Kr. ttw. SS. Jahrg. BezngSpret«» LierleljSho. t60 Mt. monatl l.ßOS*t frei ins Haus, voraus, ahlbar, Ikinzelne Nummern 10 Piennig. Postbezug: Mona:, ich, vom Posljchaller abzuholen 1,60 Ml, vom Briesträger mS Haus ge- bracht 1.61 Ml, llniei»breuzbans iür Deunchiai d und Oetierreich- Ungarn 8,— Ml.(fit oas übrige iluSland LBO Ml. monatlich ltertand ms Feld bei dtreller Bestellung monatl, 1.80 MI. Pottbeilellungen nehmen an rüne- marl. Holland, Luxemburg. Schweden aab die Schweiz, Eingetragen in die choit- seilungs-Breislisle. Ertcheini täglich« reiearamm- Adreff«: .Sozialbrmokral Berlin�, Vevlinev Volktsl»lÄkt. ( 10 Pfennig) Kmieißtmrtiet Di» lirbengelbaltene«olonelzetle iof! ei SV Pig,»Klein« Anzeigen�, das setigebNKlIe Wort 30 Pfg, szulüssig 2 settgebruckie Worte), i?dcs weitere War« 1b Psg, Stellengesuche und Echlasstellenanzeigen das erste Wort 20 Psg,. jedes weitere Wort 10 Psg, Worte über Ib Buchitaben zühlen iür zwei Worte, Teuerungszuschlag 20«,» Familien, Nnzetgen, volttiiche und gewerlschastlichc Pereins» Slnzeigen 80 Psg die geile, ilnzeigen für die nichste Nummer müsscn bis Z llhr nachmittags im Hauplgeschüsl Serlm SA, 68. Lindenstcatze 8, abtegeoen werden. Beöstnei von? Uhr früh bis 7 Uhr abends. �entralorgan äer foztaldcmohratircbim Partei Deutfchlando. Neöaktion: SW. öS, LinSenstrahe Z. slirrniveecher: Ami Morinvlas, Str.!t>! SV— lül 37. Donnerstag, de« 13 Juni 1N18. Expeüitivn: SW. öS. LinaenstraHe Z. iliernivreet,«»:«mt Moritiplais, Nr. lSl SV— 1SI 37. Wahlrechts-Zinale. Eine stiirmischc«ihung im Abgeordnetenhause. Die Wcihlrechtsfeinde frohlocken, alle ihre die Wahlrechts- vorläge in ihr Gegenteil verkehrenden Anträge sind a n g e- n o m m e n. ja sie können sich sogar rilhmen, daß es ihnen ge- lungen ist, eine stattliche Mehrheit auf ihr Reformwerk zu ver- einigen, denn außer den beiden konservativen Parteien und dem rechten Flügel der Ztationallibcralen stimmte ihm in der Ge- sanitabstintmung auch etwa der dritte Teil des Zen- trums zu. Trotzdem schwebt der Beschluß in der Luft, denn ganz abgesehen davon, daß man nicht weiß, ob er in der fünften Lesung nicht wieder eine Acnderung erfährt, und ganz abgesehen vom Herrenhanse, das ja auch noch sein Votum abzugeben hat, ist er für die Regierung unannehm- bar. Die Wahlrechtsbewegung ist damit also nicht beendet. sondern nur in ein neues Stadium getreten. Die Mcbrheitspartcien hätten es am liebsten gesehen, wenn überhaupt nicht mehr debattiert, sondern nur noch a b g e- st i m m t worden wäre. Diesen Gefallen konnten ihnen die Wahlrechtsfreunde nicht erweisen, bei einigen Punkten, insbe- sondere bei der Frage der Verhältniswahlen und der der Be- nachtciligung der ktriegsteilnehmer kam es sogar zu sehr leb- hasten Debatten und zu heftigen Zusammenstößen. Die Herren, die am Tage vorher den über 50 Jahre alten Heimkriegern eine Zusatzstimine gewährt, aber die Zusatzstimme für die Kriegsteilnehmer abgelehnt hatten, hatten in- zwischen ihre Dummheit eingesehen. Aber anstatt nun wenig- stens den Mund zu halten, suchten und fanden sie Ausreden, die den Stempel der Verlegenheit auf der Stirn trugen. In ihrer Wut ergingen sie sich dann in Angriffen auf die Abgeordneten Hirsch lSoz.) und Hoff(Vp.), die ihr Verhalten gebührend vor der Oefsentlichkeit festgenagelt hatten, und da diese ihnen die Antwort nicht schuldig blieben, nahm die Debatte, in der es zablreiche Ordnungsrufe gab, einen immer gereizteren Charakter an. Unsere Feldgrauen werden sicher die Folgerungen ziehen, sie sehen, wo ihre Freunde und wo ihre Feinde sitzen und werden nach ihrer Rückkehr Abrccknung niit diesen halten. Insofern wird die Debatte ihren Zweck nicht verfehlen. Tie Aktion im Parlament wird nun auf drei Wochen ruhen. Das Wort haben vorläufig nicht die sogenannten„Vertreter" des Volkes— in Wirklichkeit Vertreter'des Geldsacks—, son» dern das Volk selbst. Ein französischer IrieöenskZhler? Nach über die Schweiz kommenden Meldungen deutscher Blätter schreibt der„Homme libre", Clemenccaus Organ: Wir dürfen uns nicht mit gebundenen Händen uns Füßen einem Deutschland überleben, das nicht nur gegenüber den Vor» schlügen Wilsons, sondern auch gegenüber den bestimmten Vor- schlagen der eigenen Neichstagsmitglicder taub blieb, indessen wollen wir seinem Militarismus die Bthaup- tung niclit mehr m die Hände spielen, dast wir uns systematisch dem Frieden widerscven. Möge Deutschland also sprechen. Wir sind bereit, ihm Gehör zu schenken. Dagegen weigern wir uns, seine unbcsiunmtcn Vorschläge gu Besprechungen entgegenzunehmen. Wir dringen darauf, genau zu wissen, was es prüfen will, und welche Bedingungen es für die E i n st e l- l u n g seines U e b c c f a l le s stellt. Wir wollen nur das. was Clemcnceau als gerechten und dauerhaften Frie- den umschreibt. Wir werden dann sehen, was uns die Deutschen vorschlagen: mögen also die Deutschen als die ersten feuern. Wir haben schon vor einiger Zeit, als die„KreuMitung" die Einleitung einer neuen Friedensoskensive forderte, den Ge- danken auf das wärmste befürwortet, daß die deutsck)c Regierung ihre Kriegsziele in konkreter und unzwcifellxifter Form kundtun solle. Allerdings knüpfen mir noch heute an diese Forderung die Bedingung, daß diese Forderungen derart sein müssen, daß sie vom Gegner billigerweise angenommen werden und sofort zum Frieden führen können. Das bedeutet Fallenlassen aller annexionistischen Vtane, soweit solche bestehen, und Angebot eines � Friedens, der in erster Linie sowohl die völlige Unabhängigkeit, Belgiens wie die Unversehrtheit Frankreichs gewährleistet. Französischer Gekzenangrifs sAdwestlich Noyon völlig gescheitert— Deutsches Bordringen nöer Carlcpont und Caisnes östlich der Oise. v e r l i o, 12. Jrnti 1918,« b e« d S. Amtlich. Ocrtliche Kämpfe auf dem Tchlachtfelde süd- westlich von Noyon und südlich der Aisne. «Mlliih.®»» b t s Ha,plq««rtter, 12. Juni 1918.(SB, T. CJ Westlicher KriegSschavPlatz. Heeresgruppe Kraaprinz Rupprecht. Artilleriekampf wechselnder Stärke. Die Jnfaiiterirtätigkeit blieb aus Eriuudungsgeiechte beschränkt. Heeresgruppe Deutscher Kreuprlu». In schweren Kämpfen hat die Armee des Generals von Hutirr gestern den erwarteten, zur Wiedereinnähme des Höhenblocks südwestlich von Noyon ge- führten großen Gegenangriff mehrerer franzöfischrr Divi- sionro zum Scheitern gebracht. Unter schwersten Verlosten wurde der Feind auf seiner ganzen Angriffsfront von Le Ployron bis Anthentl zurückgeworfen. Seine in großer Zahl zum Einsatz gebrachten Panzerwage» liege« zerschossen auf dem Kampfsclde. Zwischen M e r q und B e l l o q, wo der feindliche Ansturm an unserem.Gegen- stoß zerschellte, dauerten erbitterte Kämpfe bis z»r Dnukel- heit an. Das westliche Oise-Ufer nördlich der Matz-Mündung wurde vom Feinde gesäubert. Die Zahl der von der Zlrmer eingebrachten Gcfauzencn hat sich auf mehr als 13 000 erhöht. Der Brrlnft der Höhen südwestlich voa Noyon zwang den Feind znr Räumung seiner Stellungen im Carle- p o» t- W a l d r auf dem Ostufrr der Oise. Dem weichenden Feinde stießen wir über Carlepont und CaiSneS scharf nach nud erreichten kämpfend die Linie nördlich von Bailly— Tracy Le Bat— westlich N a m p c e l. Hartnäckig und leine Opfer scheuen» setzt«»er Feind seine vergeblichen Angriffe nordwestlich von Chatrau-Thierry fort. Mehriachcr Ansturm brach hier blutig zus. immen. Der Erste Gencralquartiermrtster. Ludcadorff. Der österreichische Bericht. Wien, 12. Fimi 1918. Amtlich wird»erlautbart: An der G e b i r g S- und P i a v e f r»» t anhaltende Artilleriekämpfe. Im Abschnitte dcS Stilfser JochS, westlich ?l s i a g» und. am M o n t e Ll s o l» a e feindliche Vorstöße ab- gewiesen. In?l l b a n i e n, im Naumr bei Sinavrcnie, nord- westlich Kvrsa, dauern die Kämpfe mit den angreiscnden Fran« zoscu an. Der Ehef des Teneralstabe«. Wien, 12. Juni. Vom k. n. k. Krieg sministmum, Marine» sektion, wird mitgeteilt: Seiner Majestät Schiff S z e n t I st v a n wurde bei einer Nachtfahrt in der Adria torpediert und ist gesunken. Es werden Linienschiffsleiitnant Max de Nocvid, Maschinrnbcteiebsieiter Sarnitz, Scckadctt Anton Müller und etwa 80 Mannschaftspersone» vermißt. Secaspirant Jokeph von Scrda ist tot. Der Rest der Bemannung wurde gerettet. Vie Englänöer im Murmangsbiet. Eine Mitteilung des Berliner P.T.A.-Bureaus wendet sich gegen die von oersckiedenen Seiten verbreitete Nachricht, im Murmangebiet seien 5 bis 0000 englische Soldaten gelandet, die weite Strecken der Murmaneisenbahn besetzt halten sollen, die Bevölkerung werden von englischen Beamten kontrolliert u»d dergleichen mehr. Die Nachricht sei glatt erfunden. Eine Lan- dung gebe es im Murmangebiet nicht. Dort befänden sich bloß 300 englische Militärs, die während der Re- gierung des Zaren dorthin konimandiert wurden und bis jetzt nicht abberufen worden sind. Die Sowjctsregierung hat Pro- test gegen diesen dauernden Aufenthalt der Engländer eingelegt und deren sofortige Abberufung ver- langt. Weiter sagt die Mitteilung: längs der Murmanbahn befänden sich nur Truppen der Roten Armee zum Schutze der Eisenbahn. Kopenhagen, ll. Juni..Berlingske Tiden de" meldet aus Hel- singforS: Das amiliche Organ der russischen Negierung dementiert die Meldung daß die finnische Expedition an der Murmanküste miß- glückt sei. Die Militärkommission an der Murmanküste berichtet. daß die finnischen Truppen van der Bevölkerung unterstützt würden und bei ihr jedes Entgegenkommen finden. Die russische Regierung erhielt die Versicherung, daß Finnland nicht beabsichtige, die ganze Murmanküste»u besetzen, sondern nur de» Teil, der ihm tscüher versprochen moibca sei. eine Nur noch veutj Bis zum Kriege war unser politisches Leben vergiftet durch _____ Methode, die als eine deutsche S P e z i a l i t ä t, und keineswegs eine rühmliche, bezeichnet werden muß: man begnügte sich nicht damit, politisch unbequeme Parteien sachlich zu bekämpfen, sondern suchte ihnen dadurch Abbruch zu tun, daß man ihre Anhänger wie Aussätzige und Ehr- lose behandelte, von Aeintern ausschloß, gesellsäpftlich boy- kottierte, öffentlich zurücksetzte usw.� �Dieses Kampfverfahren, das die politische Atmosphäre mit äußerstem Haß schwängern muß, ist in der Hauptsache gegen die Sozialdemokratie angewendet worden, aber nicht nur gegen diese, sondern gelegent- lich auch gegen die Fortschrittsparteien, das Zentrum usw. Rührte doch der erste Präsidentschaftskouflikt im Reichstag Naher, daß die Nationalliberalen sich weigerten, einen Präsidentensitz neben einem Zentrums n-ann einzunehmen. Zu Beginn des Krieges ist nun aus kaiserlichem Munde das Wort gesprochen worden..Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutschs." Im ganzen Volk ist dieses Wo t dahin verstanden worden,'daß jene empörende und aufreizende Ausirahmellehandlung.. einzelner Parteien, die Verfolgung und Quälerei wegen politischer Gesinnung n u n m c h r a u f h ö r c solle. Keine Partei.solle mehr wegen ihrer Ziele als„Vater- landslos" gebrandinarkt, sondern bei einer jeden der gute Wille und die ehrliche Wsicht anerkannt werden, dem Volks- ganzen zu-and das V c ste des deutschen Volkes zu wollen. Das ist in dem kaiserlichen Worte zugesagt. Teilweise ist es durchgeführt. Der Ausschluß der Sozialdemokratie von öffentlichen Acmtern, von Offiziersstellen usw. ist gefallen. Man verwehrt es Beamten und Staatsarbeitern nicht mehr, sich kon- sumgcnossensckpftlich und gewerkschaftlich zu organisieren. Nach- dem ein eingeschriebenes Mitglied der Sozialdemokratie Unter- staatssekretär geworden ist, kann kein Beamter wegen Abgabe eines sozialdemokratischen Stimmzettels mehr gemaßrcgelt werden. Diese bisher wertvollste Crrnngmschast de? Krieges auf innerpolitischem Gebiete ist der R e a k t i o n natürlich ein D o r n i m A u g e. Lebte sie doch polisisch in der Hauptsache von jenem Verfolgungs- und Unterdrückungssystem. Indem sie die Brand- markung als„antinational" auch auf jeden ausdehnte, der sich in irgendein taktisches Zusammengehen mit der � Sozialdemokratie einließ, verhinderte sie politische Konstellationen, welche die Reaktion zur Ohnmacht verurteilt häsiem Bei den heutigen Verhältnissen fühlt die Reaktion den Boden unter ihren Füßen schwinden, daher jetzt ihr heißes Bemühen, jenen alten Zustand wieder herbeizuführen. Sie hat dies zuerst versucht auf dem Wege über die„Un- abhängigen". Aber der Reichskanzler Michaelis mußt« das Be- streben,'das abgetane häßliche System von neuem einzuführen. mit seinem Abgang bezahlen. Doch er findet Nachfolger. In der bayerischen Kammer der Abgeordneten antwortete der Kriegs- minister Freiherr v. Hellingrath ans eine Interpellation des Unabhängigen Sozialdemokraten Simon wegen Aus- Weisung mißliebiger Personen folgendes: .Die Unabhängige s osi cckdemokixit i fche Partei Deutschlands fwht gemäß dem Wortlaut ihrer gedruckt vorliegenden Organifa- tumsgrundlinien in grundsätzlicher Opposition zum hcrrsckenden Negieruugssystom und Mir Kriegspolitik der Reichs- regierung. Ihr Endziel liegt in der Beseitigung der gegen- wärti gen staatlichen und gesellschaftlichen Ord- n u n g. Znr Berw-irklichnng ihrer Absichten will sie alle sich bietenden Möglichkeiten benutzen. Sie erstrebt während des Krieges die Erschütterung der Geschlossenheit 'und Einmütigkeit des deutschen Volkes. Angesichts dieser, den vaterländischen Interessen zuwiderlaufenden Bestrebungen der unabhängigen sozialdemokratischen Partei erachte ich es für geboten, einer Stärkung dieser Partei während des Krieges mit allen durch das Gesetz mir zur Verfügung gestellten Mitteln entgegen zu- arbeiten. Als wirksames Mittel, einem weiteren Umsich- gr« fcn des verderblichen Einflusses der Unabhängigen sozial- demvkrtaischen Partei vorzubeugen, hat sich erwiesen, jene Partei- angchorigen, die sich durch organisatorische Umtriebe besonders bervortun, aus ihrem bisherigen Wirkungskreise zu entfernen. Wenn wir solche Maßnahmen anordnen, so handeln wir in be- rechtigter Notwehr und pflichtgemäß. Wir schützen uns gegen Machenschaften von Leuten, die das Vaterland und die Krieg- führung mit allen Mitteln zu gefährden bestrebt sind. Da geht es hart auf hart. Weichliche Rücksichtnahme auf den einzelnen wäre ein Verbrechen gegen die Allgemeinheit." Gegen eine derartige Neuaustage des Systems Michaelis kann nicht scharf genug protestiert werden. Der bayerische Kriegsminister geht zudem von sachlich völlig falschen Voraussetzungen aus. Ueber das, was sie eigentlich wollen, besteht ja bei den Unabhängigen selber die größte Unklarbeit. Aber gerade an dieser Stelle ist des öfteren darauf hingewiesen worden, wie z. B. di«„Leipziger Volks- gettmtg* mit großer Entschiedenheit einen Sieg der Entente a b- gelehnt und das noch radikalere Berliner„Mitteilungsblatt" der Unabhängigen die deutschen Siege im Westen mit Ausdrücken größterBegeisterung begleitet hat. Sicherlich liegt den Unabhängigen nichts ferner, als Landesverrat zu begehen, und tvenn sie das Wohl des deutschen Volkes auf anderen Bahnen erstreben als der bayerische Kriegsminister, so hat dieser dagegen kein Recht, sie in Acht und Bann zu tun. Wer viel wichtiger als die Verfemung der kleinen Gruppe der Unabhängigen ist es der Reaktion natürlich, die sozial- demokratische Partei in Acht und Bann zu tun. Kein Blatt hat sich so darüber entrüstet, daß der ncugcwählte Vize- Präsident Schcidemann auch den sogenannten„höfischen" Ver- pflichtungen seines Amtes nachkommen will, wie die„Kreuz- z e i t u n g". Mit einer geradezu verdächtigen Aufgeregtheit schreibt sie Artikel auf Artikel, um zu beweisen, daß der Monarch nicht seiner persönlichen Gegnerschaft gegen die Sozialdcmo- kratie entsagt habe und verpflichtet sei, diese weiter � auf das schärfste zu bekämpfen. Die Sozialdemokratie habe keinen An- spruch auf politische Gleichberechtigung, sondern müsse nach wie vor mit Ausnahmegesetzen und Ausnahmebehandlung nieder- gehalten werden. Zur Begründung dieser Forderung läßt die„Kreuzzeitung" alle unsere guten Bekannten aus der Vorkriegszeit, das Arsenal der abgebrauchten Schlagworte und Phrasen auf- marschieren: „Die- Sozialdemokratie hat sich während des Krieges immer wieder zu ihrem antimonarchischen, sozialistischen internationalen Programm ausdrücklich bekannt. Der Kaiser aber steht an der Spitze eines monarchischen, auf privat- wirtschaftlicher Gesellschaftsordnung aufgebauten nationalen Staatswesens und diese staatlichen Grundlagen gegen alle Gefahren und Widersacher zu schützen- gehört zu den vor- nehmsten Aufgaben seines H er r sch e c b e r u fs." Pordon, das ist eine kleine Fälschung. Wo steht z. B. geschrieben, daß das Deutsche Reich auf dem Privatkapi- t a l i s m u s aufgebaut sei? Kein einziger Artikel der Ver- fassung besagt etwas derartiges. Und wäre der Kaiser wirklich berufen, den Privatkapitalismus zu schützen, so hätte er wäh- rend des Krieges längst die Krone niederlegen müssen. Denn in den vier Kriegsjahren ist der Privatkapitalismus ge- waltig durch den Staatssozialismus in den Hintergrund gedrängt worden. Darüber, ob das deutsche Volk unter der privatkapitalistischen oder unter der sozialistischen Wirtschafts- weise reicher und glücklicher sein wird, mutz der Meinungskampf zwischen den Anhängern beider Systeme durchgefochten werden. Aber was verpflichtet den Deutschen Kaiser, sich von vornherein als den Feind dessen zu bekennen, der ehrlich die Ueberzeugung vertritt, daß nur die sozial! st ische Wirtschafts- weise der großen Masse des deutschen Volkes eine auskömmliche und menschenwürdige Existenzsichernkann? Muß sich denn der Kaiser durch- aus mit Herrn L o h m a n n solidarisch erklären, der von der Kanzel des Abgeordnetenhauses als der Weisheit letzten �Schluß verkündet, daß Dürftigkeit und Mangel für alle Zeiten das Los der großen Uebcrzahl der Be- völkerung sein wird? In ihrer Angst sucht sich die„Kreuzzeitung" darauf hinaus- zureden, daß das Wort„Ich kenne keine Parteien mehr" nur ein„Waffenstillstandsangebot" gewesen sei, das die Sozialdcmo- kratie durch ihr Verhalten abgelehnt habe. Mit dieser Auf- fassung die..Kreuzzeitung" dem heftig st enWider spruch des gesamten Volkes begegnen. Und wenn sie naiv� im Anschluß an dieser Auslegung meint:„Solange der äußere Feind die Grenzen bedroht, sollte im Innern Gottes- friede herrschen", und damit das Wort zu einem taktischen Verlegenheitsmanöver stempeln will,� so_ unterstellt das monarchische Blatt dem Kaiser eine Politik, die wahrlich nicht dem Ansehen der Krone dienen kann! In einem weiteren Artikel untersucht die„Kreuzzci- tung" nochmals ausführlich die Stellung der Sozialdemokratie zum Königtum und kommt nach einigen Zitaten, darunter auch einem aus dem„Vorwärts", mit vielem Hin und Her zu dem Schluß,— daß die Sozialdemokratie„gegen die Weiter- existenz eines Schattenkönigtums vorläufig keinen Widerspruch erheben würde", daß sie aber ein„st a r k e s Königtum" ablehne, eine monarchische Partei nicht sei und somit auch nicht auf dem Boden der Verfassung stände. Eine weise Staatskunst werde„trotz aller Anerkennung der Arbeit, welche auch von sozialdemokratischen Mitgliedern während des Krieges geleistet worden ist, den Mut haben müssen, die Folgerungen hieraus in der Politik zu ziehen." Gegenüber der einfachen und ehernen Tatsache, daß Millionen Sozialdemokraten in diesem Kriege für ihr Land geblutet haben, werden alle diese Tüfteleien hinfällig. Freilich haben diese Sozialdemokraten nicht für die Weltanschauung der„Kreuzzeitung" geblutet. Wer sie haben geblutet für ihr Land und ihr Volk, darauf allein kommt es an, und das schlichte Bewußtsein anständiger deutscher Männer wird sich nicht von der„Kreuzzeiturig" weis machen lassen, daß solche Opfer für nichts gelten. Die„Kreuzzeitung" möge uns eine offene und ehrliche Antwort auf die Frage geben, obdennnachihrerAnsichtdieserKriegfürdie MonarchieoderfürdieEristenzdesdeutschen Volkes geführt wird. Mit dem Ausfall dieser Ant- wort wird auch alles weitere entschieden sein. Oesterreich vor einer parlamentslosen Zeit! Scharfe Opposition der galizische» Pole». Die österreichische Regierung hat bisher noch keine Mehr- hcit im Abgeordnetenhaus, dessen Tagungsbeginn für den 18. Juni in Aussicht genommen war. Die Krise ist durch eine ungemein scharfe Opposition der Polen noch verschärft, ohne die für die Dauer der grundsätz- lichen Verfemung der Tschechen die Bildung einer tragfähigen Mehrheit unmöglich ist. Die parlamentarische Kommission des Polenklubs hat in einer Sitzung in Krakau beschlossen: t. Das Präsidium nürd von her parlamentarischen Kam- Mission ermächtigt, Verhandlungen mit den parlamentarischen Gruppen anzuknüpfen, die wirksame Garantien gegen das Atten- tat auf die Unteilbar keit bieten, den Schutz der von d-r russischen Herrschaft befreiten Länder vor Annexionsgelüstcn sowie die Erfüllung aller vom Polenklub der Regierung gegen- über gestellten Forderungen sichern würde. 2. In Anbetracht dessen, daß die Regierung weiter der pol- nischen Frage gegenüber u. a. durch einen die Teilung Galiziens betreffenden Geheimvertrag ein« direkte feindselige Haltung ein- gnommen bat, daß sie seit Beginn dieser Tätigkeit, obwohl der Polenklub dreimal die Annahme des Budgets im Reichstag er- möglicht hat, trotz kategorischer Zusagen nicht einmal die aus den Pflichten des Staates gegenüber den Staatsbürgern sich ergebenden Forderungen des Polenklubs erfüllt hat, daß sie in krasser Weise die Grundlage der Herstellung eines Friedens zwischen den Nationalitäten während des Krieges zerrüttete, daß sic in hohem Maße das parlamentarische Leben untergrub, daß sie das Staa:s- bewußtsem allgemein lähmte,— erklärte sich die am 9. und 19. Juni in Krakau tagende parlamentarische Kommission im Jnter- esse des Staates für die Entfernung der Regierung Dr. v. S e i d l e r s. 3. Die parlamentarische Kommission fordert unbedingt die schleunigste EinberufungdesReichsrats und protestiert von vornherein gegen alle Gelüste, ohne parlamentarische Kon- trolle regieren zu wollen. Für dos Deutsche Reich ist am wichtigsten das Verlangen der galizischen Polen, auf das Schicksal Kongreßpolens Ein- fluß zu gewinnen. Der Zusammenhang der österreichischen inneren Krise mit der von einflußreichen Kreisen angestrebten Angliederung wirtschaftswichtigter Teile Kongreßpolens an Deutschland springt in die Äugen. Für die innere österreichische Politik ist das offene Be- kenntnis der Polen für eine streng verfassungsmäßige Regie- rung und gegen die Versuche einer einseitigen dcutschfreund- llchen Lösung der nationalen Streitfragen sehr inesentlich. Das Ministerium Seidler scheint offenbar aus den sich häufenden Mißtrauenskundgebungen der die Mehrheit des Ab- geordnetenhauses bildenden Parteien nur den Schluß zu ziehen, daß das Parlament zur Schließung reif und die Zeit für das übel angeschriebene Notverordnungsrecht gekommen ist. Doch werden nicht alle Minister die Rückkehr zum will- kürlichen Absolutismus mitmachen. Graf Toggenburg, der Innenminister, hat bereits demissioniert und ist durch den politisch farblosen Wiener Polizeipräsidenten v. G a y e r er- setzt worden. Es heißt, daß auch der Handelsminister Wie- s e r, der Ackerbauminister Graf S y I V a- T a r o u c a, der Finanzminister©immer und der Eisenbahnminister M a n n h e i m die neue Aera des alten Fortwurstelns mit dem Notverordnungsrecht nicht mitmachen wollen. Der öeutsche Einbruch an öer Gise. Telegramm unseres Kriegsberichterstatters. Westfront, 11. Juni. Gegenüber dem neuesten deutschen Einbruch verfolgt General F o ch seine alte Taktik, den Ha uptgegcn druck nicht frontal auf die vorstürmende Angriffsmitte, sondern flankierend a» f die sichernden Descnsivflügcl zu verlegen. In verzweifelter Entschlossenheit, den deutschen Einbruch, koste es, was es wolle, ab- zuschnüren, haben gestern aus der Gegend südlich von M o n t- d i d i e r wie aus dem O i s e t a l heraus französische Heeressäulen flankierend in die Schlacht eingegriffen. Allein trotz reichen Ar- tillcrieschutzes haben sie nicht hindern können, daß der rechte deutsche Fsügel vollkommen Stand hielt, ja, über die Höhen südwestlich vor- drang, und daß unser linker Flügcl in stürmischer Ausnutzung seiner gestrigen Ziele das gesamte Waldgeländc zwischen Thiencourt und der Matz niederkämpfte und sich heute Morgen bei E a m- b r o n n e dem Znsammenfluß der Matz und der Oise näherte. Unter dem Schutze solcher Flankendeckung konnte das deutsche Stoßzen- trum noch gestern abend im Mittcllaud die Matz o n mehreren Stellen überschreiten, und da? letzthin erwähnte zwischen Mery und Compicgne streichende wichtige Höhcnplateau auf breiter Front stürmisch bedecken. Der Franzose wich geschlagen von den Südhängen des Plateaus in das TaldcrAronde hinab. Durch diese ohne nennenswerte numerische oder technische Uebermacht erkämpften Erfolge vertieft sich unser nencstcr Einbruch auf lS Kilometer DaS Loch zwischen dem linken Flügel der Armer Hutier und dem rechten Flügcl der Armee Boehn hat sich zu einem Sack verengt, dessen wcstöstliche Länge 19 und dessen nordsüdliche Breite 8 Kilo- mctcr beträgt. Die Lage ist hier für die Franzosen in den ausge- dehnten Wäldern von O u r S t a m p und C a r l e p o n t, die von drei Seiten unter deutschem Feuer liegen, außerordentlich schwer, wenn sie sich zu verzweifeltem Halten dieser Sackstcllung entschließen sollten. Di« gestern geschlagene französische Armee ist die vielgelobtr dritte unter dem General H u m b r r t, dem der Hauptanteil an der siegreichen Verteidigung gegen den deutschen Märzdurchbruch zugeschoben wurde. Diese Armee war Ende März in die zwischen den Engländern und Franzosen gcrisscnc Lücke eingeschoben worden. Bis gestern abend waren lß französische Divisionen im Kampf. Da das Ueberrafchungsmomcnt fortfiel, sind die blutigen Berhflte des Gegners weit größer, als bei unserem Stoß über den Damen- weg. Auf deutscher Seite hat sich das seit März entwickelte und immer weiter vcrbesierte Angriffsverfahren, dessen Hauptziel die Ersparung der Verluste ist, gut bewährt. Dr. Ad. K ö st e r, Kriegsberichterstatter. Berlin, 12. Juni.(W.T. B.) An der neuen Kampffront zwischen Montdidier und Nohon haben die Franzosen am 11. Juni eine schwere blutige Niederlage erlitten. Sich der Wich- tigkeit des verlorenen Höhengeländes voll bewußt, setzten sie stärkste Kräfte ein, um den Deutschen die errungenen großen Vorteile wie- der zu ntreißen. Mit mehreren Divisionen in dichten Massen griff der Feind an. Um 11,30 Uhr vormittags begannen die Gegenangriffe gegen unsere Linie von Le Ployron bis A n t h e u i l. Der Hanpfftoß des Feindes richtete sich gegen unsere Stellung von Courcelles bis Mery. Hier massierte er seine Angriffstruppen und unterstützt« sie durch zahlreiche Tank- und Schlachtgeschwader. Bei Courcelles jagte er allein über 39 Tanks vor, bei Mery ließ er gegen Kampfwagen gegen unsere Gräben anrollen. Ter deutschen Artillerie boten diese unförmlichen Wagen lohnende Ziele, Die Hälfte der französischen Tanks liegt z e r- t r ü m m e r t auf dem Schlachtfelde. Der mit rücksichtsloser Energie geführte Angriff brach unter ganz außerordentlich schweren Ver- lusten zusammen. An dec Hauptangriffsstelle Courcelles— Mery trat oen Feind mit voller Wucht der deutsche Gegenstoß und warf ihn zurück. Am Nachmittag um 5 Uhr setzte er zwischen Bel- loy und Antheuil zu neuem Angriff an. Hier machte er die wütendsten Versuche, unsere Linie zu durchbrechen. Sie blieben erfolglos und scheiterten unter schwersten blutigen Verlusten. Weiter östlich brach ebenfalls ver Angriff eines französischen Regiments gegen die Stellungen bei Chevincourt verlustreich in sich zusammen. Trotz der bereits ungeheuerlichen Verluste gab der Feind auch jetzt noch nicht seine Hoffnung auf, einen entscheidenden Erfolg zu erringen, Abends 7 Uhr wiederholte er aber- mals unter Einsatz von zahlreichen Tanks seine Angriffe in, Gegend Le Ployron und südöstlich Mery. Sie endeten wiederum mit der blutigen Ergebnislosigkeit der morgendlichen An- stürme. Dasselbe Schicksal erlitt ein um Mitternacht längs der, Straße Villecs-sur-Coudun— Vendelicourt angesetzter Vorstoß. Weiter östlich bis zur Oise erstickten heftige aus Thourotte heraus geführte Gegenangriffe in französischem Blut. Die feinv- lichen rückwärtigen Verbindungen, aus denen der Franzose immer wieder neue Reserven heranführte, lagen unter unserem wirksamen schweren Feuer. Von morgens bis in die tief« Rächt hinein hielten die Kämpfe an. Völlig nutzlos hat der Franzose auf der ganzen Front seine Massen geopfert. Stocken öe? Kiewer Verhandlungen� Krasznow bei Mumm. Kiew, 11. Juni. Die auf gestern anberaumte Vollsitzung der Friedenskonferenz hat nicht stattgefunden und ist auf heute verschoben worden. Publikum und Presse sind beute nicht zugelassen. Ein amtlicher Bericht darüber wird veröffentlicht werden. Die Delegation des Donkosakenhetmans Krasznow überreichte dem deutschen Botschafter Freiheien v Mumm und dem österreichisch-ungariichen Botschafter eine Erklärung über die Begründung einer Donkosiikenrepublik. Nach einer Meldung der„Kiewskaja Mysl" aus zuverläjnzer Onelle, breitet sich die Erhebung der Donkomken aus. Die Abtei- lungen Krasznows sind nur noch 50 Werst von Zaritzyn an der Wolga entfernt. Tie Moskauer Sowjetregierung hat die A u s r e.i s e a u s Rußland nach der Ukraine zeitweilig verboten. General S u l k j e w i t s ch, Kommandeur des Tataren- korps, hat nach Meldungen aus Zewastopol die Minister- Präsidentschaft der K r i m übernommen. Der Mann üer Sackaagen. Nenaudel und Sembat gegen Clemenceau, Die natioiialistische Presie betont hinsichtlich der Kammer- Verhandlung und der Rede ClemenceauS, daß dieser eine genügende Mehrheit erkalten habe, um auf das Land gestützt, sein Gert fort- setzen und vollenden zu können. Die Aussübrungen des Minister« Präsidenten werden in der üblichen Weiie gerühmt. Ein ganz anderes Bild, iagt ein Berner W.-T.-B,«Bericht, geben die Be. spreckmngen in der iosialistischen Presie, die an Heftigkeit nichts zu wünschen übrig lasie». In der„Hiimanirö" betont R e n a u d e l nochmals, daß die Sozialisten keine poliriichen Manöver und Ränke gegen Clemenceau durch'übrlen, sondern nur die Wahrheit verlangt härten. Ihre Absicht sei aber durch Clemenceau vereitelt worden. Er habe übrigens nur dem Scheine nach gesiegt. Beim Verlasien des Sitzungssaales hätten viele Abgeordnete, die für Clemenceau gestimmt hätten, die Ansicht geäußert, daß mit einem Manne wie Clemenceau kein Ministerrar, kein Kriegskomitee und kein Veriailler K»iegsrat mehr möglich ier. Daß Clemenceau allein nichi mehr genüge, babe die Sitzung gezeigt Clemenceau sei»einer selbst n>chr mehr Herr. Er ergehe sich in gioßrednerischen Phrasen. Wo er Tatsachen an» führe, gebe er sie falsch wieder. Die Zukunfl sehe nicbr gerade erfreulich aus. Daß die Deutschen wieder in Noyon ständen, daS sei die Ä n I w o r t auf dies alles. Tags darauf erklärt Rena u d el in der.Humanits": Clemenceau ist der Mann der Sackgassen. Auf Miluärvchein, politischem und sozialem Gebiete bot er Frankreich wirklich schon in eine Sackgasse gerührt. Will man denn Frankreich wirklich darin stecken lassen?.Populaire du Centrc* hält die Stelluno Clemenceaus nicht für aekräiligt und sagt: Die Miß- ftimmung der sranzösischcn Arbeiterschaft gegen Clemenceau kann nur durch eine versöhnliche Politik Clemenceaus behoben werden. Leider scheint keine iolwe Politik gemocht werden zu sollen. Sem bat � hält in der„Lanlerne" die Kammcrsitzung für ein klägliches Schau- spiel, in dem Wahilsiilnige ihr Wesen gelrieben bäuen. Die Sozia- listen hätten ihre Polemik gegen Clenienceau aus Rücksicht auf die Landesverteidigung eingestellt, aber während sie geichioiegen hätten, hätten die Tatsachen eine laute Sprache geführt. Er sagt: Immer mehr Politiker sehen mit Schrecken ein, daß da« Schicksal Frankreichs solchen Händen, wie denen ClemenceauS, aus« gelieiert ist. Ganz un Gerensatz zu der übrigen französischen Presie kriti- stert Sem bat am Dienstag die amiliche Mitteilung über die interalliierte Konserenz in Versailles sehr scharf. Er hält es für unglaublich, daß die Konserenz die deutschen Swße an der Westiroirt als verzweifelt bezeichnet. Ich besürchle, daß die Angriffe nicht verzweifelt sind, sagt Sembat. Alles zeugl von Klugheit. Berechnung und Wagemut in den deul- scheu Kamp'bandlungen. Verzweiflung ergeht sich in unregel» mäßigen Zuckungen, die Bewegungen der Deutschen aber sind ab« gemessen._ Dle rumänischen parlamentswahlen. Die rumänischen Parlamenlswahleii sind bis auf wenige S>>ch- und Nachwahlen, die in diesen Tagen stattfinden, beendet. Ans Bukarest wird gemeldet: Von den zwei Senatskollegien wurden 197 Regierungsanhänger und drei u n- ab häng ige Kandidaten gewählt. Außerdem steht veriasiungS- gemäß dem Kiouprinzen, je einem Vertreter der beiden Landes- nniversitälen und acht geistlichen Würdenträgern je ein Sitz im Senat zu. Von den dre, Kainmerkollegien wurden 163 Regier ungskandidoten. die beiden beßarabi'chen Minister, drei Kandidaten der Gruppe Carp, vier An- Hänger Steres und sieben unabhängige Kandidaten gewählt. Unter den Unabhängigen befinden sich General A v e r e s c u. der den Präliminarfrieden unterzeichnete, der nationalistische Antisemit Caza und der ehemalige Miuisler Badarau. Trotzdem die Parteien Brarianus und Tal» Jonescus mit allen Mitteln für Wahlentbaliung in der Hoff- nung einlralen, daß die vom Wahlgefey vorgejchmbene Mindest- stirnmenzahl von einem Driitel der eincieiÄriedenen Wädier nicht erreicdl werden würde, war die Wahibeieiligunii im allgemeinen sasl ebenm stark wie iriiher, besonders in den großen Slädtew Nur in einem einz gen in Ga lay, mnbie wegen zu geringer Wahl« beteiligung die Wahl für ungültig erklärt werden, Die Wahlen ergsuen also eine gewaltige Mehrbett für das Mininerium Margbiloman. Die Parteien, die den Krieg auf dem Gewissen haben, sind von der Bildfläche verschwunden. Jbre Nolle tit ausgespielt. Sie haben ihre Niederlage durch ihren Wahlvcrzicht selbst bestätigt: Das allgemeine Verlangen nach ffeststellung der Veranrworlungen und gerichtlicher Verfolgung aller am Kriege Schuldige» drückt sich in dem Wahlsiege der Regierung aus. Er könnte als ein energischer Prolest gegen den Versuch der Wahl- hinrerrreibung der Bralian u und Jones cu erscheinen; doch darf man nicht auster acht lasten, dast die obrigkeitliche Wablinache wie sonst so auch jetzt eine grojze Rolle gespielt haben wird. Es wird der Regierung diesmal eben noch leichter geworden sein als früher, sich eine grotze Mehrheit gefügiger Senatoren und Abge- ordneten zu sichern und nebenbei eine Reihe unabhängiger, mar- kanler Persönlichkeiten durchzulassen, wovon der Bericht zeugt. Woher er stammt, ist unschwer aus dem Schweigen über die Wahlbeteiligung der Sozialisten zu erkennen. Die erste Ausgabe des rumrnischen Parlaments ist nunmehr die Ratifikation des Friedensvertrags, die wahrschein« lich ohne Schwierigkeit erledigt werden wird. Das po!mschs Alfskorps vor dem Zelögericht Am Sonnabend begann bei der Expostiur des Feldgerichtes des 7. Generalkommandos in MarmaroS Sziget die Haupt- Verhandlung gegen die Anzellagten des aufgelösten polnischen HilfskorpS. Die Anklage auf Verbrechen wider die Kriegsmacht des Staates, begangen in Kriegs, eilen ohne Einveiständnis mit dem Feinde durch unbedingte Werbung, Anstiftung eines DesertionS- Komplotts, Meuterei, Empörung, Diebstahl und öffentliche Gewalt« lätigkeit. Nach der Verlesung der Anklageschrift begann die Vernehmung eines der Hauplaugeklagten, des LegionS-Haupimanns Intendanten Dr. Roma» Gorccki. Dicier erklärte sich als nichtichuldig und be« tonte, das; die infolge des Brcst-Litowsker Friedensvertrages unter der polnischen Nation hervorgerufene Miststiinmung wegen der Ein« verleibung der polnischen Gebiete in die Ukraine, die Gerüchte über eine Auflösung der polnischen Legionen, der Rücktritt der polnischen Regierung und des RegenlschaflSrates die Legionäre in ein un- balibares Verhältnis zu der polnischen Oeffentlichkeit und in Wider- ipruch zu ihren»lilitäriichen Pfl'chien gebracht hätten. Am Montag schilderte der Angeklagte die Ereignisse vom 1ä. Februar 1918 und erklärte, er habe am Vormittag den Befehl ei hallen, die Truppen marschbereit zu halten, um sodann, wenn keine Weisungen vom RegenlichafiSraie ans Warschau bis 4 Uhr cinträ'en. unier dem Deckmantel einer Nachtübung das beabsichtigte Durchschleiche» zwecks Vereinigung mit den Truppen des Generals Musnicki durchführen zu können. Den Stab des Generals Szielinski und die ihm zugeteilten Offiziere, welche den Beschluß der Legionäre nicht billigen wollten, habe Gorecki unter militärischen Zwang genommen und beim Abmarsch der Truppen mitgefühlt. Ter Vormarsch ging bis gegen Porancze. wo Gorecki von einer Sturmpairouille gefangen wurde. Die Anklage wegen Diebstahls wies der Angeklagte zurück. Auf eine Anirage des Verbandlungsleiters, ob ihm t.e laiser- liche Entichliesiung vom November 1916, nach der die Legionäre auch weiterhin österreichische Staatsuntertanen bleiben, bekannt sei. und wie er das Fehlen einer Antwort am sein Gesuch um Entlastung ans der österreichischen Staatsbürger« schafr auffasse, wies Gorecki auf das kaiserliche Ab- schieds schreibe n an die Legionäre hin, welches er als die Entlastuiig ans dem österreichisch-ungarischen Militär- oerbande ui'd als osstzielle Anerkennung der polnischen Armee b-iraciüe!� der er von nun an als Oisisier angehöre. Er habe s>par für den Staatsrat keinen Eid geleistet, hätie aber geglaubt, von seinen Pflichten als österreichischer Staatsbürger entbunden zu sein. Im weiteren Verlaufe der Verhandlung verweigerte Gorecki die Angabe, von wem er die Befehle und Instruktionen zum Abmarsch erhalten habe, gab t«doch zu, voreilig gehandelt zu haben, da ihm nachträglich zur Kenntnis pebrachr worden iei, das; in der Nncki vom lö. Februar auf den 16. Februar die Weisung des Regent schafts. rates einlief, den wericre» Verlauf der Dinge abzuwarten. Die �di>«tsche Tanesz�itun«?� gegen v. �Möenburg und v« Spee. Die.Deuliche Tazeszeinm,;" rückt jetzt mit dem Grund heraus. aus dem die Kcm'ervairvcn gegen das Wahlrecht der Kriegsleilnebmer gestimmt haben, sie schreibt: Die Differenzrelunq ,wiuche» Kriegsleilnehmern und in der Heimat Verb! evonen ist alles aiidere als stichhaltig. Man kann ouf nahrhi?.m lZtappenposten cbenio ungefährdet und wesci lich geiünder den Krieg miterleben als in der Heimat nitl geschwächter Geiundheil und unter wachsenden Em- bebrungen. Bitterer kann man die eigenen Freunde nicht kränken. Denn die Bemerkung von dem.nahrhaften Etapvenposten� bezieht sich offen- bar auf den Herin v Oldenburg-Janu schau, der im roten .Tag' so verlockend.seine' Etappe geschildert hat, wo er als Oisizier.wie im Frieden lebl' und sich an Schinken. daS Pfund zu SM, fall igt. Daneben ist wohl»och der konseival've Zentiums- graf v. Spee gemeint, der sich als Verwalter eines Offizier- kairnoS hinter der Front als der berufene Sprecher der Feldgrai"« iLhlt Aber wenn auch noch andere gemeint sind, sollte doch gerade die.Deuische Tageszeitung' nicht diejenigen Kreise vor den Nopi stoßen niirer denen sich relativ die meisten Anhänger ihrer annekt'.onislischen Plän�sinden. Der verschärft? Hela�erungszustanö in Ostpreußen. Die fortschrittlickkcn Abgeordneten Bartschat. Siehr und Wagner haben folgende kleine Ansragc im Reichstag eingebracht: In der Provinz Ostpreußen ist noch beute auf Grund des v e r s ch ä r, t c n B e I a g e r u n g s z u st o n d e s der§ 7 der preußischen Verfassung, wonach niemand seinem ordentliche» Richter entzogsn wenden soll, außer Kraft gesetzt. Nicht nur in der Festung Königsberg sondern auch in un- b e f e ä. g r e ii Städten der Provinz, z. B. Jnsterburg und Tilsit, sind ausserordentliche Llricgsgcrichte eingesetzt. ?st der Herr Reichskanzler bereit, auf eine Beseitigung dieser Vers! irfnna des Belagerungszustandes IN einer Provinz. die unzweifelhaft seit dem Zusammenbruche RusslandS vom Feinde nicht mehr bedroht ist und von den Kriegsschauplätzen mit»m weitesten entfernt liegt, hinzuwirten?, die Nefsrm SesKeichstageMahl» rechts. Der Verfassungsausschuß des Reichstags hat am rung der NcichZtags Mitglieder und die Verhältniswahl durchberalen. Eine längere Erörterung fand über den in erster Lesung der Re- gierungsvoriage zugefügten§ Sa statt, der auch solchen großstSdti- fchcn Wahlkreisen, die in Zukunft mehr als 369 699 Einwohner er- reichen, einen neuen Abgeordneten zuspricht und die V er« hältn.swahl für diesen Kreis vorschreibt. Staatssekretär Wallraf gab hierzu die Erklärung ab, daß die Regierung gegen die Annahme dieser Bestimm/ung die ernstesten Bedenken hübe, weil sie rls neues Prinzip die automatische Vermehrung der Vcrhältniswahlkrcise in die Vorlage einfüge Ein ZentrumSredner fchloss sich diesen Be- denken an Graf Westarp versuchte, auch diese Gelegenheit zu einem neuen Vorstoß gegen den Vizekanzler v. Pah er zu benutzen, der den jetzigen Gesetzentwurf als eine Probe für die Verhältniswahl im Reiche bezeichnet habe, während die Begründung der Regierungsvorlage die weitere Entwicklung zum Reichsproporz ausdrücklich ablehne. Staatssekretär Wallraf erklärte darauf, durch den Vizekanzler zur Zurückweisung Westarps ermächtigk zu sein. Es liege keinerlei Widerspruch vor. Nach weiterer Debatte wurde ji Sa in der Fassung der ersten Lesung mit 14 gegen 9 Stimmen beibehalten. Dafür stimmten die Sozialde- mokreten, die Unabhängigen und die beiden liberalen Parteien. Eine weitere wichtige Auseinandersetzung gab es bei der Ver- bandlunq über die ZS; 9 und 12. In Uebereinftimmung mit der Regierniig sollt« ein Antrag des Zentrums die in erster Lesung beschlossen? strenge Bindung der Wahlvorschlags- listen ii eder aufheben. Nach diesem Antrag soll der einzelne Stimmzelts! zwar nicht die Namen der verschiedenen Wahlvor- schlüge enthalten dürfen, wohl aber soll der Wähler die Reihen- folge der Bewerber beliebig gestalten dürfen. Dieser Antrag wurde auch von konservativer Seite befürwortet. Graf Westarp sprach von �Knechtung der Wähler durch die Parteivorstände'. Die sozialdemokratischen �...ner Dr. Elradnalier und Dr. LandSbcrg wandten sich gegen den Zentruinsantrag, der bei Annahme einer ausdehnbaren Bewegiingsfreibeit der Wähler lediglich den Wahl- intrigen und dem Eligucntnm Vorschub leiste. Der Zentrums- antraq wurde mit 14 gegen II Stimmen abgelehnt. Grat Westarp bemühte sich noch um einen agrarischen Vorteil durch einen Antraa, der die industriellen Vorort« von Königsberg, Danzig Stettin, Magdeburg nwd Altona in die Stadtwahl- kreise einbeziehen will, o b n e diesen Kreisen ein Mehr von Mandaten zu geben. Abg. Mccrfeld lSoz.f beleuchtete Absicht und Wirkung des Antrags, der in der Abstimmung nur die konservativen Stimmen auf sick vereinigte. In 5er Ges am tabst'm mn ng wurde der Entwurf mit allen gegen 6 Stimmen lKonservativr und Nnabbängigel angenommen. Di« Vorlage soll noch in dieser Tagung an die Vollsitzung des Reichstags gebracht werden. Für den Ausschuß uurden— entgegen einem sozialdemokratischen Vorlchsage— für die nächst? Zeit weitere Beratungen nicht in Aussicht genommen, weil zahlreiche aridere Ansschüss« tagen und werl zunächst die bereits fertigge- stellten Beschlüsse durch das Plenum erledigt werden sollen. Die kopflose Partei. Herr Lobmann bat bekannilich den Vorsitz in der national- liberalen Partei niedergelegt. Gestern trat die nationalliberale Frokiion dcS Abgeordnetenbauses zu einer Sitzung zusammen, um die durch diese Kovslosirkeit geschaffene.Lage' zn beraten. Die S tzung entschied sich für weitere K o p f l o> i g k e i t. Der Geiamtvorstand soll die Geschäfte führen. In die Leitung des Vorstandes teilen sich der Slaalsiekrelär des Reichsiustizamts Dr. K r a u i e und Aboeordneier Hausmann. Diese Ordnung der Dinge ist der ganzen Parlei durchaus entsprechend. Dr. Krause ist nämlich Anhänger, Herr Haiismann aber Gegner des gleichen Wahlrechts. Die Führung der Partei ist alio tiirnuSwciie wa blrechtsfrcundlich und Wahlrechte feindlich. Kenner der Verhältnisse behaupten, daß die Partei und ihre Anhänger sich unter diesem Zustande dauernd wohlsühlen würde, ja. woh fühlen müßten, da sie eine den Parlelverdällniffen so durchaus entsprechende Leitung noch nie gehabt halten. Ein eiiwestchtiger Kops als Leiter der Partei werde in weilen Kreisen der Parletanhänger als ein Unding angesehen. «« Eiue ülbevauS scharfe Absage erteilt dem Lohmann-Flügel die Partei offizielle„Natioualliberale Korrespondenz'. Sie schreibt: Die nationalliberalen Abgeordneten, die hinter Dr. Lohmann stehen, haben auf diese Weise Herrn v. Heydebrand wieder in den Sattel verholfen und den Weg für ein« friedliche Lösung des Wahlrechtsproblems von neuem ver- sperren helfen. Der kritische Augenblick war für sie gekommen. als sie sich bei der ersten Abstimmung der dritten Lesung mit dem Antrag Lohmann von den Konservativen trennten. Das war der erste Schritt in der Richtung auf eine Verstäiibigung. Wollt« man das Ziel wirklich erreichen, so mußte man in der einmal einge- schlagen?» Richtung weitergehen, bis man grundsätzlich den Boden des gleichen Wahlrechts erreicht hotte. Di« notwendigen Sicherungen hätten sich dann in Uebereinstim- mung mit der Regierung fast von selbst eingestellt. Diesen Weg ist Dr. Lohmann mit seinen Anhängern leider nicht gegan- gen Las Kompromiß, auf das er sich mit den Konservativen geein-gt hat. ist eine neue völlige Abkehr von dem Grandsatz deS gleichen Wahlrechts". Der Zleisck>bezug des Oberburaermeifters. Aus Bernburg wird uns geschrieben: Schon seit längerer Zeit schwebten in Bernburg Gerüchte, daß hochtkngesehene Ein- wohner der Stadt sich heimlich mit Fleisch und Fleisch» waren unter Umgehung der Vorschriften über die Fleischversor» gung versorgten. Di« Gerüchtc»ahmen immer festere Gestalt an und bezeichneten sogar den Oberbürgermeister von Bernburg, Negirrungbrat und LandtagSabgeordneten Lein- Weber, als denjenigen, der sich von.hinten herum' songesetzt nicht unerbeblnhe Mengen Fleisch und Fleischwaren verschaffen sollt«. Der Oberbürgermeister bezeichnete diese Gerüchte zwar als voll- kommen l-riflos: als aber auct n«b andere in öffentlichen Aemiern befindliche Personen die in Bernburg ebenfalls in boh>m Ansehen stoben, direkt vom B»Iksmunde des beim! chen und verbotenen FleischbezugeS beschuldigt wurden, griff die Gerichtsbehörde ein und ordnet« eine Untersuchung aus Grund der umlaufenden Gerüchte an. Di« gerichtliche Untersuchung und die angestellten Ermittlungen haben nun zu einem Nesultat geführt, dgs in Bern- bürg das allergrößte Aufseben he rnrn-ge rufen hat Nicht nur der Lberbürgeemelster RegierungSral und LandtagSabgeordne- ter Lemweber rst überführt worden, fortgefelii Fleisch und Fleisch- waren ohne Flcischmarkcn sich verschafft zu haben, sondern n«h zwei andere, gleichfalls in bohem Ansehen stehende Beamte der Stadt Dernburg, nämlich Stadlrat Ackermann und S ck, t a ch t b o f d i r e k t o r Stein sind desselben Vergehens für schuldig befunden worden. Eine ö f f e n t l i ch c A n k l a g e ist von der StoatSanwaltsäiast Bernburg nicht erhoben worden. Die. drei genannten Beamten sind durch vereinfachtes Verfahren, näm- lich durch amtsgerichtlichen Strafbefehl, verur- teilt worden, und zwar: Oberbürgermeister Regie- rungsrat Leinweber zu l(X)0 M.. Schlachthof- direkter Stein zu 2096 M und Stadtrat Ackermann zu 699 M. Geldstraf«. Es ist zu erwarten, daß gegen die Be- straften auch noch ein Disziplinarverfahren eingeleitet wird. SchWere Nißflänöe in einer kriegsMirffchastlichen Gesellschaft. Gtrofje Nnterichleife und Schiebungen. Unser Kölner Parteiblatt, die.Rheinische Zeitung", beröffent- licht schwerwiegendes Material gegen die Einkaufsgesell- s ch a f t ,N h e i n- M o s e l' m. b. H. i n K ö l n, die von dcn Kom- munalverbänden der Regierungsbezirke Aachen, Koblenz. Köln und Trier im Nahmen der öffentlich-rechtlichen Nahrungsmittelwirt- schaft begründet ist. Einer der Angestellten hat Posten Milchpulver, Sardinen, kondensierte Milch. Heringe und andere Waren aus den Beständen der Gesellschaft im nachweisbaren Werte von mindestens 199 999 M. an eine Kölner Kolvnialwarcn-Großhandlung auf seine Rechnung verkauft. Der Angestellte konnte Posten bis zu sechzig Kisten Oelsardinen, bis zu siebzig Kisten kondensicrte Milch und bis zu 199 Kisten Trockenmilchpulvcr von dem Lager disponieren und fakturieren und die Summen dafür einslreicheu. ohne daß die Lei- tung der Gesellschaft es bemerkte. Auch mit Bürgermeistern machte er Privatgeschäfte und diese Herren gingen merkwürdiger- weise darauf ein, obgleich aus der Korrespondenz deutlich zu scben war, daß es sich um Schiebungen eines Angestellten der Gesell- schaft handeln mutzte. So lautet ein Brief an eine rheinische Bür- germeisterei: .Unter Bezugnahme auf Ihre Anfrage bei meiner Mutter(!) gestatte ich mir, Ihnen in der Einlage einige Be- stellscheine metner Firma zu übersenden und gebe Ihnen gleich- zeitig eine Aufstellung derjenigen Artikel, die augcitblicklich zu haben sind(Es folgt eine Offerte m.Klippfischen, Fifchklößen, Fischpudding, Oelsardinen, Sardinen in Brühe, kondensierte Milch, getrocknete Preißelbecren, Suppenwürfel, Suppenwürze, Kraft- extrakte, Stockfisch, Schokolade, Schokolaidenpulver, Marmelade, Plockwurst, Mettwurst). Der Angestellte schließt seinen sehr bc- zeichnenden Brief wie folgt: .Ich würde Ihnen empfehlen, Ihre Auswahl aus den ange- gehen«» Sachen zu treffen und mir persönlich die Bestellscheine von Ihnen unier, zeichnet und gestempelt an meine Adresse einzusenden. Ich werde dann nach Möglichkeit Sorge tragen, daß Ihrer Gemeinde größere Zuweisun- gen zugestanden werden.— Die Zufuhr von Lebensmitteln ver- schiebt sich hellte von Tag zu Tag, so daß ich im Augenblick in der Lage bin, Ihnen nur di« angegebenen Artikel anzubieten.~ Falls Sie jedoch Interesse haben, werde ich nicht verfehlen, Sie im allgemeinen auf dem Laufenden zu halten und sobald gutgehende Lebensmittel, speziell für Ihre Gemeinde, hier ankommen, Sie davon benach- richtigen.' Der Adressat, Bürgermeister eines Orte? mit bedeutender Mu- nitionSindustrie, schien das Angebot für ganz in der Ordnung zu finden, anstatt sofort die Regierung oder dt« StaatKanwaltschaft davon in Kenntnis zu setzen. Im vorigen Jahr« konnte ein ganzer Waggon Käse imWert«von 69 999 M verschwinden. Er war an eine Behörde verkauft worden. Den Erlös haben Angestellte der Rhein-Mosel unter sich verteilt. Eine Aufklärung ist auch nötig über die Summen, die au» den Reingewinnen an die Regierungspräsidenten„zum Zwecke der Volks- aufklärung' usw. gegeben worden sind. Es handelt sich, wie die rn unserm Parieiblatt abgedruckten Briefe zeigen, in jedem einzelnen Falle um Beträge von mehreren tausend Mark. Was die oben erwähnten Unterschleif« von Angestellten angeht, so sind eine Reihe von Personen verhaftet worden. Es steht eine bemerkenswerte Gerichtsverhandlnng bevor. Im Sperrgebiet nm England sind neuerdinaS durch die Tätig- keit unserer U-Booie 10 590 Br.-R.-T. Handelsschiffsrainn vernichtet worden. Der Dnval-Prozeß. Paris, 12 Juni.(Havas.l DaS Revi- sionsgericht verwarf die Revision der in dem Verfahreu gegen die Zeitung»B o n n e i Rouge' Vcrurleriten. LeMe Nachrichten. Graf Vurian in Berlin. Berlin, 13. Juni. Amtlich. Der K. und K. Minister des Aeußern. der am 11. Juni in Berlin eingetroffen war, istgesternabendwiedernachWien abgereist. Gras Burian. der in erster Linie dem Reichskanzler Grafen Hertling seinen Antrittsbesuch als Minister des Aeußern abstatten wollte, hatte während seines Berliner Aufenthaltes Gelegen- heit, mit den leitenden Staatsmännern Deutschlands ein- gehende Besprechungen zu pflegen. Diese Besprechungen umfaßten alle derzeit im Vordergrund stehenden Probleme, die einer gründlich enBeratung unterzogen wurden. Der Geist wechselseitigen Entgegenkommens und freundschaft- lichen Bertranens. der den Verhandlungen das Gepräge gab, berechtigt zu der Erwartung, daß in den vereinbarungs- gemäß inallernächst erZeitaufzuneh menden weiterenVerhandlungen diezur Beratung stehenden Fragen eine weitere Klärung erfahren und binnen kurzem ihre endgültige all e Beteiligten be- friedigende Lösung finden werden. Der Gclnndegewinn seit drm 21. März. Berlin, 12. Juni.(ffi. T. B.) Der Geländegewinn der Deutschen seit deni 21. März beträgt ftMil, Quadratkilometcr. In dieser Zahl ist der Geländegewinn des Angriffs zwischen Montdidier und Royon nicht inbe- griffen. Die Entente konnte dagegen bei all ihren Großschlachten an der Somme. bei Arras und in Flandern lediglich 561 Qua- dralkilometer in vielen monatelangen Kämpfen erobern. Die Gesangenenzahl seit dem 21 März ist mit den letzten Erfolgen an derMatz aus 203 llvU gestiegen. Ter N-Bootkrieg an der amerikanischen Küste. Amsterdam, l2. Juni. Einem hiesigen Blatte zufolge erfährt die.Times' aus Washington, daß nach einer amtlichen Mitteilung das M a r i 1 e d e p a r t r m e n l alle Küsten- und Ozean- fahrt unter seine Aufsicht genommen hat. soweit es sich uni die Feststellung der Routen und Fahrten innerhalbder BerteidigungSzone und innerhalb der Säfcn han- dclt. Fetzt ist endgültig feftgstlellt worden, daß mehr als ein tl-Voat in den atlantischen Gewässer» operiert hat. Beinahe gleichzeitig wurden Angriffe auf Virginia und N a n t u ck e t ge- meldet. Außerdem hat ein zurückkehrendes Schiff v i e l s ü d l i ch e r ein Periskop gesehen. Marinesekrctär Daniels bestätigt, daß keine amerikanischen Schiff« zurückberufen werden sollen, und daß die amerikamschen Flottenpläne nicht geändert worden sind. Ter Ii», ordentliche Perbandstag der Böttcher und Böttcherhilfsarbeitcr Teutschlands ist auf den 17. Juni nach Würzburc, einberu'en. Ter wichliqste veraiunqsqecienstand des Veibandslacies ist die Neliision der Bei- trags- und Mnterstüyimgseinnchiungen. Hierzu liegen Zahlreiche Amräge vor. die eine Neurealung dieses Gebiele-Z verlange». In dem Nechensäiaslöberichl des Vorstandes an den Verbandslag werde» die Maßnahmen des Borstandes in der Kriegs zeit und die Ei». Wirkung des Krieges aui den Verband eingehend geichrlderl. Von den LaZd Milgliedern, die der Verband am Schlüsse des zweiten Ouarials lstlil hatte, wurden bis zum öl. Tezember 1917 4022= 68 Proz. zum Heeresdienst eingezogen. Der Mitgliederbestand Win de also durch die Wiikungen des Krieges austcioldcnilich stark gemindert, er ging ganz bedeurend zuinck. Ende 1917 war nur noch mit eiiicm Miialiederbestand von 8500 zu recb-ien. Ilm «inen Ausgleich der Lvhiie gegenüber der eiioimcn Teuerung zu schaffen, leitete der Verband eine einheitliche Aktion zwecks Er- langung von Teiicrungszulagen ein. Es wurden dadurch arich weientliche Ersol-ie erzielt, io konnte eine Ausbesierung der Gruiidlöhne bis zu Ilö Proz. und mehr errungen weiden. Nach dem Kassenbericht betiugen die Einnahmen an Beiträgen und an Eintrittsgeldern in der Zeit vom I. Januar 1913 bis 31. Dezember 1917 490>33 M. Diesen standen Ausgaben gegen- über von bll8!4 M. Der Veimögensstand der Hauptkasse wai trotz der gewaltig verminderten Einnahmen und der bedeutenden Ausgaben am 31. Dezember 1917 run rund 14 000 M. böder, als Ende 1913. Er betrug 200 094 M. Die Finanzvel bällnifse des Verbandes zeigen die Nolwendigkeir einer wesentlichen Verbesserung. Der Verbandstag dürste auch zweifellos in diesem Sinne Beschlüsse fassen. Wir werden über die Verhandlungen des VcrbandStageS nach Schluß desselben zusammenhängend berichten. Errichtung einer Badeanstalt wurde gewünscht. Dazu teilte der Arbeiierausschuß mit, daß die Euirichiung eines Brausebades in Aussicht gestellt sei. das den Arbeitern nach Schluß der Arbeitszeit gegen Bezahlung zur Verfügung gestellt werden solle.— Weiler wurde ausgeführt, daß für die erste Hilfe bei Betriebsunfällen nur mangelbaft yeiorgl sei Daß zwei Aerzte für den ganzen großen Betrieb vorbanden sind, genüge ritfit. Es müßte in jeder Abteilung ein Verbau s kästen zur Verfügung stehen. Lebhatten Unwillen äußerte die Versammlung über vre kürzlich eingeführte Erkennungsmarke die jeder Arbeiter und jede Arbeiterin sichtbar tragen sollen. Hierzu wurde elnstlmmrg beschlossen: Die Versammlung protestiert auf das schärnre gegen die Zwangs- Maßregel der Beinebsleiluiig beirrffs des Tragens der Koniroll- marke. Die Bei sammelten empfinde» cS als eine Schmach, wie Strärlinge mir einer Nummer gekennzeichnet herumiiilaufen. Sie ersuchen ibre Bevollmächii ,ten. um stfileunige Abschaffung der Marke vorstellig zu werden und verpflichten sich, lür Ausrechterhallung von Zucht und Ordnung in ihren Reiben selbst zu sorgen. Lshttbewegung in der Flugzeugmeisterei Ndlershof. Seil Antaiig April ist bei den in der fflugzeugineistere» Adlershof beschäjliglen Arbeiter!! und Arbeirerinnen eine Bewegung im Gange. welche erne durchdieTelierilngsverhällnlssebedingieLobnciböhung zum Ziel bat. In einer am Dienstag im Berliner Gewerkschafishauie abgehaltenen lehr stark besuchten Betriebsversammlung erstattete der Arbeiierausschuß Bentfil über den Verlauf der Bewegung. Tie Beliiebsleilung bat mit dein Arbeiteransschuß ver- handelt, es ist aber kein Ergebnis zustande gekommen. Ei» Haupt» mann, der die Betriebsleitung veniiu, eiliäne, die Forderungen schon deshalb nickt bewilligen zu können, weü ein staatlicher Betrieb nicht als Schrillmacher für die Privatindustrie austreten ivniie. Diese Aeußerung wurde in der Versammlung als unangebiatfil bezeichnet, da ja die Löhne in der Privanu. ul'uie im allgemeinen böher seien als in staatlichen Betrieben. Die in der Zlug-nigmeisterei beschäfrigten Hilfsarbeiter erhalten einitf'ließltch der TeueilingSzulagen einen Slnnden- lohn von 1,30 Mark. Sie forde, n eine Eihvbliiig um 30 Pf. für die Stunde. Die Hilfsorbellennnen. die cinichließlich der Teuerungszulogen einen Stundenlohn von 80 Pf. haben, fordern eine Zulage von 20 Pf. Diese Forderungen hat die Betriebs- leitung abgelehnt. Die Arbeiter haben sich infolgedessen an den Kriegsaiisschuß gewandt in der Hoffnung, dort mehr Entgegen- lommeii zu fiiiscii. Den T'schlern will die Betriebsleitung eine Lohnerhöhung von 11 Pf. pro Stunde zugestehen, wodurtfi sich der Stundenlohn ciristfiließltch der Teuciuiigsznlageii auf 1,90 M. stellen würde. Die Tischler sind inu dieser gar zu geringen Lohn- ail'bcsserung nicht eiiivcrstandcii. Bezüglich der Forderungen der übrigen Ärbeitergruppen sind die Verhandlungen inlt der Betriebs- leitung noch nickt obgeitfsiosscn. Aus der lebbafteu Diskussion ging hervor, daß das ablehnende Verhallen der Betiiebslcitung sialke Unzufriedenheit unier den Arbeilern hervorgerufen hat. Folgende Enlschließung wurde ein- stimmig angcliomm.n: Die Versammlung nimmt Kenntnis von den Verbandlnngen der Belriebsiciiung mit dem Arbeiiernusichliß. Sie bedauert, daß die Betriebsleitung in der Teuerungszeit so wenig soziales Ver- ständnis gezeigt hat. besonders hiniichil ch der Forderungen der Hilfsarbeiter»nd Hilssaireiteriniien. Die Velioniniliing ist der Ansicht, daß der Staat als Arbeitgeber der Plivatindustne m>t gutem Beispiel vorangehen sollte. Die Versammlung erwartet von der Betriebsleilung ein baldiges Entgegenkommen. Die sanitären Berhältnisse. Im weiteren Verlauf der Verfammlung wurden die sani- t ä r e u Verhältnisse im Betriebe besp! ochc». Lchhakie Klagen wurden geführt über die Garderobenräurne, die tür die große Zahl der ini Betriede Beschäftigten nictit ausreichen ii»d gegen Diebstahl nicht hinreichend gesichert seien, so daß Arbeiter und Arbeiterinnen Lstcr den Vcilust von Kleidungsstücken zu beklagen haben, die jetzt nur scbr schwer ersetzt werden können. Feiner wurde über die Unsaubcilcit der Aborte geklagt und gewünsch,, daß sie öfter geremn.t werden als es jeßl geichicht. Auch die Möglich- leir, sich von dem Schmutz der Arbeit.u reinigen, wurde als sehr mangelhair bezeichuel. Ein Redner führte an, daß in seiner Ab« tcilung für 40 Arbeiter nur 3 Waschschüsieln vorbanden seien. Von anderer Seile wurde bemerkt, daß es in dieicr Hiiisitfu in anderen Abteilungen des Betriebes»och ungünstiger beslellr sei. In Prioaibetiieben würde die Geioerbeinspekion für Abhilfe sorge». aber im stnatlickien Betriebe gäbe es ja keine Gewerbe- ou'sichl und die Eingaben der Arbeiter hälien wenig Ei folg. Die Mit abgelehnten Lohnfordernngen in einer Anzahl größerer Betriebe hatte sich der K r i e g S a u ö f ch u ß für die Metallbetriebe Groß-Berlins in seiner lctzlen Sitzung zu beschäftigen. 83 Dreher. Werlzeugmacher und Maichmellalbeiler der Firma B. E. W.»i Roienlhal haben eine Lohnerhöhung von 25 Pf. lür die Stunde gefordert. Dieie Forderung bar die Firma abgeiehnt. Die Perdiensle betragen im Mittel 2 bis 2,40 M für die Stunde. Naiv längerer Verhandlung ergebt ein Schiedsspruch dahin, daß allen Arbeitern eme Zulage von 5 Pß ab>2. Juni und eine Zulage von weiieien 5 Pf. ab 3. Juli zuerkannt wird. Mit der Mehr- forderung werden die Arbeiter abgewiesen. Die Former der Firma L. u. Co., Hliltenstraße. verlangen eine Enrscheidung des SchlichtiingSausschusles in einer Differenz, die da- durch enlsianden ist, daß die Firina die Bezahlung von Feierschichten ablehnte. Die Feicrfchichlen sind zum Teil durch Malerialmangel und Koksmangel entstanden. Weil in der Arbeitsordnung ausdrücklich vorgesehen ist, daß Entschädigung für Feiersch'chten, ganz gleich anS welch... viründen dieselben entstehen, nicht gewährt wird, erklärt sich der Kriegsausschuß für nicht zuständig und verweist die Arbeiter auf den Klage weg. Unrer dcmVoisitz des unpartcriichen Bor sitzenden wurden nach- stehende zwei Beschwerden verhandelt r 973 Arbeiter der Firma L.E.G.. Brunnenstraße, verlangen nach Z 13 des H. D.G. eine Eillscheidling des ZchlichrlingsauSlchuffes, weil die Firma die von den Arbeitern geiorderle Lohnerhöhung von 10 Proz. abgelehnt bar. Es wird festgestellt, daß der Verdienst der gelernten Arbeiler 2.08 M., der der angelernten Arbeiter 1.75 bis 1,85 M. und der der ungelernten Arbeiter 0.95— 1,05 M. für die Stunde beträgt. Nach längerer Verhandlung ergeht ern Schieds- iviutft dahin, daß die gclernien und ungelernten Arbeiter eine Zu- läge von 10 Pß, die angelernten Atbeiler eine solche von 5 Pf. für die Siunde erkalten sollen, und zwar soll diese Lohnerhöhung rück- wirkend vom 13. Mai ab gelten. 44 Reparaturichlosser der A.E.G., Hultenstiaße, forderten eine Lohnerhöhung von 10 Pr. für die Stunde. Die Firma hat bereits 21 Stf'loiiern eine Zulage von 2— 5 Pr. bewilligt. Die Lohniäve bewegen sich von 1,75-2.10 M. tür die Stunde. Nach eingehender Verhandlung ergeht ein Schiedsspruch dahrn, daß 18 Sck'losser eine Zulage von 10 Pf. und 20 Schlaffer eine Zulage von 7 Pf. unter Einrechnung der bisher gewährten Zulagen eihal.en sollen. Auch dieie Lohnerhöhung gilt rückwirkend vom 13. Mai ab. Eingangs der Verhandlung halte der Schlichtungsausschuß über besondere Einzelfälle Enrscheidung zu treffen. Ter Einrichter Z. von der Firma S. u. Sch. fordert den Ab- kehrschein. weil er seine Familie in Offenbach hat und mit seinem Verdienst, trotzdem er den gleichen Lohn eihäli wie andere, einen doppelien Hausstand nicht führen kann. Es wird festgestellt, daß Z der Firma vom Militär zugewieicn war und zwar war er beur- lanbt bis zur Eiitlaffung.' Die Entlassung vom Militär ist in- zwischen ersolgt. Deshalb siebt der SchlichtuiigsauSickuß auf dem Srandplinkt. daß nun Z. nach völlig fieiem Ermessen ein neues ArbertsverhälimS eingeben darf. Die Firma erliärt sich auch bereit, innerhalb einer Wocke den Abkehr'che n zu erteilen. Der Kriegsbeschädigte, Schlosser G. bei der Firma St. n. Ca.. Marienrelde. kann infolge einer Bernverietzuna bei der Arbeit nicht stehen. Es wird der Firmn aufgegeben, auf G. als Kriegsbefchä- digten die größmiöglichste Rücksicht zu nehmen und eiliätt sich auch die Firma bereit, dafür Sorge zu tragen, daß einmal G. Sitz- gelegenbeir bei der Arbeit erhält und des weirercir ihm solche Arben zugewiesen wird, die er im Sitzen onjeriigen kann, bei der er auch sein Geld verdienen kann. Der Schmied Sch. von der Firma B. in Tegel ist der Firma vom Militär zugewiesen. Sch. isl Schmiedemeisler in einem kleinen Dorie und zugleich auch Landwirt. Er wollte nun wegen der Land- arbeiten auf 3— 4 Monate beurlaubt werden. Tie Firma erklärt sich auch bereit, den Abkehlschern zu erleileir, sobald sie für Sch. Ersatz bekommen hat._ Lohnforderungen im BekleidungSamt» Die im BekleidungSami und im BekieidungsinftandfetzungSamt beschäfrigten Arbeiler und Arbeiterinnen lSchneider, Schuhmacher, Sattler usw.) hatten am 22. April beschlossen, ciiie Lohnaufbesserung von 50 Proz. zu fordern. Einige Tage später ist dieie For- derung den Berriebsleitungen der neiden Aemler einaereichi woide» Wie am Dienslag in einer guldeiiichteii Belriebsversammiung mit- geleil! wurde,>sr bis jetzt noch keine Antwort aus die Forderung eingegangen. Da die Löhne den heutigen Teuerungsveihällnissen in keiner Weise entsprechen, so isl eine Ausbesierung dringend not- wendig, sie wird von den Ardeitern und Arbeiterinnen mst mög» lichster Beschleunigiing gefordert. Die Versammlung beaufiragte ihre Verhandlungskommission, nochnials bei der Betriebsleitung vorstellig zu werden und sich auch mii den für die betreffenden Berufe zuständigen Gewerlschafren in Verbindung zu setzen._ partcinackrichten. Leipziger Houig. Die.Leipziger Volkszeilung' lauar aus jeder Blüle Honig und >ucht jetzt aus dem llnrsland, daß die sozialdemokraiische Rerchsiaas- frakiion den Genc�'en Eberl und nicht den bisherige» stell» verii elenden Vorsitzenden Genossen Dr. S ü d c k u nr für die Sitzung des HaushallsNiisichlisics vorgeichlaaen Hai. eine besondere polui'che Avsichr gegen Südekum-u erschließen. Wir wesi'en demgegenüber nur auf zwei Umstände bin: erstens hat buber jede zum Vorsitz in jenem Ausichuß beruiene Parlei ihren jeweiliaen Vorsitzende» prä- n'nnen; und zweilens ist nicht nur in der Frakiion der bisherigen Tätigkeit des Genossen Dr. Südekum wärmste Anerkennung— ein- mülia— gezollt worden, sondern im Ailsichnß bar nutfi Genosie Eberl dem Dank und der Anerkennung beredlen Ausdruck verliehen. Das dürste selbst für die.prinz-pienfeste"' Leipiigenn wohl genügen. Aus den Organisationen. Der am Sonntag abgehaltene Kreistag für Zeitz-Wcis.cnfcls- Naumburg war von den Delegierten vollzählig besucht und ver- lief nach anregender Aussprache sehr befriedigend. Vertreten waren 17 Orte Der Bericht des KreiSvorsitzenden, Genossen H. Weickart-Zeitz ergab, daß es den Unabhängigen trotz an- gestrengtester Arbeit und wüster Agitationsweise nicht gelungen ist, die uns trengebliebenen Organisationen an sich zu reißen. Nur Vereinzelle haben sich kapsscheu machen lasten, zusammen kaum ein ViertelhundeN. Ihnen steht namentlich im letzlen Vierteljahr ein weit üiber doppelt so hoher Zuwachs gegenüber. Beschlossen wurde einstimmig, den Vereinsvorstand zu beauftragen, nach Einholung juristischer Gutachten unsere Eigentumsrechte an dein von den Unabhängigen mit weggenommenen Vereinsvermögen gellen»» KU machen. Mit welchem Fonatismns die Unabhängigen vor- geben, beweist ihr Verhallen gegen unseren Kreiskassierer Ge- noffen Aug. G c rh a r d t- Zeitz. Nicht nur der Borsitz im Gewerk- schaßtskartell ist ihm genommen worden, sondern auch das Arbeiter- sekretariat, das er im Nebenamte verwallete, ist ihm entzogen worden. Und schließlich ist ibrn von der Ortsgruppe seiner Ge- werbichast, den Zeitzcr Holzarbeitern, die Kündigiung angedroht worden, wenn er sich„politisch betätige". Auch je-de Tcuerungs- zutage ist ihm wegen seiner ZngehöriAeit zu unserer Partei ver- weigert worden. Die Unabhängigen können stolz sein auf solche Früchte ihrer.grundsätzlichen proletarischen Aufklärung". Der Sozialdemokratische Verein MlintfKn für die Rcickstags- wablkreise 1 und ll hielt am 3 Juni seine sebr gut besuchte ordeni- liche Generalversammlung ab. Genosse Franz Schmitt begrün« dete die Notwendigkeit der Erhöhung des Mitglicdcrbeitragcs. Dazu war von, Gesamlausschuß folgender Antrag eingebracht:„In Be- folgung der Beschlüsse des Parleivorstandes in Berlin mid des letzten südbaverischen Gautagcs, die Erböbung der Aufnahmege- bübren und Mitgliederbeitri'ge betreffend, schlägt der Gesamtaus- schuß der Generalversammlung zur Beschlußfassung vor, die Ans- nahmegebühr auf 50 Pf., den Mitaliederbeitrag für männliche Mst. g'i-der auf 60 Pf., für weibliche Mitglieder auf 30 Pf. festzusetzen. Die Erhöhung tritt am 1. Juli 1918 in Krari." Der Antrag wurde gegen 6 Stimmen angenommen. Auf Vorschlag des Genossen Witt! wurde der bisherige enaere Ausschutz: 1. Vorsitzender E. Auer, Vorsitzender Herrn. Pleninaer. 1. Schriftführer Jakob Birn- larn. er, Beisitzer Frau Metzger und Jakob Stadler. Revisoren Karl Thenn. Paul Rauscher und Georg Dirtbenuer wiedergewählt. An Stelle des ausgeschiedenen.zweiien Schriftführers Genossen Dürr wurde Genosse Karl Schmidt, Arbeitersekretär, gewählt. Die Generalversammlung der Kreisorganisation des 1. wärt- tembergische» Neichstagswahlkreiscs fand am Sonntag, den 2. Juni, in Möhringen a. F. statt. Zur Hebung des Parteilebens wurde, wie der Geschäftsbericht mitteilt, die Veranstaltung von re-wl- mäßigen Besprechungen unter Heranziebuug der früheren Mit. glieder für absolut notwendig angesehen. Mit den im Felde stehen. den Genossen sollte enge Fühlung gehalten werden. Beides war nicht genügend möglich. Die Arbeit für die„Schwäbische Tag» wacht" wurde ebenfalls nicht so lebhaft betrieben, wie es nonvendig war.? er Frauenbewegung ist nur von einzelnen Orten die not« wendige Aufmerksamkeit geschenkt worden. Auch hier zeigte es sich, daß es nur dcs ArbeitenS bedarf, um sickere Erfolge zu erzielen. Di? Jugendfrage ist noch ungelöst. Nach einem kurzen Ileberblick über die Ergebnisse der Aussprache, den F r e tz gab, wurde dem Vorstand Entlastung erteilt und Frei) zum Kreisvorsitzenden ein. stimmig wiedergewählt. Daun erstattete Genosse Pflüger�cin mit lebhaftem Beifall aufgenommenes einstündiges Referat über Fragen der Reichs, und der Landespolitik. Vrbciter-Tnmaritcrbiln». Kotonne«Irob-Verlin. Große össent. liche Nrbnno. Sonniaa. den IS., nachw.irlaas von S Nbr o.b. in dem tci glichen©rlnndc oni PickelSwerder. Nbrnarich der Mitglieder und Teil- nrlmier vorniilwas 10'/. llbr'vom Balmiiol Grunewald. Nachzü rier'von lldm loitenbiirg nach Pichelsberg« um 1215, 1.12 455, von da rechts schräg drnch den Sold über Heerstraßcnbrücke znm Restaurant Freund. JcdeS A/ilglied und Teilncdmer ist vcrpflichlel. sich daran zu beteilige». Die Mit- glieder leacn die Armbinde an. VcraMwortlti!! tür Poliii!' Krirti Rntratr, jierlin: kür den übrigen Teil deS Blattes- Alfred Saiols, Ncutolln: kür Anzeigen Tveod« viloite, Berlin. Vertag! VorwärtS-Verlag< V r.i b. H., Veriin. Trust Vorwüris-Bustidruckerei und VerlagSanstall Paul Tinger u. Co. in Verlin. Lindenltratze 3. 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Langette 22.50 Korsett beige Lein.f starkeFig geeign 30.00 ßand'ficn-Büi.tenhaiter.. 7.25 8.50 Sticksrei-Büstennaitcr...... 8.75 Reformkorse'te- Kinderkorsette Un»erlaiilen irtikel„Blamensirauss'1 auf starUtdlgem Stoff Kissen fertig gestickt, Gr. 45/65 cta..... 46.00 Kissen gezeichnet, mit Material........ 13.25 Kissen gezeichnet, ohne Material....... 7.75 Stuh'kisscn fertig gestickt, Gr. 25/40 cra. 16.50 StohlklSSC 1 geze chnet mit Material.... 5.25 Siur.Iiiisscn(."ccichnet, ohne Material... a.25 Oeckc feri■■ gestickt.ca. 90 cra....... 46.10 Dec.iC gezeichnet, mit Material, ca. 90 cm. 22.00 !)ec e gezeichnet, ohne Material, ca 90 cm x3.50 Kcfteewärmir gestickt und garniert.... 16.50 Kaffeewärmer gezeichnet, mit Material.. 6.50 Kalfeewärmar genäht und gezeichnet... 450 Artikel ans tmatilurcliwsbtem Stoff, fertig garniert Kuchen glocke. 7.00 Tarchenfuchochä 1. 1.50 Scrvieftentasche I.CO Kaffeewärmer... L.00 Üurfenbänder fertig gestickt und gezeichnet tu rereebiedeoer Ausführung. Nr.lbS ❖ ZS.Fahrgaüg Seilage öes Vorwärts vontte?sf«g, 7Z. " 5 Reichstag. 173. Sitzung. Mittwoch, den 12. Juni, 1 Uhr. Äm BundesraiStisch: v. Payer, Knegsrninistcr von Stein. Die zweite Lesung öes Etats öes Reichsheeres wird fortgesetzt. Abg. Schulcnburg fnutl.): Wir begrüßen die drei militärischen, Vorlagen, auch den Entwurf auf Heranziehung der Heeresunfäh:- gen zu militärischen Dienstleistungen. Nur müssen hier alle Här- ren vermieden werden. Wir haben nichts gegen eine gute und ge- rechte Behandlung der feindlichen Kriegsgefangenen. Wir verur- teilen es aber, daß englische Offiziere in Wartesälen erster und zweiter Klasse verpflegt werden, während unsere Feld- graue» sich in der dritten Klasse zusammendrängen müssen.(Hört. bort!) Zum AufklärungSunterricht eignen sich nicht blutjunge Leutnants, zu denen der ältere Landsturmmann kein Ver- trauen bat. Unglaublich ist. daß es Leute gibt, die zwei Fahre lang keinen Urlaub erhalten haben. Das mutz an einer Lässigkeit des beireffenden Kompagniefübrers liegen. Das Eiserne Kreuz zweiter Klass� wird heute in der Etappe häufiger verliehen, als an die kämpfende Truppe.(Hört, hört!) Kriegsminister don Stein: Die Redner aus Süddeutschland haben sich wenig lobend übe: uns Preußen ausgesprochen, und am schlechtesten ist dabei der Berliner weggekommen. Ich wohne lange in Berlin und kann über den Berliner wohl richtig urteilen. Gewiß hat der Berliner auch seine Schattenseiten, aber zweifellos hat er in diesem Kriege außerordentlich Großes geleistet. Und eine Eigen- ichaft muß jeder an den Berlinern trotz aller Schnoddrigkeit aner» kennen: seine vorbildliche Hilfsbereitschaft.(Zu- stimmung.� Viele Klagen sind hier auf Grund von Briefen erhoben worden. Ich kann iolche Briefe aber nicht ohne weiteres als be- weiskräftige Urkunden ansehen. Wer draußen gewesen ist. weiß ja auch, daß solche Briefe vielfach aus einer augenblicklichen Mißstimmung, manchmal auch aus böser Absicht entstehen. Die Klagen über Zurückfetzungen bei der Verleihung Eiserner Kreuze kehren immer wieder Diese Frage gehört, wie da? ganze Ordens. wesen, zu dem schwierigsten Gebiet, für das wohl nie eine restlose Lösung gefunden werden wird. Das Ideal wäre, wenn ein jeder allein in der treuen Pflichterfüllung für seine Taten Genüge finden würde.(Zustimmung.) Aber selbst die demokratischen Heere haben im Kriege immer wieder zu dem Mittel der Auszeichnung greifen müssen. Wir wissen genau, daß viele brave Mannschaften und Offiziere im Verborgenen Hel- deutaten verrichten, während andere es besser verstehen, ihre Tat in den Vordergrund zu schieben.(Sehr rickitiglj Sie können über- zeugt sein, daß ein richtiger Vorgesetzter Mittel und Wege zu fin- den weiß, um schließlich jeder Tat den verdienten Lohn zu ge- wäbren. Trotz aller Angriffe wird das Eiserne Kreuz ein Ehren- zeichen bleiben. Ich will ein Wort für die aktiven Offi- ziere sprechen.(Bravol rechts.) Wir anerkennen die außer- ordentliche Pflichttreue und große Arbeitsleistung aller Reserve- ofsiziere. Aber schließlich hat doch der aktive Ofsizier durch seine sorgfältige jahrzehntelange Arbeit im Frieden, vielleicht ohne die Aussicht, jemals die Frucht seiner Arbeit zu erleben, an unserem Heere die AuSbildungsarbeit— auch am Reserveoffiziere— geleistet, deren Erfolg wir jetzt seben.(Zurufe links: Da? bestreitet ja niemandl) Ich sage da?, weil der aktive Offizier hier nicht er- wähnt worden ist. Schließlich die Verpflegung. Gewiß kommen Fehler vor. Aber lassen Sie nur einmal hundert Leute dasselbe essen und fragen Sie nachher nach einem Urteil über die Beschaffenheit der Kost. Sie werden alle Urteile von vorzüglich bis ganz schlecht hören. Der Geschmack ist eben verschieden. Gegen die Schwestern sind schwere Anklagen erhoben. Ich nehme an, daß der Redner für die Beschul- digung, Schwestern hätten Lebensmittel, die für Kranke und Ver- wundete bestimmt waren, fiir sich benutzt. Beweise besitzt. Dann werde ich diesen Fällen energisch nachgehen.(Bravo!) Abg. V. Graefe(I.); Dem Antrag der Fortschrittspartei, daß die militärischen Vor- gesetzten jede Einwirkung auf die politische Gesin» ii u n g ihrer Untergebenen unterlassen, können wir nicht zustimmen. Parteipolitische Beeinflussung im Heere wünschen wir jedoch auch nicht.— Redner befürwortet weiter einige Anträge der Konser- vativen. Ein solcher Antrag fordert, daß Heerespflichtige in Zukunft bei den Kontrollen und Revisionen auf dem Gebiete des Ernährungswesens nicht mehr benutzt werden dürfen. In den Kriegsgesellschaften laufen noch viele Drückeberger herum. In der Z.E.G. waren noch 1S16 79 k.v.-Leute.— Die Zusammenstellung der Reklamierte« nach Konfessione» ist leider unter den Tisch gefallen. Sie braucht gar keinen a n t i- semitischen A n st r i ch zu haben, es handelt sich nur darum Material zu bekommen, um den Gerüchten zu begegnen, die in dieser Beziehung verbreitet sind.— Die Behandlung unserer Ge- fangenen im Ausland schreit zum Himmel, auch unter der„freien" Bolschewiki-Regierung. Wir bringen auch Klagen rücksichtslos vor, ober wir haben allen Anlaß, mit der derzeitigen Leitung des Kriegsministeriums und den Grundsätzen unseres HeereswescnS einverstanden zu sein.(Bravo! rechts.) General v. Wrisberg: Gegen die Schimpfereien durch Borge- setzte ist der Kriegsminister in einem Erlaß energisch vorgegangen. Vorgesetzt«, die solche Ausschreitungen nicht verhindern können, füllen ihre Stellung nicht mehr aus, heißt es in diesem Erlaß. (Bravol) Der Dienstdrill ist unbedingt nötig, jedes Ueber- maß ist auch hier von Uebel. Redner geht auf eine Reihe früher von dem Abg. Rvssel vorgebrachter Fälle ein und weist auf Grund der Prüfung des Materials die erhobenen Vorwürfe zurück. Generalarzt Schulde geht auf die neulich von einem Abgeord- neten vorgebrachten Zahlen über die Gesundheitsverhältnisse im Heere ein. Seine Angaben über die Zahl der Geschlechtskranken waren übertrieben Er bätte sich über die richtigen Zahlen orten- tieren können, denn ich habe sie in der Kommission zu Protokoll gegeben Die Verpflegung in den Lazartten ist allgemein gut. Natürlich kommen Fehlgriff» vor. Wo sie festgestellt werden, wird fest zugegriffen. Jn�en Ncrvenlazarettr« haben wir 69 990 bis 79 999 Nrurotikcr bisher behandelt, davon stnd gg Prozent geheilt. Rückfälle sind nur in oerschwindend geringer Zahl vorgekommen. Auswüchse, wie sie Abg. Wirth schilderte. gebe ich ohne weiteres zu. Abg. Werner-Hersfeld(D. Frakt.) fordert genaue Sichtung der Reklamierten in den KriegSgescllschaften. General v. Oven betont gegenüber dem Abg. v. Graefe. daß die Haferrequisfiionen vielfach mit Erfolg durchgeführt werden, ohne daß Beschwerden laut geworden seien. ...........„El �rc�siag urruvgewurvigl irncu. Plenum habe ich diese Kritik vermißt. Die alle Sozialdemokratie hat sich auch hier neu orientiert. Wir sehen die Hauptschuld in dem S y- stem. das mich alle wohlwollenden Verfügungen des Krieg?- Ministers unwirksam mach»(Sehr richtig! b. d. U. Soz.) Möge man den Feldgrauen das Bürgerrecht auch in der Uniform geben. Aber das können Sie nicht, weil sich das mit dem System der willen- losen Unterordnung nicht verträgt. Bezeichnend waren die Angriffe des bayrischen KricgSministers gegen die Unabhängigen Sozialdemokraten. General V. Wrisberg täuscht sich über die Stimmung draußen. Das System der Gewalt- Politik kann auf die Dauer nicht aufrechterhalten werden. Die Sab baten müssen vor allem da? Recht der direkten Be- sch werde erhalten, obne daß sie Schikane zu befürchten brauchen. Die Ungerechtigkeiten:n der Urlaubserteilung sind sehr groß. Die 5llagen über das Unwesen in den Kantinen und die Unterernährung der Soldaten nehmen zu. Von vielen Seiten kommen die Klagen, daß die Soldaten das ihnen zustehende Quantum an Butter noch nicht erhalten. In den Äanlinen stehen die Einkaufs- und Verkaufspreis in gar keinem Verhältnis. Wer erhält den Ueberschuß ans den Kantinen? Noch immer kommi es vor, daß Offiziere ihren hauSwirtschaftlichen Bedarf ans der Mannschaftsküche decken. Besonders geklagt wird über rohe Be- Handlung der Soldaten im Rekurtendepot 7. Das Landsturm-Jn- fanterie-Bataillon 19/24 ist seit 1% Jahren an derselben Stelle mit Schanzarbeiten beschäftigt; die Leute sind täglich auf dem Marsch von und zur Arbeit dem feindlichen Feuer ausgesetzt.— Die mit dem Vermerk B. 1.8 Eingestellten werden alle an die Front ge- schickt, auch wenn sie vollständig dicnstuntanglich sind. So wer- den politisch mißliebige Leute, denen man juristisch nicht beikommen kann, beim Militär interniert. Wir beantragen daher,.daß ärztlich als untauglich bezeichnete Personen nicht einge- zogen werden dürfen. Dem heutigen System brennt der Boden unter den Füßen. Ueberall fürchtet man Verschwövungcn und be- reitet Mwehrmaßnahmen vor. All unsere Kritik wirb nicht viel nutzen, wenn nicht das System fällt. Der Krieg wird den Massen über dies System die Augen öffnen.(Bravo! b. d. U. Soz.) Abg. Sosinski(Pole): Mit den Reklamationen in den großen Jndustriebezirken wird großer Unfug getrieben. Arbeiter, die sich mißliebig bemerkbar machen, werden drei- und viermal ein- gezogen, während junge Burrcubcamte als Arbeiter reklamiert und bei Kontrollen in den Arbeiterkittel gesteckt werden.(Hört, hört! bei den Polen.) Abg. Kuncrt(U. Soz.) ergreift das Wort zu einer persönlichen Bemerkung. Das Haus vertagt sich auf Donnerstag, 1 Uhr.(Fortsetzung des Hceresetais.) Schluß: 7 Uhr. Das Wahlunrechtskompromiß angenommen. Abgeordnetenhaus. 157. Sitzung. Mittwoch, 12. Juni, vormittags 11 U h r. Am Ministertfich: Dr. Fliedberg, Dr. Drcws. Die vierte Lesung der Wahlrcchtsvorlage wird fortgesetzt bei dem A 24, welcher von den Wahlbezirlen und der Verteilung der Mandate handelt. Die Abgeordneten v. Hehdebrand(k.). Dr. Lohmann(natl.), Lndickc(fl.) und Gen. beantragen Einführung der Verhältniswahl in öen gemischtsprachigen Wahl- bezirken der Regierungsbezirke Danzig, Posen und Bromberg. Ferner sollen die Beftimmungeii über die WahlkreiSeinleilung nur durch eine Dreiviertelmehrheit der beiden Kammern abgeändert werden können. Die Abgg. Brust(Z.) und Gen. wollen in den dicht- bevölkerte ii Wahlbezirken bereiis bei 159 999 Ein- wohnern einen weiteren Abgeordneten wählen lassen. Ein Antrag Aronsohn(Vp.) will das Verhältniswahlsystem auch in einigen anderen gemischtsprachigen Bezirken einführen. Abg. Idorfanty(Pole): Die Konservativen wollen mit der Verhältniswahl ein Ausnahmewahlrecht für die Wahlkreise mit pol- nischcr Bevölkerung schaffen. Man will die Knechtung der Polen in Denlschland anirechl erhalten. Die Herrschaft dieser Kaste muß gebrochen weiden. Abg. Adolf Hoffmann(Unabh. Soziald.): Auch wir erblicken in dem Komvromißamraq ein Ausnahmegesetz gegen Polen und Sozialdemokraten. Die Regierung will nicht auflösen. Gehl es an der Front schief, dann marschiert das Wahlrecht, im anderen Falle marschieren die Wahlrechtsminister. Abg. Grouowsti(Z.) begründet»einen Antrag. Abg. Dr. Ludcwig(natl.) tritt für Ausdehnung der Verhältnis- wähl auf Oberfchlesisn ein. Abg. Hoff(Fr. Vp.): Die jetzige WahlkreiSeinteilung gibt den dünnbevölkerten Gegenden ein ungeheures Ueber- gewicht. Diese Ungerechtigkeit soll noch durch eine Dreiviertel- Mehrheit geschützt werden. Das ist direkt eine Provokatio« deS Volke?.(Stürmische Zustimmung links.) Geradez« unbegreif- lich ist. daß die Kompromißaniräge den Großstädten und den Jndustriegegenden das versagen wollen, was sie jetzt den gemischtiprachiichen Bezirken gewähren. Abg. Lüdicke(frk): Ich halte das Verhältniswahlrecht für«in ungeeignetes Mitkel zum Schutze des Deutschtum? im Osten. Die Vcrbältniswahl soll immer nur die Ausnahme bleiben. Hierauf folgt die Abstimmung. Die Dreiviertelmehrheit wird nach einer Gegenprobe vom Präsidenten für angenommen er- klärt. Die Richtigkeit dieser Beurteilung wird von der Linken in erregten Zurufen bezweifelt. Abg. Adolf HoffmiinnZ.) Abg. Dr. Arendt(fk.): Wenn es nicht gelingt, die nm Haffmann niederzuhalien, dann wird Demichland zugrunde gehen. Die ganze Wahlrechlsirage eilt nicht so. Wir wollen doch lieber warten, bis die Kriegsteilnehmer wieder zu Hause sind. Präsident Graf Echwerin-Löwitz stellt fest, daß die Unter- zeickner des Antrags Hagemeister zu einer Elnzelabstimmung nicht bereit waren. Abg. v. Plehwc(kons.); Wir von der Front fürchten nicht die Engländer und Franzosen, wohl aber die innere Uneinigkeit. Abg. Dr. Lohmann(ntl.): Die Regierung war gegen die Ein- beziehung der Kriegsteilnehmer.(Zuruf links: West sie das gleiche Wahlrecht Willi) Wir wallen die Frage in aller Ruhe bei der nächsten Lesung behandeln. Abg. Dr.«. Hehdebrand(kons.): Wir haben dasselbe Jnieresie für die Kriegsteilnehmer wie Sie, deshalb haben wir beantragl, die ganze Wahlrechtevorlage bis zum Frieden zu Verlagen, damit die Kriegsleilnehmer daran teilnehmen können. Abg. Hirsch-Berlin(Soz.): Wenn hier von Demagogie gesprochen wurde, so würde ich wenn auch ich so unhöflich sein wollle, es als einen demagogischen Kniff bezeichnen, wenn die Wahlrechtsgegner immer wieder Ver- tagung der ganzen Wahlrechlsfrage verlangen, bis die Kriegsteilnehmer die Möglichkeit haben, ihr Wort in die Wagschale zu werfen. Unter dem Dreiklasfenwahlrechl würde der größte Teil der Kriegsteilnehmer nach wie vor vom Wahlrecht ausgeschlossen sein. Wir aber wollen den Kriegsteilnehmern das Recht der Mit- besiimmung erkämpfen— Sie fordern eine Galgenfrist, weil Sie dem Tage der Abrechnung mit Bangen entgegen- sehen.(Sehr wahr! links.) Tatsächlich halte es die Rechte in der Hand gehabt, getrennte Abstimmung über den Antrag Hage- meister vornebmen zu lassen. Der Abg. Plehwe bat namens der Front, daß wir nicht solche Reden halten sollen. Jedenfalls sprickl er nickt im Namen aller, die an der Front sind. Wir erhallen nach jeder Wahlrechtsdebatte zahlreiche Briefe von der Front, indem uns die Feldgrauen ihre Freude darüber ausdrücken, daß wir uns ihrer Interessen angenommen haben und ihre Entrüstung über diejenigen, die gegen das gleiche Wahlrecht gestimmt baben. Die dreiste Bebanviung des Abg. v. Plehwe, daß durch solche Reden, wie Herr Hoff und ich sie geballen haben, nur dem Feinde geniitzl würde, ist eine NnverschSmtheit, die zurückgewiesen werden muß.(Zustimmung links, Lärm rechts, der Vizepräsident rnsl den Redner zur Ordnung.) Ein Scklußanirag wird angenommen. Es folge» persönliche Bemerkniiaen. Abg. Adolf Hoffmann(U. Soz.): Gegenüber einem Angriff Dr. ArendS stelle ich fest, daß ich wiederholt erklärt habe, der Krieg wäre dadurch zu beenden, daß man die Erobennigen im Osten nicht auf den Westen überträgt und nicht bis zur Unvernunft die Völker auseinander hetzt. Wenn hier eine Abstimmung wie in Rußland stattfände.(Unruhe rechts, der Präsident klingelt die weiteren Ausführungen deS Redners nieder und hält ihm dann vor, daß jede Geschäftsführung aufhöre, wenn das Läuten nicht be- achtet werde.) Abg. Adolf Hoffmaun(U. Soz.): Da wir einen liberalen Prä- sidentcil haben, dachte ich, daß er die Zwischenrufer zur Ordnung ruft.(Heiterkeit. Neue Unterbrechung durch Vize- Präsident Dr. Lohmann.) Ich mißachle nicht die Geichänsordnung. sondern wir haben immer nur Zusaminenslöße, wenn Herr Loh- mann präsidiert.(Lärm rcchtS.) Hierauf wurde der Kompromißantrag, wonach bei den Zusatz- stimmen d i c F r i st e n f ü r d i e 51 r i e g s t e i l n c h m e r nicht gelten sollen, angenommen. Die Vorlage über die Wahlen zum Abgeordnetenhauie ist damit erledigt. Die Vorlage über die Erste Kammer wird in der Fassung der dritten Lesung angenommen. Es folgt die Beralung der Veriassungsäiiderung, des Mantel- gesctzes und des KompromißantrageS, der die vom Zentrum gewünschten Sicherunge» enthält. ES handelt sich um die Sicherung der Einkünfte der ckrlst« lichen Kirchen und um die Gewährleistung des konfessionellen Cha- raklers der Volksschule. Abg. Belln Gasthöfen, Fremdenheimen und sonstigen Anstalten ihre Unterkunft nehmen. Im Jahre 1917 wurden in Berlin aus solchen Beherbergung-- statten rund 1 356 999 Fremde gemeldet, wieder inebr als im Vorjahr 1916 mit 1 285 999 Fremden und annähernd schon wieder soviel wie im letzten Friedensjahr 1913 mit 1439 999 Fremden. Die Mel- düngen dürften in der Kriegszeit, die eine Verschärfung der Melde- Vorschriften gebracht hat, minder unvollständig als m Friedens- zeiten geblieben sein. Es versteht sich aber von selber, daß mit diesen Zählungen noch lange nicht die Gesamtheit des Fremdenzuflusses erfaßt ist. Nicht berücksichtigt sind z. B. alle Fremden, die zu Verwandten oder Bekannten aus Besuch kommen und bei ihnen Unterkunft finden. Die bei gewerbs- mäßigen Beherbergern gezählten Fremden verteilen sich aus die einzelnen Jahreszeiten und Monate nicht allzu imgleichinäßig: in 1917 entfielen die höchsten Anteile auf September und Oktober mit 123 126 und 139 697, im Tagesduichichnitl 4271 uns 4213 der niedrigste Anieil auf Dezember mit 193 335, im Tagesdurchickmut 3333, während der Februar mit 35 753 den Tagesdurchschnitt 3429 hatte. Was bedeuten die ermutelten Zahlen gegenüber der einheimischen Bevölkeiung Berlins? Nehmen wir für je'en der über V/ß Million Fremden die durchichniltliche Dauer des Ausenthalts in Berlin aus 1 Woche an iwaS dielleicht noch zn hoch gegriffen ist), so ergäbe das etwa 9'/.2 Millionen Berpflegungstage. Die Bevölkerungszahl Berlins war>u"den letzten Friedeusjahren an« nähernd 21/w Millionen, das bedeutele für die 365 Tage eines ganzen Jahres zusammen 766 Millionen Vcrpflegung-lage. In der Krieg-« zeit ist die Bevölkerungszahl zurückgegangen, aber nicht so weil, daß an dem Verhältnis dieser Zahlen sehr viel geändert worden wäre. g'/z Millionen Verpflegungstage der Fremden zu 766 Millionen Verpflegunaslagen der Bevölkerung sind knapp so viel wie 1% zu 109. Selbst wenn die Bevölkerungszahl setzt unter l'/r Millionen stände lwas nicht zuiriffti, würden die Verpstegungslage der Fremden gegenüber denen der Bevölkerung immer noch nicht ganz 1�/, gegenüber 100 ausmachen. Man kann also nichr sagen, daß die Fremden über Berlin her- fallen wie ein Heuschreckenichwarm. der alles kabl frißt. Zu berück» sichtigen ist freilich, daß an der einheimischen Bevöikerung die Kinder (bis zur Vollendung des 14, Lebensjahres) mit etwa einem Fünftel beteiligt sind, während unter den hierher kommenden Fremden die Kinder spärlicher verirelen lein dürften. Das kann die Wirkung haben, daß die Fremden� den Verbrauch von Lebensiniueln in Berlin immerbin noch eiwas stärker beeinflusien. Dazu kommt, daß wahr- scheinlich ein recht beträchtlicher.seil der Lebensmiltel, von denen die Fremden sich>» Berlin nähren, den Gasthöfen, Fremden- Heimen usw..hintenrum' zugeht, llud in diesem Fall sind be« kanntlich dem Verbrauch keine Schranken gesetzt, solange der Geld- beute! das nötige Kleingeld hergeben kann. Das Gebiet des zukünftigen Groß Berlins. Der vom Bürgerausschuß Groß-Berlin eingesetzte Fachaus schütz für Städtebau, Wohnungswesen. Realkredit und Verkehr einigte sich in seiner letzten Sitzung aus bestimmte Vorschläge für die Gebietsumgrenzung Grotz-Berlins und die Festsetzung der städtebaulichen und woh- nungspolitischen Aufgaben der angestrebten Gesamrgemcindeverwal- ftrng. Der Fachausschutz billigte einen von Baurat B e u st e r ein. gehend erläuterten Vorschlag, der ein Gebiet für das zukünftige Grotz-Berlin von ungefähr 29 Kilometer Radius und 1899 Quadrat- kilometer Flächeninhalt vorsieht. Hinsichtlich der Aufgabsnvertei- lung zwischen Gesamtgemeinde und Elnzelgcineinden neigte der Fachausschutz der ebenfalls von B- u st e r begründeten Ausfassung zu, daß eine Verlegung des heute bei den Einzelgemeinden liegen- den Hauptanteils an den städtebaulichen Aufgaben in die Gesamt- gemeinde erforderlich sei,, und daß die Lokalgemsinde auf eine Mitwirkung in Form de- Antragsrechts�und der praktisckren Ausführung örtlicher baulicher Aufgaben beschräult werden müsse. Die HeimfiStten der Stadt BerNa haben jetzt wieder einen sehr starten Andrang von Auf- nahmesuchenden. Bei mehreren ist die Zunahme erst mir der wärmeren Jahreszeit eingetreten, wie man das stets im Sommer beobachten kann. Einige der Heimstätten aber sind schon seit Februar und März andauernd voll belegt, und ziemlich ununter- brachen haben seitdem die Aurnahmegesuche sich gemehrt und die Wartezeit sich verlängert. Die Heimstätten Blankenfelde und Malchow sür lungenkranke Frauen(und lungenkranke Mädchen vom 6. Jahr ab) und die Heimstätte Buch sür lungenkranke Männer sind diejenigen, in denen der Platzmangel so früh wieder fühlbar wurde. Daneben hat auch das Tuberkulosenheim Buch. das erst im Winter in sreigewordenen Räumen deS Altleuteheims eingerichtet wurde, eine rasche Mehrung der Auf- nahmen gehabt. Dort hat Anfang Mai die Frauenabteilung die volle Belegung erreicht, und die Männerabteilung ist diesem uner- freulichen Ziel nicht mehr fern. Bei der Heimstätte Güiergotz kam es Ende Mai in der Abteilung für lungenkranke Männer der Schulen rn den übrigen, vorstehend nicht erwähnten läud- lichen Ortschaften des Kreises: Schulichlust: Sonnabend, den 21. September, Wiederbeglnn deS Unterrichts: Mittwoch, den 16. Oktober. Reinickendorf. Lebensmittel. Für den westlichen Ortsteil wird auf Abschnitt 34, soweit der Vorrat reicht, statt Marmelade 1 Pfund Kunsthonig zum Preise von 75 Pf. für 1 Pfund abgegeben. Anmeldeabschnitt 10 der Eierkarte ist bis einschl. 16. d. M. in den Gc» schäften zur Abtrernnmg vorzulegen. Nachanmeidungen werden nicht mehr angenommen._ Friedrichsliagen. Cierverteilung Bis morgen gelangen auf Abschnitt 11 der Eierkarte je zwei Eier a 38 Pf. zur VerlcUnng. Umtausch schlechter Eier in ganzem Zustande nur innerhalb drei Tagen. Grsß-Serliner parteinachrichten. Bernau. Sonnabend abends 8 Uhr im Lokale von Temmler. Wallslr. 2. Zahlabend. Bericht von der Kreiskonserenz.»Vorwärts"- lefer sowie Parteifreunde sind eingeladen. Inöustrie und ßanöel. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Die Akt.-Ges. vorm. Frister u. Roßmaim, die im Jahre 1917 einer Sanierung durch Zusammenlegung der Aktien im Verhältnis von 5:2 Unterzogen wurde, schlicht das Geschäftsjahr 1917 mit einem neuen Verlust in Höge von 494>!S9 M. ab. um den sich ver Berlustvorlrag aus 1916 von 727 562 M. auf 1 222 201 M. erhöht. Dieser Verlust ermäßigt sich durch die eriolgie Sanierung auf 22 201 M., der auf neue Rechnung vorgetragen wird. Nach der Er- ledigung wenig lohnender Aufträge ist das Unternehmen jetzt gut beschäftigt. Es bofft auf ein sehr reges Friedensgeschäft in Näh- und Schreibmaschinen. Dir mgltsche HandclSpoltti? nach dem Kriege. Im Jahre 1916 wurde in England ein Ausschuß mit der Auf- gäbe betraut, ein Programm für die Handels- und Industrie- politff nach dem Kriege zu entwerfen. In diesen Leivsätzen, die vor kurzem erschienen sind, werden den sogenannten Rngelpunttindustrien, d. h. Jndustrwn, von denen anders große Zweige der Volkswirtschaft abhängen, StaatShAf« zu- gesichert. Diese soll auch sür jene Gcwerbszweige in Betracht kommen, die von einein übe? nächtigten wirtschaftlichen Gegner bedroht find. Der allgemeine Schutzzoll wird abgelehnt. � Dagegen wird gesagt,„daß ein begrenzter Zolltarif zum Zwecke eines kolo- nialen Vorzugstarifs oder der Unterhandlunigen mit dem Ausland aufgestellt und gebraucht werden könnte". "lieber den Handelsverkel;r mit dem Feinde wird gesagt: Das gegenwärtig bestehende Verbot der Einführung von Waren feind- lichen Ursprungs soll, vorbehaltlicki gewisser Ausnahmen, für min- .besten? ein Jähr nach FriedenSabschluß verlängert werden. Das britische Reich und dessen Verbündete sollen eine gemeirvschaftliche Kontrolle über die Ausfuhr getvisser wichtiger Rohstoffe ausüben, die zum Wiederaufbau ihrer Industrien nötig sind. Die englische Regierung soll danach streben, die Rohstoffzufuhr von allen Ländern und Länderkombinationen unabhängig zu machen. Der Ausschuß hält einen engeren Zusammenschluß der Han- dettreibenden zur Bekämpfung des ausländischen Wettbewerbs für dringend geboten. Bei dem Zusammenschluß von Industriellen soll der Regierung ein gewisses Uelde rwachungsrecht vorbehalten bleiben. Skr?chts?eitung. Belritchtungsemschränkimg und Stromlicserunsisv ertrüge. Die interessante Frage, ob Verträge über die Lieferung von Gas oder elektrischem Strom mit einem vom Abnehmer garan- tierten Mindest verbrauch als aufgeho den zu gelten baben, wenn infolge der behördlich angeordneten Einschrän- kung der Beleuchtung und'lbei Gastwirtschaften) infolge Früherlegung der Polizeistunde der Abnehmer an der vollen Aus- Nutzung von Gas oder Elektrizität behindert ist, hat das Reichs- gerikbt jetzt anläßlich des folgenden Strei'falles bejaht: Der Kaufmann B. hat im November 1913 mit dem Elektriz-.- tätsni erk der Stadt Eharlvttenburg einen �Vertrag über Lieferung von elektrischem Strom für da? von ibm eröffnete»Cafe Tauentzien- Palaft" geschlossen; er garantierte für die zehnjährige Dauer des Vertrags einen jährlichen Mindestverbanch von 40 000 M., wogegen ihm eine erhebliche Preisermäßigung für den nach 9 Uhr abends verbrauchten Strom zugebilligt wurde. Die Bundesratsverordnung vom 11. Dezember 1916 ordnete dann die allgemeine Einschränkung der Beleuchtung, sowie die fttchere Schließung der Lokale an, und durch polizeiliche Verfügung vom 17. Januar 1917 wurde die Be- keuch tu ng für da? Cafe auf 50 Proz. herabgesetzt. Da infolgedessen der Stromverbrauch des Cafe? Hinte? der Gara-ntiesummü: zurück- blieb, die Stadt aber die Nachzahlung der an der Garantiesumme fehlenden Beträge verlangte, erhoben B. und die w den Strom- lieferungsvertrag eingetretene»Cafe Tauentzien-Palast G. m b. in.", die das Cafe betreibt, gegen die Sladtgemeinde Ckarlvttenbnrg Klage auf Feststellung, dast der Vertrag als aufgehoben zu gelten habe. Im GeamrsaH ffitm Sanftgerufit III Berlin, tx?? Kbage abgewiesen hatte, hat das KammergeriM der Klage stattgegeben und den Stromliefe rungs vertrag vom 16. De- zember 1916 ab für aufgehoben erklärt. Zur Be- gründung führte es cruS: AI? erkennbar von beiden Parteien bei Vertragsichlutz gewollt und als stillschweigend vereinbarte Voraus-' fetzung für die fortdauernde Geltung de? Vertrags ist anzunehmen, daß die Kläger nickt durch ein zufälliges Ereignis dauernd ver- hind"t werden, das Cafe in vollem Umfange zu beleuchten und während der Nachtzeit für die Gäste offen zu holten. Nun sind aber die Kläger durch die in Kraft getretene Bundesratsverordnung gedrungen, die Beleuchtung ihres Lokals auf das unbedingt er- forderficke Maß einzuschränkeu und es bereits um 11K Ahr abends zu scklietzeu. Nack der polizeilichen Anordnung hat die Einschrän- kung der In nenbel auchhing 50 Proz. zu betragen, außerdem muß die Reklamsbotouchtung wegfallen. Damit ist den Klägern aber die volle Ausnutzung des ele'klrifcken Stromes, welchen die Beklagte ihnen nach dem Vertrage zur Verfügung zu stellen hat, nach zwei Hauptricktungen hin in erheblichem Matze entzogen Hiernach fehlt es scit dem 16. Dezember 1916 an der vertragsmäßigen Voraus- setzung für die weitere Geltung des Vertrags. Da der Vertrag bis 1923 geschloffen ist, amltz allerdings mit der Möglichkeit gerechnet werden daß diese Voransfetzung nicht für die ganze Däuer des Vertrags in Wegfall gekommen ist. Es ist aber der zeitweilige Fortfall einem dauernden gleich zu erachten; denn es ist nicht ab- zusehen, warm die Verordnung vom 16. Dezember 1916 und die dazu ergangenen Polizeilichen Anordnungen wieder aufgehoben werden und wie dann sich die in Betracht kommenden. Verhältnisse gestalten werden. Das Reichsgericht hat dieses tlrkell h estättgk«nd die von der beklagte« Sbadtgemernde versuchte Netsisxcm zurückgewiesen._ Bestechung eine? Neuköllner MagistratSbe-imten lag einer Anklage zugrunde, welche die 1. Strafkanimer des Landgerichts II beschäl« tigte. Angeklagt war der Magistratsassistent HanS E i ch h o l z ans Neulölln,'welcher beschuldigt wurde, als Beamter für eine Hand- lnng, die eine Verletzung einer Amts- oder Dienstpflicht enthält, Geschenke gefordert zu haben.— Der Angeklagte war bei der Nabrungsmittelversorgung deS Magistrats Neukölln beschäftigt gewesen und zwar hatte er hier den gesamten Verkehr mit der Reichsstelle für Obst und Gemüse zu bearbeiten. In diese? Tätigkeit hatte er auch mit dem Gemüsegrosthändler ? o m b r o w s k y zu tun, der sür Neukölln als Großverteiler täiig iit. Die Tätigkeit des D. besteht darin, daß er die von den Er- zengcrn mit der Eisenbahn versandten Gemüse- und Obstn, engen aus den Güterbahnhöfen abnimmt, die Waggons ausladen läßt inid mittels MietSfuhrwerk, für ivelches er vro Ge'pann 60— 70 M. für den Tag bezahlen muß. den Anterverteilern die Ware zuführt. Für Meie Tätigkeit erhielt D. anränglich eine Prov!sion von 3 Proz., zuletzt 21 Proz. der gesamten Summe. Als der Angeklagte den Austrag erhielt,.eine Art Nnkostenberechnung aufzustellen, durch welche nachgeprüft werden iallte, ob D. nicht etwa Riesengewinne einstreiche, trat er an den Zeugen D. heran und soll, nach dessen unbeeidigt gebliebenem Zeugnis ihm nabegelegt haben, ihm eine Sonderprovision von 3 Proz. zuzubilligen, er würde dann die Spesen so berechnen, dast ihm vom Magistrat 2 5 Proz. vom Ge- samtuniiatz nigelprochen wurden. Diese Behauptung des Zeugen wurde von dem Angeklagten ganz entschieden bestritten. Nicht er, sondern der Zeuge sei es gewesen, der ihm bei der Unterredung heimlich einen Z- lel zugeschoben habe, auf dem er ihm 2000 M. versprochen habe. Zum Beweise dafür, daß gerade der Zeuge Dombrowsly e-s sei, der an die Beamten mir Schmiergeldern herangetreten sei, war von Rechtsanwalt Dr. P u v V e der Magistratsbeamte Meyer geladen worden, der eidlich folgendes bekundete: Als D. einmal für den Magistrat sehr billige Birnen eingekauft hatte, sei er an ihn herangetreten und habe ibm erklärt, da der Magistrat ja doch stets über die Höchstpreise kaufe, so könne er auch in diesem Falle mehr bezahlen und den Verdienst von 15 M. an jedem Zentne» wollten sie beide teilen. Meyer hat dies aber abgelehnt.— Der Zeuge D. bestritt die Richtigkeit dieser Darstellimg.— Das Gericht kam zu der Ansicht, dast der Angeklagte sich des Vergehens gegen den Paragraphen 331 Sl.G.V. schuldig gemacht habe und verurteilte ihn zu zwei Monaten G e s ä n g n i s. Die Streikkundgebungen vom Januar und Februar beschäftigen noch immer die Gerichte. Dienstag fanden vor dem Spandauer Schöffengericht mehrere Verhandlungen statt, in denen Arbeiter au-s der F l u g z e u g f a b r i k in H e n n i n g s d o r s sich wegen Zu- toftn�anMöng gegen Me NekannimaSimg deS OverbefeMhaberS in den Marken zu verantworten hatten, wonach jeder Streikende sich strafbar machen würde, der nicht am 4. Februar die Arbeit wieder aufnähme. In jener Fabrik, in der der Ausstand allgemein gewesen, erschienen am 4. Februar bei weitem nicht alle Arbeiter und Arbeiterinnen. Die Äii-Zgebliebencn erhielten sämtlich amt& richterliche Befehle auf Gefängnisstrafe. Eine beträchtliche Zahl erhob dagegen Einspruch. Von den jetzigen Angeklagten erzielten nur eine ältere Frau aus Ercmmen und ein Arbeiter ou? Berlin Freisprechung an Stelle der verhängten drei Wochen Gefängnis. Bei den anderen Angeklagten wurden die Freiheitsstrafen in Geld- strafen von 25 M. umgewandelt. Mus aller Welt. Bcvölkernngsznwachs in den französischen Grosistödten. .Matin* veröffentlicht eine vergleichende Aufstellung über die Bevölkerungsziffern der Groszstädts Frankreichs 1914 gegen Anfang 3918. Sämtliche Städte weisen einen grasten Bevölkerungszuwachs auf, was besonders auf die Ausdehnung der Fabriken und die Iu- Wanderung von Ausländern, namentlich Kolonialarbeitern, nach den grasten Industriezentren zurückgeführt wird. Das Blatt gibt fol- gende Fahlen in Taufenden von Einwohnern: Marseille früher 690. jetzt 947' Lyon bgv, jetzt 740', Bordeaux 26l, jetzt SZö; Vororte von Bordeaux 88, jetzt 321; Nantes 170, jetzt 399; Toulouse 359. jetzt 219; Nizza 342, jetzt 189; Havre 189. jetzt 159, wobei die Garnison sowie 89 999, Fremde und 89 999 Flüchtlinge nicht gezählt sind; Toulon 194, jetzt 129; Brest 99, jetzt 325; Rennes79, jetzt 99; Dijon 79, jetzt 89; Orleans 72, jetzt 119; Lemans 99, jetzt 93; Tours 97, jetzt 199; Cherbonrg 89, jetzt 41; Tarbes 29. jetzt 42; das Arsenal Tarbes allein beschäftigt augenblicklich über 16 999 Arbeiter._ Sriefkaften der Redaktion. Nnfall 332. Ihre Anfrage ist unklar. Die Unlallrente kann Ihnen durch die Bernssgenossenschast entzogen werden. Erscheint fthnen die Ent- zielmng ungcrechtjcrtigt, so können Sie dagegen Beruiung einlegen. Nähere Angaben darüber enthält der Rentcncntzicfmng-Zbcscheid.— Feldpost 100. Die Post ist m dem Falle nicht verpflichtet. Schadenersatz zu leisten.— O. K. 13. Sie bezw. Ihre Frau sind zur Zahlung der Arzt- rechnung verpflichtet. Sie hätten sich sonst an einen von der KriegSfür- sorge bestinimtcn Arzt wenden müssen.— A. B. 1001. Die Strafe be- trägt bis drei Monate. Anzeige können Sie bei der Polizei bezw. bei der Staatsanwaltschaft machen.— E. No. L. I. N. 4. Da Sie sich frei- ivillig melden wollen, wird Ihrer Ausnahme nichts im Wege stehen.— — H. S. 81. 1. Wenn es sich um rückständige Steuern bandelt, können die vom Nachlasi gefordert werden. 2. Ja.— P. B. 02. Wenn Sic nicht aus der Kirchs ausgetreten sind, müssen Sie natürlich die Kirchen- neuer zahlen, auch wenn Sie Ausländer sind.— St. W. 24. 1. Die Möglichkeit besteht. 2. Das Gesuch ist an daZ Generalkommando zu richten. 3. Die Zinsen werden dem Einkommen zugerechnet und mit ver- steuert.— ff. 70. Sie müsten zunächst einmal abwarten, welchen Lohn Ihr Mann dort bekommt. Ist der Lohn sehr gering, so mutz Ihnen ein Teil der Unterstützung gezahlt werden. Sie müssen wegen dieser«achc bei uns persönlich vorsprechen. Reklamation von einer anderen Firma ist mlssichtslos.— Nr. 1885 Z. Auskünste an Ncchtsburcans erteilen wir nicht.— C. I. 03. Sie können einen solchen Antrag jetzt stellen, müssen ihn zunächst an Ihr letztes Regiment eingeben.— Krankenträger W. R. Das kommt auf die in Oesterreich geltenden Bestimmungen übcu Versicherungsverträge an, die wir nicht kennen. Ihr Vater kann sich doch aber dort darüber erkundigen.— W.(y. 102. In der gleichen Verlegenheit wie Sie befinden sich sehr viele; Sie könnten sich an die Zentrale für vrivate Fürsorge, Berlin W, Flotiwellürasse 4, wenden. — Postabonnent Görbersdorz. Das erhöhte Krankengeld wird seit dem 1. April gezahlt. Der Krankheitssall liegt aber vor diesem Datum, Sie hatten deshalb nur Anspruch auf den alten Satz. Wenn ein anderer Patient das höhere Krankengeld bekommt, obgleich er den Antrag früher gestellt hat, so wird, da er nach Jbrer eigenen Angabe einer anderen Krankenkasse angehört, diese das Krankengeld von einem srühercn Datum an erhöht haben Unklar bleibt allerdings, daßjgie das crbübte Krankengeld schon erhalten haben. Vielleicht wenden Sie sich zunächst mit einem Schreiben an den Vorstand der Kasse und bitten um Aufllärung.— Harry 1918. 3. Der Ehemann mutz die Ebelichkeit des Kindes durch Klage ansechten. Der Vater wird bei dem angegebenen Einkommen trotz- dem zur Alimentation verpflichtet.— Zlxt 99. Auskimst darüber erhalten Sie mündlich in der Sprechstunde.— Köllntschc Straffe. Die Auskunst ist unrichtig. Wenn die Mietssteigerung unangemessen ist, können Sie sich an das MietscinigungSamt wenden.— G.®. 24. Sie müssen solchen Antrag stellen und zwar beim Bezirkskommando.— F. B. L. 8. 1. Anspruch aus Löhnung pestcht nicht, sie kann gewährt werden. 2. Nein. 3. An das Ersatzbataillon des Truppenteils, zu dem der Mann eingezogen ist. 4. Untetleibsbruch, landfturmpflichtig.— H. S. 20. 1. Sie haben keinen Anspruch aus Altersrente, da sie nicht die nötige Anzahl Marten geklebt haben. 2. Die Geheimnisse einer Schwalbcnebe kennen wir nicht. — Mi. 3. Sie erhalten die Zulage von 8 M. monatlich doch schon durch die Bcrussgenossenschast und haben desKalb an die Invalidenversicherung keinen Anspruch mehr.— L. 102 Dresden. Wenn die Frau die Ebe- gemcmschast ausgelöst bat, so sind Sie zunächst sür den Unterhalt nicht verpflichtet. Für die Kinder müßten Sic monatlich etwa 309 M. Unter« battungsgclder zahlen.— A. L 06. Die Meldestelle sür den Vater- ländischen Hilssdienft ist ArbeilsnachwciS in der Gormannstraße.— Mieze 1001. Sie hatten Anspruch aus Unterstützung nur bis zum 33. d. Mts. — Kr. K., Spandau. Es ist wohl möglich, daß daZ VcrsichernngSamt dem Obervcrsicherungsamt die Entlchcidnng der Sache übertragen hat. Es müßte bei diesem wegen ihrer Erledigung angesragt werden. — N. Zt. 200. Der Verkehr mit den Zivilpersonen im besetzten Gebiet ist verboten, Sie können dagegen nichts unternehmen.— St. 77. A. G. Eine bestimmte Grenze gibt es dasür nicht. cS richtet sich je nach den ort- lichen Verhältnissen.— B. L. 9. Sie ivürdcn in diesem Falle im Aus- trage de» Sohnes handeln, müßten aber die Genehmigung des Hauswirtes zum Oeffnen der Wohnung haben.— O. 3. 60. Scheidung wäre nur möglich, wenn Ihre Frau der Aufforderung, die eheliche Gemeinschaft wieder herzustellen, nicht nachkommt.— R. H. 26. Sie müssen sich an das Bezirkskommando wenden.— B. 50. 1. und 2. Anspruch aus Teuerungszulagen besteht nicht. 3. Nein.— Wt. K. 1. Das wissen wir nicht. 2. und 3. Nein. kSetterauSftckiten ftr üoS mittlere Norddentlcbland dti Freitag mittag. Ziemlich kühl, teilweise heiter, aber veränderlich. Im westlichen Binnenlande größtenteils trocken, in den anderen Gegenden öfter leichte Regenfälle. Eingegangene druckschrlften. Tic aiifgesühtten Bücher sind durch die Buchhandlung Vorwärts, Berlin CSS. 68, Lindenstraße 3, zu bezichen. Wilde Gemüse. Von Pros. Winkel. 50 Pf.— Verlagsbuchhandlung Karl PetelS, Magdeburg. Vcin ioinmenden Weltfrieden. 1,50 M. Moniannsverlag, Siegen. Was bekomme» jetzt die Soldntenfomilien? 89 Heller. Verlag der Wiener Volksbuchhandlung. Wien VI/1, Gumpendorscr Str. 18. Graf Hertling. Ein offener Brief von Paul Graf von Hoens- broech. 2 M. Breilkops u. Härtel. Leipzig. Der Arbeitsnachweis. Von Magistraisrat Paul Wöibling. Broich. 9 M., geb. 8 M. I. Gutlentag, Verlag, Berlin W 10. Der Berleumdungsfeldzug gegen Deutschland. Von Echeimrat Dr. König. 2 M. Burgverlag, Godesberg. Ter Wall von Glien und Feuer. Von Georg Wegener. Geb. 12 M. F. A. Brockbaus. Leipzig. Hölderlin. Von Walter Eidlitz. Erich Reiß' Verlag. Berlin W 62. Richters Reiseführer: Band 68, Thüringen, geb. 3 M.— Band 27, Der Harz. geb. 3 M.— Band 38, Khffhäusergebirge und Barbarofsahöhlc, 3,29 M.— Band 121, Weimar und Umgebung, IM.— Band 93, Jena und Umgebung. 1 M. Sämtlich Richters Reiscsührerverlag, Berlin 33, Dcffaner Str. 36. Lten-Buddhistifche Zeitschrift. Erscheint vierteljährlich. Einzelbcst 3,50 M., IahresoreiS 12 M. Neu-Buddhijtischer Vertag Dr. Paul Dahlkc, Berlili-Wilmeisdors, Prinzregcntenstr. 85. Das Staatsmonopol der Feuerversicherung in den Niederlanden. A. F. Brecdenbeck. 2,40 M. Internationale Verlagsbuchhandlung.Mefsis", Amsterdam. Tie Toten leben k Eigene Erlebnisse von H. Oblhavcr. 1. und 2. Teil. Verlag von August Karl Tcsmcr, Verlagsanstall, Hamburg. Wirtschaftsfriedc. Von-fffs 1.10 Kr. Verlag des Oesterrcichischen Flottenvereins, in Kommission der Manzlchcn k. u. f. Hof-, Verlags- und Univerfitäls-Buchhandlung. Wien I, Kohlmarkt Nr. 20. Das gleiche Stufenwahlrecht. Von Major a. D. Philwvsen. 0,50 M. Selbstverlag des Versaffers, zu beziehe» von Franz Weber, Berlin W. 66, Wilhelmstr. 47. Grnrst Solvay. Von Lonis vcrtrand, Agence Dechenne, Brnielles, 20, rue du Persil. Der Tschcinit. Von Julius Meier-Kräse. ZZita Jpfa. Von Pclcr Allenberg. Beide im Verlag S. Fischer, Berlin. Scala Santa. Von Maria Waser. 2,50 M. Rascher u. Ko, Verlag, Zürich. Das tönende Herz, Gedicht von Walter Rhelner. Preis 3 M.. Von. zugspreis 5 M. Felix Sticmcr Verlag, Versandstelle Dresden A. 24. Bavrcutber Str. 39. Jerusalem. Von Sven Hedin. Feldpostausgabe 1,59 M. F. 51. Brockhaus, Leipzig. Ter Weltkrieg. Kurzgefaßte Darstellung für Schule und Haus von L. Jungmann, Konkordia A.-G. für Druck und Verlag, Bühl-Baden. Deutscher Tee. deutscher Kaffee-Ersatz. Von Dr. Fr. Losch und Dr. Gg. Sichli. Franckhsche VcrlagShandlrmg, Stuttgart. 25 Pf. Winke für gesunde und sparsame Ernährung. Von Dr. Schütz. Einzelpreis 35 Pf., von 100 Stück ab 10 Proz. Eimäßigung. Verlag Karl Fr. Psau, Lcipzig-Gautzsch, Oststraße. Ter kluge Pittrr. Von Karl von Persall. 4 M. Verlag von Egon Fleische! u. Ko., Berlin W. Tie Briefe des Fräulein Brandt. Von Felix Holländer. Verlag von Rudolf Mosse, Berlin SW. 68. Geh. 5 M., gcd. 7 M. VeuNcher CransportarbeUemrbanl j Bezirksverwalt. Groß-Berlin j Den Mitgliedern zur Nach- � ficht, daß unser Kollege, der Hausdiener Oüo Pfeil am 9. Juni im Alter von 1 59 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet am i l Donnerstag, den 13. Juni, j nachmittags 3 Ubr, von der! Leichenhalle des Thomas- j t Kirchhofes in Neukölln, jHermannflraße, ans statt. Ailnelirirk. Ferner starb unser Kollege,| | der Industriearbeiter Herniaim Daiilke ! am 8. Juni im Aller von h i j 66 Jahren. 62/5», Ehre ihrem Andenken k 1 Die Bezlrksverwaltung. Verband der RiircauangcfteUtcn ßcutfcbiands. Ortsgruppe Graß-Berlin. Am 8. Juni verstarb nach I kurzer Krankheit unser Mit- glicd, der Krankeukasfen. angestellte 46/0 j Theodor Regler I im 65. Lebensjahre. ! Ehre seiuein Andcukeu k Die Tcerdigimg findet ! amDonnerStag, den 13. Juni, nachmittags 3»/, Uhr, aus dem j 2. städtischen Friedhos in ächönebcrg, Sachsendamm, j statt. Um zahlreiche Beteiligung I der Mitglieder ersucht Die Ortsrerwaltung. j Nach langem, schwerem - Leiden verstarb am Sonn- j abend, den 8. Juni, mein lieber Mann, unser guter Valer, Bruder, Schwager und Onkel, der Kupferschmied Hermgrm Polte. Um stilles Beileid bitten die ] trauernden Hinterbliebenen: Frau lBmiU« Polte nebst Kindern. Di« Einäscherung findet l am Freitag, den 14. Juni, ! nachmittags 5 Ubr, im städt. I Krematorium, Gcrichtstrnße, statt. 182A Verband derskupferkchmlede veuttchlands. Filiale Berlin. Am 8. Juni verstarb nach schwerem Leiden unser lieber Kollege Hermanii Polte an Magenkatarrh. Ehre seinem Andenke»! Die Einäscherung findet am Freitag, nachmittags 5 Uhr, im Krematorium Kerichtstraße statt. Rege Beteiligung erwartet 99/6 Idei» Vorstand. Arn Sonnabend, den 8. Juni, verstarb imser lang- jähriges Mitglied Hennaim Polte Berlin, Weddingstr. 7. Die Einäscherung findet am Freitag, den 14. Juni, nachmittags 5 Ubr, im Krematorium Berlin, Gericht. straße 37/38, statt.[300,11 Am Montag, den 10. Juni, verstarb unser Mitglied Vax Norgeostero Schöncberg, Feurigstr. 38. Die Einäscherung findet am Donnerstag, den 33.Juni, nachmittags 2ff, Uhr, im Krematorium Treptow, Ktes- holzstraße, statt. Friede ihrer Asche Z Verbandsbureau der CHljograpben, Stein- drudier und verw. Berufe Berlin. Den Mitgliedern machen wir hierdurch die traurige Mitteilung, daß unser lang- jahriger Kollege, der Form- stcchcr ftiulolt Klapper am 9. Juni 1918 im Atter von 48 Jahren an Lungen- leiden und HerzmuSkelent- znndung verstorben ist. Wir werden sein An- denken in Ehren halten. Die Beerdigung finde! heute Donnerstag, nach- mittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Luisen-FriedhoseS In West- end, Fürstenbrunner Weg, aus statt. 108/8 Eine rege Beteiligung cr- w artet Die Vorwaltung. Sitz Berlin. Gegr. 1905. Am 8. d. Mts. verstarb unser Mitglied, der Tischler Otlo Boden FriedrichSseldc, Prinzen- Allee 61. Ehre seinem Andenken! Die Einälcherung findet heute Donnerstag, nachmittags 3 Uhr, in der Gerichtstraße statt. 298/6 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Borstanv. SIm Sonntag verstarb nach langem, schwerein Leiden mein lieber Mann, der treu- sorgende Vater seiner beiden Kinder, unser guter Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel, der pensionierte Kassenbeamte Fritz Knöner im Alter von 38 Jahren. Obwohl bereits seit Jabren krank, trifft uns sein Tod doch überraschend und reißt derselbe eine unersetzliche Lücke in unsere Familie. Um stille Teilnahme bitten Olga Knöner geb. peraleke und Kinder. Karl Knöner und Frau geb. fiink und Kinder. Philipp Häger und Frau geb. lifloner. Heinrich Thies und Frau geb. Kaiser. Familie Pcrsicke. Berlin, Ersurt».Hannover, den 11. Juni 1918. Die Beerdigungfindetheute Donneistag, den 13. Juni, nachmittags 4 Uhr. von der Leichenhalle des Andrea?« Kirchhofes in Wilhelmsberg auS statt. 191A Sonntag nacht 12'/, Uhr entschlief nach kurzem, schwc- rem Krankenlager meine liebe Frau I30A Martha Sachse geb. Rose an der Schwelle ihres 45. Lebensjahres. Um stille Teilnahme bittet der tiefgebeugte Gatte Rndolf Sachse. Johannisthal(Kaiser Sit» Helm-Str. 49), Ii. Juni 1918. Die Beerdigung findet heute, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Johannis- tbaler Friedboses aus statt. Bekanntmachung über den Bezug von Kohlen. Aus Grund der Bekanntmachung des Reichskommiflars für die Kohlenverteilung vom 30. März 1918 in Verbindung mit der Anordnung der Landeszentralbcbördcn über die Errichtung des KohlenverbandcS Groß-Berlin vom 2l. August 1917 wild für das Gebiet des KohlenverbandcS Groß-Berlin, nämlich die Stadtkreise Berlin, Charlottenburg, Neukölln, Berlin-Schöneberg, Bcrlin-Lichtenberg, Berlin-Wilmersdors sowie die Landkreise Teliow und Niedcrbarnim, solgcndeS bestimmt: 1. Vom 12. Juni 1918 ab darf gegen Vorlegung der Kochkarte auf sämtliche mit den Ziffern 1, 2 und S bezeichneten Abschnitte der Kochkarte je ein halber Zentner Kohlen abgegeben und entnommen werden. Braunkohlenbriketts dürsen gegen die Kochkarte mir unter gleichzeitiger Vorlegung des von der Gemeinde ausgestellten Ausweises und nur an solche Verbraucher abgegeben und ent- nommen werden, die in die Kundenliste dcS Kohlenhändler« eingetragen find. Für die Entnahme aller anderen Arten von Kohlen gcgcn Kochkarten sind die Verbraucher In der Wahl der Bczugsstellen nicht beschränkt. g. Die Abgab« und Entnahme von Kohlen gegen Ösen- und Sonderkarten ist bis auf weiteres verboten. 3. Zuwiderhandkungeu gegen die Bestimmungen dieser ve- kannlmachung werden mit Gefängnis bis zu einem Jahr und mit Geldstrafe bis zu 10 000 Marl oder einer dieser Strafen de« straft. Auch kann aus Einziehung der Kohlen erkannt werden, aus die sich die Zuwiderhandlung bezieht, ohne Unterschied, ob sie dem Täter gehören oder nicht. Die Kohlenstelle Groß-Berlin kann Kohlenhändlern, die gegen diese Belanntmachung verstoßen, den Fortbetrieb des Handels untersagen. Diese Bekanntmachung tritt mit dem Tage ihrer Verössent- lichung in Kraft. Berlin, den 8. Juni 1918. Der Kohlenverband Grotz-Berlin. Wermnth. LpeÄslsrÄ Dr. med. Koeben für Geschlechtskrankheiten, Haut-, Harn-, Frauenleiden, nervös. Schwäche, Beinkranke. Behandlnng schnell, sich er n. schmerzlos ohne Berafsstömng- in Dr. Homeyer& Co. konz.Labor. f. Blutunters.. Fäden im Harn usw. Frleiirietistr.ßUaZptik: Königstf.SSiSte�aus" Spr. 10-1 u. 5-8, Sonnt. 10-1. Honorar mäßig, a. Toilzahl. Separates Oamenzimmer. Spezialarzt Dr. med. Hasche, friidriohsti.SO SZ1LZ. Bedandl. vonSyvhilis, Haut- Harn-, Frauenleiden, spez.: chron. Fälle. Schmerzloie.tiirzei'lc Bebandlg. ohne Berussstörung. Btutuntersuchung. Mätz. Preise Teilzahlung. Sprechstunden 1. big 1 und ö— 8,«onnt. 11—1 Mi-MM ver cedkMM WS'Mlims SeilMlivs. Filiale Berlin I. Sonntag, den 16. Juni, vormittag« ff, 11 Uhr, bei Herr» Schmidt, Prinzen-Allee 33: Mitglieder-Verfammlung. Tagesordnung: Borstandswahl und Bortrag. Um zahlreiches und pünttliches Erscheinen ersucht 133/3 Die Ortsrerwaltnnx. BeschlaWahmefreie Gummiisolierte Kupfer- Leitungsdrähte gesucht Feist Strauß, Frankfurt a. M., Mainzcrlandstr. 181. Fernspr. Hansa 5973. Telegramm Gutta.' f66/14 Bekanntmachung über die Ausgabe von Zucker nnd Kunsthonig im Jnni und Juli 1918. Aus Grund von K 9 der Verordnung des Magistrats Berlin vom 11. April 1917 über die Abgabe und Entnahme von Zucker wird bestimmt: 1. Es sind abzugeben: a) Aus Abschnitt 12 der, Berliner Zuckerkarte in der Zeit vom 16. bis 30. Juni dS. IS. ff, Pfund Verbrauchszucker und ff, Vsund als Slusgleich für die verminderte Brot- vortion, zusammen also Iff, Pfund Zucker. b) Aui Abschnitt 18 der Berliner Zuckerkarte w der Zeit vom 1. biS 15. Juli bä. IS. ff, Pfund Verbrauchszncker nnd ff, Pfund als Ausgleich>ür die verminderte Brot- portton, zusammen alio Iff, Pfund Zucker. e) Aus einen besonderen Abschnitt der demnächst zur Ausgabe gelangenden neuen Zuckcrkarte in der Zeit vom 6. bis 26. Juli dS. Js. 2 Pfund Einmachzucker oder 3 Pfund Kunsthoiilg. Nur wer nachweisen laiin. daß er am 10. Jnni ds. Js. seinen ständigen Aufentbalt in Berlin gehabt bat, hat Anspruch aus Einmachzucker. Später Hinzugezogene haben sich an den Ort ihre« früheren Aufcntbattes zu wenden, falls sie auf solchen Zucker Anspruch inachen._ Die Kleinhändler haben bei der Entnahme den sonder- abschnitt abzutrennen, an sich zu nehmen und durch Ausdruck des Firmensteinpels zu entwerten. Falls Kuiiithonig entnommen wird, haben sie aufterdem die besonders geteiinzeilhnete rechte Ecke abzuschneiden. Die Abschnitte, aus welche Kunsthonig ent- Nammen ist, sind getrennt von denjenigen, aus welche Einmack- zncker entnommen ist, vom Kleinhändler dem Grophändler b:S zum 31. Juli dS. Js. einzureichen. Die Großhändler haben die Abschnitte sofort an die Zuckerzuteilungsgesellschast weiterzugeben. Von dieser sind die Abichnstte bis zum 12. August ds. Js. der Zllckerversorgrmgsftelle einzureichen. 2. Denjenigen Berliner Emivohnern. die zur Zeit der Sondcrvcrtcilungen verreift sein werden und sich Zuckerumtausch- karten ausstellen lassen, werden bei Aushändigung oder Ucber- sendung der Umtauschkaltcn oder, falls diese schon in ihrem Besitze sind, nach ihrer Rückkehr von der Reise gegen Vorlegung der über die Ausgabe der Umtautchkarten ausgestellten Be- schcinigungcn die Sonderzuteilungen von der ZuckeioersorgiingS- stelle, Kommandantenstraße 80/81 III, zugewiesen werden. Berlin, den 10. Juni 1918. Magistrat der König!. Haupt- und Residenzstadt. Znckerversorgungsftelle. Dr. R e i m a n n. F. Nr. 1658 Zu IS. lahns m. echt. Prlel!en8kaiit8ehiil! 3,50 M. _- Jahre Garantie.— bei Bestellung v. Gebissen gratis. _ Zahnziehen m. Betäubung Goldkronen v. 20 M. an. Svez. Zähne ohne �\im, WchönNÜ Gaumenpi 100 Sctireibmascliinen 3m Fm SBniiCSil Invalidenslr. 164 «e•efi wsr H■ geke Brunnenstraße 1917er vorzügl, Rolwein Olieringellieinier Fl. SjSO 1915er Bechtheimer Geiersherg 7.25, Zeltinger Himmelreich 7,75 Süßer Obstsehaumweiu FrOlWisaSo Lungen und HalSkranke. Verlangen Sie kostensrei belehrende Broschüre über Heilmetbode ohne Berussstörung. Sanilätsrat Dr. TFelse's Amhul. Ber.lin 117, Potsdamer Str. 123b II. jetzt Aerztl Heilanstalt.Lanavita�. erstklass. Lvstemem.Oa- > rant. Farhhäuck., Fehle-| u. Durchschlasgpapiere. Z Rechenmaschinen i? I Yenielfältipgs-Äpparste? S Wachspapiere u. Farben x Büromöbel __ Reparaturwerkstatt für alle Büromaschinen. Wilh. Dreusicke vorm. Dreusicke& Golz Bert.. Kommandant.St.19 Zabngebisse, Platin,®r. 7,60, Ketten, Ringe, Bestecke tauft Frau Wagner, Kalserstr. 18 I(Alexanderplatz). S W tsj ifü Ivo en£ i »Da 9� Küktnerauaen Fußsohsenvechartung Hornhautbild, cnts. m. ablolut. Sicherh. Reichels� Zosco". Einz. Radilalmiltel j. eingewurz. und lchmerzh. Leiden. Seit 25J. bew. 1.25 M. Otto Reichel, Serlm43, Gsenbahliftr. 4. Kührer durch das preußische Sinlommensteuergesetz 33. bl««0. Tausend OTft 19 jormnlartn lür Stngaben und Hetlamattimen, Wwie einem aus» Iflbrliitien Sodircgifltt Preis 60 Pf. 3u taten in allen Vorwärts. AWabeflellen und m der Buchhandlung Vorwärts. Berlin SW. s», ündenstrotz« i Die Seutfthe Jorsthungsanstalt für Pfpchiatrie. Im April diese-5 Jahres hat in München die Deutsche ForschungS- anitalr für Psychiatrie ihre Arbeit begonnen. Vislang arbeiteien die Irrenärzte unier recht ungünstigen Bedingungen; die ärztliche Fürsorge war ihre Hauptaufgabe, allein eine eigene Anstalt, deren Aufgabe die Forschung ist gab es nicht. Was diese Deutsche Folschungsanstalt für Psychiatrie(Jrrenheilkunde) für ein bedeutendes Arbeitsgebiet hat, fcyr Professor Emil Kraepelin lMünchen) fetzt in den„Naturwissenschaften" auseinander. Vorläufig sind fünf Abteilungen eingerichtet, von denen drei den verschiedenen Gebieten der anatomischen Forschung, eine der Serologie und eine der demo- graphisch-genealogischcn Untersuchungen gewidmet sind; eine chemische und eine psychologische Abteilung find für die Zeit nach dem Kriege in Aussicht genommen. Hauptaufgabe der ForschungS« anstal: ist es, die Ursachen und das Wesen der Geistesstörungen auizuklären und Mittel zu ihrer Verhütung, Heilung oder Linderung aufzufinden. Bei einer Anzahl der häufigsten und schwersten Formen des Irreseins sind Ursachen und Wesen noch ungcllärt, und da fehlt jede Handhabe für eine wirksame Bekämpfung. Das gilt vor allem von her die Hauptmasse verblödender Geisteskranker liefernden Domcmtia praecox und von der Epilepsie, in gewissem Sinne auch von dem ungemein verbreiteten manischdeprcssivem Irresein. Als Hilfsmittel zur Klärung dieser Geisteskrankheiten kommen neben anatomischen Untersuchungen über die feineren Hirnvcrändcrnngen wahrscheinlich auch Sloffmechseluntersuchungen in Frage, vielleicht euch ein Eindringen in die verwickelten Lebensvorgänge des Blutes und der Körpergewebe. Ueber ein Gebiet der ärztlichen Forschung, daS in engster Beziehung zu einigen Geistes- krankheitcn steht, haben die letzten Jahrzehnte wichtige Auf- schlüsse geliefert: mit zunehmender Sicherheit hat sich heraus« gestellt, dag auch die ge'ürchletste Form des Irreseins, die sogcnante Gehirnerweichung, immer nur auf dem Boden der Syphilis zu- stände kommt, wenn auch in der Regel erst nach acht bis fünfzehn Jahren. � Durch diese Feststellung, die ihre letzte Sicherung durch die Wasscrmannsche Reaktion erhalten hat, ist den Behandlungs- versuchen eine bestimmte Richtung gegeben worden; allerdings ver- sagen die sonst bei Syphilis wirksamen Mittel. Es gibt auch nicht wenige Gehirnleiden, für die man Ueberanstrengung und aufreibende Lebenssührung verantwortlich gemacht hat, die in Wirklichkeit durch Syphilis verursacht werden. Namentlich wird es immer deut- lichcr, dafi zahlreiche Formen kindlichen Schwachsinns, körperlicher und geistiger llnzulänglichkeit, auch mangelhaiter sittlicher Vor- anlagung auf Schädigungen und Erkrankungen deS werdenden Ge- schövfcs durch elterliche Syphilis beruhen können. Die sorgsame Durch- iorichung dieser Zusammenhänge eröffnet bedeutsame Aussichten auf Behandlung und vor allem Vorbeugung. Weit klarer, als bei der Syphilis liegen die ursächlichen Verhälkniffe bei den durch Genuh- gifte, besonders den Alkohol, erzeugten Geistesstörungen, doch harren auch hier noch viele wichtige Fragen ihrer Lösung. Bei der Bekämpfung der Gcnuhgifte wie der Syphilis fällt der Wissen- schafl u. a. auch die Aufgabe zu. die von ihr erhobenen Tatsachen in eindringlicher Form der Massenaufklärung dienstbar zu machen. da nur aut diesem Wege die gesetzgeberischen Maßnahmen erreicht werden können, die für die Eindämmung der beiden verbreitetsten äufzeren Ursachen des Jrrcscins erforderlich sind. Ein weiteres unisangreiches Unteriuchungsgebiet ist das der Entaitung. Hier wäre vor allem die Bedeutung der Keimschädi- gung durch Genuhgifle, Krankheitserreger, Siechtum und ungünstige Lebensverhältnisse zu erforschen. Ein ungemein wichtiges, freilich schwer zu hanvhabendeS Forschungsmittel diese? Gebietes ist die Massenzählung, die statistische Uiitelsuchung. Abgesehen von der Feststellung der jeweils auftretenden geistigen Erkraiikungen, von Zählungen der geistig Schwachen und Siechen, der Epileptischen und Taubstummen, kann die Häufigkeit der Selbstmorde und Verbrechen, die Verbreitung der Landstreicherei, der Prostitution, des Alkoholis- miis und der Syphilis, das Ausmaß der Schulsähigkeit und der Militärlauglichkeit wertvolle Anhaltspunkte für die Beurteilung der Volksseele liefern: aber auch alle möglichen anderen Erhebungen. in denen sich Willensäußerungen der Mafien widerspiegeln, sind heranzuziehen, die Eheschließungen, die Kindcrzahl, die Landfl acht, die wirtschaftliche Entwicklung, die religiösen, politischen und künst- Lodz. 9] Das gelobte Lanö. Roman von W. St. Reymont. „Bares Geld brauch' ich jetzt schleunigst, habe Auszahlungen, aber in einer Woche zahle ich's dir." „Gut. Hier hast du die Bestellung. Weißt du, in Bialy-' stock Hab' ich Luszczewski getroffen, wir sind zusamnien nach Lodz gekommen." „Wo fährt denn der Graf hin?" „Er ist nach Lodz gekommen, um Geschäfte zu machen." „Er! Hat wohl zu viel; ich muß ihn mal schon." „Nichts"hat er. Er komnit ruber, um was zu verdienen." „Wie heißt nichts? Wir fuhren doch oft— eine ganze Gesellschaft— von Riga zu ihm auf seine Güter. Er war ein großer Herr! Hat er nichts mehr?" „Er hat schon was! Bissel Gummi von seinen Kutschen. so für Gummischuhe! Ha, ha, ha, ein kapitaler Witz." Er klopfte ihm aufs Knie. „Was hat er gemacht mit seinem Vermögen? Man schätzte ihn so leicht auf zweihunderttausend ein." „Jetzt schätzt er sich selbst ein auf zweihunderttauscnd Schulden, dabei ist es ein anspruchsloser Mann." „Na. lassen wir ihn. Trinkst du was?" „Es wäre gut, vor dem Theater." „Kellner. Kognak, Kaviar. Tartarbeefsteak, Originalporter, Galopp.", „Moment, ich komm' gleich!" unterbrach ihn Moritz. sprang auf und ging auf einen dicken Herrn zu, der ins Restaurant eintrat und sich im Saal umschaute. „Gut' Morgen, Herr Müller!" „Morgen, wie geht's Ihnen, Herr..." erwiderte der Fabrikant gleichgültig und schaute weiter im Saale um. „Suchen Sie jemand? Vielleicht kann ich Ihnen Aus- kunft geben." drängte sich Moritz auf. „Ich suche Herrn Borowiecki, deshalb bin ich eigentlich reingekoinmen."" „Wird gleich da sein, ich wart' grad auf ihn. Vielleicht setzen Sie sich an unseren Ti eh. Mein Freund, Leo Kohn!" stellte er vor. „Müller l" warf jener mit einem gewissen Stolz hin und setzte sich. „Wer wüßte das nicht! Jedes Kind in Lodz kennt so'n feinen Namen", sprach Leo rasch, eifrig sich zuknöpfend, und machte auf dem Sofa Platz. Müller lächelte voll Nachsicht und schaute aus die Tür. leriscben Strömungen, das Schrifttum, die Ergebnisse der Erziehung und Bildung ujw._____ Hlax pechMn. (Bei Fritz Gurlilt, Pot-damer Str. 115.) Zwei Säle, ganz angefüllt mit Farbe. Blau, grün, gelb, rot schlagen uns in Flammen entgegen. Die Sinne werden machtvoll erregt. Man erlebr Blumen, Frauenlciber, Aepfel, Gewänder. Materie, wie sie gesehen, gerochen und geschmeck: werden kann, feiert ein Bacchanal. Das ist wabrhaft ein Maler. Er frißt die Welt. Er umarmt sie, und so gibt es Kinder. Alle diese Bilder sind wie im Liebcsrausch gezeugt. Das nimmt von vornherein für diesen Nainrburschen gefangen, für diesen Waldläufer, diesen Jndienfahrer. Er ist keinen Augenblick müde zu suchen und an sich zu reißen: alles, was ihm vor den Wurfspieß feiner Augen kommt. Optische Urwald- Wildheit. Wenig Intellekt, aber viel Muskelkraft. Etwas vom Piraten, der es nicht so genau damit nimmt, auch einmal Strand- gut zu rauben. Einerlei, wenn e-Z nur Spaß macht. Selbstverständlich, in diesem Pechstein steckl Cö.zanne und Hodler und Malisse. Wie Gauguin ist er in die Tropen gefahren: das Jnfulansrhafte hatle ihn schon zuvor gepackl. Manches von dem. was Pechstein erlebt, ist schon emmal erlebt ivorden; aber die Hettigkeit, mit der er den Vorgang jetzt wieder sich vollziehen läßt, wirkt wie eine Offenbarung urner Blitz und Donner. Dabei bleibt ein gewifferRest von akadernücher Schulung, von gelernter Dekorationsmalerei nicht verborgen. Er rst niwt so raffiniert naiv wie eben jener Gauguin oder Malisse, der Pariser, weil ein Deuticher niemals solch amüsante Mischung auS Kindlichkeit und Verderbtheit. ans Animalität und Klassik darzubieten vermag. In PechsteinS Bildern find darum zuweilen Trübungen enthalten. Auch ist er gegenwärtig in einem Wandlungsprozeß besangen. Mannigfache Wege scheinen vor ihm offen zu liegen. Es ist vorstcllbar, daß er etwa demnächst das Gegenständliche mehr hervortreten läßt. Schon heule zeigt er gelegentlich Einzelheiten der Dinge: die kleinen Blütenblätter der Astern, nebensächliche Aebnlichleiten beim Bildnis. Es ist aber auch denkbar, daß er sich noch mehr als bisher dem Ornamentalen hingibt, der schwingenden, toikelnden und gurgelnden, der stampienden und in Kaskaden stürzenden Linie, dem Wogen und Gleiten der Fläche, dem Feuer- werken der Farbe. Noch tastet Pechstein; er experimeniicrt. Aber eins ist geiviß: er wird immer Bilder malen. DaS ist eine seiner besonderen Fähigkeiten: jede einzelne dieser vielen bemalten Leinwände ist eine in sich geschlossene, als Wohlklang gedachte und als Harmonie erstrebic Einheit. Er weiß ganz genau, daß das Kunstwerk etwas völlig anderes ist als die Natur. Er will ein Werk schaffen, ein Werk, daS in sich selber lebt. Daher konimt es. daß so nebeneinander, wie sie hier zu sehen sind, diese Bilder sich zuweilen stören; man mutz sie sich abgeion- dcrt, für sich allein vorstellen. Dann erst ivirS inan erproben können, ivie gewaltig solch ein Gelb, das dieses oder jene? Bild beherrscht, mit dem dan bcnstehcnden Grün einen Organismus bildet, und wie au? solcher Lebenseinheit Kräfte strömen, die ringS- herum den Raum mit Luü ersülle». Pechstein ist ein Freudebringer. Noch kein Vollendeier, aber einer, der sich durchboren wird, so wie er sich während des Krieges aus japanücher Gefaugenichaft nach Deutschland durchgeboxt hat. Zuletzt als Kohlentrimmer auf einem Dampfer, der von Amerika abfuhr. Von tolcher furchtlosen Entschlossenheit ist viel' in diesen Bildern, und daS macht es, daß sie eine glückliche Befreiung von Ecdcniorgen. von Großstadt- enge und von Altersgrau leisten. ES Hai keinen Zweck, diese Bilder im einzelnen zu beschreiben; mau muß sie sehen, um von ihnen lustig gemacht zu loerden. Besonders schön und elektrisierend sind die Mohnblüien auf blauem Grund, ist ein konbarer Blumenstrauß vor hiinmelblaner Wand, eine Mutter, die in einer gelben, von grünen Palmen durchwehten Ilmarimini ruht, ist ein Akt. denen blondes Fleisch mit dem Lichtblau von Kissen glückhaft zusammenklingt. E. Er. DaS Jimihest des„Kunstblattes", das P. Wertheim im Verlag Kiepcnheuer chcrauSgibl, ist größtenteils Pechstein gewidmet. kaöaver. In dieser Geschichte ist nicht vom Kadavergehorsam die Rede, obwohl sie von der hcib iC» Obrigkeit handelt und ein leibhaftiger . Landral die Hauptrolle darin spielt. denn soeben crsciiien Borowiccti in einer Gesellschaft. Sobald er Müller erblickte, ließ er seine Begleiter bei der Tür stehen und ging mit dem Hut in der Hand auf den Baummoll-� könig z», nach dessen Eintritt es in der Kneipe ruhig geworden war. Alle blickten ihn mit Haß, Neid und Stolz an. „Fast hätte ich ans Sie Marten müssen," fing Müller an. „Ich habe ein Anliegen an sie." Er nickte Moritz imd Leo zu, mit einem Lächeln empfahl er sich den anderen, nahm Boroivicckick Arm und führte ihn aus dem Restaurant hinaus. „Ich habe in der Fabrik angerufen, es wurde mir gesagt, daß Sie heut früher weggegangen sind." „Das bedauere ich jetzt lebhast," enviderte Borowiecki höflich. „Ich habe Ihnen sogar geschrieben, eigenhändig ge- schrieben," fügte er mit Nachdruck hinzu, selbstbewußt, obwohl alle in der Stadt genau ivußten, daß er iaum seinen Namen schreiben konnte. „Den Brief habe ich nicht bekommen, ich bin nicht nach Hause gegangen." „Ich habe Ihnen das geschrieben, was ich schon einmal erwähnte. Ich bin ein einfacher Astnin, Herr.von' Boro- Wiecks. Ich will es Ihnen noch mal sagen, kurz und bündig: ich gebe Ihnen tausend Rubel mehr, treten Sie in mein Ge- schäit ein." „Buchholz würde mir zweitausend mehr geben, wenn ich bei ihm bliebe," erwiderte Borowiecki kühl. „Ich geb' Ihnen drei, na, ich qeb' Ihnen vier! Hören Sie, viertausend Rubel mehr, das sind ganze vierzchntausend jährlich. Ein schönes Geld I" „Danke verbindlichst, leider kann ich diesen glänzenden Vorschlag nicht annehmen." „Bleiben Sie bei Buchholz?" Müller wurde unruhig. „Nein, ich kann es Ihnen offen sagen, warum ich Ihre Offerte nicht annebmen kann, und warum ich nicht in der Firma bleibe,— ich gründe selbst eine Fabrik." Mülle? blieb stehen, trat etwas zurück, schaute ihn scharf an und fragte endlich leise, mit einer gewissen Achtung: „Baumwolle?" „Ich sage nichts weiter, als daß ich Ihnen keine Kon- kurrenz machen werde." „Ganz Pomade sind mir alle Konkurrenzen", schrie Müller, an seine Taschen schlagend.„Was können Sie mir machen, was kann mir überhaupt jemand machen? Was kann man Millionen machen V Borowiecki erwiderte nichts, lächelte blos, vor sich hin- blickend. Donnerstag, Die Sacks war vielmebr so: Der Straßenhäudler Jeremias Gotihelf ljatte vom Amts- und Gemeindevorsleher der Gemeinde Schmirgeldorf ein Slrafinandat in Höbe von drei Mark erbalten, weil derselbe seinen Ziehbund, der hochtragend war. auf der Straße vor dem Wagen ohne Decke hatle stehen lassen. Auch hat derselbe den Kadaver des Hundes, der bald darauf krepiert ist, am Slraßenrand liegen ge- lassen! Der Straßenhändler Jeremias Gotthelf glaubte nun aber, er wäre zu unrecht in Strafe genommen und beschwerte sich beim Herrn Landrat. Er mischte in seinem Schreiben die Gründe und Gegenstände kimterbiint durcheinander, und es war nicht gerade leicht, sich in dieser Wirrnis und Wüste der Beweisführung zurechtzufinden. Der Tenor der Eingabe war jedenfalls: es ist alles nicht so gefäbr- lich, wie es in dem Strafmandat aussieht! An den Schluß der Be- sckwcrdeschrist hatte er denn auck, das hielt er jedenfalls für überaus wichtig und weientlich, die Kernworte gesetzt: die Geschichte ist nicht so schlimm I Der Landrat war leutselig gegen den Straßenhändler und lustig zugleich. Seine Lustigkeit aber richtete sich gegen den Amts- und Gemeindevorstand von Schmirgeldorf. Die Gemeinde Sckmirgeldors liegt nämlich unmittelbar neben der Großstadt, vor dem Forum der Stadt, wie der Feuilletonist zu sagen pflegt, halle also schon den bewußien gefährlichen und verderblichen städtischen Einschlag. Der gute Landrat hielt es daher für seine Pflicht, der Gemeinde ein Schnippckcn zu schlagen und schrieb: „Die Slraivcrhängung über den Straßenhändler Jeremias Goilhelf wird hiermit aufgehoben. Der Beschwerdeführer hat recht! Die Geschichte ist nicht schlimm! Einen tragenden Hund gibt es nicht!"_ Em neues Verfahren See Kohieausnutzung. Die Art, in der die Kohle ausgenutzt wird, ist noch sehr un- wirnchastlich, daher müssen alle Versuche zu einer besseren Aus- Nutzung der in der Koble enthaltenen Stoffe zu Beleuchtungs- und Heizzwecken als möglichst werlvoll angesehen werden. In„Licht und Lampe" wird ein von O. Dölenski angegebenes Verfahren be- iprochen. bei dem durch einen neuen Generator, den Trigasgenerator, die Kohle besser als bisher verwertet wird. Der neue Generator ist ein ein'acher«chacktosen. in dessen oberem Teil sich die Kohle befindet. Im heißesten Teil des Osens ist eine größere Masse von glühendem Koks ausgeichichtet, durch den ein- geblasener Wasierdamps in Wasserstoff und Kohlenoxyd zcr- legt wird. Das Gemenge dieser beiden, das bekanul? WassergaS, ziebi nach oben ab. Es werden so aus der Koble die leichlflüchtigen Ocle und hochwertigen Gase ausge- trieben, später folgen die schwer siüchligen Teile, Meihan und dünn- flüssiger Teer. Die Temperatur bei dem Vorgang steigl nicht über lvl) Grad, es wird aber um so mehr Ammoniak und Teer abge- geben, je niedriger der Hitzegrad der Entgasung ist. Bei diesem Verfahren wird die Kohle zu Koks entgast, dreier in WassergaS um- geietzt und als Endstoff bleibt ein kleiner Rest Asche. Nach dem Versahren lassen sich gute und schlechte Kohleniortcn ausnutzen und ergebe» ein Gas. das„TrigaS", das in der Industrie wie auch im Haushalt als Zusatz zu gewöhnlichem Leuchtgas verwendet weiden kann. Die Güle des gewonnenen Gases richtet sich nach der Be- schaffenheit der verwendeien Kohle. NotZzcn. — D e r n e n e Stern im„Adl e r" ist in den letzten beiden Nächten nicht wesentlich Heller gewesen. Seine Lichtstärke übcrWkstt' freilich zurzeit die aller Werne 1. Größe der nördlichen Hemisphäre. Nach einer Mitteilung Prof. StruvcS, des Direktors der Berliner Sternwarte, ist der neue Stern auch in der Nacht zu Dienstag zu BabelSbcrg sowohl spcktroskopifch wie photometrisch beobachtet wo:- den, und es hat sich dabei ergeben, daß die hellen Linien des Spei- lrums jetzt stärker als bei der ersten Untersuchung hervortreten. Diese Erscheinung deutet darauf hin, daß das Maximum der Lichtstärke nunmehr erreicht, und daß bald mit einer Abnahme der Helligkeit zu rechnen ist. Er bildet mit Wega und Atair sdicsem als Scheitelpunkt) einen rechten Winkel und steht gerade halb so weit von Atair entfernt, wie dieser von Wega. Sofort nach Ein- tritt der Dunkelheit ist der neue Stern im Südosten sichtbar; er bleibt während der ganzen Nacht über dem Horizont. „Was wird's denn für eine Ware sein?" begann Müller und nahm gönnerhaft seinen Arm. Und so gingen sie auf dem holprigen Asphaltpflaster durch den Hotelhof zum dahinter liegenden Theater, das von einer großen elektrischen Laterne beleuchtet wurde. Eine große Menschenmenge flutete ins Theater. Ein Wagen nach dem anderen rollte durch das Hotcltor. Schwer- fällige und meist sehr fette Männer und Frauen in großer Toilette stiegen aus. Ganz eingemilmmt, schritten sie rasch mit aufgespannten Regenschirmen über das feuchte, schlüpfrige Pflaster. Der Regen hatte aufgehört, aber ein dichter, klebriger Nebel fiel auf die Erde nieder. „Sie gefallen mir, Herr ,von' Borowiecki," sagte Müller. bis er keine Antwort bekam.„Sie gefallen mir so sehr, daß ich Ihnen ivas sagen will: sobald Sie Pleite machen, dann kriegen Sie immer bei mir eine Stelle für einige tausend Rubel." „Jetzt würden Sic mehr geben, was?" „Na, jetzt sind Sie auch sür mich viel mehr wert." „Ich danke Ihnen für die Offenheit," Borolviecki lächelte ironisch. „Aber ich wollte Sie doch gar nickst beleidigen. Ich red' halt das. was ich denke", rechtfertigte sich jener eifrig, als er das Lächeln wahrnahm. „Ich glaub's Ihnen gern. Wenn ich einmal Pleite mache, so wird es nur deshalb geschehen, um sie ein andermal nicht mehr zu machen." „Sie sind ein schlauer Kopf, Herr Borowiecki, Sie gefallen mir. Wir könnten zusammen gute Geschäfte machen." „Ja, was nützt das, wenn wir sie doch jeder für sich niachen müssen." Borowiecki verneigte sich tief vor einigen vorbeigehenden Damen. „Schöne Frauen, diese Polinnen. Die Mode ist auch schön." „Sehr schön", sagte Borowiecki ernst und schaute ihm in die Augen. „Ich habe eine Idee! Ich werde sie Ihnen ein andermal sagen", rief Müller geheimnisvoll.„Haben Sie schon ein Billett?" „Ich habe einen Fautcuil, das Billett wurde mir vor zwei Wochen zugeschickt." „Wir sind nun zu dritt in unserer Loge." „Die Damen auch da?" „Die sind schon im Theater. Ich bin absichtlich zurück- geblieben, tun Sie zu treffen. Na, und es ist nichts geworden aus meinen Plänen. Auf Wiedersehen. Besuchen Sie uns in der Loge." „Selbstverständlich, es wird mir eine angenehme Pflicht sein."(Forts, foifltj Dentmehes Theater. ÄUabendl. 8: Max Pallenberg in Familie SeSitraek. Kamm erspiele. Allabendlich 71/, CThr: InkugfAito.(Operette.) Tulksbühne, Th.a. BDIowpl. Untor�rundb. Schönh. Tor. Allabendlich T'/j Uhr: General Yorck.(Vaterland.) Theater des' Westens Allabendlich 7'/, Uhr: Leopolcüne Konstantin» Die Tänzerin. Dir.C. Meinliard— R. Bornauer. Theater'i Königgrätzerstr. '/tS Uhr: Die fünf Frankfurter. Komödienhaus 3/,8 Uhr: Die Zarin. BerlmerTheater 7"U.: lilitr.blaneH Ulat. Theater für Donnerstag, 13. JmtL I tlitm C®atml-Theater T*/. ühr. nie CsardasfllrsöL Oper iah an« 7"hr: Gig ßgggiinLihle. Frledrlch-Wiltielmst. Theater T'/.mrr: � ßreiffiEiiefüisKS. Kleine» Theater uhr; Iristill llüi! seice FÄ Bassermann. Satfonai-Theatcr iSMäaschen. Tiieater iler Frleilricltstätll Ecke Uriedrich- u. Linienstr. ■v, Jäigerad» tu Sonnabend: Zum t. Kalo: Die erste Geige. 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Schiller Th. Charl. ti, uhr: Der Lei&alte. Thalia-Theater xSlntErilerlilijlienilenUiiile Theater am Nollendorfplatz 3l/4 Uhr; Don Carlos. 7'/i Uhr zum 260. Male: tamjfi Wintergarten Gastspiel der Komischen Oper 8 Uhr: Ohne üftnner kein Verjrnüsen. Tö.i.(I.Fraii!(furtEFÄI!ee31E. DIg kirn stier. Gartenbühne Tätlich Uhr: Oer �rolie Eriolg:! Was man aus LwÄs tut!! Sonntag 4 Uhr: ßunto Bühno Nähmaschinen! Singerbebbin, Adler, Schnellnäher, kleine. große, wie neu. billig, Ne- paramren prompt. jeastory, Kottbuserdanmi 6. vorn hnd>- parterre. 63K* Klappsporttoagen, Kinde!- wägen. Tiet, Boltastr. 49, II. 40.N« ! RölcksksIIen- Theater. Allabendlich 71/, Uhr: Mim Sänp, MMM, Honte, den 13. Jnni, 7'/, Uhr: ffo&ItStlgkelts- Topstriliing zum Besten des Voreins Kinderhilfe zum Zweck der Entsendung bedürftiger Stadtkinder aufs Land. Das große Programni und zum Schluß: Früliiingsspiels. Klar Fnm Gefecht! Ab 15. Juni: Palast-Theate? am A»o Kcbrl'elr.erxarten Am Königstor Am Friedrichshain 23—33. 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Lust- schranbenwerk, Bcrlin-Waidniannsliist. Oranicnbu'.gcr Clmussee 7— 9. Für unser Kallnalzwerk werden nich:cre ungelernte mr zu sasorligem Eiulritt gesucht. Hriutzt& Slavckrrtz, Oranienburg, 807 L Kremmener Strohe Nr. 43.! Illeklige -• WM®, Eiirielrter, 1 ScIilosserjhiüggileÄnM) io ort verlangt. 67 fi Kollo& Hensel, Malchinensabrik, Berlin-Wittenau-Nsrd. sucht 276L Putzer triniKtlu-Hw wcht i"rßii| Schntidtr. Flugmoichlneniverke. Sccftcfclb bei Spanda». Mehrere"WA VekAi- WKKkSkli be! doueruder Bcschäsliauno sieUI ein LI2L* öLÜo�SllLN-MlÄt IN. b. H., Dcmpelhof, Friedriä-Wilhelm- Str. 52,54. Mehrere ScisSsssef"- Sciiifiieöe sofort verlangt. Ci; i;) f.so tur mederne Kraftanlngcn rr. b. Abt. RUsiungsbctricb. Bcrlin-Weißensee, Schönstr 11,45 ! Z Wir suchen für sosorl: Tüchtige NM und 206/66 MKkUWMj Lufl-Verkelifs-Gesei!- schalt m. d. H., u-Ableilung Berlin-Jostannisthai Einstellung: bureau. 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Kunstanstalt, 66/2* Magpebnrg-A. JUMinfflitdiit gksilA. Im Arbeitcrickretnriat Dessau i, Anhalt ist die Slclle des Arbcitelsekretärs neu zu bcietzcn. Die Anstellung crsoigt nach den Bestimmungen des Vereins Arbeiterveesse unter Hinzurechnung einer ZOprozentigcu Teuerungszulage. AnstellungS- jab'.e werden angerechnet. Der Antritt soll späleitcn-5 am 1, August 1918 erfolgen, rcsteklicrt wird nur ans eine tüchiigc Kro.si, Bewerber wollen unler Angabe ihrer bisherigen Talig- Irrt in der Arbeiterbewegung, ihrer Familien- und Militär- Verhältnisse ihr Bcivorbmigsschreibcn mit der Aufschrift Bc- Werbung bis spätestens zum 20. Juni er. an Otto �isetier, Dessau, Askanischcstr. 107, einlenden. 286/3* Tüchtige, durchaus erfahrene Werkmeister für unsere Abteilung Motorenbau gesucht. 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