Nr. 154. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertels fährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreichs Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. m der Post- Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzelle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins: und Versammlungs- Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächste Nummer müssen bts 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Gonn und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Freitag, den 6. Juli 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Anarchie. " Und was konnte er in diesem Crispinischen Vaterlande anders werden als ein Anarchist? - Hierzu ist zu bemerken, daß die Aerztekammer der brüllenden Beifall zu dieser hohlen erbärmlichen Phrase. Lombardei in ihrem jüngsten Vierteljahrsbericht die er- Wie denn! Jst Caserio Santo etwa in der Luft geboren? Ein Regierungsbild aus Italien. schreckende Ausbreitung der Pellagra fonstatirt hat, oder ist er nicht thatsächlich geboren und erzogen Die sinnlose That in Lyon, die Ermordung Carnot's und daß diese Ausbreitung statistisch nachweisbar mit der worden in dem Lande der Analphabeten, der durch Caserio ist Niemandem gelegener gekommen, als dem Vermehrung des Salzpreises und der Salzsteuer Hand in Pellagra, der Salzsteuer, der Bankkorruption, des BelagerungsErdynamitarden, der heute Italien regiert, nämlich Crispi. Hand geht. So hat sich in der Provinz Umbrien, die zustandes, der Verurtheilungen zu 4000 Jahre Gefängniß Ich sage Exdynamitarden; denn im gegenwärtigen Augen- bisher von der Pellagra verschont geblieben war, in unter der Herrschaft Crispi's? Hätte man ihn vorher blick machen sich die klerikalen Journale in Rom, in Mai- diesem Jahr ein neuer Infektionsherd mit 92 gefragt, er würde sich vielleicht ein glücklicher regiertes land und in Brescia das Vergnügen, eigenhändige Briefe Fällen der gräßlichen Krankheit gebildet und in der Land als Vaterland ausgewählt haben. aus Crispi's revolutionärer Zeit auszugraben und ab- Kommune Perugia wurden bis heute 80 Fälle mehr als im zudrucken, in denen er auseinandersetzt, wie man am besten vorigen Jahre gezählt. Aus zwei Provinzen werden in Bomben fabriziren müsse gcnz à la Most- um die diesem Halbjahr 4556 Fälle gemeldet. Ein Zufall hat es gewollt, daß die Dichterin Ada Tyrannen in die Luft zu sprengen. Das ist der triumphirende Erfolg der Herrschaft Crispi's Negri*) eine Zeit lang Dorfschullehrerin in der OrtsDie Blätter knüpfen daran saftige und fromme Be in Italien. gemeinde Caserio's war. Diesen Umstand greifen nun trachtungen über den Anarchismus. In Wahrheit, was ist Ergreifend ist es, in den Berichten die kurzen Urtheile klerikale und Bourgeoisblätter mit Begier auf, um in unsere Regierung anders, als die reinste Anarchie? nämlich der Aerzte über die Ursache der grauenhaften Krankheit und unglaublicher Weise gegen sozialistische Dichtungen und Planlosigkeit, Grundsatzlosigkeit, Vernunftlosigkeit, Anarchisten über die schreckende Vermehrung der Krankheitsfälle zu lesen. Literaturerzeugnisse zu wüthen. Es wäre ein Wunder, zu schaffen, leidenschaftliche Gemüther mit Gewalt zu Ver- Ein Arzt schreibt unter der langen Liste der Fälle nur das wenn von diesem Geschrei nicht ein Echo auch in Deutschzweiflungsthaten zu bringen, das ist gegenwärtig das heißeste eine Wort: Miseria"( Elend). Ein anderer schreibt: land wiederhallte. Bemühen Crispi's. Seine von ihm bezahlten Journale Squallida miseria!( Starrendes Elend!) Ein Ein anderes Bild aus dem Lande, wo die Anarchie in Rom lechzen ordentlich vor Gier nach neuen Unter- britter schreibt: Mangelhafte Ernährung durch ver- regiert. Ju Sizilien droht unmittelbare Hungersnoth mit drückungs- und Ausnahmemaßregeln der ungeheuerlichsten borbenen ungesalzenen Mais( türkischen Weizen) erneuten frankhaften Ausbrüchen der Verzweiflung. Infolge Art, die unter dem Vorwande, gegen Anarchisten bestimmt u. s. w. Diese durch Crispi eingeführte und durchgesetzte des niedrigen Schwefelpreises haben die meisten Gruben die zu sein, den Todfeind Crispi's und seiner Wirth- Erhöhung der Salzpreise in Italien, nach welcher gegen Arbeit eingestellt, uni höhere Preise zu erzwingen. Infolge schaft in Italien, den aufstrebenden Sozialismus wärtig um dem Leser einen klaren Begriff dieser un- dessen sind 35 000 Grubenarbeiter( Erwachsene und Knaben) treffen sollen. Eine fieberhafte Thätigkeit nach dieser geheuerlichen Maßregel zu geben das Pfund Salz in( Carusi) mit ihren Familienangehörigen, die schon bisher Richtung herrscht in den Ministerhotels zu Rom. Italien etwa 17 mal mehr kostet, als in der benachbarten langsam und allmälig verhungerten, vor das unmittel Die auswärtigen Regierungen werden geradezu bombardirt Schweiz, und vor allem die Zustimmung der erbärmlichen bare Nichts gestellt. Vergebens erhebt sich auch mit Vorschlägen von Crispi, internationale Unterdrückungs- durch und durch korrumpirten Volksvertretung zu dieser in bürgerlichen Blättern der Ruf, die Besizer zu expropriiren und Ueberwachungsbeschlüsse zu fassen. Ein besseres Mittel Maßregel ist eine Schande im Angesicht Europas, eine Be- und die Gruben vom Staat verwalten zu lassen. Morra, zur Selbstbespiegelung seines Größenwahns konnte Crispi schimpfung der öffentlichen Meinung der ganzen Welt, die der Henker Siziliens, läßt in den Zeitungen verkünden, ja nicht geboten werden. heute durch Millionen aufgeklärter Arbeiter weiß, daß das daß er die Frage der Schiefelarbeiter studiren werde, jetzt Ich sagte, bei uns regiert thatsächlich die Anarchie. Salz 3. den allerumentbehrlichsten Nahrungsmitteln nach sechs Monaten seiner Blutherrschaft auf der unglückWas ist es anders als anarchistische Vernunftlosigkeit, wenn gerade der niedrigsten, ärmsten von schlechter Pflanzenkost lichen Insel! Einstweilen aber schickte er zur Stillung des innerhalb der sechsmonatlichen Regierung Crispi's durch die sich nährenden Bevölkerung gehört, daß somit diese Hungers neue Regimenter Karabinieri und Gendarmen nach beiden Kriegsgerichte in Palermo und Massa- Carrara Blutsteuer ganz und gar von den gequälten Proletariern der bedrohten Provinz Caltanisetta und wissen Sie, welches 4669 Jahre Buchthaus und Kerker verordnet worden getragen werden muß. das neueste Resultat seiner Studien über die Arbeiterfrage find? wenn die Kammer soeben die Erhöhung Welch' anderen Namen verdient diese Regierungsweise in Sizilien ist? Es ist das Verbot an alle BlumenSalzpreises und der Salzsteuer angenommen als Anarchie? Das wird auch von nicht sozialistischen händler auf den öffentlichen Pläzen der Städte hat, wobei Crispi in offener Sigung die phäno- freiheitlich gesinnten Blättern Italiens empfunden und aus- und Orte Siziliens rothe Nelken zu zu verkaufen, menale ökonomische Weisheit zum besten gab: ich gesprochen. Ein bürgerlich- radikales Blatt sagt: Wie hohl weil diese Blumen seit der Verurtheilung De Felice's erkläre, wie schon wiederholt von der Regierung nach- und erbärmlich ist die Phrase von Crispi, die er im Parlagewiesen wurde, daß die Erhöhung des Salzpreises nicht ment nach dem Attentat auf Carnot ausrief: Der Anarchist des *) In Henckell's Buch der Freiheit" ist ein Gedicht von die Konsumenten belastet, sondern nur die Wiederverkäufer! hat kein Vaterland! Und die korrupte Kammer flatscht ihr aufgenommen, betitelt: Seid gegrüßt! Feuilleton. Der Jude. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Von C. Spindler. 81 Eine tiefe Stille folgte dieser Erzählung Jochai's. Der Oberstrichter starrte ungewissen Auges zu dem Gitter des Fensters empor; sprach aber keine Silbe. Da schloß Jochai also: Die Blinde, Herr, ist gewesen meine Mutter, und, der sie in das Feuer warf, Euer Großvater, Herr. Ich kenne demnach, was ein Jude zu gewärtigen hat von Eurem Geschlecht, und Ihr habt ein Pfand, daß ich bin nicht so vergeßlich, als Ihr glaubt. Was der Großvater übrig gelassen, mag nun verderben der Enkel." Achtes Kapitel. Ich bin ein leibeigener Bauer, Mein Leben wird mir sauer; Ich steige auf den Birkenbaum, Davon haue ich mir Sattel und Baum; Ich bind' meine Schuhe mit Bast, Ich füll' meinem Junker den Kast, Leiste dem Pfarrherrn die Pflicht Du weniger halsstarrig sein wolltest. Friedrichs Klage ist flar wie die Sonne, aber ein schwerer Verdacht, der sich in des Volkes Stimme gegen Dich erhebt, bedarf Deines bestätigenden Geständnisses. Bekenne, daß Du Diethers Mörder sein wolltest, angereizt und besoldet von seinem treulosen Weibe. Gestehe ohne Schen. Eine gnädige Behandlung, ein leichter Tod sei Dein Lohn dafür."- Herr!" erwiderte Ben David ohne Bedenken:" Wär' ich allein in das Gewebe verflochten, das mich Unschuldigen droht zu Und weiß von Gott und seinem Worte nicht. erwürgen, so sagte ich ohne Wahl und Furcht ein lautes: Liefländisches Volkslied. Ja!" Bu glücklich, um damit zu erkaufen Linderung der Wohin?" fragte Diether, im Begriff, sein Haus zu Kerterqual, und einen schnellen, beschleunigten Tod unter verlassen, um in seinem Garten Zerstreuung zu suchen, den Fittigen des Boten der Barmherzigkeit, Gabriel, einen Mann in bäuerischer Tracht, der, einen Tragforb auf welcher die Seelen der unschuldig Sterbenden hinüberführt dem Rücken, die Treppe hinanstieg. Der Mann hielt auf gen Canaan. Aber es ist wider das Gebot, eine fremde, diese rasche, unvermuthete Frage still, sah mit offnem Munde schuldlose Seele mit zu tödten durch falsches Zeugniß. hinauf, strich sich die Haare von der Stirne, und fragte, die Ich kenne die Ehewirthin des Altbürgers nicht." Du Müze in der Hand, entgegen, ob hier die Frau Altbürgerin lügft," entgegnete der Oberstrichter gereizt." Du warst oft Margarethe Frosch wohnhaft sei. Diether bejahte und in ihrem Hause; ich habe Zeugen."" Gehandelt hab' winkte dem Baudernden, näher zu kommen. Was soll ich mit der ehrsamen Frau," gab David zu, doch soll denn die ehrsame Frau?" begann er, dessen Mißtrauen mir Gott helfen, fenn' ich sie weiter." Du lügst!" durch die scheu umherschweifenden Blicke des Bauern erregt zürnte der Oberstrichter heftig. Man hat Dich zur dunkeln wurde.-" Ich muß selbst mit ihr reden," meinte hierauf Nachtzeit aus dem Hause schleichen sehen, in welches Du der lettere, und die liebe Dummheit sprach sich in seinen hineingekommen warst, unbemerkt, von niemand geachtet. Bügen und Worten aus: der Herr soll nichts davon er Du warst in fremder Tracht, beladen mit Geld, wie es fahren, hat mein Weib gefagt; oder seid Ihr vielleicht schien, und doch wurde vor einem Diebstahl nichts gehört. Der Herr?"" Nicht doch", erwiderte Diether furz, ich Also hast Du damals den Lohn des blutigen Werts im bin Frau Margarethens vertrautester Freund, und Du kannst Ge- nichts Besseres thun, als auch mir Dein Gewerb vertrauen, Voraus empfangen, und den Handel geschlossen." strenger Herr!" entgegnete Ben David, seine Betroffenheit weil die ehrfame Frau verreist ist, und unter einigen Tagen künstlich verbergend: Da Meister Diether Frosch angefallen nicht wiederkehrt."" So?" sprach der Bauer, auf den wurde, war ich zu Costniß, und geträumt hat dem, der Stock gelehnt, das ist einfältig, guter Freund. Wer wird mich vermummt gesehen haben will." mir denn abnehmen, was ich in meinem Rober trage?" Tritt hier herein!" befahl Diether, die Thüre seiner Stube öffnend:" Ich will Dir Botschaft und Waare ab nehmen, Deine Zunge und Deinen Rücken ledig machen." Der Bauer sah sich verwundert in der Stube um, und wußte nicht recht, ob er niedersehen oder fortgehen sollte. Diether gebot ihm hingegen nachdrücklich, den Inhalt des " " Der Oberstrichter schwieg noch immer mit äußerst nach denklichem Gesichte. Er rieb sich heftig die Stirne, zog die Augenbrauen zusammen, und hing an einer unangenehmen Erinnerung. Du bist also...?" fragte er mit einem male, wie bewußtlos, unterbrach sich aber schnell, und wendete sich zu dem Schreiber. Ich bedarf Eures Dienstes nicht;" sagte er:" Geht, und nehmt diesen Alten mit Euch. Der Thurmwächter soll ihm ein luftigeres und reinlicheres Gefängniß geben, und ihm fürder die Ketten nicht mehr an Legen. Der Schreiber winkte dem staunenden Jochai, auf den Ben David schnell zuging, um ihn zu umarmen und ihm die Hand zu küssen. Ein Strahl der Milde bricht in die Hütten Jakobs!" sagte er heftig bewegt: Raaf, zage nicht, Du ermüdest meine Langmuth!" schalt der Oberstrichter. und vertraue dem Herrn!" Jachai schwanke hinaus In der Folterkammer wirst Du geschmeidiger werden, sage mit dem Begleiter. Der Oberstrichter hatte seinen ganzen ich Dir indessen voraus. Dent' an mich!" fürchterlichen Ernst wieder gesammelt, und redete zu Ben" Ich will es erwarten, Herr!" antwortete Ben David David:" Du siehst, wie barmherzig ich sein kann. Ich habe ruhig, und ließ sich geduldig die Ketten wieder anlegen, Wille und Vollmacht, für Dich ein Gleiches zu thun, wenn und in sein trauriges Verließ zurückbringen. " - als Demonstration im Knopfloch getragen wer- aftenmäßigen Beweis hierfür zu erbringen, denn das fol- Ischergen ist, daß sie überall auf die nämlichen plumpen den. Kürzlich brachte der Vorwärts" im politischen Theil gende streng vertrauliche Aktenstück fanden wir heute auf Mittel verfallen. die Nachricht, wie der Abgeordnete Imbriani in der Kammer unserem Schreibtische: dem Kriegsminister zurief: Es ist Euch unmöglich, den Königlicher Landrath Henker Siziliens zu vertheidigen; ich erkläre hier vor dem des Kreises Niederbarnim. Lande: Er ist ein Gretin, ein Cretin! Heute in dem an allen öffentlichen Plätzen angeschlagenen friegsgerichtlichen Blumenverbot haben Sie die Bestätigung dieses Urtheils. Berlin, den 17. Mai 1894. Bertraulich. Die öffentliche Beschimpfung der Tochter des eingeHöheren Orts ist angeordnet worden, daß von den für den ferferten Märtyrers De Felice, Maria Giulia De Felice Militärdienft ausgehobenen Mannschaften diejenigen bei Belegen im Parlament zu Rom durch Crispi war eine an- heit der Aushebung vertraulich namhaft gemacht werden follen: archistische Großthat des Errevolutionärs und Bigamisten A. welche 1. eine gewisse Führerrolle innerhalb der sozialCrispi. Sie läßt noch heute bürgerlich radikale und alle demtokratischen Partei eingenommen haben oder 2. wenigstens als sozialistischen Blätter Italiens gar nicht zur Ruhe kommen, zielbewußte Vertreter ihrer Lehren gelten, oder 3. deren Zuund sie wirkt fortdauernd nach in Hunderttausenden von gehörigkeit zur Sozialdemokratie nach ihrer Haltung als zweifelbeleidigten Gemüthern. Ein bürgerlich republikanisches los erwiesen angenommen werden muß unter Trennung dieser Blatt bringt mit bezug hierauf einen Leitartikel mit der Ueberschrift: Crispi's Bestialitäten, und der Donquichote" 3 Kategorien; in Rom erinnert an die Charakteroffenbarung des Hauptmanns Paroles in Shakespeare's Lustspiel: Ende gut, alles gut. Dies kann sich nur auf das Urtheil des Edelmannes beziehen, der über Paroles sagt: 01 Er hat den Schuft so überschuftet, Daß ihn die Seltenheit freispricht. Man bedente, daß Crispi, der Giulia die Tochter eines gemeinen Verbrechers nannte, in ungesetzlicher dritter Ehe lebt, daß er seine zweite noch lebende Frau, die er in England geheirathet, brutal verstieß, um sie später mit Gelb abzufinden und daß er noch heute englischen Boden nicht betreten darf, ohne als Bigamist eine Zuchthausstrafe zu erwarten. B. welche als Anarchisten gelten. SPA Euer Titel ersuche ich ergebenst, mir die zu der diesjährigen Aushebung heranzuziehenden Mannschaften der gedachten Art aus dem dortigen Orte spätestens bis zum 5. Juni d. J. vertraulich mittheilen zu wollen. Auch wollen mir die Herren Bürgermeister, Guts- und Gemeindevorsteher die Rekruten der vorbezeichneten Art, deren Zugehörigkeit zu einer der Parteien A und B erft nach Beendigung des Ober- Ersaßgeschäfts zur Kenntniß gelangt ist, noch nachträglich und spätestens zum 1. November be nennen. Der Erstattung von Fehlanzeigen bedarf es in beiden Fällen nicht. An Der Landrath. Waldow. Und dieser gleichzeitig in die schmutzigsten Geldunter schlagungen und Wechselskandale der Banca Romana zu Ich mache es Euer- Titel- ausdrücklich zur Pflicht, daß Rom verwickelte Mensch, dessen Name tagtäglich in den alle in dieser Beziehung stattfindenden Ermittelungen und AnEnthüllungen des Prozesses Tonlongo genannt wird, bildet gaben schnell und mit größter Sorgfalt ausgeführt werden, über den Halbgott der bürgerlichen Welt, das Idol, dem die die Sache selbst aber unbedingt das Amtsgeheimniß gewahrt wird. Parlamentsvertretung zujauchzt, freilich dieselbe Parlamentsvertretung, von der mindestens die Hälfte ihre Arme und Hände ausgestreckt halten nach den Kassen der Nationalbank, und derselbe Mensch wird von Kaisern, Königen, Fürsten und Präsidenten beglückwünscht zu dem mißlungenen Komödienattentat, bei dem eine Droschkenscheibe zerbrochen sein soll und das ihm Gelegenheit gab, sich als Helden zu zeigen. In Wahrheit hat er, wie ernsthafte Blätter von Nom ver fichern, gezittert, als man ihm die fugellose Pistole in die Hand gab, mit der er wie ein Schauspieler vor der Kammer Debutirte, Und dieser selbe Mensch lebt heute des Wahues, durch bie von ihm ausgeheckten neuen internationalen Hetz- und Unterdrückungsgesetze, die, ich wiederhole es, den Anarchis mus nur zum Vorwande haben, die weltbewegende und welterobernde Idee des Sozialismus tödtlich zu treffen oder nur zurückzudämmen? " die Herren Bürgermeister, Gemeinde- Gutsvorsteher des Kreises. M. 10083. Jeder, der das Vergnügen gehabt hat, mit den unteren Verwaltungsbehörden und mit den Personen zu verkehren, von denen dieselben ihre Informationen erhalten, wird bei denselben die Fähigkeit einer so genauen Unterscheidung der politischen Gesinnung nicht erwarten können. Wir er innern, um blos ein Beispiel zu erwähnen, an den berühmten Gendarm im Teltower Kreis, der über Thema" nicht sprechen ließ. In Sachen der Reform der Militär- Strafprozeß ordnung dementiren natürlich die offiziösen Blätter die auch von uns gebrachte Meldung, daß Graf v. Leszczynski zurückgetreten ist, weil sein Entwurf die Zustimmung seiner Borgesetzten nicht gefunden hat. Hier steht Meinung gegen Meinung, es ist Sache der Leser welcher Meldung fie Glauben schenken wollen. Ihre Auseinandersetzungen schließen die Offiziösen mit folgenden Säßen: " In dem preußischen Kriegsministerium ist ein voll. ftändiger Entwurf einer Militär Gerichtsordnung ausgearbeitet. Von dem Schicksal, das dieser Entwurf in den weiteren Stadien der Behandlung haben wird, hängt es ab, ob und wann die Sache an die gefeßgebenden Körperschaften des Reichs gelangt." Das heißt ins Deutsche übertragen wohl, daß wir vor dem St. Nimmerleinstage teine befriedigende MilitärStrafprozeßordnung erhalten werden. Aus der Ferienkolonie. Mus Schlesmig wird her Schleswig- Holsteinischen Rolls- Zeitung" berichtet, daß einige Goldaten, welche die Felddienstübung am 1. uli mitgemacht und dabei schlapp geworden maren, sich in Lebensgefahr befinden. Unsere ausgesprochenen Befürchtungen haben sich leider bestätigt. Der Musketier Schütt, welcher den Todesmarsch des 3. Bataillons vom 84. tegiment mitgemacht und ebenfalls schlapp" geworden war, ist noch gestern Abend gestorben. Mehrere andere Soldaten, die unter der tropischen Hise während des gestrigen Marsches zusammengefunken waren, liegen noch hoffnungslos darnieder. Der ver storbene Schütt soll im Lauenburgischen gebürtig sein. Wer ist denn nun im stande, dem hoffnungsvollen jungen Manne das Leben wiederzugeben? Wir wissen zwar nicht, ob die zuständige Militärbehörde berechtigt war, bei einer solchen tropischen Hize, wie wir sie am Montag hatten, die Mann schaften zu Felddienstübungen zu kommandiren, aber auch angenommen den Fall, die Militärbehörde wäre wirklich dazu berechtigt, so hätte unseres Erachtens schon die menschliche Rücksichtnahme es einfach gebieterisch verlangt, von solchen Marschtouren Abstand zu nehmen. Aber das scheint freilich mit dem ganzen militärischen System nicht im Einklang zu stehen. So sind unsere Brüder beim Militär fortwährend den größten Lebensgefahren ausgefeßt. Fort mit diesem traurigen System! Wieder ein Unglück auf unserer Marine. Aus Kiel wird telegraphirt: " " Am Dienstag Nachmittag erfolgte bei Fehmarn eine un bedeutende Rollifion des Panzerschiffes Deutschland" mit dem Aviso Wacht". Das Manövergeschwader fuhr, wie die " Kieler Beitung" meldet, in halbschräger Linie, wobei die Avisos links von den Panzerschiffen dampften. Beim Ein schwenken traf das Panzerschiff Deutschland" den Aviso Wacht" vor dem Buge und fnickte den Rammsteven des Avisos, der in Begleitung des Aviso Pfeil" nach Riel dampfte, wo die unerhebliche Reparatur in acht Lagen bes endet sein wird. Das Panzerschiff„ Deutschland" wurde nicht beschädigt. Wie viele Mißgriffe müssen da vorkommen, wie viele Nicht Sozialdemokraten werden da als Sozialdemokraten Er kann in Wahrheit seinen Sieg nur beschleunigen geschuhriegelt werden. und wenn heute die deutschen Arbeiter und die Arhörden so gut wie wir, fönnen sie das Hineinwachsen Und doch, dies wissen die Be beiter der Welt in allen herrschenden Blättern, in der Sozialdemokratie in die Armee nicht verhindern, fie Crispi's Riforma" und in Bismarck's" Hamburger Nachwissen es, daß Anhänger einer Partei, der mehr als richten", im„ Gaulois" zu Paris und im Berliner Tage ein Biertel aller erwachsenen Männer in Deutschland blatt", im ,, Temps" und in Times" die drohenden Stimmen angehört, nicht von der Armee ferngehalten werden, außer erledigte in der gestrigen Sigung die zur Berathung ge einer wüsten Reaktion vernehmen, so mögen sie des man entschließt sich, was wir sehr empfehlen möchten, die stellten Gegenstände. Unter denselben befanden sich namentSpruches eingedent sein, der ihnen zuruft und verkündet: Anhänger unserer Partei ein für allemal vom Militärdienst lich die Fragen wegen der Hilfsbedürftigkeit nach dem G: zu befreien. Hörst du der Gulen wüst' Geschrei, So wiffe, die Mitternacht ist vorbei. Sie frächzen und heulen aufgejagt Vor Angst, daß bald der Morgen tagt! Politische Leberlicht. " Die Konferenz der preußischen Landesdirektoren fete vom 11. Juni 1891, ferner der Austausch von Die Hetze gegen die Sozialdemokratie wird von Erfahrungen und Bedenken betreffend die Milzbrand- Ent den Reaktionsreptilien mit gierigem Eifer fortgesetzt. Auf schädigungen. Hinsichtlich des ersteren Gegenstandes wurde ein Paar dicke Lügen kommt es ihnen natürlich nicht eine Uebereinkunft auf mildere Auslegungen für die Bes an, um ihren Zweck zu erreichen. So hat die" Post" urtheilung der Hilfsbedürftigkeit bei Unterbringung in Andie Frechheit, von der direkt zur Vergeltungstalten getroffen. Bezüglich der Milzbrand- Entschädigung von Repressionsmaßregeln durch neue wurde konstatirt, daß die bisherigen Erfahrungen wenig Berlin, den 5. Juli. Morde auffordernden Sprache der sozial günstig seien. Sozialistenschnüffelei in der Armee. Unsere Leser demokratischen Presse" 311 sprechen. Wir Eine bürgerliche Stimme über die f. sächsische werden sich wohl noch der merkwürdigen Mittheilungen sind viel gewohnt au dem Gelichter, das der Sozialdemo- Bet ämpfung der Sozialdemokratie verdient badischer und bayerischer Parteiblätter erinnern, wonach die tratie durch Verleumdung und Unterdrückungsmaßregeln registrirt zu werden. Der Frautf. 8tg." wird aus Dresden unteren Verwaltungsbehörden verpflichtet wurden, über die beizukommen trachtet, da es ihrer im offnen Kampfe nicht das Folgende geschrieben: fozialistische Gesinnung der eingezogenen Rekruten Auskunft gewachsen ist aber eine so schamlos den allgemein bekannten zu geben; sie werden auch wissen, daß damals schwere Thatsachen irekt ins Gesicht schlagende Lüge ist uns denn Mißgriffe der Behörden konstatirt wurden, daß Leute, die doch noch nicht vorgekommen. Traurig muß es bestellt sein um mit unserer Partei nicht das mindeste gemein hatten, ja eine Sache, die mit solchen Mitteln arbeitet. Natürlich Gegner derselben waren, als Sozialisten den Militär- hat das Berleumderblatt es auch gleich auf eine Radikalkur behörden denunzirt wurden. Wir waren schon damals der zur Ausrottung der Sozialdemokratie abgesehen. Der Staat Meinung, daß die Nachforschungen der Behörden nach der sozialistischen Gesinnung der Rekruten sich nicht auf Süddeutschland beschränken, sondern daß sie im ganzen Reiche vorgenommen werden. Wir sind heute in der Lage, den soll mit allen Mitteln die Agitation und die Agitatoren treffen". Das wird dann wohl praktisch auf die Crispi'sche administrative Verbannung" hinauslaufen. Man sieht, wie dürftig doch der Geistesapparat dieser ReaktionsDas neuerdings in Sachsen, namentlich in Dresden und Umgegend beliebte Vorgehen gegen die Sozialdemokraten über trumpft zum Theil diejenigen Maßnahmen, die seinerzeit unter der Herrschaft des Sozialistengesezes zur Anwendung tamen. Natürlich tragen alle derartigen Gewaltmaß. regeln nur dazu bei, die Sozialdemokraten unter fich zu festigen und ihre Erbitterung gegen die bestehende " Ordnung" zu steigern. Davon scheint man leider in maß gebenden Kreisen ebenso wenig eine Ahnung zu haben, wie von der anderen Thatsache, daß gerade durch eine solche Bekämpfung der Sozialdemokratie deren Anhängerschaft um Taufende vermehrt Literarisches. Der Hochverraths Prozeß wider Liebknecht, Bebel, Hepner vor dem Schwurgericht zu Leipzig Dom 11. bis 26. März 1872. Mit einer Gin= leitung von W. Liebknech t. 5. Heft. 66. 198 bis 240. 8°. Berlin 1894. Berlag der Expedition des„ Borwärts". Rorbes vorzuweisen; und mit einer dummpfiffigen Miene uufgehoben wäre, weil es doch einmal die Tochter von der gehorchte endlich der Mensch. Mit einem verstockten Lächeln Frau ist." Wer?" rief Diether mit gallebewegtein zog er bie grobe Leinwand von dem Korbe, in welchem Blute Wer ist Margarethen's Tochter?"-" Ho, die ein kleines Mägdlein saß, daß seine Händchen bittend dem müßt Ihr wohl kennen, wenn Ihr der Freund vom Hause 18 Alten entgegenstreckte. Diether nahm das holde Kind schnell seid," entgegnete der Bauer: das schöne Weibsbild, das aus dem unbequemen Versteckt, und maß staunend bald den vorige Woche von der Heerstraße gestohlen wurde." Träger, bald seine Bürde. Was soll das?" fragte er:" Wallrade?" Ein Kind?" Der Bauer lachte, und wiederholte: Recht, so heißt sie," fuhr Paul fort: und ihr Das soeben erschienene Heft V bringt den Schluß des Mein Seel, Herr, es ist ein Kind."- Wessen Kind?" Töchterlein ist das Kind hier, daß sie bei uns zurückgelassen Kommunistischen Manifestes. Dann eine Reihe Briefe von LiebSag' an?"-" Sm!" versetzte ber Bauer langsam, und hat. Wir sollten's ihr aufheben, bis sie wieder käme." knecht und Bracke, Meinungsverschiebenheiten behandelnd zwischen tragte sich auf dem Wirbel:" Herr, wenn ich das wüßte," Wallraden's Kind?" sprach Diether bestürzt und entsetzt Bartei- Ausschuß und„ Boltsstaat"-Redaktion; ferner Briefe von mein' Seel', ich wollt's Euch sagen." Ist der Mann vor sich hin: Barmherziger Gott! In welchen Höllen Dr. Ladendorf in Bürich über die aus dem Kinkel'schen hier Dein Bater?" fragte Diether zu dem Kinde, das sein schlingen finde ich bei jedem Schritte alle, die ich liebe! Revolutions fonds stammende Geldunterstüßung an den Köpfchen an des Alten Bruft legte. Es schüttelte aber auf Wie kam denn das Fräulein zu Euch?" fette er laut hinzu. Dann folgt die theilweise Berlesung der Eichhoff'schen Boltsstaat", bie Erklärungen ber Angeklagten darüber 2c. diese Frage das Haupt, und antwortete mit findischem Bu Wagen, lieber Freund;" antwortete Paul: Was die Broschüre über Gründung und Geschichte der Inter Lallen: Nein, nein, Bater weit, Mutter weit, Agnes Weiber miteinander schwätten, weiß ich nicht, denn ich hatte nationale, die aus der Feder Mary's geflossene ganz allein gelassen!"- Diether begütigte das Mägdlein, die Frohne für meinen gestrengen Herrn, und die Willhild Inaugural- Adresse, die Prinzipien- Erklärung der Internationalen fo gut er es vermochte, und wendete sich wieder zu dem sagt mir auch nicht viel. Genug, da es Sonnabend war Arbeiter- Assoziation, die Statuten der Internationale und endlich bämischen Boten, der mit eingebogenen Knieen und vor vor des Herrn Geburt, sollte ich mit herein und auf alles die glänzende Vertheidigungsrede Barlin's, des später als gestrecktem Halfe bastand, ein gleichgiltiger Buschauer. Ja sagen, was die Frau, die Mutter nämlich von diesem Witglied der Kommune so schändlich hingemebelten genialen Wer bist denn Du, Mensch, und wie hängt das alles zu- Kinde, erzählen und vorbringen würde."" Vor des Herrn Pariser Buchbinders. Das Heft schließt mit dein Bericht über fammen?" fragte der Altbürger." Mein Seel," ent- Geburt?" wiederholte Diether fopfschüttelnd, Mensch, bift den Baseler Kongreß der Internationale. Auch aus diesem Hefte erkennt man, wie reichhaltig diese gegnete der Bauer,„ guter Herr und Freund, ich will Euch Du irre; vor Ostern vielleicht?" Meinetwegen vor Ostern, Fundgrube für unsere Parteigeschichte ist. wohl sagen, daß man mich Baul getauft hat, und daß ich wenn das nicht eins ist, was wir ungelehrte Leute nicht Scherm's Reife Sandbuch für wandernde Arbeiter ein eigener Mann des gestrengen Grafen von Kayeneln wissen. Es ist einmal noch nicht lange her. Die Frau war mit einer Eisenbahnkarte und zwei Orientirungskarten.. bogen bin. Wir armen Leute wissen nicht, wie alt wir sind, fehr aufgebracht und sagte einmal über das andere Mal: Mit diesem Büchlein, hat der Herausgeber einem längst geaber, daß der Johannistag heuer zum einundzwanzigsten Jch will zurückkommen, ich will dem Vater sagen. fühlten Bedürfniß entsprochen. Die bisherigen Reisehandbücher Mal wiederkommt, feitdem ich mich mit meiner Willhild doch, das geht Euch nichts an, und ich weiß es auch nicht enthielten einmal zu wenig Touren und dann waren auch die habe einsegnen lassen dürfen zu Wiesbad ,.--benn wir zu mehr so recht."-D meine Ahnung!" murmelte Diether Entfernungen in vielen Fällen ungenau, oder noch in alter Weise Moorweiler haben keinen Pfaffen für uns, das weiß durch die Zähne:" Strahlende Gewißheit bist du geworden. in Meilen angegeben. Wer jemals gezwungen war, Reise- Unterich genau." Willhild?" wiederholte Diether, wäre die Wallrade hat den wunden Fleck meines Hauses getroffen; flüßung von seiner Gewerkschaft zu beanspruchen, oder wem die Pflegerin meines Söhnleins.... des Herrn Diethers .bes Herrn Diethers Willhild zum Bekenntniß gebracht, den Bastard in meinem Verpflichtung oblag, Unterstützungen weiß ein Lied davon wollte ich sagen, wäre sie Dein Weib?"- Mein Seel, Geschlechte entlarvt. Ich müßte ihr danken, hätte sie werksgenossen auszuzahlen, der zu fingen, wie viel Schwierigkeiten es mitunter mitunter vers Herr, sie ist's, wenn uns anders der Leutpriester recht ein- nicht ähnliche Schande auf mein Haus gehäuft!" Er sah ursachte bie bie Länge irgend einer burchreisten Tour gefegnet hat." So rede schnell. Was ift's mit dem bei diesen Worten das Kind auf seinen Armen finster an, festzustellen. Eisenbahn- Kursbücher mußten zu Hilfe genommen, Kinde, und was soll es bei Frau Margarethen?" und brang in Paul, endlich doch fortzufahren, und zu Meffungen auf Rarten gemacht, fura ein Verfahren angewendet nu," redete Paul:„ mein Weib meint, daß es am besten da endigen. ( Fortseßung folgt.) werden, das oft genug nur Wahrscheinlichkeitsresultate ergab. -r- n. an wandernde Be als nothwendige Folge des Wegfalls dieser Bestimmung, I ernennen. Bevor aber Bevor aber die plutokratischen Abgeordneten 2 daß die nach Maßgabe des§ 9, Absatz 1 des Vereins gesetzes gefaßten freispolizeilichen Entschließungen lediglich dem in dem Gesetz Nr. 31 vom 1. Juli 1864 über die Polizei Verwaltung geordneten Instanzenzuge unterliegen. Dessau, den 27. Oftober 1887. Herzoglich Anhaltisches Staats- Ministerium. gez. v. Krofigt. wird. Während sich im Reiche erfreulicher Weise nach Bismarck's Verabschiedung die Ueberzeugung Bahn brach, daß das Sozia noch wußten, was er sagen wolle, stimmten sie ein solches Seliftengesetz der Sozialdemokratie nur genügt habe, sucht man in heul an und flapperten derartig mit ihren Bultdeckeln, daß außer Sachsen den Ausnahmezustand durch allerlei neue Polizeiden Stenographen niemand ein Wort von dem verstehen konnte, verordnungen, die gewisse harmlose Ereignisse nach Befinden", was Vaillant jagte. Als nun der Ministerpräsident, der bed. h. wenn Sozialdemokraten betheiligt sind, unter Strafe fannte Dupuy, der mit in den Spektakel einstimmte, die Tribüne stellen, wieder einzuführen. Dazu kommen verschiedene neue bestieg, wurde ihm sein Verhalten und das seiner Freunde tüchtig Gefeßesdeutungen und die Ausgrabung alter Polizeiverordheimgezahlt. Troß seiner unerschöpflichen Geduld" die zu bes nungen, die zum Theil bis in das vorige Jahrhundert zurück- Uns ist der Text dieses Polizeiverwaltungs- Gesetzes fizen er vorgab, sah er fich gezwungen, unverrichteter reichen, aber auch heute noch wohlgeeignet erscheinen, das nicht bekannt; wir gehen aber wohl nicht fehl mit der An- Dinge die Tribüne zu verlassen, was ihn gegen den Kammerunter Strafe zu ftellen, was anderwärts im Reiche zumeist nahme, daß nach diesem Gesetz lediglich die höheren Polizei- präsidenten, der ihm, dem großen Manne, fein Gehör zu vera nicht strafbar ist. So hat man bekanntlich in Sachsen feit einigen Jahren alle öffentlichen Geldsammlungen, organe, in letter Instanz das Ministerium, über die schaffen wußte, so in Harnisch verseßte, daß man schon von einem Duelle sprach. Schließlich wurde die Vorfrage gestellt, für auch die für Parteizwecke, von einer besonderen polizei- Bulässigkeit einer Vereinsschließung zu befinden haben. welche natürlich die Mehrheit der Kammer flimmte, und damit lichen Genehmigung abhängig gemacht, die allen Parteien, Ueber solche Maßnahmen der Polizei würde also teine den Antrag Vaillant's zu Falle brachte. Aber jedenfalls hat nur den Sozialdemokraten nicht, ertheilt wurde. Ferner hat andere Behörde als wieder die Polizei entscheiden. Diese Mehrheit jetzt die Erfahrung gemacht, daß, wenn fie die man den Verkauf von Broschüren und Zeitungen in Ver Daß dabei von einem wirklichen Vereinsrechte teine Sozialisten am Reden verhindern, diese mächtig genug sind, um fammlungen ausverkehrspolizeilichen Gründen" untersagt. Rede sein kann, versteht sich von selbst. Die Vereine hängen auch sie nicht zu Worte kommen zu lassen, und das wird sie viel Das Singen und Vortragen sozialistischer Lieder, Gedichte 2c. beim geringsten Verstoße gegen§ 9 von der Gnade jener leicht lehren, ein andermal anständiger zu sein. von ſelbſter hat man als„ groben Unfug" ebenso unter Strafe gestellt, wie Behörden ab, die erfahrungsmäßig am allerwenigsten nach das uneingeschränkte Vertheilen von Wahlflugblättern und die ideal rechtlichen Gesichtspunkten entscheiden. Die Stärke der Parteien in Holland. Die lehte Ersatz wahl im Distrikt Elst ist zu gunsten des gegenwärtigen Minifte Veranstaltung von Massenspaziergängen, welch' lettere man in Dresden und Umgegend nach Befinden" als verbotene Umriums ausgefallen. Der Kandidat der Anti- Tatianschen Rathos Kinder wegen Hochverraths einzufperren, ist ein liten van Basten Batenburg wurde mit 17 Stimmen Mehrheit züge anffaßt, während es im übrigen Sachsen auch ohne eine trauriges Verdienst der Prager Richter, die, wie wir schon gegen den Liberalen E. D. de Meester gewählt. Die zweite derartige Polizeiverordnung abgeht. Verboten ist es ferner in in der gestrigen Nummer unter Telegrammen gemeldet Kammer besteht nunmehr aus 57 Liberalen, 25 Katholiken, Dresden und allen Nachbarorten, den sogenannten Nothschrei der 42Gemeindevorstände aus hiesigerUmgebung zum Gegenstande einer haben, auf grund der über Prag und Umgebung ver- 14 Antirevolutionären, 3 Radikalen und 1 Konservativen. öffentlichen Besprechung zu machen, selbst die Vorlesung des steno- hängten Ausnahmegefeße einen 15jährigen Buckerbäcker- In England werfen die Neuwahlen bereits ihren Pindter's felige Erben erklären heute an der Spike der" Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", daß sie sein Andenten allezeit in hohen Ehren halten werden. Sie werden somit zur Schande des deutschen Schriftthums in seinem somit zur Schande des deutschen Schriftthums in seinem Sinne weiter wirken. Die Polizeidirektion hat sich infolge dessen eine neue Wache zur Bewachung des graphischen Berichtes über die Landtagssigung, in welcher jene Pe- Lehrling zu drei Jahren Gefängniß verurtheilten. Schatten über das ganze Gebiet des politischen Lebens. tition erörtert wurde, ist ,, wegen dringenderGefahr für die öffentliche Ruhe, Ordnung und Sicherheit“ verboten worden. Der Bontott Absonderliche Fortschritte im Polizeiwesen, die aber Die Ueberzeugung ist allgemein, daß die Zories eine wird als grober Unfug" bestraft, aber der Militärboykott der besitzenden Klasse gar nicht gefallen, find in Prag gemacht Majorität erhalten werden. Ob die Lage der Arbeiter. und die Anfertigung schwarzer Listen seitens der Arbeitgeber worden. Die dortige Polizeidirektion versendet an die Gewerbe- partei, die hier noch sehr scharf von der sozialistischen fowie t.tancherlei andere Maßnahmen derselben, welche auf Genossenschaften ein Birfular folgenden Inhalts: In Prag Partei unterschieden werden muß, dann eine bessere sein eine Beschränkung der Koalitionsfreiheit der Arbeiter hinaus mehren sich in erschreckendem Maße Diebstähle, und zwar wird, ist sehr zu bezweifeln. Gerade die Schwäche der laufen, bleiben unbeanstandet. Die Sächs. Arbeiterztg.", bie beshalb, weil die Sicherheitswache anderweitig und angesichts der neuesten Ereignisse in Sachsen an alle diese that befchäftigt ist und deshalb für die Sicherheit jezigen liberalen Regierung ist ein großer Vortheil für die menn die Arbeitervertreter im fachen erinnert, hat jedenfalls nicht Unrecht, wenn sie erklärt, des Gigenthums nicht Gorge tragen, tann. Arbeiterfache; mehr Klassenbewußtsein hätten, und sich entschloffen, Parlament daß alle derartigen Maßregeln ebenso wie f. 3t. das Sozialisten. als Schwanz der liberalen Bour gesetz nur dazu beitragen können, die Sozialdemokratie in sich Eigenthums nicht meistens während der Nachtzeit einzurichten. zu festigen und ihr zahlreiche neue Anhänger zuzuführen. Daß einzurichten. Dazu ist nichts geoisie betrachteten, hätten fie der Verlegenheit des man sich in maßgebenden Kreisen dieser Einsicht verfchließt, ist treibenden u. f. w. diese mache bezahlen. anderes nöthig, baß die Geschäftsleute, Gewerbe- Ministeriums Rosebery's weit größere Bugeständnisse entbiefeathe höchst bedauerlich. Es wird locken können. Und wenn die Liberalen nicht so gar kleindeshalb eine Substription ausgeschrieben von fünferlei Graden, lich und kurzfichtig wären, würden sie von selbst mehr geund zwar nach der Steuer von 3-25 Gulden. Sobald die Zahl than haben, um sich die Sympathien der Arbeiterklasse für der Subskribenten die Kosten deckt, wird die neue Polizei sofort bie nächsten Generalwahlen zu sichern. Für die Entwick eingeführt." Das Geständniß der Prager Polizeidirektion, daß bes Gigenthums zu sorgen, ist sehr werthvoll, wir glauben es ihr liberalen Partei übrigens vom höchsten Nußen, denn sie die Polizei etwas anderes zu thun hat, als für die Sicherheit lung des Sozialismus ist diese Beschränktheit der fehr gern, daß sie dazu keine Zeit hat, wenn sie die große Maffe öffnet den Arbeitermassen die Augen und beschleunigt den Die Versammlungsfreiheit im Herzogthum jener Unzufriedenen beaufsichtigen und einsperren soll, die anti- Busammenbruch der tradesunionistischen Geschäftspolitik, Anhalt. Das Vereinsgesetz dieses Staates enthält in dynastische Lieder singen, antikapitalistische Flugschriften ver- welche bisher die Bildung einer selbständigen sozialistischen § 9 die Bestimmung, daß Vereine, die andere, als die in breiten oder beim Biertisch- da ja Versammlungen verboten Arbeiterpartei in England verhindert hat. ihren Statute angegebene Zwecke verfolgen oder sich zur Er- find- polizeiftaatswidrige Reden halten. Andererseits gönnen wir es den Bourgeois, daß sie sich zum Schutze ihrer reichung derselben anderer als der dort angegebenen Mittel Geldfäde eine Extrapolizei bezahlen müssen, weil die reguläre gleichfalls zugestimmt, so daß das italienische Volt die für Den Crispi'schen Finanzvorlagen hat der Senat bedienen", vorbehaltlich der dadurch gefeßlich etwa ver- Polizei feierlich ihre Impotenz gegenüber dem überhandnehmenden dasselbe so theure Thätigkeit der Regierung und des Parlawirkten Strafen durch eine motivirte Verfügung der Polizei- Gaunerthum eingestehen muß. Es ist begreiflich, daß diese Un- mentes bald am eigenen Leibe spüren wird, hoffentlich behörde aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ord- fähigkeitserklärung der Polizei in Bourgeoistreifen eine große Schüttelt es bald seine Blutsauger von sich ab. nung vorläufig geschlossen werden" können. Dann heißt es: Sensation und zugleich Bestürzung hervorgerufen hat. Soweit schüttelt es bald seine Blutsauger von sich ab. Dieser Beschluß ist binnen 14 Tagen dem Ober- Landes- wir aber die Herren Bourgeois fennen, werden fie die Polizei- Epidemisch sind, wie früher die Sprengstoff- Sardinen gerichte zur endgiltigen Entscheidung der Frage vorzulegen, direktion nicht fragen, zu welcher Beschäftigung eigentlich büchsen, jetzt die Dolchstiche. In Pisa, einer italienischen zahlreiche und außergewöhnlich ob eine Abweichung von den im Statute angegebenen die Wachmannschaft verwendet wird, nachdem sie für die Stadt, wurde der Direktor der Pferdebahn Gesellschaft am Bwecken und Mitteln wirklich stattgefunden hat oder nicht. Sicherheit des heiligen Eigenthums nicht forgen tann, sondern Wird diese Frage bejahend entschieden, so muß das Gericht sie werden die Kosten der neuen Eigenthums- Sicherheitspolizei gleichzeitig die definitive Schließung des Vereins aus auf sich nehmen, wenn auch nicht ohne Grollen. sprechen." Dieses Ober- Landesgericht aber eristirt für das Vereinsrecht nicht mehr. Ein MinisterialRestript füllt die damit entstandene Lücke, wie folgt, aus: Die Zuständigkeit zu den im 19 b. 2 des VereinsM " F SicherheitsUngarische Religionsfreiheit. Ein Telegramm aus Budapest meldet: " Nach Meldungen aus Oberungarn beabsichtigten die dort ansässigen panslavistischen Lutheraner aus der evangelischen Kirche auszutreten und unter dem Namen„ Husfiten" eine neue firchliche Sefte zu gründen. Die Regierung wird nichts unterLassen, diesen Plan zu verhindern." Die gesetzlichen Handhaben fehlen der Regierung, um einen solchen Massenaustritt zu verhindern, aber um solche kleine Hindernisse kümmert sich die liberale ungarische Regierung nicht. Maßregeln zum Schuße der italienischen Auswanderer. Die Agenzia Stefani" meldet: Zwischen den Regierungen von Jtalien und den Bereinigten Staaten von Amerika fanden Verhandlungen zum Schuße der italienischen Auswanderer gegen die sogenannten Patrone ( damit sind wohl die gewerbsmäßigen Importeure billiger durch Kontrakte gebundener Arbeitskräfte gemeint) statt, welche zur Schaffung eines Bureaus auf Ellis Jsland führten, wo den italienischen Auswanderern von den Bundes- und Ein wanderungsbehörden gesammelte Angaben über Ansiedelungss und Arbeitsangebote mitgetheilt werden. Die Bureaubeamten und die Bureauspesen bezahlt die amerikanische Union, zwei im Bureau thätige italienische Agenten werden von der italie nischen Regierung besoldet. Innern hat, wie wir der Köln. 3tg." entnehmen, dem Rongreß Sozialgesetzgebung in Spanien. Der Minister des drei Gefeßentwürfe vorgelegt, die die Anfänge einer sozialpolitischen Gesetzgebung in Spanien bilden. Der erste bezieht sich auf die Verantwortlichkeit der Unternehmer für Unfälle, Zunächst werden die die die Arbeiter im Betriebe erleiden. Fälle, wo überhaupt eine Verantwortung eintritt, angeführt und gesetzes vom 26. Dezember 1850 dem Herzoglichen OberLandesgericht überwiesenen Entscheidungen ist weder infolge der Bestimmungen in§ 119 ff. des Deutschen Gerichtsverfassungs Gesetzes, noch in Gemäßheit des Gerichtsgemeinschafts- Bertrages vom 9. Oktober 1878( 3.-S. f. Anhalt Nr. 518) an das Königlich Preußische Ober- Landesgericht für das Herzogthum Anhalt übergegangen. Ebenso wenig ist die selbe in dem Anhaltischen Ausführungsgesetz zum Deutschen Die allgemeine Amnestie wollen die Casimir Perier Gerichtsverfassungs Gesetz( G.-S. Nr. 521) einer der am und Dupuy nicht bewilligen, aber um den Schein des 1. Oftober 1879 in das Leben getretenen Herzoglich Anhaltischen Gerichte zugewiesen worden. Letzteres, sowie guten Willens zu zeigen hat in dem heutigen Ministerrath eine Uebertragung dieser Zuständigkeit an das Königl. der Casimir Perier aus Anlaß seiner Wahl zum Präsi Preußische Ober Landesgericht für das Herzogthum Anhalt denten und aus Anlaß des Nationalfestes am 14. Juli ein durch einen Akt der Anhaltischen Gesetzgebung wurde durch Dekret unterzeichnet, durch welches 374 wegen Theilnahme die Bestimmung im Artikel 4 Nr. 16 der Verfassung des an Arbeiterausständen Verurtheilte begnadigt werden. Deutschen Reichs zugleich aber auch aus dem inneren Grunde Der Schachzug ist nicht ungeschickt, denn heute wurde dann die Vergütungen, die bei zeitweiliger und dauernder Ar ausgeschlossen gewesen sein, weil die im§ 9 Abs. 1 des in der Kammer auch der Antrag der Radikalen und beitsunfähigkeit zu zahlen sind, näher festgesetzt. Im Todesfall Vereinsgesetzes bezeichneten Entscheidungen weder dem straferhalten die unmüdigen Kinder eine einmalige Entschädigung richterlichen noch bem zivilrechtlichen Gebiete angehören, fich Sozialisten auf Erlaß einer allgemeinen Amnestie ver- von 1500-2000 Befetas und die Begräbnißkosten sind für vielmehr lediglich als Entscheidungen und Maßnahmen der handelt. Rechnung des Arbeitgebers. Handelt es sich nur um eine Verwaltung kennzeichnen. Die Botschaft des Präsidenten der französischen Wittwe oder Eltern, die schon das 60. Lebensjahr erreicht haben, Siernach müssen wir die fragliche Bestimmung im§ 9 Republik. Man schreibt uns aus Paris unterm 4. Juli: Der so sinkt diese Entschädigung bis auf 500 pesetas. Die Ur des Vereinsgesetzes für veraltet erachten und es erscheint Beifall, mit welchem die Vertreter des Jobber- und sonstigen fachen, die zu dem Unfall führen, werden von einer Jury begut Parafitenthums die präsidentschaftliche Botschaft aufgenommen achtet, die sich aus Vertretern des Gemeinderaths, der GrundHier schafft das neue Reise- Handbuch gründliche Abhilfe. Nicht haben, ist wohl der sicherste Maßstab für den Werth diefes Schrift. befizer, Industriellen und Arbeiter zusammenfeßt. stückes und zeigt wohl am besten, wen sein Autor eigentlich vers Die zweite Vorlage behandelt die Kinderarbeit. Rinder nur ist die Zahl der Touren bedeutend vermehrt( insgesammt tritt. Herr Perier mag, wie er dies in seiner Botschaft thut, unter 10 Jahren in Fabriten, Werkstätten, Bergwerken ober über 2000), es sind auch alle Entfernungen nur nach Kilometern noch so eindringlich sagen:„ Ich bin nicht der Mann einer Gießereien zu beschäftigen, soll fortan untersagt werden. Kinder berechnet und bis auf Behntelfilometer genau angegeben. Partei, ich gehöre Frankreich und der Republit an", wird man von 10-18 Jahren dürfen nicht mehr als fünf, folche von 18 Wandernden Arbeitern, wie auch den Vorständen der Gewerk- es ihm in den außer seinen Wählern stehenden Kreisen, wird bis 17 Jahren nicht mehr als acht Stunden arbeiten, und zwar schaften ist das Büchlein, das in seinem Anhange noch eine man es ihm in der Arbeiterwelt doch nicht glauben, Sage mir, hat nach vier Stunden eine Baufe einzutreten. In Bechen ober Menge wichtiger Notizen für Reisende enthält, sehr zu empfehlen. wer Dir Beifall flatscht," kann man hier füglich mit Bariation Steinbrüchen, bei entzündbaren oder gesundheitsschädlichen Stoffen, Die Ausstattung und der schöne praktische Einband des Werkchens in Räumen, wo Maschinen thätig sind, auf deren Gang der Ar einer bekannten Sentenz sagen, und ich werde Dir find besonders zu loben. sagen, wessen Interessen Du vertrittst." Und bezeichnender- beiter feinen Einfluß hat, bei der Reinigung von Motoren oder weise wurde diese Stelle sowohl in der Kammer wie Transmissionstheilen im Betrieb befindlicher Maschinen dürfen Eingelaufene Druckschriften. im Senat von Beifall der Vollblutbourgeoisie unterstrichen. Ist Kinder von 10-17 Jahren zu Arbeitsdiensten nicht verwandt Der Sozialdemokrat, Sentral- Wochenblatt der sozialdemokratischen Partet der neue Präsident demnach nicht der Mann einer Partei, so werden. Nacht- und Sonntagsarbeit wird ganz untersagt. Auch müſſen Teutschlands( Expedition in Berlin SW., Beuthstraße 2). Bu beziehen durch alle Zeitungsspediteure. Das Abonnement beträgt durch die Poft galt der Beifall, was noch viel schlimmer ist, dem Mann einer die Kinder geimpft sein und wenigstens 18 Stunden wöchentlich oder in Berlin durch die Beitungsspediteure pro Quartal 1,20 m., unter Klaffe, dem der Herrenklasse, des Ausbeuterthums, Uebrigens ist zur Schule gehen. In öffentlichen Schaustellungen wird das Die Nr. 28 vom 6. Jult is hauptsächlich den Auseinandersegungen mit diese Phrase nicht einmal das geistige Eigenthum Perier's, denn Auftreten von Minderjährigen in gymnastischen Runststücken 2c. verboten. Zuwiderhandlungen werden mit siemlich schweren der anarchistischen Bewegung gewidmet und hat folgenden Inhalt: der" Temps" sagte bereits am Vorabend der Präsidentenwahl, Strafen belegt. Wochenschau. Sozialdemokratische Breßftimmen zum 2yoner Attentat: daß der Erwählte mit seiner Wahl aufhöre, ein Parteimann zu Ausland, Inland. Aus Holland. Die Frauenarbeit wird in der dritten Vorlage in der Christlicher Anarchismus. Partet sein und der autorisirte Vertreter des Landes werde. Und wie nachrichten. Plechanow: Anarchismus und Sozialismus. 4. Dr. Wille's Philosophie der Befreiung. Gewerkschaftliches. Literatur. diese Phrase nicht sein Eigenthum ist, so kann man fast von der Weise geregelt, daß es den Unternehmern untersagt wird, Are Volks- Leviken. Herausgegeben von Emanuel Wurm; Berlag von ganzen Botschaft sagen, daß sie ein Ragout von An- beiterinnen im Alter von 16 bis 18 Jahren während der NachtWörlein u. Komp., Nürnberg. Heft 8 ift foeben erschienen und enthält berer Schmaus", ein Ragout, nach welchem der Gaumen stunden zu beschäftigen. Die Dauer der Arbeit darf bei Ar Gefeßes nebst den Anträgen der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion, des arbeitenden Volkes wahrlich nicht steht. Ja, selbst beiterinnen von 16 bis 23 Jahren die Zeit von zehn Stunden mit und Erläuterungen), Arbeiterschuß- Gesetzgebung in Finnland, A. in Frant- da, wo er hervortreten läßt, daß er eine persönliche 1/ aftündiger Ruhepause nicht überschreiten. Unterirdische Arbeit reich, U. in Großbritannien,. in Italien,. in Euremburg, A. in den politit treiben will, verspricht er nur, was das Drohnenthum und solche, die dem weiblichen Organismus schädlich ist, wird Rumänien, A. in Rußland, A. in Schweden, A. in der Schwetz. Alle von ihm laut genug verlangt hat, um in der Botschaft nicht vollständig verboten. Wie schauderhaft müssen die Verhältnisse der spanischen übergangen zu werden. Und diese persönliche Politik wird der Julibeft. Inhalt: Das foziale Glend und bie Gesellschaft in Desterreich ganzen Anlage des Präsidenten der Republit nach der Bour- Arbeiter sein, wenn solche Geseze als ein Fortschritt betrachtet Don Zeifen. Genoffenschaftliche Selbsthilfe von Dr. Platter. Gin Hand- geoisie nur dazu dienen, ihre Herrschaft nur noch schamloser als werden müssen. buch der Kriminal Antropologie von Prof. Zönnies. Agrarisches. bisher zu eigennüßigen Zwecken auszubeuten. Und in diesem Leipzig. Berlag von G. F. W. Feft. Borgefühl hat sie wohl die Botschaft wie die Wahl Perier's jubelnd aufgenommen. Nun ist noch nicht aller Tage Abend und niemand weiß, was der morgige Tag bringt. Kreuzband 1,80 m. 1 -h. folgende größere Artikel: Arbeiterschutzgesetz, Deutsches( Wortlaut des Niederlanden, A. in Norwegen, A. in Defterreich, A. in Portugal, A. in 14 Tage erscheint ein Heft. Deutsche Worte. Monatshefte von Engelbert Bernersdorfer. 14. Jahrgang. " Caligula und Claudius, Meffalina und Agrippina, in Wort und Bild. Bon Bittor Duruy. Aus dem Französischen frei übertragen von Dr. Herzberg. Leipzig. Berlag von Schmidt und Günther. Eine stürmische Kammersihung. Wie man uns aus Zur Wiedergeburt der Quiturmenschheit gerausgegeben von Dr. Paris schreibt, war die Montagsfizung der französischen Kammer, Conrad. Bamberg. Berlag: Handels- Druceret. Farbe bekennen! Gin Beitrag zur Frage des Kirchenaustritts. Bamberg. in der die Botschaft des Präsidenten der Republik zur Verlesung Berlag: Handels- Druckeret. Die höchhe Bunn. Bebensbetrachtungen von H. Ritter. Bamberg. Berlag: gebracht wurde, eine äußerst stürmische. Kaum war nämlich die Berlesung beendet, als sich Genosse Vaillant zum Wort meldete, Handels- Druckeret. Brieg dem Kriege. Bon C. Echoll Bamberg. Berlag: Hanbels- Druckerei. um den Antrag zu stellen, die Kammer möge eine aus 33 Mitundert Jahre nach geffing's Rathan. Den ubenha, fe.n sur Ichämung, ernhen Juden aur Selbfiprüfung. Bon C. Scholl. Bamberg. gliedern bestehende Kommission behufs Ausarbeitung einer auf bie präsidentschaftliche Botschaft zu ertheilenden Antwort Berlag: Handels- Druderet. Das neue Zollgesetz der Vereinigten Staaten von Amerika wurde nach langen, die ganze Erwerbsthätigkeit in Amerika störenden Berhandlungen heute vom Senate mit einer Majorität von blos 5 Stimmen ge nehmigt. Zum amerikanischen Eisenbahnarbeiter- Streik liegen heute folgende Drahtmeldungen vor: Chicago, 4. Juli. Auf Blue Jsland wurden etwa zwölf Eisenbahnivaggons durch Brandstifter vernichtet. Heute verkehrten einige Züge. Die Bestrebungen, den allgemeinen Ausstand in Indianopolis herbeizuführen, mißlangen. Vier Parteinachrichten. Die für die Parteitaffe bestimmten Geldsendungen find nur an die Adresse des Kassirers Albin Gerisch, Kazbachstr. 9, I, zu richten. = " 1 taufend Ausständige befinden sich im Besize der Bergwerke in städter Amtsgericht einen groben Unfug" nicht erblicken und gewissenhaften Beamtenpflicht einerseiss, andererseits aber auch der Grafschaft Gogebic(?) in Michigan; es tam zu Zusammen- lehnte daher den Antrag des königlichen Staatsanwalts auf Er ein Opfer der Denunziationswuth. Er hat sich, allerdings zu stößen, bei denen mehrere Personen getödtet wurden; Miliz ist öffnung des Hauptverfahrens ab. der Zeit als viel Menschen auf der Straße gegangen sind, nach an Ort und Stelle gesandt worden. Dem Reichstags- Abgeordneten Schulze in Königs seinem Dienst begeben. Rüffert ist nur bis zum Bürgergarten" Washington, 4. Juli. Vierzehn Gisenbahnzüge mit bergi. Pr. war die Schanktonzession entzogen worden und die mitgegangen, wo er Gäste bedienen mußte. Porth ist der 2000 Fahrgästen find in Bloomington aufgehalten worden. Bwischeninstanzen hatten auf seine Beschwerde sämmtlich gegen Ueberzeugung, daß er verdonnert werden wird. Er hat die Die Brücken der Atlantic- und Pacific- Bahn wurden bei ihn entschieden. Das Ober- Verwaltungsgericht dagegen hob die Verordnung gefannt, und sich infolge dessen wohl ge= Needles( San Bernardino) von Volkshaufen verbrannt. Verfügung der Königsberger Polizeidirektion auf und verurtheilte hütet, der Polizei im Wege herumzulaufen. Er habe Chicago, 5. Juli. Die Vereinigung der Direktoren sie auch zur Tragung der Kosten des Verfahrens. am 1. Mai nur für sich gefeiert und gleichzeitig der Eisenbahn- Gesellschaften hat beschlossen, heute zu versuchen, In Stuttgart war der Redakteur der„ Schwäbischen Geschäfte abgewickelt. Sengpiel ist ebenfalls nur ein Stück mitden Betrieb wieder aufzunehmen durch Erfezung der Streiten Tagwacht", Geiger, in einer Privatklagefache wegen angeb gegangen. Braun verweigerte jede Aussage. Appel hat erst ge= den durch andere hier eingetroffene Arbeiter. Die Direktoren licher Beleidigung eines Herrn v. Simolin- Bathory, arbeitet, dann nur einige Geschäftswege besorgt. Barth ist ebens erklären, sie würden sich auf keinerlei Bugeständnisse einlassen. früheren Hofmarschalls der Prinzessin zu Sachsen- falls nicht mitgezogen. Er hat von weitem wohl eine Menge Gleichzeitig beschloß die Regierung, die Aufreizer zum Streit Weimar- Eisenach, zu 2 Monaten Gefängniß verurtheilt worden, Leute gefehen, hat aber geglaubt, es sei dies ein Leichenzug. wegen verbrecherischer Verschwörung gerichtlich zu verfolgen.- weil das in einem Artikel Behauptete nicht wahr sein sollte. Er Hensel hat keinen Aufzug mit gemacht; er hat nichts darüber strengte gegen das Urtheil die Klage auf Wiederaufnahme des gelesen, daß das Spazierengehen verboten ist. Verfahrens an. Dem wurde stattgegeben. In der neuen Ver- Auch das Zeugenverhör verlief im großen und ganzen handlung brachte er gegen den Kläger derart schwerwiegendes wiederum so, wie in den Vorverhandlungen. Unbestimmte Aus. Material vor, daß dieser durch seinen Anwalt die Klage zurück- fagen 2c. charakterisirten die Aussagen der Polizeibeamten. Gelder zur Unterstützung der ausgesperrten ziehen ließ. Das Gericht erkannte nunmehr den Herrn v. Simolin Wachtmeister Born bestätigte zunächst, daß er Hensel mit Böttcher und Brauerei Arbeiter ersuchen wir, um Bathory sämmtlicher Kosten und Auslagen aller Instanzen, ein- feiner Frau durch die Wettinerstraße habe gehen sehen. Als Böttcher und Brauerei Arbeiter ersuchen wir, um schließlich der des Beklagten Geiger, für schuldig. Der Inhalt Hensel bestreitet, mit seiner Frau gegangen zu fein, erklärt Beuge Verzögerungen zu vermeiden, nicht an das Parteibureau zu bes in Frage kommenden Artikels war folgender: E3 waren," Born, daß er sogar eine Führerrolle" gespielt habe. adressiren; weder an den Kassirer Gerisch, noch an den Genossen fagt die Schwäb. Tagwacht", einige Andeutungen über die Zeuge Unger wird nicht vereidet, da er dasselbe aussagt Auer, der zur Zeit gar nicht in Berlin anwesend ist. Bediene negative Sittenreinheit eines gewissen hochadligen Herrn gemacht wie Born. Zwei Dresdener Kriminalgendarmen haben Hensel man sich zu dem Zwecke der Adresse der Expedition des„ Vor- worden. In höchster Entrüstung über diese, Berleumdungen" hatte der noch an verschiedenen Stellen im Zuge Führerrollen spielen sehen. Herr Hofmarschall, obwohl sein Name garnicht genannt war, die Hensel fragt an, wie viel denn eigentlich der Bug" Führer ge wärts", womit der Vortheil der sofortigen Kontrolle durch die Staatsanwaltschaft aufgefordert, mit der ganzen Schärfe des Gesetzes habt haben folle; es feien schon mehrere als Führer verurtheilt; öffentliche Quittung gegeben ist. gegen den verantworlichen Redakteur der„ Tagwacht" vorzugehen. unmöglich tönne auch er noch als Führer fungirt haben. Aber merkwürdig! Die Staatsanwaltschaft lehnte dies ab, ob- Wachtmeister Reinhold aus Löbtau giebt an, er sei mit wohl es sich um einen hochgestellten Hofbeamten handelte. Herr sieben Mann beauftragt gewesen, die Theilnehmer des„ Buges" v. Simolin betrat nunmehr den Weg der Privattlage, worauf zu zerstreuen. Er habe aber eingesehen, daß er dazu zu schwach sich zunächst das Schöffengericht mit der Sache zu befassen war, und habe es infolge deffen bei dem Notiren ihm bekannter hatte. Bei diesen erstinstanzlichen Verhandlungen fungirte Personen bewenden lassen. Er glaubt, Braun gesehen zu haben, Von der Agitation. Bei einer Flugblattvertheilung in Herr Amtsrichter Gmelin als Vorsitzender,( Beisitzer waren fann aber nichts bestimmtes behaupten. Schuhmann Peschke Jaderberg und Magdeburg wurden in einem Dorfe zwei ein Kaufmann und ein Dr. jur.). Der Beklagte hatte hat Borth, Müller, Rössig an der Cottaerstraße und SengFlugblattvertheiler von Bauern thätlich angegriffen. Die Bauern sich erboten, den Wahrheitsbeweis für die inkriminirten piel an der Dresdenerstraße gesehen. Auf die Frage geboten sogar den Knechten, den Sozialdemokraten mit Heugabeln Bezichte zu erbringen, und war auch der festen Ueberzeugung, des Vorsitzenden, ob es dem Schuhmann geschienen zu Leibe zu geben. Die Knechte beachteten den Befehl nicht, daß die von ihm beigebrachten Beweismittel vollauf genügen hätte, daß Müller einen Geschäftsweg besorgen wollte, waren also, wie das gewöhnlich der Fall ist, manierlicher und würden. Das Gericht aber war anderer Ansicht. Es erflärte erklärte der Zeuge, dies glaube er nicht; Müller ginge sonst immer gefcheidter als ihre Herren. Die dortige Gegend ist eine Hochburg den Wahrheitsbeweisantritt für durchaus mißlungen und ver- in Hemdärmeln auf der Straße, am 1. Mai habe er aber einen der Freisinnigen". urtheilte deshalb den Beklagten zu zwei Monaten Gefängniß. Rock angehabt! Die Mitglieder des Bremer Sozialdemokratischen Dis Gegen dieses Urtheil wurde natürlich Berufung eingelegt. In Schußmann Eberth tann nicht sagen, ob die Leute, die er gesehen, futirklubs versorgten am Sonntag die Dörfer Strohm, Strohmer der Zwischenzeit gelang es dem Beklagten, die seitherigen als Theilnehmer eines Buges anzusehen gewesen seien. Ihm habe deich, Seehausen, Hasenbüren, Mittelsbüren, Lankenau, Rabling: Beweise noch erheblich zu verstärken, so daß jeder, der es geschienen, als habe sich der Bug schon aufgelöst gehabt. Es hausen und Woltmershausen mit Schriften. Der Verlauf der mit der Sachlage vertraut mar, von der zweiten Instanz babe tüchtig geregnet und infolge dessen seien alle sehr schnell Agitationstour war im allgemeinen ausgezeichnet. Auffallend ein wesentlich anderes Resultat erwartete. Da sich die gegangen, um ein trockenes Unterkommen zu finden. Unter diesen war, wie die Bremer Bürger- Zeitung" berichtet, die Neugier Verhandlung der Sache bis zu den Gerichtsferien hin- Leuten hat er Rüffert und Güttler gesehen. Auch könne es mög der Landbevölkerung nach Tagesneuigkeiten. Auch Anfragen gezogen hatte, so waren es nicht die ständigen Mitglieder der lich sein, daß er Barth gesehen habe. über den Stand der sozialdemokratischen Bewegung waren nicht Strafkammer, die über die Berufung zu entscheiden hatten, Aehnliche Aussagen macht auch Schußmann Göbel. felten. sondern zum Theil Mitglieder der Ziviltammer. Dem Der als Zeuge vernommene Bauunternehmer Adam ist In 3eiß fprach Reichstags Abgeordneter Robert entsprechend setzte sich diese Ferienkammer folgendermaßen zu am 1. Mai mit der Unterstützung der Polizei beauftragt worden. Schmidt in einer öffentlichen Gewerkschafts- Bersammlung über sammen: Landgerichtsrath Elfäßer als Vorsitzender und Referent Er weiß aber nicht bestimmt, ob einer der Angeklagten sich am das Thema: Warum sind die Arbeiter unzufrieden? Bum Schluß( dieser Herr ist als Redner in deutschparteilichen Versamm- Buge betheiligt hat. Er glaubt, Porth gesehen zu haben, da forderte er die Anwesenden auf, der Gewerkschaft ihres Berufes fungen von früher bekannt), Landgerichtsrath Cronmüller er weiß, daß derselbe immer bei solchen Angelegenheiten ist! beizutreten und die indifferenten Arbeitsgenoffen gleichfalls zum und Landrichter Graner als Beisitzer. Aber auch vor diesem Straßenwärter Kirchgeorg hat Sengpiel, Rüffert und Rösfig Anschluß zu bewegen. Ju Gera sprach derfelbe Abgeordnete Forum sollten die mannigfachen direkten und indirekten Beüber die erzieherische Wirkung der Gewerkschafts- Bewegung. weise, die der Beklagte beibrachte, nicht die erhoffte Aufnahme Restaurateur Fröde tritt als Entlastungszeuge für Güttler auf. Der An finden. Auch hier war man der Auficht, daß alle diese Beweise Damit ist die Beweisaufnahme geschlossen. Eine Parteikonferenz für den Reichstage. Wahlkreis nichts bewiesen und so wurde die Berufung zurückgewiesen geklagte Appel, der vier Zeugen auf seiner Borladung Der Vertreter Bingen Alzen wird Sonntag, den 15. Juli, in Arnsheim und dadurch die zweimonatliche Gefängnißstrafe bestätigt. Da stehen hat, ist von Niemand gesehen worden. abgehalten. die Revisionsinstanz nicht in Anspruch genommen oder vielmehr der Staatsanwaltschaft überläßt es hinsichtlich einiger der Ans die Begründung des Revisionsantrags unterlassen worden war, geklagten dem Gerichtshof, wie er entscheiden wolle, während Mit dem elenden Loose der Arbeiter, die nach der Be- so wurde die erfannte Strafe bald darauf rechtsfräftig. Es blieb er bezüglich des größeren Theils der Angeklagten die Verurtheilung endigung der Ausstellungsarbeiten in Lemberg also anscheinend nichts mehr übrig, als die Strafe abzufigen beantragt. Nach kurzer Vertheidigung der Angeklagten sieht sich auf's Pflaster gefeht worden find, ohne daß man sich bemüßigt gesehen und die sämmtlichen Kosten zu bezahlen, wie es durch der Gerichtshof zu einer 3/ 4stündigen Berathung zurück. Das hätte, ihnen 14tägige Ründigungsfrist zu gewähren, hatten sich fürzlich das Urtheil verfügt worden war. Herr von Simolin Urtheil lautete für Müller, Rüffert, Porth, Sengzweifozialdemokratische Versammlungen Lem triumphirte! Zweimal war ihm nun gerichtlich attestirt worden, piel und Hensel auf 100 Mart Geldstrafe odes bergs zu beschäftigen. In beiden Versammlungen erzählten daß er rein und makellos durchs Leben wandle und alle gegen einen Monat Gefängniß und für Ninte, Güttler, die Armen getreu von ihrem Elend. 300 von der letzten Partie theiligen Behauptungen nichts als böswillige Erfindungen feien. Braun, Appel und Barth auf Freisprechung. der Arbeiter mußten fast die ganze Woche auf die Auszahlung und zugleich hatte man es verstanden, diese verleumderischen der armseligen paar Gulden warten. Manche von ihnen haben Bezichte" ganz gehörig zu ahnden. Während aber Herr von ihre legten Kleidungsstücke verkauft, um nicht Hungers zu sterben, Simolin vor Gericht so glänzende Triumphe feierte, herrschte in Ueber den Glasmacher Ausstand in Oldenburg und so find sie jetzt vogelfrei und mittellos, während die der öffentlichen Meinung Stuttgarts eine wesentlich andere AufHerren in den theuren Ausstellungsrestaurants schlemmen fassung. In allen Kreisen gab es Hunderte von Leuten, orakelt das Antisemitenblättchen, die" Hannoversche Poſt" wie und prassen. In der zweiten Versammlung erschienen die bei dem Bekanntwerden dieser gerichtlichen Ent- folgt:„ Die Ausständigen haben im ganzen feine Sympathien im auf der Rednerbühne so verarmte und verhungerte Gestalten, scheidungen die Hände über dem Kopf zusammenschlugen. Publikum, da die Bevölkerung die Berechtigung der Maßnahmen daß die Zuhörer der wachsenden Kultur" Galiziens mit Flüchen In allen Kreifen der Bürgerschaft war ja schon häufig der Direktion anerkennt, umsomehr, als der Lohn der Glasmacher und Verwünschungen gedachten. über die wüsten Gepflogenheiten des genannten Herrn gesprochen ein sehr guter zu nennen ist; verdienen doch Meister und Obers worden ,. überall hatte man sich diese oder jene Details desselben meister ein Jahrgeld von 2400-3000 m." zu erzählen gewußt. Nur die Polizei allein wußte nichts, oder Heiliger Nepomuck! Also der Lohn der Glasmacher ist ein wollte wenigstens nichts wissen. Und Angesichts diefes frag- guter zu nennen, weil meister und Obermeister ein Jahrwürdigen Nenommee's sollte ein Gerichtshof kaltlächelnd erklären: geld von 2400-3000 m. beziehen! ich finde feine Schuld an diesem Menschen! Und bei dieser Sach- Nun, wir sind bereits gewöhnt von den Verfechtern des Urlage sollte ein Redakteur zwei Monate ins Gefängniß wandern, germanenthums in Arbeiterfragen den haarsträubendsten Blödsinn Bemerkt mag noch sein, daß zwei Berufe, die der Maurer blos weil er 3 gewagt hatte, in verblümter Form dasselbe in zu hören und sind um so eher geneigt zu entschuldigen, als wir und Zimmerleute, nach der Ausstellung die Rechnungen ihres feinem Blatt zu schreiben, was man sich in Bekanntenkreisen 22. uns nahe den Hundstagen befinden. Unterstützungsfonds zusammenstellten, wobei sich zeigte, daß den ziemlich ungenirt mittheilte! Und als vollends gewisse Einzel- Die Löhne der Berglente sind in den letzten Jahren ganz Ausstellungsarbeitern nicht weniger als 9000 Gulden baar gezahlt heiten aus der Beweisaufnahme bekannt wurden, als man er enorm geſunten. Nach der amtlichen Statistik betrug der durch werden mußten. Dabei sind die Kosten für Apotheke, Aerzte und fuhr, daß ein Zeuge unter Eid ausgesagt, daß er mehrfach von schnittliche Schichtlohn der Bergarbeiter des Dortmunder Reviers Spitäler nicht gerechnet. Die Krankheitsdauer belief sich auf Simolin zu gewissen Unsittlichkeitsaften benutzt worden sei und im Jahre 1891 4,05 M., im Jahre 1892 3,90 m., 1893 3,66 M. 8 Jahre 4 Monate. Das hat die Arbeit unter freiem Himmel grnaue Angaben hierüber machle, als man von einem Rendezvous- Dabei ist noch zu bedenken, daß diese Zahlen Durchschnittszahlen in Herbst und Winter dem Verein als Nußen gebracht! In ven- Schreiben an einen jungen Herrn erfuhr, da war man vielfach sind, daß also naturgemäß viele Bergarbeiter weniger verdienten. felben beiden Berufen waren unter den bei der Ausstellung be- über dieses Endresultat aufs Höchste indignirt. Man fonnte zum Daß die meisten jetzt noch weniger verdienen, das zeigt die Thats fchäftigten Arbeitern 5 Todesunjälle, 15 Schwerverwundungen Theil jenes Urtheil in einer Weise kritisiren hören, die nicht sache, daß in der letzten großen Versammlung ein Mindestlohn und 70 leichtere. Und das in zwei Berufen. So tragen die gut wiederzugeben wäre. Dazu tam noch, daß plötzlich eine von 3,50 m. gefordert wurde. Und doch zahlen die BergwerksProletarier die Kosten jedes Kulturfortschritts", und dafür anonyme Broschüre erschien und massenhaft verbreitet wurde. Gesellschaften größten Theil noch ganz annehmbare wirft man sie nach der beendeten Arbeit erbarmungslos auf die Dies hatte zur Folge, daß sich die Sympathien noch mehr als Dividenden. Damit diese auch ja nicht zurückgehen, sorgen die Straße. zuvor dem Berurtheilten zuwendeten und der Glaube an die Bergwerksbesitzer durch Verminderung der Produktion dafür, daß Engelreinheit des Herrn v. Simolin immer mehr abnahm. In die Preise in die Höhe getrieben werden. Die entlassenen Todtenliste der Partei. In Neumünster wurde am folge deffen liefen zahlreiche Zuschriften und Mittheilungen auf Arbeiter aber mögen sehen, wo sie bleiben, nach deren Schicksal 3. Juli der Bigarrenarbeiter Klaus zien au beerdigt. Er der Redaktion der Tagwacht" ein, in welchen dieser und jener fragen die Ordnungsstügen nicht. gehörte zu denjenigen Arbeitern, die immer bereit sind, sowohl Wint gegeben wurde. So gelang es allmälig, neues Material Der Patriotismus unserer herrschenden Kreise bekommt auf gewerkschaftlichem wie politischem Gebiete für die Interessen zusammenzubringen, und auf grund desselben die Wiederaufnahme sofort ein Loch, sobald der Geldbeutel in Betracht kommt. Das des Proletariats einzutreten. des Verfahrens zu betreiben." * Die Versammlungen forderten die Regierung und den Magiftrat auf, Mittel zu schaffen, um der Arbeitslosigkeit zu steuern, und zugleich beschloffen sie auf dem sozialdemokratischen Landes- Parteitage, der am 12. bis 15. Auguft in Lemberg tagen soll, zu beantragen, daß im ganzen Lande für die Einführung des BehnStundentages agitirt werde. Polizeiliches, Gerichtliches: c. Dresdener Maifeier- Prozeß. gefehen. Soziale Ueberlicht. = zeigt sich wieder einmal recht deutlich bei dem Bau des NordDitsee Karals. Ueber die an dem Bau beschäftigten Arbeiter schreibt das Hamburger Echo" treffend: Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Wegen Majestätsbeleidigung wurde in Es ist bemerkenswerth, daß bei dem„ nationalen Werk", der Greifswald der Parteigenoffe Gustav Wegner aus Wol= Erbauung des Nord- Ostsee- Kanals, meist fremde Arbeiter: Russen, gaft zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt. Das Vergehen In unserem letzten Berichte glaubten wir, daß es nun mit Bolen, Italiener beschäftigt werden; nicht etwa deshalb, weil sie foll auf einem Bergnügen des Wolgafter Allgemeinen Arbeiter den Maffenverurtheilungen wegen Spazierengehens ein Ende bessere oder ebenso gute Arbeiter sind als die Deutschen denn vereins begangen worden sein, als es sich darum handelte, einige habe, wir haben uns jedoch getäuscht. Am Mittwoch mußten sich dann hätten wir dagegen selbstverständlich nicht das Geringste Störenfriede zu entfernen. wiederum eine Anzahl Genossen verdonnern" laffen. Wenn einzuwenden sondern weil sie billiger und anspruchsloser sind wie In Peit in der Mark Brandenburg hatten mehrere Ar auch der Verhandlungssaal nicht so überfüllt war, als Deutsche, weil sie eine schlechtere Lebenshaltung als diese den drei beiter einige Wochen vor der Maifeier eine Rollette" ver- in größeren Verhandlungen, so genügte die haben und sich mehr gefallen lassen. Deshalb der internationale der Angeklagten und Zeugen doch, den anstaltet, um aus deren Erträgniß die Kosten von Ergöglich- Bahl Saal Drang des Unternehmerthums und die Verleugnung des natio teiten zu bestreiten, die bei der Maifeier für die Kinder zc. zu füllen. Es waren neun Spaziergänger aus Löbtau, die nalen Prinzips". Das ist der„ Schuß der nationalen Arbeit", arrangirt werden sollten. Da sie dazu die polizeiliche Ge- fich zu verantworten hatten. Den Vorsitz führte Amtsrichter soweit die deutschen Arbeiter dabei in Betracht kommen. nehmigung nicht eingeholt hatten, müssen sie nach dem Urtheil Dr. Domsch, während als Vertreter der Staatsanwaltschaft des Schöffengerichts jeder 6 M. und die Kosten des Verfahrens wiederum Dr. Vollmer fungirte. Angeflagt waren: 1. Pro bezahlen. Noch strenger verfuhr die gewissenhafte Dame Themis butten- und Milchhändler Ernst Müller, 2. Handelsmann mit einem Parteigenoffen, der in dem nicht zum Stadtbezirk ge: Julius Rinte, 3. Lokomotivführer Friedrich Güttler, hörenden Orte Beiß- Rittervorwert wohnt und in der Stadt 4. Kellner Karl Rüffert, 5. Kassirer August Porth, Paris, 5. Juli. Deputirtenkammer. Im weiteren Ver= Beiß den Wahren Jakob" gegen Entgelt verkauft hatte. Er 6. Töpfer Friedrich Sengpiel, 7. Verkäufer Ernst Braun, hatte feinen Wander- Gewerbeschein gelöst, der 18 M. gefoftet 8. Stellmacher Martin Appell, 9. Schloffer Friedrich Barth. laufe der Sigung beantragte Pelletan den Erlaß einer Amnestie hätte, und muß nun doppelt so viel, also 36 M. und die Kosten Gleichzeitig wurde über den Dachdecker Otto Hensel, der am 1. Ber- für wegen Streit- und Preßvergehen Verurtheilte und ver zahlen. handlungstage nicht erschienen war, abgeurtheilt. Die Löbtauer An- langte für seinen Antrag die Dringlichkeit, welche abgelehnt Polizeilich aufgelöst wurde der Klub der geklagten waren bezichtigt, an einem durch die Tharandterstraße, wurde.( Widerspruch auf der äußersten Linken.) Vaillant be= Münchener Unabhängigen Frei Wort". Wilsdrufferstraße, Schulstraße, Wernerstraße, Cottaerstraße und gründete eine Interpellation betreffend die Maßregeln zur Abgewiesen wurde der Burger Schuhwaa ren Dresdenerstraße gehenden Auf- und Umzug theilgenommen zu Berhinderung der im Mai an dem Grabe der Föderirten von fabrikant Zad mit seiner Klage gegen den Genossen Bock= haben. Die Angeklagten geben alle zu, am 1. Mai einen 1871 auf dem Père Lachaise beabsichtigten Rundgedung. Gotha, der bekanntlich als Vertrauensmann der deutschen oder einige der erwähnten Straßen pafsirt zu haben, aber von Ministerpräsident Dupuy vertheidigte diese Maßnahmen und Schuhmacher ein Flugblatt herausgegeben hatte, in welchem einem Umzuge weiß niemand etwas. So ist Müller nur auf erklärte, die Regierung würde eine Berherrlichung der Rommune 1. A. die Aufforderung enthalten war:... so lange der Geschäftswegen gewesen. Rinte hält es für überflüssig, dem Ge nicht dulden. Das Land empfinde Abscheu bei der Erinnerung Vaillant brachte hierauf eine Streit in Burg dauert, die anderen Schuhwaaren- Verkaufs- richte eine Auskunft zu ertheilen, denn wenn er hinreichend ver- an die Kommune.( Beifall.) geschäfte und Schuhmacherwerkstätten in Halberstadt, als das dächtig erscheine", so möchten die Zeugen diesen Verdacht erst Tagesordnung ein, in welcher die Regierung aufgefordert wird, Lokomotivführer Güttler( der uns als Paris die Todten von 1871 ehren zu lassen. Diese ges Schuhwaarengeschäft der Firma Tad u. Ko. in Halberstadt zu begründen. berücksichtigen." In dieser Aufforderung konnte das Halber- Antisemit gar nichts angebt) ist nur ein Opfer der ordnung wurde mit 470 gegen 65 Stimmen abgelehnt. Hierzu eine Beilage. Berantwortlicher Redakteur: Hugo Pöhsch in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 154. Freitag, den 6. Juli 1894. Arbeiter, Parteigenossen! 11. Jahrg. Die Einigungsversuche vor dem Gewerbegericht sind an dem Widerstande des Bier- Ringes gescheitert. Den Herren ist es noch zu früh zu Verhandlungen; der Kampf muß daher weiter geführt werden. Die Ehre der Arbeiterschaft Berlins verlangt gebieterisch ein energisches Eintreten jedes Arbeiters für die gemeinsame Sache. Wenn Ihr Arbeiter Eure Pflicht thut, kann der Bier- Ring nicht siegen. Verdoppelt also Eure Aufmerksamkeit! In keiner Werkstelle, in keinem Hause, bei keinem Ausfluge, nirgends darf ein Tropfen Boykott Bier getrunken werden! Das ist Eure Pflicht, dann ist der Sieg bald unser! Hoch die Solidarität der Arbeiter! Boykottirt sind: 2. Brauerei F. Happoldt. % 3. Böhmisches Brauhaus, Kommandit Gesellschaft auf Aktien, A. Knoblauch. 4. Brauerei Karl Gregory, Berlin( Adler- Brauerei). 5. Vereins- Brauerei Rixdorf. 6. Spandauer Berg- Brauerei, vorm. C. Bechmann, Westend bei Charlottenburg. Aus dem Brauerring während des Boykotts sind ausgetreten und die Arbeiter- Forderungen haben anerkannt: Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichenkron, Cha rBrauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berin. Radeberger Exportbrauerei( Brauerei Pichelsdorf). Die Boykott- Kommission. Mannesmuth würde Herr Rösicke zeigen, wenn er die ihm verläßlich erscheinenden Organe auch zum Abdruck unserer ins Schwarze treffenden Erwiderungen zu veranlassen suchen würde! Große Neigung zum Abdruck seines Waschzettels scheint Herr Rösicke bei der kapitalistischen Presse, die Herrn Levysohn ausgenommen von der Berichtigung thatfächlich bis jetzt noch teine Notiz genommen hat, übrigens gar nicht vorauszusehen. Oder ist es nur ein Zufall, daß er, der auch in solchen Dingen gewiß fundige Mann besagten Waschzettel auf beiden Seiten bedrucken läßt? " über die Rixdorfer Brauerei gezwungen gewesen zu sein. Die es nicht, wenn man in einer nicht gut zu vertheidigenden Position Vertreter der Arbeiterschaft dagegen betonten energisch, daß die mit frommer Duldermiene ausharrt. 1. Schultheiß- Brauerei, Aktien Gesellschaft, Berlin durch nichts gerechtfertigte und eine Provokation der Arbeiter dar( und Tivoli). stellende Maßregelung am 15. Mai die Ursache des Bontotts gewesen ist. In dieser langen Erörterung wurden auch andere Fragen, wie 3. B. die Thätigkeit einzelner Personen, die eigentliche Ursache der Entlassungen, der etwa vorhandene Einfluß der Berliner Partei auf Rixdorf, die voraussichtlichen Wirkungen des Boykotts 1. f. w., sowie auch die eventuellen Bedingungen der Aufhebung besprochen. Naturgemäß äußerten sich die Redner über den letzten Punkt sehr reservirt. Von Seiten der Vertreter der Arbeiterschaft wurde als Vorbedingung für die Möglichkeit einer Ver7. Aktien- Gesellschaft Schloß Brauerei Schöne- handlung die Zurücknahme der Maßregelungen verlangt und außer Wie wir zum Schluß der Redaktion noch gewahr werden, berg. dem selbstverständlich an den bekannten übrigen Forderungen nimmt auch Röfice's getreuefter Schildknappe, Held Eugenius, Es scheint festgehalten. Die Einstellung der entlassenen Arbeiter in ihre in seinem Organ von der Berichtigung" Notiz. früheren Stellungen, Anerkennung der Organisation sowie des aber, daß auch Herr Richter fich diese für seinen Auftraggeber Arbeitsnachweises müsse unbedingt stattfinden; nur dann ließe recht faule Angelegen eit möglichst weit vom Halse schaffen fich an eine erfolgreiche Verhandlung denken, bei der dann über möchte, denn wer rubrizirt die Berichtigung", wie ebenfalls die die weiteren Punkte verhandelt werden könnte. Die Herstellung pyramidale Lüge, daß der Bierkonsum schon bedeutend zugedes ,, status quo", d. h. der vor dem Boykott stattgehabten Vernommen habe, unter die Vorgänge in Frankreich! hältnisse, müsse als Grundlage genommen werden, sonst hätten Die Spaltung. Nach dem„ Leipziger Tageblatt" melden die Verhandlungen überhaupt keinen Zweck. Hierauf erwiderten die hiesigen Organe des Brauerrings, daß die sozialdemokratische die Vertreter der Brauereien, davon könne keine Rede sein; die Boykottkommission sich in einer geheimen Sigung gespalten habe. Wiedereinstellung aller entlassenen Arbeiter sei schon um des Ein Theil unter Führung Auer's fei für energische Fortsetzung wegen nicht möglich, weil keine Arbeit für dieselben vorhanden Dem Brauerring gehörten nicht an und die Arbeiter fei. Der Arbeits- Nachweis, wie er jetzt nach Aufhebung des des Kampfes, Bebel mit seinem Anhang dagegen. Auer habe gemeinsamen Arbeits Nachweises bestehehe, sei für sei für deshalb den Vorsiz niedergelegt. forderungen sind durchgeführt bei: Wir vermissen in dieser Schauermähr die Meldung, daß Die Brauereien unannehmbar. Gegen die Anerkennung Auer in seinem Grimm sofort nach Bayern gereist ist, um dort der Organisation der Arbeiter dagegen bestehen keine im ganzen Lande den Bierboykott zu provoziren. Wenn angesichts Bedenken. Dieselbe sei von den Arbeitgebern des des steten Mangels an frohen Botschaften die Zeilenschinder der Kapitalistenpresse nun einmal in Tendenzlügen machen müssen, Nach Ansicht des Redners sei das einzig mögliche Buso sollten sie wenigstens zeigen, daß ihrem ausgetrockneten Hirn geständniß, was die Arbeitgeber machen könnten, das Versprechen, nicht nur die Lust zum Fabuliren, sondern auch die Kraft dazu bei eintretendem Bedarf an Arbeitern die Entlassenen möglichst zu berücksichtigen. Nach diesen Auseinandersetzungen mußte man sich überzeugen, daß es feinen Zweck haben würde, Rösicke's kleine Knirpse, die am Mittwoch versammelt dieser Vorbesprechung weitere Verhandlungen vor dem eigent gewesenen Weißbierwirthe" find in ihrem unangebrachten Zorn lichen Einigungsamt folgen zu lassen, da die Grundlage für die über den Vorwärts" hergefallen und haben dessen Verhalten im Möglichkeit einer Verständigung fehlt. Der Vorsitzende vertagte Bierkrieg als ein schamloses, alles Maß der Berlogenheit überdaher die Verhandlungen auf unbestimmte Zeit, indem er die steigendes" bezeichnet. Hoffnung und den Wunsch aussprach, daß es bald zu einer Ginigung tommen möge. Münchener Brauhaus, Aktien- Gesellschaft, Berlin Süddeutsche Brauerei, Karl Kinz u. Ko., Berlin Dem Brauerring gehören nicht an, Aeußerungen über die Durchführung der Arbeiterforderungen liegen aber nicht vor von $ G. Bauer, Werder a. H. Brauerei Müggelschlöschen, Friedrichs hagen. Kaiser- Brauerei, Dummer und Kahl, Charlottenburg. Brauerei Phönig, Lichterfelde. Nordstern- Brauerei, Berlin. Lerch u. Plettenberg, Werder a. H. * * Durch Vermittelung der Bierkommission oder auf deren Anregung führen nachstehend verzeichnete Brauereien von auswärts Bier nach hier ein: Brauerei in Wusterhausen. Exportbrauerei Nathenow. Bürgerliches Brauhaus, Dresden. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frankfurt a. D. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Quintern), Luckenwalde. Brauerei Maß, Rottbus. Der Bierboykott : Braugewerbes übrigens stets erfolgt. Lokales. eigen ist. # " " Wohlweislich bringt der Versammlungsbericht des Gummis schlauch Organs, dem wir diese Kraftstelle entnehmen, auch nicht ein einziges konkretes Beispiel dafür, daß der„ Vorwärts" sich jemals„ schamlos" und„ verlogen" be nommen habe. Es ist demnach wohl weiter nichts als die Wuth über ihre Ohnmacht gewesen, die die Wirthe teine anständigen Worte finden ließ. Die Ohnmacht ließ die Herrchen nicht einmal zu dem Beschluß kommen, den Antrag auf Abschaffung des ver logenen Blattes anzunehmen! Zu Herrn Röficke's Berichtigung" in der gestrigen Nummer schreibt uns unser Berichterstatter das folgende: Drei volle Tage hat Herr Rösicke gebraucht, um den Versuch einer Widerlegung unseres in der Sonntags- Nummer des Vorwärts" enthaltenen Artikels zu machen und den Abdruck auf Die Leutchen zwingen uns ein mitleidiges Lächeln ab. grund des Preßgesetzes zu verlangen.- Schon allein diese lettere Forderung charakterisirt die große Kurzsichtigkeit des Berliner Achtung! Parteigenossen Moabits! Laut Beschluß der Bierkönigs. Sieht Herr Röfice wirklich nicht, daß seine letzten Parteiversammlung machen wir die Genossen nochmals sogenannte Berichtigung im wesentlichen unsere Angaben darauf aufmerkjam, daß vom 1. Juli ab die Parteiblätter wie Vorwärts" schon allein aus überhaupt alle sozialdemokratischen Schriften durch die Partei bestätigt und daß der diesem Grunde mit Freuden und ohne Weiteres die unbezahl- verbreitet werden. Wir ersuchen die Genossen, uns in bare Erklärung gebracht hätte, selbst wenn sie noch einmal se diesem Unternehmen zu unterstüßen, denn einzeln sind wir nichts, lang gerathen wäre? Freilich, wen die Götter verderben vereint sind wir alles. wollen, den schlagen sie mit Blindheit! " Abonnements nehmen entgegen: Johann Pfarr, Wilsnackerstraße 49, H. 2 Tr. Georg Schmiß, Havelbergerstr. 37, 3 Tr. Otto Hempel, Stephanstr. 8. Die Vertrauenspersonen des 6. Wahlkreises. Was nun die einzelnen Puntte betrifft, die Herr Rösicke berichtigen zu können glaubt, so halten wir unsere Behauptung, er habe sich in seiner Nede vor seinen Arbeiterausschüssen am vor dem Gewerbegericht. 18. Dezember v. J. dem Sinne nach so ausgedrückt, wie wir Den Parteigenossen sei im Anschluß hieran noch mitgetheilt, Am Donnerstag Mittag fand unter der Leitung des ersten angegeben, vollständig aufrecht, denn unsere Gewährsmänner daß den Genossen Peper, Schröder und Renser die Revision des find fämmtlich Ohrenzeugen gewesen und haben sich Spediteurs obliegt. Vorsitzenden des Gewerbegerichts, Herrn Magistrats Assessor nach Schluß dieser von heiligem Arbeitgeberzorn durchglühten Die Spedition des Vorwärts" und der Parteiliteratur von Schulz, eine Besprechung über die Frage statt, unter welchen und mit donneruden Worten vorgetragenen Rede sofort zum ist dem Genossen Hempel, Stephanstr. 8, übertragen. Voraussetzungen an eine Beendigung des Boykotts zu denken Wort gemeldet, was ihnen vom Redner, der natürlich auch zu sein möchte. An der Besprechung nahmen theil die Genossen gleich als Vorsitzender fungirte, aber mit dem Bedeuten ver vielen gemeinnützigen Stiftungen der Stadt Berlin. Dieses Das Berlinische Bürger- Rettungsinstitut" ist eine der Singer, Franke und Hilpert, sowie der Brauereibesizer Happoldt weigert wurde, sie möchten sich ihm gegenüber in seinem und der Brauereidirektor Rösicke. Vor Eintritt in die Be- Privatkomtoir aussprechen. Fürchtete Herr Rösicke, daß die Institut bezweckt hauptsächlich, den kleinen Handwerker zu sprechung wurde konstatirt, daß die Initiative zu den Ohren seiner sogenannten artigen Kinder sozialdemokratisches retten", wie schon der Name dieser Stiftung auf frühere tleinVerhandlungen weder von den Arbeitern noch von dem Gift einsa gen tönnten? Gift einfa gen tönnten? Daß ihm jetzt der Sinn seiner da bürgerliche Verhältnisse hindeutet, welche durch die Entwickelung Brauerverein, sondern von dem Vorsitzenden des Gewerbegerichts ausgegangen ist. Dann wurde von den Vertretern beider be- maligen Worte entfallen ist, glauben wir gern; aber wir machen der Zeit längst überholt worden sind. Ein modernes Seitenstück ihn, zur Auffrischung seines Gedächtnisses, auf das zuerst hat dieses Berlinische Bürger- Rengsinstitut" in dem be. theiligten Parteien die gegenseitige Legitimation zur Führung von unter dem gewaltigen Eindruck seiner Rede für den„ Schultheiß- kannten, durch den verstorbenen Stadtverordneten- Borsteher Berhandlungen anerkannt, obschon die von dem Gewerbegerichts Boten" angefertigte Protokoll aufmerksam, daß der kleine Anspruchsloser wie dieser, hat befagtes Institut neuerdings einen Dr. Straßmann ins Leben gerufenen Verein gegen Verarmung." Dr. Straßmann ins Leben gerufenen Verein gegen Verarmung." Gesetz vorgeschriebene Form nicht erfüllt ist. Man ging jedoch Bismarck nach berühmtem Emser Muster vollständig um Bericht über seine Wirksamkeit erscheinen lassen, der sich auf von der Ansicht aus, daß es mehr darauf ankomme, den Sinn redigirte, nur mit dem Unterschiede, daß diesmal aus der der Vorschriften über das im Gesetz vorgesehene Einigungsamt Fanjare eine Chamade wurde, die erst mitte Januar statt am sehen ist, sind in diesen 6 Jahren in ganzen 4347 Darlehne 6 Jahre, 1888-1893, erstreckt. Wie aus diesem Berichte zu er zu erfüllen, als starr an der vorgeschriebenen Form festzu- ersten erschienen ist. halten. Leyteres sei schon um deswegen unthunlich, weil es sich denn das Institut, welches über ein Vermögen von eine Was den zweiten Punkt, die theilweise Bemängelung des gefuche hier nicht um die eventuelle Beilegung eines Streits, sondern um Million Markverfügt, verleiht nur zinslose Darlehen eingegu.igen, von uns angeführten Zahlenmaterials anbelangt, so stellen wir die Aufhebung eines weit über die Kreise des Braugewerbes Herrn Rösicke für morgen eine Tabelle in Aussicht, aus welcher von denen indessen nur 638 Gesuche berücficgtigt werden connten. hinausgehenden Kampfmittels handle. Hierauf gaben die Herren vom Brauerring die Erklärung ab, daß ihr Verein sich nicht er ersehen wird, daß auch in vielen Einzelheiten seine berichtigenden Die Zurückweisungen mußten erfolgen, weil, wie es heißt, der Angaben hinfällig sind. Uns wird freilich nicht so leicht, wie Charakter des Bürger- Nettungsinstituts anscheinend noch immer etwa infolge finanzieller Schädigung der Brauereien oder Herrn Rösicke, das statistische Material in die Hand gebrückt, Gristenzen wieder aufrichten, sondern sich statutenmäßig da... it falsch beurtheilt werde. Das Institut solle nicht ruinicte aus sonstigen durch den Bontott herbeigeführten Schwierig und wir bedauern deshalb, daß Herr Rösicke nicht die beiliegende befassen, dem Sturze vorzubeugen, ihn abzusenden. Die 638 feiten zu Verhandlungen bereit erklärt habe, jondern Tabelle", die ihm die Berliner Sektion der Brauerei und daß ihn hierzu nur die Rücksicht auf die entlassenen Arbeiter Mälzerei- Berufsgenossenschaft übersandt, zugleich mit seiner„ Be- Darlehnsgesuche wurden mit der Summe von 279 765 M. bedacht. und die durch den Boykott hart getroffenen Gastwirthe geleitet richtigung" uns zugeschickt hat, dann brauchte er nicht bis morgen erhellt, daß es sich nur um kleine Handwerker handeln kann, Dies ergiebt einen Durchschnittsfab von 38/2 M. Hieraus hat. Für unsere Genossen wurde eine ähnliche Erklärung abzu warten. gegeben, in der betont wurde, daß die Arbeiterschaft Berlins tein Trotz aller Berichtigungen" fann Herr Röcke die That Sowie, daß das Bürger- Rettungsinstitut" auf frühere kleins Interesse daran hat, den Boykott länger zu führen, als zur Ersache nicht aus der Welt schaffen, daß in dem Großbrauerei gewerbliche Verhältnisse zugeschnitten ist, die, wie gesagt, durch bie heutige Entwickelung überholt find. Der Umstand, daß in ringung ihrer Forderungen nothwendig ist. betriebe im allgemeinen jeder dritte Mann verunglückt einem Zeitraum von 6 Jahren nur 638 berechtigte Darlehns Beide Seiten behielten ihren Auftraggebern die endgiltige und wie wir heute noch hinzufügen wollen jeder Beschlußfassung über die Bedingungen einer etwaigen Aufhebung zweite Arbeiter ertrantt, genau genommen fogar ber fleine Handwerkerstand sich in einer höchst erfreulichen gesuche eingegangen find, tönnte den Anschein erwecken, daß des Boykotts vor, erklärten in den Verhandlungen fiets nur ihre 55,33 pCt., während in allen 60 Berliner Kassen nur 34 pet. Position befinde, denn 3 entfielen im Du.chschrift auf jedes der persönliche Ansicht auszusprechen und verwahrten sich ausdrücklich Krankheitsfälle vorkommen. bagegen, daß ihre Aeußerungen als verbindlich für die von ihnen mit dem Bewußtsein tröstet, daß in den Großbetrieben seiner Anbetracht der thatsächlichen, äußerst schwierigen Verhältnisse, in vertretene Streitgruppe anzusehen seien. Kollegen fast ebenso viel Unglüds- und Krankheitsfälle vor- denen der kleine Handwerterstand heute lebt, gewiß fehr uns Außerdem wurde von beiden Seiten festgestellt, daß die heutige tommen, so gönnen wir es ihm, denn es ist ein armseliger bedeutende Zahl wird aber sehr erklärlich, wenn man die Be Zusammenkunft nur den Charakter einer Vorbesprechung trage, Troft: Solamen miserum, socios habuisse malorum! während die eigentlichen Verhandlungen vor dem Einigungsamt bingungen betrachtet, an welche die Ertheilung von zinsfreien stattzufinden hätten. In einem an die Redaktionen der bürgerlichen Blätter Darlehen geknüpft ist. So muß der Bittsteller 6 Jahre hier gesandten Waschzettel, der die, die Unfallstatistik im Brauer- selbständig und ununterbrochen ein Gewerbe betreiben und dies gewerbe betreffende Berichtigung" vom gestrigen Tage abgedruckt durch den Gewerbeschein oder Meisterbrief nachweisen. Es ist enthält, thut sich Herr Rösicke etwas darauf zu gutte, daß er dies eine schwere Bedingung, unter den heutigen wirthschaftlichen bisher alle persönlichen Angriffe und Beschimpfungen(!) des Verhältnissen 6 Jahre ununterbrochen selbständig hier am Orte Vorwärts", des Zentralorgans der sozialdemokratischen Partei in Gewerbe zu betreiben. Gar viele der Kleingewerbetreibenden, die mit einer Summe von 400 M. gerettet" unberücksichtigt gelassen habe". werden könnten, werden zu Grunde gehen, bevor die verUnter diesen Voraussetzungen erfolgte nun eine mehrstündige Besprechung, in welcher die Ursache des Boykotts je nach dem Standpunkt des Redners nach allen Richtungen hin eingehend erörtert wurde. Die Vertreter des Vereins behaupteten, zu der Entlassung der Arbeiter durch das passive Verhalten der Gewerkschaftstommission und der politischen Partei bezüglich des Boykotts | Es mag christlich sein, aber von selbstbewußter Kraft zeugt langten 6 Jahre um sind. Hierzu kommt die weitere Be- dingung, daß der Bittsteller nicht durch eigenes Verschulden sowie auch durch Unglücksfälle zurückgekommen sein darf. Diese Bedingung wird begreiflicherweise nur schwer zu erfüllen sein. Wen» man ferner bedenkt, daß der Bittsteller nicht über 60 Jahre alt sein darf, in welchem Aller der Mensch infolge Nachlassens seiner Schaffenskrast am meisten hilfsbedürftig ist. sowie, daß daZ erbetene Darlehen nicht zur Vergrößerung des Gewerbes ver� wendet werden darf, so ist es verständlich, wenn das Bürger- Rettungsinftitut so wenig in Anspruch genommen wird, ab-w nicht verständlich ist es, wenn bürgerliche Zeitungen schreibe», „daß das Institut nach wie vor überaus segensreich wirkt" Besagtes Institut wird bald nur noch einen historischen Werth haben. Der kleine Handwerkerstand ist überhaupt nicht zu retten, am allerweiiigsten durch das„Berlinische Bürger-Nellungs- institut". Die Direktion der Großen Berliner Pferde-Eisenbahn- Aktiengesellschaft hat dem Magistrat die SpezialProjekte a) für den Bau einer Pfcrdeeisenbahn vom Vtnetaplatz über die Swine münverstraße, den Zionskirchplatz, die Kastanien-Allee und den Weinbergsweg nach dem Rosenthaler Thore und b) für die Bahn vom Marheineckeplatz durch die Zossener straße nach den Geleisen in der Blücherstraße zur Genehmigung vorgelegt. Au dem in Charlottenburg vertheilten Boykott-Flugblatt ist richtig zu stellen, daß in dem Lokal der Wittwe Müller, Nosinenstraße nur Bier aus der Brauerei Karlsberg ver- zapft wird Richtigstellung. Johanniterstr. 19, L. Balke, erklärt, daß er kein Boykottbier, sondern Bier aus der Brauerei Müller, verzapft. Die„Allgemeine Berliner Omnibuö-Aktiengesellschaft" läßt seit Donnerstag die Linie„Küstriner Platz— Pols- damer Brücke" eingehen und setzt dafür gleichzeitig zwei neue Linien in Betrieb und zwar eine Linie von der„Frank- furter Allee(Ecke der Königsbergerstraße)— Dönhoffs platz" und als deren Fortsetzung die Linie„Dönhoffs- platz.Zoologischer Garten". Im Grunde genommen ist die alte Linie„Küstriner Platz— Potsdamer Brücke" nach beiden Richtungen hin erheblich verlängert und da sie nun für eine Linie zu lang ist. in zwei Linien zerlegt worden. Ter Fahrpreis beträgt bei jeder der beiden Linien 10 Pf. für die ganze Tour und da die Einrichtung getroffen ist, daß der eine Wagen eine Minute später vom Dönhoffsplatze abfährt, nachdem der andere angekommen ist, so brauchen die Paffagiere nur umzu- steigen, um in derselben Richtung weiter zu fahren. Der Neuen Berliner Pferdebahn-Gesellschaft wird diese Neuerung wohl er- hebliche Konkurrenz machen. Diese verlangt für die Tour„Frank- furtcr Allee— Dönhosfsplatz" 20 Pf., also gegenüber dem Om- nibus das Doppelte, und fährt auch 9 Minuten länger, was in dem geschäftigen Berlin auch eine Rolle spielt. Das gleiche Ver- bältmß zu Ungunsten der Pferdebahn ergiebl sich auf der Strecke Tönhoffsplatz— Zoologischer Garten. Schaden kann es der Pferdebahn nicht, wenn ihr der Omnibus fühlbare Konkurrenz macht. Eine Sammelliste, Nr. 63 für die streikenden Bildhauer WienS, auf welcher 2 M. gezeichnet sind, ist verloren gegangen. Der ehrliche Finder wird gebeten, dieselbe im Restaurant„Ehren- berg", Annenstr. 16, abzugeben. Bcbaiinng dcS Tcmpelhofer Feldes. Wie eine hiesige Korrespondenz zu melden weiß, sind die Verhandlungen wegen Bebauung des ganzen Terrains des Tempelhofer Feldes zwischen der Tempelhofer Chaussee und Schöneberg als abgeschlossen zu betrachten. Bereits im nächsten Frühjahr soll mit der Anlegung von Elraßenzügcn und der Aufführung von Bauten, worunter auch einige Vergnügungslokale mit großen Gartenanlagen vor gesehen seien, begonnen werden. Die arbeitende Bevölkerung des Südwestens wird von dem guten Geschäft, das der Militärsiskus mit dem Verkauf der Bauparzellen ziveifellos niachen wird, nicht besonders erbaut sein. Das Tempelhofer Feld, an das die Bevölkerung an Wochentagen allerdings nur durch de» lieblichen Kanonendonner erinnert wurde, der voir dort her die Fenster erzittern machte, ist wenigstens an Sonntagen ein vielbesuchter Erholungsplatz, der ungern vermißt werde» wird. Auch ist nicht zu verkenne», daß das große, freie Feld unzweifelhaft einen großen hygienischen Werth für den mit Miethskasernen übersäten Süden und Südwesten Berlins hat. Cornelius Herz als Berliner HanSpascha. Vor einigen Tagen wurde, wie berichtet wird, die Zwangs- Verwaltung eines hiesigen Hauses aufgehoben, welche der Administrator Herr Rölicke auf gerichtliche Anordnung vor länger als einem Jahre übernommen hatte und welche mit wichtigen auswärtigen Interessen in Verbindung steht. Wie vor längerer Zeit gemeldet wurde, erhob der Verwalter des Nachlasses des verstorbenen Barons Jacques Neinach in Paris gegen den bekannten Dr. Cornelius Herz eine Klage auf Erstattung in Höhe von etwa 9 Millionen Franks, welche Herz angeblich vom Baron Reinach erpreßt hatte. Dieser Prozeß schlug seine Wellen auch bis nach Berlin. Herz hatte nämlich für seine Ehefrau ein Hans in Berlin und zwar im Zentrum der Stadt erworben und es gelang nun den Ver- tretern des Neinach'schen Nachlasses, auf dieses Berliner Haus einen Arrest auszubringen, obwohl dasselbe nicht auf den Namen des Dr. Cornelius Herz, sondern nach berühmten Mustern auf den seiner Ehefrau eingetragen war. Infolge dessen wurde das Grundstück unter Zwangsverwaltung genominen. Diese Maßregel ist nun nicht ohne Nachwirkung geblieben, denn wie be- kannt, haben sich kürzlich die Vertreter des Reinach'schen Nach- lasses mit der Panama-Gesellschaft auf der einen und Dr. Cor- nelius Herz auf der anderen Seite dahin geeinigt, daß Herz 2>/- Millionen Franks zahlt, welche Summe die Neinach'schen Erben der Panama-Gesellschaft zum Ausgleich aller Ansprüche weiter vergüten. Infolge dessen ist nun auch die Administration des Berliner Grundstücks aufgehoben und Berlin steht, wenigstens soweit das Schwindlergenie Cornelius Herz in Frage kommt, im Panamtsmus reinlich und zweifelsohne da. Selbstmordversuch eines Stadtkassen-Rendauten. Der Stadtkassen-Rendant Franz Lehmann aus der Nachbarstadl Eberswalde hat sich in der Nacht zum Donnerstag in einem hie- sigen Gasthofe durch mehrere Revolverschüsse zu entleiben ver- sucht. Am Mittwoch Nachmittag kehrte in das Gasthaus „Stettiner Hof" in der Jnvalidenstraße ein Fremder ein, der eben erst mir dem Zuge hier eingetroffen war. Den Fremden- zettel füllte er aus, indem er sich für den 46 Jahre alten Kauf- mann Neumann aus Stralsund ausgab. Er betrat bald daraus den zu dem Wirthshause gehörenden kleinen Garten. Dort bestellte er sich eine halbe Flasche Rothwein, zu deren Bezahlung er einen Hundertmarkschein wechselte, ließ sich als» dann Tinte und Papier verabfolgen und schrieb stundenlang an mehreren Briefen. Nachdem er die Schriftstücke selbst auf die Post gebracht hatte, kehrt« er in den Garten zurück. Alsbald erklärte er dem Pförtner Pommerenke:„Ich will jetzt schlafen gehen, kommen Sie doch morgen früh um 7 Uhr auf mein Zimmer." Seitdem ließ sich der Fremde nicht mehr sehen. Als Pommerenke Donnerstag früh das Zimmer aufsuchte, fiel sein Blick zuerst auf ein blutiges Taschenluch, das auf dein Tische lag und als er sich nach dem Bett wandte, sah er, daß auch dieses mit Blut besudelt war. Das Haupt des angeblichen Neu- mann wurde durch ein übergcdeckles zweites Taschentuch verhüllt. Der Fremde rief ihm mit matter Stimme zu:„Bitte, besorgen Sie sofort eine Droschke und lassen Sie mich nach dem nächsten Krankenhause fahren." Das Polizeirevier wurde jetzt zunächst benachrichtigt, und den Beamten erklärte der Fremde nun, daß er der Eladtkassen-Rendant Lehmann aus Eterswalde sei. Er habe sich zu erschießen versucht, wa» ihm aber leider nicht geglückt sei. Man brachte ihn nun nach der Charitee. Die ärztliche Untersuchung hat ergeben, daß sich Lehmann zwei Kugeln in die rechte Seite des Kopfes uud drei in die linke Brust gejagt hatte. Die Wunden sind zum Theil nicht schwer. Die Ursache des Selbstmordes soll in der Unterschlagung von 5000 M. Siaatsgeldern zu suchen sein, zu der Lehmann durch den Reinfall mit einem guten Freund getrieben worden sein will. Er gehörte in Eberswalde zu den Honoratioren, war Mitglied der Loge zu den drei Weltkugeln, deren Kaffengeschäfte er be- sorgte, und gehörte auch dem vornehmsten Verein„Harmonia" an. Mit seinen Kassenrendanten hat Eberswalde leider schon längere Zeit Pech gehabt. Lehmann ist der dritte dieses Zeichens, der, wie eine Lokalkorrespondenz uns meldet, auf„unnatürliche Weise" aus dem Amt scheidet. Lehmann's Vorgänger, Namens Pichl, hatte etwa 2700 M. unterschlagen und wurde nach Ent- deckung der That in Untersuchungshaft genommen. Am Tage vor der Gerichtsverhandlung erhängte er sich im Gesängniß an seinem Taschentuche. Tie gemeldete und widerrufene Verhaftung der Frau Dr. Präger dürste auf eine Verwechslung der Person zurück- zuführen sein. Es ist in der That eine Verhaftung norge- nommen worden, und zwar am 16. v. M. Es handelt sich aber um die Gattin eines Dr. K. und die Verhaftung ist gleichfalls auf einen Ehescheidungsprozeß zurückzuführen. Diese Ehescheidungsklage, die inzwischen beim Kammergericht eine be- dingungsweise Erledigung gefunden hat, schwebt seit dem Jahre 1890 und ist so weit gediehen, daß bei Leistung eines Reinigungs- eides seitens des Gatten die Ehefrau der allein schuldige Theil bleibt. Während der Dauer des Prozesses hat sich nun schon herausgestellt, daß die Frau Dr. K. sich eigenartiger Zeugen- aussagen bedient hat, um ein obsiegendes Erkenntnis zu er- zielen. Namentlich hat sich ergeben, daß ein Dienstmädchen einen Falscheid geleistet hat, zu dem es von der Frau Dr. K. angestiftet worden ist. Ein bezügliches Geständniß hat das Mädchen bereits abgelegt. Dies ist der Grund, weswegen die Dienstmagd und auch die Anstifterin zum Falscheid verhaftet wurden. Arbeiterrisiko. Ein bei dem Rixdorser Bahnhofs-Umbau beschäftigter Zimmermann aus Berlin hatte das Unglück, durch einen Fehltritt von einem Brückenpfeiler der zu errichtenden Nothbrücke an der Knesebeckstraße herabzustürzen. Der Bedauerns- werthe zog sich einen Schädelbruch zu, der seinen sofortigen Tod herbeisührte. Die Leiche wurde nach Berlin gebracht. Wegen Braudstistung wurde am Mittwoch Abend die Kottbuser Damm wohnhafte verehelichte Maler Finke in Haft genommen. Die Frau steht im Verdacht, ihres VortheilS wegen einen Dachstuhlbrand angelegt zu haben. TaS Vergnügen eines Feuerwerks auf dem Wasser hat gestern Abend ein junger Mann mit dem Tode bezahlt. Zwei junge Männer und ein Mädchen, die in einem kleinen Segelboot auf der Müggel umher fuhren, veranstalteten das Feuerwerk in der Nähe der Dampferhaltestelle. Beim Abbrennen einer Sonne kletterte einer der jungen Männer, der sich in etwas animirter Stinnnung befand, an dem Mast in die Höhe. Infolge der hierdurch veranlaßten Schwankungen kenterte das Boot. Leider gelang es, nur den einen jungen Mann und die Dame zu retten, während der andere junge Mann, der unter das Fahr- zeug gerathen war, seinen Tod in den Wellen fand. Der Er- trunker war der einzige Sohn eines in der Skalitzerstraße wohnenden Bankbeamten und als Volontair in einem Export- geschäft thätig gewesen. Beim Spiele» mit einem Revolver ist die Ehefrau de- Gefangenenaufsehers des Rixdorfer Amtsgerichts- Gefängnisses, Jordan, schwer verwundet worden. Die Waffe entlud sich uud eine Kugel drang der Frau in den llnterlcib. Aus ärztliche An- ordnung mußte die Verletzte nach dem Krankenhause am Urban gebracht werden. Vom Fleck weg verhaftet und in Untersuchungshaft ab- geführt, wurde am Donnerstag eine Hebamme aus Berlin, die einer an sie ergangenen Ladung folgend, vor dem Untersuchungs- richter am Landgericht I erschien. Sie ist beschuldigt, zwei jungen Mädchen Beihilfe zu Berbrechen wider keimendes Leben geleistet zu haben. Die Mädchen sitzen schon längere Zeit in Unter- suchnngshakt, haben ein Geständniß abgelegt und die Hebamme damit schwer belastet. Sie hatte eine einfache Vorladung ohne Angabe des Zweckes erhalten und war ihr, nichts Böses ahnend, gefolgt. Früher Liebeskummer. Aus dem Fenster des zweiten Stockwerks eines Hauses in der Georgenkirchstraße sprang Diens- tag Abend die 13 jährige Schülerin Anna Pätzold und erlitt schwere inn re Verletzirngen. Und die Veranlassung zur That? Die Mutter hatte einen Brief entdeckt, in welchem ein löjähriger Arbeitsbursche seine„geliebte Anna" zu einem Rendezvous be- stellt,„dein dich ewig liebender Paul". Und die zur Rede ge- stellte Anna räumte t*e Liebschaft ein und betheuerte, daß sie nie von ihrem Bräutigam lassen werde. Als die Mutter ihr mit dem von der Arbeil heimkehrenden Vater drohte, sprang sie aus dem Fenster. Ter Nuterstütz, nigskasse der Brauerei-Arbeiter ist als Ueberschuß aus der am 10. Juni in den Konkordia-Festsälen ab- gehaltenen Matinee twr Ertrag von 436 M. 70 Pf. überwiesen worden. Das Konzert wurde bekanntlich unter Mitwirkung der Gesangvereine Freihehtsklänge I, Frühlingslust, Allegro, Gersten- ähre abgehalten; ebenfalls wirkten Mitglieder des Vereins der Zivil-Berufsmusiker nttt. Polizeibericht. An, 4. d. Mts. Vormittags wurde ein Kutscher auf der ObScbaumbrücke durch fein eigenes Fuhrwerk, einen beladenen Arbeitswageu, überfahren und schwer an der linken Seite verletzt.— In der Gontardstraße wurde ein obdach- loser Schlächtergeselle von drei Personen geprügelt und dabei mit einem Stocke nicht unerheblich am Kopfe verletzt.— I» der Nacht zum S. d. Mts. schoß sich ein Kondiiorgehilfe in seiner, in der Großen Frankfmtterstraße belegenen Schlafstelle eine Kugel in den Kopf. Er wiacde noch lebend ins Krankenhaus gebracht. — Im Laufe des Tages fanden vier Feuer statt, darunter eins in der Hochstraße, w« im Keller eines Restaurateurs ein Faß niit etwa 160 Litern Spiritus explodirt war, wodurch auch de» anderen im Keller lagernden Vorräthen erheblicher Schaden zu- gefügt wurde._ Witterungsübcrsicht vom 5. Juli 1894. Wetter-Prognose für Freitag, den 6. Juli 1894. Etwas wärnierek, vielfach heileres Wetter mit schwachen südwestlichen Winden; keine oder unerhebliche Niederschläge. Berliner Welterbureau. Gerilfcks-Beiktmg. Aus dem Reichsgericht. In dem Prozeß Kortüm a antra Hülle in Erfurt hatte bekantlich letzterer gegen das verurtheilende Erkenntniß der ersten Instanz Revision beim Reichsgericht eingelegt. Dieses hob das Urtheil auf und ver- wies die Sache zur nochmaligen Verhandlung an die vorige Instanz zurück. Das Erkenntniß des Reichsgerichts ist deshalb von einiger Bedeutung, weil darin unserem Parteigenossen Hülle der Schutz des ß 193(Wahrnehmung berechtigter Interessen) zu- gebilligt ist. Die betreffende Stelle lautet: Was nun zunächst die auf§ 193 des Strafgesetzbuchs bezügliche Beschwerde des Angeklagten anlangt, so hat man den hierher gehörigen Gründen des angegriffenen Urtheils nicht allenthalben beitreten können. Richtig«st, daß die Eigenschaft des Angeklagten als Zeitungs-Redakteur zur Annahme berechtigter Jnteressenwahrung nicht ausreicht, weil die Presse, wenn sie bei Gelegenheit der Besprechung öffentlicher Vorkommnisse die Ehre anderer angreift, einen bevorzugten Anspruch auf den Schutz des H 193 des Strafgesetzbuchs nicht hat. Aber die weiteren Aus- sührungen: daß das allgemeine Interesse, welches der Angeklagte als Bewohner von Erfurt an dem den Gegenstand der inkriminirten Preßerzeugnisse bildendem Vorfalle hatte, kein berechtigtes sei, daß es ferner an einer individuellen Beziehung des Artikelschreibers zu der darin besprochenen Angelegenheit fehle, und daß dieser Mangel zu der Annahme führe, er habe nicht einmal geglaubt, berechtigte Interessen wahrzunehmen, geben zu rechtlichen Bedenken Anlaß. Unter dem„allgemeinen Interesse", welches den Begriff der be- rechtigten Interessen im Sinne von tz 193 des Strafgesetzbuchs nicht erfüll,, ist, wie die Gründe der von der Vorinstanz an- gezogenen Entscheidung des Reichsgerichts,(vergleiche dessen Ent- scheidungen in Strafsachen Band 23 Seite 422 ff.), deutlich an die Hand geben, das Interesse, vas die Gesammtheit der Staats- bürger an den Vorgängen des Lebens, an allen öffent- lichen Einrichtungen ,c. nimmt, zu verstehen, und dieses für jedermann vorhandene Interesse vermag nicht, ehren- kränkende Besprechungen straflos zu machen. Daraus, daß der Gegensatz zu jener Gesammtheit die Einzelperson bildet, folgt aber nicht, daß etwa nur Interessen höchstpersönlicher Natur in § 193 des Strafgesetzbuchs in Frage stehen. Zahlreiche Vorkomm- nisse des Lebens sind so geartet, daß sie eine Mehrzahl von Jndi- viduen, insbesondere einen in sich als Ganzes organisirten und dadurch gegen die Allgemeinheit abgegrenzten Personenkreis, wie dies ein Verein, eine Genossenschaft, eine Land- oder Stadtgemeinde ist, sei es ideell, sei es materiell, berühren und die Theile des Ganzen mehr oder minder in Mitleidenschaft versetzen. Dadurch, daß in solchen Fällen ein für eine große Zahl von Menschen innerhalb einer bestimmten Vereinigung gemeinsames Interesse existirt, hört die dem zu Grunde liegende Sache nicht, auf, für jeden Einzelnen eine ihm nahegehende, in diesem Sinne individuelle zu sein. Der Vorderrichter verkennt daher den Be- griff berechtigter Jnteressenwahrung, indem er, was von dem Allgemeininteresse aller Staatsangehörigen gilt, überträgt auf das innerhalb der Bewohnerschaft einer Stadt allen ge- meinsame Interesse, und hieraus den Grund entnimmt, die individuelle Beziehung des Angeklagten zu dem in den vier Artikeln behandelten Vorfall sowohl als auch dessen Glauben daran, daß er berechtigte Interessen wahrnehme, zu verneinen. Statt dessen wäre, unter Anhalt an die zu diesem Behuf noch näher zu erörternde Stellung des Angeklagten innerhalb der Gemeinde Erfurt und die ihm insofern zukommenden Rechte und Pflichten zu untersuchen gewesen, ob er mideeller oder materieller Beziehung durch das Vorkommniß mit der augeblich vermittelst Täuschung der Stadtvertretung zu Stande gekommenen Er- höhung des Kortüm'schen Gehaltes so nahe berührt wurde, daß ihm daran gelegen sein mußte, eine Aufklärung der Sache herbeizuführen oder doch, ob er das Interesse, welches die Gemeindemitglieder an der Auflärung der Sache hatten, aus sittlich berechligten Gründen wahrnehmen zu sollen gemeint hat. Hierbei würde alles das Bedeutung zu gewinnen vermocht haben, was von der Vorinstanz zu gunsten des An- geklagten bei der Strasabmessung festgestellt worden ist. Darin, daß— wirkliche oder vermeintlich« Interessen- Wahniehmung vorausgesetzt— der Angeklagte hierzu den Weg der Besprechung der Angelegenheit in der von ihm redigirten, an dem betreffende» Orte erscheinenden Zeitung gewählt hat, würde an und für sich ein Hinderniß für die Gewährung des Schutzes von tz 193 des Straf-Gesetzbuches nicht liegen, weil, wie das Reichsgericht auch schon anerkannt hat(vergleiche dessen Ent- scheidungen in Strafsachen Band 6 Seite 381), es Fälle giebt, in denen das betreffende Interesse nur durch die Oeffentlichkeit gewahrt werden kann. Auch daraus, daß hinterber die in den Artikeln in Beziehung auf den Baurath Kortüm behauptete ehrenrührige Thatfache sich als nicht erweislich wahr heraus- gestellt hat, könnte ein Grund gegen die Anwendbarkeit von § 193 des Strafgesetzbuchs nicht entnommen werden, weil diese Vorschrift voraussetzt, daß objektiv der volle Thatbestand einer Ehrverletzung gegeben ist. Mit verblüffender Keckheit, die einen humoristischen Bei- geschmack hatte, hat der Sattler Wilhelm Laus mann einen Diebstahl begangen, welcher gestern vor der 133. Abtheilung des Schöffengerichts zur Sprache kam. Am Tage vor Pfingsten war ein Bäuerlein mit einem Wagen voll Maien nach Berlin ge- kommen. I» der Schulzendorfer Straße hatte er so großen Zu- spruch von Käufern, daß er längere Zeit an einem Standorte festgehalten wurde. Plötzlich kam es ihm so vor, als ob sich auch auf der anderen Seile des hochbeladenen Wagens ein kauf« männischer Verkehr entwickelt halte. Dem Landmann kam dieS sonderbar vor, denn er hatte weder eine» Kompagnon noch«inen Gehilfen. Als er sich nach der anderen Seile des Wagens begab, sah er zu seiner Ueberraschung, daß sich dort«in ziemlich reges Handelsgeschäft entwickelt hatte. Der Angeklagte spielte die Rolle des Geschäftsinhabers mit großem Geschick, einen Zweig nach dem andern riß er vom Wagen herunter und pries sie den Umstehenden als Psingstschmuck an. Er war gerade da- bei. das Geld für einen verkauften Zweig in seine Tasche zu stecken, als er von dem Bäuerlein gestört wurde. LauSmann wurde zur Wache gebracht. Vor Gericht verschlimmerte er seine Lage»och dadurch, daß er zu einer höchst unglaubwürdigen Aus- rede griff. Er sei, so erzählte er mit der treuherzigslen Miene. mit emeni großen Zweig in der Hand, den er von einem an- deren Wagen gekauft, die Straße entlang gegangen. Als er den Wagen des Zeugen erreicht halte, sei er einen Augenblick stehen geblieben, um einen Vergleich zwischen dieser Waare und dem von ihm gekauften Zweig anzustellen. Da fei eine Frau an ihn herangetreten, die ihn für den Besitzer des Wagens gehalten und ihn gefragt habe, wieviel der schöne Zweig, den er in der Hand halte, tosten solle. Er habe gedacht, st» schnell einen kleinen Verdienst erwerben zu können, für den Zweig 40 Pf. gefordert und auch erhalten. Inzwischen sei eine andere Käuferin heran- getreten, er habe sich die Blöße nicht geben wollen, daß er nicht der berechtigte Verkäufer sei und deshalb schnell� noch ein Geschäft abgeschloffen. Der Gerichtshof lächelte bei dieser ganz neuen Darstellung. Lausmann soll sein miß» glücktes Debüt mit einer Gefängnißstrafe von 6 Tagen büßen. Gcmcvlrnftnktlirftes. Achtung, Bildhauer und Modelleure! Die Formulare zur Aufnahme der Statistik sind versandt und liegt es nun an Euch Kollegen dafür zu sorgen, daß die Eintragungen so genau wie möglich gemacht werden, auch daß die Zurückgabe schnell erfolgt. Da nun zu erwarten, daß Kollegen, die der Organisation nicht angehöre» und deren Adressen der Kommtsston nicht be- annt sind, feine Formul are erhalten, werden diefe Kollegen, be= onders die in Tischlereien Beschäftigten und die zur Zeit Beschäftigungslosen, gebeten die fleine Mühe nicht zu scheuen und Formulare im Lokal Annen str. 16 abzuheben; zur Ausgabe ist an jedem Abend ein Kollege anwesend, Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß weitere Bemühungen nicht erwachsen, da dem Fragebogen Rouvert und Marke beigegeben wird. Kollegen, helft uns alle die Statistik zu dem zu machen was fie fein soll, eine genaue Uebersicht der gegenwärtigen Verhält nisse in unserem Berufe. Der Vorstand des Zentralverbandes d. Bildhauer Deusch lands ( Gauverein Berlin.) Die organisirten Drahtweber in Münster i. M. er fuchen, den Zuzug fernzuhalten, da zwischen ihnen und den Arbeitgebern Differenzen ausgebrochen sind. Die Gelbgießer dafelbst bitten ebenfalls um Fernhaltung des Zuzuges. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Der Streik der Wiener Bildhauer ist noch immer nicht zu Ende; ein großer Theil der Meister hat jedoch bereits be willigt. Buzug ist noch auf das Strengste zu vermeiden und sollten Bildhauer auf keinerlei Inferate hin Arbeit in Wien annehmen, sondern nur an den Nachweis der Gehilfen, V, Schloßgaffe 2, fich halten. Derlammlungen. Arbeiter- Radfahrer- Herein, Freitag, den 6. Juli, Abends puntt 9 Uhr: Versammlung bei F. Wilte, Restauraut Gleichheit", Andreasstr. 26. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Arbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abends von 8%-10% Uhr: NordSchule, Müllerstraße 179a und Südoft- Schule, Waldemarstr. 14, Deutsch( Logit und Rethorit). Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. = Abends 9 Uhr im Restaurant Bur Gleichheit". Andreasstraße Nr. 26, Sizung. Nach derfelben Tanz. Tanzlehrer- Berein Solidarität, Abends 8% nhr im Lokale von Ehrenberg, Annenstraße Nr. 16, Sigung. Rauchklub 9 Rothe Fahne, Freitag Abends Uhr. Cuvryfir. 48 bei Kricheldorff. Ruderverein Vorwärts, Sigung Abends 8 Uhr, in der Spreeterrasse, Jannowigbrücke. Bergnügungsverein Im Brand, Sigung Abends 9 Uhr, bei Haverland, Weberstr. 32. English Conversational Club Shakespeare. Meeting every Eriday at 9 p. m. at Beherns Restaurant, Königstr. 62. Lecturer Mr. J. Bloch. Lecturer Mr. Guests are welcome. Dermischtes: Lese- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Mary, Abends 8 Uhr, Westen, bei H. Werner, Bülowstr. 59. bei Gruber, Martendorferstr. 5. Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. Neumann, Brunnenstraße 130, 2 Tr. Alle Aenderungen im Vereinstalender find zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelftr. 49, v. 2 Tr. Freitag. Bonn, 4. Juli. Infolge Einsturzes der Brücke einer uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Kaifer hiesigen Bade- Anstalt fielen dreißig Kinder, die sich darauf befcher Männerchor, Schönhauser Allee 28, bei Kuhlmen.-Nord, Kaftanten: fanden, in den Rhein. Mehreren Erwachsenen gelang es, wenn Allee 11, bei Augustin. Vorwärts 1, S.D. Adalbertstr. 21, bet Roll. um mei' scher Gesangverein, Langestraße 65, bei Tempel. Buch auch mit großer Lebensgefahr, alle Kinder aus dem Wasser zu Mai retten. Da die Brücke sehr defekt war und das Unglück lediglich binder Männerchor Berlins, Holzmarktstraße 3, bet Deter. glöckchen, Hochstr. 32a, bet Wilte. Gemüthlichkeit Buber, der Nachlässigkeit der Badeverwaltung zuzuschreiben ist, richtet Sendelstr. 30. Palme, in Belten, bet Schröder. Morgenroth 4, Köpenick, Müggelheimerfir. 3 bei Held. Gesangverein Morgenroth 2, fich die Erbitterung des Publikums gegen lettere. Charlottenburg, Bismarckstr. 76. Typographia, Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer, Arminhallen, Kommandantenftr. 20. Petersburg, 5. Juli. In der Beit vom 1. bis 8. Juli Gesangverein Nordwacht, Müllerstr. 7, bei Reichert. Gefangverein Frete erkrankten hier 21 und starben 6 Personen an der Cholera. lis, ahornstr., im Gambrinus. 8utunft 1, StegSänger in Schmargendorf, Wirthshaus Friedrichs. Gefango. Collegia 1, Manteuffelstr. 9 bei Nowad Vereinte Gangesbrüder Moabit, Stromstr. 28 Sängerverein Sorgenfrei, Melchiorstr. 15 bet Stehmann. bet Lang. Vineta Veteranenstraße 19 bet Schulz. neue Königstraße 73 Freie Liedertafel, bet Hahn. Brandenburger Männer- Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 8wet Buchstaben oder eine Baht Gesangverein in Brandenburg a. S., Mengert's Boltsgarten. Sängeranzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Brauer- Gesangverein chor der Töpfer, Neue Friedrichstr. 44 bei Röllig. Gerstenähre, Alte Jakobfir. 83 b. Wienecte. Johanni, Rüdersdorfer- Die Sprechstunde von 12-1 Uhr fällt vom 7. bis straße 45, Gesellschaftshaus„ Oftend". Ginigteits, Gr. Lichterfelde 11. Inli aus. bei Gries, Giesensdorf. Gefelligteit, Hennigsdorf, Böhmert's Gasthaus 2. Böttcher. Senden Sie der Redaktion eine auf Thate Maiengruß, Köpenick, Grünstraße 53 bei Gaul. wittenberge, Thurmstraße 23, Bentralhalle. Oberon, Katser Franz fachen beruhende Richtigstellung ein. Grenadier- Platz 7.- Fris, Naunynftr. 86 bei Friz Zubeil. Freya 2 K. B. 10. 1 und 2. Beide werden über Gebühr bezahlt. ( gem. Chor), Rigdorf, Hermannstraße 140, enftige der Unternehmer zur Zahlung auch dann verpflichtet, wenn er, Gänger, Potsdam, Brandenburger Kommunikation 16 bet Glafer. ohne gekündigt zu haben, sein Geschäft aufgiebt. Deutsche Biedertafel, Grüner Weg Nr. 29 Apollo Gängertreis( Weißenfee), Königschaussee Nr. 46 bei Dorn. Grünftraße Nr. 21 bet Gommer. Rheingold( vorm. Mohr'sches Doppel- Quartett), Büschingfir. 7 bet Jakob.- Gängertette, Rottbuser Damm 74 bei Silte.- Spandau in Spandau, Neumeifterettich, Lorbeerzweig. Swinemünderstr. 35 Loreley, Grünstraße 8 u. 4 bet Semerling. Arion, bet Dantel Böttcher. Viet. Briefkaffen der Redaktion. Uneinigkeit unter den Streikenden beigetragen, vermögen wir ber Klempner und Berufsgenossen, Siemensstr. 17 bei Gesangverein 3. Nein. 4. Wenn sechswöchentliche Kündigung vereinbart ist, ist Vom Burger Schuhmacherstreik ist zu berichten, daß derselbe in ein neues Stadium getreten ist. Nach den bekannten Einigungsversuchen des Vertrauensmanns Boc Gotha bat ein Theil der Arbeiter die Thätigkeit wieder aufgenommen. In wieweit das Verhalten Bocks damals zu Mißverständnissen und gegenwärtig nicht festzustellen, jedoch darf nicht unerwähnt bleiben, daß Genoffe Bod, als er sah, daß sein Vertrauen seitens der Fabrikanten mißbraucht worden war, sofort wieder energisch für die Streifenden eingetreten ift. Vor einigen Tagen hat nun Herr Tad feinen 50jährigen Geburtstag unter großem Klimbim gefeiert, wobei seine Arbeiter( Streitbrecher) mit Freibier u. s. w. trattirt wurden. Auch hat Herr Tad seine Abficht, einen Verein seiner Arbeiter zu gründen, wahr gemacht; 3000 m. hat er sofort beigesteuert und außerdem versprochen, jedes Jahr 1000 m. Zuschuß zu geben. Der fogenannte freie Verein" wird natürlich vollDie Zahl der gegenwärtig ständig abhängig von ihm sein. noch streitenden Arbeiter beträgt ca. 200, die immer noch hoffen, in einigen Wochen, wenn die Saison beginnen wird, eingestellt zu werden. Um bis zu dieser Zeit aushalten zu können, ersuchen die Streifenden, die Sammlungen fortzusehen und zu senden an W. Voigt, Burg, Unterm Hagen. " Die Brauerei- Arbeiter Barmens haben von verschiedenen Brauereien im Verhältniß zu früher zum Theil recht annehmbare Bugeständnisse gemacht erhalten. Einige bewilligten sämmtliche Forderungen; in anderen wurde die zehnstündige Arbeitszeit eingeführt und 25 M. Wochenlohn bewilligt; der Sonntag wird in den meisten freigegeben. Buzug von Metallarbeitern nach Tuttlingen in Württemberg ist unter allen Umständen fernzuhalten, da ernste Differenzen entstanden sind.- Alle Arbeiterblätter werden um Weiterverbreitung dieser Warnung ersucht. Ein Auskunftsbureau wird die Kartellkommission der Gewerkschaften in Neustadt a. Haardt errichten. Die Arbeiter sollen dort Aufschluß über die Bestimmungen der GewerbeOrdnung und der Versicherungsgefeße erhalten. Für den Inhalt der Inierate über nimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 6. Juli. Residenz Theater. Jugend. Alexanderplatz Theater. Ge= spenster. -> National Theater. Italien in Berlin. Apollo Theater. SpezialitätenVorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitätens Vorstellung. Parodie Theater. Spezialitäten Vorstellung.. National- Theater. Große Frankfurterstr. 132. Sensationelle Novität! Italien in Berlin. Große Ausstattungs- Posse mit Gesang und Tanz in 4 Aften von Carl Peters. Musik von A. Wiedecke. Dekorationen aus dem Atelier von Restaurant Radtke. Restaurant Saeger. 128. Sie Statuten und Statutenänderungen ber Genossenschaftsbäckerei für Berlin und Umgegend kennen wir nicht; bei eingetragenen Genossenschaften mit beschränkter Haftbarkeit hat der mit 100 Mart betheilgte Genossenschafter höchstens Drante, noch 100 Mark zu zahlen. Melodia, Rirdorf, Bergstr. 141, bet Schimtäse. weißenfee, Königs- Chauffee 19 bet seriedemann. Stralauer Bieber ta fet, Rummelsburg, Berlinerstraße bet Friesecke.- Syrenees Bieber's cher Männerchor, Ackerstr. 123 traße 19 bet Neumann. bei Stümfe. Gesangverein Moabit, Havelbergerstr. 31, Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Alle Buschriften find zu senden an P. Gent, Adalbertstr. 95. Freitag: Gtaitlub ka iro, Abends 8 Uhr bei Flick, Simeonftr. 23. Vergnügungsverein Frisch auf, Abends 9 Uhr, Ohmgaffe 2 bei Krebs. 5. 2. 65. Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht vers loren", diese sogen. exceptio regis Cappodocial( Ginrede bes Königs von Rappadozien) gilt gegen Jedermann. Briefkaffen der Expedition. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Männer- GesangQuartettverein Für die ausgesperrten Brauerei Arbeiter gingen ein verein union, Abends 9 Uhr, Berliner Bockbraueret. Wedding, Abends 8% Uhr, bet Schäfer, Neue Hochstr. 49. wat besrauschen, abends 9 Uhr, bei Weigt, wartgrafenftr. 87. Privat III. Rate 23,-. Fünf Genoffen 1,20. Sozialdemokr. BoltsMännerchor Gefangverein Freundestreue 15,-. Spandauer grüne Jungens Theaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bei Schulz, Bunbuserstr. 85. Theaterverein Bultanta, 9 Uhr, Jäger's Gesellschaftshaus, Garten: verein in Velbert 14,95. Fuhrmann 3,45. Amerit. Auktion im Straße Theaterverein Freier wille, jeden Freitag Abend Grunewald durch Deftereich 3,50. Fabrik Chapier 6,-. Ge Bühr bet Gauermann, abalbertſtr. 8. x. 9. 1,-. Berliner Turngen offenschaft. Die erste Männerabtheilung sammelt von Schwarz, Wiesenstraße, 1,70. Bau" Töpfer Prockat turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10% Uhr in der Turnhalle des Schlosser, Bellealliancestraße 1,85 u. 0,60. Lessing- Gymnasiums Pantsir. 9-10.- Turnverein Gefundbrunnen Petersburgerstraße 4,-. Bau( Arbeiter Charlottenburg), Kants die 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8-10% Uhr in der Turnballe des Lessing- Gymnasiums, Pantstr. 9-10.- Kraft- und Artist enstraße 27 5,40. Ciciorra, Röpenick 1,50. F. H., Witr. 27 8,-. G. G., flub Berolina jeden Dienstag und Freitag Nebungsstunde bei Grüßner, 0,70. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner Berlin 1. Rate 5,-. Waldemarstr. 42. Turnverein Germania( Mitglied des deutschen Ar- Eben militärfrei gewordener Sozialdemokrat 1, beiter- Turnerbundes) turnt Dienstags und Freitags übends von 8-10% Uhr Summa 92,85 M. Bereits quittirt 8356,61 M.; in Summa Ackerstr. 67. Turnverein Fichte( Mitglied des Arbeiter- Turnerbundes Deutschlands.). Die zweite Männer- Abtheilung turnt jeden Dienstag und 3449,46 M. Freitag Abends von 8-10 Uhr in der Staligerstr. E5/ 56. Vergnügungsverein Veilchen, Abends 9 Uhr, bei Brauns, Dranienſtr. 183 p. Gefelliger Arbeiterverein Graphia, Abends sy uhr alte Jakobftr. 128( 2ogenhaus). Unterhaltungsflub Schiller, Abends Lepidopt. Vereinigung 8 Uhr im Restaurant Holzbächer, Dreyfeftraße 3. Drion, Abends 9 Uhr Sigung Charlottenfir. 95, Restaurant Effenberg. Musitverein Hoffnung, Abends von 9-11 Uhr Uebungsstunde Proskauer, Straße 35-37 bet Schneider. Bergnügungsverein Berolina [ Statt besonderer Meldung! Ich erkläre hiermit die Frau Am 4. Juli starb im städtischen Frau Schmiedemeister Kapels für Krankenhause in Friedrichshain unser eine ehrenhafte Frau. 1647b Sohn, der Schlosser Fritz Münzberg Anna Krell, Roßstr. 24. im Alter von 1934 Jahren, am Lungenfatarrh. 1652b Hiermit warne ich jeden meiner Die Beerdigung findet am Sonntag, Frau auf meinen Namen was zu den 8. d. M., Nachm. 5 Uhr, auf dem borgen, da sie mich böswillig verlassen Johann Schiefelbein, neuen Zwölf Apostel Kirchhofe bei hat. Schöneberg, statt. Straußbergerstr. 32. Jodp Familie Münzberg. Den Mitgliedern der Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der Maler etc. zur Nachricht, daß das Mitglied, der Maler Bernhard Gurlitt, 178/1 am 3. Juli d. J. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, Nachmittag 4 Uhr, vom Trauerhause, Gozkowskyftr. 37, aus, statt. Die Ortsverwaltung der Filiale VI. NW.| 1654b B. Astor, Tresdtowstr. 16, empfiehlt sich zur anfertigung aller schriftlichen Arbeiten, Klagen, Eingaben, Reklamationen, Vertretung in Zivil- und Straffachen. Rath unentgeltlich. Achtung! 417L* Allen Parteigenossen empfehle mein Restaurant nebst Saal und Garten. C. Kessner( früher Jacob), Grunewaldstr. 110. Schmöckwitz. Kranken- und Begräbnißtasse 15. und Sonnabend, der 21. Juli find Sonnabend, der 7., Sonntag, der der Buchbinder und verw. noch frei, bitte um gütigen Besuch. Berufsgen. zu Berlin. ( Eingetragene Hilfskaffe Nr. 24.) Sonnabend, 14. Juli, Abends 81/2 Uhr, im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45: Müller und Schäfer. Machinerien General- Versammlung. vom Theatermeister Otto Weiße. Elektrische Lichteffekte von Lakowsky. Roftünie vom Obergarderobier Paul Hildebrandt. Elektrische Lichteffekte von Lałowsky. Regie: Mar Sam ft. Raffenöffnung 51/2 Uhr. Anfang 7/2 Uhr. Im Garten: Großes Konzert. Auf der Sommerbühne Aufführung von Luftspielen, Poffen sowie SpezialitätenVorstellung ersten Ranges. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht pro 2. Quartal 1894. 2. Bericht des Borstandes. 8. Raffens angelegenheiten. 76/1 Das Erscheinen aller Mitglieder er wünscht Friedr. Freudenreich, Vorsitzender, Wißmannstr. 18. Bruno Gröblehner, Rassirer, Wasserthorstr. 14 i. 2. Die Beleidigung, die ich gegen Frau Stockmann ausgesprochen habe, nehme ich zurück. Wrangel. C. Kurras. Weißbier! Für Fabriken und Werkstätten sowie für Wiederverkäufer liefere ich mein Versand- Weißbier in unübertrefflicher Güte zum Preise von 3. für 40 halbe oder 45 4/10 oder 25 8/10 oder 20 ganze Flaschen, frei in's Haus, in Flaschen mit Patentverschluß, ohne Pfandberechnung. Fernsprecher Amt Schöneberg No. 92. A. Seidler, Schöneberg, 214L* Sedanstraße Nr. 73-75 und 82. Berliner Weissbier- Brauerei. Castan's Jägerhaus, Schönhauser Allee Nr. 103. Inhaber: Wilhelm Schmidt. Jeden Sonntag und Mittwoch: Frei- Konzert und Ball. Großer schattiger 4 Panoptikum. Garten. Regelbahnen. Staffeeküche von 1 Uhr ab geöffnet. 175L Wohin unsere Landpartie! Hawaiische Königs- Tänzerinnen. Beelitzhof, Wilhelmshöhe v. A. Meyer. Das schwerste Ehepaar der Welt. Evora- Bräu Von Station Wannsee in 15 Min., von Schlachtensee, burch herrlichen Eichenwald, in 20 Min. zu erreichen, per Achse auf der Ghaussee über Halensee Ferner gingen ein vom Gesangverein Freundestreue 15, für die Kuhnheim'schen Arbeiter. Für die Burger Schuhmacher 5,- und für die Fürstenheims schen Schuhmacher 5,-. Für die Stettiner Steinsetzer gef. bei Schubert, Pantstr. 14, 3,- M. Buchhandlung des Vorwärts" Beuthstraße 2. *. en erschienen sind soeben: Nen Das platte Land und die Sozialdemokratie. Von Emil Effner. M Preis 20 Pf. Porto 3 Pf. O Noch immer herrscht in unserer Parteiliteratur ein Mangel an brauchbaren Schriften für die Landagitation; in vorliegender Schrift giebt uns der Verfasser in zwölf Kapiteln in populärer Darstellung Klarheit über die wirthschaftliche Entwicklung des platten Landes, Einficht in den komplizirten Mechanismus des ländlichen Wirthschaftsgetriebes und legt dar, warum es nicht angeht, die industriellen Thatfachen einfach auf das platte Land zu übertragen. Die Kleine Schrift tann den Genossen aufs Beste empfohlen werden. Das kommunistische Manifeft. Mit Vorreden von Karl Marx und Friedrich Engels. 2 Bogen in elegantem Umschlag. Preis 15 Pfennige. Porto 3 Pfennige. Das im Jahre 1847 verfaßte Manifest ist die bedeutungsvollste Schrift der sozialistischen Literatur. Troß der 45 Jahre Zeitfortschritt haben die darin aufgestellten allgemeinen Grundsäge im Ganzen heute noch ihre Richtigkeit; und die hier in unerreichter Meisterschaft und programmatischer Rürze entwickelte Mary Engels'sche Auffassung ist heute die wissenschaftliche Grundlage der sozialistischen Bewegungen aller Länder geworden. 274/1 000000-0-000000 Schweizer Garten. Am Friedrichshain. Am Königsthor. Täglich: Theater- u. Spezialitäten- Vorstellung. Tids- Volksbelustigungen aller Art. Im neu} parquettirten Saate: Täglich: Gr. Ball. Von 5-7 Uhr: Freier Damentanz. Die Kaffeeküche ist geöffnet. Entree 30 Pf., Billets vorher 25 Pf. 0000000-0-0000000 Paradies- Garten Nordbahn. Nordbahn. Seiner herrlichen Lage wegen im Grunewald und am Wannsee, dem am Untermühlen- See in Birkenwerder. und Hundefehle, geehrten Publikum bestens empfohlen. sowie Belustigungen aller Art. in vorzügl. 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Aufflärung Jüling contra Günther. 3. Wahl eines Gewerbegerichts- Kandidaten. 5. Antrag Jüling. 6. Verschiedenes und Fragekasten. 84/1 Der Vorstand. Verein zur Regelung der gewerbl. Verhältnisse der Töpfer und Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Kenntnißnahme, daß die Zahlstelle in Pankow Don Tausendfreund, Mühlenstraße, nach der Wollanktr. 115, Restaurant 3um Nordstern", verlegt ist. Beiträge werden dort Sonntags von 10-12 Uhr Vormittags entgegen genommen. Ebenso ist die Zahlstelle in Weissensee von Damrath nach der Königs- Chauffee 81, Restaurant Kessel, verlegt und wird dort Sonnabend Abends von 9-10 Uhr kassirt. Der Grund der Verlegung an beiden Orten ist: die beiden Wirthe Tausendfreund und Damrath fühlen sich nicht genöthigt, ihr Ringbier, welches sie verzapfen, abzuschaffen. Der Vorstand. J. A.: Rich. Topi, Gispstr. 16. 242/1 Achtung! Zimmerer. Achtung! Große öffentliche Versammlung sämmtl. Bimmerer Berlins u. Umgegend am Sonntag, den 8. Juli, Vorm. 10 Uhr, im Lokale des Herrn Deigmüller, Alte Jakobstr. 48a. Zages Ordnung: 1. Situationsbericht. 2. Berichterstattung der Gewerbegerichts- Beisitzer. 3. Berichterstattung des Delegirten zur Gewertschafts- Kommission. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Die Sammellisten für die Danziger Zimmerer sind bestimmt abzuliefern. 292/1 Der Vertrauensmann. Th. Fischer, Dunterstr. 4. Verband der Sattler und Tapezirer. Im Berlage der Hamburger Buchdruckeret und Verlagsanstalt Auer& Co. in Hamburg ist soeben erschienen: Der Neue Welt- Kalender für 1895 Beunzehnter Jahrgang. Inhalt: Kalendarium.- Postwesen 2c. Ewigkeitse Kalender. Trächtigteits- u. Brüte- Kalender. Statistisches. Das Wachsthum der deutschen Sozialdemokratie. Rückblid. Meffen und Märkte. Im Kreislauf des Jahres. So oder so! Bon Heinrich Werth( mit Illustras tionen).- Der große englische Bergmanns ftreit( mit Flußration). Blik und Donner. Bon Dewald Köhler( mit Illustrationen). Drei Tage in den Kasematten von Raftatt. Die WiederElektrisches Bon Wilhelm Liebknecht. Die Jahreszeiten. Gedicht. Befiegt, nicht überwunden. Er zählung von Rob. Schweichel( mit Illustrationen). Lermontow. Mit Gedicht. Das Erdinnere. Bon Dr. H. Lug. Die Erscheinungen auf der Sonne und ihre physische Beschaffenheit. Bon Franz Heymann. Sommermorgen. Ge dicht von Joh. Goerges.- Neue Ausgrabungen in Pompeji( mit Juustration). täufer. Von Wilhelm Blos. Schmieden. Bon Dr. H. Lug. Carl Wilhelm Tölde.( Mit Portrait.) Die Fee vom Tiefen Keller". Eine Geschichte aus dem alten Hamburg( mit Jlluftrationen). Epigramme. Bon Goethe, Fliegende Blätter. Rebus, Röffelsprung, Räthsel zc.- Fleckenvertilgungs tabelle. Hierzu vier Kupfer: Die Aehrenlejerin.- Die Delegirten der BergTeute bei der Konferenz im Auswärtigen Amt in London. Die Klatsch Die Bergeßlichen. schwestern. Ein farbiges Bild: Der Horcher an der Wand, hört seine eigne Schand'. Ein Wandkalender. Preis 50 Pfennig. Auch zu beziehen durch: Buchhandlung des Vorwärts" Berlin SW., Benthür. 2. 99 Sonnabend, den 7, Juli, Abends 8% Uhr, im Lokale des Herrn Sohe fortlaufende Bezüge event. auch Wienecke, Alte Jakobstr. 83: Versammlung. Tages Ordnung: " 1. Bortrag des Rollegen Blum über: Die Chartistenbewegung in England". 2. Stellungnahme zur Umänderung unseres Fachorgans. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. 213/1 Grosse öffentliche Versammlung der Klempner Berlins und Umgegend am Sonnabend, den 7. Juli, Abends 8% Uhr, im Saale der Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Tagesordnung: 1. Unsere wirthschaftliche Lage und wie und wann denken wir dieselbe zu verbessern? 2. Wahl von Werkstattvertrauensmännern. 3. Verschiedenes. Das Erscheinen aller Kollegen ist Ehrenfache. Kein Ringbier. 1628b* Der Vertrauensmann: M. Schmidt. Eine alte deutsche Feuer- Vers.- Gesellschaft sucht für Berlin u. die Provinz thätige Haupt- u. Spezial- Agenten. festes Gehalt werden zugesichert. Offerten unter 0. 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Der Vorstand. 172/1 Zu Geschenken vorzüglich geeignet, empfehle mein großes Lager " von Bildern aller Art, ganz besonders Der 1. Mai"( in großem und fleinem Format), sowie vorzügliche Bilder von Marx, Lassalle u. f. w. Zur Einrahmung von Bildern jeder Art, sowie allen Hausglaferarbeiten empfiehlt sich Berlin Neue Friedrich- Strasse 9. Streng reelle Bedienung. Creditgewährung! nach Uebereinkunft! Ein Jeder mache den Versuch. Der billigste und zuverlässigste UhrenEinkauf sowie Reparatur ist unzweifelhaft bei 254L* Buchhandlung des Vorwärts" 33 Berlin SW, Beuthstr. 2. -* Neu erschienen sind soeben: Leipziger Hochverraths- Prozek KES Heft 5. 145 Heute Nachmittag gelangt zur Ausgabe: Anarchismus und Sozialismus. Von G. Plechanow. 5 Bogen. Preis 40 Pf. Porto 5 f. Diese Schrift aus der Feder des bekannten russischen Sozialisten, der unter den sozialistischen Schriftstellern zu den ersten Theoretikern zählt, dürfte gerade unter den augenblicklichen politischen Verhältnissen ganz besonderes Interesse beanspruchen. Sie füllt in unserer Parteiliteratur eine längst empfundene Lücke aus. In meisterhafter Darstellung entwickelt Blechanow, ausgehend vom utopischen Sozialismus, die Auffassungsweise des wissenschaftlichen Sozialismus, präzisirt scharf den Gegensatz zwischen Sozialismus und Anarchismus, sowohl in prinzipieller wie taktischer Hinsicht, und giebt in gedrängter, aber durchaus übersichtlicher Form eine Geschichte und Kritik der anarchistischen Theorien an Hand der von den Aposteln des Anarchismus vorliegenden Schriften von Stirner, Proudhon, Bakunin angefangen bis herunter auf ihre Epigonen in der Gegenwart: Rrapottin 2c. Das Schlußkapitel enthält eine glänzende Abfertigung der Verwerflichkeit und Schädlichkeit der sogen." Propaganda der That". Arbeiter- Bildungs- Schule. Lehrplan für das Sommerhalbjahr . 1894. Nord- Schule. Müllerstr. 179a. Nationalökonomie. Boltsthümliche Medizin. Gesezeskunde( spez. Ar beiterrecht). Geschichte( neuere). Deutsch( Logik u.Rethorit) Sonn- 12. u. 4. im Monat) Naturerkenntniß. abend( 1. u. 3. im Monat) Diskutir- Uebungen. Montag Dienstag. Mittwoch. • Donnerstag Freitag.. Südost- Schule Waldemarstr. 14. Nationalökonomie. Voltsthümliche Medizin. Gesetzeskunde( spez. Arbeiterrecht). Geschichte( ältere). Deutsch( Logik u.Rethorit). Naturerkenntniß. Diskutir- Uebungen. Der Unterricht wird des Abends von 81/2 bis 10/2 Uhr ertheilt. In größeren Lokalitäten werden in bestimmten Zwischenräumen große Versammlungen abgehalten, in welchen wissenschaftliche Themata's in volksverständlicher Weise behandelt werden. Die Theilnahme an dem Unterricht steht Jedem, auch Nichtmitgliedern an einem Abend im Semester unentgeltlich frei. Für sämmtliche Lehrfächer werden zu jeder Zeit neue Theilnehmer, ( Damen und Herren) aufgenommen. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 25 Pf. monatlich. Das Unterrichtsgeld beträgt monatlich für jedes Unterrichtsfach 25 Pf.; für den Sonnabends Unterricht wird fein Entgelt erhoben. Die Zahlung der Beiträge und Aufnahme neuer Mitglieder erfolgt an endstehenden Zahlstellen, deren je eine auch in jeder Schule errichtet ist. Die Zahlstellen sind folgende: S. Schöning, Stallschreiberstr. 29, SO. Südostschule, Waldemarstr. 14. Schulz, Admiralstr. 40 a. SW. Grube, Mariendorferstr. 10. Windhorst, Junkerstr. 1. 0. Albin Grüger, Uhrmacher, Oranienstr. 1, Berlin S0. Tempel, Zangeſtr. 65. Nickel- Cylind.- Remont. von 5 M. an. Silberne " 12 " " "" 36"" 3 " " " 16 " " " Goldene Damen- Remont. 22 " Goldene Herren- Remont. Getr. filb. Cylinderuhren Regulateure m. Schlagw. Wanduhren, Nickel- Wecker, Ketten 2c. Bitte lesen Sie! Carl Scholz, Glaser, Wrangelstr. 32. Bernerhren, Ketten, Ringe, C. 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