er nicht zur Zahlung der'Alimente ge- zwungcn iverden. WetlerauSiilhten kür das mittlere Siorddeuttehland bis Sonntag mittag. Zunächst veränderlich, vorherrschend wolkig, mit öfter wiederboüen, meift geringen, nur im östlichen Küstengebiete etioäs stärkeren Regcnsälleu. strichweise Gewitter, weitere Abkühlung, später im Westen wieder vielsach heiler. Gewwnanszug der II. NrcnsZisch- Süddeutschen OsZ?. Kouiglich Preußisch rn) Kiosseulotterie S. Klaffe 14. Ziöbungstag 24. Mai ISIS In der Vormittags- Iichhmig wurden Sietviime über 240 Mk. gezogen: 2 Gewinne zu 5000 Mk. 90450 144331 166925 189557 212792 88 Gewinne zu 3000 Mk. 10457 25634 38936 43612 49839 52806 58208 77656 79659 94085 104808 105830 117159 120774 132526 134592 145159 149931 150454 160425 163162 166943 167706 169404 169874 172355 178235 180614 186114 197613 198151 208343 209697 211577 212327 212731 214365 218080 219895 220677 227711 229744 231021 233051 148 Gewinne zu 1000 Mk, 4493 4672 9353 13254 14613 19993 20285 23069 24116 30713 32401 38507 41306 43767 53536 65923 74445 75209 76167 81361 82560 104756 109303 114189 120316 123157 124442 126669 129355 137094 138543 151331 151673 152561 156734 158576 16)901 163636 165381 170644 172585 174465 175929 178147 183581 184281 184672 186700 186778 190336 191780 192514 193871 194312 195J07 197729 197888 199938 200648 204904 209268 209425 209386 212276 212667 212768 213114 220540 224066 224946 224955 227122 228966 229827 228 Gewinne z» 500 Mk. 339 2492 3467 4535 4610 6333 9719 10042 13316 15484 15658 15950 20071 20187 21663 23923 28221 32294 33055 37959 48310 48440 49786 49928 50662 51182 51518 52383 54973 55765 55823 58986 63358 66389 66923 67833 68497 69495 70812 72976 75014 75517 80618 81039 81484 82107 90023 91178 91346 94683 95056 96973 101179 105446 110615 111700 113330 118062 119604 120841 123991 124251 126561 128067 129849 130782 131920 132452 133160 138642 138644 142229 145452 146479 160257 150991 151989 158805 180085 160197 160226 161494 164144 167488 172345 174480 174859 175024 175534 176692 177718 178233 178468 178724 180717 185838 186709 189031 192179 198821 201680 202407 207445 207833 213525 214606 214689 215710 221735 221821 221824 226787 226576 230533 In der N a ch m i t ta g s-Ziehung wurden Gewinne über 240 Mk. gezogen: 12 Gewinne zu 5000 Ml. 6919 9934 16339 117603 173337 193487 52 Gewinne zu 3000 Mk. 2480 2534 4915 6388 17774 25878 42741 55364 57174 65176 79028 79803 82127 82757 1029 69 104091 111127 117670 121266 129710 156975 167227 173425 196510 219224 227410 128 Gewinne zu 1000 Mk- 17282 21793 23505 24974 26486 34351 35783 39062 39790 45243 48110 60191 52827 53287 56100 57145 58765 59615 61957 62577 66329 75763 78495 84385 100270 100301 101704 107205 107455 117482 123146 125217 127744 130619 135498 137676 143250 149890 161846 157559 157878 161995 162299 166555 166620 166831 178713 182619 184690 186941 190305 192858 202642 202704 204159 209495 211000 211286 211749 212700 213261 213856 226329 230394 226 Gewinne zu 500 Mk. 203 2422 3159 4081 4143 5680 7800 11864 14543 16506 17450 21125 23127 28121 31156 31431 32883 33032 36518 38326 39738 42891 43973 46956 49359 49606 65802 58932 59252 61475 62369 62533 63113 64307 72182 74097 76121 78254 83902 84738 87926 90047 98127 99049 101022 108231 111249 112889 112993 113629 114803 116791 117746 118295 120784 122996 128334 128947 131610 132800 133896 137586 137693 137748 138979 140143 140470 140826 143369 145176 146063 147783 148825 151120 151420 156045 164189 172730 174014 174299 175010 175270 176620 178305 179833 186305 186371 186484 188119 188143 189305 191775 193279 194034 195104 196133 200009 203399 203023 205078 205438 207983 208998 209391 212056 216921 217312 218477 222342 227835 231108 232043 234000 ffflit Jeher fnetllüardeiler- Verband. VerwaltimBSStello Berlin. Den Mitgliedern zur Nach- richt, datz unser Kollege, der] Uhrmacher Äiigüst Äntretter Adalbertstr. 96 am 21. d. Mts. gestorben ist. Die Beerdigung findet am! Sonnabend, den 25. Mai.! nachmittags 5 Uhr,.von! der Leichen alle des Sankt I Michael- Kirchhofes, Her- mannstrahe, ans statt. Ncgc Beteiligung wird er-[ wartet. Den Mitgliedern serner zur 1 J Nachricht, dast unser Kollege, j j der Mechaniker Karl Tornow Haus bürg ilr. 8 | am 20. d. Mls. gestorben ist. Tie Beerdigung sindel am! öonnabcnd. den 25. Mai. I ! nachmittags 3 Nbr, von der| 1 Halle des Auserstebuns- j Kirchhofes in Wcistcnsce. Lichlenbcrger Str. 110, aus! I statt. Rege Beteiligung wird er- s | wartet._ 112/6 j Nachrufe. Den Mitgliedern ferner! zur Nachricht, das, unser s Kollege, der Schlosser Rodor! Eelleli Stephan str. 14 am 17. d. Mls. gestorben ist. Den Mitgliedern ferner I zur Nachricht, dag unser s Kollege, der Schlosser Leorg Lekmllll Lichtenberg, Wühliichstr. 30, 1 am 20. d. Mts. gestorben ist. s Ehre ihrem'Andeuten! ItZj? Die Orteveruaitung. s Msckuui. Am 21. Mai verschied i nach kurzem aber schwerem! Leiden unser Kollege, derk Mechaniker IStA s üuljUL! AnlreUer im 27. Lebensjahre. Wir verlieren in Ihm einen Kollegen, der stets treu zu uns gehalten hat und dem wir tür alle Zeit ein ehren- des Angcbenten bewahren werden. Die Kolleginnen und Kollegen der Firma Franz Stock, Treptow, Abt. Winkelmann. Danksagung. Für die Beweise Herzlicher Teilnahme bei der Einäscherung mc ncs lieben Mannes, unseres guten Vaters sagen wir allen Vcrwandien, Bekannten, dem Mctallarbeitervcrband, den Kol- legen bei Firma 21. Borsig, den Mietern des Hauses Hujsilcn- st rage 4l sowie Herrn«chütte sür die irotU eichen SßSoite am Sarge unseren ausrichligsten Dank. Ili6A Witwe Edeltne Plotiki und Töch-er ÄKartba u. Frieda. LpsÄsisrzt Br. luel WoekeDluO fpieörlelistr.IZSsprechsu?:!1" (ärSyphilis.Harn-u. Frauenleiden Blutuiitersuchungen. Schnelle, sichere, schmerzlose Heilung ebne Borulsslörung. Fol, Zahlung Msbcl jeder Art sowie ganze Nachlässe kaust höchilzabtend fr'roKcb., Steutöü«, Stemmetzjtr, s.* I Allgemeine Ortskrankenkafle IteukölJu 3. Tatzungsänderiing. Beschlossen in der aiusschusj- Sitzung am 30. 11. 1917. Der§ 84 Abi. 1 und 2 erhält folgende Fassung: Zlbsa» 1. Die Kasse erstattet den ge- wählten Mitgliedern des Vor- standes ihre baren Auslagen und zwar: 1. bei Reisen anherbalb des Vor- ortvcrlehrs von Berlin a) soweit die Reise ans Eisen- bahnen oder Dampsschiffen zurückgelegt werden kann, die Kosten einer Fahrkarte II. Klasse.. bei Dampsschiffen I. Klasse sür die Hinreffe und die Rückreiie. Können jedoch Rlicliahrkarlen benutzt iverden, so werden nur deren Kosten ersetzt. d) im übrigen den Betrag der baren Auslagen, der ür die Beförderung nachweisliw er- forderlich war, wobei jedes- mal die kürzeste fahrbare Slrastenoerbindung der Be- rechnung zugrunde gelegt wird; 2. lnncrhalb des Wohnortes oder des Vororlverkehrs von Beclin Ersatz der baren AnSiagen stir aufgewandte Fahrkoste» usw., die den Vorstandsmitgliedern bei Wahrnehmung der Ge- schäfte der Kasse erwachsen. Bei Reisen innerhalb des Vororlverlehrs von Berlin werden Zchrungs- und Heber- nachlungskollen nickt gewährt. Stbsah S. Slnher den in Nr. I bczelck« netcn Bezügen wird den Mit- gliedern des Vorstandes für Zeit- veilust und Zehrungskosten bei Wahrnchinuiig her Geschälte der j Kasse sür einen halben Tag 10 Mark, sür einen ganzen Tag 20 Mark, sowie sür jede not- wendige Ucbcrnachlnng ein wei- tcrer Betrag von 5 M. gewährt. Neukölln, den 22. März 1918. Ter Kassenvorftand. M. Heinrich, 2. Vorsitzender. W. Ritter, Schristjührer. Genehmigt. Ebarlottcnburg, 6. Mai 1918. Königl. cvcrversicheruiigs- amt Grost-'Lerliu. o. Gostkowski. Ir. S. II B. K. 468. 17 Verordnung über Zuckerhöchstpreise im Kleinhandel. Auf Grund der Verordnung des Bundesrats über den Ver- kehr mit Zucker vom 17. Oktober 1917(R.G.Bl. S. 914 ff.) und der dazu ergangenen AuSsührungsbcstimmnngen wird unter Au'bcbung der Verordnung vom 14. November 1917 sür den Bezirk der Stadt Berlin angeordnet: S h Der Preis für Zucker im Kleinbandel darf nicht übersteigen für Melis oder gemahlenen Kristallzucker.... 42 Pf. , gemahlene Rasfinade, Würselzucker, Brotzucker. 44, sür je ein Psund. S 2. Es dürfen hiernach höchstens gefordert und gezahlt werden: bei einem Pfundpreis von ctÄ Pf. 4A Pf. sür 375 Gramm.... 32 Pf. 83 Ps. . 750..... 63, 66, . 1125..... 95, 99. Ein Zuschlag sür Verpackung darf nicht berechnet werden. s 3- Kleinvcrtaus ist der Verkauf unmittelbar an Verbraucher in der in offenen Läden üblichen Art. s*• Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften werden aus Grund des Gesetzes betr. Höchstpreise vom 4. August 1914 in der Fassung der Bekanntmachung vom 17. Dezember 1914 sR.G.BI. S. 516) in Verbindung mit den Betanntmachungen vom 23. September 1915(ift.G.Bi.«. 603), vom 23, März 1916 lR.G.Bl. S. 183) und vom 22. März 1917(R.G.Bt. S. 253) bestraft. 5«. Diese Verordnung tritt am 1. Junl 1918 in Kraft. Berlin, den 16. Mai 1918. Ml gistrat der König!. sMpt- vnd Kkßdrnzstadt. Seite 110, 110 DSV. Impr. QlorlamSntel... 110. 1S5 usw. Pelden« Mantelkleloer.. 185, I8S usw. TsUetlnm&ctei, impr.,, 148, 165 usw. Qnmmlmäntai...... 96, 112 usw. Seite Hodell-KostQme 165, 190 n Reinwoll Kammgarn Kosttim« 225, 243. Phantas e- Kostüme,,. 145, 180 usw. Msmliiiisitel! MmOntel! mit Pelzkragen,,.,. 185, S26 usw. 275, 833, 425 new. Pelzmäntel! Winter- Ulster I 060, SOch 1200 usw. 79, 93, 112 USW. 1456/3«. 18. Wermuth. Bekanntmachung. Es entfallen ISO Gramm Grietz aus Abschnitt 29 und 150 Gramm Graupen aus Abschnitt 20 der allgemeinen Lebensmittelkarte der Stadl Berlin. Unlcr Ansscklutz nackträglichcr Annahme find die An. meloeabschnilte vom 2». bis 38. Aiai 1918 bei den Kleinhändlern und von diesen am 29. Mal 1918 bei den Grosthändlern abznliesern. Nickt abgedolte Ware"ersällt mtt dem 28. Juni 1913. Berlin, den 24. Mai 19l8. Magistrat der König!. Kanpt- nud Restdenzstadt. Ableitung für Nährmittel. Tgb. Nr. 974 Nä. II. IH. ftuiipijüiznL�'snsZLkiniz Borlin.SCaen 0 Fkelttoh-u. Viurat'.t'Br. J" rMobel-Gross-i Gr. Frankfurter Siraße 141 p Phantasle-RSckt.... 45, 58. 69 usw. äeiden-KScke...... 68, 82, 90 usw. EfcaSaiEffBO? 9 l. UerUn W. Kobreaslraße 37a Gesebäli: üerlln SO. Gr. Fraokiorter Straße 115. Bönning esdkln t 8—10 Übt. iLekjMikjeagaij niww Wsik,!««/» Verkaufsstellen gesucht! Sclunißr-Waschmitiel, ERIKA' fen eh rn igt vom Kriegsaussohuß unter Nr. 256) erbraucherpreis: OO I'f'ff. für 1 Kilo. Veikaiifstellen: �7'�� Fabrikant£. A. Krüger, Chom.-techn Fabrik Keuthen i. 3i. Ilankels Abluge." Im Oiuton; jPeoI Möller, FräslrJ?, ithü Sftie:t£h'ij!0.,Koio'-.talw.« M. FjgfeCl,£'!}8{St32118l§7 H c'c'jjk r�rT, jra MS. I en«k©,l!lottbnä.Damm9t»>i |(Strong rKo.I, anerkannt bill iC. Dittmann Berlinorstr. 42 niVlld— GeNflgel— Ftach«.!j m.%orden= Invalidenstraße 5, AcÄee� Auf Kredit oder Bar V V m r.n billigen Preisen t- n. 2-Siub6R'Smncttinnpn. Bunte Küchen. Kriegsanleihe wird in Zahlung genommen. BozEißsqtiSbSn-uerzeiGhnl! rn ksl.eonb? tettüuie cm �ElRllOEjWJ10.$i ■Tomcw: Snannau xj..m« (gl WEfll llüä? .tlJfißSsju Koisniaioi.! JJreitestr. 57, Lohouv/aldei-. tr. 13 Ii, PiphelsilorfTatr. 12. 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Nr. 141—191$ ?acob Surckharöt. Zu seinem 100. Geburtstag am 25. Mai. Bon Oscar B i e. Jacob Burckhardt ist einer der wenigen Kunsthistoriker, die wirklich povulär geworden sind. Weil er keine irockene Gelehrsamkeit trieb, sondern ein Mensch mit weiten Begriffen und Horizonten war. Er ähnelt darin Winckelmann, der fast genau 100 Jahre vor ihm geboren war. Winckclmanns begeistertes Schauen galt der Antike, Burckhardts der italienischen Renaissance. Burckhardt war ein Schweizer und stand wie viele seiner künstlerischen Landsleute zwischen dem Süden und dem Norden. Seine Schwärmerei war Italien, seine Methode deutsch. Er hat Italien eigent» lich nur als Reisender kennen gelernt. Das erste Mal war er in Rom im Mai 1846, das zweite Mal im Winter 1847 bis 1848, das dritte Mal 18ö3, endlich ein ganzes Jahr in Rom und im übrigen Italien. Seine Haupilehrtätigkeit übte er an der Universität in Basel aus von 1853 bis 1893. Vier Jahre darauf starb er in Basel, 79 Jahre alt. Burckhardts erstes bekannteres Buch erschien 1855, es war der »Cicerone", eine eingehende und künstlerische Beschreibung antiker und christlicher Werke auf italienischem Boden. Der Cicerone ist heute noch populär, weil er alle Reisebandbücher an Schärfe und Bersönlichkeit des Blickes übertrifft. 1866 erschien seine»Kultur der Renaissance in Italien". Darin wurden überhaupt zum ersten- mal große Linien historischer Kulturbetrachtung gezogen. 1867 er» schien die»Geschichte der Renaissance in Italien". Hier ist die Bau» kunst gemeint. Burckhardt behandelt sie als Erster in bedeutenden Konturen. Eist nach seinem Tode, von ihm selbst also nicht für so wichtig gehalten, erschienen Werke wie»Weltgeschichtliche Be- trachtungen" und»Griechische Kuliurgeschichte", die da« Btld feines philosophischen GelehrteniumS doch wundervoll abrundeten. Seine spezielle Bedeutung liegt in der Erkenntnis des Humanismus in der Renaissance. Burckhardt siebt aus dem gebundenen Wesen des Mittelalters den neuen, den modernen Menschen emporsteigen, er erkennt die Persönlichkeit in ihrem Wachstum und in ihrer Ausbreitung durch alle Gebiete menschlicher Tätigkeit. WaS seine Renaissancemenschen bindet, ist nicht mehr das gewaltsame Gesetz einer Kirche und eines Staates, sondern die Kulturgemeinschaft auf dem Boden moralischer, sozialer und künstlerischer Interessen. Burckhardt schrieb schon 1842 an Kinkel, daß ihm bei seinen geschichtlichen Forschungen der Hinter» grund die Hauptsache sei,»und ihn bietet die Kulturgeschichte, der ich hauptsächlich meine Kräfte widmen will". Er findet die großen Gesichtspunkte, unter denen das gewallige Material für ihn zu ordnen ist. Motive, die bisher weniqe Historiker reizten, werden ihm Ueberschriften der Kapitel. Themet, sind Ruhm, Spott und Witz, Landschaft, Biographik, Geselligkeit und Feste, die Frau, die Moraliiät. Solche neuen Einstellungen überträgt er auch auf die Architekturgeschichte. Ganze Gruppen von gesellichastlicher und rhythmischer Beziehungen als Grundlage baulicher Formen werden unter seinem Fittfl«: erst sichtbar. Mag alles, was von der italienischen Renaissance uns nordische Menschen heut interessiert, bistortsch geworden sein, mag diese ganze Kultur für unser Gegen- wartsgetghl Buch und Stein geworden sein, vielleicht sogar dia- meiral uns entgegenstehend, so bleibt lebendig die Methode und Anschauungskraft dieses Forschers, der mit Hellem und unbefangenem Auge von beute aus rückwärts gesehen und die Geschichte perlönlich ergriffen hat. Burckhardt war dichterisch unterminiert, das war seine Größe und Kraft. Schon als jungen Mann in Berlin sehen wir ibn be» getstert in ähnlicher Aimoiphäre bei seinem Lehrer Franz Kugler, der einen Salon hielt, in dem Emanuel Geibel verkcbtte, auch Paul Heys«, Adolf Menzel, Theodor Fontane. In dieser berühmten Wodnung, Friedrichstraße nahe Belle-Älliance-Platz, geleitet von der schönen und liebenswürdigen Frau Kugler, müffen reizende Abende poetisch- musilalischer Unterhaltung stattgefunden haben. Kugler selbst spielte Klavier, sang und komponierte in den Zwischenstunden seiner Kunstgeschichte. Er hatte in Italien allerlei Volkslieder ge< sammelt, Paul Heyse übersetzte ste unter dem Titel»Italienisches Liederbuch" und widmete die Ausgabe Burckhardt. Man weiß, daß diele L>ed«r später ein« der berühmtesten Kompositionen von Hugo Wolf wurden. Dies war die Lust, in der Burckhardt ent- scheideyde Anregungen erhielt. Es tst nicht unwichtig zu be» merken, daß er damals in diesem Geiamikunstwerk von Wffsenichaft, Wort und Ton wesentlich musikalisch sich betätigte In Burckhardts Wesen blieb viel Musik, Nachempfinden tieier Zusammenhänge, Gefühl für das geheimnisvolle Wallen des Schickial«, Kontrapunktik scheinbar fremder Melodie in der Welt der Erscheinungen. Er verstand sich mit Nietziche, seinem BaSler Kollegen, io lange gut, als dieser auf dem Boden der Musik vcr- Harm. Als er sich zur Herrenmoral erhob, konnte er ihm nickt mehr � Pioniere. Roman auS dem Norden von Ernst Didring. Sie versuchten ihn auf die Pritsche zu tragen, aber ehe sie dahin kamen, wurde er ganz närrisch. Sechs, sieben Leute sammelten sich um ihn, um ihn zu beruhigen. Mit seinen durch das Fieber gesteigerten Kräften schleuderte er mit einein Ruck alle beiseite, so daß sie übereinander purzelten. Die andern Arbeiter eilten zu Hilfe, um zu verhindern, daß er sich selbst Schaden täte, und nach unendlichen Mühen gelang es ihnen, ihn zu überwältigen, während ein Bote ins Lazarett geschickt wurde, es solle alles für Sköld in Ordnung gebracht werden. Der Riefe lag auf dem Fußboden der Baracke. Zu seinen Fftßen hielt Hansson Wache und umklammerte mit eisernem Griff die Beine. Je ein Mann lag zu jeder Seite Skölds und hielt einen seiner Arme fest, während ein paar andere sciuen Kopf zu schützen versuchten, der die uttan- genehme Neigung zeigte, aus den Holzfußboden zu hämmern. Weißer Schaum stand ihm um den Mund, das Gesicht stammte und brannte, und krampfhafte Zuckungen liefen durch den mächtigen Körper. Einer der Arbeiter versuchte, ihn an etnem nassen Handtuch saugen zu lassen, daS man in das etskaite Flußwasser draußen getaucht hatte, aber es war vergebens. Skölo hatte für so ettvaS keine Zeit. Er kämpfte mit seiner ganzen Riesenkraft gegen das Gespenst, und die Adern aus der Stirn schwollen bei der Anstrengung. Man sah, wie die Wtuskeln auf Armen und �Schenkeln sich spannten. Die Arbeiter wendeten ihre äußersten Kräfte an. um ihn zu halten. Unmöglich. Es ging wie ein elektrischer Schlag von hochgeipannter Kraft durch den Riesen. Die ihn hielten, flogen in die Höhe, als wären sie Schuljungen, und Sköld stand allein aufrecht, blutrot im Gesicht, mit starren Blicken und krampst hast ausgestreckten Händen und Fingern, als sähe er eine un- heimliche Erscheinung, der er zu Letbe wollte. Leise tat er einige Schritte auf Maja zu, die vor Schreck ganz gelähmt war und sich nicht von der Stelle rühren konnte. Er hob schon die Hände zu ihrem Hals und wollte sich auf sie stürzen, als einer der Arbeiter, der zu Boden gefallen war, das Bein vor ihn hinstreckte, so daß er vornüber fiel. Wieder stürzten sie sich folgen. Unter allen Korrespondenzen, die von Burckhardt veröffent- licht find, ist die mit Nietzsche darum die berühmteste. Hätte Burck- Hardt seiner Renaissance weniger vom Hintergrund der Kultur, als von der Macht der Persönlichkeit aus verstehen können, so hätten fich beide auf großartigem Gipfel getroffen. ES ist soeben ein kleines Büchlein über Jacob Burckhardt als Dichter von Karl Emil Hoffmann erschienen, in dem die dichterischen Neigungen des großen Kunsthistorikers ausführlich besprochen werden. Man sieht daraus, was man bisher nicht so klar wußte, wie sehr sich Burckhardt mit dem Problem der Historie in der Dichtung ab» gequält hat. Es ist interessant zu hören, daß er sogar einmal einen OperMext über die Soge vom Schwanenritter versucht hat, vier Jahre vor dem Lohengrin. Er sagt davon selbst, daß er langsam vorwärts rücke und ihm von vornherein verpfuscht schien."Die dichterischen Versuche blieben allmählich in Gelegenheiten stecken. In seiner Jugend hatte er manchmal in einer sommerlichen, blüten- durchrauschten Nacht gemeint, er würde ein Zeitdichter werden, ein Nheinsän�er. wohl gar ein Barde, ES kam anders. Die Dichtung zog in seine Wissenschaft ein. Große, weit wirkende Menschen wie Burckhardt find immer Zu- sammensetzungen dichterischer trnd methodischer Dualitäten. Ist in dieser Mischung ein kleiner Fehler, so wird die Grenze zum Dilettantischen überschritten. Ist aber der Grund Gelehrsamkeit, bleibt ihr Gesetz und ihre Form stark und bindend und wohnt dabei in der Seele der heimliche Poet, so ist das Höchste an menschlichem Geist erreicht._ Die wanöernöen Ser. Von Fr. Henneberg. Martha Hübsch war die Tochter eines angesehenen Vorstadt» bauern. Sie war fleißig und tüchtig und hatte da« Anwesen ihres Vaters vorwärts bringen helfen. Nur eine Schwäche hatte die Groß- stadt, die ihr Dorf verschlungen hatte, in ihr geweckt: Sie mußte unbedingt den Anforderungen der neuesten Mode Rechnung tragen. Besonderen Wert legte sie aus den Schmuck ihres schönen Hauptes, und fo wendete sie immer eine ansehnliche Summe für ein Prachtexemplar von Hut auf. Sie hatte damit immer den Neid ihrer Nachbarinnen und Freundinnen erregt. In Zeiten, von denen Schiller sagt, daß sie die d«S süßen Frieden« und holder Eintracht sind, hatte ihr ihre Putzmacherin Meta Schmidt gern und unter vielen Komplimenten immer einen Kopf» putz gebaut, den die neueste Mode erforderte. Als sie aber im letzten Frühjahr zu ihr kam, hatte sie die Achseln ge- zuckt und bemerkt, daß es ihr bei dem Mangel an Zutaten nickt mvalich sei, ihren Wünschen Rechnung zu tragen. Martha Hübsch »itte ihre ganzen Redekünste aufgeboten, um die sonst so freund» che und cnrgegenkommende Putzmacherin zu überreden, aber sie hatte nur immer die lakonische Antwort erhalten, daß man nichts versprechen könne. Mirtha war geknickt. Sie konnte fich nicht denken, daß sie in diesem Frülnahr auf ihren Schmuck verzichten sollte. Dann sagte sie sich plötzuch:»Muß ich denn meinen Hut unbedingt bei Meta Schmidt machen lasten, wird er mir nicht ganz genau so gut stehen, wenn ihn irgend eine andere Kopslünstlerin baut? Ganz gewiß." ?lwar war Meta? Kunst anerkannt, aber warum sollte ihr Ge» ckmack nicht auch von irgend einer anderen Dame befriedigt werden können. Sie ging aus einem Geschäft in das ander«, aber in keinem erhielt sie. was sie wünschte. Auf dem Heimwege kam ihr ein rettender Gedanke. Ihr Vater hatte eine ansehnliche Zahl Hühner auf dem Hofe. Diese legten die von aller Welt so sehnsüchtig begehrten kleinen weißen Dinger. Ihr Plan stand fest. Sie würde versuchen, in wenigen Tagen ein Dutzend Eier so.nebenbei' zu sammeln. Das Gewünschte stand ihr bald zur Verfügung und sie trat den Weg zur Putzmeta mit einem wahren Siegerwillen an. Die Putzmacherin sah die Martha mit einem Blick an, der sagte, daß sie nicht verstehen lönne, warum sie noch einmal komme. Diese ging aber sogleich aus ihr Ziel loS. Sie fragte, ob e« denn gar nicht möglich sei, ihr den Hut zu machen. Sie habe hier ein Dutzend Eier, das sie dort verkanten werde, und zwar»nur zu dem gesetzlichen Höchstpreise, wo ste den Hut gemacht belomme. Da« letzte Wort war dem Gehege ihrer weißen Zähne kaum entflohen, als sie auch schon ein alles versprechendes Leuchten auf dem Gesicht der Hutlieferantin bemerkte. Der Handel war bald abgeschlosien; denn in Mcla Schmidt hatte sich der unumstößliche Gedanke wie eine Granitwand aufgerichtet, daß ste die Eier unter allen Umständen haben müsie. Sie bekam ste auch, und in wenigen Tagen hatte fie den Hut geliefert. AIS sie vor den Eiern stand, lief ihr bei dem Anblick der weißen, blanken Kalldüllen, die io viel Kostbarkeit bargen, da? Waffer im Munde zukommen. Doch bald verfinsterte fich über ihn, alle auf einmal. Jetzt gelang es ihnen wirklich, ihn mit einigen Stricken zu binden, die sie gerade bekommen hatten. Und sie schnürten ihm Rumpf, Beine und Arme ein, so daß er wie ein gut verpacktes Paket auf dem Boden lag. Da verhielt er sich wenigstens so weit ruhig, daß sie den Wagen holen konnten. Aber als sie ihn hinaustragen wollten, sprengte er die nenen Stricke, als wären sie aus GlaS, und machte sich in vollem Lauf auf den Weg, dem Fluße zu. sämtliche Arbeiter hinterher. Hansson holte ihn nicht weit vom Flußufer ein und kriegte ihn an den Hosen zu fassen, aber das hatte nur die Wirkung, daß Sköld sich umdrehte und ihm einen Schlag gegen den Kopf versetzte, daß er mehrere Meter weit fortwirbelte. Die kleine Verzögerung bewirkte aber doch, daß die anderen herankamen. War es nun der Anblick der vielen Männer oder ein Abflauen der Kräfte, das die Veränderung bewirkte: Sköld wurde völlig ruhig und ließ sich an den Weg führen, wo der Wagen wartete. AIS er am Wagen war, kroch er selbst hinauf und legte fich auf die Decken, die man über daS Stroh gebreitet hatte. Als man ihn dann/ weil er fror, noch mit mehr Decken gut zudeckte, lachte er sanft und geduldig und murmelte:„Sköld sehr elend— sehr!"— und bei dieser einfachen Selbstbetrachtung mußten mehrere der Burschen sich abivenden und fich die Augen abwischen. Sköld schien zu schlafen. Auf Anraten HanflonS, der mit einer unnatürlich roten und schon schtvellenden Backe umherhumpelte, fand man es klug, während Sköld so still und ergeben auf dem Wagen lag, ihn mit Stricken festzu- binden, damit er unterwegs nicht wieder eine neue Geschichte anstellte. Sicherheitshalber gingen die meisten mit hinter dem Wagen her, da keiner wußte, was passieren konnte. Maja blieb vor dor Baracke stehen. Sie konnte vor Tränen kaum sehen, wie sie nun dastand und ihnen nachsah Es niachte zu sehr den Eindruck, als sei es Skölds letzte Reise, wie er da wie ein dunkler, toter Gegenstand auf dem Wagen lag, der sich langsam den Weg hinunter bewegte, die schweigenden Gestalten in langer Reihe hinterher. Unten im Lazarett war alles zur Aufnahme fertig. Voll war es freilich schon, aber Platz mutzte tun jeden Preis geschafft werden, und so kam es. daß Sköld in einem provt- sorischen Reservebett in der oberen Wohnung untergebracht wurde. piClrU SstMabenS, 2S.ZNat ihr Gesicht. Sie hatte ei« Gefühl, als habe ihr jemand Aloe statt des Zuckers in eine Tafle Schokolade peworfen. Die Martha hatte ihren Willen; fit hatte den Hut. Sie selbst war schon von Pontius zu Pilatus gelaufen, konnte aber keine Schuhe bekommen. Selbst dort, wo fie jahrelang gekauft hatte und wo die ihr bekannte Verkäuferin so freundlich war, da hatte sie die kurze, barsche Antwort erhalten:»Es sind keine Schuhe da." Sie hatte ihren Bezugschein, der schon einigemal verlängert worden war, aber in diesen Schein konnte sie ihre Füße nicht wickeln. Da kam ihr der rettende Gedanke, der ihr wie ein Opfer schien. Und richtig: Auf die Verkäuferin machten die blanken Produkte deS gefiederten Haustiers einen wunderbaren Eindruck, Ihre Denktätigkeit wurde durch den lockenden Anblick der Eier so lebhaft angeregt, daß fie der Meta Schmidt bald die so sehnsüchtig gewünschten Schuhe beschafft hatte. Aber der geistige Eiergenuß war auch bei der SchuhverkSuferin nur von kurzer Dauer. Diese brauchte nötig Strümpfe. Wenn fie neben dem klingenden Metall, oder bester gesagt bei dem Knistern der DarlehnSkassenscheine noch einen lockenden Einsatz bieten konnte. Aber du lieber Himmel, da hatte sie ja die Eier I Sie erhielt ihre Strümpfe, sogar ohne Bezugschein, und die Eier wanderten weiter. Diesmal waren fie in die Häade einermunteren, aber wegen ihrer Operettenschwäimerei etwas zerstreuten Berläuferin gelangt. Diese hatte die Eier borsorglich in eine Zigarrenkiste gepackt, mit einer Papierhülle versehen und verschnürt. Am Mittag aus dem Nachhausewege traf ste eine Freundin. Beide bestiegen die Straßenbahn und schwelgten gar bald in Wonne über den neuen Operettentenor. Sie hatten die Straßenbahn schon längst verlaflen und waren von ihrem Rausch immer höher ge- klettert, da reichten fich beide endlich zum Abschied die Hand. In diesem Augenblick erscholl der SchreckenSruf:»Mein« Eier I" Die Schwärmerin hatte in ihrer Begeisterung für den Tenor die Eier im Siraßenbahnwagen liegen lassen. Sie eilte sofort zum nächsten Telephon und teilte der Sttaßenbahnbirekiion den Verlust mit, aber die Nachforschungen nach den Eiern waren.ergebnislos" geblieben. So läßt sich denn auch nicht sagen, ob fie weiieraewandert find, oder ob sie ihre eigentliche und natürliche Aufgabe in einem hungrigen Magen erfüllt haben. die„Ättberuftmg� öer VentmSler. Nach einer Mitteilung des KriegZmimsteriumS an die Dach» verständigenkonferenz, die zur Vorbereitung einer Einschmelzung der Bronzedenkmäler eingesetzt ist, ist den einzelnen Bundesstaaten aufgegeben worden, Listen der Denkmäler anzufertigen, die für die Einschmelzung in erster Linie in Krage kommen. In Preußen sind bereit? solche Listen von den Provinzralkonservatoren aufgestellt worden. Die oberste Entscheidung lag bei einer vom Kultus» Ministerium eingesetzten Sachverstindigenkommission. Dieser ge- hörten von Bildhauern u. a. die Berliner Professoren Gaul, Manzel und Tuaillon an. Es find nunmehr drei Gruppen von Bronzedenkmälern aufgestellt worden. In die erste wurden die Werke eingereiht, deren Beichlagnahme sofort möglich erscheint. Es handelt sich hierbei vor allem um neuere Werke, deren Kunst- und Erinnerungswert nicht besonders hoch erscheint. Auch Berlin wird schon bei dieser ersten Auslese ein« Anzahl seiner Denkmäler ver» lieren, z, B. die Figuren auf der Weidendammer Drücke. Eine zweite Gruppe umfaßt die Denkmäler, deren Beschlagnahme nur für den Notfall vorgesehen ist. Eine dritte Gruppe endlich be- zeichnet Denkmäler, die auf jeden Fall zu schützen sind. Bei der Auswahl ist auch für die modernen Werke, die am leichtesten er- setzbar erscheinen, jede mögsiche Rücksicht genommen worden. Jeder Künstler soll wuch als Bronzebildhauer in einem charakteristischen Werke vertreten sein, und bei Ler Bezeichnung der frei zu lassenden Werke ist darauf Rücksicht genommen worden, wenn von monumen» taten Arbeiten die Modelle nicht mehr vorliegen. Bei den alten Griechen waren Volksabstimmungen bei der Vergebung von Kunstaufträgen nichts Ungewöhnliches, Wie wär's, wenn das Volk bei uns wenigstens bei der AuSmerztmg befragt würde?■., ,»___. r,, NoNzen. — Kunstchronlk. In der Freien Sezession sind Klingers Wandgemälde für das Chemnitzer Rathaus eingetroffen. Auch die noch fehlende Ausstellung Schweizer Bilder wird dem- nächst eröffnet werden.— In der Berliner Sezession wird die Ausstellung»Berliner Bildnisse 1848— 1918*«n 28. Mai, 12 Uhr, eröffnet werden. — Die Wiener Philharmoniker werden unter der Leitung Felix WeinyartuerS in Berlin Ende Juni drei Konzerte geben. Die Pflegerinnen trösteten die Arbeiter, es würde schon gut gehen, Sie hatten nämlich strenge Order vom Arzt be- kommen, die Leute nicht unnötig w Aufregung zu versetzen. Der größere Teil der stebemtndzwanzigsten Schicht kehrte denn auch nach Hause in die Baracke und zur Arbeit zurück. Nur Hansson und zwei ander? blieben da, um zur Hand zu sein, wie Hansson sich ausdrückte. Schwester Ida, die Sköld in ihre Pflege bekommen hatte, war recht froh, ein paar verläßliche Leute da zu haben, und sie fühlte sich ruhiger als gewöhnlich, als sie durch das Fenster die drei Arbeiter draußen im Sonnenschein sitzen sah. Sköld bekam alles, was er wünschte. Viel war eS nicht, denn soivie er ins Bett gekommen war, hatte ihn ein heftiges Fieber erfaßt, das in wilden Schweißströmen sich einen Aus- gang über sein Gesicht suchte. Schwester Ida tat, was sie konnte, um ihm Linderung zu verschaffen. Sie strich ihm mit einem feuchten, kalten Handtuch über die Stirn, als er sich gar zu unruhig int Bett hin und her warf, und flüsterte ihm allerhand beruhigende Worte zu—„ja, mein kleiner Junge, ja"— ganz wie eine Mutter ihrem kranken Kinde. Sie kannte ihn sehr gut wieder. Sköld war oft auS verschiedenen Anlässen in Tornehamn gewesen, und es gab da unten keinen Menschen, der nicht wußte, daß dieser lange, hübsche Kerl mit der braunen Haut und den klarblauen Augen der Riese Sköld war, der große Spieler von der siebenundzwanzigsten Schicht, er, der Algren in jener Mitt» sommernacht allein den Nnolja hinuntergetragen hatte, er, der allen Gefahren mit seiner breiten Brust trotzte, er, der immer ritterlich, aber schüchtern gegen alle Mädchen da oben war und der mit Geld nur so um sich warf, wenn er welches hatte, und nach rechts und links den Leuten pmiipte. Sköld fror. Sie zog die Decke hinaus, die er unaufhör- lich fortstieß, und versuchte sanft seine Hände festzuhalten, die nach der Decke suchten. Er sagte ihre Hände und wollte sich aufrichten, fiel aber wieder zurück und schob die Decke hinunter, daß die breite, zottige Brust in der Hemdöffnung sichtbar wurde. Sie fühlte den Puls. Er jagte nur so. Nie hatte sie einen Pulsschlag von solcher Kraft gefühlt. Sie könnte kaum die Finger darauf festhalten. Sie sah ganz deutlich, wie sein Pulsschlag jedesmal ihren Finger hochhob. Korts. folgt) SeWel WMWn-VelSmili. «erwaltnngsftcNc Berliu.« 5i, Sinicnftrnfte 83—85 Geichästszeit von 9— 1 Ubr und von 4—7 Uhr. Telephon: Amt Norden 185, 1289, 1387, 9714, Hteü Ba«anfcl)läger.'lchtung Sonntag, den S6. OTni 191S, vormittags 10 Hör: Prsfantinütnn der Bauanschläger usw. im Lokal von Hammel, Sophienstr. 5. Tagesordnung: 1. Bericht über die Verhandluuze« mit den Arbeit- »ebern. 2. Diskussion. iiSSr' ES ist Pflicht eines jeden Kollegen, die Versammlung zu be>uchen, da dringende Fragen erörtert werden. 112/8 Die Orts Verwaltung. Kabarett Tiooii ------- Bunte Vorträge--------- Splelfolge vom 16.— 31. JSai: Negro, drei Schwestern Lück, Otto Mücke, Krämer-Wolff, Leo Florenz. Tilglieh zwei Kapellen. Anfang wochent. 7, Sonntag nachm. 4 Uhr. Kottbuser Damm 95 moXm� Mäol-Ss'ii im Osten: GroOe ffSvillufle? Str. 58 Ii Im forden: BStlStFaßS 47-48 UM..> Kredii an j edermann. OerinplE Anzahlung- kleinste Ähzahlung SlZezigWt: l-«. 2-3i!ntner-ei!!titliflinoen einzelne Mel. lornip Mchen. Große AnWnßl lMvletl WsliestMerSALs-. DvljN' uns soeisezWlner. Diesen- Auswahl— Billigste Preise Sehr kulante Bedingungen Größte RiicksieM kl Kraißeit i Arßeitslosiglteit, I.iclernng frei Hans."�2 Kriegsanleihe nehme gern als Anzahlung. Kriegsbeschädigte n. Vorzeiger der Anzeige erhalten Bxtra-ltafoatt. Soiiiitags S— 10 goofTiiet. Bezogsnustien-uerzeiciiDis flarlin-aorden Drogen, Farben Itiellieliir Illnal.S I:lsea4jrfit D i» 5 orfit, j f* Fleisch- u. Wurstw. 5G8h(;taafiiisSeitf.«Srtm.| (p K oionlaiw&ron-5 ÖM. Saegsliartii ��,9r MSbeSmagazIno £ yjtgeg o r« Keidiskendjrfr*!. 97\ > niCcE ß lüs Ti«cht«rni«iater � Bezügsguellon-Usrzel&hois Berlin-Osten x Bu'tor, Eier, K?«n n P.HJciigriEesBjFiiiiijDa M.M KSm �iafelhandfi&ifctfi igsber�ar j> fia 23 27» » Phot«D�apN. Uteiisrft m Blh.geoztl��r�V�! mxx Warenhiiiaer xxm bllultrfer Wutihulu riansUja BlU-8tr»lii I l ,T«.-»-;«r tri. 5%| Universal- Briesstcller 4,— Mark, Buchhandlung Vorwärts, Lindenstrasie 3 iLadenl. mmm jm* Eingetragene Genossensch st mit beschränkter Hastpflicht. Bilanz per 31. Dezember 1917 Aktiva. Mark Kasienbeftand.... 3457,43 Warenbestand.... 33585,90 Jnocntar-Konto und 39 0/0 Abschreibung. 642,65 Debitoren-Konto.. 9060,20 Banl-Konto.... 12560,15 59406,43 Passiva. Mark Antell-Konto.... SM, 00 Darlehn-Konto... 51290,71 Neserv�ionds-Konto. 458,00 Exira.Reseroejonds- Konto..... 3500,00 Unkosten noch zu zahlen 1090,00 Reingewinn.... 2767 72 59406,43 Die Fahl der Genossen beträgt am Schlug des Gcschäsisjahres 12; eingetreten find im ver- flossenen Geschästsjahr keine, ausgetreten einer, Das Gcschästsgutbaben der Genossen beträgt 360 M., die Hastsumnie auch 350 M. Das Geschästsgulhaben und die tzastsumme haben sich um je 30 M. verringert. 104/9 Der Verstand. C, Lauplchier. St, Rein ecke. Ortslrraukenkasse der Schlosser und verwandt. Gewerbe zu Berlin. Kedannwlllhuug. Die auf Grund der Bundes« ratsverordnung vom 22. No- vember 1317 vom Vorstand und Ausichug beschlossene vierte Satjungsäiiderung ist am 2. Mai 1318 vom Königlichen Ober« versichernngsamt Gros;-Berlin genedmigt worden und tritt am Montag, den 27. Mai, d. I. m Kraft. Die versicherungspflichtigen Miigiicder erhallen die Abände- rung durch ihren Arbeilgeber. die' versickerungsdercchtigten Mitglieder dagegen im Kassen- lotal, Linienstr. 5. 258/5 Ter Borsiand. A. Polzin, Vorsitzender. Georg Müller, Schrislsührer. WWW verlaust billig• Dehme, Neukölln, Anzcngruberilr. 2. al h taywrTwga va/vet Verkäufe Psaudleihhaus, Prinzen- straße 83, das ziveite Haus vom Moritzplatz, laufen Sie neue Ilockauzügc, Jacretianzüge, Ul- ster, Paletots, Damcnröcke, teils auf Seide, prima Verarbeitung. Ferner verleihe auf Tage Eehroäanzüge, Smoking- auzüge, Frackanzüge. Ankauf, Pfandscheine sowie aller Werlsachen. 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Kreise er- scheinende„Volkszeiiung für Freiberg' schreibt zu den Aiiiichncide- reien des Leipziger Blaites t„Die„Leipziger Volkszeiiung", die aus jeder Blüte Honig zu ianger, versucht, dürsie eine Eultmochung erleben. Wohl stehr fest, daß auch dte Kreise, die die Mehrheiispolriii als im Jniercsse de« Proletariats liegend erachtet und vertreten habe»,»ach dem Vrist-Litowsker Friedensschluß diese Politik für bedeninch ballen. Ungeachtet dessen türsie sich niemand finden, der deshalb die Organisation spalte» und zu den Unabhängigen über- treten wollte. Das haben selbst die Führer der Opposition rüchhalt- los-rklärr. Die Tat'ache, daß zur Laudcslon'ercnz enr überzeugter Anhänger der Mebrheitspolitik pewähli wurde, spricht auch mchk dafür, daß eine Schlveniung im Sinne der„Leipzigerm" vollzogen wurde." Eine neue Wahlniederlage der„Unabhängigen". Am Mittwoch war im 25. Wahlbezirke der Stadt Bremen— einem Bezirke, der als sehr radikal galt— eine Ersatzwahl zur Bremischen Bürgerschaft an Stelle des wegen Verlegung des Wohn- sitzes»ach dem Oldenbuegischen aus dem Parlament ausge- jchiedenen Genossen Rose. Die Sozinldcmosraile stellie den Gcwerlschaftsbeamten Friedrich Klente, Angcstelllcii des Trausvoriarbeiierverbandes, auf, die„Unabhängigen" einen Metallarbeiter Emil Sommer. Das Resultat ist: Abgegebene Jäiimmeii 205. Es erhielten: Klenke 18ö. Somrner(II. Soz.) 108, Ungültig 2 Stimmen. Schon vor Iabresfrist halte derselbe Bezirk für den ans der Bürgerschaft durch Tod ausgeschiedenen Redakteur Holznieicr einen Slellvertreter zu wählen.(Jeder Bezirk hat zwei Vertreter, von denen turiinsgemäß alle drei Jahre einer ausscheidet.) Es wurden am 11. Juni vorigen Jahres gewählt der Genosse Ludwig Schlüter mir 238 Sriinmen, während es der auch von den Unab- hängigen unterstützte„Unabhängige" Klatvitter nur auf 124 Summen brachte. Aus den Organifationkn. In der KreiSgeiuralvmammluiig des vierten sächsischen Reichs- tagS Wahlkreises DreSderr-Neustadt, die in Dresden tagte, gab der Kreisvorsitzende Genosse Wirth im Jahresbericht bekannt, daß die Mitgliederzahl infoige weiterer Einberufungen zum Heeresdienst von 389S auf 3030 zurückgegangen ist. Zum Heeresdienst sind 6816 Kreisniitglisder eingezogen worden. Trotz des Mnglieder- rückganges überstieg die Einnahme die Ausgabe um 1332.83 M. Im ganzen bilanzierie die JahreSrechnung nrii 33 089,75 M. Ein- suniinig wurde beschlossen, den Beiirag für männliche Mitglieder auf 15 Pf., rür weibliche aui 10 Pf. wöchentlich iestzuietzen und den Wahlioiidsbenrag von 10 Pf. vierreljäbrlich iveiter zu erheben. Bei der iächsischen Landesversammlung wurde beaniragi zu beschließen, s r ch weiterer Erörterungen über die Partei- st r e i t j g k e i l e n z n enthalten und sich lediglich den organi« iaioriichen und prallijchen Ausgaben zu widmen, die der Partei gestellt sind. In der Generalversammlung des Sozialdemokratischen Vereins lür Dcssau-Zerbst erstaucie der Vorsitzende Genosse Ienther den Berich! über das letzie Geschäftsjahr. Die Veranstartuiia der Versammlungen wird sehr erschwert durch die Bestinrmung, daß Versammlungen vor ihrer bebördlichen Genehmigung nicht publiziert lverden dürfen. Es ist deshalb die Frage arifzuwerfen, ob es nicht gelingen könnte, durch Vorstellungen beim Generalkommando oder dem Reichstage eine Aufhebung dieser Bestimmung zu errercheii. Einige wenige Mitglieder sind angeblich ansgelrclen, weil sie sich den„Un- abhängigen" anschließen wollren. Ausgeführt haben sie ihr Vorhaben anscheinend nicht. Einige Dcssarier Lagerhalter respektive deren Frauen haben die Mitgliedschart in der Partei- organi sation aufgegeben, weil sie vom Komirimverein angeb- lich zu wenig Unteistütziing erhalten. Den„schlecht bezahlten" Posten im Konsumverein geben sie nicht aus. Die Geiomtzahl der Miiglieder betrug am 81. März 1918 8300. Die Orte, die regel- mäßig Mitgliedeiversammlungcn abgehalren haben, haben von dem Höchststand von 1014 am wenigsten Mitglieder verloren, dagegen ist oer Rückgang in den Orten mir wenig und rmregeliiiäßigen Ver- sammlungen am größten. In Desiau sind die Mitglieder, die ilKsir Austritt erklärt hatte», von einem Genossen aufgesucht worden,»in sie zur Auirechterhaltung der Mitgliedschaft anzuhalten. Der Er- folg war so, daß dieses Vertahreii beibehalten werden soll. In der Kreiskasse war ein Bestand von 11 937.97 M. vorbanden, lieber den Stand des„Volksbiattes" berichtete Geschärtssührer Deist. Nach dem Bericht ist der Stand des Geichärts günstig. Die Zahl der Abonnenren ist erfreulicherweise dauernd im Sieigen, ins- besondere im ersten Kreise. Vor den Delegierten der Landesorganisafion Hamburg hielt Genosse W i n n i g einen sehr übersichtlichen Vortrag über die Ge» schichte des WahlrcchtSkampfes in Preußen. Hierauf ging Genosse Stalten auf die Hamburger Wahlrechtsfrage ein, dabei bemerkend, daß auch in Hamburg das Interesse am Wahl- recht früher zu wünschen übriggelassen habe. Erst als die Möglich- keit bestand, auf Grund der Steuerzahlung zum Wahlrecht zu ge- langen, steigerte sich das Interesse. Was nun das Hamburger Walstrccht anbetrifft, so werden hier von Interessenten die althev- gebrachten Privilegien ebenso zähe verteidigt, wie in Preußen von den Junkern. In Hamburg beschäftigen wir uns seit zirka Jahres- frist nun auch in einer gemischten Kommission mit der Aenderung der Verfassung, um dabei zu einem gerechteren Wahlrecht zu ge- langen. Bis jetzt ist in Hamburg nur die 1906 eingeführte Gruppen- wähl beseitigt worden. Die Kommission hat sich ebenfalls damit zu beschäftigen, wer in Zukunft das Wahlrecht haben soll. Was nun unser« Forderungen anbetrifft, so muß auch in Hamburg die Ver- tretung der Bürgerschaft aus allgemeinen Wahlen, unter Wegfall der Grundeigentümer und Notabelnwahlen, hervorgehen. Eine große Rolle spielt ferner die Zusammensetzung des Senats und die Wahl der Senatsmitglieder. Auch dieses Wahl- verfahren muß eine Aenderung erfahre». Heute vermöge der Senat auf die Bürgerschaft einen großen Einfluß auszuüben. Dieser Zu- stand ist auf die Dauer unhaltbar. Dringend bedarf dann noch das komplizierte Wahlvcrfahreri der Senatsmitglieder der Abänderung. Die Senatsmitglieder gleich auf Lebenszeit zu wählen, ist durchaus nicht mehr zeitgemäß. Was nun die Aussichten auf eine Verbesse- rung deS Wahlrechts in Hamburxl anbetrifft, so sind diese hier noch viel ungünstiger als in Preußen. Wenn aber auf den ersten Anlauf hier nicht alles erreicht wird, so dürfen wir doch den Mut nicht verlieren. In Hamburg wenden wir voraussichtlich nur schrittweise vorwärts kommen. Eine Aenderung muß aber auch hier erfolgen. Inöustrie unS kanSei. Der Kampf der Aktionäre um eine höhere Dividende. Es häufen sich die Fälle, daß Aktionäre in Generalver- sammlungen die Dividendenvorschlöge der Verwaltungen als zu niedrig bekämpfen und im Interesse ihrer Forderungen von Divrdendenerlwhungen eine gründlichere Darlegung der finanziellen Verhältnisse ihrer Gesellschaften begehren. Auf der unlängst abgehaltenen Generalversammlung der Maschinenfabrik A.-G. E ß l i n g e n, die den Daimler- werken nabesteht, konnte sich der Vorsitzende, Herr v. Kaulla, der zugleich dem Auffichtsrat der Daimlerwerke präsidiert, vor dem Dividendensturm nur durch die Drohung retten, daß er selbst die Anzeige wegen Kriegswuchers erstatten werde, wenn die Dividende über den Vorschlag der Verwaltung hin- aus erhöht würde I Zu dieser schönen Geste ist von der„Köln. Zeitung" treffend bemerkt worden, daß nicht die hohe Ge- winnausschüttung, sondern daS Mißverhältnis zwischen Gestehungskosten und Preis Kriegswucher begründet. Eine Minderheit, die gegen die Beschlüsse der General- versanimlung der D e v t s ch e n Waffen- und Muni- tionsfabriken, die 39 Proz. Dividende verteilen, vom lt. Mai Widerspruch zu notariellem Protokoll erhoch hat die Anfechtungsklage gegen die Gesellschaft eingeleitet. Die Klage stützt sich u. a. darauf, daß Vermögensgegenständc im Werte vieler Millionen Mark aus der Bilanz weggelassen und daß Positionen, die ihrem inneren Wesen nach voneinander ganz- verschieden sind, in der Bilanz in einem Posten erscheinen. U. a. wird bemängelt, daß in dem Kreditorenronto Rücklage« aller Art enthalten wären. Soweit durch die Beschlüsse der Generalversammlung nach Ansicht der protestierenden Aktio- näre zwingendes Neckst verletzt wurde, ist hiergegen auch die Nichtigkeitsklage erhoben worden. In der Generalversamnrchng der Ver. K ö l n- N o t t- Weiler Pulverfabrik A.- G., deren Verwaltung 29 Proz. Dividende ans das 1316 mächtig erhöhte Aktienkapital vorschlug, erhob ein Aktionär scharfe Angriffs gegen die Bilan- zierung der Gesellschaft. Er wünschte eine Spezialisierung des Kontos„Grundstück- und Gebäudewerte". Ferner ersuchte er um nähere Angaben der Zugänge bei Grundstücken und Anlagen. Der Redner wünschte auch Aufschluß über die Höhe der internen Abschreibungen. Er ersuchte um eine Speziali- sierung des Kontos„Effekten und Beteiligungen". Die Zu- samniensassung dieses Kontos hielt der Aktionär für voll- kommen unberechtigt. Weiterhin drückte er die Ansicht aus, daß in den Kreditoren ganz erhebliche Gewinne zurückgestellt worden seien. Ein anderer Aktionär schloß sich dieser Auf- fassung an. Tie Bilanz stelle gewissermaßen eine Reckstsbeu- gung des Aktiengesetzes dar. Der Redner behauptete, daß bei der Gesellschaft eine außerordentliche Tesaurierung betrieben werde. Seines Erachtens seien rund 159 Millionen Mark ver- steckte Reserven bei der Gesellschaft vorhanden. Es habe eine Tesaurierung größten Stils stattgefunden, die auch gesetzlich unzulässig sei. Die Bilanz müsse so erscheinen, daß sie jedem Laien verständlich sei. Der Vorsitzende, Geheimer Kommer- zienrat Hagen, erklärte, es erscheine erwünscht, auf die maßlosen und bodenlosen Vorwürfe der Vorredner möglichst ge- ringe Auskunft zu geben, was ein recht billiges Auskunfts- mittel ist. Die Gesellschaft müßte zur Vollbringuug dieser Aufgaben sehr bedeutende Vorschüsse des Reiches in Anspruch nehmen. Es mußte sogar mit Bankschuld gearbeitet werden. Es sei in der ganzen Bilanz nicht ein einziger Posten vor- handen, der eine Verschleierung bedeute. Bei einer Mstim- mung über die Frage, ob die Anfrage des Aktionärs zu bsant- Worten sei, wurde die Beantwortung mit allen gegen 43 Stimmen von 4 Aktionären abgelehnt. Gegen diese Beschlüsse wurde Protest zu Protokoll gegeben, sodann wurde mit allen gegen 39 Stimmen von 3 Aktionären der Jahresabschluß genehmigt und die Dividende auf 29 Proz. festgesetzt. Die Bestrebungen der Aktionäre sind meist nicht allzu sympathisch. Sie streben Dividendenerhöhungen zu Kurs- treibereien an oder verstecken hinter ihrer Forderung gar nur den Wunsch, ein fettes Aufsichisratspöstchen zu ergattern. Ein ganz anderes Bild bieten die Beschwerden von der rechtlichen und steuerlichen Seite. � Die Bilanz einer Aktiengesellschaft soll wirklich erschöpfend und klar sein, und es ist deshalb ein grober Verstoß gegen den Sinn und den Buchstaben des Gesetzes, wenn z. B. Rückstellungen aus dem Gewinn unter den— Gläubigem der Gesellschaft eingestellt werden, wobei die Annahme vorgespiegelt wird, der für einen bestimmten Zweck zurückgestellte Gewinnteil habe� ein Recht, eine Forderung an die Gesellschaft, nur in diesem Sinne verwendet zu werden. Dadurch werden die rechtlichen Jnter- essen der Aktionäre verletzt, ihr aus der Gesellschaftsbeteiligung entspringendes Recht hinwegeskamotiert und die Oeffentlich- kcit sowohl als die Steuerbehörden über die tatsächlich er- zielten Gewinne getäuscht. Die Verwaltungen verschanzen sich hinter dem militärischen Geheimnis und schalten so die Bilanzkritik ans. die als Gsgengswicht gegen das selbstherrliche Gebaren der Verwaltungen eine öffentliche Notwendig- keit ist._ Die Aussichten der österreichischen Landwirtsck'ast. Unter zahlreicher Beteiligung von Vertretern der Volkswirt- schaft aus dem Deutschen Reiwe, aus Ungarn und aus Oesterreich nahmen gestern die für zwei Tage in Aussicht genommenen Beratungen der mitteleuropäischen WirtschaftZvereine in Deutschland, Oesterreich und Ungarn ihren Anfang. Den Gegenstand der Ver- Handlungen bildet die Frage der Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion in den Staaten Mitteleuropas. Ter ungarische Handelsminister Szterenhi begrüßte die Versammlung namens der ungarischen Regierung und deö unga- rlschen Vereins und sagte unter anderem: Wir werden trachten, unser wirtschaftliches Verhältnis zu Deutschland zu vertiefen, allerdings unt.er Wahrung unserer völligen staat- lichen Selbständigkeit, unserer nationalen Interessen und unserer wirtschaftlichen Selbständigkeit. Der österreichische Ackerbauminister Graf Silva-Ta- r o u c a führte u. a. aus, sein Agrarprogramm, das er vor einigen Monaten im Abgeordnetenhanse entwickelt habe, decke sich voll- ständig mit den Maßnahmen, die hier beraten werden sollten. Bei nnS, sagte der Minister, sind noch ungefähr 2 700 000 Hektar land- wirtschaftlicher Grundstücke meliorationsbedürftig und meliorgtionZ- fähig. Wir hoffen, durch Meliorationen den Bodenwert in Oester- reich um über 2 Milliarden zu steigern und erwarten mit Be- stimmtheit, daß die landwirtschaftliche Produktion um 509 Millionen Meterzentner gehoben werden kann, was einer Hebung des Volk?- «inkommens aus der landwirtschaftlichen Produktion um nahezu 4 Milliarden Kronen gleichkommt. Durch Vermehrung des Futter- baue? wird eS möglich sein, unseren Viehbestand ungefähr um 3% Millionen Stück zu vergrößern. Hebung der landwirt'chast- licben Produktion ist die Basis für den Ausbau unserer Wirtschaft- lichen und chamit vielleicht auch unserer politischen Zukunft. Ter Handel mit Papier, Karton und Pappe. Das Reichsgesetzblatt enthält eine Bekanntmachung des Reichs- kanzlerS vom 17. Mai 1918, nach der der Handel mit unbedrucktem und unbeschriebenem Papier, Karton und Pappe vom 24. Mai ab nur solchen Personen gestattet ist, die mit diesen Waren bereits vor dem 1. Januar 1916 Handel getrieben haben. Ausnahmen von diesem Handelsverbot können unter bestimmten Voraussetzungen von den Landeszentralbehörden bestimmten Stellen gewährt wer- den. Weiterhin wird das Verftignngsrecht der nicht zum Handel mit unbedrucktem und unbeschriebenem Papier, Karton und Pappe befugten Personen, soweit sie mehr als 25 Kilogramm von einer dieser Waren besitzen, insofern eingeschränkt, als sie die Waren nur mit Genehmigung der Kriegswirtschafisstelle für das Deutsche ZeitungSgewerbe verkaufen oder sonstwie weitergeben dürfen. Der Kriegswirtschaftsstelle für das Deutsche ZeitungSgewerbe ist endlich allgemein die Befugnis zur Beschlagnahme und Enteignung von unbedrucktem und unbeschriebenem Papier, Karton und Pappe erteilt. Di« Verordnung will dem in letzter Zeit überhandnehmenden und die Sicherstellung de? behördlichen und allgemeinen Papier- bedarfs gefährdenden Schleich, nnd Kettenhandel durch Personen, die nicht dem legitimen Papierhandel anzehören, wirksamer ats bisher entgegentreten. Immer höher hinauf mit den Weinpreise»! Dieses Symptom zeigte auch die Weinversteigernng in Deidek- beim, bei der die Weingütsbesitzer Gg. Aug. Moßbachcr»nd Jos. Kläyer-Forst eiwa 27 000 Llier 19l7er Weißweine zum AuSgebot brachten. Dcnür wurden 432 240 M. erlöst, das sind d n r ch i ch n> i l» lich 16 Mark für das Lrrer. Für die„billigere" Sorte wurden 10 000 M. pro 1000 Liter bezahl!, für die teuerste(Peckstein Riesling Auslese) 23 100 M. Dieses Bersteigerringsei gebnis beweist, wie glänzend die„energischen Maßncibmcn" der Regiernng zur Be« kämpfung der übermäßigen Weiiiprsissteigerung versagt haben. Bei den riesig verdienenden Kriegsgewinnlern kommt eS zwar auf ein paar blaue Lappen, dre mehr lür den Weingcnus; ausgegeben werden, nicht an. Aber die gelvalii.>e Verteuerung der sogencrmncu Spitzen- oder Oualitäislveine bat die gleiche Wirkung auch auf die früher billigen Konsumweine ausgeübt nnd sie, die trüber in den Wemgegende» Voltögctränk waren, zum LuxuSgelränl gemacht. -rtz. 4?&"V stv i'V'i- st'.?,«4 S Unfall eines Al'gcvrdnetcn. Neisse, 24. Mai. Wie die„Neisser Zeitung" ,»eldet, ist der Landtagsabgeordnete Dr. Zimmer von einem schweren Unfall betroffen worden. Als Dr. Zimmer von einer Vertrauens- männerversammlung in Neisse nach seinem Gut HöuigJdorf fuhr, scheute das Pferd, Dr. Zimmer wurde an einen Baum geschleudert und erlitt einen doppelten Schädelbruch, Rücktritt sinnischcr Senatoren Stockholm, 24. Mai. Wie„DagenS Ntchetcr" auS Helfirrg- fors erfahren, haben die Mitglieder der finnischen Regierung ihr Amt dem Senator Svinhufud zur Verfügung gestellt, und dieser hat Senator K u st i Paasikivi beauftragt, eine neue Negierungzu bilde»; die meiste» Senatoren dürften jedoch bleibe». GewerWWewMng Lohnbewegung bei öcr �ech- unö b!nFer- grunöbahn. Die im Betriebe der Huch- und Unterc>rundl>akin Befttäftigfen Handwerker und Arbeiter gla»Bten aus früheren Aeußerungcn der Direklion die Hoffnung siböpfcn j�u können, dah nach der Erhöhung der Fahrpreise auch die Arbeitslöhne aufgebessert werden würden. Diele Hoffnung hat sich jedoch als trügerisch erwiesen. Die Hand« werker und«rbeiier halten kliulich durch ihren Ausschuß einen An- trag auf Lohnerhöhung eingereicht, aber die Direktion hat diesen Antrag abgelehnt. Sie ist der Meinung, die Löhne seien schon so hoch, daß eine tueitere Erhöhung nicht nötig sei. Allerdings sind die Löhne, die vor dem Kriege ungewöhnlich niedrig waren, während der Kriegsjahre mehrmals aufgebessert worden, trotzdem stehen sie aber erheblich zurück hinter den Löhnen, die gleichartigen Arbeitern in der Industrie gezahlt werden. Gegenwärtig erhallen die Hand- werker einen Anfangslohn von l,2ö M pro Stunde, der nach einem halben Fahr auf l 30 M., nach �wei Jahren auf 1,33 M. und nach vier Jahren aus l.35 M. steigt Die Stundenlöhne der ungelernten Arbeiter betrage» in derselben Abstufung I.Oö M.. 1,10 M., 1,13 M., 1,15 M. In gleicher Weise erhalten die Arbeiterinnen 0,03 M,, 0,69 M., 0,7 l M., 0,73 M. Außerdem werden niouaUichc Kriegszulagen ge währt. Sie betragen für Handwerker 27 M., für Arbeiter 13 M., für Arbeiterinnen 10 M. Daß diese Lohnsätze in der gegenwärtigen Zeit der schwersten Teuerung als ausreichend angesehen werden könnten, läßt sich wirk lich nicht behaupten. In den Kreisen der beteiligten Arbeiter herrscht denn auch ein lebhafter Unwille über das ablehnende Wer halten der Direktion. Eine am Donnerstag abgehaltene stark besuchte De- triebSversainnilung sprach sich dahin ans, daß an der Forderung einer zeitgemäßen Lohnaufbesierung unbedingt fest gehalten werde. Die Versammlung beaunrogte den Arbeiteraus schütz, bei der Direktion eine allgemeine Lohnerhöhung von 25 Ps. für die Stunde ohne Verkürzung der Kriegszulage zu foldcrn. Das Ergebnis des Antrages soll einer späteren Belriebsversamm' luug mitgeteilt werden, die je nach dem Ausfall der Antwort, welche die Direktion den Antragstellern erteilen wird, zn der An- gelegenheil Stellung nehmen soll. cc Schluß,.sollte jeder Arbeiter als heilige Pflicht, ihr nicht anzugehören aber als Schmach und Schande empfinde In weiteren Artikeln werden behandelt: Was hat der Deutsche Baualbeitcrveiband während des Krieges geleistet? Wie werden die Preise und die Löhne in Zukunft sein? Stcue: lasten der Zuliinft. Die Lage der deutschen Arbeiter nach dem Kriege. Was haben die Gewerklchafien nach dem Kriege zu tun? Die ganze Nummer ist mit io viel Sorgfalt und Fleiß zu- sammengestellt und ihr Inhalt nimmt so eindringlich Stellung zu den die Arbeiterschaft beengenden Fragen der Gegenwart und Zu- kunsl, daß man sie geradezu alz ein Musler für agitatorische und ausmärende Arbeit bezeichnen kann. Ein Tcrrorismusschwindel wurde kürzlich im„Bund', dem Organ der Berliner Gelben, und in der«Arbcügeber-Ztg.' lang und breit erörtert. Danach sollte einem in der Wcrkzeugdreberei der Botch-Werke in Stuttgart als Hilfsdreher anzulernenden Kriegsinvaliden übel mitgeipiell worden fem, w?ik derselbe km Verdacht der Mitgliedschaft deS gelben llnter- stntzungsvereins gestanden habe. Morgens, mittags und abends hätten Mitglieder des.roten Verbandes' den Mann im Waich- räum gestichelt und gehänselt. Die Vorwaltulig in Slnilgorr des Deutschen Metallarbeilerverbandes bemerkt zu dieser Darstellung des Bundes: Em Kriegsbeschädigter namens L. wurde im Hauptwerk zu Sluliaart als Hilssdreher angelernt. Alle Mitarbeiter nahmen sich seiner an, wie das bei Arbeitern selbstverständlich ist. In besonders aufdringlicher Weüe tat dies ein Mitglied der Gelben. Man merkte es diesem„Liebesdienst' an. daß er nicht uneigennützig erioige, daß vielmehr andere Absichten damit der- bunven waren. Jnsokaedesien fiel im Waschraum eines Tages die Frage:„Na. L., haben Dich die Gelben schon eingeiangen?' Hieran knüpften sich Hänseieien. Welcher Art dieselben waren' gebt daraus hervor, daß erst ein gelbes Arbeiterausschußmitalicd namens B. den Knegsbeschädigten dazu bewegen zu müssen glaubte, die Sache der Betriebsleitung zu melden. Durch dieses Arbeiteransschußmitglted erfuhr nunmehr auch der Vorsitzende der Gelben davon. Und dieser hat die Sache dann für den.Bund' zurechtgedreht. Wir haben keine Ursache, das Vorkommnis, das in durchsichtiger Absicht auigebanschl ivorden ist, irgendwie zu bemänteln. Die Be- teiligten, vier bis sechs junge Äi bester im Atter von 13 bis 20 Jabren, heute längst alle zum Heeresdienst etnaerückl, aehörlen weder unserem Verband noch einer anderen ireien Gewerkschaft an, Aber wir wollten den Schwindel durch Richtigstellung des Sach- Verhalts brandmaiken. Bon einer Weitervenolgung des Falles ist UNS bis jetzt nichts verlautet worden. Sollte die Absicht bestehen, derartige Falle und schlimmere zn verfolgen, so möchten wir den Gelben saml ihren Brüdern im„Bund' und in der„Arbeitgeber- Zeitung' folgenden sehr schlimmen Fall von Terronsmns bekanntgeben: • Ein Kriegsinvalide namens K. W, im Haupiwerk der Firma Robert Bo'ch mußte beim Meister R. an verichiederen Drehbänken Spänebleche anbringen. Zivische» dem Kriegsinvaliden und dem Einsteller M. keinem Mitglied des gelben Werlvereins bei Boichl kam es zu einem Wortwechsel, in desien Verlauf der Gelbe den Kriegsmvaliden tätlich angnff und mißhandelte. Diese Mißband- lung, von der die Firma Boich weiß, die sie aber nicht durch Ent- lassung des Prügelbelden gesühnt hat(er war ja einer der lieben Gelben), machte de» Kriegsinvaliden über eine Woche arbeits- unfähig. Was sagen.Bund' und.Arbeitgebn-Zeitung' dorn? Sollte weiteres ätiniiches Material zur Bersolgnng der Terroristen gewünscht werden, so stehen wir gern zur Verfügung. Die Nrabstimmung Im Verband der Fleischer hat mit über- wältigender Mebrbeit die Annadme der vom Voistand vorge« schlagenen neuen Beitrags- und Umerstützungsvorlage ergeben. Von den 2551 Mitgliedern, die am 31. März d. I. im Verband vor- Händen waren, beteiligten sich 1473 an der Abstimmung; davon stimmten 1241 mit Ja, 234 mit Rein. Außerdem hatte der Vorstand Svg Stimmzettel an Mitglieder im Heeresdienst versandt. Davon wurden 440 Stimmzettel ans- gefüllt zurückgesandt. Es stimmten 4 3 3 mU Ja und 2 mit Nein. Wenn von den 300 St mmietteln nur 43 Proz. eingingen, io liegt das zumeist an der lurz bemessenen Frist und an den Postverhält- nisten im Heere. Die nunmehr beschloffene Neuregelung tritt ab 1. Juli d. I, in Kraft. SoHw.Zes. Noch einmal die Wohlfahrtsämter. Vom Amenamt in Frankfurt a. M. schreibt man unS: In Nr. 35 hat der.Vorwärts' über die geplante Errichtung eines Wohlfahrtsamtes in Frankfurt a. M. berichtet. Seitens der Stadt- Verwaltung in Magdeburg wird am 28. April ein Erstgeburtsrccht in den Wohlfahrtsämtern in Anspruch genommen. Es ist richtig, daß manche Städte mit der Errichtung von Wohlfahrtsämtern Frankfurt a. M. vorausgingen. Diese früheren Wohlfahrtsämter sollten der Zusammen'asiung der verschiedenen Zweige der pri- baten Fürsorge und Wohlfahrtspflege dienen und außerdem den Ausbau der Gesundheitssürsorae betreiben. In dieser Richtung ist daher die Frankfurter Gründung keine Neuerung. Grundsätzlich aber unterscheidet sich das Frankfurter Wohlfahrtsamt von allen bisherigen durch die Einbeziehung der ösfentlichen Armenpflege. Während die anderen Wohlfahrtsämter einen Ilebcrbau über die öffentliche Armenpflege mit ihren gesetzlich vorgeschriebenen Mindest- leistungen darstellten, umfaßt das Frankfurter Amt diese mit. Diese Neuerung bedeutet, wie in dem„Vorwärts'aufsatz mit Recht er- wähnt ist. eine Umwälzung nie das gesamte Fürsorgegebiet. Die grimdsätzltchen Erwägungen, die zu dieser Gestaltung führten. Ware» folgende. Die Kriegswohlfahrtspflege, Kriegsfürsorge- und Kriegsfolgen- Hilfe(Kriegsbeschädigten- und Kriegshinterbliebenenfürsorge) haben mit ihrer von den Zentralbehörden ständig geforderten Abgrenzung von der öffentlichen Armenpflege zu einer Zweiteilung von Unter- stützungen geführt. Drei Möglichkeiten bleiben für die Zeit nach dem Kriege 1. Alle Unterstützten fallen künftighin der Annenpftege zur Last. Dieser Weg erscheint aus sozialen Gründen ausgeschlossen. 2. Die Trennung zwischen den Empfängern von Armenunter- stützung und von aus der Wohlsahrtssürsorge Unterstützten wird vereinigt. Nach welchen Gesichtspunkten soll aber diese Trennung durch» geftihrt werden? Der Krieg als Ursache der Notlage wird sich nach seiner Beendigung immer schwieriger mit Gewißheit feststellen lassen. Zwischen verschuldeter und unverschuldeter Notlage zu unterscheiden, ist in der Praxis unmöglich. Jede Scheidung, insbesondere die nach dem Kriege als Ursache, bringt Härten und Ungerechtigkeiten gegen diejenigen, die unverschuldet der Amenpflege zugewiesen werden. 3. Sämtliche Pfleglinge werden einem Wohlfahrtsamt unter- .stellt, bei dem die Armenpflege einen Einzelzweig der Gesamtauf- gaben bildet. Dielen Weg hat Frankfurt a. M. beschritten und damit eine vollständige Neuerung herbeigeführt. Es ist zu hoffen, daß hier- durch eine soziale Hebung der Arnenpilege erreicht wird, die uns für den Aufbau nach dem Kriege dringend nottnt. Allerdings wird die Zuweisung der Armenpflege zu einem Wohlfahrtsamt allein dies nicht zu vollbriaen vermögen. Helfen muß ein sozialer Geist. der bei den Beamten dieses Wohlfahrtsamtes walten soll und der Fortfall aller Nechtsmindcrungen, die mit dem Bezug von Unter- stutzungen, auch wenn sie kein Amen-, sondern ein Wohlfahrtsamt auszahlt, verbunden sind. In diesem Sinne hat sich bereits eine öffentliche Versammlung der an der Armen- und Wohlfahrtspflege beteiligten Kreise in Frankfurt a. M. ausgesprochen und an den Land- und Reichstag ein Ersuchen gerichtet, alle rechtsmindernden Folgen, die cur den Bezug von Armenunterstützung geknüpft sind, zu beseitigen._ Der Hausbesitzer und die kinderreichen Familien. Die Wirtschaftliche Vereinigung der Berliner Grundbesitzer» vereine hat an die Landesveriichernnasanstalt Brandenburg eine Eingabe gerichtet, in der es heißt:„Es soll im sozialen Interesse dafür eingetreten werden, daß bei der Hergabe von hypothekarischen Darlehen aus der Kasse der LandesversicherungSanstalt dieienigen großstädtischen Hausbesitzer, welche in ihren Häusern kinderreiche Familien durch ausreichende und einwmidfreie Wohnungen ver- sorgen, bei der Bemesfting des Zinsfußes und der Beleihungsbedin- gungcn in derselben Weise zu berücksichtigen sind, wie das gegen- wärttg bei den gemeinnützigen Baugenossenschasten und den Her- stcllern von kleinen Häusern, also Ein- und Zweifamilienhäusern, gehandhaht wird." Der großstädtische Hausbesitz erhofft, daß durch Berücksichtigung der Eingabe die Versorgung kinderreicher Familien mit ausreichenden Wohnungen gefördert und den Angriffen und einseitigen Verallgemeincrunaen von Mißständen auf diesem Ge- biete im Interesse des sozialen Friedens und des schwerbedrängten HauSbesitzes der Boden entzogen werden könnte. Die Frgnsnarbcit in der englischen Mimitionsindussrie. Der parlamentarische Sekretär des Munitionsministeriums Kellaway teilte in der Ausstellung für Frauenarbeit in London mit. daß im Juli 1914 200000 Frauen in der Miinirions» industrie beschäftigt waren, während jetzt eine Million in diesen Betrieben arbeiteten._ �ugenöveranftattungen. TchSnebcrg. Arlieltersnaend. Sonntag: Spiclabcnd. Ansang 7 llbr. M i I t w o ch: Untciiiaiiungsabcnd. Ansang 3 Uhr. Gäste sind bei allen Veranstaltungen will'oinmen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 23.. vomittagS 9 Uhr, Pappel-Allee 15)17; Ncutölln, Fdealkasino, Weichselür. 8: Oberschöne« weise,'lVilhelmiiienhoistr. 43 bei Pump:„Freireligiöse Vorlesung."— IO1/. Uhr Slicinc Frankimter Sir. 6, Vortrag von Herrn Ernst Dnumig: Wanderungen durch die Kirchcngeschichte. XVIll. Staalskiiche und KapUa- USmuS. Gälte willlommen. Beraatwortiich für Poliiik i Erich guilner, Verlin: für den übrigen Teil des Viatles: Als red Scholz. Neulölln: für Anzeigen Theodor Glocke, perlin. Verlag: Porwärts-Verlag W. m b. H., Berlin. Druck. Vorwürls-Buchdruckerei und Beriagsansini! Paul Singer u. Co. in Berlin. Lindenltra&e 3. Hierzu 1 Betlooc und Unierhalmulisvlait. Dirokrion Max Heinhardt. OeutMche» Thentirr. 7"/,: i'ohäns Bimtseimli. Si amrn erspiele. 8 Ulir: Satimrun. Volksbühne. Theater am Bülowplatz. tJnterpTumib. Sohönh. Tor. 71/,: Ein Scmmcpnachtstraum, Tlieäterües Wesleus Allabendlich 71/, ÜTir: leopoliiins Konstaniin m M Tänzerin. Theater inKöni(tgratzer Str. 'IßUhr: Wie SoSiwostern und der l<>eni(2c. KomOdienhaus »1,8 Uhr: Die Karin. Berläszer Theater T'chü,: BUtaiblanes ßint. teter der Frieirielistailt Ecice Friodrich- u. Linien»tr. Nord. 8650. Täglich 78i4: Fa&nills Hantiemasui. Hans iunlcermann,*. MSIleadorft Alico Torning, Richard Georg Paul Göbel dar Urkomische ehester Oieck iixotiaohor Kadiahrakt sowie der große Mai-Spislplan! Theater iür Sonnabend, 25. Mai. Central-Theater "Vi uhr. Die CsÄMin. Deutsches Opernhaus 7 vhr.- Zsp ooil Vmmm Friedrich-Wilhelmst. Theater 7V,ühr: üäS ÜTESS Kleines Theater 7»/4Uhr: Kante. Komische Oper TV-: SctiwarzwalWeL Morgen 12 U; Die goldene Eva. Morg. 3'/, U: Die KinokSnigin. Metropo!-Theater uh'�Gie Ense m SteiM Neues ßperetientiaus 7� uhr: Der Soliiat der Marie. I.nstsplclhans 7»/. Uhr: DieblondBDläüelst.LinilenhM Keslclenai- Theater Ti.uhr: Der junge Zar. Schiller-Theater O vi, uhr: Der Revisor. Schlller-Th. Chart. uhr: Der letzte Funke. Thalia-Theater Röster lierÜisaileaLiaile Theater am Noliendorlplatz 31/. Uhr; Das Gefiinsrni». 7 Uhr; �kijiciöißßm Wlnteriärtea-Gastspiel der Komischen Oper. Ab 1. Juni 8 Uhr: Ohne Känncp— kein Vergnügen Der f5; 3S ein feld- graues Spiel Eationai-Theaiep. Cöpenicker Str. 68. T&gl.»/,8. Der große Ilrkoiz- t M ans'® Si esn. Musik: Walter Bromme. .im tL?- 25 L- Wi Täglich 71/, Uhr: Das gro o Cireus-ProgFaiuni und zum Schluß: mit den lusiigen TVcs-ersieenen I 7'!, Theator Friedri Nur noch Psasl BeoE-ss�s Deutschlnnds gp bester Komiker sowie Iii erste VarietA-Atlraktionen Sonntag 31 Uhr jeder f i' irni'HS Hunde an die �ront! Bei den ungeheuren Kämpfen an der Westfront baben die Bunde durch härliteS Trommelieuer die Meldungen aus vor- dersler Linie in die rückwärtige Stellung gebracht. Hunderten unserer Soldaten ist durch Abnahme des Aleldeganges durch die Erveaehz. rt r e. e. Tl-jgiwn-TkeZter ghi.Erisdrioh5tr.l5tr 4927.2391 'ltfi Zum 265. Male; Der I------- 1«1 water 7*, r'.J• unfercr Soldaten iü durch Abnahme des Meldeganges durch die ich»t. Äitzt I Meldehunde das Leben erdalten worden. Militärlich wichiige 'h I fgse' � i Meldungen sind durch die Hui, de rechtzeitig an die richtige Stelle gelangt. Obtoobl der Nutzen der Metdebnnde im ganzen Lande be» kannl ist. gibt es noch immer Besitzer von kriegsbrauchbaren Hunden, welche sich nicht enllchl egen tönncri. ihr Tier der Armee und dem Vaterlande zu leiben I ES eignen sich der deutsche Schäierbund, Dobennann, A>re- dalr.Tcrrrcr und lllottweiiei, auch Kreuzungen aus diesen Nassen, die schnell, gesund, mindestens l Jahr all und von über 50 em Schnlicrböhe sind, ferner Lconbergcr, Ncusundiändcr, Bern- baidiner und Doggen. Die Hunde werden von Fach» dresseuren in Hundcschuicn ausgebildet und im Erlebenssalle nach dem Kriege an ihre Besitzer znrückgegebeir. Sie erhöhen die denlbar sorgsamite Pflege. Sie müssen kostenlos zur Betfügung aciielli werden. 21 n alle Besitzer der oorgenannten Hunoerassen ergebt dabcr nochmals die dringende Bitlc: Stellt Eure Hunde in den Dienst des Vaterlandes! Die'Anmeldungen für die KriegS-Himde-Schnie und Melde- bundichulen sind zu richten an die Jiiiveilion der Nacknichien« lruppcn. Berti n W. Kurlünlendanim 152. 2161. Meidebunde. 1 Kind frei! Walhaila-Theaier. Vi, Ubr: Dozmttticl'chen. Rose»Theater. vi, Ubr: Mi Eartenbühne 7 ff» Ubr: Lr Revue. Tägrlich 71/, lihr abends Morgen Sonnlag L Aufführungen: 31;, und 7*1, Mir Palast-Theater em Zoo Von d. Cberbauinbriicke-Falltensteinstr. bis auj weiteres jeden Sonnlag B u'Z'l, Uhr Daeli leu-üeniigsiiopi üJoiiefsil.Setiieose Reederei Kieck, Foickenileinstr 48. Telephon: Atel 8197. nssenmer. Wüst, Kaisor-Titz.Bildt, Klink Heute ff, 4. kl. B.: Cornröschen. Sonnt.'(,4 kh Pr. Gespenster. Casino-Theater 37. Tägl.',.8 U. kurze Zeit Faniüicnbild Traum. Lolbringer Str. Stur noch daS bellerc Annans Dorber erttkl. Tveztaliiüien, u. a. Brocks& sonnt. 4 Ubr; isriiiF Miller Kailanienallec 7— 9. Täglich 4ff, Ubr: W VLlksütZxgmeler. iSrotzc Posscn-Reouc in 6 Bildern o. Max Horst u Harry Sän eyer. Dazu: die groSarl Speziajliülan : Coksi, Scheele. Maienzauber. He Eilerei Kaliot L Hemer Da(ah*wrnE5ba" W' a isenb rücke. Bis auf| g uiy.. TeUOjtZ(Tornows Idyll) , weit ied.* Sonntag' J 8 ff. und s Uhr liraMpenoUNA. Jeden Sonntag: sssilli8t!s!'�izn?erl u. Lzis?!a!i!Zlell. izochenloxs lägl. Kasfer Konzerl. Anlang 3 Ubr. Einirill srei. Saal u. Souimerbühne m gr. schattigen i.Sirieii sür Vereine und EeleUichancii noch zu vergeben. Kaffeetstchel Schw i izergarten Am Königstor Am Friedrichshain iitt-ZS. Brötzter und schöniter Natur. garten Berlins. Uedcr 5000 Sitz» Plätze. Saal sür liXXI Pcrioiien Täglich: Konzert. Theater. SvezialitäteiivorsteUuiig. Anfang WochcnlagS 4 Uhr. Sonntags 3 Uhr. Zahnge&isse, Tttati«, Kr. 7,60, Ketten, billige, Bestecke kauft fmu Vt'agKcr, Kaiferstr. 18 1(Alejauderplatz). 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