Hr. 163. S5.z-Hr«. Bezugspreis» ktertrl�Shrl. 4.S0 MI. monoll. 1,8#»». frei ln§ HauS. vorauSzahlbiir.Sinzrine Nummern 10 Vsennig. Postbezilg: Wonaluch, vom Posischalter abzuholeu 1.S0 Ml., dom Briesträger msHauS ße- bracht 1,64 MI. Unter Kreuzband für Deutschlar d und Oesterreich- Ungarn Ml. für das übrige Ausland 4.60 Mi. monatlich. Versand ins sseld b ei direlter Bestellung monatl. IM MI. Vostbeftellungen nehmen an Düne- Marl. Holland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Eingetragen in die Post-Zeitungs-Preisliste. Erschein« täglich. ttiegnnnm- Adresse: .«ozlaldemokat Berlin». Vevlinev Volksbl�K. (lÖ Pfennig� Anzeigenpreis: DiesiebengespalteneKolonelzeilelosiet 80 Pfg.„Kleine Anzeigen". daS fettgedruckte Wort 30 Pig.(zulässig Z fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 16 Psg. Stellengesuche und Schlafsiellenanzeigen das erste Wort 20 Pfg., jedes wertere Wort 10 Pf». Worte über 16 Buchstaben zählen für zwei Worte. TenerungSzuschlag 20°/» Familien-Anzeigen, politische und gewerlschastlickie Vereins, Anzeigen 60 Psg die Zeile. Anzeigen für die Nächste Nummer müssen biS 5 Udr nachmittags im Hauptgeschäfi Berlin kW. 63, Lindenftraste 8, abregeben «erden. Geösfnei von 8 Uhr srüh bis 7 Uhr abends. Zentralorgan der rozlaldemohrat» fchen Partei DeulTcblande. Redaktion: SW. H8, Lindenstraße 3. Fernsprecher: 2lmt Moritzplatz, Nr. 151 90— 155 97. MmmmmmBmmmmmmmimmmBmmmnan&uwMan'uummu Sonntag, de« 16. Juni 1918. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Sserusprrchee: Amt Moritiplat«, Rr. 13130— 1S1S7. ein neuer Schlag gegen Llemenceau. Die Stützen Elemenceau's. Renauöel enthüllt gegen öie Aktion francaife. Der Kampf der Sozialisten gegen Clemenceau scheint in eine neue Phase überzutreten. Die spionenschnüffelnde „A c t i o n Fra nxa i s e", das klerikalnationalistische Blatt L6on Daudets, das Clemenceau- Vertrauen im höchsten Maße hatte und seinem Tigergelüst nach Kräften im Publikum vor- arbeitete, wird plötzlich selbst der Spionage angeklagt. Tie Sozialisten sind die Ankläger und sie treten mit schroff Hand- fester Sicherheit auf.. Wie Havas meldet, veröffentlicht die„H u m a n i t 6" einen Artikel Renaudels mit Dokumenten, aus denen hervorgeht, daß mehrere bei der Postkontrolle tätige Geistliche parlamentarische Briefe ent- wendeten, um sie der klerikalen„Action Frantzaise" zu übermitteln. Ein einflußreicher Geistlicher habe diese In- � formationen an verdächtige Ausländer weiter- gegeben, die auf diese Weise genaue Auskünfte über die Kohlenversorgung und über gewisse ministerielle Jnstruktio- nen erhalten hätten. Die Beweise, die Renandel besitzt, sind, wie in der „H u m a n i t 6" versichert wird, vollgültig. Sie be- zeugen, dah die Action-Frantzaise-Partei das ihr seit Beginn der Affäre Caillaux von der Negierung gewidmete Vertrauen gröblich mißbrauchte. Die Geistlichen, die die Pa- Piere stahlen, waren Vertrauensmänner der Partei und in den Bureaus der obersten Postzensur saßen sie an der Quelle, um sich, wie ein Genfer Telegramm der„Deutschen Swiegs- zeitung" des Näheren mitteilt, in den Besitz der wichtigsten geheimen Angelegenheiten zu bringen, von denen einige an ausländische Agenten veräußert worden. Darunter nmnent- lich Statistiken über Kohlenmisere und Nährmittelkrise. Ab- schriften vertraulichster ministerieller Wci- sungen seien gleichfalls ins Ausland gelangt. In demselben Genfer Drahtbericht heißt es dann weiter: Clcnienceaus Militärjustizsekretär Jgnace, der seinerzeit auf Grund der Angaben der„Action stzran�aise" die Anslieferimg Caillau;' vom Parlament verlangte, werde nun nach der„Hn- manitä" genötigt sein, die Auslieferung der hervorragendsten Mitglieder der Rechten zu verlangen. Wie weit diese Er- Wartung sich erfüllt, wird sich, wenn die Beweise erdrückend sind, vielleicht schnell zeigen. Vielleicht l Denn es ist gewagt, in Zeitläuften, wo die Diktatur schon in Verkleidung am Re- aierungssattel sitzt, solckie sonst selbstverständlichen Wirkungen für sicher zu halten. Fest steht vorläufig nur, daß die radikal« Linke in einem für ihren Todfeind höchst uichegnemcn Augenblick zu einem starken Schlage ausholt. Ob der Schlag trrsst und in seinen Auswirkimgen jene unlängst für Clemenceau eingetretene Mehrheit zersprengen kann, ist eben das, was abgÄvartct werden muß. Es ist daran zu erimrern, daß jene Mehrheit ihre nirmerische Märke auch deshalb erzielte, weil die Er- wägung, jetzt keine Regisruugskrise zu toollen, gewichtig in die WiÄchalo fiel, mrd die Lage Frankreichs Hot sich seitdem durchaus nicht gebessert. Die letzte Schlachtwoche gibt wohl ein Recht zu sagen: im Gegenteil! Genf, 15. Juni.'sT. IL) Pariser politische Kreise sehen einen Zusammenhang zwischen der Entfernung des bisherigen Militärgouderneurs von Paris, General Dubai l, und den Enthüllungen Renandels über die„Slction frangeife", da Dubails Beziehungen zu mehreren MitgKedcrn der.Action f r a n g a i s c" bekannt sind. Oppositionelle Kreise erbos fen von dem Wechsel im Pariser Gouverneursposten, der an General Guil- laumat, den Oberbefehlshaber der Orientarmee überging, und von Renaudels Beschuldigung gegen die„Action frangoise" eine günstige Beeinflussung des Caillaux-Prozefses. Die Linke der Kammer er- wartet von dem Fcldzug Renaudels eine Schwächung der Ne- gierungS Mehrheit, da die äußerste Rechte im Falle der Strafverfolgung Cochins kaum weiter die Regierung unterstützen würde. Hewaltgerichte über Jrtond. L-ndou, 14. Juni.(Reuter.) Eine Proklamation, die iu Dnbsin veröffentlicht worden ist, erklärt, daß auf 1 4 irische Grafschaften die Bestimmung des K r i m i u a l- gesetzes von 1887 Anwendung findet, die die Per- iegung des zustäudigeu Gerichtsortcs und die Aburteilung von Gefa-ugencn durch besondere Geschworenengerichte anordnet. Das Gesetz, das hier aufs neue in Aktion gesetzt wirb, ist einS der ärgsten Machwsrke nsuMtkicher AusnahnwgsseH- gebuna- Göfchastsu w einer Zelt hesttg« Wachse gege« Erfolglose Feindesnngriffe im VillerS- Eotterets-Walde— Katastrophe der Rote» Garde bei Taganrog. Berlin, 15. Jnm 1918, abends. Amtlich. Oertliche Angriffe des Feindes nördlich von Bethnuc und südlich der Aisne sind verlustreich gescheitert. Amtlich. Große» Hanptgnertier.lb. Juni 1918. jW. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronpriu» Rupprrcht. Rege ErkunduugStätigkeit. Südwestlich voa Merris machten wir Gefangene. Stärkere Borftöße des Feindes an der A n e r e wnrdeil abgewiesen. Artillerie- und Btinenwerferkampf lebte am Abend beiderseits der Somme aus. Heeresgruppe Deutsche» Kroupriu». Südwestlich vo» Roy»« blieb die Jnfauterietütlgkrit inif örtliche Kampfhandlungen beschrönkt. DaS Artilleriefeuer ließ an Stärke nach. Südlich der AiSne blieb der Artilleriekampf gesteigert. Mehrfache Teilangriffe, die der Feind gegen«nser« Linie» im Walde von BillerS-Eotteret« führte, wurde» ab- gewiesen. Die Gefangenrnzahl aus den letzte» Kämpfen südlich der Aisne hat sich ans 48 Osfiziere und«ehr all 2000 Mann erhöht. Lentnant Met errang seine« SO., Leutnant Kirschstei« seinen 25. und 26. Luftsieg. Osten. Heeresgruppe Eichhorn. Etwa 16 l)v6 Mann starke russische Banden, die von Jeisk kommend in der Miuß-Bucht an der Nordkiistc drs Asowschen Meeres landeten und zum Angriff»us Tagaarog vor- ginge», wurden vernichtet. Teile des Feindes, die auf Booten und Flößen zu entkommen suchten, wurden im Wasser zusammen- geschossen. De« Erste Gen eralanurNerm eiste«. Ludendorff. Die Meldung de« bei Daganrog kommandierenden Generals Knoerzer an Generalfeldmarschall v. Eichhorn besagt, das? die Rote Garde unter dem Befehl eines tschechischen Offiziers gestanden habe. Neber SOOO Tote seien bereits ge- zählt, ohne die im Wasser Umgekommenen. Der österreichische Bericht. Wien, 15. Juni 1918. Amtlich wird»erlautbart: Heute früh steigerte sich das Geschiltzsener in vielen Ad« schnitten der S ü d w e st f r o n t zu großer Stärke An der a l dänischen Front sind gestern urnrrliche, unter Einsatz von Reserven dnrchgesührte Angriffe der Franzose» nordwestlich Sinapremte gescheitert. Der Chef de? Generalstabes. britisches Oberhcrrentirm, zerschlägt eS den Iren den Scksutz. den eigene Gerichte ihnen gegen die Macht der Bedrücker schassen könwen. Es macht die Polizeigewalt zum Obcrrichter und bestimmt, daß für gewisse Delikte der Justiz- ort auf englischen Boden gewählt wird. Als um das Gesetz gekämpft wurde, schleuderte der Ire Dillon dem englischen Unterhause das Wort zu:„Wenn das Gesetz Tatsache werde, wolle er Irland lieber verlassen, als dort Sklave bleiben". Dies„nichtswürdige Gesetz", wie Dillon es nannte, tritt nun zum Abjuürgcn des irischen Widerstandes aufS neue in Kraft. Lloyd George hat während des Weltkrieges— nach dem Dubliner Sinnseiner-Aufstande von 1916— gelegentlich von der beispiellosen Dummheit, begangen von englischen Ministern, gesprochen und sich vor allem deshalb über deren Verfahren empört, weil es auf„den Enthusiasmus abkühlend" einwirke. Jetzt ist Lloyd George selbst bei dieser„Dummheit" angelangt und er überragt seine Vorgänger in Goliathlänge. Peru nimmt öeutsche Schiffe Lima, 12. Juni.(Havas.) Die Peruanische Regierung hat die in P o r t C a l l a o liegende» deutsche« Schiffe mili« Krisch besotze» lasse«. Zum 15. Henossenßhaststag. Noch keine Zeit war den Genossenschaften so ungünstig wie die Gegenwart. Der Krieg mit seinen Begleiterscheinungen, von denen hier der Rohstoffmangel, die beinahe gänzliche Be- seitigung der Warencinsuhr und die Rationierung hervorzu- heben sind, mußte natnrnotwendig als gewaltiges, unüberbrück- bares Hemmnis wirken. Es spricht für die Zugkraft und Stärke des Genossenschastsgedankens, daß trotz alledem der Vorniarsch der Genossenschaften nicht aufge- halten worden ist. Am 17. und 18. Juni tritt in Köln a. Rh. der 15. Ge- nosienschaftstag des Z e n t r a l v e r b a n d e s deutscher Konsumvereine zusammen. Der ihm vorzulegende Jahresbericht für das Jahr 1917 zeigt wieder ein erfreuliches Wachstum der dem Verbände angeschlossenen Vereine. � Zwar ist, wenn die Zahl der Vereine selbst ins Auge gefaßt wird, die frühere Höchstzahl noch nicht wieder erreicht, aber die Zahl der M i t g l i e d e r ist doch recht wesentlich gestiegen. Im Jahre 1912 waren 1299 Vereine angeschlossen, von denen 1169 be- richteten, daß sie 1495 591 Mitglieder hatten. Seitdem sind bis zum Jahre 1916 die Vereine weniger geworden, 1913 waren 1197, 1914: 1149, 1915: 1114, 1916: 1119 Verbandsvercinc vor- handen, 1917 beginnt— allerdings langsam— der Aufstieg, denn 1112 Vereine gehören dem Zeniralverbandc wieder mr. Der Tiefstand ist iiberwnnden, eS geht wieder in die Höhe. Aber der andere Maßstab, die Mitgliederzahl, zeigt, daß von einem Nuckgang der Konsumvereine auch während all der Jahre nicht gesprochen werden kann, während welcher die Zahl Hess angeschlossenen Vereine gesunken ist. Ans den 1 495 59l Mitgliedern, über die im Jahre 1912 berichtet tonrde, sind in den nachfolgen- den Jahren 1 633 644. 1 729 858, 1 869 962, 2 963 494 und im Jahre 1917 2 299781 geworden, wobei noch nicht alle ange- schlossenen Verein? von der Statistik erfaßt werden konnten, da immer ein kleiner Teil von ihnen nicht berichtete. Im Jahre 1917 z. B. haben 1194 Vereine von 1112 Berichte eingescmdt. Seit 1916 ist eine Zunahme von rund 137999 Mit- gliedern zu verzeichnen. Dabei ist immer wieder zu beachten, daß dieser Mitgliederzuwachs unter den schwierig- sten Verhältnissen eingetreten ist, denn die Konsum- vereine gehören, wenn sie auch keineswegs noch mit so großem Mißtrauen betrachtet werden wie früher, keines»vegS zu den bei der Warenverteilung bevorzugten Ge- s ch ä s t e n. Hier hilft ihnen bis zu einem geivisien Grade die E i g e n- Produktion, die aber natnrnotwendig in der gegenwärtigen Zeit inimer mehr und mehr zurückgeht. Es sind zwar 1917 für 185122 224 M. Waren von den Konsumvereinen selbst h e r g e st c l l t worden, das ist eine Summe, die nur im Jahre 1916 größer war, wo sie 191 369 393 M. betrug, aber die Pro- d» k t e n m e n g e wird bei der herrschenden Teuerung durch diese Zahlen nicht gekennzeichnet. Sie ist scllsstverständlich ganz erheblich niedriger als in den Vorjahren. Das zeigt schon die Zahl der in der Warenherstellnng beschäftigten Personen. Diese ist von 4868 im Jahre 1916 ans 3925 im Jahre 1917 gesunken. Dem Zentralverband deutscher Konstimvereine gehören mm nicht nur Konsumvereine an. Er imifaßt vier Haupt- gnippen, von denen die der Konsumvereine allerdings, wie es in der Natur der Sache liegt, die stärkste ist, neben ihr sind im Verbände die A r b c i t S g e n o s s c n s ch a f t e n und Genossen- schaften anderer Art, wie Großeinkanfsgesellschaft und die Vcr- lagSgesellschaft der Konsumvereine. Die wichtigsten Punkte der Tagesordnung beschäftigen sich mit der ll c b c r g a n g s w i r t s ch a f t. Es kann ja auch nicht anders sein. Friedensboffnungen gehen durch das Land, und die Frage, wie sich nach dem Kriege unsere Volkswirtschaft ge- stalten wird, beschäftigt alle Gemüter. Nun bedarf es gar keiner Frage, daß die Genossenschaften berufen sein werden, in der Uebergangswirtschaft eine hervorragende Rolle zu spielen. Hier muß beizeiten eingegriffen und vorgearbeitet werden. Deshalb wird sich der GenosscnschaftStag mit den Forderungen des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine zur Neuordnung befassen und auch niit den Forderungen desselben Verbandes im Verein mit denen der Großciiikaufsgesellschaft zur lieber- gangswirtschast. Hier hat schon der letzte Gcnossenschaftstag darauf hinge- wiesen, daß die G r o ß e i n k a u f s g e s e I l s ch a s t nicht in dem Maße bei der Waren Verteilung berücksich' tigtwordenist, wieesihrerBedeiitlingnndauch ihren großen ni u st e r g ü l t i g e n Einrichtungen entspricht, die heute zum größten Teil unbenutzt daliegen. Während der Zeit der Uebergangswirtschaft wird daS hoffentlich anders werden, denn diese von den Verbraucher- organisationen direkt getragene Einrichtung verdient bei dem Jnaangsetzsn unserer Wirffchaftsmaschinerie in der Tot die söertgchendste Beachtung gnd Berücksichtigung. Turmhoch über anderen lediglich dem Priöatrnkeresse dienenden' Einrichtungen steht diese gemeinnützige Schöpfung. Wenn der Ge- nosscnschaftstag die bereits vor längerer Zeit dem Reichswirt- schaftsanit unterbreitete Forderung, daß dem Zentralverband der Konsumvereine und der Großeinkaufsgesellschaft in Fragen, die den Handel und die Produktion betreffen, eine Ver- tretung im ReichswirtschaftSanit eingeräumt wird, Nachdruck- lichst unterstreicht, wird er durchaus dem Interesse der Ver- brancher dienen. Auch die anderen Punkte, mit denen sich der Genossenschafts- tag zu beschäftigen hat, sind, obgleich sie an die erwähnten nicht heranreichen, von großer Bedeutung für die Entwicklung und den Aushau der Genossenschaften. Es handelt sich um einen wichtigen Zweig der Arbeiterbewegung, seine Festigung und Entwicklung bedeutet einen weiteren Schritt nach vorwärts. Jetzt, wo es alle Kräfte zusammenzufassen gilt, haben derartige Tagungen erhöhten Wert. Der 15. Genossenschaftstag Ivird die auf ihn gesetzte Hoffnung erfiillen. Georgiens Unabhängigkeit. Eine Unterredung. Mit dem bevollmächtigten Vertreter der Zentrakleitnng der georgischen und transkaukasischen Sozialdemokratie, der hierher mit der diplomatischen Abordnung direkt au? Tifli» gekommen ist, hatte ein Mitarbeiter unseres Blattes eine Unterredung. Am interessantesten für uns war dabei die Erzählung des georgischen Genossen, daß die georgische Sozialdemokratie, die stets die Kern- truppe und die Elite der rnssischen Sozialdemokratie war, vom Beginn des Krieges an ausgcsprochcnerwcise auf DevtfchlandZ Seite war. Nur vereinzelt gab es unter ihnen— so erzählte unser Gast — Anhänger der Idee des Sieges des zaristischen Rußlands, wäh- rend die Grundstimmung einem Siege Rußlands geradezu feindselig gegenüberstand. Bei manchen der Führer spielte dabei der Um- stand mit, daß viele von ihnen Deutschland persönlich ken- n c ü, viele haben hier studiert, wie z. B. der Genosse, mit dem wir sprachen und der Doktor der Leipziger Universität ist. Wenn bisher also der Abscheu gegen den Zarismus und eine bestimmte Einschätzung der weltpolitischen Situation, beeinflußt u. a. durch die Stiinmung, es mit sich brachten, daß die Sympathien der Georgier auf feiten Deutschlands waren, so haben die Ereignisse der letzten Monate ste gezwungen, auch ihre engeren Hoff- nungen auf Deutschland zu setzen. In ihrer schweren Be- deängnis, worüber unten einiges gesagt wird, richten sie ihre Blicke nach Deutschland in der Ertvartung, daß sie hier Hilfe und Schutz für ihr kleines, von allen Seiten umklammertes Volkstum finden werden. Es verdient hervorgehoben zu werden, daß in dieser Be- ziehung umerholb der georgischen Sozialdemokratie volle Eintracht besteht, und daß die alten anerkannten Führer, wie Tschejidsc, Zereteli, Dshordanija, Ramischivili, G e ge< t s ch ori u. a., Hand in Hand mit der georgischen Gesamtpartei marschieren. Das Mandat unseres Genossen ist auch von Dshor- danija und Zereteli unterschrieben. In der Schildenntg der dramatischen Begebenheiten de? trau»- kaukasischen Abschnitts der russischen Revolution nach dem Umsturz der--Bolschewiki in Petersburg stellen sich die Haupivorgänge wie folgt dar. Tie größten Schwierigkeiten bereitet« die Auflösung der russisch-kauka fischen Front. Soldatenmassen über- fluteten das Land und drohten es zu v e r w ü st e n. Mit großer Mühe gelang es den organisierten Anstrengungen der neu ent- standenen LandeSbehörde, dieses ungezügelten Stromes einiger- maßen Herr zu Iverdcn und den Durchtransport der aufgelösten Armee zu Ende zu führen. In Transkaukasien entstand inzwischen ein Landtag, der durch Zuziehung der dreifachen Zahl der in die allrussische Konstituante gewählten transkaukasischen Abgeordneten gebildet wurde. Im ganzen gab es ll)8 Abgeordnete. Es wurde eine provisorische R e g i e r u ng gebildet, die sich zusammen- setzte aus 3 georgischen Sozialdemokraten, 4 Vertretern der tatarischen nationalistisch-dcmokratischcn Partei„Mussawat" und 3 armenischen Sozialisten der Partei„Daschnakzak". Minister- Das beßarabisthe Chaos. Von unserem BerichterstatterHugo Schulz. KriegSpressequartier, im Mai. Man muß warten, sich in Geduld fassen, Gepäck hin- und her- schleppen, von PontiuS bis Pilatus laufe», dann wieder Tag und Nacht beim Hafen unten lungern.— schließlich erwischt man doch einen glücklichen Zufall beim Zipfel und man kann von B r a i I a, das zwar eine rumänische Großstadt ist, aber aussieht wie«in »»garisches Dorf in gehobener Lebenslage, endlich weiterdampfen. Nicht, wie es ursprünglich bicß. auf dem erhabenen Patheios, der cincii Leibeöinnsang von K00v Tonnen hat, auch nicht, wie unS d-.ü'.n angedroht würde, auf der Nußschale mit der unheilverkünden- den Aufschrift„Arimalhäa", sondern auf einem richtigen Donau- schiff, das den unvergleichlich lebensiüchtigeren Namen Taussig führt. In Galatz, Ivo es nur kurzen Ausenthalt gibt, geraten wir zum ersleinnal in deir Wirlungskreis und wobl auch in die Ver- sügungsgewall einer feindlichen Armee. Noch ist ja der Friede mit Numänien nicht geschlossen, noch besteht theoretisch der Kriegs- zustand. Früher habe ich wohl gejangcne und entwaffnete Rumänen genug gesehen, hier aber finde ich mich zum erstenmal ringsum vo» Aeindrn umgebe»» die noch in voller Kriegsbemalung herumgeben, mit geschulterten Gewehren und umgeschnallte» Säbeln. Zwischen ihnen jedoch erblicke ich deutsche und österreichische Umformen, deren Träger ganz zwanglos ihres AmteS walten und mit den Nuinänen auf ganz gutem Fuß zu stehen scheine». Nicht einmal einen Bodensatz des Hasses finde ich mehr vor. sondern gewahre nur freundliche Gesichter und allenthalben sreundliches Entgegenkommen, daS sich dann in zwanglosen Gesprächen über die vclffosseneu KriegSereignisse als durchaus»ugeheuchelt criveist. Die rumänischen Offiziere haben sich, wie ich dann auch anderwärts ihreir Aenßeriingeii ent- nehinen konnte, eine kleine Lebenslüge ziircchtgezimmert. Eiser- süchtig halten sie an dein Gedanken fest, daß die rumänische Armee mit ihrer kurzatmigen Gegenoffensive bei Faziani Bukarest wieder- erobert bäite, wenn es nicht daneben bei den Russen schief gegangen wäre. Jinnierbin aber ist es merkwürdig, daß Freund und Feind in aller Seelenruhe und ohne eine Spur von gegenseitiger Erbitte- rung über solche heilte Dinge plaudern wie über ein gemeinsames kanieradschastlicheS Ergebnis. Wo bleibt der von den Heiinkriegern aller Länder so heiß empfundene, nnverbrüchliche Haß? Er ge- deiht doch wohl nur in der Brutwärme ivohlgeheizter Stuben, Stammtischecken und Redaltionen, während er bei denen, die unter gleichen Oualeir miteinander bis aufs Messer ringen müssen, rasch verdunstet. Alle möglichen wilden Gefühle, wie Erbitterung, Wut, rasende Kampsleiden'chast können unter der Atmosphäre des Schlachtfeldes aedeihen. den Bölkerhaß aber saugt sie restlos in sich aui. Sowie sich die Waffen senken, ist eS zwischen den Kämpfern, wie wenn präsidenk war der Genosse Gegekfchkorst Inkressarck tss, dass tnt Verhandlungen dieses vielsprachigen Parlaments in russischer spräche geführt wurden. Nach der Unterzeichnung d«S Brcst-LitowSker Friedensvertrags schlugen die Türken der provisorischen Regierung TranskaukasienS Verhandlungen vor. Der Vre st er Vertrag war in seinen die Abtretung des kaukasischen Gebietes an die Türken betreffenden Bestimmungen für die Kaukasier keine geringere Neb er- r a s ch u n g als für die übrige Welt. Sie haben gegen diese Ab- tretung P r o t e st eingelegt, und nun sollten Verhandlungen zwi- ichen den unmittelbar beteiligten Parteien zu einer Einigung ftihren. Die Stadt Trapesont, die hinter der ehemaligen russischen Front liegt, war als Verhandlungsort vorgeschlagen und angenom- men. An der Spitze der transkaukasischen Friedensdelegation stand der Genosse T s ch e n k e l i, und während die Delegation in Trape- sont weilte und die Zeit so ziemlich ohne Ergebnisse verging, er- fuhren die Kaukasier sehr bald, daß die Türken vorrücken, und daß Trapesont schon hinter ihrer Front liegt. Der transkaukasische Landtag rüstete sich inzwischen zur Abwehr der herannahenden Truppen, und es wurde beschloffen, nationale Regimenter aus Georgiern, Armeniern und Tataren ins Leben zu rufen. Die so entstandenen Truppeneinheiten leisteten zwar nicht zu unterschätzen. den.Widerstand, worüber seinerzeit auch türkisch-amtlich« Berichte herausgegeben wurden, doch sie waren den Anforderungen des Kampfes nicht gewachsen. Die Forderungen der Türken lauteten dahin, daß die Transkaukasier sich als von Rußland voll- kommen unabhängiger Staat konstituieren und den Brester Vertrag anerkennen. Die Trcrpcsonter Friedensdelegation kehrte mit diesen Vorschlägen noch TifliZ zurück und befürwortete deren Annahme. In der großen Bedrängnis— die Bolschewiki- regierung, an die sich die Transkaukasier trotz der unversöhnlichen Feindschaft hilfesuchen.» wandten, würdigt« diese.Gegenrevolu- tionäre" nicht mit einer Antwort— hat der Landtag die Bedingungen angenommen. Am 27. April wurde die Nnabhänzigkeit TranSkaukassenS proNamiert, die Regierung GcgetfchkoriS demissionierte, und eine neue Regie- rung unter Tfchenkeli wurde gewählt. Der Brester Vertrag wurde anerkannt, und auf Vorschlag der Türken sollten neue Verhandlungen in Batum zur endgültigen Fest- lcgung der Friedensbedingungen anberaumt werden. Während in Batum verhandelt wurde, dauerte der türkische Vormarsch immer weiter, das ganz« Gebiet Russisch-ArmenienS und der tatarischen Gebiete im Südosten wurde besetzt. Unter diesen Umständen wurde das transkaukasische Parlament zu einer Fiktion, und die Geor- gier, die noch allein ihr Gebiet frei hatten, schritten zur Proklamie- rung ihrer Unabhängigkeit, was am 23. Mai geschah. Und die Verhandlungen in Batum?— Diese wurden unterbrochen, angesichts der neuen Situation, und die georgische Dele- gation ist eben zu dem Zweck nach Berlin gekommen, um erstens die Anerkennung der Unabhängigkeit zu ervnrken und um Beistand de» Deutschen Reiches zur Sicherung der Inte- grität der neuen Republik nachzusuchen. Aus die Frage wegen der Stellungnahme der beiden anderen Nationalitäten— der Tataren und der Armenier— wurde unS die Antwort zuteil, dag die Tataren für immer sich von Nutzland lostrennen wollen und geneigt sind, bei der Türkei zu ver- bleiben, während die Armenier die Gründung der unabhängigen georgischen Republik begrüßen, als des einzigen christlichen Staates im Kaukasus, der ihnen gewissen Rückhalt im Notfall wohl geben werde. Unser Genosse konnte un» mitteilen, daß am gleichen Tag«, an dem das Gespräch stattfand, auf drahtlosem Wege die Meldung aus Tiflis einlraf, daß zwischen den Türken und den Georgiern ein Friedensvertrag unterzeichnet ist, wonach über die Vereinba- rungen des Brester Vertrags hinaus der AchalkalakskikreiS im Tifliser Gouvernement an die TIlrte» abgetreten werde. Doch hofft die hier weilende Delegation, daß es der demnächst zusaimmentredenden Konferenz aller Vierbundmächte und Georgiens gelingen werde, günstigere R e s u l t at e zu er- zielen. Das Gespräch ivandte sich nunmehr den Fragen der Innen- gestaltung zu. Die Agrarfrage wurde im transkaukasischen Parlament dadurch gelöst, daß der gesamte Grund und Boden über ein kleines Ausmaß— etwa 7 Hektar Weinland oder 10 Hektar Ackerland— hinaus als Eigentum der Selbstver- nichts geschehen wäre, was ihr persönliches Verhältnis berührt, und es spinnen sich oft noch über den blutenden Leichen seltsame Fäden der Gemeinsamkeit des Schicksals. In R e n i, der Kopsstation der früheren beßarabischen Bahn. deren russische Bedienstete eben ihre Siebensachen packen und rumänisch uniformierten Männern ihre Plätze räumen, treten wir ans Land. Ein rumänischer Wachtfoldat mit gepflanztem Bajonett besichtigt unsere österreichischen Militärpapiere und findet, daß sie in Ordnung sind. Jenseits des Stroms winlen die.HSgelkämme der Dobrudscha, aber wir selbst befinden uns nun in Beßarabic», oder, wie unS dünken will, mitten im Ebaos. Der Teufel mag die staals- rechtlichen Ungereimtheiten, die sich da aus Schritt und Tritt in drastische Bilder verkörpern, harmonisch auslöten, ich vermochte es nickt, und ich habe in all diesen russisch-rumänischen Wirrnissen, durch die wir nun steuerten, nur da? eine erkannt, daß die Leute vor der Möglichkeit, in rumänische oder, wie die Russen sagen, in „zigemierische" StaatSblirgerschaft übertreten zu müssen, nicht sonder- lich entzückt sind. In Kiew selbst ist, wenn man von den rumänischen Wochtsoldaten bei der Schiffsstation und den paar Deutschen und Oesterreicherii am Bahnhof absieht, alles wieder russisch. Es wimmelt von demobilisierten russischen Soldaten, und sogar die jüdischen Händler auf dem Markt tragen russische Uniformen auS gutem neuen Tuch und von kleidsamem Schnitt. lWie ich später bemerken konnte, ist es in ganz Südrußland nicht anders, die feldgraue Montur ist seit der Revoluliou geradezu die Volkstracht geworden.) Außer den demobilisierten russischen Soldaten begegnen uns aber auch zeit- weilig Bewaffnete, und es wurde allmählich ersichtlich, daß in diesen von den Rumänen besetzten und beanspruchten Gebieten auch noch russische Garnisonen ihren Beirieb aufrecht erhalten. Wie das mög- lich ist. weiß ffch nicht, aber ich stelle es mir so vor: Wer will, geht weg, wer es aber nicht so eilig hat. bleibt noch da, zehrt mit an den noch vorhandenen Vorräten und hält sich zur Verfügimg des Generals Schtscherbetschew, der sich irgend einen eigenen SiaatS- vertrag mit den Rumänen zurechtgezimmert hat und mit ihnen ge- meinsam noch vor kurzem gegen die revolutionären russischen Re- gimeuter Krieg führte. Die Reste der Schtscherbetschew-Armee scheinen wie aus einer Insel zu leben und es sich dabei recht wohl gehen zu lassen, denn in Beßarabieu ist noch alles da, was dem Leibe frommt. Der Marktplatz von Reni sieht ganz mehlbestaubt aus. Wir treten in ein sogenanntes Restaurant und sehen auf dem Stbank- lisch fetie, speckige Würste glänzen, daneben in breiten Schüsseln kalten Milchreis und wieder abseits davon herrliches weißes Back- werk. Von den gebratenen Ferkelköpkn und Hammelkeulen will ich gar nicht reden. Es ist alles scbr verlockend, aber das Restaurant — wie eS beißt, das beste des Ortes— ist eine gar zu schmutzige Spelunke. Wir ziehen hungrig weiter, bis wir auf einem freien Platze ein villenartiges Gebäude mit einer Freitreppe winken sehen. Aufs gcratewohl treten wir ein. und richtig finden sich da weiß- gedeckieTische mit sauberen Bestecken neben denTellern und hohen Kelch- gläsern davor. AuS dem Innern des Hauses tönt Musik und das wakkungsoegane erklärte wurde. Die früheren Staats- und Apanagebesitzungen wurden als Eigentum d e n e u e n R e- publik erklärt. Da Selbstverwaltungsorgane fehlten, wurden zur Durchführung der Reform Landkomitees eingesetzt. Jedoch ist die Enteignung faktisch und in geordneter Weise fast aus- schließlich in Georgien durchgeführt worden, wo auch die Feld- b e st e l l u ii g z u f r i e d e n st e l l e n d ist. Die Lage der Bauern hat sich merklich gebessert. Geld ist genug im Lande ver- streut. Tie Teuerung macht sich sehr fühlbar. Dagegen gibt es Lebensmittel in ganz genügendem Maße. Brot, Fleisch. Butter sind stets zu haben, wenn auch zu höheren Preisen als früher. Die Finanzlage ist ungeordnet, und diese Frage muß als eine der ersten der Lösung entgegengeführt werden. Im übri- gen weist das Land sehr große Entwicklungsmöglichkeiten auf, und unsere Genossen hoffen, daß, wenn die Grundlagen der staatlichen Unabhängigkeit erst festgelegt und gesichert werden, das Land be- fruchiet durch große soziale Reformen, seine Kräfte voll entfalten wird, und daß in freiem wirtschaftlichen Berkehr zwischen Georgien und Deutschland beide Länder bedeutenden Nutzen erzielen werden. Die Sozialdemokratie menschewi st i scher Rich- tung ist die stärkste Partei im Lande, was u. a. daraus hervor- geht, daß von den 13 in Georgien gewählten Konstituanteabgeordneten 12 Sozildemokraten sind. Bolschewistische Ansätze sind zwar vorhanden, doch in der Hauptsache unter den eingewanderten Ele- menten. Das georgische Volk hält fest an den alten Grund- s ätzen der Sozialdemokratie. In den bürgerlichen und Grnndbesitzerkreisen, die mit der Agrarreform und den sozialen Mahnahmen der Sozialisten unzufrieden sind, machen sich zum Teil monarchistische Regungen bemerkbar. Es ist einleuch- tcnd, daß unter den angebenen Umständen, die Einführung der Monarchie in Georgien nur mit Gewalt, gegen den aus- gesprochenen Millen fast des gesamten Volkes vor sich gehen könnte. Die§or)erungen üer österreichijchen Ukrainer. Wien, 14. Juni. lMeSung des Wiener K. K. Tel.-Kori.- Bureaus.) Di« heutige Vollversammlung der ukrainischen Paria- mentsvertretung nahm einer ausgegebenen Verlautbarkeit zufolge einstinnmiz ein« Entschließung an, worin mit Rücksicht auf die jüngsten polnischen Beschlüsse als Vorbedingung für eine positive Mitarbeit der Ukrainer im Abgeordnetenhause die Zusicherung verlangt wird, daß der Brcst-Litowsker Friedensvertrag restlos durchgeführt wird und daß die Forderung des ukrainischen Volkes in Oesterreich nach Schaffung eines besonderen ukrainischen Krön- lande?, gebildet aus den ukrainischen Teilen Galiziens und der Bukowina, erfüllt werde. Die Kiewer vechanöwngen. Vorläufiger ukrainisch-russischer Vertrag. Kiew, IZ. Juni. Ter vorläufige ukrainisch- russische Bertrag ist heute mittag unterzeichnet worden. Sein wesentlicher Inhalt ist: E i n st e l l u n g der Feindselig. k e i t e n, Erleichterung der gegenseitigen Nückwanderong, KriegSgefangcnenauStausch, Vorbereitung"des Austausches des Eisenbahninaterials, Anbahnung von Handelsbeziehungen und die Bereitwilligkeit, bald in endgültige Friedens- verhandlnngen einzutreten. Tie Zeitungen veröffentlichen das Protokoll der Der« einbarung zwischen der Don- und der Kuban- Kosakenregierung mit der gegenseitigen Anerkennung innerer Autonomie und der Landesgrenzen zum Zwecke der Bekämpfunng der Anarchie im Gebiete des Don, Kuban und de? nördlichen Kaukasus. Die U-Boote im Kanal. Durch die Tätigkeit unserer N-Boote wurden wiederum 20 000 Br.-Rcg.-To. versenkt. Den Hauvtantcil an diesen Erfolgen von etwa 17 000 B r.- R e g.- R o. hat Kapitänleutnant Georg, dessen Erfolge haupi« sächlich im Acr melkanal erzielt wurden. Unter anderen wurde ein T a n k d a m p f e r vom Aussehen Lncellum(etwa 3000 Ar.« Reg.-To), der in Begleitung von zwei großen U-Bootsjägern fuhr, veruicbtet. Knacken von Billardbällen ist zu hören. Wir lassen uns ohne zu fragen nieder und eS ist mir wie dem Schneewitichen, als es sicti bei den sieben Zwergen einguartierte, alsbald kommen aucki andere Leute— einzeln und in Gruppen. Es sind lauter russische Offiziere und es stellt sich heraus, daß wir da ungebeten ins russische Offizierskasino eingebrochen sind. Die Hausherren be- grüßen uns freundlich, es wird uns wie ihnen aufgetragen und bald werde ich vom Kellner ersucht, im Nebeniaal bei einer russischen Ofsisiersgeiellschait Platz zu nehmen. Ich lue es, aber es wird nur recht schwül dabei, denn die Unterhaltung bar völlig alkoholischen Charakier, der Wein, der maßlos viel Geld kostcr, fließt in Strömen und der Likör, der noch teurer ist, nickt minder. Dazu spielt die Zigeunerkapelle ununterbrochen ans und in den Zwischenpausen fliegen dem Primas rumänische und ruffische Papiernoten in den Hut. Ich merke, daß diese Oisiziere, deren Rangällefter— ein hochgewachsener, körperlich schöner Mann — ernstere Haltung einnimmt als die übrigen, ein rcckr üppiges Dasein führen, kann aber nicht ergründen, woraus sie die Minel dazu schöpfen, denn Gehalte, die da übrigens kaum ausreichen würden, beziehen sie ja schon seit langem nicht. Dem Gaste zu Ebren muß die Musik deutsche Lieder zum besten geben, nämlich .Puppchen. du bist mein Augenstern", das alle latiichlagend mit« singen, und daS Schuberlsche.Stäiidchen", das niil Ergriffenheit an« gehört wird, obgleich ich es in dieser Phantastischen Umarbeitung ins Zigeunerische kaum noch zu erkennen vermag. Noch ein bißchen Wein und die Unterhaltung nimmt eine Wendung WS Polnische. Es erklingt.Heil dir im Siegerkranz" und alles steht auf. Dann verlangt ein Offizier die Zarenhynine. und wieder erbeben sich olle bis oilf einen, der anscheinend voll Eiitrüsillng protestiert und sich mit grimmiger Miene abwendet. Die Kameraden beschwichtigen ihn, streicheln ihm die Wange, küssen ihn sogar in weinseliger Rührung, ober sein Zorn verrausch: erst, als der Zigeunerprimas, die Lage richtig erfassend, die.Marseillaise" aufspielen läßt. Da springt wieder alles wie von einer Feder geschnellt auf und» alle versuchen, mitzusingen.— ES gelang mir später, nach einigen vergeblichen Versuchen' und nickt ohne listige Vorspiegelungen, diesen� Weingelage, das mir immerhin eineli flüchngen Einblick in die Gefühlswelse der russischen Ossiziere gewähr! hatte, zu entrinnen und zur Bahnstation zu gelangen, wo ich meine Reisegefährten wieder traf. In einem Waggon zweiter Klaffe, der aber, wie alle russischen Waggons, so eingerichlet ist. daß man durch Aufklappen der Rück- lehnen ganz gute Schlafpritschen gewinnt, fahren wir nun iin be- schaulichem Tempo durch ganz Brscarabicn bis an den Tnsestr. Es war nichr beguem. da eingekeilt zwischen rumänischen Soldaien. russischen Heimkehrern und Bauern mir Lammfellmüycn auf den struv- pigen Häuviern zu hocken. Die Leute waren freundlich und niiueil- iam, was besonders von den Russen gilt. Unter diesen befanden sick beßarabische Deutsche, die in die Ukraine reisten, weil es ihnen nicht geheuer dünkt, � unter zigeunerischer Herrschaft in der Heimat zu bleiben. Sie erzählten allerhand Geschichten, die ihren DK Erfolge zwischen MontSiöier unö Nopon. Berlin, 15. Juni. W. T. B. Die großen Erfolge der Armee Huticr zwischen Biontdidier und Noyon Huben eine wesentliche Linienvcrändcrung und-Verbesserung erzielt. Der Feind ist in den Grund hinabgeworfcn, während wir von den eroberte» Höhen auS seine StcUimgen weit übersehen. Die Armee Hutier kann ferner heute schon aufs neue eine schwer ins Gewicht fallende Schwächung der feindlichen Kampskräfte für sich buchen. Große Menge» französischer Leichen füllen die Wälder und Schluchten des heißuuisirittenen Geländes. Dagegen erscheinen unsere Verluste unverhältnismäßig gering. Die Gefnngenenzahl muß in Anbetracht des geringen Frontabschnittes ebenfalls als sehr hoch bezeichnet werden. Die Artillerie-, Muuitions-, Maschinengewehr- und Materialvcrlnste des Feindes sind sehr bedeutend. Aufs neue hat das französische Volk hier ungeheuere Blutspfcr vergebens gebracht. Unsere Kanonen beherrschen heute Stadt und Bahnhof Compiägne. Sie lähmen damit an diesem der französischen Hecriührung bedeutuiigSvollen Eisenbahnkiiotenpunkt die gegnerische Bewegungsfreiheit aufs schweste. Bei den großen Tank- angriffen, mit denen der Franzose am Dienstag den um diese Stuude bereits gesicherten Erfolg am May unS streitig zu machen versuchte, wurden von unserer Artillerie und Infanterie von achtzig augreifenden Kampfwagen 36 außer Gefecht gesetzt. Seit dem 21. März bat sich die von den Deutschen gemachte G e s ch ü tz b e u t e im Westen infolge der letzten Kämpfe zwischen Aisne und Marne und zwischen Moutdidier und Noyon auf die gewaltige Zahl von 2656 erhöht. Ter am 11. Juni angesetzte Gegenangriff der Franzofen südwestlich von Noyon übertraf an Wucht alles bisher D a g c w e se n e. Mit mehreren eisernen Divisionen der besten Elitetruppcn, unterstützt von weit über 166 Tanks und großen Flnggeschwadern, stieß der Feind um 11.36 Uhr vormittags nach starker Artillerievorbereitung zwischen Courcclles und Mcry vor. Nach Aufzeichnungen, die in einem Tagebuch eines gefangenen französischen Offiziers gefunden wurden, sollte Lataule genom- wen werden und die Tanks sodann bis C n v i l l y durchbrechen, um den Deutschen die beherrschenden Höhen zu entreißen. Die zum Gegenstoß eingesetzten deutschen Truppen warfen den Feind nicht nur zurück, sondern drangen bis über die bisherige Linie vor. 66 der feindlichen Tanks liegen allein hier zerschossen hinter und vor unseren Linien. Mit erstaunlicher Genauigkeit wurden sie von unserer Artillerie in Brand geschossen oder außer Gefecht gesetzt. Tie Mehrzahl der Tankwagen liegen östlich und westlich Eourcelles, nördlich B c l l o y und nördlich Cour- n a y. Allein auf der Straße Mery— Lataule waren nicht weniger als 16 Tanks angesetzt worden. Ter Feind hatte allerschwerste Ver- lustc erlitten? seine weiteren Angriffe zerschellten an der Mauer der tapferen Divisionen, die nun schon nach Uebcrwindung der feindlichen Stellung an den vorherigen Tage» und nach den vielen Kämpfen immer noch diesen frischen feindlichen Elitetruppen über- legen blieben. Das unübersichtliche, durch waldreiche Schluchten zerrissene Ge- biet der gegenwärtigen Kämpfe bringt es mit sich, daß die zahlen- mäßige Feststellung der Äeute nicht so rasch erfolgen kann als sonst. Ständig lausen neue Mcl- düngen ein über erbeutete Batterien und Geschütze. In einer ein- zigen Schlucht südlich Lassigny stehen 8 Batterien schwerer Kaliber, von 22 bis 27 Zentimeter. Eine Reihe Geschütze ist neue st er Art aus dem Jahre l!)17. Geschützlafette und Protze sind mit breiter, armdicker Vollgnuimibereifung versehen und werden von großen Zug motoren bewegt. Die Gc- schütze einschließlich der Verschlüsse und Zieleinrichtungen sind völlig unversehrt. Munition ist zahlreich in Unterständen aufgestapelt. In der gleichen Schlucht befindet sich weiter rückwärts ein 15-Zcnti- nieter-Langrohrgcschütz neuester Art. An den Hängen der stämlichcn Schlucht stehen viele 7, 3- Zentimeter- F e l d k a n o n c n, zum Teil batterieweise, zum Teil ei»- zeln. Ihre Protzen liegen zumeist mitsamt Bespannung und Bemannung zusammengeschossen in den Hohlwegen. Ucbcrall in dem (tzelünde findet man Maschinengewehre in Mengen ver- streut. Auch die Bergung der großen Bestände an erbeuteter Mn- nition jeglicher Art und an Pionicrgcrät wird noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Enlichluß begreiflicb machen, und man gewinnt überhaupt den Ein« druck, daß die Rumänen bei ihrer Festsetzung in Beßarabien sehr schneidig zu Werlo gehen. Daß Beszarabien rumänischer Balls- baden ist, läßt sich nur mit vielen Einschränkungen sagen. Selbst die deutschen Kolonisten bilden dort eine ansehnliche Minorität; dazu kommen aber noch die Kleinrusscn, dann die überaus zahlreichen Juden. die dicht siedelnden Bulgaren und die Tataren an der Meeresküste. Dieses Völker- gcmisch quirlt übrigens auch in den Fabrtstationcii durcheinander, und ich gewann auf dieser Reise den Eindruck eines Sprachgcwirrs wie beim Turmbau zu Babel. Ich höre einen russischen Soldaten im jüdischen Jargon sprechen. Er sieht aber mit seinem Vlondlops gar nicht danach aus und enipuppt sich auf eingehende Fragxn als ein waschechter lulheranischer Bauer aus einer der schwäbischen Bauerngemeinden, die die Fahrtstrecke säumen. In der Stalion Bassarabskaja, die aber cigentliw Leipzig heißt, steigt ein Zivilist ein, der wie ein jüdischer Händler aussieht und es auch ist. Er spricht aber nicht sin Jargon, sondern im reinsten schwäbischen Dialekt, wie man ibn schöner nicht im Neckartal hört. Der Zug rollt im Schneckentempo weiter. Wiederholt geht der altersschwackicn Lokoniotive, die überdies aus den Fugen zu gehen droht, die Puste ans und es gibt melsliindigen Aufenthalt auf offener Strecke. Sie nimmt aber doch noch einen letzten Aiilauf und schliesilich erreichen wir nach 36sliindiger Fahrt die Grenzstadt B e n d c r u a in D n j e st r. Es gebt in diesem großen Dorfe, das aber eine lürkische Zitadelle und überdies diuch die Kapilulation Karls XII. von Schweden cincn berühmten historischen Namen hat. genau so chaotisch zu wie anderwärts in Beßarabkn. Die rumänisch Unsiorniierlen scheinen die Herren der Lage zu sein, aber die russisch Uniformierten hungern allenthalbsn m hellen Haufen herum. Es ist gar nicht zu merken, daß es vor wenigen Wocken noch arge Unstimmigkeiten zwischen Russen und Rumänen gab, die sich in einer förmlichen„Schlacht bei Benderlk einluden. Freilich scheinen da- bei aus russischer Seite nur bolschewikilch gesinnte Abteilungen in Aktion getreten zu sein, während andere russische Trupven ganz friedlich daneben standen und zuiahen, wie die Rumänen Bender!) mit starken Kräften„eroberten". Die bolichewikischen Abteilungen waren im Grunde nur ein kleines Häuflein, wie es heißt, bloß, einige Hundert Mann. Sie kamen von Tiraspol jenseits des Dnjestr herüber, ver- trieben in kurzem Ansturm die rumänische Besatzung von Bcndcry iiiid setzten sich in einer Art von� Brückenkopf fest. Bon großer rumänischer Ucbermacht wurden sie hier am 27. Januar angegriffen und nach heftigem Kampfe über die Dnjestrbrücke zurückgeworfen. In den Häusern und Gehöften nahe dem Flußufer sah ich noch deutlich die Spuren dieses ÄainpscS. die verbrannten Dörfer, die niedergerissenen Zäune und die ansgestapellen Barrikaden. Nur einen kurzen Blick tonnte ich diesen seit vier Jahren so alltäglich gewordenen Bildern der»crwüstung widmen, dann verließ ich. in- dem ich den Dnjslr überschritt, das rumänische Besetzungsgebiel und betrat ukraniuifchen Boden. Die Gegenrevolution in Rußlanö. Moskau, 15. Juni.(Meldung der Petersburger Ziele- grophen-Agentur.) Die Untersuchung über die gegenrevolutionäre Verschwörung brachte alle Einzelheiten ihrer Organisation zutage. Unter dem Namen „Liga zur Verteidigung van Vaterland und Freiheit" samniclte dieser Verband alle reaktionären Ele- mente um sich, von den M a r i m o l i st e n bis zu den M o n- a r ch i st e n. Die Monarchisten waren für einen Anschluß an Teutschland, das die Monarchie wieder herstellen würde. Ter linke Flügel war für eine Rückkehr zu dem Bündnis mit den Westmächteu und eine Wiederaufnahme des Krieges gegen Deutschland. Elemente von seltener Gegensatz- lickkeit vereinigte it sich auf pseudonatio- naler Grundlage und in ihrem gemeinsamen Bestre- ben, die Macht der Sowjets zu stürzen. Die Hauptleiter der Verschwörung waren General Dovgert, Chef der Ope- rationsabteilung im Gencralstab, und S a w i n k o f f, der zu der beabsichtigten nationalen Negierung gehörte. Der stra- tegische Plan dieses Verbandes ging dahin, die Gegenden im Ural von Mittelrußland abzuschneiden, um die Sowjets in Ermangelung von Lebensmittelvorrätcn zur Un- terwerfung zu zwingen. Kosakentrupven und reaktionäre Offiziere standen ihnen im Osten zur Verfügung. Stück um Stück kommen zahlreiche Angaben darüber an den Tag. Der Aufstand im Dougebiet. Kiew, 12. Ju-Nii. Nach einer Meldung des„Kiewskaja Mys' nimmt die Aufslandsbewegung der Kosaken im Dongeibiet gegen die Bolschewiki zu. Der größte Teil des Bezirks von Nislhnc- Tschirski soll zu der neuen Regierung unter Krassnaw iiiberge- gangen sein. Die Truppen Krasinows nähern sich Z a r h z i n. Tschechoslowakc» in Wladiwostok? Amsterdam, 15. Juni. Uebcr die Loge in Ostsibirien er- fährt die„Times" aus Peking: Die Tschechoslowaken scheinen einen Teil der Eisenbahn von Jrkutsk westwärts in Besitz zu haben. 14 000 von ihnen sind in Wladiwostok angekommen. Die Bolschewiki in Wladiwostok fordern ihre sofortige Einschiffung. §rauenfll'mmrecht in Amerika. Basel, 15. Juni. Aus Washington wird gemeldet: Prä- sident Wilson gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Senat in seiner gegenwärtigen Session das Zusatzgesetz über das �rtimm- recht der Frauen annehmen werde. Die Erhöhung Ser Getreiüepreise. W. T. B. meldet unter dem 15. Juui: I» der heutigen Sitzung des Bundesrats wurde der Entwurf einer Verordnung über die Preise für Getreide, Buchweizen und Hirse angenommen. Der Inhalt der Verordnung wird noch nicht bekanntgegeben, aber nach dem, was man bisher gehört hat, handelt es sich um eine recht erhebliche Herauf setzung der Getreidepreise, welche eine Erhöhung der Brotpreise automatisch nach sich zieht. von üe?„Zrieöensoffensive* zum �rieöensgebot". Die Artikel des ungenannten Mitarbeiters der„Kreuz- Zeitung, der die Unterstützung der Westoffeusive durch eine diplomatische Friedensoffensive forderte, haben in: Inland und noch mehr im Ausland ein gewisses Aufsehen erregt. Dem ans seine kriegerischen Schlagworte gedrillten alldeutschen Heerbann ist aber der Schachzug seines Ge- sinnungSgenossen, der sich wenigstens durch ein gewisses Blaß von Klugheit vorteilhaft von den übrigen unterscheidet, sehr unangenehm. Deshalb ruckt auch die„.Kreuz-Zeitung" selber jetzt möglichst weit von ihrem Mitarbeiter ab. Sie bedient sich hierzu der Michaclisschen Methode, indem sie die Gedankengänge des Mitarbeiters wiederholt,„wie ich sie auf- fasse". Die Friedensoffensive soll nach der„Kreuz-Zeitung" eine Parallele bilden zu dem Verhalten Bismarcks 1870, als dieser von Frankreich die Abtretung Elsaß-Lothringens und einer Kriegsentschädigung von(ursprünglich) sechs Milliarden forderte. Also, sagt die„Kreuz-Zeitung", kein „Friedensangebot", sondern eine„Friedensforde- r u n g", ein., F r i e d e n s g e b o t Um eine solche abstruse Forderung abzulehnen, braucht man sich nicht erst in prinzipielle Erörterung einzulassen. Es genügt vollkommen, darauf hinzuweisen, daß die gegen- wärtige Situation von der, in der Bismarck 1870 handelte, so verschieden ivic möglich ist. Damals erklärte sich Frank- reich für besiegt und suchte den Frieden nack. Heute sehen wir bei unseren Gegnern nicht die mindeste Neigung, sich für besiegt zu erklären oder um den Frieden zu bitten. Ein „Friedensgebot" müßte von der Gegenseite geradezu als Provokation aufgefaßt werden. Sicherlich könnte es nicht im mindesten dazu beitragen, den Krieg zu verkürzen und ein Ende des Blutvergießens herbeizuführen, im Gegenteil! Diese Wirkung kann einzig und allein ein Friedens- a n g e b o t auf der Basis gerechter Verständigung haben, und das fordern wir! Aktive MiUtZrpsrftmen in öer Daterlanüs- partei. Der Abg. Frhr. v. R s ch e n b s r g hat folgende Anfrage beim Reichstag eingebracht: Durcki§ 19 des ReichsmilitärgesctzeS ist den zum aktiven Heere gehörigen M i l i t ä r p e r s o n e u die Teilnahme an poli- uschen Vereinen und Versammlungen untersagt. Der V�ater- laiidsparlei sind, besonders bald nach ihrer Gründung. zahlreiche zum aktiven Heere gehörige Militär- Personen beigetreten. Nach der letzten Entscheidung deS Herrn Kriegsministers ist die Valerl.andSvartei als politischer Verein anzusehen. Von einem Austritt der diesem Verein seinerzeit beigetretenen, zum aktiven Heere gehörigen Militär- Personen oder ihrer Aufforderung zum ÄnSiritt ist aber nichts be> kannt; vielmehr gehören noch Zahlreiche aktive Militärpersonen der Vaterlandspnrlci au. WaS gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun, um den gegen- wärtigen,'zugunsten der Vatcrlaudspartsi bestehenden Ausnahme- zustand zu beseitigen? Ich begnüge mich mit einer schrmlichen Antwort. Auf die Antwort darf man mit Recht ge'pannt sein. Der Krieg der Frommen. Ein hochgestellter Geistlicher bat in den Krieg ziehenden Ojstzieren folgenden Segenswunsch auf den Weg gegeben: „Meine innigsten Segenswünsche begleiten euch, auf daß der Sieg sich an eure Schrille hejtc und ihr binnen lurzein wieder in eure Familien zurückkehren könnet. Gebet mit Gottes Segen. Nach dem Blut. das einst für Erlösung der Welt gc- flössen, ist kein anderes Blut mehr für eine so� gerechte und heilige Sache vergossen worden als das Blut unserer Soldaten zur Erlösung des Valerlandes. Gehet und erinnert euch, daß die Sache, für die ihr kämpfet, heilig und gerecht ist! Erinnert euch der Losung des Tages: tapfer aushalten» aushalten, ans« halten. Ziehet aus zur Wiedereroberung unseres Landes. Der Herr sei mit euch und gebe euch Mut und Kraft, um alle Ge- fahren zu bestehen. Nichts Höheres gibt es für euch, als euer Blut zu vergießen für das Vaterland." Diese Worte finden wir unter der Uebcrsckmst„Eine Blasphemie" in einer Berliner Zeitung abgedruckt. Welches gottlose. atheistische Blatt mag es wohl sein, das sich über diesen kirchlickcn SegenSspruch entrüstet?— Es ist das proiestanlische Pastoren- und Theologenblatt, der„Reichsbote"! Und warum entrüstet? Weil ein italienischer Erzbischof, der Erzbischos von Parma, gewagt bat, so zu italienischen Soldaten zureden. Die Anrufung Gottes für den Sieg wird danach vom„Reichsboteu" als deutsches Re servacrecht betrachtet. Ein kleiner Veitrag zur Seelenkunde der Orthodoxen. LeSte NacknÄten. Große U-Boot-Bcnte im Atlantischen Ozean. Amtlich verlautet: Eines unserer Unterseeboote, Kommandant R e m y(Walter) hat neuerdings im Atlantischen Ozean drei Dampfer mit zusammen über 28 666 B.- R.- T. ver- nichtet, und zwar den mit vier 1S,2-Zcntimctcr-Gcschützen bcwasf- netcn amerikanischen Truppentransporter Prä- s i d r a t L i n c o l n(18 168 B.-R.-T.) und die bewaffneten eng- lischcn Dampfrr Vcgu»(1616 B.-R.-T.) und Carltoa(5262 B.-R.-T.). Die militärische Besatzung des Präsident Lincoln bestand aus 46 Offizieren und zirka 656 Mann der Marino; außerdem üesan- den sich noch 26 Offiziere und Mannschaften der Armee an Bord, die nach Amerika zurückbcfvrdert werden sollten. Vermutlich ist der größte Teil der Besatzung bei der Versenkung des SchiffeS umgekommen. Ter Chef de? AbmiralstabcS der Marine. In diesem Jahre sind von größeren Truppcntraris- vortdampfcrn unter anderen bereits versenkt worden: Am 23. Januar ein 16 066-Tonnen-Danipfcr im Mittelmeer, am 30. Januar der englische Damvfer„Minnetonka", 13 523 Br.-R.-T., am II. Mai der französische Dampfer«Sant Anna", 9350 Br.-A.-T., am 5. Februar der englische Dampfer„Tu Scania", 13 318 Bc.- R.-T., am 23. Mai der englische Dampfer«M o l d a v i a", 0500 Br.-R.-T. und endlich der amerikanische Dampfer„President L i n c o l n", 18 168 Br.-R.-T. Die drei letztgenannten Dampfer waren zum Teil voll besetzt mit amerikanischen Truppen. Tic Konferenz der neutralen und enientistischeu Sozialisten. Haag, 15. Juni. Ein Vertreter des Korrespondenz- burcaus hatte eine Unterredung mit T r o e l st r a, der ihm mitteilte, er hoffe, daß die englische Regierung ihm einen Paß ausfertigen werde. Ueber die Konferenz der englischen Arbeiterpartei, die am 20. d. M. bc- ginnt, sagte er, diese werde nicht nur über die i u t c r n a t i o- iiale Lage im all gent einen beraten, sondern auch über die Durchführung einer selbständigen sozialistischen Politik in den verschiedenen Ländern, was auf eine Kündigung des Burg. -f r i c d e n s auch in den kriegführenden Ländern hinaus- laufen würde. Ter Antrag Modigliani. Bern, 15. Juni. Modigliani hat namens der sozialistisch m Kammergruppe ein:n Antrag betreffend Abänderung des Ar- tikels 13 der Verfaffung zwecks Errichtung Parlamentarischer Äoii- trollkommissioueu eingereicht. Modigliani begründete gestern den von den Sozialisten ein- gebrachten Gesetzentwurf betreffend die ifffcntlichc Kontrolle der ZeitungSverwaltuugcn. Er verlangte reguläre Ein- tragung der Publikatioiisgescllschaftcn in das Handelsregister. Besonders heute wolle die öffentliche Meinung wissen. wer die Zeitungen beeinflusse und wer sie finon- ziere. Orlando nahm den Gcsetzcniwurs unter Vorbehalt en:- gegen. Zusammenstöße in Irland. London, lö. Juni.(Reuier.) Anläßlich der Verhaftung von zwei Angestellten von Kökonialwarenhändlern in Balliar(Graf- schuft Galwah, Irland) kam cS zu einem Zusammenstoß zwischen P o Ii je i und Bevölkerung. Vor der Polizei- kaserne versammelte sich eine große Menschenmenge, die eine so dra- Hönde Haltung einnahm, daß der Befehl zum Angriff mit Knütteln erteilt wurde. Tic Menge antwortete damit, daß sie die Schutzleute mit Steinen und Eiern bewarf. Die nach der Stadt führenden Straßen wurden mit Bau m st ä in rn c n und Dr a h t h i n- dernisscn verbarrikadiert. Dadurch wurde es den Rick tcrn unmöglich gemacht, den Gerichtssaal, in dem sich die ungesetzlicher militärischer Uebungen beschuldigten Gefangenen befanden, zu erreichen. Als die Gefangenen später nach dem Gefängnis von Sligo gebracht wurden, kam es zu einem neuen Zusammen- stoß zwischen Polizei und Bevölkerung. Nach den vergeblichen Zlugrifscn mit Knütteln wurde ein Bajonettangriff an- geordnet, bei dem 6 Personen verwundet wurden, GewerffchHsbewWNg Verbanöstag der Such- und Stekndruckerek- Hilfsarbeiter. Am heutigen Sonntag tritt in Berlin der außerordentliche ver- banvstag der Buch- und Steindruckccei-Hilfsarbsiter und-Aroei- terinnen Deutschlands zusammen. Er fällt in die Zoit des zwan- z-gjährigen Bestehens des Verbandes. Doch das ist«in zufälliges Lusammentreffen, welches auf die Einberufung des Verbands- tageö keinen Einfluß hat. Notwendig machte sich die Einberufung allein durch die Situation, in der sich der Verband auf tariflichem Scbiet befindet. Wie iu einem Artikel des Verbandsorgans«Soli- davität" ausgeführt wird, hält die Verbandsleitung die gegen- wärtige Situation im Tarifwesen für unhaltbar. Schon im Jahre 1903 harte sich der Verbandstag im Prinzip für die Tcmfgemcinschaft erklärt, aber unter der Voraussetzung, daß niemals einzelne Htlfsarbeitcrgrnppen des Gewerbes davon ausgeschlossen werden oder die Arbeitsnachweis« des Verbandes durch Errichtung von paritätischen Arbeitsnachwetsen ihren Wert und ihre Bedeutung verlieren.—- Damals besten iden schon, namentlich in Berlin, tarifliche Vereinbarungen mit einzelnen Firmen. kl der es wollte nicht gelingen, Tarifabschlüsse für ganze Orte her» beizusührcn. München machte mit einem OrtStorif den Anfang, aber die Lohnsätze dieses Tarifs befriedigten die Arbeiter nicht. In Berlin richtete sich damals das Bestreben der Arbeitgeber davauf, den gut funktionierenden Arbeitsnachweis dem Einfluß dos Vcr- bandcs zu eutzichen, woran die langwierigen Verhandlungen scheiterten. In Leipzig scheiterte die Tarifbewegung an der Lohnfrage. Damals waren cs in allen Fällen die Arbeitgeber, die ans den Abschluß von Tarifen hindrängten, während die Hilfsarbeiter von ihrer Aktionsfreiheit nichts«inbüßen wollten, denn sie waren in der Lage, durch gewerkschaftliche Kampfmittel ihre Position zu ber- bessern. Dadurch fühlten sich aber die Arbeitgeber� beunruhigt und auch die Gehilfen wurden durch gewerkschaftliche Kämpfe der HilfS- arboiter oft in Mitleidenschaft gezogen. Die Gehilfenschaft war durch ihren Tarif gezwungen, mit stroikbrechonden Hilfsarbeitern zusammenzuarbeiten und sie anzulernen. Daraus ergaben sich oft heftig« Konflikte zwischen Gehilfen und Hilfsarbeitern. Wenn man auch auf beiden Seiten bemüht war, den Interessen des an- dern Teils Rechnung zu tragen, so ließ fi«b die tarifliche Ordnung der Gehilfen mit den ungeregelten Verhältnissen der Hilfsarbeiter nicht in Einklang bringen. Diese llnfliände Keßen den Abschluß von Tarifverträgen für die Hilfsarbeiter wünschenswert«rschei- neu. DaS Bestreben der Verbandsleitung, diesen Gedankan zu verwirklichen, scheiterte an dem Verhalten der Arbeitgeber, weiche die Gelegenheit eines Tarifabschlusses benutzen wolltsn,«m in den Orten, wo höhere Löhne bestanden, dies« berabzusetzen. Im Jabrc 1906 wurden allgemeine Bestimmungen vereinbart, auf deren Grundlage sich sin allgemeiner Tarif wokst hätte auf- bauen lassen. Aber es kam nicht dazu. � Zwar entstanden bald-n den bedeutenderen Druckorten Tarife, die den Beteiligten wesent- liehe Vorteile brachten. Aber bald zeigte sich, daß die Arbeitgeb:r nur dort Interesse am Hilfsarbeitertarif harten, wo ihnen die unbeschränkte Bewegungsfreiheit des Hilfspersonals gefährlich schien. Wo solche Befürchtungen nicht vorlagen, scheiterten bis jetzt alle Versuche, zu einem Tarifverhaltnis zu kommen, cm dem mangeln- den Interesse der Arbeitgeber. Während der Hilfsarbeiterverband streng darauf hielt, daß seine Mitglieder die tariflichen Pflichten in jeder Hinsicht erftillen, tat der Deutsche Buchdruckerverein(Ar- beitgeberorganisafton) nichts für den weiteren Ausbau des Tarifs und die Ausbreitung des Tarifgedankens. I« den letzten Jahren war sogar deutlich zu erkennen, daß der Hauptvorstand des Deut- scheu Buchdruckervereins der Tariffrage der Hilfsarbeiter nicht nur gleichgültig, sondern feindlich gegenübersteht. Daraus �ent- wickelte sich eine Situation, die ein Weiterarbeiten irnmoguch macht. Jedem Versuch, eine Instanz«nznsetzsn. die über Unftim- migkeiten im Tarifverhältnis zu entscheiden hätte, widert etzte pch der Vorstand deS Dentstkieu Buchdrucksrverems. Der Hilfsarbeiter» verband— schreibt die.Solidarität"— bat«s satt, die Kosten des gewerblichen Friedens allein zu trogen. Er sieht sich vor«in Eni- weder— Oder gestellt. Der Verbandstag hat nun die Aufgabe, einen Weg zn finden, der Klarheit uud Ordnung schafft. Der Verband hätte die Rege» lung dieser Angelegenheit gern bis nach dem Kriege verichoben, daS ist aber nicht möglich, weil sich auf der anderen Se»te nicht das ge» Vingst- Verständnis für die Erfordernisse der Zeit äußert. Im Anschluß an die Tarifftage wird der Verbandst»« et na Reform fernes Finanzwesens vornehmen, was voraussichtlich ohne große Schwieriakeiten erledigt werden wird._ Die Beschlüsse des Verbandstages werden der Organisation neue Kraft und neue Waffen liefern im Kampf für das Wohl der Berufsangehörizen._ Ter Buchblnderversiand im Jahre 1317. In der Einleitung des soeben erschienenen Jahresberichts nimmt der Vecbandsvorftand mif die viel angefeindete� Politik der Gewerkschaften Bezug und weist nach, daß sich diese Politik aus den Kriegsverhältnissen und den Cigeniriteressen der Arbelterfchaft von selbst ergeben habe. Der Stand des Arbeftsmarktes war ein gün- stiger, weshalb auch die Teuerungszulagen ohne ernste Kämpfe durckgesetzt werden konnten. Diese Zulagen belaufen sich auf ins- gesamt 174 753 Mk. wöchentlich für 26101 Personen oder durch- schniltlich 11,48 M. für männliche und 3.31 M. für weibliche Be- ieiligte. Es wird aber im Bericht unumtvungen zugegeben, daß da- durch nur zum Teil die unausgesetzt fortschreitende Teuerung aller Gebrauchsgegenstände ausgeglichen werden konnte. Mit dem Per- bände der Buchbindereibesitzer und dem Bund der Buchbinderin- nungen wurden Arbeitsgemeinschaften für Kriegsbeschadigtenfür- sorge und zur Hebung des Berufs abgeschlossen, eine Eingabe cm de» Nei�skanzker zum Mutze de» Perefns. nutz PersammhmgSteSts machte sich wegen der eigentümlichen Handhabung der Gesetze durch die Militärbehörden in den östlichen Provinzen notwendig, unter denen auch der Buchbinderverband zu leiden hatte. Ein wichtiger Vorgang im Verbandsleben war die Erhöhimg der Beiträge und der Unterstützungen im letzten Jahresabschnitt durch Urabstimmung. Die gesamten Einnahmen der Hauptkasse beliefen sich auf 413 378 M., die Ausgabeii auf 312 193 M. Die Einnahmen und Ausgaben der örtlichen Kassen sind hierbei nicht eingerechnet. Das gesamte Ver- mögen des Verbandes betrug am Jahresschluß 1 547 715 M. Davon waren enthalten in der Hauptkasse 1 146 547 M., Guthaben der Verbandskasse in den Zahksttklen 20 386 M., Bestände der Zahl- stcllenkassen 366 867 M., Unterstützungskasse der Funktionäre 18 913 Mark. Die Zunahme des VerbandSvcrmögens im Berichtsjahre betrug 124 416 M. Mit Genugtuung wird konstatiert, daß die Mit- gliederzahl von 16 352 auf 20 265 stieg und auch die Vermögens- Verhältnisse sich zuftieden gestalteten. Mit einem Abschnitt über das Internationale Buchbmdersekretariat, dessen Verwaltung dem Vorstande des Buchbinderverbandes anvertraut ist, schließt der Be- richt mit dem Wunsche, daß sich die Völker bald wieder des Frie- dens erfreuen mögen und dann auch die Pflege der internationalen Beziehungen ganz anders wie im Kriege getätigt werden könnten. Tabakarbeiterelend. Im Bezirk Frankenberg in Sachsen sind etwa 2500 Ta- bakacbetter vorhanden, deren Lage sich durch den Krieg inrmer mehr verschlechtert hat. Bei einer Zählung der Arbeitslosen meldeten sich ÄS arbeitslos 308 Personen; davon waren 176 Personen in den Fabriken, 332 in der Heimindustrie beschäftigt. Gegen 130 bis 200 Arbeitslose haben sich gar nicht gemeldet. Die durchschnittliche Verdienstschädigung für die Woche betrug nach Angabe der Befrag- ten bei 61 Personen 3— 6 SR, bei 156 Personen über 6 bis 9 M., bei 130 Personen über 9 bis 12 M., bei 60 Personen über 12 bis 15 M., bei 49 Personen über 15 bis 18 M., bei 31 Personen über 18 bis 21 M., bei 9 Personen über 21 bis 24 M.. bei 7 Personen über 24 bis 27 M., bei 3 Personen über 27 bis 30 M. In einer Anzahl Fabriken ist die Arbeitszeit erheblich eingeschränkt, was einen großen Lobnausfall verursacht. Eine Firma beschäftigt ihre Ar- beiter im Betrieb drei Tage während einer Arbeitswoche, insgesamt rcilc 23 Stenden. Die Heimarbeiter bekommen wöchentlich 400 bis 300 Stück zu machen. Eine andere Firma beschäftigt die Fabrik- arbeiter im Laufe eines Monats nur 3 Wochen und dann auch nur 3 Tage. Die vierte Woche muß ausgssetzt werden. Die Heim- arbeiter erhalten für die Woche nur ein Drittel des früheren Quon- tumS, so daß sie etwa 2,50 bis 3 M. verdiene«. In ähnlicher Weise ist auch in anderen Betrieben die Arbeitszeit verkürzt; viele Heim- arbeiter verdienen wöchentlich nicht mehr ÄS 2,50 bis 3 M. Da auch die Unterstützungen völlig unzureichend sind, kann man die Größe deS Elends der Tabakarbeiter ermessen. Hier zu helfen und mehr Mittel zur Linderung der Not zur Berfügung zu stellen, ist die Aufgabe des Reiches._ Mitgliederzahl der englischen Gewerkschaften. Die Mainummer der amtlichen.Labour Gazette" enthält eine Statistik über die Mitglicderzahl der Trade Unions im Jahre 1916, verglichen mit der des vorhergegangenen Jahre«. Das Arbeitsamt bat insgesamt 1115 gewerkschaftliche Organisationen statistisch erfaßt. Die Geiamtmiigliederzahl betrug 4 399 696, was eine Zunahme gegen 1913 um 6.2 Vroz. bedeutet. Die Zunahme an männlichen Mitgliedern belief sich aus 3,4 Proz., an weiblichen Mitgliedern 32,2 Proz. Die gesamte weibliche Mitgliedschaft betrug 385 346, wovon mehr als die Hälfte in der Textilindustrie beschäftigt war. parteinachrichten. Die Unabhängigen»nd die Kriegsanleihe. AuS Frantfurt a. M. wird»nS geschrieben: Bei der letzten Kriegsanleihe halten die Arbeiter der Firma Alfted Tewes fast rcst- loS gezeichnet; der Vertrauensmann der Unabhängigen stand an erster Stelle. DaS halte zunächst zur Folge, daß einige der unent- wegtesten Anhänger der Unabhängigen ihren Austritt erklärten. Sie konnten eS offenbar mit ihrer grundsätzlichen Auffassung nicht vereinbaren, daß ihre Herren und Meister in der hohen Politik die KriegSkredfte ablehnen, die Jünger aber dem Staate freiwillig Gelder zur Fortführung des Krieges zur Berfügung stellen. Und da der geistige Letter der hiesigen Ortsgruppe der Unabhängigen, der frühere Bezirks- sekreiär Dißmann nur grundsätzliche Politik betreibt, konnte natür- lich nicht geduldet werden, daß räudige Schafe noch in der OrlS- gruppe verbleiben. Der Vertrauensmann bei der Firma Tewes Fatz und mit ihm noch ein anderer Metallarbeiter, der ebenfalls Kriegsanleihe gezeichnet hatte, wurden jetzt ausgeschlossen. Es ist ja ganz nett von den Unabhängigen, wenn sie nur.stubenreine" und grundsatzfeste Mitglieder dulden. Wenn sie jedoch nach diesem Rezept verfahren wollen, müßten sie mit verschwindend wenigen Aus- nahmen ihre meisten Mitglieder ausschließen. Verschiedene ihrer Haupt» Werber haben nicht allein selbst gezeichnet, sondern die Sparemlagenihrer Verwandten für Zwecke der Kriegsanleihe flüssig gemacht. Auch ihr radikalstes Mitglied Hammer dürfte nicht mehr geduldet werden- denn er ist auch zu den Kriegsgewinnlern gegangen und hilft als Fabrikant durch die Herstellung von KleinmontterungSstücken ebenfalls den Krieg verlängern. Also nur heraus mit all den An- rüchigen,. dann bleibt die Ortsgruppe der Unabhängigen zwar klein, aber rein. Grundsätze müffen hochgehalten werden. Fatz wurde übrigens erst vor einigen Wochen als Radikaler in die Orts- Verwaltung des Metallarbeiterverbandes gewählt; er muß sich jetzt aber sagen lasten, daß er ein elender Verräter an den unabhängigen Parteig'rundsätzen, ein Regierungssozialist ist. Undank ist der Welt Lohn. ?me Sftftefiwfmttz snr den Wahlkreis Mülheim-Wipperfurth- Gummersbach tagte am letzten Sonntag in Mülheim. Nach dem Geschäfts- und Kassenbericht balanziecten die Einnahmen und Ausgaben mit 9836,63 Mark. Der Wahlsonds hatte am Jahresschluß einen Kassenbestand von 1873 M. Der Umsatz an Beitragsmarken stieg gegen das vor- hergehende Geschäftsjahr um 24 153 auf 51 515, der Umsatz von Wahlsondsmarken von 1891 aus 8935 Marken. Entsprechend dem höheren Markenumsatz stieg auch die Mitgliederzahl wieder in er- feeulicher Weise. Durch den Krieg und die Einberufung des Sc- Iretärs war die Mitgliederzahl von 3460 aus etwa 600 am Schluß des Jahres 1916/17 heruntergegangen. Damit war der Tiefstand erreicht. Die Mitgliederzahl— berechnet nach der Zahl der ver- kauften Marken— betrug im Jahre 1916/17 622, im Jahre 1917/18 dagegen 1179. Die Zahlen sind durchschnittliche. Am Schlüsse des vierten Vierteljahres waren 1584 Mitglieder vorhanden. Folgende Entschließung fand einstimmig Annahme: „Die am 9. Juni tagende Kreistonferenz des Wahlkreises Mül- heim-Wit>perfürth-Gummersbach fordert von der preußischen Nr- gierung sind dem Landtag das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht für alle Preußen beiderlei Geschlechts vom 29. Le- bensjahre ab. Sollte sich eine reaktionäre Mehrheit im Landtage weiterhin der Einführung des gleichen Wahlrecht? widersetzen, so muß die Regierung sofort den Landtag auflösen und Neuwahlen vor- nehmen lassen. Die Kreiskonferenz protestiert energisch gegen den Versuch, die zur Deckung des durch den Krieg entstandenen finanziellen Mehr- bedacfs notwendigen Summen auch jetzt wieder durch indirekte Steuern und Zölle auf Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände aufzubringen, während Kriegsgewinne, Besitz und Vermögen gc- schont werden. An Stelle der indirekten Stenern imd Zölle fordert die Kreis konferenz: Progressive Erhöhung der Einkommen?- und Vermögen ssteuern, Ausbau der Erbschaftssteuer und restloses Er- fassen der Kriegsgcwinne."_ Aus den Organisationen. Zu dem Bericht über den Kreistag in Zeitz in Nr. 160 des .Vorwärts" sendet uns Genosse Gerhardt eine Berichtigung. Danach ist ihm nicht jede Teurungszulage verweigert worden, sondern die zuletzt beantragte. Auch war seine Zugehörigkeit zur alten Parteiorganisation nicht der alleinige Grund, wenigstens offiziell, sondern es kamen noch finanzielle Fragen in Betracht. lind zwar besteht die Zahlstelle der Holzarbeiter darauf, daß der Haupteorstand der Holzarbeiter einen Zuschuß in bestimmter Höhe dazu leistet. Diesen Zuschuß hat der Vorstand nur zwei Drittel bewilligt. Wir nehmen gern Notiz von dieser Sachlage. Am 9. Juni hielt der Sozialdemokratische Verein für den Wahl- kreis Mülheim-Wipperfürth-Gummersbach seine Kreiskonferenz ab. Aus dem Geschäftsbericht des Parteisekretärs Genoffen M i ß ist folgendes zu entnehmen: Der Verein hatte im letzten Geschäftsjahre eine erfreuliche Entwicklung zu verzeichnen. Der Markennmsatz hat sich fast verdoppelt. Die Mitgliederzahl, die infolge der Einwirkung des Krieges und der Einberufung des Sekretärs auf 600 am 1. April 1917 zurückgegangen Ivar, betrug am 1. April 1918 1584, darunter 226 werbliche. 1300 Genossen stehen im Felde. Infolge der Spal- tung haben insgesamt 45 Mitglieder ihren Austritt erklärt. Der Mitgliederbeitrag wurde auf 15 Pf. die Woche erhöht. Die Agi- tetion wird außerordentlich dadurch erschwert, daß im Kreise Mül- Heim-Land und Wipperfürth uns sehr wenige Lokale zur Verfügung stehen. Die Gegner kämpfen da noch mit den gleichen Mitteln wie vor dem Kriege. In anderen Teilen des Kreises geht die Bewe- gung erfreulich voran. Der Sozialdemokratische Zentralverein füc den 7. schleswigholsteinischen Wahlkreis Kicl-Ncumunfter-RendShurg hielt in Kiel seine Generakversammlnng ab. Wie der Parteisekrelär, Genosse Poller, in seinem Bericht mitteilte, wirken die durch den Krieg geschaffenen Verhältnisse immer noch lähmend auf die Organisatton. Der Miteliederbsstand von 12 732 am 1. April 1918 war um 685 geringer als im Jahre 1917, doch macht sich zu Beginn des neuen Jahres wieder ein langsamer Ausstieg bemerkbar. Von den 12 792 Mitglieder sted 9358 männliche(einschließlich 6264 zum Heeres- dienst einbemrfeners und 3194 w ei bliebe. Das Parteiorgan hat im Kreise im Geschäftsjahre 890 neue Abonnenten gewannen. Nach eingehender Aussprache über den Geschäftsbericht, die sich hauptsäch- lich am die Werbearbeit für die Organisatton drehte, wurde eine Entschließung einstimmig angenommen, in der die Lebensmittelvcr- sorgung, die ablehnende Haltung der reaktionären Kreise in der WahlrechtSftage, die unentschlossene Stellung der preußischen R?- gisrung dazu, das Auftreten der Vaterkandspactei und der All- deutschen, die neuen Steuervorlagen und die damit verbundene wci- tere Belastung der breiten Masse Äs stärkste Argumente für den Ausbau der Organisattonen angerührt werden. Der Vertrete c des Kreises im Reichstage� Genosse Karl Legten, wurde einstimmig wieder als KandidÄ zur die nächsten Reichstagswahlen aufgestellt. Der monaÄiche B e it r a g für männliche Mitglieder wurde von 30 auf 60, der fiir weibliche Mitglieder von 13 aus 30 Pf. erhöht. Außer- dem sollen die männlichen Mitglieder einen besonderen Wahlsonds- baitrag von 10 Pf. monatlich zahlen. Iugendveranftaltungen. C�Bvetiick. Die für Sonntagnachmittag festgesetzte Partie findet Um« stände halber nicht stall. Verantwortlich für Politik: Erich«uttuer, Berlin; für den Ldrigen Teil deS BlatteS: Alfred Scholz, Neukölln; für Anzeigen: Theodor Glocke, Berlin. Verlag: VorwärtS-Verlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckecei und Verlassanflalt Paul Singer u. Co. in Berlin. Lindenftratze 2. Hierzu 1 Veilaqe und Nnterbaltungsdlatt. Hierzu 2 Beilagen. m O. 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Jahrgang Sonntag, IH.IumIylS zrzae&xzzzs&S'Z Tas Abgeordnetenhaus erteilte am Sonnabend zunächst entgegen den: Antrage der Geschästsordnungskoniinission � die Genehiwgung zur strafrechtlichen Verfolgung des konservativen Abgeordneten v. Boni n(Steu-Stettin) wegen Steucrhinter- Ziehung. Tie Erteilung der Genehmigung erfolgte auf aus- d r ü ck l i ch c n Wunsch des Angeklagten. Hierauf genehmigte das Haus in zweiter Lesung den Nach- tragsetat, der die Ausgaben für das Staatskommissariat für das Wohnungswesen vorsieht. Mit einer Entschließung der Kommission, die die Erweiterung des Beirats für Städte- bau und Wohnungswesen und die Hmzuziehung von Parlamentariern fordert, erklärte sich die Negierung einverstanden. In der Debatte trat völlige Uebereinstinunung über die Notwendigkeit der Ergreifung schleuniger Maßnahmen zur Beseiti- gung des Wohnungselends hervor, wenn auch die Ansichten über die anzuwendenden Mittel im einzelnen auseinandergingen. Sodann fetzte das Haus die Beratung des Kapitels Elementarunterrichtswesen vom Kultusstat fort. Der Fortschrittlcr Otto- Charlottenburg entwickelte namens seiner Freunde ein großzügiges Schulprogranim, das sich sowohl auf die Lehrerbildung als auch auf die Ausbildung der Volks- schüler bezog. Bevor der Vertreter der Sozialdemokratie, Genosie Lei- n e r t, zu Worte kam, stellte Adolf H o f f m a n n angesichts der schwachen Besetzung des Hauses einen Antrag auf Vertagung, aber siehe da, es stellte sich heraus, daß nichteinmal3(1Ab- geordnete, d. h. soviel, wie zur Unterstützung eines Ver- tagungsantrages notwendig sind, im Hause anwesend waren. Tas Schwänzen der Mitglieder ist allmählich Gewohnheit ge- worden, diese Pflichtvergessenheit der großen Mehrheit des Dreiklassc'nvarlainents kann gar nicht oft genug vor der Oeffent- lichkeit bloßgestellt werden. Und die Ausführungen L e i n e r t s, die in der Forderung einer großzügigen Ausgestaltung des Volksschul- und Volks- bildungswesens gipfelten, hätten wahrlich ein anderes Audi- torinm verdient. Was er als Laie für Anregungen gab, wird zweifellos auch in weitesten Kreisen der Fachleute auf Zustim- mung stoßen und hoffentlich bald nach dein Kriege verwirklicht werden. Ter Volksschule würde danlit der beste Dienst er- wiesen.— Nach unwesentlicher weiterer Debatte wurden die Verhandlungen auf Montag vertagt. Genosse Leinrrt fütirts ans: Wir fordern eint großzügige Ausgestaltung des Schulwesen» und der VolksSvldung. Die Mit! et sind ouszubringen, wenn man nur den Willen hat.„Die Ausgabe für die Bildung ist die beste Kapitals- anlag«/' Dies Wort gilt nicht mir für die höheren, sondern auch für die Volksschulen. Auf die Initiative der Rechten dieses Hauses können wir daher nicht rechnen, da muß die Regie- r u n g führend vorang-chen. Möge die Regierung doch m«! SM Millionen für solche DilbungSforderungen einstellen, dann wird sich ja zeigen, ob da- Wgiwrdnctenhaus den Mut ha!, eine solche Kulturfordernng abznl/hnen.(Sehr gut!) Dieser Krieg hat bewiesen, was geleistet werden kann, wen« der Wille da ist. Wenn uniar Volk auf eine höhere Kulturstufe kommen will, mutz die Bildung bis ins kleinste Dorf verbreitet werden. Die Volksschule ist die Grundmauer, ans der sich SaS ganze Gebäude der Wissenschaft aufbauen muß. («ehr richtig!)— Für die minderbsgabten Schüler müssen Hilf-- schulen eingerichtet werden. Die Förderung des Aufstiegs der Be- gabtcn wünschen auch wir. Wenn man aber jetzt sagt, man �enke nicht daran, diese gut begabten VolkZschüler etwa dem akademischen Studium zuzuführen, so ist das keine Erfüllung des Worieö: Freie Bahn jedem Tüchtigen. Jeder sollte von Staats wegen die Ausbildung erhalten, die seiner Befähigung entspricht; eine Grenze darf es da nicht geben. Beseitige man die unbegabten Söhne der Neichen von den höheren Schulen und mache Platz für die Begabten aus allen Volksschichten. Es darf nicht der Satz gelten: Wer Knecht ist, soll Knecht bleiben, sondern wir verlangen völlig freie Entfaltung aller geistigen Kräfte.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Wir wollen"die Volksschule wicht als religiöse Erzi.ehungSa» stcrlt, sondern als Bild u ng S anstal t. ir ricküig!) Der Einfluß de- Religionsunterricht-, wie er in der Volksschule betrieben wird, ist sehr grotz. Auf der anderen Seite wird der naturwissenschaftliche Unterricht ganz küni merlich erteilt. Ter Widerspruch zwischen der theologische!! und der entwicklungsgeschichtlichen Erklärung der Welt wird in der höheren Schule zugunsten der naturwissenschaftlichen Erklärung gelöst.(Widerspruch im Zentrum.) In der Volks- schule aber enthält man den Kindern die naturwissenschaftliche Erkenntnis vor. Auch die Schätze der Literatur werden ihnen nicht eröffnet. Wir verlangen eine wesentliche Herabsetzung der Religi- onSstunden, um diese Zeit zu gewinnen für die Allgemeinbildung. Dann würden wir ein Volk bekommen, das wirklich auf der Höhe der Kultur steht. Heute müssen die Organisationen der Arbeiter dafür sorgen, daß drn Volksschiilcrn Gclegciihcit zur Weiterbildunz gegeben wird. Dabei verbietet man in Preußen noch den Lehrern, an solchen Kursen mitzuwirken.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Ich frage den Minister, ob diese Praxis auch jetzt noch beibehalten werden soll. Auch für unsere Jugendbewc- gung. die die jungen Leute vorwärtsbringen will, bekommen wir keine staatlichen Lehrkräfte, nicht einmal Gesang- oder Turnlehrer, wenn es ihnen verboten ist, in sozialdemokratischen Vereinen Un- terricht zu erteilen.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Auch zu Hochschulkursen und Universitäten sollten die Ar- beiter zugelassen werden. Ich selbst werde aus einem solchem Hochschulkursus üiber Sozialpolitik usw. ausgeschlossen, weil ich nur Volksschulbildung habe.(Hört! hört bei den Sozialdemokraten.) Die geistliche Schulaujficht mutz beseitigt werden. Wir verlangen hauptamtlich angestellte Schulinspektoren.— Das Ziel der Schule mutz sein, Maischen zu bilden, die allen Anforderungen des Lebens gewachsen sind. Die Schule soll keine Vorbereitung-- anstaltfürdasJense its sein, sondern den jungen Leuten ermöglichen, im Leben, das ihnen bevorsteht, ihren Mann zu stehen.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Schiebungen in der Zentralmarkthalle. Da? K r i e g s w u ch e r a m t teilt mit: Gestern früh um 314 Uhr stattete eine größere Anzichl von Beamten des Kriegs- uUicheramtes unter Leitung des Staatsanwalts Dr. Falck den Obst- und Gemüseständen der Zentralmarkt- halle einen Besuch ab. An der Besichtigung nahm auch der Vorsitzende der Grotz-Berliner Verteilungsstelle, Geh. RegicrungS- rat Dr. Hagedorn, teil. Die Herren waren bald von einer großen Zahl von Kleinhändlern umgeben, die, oft in drastischer Weise, ihrer Unzufriedenheit wegen ungleichmäßiger Belieferung durch Schiebungen von Grotz- bändlern Lust machten, auch sonstige Klagen gegen einzelne Großhändler vorbrachten. Eine Kleinhändlerin, die gerade einen Sack Mohrrüben gekauft batte, wurde von den Beamten veranlaßt, den Sack nachwiegen zu leisen. Dabei stellte sich heraus, daß an dem Sack, der 1 Zentner enthalten sollte, l6 Pfund fehlten. Weitere Stichproben ergaben daß derselbe Großhändler, I o h. Jakob Feindt, Berlin, Weißend urger Straße 5, auf den Zentner durchschnittlich 10biS 19 Pfund zu wenig eingewogen hatte. Die Frau des Großhändlers, die den Verkauf leitete, und ein Handlungsgehilfe wurden sofort fest- genommen und der nächsten Polizeiwache zugeführt. Sowohl sie als ihr Mann wurden an O-rt und Stelle verhört und aus dem Handel ausgeschlossen. Den Rest der Ware, etwa 49 Zentner, ver- kauften Beamte des Kricgswucheramtes unter allgemeinem Beifall cm die anwesenden Käufer, die aus allen Teilen der Markthalle herbeiströmten. Dazu schreibt uns der Berliner M a g i st r ck 1; Der Bericht über den Vorgang erweckt den Anschein, als od es erst de- Ein- greisen- der Städi. Verteilungsstclle bzw. des Kriegswucheramtes bedurft hätte, um Schiebungen in der Z e» t r a l m a r k t- halle festzustellen. Daß solche in nicht unerheblicher Weise vor- kommen, ist selbstverständlich auch der Stadt. Perwaltung bekannt. Es ist bei der Größe und den sehr vielen Ständen der Markthalle natürlich eine Unmöglichkeit, in jedem einzelnen Falle die Kontra- vention festzustellen. Die Markthallcnbeamtcn sowohl als auch die RevifionSbcamtcn der Gemüsestclle und Preisprüfungsstelle sind dauernd beauftragt und bemüht, Verfehlungen, soweit sie sich ereignen, auf frischer Tat festzustellen. Ter Magistrat hat auch nicht gezögert, wenn sich Verfehlungen nachweisen ließen, mit den ihm zn Gebote stehenden Mitteln ans das schärfste durchzugreifen. Diese Mittel sind aber, da de: Magistrat keine Polizeigewalt hat, nur gc- ring. Eine Schließung des Geschäfts kann der Magistrat von sich ans Überhaupt nicht vornehmen, ebensowenig ist ihm die Entziehung der Großhandels erlanbu is, die er früher selbst vornehmen konnte, möglich. Es bedarf jetzt erst eines umständlichen Antrages bei der staatlichen Verteilungsstelle. Die Mittel, die dem Magistrat zu Gebote stehen, sind: i. Entziehung der Belieferung durch die Ge- müseabteiluna; 2. Kündigung oder Fortnahme des Standes durch die Markthallenverwaltung; 3. Antrag auf Entziehung der Gros- handelserlaubnis oder der Erlaubnis zum Handel bei der städtischen Verteilungsstelle bzw. dem Kriegswncheramt.— Die Gemüsestelle und die Markthallendeputatson haben in dem letzten Vierteliahr in etwa 19 Fällen Gelegenheit gehabt, Verstöße zu ahnden. Es isljüe Belieferung der Großhändler mit Waren eingestellt, es sind Eni- zichungen der Stände erfolgt und auch Anzeigen au die staatlichen Behörden erstattet. Erschwert wird das Vorgehen ccr Markthallen- und Revision-beamten dadurch, daß sie. um Ueberiretungen sofort ahnden zu können, sich an die Marktpolizei erst ivenden müssen; sie selbst können beispielsweise die Wegnahme oder den anderweitigen Verkauf der Waren nicht veranlassen; und die Marktpolizei ihrer- seits gewährt nicht immer die erforderliche Hilfe. Wenn schließlich Beschwerde geführt wird, daß die Kleinhändler für das TranSpor- iieren der Waren 19 M. dem Arbeiter bezahlen müssen, so ist dieS ebenfalls der städtischen Verwaltung bekannt. Aber selbst für solche Fälle stehen dem Magistrat nur beschränkte Abhilsemittcl zur Verfügung. Soweit die Abträger in einem festen Arbeitsverhältnis zu einem bestimmten Standinhaber stehen, ist diesem schriftlich mitgc- teilt worden, daß eine weitere Belieferung mit städtischer Ware nicht erfolgt, wenn er derartige lleberforderungen der Abträger duldet. Im übrigen ist die städtische Verwaltung deshalb machtlos, weil die Kleinhändler bei knappen Zusnhrcn selber den Arbeitern diese Summen bieten.— Die Hauptsache ist und wird aber immer die rechtzeitige und reichliche Heranschaffung von Waren für ein derartiges Riesengemeinwesen bleiben. Soweit die Zuschrift des Magistrats, die wir ungekürzt wieder- gegeben haben, obwohl wir gestehen müssen, daß die in ibr ange- führten Verteidigungsgründe uns keineswegs stichhaltig erscheinen. Gewiß mag es ein besonderes Pech des Magistrats gewesen sein. daß es den Beamten des Kriegswucheraints gleich beim ersten Griff gelang, derartig eklatante Unregelmäßigkeiten aufzudecken. Daß aber der Magistrat seinerseits nicht in der Lage sein soll, wirksam gegen die Schiebungen der Händler vorzugehen, können wir keines- wegS zugeben, llns erscheinen vielmehr die Miiiel, die ihm nach seiner eigenen Angabe für diesen Zweck zu Gebote stehen, voll- kommen ausreichend. Und wenn auch die rechtzeitige und reichliche Hsranschaffung von Waren zweifellos die Hauptsache ist, so darf eine energische und von allen zarten Rücksichten freie Kontrolle des Handels doch noch lange nicht als lltebcnsache betrachtet ivcrdcn. Die KaSwerke—„verschwenden" nichts'. Der im„Vorwärts" lNr. lll) veröffentlichte Artikel„Wie die Gaswerke selber— Gas.verschwenden'!" hat im Berliner Nathans eine unerwartete Wirkung gehabt. Wir zeigten, daß infolge des auch für öffentliche Gebäude geltenden Zwanges zur E i n s w r ä n- kung des Gasverbrauches auf neun Zehntel de- Verbrauchs von 1916 die Gaswerke der Stadt Verlin für ihre Grundstücke und Gebäude von ihrem eigenen Gas iin VerwaltungSsahr 1919 etwa 4 283 999 Kubikmeter verbrauchen düiften. daß sie aber im Vor» anschlag ihren voraussichtlichen Verbrauch auf 4 799 999 Kubil- meter schätzen. Diese Feststellung hat den Magistrat veran- laßt, uns setzt nach mehr als 14 Tagen durch sein Nach- richieuamt eine Erwiderung zu übersenden, die in der Zii'cfnm als„aufklärend" bezeichnet wird. Die gute Absicht de- Magislrais geh! von der falschen Voraussetzung aus, eS werde von uns. wie die Zuschrift sagt,„offenbar die Ausfassung vertreten, dag die städtische,, 12) Das gdobts£and. Roma» von 23. Sr. R e y m o n t. „Vielleicht kommen die Herren nach dem. Theater zu unL zum Tee," bat die lila Dame, auf Boromiccki blickend. „Danke vielmals. Morgen komm' ich vorbei, heute geht'S m�„Sind Sie zu MüllerS bestellt?" flüsterte sie bissig. „Ins Grand Hotel. SamStag. heute komint Kurowski, wie gewöhnlich. Ich muß mit ihm furchtbar wichtige Dinge besprechen." „DaS könnten Sie doch im Theater auch. Er ist doch sicher da." „Er geht ja nie ins Theater. Wissen Sie denn das nicht-s" Borowiecki verneigte sich und ging hinaus; Frau Stephanie warf ihm einen eigentümlichen Blick nach. Der Akt hatte schon ziemlich lange begonnen. Karl ging ans seinen Platz und fetzte sich, konnte aber nicht zuhören, denn aus einmal tvurde ringsumher geheimnisvoll geflüstert. Alle staunten Tiber die Tatsache, daß Knoll. der Schwiegersohn von Buchholz, ans der Loge herausgerufen wurde, wo er ganz allein saß. und daß Eroßglück, der größte Lodzer Bankier, unbemerkt aus dein Theater ver- schwundcn war. Er hatte ein Telegramm bekommen und sprang damit sofort zu Schaja. Lanf- L«; eise raunte man sich diese Details zn.______ teuer liefen sie durch das ganze Theater und mveckten eine dunkle, unerklärliche Unruhe bei den Vertretern der einzelnen Firincn. „Was ist denn passiert?" fragte man, ohne eine Antwort im Augenblick zn erivärteu. _ Die Frauen folgten der Lorstellung, die Mehrzahl der Männer aber im ersten Itang.nnd in den Logen blickte un- ruhig zu den großen und kleinen Lodzer Königen herüber. Mendclsohn saß gebückt da, die Brille aus der Stirn, glättete mit einer prachtvollen Bewegung ab und zu seinen Bart und schien ganz in die Borstellung vertieft. Buchholz'«chiviegcrsohn und Nachfolger, Knoll, der all- gewaltige Knoll, folgte ebenfalls mit Aufmerksamkeit der Vor- stellung. Müller schien tatsächlich von nichts zu wissen, denn er lachte aus Leibeskräften über die Witze auf der Bühne. Er lachte so herzlich, daß Mada ihm wiederholt zuflüsterte: „Papa, das geht doch nicht." „Ich Hab' gezahlt, dann kann ich mich doch auch amüsieren," warf er ihr als Antwort zu und amüsierte sich tat- sächlich glänzend. Auch Zucker verschwand. Lucy saß allein in der Loge und blickte vniedcr auf Vorolviccki. Die kleineren Potentaten und die Vertreter größerer Firmen rückten immer unruhiger auf ihren Plätzen herum. Von einem Ende des ThcaterS zum andern flog ein Raunen. Jeden Augenblick verschwand jemand unbemerkt und erschien nicht wieder. Alle beobachteten sich gegenseitig, eine Frage ans den Lippen; immer größere Unruhe bemächtigte sich aller. Keiner wußte ivarum, obwohl alle überzeugt"waren, daß etwas sehr Wichtiges geschehen war. Allmählich ergriff die Auf- regung sogar jene, die keine schlechten Nachrichten zu erwarten hatten. Alle verspürten auf einmal das Wanken des Lodzer Bodens, den in letzter Zeit schon so oft KataklySmcn heim- gesucht hatten. Bloß ans den billigen Plätzen verspürte man nichts, unterhielt sich glänzend, lachte ausgelassen und klatschte. W.ie eine Welle ergoß sich das Gelächter vom zweiten Rang herab, sprühte in tönenden Kaskaden über die Logen und über das Parkett, auf all die so plötzlich beunruhigten Köpfe und Seelen, auf die sich so breit inachenden Millionen, die von Juwelen funkelten, im Bewußtsein ihrer Macht und Größe. In diesem beweglichen Meer bildeten sich sozusagen Risse, die ruhig, mit auf die Bühne gerichteten Augen da- saßen. ES waren dieS hauptsächlich polnische Familien, die nichts beunruhigen konnte, ivcil sie nichts zu verlieren hatten. „Baumwolle ist's." flüsterte Leo zu Borowiecki.„Sehen Sie, die Wolle und die anderen sitzen fast ganz ruhig, sind bloß neugierig. Ich kenne das." „Frumkin in Bieckystok, Lichatsew in Rostowo. Alpasow in Odessa— Pleite!" flüsterte Moritz, der die Nachricht irgendwo erfahren hatte. Alle drei waren Engroskaufleute, mit die besten Lodzer Abnehmer. „Wie hoch ist Lodz engagiert?" fragte Borowiecki. Moritz ging wieder hinaus und kam nach ein paar Mi- nuten zurück. Er war viel blasser, die Lippen verzerrt, in den Augen ein cigentünilichcS Feuer. Bor Aufregung konnte er seinen Kneifer nicht aufsetzen. „Noch einer. Rogopulo in Odessa. Firmen wie eingc- mauert. Alles eingciüsucrtc Firmen." „Wie hoch „Lodz verliert an die acht Millionen", flüsterte er sehr ernst und versuchte seinen Kneifer aufzusetzen. „Unmöglich", rief Borowiecki fast laut und sprang von seinem Platz auf. DaS Publikum hinter ihm begann zn klopfen und zu zischen.„Wer hat's dir gesagt?" „Landau, und wenn Landau was sagt, so weiß er es." „Wer verliert?" „So ziemlich alle, und am meisten Keßler, Buchholz, Müller." „Daß man sie aber nicht gehalten hat! Wie kann man so'ne Pleite zulassen!" „Rogopulo ist geflüchtet, Lichatschew tot, vor Verzweiflung hat er sich totgcsoffen." „Und Frumkin und Alpasow?" �„Weiß ich nicht. Ich Hab' euch nur das erzählt, was im Telegramm drin stand." Tie Nachricht hatte sich schon im ganzen Theater verbreitet, alke wußten schon von dem Zusammenbruch. Jeden Augenblick sah man, wie die Nachricht in irgend- einer Ecke des Theaters wie eine Bombe platzte. Alle er- hoben die Kopse, die Augen funkelten, eigentümlich scharfe Worte fielen hier und dort, die Stühle klappten krachend zurück. Alles stürzte zum Telegraph und zu den Telephons. jÜX» sheatcr war fast leer. Auch Borowiecki fühlte sich durch die Nachricht auf- geregt. Er selbst verlor zwar nichts, aber alle um ihn herum verloren. „Verliert ihr nichts?" fragte er Max Baum, der sich auf einen freien Platz neben ihm niedergelassen hatte. „Wir haben ja nichts weiter zu verlieren außer der Ehre, na, und mit dieser Ware wird ja in Lodz nicht gehandelt," erwiderte dieser spöttisch. (Forts, folgt.) Gaswerke ohne Rücksicht auf Me hrrch die Kohlcnknapphert fteboien« Sparsamkeit Gas �uni Seibstverbrnuch in übermütiger Menge Per- wenden". � Daß jemand im Ernst diese Meinung bei uns annehmen Münte, hätten wir schon deshalb nicht für möglich gehalten, weil die gan�e Form des Artikels den gegen'die Gaswerke erhobenen Vorwurf der„Gasverschwendung" deutlich genug als einen Scherz kennzeichnete und überdies die Worte„verschwenden" und„Vor- ichwendung" immer wieder in„Gänsefüszchen" gesetzt waren. Nein, wir Wollren wirtlich und wahrhaftig nur zeigen, zu welchen er- l> eiternde n Folgerungen man kommt, wenn die Gas- ■parvorschrift so, wie es nach dem klaren Wortlaut der Gas- Verordnung geschehen niug, auch auf Behörden und ihre Gebäude und auf die Gaswerks selber angewendet wird. Die Zu- lchrift des Jür Humor nicht empfänglichen Magistrats setzt ganz ernsthaft auseinander, daß und warum bei den Gas- werken der eigene Verbrauch zllitehmen mußte, wobei sie den ungünstigen Einfluß der besonderen Ver- v ä l t n i s s e dieser Lk r i e g s z e i t auf den Betrieb der Gas- werke nnd auf ihren Gasverbrauch ausführlich darlegt. Der Magistrat übersieht hoffentlich nicht, daß auch die Bevölkerung unter den Erschwerungen der Kriegszeit zu leiden hat und daß diese be- londercn Verhältnisse auch im Hauswirtschaflsbetrieb den Gasverbrauch slcigem mußten. Aber das rettet uns nicht davor, bei Ueberschrcituilg des zugelassenen Gasverbrauches als„Berichwender" behandelt zu werden, die jedes zuviel verbrauchte Kubikmeter mit öl) Pf. Zuschlag bezahlen inüsseii, für„Rückfälligkeil" die Absperrung der Gaszufuhr zu gewältigen haben und für hartnäckige„Unver- besserlichkeit" sogar mit Geldstrafe bis zu 10 000 M. und mit Gejängmsstrafe bis zu 1 Jahr bedroht iverden. Zum tOO. Geburtstaz der Berliner Sparkasse fand gestern abend eine ös-entliche Fe st Versammlung im Biir- '.ersaal des Rathauses statt. In Vertretung des Oberbürgermeisters Wermnth, der durch andere Pflichten verhindert war, seinen ange- iiindigten Vortrag zu halten, sprach Bürgermeister Reicke. Den „erzieherischen Einfluß des Spar-us und der ordnungsmäßigen Ver- oaltung ersparten Geldes" pries er so begeistert, daß bei manchem Zuhörer, der eS auf diesem Gebiet vielleicht noch nicht weit gebracht hat, schon um solches ideellen Gewinnes willen der Neid gegen die glücklichen Besitzer gewichtiger Sparbücher sich gere-gt haben dürste. Herr Reicke sagte, auch das Sparen sei„ein Weg zur Nerselbständi- gung des Individuums, zur Lösung der allzu engen Fessel eines wirtschaftlich beengten Daseins und damit zur Befreiung des Geistes". Minder schwungvoll war der Hanptvortrag, den der Sparkassendirektor R e u s ch hielt. Er behandelte die Ber- uier Sparkasse seil ihrer Gründung und unterstützte seine lehr- eichen Ausführungen durch eine Reihe fesselnder Lichtbilder, unter denen auch Ansichten ältester Sparbücher und des ersten Heims der eben gegründeten Sparkasse waren. Die neueste Entwicklung der Sparkasse, die dazu geführt hat, daß jetzt fast I Million Sparbücher mit über 640 Millionen Mark Guthaben vorhanden sind, wurde von dem Vortragenden alS"eine„Lifensive dec Sparer", eine„all- gemeine Ersparnishamsterei" bezeichnet. Daß sie ein Zeichen wirklichen Wohlstandes sei, behauptete er nicht. Tas erste Geschenksparbnch der Stadt Berlin. lliachdem die Berliner Stadtverordnetenversammlung am Don- ncrstag den Antrag des Magistrats auf Einführung von Geschenk- parbüchern für Neugeborene angenommen hat, konnte am gestrigen Sonnabend, dem Tage des Inkrafttretens dieses Beschlusses, das rste Geschenksparbuch für den zuerst gemeldeten der an demselben Dage geborenen jungen Berliner ausgefertigt werden. Es lautet mf den Namen eines aus dem Bezirk des Standesamts I gemeldeten Heinz Gerwin, dessen Vater, ein Schmied, im Felde steht. Berliner Lebensmittel. Auf Abschnitt der allgemeinen Lebensmittelkarte der Stadt Berlin entfallen 200 Gramm G rla.upe u odec Grütze und aus Abschnitt 39 derselben Karte 300 Gramm Grieß oder isago: ferner auf Abschnitt 12 der Lebensmittelkarte für Jugendliche 150 Gramm Graupen oder Grütze und auf Abschnitt 13 derselben Karte 2 Suppentafel n. Die Abschnitte sind von heute bis einschließlich M i t t w o ch in den durch besondere Verkaufsschildcr gckennzeich- neten Kleinhandelsgeschäften abzugeben. Vom Montag bis Sonntag, den 23. Juni, wird an diejenigen Zu»den, die in die Speisefettkundenlistcn der in den Bezirken der I.— 5., 7.— 17., 19., 159.. 133., 134., 172., 175., 177., 218., 235. u. 242. Brotkommission— Westen, Südwesten und Zentrum Berlins— sowie an diejenigen Kunden, die m die Speisefettkundenlisten der Meierei Bolle eingetragen find, pro Kopf 125 Gramm Käse verteilt. Räucherwaren dürfen im Gebiet, der Stadigemeinden Ber- lin und Charlottenburg vom 17. Juni ab, nur noch gegen gleich- zeitige Hergabe der beiden Abschnitte V d der Berliner Bezugskarte oder des Abschnittes Nr. 196 der Eharlottenburger roten Lebens- mittelkarte abgegeben werden. Voranmeldung ist nicht erforderlich. Mit dieser Art der Belieferung wird solange fortgefahren, bis jeder Berliner und Charlottenburger Einwohner einmal mit Ii Pfd. Räucherwaren beliefert ist._ in den letzten Jahren eine gern benutzte Gelegenheit gewesen, ihre Kinder durch eine Feier in unserem Sinne den Schulentlassungstag in würdiger Weise verleben zu lassen. Die wachsende Beteiligung an der Jugendweihe der organisierten Arbeiterschaft beweist, daß diese Feier der Bedeutung des Tages gerecht wird. Auch zu dieser Schulentlassung bereitet die Arbeiterichafl ihrem Nachwuchs ivieder eine Jugendweihe. Diese wird würdig wie die vorher- gehenden ausgestaltet werden und an ihr tollten alle Arbeiterkinder teilnehmen, für die nicht mehr die traditionelle kirchliche Ein- iegmmg den Abschluß der Kindetjohre bildet. Die Jugendweihe findet am 22. September statt. Anmeldiingen sind bereits jetzt zn richten an alle„Vorwärts"-Speditionen smoie an das Bezirkssekretariat, Lindenstr. 3, 2. Hof 3 Tr. Tel.: Moritzpl. 364. Eine Bekanntmachung Über den Höchstpreis von Koks veröffent- licht der Kohlenverband Groß-Berlin im Anzeigenteil der heutigen Nummer. Abgebe von Zündhölzern. In der Zeit vom Montag, den 17. bis Sonnabend, den 29. d. M. können im Kleinhandel auf den Kops dec Bevölkerung 2 Schachteln Zündhölzer(schwedlische) zum Preise von zusammen 15 Pf.[Höchstpreis) auf die beiden Abschnitte 3 der Berliner Bezugskarte entnommen werden. Einer Voran- Meldung bedarf es nicht. Die Verkaufsstellen sind durch An- schlag an den Säulen bekanntgegeben. „Karge Genüsse" nannten wir die Leistungen der Lichten- b e r g e r V o! k s s p e i i u n g in der Notiz„Wo bleibt da« Fleisch?" lin Nr. 162), aber der Dluckfehlerteutel machte daraus „karge Gemüse". Indem wir das hiermit feststellen, wollen wir ihm zugeben, daß er sich diesmal betätigt hat als ein Teil von jener Kraft, die stets da? Falsche will und manchmal auch Richt'geS schafft. Bei der Volksspeiinitg ist nämlich in Lichtenberg wie in anderen Orten leider auch das Gemüse nur karg. Warum wir keine billigen Kirschen bekommen. Zu unserer vor acht Tagen veröffentlichten Mitteilung schickt der Gemeindevor- stand Berlin-Friedenau folgende Berichtigung:„In Ihrer Zeiwng erschien vor einigen Tagen ein Artikel, nach dem die Gemeinde Ber- lin Friedenau von dem Klostergut Dondorf die Kirschenernte für 24 099 M. gepachtet haben soll. Uns ist von der ganzen Sache nicht das geringste bekannt. Wir haben weder mit dem Klostergut Don- dors, noch mit einem Vermittler oder auf sonstige Weise mündliche oder schriftliche Verhandlungen geführt. Es wäre uns auch gar nimt eingefallen, für eine Kirschcnernte, die im vorigen Jahre 5009 M. gebracht hat, 24 000 M. zu zahlen."— Wir hatten die Mit- teilung einer hiesigen Lokalkorrespoirdenz entnommen, die sich zu der Angelegenheit jedenfalls noch äußern wird. Jugendweihe. Für Tausende von Arbeiterkindern rückt der Tag heran, wo sie die Schulbank verlassen werden. Sie betreten damit den gleichen Lebensweg, ivie es ihre Eltern vor Jahrzehnten tun mußten. Aber die Verhältnisse sind nicht mehr die gleichen und der Krieg Hot noch ganz besonders dafür gesorgt, daß auch bereits ie jungen Menschenkinder empfinden, worunter wir leiden.� Dabei uit es gerade in dieser Zeit not, daß die Fugend ein weg- weisendes Lebensziel als Richtschnur ihres späteren Handelns mit aus den Weg nimmt. Der Vater, der Erzieher, ist durch Hm Krieg von seiner Familie geirennl und die Mutter ist belastet 'urch die Sorgen des Tages. So ist es für v'ele Ärbeitereltern Neukölln. Lebensmittel. Neben der bisherigen Menge von "75 Gramm Zucker für 14 Tage wird auf die Zuckerkarte eine wer- tere Ration von 375 Gramm abgegeben. Einmachezucker wird auf Abschnitt 113 der Warenbezngskarte in einer Menge von 2 Pfund pro Kopf bis einschließlich 22. d. M. oerkauft. Graupen ge- langen im Lauf? der Woche in einer Menge von 200 Gramm auf Abschnitt 33 und 800 Gramm auf Abschnitt 37 der allgemeinen Lebensmittelkarte zum Verkauf. Außerdem wird mit der Abgabe von Kunsthonig auf Abschnitt 35[je 250 Gramm) begonnen. Die Belieferung der Kleinhändler kann nur nach und nach erfolgen. Der Beginn des Verkaufs ist durch Plakat anzuzeigen. Schöneberg. Lebensmittel. Bis zum 13. Juni findet Vor- an Meldung statt für 200 Gramm Suppen auf Abschnitt 38 und 800 Gramm Graupen auf Abschnitt 39 der Groß-Berliner Lebensmittelkarte. Ohne Voranmeldung wird an die Kin- der vom 7. bis 12. Lebensjahre und an alte Leute über 70 Jahre 1 Flasche sterilisierter oder eine Dose kondensierter Vollmilch auf besonderen Bezugsschein für Dauermilch verteilt. Auf den Ab- schnitt 27 der Schoneberger Zuckerkarte kann vom 16. bis 30. Juni zum AbZ gl eich für die verminderte Brotmenge die doppelte Zucker- menge, das sind Pfund Zucker, bezogen werden. Ferner wer- den in d.cr nächsten Woche ausgegeben 300 Gramm Weizengrieß auf die Abschnitte 31 und 32, 200 Gramm Graupen auf Abschnitt 33, 300 Gramm Teigwaren auf Abschnitt 37 der Groß-Berliner Lebensmittelkarte und 250 Gramm Graupen auf die Abschnitte 12 und 13 der Jugendlichenkarte. Bis zum 19. Juni findet im Bezirk der Brotkommissionen 5 und 6[früher 2 und 2a) bis zum 23.�Juni an die Kunden von Voll- eine Verteilung von 125 Gramm Käse stali. Getrocknete Mohrrübe» werden ohne Marken in den besonders kenntlich gemachten Geschäften verkauft. Wilmersdorf. Lebensmittel. In dieser Woche gelangen zur Verteilung auf Abschnitt 33 der allgemeinen Groß-Berliner Le- bensmittelkarie 200 Gramm Auszugnudeln zum Pfundpreise von 82 Pf., auf Abschnitt 37 derselben Karte 300 Gramm Graupen zum Pfundpreise von 36 Pf., zusammen also 500 Gramm Nähr- mittel, wovon ein Teil als Ersatz für die gekürzte Brotmenge geliefert wird. Außerdem werden als weiterer Ersatz für die Kür- zung der Brotmenge für die Zeit vom 16. bis einschl. 30. Juni auf Abschnitt O der grünen Bezugskarte für Einzelpersonen, neben der wie gewöhnlich auf die Zuckerkarte zur Ausgabe gelangenden Menge, noch 375 Gramm Zucker je Kopf der Bevölkerung ausge- geben. Ferner gelangt zur Verteilung: 1 Pfund Nährmittel-Zusatz für Kinder auf die durch die Brotkommissionen ausgegebenen be- sonderen Bezugsscheine. Der Verkauf von Vj Pfund Heringen oder frischen Fischen bzw.% Pfund Räucherwaren auf die Ab- schnitle O und G der grünen Bezugskarte für Einzelpersonen wird fortgesetzt.— An diejenigen Einwohner, welche in die Speisefett- Kundenlisten der Meierei Bolle eingetragen sind, werden je 125 Gramm bayerischer Rundkäse nach Schweizer Art verteilt. Die Geschäfte und Verkaufswagen sind durch ein Aushängeschild:„Ver- kauf von Käse der Fcttstclle Groß-Berlin" gekennzeichnet. Der Käse darf nur aus die zurzeit gültigen Speisefettkarten für Groß- Berlin abgegeben und entnommen werden. Der Preis für 1 Pfund wird auf 2,05 M. festgesetzt.— Die Kartosfelverbrauchsmrnge wird für diese Woche auf 7 Pfund für die Person sestgesetzk. So- weit diese 7 Pfund nicht schon in der vergangenen Woche mit zur Ausgabe gelangt sind, hat ihre Entnahme in der Weise zu erfolgen, daß 4 Pfund ans die 3 Abschnitte 25a bis 25cl der Hauptkartoffelkarte unb 3 Pfund aus der der Bevölkerung gegebenen Vorrats- menge(eisernen Ration) entnomme werden. Die sechs Abschnitte 25e bis 25g dürfen bis auf weiteres von der Kanoffelkarle nicht abgetrennt werden. Personen, die erst nach der Belicferung der eisernen Ration nach Wilmersdorf zugezogen sind, oder die von dem Rechte der Vorzugsversorgung keinen Gebrauch gemacht haben, dürfen aus die sechs Abschnitte 43, e und l der Sondcr-startosfel- karte zusammen 3 Pfund Kartoffeln entnehmen. Die sechs Ab- schnitte 46, e und f der Sondcr-Kartoffelkarte haben in dieser Woche auch in Schank- und Speisewirtschaften Gültigkeit. Die in der vorigen Woche aufgerufenen und etwa nicht zur Einlösung gelangten Abschnitte behalten für die jetzige Woche ihre Gültigkeit. Reinickendorf. Lebensmittel. Auf Abschnitt 38 der Lebens- mittelkarien Groß-Berlin werden 200 Gramm Graupen und auf Abschnitt 39 derselben Karte 259 Gramm Morgentrank und 50 Gramm Grütze oder 300 Gramm Graupen und auf Abschnitt 13 der Lebensmittelkarte für Jugendliche 150 Gramm Sago abge- geben. Die Anmeldung bei den Kleinhändlern und den amtlichen Verkaufsstellen hat bis einschließlich 21. d. M. zu erfolgen. Auf Abschnitt 35 der Lebensmittelkarte Groß-Berlin werden 250 Gramm Mar ine labe zum Preise von 46 Pf. abgegeben. Die Anmel- dung bei den Kleinhändlern und den amtlichen Berkaufsstellen hat bis einschließlich 17. d. M. zu erfolgen. Weihcnfec. Lebensmittel. Die im Ort wohnhaften Schwan- geren können vom 5. Monat ab auf die entfallenden 1000 Gramm Nährmittel vom 20. Juni ab in der Verkaufsstelle, Caselerstr. 2, in Empfang nehmen. Ausweise, die zum Empfang der Nährmittel berechtigen, werben in der Schwangerenfürsorge, Pistoriusstr. 24, verabfolgt,'stillende Mütter können die auf sie entfallenden 1090 Gramm Nährmittel vom 17. d. M. ab in derselben Verkaufsstelle in Empfang nehmen. Ausweise, die zum Empfang der Nährmittel berechtigen, werden in der Säuglingsfürsorge, Giersstraße, ver- abofgt. Vom 15. bis 22. Juni ab gelangen ausländische Fisch- konserven[Fett- und Frischberinge in Brühe, Sardinen in Brühe usw.) zur Verteilung. Auf den Kopf der Bevölkerung entfällt eine 200-Gramm-Dose. Anspruch ans eine bcstimmie Sorte von Kon- serven können die Verbraucher nicht erheben. Die Ausgabe findet bei Stcinke, Gäblerstr. 9, von 8—12 und 2— 7 Uhr, statt. Sie regelt sich nach der Reihenfolge der allgemeinen Lebensmittelkarte, welche als Ausweis vorzulegen ist. Treptow. Lebensmittel. Außer den üblichen Rationen werden verteilt: 500 Gramm Nährmittel auf die Abschnitte 31, 32 und 33 der Groß-Berliner Lebensmittelkarte, 500 Gramm Nährmittel auf Abschnitt E und C der Milchkarte für Monat Juni für Kinder vom 3. bis 6. Lebensjahre, ans Abschnitt 41 der Zuckerkarte des Kreises Teltow gelangen vom 16. bis 30. Juni 375 Gramm Verbranchszucker und 375 Gramm als Ausgleich für die verminderte Brot- portion, zusammen also Iß- Pfund Zucker, ebensoviel auch auf Abschnitt 42 der Zuckerkarte vom 1. bis 15. Juli zur Verausgabung. In den Gemüsehandlungen steht holländisches und inländisches Gemüse und Werdersches Obst zum Berkauf. Britz. Lebensmittel. Nach der BekanntmmHung vom 8. Juni sollen auf Abschnitt 35 der Berliner Lebensmittelkarte Yt Pfuno Kunsthonig oder Marmelade verabfolgt werden. Die Marmelade ist bis heute noch nicht geliefert worden und voraussichtlich wird die Lieferung vor 14 Tagen nicht erfolgen. Aus diesem Grunde wird in der Woche vom 17. bis 23. Juni auf den Abschnitt 35 der Ber- liner Lebensmittelkarte% Pfund Kunsthonig je Person verabfolgt, auf Abschnitt 31 150 Gramm Grieß, auf Abschnitt 32 150 Gramm Graupen. Soweit die Eier auf den Abschnitt 1 der Eierkarle noch nicht verabfolgt sind, können dieselben vom Dienstag ab bei den Kleinhändlern in Empfang genommen werden. Auf Abschnitt 67 der Britzer Lebensmittelkarte Sonderzuteilung. Grsß-Zsdmer partemachrichten. Karlshorst. Am Montagabend, 8Vz Uhr, Vers amrnlung bei Poser, Dönhosstr. 8. Tagesordnung:„Das neue Aktions- Programm unserer Partei." Reierent Genosse M i e s b a ch. Stellung zu der Mittwoch, den 19. Juni, stattfindenden Ersatzwahl wabl zum Gemeinderat. Alle.Vorwärls"-Leser und Freunde der S. P. D. sind eingeladen._ Theater öer Woche. Volksbühne:„General Dorck".— Dciitsches Opernhaus: 16.. 20. „Lobengrin", 17.„Hugenotten", 18.„Zigcunerbaron", 19.„Mignoill, 21. „Hoffinanns Erzählungen", 22.„Troubadour", 23.„Orpheus", 24.„Freischütz".— Deutsches:„Familie Schimet", ab 20.„Vibiloss".— Kamnier- spiele:„Inkognito".— ÄoniggräSer:„Die fünf Frankfurter", 17., 19., 23. „Die Schwestern und der Fremde".— Lesslug:„Schauspieldirektor", „Ballett Ebarell".— Schiller O: 16..Leibalte", 17., 19., 22.„Erfolg", 18., 21.. 24.„Gnadenbrot",„Dienstboten", 20.„Der letzte Funke", 23. „2llt-Heidelbcrg".— Schiller Charlottcnlmrg: 16., 20.„Gnadenbrot", „Dienstboten", 17., 18., 21., 23., 24.„Lcibalte", 19.„Der letzte Funke", 22.„Die Ehre".— Urania:„Von der Zugspitze zum Watzinann", 18. „Wirtfch. Deila. Kriegsbeschädigter". Täglich: Berliner:„Blitzblanes Blut".— Residenz:„Flimmer- klärchen".— Trianon:„Lcbcusschülcr".— Künstler:„Klubleutc".— Kleines:„Aristid".— Westen:„Tänzerin".— Fried eich-Wilhelm städtisches: „Dreimöderlhaus".— Luftspiclhaus:„Blonden Mädels vom Lindenhos".— KomiidienhauS:„Zarin".— Noll-ndorf:„Drei alte Schachteln".— Zentral: „Esardas-Fürstin'.— NcueS Operettenhans:„Soldat der Marie".— Thalia:„Unter der blühenden Linde".— Komische Oper:„Schwarzwald- madcl".— Mctropol:„Rose von Stambul". »errerauStichren für das mittlere ptorvveuttckiland dtS Montag mittag. Ziemlich warm, schwül, zc-iwcise heiler, jedoch über- wiegend dewölkt, mit teickten Zicgcnsällcn, slrichweiie Gewitter. BERLITZ C Spandauer Str 16 t Gegründet 1H15 Bedruckte SckleierstofiC in geschmackvollen Mustern maI'5.0?1.1": 22.50b!s 28.50 Farnige ScKleierstokfe in dunklen Farben, bestickt, Xlll5.cmhT: 16.75 bis 23.50 Bestickte Sehleierstolre weiß oder weiß-bunt bestickt Meter VF.br: 16-00 bis 27.00 Bestickte Batiste weiß-bunt. 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November 1915(Reichs-Geietz- blalt Seite 637 und 728) in Verbindung mir der Anordnung der Landes, Zentralbehörden über die Errichtung des Kohlen- Verbandes Eroh-Berlin vom 21. August 1317 wird sür das Gebiet des Kohienverbandcs Grost-Berlin, nämlich die Stadt- trcise Berlin, Chartotlenburg, Neukölln, Berlin-Schöneberg, Bcrlin-Lichtenbcrg, Berlin-Wilmersdors iowic die Landkreise Teltow und Niedcrbarnim, mit Zustimmung der Aussichtsbehörde solgcndcS bestimmt: 1. Ter Preis des KokS bei Abgabe sürHauS- und StoäkwerkS- zentralheizungen und sür Warmwasjcrbcreitungsanlagen darf nicht übersteigen: bei Gaskoks grob....... 7.30 M. sür je IVO KZ . Gaskoks gebrochen..... 7.50,,, 100, . Westfälischem Schmelzkoks.. 7.80... 100. . Niedcrschteiiichem Schmelzkoks. 7.R).,, 100, , Obel lchlesischein� Schmelzloks. 7.40,., 100„ . Lichtenbcrgcr Schmelzkoks.. 8.00.,, 100, Diele Preise gellen sür Lieferungen frei Hos oder für Liese- ningcn srei Keller. Sie ermäßigen sich bei Äbwersen des Kols auf den Strayendamm vor dem Grundstück des Pcibrauchers um 0.30 M. für je 100 KZ, bei Setbftabhotung durch den Ver- braucher um je 1.— M. für je 100 KZ, bei Lieferung ganzer Waggonladungcn ab ErzeugungSflelle sowie srei Waggon aller Bahnhöfe um 1.40 M. für je 100 KZ. Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen dieser Bekannt- machung unterliegen der Bcftrnsnng pemäg si 17 Ziffer 2 der Bekanntinachiing des Bundesrats über die Errichtung von Preis. prüfungSstellen und die Versorgmigsregclung vom 25. September- 4. November 1315. 3. Diese Bekanntmachung tritt mit dem Tage ihrer Veröflent- lichung in Kraft. Der Kohlenverband Groß-Berlin. Mermuth. » Kelonderks Aufbot iu e 'Flliliisstmmrrll Eiche, innen Eiche!'' 1 Schrank. 3teilig, Anficht mit Kristall-. glaö. Hutboden, Stange, geschliffene Verglasung l LZa'chloilette mit Kristallspiegel und Marmor 2 NachNckränke mit Marmor 2 Beilstellen 2 Patenlbövcn 2 Steil. Auflege-Matratzen m. 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Auskunft erbeten an Frau Martha Dietrich. Berlin, Seestraffc 116. Eventuelle Kosten tverden vergütet. >8«A anzen kaiiflBall.lSaiuenMIs., . B8rllB1Wi.'li8.'aslr.4Si4J iilNMigs-KlkNktllliiijst der Nslistkl-ImiMS st Stkün. Kelmnntmachung. V. Nachtrag zur Satzung der Jnnungskrankenkasie der Tischler-Jnnimg (Zwangsinnung) zu Berliu. Artilel I. Z 5 Absatz 2 und 3 ist zu streichen und dafür zu setzen: „Die Anmeldung muff enthalten: Vor- und Zuname», Datum und Sri der Geburt, die derzeitige Wohnung sowie die Art der Bcschäjtigung des Anzumeldenden, den Tag des Ein- tritls in die Bcichästigung, scrncr seinen täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Entgelt(§ 10), sowie Angaben darüber, ob er verheiratet ist und b« welcher Kasse und während welcher Zeit er zuletzt anderweit gegen Krantbcit versichert gewesen ist. War der Anzumeldende bereits versichert, so ist die Mitglieds- nummer der letzten Krankenkasse, und sür den Fall, daff er früher bereiiS der Jnnungstrankcnkasje der Tischür-Jnnung zu Berlin angehört hat, auch die Mitgiicdsnummcr dieser Kasse an- zugeben. Die Anmeldung muff serner auch den Namen und die Wohnung des Arbeitgebers enthalten. Die'Abmeldung muff enthalten: Vor- und Zunamen deS Abzumeldenden, den Tag des'Austritts aus der Beschästigung, den zuletzt bezogenen Arbeitsentgelt, die MitgliedSnumincr der JnnungStrantenkasse der Tilchler-Jiinung zu Bertin sowie den Namen und Wobnunz des'Arbeitgebers. Die Meldungen müssen die eigenhändige Nnterichrist des Arbeitgebers oder feines gesetzlichen Vertreters trägem' § 10 Absatz 1, 2 und 3 ist zu streichen und erhält folgende neue Fassung: „Die baren Leistungen der Kaste werden nach einem Grund- lohn bemessen. Als solcher gilt der nach der verschiedenen Lobn- höhe stusetiiveise sestgcsetzte durchschnittliche Tageseutgetl der Kasienmitglieder bis 10 Mark sür den Arbeitstag. Zur Fest- sctzuug des Erundiohns werden die Kasscnmitgtieder in 11 Sinsen eingeteilt: 1. In Swfe A gehören alle obue Entgelt beschäftigten Lehr- tinge und die im§ 3'Absatz 1b genannten Familien- angchörlgen des'Arbeitgebers, die ohne Entgelt im Bc- triebe beschäftigt werden. 2. In Stuse 1 gehören Kasscnmitglieder mit einem Entgelt bis 1 m. 3. In«stufe II gebären Kasienmitglieder mit einem täglichen Entgelt von 1,0t M. bis 2 M. 4. In Stufe III gehören Kasienmitglieder mit einem lichen Entgelt von 2,01 M. bis 3 M. 5. In Stuse IV gehören Kassenmitglieder mit einem lichen Entgelt von 3,01 M. bis 4 M. 6. In Stuse V gehören Kassenmiigiicder lichen Entgelt von 4.01 M. bis 5 M. 7. In Siuic VI gehören Kasienmitglieder lichen Entgelt von 5.01 M. bis 6 M. 8. In Stuse VII gehören Kasienmitglieder mit einem täg tichen Entgelt von 6.0l M. bis 7 M. 9. In Siusc VIII geböten Kaslenmitglieder mit einem täg lichen Entgelt von 7,01 M. bis L 3)1. 10. In Stuse IX gehören.Kasienmitglieder mit einem täg lichen Entgelt von 8,01 M. bis 9 M. IL In Stufe X gehören Kasjeimiitgsteder mit einem täg. lichen Entgelt von mehr uis 3 M. Hiernach wird der Grundlohn festgesetzt: sür die Stuse A aus 25 geteilt. Bei Kastenmitgliedcrn, die an allen Wochentagen und Sonntags versicherungspflichtig tätig sind, wird der Wochen- lohn durch 7, der Monatslohn durch 30 geteilt. Der Arbeitsverdienst jedes Kasienmitgtiedes mit wcchsendem Lohne wird nach dem Durchjchnilt deS Verdienstes berechnet, den es in den letzten 4 Wochen oder, wenn eS noch nicht to lange der Kasse angehörte, den ein gleichartig beschäftigtes Mit- glied während dieser Zeit bezogen hat. Aendert sich der Lohn, so ändert sich die Lohnstuse sofort. § 11 wird hinter'Absatz 2 neu eingefügt: „Das Krankengeld für Mitglieder beträgt sür de» Krank- heitStag: in Stufe tag. täg- mit einem täg- mit einem täg- Jedes Mitglied wird auf Grund feiner«nmekdung nach dem darin angegebenen Arbeitsvetdienst durch den Kasten- vorstand einer Lohnfluje zugeteilt. Bei der Einschätzung in die Lohnsinfen wird zur Feststellung des täglichen'Arbeitsverdienstes für Personen, die Sonntags nicht arbeilen, der Wochenlohn durch 6, der Monatstohn durch ß 24 sind die bisherigen Sätze hinter„demnach und wird dafür neu eingefügt: Für die Mitglieder in Stuse zu streichen § 33 Abs. 1 ist zu streichen Fastung: „Die Kastenbeiträge werden sür alle Versicherten auf jüns Hundertstel des im z 10 festgesetzten Grundlohnes bemessen. Sie beiragen sür den Arbeitstag: erhält § 40 Absatz 4 wird hinter„fortzuzahlen' gestrichen. Im II. Nachtrag wird§ 41 Absatz I gestrichen und nunmehr folgende Fassung: „Die Beiträge sür Versicherte sind am ersten eines jeden Kalendcrmonats'für den abgelaufenen Monat fällig und binnen einer Woche nach Zustellung der monatlichen Rechnung von den Arbeitgebern an die Kaste einzuzahlen oder kostenlos einzu- senden. Für VcrsichcrungSbcrechtigtc find die Beiträge zu der gleichen Zeit sälltg und ohne Aufforderung an die Kaste einzu- zahlen oder kostenlos einzusenden.' Artikel II. Die SatznngZändcrnng tritt mit dem 1. Just 1918 in Krast. Berlin, de» 15. April 1318. Der Vorstand Ott» Gronau- H. Nätebusch, Borfitzender. Schristjührer. «Kkchhnügt. Sharlovendurg, den 8. Juni 1318. Königliches Obervcrsicherungsamt Groß-Derst». ». GoftkowSkll Berlin, den 18. Juni 1918. Der Vorstand Otto Gronau, Vorsitzender. 268/15 «<3 mit echtem ZÄHNE Spezialität: Zähne ohne Gaumenplatte. Vollgoldkronen v. 20 M. an! Voimo Piivoennosoo! Umarbeitg. schleohtsitzendor /il-l.iw iv.AUUj..• Gebisse. 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Juni, nack» L >»liilaiiS S Nhr. von der Halle d- i:.«s neuen Kalobi-KirÄhoset, y /j Hevmaimsirajze, au» jlalt. 8 ß Um rege Lclciiigung wird K tz-'.cbeieii. •JOüß Der Vorstarü!.� cregywBfB�wywawiMWiMMlWi 7> jjäszaBaiaEeairaiiaaaasaaaaB | Doutldjer I iiletalJarljelter• Verband. -1 Vcrwaltaiigsstciia Barlm. Den Mitgliedern znr Nach- ? richt, vag unjer Kollcae. der L Arbeiter 113/14 z Fritz Kunsck am 11. Juni an"ungen- i leiden gestorben ist. Die Beerdigung findet i heute Sonnlag. den IK.Juni, � nallnuitlagS 3 Uhr. von de>! Leichenhalle des Friedhofes j ' in Ahrensfelde aus statt. biege Bcteiligunz wird er- wartet. Xac'rirak. Den Mitgliedern ferne, -uc Nachricht. daz unser College, der Helfer Otto Beroicke am 10. Sutii an Lungcn- . leiden gestorben ist. / Ehre ihrem Andenken! Tie Ortsuerwaltnng. iviinrmtmS PS I Verband der Fr" brJRafbdtcr| Dtutitltiassds. VcrKTBltang GroS-Borün. g Kachpufe. Am Sonntag, den 2. Juni j/l verstarb unser Milglicd iksVZW l-gsSli!. Am Dienstag, den i. Juni | unser Mitglied Aksif Petack. .... Ehre ihrem Andenke»! ß im h 53/6 Otö Ortsverwaltung i ZllWN ZkMWttNSM-vttllMS. Bezirk Groh-Berlin. Folgende KoZZegeu sind im Felde gefallen: Max Arend, GeschSstskntscher. Wilhelm Barnick, Brauereiarbeiter. ' '■Rudolf Beelitz, GeschSftSdiencr. Oskar ßenedix, Industriearbeiter. Max Corbien, GefchststSdiencr. � Willi Fredricll, Kellerarbcitcr. ; Wilhelm George, Spcicherarbciter. Friedrich Qruska, GcschSstsdiener. Eduard Kaupt, Rollkutscher. Erich Hauschulz, Industriearbeiter. Karl Heyde, GeschSftSdieuer. i Otto Kasten, Straßenbahner. s Willi Kleinschmidt, Grschsftsdiener. il Kurt Kleist, Bureandiener. Heinrich Loop, Industriearbeiter. Willi Metzner, Handtuchfahrcr. Robert Möller, Geschäftsdieucr. Paul Müller, Müllkutscher. Alfred Piatkowski, GcschäftSdiener. Hellmuth Süß, GeschgftSdienenr. Paul Sawade, EeschSftsdieuer. Fritz Steinhauer, Fensterputzer. Kar! Tänzler, Industriearbeiter. Adolf Voß, Geschäftskntschcr. Friedrich Ziegenhorn, Industriearbeiter. Richard Zinke, Gcschäftskutscher. 68/11 Ehre ihrem Andenke»! VIv Itorlpkcslvttliilx. Ganz plöhlich und uner- � wartet trifft uns die Schrockenskunde, dast unser hossnunMioger, Herzens- '£ enter Svim und Bruder, der Gefreite 14A Ulli! iLhiZrilzgrii Inhaber deS Eisern. Kreuzes im blübendeu Alter von 22 Jahren nach 23 Monaten schweren Kämpfen im Westen durch Artillc'ievolltrefser am l. Juni gefallen ist. DieS zeigen tiefbetrübt an Ernst Tettenborn l als Ida Tettenborn/ Eltern geb. l/Ziotor Lieschen Tettenborn als Schwester. Neutülln, Wcifestr. 44 III. Ihm der Friede, UNS der Schmerz. Ruhe fanfl, geliebter Sohn. Allen Bekannten zur Stach richt, da»! unser lieber,|p herzensguter Sohn und k Bruder 9521:! Karl Baebecker| am 12. Juni gestorben ist." Bis tieitrsuernlisn Lliorn lun! brullsr. Die Beerdigung finde! am Montag, den 17. Juni. nachmittag» 4 Uhr, von der stf Leichenhalle des Gnaden- k Kirchhofes, BarsuSstratzchauS � 5' statt. lsz Am Donnerstag, d. 13. d. M., S entjchlief nach kurzem, schwe- a rem Leiden meine liebe Frau, SJ un lere herzensgute llhultev,|i Schwester und rÄrohmultci D UsiZos Sckeinoniber geb. BS!, lks. Im Nauren aller Hinter- btiebenen ihullaii Lcfirreinxrubsr, Ztouslirchstr. 50. Die Beerdigung findet ' am Montag, den 17. Juni, . a.,inillags 3»/, Uhr. von der Talle der Ziousgemeindc. Nordend, aus statt. 24L8b l Am 13. Juni starb unser! ! lieber Sohn und Bruder jClltcs ileimske! ! nach langem und schwerem! f Leiden imAlter von AJahreu z In ticfcrTraucr dieHiuter- ! blicbcneu Gustav iisialcs, Tbcesss llsinks geb. Wöhrmann, Klara itoiaks. 2471b! t?tcu!ölli!, den IS. Juni 1918. j WM ZKMS'Uch« Kv.'ciirvcpein Berlin. Im Felde sind folgende Kollegen gefallen: MM Oohring, BÄ»W lafl GFIIFiGW, Maurer, Bez. Osten II. 8ÜF BöNS, Hilfsarbeiter. Bez. Weddwg. ßÜL hÜllLK!', Maurer, Bez. Alt-Glienicke. Ear! KruckesfeBFg, Puher.B-z. Norden I. Faul Mahlow, Maurer. Bez. Charlottenburg. Frill MuO, Bntzerträger, Bez. Norden I Franz Fapenfaß, JfTÄi GüSIHY Risba, Maurer. Bez. Lichtenberg. ZLthdai'll Laalbaed, B.fM�-r'g. ß llLla? 8k!d!Z5LLd, Maurer, Bez. Osten II. Will! Teüssboni, Maurer, Bez. Neukölln. fmz Theuerprlen, Bc?.fÄ'i. Paul WriiSF, Hilfsarbeiter, Bez. Neukblln. �UM8l WöiB, Maurer, Bez. Südosten. Ehre ihrem Andenke»! 149/11 Die Ortsrerwnltimzx. leriiüü m WriMM Mftnte. ;■VcrwnStnng(IroS-Bcrlln.--- Als weitere Opfer des Weltkrieges find m folgende Kollegen gemeldet- Sde'f Siiisiski, Erscii mm, IMiiiteim Üasitkej ICoarar»., SohsBitzj üobert Wendt, RdsL? Fs*obrich, Ehre ihrem Andenken l öS/7 IMe Ortsvcrwaltung. Bezirk Elld-Ost . Tegel Oberschönewcidc Wcihensce Südost Spandau D' MättKL?, Deutfthe§rau> �er Weltkrseg SrZngt zur EntfcheiSunZ. Jetzt von uns rveiß, für welches Ziel rvir kämpfen: für öen Seftanö unseres Reiches, für öis ftufrechtsrhultUKS unsere? Zkultur unö Wirtschaft, für Sie Zukunft unserer Ninöer. Mehr Senn je silt es heute, alle Ziröfts für Sies große Ziel zusammenzufassen unS nichts zu unterlassen, was unsere Zkraft in Sem Völkerringen zu steigern unS zu stärken vermag. De? Ankauf von Golöjachen öurch Sie Reicksbank ur.S See verkauf von Juwelen ins neutrale sZusianS Surch Sie Viamantenregie gilt öiefem Ziel. 5r stärkt Sen GolSschatz Ses Neiches. Er steigert unsere wirtschaftliche Feistungsfähigkeiu Er wi?S öazu beitrasen, uns einen ehrenvollen �cieScn unS Sen wieöeraufbau öer Jriedens» Wirtschaft zu stchern. das Gpfer öer GolS- unS �uwelenabgade, zu welcher Sie Nelchsbank aufforSert, zählt - unS Sas sei hier öen mancherlei herumschleichenSen flnzweifeiungen gegenüber ausSrücklich festgestellt- zu Sen notwenöigen Rüstungsarbeiten, mit Senen wir gewillt sinS, unseren 5cinSen entgegenzutrcteu unS unseren Jahnen Sen EnSsteg zu wahren. das Gefühl öer Notwsnöigkeit öisfes Opfers erfüllt noch nickt alle Greifs unseres Volkes. Noch können wir zwar Savon absehen, Golöschmuck und-�gerät aufzurufen, Sem ei» hoher Runstwert oöec— wie alten, Surch Generationen aufbewahrten Familien- stücken unS öen Trauringen öer iledeuSen~ ein besonderer kulturhistorischer oöer ethischer wert innewohnt, aber für olles übrige muß auch hier rückhaltlose GpfersreuAigkelt sich in öes Vaterlandes Dienst stellen. Wie jeSe? öeutfchs Mann unS jeöe deutsche 5rau sich heute, wo es öen Ztampf um öes Deutschen Volkes Dasein giit, örausien wie örinnen selbstlos unö selbstverstänSlich in öis Reihe öer Rämpfer stellt unö längst von Sem Wahn geheilt ist, auf Sen Einzelnen komme es nicht an, so ist es auch hier not, SaZ jeöcs GoiSstück, jeöes Schmuckstück unö Gerät, von Sem sich weitherzigste Gpferwilligkeit zu trennen vermag, öen Rampf für Sas Vater, ianö mitkämpft, wir brauchen heiße herzen unö offene hänSe. Krauen unS Männer Deutfchlanös! Zeig! eure Gpferbereitschaft. Laßt euch in Sem gefunösn Sewusttsew, Saß öes öeutfchen Volkes schwerste Zeit von euch veriangt, auch an öieser Stelle eare hllfe zu spenöen, nicht wankenö machen Surch Jeus, denen öas gefoeöerte Gpfer zu hoch erscheint. Wir brauchen euer Gpfer! S e r l k n, öen lö.?unl / 1 jUvrrtJL&iZS, prüfiSrat Oer«tich»da»t» SeüliirlklÄrlellkcisgrüsao Venvaltnngsstelle Berlin. [ Allen Frennden.Bckannien F | imb Gästen zur Nachricht, f | hng uniere liebe Schwester, I \ Tochter, Tante».Schwägerin.. Frau 2472b j Wir kaufen gebrauchte Dem Audenken unserer im Felde gefallenen und verstorbenen Mitglieder gewidmet. Brohmann, Wilhelm, Rohrleger, geb. 28. 10. 1883 in Fraustadt. Etzrodt, Richard, Schlosser, geb. 15. 8. 1886 in Freyenstein. Freitag, Kurt, Helfer, geb. 17. 9. 1387 in Berlin. iiausmann, Artur, Arbeiter, geb. 13. 7. 1898 in Berlin. Heinatz, Willi, Ziseleur, geb. 16. 12. 1882 in Rixdors. Krone, Erich, Fräser, geb. 14. 11. 1831 in Berlin. Fange, Fritz, Werkzeugmacher, geb. 12. 4. 1886 in Berlin. Lehmann, Otto, Dreher, geb. 27. 8. 1897 in Cbpenick. Müller, Erich, Schleifer, geb. 14. 6. 1882. Ohnesorge, Alfred, Dreher, geb. 11. 7. 1S9S in Lichtenberg. Preuß, Gottfried, Schlosser, geb. 6. 2. 1890 in Weblau. Schulz, Max. Dreher, geb. 4. 12. 1891 in Berlin. Schulze, Albert, Arbeiter, geb. 27. 7. 1884 in Berlin. Vogel, Albert, Schmied. geb. 7. 12. 1883 in Phöben(Werder a. H-). Ehre ihrem Andenken! 113/13 Die Lrtsverwaltuug. Bindfaden Martha.Jahr �. am Donnerstag, 13. Suni.rf I KSulUOtb»/ Vi'dllls n.iff» lortnpm. fffimfrpniOpThpii ffl i, HartgummT- | Wschswalzen- ' cha!lp!atten-Abfiillc langem, schwcremLciden Ij sanft entschlafen ist. Dies zeigt schmerzerfllll! � im Namen der Hinter. blicbencn an stteliihold Gritsch. Gastwirt. Rigaer Slr. 57, als Bruder. Die Beerdigung finde! am Monlag, den 17. Juni, nach- mittags S'/ü Uhr, von der Leichenhalle der Markus- Andreas- Gemeinde in WilhclmSbcrg aus statt. Lrdower G. m. b. H., Georgenkirchstr. äO (b. 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