Vevlrnev Volksblerk;. der fostaldem ohrati fchcn Parte» Deutfcblands. Cl0Pf@»»BiSg") Anzeigenpreis» DieNebengespaUeneKolonclzcilekoNet 80®ig.„Slleine iünzeigcu", das fcttgcbruatc Worl 3ü Pig.(zulässig 2 jettflcbnicftc äiiorte), lebe# weitere Worl 15 Stellengesuche und Schlalstellenanzetgen das erste Wort 20 Pig„ zebes weitere Wort 10 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen sür zwei Worte Teuerungszutchlng 20«/» Familien-Anzeigen, politische und gewerüchastuche Lereins- Anzeigen 50 Big die Zeile. Anzeigen iür die nächste Auminer müssen bis Z Uhr nachmittags im Hauptgeschäft Berlin 6äS.68, Uindenstrahe S, ab regeben «erden. Geössnei von 8 Uhr srüh bis 1 Uhr abends. Reöoftien: ctD. 68, Linöenstrahe 3. Pfcrnilircrtier. ilrat Mortvviai», Nr. 151 9i1— 151 97. Sonnabend, den 1 Juni 1V18. �xpeSidon: EW. 68, Linöenstraße?. »rrasprecher: kimt MorittvIaN. Nr. 151 SV— 151 97. Dr. 148. SS. Zahrz. BezngSprei», BiertelsSbri. iJtD MI. monofl. 1.50 Ml. ei ins Haus, voraus-abibar. Sinzewe Ummern 10 Big Postbezug: Monat- Irch ILO Mb Unter Kreuzband sür Deuttchland und Oesterreich- Ungarn ü,— Ml, für das übrige Ausland 4,50 ML monatlich Berland ins Feld bei direlter Sefiellung monatt. ILO ML Bostdeitellungen neomen an Däne- Marl. Hollano Luxemburg. Schweden und die Schweiz. Eingetragen in die Post-Zeitungs-Preislist«. Erich-mi täglich. rrtegramm. Abrrss»! .So,taldcrnotrur«rrltir». �entralorgan Tos Novo» bis Keims io Der Kusg!e!ch öer verkürZten Sroteation. Berlin, 31. Mai. Der LcbcnSmittelverband Gros?- Berlin hat in seiner Sihunn vom 31. Mai beschlossen, im Zeit- räum von Mitte Juni bis Juli 1400 Gramm Nährmittel auf die allgemeine Lebensinittcllarte an dix Atlgemrinbrvölkcrung auszugeben; hierin ist der Ausgleich für die Verkürzung der Brotration miteuthaltcn. Im gleichen Zeitraum werden ans die Jugendlichcnkarte 250 Gramm Nährmittel zur Änsgabe gelangen. DieVerantVortüchkeitenöerflisnesthkacht Interpellation in der französischen Kammer. Bern, 31. Mai. Ter Teputierte Bonnrt brachte gestern in der Kammer einen Intcrpellationsantrag über die Vcr. antwortlichkeitcn der Aisncschlacht ein. C ach in bean ragte eine Besprechung der allgemeinen Lage. Frieöensossenstve! Während des Ganges einer Offensive pflegten bisher die alldeutschen Blätter jedermann in Acht und Bann zu er- klären, der nur das Wort-.Friede" auszusprechen wagte. Umsomehr muff es auffallen, daff gerade jetzt das führende Organ der preuffischen Konservativen, die.Kreuz-Zeitung", in einem sehr ernst gehaltenen Leitartikel die Regierung zu einer F r i e d e n s o f f e n s i v e auffordert. Gerade wegen des günstigen Standes der militärischen Dinge hält die „Krenzzeitung" den Augenblick für geeignet. Die„Kreuz-Zeitnng" macht nun allerdings sehr nach- drücklich darauf aufmerksam, daff die von ihr gemeinte Friedensoffensive ganz verschieden sei von der Form der .übel beleumundeten und kläglich geschei- terten Friedensangebote". Wenn sie aber den wesentlichen Unterschied darin erblickt, daff Deutschland seine konkreten Hauptforderungen, namentlich seine Hauptkriegsziele gegen England öffentlich bekanntgeben sollte, so können wir hier sofort bemerken, daff gerade dies von Anfang an die Forderung aller wirklichen Friedens- und V e r st ä n d i g u n g s- freunde gewesen t st. An dem Dezember- Friedens- angebot von 1916 hat die Sozialdemokratie stets auf das schürsstc getadelt, daß es keine konkreten Friedensbedingungen enthielt, sondern an ihre Stelle die allgemeine Wendung von dem„iür alle Teile ehrenvollen Frieden" setzte. Wenn daher der Artikel der.Kreuz-Zeitung" immer wieder.eine fach- lich faffbare konkrete Formulierung unserer Hauptforderungen" verlangt, so kann sich in diesem Punkte auch der wirkliche Friedensfreund mit der.Kreuz- Zeitung" vollkommen einverstanden erklären. Der Satz der„Kreuz-Zeitung": .Nur eine naive in der Vorstellungswelt überholter politischer Methoden stecken gebliebene Auiiasiung wird behaupten können, daß wir durch die Bekanntgabe unserer Kriegs» ziele un'ere Karten aufdecken." hat in ähnlicher Form schon deS öfteren im.Vorwärts" ge- standen. Unsere Differenz mit der„Krcuz-Zeitung" beginnt erst da, wo es sich um den sachlichen Inhalt der von der Regierung bekanntzugebenden Kriegszielc handelt. Zwar drückt sich die.Kreuz-Zeitnng" hier vorsichtig aus, indem sie schreibt: Die Formulierung dieser Forderungen ist leicht und ihre Berechtigung einleuchtend, wenn sie heraus- gearbeiiet werden aus den notwendigen Grundlagen der unS zustehenden ungestörten ZukunftS- existenz, und�nicht aus den jeweiligen Ergebnissen der Kampfhandlungen oder, was noch schlimmer ist, aus der zag- hailcn Siücksichinahme, auf die Jongleurkuiisistücke der seintlichen Pdraieologie. Unser eigener VorLerl verbietet unS, andere Forderungen zu stellen, als dre Siche- rung u Ii serer Leben sinie reffen und die glatte Beseitigung der Kriegs schaden verlangen. Wir lönncn nach dem Kriege nicht allein leben, denn unier Täligkeils- seid ist die Welt, und datier wollen wir eine Verständigung, die unieren Forderungen gerecht wird. Wenn man das liest, klingt es wenigstens zum Teil ganz annehmbar. Aber aus der Praxis weih man ja nun zur Gc- nüge, was gemeint ist. wenn unsere Alldeutschen von den »Grundlagen unserer Existenz" reden. Dazu gehören noch alldeutscher Auffassung, abgesehen von der gewaltigen Kriegs- entickädigung. die von der„Kreuz-Zeitung" amtlich direkt ge- fordert wird, die Erzlager von Longwy-Briey. die flandrische Küste, das Siedlnngsland in West und Ost und noch ein Dutzend..Grcnzsicherungcn" aller Art, von dem Kolonial- reich in Afrika usw. ganz zu schweigen. Deshalb läuft die Aufforderung der �lreuz-Zeitung" letzten Endes daraus Die Marne südlich Före-en-DardenoiS erreicht— Heftige französische Gestenangriffe niedergekämpft— Vorstoß über Cifc und Ailette— Westlich Reims �rtsstewinn auf dem Südufer der V�le — lieber 45 000 Gefangeue, über 400 Geschütze. Berlin, 31. Mai 1918,»bend«. Amtlich. S!n der Front von Noyon bis West- lich von Reims ist unser Angriff in gutem Fortschreiten. Amtlich. Sreße» H«»»tq»«rtier,81. Mai 1918.(W. T. B.> Westlicher KricgSschanPlatz. Heeresgruppe Kronprinz Siupprecht. ArtillrrierSmpfe wechselnder Stärke. Kleiner« Infanterie- gefechte. Heeresgruppe Deutscher kronpetn». Dem von der Ailette-Front südlich der O i s e weichenden Feinde stieffen wir über die Oise und Ailette scharf nach and gewannen die Linie B r e- tignq— St. Paul— T r o s l y Loire. Nördlich der Nisue warfen wir in stetem Kampf den Feind über Bienxy— C h a v i g n y zurück. Südlich von S o i s s o n s führte der Franzose Kavallerie nnd Infanterie zn heftigen Gegenangriffen vor. Er wnröe von unserem Feuer vernichtend gefaßt nnd geschlagen. Wir habe« die Straße Soissons— HartenneS überschritten. Die in Richtung ans Före-enTardenois von Süd- Westen über die Marne und»o» Südosten her heran- geführten französischen Divisionen vermochten trotz ver- zweifelter Gegenangriffe nirgends unseren vorwärts- drängenden Korps erfolgreichen Widerstand zu leisten. Rückwärtige Stellungen des Feindes bei Arth nnd Grand R o z o y wurden durchstoßen. Südlich p» u Före-en-Tardenois haben wir die Marne erreicht. Die Höhen bei Chainpvoisy, St. Gemme und Nomigny sind in unserem Besitz. Auf dem Südufcr der BcSle westlich von Reims wurde« Germigny, Gueux und Thillois genommen. Eefaogencnzahl and Beute sind ständig im Wachsen. Mehr als 45 000 Gefangene, weit über 400 Ge- schütze, Tanseude von Maschinengewehren. Der Erste Grneralqnartirrmekster. Ludrndorff. hinaus, den günstigen Moment einer fortschreitenden Offew sive zu benutzen, um die deutsche Regierung dauernd auf ihr annexionistisches Programm festzulegen. Nichtsdestoweniger nehmen wir den Ruf der „Krcuz-Zeitung" aus. Auch wir perlangen von der Negierung eine Friedensoffensive. Auch wir ver- langen von der Regierung sofortige Bekanntgabe ihrer konkreten Kriegsziele. Aber wir verlangen, daff diese Kriegsziele materiell der zn Anfang des Krieges gegebenen feierlichen Versicherungen entsprechen:„UnS treibt nicht Eroberungslust". Wir verlangen, daff die von der Regierung zu veröffentlichenden Kriegsziele der- art sind, daff sie wirklich sofort zum Frieden führen können. Das bedeutet: Während die militärische Offensive im Westen unseren Feinden nun hoffentlich endgültig die Ueberzengnng beibringt, daff alle Hoffnungen ans eine Niederwerfung, ans einen Zusammenbruch oder inneren Zerfall Teutschlands vergeh- lich sind, soll die diplomatische Offensive sie gleichzeitig überzeugen, daff sie von einem siegreichen Deutschland keinerlei Be- drückung, Vergewaltigung oder Abtrennung nationalen Gebietes zu erwarten haben. Der Artikel der„Kreuz-Zeitung" schlicht mit dem Satz: Wer nur das Schwert sprechen lassen will, sieht das Aus- maff dieses Krieges zu klein und hat kein Verständais für seine politischen Forderungen. Auch das unterschreiben wir. Die militärische Offensive allein bringt den baldigen Frieden nicht. Sie bringt ihn in Verbindung mit der diplomatischen Friedensoffensive, aber� nur unter der Voraussetzung, daff diese im Sinne des! Verständtgungssriedeus gehalten ist. Das Stahlbaö. Als vor nunmehr fast vier Jahren die Weltkatastrophe über uns hereinbrach.�gab es kriegsbegeisterte Propheten, die von einem ethischen„Stahlbade" zn künden mufften, in dessen Jungbrunnen die durch die überlange Frtedenszeit erschlaffte und versumpfte Moral des deutschen Volkes genesen sollte. Seit dem 4. August 1914 haben wir nun die Segnungen dieics Bades mit stetig wachsender Kraft ans uns wirken lassen und der Erfolg ist ein sittlicher('iesundheitszustand der deutschen Bevölkerung, über den die Tabellen der Kriminal- statislik überzeugende Berichte geben. Diese erzählen uns von der ständig steigenden Zahl der Roheitsdelikte und der schweren Eigentumsverbrechen, und ein Blick in jedes beliebige Zeitung?- blatt bestätigt die unheimlich wachsende Fülle der Raub- anfülle und Einbruchsdiebftähle in den Städten wie auf dem Lande. Straff organisierte und methodisch arbeitende Räuberbanden gefährden dauernd Leben und Besitz der sogenannten ehrbaren Bürger. Aber auch die Ehrbarkeit dieser letzteren hat einen sehr merkbaren Knax wegbekommen, und zwar ist hier die Ein- Wirkung gerade des„Stahlbades" direkt nachweisbar. Wir fürchten nicht, irgendein staatsgesährdendes Geheimnis auszu- plaudern, wenn wir die Tatsache verkünden, daff es gegen- wärtig nur noch sehr wenige deutsche Ncichsangehörige geben dürfte, die sich nicht in irgend einer mehr oder weniger be- dcnklichen Form gegen die bestehenden Regierungsverord- nungen und Gesetze vergangen und unzweifelhaft strafbar ge- macht haben. Vom schlichten städtischen Hamster, der mit dem Rucksack bewaffnet seine sonntägliche Er- und Einholungs- fahrt auf die Dörfer antritt, dem Schnhhändler, der nur gegen die„freiwillige" Hergabe eines Pfundes Butter seine widerrechtlich verborgen gehaltenen Schätze offenbart, von der stolzen Rittergutsbesitzerin, deren Hühner nur noch Eier zu einer Mark das Stück legen, von der Frau Oberleutnant, die die von ihrem Herrn Gemahl aus dem Felde gesandten Lebensmittel zu Liebhaberpreisen verschärft, bis zu dem unübersehbaren Heer der Schieber, Schleichhändler, Wucherer und Fälscher mag es ein weiter und nuancenreicher Weg sein— aber das Eine gilt durchweg: sie haben alle etwas auf dem Kerbholz. Sie haben alle Taten ausgeführt, deren sich die Mehrzahl von ihnen noch vor vier Jahren in tiefster Seele geschämt hätte. Daff dieser allgemeine Niederganz der Moral und des — wie man früher sagte— bürgerlichen Anstandsgefühls eine unmittelbare Folge des Kriegszustandes ist, wird nie- mand bezweifeln wollen. Es ist möglich und wahrscheinlich, daff diese Schäden nnd Gebrechen des sozialen Körpers in dem Augenblick geheilt sein werden, wo normale Zustände wieder Platz greifen und die Motive zu den Entgleisungen beseitigt sind. Wir sind sogar fest davon überzeugt, daff die Mehrzahl derer, die heute voller Gewissensqualen Butter aus dem Kopfe haben, von dem Tage an, da sie die Butter ohne Gewisscnsqnalen auch wieder in der Speisekammer haben dürfen, mit aufrichtiger, ungeheuchelter Verachtung auf die armseligen Sckächer herabblicken werden, die, um ihren Hunger zu stillen, sich eine Gesetzesübertretung zu schulden kommen lassen. Die bürgerliche Moral wird nach Fricdens- schluff wieder in Haus und Familie Einkehr halten nnd sich sehr rasch zu der früheren erquickenden Vlütc entfalten. In anderem und wesentlich bedenklicherem Lichte er- scheinen die Folgen des Stahlbades, wenn wir seine Wirkungen auf die heranwachsende Generation in Betracht ziehen. Der Vater steht seit Jahren im Felde, die Mutter ist in der Fabrik beschäftigt und die Kinder sind noch viel mehr sich selber überlassen, als sie es m Friedens» zeiten waren. Aber auch diejenigen, die ein glückliches Los getroffen hat, deren besser siiuiertes Heim sich, was Pflege, Obhut und Aufsicht anbelangt, von den früheren Zeiten nicht wesentlich unterscheidet, sind den vergiftenden Einflüssen der oben geschilderten moralischen Atmosphäre ausgesetzt, in der sie ihre Jugend, die entscheidenden Jahre der Charakterbildung, verleben müssen. Sie verfolgen mit neugierigen Blicken, was rings um sie her geschieht, und müssen gewahren, daff Macht allenthalben vor Recht geht und Unrecht tun nicht mehr als Sckande gilt. Werden diese Eindrücke und Einflüsse sich eben- falls mit Eintritt besserer Zeiten so leicht verwischen lassen? Das ist eine Frage, die heute jeden beschäftigt, dem die Zu- kunft unseres Volkes am Herzen liegt. lieber die zunehmende„Verwahrlosung" unserer Jugend ist schon viel gesprochen und geschrieben, und in den letzten Tagen hat sich auch die Synode Berlin-Stadt I mit dem Thema auf ihre Art beschäftigt. Vonseiten der Geist- lichen, der Lehrer und kirchlich gesinnter Laien wurden lebhafte Klagen angestimmt. Man führte Beschwerde darüber, daff zügellose Mädchen bunte Studcntenmützen tragen, daff bei den Ausflügen derWandervögel-Vereine jugendliche Personen beider- lei Geschlechts nicht selten zur Nachtzeit gemeinsam im Walde kampieren und daff sich sogar Jugendklubs gebildet haben, die in eigens für diesen Zweck gemieteten Räumen Festlichkeiten i'' Ttcn. Einen besänftigenden Trost freilich suchten einige -. Herren Synodalen aus der Tatsache zu ziehen, das; �buntbemühten jungen Damen meistens keine höheren 'chleriimen und die inki iminiertcn Wandervögel keine ztigen bürgeilichcn Wandervögel seien. Es bandle sich da- l— hies; es—„iv o I) l in ehr um M u n i t i o n s- e b e i t e r und< a r b e i t e r i n n e n". Und nun ergossen ch biltere Vorivnrfe über die— DUiiiärbehörde, die so un- >»risilich hohe Löhne in ihren Vetiivben zahle und dadurch > nch die brave Privatilidüslrie zwinge, ihren jugendlichen Ar- heitern seufzend die Mittel zu e»ein Prasser- und Luderleben zu bewilligen. Als Heilmittel a. gen alle die Schäden wurde ein kräftiges En oreiien der Polizei eniyfohlen und einer der Herreu inackle soggr den li oisclnag. tie Schutzleute sollten kurzen Prozcs; machen, in solche Gesellschaften gewalt am ein- dringen und die Teilnehmer„versohle n". Das Urteil über diese Art der.strilik und diese Neforin- Vorschläge können wir getrost unseren Lesern überlassen. Zweierlei aber möchten lvir doch hinzufügen. Wenn die heutige Jugend, deren Leben im allgemeinen freudlos genug ist, das Recht auf ein wenig Zerstreuung und Amüsement für sich in Anspruch nimnit— und um weiteres handelt es sich in den von der-Synode crölierten Fallen nicht— so gestehen wir offen. daß uns die arbeitende Jugend, die sich ihren Unterhalt durch ihrer Hände Werk schwer genug erwerben mus;, einen berechtigteren Anspruch darauf zu haben scheint, als die höheren Schüler nud Schülcriuiicn, die lediglich die Batzen verjubeln, die ihnen von ihren Eltern zugesteckt werden. Und wenn irgend jemand es wagt, sich über das rohe Betragen unserer Arbeiterjugend naserümpfend zu ergehen, dann möchten wir uns erlauben, sein Augenmerk auf jene Früchte der allerbesten Erziehung hinzuweisen, die sich vorige Woche im P r o z e si Nadcck-Bcrnstorff vor den Augen der staunenden Mitwelt produzierten. Wenn pikseine Kavaliere der ersten Gesellschaftskreise sich gegenseitig niit den gemeinsten Ausdrücken titulieren, sich gegenseitig Backpfeifen hauen und ein ganz Wohlerzogener es fertig bringt, auf offener Straffe eine Dame auzuspeien— dann, so dünkt es uns— hat kein Zeitgenosse mehr das Recht, gute Sitte und Wohlanständigkeit für eine bestimmte Klasse in Anspruch zu nehmen und sie den Angchöiigen anderer Stände abzusprechen. Das Stahlbad wirkt eben auf alle und ergießt sich über das Proletarierheim ebenso giündlich wie über die gräfliche Kinderstube. De? Umfang öer Nl'eöerlage. Der S2-Kilometer-Durcbbruch. Berlin, 31. Mai.<28. T. 23.) Am vierten Tage der neuen großen Schlacht hat sich die Breite der Kampffront aus über 80 Kilometer ausgedehnt. 2ln der t i e f st e n Stelle mißt der D u r ch b r u ch S2 Kilometer. Ucber 3000 Quadrat- kilomcter zum Teil fruchtbarsten Bodens ist dem Feinde abgcnom- mcn, strategisch wichtige Punkte sind beseht und wertvolle Eisen- bahnvcrbindungcn feindlicher Benutzung entzogen. Die neuen Er. cignissc im Westen haben die deutsche Führung ihrem Ziele, der Zertrümmerung der feindlichen Kampfkraft und Kampfmittel, einen gewaltigen Schritt näher gebracht. Neben den ISlKW Gefangenen haben Franzosen und Engländer, vor allem aber die Franzosen, schwere Einbuße an Toten und Verwundeten er- litten. Besonders die hastig eingesetzte Kavallerie und die eiligst hcranbefördcrten und zum Teil ohne artilleristische Unterstützung in den Kampf geworfenen Zieservcn muhten bei ihren nutzlosen Gcgenaeigriffcn schwerste Blutopfer bringen. Nicht annähernd anzugeben sind die Werte, die der Feind an Kriegsmaterial und Gerät aller Art auf der weitgeftrcck- tcn Front verlor. Die Beute ist st ä n d i g im Wachsen. Ihr Umfang beweist mit den großen Zahlen der verlorenen Geschütze, Maschinengewehre, M u n i t i o n S m e n g r n, Lagern und Depots mehr wie jedes Wort, daß von einem geord- n c t e n, methodischen, s chr i t t w e i s c n Zurückgehen nicht die Rede war. Die berühmten Höhen 1V8, IVO und B r i m o n t, von denen am 27. Mai die Truppen des Generals Fritz von Bclow ihren Angriff unwiderstehlich vortrugen, liegen heute am dritten Tag der Offen- sive still und verlassen weit hinter unserer Front. Ter Kampf schreitet über freien, vom Krieg bisher noch unberührten Boden bin. Die unglückliche Bevölkerung der blühenden Ortschaften im Vrslc- grund ist ahnungslos mitten in FrühlingSglanz und Stille vom KriegSschreckcn überrascht worden. Ucberall Zeichen des hastigen Ausbruchs. Tic wenigen zurückgebliebenen Zivilisten machen aus ihrer Erbitterung gegen ihre lliegierunz und die Engländer keinen H-Hl. Bern, 30. Mai. Tic Ueberraschung ist, wie die franzö- fischen Zeitungen schreiben, bei der Lffenswe an der Aisne vollkommen geglückt. Wie die Frontberichterstatter melden, waren die Verstärkungen von der deuischen Heeresleitung nachts an die Etappen und Angriffsstellungen gebracht worden. Sie wurden tagsüber vollkommen versteckt gehalten. Das f r a n z ö s i s ch tz Oberkommando wußte nicht, wo der Angriff er- folgen sollte, und war am Morg.n des 27. Mai noch in Un- gewißheit, ob der Angriff am Chemin-des-Dames der Hauptangriff sei oder ob dieser an der lothringischen Fron! oder an der Somme einsetzen werde, wo gleichzeitig schwere Artilleriekämpfe bcgonnrn hatten und selbst Jnfanlerie vorgeschickt worden war. Erst zur Mittagsstunde hatte das Oberkommando erkannt, wo die Haupt- schlacht geplant war. Die Verluste einer eniflischen Division. Die 64. Brigade büßte an Gefangenen 33 Proz., an blutigen Verlusten 30 Proz., insgesamt rund 60 Proz. ein. Die 62. Brigade der 21. englischen Division verlor an Gcfangcncn 35 Proz., an bln- tigeu Verlusten ebenfalls 35 Proz., insgesamt 70 Proz. Die 110. Vrigadc verlor allein an Gefangenen 60 Proz., an blutigen Vcr- lüften 25 Proz., insgesamt 85 Proz. Zur z-erstärkung der 62. Bri- gade der 21. Division wurde bei Eernicy die 7. Brigade der 25. Di- Vision eingesetzt. Diese verlor 50 Pro;, an Gcfangcncn und blu- tigcn Verlusten. Die Pioniere der 25. Division, die zur Verstärkung der 64. Brigade in den Kampf geworfen wurden, verloren an Ge- fangrnrn, Toten und Bcrwundetcn bei Hcrmionvillc 40 Proz. ihres Bestandes. Der österreichische Bericht. Wien, 31. Mai I0l8. Amilich wird verlautbart: Die Kampftötigkeit im Tonalc-Gcbiet beschränkte sich gestern auf �ciiwciscs Artilleriefcner. Ein Angriff östlich Capo Silc wurde abgewiesen. Der Chef des GeneralstabeS. §neSenssch!uß Jinnlanö— Oesterreich-Ungarn. Wie», 30. Mai. Der heute veröffentlichte Friedens- vertrag zwischen Oesterreich-Ungarn und Finnland besagt in der Einleitung: Oesterreich- Ungarn nnd Finnland, vom Wunsche geleitet, nach Erklärung der Selbständigkeit Finn- lauds und ihrer Anerkennung durch Oesterrcich-Ungarn den Zustand des Friedens und der Freuiidschaft zwischen ihnen auf eine dauernde Grundlage zu stellen, haben beschlossen, einen Friedensvertrag zu vereinbaren. Die Vertrags- b e st i in m u n g e n lauten: Artikel 1. Oesterreich-Ungarn und Finnland erklären, daß zwischen ihnen kein Kriegszustand bestebt und daß sie enl- schlössen sind, fortan in Frieden und Freundschaft mit ein- ander zu leben. Artikel 2. Die diplomatischen und konsularischen Beziehungen zwischen den vertrag- schließenden Teilen werden sofort nach der Ratifikation dieses Friedensvertrages aufgenommen werden. Wegen Zu- lassung der beiderseitigen Konsuln bleiben besondere Ver- ciiibaiiingeii vorbehalten. Artikel 8. Die vertragschließenden Teile verzichten gegenieitig auf den Ersatz ihrer Kriegs- kosten, d. h. auf die staallichen A»kwendungen für Kr egiühruna. sowie auf den Ersatz der Kiiegsschäden, d. h. derjenigen Nachteile, die ihnen und ihren Angehörigen in den Kriegsgebielen durch mili- täusche Maßnahmen mit Einschluß aller in Feindesland vor- genommenen Requisitionen einstanden sind. Ariilel 4. Die Wirt- schaftliche» Beziehungen zwischen den vertragschließenden Teilen werden in cinrni besondere» Vertrage geregelt, der einen wesentlichen Be- standteil dieses Friedensverlrages bildet. Das Gleiche gilt von der Herstellung der öf'en tischen und privaten Rechts- b e z i c h n n g e n, der Regelung der Zivilschäden, dem Austausch der Kriegsgefangenen und Zivilinlernierlen. dem Erlaß von Amnestien sowie der Behandlung der in die Gewalt des Gegners geratenen Handelsschiffe und ihrer Ladungen. Wie ein fünfter Artikel bestininit, wird der Vertrag rati- fistert und sollen die Ratifikationsurkunden in Wien ausgetauscht werden. Schweden protestiert wegen öer englischen Seeminen. Amtlich wird zu dem Ergebnis der Untersuchung durch die schwedischen Seebehörden, die das Vorhandensein unter- seeischer englischer Minen sowohl in den Hohcitsgewässern, sogar innerhalb der Treimeilengrenze. als auch im freien Meere in den von der schwedischen Schiffahrt benutzten Gewässern feststellie, mitgeteilt: Auf Grund dieser Tatsachen hat der schwedische Gesandte in London' im Namen seiner Regierung bei der englischen Negierung gegen diese Minenlegung förmlich Ein- spruch erhoben und ausdrückliche Vorbehaltung be- treffend die Rechtsansprüche gemacht, zu denen die durch Minen verursachten Verluste an Menschenleben und Material führen könnten._ Das schweöiscb-engttst�e Schiffsraumabkommen. Stockholm, 30. Mai. lMeldnng de« SvenSka Telegrambyran.) Amtlich. Ein Telegramm des Gesandten in London an das Llus« wärtige Amt meldet: Das Scbiffsraumabkommen zwischen Schweden und der Entente ist beute unterzeichnet worden. .Aftvnbladel' schreibt: Durch das schweditch-englische Tonnage- Abkommen haben wir nicht mehr als einen 2E»chicil von dem er- halten, was uns durcki das tnocliis vivoncki-Abkommen versprochen worden ist. Wir hoffen, daß zukünftig die Waren uns etwas rascher erreichen. Unsere Opier sind so groß, daß wir das Recht haben. eine anständige Behandlung zu verlangen. Rußland sperrt die Eismeerhäfen. Basel, 31. Mai. Racki einer Moskauer Havasmeldung verbot die Regierung die Einfahrt in Archangelsk und in die Häfen der Murniaiiküste. Die direkte Sundessteuer in der Schweiz. Vor der Abstiuimung über die Vcrfassungsitlitiativc. Basel, 28 Mai. Am nächste» Sonntag bat daS stimmberechngle Schweizcrvolk über die von der s o; i a l d c m o l r a l r s ck> e n Partei lanzierte 2>ersassungsi»itiative für Einsübrung einer direkten Bundesstener und gleichzeitig für die reniporäre Erhebung einer schtveizeriicken Zl r i e g s st e u e r abzustimmen. Zurzeit finden inr Lande herum zahlreiche Ber>a>ninl»ngen statt, in welchen für nnd gegen die neue direkte Bundessieuer Stimmung ge- macht wird. Für die direkte Bundessieuer sieben von de» polnischen Parteien nur die soziaidemolraliiche und ein kleiner Teil der deino- kratischen Partei ein. während alle bürgerlichen Parteien fich gegen die neue Bnndcssteucr ausgesprochen haben. Beim Bolle leibst hat die diielie Bunde-steuer sehr vieie Anhänger, bis weit in die bürgerlichen Kreise hinein, aber es ericheint doch sehr sraglich, ob die Vollsabsliminnng eine Mehrheit sür die dlrekie Bundessieuer bringen kann. Der sogenannte„Kantönligeist� rst jeden'alls der stärkste Gegner der ucnen Steuer, weil man fürchtet, daß die Kantone emen Teil ibrei Selbständigkeit und Souveräniiär einbüßen werden. Die neue Steuer tollte in erster Linie Verwendung finden zur Tilgung der schweizerischen Kriegsschulden. Bürgerücke Kreise stellten dagegen die Forderung, die Kriegslasten durch eine temporär zu erhebende Krregssteuer zu tilgen. Die Agitation für und ge.icn tie neue BunoeSsteuer wird von beiden Seilen in scharfer Weise geführt, sowohl in der Preffe wie auch in der Ver'ammlung. Des jcxanisch-chinestsche Abkommen. Anfangs wurde gesagt, der von Japan und China ge- chlossene Militärvertrag habe Defcnsivcharakter. Daß das nur harmlose' Maske ist, geht auch aus einer Meidung des„Maliii" hervor. Dem Blatte wird aus Peking mir- geteilt: Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten bestärigr das zwischen Japan nnd China abgeichlosiene militärsiche Abkommen. Es handle sich nicht um ein gewöhnliches DescusivbiindniS, das Uebcr- einkommen sei vielmehr die Folge des Eintretens Chinas in den Krieg mit Deutichland. Da Sibii rcir bedroht sei, müßten China und Japan Maßnahmen tieffen. Um nun der Entenle gegenüber ihre Pflichten crsüllcn zu tonnen, habe China ein militärisches Abkommen von kurzer Tauer ab- geschloffen. Da dieser Abkckluff wesentlich durch die Tatsache gekenn- zeichnet wird, daß China sich dem Willen Japans sügeu mutzte, so dars man füglich in Zweifel ziehen, ob China in bezng auf die Tauer des Vertrages freien Willen haben wird. K-tnipfbewegiing an der»lazcdonrschen Front. Sofia, 30. Mai. Heeresbericht. M a z e d o>u s ck e F r o n i. Westlich vorn Ochrida'ee erfolgreiche Paliourllcngefcchte. Oesuich der C e r n a, bei T a r n o v», südlich von Dobropotje und in der Gegend von Ä o g l e n a nah« die beiderseitige Feuerlätiakeil z». Die heilige Tätigkeit der seindircheir Arlillcrie, die seit neu» Tagen an der Front der Griechen südlich von H u m a, nördlich von L i u m» i tz a und bei A l t s ck a i- Mahle begonnen wurde, wurde beute früh mit bemerkcns- werter Hestigkeir tvicder aufgeiiomnien. Unsere Auillerie erwiderte lebha't und beschoß mit Ei folg Ansamminngen von Jnianterieeinbeiien, die in den griechüchen Gräten beobachtet wurden. Bcini Dorie Matickkovo östlich vom Wardar beidcrieiis heftige Artillerietätigkeit. Nach zweitägiger Art'llerievorbereiiiiiig veriiichte englische Jiitanrerie, sich unserer Stellungen süd- östlich von Dojran zu bemächtigen, wurde aber durch einen Gegenangriff, bei dem es zum Kampfe Mann gegen Mann kani, vollständig zurückgeichlageir. Feindliche Flieger warfen Bomben auf eines unserer Milllärhoipitäier in Odrin. Reichsstäötebund. Detmold, 30. Mai 1918. Die weiteren Verhandlungen betrafen die Frage, wie sich die Gemeinden für die Verluste und Ausgaben auf k r i e g s- wirtschaftlichen Gebieten schadlos halten könnten. Die Städte werden jetzt von den Kommunalverbänden in der Kriegs- Wirtschaft mit allerlei Zlufgaben und Ausgaben bepackt. Die Kom- munalvcrdändc aber machen das Geschäft: Erübrigungen, die in die Hunderttausende, ja in die Millionen gehen, und die hiec und da zu geradezu luzuriösen Ausgaben verwendet worden sein sollen. Aus den Darlegungen der Bürger- meister usw. ließ sich entnehmen, daß über diese„erübrigten" Summen vielfach ein Schleier gedeckt wird. Die„große preußische B e c w a l t u n g S r e f o r m" be- rührte der Vortrag des Bürgermeisters Dr. Schön(Gumbinnen) über die Frage der Beseitigung der Bezirksregiecungen. Es wird d-ic Beibehaltung der Bezirksregicrungen gefordert, die Leitsätze wurden schließlich aber zurückgezogen und der Vorstand mit weite- rer unverbindlicher Behandlung der Zlngclegenheit bcaustragt. Ter Unwille über die Abhängigkeit namentlich der kreisangehörigen Städte von der landrätlichen Allmacht machte sich in tem- peramentvollen Worten Lust. Dann bekannte sich die Mitgliederversammlung de» Reichs- städtebundes zu den vom Bürgermeister N e r l i ch(Dyhernfurth) vorgeschlagenen Leitsätzen über eine industrielle Dezentra- l i s a t i ö n, die der Staat im allgemeinen Interesse zugunsten der kleinen und mittleren Gemeinden fördern solle. Schließlich behandelte Stadtrat a. D. Jursch /Berlin) F i n a n z s r a g e n. Er führte bezeichnende Beispiele dafür an, daß die Gemeinden bei der Bescktaffung ihrer Kredite von pri- vaten Spekulanten kräftig übers Ohr gehauen wer- den, und zwar mit Hilfe von � Gcmeindemitteln. In zahlreichen Fällen sind von solchen Spekulanten Sparkafsengelder usw. ver- mittest worden, wobei die Leute Zehntausende verdienten. � ohne eine Hand zu rühren. Jursch verlangt den Zusammenschluß dcr Gemeinden in dem Zeniralgtroverbande und Ausgestaltung des direkten Verkehrs untereinander. Damit waren die Verhandlungen beendet. Die öer Krieosyesellscbasten. Der große Saal des LeheervereinshauseS war gestern abend bis zum äußersten überfüllt von einer Versammlung der in den Kriegsgesellschaften Angestellten, welche die vereinigten Angestellten- verbände einberufen halten. Der Referent Thiel schilderte die Gehaltsverhältnisse dcS größten Teils der Angestellten der.Kriegsgesellschaften als den heutigen Verhältnissen'» keiner Hinsicht entsprechend. Man habe sich gewöhnt, dicst Slngestellten nach dem für Beamte geltenden Miitzstabe zu entlohnen, doch werden ihnen die den Beamten;u- stehenden Vorteile, wie?lltcrszu!agcn, Pensionsberechtigung uitv. natürlich nicht gewährt. Der Referent berechnete den allernot- dürftigsten Lebeitsunterk>ast für einen einzelnen Mann auf 185 M., für eine vierköpfige Familie auf 382 M. monatlich und stellte an Hand von Gehaltslisten fest, daß bei einer großen Zahl dec Ange» stellten nicht einmal die für tüchtige Kräfte festgesetzten Höchs-gc- Hölter diesen Satz erreichen. Nach einer Aufstellung des Re.chs- wirtschaftsamtcs betragen diese Höchstgehälter für Bureauvorsteher und andere in Verantwortlichen Stellen Beschäftigten 380 M., für kaufmännische Angestellte 230 M., für Bureaugehilfen 175 M., für Stenolypisi innen 225 M. bis herab zu 150 M. für sonstige web- siehe Angestellte. Die Anfangsgehälter sind erheblich niedriger. Tie Gehälter sind also, trotz der'bis jetzt gewährten Teuerungszulagen nicht ausreichend und bedürfen dringend einer Aufbesserung. In Uebercinstimmung mit diesen Ausführungen nahm die iSersammlung nach reger Diskussion einstimmig eine Entschließunz an. in der eine erhebliche Erhöbung der Teuerungszulagen geforden wird. Außer dicfcn Fordernngen hält die Versammiung eine Nachprüfung und Berbcffcrung der bisher geltenden Grund- fätze für die Bemessung der Gebälter, insbesondere der vorgesehenen Höchstgehälter, für dringend erforderlich. Die Angeftelltenausichüsse 0er einzelnen Gesellschaften werden beauftragt, alle erforderlichen Schritte unter engster Fühlung mir den Berussorgnnisationen zu tun, um diese Forderungen durchzu- setzen. vsrhulwert. Aus einer christlichen Wrsorgcanstnlt. Von fast unglaublichen Vorgängen im Netlungshauie Tiefen- o r t erährl man durch eine Anfrage, die im Weimarischen Landtag der Abgeordnete Genosse Leber an die Regierung richtete. Ter genannte Abgeorduete kühlte u. a. aus t Im Nettungshauke zu Tivfenort sind letztes Jahr eine gröstere Anzahl dort untergebrachter Kinder erkrankt und ein Teil dieser Kinder ist bereits g e- st o r b e n. Wie ärztlicherseits festgestellt worden ist, sind dieie Erkrankungen auf nrangclhafte Ernährung zurückzu- fü-ren. Da der Grostherzoglichen Staaisregiciuiig bekannt sei, dast diele Erkrankungen eingetreten iind in der Haupt- lache darauf zinückzusübren sind, das; Hausvater Getpcl in Genreinschaft niir d�n Vorsitzenden des NetiungshansvolstandeS� S n v c r i n r e n d e n t D r. B u h l e r die ungenügende Ernährung ur r t verschuldet haben, so stellt der Unterzeichnete die Anfrage t Welche Mafnolme» sind seitens der Neg'ertuig ergriffen worden, um neuen Erkrankungen, die aui ungenügende Einäbrung zurückzuführen sind, vorzubeugen. Abg. Leber bemerkt weiter, der Haus- vaicr Gcipel babe nicht nur verboten, dah die Besucher kleine Gaben für die Zöglinge mitbrachten, sondern solche Besuche überhaupt unmöglich gemacht. Das Ministerium babe sich mit dieser Mastregel vollkommen einverstanden erklärt. Es sei vorgekommen, dost die Zöglinge, von Hunger gelrieben, nachiS die Näucherkammer des Hausvaters plünderten. Und nachdem er in der Jenaer Klinik per- sönlich gesehen habe, wie unter solchen Verhältnissen damals gcsitudc Körper zu wahren Gerippen abgemagert seien, habe er recht bedauert, dast die Negierung nicht rechtzeitig eingegiisten habe Ihm seien sechs Todesfälle infolge von Uuiereinährung bekannt geworden. Erst als es zu s p ä t war, babe man versucht, die Kinder mit Griesbrei wieder auf- Susüttern.— Tie Antwort der Negierung steht noch aus. partik'nachriKten. Tagung des Parteiausschusscs. Der Parteiausschust trat am Freitag zu einer Sitzung zu- sammcn. Vertreten sind auch die Fraktionen des Reichstags, des preußischen Landtags und die prcustische Laudeskommission, ferner die Kommission zur Vorbereitung eines Aktionsprogramms. Als ersten Punkt behandelt Genosse Gbert die allgemeine politische Si- tuation. Hier anschließend bespricht Genosse Hirsch die preußische Wablreform. E b e r t bespricht die Lage, die durch das Vorgeben der Militärbehörden in den östlichen Randländern geschaffen worden ist. Gegen diese Politik, die geeignet sei, uns die Sympathien bei den Ofwölkern gänzlich zu verscherzen, werde die Fraktion energisch Front machen müssen. Auf die iuternationalen Beziehungen übergehend, kommt Ebert auch auf die Denkschrift der Ententesozialisten zu sprechen, die auf der Februarkonfcrenz in London beschlossen und die den so- z aldemokratischcn Parteien der Mittelmächte zur Beantwortung zugesandt sein soll, diese aber bis heute noch nicht erreicht hat. In den letzten Tagen habe der Parteivorstond die Denkschrift von an- derer Seite erhalten. Von besonderem Interesse in dieser Denk- schrist sei de? Kapitel der territorialen Fragen. Unser« Stellung zu dieser Denkschrift wie zu den Frieoenszielfragen im allgemeinen sei in unserer Stockholmer Denkschrift niedergelegt, die aller Welt be- kannt sei. Tiefe Denkschrift habe die einmütige Zustimmung un- scres letzten Parteitages gefunden. Zu ihr stehen wir auch heute noc>. Er könne nur erklären, daß diedeutscheSozialdemo- kratie wie seit Beginn des Krieges jederzeit be- reit sei, an einer Konferenz aller der Internationale angeichlosse- ncn sozialistischen Parteien teilzunehmen und dort auf der Grund- läge unserer Stockholmer Denkschrift zu verhandeln.— Genosse S ch e i d c m a n n erinnert an die vielen Versuche, die die deutsche Partei unternommen hat, eine Verständigung mit den sozialistischen Parteien der Ententeländcr herbeizuführen. Alle Versuche seien leider gescheitert. Die KriegSziele der Sozialisten in den Entente- ländern stimmten zu erheblichen Teilen noch vollkommen überein mit den annexionistischen Zielen ihrer Regierungen. Wenn«S im Osten zu einem Frieden gekommen sei, den wir nicht billigen, s o fällt die Schuld dafür zum erheblichen Teil auf dasVerhalten derSozialisten in den Ententelän- dern, besonders aber zu Lasten der Bolschewik i. Wir stehen beute noch zu der Friedensresolution des Reichstags vom IS. Juli 1917. Genosse Hirsch bespricht in ausführlicher Weis« die Situation in Preußen. In der Diskussion wird darauf hingewiesen, daß das Vertrauen des Volkes zur Regierung, besonders auch wegen ihres schwankenden Berbaltens in der preußischen Wahlrechtsfrage, immer mebi im Schwinden begriffen sei. Das gleiche treffe zu auf die Ernährungsfragen. Ein energisches Vorgehen auf dem Gebiete der inneren Politik sei geboten. Vom Genossen Gradnauer wird folgende Entschließung eingebracht: »Der Parteiausschust spricht die Erwartung auS, dast btr Parte vorstand in Gemeinschaft mit der sozialdemokratischen Fraktion des Reichstags auch in Zukunft mit allen Kräften dar- auf hinwirkt, den Krieg durch einen allgemeinen Ver- ständigungsfriebrn aus Grundlage der Entschließung des Reichstags vom 19. Juli 1917 zu beendigen. Ter Parteiausschust spricht seine Mißbilligung auS über die unzulängliche und schwachmütige Haltung der Regierung in»er preußischen W�a b l r e ch t S f r a g e. Der Parte iauSschitss erklärt, dast die geplante Einschränkung der Befugnisse des Abpcordnetenhau'es und die sogenannten „Sicherungen' mit einer lovalcn Durchführung der feierlichen Zu- 't-en n den Botschaften des Kaisers nicht im Einklang stehen :nd eine Entwertung des gleicben Wahlrechts bedeuten, die dem von der Rechertintj-ur Schau getragenen Vertrauen zum Volke durch nis wideripricht. D t Parteiausschust tadelt aufs schärfste die zögernde und nachgiebige Haltung der Regierung gegenüber dem Volks- und vat rlandsfeindlichen Vorgeben der agrarischen und schwerindu- Üriellen Parteien. Er fordert auss dringlichste die unverzügliche Auflösung des Abgeordnetenhauses, falls bei der bevorstehenden Abstimmung das gleiche Wahlrecht wiederum ab» gelehnt w:rd. Er bringt im Ramen der preußischen und der deutschen Arbeiterschaft den Entschluß zum Ausdruck, den Kampf nir die staatsbürgerliche Gleichberechtigung bis zum vollen Er- folge durchzuführen." Dieie� Resolution w-rd angenommen. Ebenso wird zugestimmt dieser Resolution deS Genossen Auer- München: „Zur Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln fordert der Parteiausschust die streng st e Erfassung allerwtch- De? MöerstanK ösr IraNIsfeit. Berlin, 31. Mai.(W. T. B.) Dem an.S den Stellungen am Allcttckanal weichenden Feinde wurde scharf nachge- drängt. Auch weiter südlich gewann der Angriff nach Westen Raum. In Gegend Juvtgny wurden 8 Geschütze, darunter zwei schwere, genommen. Der zurückgehende Feind erlitt in unserem Feuer schwerste Verluste. 6 lange 24-Z entimcter-Kano- ncn fielen bei Ternq-Sorny in unsere Hand. Die an der Straße Soissons— Hartenncs zum Angriff vorgeworfene Kavallerie und Infanterie wurde total geschlagen und unter schwersten Verlusten zurückgeworfen. Stark befestigte rückwärtige Stellungen de? Gegners wurden siegreich durchbrochen. Auch bei den Kämpfen um Brangcs wurden zahlreiche Geschütze erobert. Auf der Südfront wurde der Feind vor unS hcrgetiicbcn und die Marne erreicht. Ein vlanmätziges schrittweises Zurückgehen, geschweige denn tief- gestaffelte Ncserveii, vrn denen französische Funksprüche melden, war nicht zu bemerken. Tie geschlagenen englischen und französischen StellungSdivi- sioncn sind vom Schlachtfclde verschwunden. Entgegen ihren Behauptungen ist es den vereinigten Engländern und Fran- zoscn bisher no ch nicht gelungen, dem deutschen Bor- dringen mit Erfolg eine energische Wider st andSlinie entgegenzustellen. Wo der Feind Versuche dazu machte, wurde er überrannt und seine Linien durchbrochen. Die Beute an Gefangenen, Geschützen, Maschinengewehren und son- stigem Kriegsmaterial wächst stündlich und ist noch nicht annähernd zu übersehen. Die Zahl der Vorräte, die der geschlagene Feind den Deutschen überlassen mußte, ist außerordentlich hoch. A l l e s, w a s er hinter seiner Front aufgestapelt hatte an voll ausgerüsteten riesengroßen Depots und Park? ist zum größten Teil betriebsfähig von tinS übernommen wordcnl Darunter erneut Kraftwagcnzügc, Fluzapparate, Sanitätseinrichttingen, Ausrüstunzsstückc und dergleichen. Nur ein völlig geschlagener und kopflos weichender Gegner überläßt dem Feinde das Schlachtfeld in derartiger Verfassung. Französischer Heeresbericht vom 39. Mai nachmittags. Die Schlacht geht, ohne nachls unterbrochen zu werden, weiter. Die sranzösi'chen Truppen behaupteten kraftvoll den Westrand von Soissons, aus dem der Feind trotz wiederholter Ver- suche nicht vorbrechen konnie. Weiter südlich spielen sich an der Straße Soissons— Martonnes erbitterte Kämpfe ab, ebenso an der Front Färc-rn-TardcnotS— Bczilly, Ivo die franzö- sischen Truppen unterstützt durch Reieivsn dem deutschen Vormärsche mit unermüdlicher Zähigkeit Widerstand leisten. Am reckten Flügel brachen die frauzösisch-englischen Truppen an der Front Bronillct— Thillois ebenso wie nördlich von Reims alle Stürme der Garde auf ihre Stellungen. Französischer Hcceesbericht vom 8 9. Mai abends. Die Schlackt daucrie den 39. Mai hindurch mit gleicher Heftig k e i l auf der ganzen Au? dehnung der Front an. Untere Truppen, die sich an den WcstauSzängen von Soiffons festgeklammert haben, verbinderten auf dieser Seile jedes Vorrücken deS Feindes. Im Süden davon haben wir das linke Oisc-Ulcr in iestem Besitz. Im Zentrum verminderte sich die Heftigkeit deS Kampfes nickt. Die Deutschen nahmen Fore-en-Tardenois und Vczely und vervielfältigten ihre Anstren ungen in Rick tunq Ville-en«Tardenoi§. Auf dem rechten Flügel sowie nord- westlich von RrimS behaupteten wir unsere Siellnngen. Französischer Heeresbericht vom 31. Mai nach- mittags. Die Deutschen setzten ihre Bemühungen auf ihrem rechten Flügel bis zur Oise durch heftige Angriffe fort. In der Gegend der A i l e t t e zogen sich die französischen Truppen kämpfend auf Stellungen nördlich von der Linie Vlerancourt— Epagny zurück. In der Gegend von Soissons und weiter südlich prallten die deutschen Angriffe an dem heldenmütigen Widerstande der französischen Truppen ab. die ihre Stellungen am West aus- gange der Stadt und längs der Straße nach Chatcau— Thicrry behaupteten. Im Zentrum gelang cö den Deutschen, nördlich der Marne leicht vorzurücken. Weiter östlich und ebenso Nordwest- lich und nördlich von Reims waren alle Anstrengungen der Deutschen vorzudringen, vergeblich. Ein von den französischen Truppen energisch geführter Gegenangriff setzte unS wieder in den Besitz von Thillois.(Thillois liegt westlich von Reims, südlich der Vesle.) Englischer Heeresbericht vom 39. Mai abends. Ein er- iolgreicker öitlicher Vorstost winde in der vergangenen Nackt von französiichen Truppen östlich vom D> ilkebnsch-See unter- nommen und iiihrie zu einer Verbesserung unserer Stellung in diesem Abschnitt. Von der übrigen britischen Front ist außer beider- ieitiger Artillerietätigkeit nichts zu berichten. * Lugano, 31. Mai. Der Pariser Korrespondent de?„Secoko" meldet, daß nach einer Mitteilung eines Vertrauensmannes der ftanzösischen Heeresleitung die französischen Reserven an den Punkten, wo der feindliche Vormarsch eine Beunruhigung verursachen könnte, rechtzeitig eingreifen werden. Amsterdam, 31. Mai. Der Pariser Mitarbeiter des„Handels- blad" meldet: Der Zustrom der französischen Reserven läßt die be- gründete Hoffnung zu, dast der Vormarsch deS Feindes binnen sehr kurzer Zeit zum Stillstand gebracht werden kann. Die allgemeine Lage weist bereits eine verhältnismäßige Verbesse- r u n g auf. Gestern war sie ernst, schreibt der„Petit Parisien", und sie ist es auch heute noch; aber setzt ist weniger Grund zur Beunruhigung vorhanden.„Petit Journal" sagt, dast gewisse ernste Anzeichen darauf deuten, daß die Deutschen wohl noch einmal ein« Offensive unternehmen könnten, die an Stärke all« bisherigen übertreffen werde. Darüber werden wir bald Klarheit haben. tigen Lebensmittel zur öffentlichen Bewirtschaftung. Er erwartet von der Reichstagsfraktion die rücksichtslose Bekämpfung der auf die Aufhebung dieses Prinzips gerichteten Bestrebungen, wie sie sich n a. in dem Antrag« des Abgeordneten Rösicke auf Einführung einer Landuinlagc und Freistellung aller über ent bestimmtes �Ablineningssoll gehenden landwirtschaftlichen Produkte zur völlig freien Verfügung für die Landwirtschaft ze gen. Die Folge einer solckten Mastnabme wäre lediglich die Legitimie- tung des Schleichhandels und LebenSmittelwuck-crs zur Aushungerung des Volkes, eine unerträgliche Preissteigerung der öffentlich bewirtschafteten Lebensmittel und der Zusammenbruch unserer Volksernährung." Richtige Taktik? In Bieleield soll zur Bekämpiung der Wohnungsnot eine g e ni e i n n ü tz i g e Baiigeiellschatt mit eiiieni Kapital von 590 909 M. ins Leben genisen weiden. Tie Venreler der Bielcielder Arbeiter- organiiationen lParlci, Gewetk-ckait, Genossenichast) haben ihre anfänglich in Aussicht gestellte Muarbeit au dieser Genossenschasi wieder zurückgezogen und diesen Schritt mit der A b l e h- nung des gleichen Wahlrechts in Preußen begründet. die ein t>vcuaue!ispolles Zusammenarbeilen zwijchen Arbeitern und bürgerlichen Kreisen unmöglich mache, zumal in Bielefeld, wo die Richtung Lohmann in der Industrie tonangebend sei. Ebenso haben es die Geweikichaflen in Bielefeld abgelehnt, dem Ortsausschuß der Ludendorssspende für Kriegs- beschädigte beizutreten, weil sie hierin eine Ovation für den Ersten Generalquartiermeister sehen, der in den Kreisen der Arbeiter als ein Vertreter der Richtung gilt, die sich in der Außen- poliiik im Sinne eines GewaltstiedenS und im Innern im Sinne der Hinauszögerung freiheitlicher Reformen betätigt. Wir können die Stimmung, ans der dieie Beichlnsse cnisiandcn sind, sehr wohl würdigen und verstehen. Dennoch glauben wir, entschieden davor warnen nisissen, W i r t s ch a f t S polütt vom Standpunkt politischer Demonstration auszutreiben. WaSdaSBau« genosienichaitSptojekt der Stadl Bielefeld anbelangt,!o kennen wir feine Einzelheiten nicht. Btackue es der Arbeiterllasie leine luirt- schastlichen Vorteile, so war die Beteiligung natürlich abzulehnen. Aber die Ablehniing ist anS einem ganz außerhalb der Sacke lieaen- den poliiiichen Moiiv erfolgt, und die ursprünglich zugesagte Mit« arbeit scheint darauf hinzudeuten, daß man auch in Arbeiierkreisen das Werk als solches für segensvoll oder wenigstens nutzbringend hielt. Aebnlich liegt der Fall mit der Ludendorffipende. Auch wir hätten statt dieies Namens der Spende einen solchen vorgezogen, der einfach der Sacke entspricht, so wie es bei der„Nationalipeiide für die Kriegshinterbliebenen� der Fall ist, obne dast die1 er der weniger demonstrative Name geschadet hätte. Aber schließlich siebt doch der Name des Instituts in zweiter L nie, in erster sein sachlicher Zweck. Und der geht dahin, den Kriegs- beschädigten zu helfen, ohne dem Reich irgc n d- wie seine Berpflichtungen abzunehmen, eine Ziel- ietzung, die auch die Billigung der organisierten Kriegsbeschädigten gesunden hat. Die Mitarbeit bedeulct keine Ovation für den NamenSgcber der Spende, sondern sie kann böchstens als eine Ovation für die Kriegsbeschädigten bezeichnet werden. Diesen aber wird kein organisierter Arbeiter Dank und Hilfe versagen wollen. Auch die Bieleselder Genossen sollten des- hcilb die Sache über den Namen setzen. ' Für daS gleiche Recht. In AscherSIeven stimmte eine Volksversammlung am Svnuiag. den 29. d. M., nach einer mit Beifall aufgenomnienen Rede des Landtagsabgeordncien Otto Braun, einmütig folgen» der Ent'chliestting zu:„Eine unerläßliche Vorbediiignug für die ireiheitliche Neugesialiung der innerpolilischen Verbältiiisie Peeusten» Deutschlands ist die Einführung des gleichen Wahlrechts in Preußen. Die Ablehnung des vom preußischen Volke stürmisch gc- forderten, vom König feierlich verheißenen und von der Regierung angestieblen gleichen Wahlrechts durch �die Drciklnsienmehrheit des preußischen Abgeordnetenhauses bat Empörung und Erbitterung in den ivettcstcn Volkskretien ausgelöst. Das preußische Volk in seinen breiten minderbemittelten Schickten, das das statte Fundament unseres Wirtschaftslebens und damit uniercs StaatSweienS bildck. das im Kriege so gewaltige Opfer an Gut und Blut bringt und unsägliche Eiitbehrungen und KriegSnöie tragen muß, ist es sali, länger von einer bevorrechteten Jiiiike> laste beberrickt und unter» drückt zu werden, eS iit nickt willens, sich wieder um das gleiche Mitbestimmungsrecht im Siaa'.e prellen zu lassen. Es fordert daher düngend die schleunigste Auflösung des preußischen Landtages, damit der Widerstand der Nutznießer des Dreiklasienwablnnt echts geaen die Ei Weiterung der Bolksiechle. den weder der König noch die Regierung brechen komilen, durch das Volk gebrochen werden kann. Die Dresdener ArbeUeringend Die Groß-Dresdener Jugendorganisation hielt am 26. Mai ihre zweite Generalversammlung ab. Die Berichte des Vorsitzenden und des Geschäftsführers stellten übereinstimmend einen gesunden und stetigen Entwicklungkauffticg der Vereinigung fest. Die Ge- samtzahl ist aus über 1169 gestiegen. Die Betätigung der Gruppen wendet sich immer mehr den reinen Bildungsbestrebungen zu, wenn auch die Unterhaltungs- und Spiellust noch ihren Anteil daran har. Tagung der italienischen Sozialdemokratie. Der.Avant!" kündigt einen allgemeinen Parteitag an, der vom 28. bis 39. Juni in Rom stattfinden und eine Klärung der inneren Verhältnisse der sozialistischen Partei herbeiführen solle. Lette NscheiÄtey. vergewalLiguug öer JnterpettoLZon über öle /iisnesch lacht. Genf, 31. Mai. In der Pariser Kammer kam es am Donners- tag zu lebhaften Zwischenfällen. Raffin, Dugens und Cazassus ver- langten den Aufschub der Debatte betreffend das Bankprivileg. An» läßlich der tragischen Ereignisse, so erklärte der Präsident, Deschanel, müsse die Kammer ein Beispiel der Kaltblütigkeit geben. Jobert, Cachin und Brunei kündigen eine Interpellation über die Kriegslage an. Der Präsident verweigerte die Verlesung der Interpellation und hob die Sitzung auf, die er bis auf Dienstag vertagte. Hierauf erhoben sich stürmische Proteste auf der Linken. Schließlich sah sich Deschanel genötigt, die Sitzung wieder aufzunehmen. S e m b a t forderte, daß die Kammer am Freitag ihre Sitzung fortsetze, um die Interpellationen zur Sprache zu bringen. Klotz erklärte namens der Negierung, daß dies unmöglich sei, da Clemenceau anderweitig be- s ch ä f t i g t sei. Darauf wucde die Vertagung der Kammer mit 343 gegen 174 Stimmen angenommen. Die nächste Sitzung wird am Dienstag stattfinden. Genf, 31. Mai. Der„Temps" hält eS in feiner heutigen Nummer für nötig, eine Warnung an die Politiker zu richten, die in diesem Augenblick die Negierung und'bas Ober- kommaudo kritisieren und für ihre etwaigen Fehler veranlwoctlich machen möchten._ Tagung dcr deutsch-österreichischen Wirtschastsvcrbände. Wien, 31. Meii. Die Tagung dcr Wirtschastsvcrbände Oesterreich-Ungarns und Deutschlands hat vormittags in Wien begonnen._ Ter Direktor des„Avanti" verhaftet. Lugano, 31. Mai. Gestern wurde in Mailand der Direktor und Hauptschriftlciter des„Avanti", Serrati verhaftet. Diese Ver- Haftung stehe angeblich mit den Tuciner Unruhen in engstem Zusammenhange, mit denen sich gegenwärtig die Gerichte befassen. Wie die„Epewa" erfährt, übernimmt der Abge- ordnete M o r g a r i die Schriftleimnz des„Avantis". Amsterdam, 31. Mai. Aus Rom meldet Reuters Sonderkorre- spondent zu der Verhaftung SerratiS, des Direktors des sozialisti- scheu Blattes„Avanii", noch folgende?: Morgan, der Sekretär der sozialistischen Partei, erklärte, daß Serrati nicht strolge seiner journalistischen Tätigkeit verhastet wurde, sondern wegen Ver- Lffentlichung eines Artikels einige Monate vor den August-Unruhen, in dem er die russische Revolution feierte und welchen Artikel man als Aufforderung zum Aufruhr be» trachtete. H'WeekschLßsbWMng Lohnerhöhung für öas Iahrpersonal öe? stäStischen Straßenbahn. Das Personal der städlisäien Sliavenbabn balle am 4. Januar dieses Jalnes durch den Deuuchcn TranSporlarbciter-Verband Lobn- forderu-igen eilige' eicht, die sich in derselben Nichlung und Höbe dewegle». wie dicjenigeli des Personals der Groben Berliner. Am 8. März sand eine Besprechung zwischen den Verbandsverlretern und dem Beikebrsdezcrnenlen Prob Dr. Preub stall. Zu dieser war auch der Beiriebsleiter Herr Dr. Dielrich geladen. Nach dieser Be« sprechung erhielt das männliche Personal als vorläufigge Abschlags- zablung eine Erhöhung der Schicht,»läge von 50 Pf. und das weibliche eine solche von SO Pf. Gleichzeitig gab Herr Prob Dr. Preuf? das Versprechen, daß. sobald die endgültige Regelung der Großen Berliner vorgenommen sei, eine nochmalige Prüfung der Lobnve bälluisse vorgenommen werden solle. Aus keinen s?all sollten sich die Bediensteten der städtischen Bahn schlechter stellen als die bei der Großen Berliner. Diese Regelung bei der letz!» genannten ist nunmcbr erfolgt und die Stadt hat ihrem Personal ebenfalls neue Por'chläge unterbreitet. Danach soll das zukünflige Eilikoimiicil betragen bel 28 Arbeitstagen im Monat (einschl. Kiiiderzulage für l Kind) für angestellte Schaffner bei tOslünd. Dienst'215.50 M. .. Fahrer» ö»» 244.50, , Ausbilfsschaffuer, 10,„ 205,90, , Anshitss'ahrer» ö,» 228,30, , Schaffnerinnen, 9,, 172,90, , Fahrerinnen, 8,, 207 30, Die Nebcrstnndcn sollen mit 1 M. bezahlt werden. Der Urlaub für das weibliche Peisonal nach Vz Jahr 3 Tagt .1.5. .2.7. . 5. 10. wurde beibehalten. Die Lohnerhöhung crlolgt in der Form, daß die Schlcklznlage cihöht wird. Diese soll auch gewährt werden bei Urlaubs- und.wirklichen" Erkrankungssällen. Nach dieser Vorlage gehen die Schassnerinnen vollständig leer aus und die Höhe obiger Summe wird nur durch Leistung von 18—20 Ilebcrstunden, sowie der Hinzurechnung von 7,50 M. Kinder- geld erreicht, was nur für einen gelingen Teil der Bediensteten in Frage kommt Trotzdem nabin das Personal in einer Versammlung das Angebot als Abschlagszahlung an, allerdings in Verkennung der Wirkung der Vorlage und in der Vorausietzung, daß in der allernächsten Zeit mit neuen Wüiiichen an die Betriebsleiiung her- angelreteii wird. Herr Dr. Dietrich als Betriebsleiter hatte nicht nur den Arbcilerausschutz, sondern auch die Organisationsvcrtreter von der Verhandlung ausgeschlossen. Es wurde nur der Vorsitzende des Arbeilerausschusses geladen und mit diesem die Vorlage be- sprachen. Damit hat er erneut seine Arbeiterfelndlichkeit bewiesen. In der Versammlung kamen außerdem noch eine Reihe Beschwerden über Diensihärlen zur Sprache. So wurde hervor- gehoben, daß Herr Oberkonlrolleur Puhle die Unterweistingszeit oft bis zu v Stunden-mSdebne. Hier soll weniger über dienstliche Angelegenheilen unterrichtet als Denunziationen entgegengenommen werden. Der Arbeiterausschuß wurde beauftragt, mit der Betriebs leitung über die Abstellung der Beschwerden zu verhandeln. Ein Jubiläum im Zimmerervcrband. Am 1. Juni dieses Jahres ist A u g u st B r i n g m a n n fünf- undzwanzig Jahre Redakteur des.Zimmerer" und ZentralvorNauds- Mitglied des Zimmercrvcrbandcs. Nach der im Jahre 1890 voll- zogenen Einigung des ZenlralverbandeS mit der Sonderorganisation der Zimmerer, an der August Bringmann als Geschäsisleiler der letzteren in erfolgreicher Weise mitgewirkt halte, trat er zum Verbände über, in dem er alsbald eine lebhafte Tätigkeit ent- wickelte. Von der Generalversammlung im April 1896 in Bremen einstimmig gewählt, übernahm er am 1. Juni desselben Jahres die Redaltions- und Verlagsgeschäste des.Zimmerer". Sein Amts- antritt fiel in eine für die Gewerk'chaflen außerordentlich be- wegte Zeit. Sie hatten aus der einen Seite den Kamps um ihre Anerkennung zu führen und sich daneben den nachhaltigen Wirlungen einer beflizeii WirlschaslSkrisiS zu erwehren. Aufgaben. die an die Redallion eines Gkwerkichansorgans hohe Anfordernngen stellten. Hinzu kamen die in Aibeiierkrciien voibandenen unsicheren Anffaffungen über die Ausgaben der Gewerkschaften, die im Zimmerervcrbande besonders ouf der Bremer Gcneralv.rsanimlnng nach einem AuSweg suchten und Beschlüsse zeitigten, die dieser Auf- sgsiung Rechnung tragen sollten. Allein diese Beschlüsse haben praktische Bedeutung nicht erlangt, mit Ausnahme eines auf de» Abschluß von Kartellverirägrn mit anderen Organi'ationen gerichteten, der alleidings erst viel später zur Ansführung kam. lieber- haupr nahm die Zimmererbewegung eine ganz andere Richtung, als das nach dem Verlauf der Bremer Generalversammlung den Anschein haben konnte. Dazu trug natürlich in erster Linie die Haltung de?.Zimmerer" bei, die bald viel größere Selb- ständigkeit und Zielklarhc't innerhalb der Bewegung schuf. DaS war wiederum auch auf die Werbekraft des Verbandes von günsti- gem Einfluß. Und als die Wirkungen der WirUchastsknsis überwunden waren, nahm auch der Zimmererverband einen beachilichen Aufschwung. Dadurch wuchs die Zahl der Lohnbewegungen und auch die Erfolge deS Verbandes mehrten sich, eine an der ein wesentliches Verdienst August Bringmann ist, der im Fachorgan unablässig dahin wirkte, daß Kreiien der Zimmerer immer mehr die Erkenntnis Bahn brach von der Notwendigkeit einer starken Berufsorganisation zur Vertretung der beruflich- wirtschaftlichen Interessen der Zimmerer. Bald stand der Zimmcrerverband unter den Berussverbänden mit an erster Stelle. Für die Tanfierung der Lohn- und Arbeitsbedingungen im Zimmerergewerbe ist Bringmann schon frühzeitig eingetreten. Und als später durch die arbeiler- und gewerkschastsfeindlichcn Bestrebungen des ArbeitgeberbundeS illr das Baugewerbe dem Tarifvertragsweien Gelahren drohten. hat er nicht verabsäumt, rechtzeitig auf sie aufmerksam zu machen und ihnen mit Entschiedenheit entgegenzutreten. Erfolglos ist sein Wirken auch auf diesem Gebiete nicht geblieben: so hat sein immer- währendes Eintreten gegen den starren Tarisvertrag noch während der Kriegszeit einen Erfolg buchen können. Seine Schriften über den Tarifvertrag sind weit über die Grenzen des Zimmerer- Verbandes hinaus in andere Gewerk'chastskreise gedrungen Entwicklung, zuzuichreiben sich in den wie mich die dmr(im»»erfaßten.Praktischen Make für die deutsche Zimmererbewegung" und ganz besonders seine .Geschichte der deutschen Zimmererbewegung" allgemeine Be« deumng in der gesamten Arbeiler- und Gewerkichaftswelt.erlangt haben. Ihm verdankt die Arbeiterbewegung, vor allem die Gcwerk« schaftsbewegung. manche werlvolle Anregung. Besonders für die Gewerlschaslsbeioegung hat er sich auch in kritischen Zeiten, gegen wen immer es galt, energisch eingesetzt. So hat«uzust Bring» mann durch seine rastlose Arbeit zwar vorwiegend der Zimmerer» bewegung, zu einrm nicht geringen Teile aber auch der allgemeinen GewerkichaflS- und Arbeiteibewegung genützt, die deshalb an seinem Jubilniim regsten Anteil nimmt. Möge es ihm vergönnt sein, noch v ele Jahre in körperlicher und geistiger Fi ische zum Wohle der Zimmererbewcgung wie der allgemeinen Gewerkjchasts- und Arbeiter- >ache tälig sein._ Inöuftrie und hanöel. Die Erntcanssichten. Aus Mitteldeutschland, ans West- imd Züddeutschland bleiben die Saateitslandsberichie nach der.Voss. Zig." sehr gut, aus Schleswig-Holstein liegen neben den ionst auch befriedigenden Ur- teilen Klagen über den Ge>iiüicaii bau vor, für den nalüilich allgemein Regen noiwendig ist. Iii Norddeulichland hat sich in der überwiegend besnedigeiiden Beurieilung der Felder, bei der aller- dings die Nachrichten von der Nordostgreiize des Reiches eine Aus» nähme machen, wenig geändert. Das Lickliche Bureau schreibt, daß der Stand der Zuckerrüben einen höheren Erlrag als im Vorjahr verspreche._ Die Liquidation der russischen Banken. Der.Sowiemciiiloje Slowo" ist zn cninetimen. daß die von der Sowjeiregierung cingeietzie Spezialkoinmiinon endgültige Bedingungen ausgestellt hat,»nler denen die russischen Handelsbanken ihre Liquidalionsiätigkeil wieder auszunehmen haben. Die Tätigkeit soll mit möglichst geringen Eiichünerungen der inneren Organisation der Banken eriolgcn und zwar in den früheren Geichäilsräumen. Tie bisher'gen Direktoren, BcrwallungSbeamten. Angestellten u'w. sollen ihre Stellungen wieder einnehmen, vorauSgeietzi, daß sie sich in Petersburg aushalten, lim die vielen, bei der Liquidalions- tötigleit sich ergebenden Saeilsragen zu schlichten, bat der Kom- missar der Pollsbanl sSlaalsbaiikj ein juristisches Komullations» burcau bei der ihm unleistellien Bank eingerichtet. Ferner wurde beschlossen, daß den Klieiiten der Haiidelsbanlen von nun an 750 Rubel(bisher nur 500 Rubel) von ihren lausenden Rechnungen aus» gezahlt werden dürfen._ �ugendveranstaitungen. Slrbeiter-Jngcndhcim Berlin SW, Lindenstr. z. Sonntag, den 2. Juni: Spielaiisfliig nach dem Croffin-See. Tressp. 7 Ubr Göiiitzer Bahn- hos. Kosten 1 M. DicnKiag. 4. und Donnerstag. 6. Juni auf dem Spielplatz(i in Trep'ow. abends V,7 lllir: Turnsviele. Bezirk Süden. Sonntag, den 2. Juni: Haldtagswanderung nach Hiiudclelpe— Pich rls berge. Tresspu fl 1.30 an der Normaluhr am Leipziger 'Platz. Fahrgeld 0.50 Sil. Freitag, den 7. Juni, abends 3 Uhr: Heilere Rezitation. Vor etragen ooin Genossen Weber. Verantwortlich für Politil: Erich Knttner,>? erlin: für den übrigen Teil des BlatteS: Alfred Scholz, Neukölln: für Anzeigen Throdor Gloche, Verltn. Verlag: VorwSrlS-Vcrlag K. m b. H., Vcrlin. Druck. Vorwärts-'puchdruckerei und Verlagsanstnll Paul Tinger u. Co. in Vcrlin. Lindculnahe S. Hierzu l Vcllnge und Uutcrdalrungsvlurt. livütestrvs Theater. Allabend!,?: Hex Fallenbepg in Familie Sclifjnek. Kamiiiersplelo. 8 trbr: Tanxspieie Ernst Natray und Kalla Sterna. Voik«btihne Theater am ßüluwplati. TTntcrgrundb. Schönb. Tor. V'/. Uhr: Zum ersten üaie: General Yorck. Tiieater des Westens Allabendlich 7'/, Uhr; Leopoldine Konstantin m Die Tänzerin. Taster i, Königgrätzerstr. 7 Uhr: Ueuinszonierung: SJio fünf Frankfurter. Korn edlen haus c/,8 Uhr; Rio Karin. BerHnerTheater 7" U.; Blitzblaues äiiat. Titester der Fnetltetaill Ecke Friedrich- u. Linienotr. TU Thealer iür Sonnabend, 1. Juni. Cent rtil-Theater tu uhr. ßte Csardäsfllrstin. I/ts st spiel hau» T'/, Uhr: if.Lindentiol JOeatsches Opernlinas 7 uhr: Llebeskeüen. Friedrlch-Wllhelmst. Theater u/. uhr: Bas Breilliierte. Kleines Theater 71/- Uhr: Z. 1. M.: Aristid ond seine Fehler. Bassennann. Komische Oper TV--- SeliwarzwäliltiiSeL Morg. 31/, ü.: Die KinokSnigin. Metropol-Theater Bis M?oo Stainiißl. Tl. Uhr: Hoogs Opßrottentiaos 7>,4uhr:ß8rSo!ilätt!erMar!e. Reslzlon®- Theater uranHühr: FliiiiepldärclieiL Schiller-Theater O z\DMr; Der Leibalte. Sehlller-Th. Chart. 7'/, Das Onailenbrot. Uhr: Die Dienstboten. Thalia-Theater �BstEPiiertiiitißiiilenLinßii NATIONÄL-THEATlR �Amerik. Täglich Stürmischer Erfolg;! M „Mäuschen". Militärhunioreske in 3 Akten von Müller-Malborg Caslno-Theatcr.'I,9 Uhr. Nur noch einige Tage die Berliner Lokalposse kZamsterf ritr, e. Theater am Nollendorfplatz Sll. Uhr: Unsere Kiite. 7 Uhr: Wintergarten Qastspiel der Komischen Oper Znra 1. Male: ij Uhr: Ohne Männer kein Vergnügen TU % A... Sonntag S'l. kleine l'roise: Jagend von Mas Halbe. e&nis«ft t--; Kühler angenehmer AMleninali! Ue tater Sionat. OEir Uar roch kurze ZoitI Neues PfDoraniini u. a. Harry Cordley, G 1 eicli go ivi chtsk iin stier, mit sein, sensationellen SchluIStrick Der üwmti Mm Malo. F angkünsder. Lona end Clown Bell, Dressurakt mit Pony u. Hunden, usw. usw. Zum Schluß: Die beliebte Ausstatt.- Pantoininie in 1 Akten Frs|liHü?:�P!rlO" mit den lustigen � Waseerszenea» l uuicordia- Lichtspiele Andreasstraße 84. Ab Sonnabend, den 1. Juni: Der große Kulturfilm !s tserde ficht III. Teil von Richard Oswald. Dazu 2 wunderbare Lustspiele. j 7*1, Theater 7*1, i Direkt.: James Klein m Heute nnd morgen W die letzten j Torsteliuhcen mit dem Riosen- ISeiisatiaBS-ProfraiBiii Schiaß der Spielzeit. Sanntags 31/, Uhr jeder I i Erwachs. 1 Kind freüj Trianon-Theater Ohl. Frledrichstr.Ztr 4927.2391 '/,8 Zum 272. Male: Der nt WüsuKaiser-Titz.Bildt, Klink f Pratef- �flmnnliniitljBng. Wh bringen bicrmil zur öffenllichen Kennlnis, dan Niinmebr am Sonnabend, den I. Juni d. F.. morgens t» Uhr. auch iolgrude Badcaustlmen eröjsiict werden: A. Für mannliche Persoue. t »)«n der Fruchlslrnhe, b) an der Cuvry rase und v) hinter Mühlenstraße 5l>. R. Für weibliche Perssnr«: ») hinter Mühlcnstiaße 59 und d) an der Cuvrystratze. DaS Nähere über die Benntzlingszeilen, über die Preise der Bäder, Schwimmunlerrickt und Badewäsche ergeben die bei allen Anstauen ousbüngendcn Taiise. Kinder unler 19 Jahren weiden nur in Bcglcilung Erwachscuer zugelassen. Berlin, den 39. Mal 1918. sA kiis WWe Im«' snlt VOMses. Sialifch. Dr. Rcimann. Rose-Theater. Tum-. SMsielzlSea. Gaitenbühne 7 Übt: Gr. Revue. Walhalla-Theater. Tum: MMMea. Gartenb: Die lieben süßen Mädel. Der 55i SR 0: ßotcl, Pro). A.. Die sexuelle Frage. Volksausgabe 5,99 M. Buchbandlunn Vorwärts, Lin- beuj-�aze 3, Laden. ,0 Kabarett Tivoli M---------- Bunte Vorträge---------- SSplelfolgre vom 1.— 15. Jnni: □ Alois Krämer □ Zwei Poleys □ □ Mila Endtresser □ Kräiner-Wolff □ □ Hanna Hartner □ Jean Cichon □ Tätlich zwei Kapellen. täglich 7'/» Uhr abends Rlercn-Erfokg Morgen Gonntac 2 Auriührungen 3'/, u. 71/. Uhr PaEast- Theater am Zoo Anfang wochent. 7. Sonntag nachm. 4 Uhr. A Kot! buser Damm 95 JguW SsSB iioii d. Lbrrbaumprülte>FaIckc,isteinftr . /i.\y»NX jeden Tönning vorm llhr u Äst, tkhr nchm. sacii f ßltersiÄase ü. Sen-isrjiiijsilorl Reederei Kieclt, Falllenjtemskr. 48. Telephon: SWpi 8197. 1 Sohwelzcrjjnrten Ski» KönigStor Am Frirdrichshain 29-32. ! Größtcr und schönster Nalur- � garten Berlins, lieber 5999 Sitz- � Plätze. Saal für 1 000 Personen Täglich: Konzert, Theater. Speztolitliteuvorstelkuiig« Ansang Wochentags 4 Uhr. Sonnlags l! Uhr. CaiaE$30Sl!aCB®SBSIi! Reichshalien- Tiieater.| Allabendlich Ist, Uhr: jS'clliner Sänger,| Reichshallon-Saal Großes Bluthfien-Konzert. Staflanicrallcc 7— 9. M Im ffolkeutaiaiiietsr. iSrotze Posscn-Reoue in 6 Bildern Dazu die großart Spezialitäten Norddeutsche ClUUiLvuugeHV||tU| c. CS. m. b. H. Wieder ein Wagg. u frischer Nhabarber �n. Die??>itglieder werden er- sucht, sofort abzuholen. Das Pfund 29 Pfennig. In den näch'ien Tagen noch ein Waggon. Die Vettel! unqsstellen find geöffnet täglich 9— 12 und 4—7. So inrags 9— 19. Pantftr. 49, Nabe Badstraße, Vilchiirnffe 3, beim Birchow- Kranieuhaus. Kopenbagener Straße 4 (Schönhauser Allee), Petersburger Straffe 4a (Frantsmier Allee), Bozhagener Str. 19(Nähe Warschauer Straße), Kottbuser Strasfe Iis(Nähe Honibahnboi), Kursürsteustrasfe 148(Nähe Potsdamer Straße), Wilmersdorf: Wexftr..38. am Riiibabnoos. jkl/29' Wettere Verlcikungsstellcn wer- den in Moabil, Cha: lottenburg. Neukölln usw. erriwlet. Neue Mitglieder können noch aufgeilommen werden. Rur Telbiiverbraucher. Irischen- Handel ausgesehiessen. Näheres in den Ver. teilnngsitellen, auch Somilags 19— 12. und im VerwaltungS- bureau der Norddeutschen Gemüsebau- CSeuvssenichaft, Puigilraste 27, III. Ziod.! Ziinii-er 7<»(beim Zirkus! husch), täglich bou 19—7. 1 fBöte Kr8BZE�L088M3.3aa| � Porte u.Lis!e45Pt. mehr, lOlm.Portou.Lisle 33? MBHS6 ü Co., Bredcwslr. 9| 5 bilden: Kiinirstp. 57, WniUtr. I, S- � SSälicrsirnOe 3 h. l'otNdaiuer StralSe 23 b,» n Hoscnthaler Straße 71. Bar«cid Ätinilralspalast. Die Prinzessin von Tragant Sajdah Deutsche Tänze 7*1. Uhr. 2. 3. 4. 5, 6 M. ji im iiiiiiwuiB inrmn BczL'ssQüsiisn-i'crzelclinis äct-l.n-Osten OButtar, Ellar, K5«o xa JJteEnaJFlM ozossQöeiien-yerzeicnnis �Bapliei-Mprden Orocsn, Fcrben PsBigcSZÄhd.. an---Q hd'rfl (P risisch- u. Klurstw. Msimttllti'.� icierv- 153.: J* Kclonia'wziran fi Saegetiaft!] tüT" 1 l/nhtlianulana U. Pieisili S tri. He 2»i na zzra srLssr» � 2?* »»xtüiiers '' Sil B/ßTlTgi'D*L9. Zischte, Ändrtas-� mj.RCniclstr. 28». Andr»asi;Uu| Bsrsr. Warenhioiraer__ HÜ»n:bürgfrWar«nlitu«.TUxrieiD!jiiDg|4 �All-Str*ita II.Vorw-j.es erb- Tabak!| l Eiälb und Halb,- < rciiiei Tabak.'»/„Pakte=» i 1 Pfund 12.50 M.. nur an r S Sclbftoer&rauchcr, joinn 6er Vorrat reicht. 6 Walter GieCner. Dessau S. ßoiui''keBiIorfr»t. 37 3 sääl Unnra 1 fn Boiuirk®*dorf] KlrJB ä lö. Tiacblernr» Spezialarzl t>p. med. B.uahs ocb. schnell, gründl., mögl. schmerzlos u. oline Berulsstör. Geschleclitskrankheit.. geheim» Haut-, Harn-, Frauenleiden, Schwäche. Erprobteste Melboden Harn- und Blulunlersuchung. Bfc».«A»SÄ Spr. 19— tu. 8. Sonnt. 19— 1 N. TroHky: Rußland kn der Revolution. Jeyi sehr okniell. Preis 7,59 Mark. Haupt» expedition des„Vorwärts, Berlin, Lindenstr. 3(Laden). Nr. 148 ♦ 35. Jahrgang Heilaae öes Vorwärts Sonnabsnö, 1. �un! 1918 GroßSerlln Die neue Methode in der Kohlenversorgnnff. Der Kohlenvcrbaird Grotz-Berlin hat tiom heutigen Tage ab auf jeden mit der Ziffer 1 bezeichneten Abschnitt der Koch karte einen halben Zentner Kohlen zum Bezüge freigegeben. Zu dem gleichen Zeitpunkt tritt die B r i k c t t k u n d e n l i st e in Kraft.! Braunkohlenbriketts dürfen demnach unter Vorlegung des grünen, Ausweises und der Kochkarte nur noch von demjenigen Kohlt nhänd- j ler abgegeben und entnommen werden, in dessen Kundenliste der i Verbraucher eingetragen ist. Für die Entnahme aller anderen Ar- � ten von Kohlen gegen die Kochkarte sind die Verbraucher in der Wahl! der Bezugsstelle nicht beschränkt. Nach wie vor sind die Kohlen i grundsätzlich nach Gewicht abzugeben. Sofern der Kohlenhändler nicht im Besitz einer Wage ist, hat er vom l. Juni ab a n s t e l l e' von 1 Zentner Briketts nicht mehr wie bisher 114, sondern nur noch KB Ganz st eine abzugeben. Diese Aenderung der lüsherigeii Bestimmungen ist die Folge der vom Niederlausitzer Brikettsyndikat getroffenen Masinabme, daß nach Berlin von jetzt ab nur noä) Pfundbriketts verladen werden. Die Abgabe und Entnahme von Kohlen gegen die für die zweite Hälfte des verflossenen Winters ausgegebene Kohlenkarte sowie gegen die Ofenkarten und Sonderkarten ist von heute ab verboten. Ter Verfall der alten Kohlenkarte muß von den Verbrauchern, deren alte Kohlenkarten bis heute noch nicht voll beliefert sind, mit Rück. ficht darauf getragen werden, daß eine weitere Belieferung der alten Karle die Versorgung auf Grund der Kundenliste gefährden, mithin die berechtigten Interessen der übrigen Verbraucher schädigen würde, und weil alle Verbraucher vom 1. Juni ab auf Grund der neuen Kohlenkarte und der Krindenliste in der Lage sind, ihren Kohlen- bedarf zu decken._ �ett und Milch. In der nächsten Woche beträgt die Buttermsnge 70 Gramm pro Person. Margarine wird nilbt ausgegeben.— Bis auf weiteres werden auf die roten„.A/-Karten 1 Liter, auf die grünen„All"- Karten 1 Liier, auf die blauen„lZ"-Kartcn% Liter und auf die braunen„()"-Karlen'/s Liter Vollmilch ausgegeben. Auf Kranken- karten und Sondertarlen ist die aufgedruckte Menge voll zu ver- abfolgen._ Die Neisebrotration. Von den Zeniralbchörden ist angeordnet worden, daß vom 10. Juni 1313 ab auf Reichsrciscbroimaricn 200 Gramm, d. h. 4 Rciiebrotinarken zu je öO Gramm auf den Kops und Tag zu verabfolgen sirid. Bei Reisen, die bereits jetzt angetreten werden, aber über den 15. Juni hinaus dauern, werden für die Zeit bis zum 15. Juni Reiscbrolmarken nach dem allen Satz, für die spätere Zeil solche nach dem neuen Satz verabsolgt. Genosse Theodor Glocke kann heute das 80jährige Jubi- läum feiner Tätigkeit in d�r Expedition un'eres Blattes begehen. Am 1. Juni 1888 trat er in das damalige.Berliner Volksblatt" ein, das nach dem Fall deS Sozialtstengesetzes feit dem 1. Januar 1891 den Namen»Vorwärts� amiahm. Unvergeßliche Zeiten harter Kämpfe, stolzer Siege und eines gewaUigen, unuiilerbcochenen Aufschwungs hat er in den drei Jahrzehnten seines Wirkens ellcben dürfen. Em gutes Stück Berliner Parteigeschichte verkörpert sich in der Person unseres Freundes und Kollegen, dem wir an seinem beutigen Ehrentage nichts Besseres wünschen können, als daß cS feiner unermüdlichen Arbeitslust Vergönnt sein möge, zum Wohle unserer Partei und ihres ZcntralorganS noch recht viele Jahre tätig zu sein. Auf den beiden städtischen Straßenbahnen tritt heute der neue Tarif in Kraft, der belauuiltch gegenüber dem der Großen Bei- lincr mancherlei Borzüge aufweist. Auf Schulmappeu hat es cine Schwindlerin abgesehen, die seit einiger Zeit besonders im Norden und Osten die Straßen unsicher macht. Ein junge? Mädchen von etwa 17—20 Jahren macht sich dort an Kinder heran, die nach der Schule gehen oder auf dem Heimwege sind und bittet sie, in einem Nachbarhaus irgendeine Besorgung für sie zu machen. Wenn die Kleinen von ihrein erfolg- loien Gange zurückkommen, ist das Mädchen mit der Mappe ver- schwunden. Die Schwindletin hat es ohne Zweifel nur auf das jetzt wertvolle Leder der Mappen abgesehen. Lichtenberg. Lebensmittel. Von heute Sonnabend, den 1. Juni ab kommen für die Kinder bis zum 6. Lebensjahre zum Ausgleich für die erlittenen Müchansfälle solaende Eriatznäbrmittel zur Vertei- tung: Weizengrieß 32 Pf. pro Pfund, Haiermebl und Haferssocken 70 Pf. pro Pfund, Panin Si.< �.JC. kz.. I>. , S 0 1 1 a i r e'. Gäste willlommcn. twtetteransüciite«-nr das n?rkriere' Norddentteliland bis Sonntag mittag. Veränderlich, vorhcrr Ichend wollig, östlich der Oder östcr etwas Regen, im Weilen größienleils trocken, außer in den Mittags» stunden überall ziemlich lühi. Gen»f»mans;ng dcr H. PrcnYisch- Siiddenfschku OsZ?. Koi.ioZ ch i'rcufUrch.tt) KiassettiottLl!« 5. Klasse 20 Ziebungstng 31 Mai 1918 3(uf jede ne�pflciie IViimittcf sind zwei gleich Vvlze ttlewinne uef-illen,( uud Awüti it eiucv cur tic � c s e ftIcu.;cr V.»immer iu den icitcii f LibtctsitUs.eu I uud CS (Ohne(Scu-fi&t A. Et.-A. f. Z)(Vicl�druck ve»tio!cu) In der Vociiiittags-Ziehung wiirben Gelvinue über 240 Mk. gezogen: 10 Gewinne zu 5006 Mk. ILSöS LS432 SL122 146246 155904 74 Gewinne zu 2000 Mk. 4770 7220 0713 10929 19027 22058 21609 26246 29069 29321 46724 56253 662>0 71995 83656 84368 94782 95345 99367 99634 101729 109116 109179 116008 119375 122908 124703 130039 149519 157172 161742 164895 176806 182949 207959 210233 219777 166 Gewinne zu 1000 Mk. 979 6964 9073 11160 21094 23036 25392 40701 51368 51492 53169 54761 55611 65333 63070 65830 67752 68277 68367 63819 70794 71538 72785 73772 73951 74672 76288 77147 82684 88597 90967 99773 104163 104929 106928 109683 110660 113226 116114 116384 119368 124359 131664 132058 137498 139488 139843 143C53 143699 144746 146844 149259 156437 157280 165827 167809 168344 168511 173827 174484 180744 183282.183707 184537 186294 133576 196330 203277 205291 205480 203677 215231 216038 217580 220669 222417 222541 233254 216 Gewinne zu 500 Mk. 3691 8663 9492 9754 9773 11171 11735 12597 12541 13722 19383 19828 22074 23839 26744 27033 28306 30176 35931 36358 40752 43766 46056 48463 48611 54193 54407 56447 57286 58185 62976 67441 67536 69910 75007 75927 76666 78750 84204 85653 87013 88584 88939 90035 90352 92830 93122 65182 98488 98633 99258 101337 102208 103804 107245 107731 110169 113439 116242 117455 118771 126137 128204 129793 134304 136805 137700 142643 143591 147119 150695 156028 155907 161406 163748 173477 174236 175371 179859 181197 181099 182139 184012 186694 192456 192815 194834 196729 200124 203183 204695 204850 207002 207418 20743! 207801 208923 214390 214707 215209 216141 216376 219066 221611 225726 227607 232455 In der Nachmittags-Ziehimg wurden Gewinne über 240 Mk. gezogen: 2 Gewume zu 10 000 Vit. 100373 64 Gewinne zu 3000 Äkk. 9787 21312 22413 25892 34395 35343 33308 40045 45042 53155 61862 101087 101420 104674 121504 127476 131073 137873 140072 151747 159784 165668 168550 174136 176992 179608 195217 196401 209030 205826 224574 233836 120 Gewinne zu 1000 Mk. 100 4853 6375 18013 26245 33645 40959 41194 41636 47502 50304 53519 55299 56443 63957 64654 70481 70322 71715 75123 30040 84284 9196� 98548 100372 101779 109481. 116663 124557 125135 131802 132806 138813 139552 142560 143024 147558 151947 158889 161330 164973 172794 175762 176716 182594 107486 189732 191047 193756 208350 209465 209647 211868 212427 218932 214423 223765 226835 230987 233613 184 Gewinne zu 500 Mk. 2166 3354 3388 4320 9003 9882 10239 10892 13740 17583 20080 23090 23673 23889 25306 31819 33585 34555 36577 39465 39677 41809 49176 50131 62965 54406 57326 58636 64934 69561 72891 75234 61074 81201 83243 85816 87198 87955 88146 91233 95780 96220 101598 102443 104066 110721 111042 113108 121239 121830 122538 123225 124152 124818 127404 127604 128556 131409 131966 132069 132471 137535 138432 139765 142737 143239 143371 145838 145976 146433 146818 148648 149881 150133 156996 162108 163652 165446 166529 167992 169053 169067 178226 179062 179223 179770 180532 183239 181720 I 86104 186398 188117 191464 191669 193662 193866 195003 196817 197159 198817 204435 200334 208762 217869 2'8431 218641 218921 222335 223263 224103 224005 225143 225330 227777 230026 23335# Dr. nied, Kocfeon fürR Gesohlcohiskrankheitan, g Haut-, Harn-, Frauenleiden, 0 nervös. 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Eines ist mir seit langem darunter besonders aufgefallen und beinahe vertraut geworden: schöne große Mädchenaugen, schwer- müiig und dunkel, blicken aus einem schmalen, bleichen Angesicht, der Mund ist ein wenig abwärts gezogen und fest geschlosien, als habe er eine Klage zurückzuhalten, die unausgesprochen bleiben soll. Ich weiß nicht, wer sie ist, und habe nie einen Versuch ge- macht, es zu erfahren. Es ist viel schöner so. Eine der vielen, die an einem vorüberlreibcn, wie stille Nachen auf einem belebten Strom. Sie selbst beachtet mich gar nicht. Jahrelang begegnet sie nkir so an jedem Morgen fast zur selben Minute und an der gleichen Stelle. Ta erfahre ich eines TageS durch das Spiel des Zufalls ihren Namen. Eines Abends nach Geschäftsschluß steigt sie zu- fällig in die Straßenbahn, in der ich sitze und meine Abendzeitung lese. Zwei junge Mädchen sind bei ihr. Gerade vor mir nchinen sie Play. Die eine scheint eine Bekannte.»Fräulein West,* sagt sie. Die andere ist wohl vertrauter mit ihr..Klara,' hör' ich es herllberklingen. Klara I Daß ich auf den Vornamen nicht schon selbst gekommen bin. Mir will nämlich scheinen, als wenn zwischen unseren Bor- uamen und unserem Wesen eine Art Beziehung bestände, und es dünkt mich zuweilen, als könnte dieser oder jener meiner Bekannten wirklich nicht anders heißen.— Klara? Ja. der Name paßt gut �u ihr. Soweit ich sie kenne, heißt das. Aber schließlich gehen wir alle wie Vermummte aneinander vorbei.... Ein paar Wochen später bleibt sie plötzlich deS Morgen« ans. Lucki den zweiten und dritten Tag begegne ich ihr nicht. Irgendeine Verhinderung, denke ich. Da sind tausend Möglich- leiten. Auch während der folgenden Tage sehe ilb sie nicht. Ich babe mich nie damit bcschästiqt, wohin sie geht, was sie treibt. Nun fange ich an, zu spintisieren. Ein Ladenmädchen vielleicht, und ich muß an ihre zarten, kindlichen Hände denken, die vielleicht gewohnt sind, Seidenstoffe zu fallen und zurechtzulegen. Sie kann verreist sein, denke ich, Oder verzogen und geht nun auf einem anderen Wege ins Geschäft, Am Ende bat sie auch ge- beiratet, was weiß ich? Aber der Gedanke kommt mir plötzlich beinahe lächerlich vor, ich iveiß selbst nicht warum. Vielleicht ist sie auch erkrankt. Sie sah schon lange wie eine Leidende aus. Dann vergesse ich sie. Man hat wirklich an wichtigere Dinge zu denken. Vierzehn Tage später begegnet mir in derselben Straße, fast genau an derselben Stelle, an der ich ihr so oft begegnet bin, ein Leichenzug. Ein kleines Gefolge, nur auffällig viele Blumen und Kränze. Plötzlich durchzuckt es mich: Klara West. Ich weiß, daß es kindisch ist, und es kostet einen heimlichen Kampf— aber ich muß fragen. Der letzte im Gefolge, ein hutzc- liger Alter unter einem vorsintflutichen Zilinder, sieht mich ver- wundert an und antwortet leise:.Fräulein West. Nur kurze Zeit ist sie krank gewesen. Ja.' Was ist da weiter? frage ich mich und kämpfe damit gegen ein alte Trauer an. die wie eine Wolke in mir aussteigt. Ein Mensch lebt, leidet und freut sich deS Lichtes und stirbt. Was ist da weiter? Und doch ist mir sonderbar und eigen. AlS Hütt' ich der Toten, die da vorn in dem schmalen, blunieuüberschütteten Sarge ihre letzte Fahrt macht, näher gestanden und zwüchen uns wären Fäden ge- Wesen, die nun zerrissen sind. In plötzlichem Entschluß reihe ich mich dem Gefolge an. Sie haben sie gekannt? fragt mich der Alte, der an meiner Seit« geht, und als ich wortlos nicke: Ja, haben Sie denn die Anzeige in den Zeitungen nicht gelesen? Ohne daß ich frage, erfahre ich, daß sie in einem Blumengeschäft der Stadt gearbeitet hat. Natürlich, sage ich mir. Das paßt zu ihr. Blumen und feine Drähte und Treibbauslufl, feucht und schwer von Blumendüsten, Sie ist vor Jahren einmal verlobt gewesen, und ist verlassen worden. Aber das ist es wohl nicht gewesen. Ein Lungenleiden. Vater unö Sohn. Skizze von Erna Löwenwacter. (Schluß,) Im Spätherbst gibt Marie unter Todesgefahr eiueut zweiten Jungen das Leben l doch das Verhängnis ist mit deni Neugeborenen, der so zart und gebrechlich. Warum durfte das schwache Flämmchen nickt erlöschen? Viel Kummer und Sorge wäre ihm erspart geblieben. Aengstlich wacht Marie über das kleine Leben. Waltor bleibt ihr Sorgenkind, sie der- zehrt sich über seiner Pflege und vergißt darüber fast die andern. Wie der Junge heranwächst, ähnelt er weder der Mutter noch ihm, noch den Geschwistern. Sein blasses schmales Gesicht mit dem tiefschworzcn Schlichthaar sticht wie ein Frenides zwischen den blondbraunen Krausköpfen der anoeren hervor.— Da gehen ihm plötzlich die Augen auf.— Nun sieht er klar.— Die Rache vergiftet sein Blut.— Ach, ein Krüppel muß alles hinunterwirgen. Da heißt es, die Zähne aufeinanderbeißen, still sein,— ertragen.— Aber im Innern kocht es ihm. O. dieser grenzenlose, ohnmächtige Haß. auch gegen Walter, den unschuldigen Kleinen!— Daß Marie den Jungen au: zärtlichsten liebt, hat er erwartet. Es ist ihm eine Genugtuung, daß Wilhelm und Lisa um so fester zu ihm halten.— Jahre vergehen.— Walter kommt zur Schule. Er ist ein selten begabtes Kind, lernt mit stzeuereifer. Sein Fleiß trägt ihm die Freistelle am Gymnasium ein. Lehrer und Pastor verwenden sich für ihn. S-oll der Junge etwas Besseres als die anderen werden? Nie und nimmer! Und dann läßt er sich dach vom Pfarrer überreden. Der Vor- sehung will er nicht in die Hände fallen; so gibt er denn seine Einwilligung.— O diese Gymnasium siahre I Jetzt tut sich die Kluft zwischen ihm und Walter erst recht klaffend auf. Wie er ihn beneidet, der mit den Söhnen der Reichen wie mit seinesgleichen verkehrt. Er glaubt sich von ihm verachtet, von ihm, der sein Brot ißt, der ihn Vater nennt. Zu spät bereut er die Erlaubnis zum Studium. Doch wer verbietet ihm noch jetzt, den Vierzehnjährigen von der Anstalt zu nehmen? Er als Vater hat schließlich ein Wörtchen mitzureden. Eines Tages fragt er Walter gereizt, ob er ihm ewig auf der Tasche liegen wolle; hält ihm das Beispiel der Geschwister vor, die schon ein schönes Stück Geld verdienen. Anstatt ihn zu de- mütigon. weckt er den Stolz des Knaben. Wer hätte das hinter dem scknnäckftigen Jungen gesucht, der immer sttll hinter den Büchern hockt, heimlich die ersten Verse schmiedet! Niko- ja. Und den großetg Kranz, der mit den Orckiideenblütcn dort am Kopsende des Sarges, haben ibr die Kolleginnen vom Geiibäst ge- stislet. An dem Kranz wäre wirklich nichls gespart, so prächtig wie der sei. Der Morgen ist neblig. Die Häuser und Straßen scben aus. als wäre die Well in eine sanfte, graue Wolke aebüllt, um selbst die niedrigste Gasse noch mit den, Hauch der'Hvhe zu umkleiden. Auf de», Kirchhof siebt man kaum die nächsten Gräber, die taubepcrlr und reglos still unter den Bäumen liegen. Wie welke Blumen, die man vergeblich besprengt hat, um sie noch einen Tag zu erhalten. Ter Pastor bat eine schöne weiche Stimme, die in der kühlen Morgenluft warm und wohlig wirkt, als legte sich eine weiche warme Hand auf einen. Was er iagl, höre ich kaum. Ich sehe einer Amsel zu, die schwarz und glänzend auf einem Grabhügel sitzt und mit dem gelben Schnabel die trockenen Blätter wendet. Als alles zu ende ist, drückt der Pastor nach der Sitte den Leidtragenden nacheinander die Hand, der weinenden Mutler, einer jüngeren Schwester, die ähnlich große, etwas verwunderte Augen hat und obne Tränen gestanden hat, bis sie plötzlich jäh und heiß auf- zuschluchzen beginnt. Nach einigen leisen Worten deS Trostes wendet sich der Pastor den übrigen zu, den Nachbarn und dem Geschäftsinhaber, bei dein Klara gearbeitet hat und der in tadelloser schwarzer Aufmachung nervös und unruhig dagestanden hat und nun eilig davongeht. Unvermutet kommt der Pastor auch zu mir. Er weiß nicht recht, was auS mir inachen. Eine Verwandte? fragt er leise und teilnehmend, Die Frage berührt niich wunderlich, klingt einen Augenblick in mir nach, ohne daß ich anllvorien kann. Nicht, nein, sage ich hastig. Eine Verwandte?— und doch— vielleicht— eine Verwandte... Wer will das ent- scheiden? Um und in Solflons. Eine liebliche und mannigfaltige Landschaft ist es, in die durch das siegreiche Vorrücken der deutschen Truppen der Krieg jetzt ein- gedrungen ist. Zwischen ihren Hügeln in mannigfach gewundenem Laufe friedlich dahinfließend, bald von ihnen eng zusammengedrängt, bald in bequemerem Talgrnnde sich ausbreitend, erinnert die Aisne vielfach an das nrittlere Sanleial in Thüringen. Unterhalb und oberhalb von Soisions ist der Charakter der Landschaft etwas der- schieden. Unierhalb der alten Römer- und Frankenstadt ist das Tal enger; zu beiden Seiten des Flusses dehnen sich Rübenfeldcr, während an den Hängen Gemüse- und Obstgärten angelegt sind, Die schmalen Seiicntäler, die ihre Gewässer zur Aisne entsenden, bergen zum Teil Landschajlen von noch fast unberührtem Reize. Dann weichen die Berge aui beiden Ufern auseinander, inmitten eines Gedränges zahlreicher Dächer werden stattliche hohe Türme ficht- bar: das ist Soissons, das sich mit seiner Hauptmasse am linken AiSne- ufer ausbreitet. Und nun bleibt das Tal auch weiterhin breit. Blühende Dörfer drängen einander, der Rübenbau ist fast voll- ständig verschwunden und bat dem ertragreicheren Getreidebau Platz gemacht, und an den Hängen werden voniehmlich Bohnen und Erbsen gebaut. Es ist eine fruchtbare und reiche Gegend, und auch vcrkehrspolitisch eine wichtige Straße, Der Wasserlauf der Aisne bildet noch immer eine wichtige Verkehrsstraße. Bei Condö, wo der V e S l e- B a ch von Süden in die Aisne fällt, wird diese schiffbar, und dieser Schiffahrtsweg spielt im Warenaustausche zwischen dem Osten und Nordosten des Landes mit Paris eine große Rolle. Wo die Vesle in die Aisne fließt, ist das Tal breit und gleicht einer kleinen Ebene, während weiter stromanfwärls dann die Berge wieder näher aneinanderrücken und eine Art natürlichen Engpasses bilden. Fort Condö, das von weitem wie ein riesiger Maulwurfshügel aussieht, beherrscht diesen Engpaß und die Ausmündung des TaleS in die östlich beginnende Ebene der Champagne. Den Hauptort dieses Bezirkes bildet das durch seine Bohnen weithin berühmte Vailly. Im Herzen dieser irnchtbaren Landschaft bat nun von uralten eilen her als eine der wichtigsten Städte Galliens SoissonZ die errschaft behauptet. Lange Zeil bildete sie die Hauptstadl der fränkischen Könige, und die Schlachten, die Chlodwig und Karl Marlell in dieser Gegend geschlagen haben, bezeugen die große Bedeutung, die SoisionS in alten Zeiten besessen hat. Pippin wurde 7öl in der dortigen Kathedrale zum Könige gekrönt und laus hat sich verreckyret. Walter stemmt sich flogen seine Ge- Walt, trotzt seinem Willen und verdient durch Stundenfleben seinen Unterhalt, zeigt, daß er nicht von ihm abhängt. Be- sondere Dengünstigung ebnet ihm den Weg zu freiein Studium auf der Universität.— Jetzt hat er über den Sohn seiner Frau völlig die Macht verloren.— Da kommt der Krieg und streckt seine Faust nach ihm aus.... Donnernd rollt ein Zug über den Bahndamirr. Weiße Dampfschwaden verhüllen auf Augenblicke die herbstlichen Felder.— Nikolaus schaut auf.— Soldaten winken aus den Fenstern.— So zog auch Walter hinaus, jubelnd, voll Lebensmut. Und solch ein Zug bringt ihn dann heim; gebrochen und stumm.— Wie Nikolaus dem entscttwinderrden Zuge nachsieht, denkt er an jene Zeiten zurück. Damals... Gott verzeih ihm, hat er nicht gefrohlockt, als Walter sein eigenes Schicksal trifftl Welcher Schlag für die Mutter~ ihr hochstrebender Sohn, geknickt, gelähmt. Das war die gerechte Strafe! Ein Granatsplitter ist tief in den Schenkel gedrungen, hat die Sehnen zerrissen. Walter darf schwerlich hoffen, je wieder ausrecht zu gehen. O, er weiß, was es heißt, Krüppel zu sein!„Er ist nicht besser dran als du selbst," hat damals seine Sttmme tn ihm gejubelt;„jetzt bist du gesühnt!" Aber dann komurt doch der grausige Tag, da Tod und Leben um den Fieberkranken streiten. Da erwacht sein Ge- wissen. Er sieht sich wieder... unruhig mit kämpfendem Herzen. Es leidet ihn nicht zu Hause. Zu später Stunde binkt er noch ins Lazarett.— Die langen hallenden Gänge, Aerzte in weißen Kitteln.— Schwestern.— Karbolgeruch schlügt ihm entgegen. Hier hat er auch einmal gelegen. Er kennt alles wieder: die weißgekalkten Wände, die Steinfliescn, unten im Hof der Klostergarten mit den Kastanien, Säle mit bunten Bibelsprüchen.— Eine Nonne weist ihm die Tür zu Walters Stube. Wild schlägt sein Herz gegen die Rippen. Mit bleichen Leidensmienen liegt der Kranke schlurnmenrd in den Kissen. Vornübergeneigt gegen sein Bett, sitzt Marie und verwendet kein Auge von Walters Antlitz. Das Schicksal ist der Mutter gnädig. Regelmäßig hebt und senkt sich die Brust des Geretteten. Was muß die Aermste um ihr Kind gelitten haben! Ein sdttames Mitgefühl beschleicht ihn beim Anblick der gebrochenen Frau. Das Leben bat auch sie in seine rauhen Hände genornrnen. Ihre Gestalt ist von Leid um und um getan. Im Schein des Nacktlämpcheus sieht er, daß tausend feine Fältchen über ihre Haut lausen— ein Spttmetz, das die Sorge dort gesponnen. Auf der Stirn SonnabeNö,l.�unt mancher Reickstaq hat in den Mauern der Stadt getagt. Aber die Aisnc-Stadt ist heut nicbt mehr als eine Landstadt. Vvn Soisions kommt ein großer Teil der frischen Gemnie, die Paris täglich verzehrt. Die Denkmäler der Stadt führen zum Teil noch bis i» die Römer- zeit zurück. Als die Eisenbahn nach Soissons geführt wurde, standen noch die alten Mauerwälle; man legte daher den B'nhlihos vor diesen an, und so entstand zwischen Bahnhof und Alrstadt eine anderthalb Kilometer breite Allee, die allmählich zur modernen Pcachistraße von Soissons sich enlwickellc. In einen ganz anderen Bezirk tritt man, wenn man sie durchwanderl hat und sich der Alt- stadt nähert. Da erst beginnt die Geschichte von Soissons zu sprechen. Noch birgt die Altstadt einige ehrwürdige Bürgerhäuser. Vor allem sind es nalnrlich die Kirchen, die von der vergangenen Größe der Hanptsiadt des ArSne-Landes erzählen. Da ist die Karhedrale, ein wuchtiger goliichcr Barr des 12. und 13. Jahrhunderts, deren nicht bis zur letzten Vollendung gediehener mächtiger Turm 06 Meier hoch emporsteigt. Wenn der Eindruck dieses Baues doch etwas KühlcS behält, so besitzt Soissons zum Erlatz eine Kirchenruine aus gotischer Zeir, die die Phantasie gewaltig anregt: das sind die noch stehenden Bauteile der alten Abteikirche von St, Jean-des-Vignes, deren prörb- tige, von zwei majestätischen Türmen überragte Hanptseite, � die höchste Bewunderung erregt. Auf dem Marktplätze steht eirr hübscher Zierbrunnen. ES ist eine friedliche Stimmuna. die den Marktplatz von Soissons kennzeichnete, und wenn man die Stadt umwandert«, so verslärklo sich der Eindruck, daß sie in ibrer Fruchtbarkeit und Wohlhabenheit ein friedliches, verträumtes Dasein führte. Nur hier und da�er- innert dann ein Bau, ein Nest an die größere, aber auch gefähr- sichere und bewegtere Vergangenheit. Nur noä) der Name eines Vorortes gemahnt an St. Mödard, die KrönnngSkirche des alten Frankenreiibes, und die berühmte Abtei mit ihren sieben Kirchen. zu der 1536 über 266 666 Pilger strömten, ist gleichfalls vollständig verschwunden.___ Die Lernfähigkeit öer ZNäuse. Zur Feststellung des biologisch-r'rchligcn Verlaufs des Lern« Vorgangs bei Mäusen hat Prof, CzhmanSki im physiologischen Iii- stitut der Wiener Universität erfolgreich? Versuche angestellt. Die Unierftrchnngen wurden, wie die„Nalurwissenschanliche Wocbenschrisr' berichtet, bei weißen Mäusen vorgenommen, weil diese bekanntlich während eines Tages 16 Ruhe- und NkriditäiSperioden haben, der Zeitrarrm von L4 Stunden für sie also 16 Tage und 16 Nächte umfaßt. Als Antrieb für die Handlung, deren Erlernbarkeit unter- sucht werden sollte, wurde der Hunger benutzt. Und zwar wurde dabei logisch angenommen, daß dre Frcßperioden mit den Aktivitätsperioden zusammenfalle�. In dem Glasiästz wurde ein etwa 15 Zentimeter hohes Tischchen mit zwei Futternäpfen angebracht, zu dem arif beiden Seiten eine Leiter führt, docki wurde» Leiter- ende und Tischchen noch durch eine Brücke von 16 Zenlimelcr ge- trennt, die bei dem geringsten Anstoß binnnterklappte, nur dann sofort wieder in die alteLage zurückzukehren. Beim Hinunterklappen der Brücke und dem gleichzeitigen Federn des Tischchens wurde durch Kontakre ein elekinschcr Strom geschlossen, der die Bewegungen ans einer sich drehenden Trommel außerhalb des Käfigs verzeichnete. Da der ganze Apparat so eingerichtet wurde, daß die Futlcrnäpfe immer nur von einer der beiden Brücken erreicht werden konnten, wurde durch die Aufzeichnnngen des Srromes ans der Trommel jeder Fehler festgestellt. Es zergte'sich dabei, daß die Mäuse sich sehr schnell daran gewöhnten, irur die richtige Brücke zu benutzen. Am dreißigsten Tage wurde nur se 1 Fehler unter je 8 Fretzpcrioden gemacht. Die Mäuse lernen also bereits nach wenigen vergeblichen Versuchen, ihr Futter auf dem richtigen Wege zu erreichen, und diese Lernfähigkeit ist sehr wichtig, da sie sonst den Ort der Nahrung nicht wiederfinden könnten. Notizen. — Theaterchronik. Die Ersiauffähning von„Flirnmcr- klärcherr' im Rcsidenz-Thcaicr ist von Sonnabend aus Dienstag verlegt worden. — Eine neue Akademie, die den Namen Fürst- Leopold-Alademie führt, wurde in D e m o l d eingeweiht, Sie will insbesondere Kriegsbeschädigten und Heeresangehöcigen den Weg zu praktischer Tätigkeit eröffnen und darüber hinaus auch de» übrigen Zöglingen eine wissenschastlich-prakrische Vorbereituirz für daS Berussleben gewähren. stehen steile Furchen, wie vom scharfen Schnabel eines Vogels in schlaflosen Nächten hineingehackt. Er ist erschüttert.— Der eiserne Reif, der all die Jahre sein Herz zusammenschnürte, springt mit einem Male entzwei. Angesichts des leidenden jungen Menschen erkennt er, wie sehr er an ihm gefehlt. Darf er dem Unschuldigen die Sünde seiner Mutter entgelten lassen? Das Schicksal bietet ihm selbst die Hand, die Schuld zu sühnen.... Es kommt die Zeit, da er Walter ein treuer Pfleger witd; denn Marie ist über Nacht zur alten Frau ge- worden. Ihre Nerven versagen, ihre Schaffenskraft ist dahin. Wie er den Genesenden mit eigenen Händen betraut, tastet sich sein Herz langsam in dessen Seele. Nie und nimmer hätte er geahnt, daß sie soviel Gemeinsames verbindet. Mit Erstaunen sieht er, daß Walter ihn und seinen Stand nie ver- achtet hat; daß er sich selbst, jetzt und immer, zum Volke zählt. Aus dem frischen Quell des Volkstums schöpft er seine Kraft; verherrlichen doch seine Gedichte die Religion der Arbeit, die Fabrik, die Kinder des Volkes. Und dann die Lieder, die er draußen ersungeir; flammende Hymnen der Bruderliebe, die Mut erttfocht, Hoffnung entzündet, Mühsal gekindert. Seine Verse leben draußen in aller Munde. Er ist ein Dichter, ei» Dichter fürs. Volk, will er Rhythmus und Freude ins Leben der Geringen fragen. Seine Gedichte verkünden die Arbeit, verkünden Glück und Erbeb ring inr Werk der Hände und des Geistes: verkünden im Alltag das Feierliche und Göttliche.— Langsam spinnt sich da Faden auf Faden von Seele zu Seele und webt unmerklich dichte Maschen um ihrer beider Herzen. Nikolaus sieht schon mit Stolz der Zukunft dieses hoffrrungs- vollen Menschen entgegen, der seinen Namen trägt, und wenn auch körperlich gebrochen, dach mit ungebeugtem, festem Schritt als Dichter seinen Weg gehen wird. Die sterbende Sonne beglüht das abendliche Land. Purpurleuchtend ragen Kamine wie schlanke Tempel, ans denen der Opferrauch der Arbeit steigt. Fern am Horizonte dämmert das krause Gewirr der Dächer und Turme der Stadt. Der Wind weht die gelben Herzblätter des Flieders auf Nikolaus herab. Irgendwo im Laube versteckt, wie die unsichtbar tönende Seele des Barmrcs, zwitschert ein letzter Sommervogel.... Leise tut sich ein Fenster ans.„Vater, komm zu uns herein!" ruft eine klangvolle männliche Stimme. Da nimmt er seine Krücken und humpelt ins Haus. Ter Friede des milden Abends spiegelt sich in den Augen des Lahmen. Er weiß sich in Liebe dadrinnen geborgen. Jetzt kann er ohne Bitterkeit das nahende Alter ertragen' mag es kommen,.., Emaille 1 Speisetelien......... 95 pi. 1 Topfliockel.......... 95 Pf. i Bratpfanns.......... 95 pi. 2K:iff38ia3sen mitünlcr- f tassen WsKM MM-M W 3 Kompcttschälchsn 95 p- Glas 3 Wasserg äser........ 95 n. laschsnijecSicPp�r� 95 pi. Belle-ÄlSiancß-Sirüssß Gr. FrnnHfnrter Stresse Brunnen-Stresse Rsttöuser Damni Wilmerstloffer Sirasse M Uli v ü i'f. 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Ten Mitgliedern zur Nach« richi, dajz unjer College, drr � Kleinpncr �mil Hek Pantsfr. 70 am 28. Mai ycftorben iit. 6f;rc seinem Niidenkrn! Die Beerdigtmz findet am 'Oi'.nahcnd, 1. Juni, nach-' millagS d'/» Udr, von der Veidientnlle des Ncuci' St. Pant- KirchHvjcs, Scc� ii.afie, ans statt. Rege Befeüiflnng erwart.. 1 12,18 Die Ortsverwaltunj. .....»...»a«..» im■ Huder crem„Vorwärts" Hierdurch inachen wir tliilereit Milaliedern die Iraurige Millediing, dafi die beiden Sporlsgcnosien Ilizele lind Oliv PütznQr ein Opser dieicS iurchtbareu ZLeltfrieize» geworden find. Wir ivcrden ihr'ilndenkeii stets in Ehren ballen. Der Vorstand. n�-�ETT.-�TtnreiBC'TtDmran SeßMVelMSM-VMii. Berwallungostrkle Berlin. � Iii. Piitlnistrnstc 83 8 fAcichäslszei! von 9— I Ubr und von 4—7 Uhr. Telephon: Clin! Norden 18ä, f2t!9, 1gS7, 9714. Montag, den 3. Juni liHJJ. abends 8 tthr: Versammlung MWtt MMsüMkl Cüö SklllstgkWlstf! in: iSewerkschastSlianse, Engcfnser 15. Tagesordniing: 1. Bericht der Ernöbrnngsloiiimisfio». 2. Diskusfion. N. Verband«- und Branchcnaiigcfczcnbcilcn. Es ist nrbediii.,tc Psfichl aller itollegcn in der Bersamm- iung pünktlich zu erjcheütcn. t12/iL Di».»Ilnnir- lXijZ!!gskl!ölientePlil95i tKnttei'liosei'.�-85/i mmi mlmm% Gr. Fraakfartcr Str. 58 m � im Nurücn: Eadstrasse 47-48 Oilt äÄ III Vcrba-dihirfllbriifarbcitcr j Dcutifftlands. Zahisfelie Gro£-Berlin. Den Mitgliedern zur Nach- iidst, dost unser Kollege llHisiin Bahr Obcrschönewctdc. Weste ud- strafie 21, am 23. Mai vcr« storben ist. 55/1! Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung finde heute nachmiifngs 4'/, Uhr. von der Leichenhalle des Obc> schvncwcider Friedhof« ans statt. Ilm zahlreiche Beteiligung ersucht Die Orlsverwaltung. an jedermann. Geringste Anzahlung, kleinste Abzahlung. Spcziatität: 1- b 2-2isinief-Eii!ric'!{inrefl einzelne �ö':e3, fsrUire Küchen. Crcsse Au swahl komplett aufgestellter Schlaf-, VhPn- und Spelseziimsr. 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