Hcdoftion: SW. öS, Linöenstraße Z. fferowrecher: Ami Morwpla«,. Str. IM SV— lSt S?. Sonnabend, den ÄÄ. Juni I.V18. Expeüttion: SW. 68, Lwüenstraße 3. i Äetnffrecbee; Amt Morivplatz, Nr. ISI ÄO— l51v7. Kr. m. S5.I»hrs. Nerlinev Volksblclkt. äer rozialdemokratifcbcn parte» Deutfcblanda. Anzeigenpreis: DirsteiengespaltencKolonrlzeilerostct 80 Ptg.»Stleinc Anzeigen", d»z fettgedruckte Wort 30 Pjg.(zulässig Z fettgedruckte Worte>. jedes weitere Won 16 Psg. Stellengesuche und Schlasstellcnanzeigen du- erste Wort 2V Psg.. iede? weitere Wort 10 Psg. Worte über 16 Buchstaben zählen sür iwei Worte. TcuerungSzuichlag 20°/» Familien-Anzeigen, volitische und gewertschastliche Vereins» irnzeigen 60 Psg. die Zeile, iinzclgen für die Nächste Nummer müssen bis 5 Ilbr nachmittags im Hauptgeschäft Bcrlm KW. 38. Lindenstratze 3. ab-egeben «erden. Geöffnet von 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends. Bezugspreis t Viertetfährl. t.oO Ml. manatl I.BOTOl frei ins Hau», voraus zahlbar. Einzelne Nummern 10 Piennig. Postbezug: Monatlich, vom Postschalter abzuholen ILO Ml. vom Briefträger ins Haus ge- bracht l.St Ml. Unter»reuzdand iü: Deutichlard und Oesterreich-Ungarn ü,— MI, für das übrige Ausland t.60 Ml. monatlich. Vcriand ms lveld bei direkter Bestellung monail. IM Mi. Poitbektellungen nehmen an Däne- mart. Holland. Luremburg, Schweden und die Schweiz,».ngetraaen in die Post-�eitun?s-Prcts!lIle. «pschetnl täglich. retegramm. Adresse: »Eoztaldemokrat Berlin''. �cntralorgan ( 10 pksnnig) Keicbstas UU-A Komänensriede. Der Frioden don Bukarest ist gestern im Reichstage Gegenstand einer ersten Besprechung getoesen, die aber nur als Einleitung der wirklichen Diskussion angeschen wer- den kann, die sich ergeben wird, sobald durch die Kommissions- beratung Klarheit über die Einzelheiten und den wirk- lichen Sinn dieses sehr komplizierten Vertragswerkes ge- schaffen ist. Mit Recht hat Genosse Scheidemann betont, daß sich die letzten Konsequenzen der zahllosen Bestimmungen dieses Friedensdorumentes, das zusammen mit den Zusatz- Verträgen einen umfangreichen Band der Reichstagsdrucksachen ausfüllt, ohne weiteres gar nicht übersehen lassen. Das zeigte auch die gestrige Debatte, in der die alldeutsch ge- richteten Redner— freilich nicht in so scharfen Ausdrücken wie ihre Organe, die den Bukarester Frieden als eine deutsche Schmach hingestellt haben— über die milde Behandlung der Rumänen und das Fehlen einer Kriegsentschädigung jam- nierten, während man von unabhängiger Seite mit der Ver- urteilung des Friedens als eines brutalen Gewaltfriedens bereits bei der Hand war. Gerade im Falle Rumänien haben die Annexionisten scheinbar ein paar sehr starke Trümpfe für die Propaganda ihrer Gewaltideale in der Hand. Die Treulosigkeit, mit der die rumänische Diplomatie den bestehenden Bündnisvertrag niit den� Mittelmächten verriet, hat zweifellos im deutschen Volke stärksten Unwillen erregt. Dieser Unwille ist noch ge- steigert worden durch die barbarische Art, mit der die Rumänen den größten Teil der in ihre Hand gefallenen gefangenen deut- scheu Soldaten durch Hunger und sonstige Quälereien hinge- mordet haben. Diese Tatsache ist nicht zu leugnen, und selbst der Sprecher der Unabhängigen, Ledebour, erklärte sich durch- aus damit einverstanden, daß die Schuldigen an diesen trau- rigen Vorkommnissen zur strafrechtlichen Verantwortung gezogen werden. Aber auf der anderen Seite hat kein anderer als der Ver- treter der deutschen Regierung, Staatssekretär Kühl- mann, mit starken Worten betont, daß das rumänische Volk als solches zum größten Teil« nur sehr gegen seinen Willen in den Krieg hineingehetzt worden ist. Die deutsche Regierung hat damit anerkannt, daß grundsätzlich zwischen der Sch uld einer Regierung und der Schuld eines Volkes unterschieden werden müsse, das. ja ohnehin durch den Unglück- lichen Verlauf des Krieges genügend für seine Regierung ge- straft worden ist. Freilich werden es nicht allein Gründe der höheren Gerechtigkeit gewesen sein, die die deutsche Regierung zu diesem durchaus billigenswerten Standpunkt gebracht haben. Wir glauben vielmehr, daß auch se'hr starkesachlicheBedenkender Regierung klar gemacht haben, daß ein Straf- und Vergeltungsfrieden, abgesehen von der Befriedigung� einiger rachebegicriger Heimkrieger, dem deutschen Volke nicht den mindesten Nutzen, wohl aber u n- ermeßlichen Schaden gebracht hätte. Rein tatsächlich betrachtet, konnte die deutsche Regierung den Ruinänen ja auferlegen, was sie wollte. Nach dem Zerfall Rußlands war Rumänien trotz der ihm verbliebenen kleinen Armee, wehrlos den siegreichen Mittelmächten ausgeliefert. Aber nun gerade zeigt sich die O h n m a ch t der von den All- deutschen gepredigten reinen Macht Politik. Es zeigt sich, daß das Schwert eben nur ein Schwert, aber kein Universalinstrument für wirtschaftliche Arbeit ist. Man kann mit dem Schwert Armeen niederwerfen, aber weder Pflügen noch ernten, noch Petroleum bohren. Man kann mit dem Schwert hinrichten, aber keine Ausfuhr schaffen. Das deutsche Volk hat nun aber ein weit geringeres Interesse daran, daß in Rumänien einige Schuldige geköpft werden, als daß es mit dem rumänischen Volke in eine Bc- ziehung kommt, di�.es dem deutschen Volke dauernd er- möglicht, die Ueberschüsse der reichen rumäni- schen Urerzeugung, namentlich die Ueberschüsse an Getreide und Petroleum, für seine Volkswirtschaft zu sichern. Aber hierbei versagt die Gewalt. Man könnte ja an das gewaltsame Wegnehmen denken. Aber die letzten Vor- gänge in der Ukraine geben einen deutlichen Fingerzeig dafür, daß mit noch so strengen Erlassen militärischer Be- fehlshaber sich gegen den Willen der Bevölkerung kaum ein Ueberlchuß aus der Erzeugung eines Landes herausholen läßt. Und überdies ist Deutschland an der rumänischen Aus- fuhr ja nicht nur so lange interessiert, wie deutsche Besatzungs- truppen im Lande stehen, sondern auf I a h r z e h n t e und Generationen hinaus. Man sieht, die Theorie der Herren, welche die Erde mit dem blanken Schwert regieren wollen, scheitert letzten Endes an der harten Logik der Tatsachen und der wirtschaftlichen Verhältnisse. Diese Logik der Tatsachen hat offenbar auch die deutsche Regierung veranlaßt, von den Rache- uwd Vergclwngsgclüsteu Vergebliche italienische Zlnstürme westlich der Piave— Das Ringen auf dem Montello— Heftige feindliche Erkundungen an der französischen Nordwestfront Berlin. 21. Juni 1918. abends. Amtlich. Von den Kampffronten nichts Neues. Amtlich. Großes Hauptquartier, 21. Juni l9l8. jW. T. B,) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Der Feind sehte an der ganzen Front heftige ErkundnngS- Vorstöße fort. Sie wnrden überall abgewiesen. Nordöstlich von M r r r i s und nördlich von Albert brachen englische Teil- angriffe blutig zusammen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Oertlichc Angriffe der Franzosen südwestlich von N o y» n. der Amerikaner nordwestlich von Chatrau-Thierry scheiterten. Franzosen und Amerikaner erlitten hierbei schwere Verluste. Gefangene blieben in unserer Hand. Südwrstlich von RcimS wurden Italiener gefangen. Die großen, ehemals von Franzosen benutzten, deutlich kenntlich gemachten Lazarcttanlagcn im V e S l e- T a l zwischen Breuil und M o n t i g n q waren in letzter Zeit zweimal das Ziel feindlicher Bombenangriffe. Der Erste Generalqnartiermeistrr. Ludendorff. Ter österreichische Bericht. Wie«, 21. Juni 1918. Amtlich wird»erlautbart: Der Feind setzte seine Anstrengungen, uns die westlich der Piave erkämpften Erfolge wieder zu entreißen, auch gestern in unverminderter Heftigkeit fort. Seine Opfer waren abermals vergebens. Alle Anstürme brachen au dem uncrfchntter- lichen Widerstand nnscrer heldenhaften Trnppen zusammen. Zu besonderer Wucht steigerte sich das Ringen auf der Karsthochfläche des Montello, wo an den fiüchtig aufgeworfenen Berfchanzungen der Divistonen des FeldmarfchallcutnantS Ludwig Goiginger Stinmiwellc auf Sturmwclle zerschellte.— Neberall stand Man« gegen Mann im Handgemenge. Auf Frontbrcitcn von zwei Kilometer ballte der Feind Stiirmtruppeil in der Stärke von 8 gicgimcntern zusammen, um den Wall unserer Braocn ins Wanken zu bringen. Ge- wältig« Kräftcvcrbranch zwang den Italien«, Reserve auf Reserve in die Schlacht zu werfen. Neben großen blutigen Ver- lustc» nimmt auch seine Einbuße an Gefangenen täglich zu. So wurden am vorletzten Gcfechtstage auf dem Montello allein 3200 Mann eingebracht, davon 2000 durch das ungarische In- fanterie-Negiment Nr. 139. Ungarische Hecrcsrcgimcutcr, öfter- rcichische Schützen und ungarische HoiivedS haben in diesen heißen, durch Tag und Nacht fortdauernden Kämpfen als An- greiser ebenso wie als Verteidiger ihrer riihmreichcu Geschichte ein neues Ehrenblatt eingefügt.— An der Gebirgsfront herrschte gestern Artillcrickampf vor. Der CThef des GcneralstabeS. der Alldeutschen abzurücken, selbst auf die Gefahr hin, daß diese aus enttäuschter Wut Herrn Kühlmann mit der Anklage eines unsittlichen Lebenswandels heimsuchten. Aber eins ist völlig klar: wenn man von Rumänien auf praktisch unbe- grenzte Dauer die Lieferung seiner Getreide- und Pctroleuin- Überschüsse zugesichert haben will, so ist dies nur möglich, wenn die Rumänen selber ein Interesse und guten Willen bei der Sache haben, wenn sie diese Lieferung nicht als eine lästige und schmachvolle Kontribution betrachten, der man sich bei der ersten sich bietenden Gelegenheit zu entziehen sucht. Es ist freilich noch verfrüht, ein Urteil darüber abzu- geben, ob die in Bukarest abgeschlossenen Vertröge wirklich so gestaltet sind, daß sie durch ihren Inhalt ihre I n n e- Haltung garantieren. Das wird die Einzelberatung der. wie gesagt, sehr komplizierten und ichwer zu übersehenden Einzelverträge im Hauptausschuß des Reichstages ergeben. Die Sozialdemokratie wird jedenfalls nicht nur aus prinzi- piellen Gründen, sondern im höchsten sachlichen Interesse des deutschen Volkes und der deutschen Volks- Wirtschaft den Standpunkt zu vertreten haben, daß die mit Rumänien beschlossenen Wirtschaftsverträge nur dann von bleibendem Werte sind, wenn sie keine ver st eckte Kon- tributionundAbgabefürdas rumänische Volk in sich schließen, sondern sich als ein freies wirtschaftliches Uebereinkomnien darstellen, das auch vom rumänischen Volk als eine Verständigung, nicht als eine Berge- w a l t i g u n g betrachtet werden kann. Solche wirtschaftlichen Abkommen sind ja recht eigentlich das Fricdenszicl der Sozial- demokratie; wir sehen in ihrem Abschluß�— nicht nur bei die- fem Frieden— das einzig taugliche Mittel zum Wieder aufbauderdeutschcnVolkswir tschaft nach dem Kriege. Der englische Außenminister bei Ausbruch des Kriege?, Viscount G r e y, hat dieser Tage eine Broschüre erscheinen lassen, in der er den Völkerbund aller Nationen mit aus- drücklichem Einschluß Deutschlands propagiert. � Tie Auszüge, die Reuter aus dieser Broschüre übermittelt, reichen nicht hin, ein abschließendes Urteil über ihren Wert zu fällen. Aber jedenfalls zeigen sie den englischen Exminister in ganz anderem Lichte, als ihn die alldeutsche Kriegslegende zu nialen bestrebt ist. Natürlich sucht man jetzt erst recht Greys Propaganda des Völkerbundes als ein besonders gerissenes und hinterlistiges englisches Manöver hinzustellen, um Teutschlands in einer fein gelegten Schlinge zu erdrosseln. In Wirklichkeit sind Greys Gedankengänge die typischen Anschauungen des b ü r g c r- lichen pazifistischen Ideologen, die zwar vom Standpunkt der sozialistischen Erkenntnis manche Kritik her- ausfordern, weil sie die der kapitalistischen Ausbreitung inne- wohnenden Kräfte viel zu wenig berücksichtigen, deren Gesin- nung aber durchaus Anerkennung verdient. Wie wenig Grey auf eine Erdrosselung Deutschlands ausgeht, das zeigen_ die Schlußsätze des von Reuter veröffentlichten Auszugs seiner Schrift, die lauten: Alle müssen au? diesem Kriege lernen. Tie Vereinigten Staaten und die Alliierten können die Welt nicht vom Mili- tariSmus erretten, wenn nichtDeutsch landaus diesem Kriege lernt«nd sie werden weder die Welt noch sich selbst durch einen völligen Sieg über Deutschland retten, bevor auch sie geltrnt haben, daß der Militartsinus der tödliche Feind der Menschheit geworden ist. Ter Bukarester Frieden ist vielleicht nicht die schlechteste Lehre dafür, daß die Beziehungen der Staaten nach dem Kriege nicht aus der Basis der Gewalt geregelt werden können, son- dern daß ein Wiederaufbau der Weltwirtschaft und einer Hei- lung der durch den Krieg geschlagenen Wunden nur durch eine friedliche Verständigung möglich ist, die den guten Willen aller beteiligten Staaten erzeugt, miteinander, nicht gegeneinander zu arbeiten. Tonnen Srotgetedöe an Gefteereich Wie die Heeresverwaltung mitteilt, sind aus militärischen Beständen 5000 Tonnen Brotgetreide nach Oesterreich gegangen. Die Zilwendnug, deren Neberwcisnng sich ans militärischen Gründen empfahl, ist s ch o n abgerollt. � Die Hecresverwaltmig legt Wert ans die Feststellung, daß diese Zuwendung an Oesterreich auf die Verpflegung des deutschen Heeres oder der d c n t s ch c u Zivil- bcvölkerung keinen Einfluß anSäbe. Die Abgabe ist gegen die bestimmte Versicherung erfolgt, daß Rückgabe der gleichen Menge bis zum 15. Juli erfolgt. Nach Mitteilung der„Neuen Freien Presse" sind von 1000 Eisenbahnwagen Brotgetreide, die Deutschland Oesterreich zur Verfügung gestellt hat, bereits 500 Wagen im Anrollen. In der „Kreuzzeitung" wird hinzugefügt: Ferner verzichtet Deutschland auf die Frühkartoffeln, die ihm seinerzeit im Kompensation�- Wege aus den ungarischen Beständen angeboten worden sind. Diese Frühkartoffeln werden fortan ausschließlich Oesterreich zugute kommen. Ungarn hatte sich seinerzeit verpflichtet, von seinen Ueberschüssen an FrüMartoffeln je die Hälfte nach Deutfckv land und Oesterreich abzugeben. Bis jetzt sind nach Deutschland erst einige Wagen abgegangen, so daß noch annähernd 300 Wagen für Oesterreich bleiben. Aus dein Telegramm Ludendorffs an den Wiener Bürgermeister Dr. Weiskirchner geht hervor, daß alle Getreideeinfuhren aus Rumänien, B e ß- arobieu und der Ukraine restlos Oe st erreich überlassen und auch die für die Westfront bestimmten Sendungen im April, Mai und Juni trotz der dortigen schweren Ernährungsfrage unserem Bundesgenossen zur Verfügung ge- stellt worden sind. Auw aus Ungarn wird Hilfe angekündigt. Im unga- rischen Abgeordnetenhause sagte Ministerpräsident Wckerle am Donnerstag bei Besprechung der Schwierigkeiten der Ernäb- rungsverhältuisse in Ungarn:„Auch bei uns gibt es viele Schwierigkeiten. Es bedarf der größten Selbstaufopferung, mit so verringerten Lebensmitteln auszu- kommen. Dazu kommen die in Oesterreich eingetretenen Zu- stände. Diese machen es unerläßlich, daß wir, wenn möglich so- fort, jedenfalls aber nach der neue« Ernte, die bei uns früher ist als d» Ocsterpcich, zur Beseitigung oder wenig- sten s L i n de r u n g der Schwierigkeiten Oester reichst Ii'-c aLcin, wk-s«»enschcnmögllch ist, zu Hilfe kom men.Htandpunit Deutschlands ist»ns noch gar nicht mitgeteilt worden, Wenn er uns mitge- teilt wnch, wird er bis zu der Grenze berücksichtigt und akzeptiert werde», welche die Regierung stck sur di« Verhandlungen vorge- zsichnet hat. Die gesetzgebende Körperschoft wird nicht vor eine vollendete Tatsache hingestellt werden." Der Mtnisterprästdent ersuchte schließlich um Ablehnung der eingebrachten Beschlußanträg« wegen Einsetzung eines Sonderausschüsse» zur Vorberatung der mit Teutschland zu verhandelnden Fragen, und dann nahm Graf K a r o I y i das Wort, um zu erklären, daß er ein Gegner der Bündmever- tiefung sei und sich nicht beirren lassen werde, weiter in diesem Sinne tätig zu sein« Die Ksnstantinople? Konferenz. Konstsgtinvpks, Sk. Kuni. Di« Delegierten hex«r und Armenier trafen am sg. Nuui Bord des Dompfers General, von Posi kommend, zur Koiistantinopler Konferenz«in. Die tstorischen Delegierten werden in den nächsten TaMi, erwartet, stnjer de» georsische» Vertretern befindet sich da? Mitglied der früheren Duma G e g e s ch? o r i, der nach der UnahhängigkeitKerkkärung des Kaukasus das Amt eine» Minister- Präsidenten versah. Gegeschkors erklärte dem osmanischen Wer- tveter: Auf der Konstansinopler Konferenz, der er die höchste Sc. deutung beimesse- sollten alle schwebenden Fragen wir t- s ch g f t l i ch c x und politischer Natur, insbesondere die Grenz fragen, di- bisher nur allgemein festgelegt waren, ihre ensgüstigs Lösung finden. Bit Peztehungten d« r drei Republik«« seien gui« u«d sollten enger ausgebaut werden. T-a? Verhättni» zur Türkei fei«in sk«u»dnachbarliches. Freiherr Kress von K k e s s« u st k> n und Lcgationssekretär v. K a r d o r f f reisen heute noch dem Kaukasus ad zur Prüfling der Verhältnisse in den neu errichteten drei Republiken. Tie die Kiewer verhanülungen. Jfmmer nach tSrenzfragen. Tonprotestnot«. Krimfrage. Kiew, IV. Juni. Die letzten Sitzungen der ukrainisch-rulst- scheu Friedensverhandlungen galten»och weiter den Grenz» fragen. Die Ukrainer bestanden auf Anerkennung der K r i n, als Bestandteil de» ukrainischen Staate». Die Russen schlugen dagegen als Kompromiß die Entscheidung der Froge durch cm Refsrenduln der Krimbevölkerung vor. In der Warenaustausch' komniission wird über die Lieferung von Getreide und Kohle an Großrußland gegen Weblvaren, Schmier-, Roh- und Leuchtöle von dorther verhandelt. Kiew, 2V. Juni. Bei der Fortsetzung der Grenzver- Handlungen begründete die ukrainische JriedenSdelegation thre Ansprüche dmnit, daß die strategische Lage eines neu ge- bildet?" Staatswesens häufig eine gewisse Gebietserweiterung auf Kosten deS ethnographischen Prinzips verlange. R a- •> koivski entgegnete an der Hand des Zahlenmaterials, daß die ukrainischen Ansprüche sich auf urrusfifche Gebiete er st reckten. Ii: der Wareuaustauschkommissüm verlangten die Groß- ruften das Recht des Getreideankaufs in einer Reihe ukrainischer Städte als Gegenleistung gegen Webwarenlieferung. Die Ukrainer wollten die Frage der Ge- treidelieferung vorläufig zurückstellen. Sie boten Kohle, Koks und Roheisen gegen Webwaren, Rohöl, Glas, Schmieröl, Schuhwerk>md Papier an. Die russische Delegation erklärte kategorisch, daß Webwaren nur gegen Getreide getauscht werden könnten. Rohöl könnte wegen eigener geringer Bestände nur sehr wenig abgegeben werden. Tie Zeitungen veröffentlichen eine die Eholmer Frage betreffende ukrainische Note an das österreichisch- ungarische Ministerium des Aeußern wegen Cholm. Ter Vertreter der Donregierung überreichte dem ukrainischen Minister des Aeußern eine Protestnote. In dem ukrainisch-russischen Vorvertrage sind als Uebcrgangspunkte für die Einreise der beiderseitigen Staatsangehörigen auch solche Punkte aufgeführt, die auf dem Gebiete der selbständigen Donrepublik liegen. Gegen diese Rechtsverletzung erhebt die Donregierung Einspruch, da sie sich noch im Kriegszustande mit der von der Sowjetregierung nach dem Ton entsandten Roten Garde befindet. Der weißrussische außerordentliche Gesandte Skirmunt ver- bandelte mit dem ukrainischen Minister des Aeußern, wobei das Fehlen irgendwelcher Streitpunkte festgestellt wurde. Skir- inunt hofft auf die baldige Anerkennung Weiß- Rußlands als Staatswesen durch Deutschland. tttew, 19, Juni. Ei« Telegramm aus Odessa meldet:„Pos- lednija Nowosti" meldet, daß das Krimkabinctt folgendermaßen gebildet ist: Sultewitsch Vorsitz und Krieg, Inneres Nal- handow, Unterricht Kcleer, Verkehr Frsmann, Landwirtschaft Fürst Golitzpn, Finanzen ehemaliger Direktor der Maskauer Union, bank Graf Tatischtschew, Aeußere» ehemaliger Botschafter in Kon- siantinopel Tscharhkow, Marine Kapitän Gendre. Die rujfisthe Gegsnrevolution. Pensa in Hiind,,, der Tschechoslotvake«. Mlskau, 20.. Juni.(Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) Die Erhebung der Tschechoslowaken dauert an und er- schwert die Verbindung auf den sibirischen Eisenbahen und die Versorgung der Industriezentren mit Lebensmitteln. Die Lage in Pens« ist«rnst geworden, da sich die Stadt in der Gewalt der Auf. ständischen befindet, die im Besitz von Panzerautomo- btlen und Artillerie sind. Ein ernster Kampf hat sich zwischen den Sowjettruppen und den Tschcchoslowaken entwickelt. Verstärkungen worden von allen Seiten nach den bedrohten Punkten gesandt. Gegenwärtig sind die Tschechaslowake« Herren der Städte MiaS, Koznctsk, Tscheljabinsk und der Verbindungslinien. Da? End« der Erhebung läßt sich für die nächsten Tage dank der Er- gebenheit der tschechoslowakischen Truppen an die Sowjets voraus- sehen, da alle Zwischenfälle nur durch ihre Offiziere und gegen- revolutionär« russische Elemente hervorgerufen worden sind. Stockholm, 18. Juni.(Meldung der Petersburger Telegraphen. Agentur.) Der Leiter der Operationen gegen die Tfchechoslowaken, General M i a s n i k o w. hat Befehl gegeben, alle Personen festzunehmen und hinzurichten, di« in der F r o n t z o n e, vor allem bei Siminrsk und Eyzran, sich an den gegenrevolu- t i o Ii ä r e n Bewegungen d e j e i l i g c ii. Tie gleichen Maß. nahmen sind gegen diejenigen zu ergreifen, die trotz de» Verbotes den Versuch machen, im Abschnitt Samara die Wolga zu befahren. E» wird gemeldet, daß die Tschechoslowaken nach der Beschädi- gung Samaras durch da? Bombardement in der Stadt Gewalt- tättgkeiten gegen dt« Not« Garde und Mitglieder der Verwaltung verübten, indem sie si« h i n r i ch t et e n. Tie konsti- tuierende Versammlung wurde proklamiert. Die Abteilungen DutvWS, der an der Organisation der Weißen Garde teilnahm, dienen al» Polizei. Die Gegenrevolutianäre zählen wahrscheinlich nicht darauf, die Stadt zu halten, denn sie räumen alle Depot». Die Militäroberiiispektion meldet auf dem Wege über da? Kriegskommissariat vom Kriegsschauplatz, daß die Sowjettruppen unter dem Kommando von Podwoiskh binnen kurzem Samara b es r e i e n werden, und daß die tschechoslowakische Bewegung er-» löschen wird. Moskau- 18. Juni. Nack, Meldungen der hiesigen Presse festen die tschecho-slowakischen Truppen aus der Linie ischcljabinsk�Usa vor. Bei Kischtym babca schwere Kämpfe stattgefunden, in denen die Sowjet-Truppc« siegreich waren. Nach einer offiziellen Mitteilung ist Großfürst Michael Mexandrowitsch au« Perm entflvhrn. Moskau, 19. Juni. Ii, einer offiziellen Bekanntmachunz über die Verhaftung der Teilnehmer an der Konferenz der rechten Sozialrevolutirnäre und Menschewiki wird mitgeteilt, daß nacki Rn erbeuteten Papieren der Zweck der Versamm» lung der Sturz der Räte-Negicrung und die Ein- herufung der Konstituante war. das Unterhaus witt keinen verftänöigungs, frieden. London, 20. Juni-(Reuter.) Unterhaus. Bei de? zweiten Lesung der Bill über die konsolidierte Staatsschuld brachte der Pazifist M o r r e II folgenden Zusatzantrag ein: „Da« Volk wünscht v« n d e r Regierung di« Zusi»«- evng zu erholten, das) sie keine Gelegenheit, di« KriegSpr-vlem« auf diplomatischem Wege durch U e b e r e i n k ii n f t e zu 1 ä s c n, vorübergehen lassen wird, und gibt ferner der Meinung Ausdruck, daß die Gr- beimverteLge mit den alliierten Regierungen einer Rcvi, sion unterzogen werden sollten, da sie in ibrer gegenwärtigeit Gestalt mit den Zielen unvereinbar sind, für die England in de,, Krieg eingetreten ist und da sie dcöholb ein Hindernis für einen demokratischen Frieden bilden." Morrcll führte aus. das Volk sei durch die Entwicklung der Tinge besorgt und sei berechtigt, von der Regierung eme er- »eilte Darstellung ihrer Kriegsziele und ihrer Anschauungen über die Aussichten, sie zu verwirklichen, zu verlangen. In allen kriegführenden Ländern sei eine immer stärker werdende Bewegung zugunsten von vernünftigen Friedensbedingimgen vorhanden, um dem Krieg ein Ende zu machen. Philipp D n o w d e n unterstützte den Antrag. Amsterdam- 21. Juni.(Reuter.) Das Unterhaus Rrt das pazifistische Amendement Morrell ohne Adstiwwuvg abgelehnt... �..........> Cnglanö öeportlert ohne?ichtee!!ches Urteil. Tie Erdrosselung des irischen Widerstandes. London, 20. Juni.(Reuter.) � Oberhaus. Jtn Laufe der De- kaite über die Lage in Irland sagte Lord Curzon u. a.: Zwei Dinge von großer Bedeutung haben sich ereignet. Tas erste war die im Mai erfolgte Entdeckung der unseligen und surcht- baren Verschwörung der Sinnseinsührcr mit dem Feinde. TaS andere große Ereignis, das die Lage änderte, war das Vorgehen des römisch-katholischen Klerus, der gemeinsam den Widerstand gegen die Dienstpflicht anriet. Das war eine direkte Herausforderung der Oberhoheit des Reiches in Angelegenheiten, in denen es nach nie in Frage „ezogen worden war, daß das Reichsparlament die höchste Macht habe. Unter diesen Umständen war es die Pflicht der Regierung, mit den Tatsachen zu rechnen und ihre Politik danach einzurichten. Die Persönlichkeiten, die deportiert worden sind, konnten nicht vor den Richter gebracht werden, ohne dem Feinde die Wege anzugeben, auf denen die Regierung ihrem Vorgehen auf die Spur gekommen wai. Aber wenn einer von ihnen unschuldig war, so hatte er das Recht, Berufung einzulegen. Diese Deportationen haben die Lage in Irland wesentlich erleichtert und sogar die nationalistischen Abgeordneten teilen dieses Gefühl der Erleichterung. Daß die verruchte Strafbill von 1887 gegen die Iren wieder in Kraft gesetzt worden ist, haben wir init gebührender Bemerkung an den Pranger gestellt. Es scheint aber, daß England über die Gewaltmittel dieser Bill noch hinausgeht. Neudilözmgeq im engiischen Kabinett. Rotterdam, 20. Juni. Der„Nieuwe Rotterdamsche Couran!" "meldet aus London: In der gestrigen Unterhaussitzung stellte AonarLow die Bedeutung der Veränderung, die die Bildung eines neuen ministeriellen Komitees mit sich bringen würde, als geringfügig hin. Er sagte, es handle sich lediglich um den Ausbau des bereits bestehenden Systems. Es bestehen schon drei solcher Komitees, nämlich das für wirtschaftliche Angelegenheiten, ein Komitee zur Entscheidung bei Rangstreitig- keilen zwischen den einzelnen Departements und eins für die Kriegführung im Osten. Bonar Law verteidigte die jetzige Re- gierungsmethode durch ein Kriegstabinett und wollte von einem gleichgrstclltcn Kabinett mit gleich großen Befug- nissen in innerpolitischen Angelegenheiten nichts wissen. Im Oberhause erklärte Lord Curzon, daß das Ministerkomitee für inneve Angelegenheiten, tvenn nötig, auch das Recht haben wird, im Namen des Kabinetts Beschlüsse zu fassen. Die anderen Komitees hingegen würden politische Fragen von größerer Tragweite dem Kriegstabinett überlassen. Tcr U-Boot-Krieg um England. B« r l i n, 20. Juni. Das unter dem Kommando des Aapitänleiitnants Middendorf stehende U.Boot hat vor dem Westausgang dcS Kanals und an der englischen Westküste 4 Dampfer versenkt mit zusammen 19 000 Br.-R.-T. Von ihnen wurde ein wertvoller 8000 Br.-R.-T. großer Dampfer aus einem einlaufenden, sehr stark gesicherten Geleit- zug herausgeschossen. Sämtliche Schiffe waren beladen. Der französische Transportdampfer Santa Anna, der unter Be- deckung von Biserta nach Malta fuhr und Soldaten sowie ein- geborene Arbeiter an Bord hatte, wurde laut Havasmeldung in der Nacht zum 11. Juni, ohne, daß ein Feind bemerkt worden wäre, torpediert und versenkt. Bon den 2150 an Bord befind- lichen Personen wurden 1513 gerettet. Tie Flucht auS Baris.„Petit Journal" berichtet, daß die Paris verlassenden Züge, stets überfüllt sind. In der Provinz herrsche in- salge krasser Wohnungsnot mit den Mietpreisen eine schamlose Preistreiberei. Für eine schäbige Mansarde werde pro Nacht 10 bis Franken verlangt.„Temps verlangt, daß die Abbeförderung von 150 000 Personen täglich für den Gesahrsfall vorbereitet werde, während gegenwärtig mir 20 lM Personen die Hauptstadt täglich verlasse» könnten. Tie U-Bo»t-Angriffc an der amerikanischen Küste. We„Mar- -ning Post" aus Washington erfährt, hat das Marinedepartement zum Schutz der Küstenschiffahrt gegen künftige U-Boots- Operarionen die Einführung des Geleit syftems be- schlössen. � Arbeitskammern. In der Sitzung am Freitag, der ersten nach dem Unannehmbar kier Regierung, wurde zunächst darüber beraten, ob und in welcher Weise die 34. ReichStagskommission die Beratung fortsetzen könne. Dabei erklärte der Staatssekretär v. Stein noch einmal, daß das Gesetz nur auf der Grundlage von Fachkammern zustande kommen könne; er bezeichnete den gefallenen Antrag Trimborn als die äußerste Grenze für die Regierung, auch der Antrag Fckler, weil er die territorialen Kammern grund- sätzlich hecvorhebc, sei„voraussichtlich" nicht annehmbar. Für die aktive Mitarbeit der Regierungsvertreter an der Ausschußbera- hing fei indessen erforderlich, daß die Jachkammern beim ganzen Gesetz durchgearbeitet würden: der Antrag Jcklec in seinem zweiten Absatz biete wohl das Mittel, auch die Fachkammern mit zur Beratung zu bringen. Trotz dieser deutlichen Erklärung wünschte Abg. Wcinhausrn iFortschr-) eine Stellungnahme der Re- gierung zu dem sachlichen Inhalt dieses Antrages, der von Abg. Hitze (Ztr.) mit einem Zusatz über selbständige Arbeitnehmer- abteilungen wieder eingebracht wurde. Schließlich wurde die Weiterberatung dieses Antrages ausgesetzt, um den Fraktionen die Vorbereitung von Abänderungsan trägen zu ermöglichen. Gemäß einem gemeinsamen Antrage beschloß die Kommission gegen 3 Stimmen, daß zur Wahrnehmung der besonderen Interessen der Arbeitnehmer in den Arbeitskummern besondre Arbeitnehmerobteilungen zu errichten sind. Nunmehr kommt der Geltungsbereich deS Gesetze? zur 'Beratung: nach der Vorlage soll«r im wesentlichen„uf gewerbliche Betriebe beschränkt werden: Seeleute, Landarbeiter, weite Schichten von Angestellten würden dadurch ausgeschlossen sein. Zunächst wird die Einbeziehung der Seeleute erörtert. Abg. Hecks»«(Fortschr.) wendet sich gegen die Einbeziehung vor allem wegen bedenklicher Folgen für die notwendig straffe Disziplin. Abg. Bender(Saz.) wendet sich gegen solche Zurücksetzung der Seeleute. Tie starken Reederorganisationen mit ihrem iveitreichenden Einfluß hätten obendrein die Haudelökammcni. Die Schiffsmannschaften brauchen Arbeitskammern nötiger als manche andere Arbeitergruvpe. Tic Disziplin werde durch die Wahlen keineswegs gelockert. Darüber wache die Seemamisordnuiig. Aehnlich sprachen die Abg. Hüttmann(U. Soz.) und Schirm«(Ztr.), während Abg. Trimborn sZtr.) so erhebliche Schwierigkeiten für die Einbeziehung in dieses Gesetz sah, dag er ein Spezialgesetz über Seekammern be- sürwortete jind eine entsprechende Vorschrift in fi 6 der Vorlage empfahl� Staatssekretär v. Stein hofft, daß eS gelingen werde, in diesem Sinne eine Regelung zu finden. Schließlich wurde aber mit 13 gegen 13 Strmmen beschlossen, die Seeleute i« die Brbeitskammera einzubeziche» und den Entwurf entsprechend zu. erweitern, � die Umsatzsteuer. Die Sozialdemokraten haben, wie bereits mitgeteilt, den An- trag gestellt, die Umsatzsteuer bei Lebensmitteln auf i vom Tausend herabzusetzen. In Verbindung damit wird auf ß 30 eingegangen, der bestimmt, daß den Bundesstaaten 10 v. H. des Ertrages der Umsatzsteuer als Vergütung für die Erhebnngsiosten zu- fließen sollen. Wiederum 10 v. H. dieses Betrages fließen den Gemeinden zu zu dem Zweck, teilweise für die Lebens- m i t t e l v e r s o r g u n g der minderbemittelten B c- Völker ung verwendet zu werden. Steuern vom Warenumsatz, Ivelche beim Inkrafttreten dieses Gesetzes in Bundesstaaten und Gemeinden bestehen, dürfen vom 1, April 1010 ab nicht mehr er- hoben, auch nicht neu eingeführt werden.— Ten sozialdemokratischen Antrag begriiirdet Abg. Meerfeld mit dem Hinweis darauf, daß die Lebensmittel unter keinen Umständen noch weiter verteuert werden dürfen.— Gegen den Antrag werden praktische Bedenken geltend gemacht und insbesondere aus den g 30 Bezug genommen, der angeblich den Minderbemittelten mehr zuwendet, als loas sie an Umsatzsteuer bezahlen.— Abg. Keil(Soz.) findet, daß damit kein Ausgleich geschaffen werde. Er frage, was geschehen sei, um den Kohleiidezug der Minderbemittelten zu verbilligen, für welchen Zioeck 30 Millionen Mark zur Verfügung gestellt worden sind.— Abg. Müller-Fulda stellt fest, daß Preußen eine Verfügung erlassen hat, die eine Rückvergütung beiin Äohlenbezug für Minderbemittelte direkt unmöglich macht.— Abg. Dr. David übt scharfe Kritik an diesem Borgehen, das wieder beweise, wie die Bundes- staaten die Absichten des Reichstags durchkreuzen.— Staatssekretär Graf Reedern: Gegen die Differenzierung zwischen Ledens- Mitteln und anderen Gegenständen sprechen sehr ernste prak- t i s ch c B e d e n k e n. Es ist in der Kriegszeit unmöglich, eine weit- geyendere Differenzierung vorzunehmen, als die Vorlage es an- zeigt. Es wird erwogen, ob s p ä t e r h i n zu weiteren Differen- zierungen etwa im Sinne der französischen oder englischen Gesetz- gebung geschritten werden kann. Jedenfalls würde die Herabsetzung der Steuer für Lebensmittel einen Minderertrag von einigen Hundert Millionen erbringen.— Abg. Keil tritt diesen Rusführun- gen entgegen und fordert Auskunft darüber, was die Reichsregierung getan habe, um den Minderbemittelten den billigeren K o h l e n b e z u g zu sichern, nachdem die Gemeinden der Schwierig- leiten offenbar nicht Herr geloorden sind.— Staatssekretär Graf Roedern: Bis jetzt liegen noch keine Berichte der Gemeinden darüber vor, wie die Gemeinden die ihnen zum Zweck der Verbilligung des Kohlenbezuges zugewiesenen Summen verwendet haben.— Abg. Meerfeld wendet sich gegen die Einwendungen, die gegen den sozialdemokratischen Antrag erhoben worden sind.— Die Vertreter der bürgerlichen Parteien bemühten sich demgegenüber nachzuweisen, daß die Minderbemittelten mit den Zuweisungen an die Gemeinden besser fahren. Bei der Abstimmung wird der sozialdemokratische Antrag gegr» die Stimmen der Sozialdemokraten abgelehnt. Die Fortschrittler verlangen eine Ermäßigung der Steuer auf die Hälfte für Waren, die zur Weiterverarbeitung be- stimmt sind.— Abg. Irl(Z.) verlangt, daß große Unter- nehmen mit einem Umsatz von mehr als 200 000 M., die mehrere verschiedene Betriebe in sich vereinigen, für jeden dieser Betriebe 1 vom Tausend mehr an Steuern bezahlen sollen.— Gegen den letzteren Antrag wird eingewendet, daß damit jede Entwick- lung unterbunden oder mindestens erschwert werden soll.— Staatssekretär Graf Roedern wendet sich gegen beide An- träge, der fortschrittliche Antrag sei praktisch undurchführbar.— Slbg. Erzbcrgcr(Z.) empfiehlt zunächst, beide Anträge anzunehmen und dann bis zur dritten Lesung eiiy: Verständigung zu suchen.— Abg. Junck macht einen dritten Vorschlag, der eine juristische Kon- zentration der Betriebe erschweren soll.'— Abg. Bernstein(lt. Soz.) ist gegen den Antrag Irl, aber für den Antrag Gothein.— Abg. Dr. Südekum iSoz.) hält den Antrag Gothein für bedenklich, in- sofern er gewisse Gewerbetreibende begünstigen werde.— Die Abstimmung über die Anträge wird ausgesetzt. Die Beratung des g 7(erhöhte Steuer für Lurnswaren) wird verschoben und die Beratung bei den folgenden Bestimmungen fortgesetzt. Gegen einen vom Unteransschuß neugeschaffenen 8 0o> der eine Abwälzung der Steuer aus den Verbraucher in Form besonderer Berechnung untersagt und ferner den Abzug'der Steuer seitens des?lbnebmers unmöglich machen will, werden vom tvnrttembergischen BundesratSbevollmächtigten Bedenken erhoben. Ter Paragraph wird unter Vorbehalt angenommen. Der den BuchführungSzwang verlangende ff 11 wird widerspruchslos angenommen. Eine Reihe lvciterer Paragraphen werden debatte- los genehmigt.— Bei§ 30 wird die Aussprache über die B e. g ü n st i g u n g der Lebensmittel wieder aufgenommen. Ein Antrag Erzbcrger verlangt dazu, daß die Verwendung der den Gemeinden aus dem Ertrage der Steuer zufließenden 10 Proz. nicht nach Anweisung der Landesregierungen, sondern des Bundes- rats erfolgen solle: außerdem solle der Reichstag jederzeit die Beseitigung der Vorschriften beschließen können. Dem Reichstag soll serner alljährlich Bericht über die Verwendung der Beträge erstattet werden.— Abg. Keil begrüßt den Grund- gedanien des Antrages, erklärt aber eine schärfere Fassung der Vorschriften sowie«ine Erhöhung der den Gemeinden zufließende« Quote für notwendig. Sonst würden die Zuschüsse nur zur Verbesse- rung der Gemeindefinanzen dienen und für Lebens» mittelverforgung nicbts übrig lassen.— Unterstaat»- sekretär Schiffer ist nicht unbedingt gegen den Antrag Erzberger, widerspricht aber der von Keil geforderten Erhöhung der Zu- Wendungen.— Die Aussprache dehnt sich lange hin. Tie Ab- stimmung soll in der nächsten Sitzung erfolgen. Die uneinigen örZöer. Die.Prawda" vom 13, Juni veröffentlicht ein.offenes Schreiben Mehrings" an die bolschewistische Regierung, das die I. K. in� einer Rückübersetzung aus dem Russischen wiedergibt. In diesem Schreiben stellt Mehring sich und die Gruppe Internationale als die einzigen und eigentlichen deutschen Gesinnungsgenossen der Sowjet-Regierung vor und richtet dabei die Heftigsten Angriffe gegen die Unabhängige sozialdemokratische Partei, der sich die Gruppe Internationale bekanntlich in Gotha ange- schlössen bat. Die Wahlniederlagen der Unabhängigen in Span'dau-Osthavcl- land, Niederbarnim und Erimmitschau bezeichnet Mehring als einen Beweis,„daß es der Unabhängigen Sozialdemokratie an der werbenden Kraft mangele,»m die proletarischen Massen aufzu- rütteln und fortzureißen". Wenn bei diesen Wahlen auch die Un- abhängige Partei äußere Umstände gegen sich hatte, so müsse doch daran erinnert werden, daß in der Zeit des Sozialistengesetzes die Sozialdemolratic oft unter gleich ungünstigen oder noch viel schlimmeren Verhältnissen den Sieg davongetragen habe. Diese Umstände genügiien also bei weitem nicht, um die Schwere der Niederlagen zu erklären.„Soweit die Ergänzungswahlcu ein Ur- teil zulassen, wird die Unabhängige Sozialdemokratie von den 28 Monfeaten, über die sie verfügt, bestenfalls auf zwei bis drei Mandate mit Bestimmtheit rechnen können." Besonders heftige Angriffe richtet Mehring gegen Kautskh. „Für die Unabhängige Partei," so sagt Mehring wörtlich,„ist es überhaupt kennzeichnend, daß sie nach immer fortfährt, für Kautskh als einen heiligen Propheten zu schwärmen, obgleich sie mindestens seit dem 4. August 1914 wissen müßte, daß diesem gclebrten Schulme. ister nicht die geringste Spur von Alarrens revolutionärem Geiste innewohnt." Tie Gruppe„Internationale" habe nur einen Fehler gemacht, näprlich den, daß sie sich der Unabhängigen Partei angeschlossen habe. Alle Hosfnunzen, daß es ihr gekinge» würde, die UnaEhängtge Partei vorwärts zu treiben, seien daran gescheitert,„daß unsere besten und erprobtesten Leute seitens der Führer der Un- abhängigen Sozialdemokratie des Lockspitzel- tu ms verdächtigt wurden.... Aber schließlich gibt es Tinge, die jede Geduld zum Platzen bringen. Zu diesen gehört der sinnlose Kampf, den K a» t S k y u. E o in p. gegen die B o l s ch e Wiks führen." Kautskh, der im Auslände(von Ruß- land aus betrachtet) in Ruhe und Sicherheit sitze, führe diesen Kampf in einfach unanständiger Weise zur Freude der Bourgeois!''. Mit der in Gotha erzielten Einigkeit ist es danach Vicht weit her. Seamte unö Teusrungszulage. Die Interessengemeinschaft deutscher Beamten- verbände eröffnete am Freitag im LehrervcreinShauss am Alexanderplatz ihre auS allen Teilen des Reiches beschickte zweite Hauptversammlung. Seit der ersten Hauptversammlung im Herbst 1917 haben sich weitere 36 Beamtenverbände mit rund 300 000 Mii- gliedern angeschlossen, so daß sich der augenblickliche Mitgliederbestand aus rund 600 000 beläuft. Generalsekretär Remmers hob im Ge- schäftöbcricht hervor, daß die zweite Hauptversammlung an den inneren Ausbau herantrete, nachdem die erste Versammlung den äußeren Aufbau behandelt habe. Tic Teueruiigssrage habe ihre Bedeutung nicht eingebüßt, sich vielmehr weiter außer» ordentlich verschärft. Die Differenzierung der Kriegszuwendungen. wie sie unter Milheranziehung der Beamtenvertreter zustande ge- kommen sei. konnte nicht unbedingt abgelehnt werden, vielmehr waren Kompromisse unbedingt notwendig. Die von der Regierung beab- sichtigte Darlehn Saktion könne zwar keine Entschvldungs- maßnähme sein, sei aber dankenswert, auf der anderen Seite aller- dingZ auch ein Beweis dafür, daß die Regierungsstellen noch nicht von dem Grade der Bedürftigkeit in der Beamten- schaft durchdrungen seien. Eine beschleunigte einmalige Teuerungszulage sei unbedingt notwendig. Die Interessengemeinschaft habe sich für die Verwirklichung innerer Reformen nach Kräften einge- setzt. Die Vorarbeiten zum Arbeitskammergesetz seien zum Anlaß genommen worden, die Forderung auf Schaffung von B e a m. t e n k a m m e r n zu vertreten. Die weiteren Bestrebungen betrafen die Anstellung auf Lebenszeit für die bisher davon ausge- schlossenen Beamten und Beamtinnen, die Anrechnung von Kriegs- jähren für die Beamten im Heimatdienst, die Schafsimg einer Einrichtung zur Erlangung eines ausreichenden Personalkredits in Bedarfsfällen, um die Beamtenschaft vor B e lo u ch e r u n g, der sie erfahrungsgemäß am allermeisten ausgesetzt sind, zu schützen. Weiter sind die Bestrebungen auf die W o h n u n g s r e f o r m und aus die Neuregelung des Beamtenrechts gerichtet gewesen, wie überhaupt auf alle dringlichen Fragen des ausgedehnten Gebietes des Be- amtenverhältnisscs. Ilm das Verhältnis der Vereine untereinander enger zu gestalten, wird ein weiterer Ausbau der Vereinspresje geplant. In der Aussprache wurde besonders die Notwendigkeit der b e- schleunigten Gewährung einer einmaligen Teuerungszulage und die Unmöglichkeit der Hinausschiebung bis zum Herbste betont. Wegen Spionage verurteilt. Der vereinigte zweite nnd dritte Strafsenat des Reichsgerichts verurteilte heute den 24jähvigen Maschinenschlosser Max Messing aus Bochold Wege» Verrats militärischer Geheimnisse und versuchten Landesverrats zu drei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust, unter?lnrechnung von einem Jahr der erlittenen UntersuchungS« hast. Der Angeklagte hatte Gelegenheit, von Mannschaften der Möve, ivelche die berühmte Fahrt des Schisses mitgemacht hatten, Aerschiednes, was im Interesse der Landesverteidigung» n b e- dingt geheim zu halten war. sowie Näheres über die zukünftige Bestimmung der Möve zu erfahren. Tie so erworbenen Kenntnisse hat er nach seiner Entlassung vom Militärdienst in Holland a rr den Agenten eines feindliche» Spionagebureaus verraten. Da der Auge klagte für geistig nicht ganz vollwertig er- klärt wurde, wurde die Sache von, Gericht milde angesehen. Seltsame„Munitionsarbeiter". Aus Arbeiterkreisen der Mainzer Rüstungsindustrie wird mitgeteilt, daß in letzter Zeit die Zahl der aus Grund von Reklamationen vom Heeresdienst be- freite» Personen wohlhabender Kreise, die nur zum Scheine in Munitionsfabriken„arbeiten", um sich vom Heeresdienst zu drücken, stetig größer geworden sei. Es seien in Rüstungsbetrieben Neklainierie als„Aufseher" tätig, die nur a» zwei bis drei Wochentagen 5 bis 6 Stunden täglich ihre Zeit „ablaufen", in der übrigen Zeit aber ibrer Berufsarbeit nachgehen. Als Beispiel wird unserem Mainzer Parteiorgan folgender Fall gemeldet: Ein reicher, kriegsverwendungsfähiger, kaum dreißig. sähriger Landwirt aus der Alzeber Gegend erscheint jeden Mon- t agmo rg e n in der Fabrik mit einem großen Paket Butter, Speck und Eier. Der Besitzer guittiert sür die Liebesgaben in der Weise. daß er den Spender sofort wieder entläßt und ihn für den R e st der Woche beurlaubt. Auch auS anderen großen Nüstungsbetrieben wird über ähnliche„ReklamatronSfälle" be- richtet. Die maßgebenden Zivil- und Miiüärbehörden sollten sich öfters bei den Arbeiterausschüssen und Berirauensleuien der Är- beiter über solche Tinge erkundigen. Lekte UMricktkM.' Troelstra und die Pasiverwcigernng. Amsterdam, 21. Juni. Die beiden Abaeordneken der öster» reichisch-nngarischen sozialistischen Parsei, Dr. Ellenbogen und S e i tz, s>d gestern abend im Haag cingetrsffsn und halten mit Troelstra eine längere Konferenz. Troelstra äußerte sich, daß er nicht beabsichtige, S ch r i t t« z u tun, u.m die Weigerung der englischen Regierung, ihm einen Paß nach England auszustellen, riickgängigzu machen. Nach einer Berner Mitteilung vom Sonntag drahtet« der Mit- arbeiter des„Seeolo" aus Stockholm: Herr Branting, mit dein ich Gelegenheit hatte, mich dieser Tage zu unterhalten, ist der Mci- nung, daß, solange die Westoffensive andauert, es ausgeschlofseu sei, von einer internationalen Sozialiftenkonferenz zu sprechen. Deutsch-pylnische Annäherung in Oesterreich. Wien, 21. Juni.(Meldung des Wiener k. k. Tclogr. Korr.- Bureaus.) Abgeordneter W a l d n e r, der Obmann des LestungS- ausschufses der deutschriatianalen Parteien hat in einem Schreiben an den g a Ii g i f ch e ii Landsmann m i n i st c r T o a c d o w S k i erklärt, daß der Verband der� deutfchnationalen Parteien jederzeit bereit sei, mit den Vertretern des Polenklubs den ganzen Vereich der polnifchen Frage eingehend zu besprechen, sowie alles zu tun, was geeignet fei, die deutsch- polnische Ge- mein schaft in Gegenwart und Zukunft so sicher- zustellen, daß ohne Preisgabe deutscher Lebinsinteressen die Wünsche dcS polnischen Volkes befriedigt werden könnten. Eine da- hin abzielende Aussprache wäre unseres GrachtenS nur dann er- solgverheißend, wenn der Poleuklub in die Besprechungen mit dem Willen eintrete, zusammen mit den deutschen Par- teien im Abgeorduetenhause eine feste Mehrheit für die S taa t Z e r s o r d e r ii i s s e der furchtbar ernsten Zeit, worin wir leben, zu bilden. Zugleich müßte bei dem Polenklub einerseits der Entschluß feststehen, sich gegen die staatsseindlichen Um. triebe und gefährlichen Pläne der Tschechen vnd S ü d s l a w e n zu wenden. 15. ®5n« ta?bc btefer Tage«a verlin« Bewerkschlrftbha««. Die Arbeiter- schaft der Erofz-Berlrner Färbereien and chem. Waschanstalten batbe hierzu 19 T« legierten der folgenden Berufsklassen entsendet: Färber, Wäscher, Dügler, Büglerinnen, Detacheusen und Hilfs- arboiter, um über die Lohn- und Arbeitsbedingungen zu beraten. ES wurde die angedrohte Stillegung der Betriebe besprochen und verurteilt, weil bis jetzt zu keiner Beratung die Vertreter der Ar- beiterschaft eingeladen wurden. Lebhafte Klagen wurden geführt Gemäß diesem Schiedsspruch sollte der Stundenlohn vom\ über die ungleichen Lohnhöhen. Die Wochenlöhne der Färber und s.___:-r. e ok cm____.., �. o s. cv.-.r, i on crr>! cmvp.t. P' ,j...... Neue Differenzen im Berliner Zimmergerverbe. Wie bekannt, haben die Zimmerer dcm am 7. Juni d. I. vom Ginigungsamt des Berliner Gewerbegerichts gefällten Schiedsspruch ihre Zustimmung erteilt. Juni ab 1,85 M. und vom 2. November d. I. ab 1,99 M. betragen. Bei der dann einige Tage später zwischen den Leitern des Ver- bandes der Baugeschäfte von Groß-Berlin und einigen Vertretern des Zimmererverbandes erfolgten Auseinandersetzung über die Frage, wie eS auf denjenigen Arbeitsstellen gchandhabt werden soll, wo bereits die Löhne höher stehen als im Schiedsspruch vorgesehen, vertraten die Arbeitgeber den Standpunkt, daß auf all diesen Stellen die Löhne auf 1,85 M. herabgesetzt werden müßten. Die Vertreter des Zimmererverbandes bekämpften diese Ansicht mit dem Hinweis, daß in einer Zeit wie der gegenwärtigen den Ar- beitern nicht zugemutet werden könne, Lohnhcrabsetzungen über sich ergehen zu lassen, und daß bei Eintritt einer solchen lvtaßregel de: von den Vertretern der Parteien mehrfach zum Ausdruck gebrachte Wunsch, alles zu tun, um die Tarifverhandluugen auf friedlichem Wege zum Abschluß zu bringen, nicht in Erfüllung gehen würde. Eine Verständigung über diesen Punkt wurde nicht erreicht. Die Arbeitgeber erklärten einige Tage später, in ihrem erweiterten Kreise sich hiermit beschäftigen zu wollen. Jetzt hat der Verband der Baugefchäft« dem Zimmerer verband ein Schreiben zur Kennt- niSnahme überreicht, worin er dem Einiguugsamt des Berliner Gc- Werbegerichts mitteilt, daß er es unter diesen Umständen ablehnen müsse, mit dem Zimmererverband einen Tarifvertrag abzuschließen. Grund dessen bleiben bis zur Klärung der Angelegenheit die Ver- Hältnisse der Zimmerer hinsichtlich der Lohnfrage wie bisher, daS heißt, die Zimmerer sind auf den Weg der Selbsthilfe ange- wiesen und müssen versuchen, der Steigerung der Preise eine Sie:- gerung der Löhne gemäß ihren Beschlüssen folgen zu lasse». Die LohnbewSlsuiigen des Dentschcn Metallarbeiter- Verbandes im Jsahre 1917, Die Tätigkeit des Deutschen Mctallarbeiter-VerbandeS im der- gangencn Jahre war von dem Bestreben diktiert, der ungeheuren Teuerung aller Bedarfsartikel durch Erhöhung der Löhne zu steuern und die durch Unterernährung aufs höchste angestrengte Ar- beiterschaft durch eine entsprechende Herabsetzung der Arbeitszeit zu enUasten. DaS, was die Organisation auf diesem Gebiete geleistet bat. steht unerreicht da gegenüber dem früherer Jahre. So sind für ganze Industriegebiete mit den Jndusiriellenverbänden einheitliche �Abmachungen zur Regelung der Arbeitszeit getroffen worden, nach denen die regelmäßige Arbeitszeit nicht mehr als 52—53 Stunden die Woche betragen soll. Häufig ist sogar durch die � Einführung der A ch t st un d en sch i ch t sowie des freien Sonnabendnachmittags eine Verkürzung der Arbeitszeit erzielt worden. Insgesamt wurden im Jahre 1917 2531 Lohnbewegungen durch- gefühlt, davon waren Angriffsstreiks, 1 Aussperrung, 2139 Be- wegungen ohne Arbeitseiusiellung zur Verbesserung der Arbeits- bedingungen und 33 Bewegungen zur Abwehr geplanter Verschlechterungen. Zln den Lohnbewegungen waren nicht weniger als 1 57 7 792 Arbeiter beteiligt; daS Jahr 1916, das bezüglich der Beteiligung und der Crgcbnisie der Lohnbewegungen sich als ein Relordjahr erwies, hatte nur 660 017 Beteiligte aufzu- weiscn. Las gewaltige Anwachsen der Frauenarbeit in der Metallindustrie erhellt am besten auS der Tatsache, daß allein 4 7 9460 Arbeiterinnen an den Bewegungen deS Deutschen tallarbciteiverbandcs beteiligt waren. Während vor Kriegs- imi die Zahl der in der Metallindustrie tätigen Frauen verhält- ris-.iäßig gering war, ist dieselbe heute auf ein Drittel der Ge- l..i,lbcschäftigten gestiegen. Diese verändencn Berhältniffe lasien es.rklärlich erscheinen, wenn viele der Lohnbewegungen im Jahre 1917 überhaupt nur von Frauen geführt wurden. Von den 2531 Bewegungen wurden 1999 mit 477 987 ve- teilt., ten mit vollem Erfolge beendet; bei 1426 Bewegungen mit i 998 733 Beteiligten wurde ein Teilerfolg erzielt, 15 Be- wstzangen mit 1072 Beteiligten endeten erfolglos. Eine Steigerung ihrer Verdienste erreichten durch diese Lohn- bewegungen 1 171 599 Personen um 6 894 848 M. pro Woche, das ergibt für jeden einzelnen durchschnittlich einen Mehrverdienst von 5,81 M. die Woche. Air der beispiellosen Verteuerung aller Gebranchsartikel gemeffen. ist dieser durchschnittliche Mehrverdienst allerdings als sehr gering zu bezeicbnen; allein, es darf nicht außer acht bleiben, daß an diesem Turchschnitlsbetrag eine außerordentlich große Zahl Frauen und jugendlicher Arbeiter teilnimmt, und daß andererseits an diesem Beirage diele Arbeiter nochmals beteiligt sind. Mußten doch der fortgesetzten Preissteigerungen der Bedarksariikel und Lebensmittel wegen im Lause des Jahres in Hunderten von Betrieben zwei- und dreimal Bewegungen zur Erhöhung der Löhne durchgeführt werden. Eine Verkürzung der Arbeitszeit wurde für 264 939 um zusammen 993 974 Stunden pro Wockie erreicht. Das macht für den einzelnen 3,42 Stunden wöchentlich. Außer ArbeitSzeitver« türzung und Lohnerhöhung wurden durch diese Bewegungen erzielt: Der Abschluß oder die Erneuerung von Tarifverträgen. Regelung der Akkordarbeit, Beseitigung von Mißständen, Zuschläge für lieber- stunden, Nacht- und Sonntagsarbcit und sonstige Verbefferungen. An Kriegs- und fortlaufenden Teuerungszulagen worden durch 271 Bewegungen für 195 937 Personen Zulagen im Gesamtbeträge von 791 722 M. erreicht. Außerdem ist auch in zwei Fällen für 24 199 Arbeiier innen eine einmalige Teue- rungSzulage im Gesamtbetrage von 1696999 M. be- willigt worden.» Resultate und Verlauf der Gesamtbewegung lasien erkennen. dag eine geeinigte und starke Gewerkschaftsbewegung für die Arbeiterschaft die erste Voraussetzung ist, um solche Erfolge erzielen zu können. Sie widerlegt aber auch zugleich: Durch die Abwehrbewcgungen sind von den llnternebmern ge- plante Verschlechterungen abgewehrt worden: In 17 Fällen Lohn- kürzung für 1272 Arbeiter im Betrage von 13 225 M. die Woche, in einem Fall Tarifbrnch, in 7 Fällen die Maßregelung von acht Kollegen und m 25 Fällen sonstige Verschlechterungen. Die Kosten für lämlliche Lohnbewegungen und Streiks betrugen für den Verband 1917: 31 593 M. Diese verhältnismäßig geringen Kosten erklären sich aus der kurzen Dauer sämtlicher Streiks. Durch die Streiks und eine Aussperrung ist den beteiliglen Arbeitern ein Verlust an Arbeitszeit von 88 239 Tagen entstanden und der Aus- fall an Arbeitsverdienst betrug insgesamt 892 415 M. Die Auffassung gewisser Kici'e, daß die Gewerkschaften während des Krieges nicht so erfolgreich ihre Aufgaben erfüllen könnten wie- in regelmäßigen Zeiten, ist damit widerlegt. Wäscher schwanken zwischen 49 und 89 M., nicht ganz so groß sind die Schwankungen bei den anderen Berufsklassen, aber eine jede Firma zahlt andere Löhne für dieselben Arbeiten, und die Kund- schaft hat bei allen Firmen für das Färben und Reinigen der Garderobe gleich hohe Preise zu zahlen. Es wurde beschlossen, die vorhandenen Arbeiterausschüsse zu laden, um mit denen das weitere zu beraten. Ein 5kriegsnmt stellt Lohnerhöhungen nnter Strafe! In der Schwemmsteinindustiie im Neuwieder Becken, die wäh- rcnd des Krieges gewaltig verdient hat und bei der kommeiideii Wohiiungsnot auf noch größere Verdienste reckmeir kann, erhöhte ein Teil der Unternehmer den Akkordsatz für das Heistellen von tausend Steinen auf 12 M. Natürlich drängten die Arbeiter der Betriebe, wo es noch einen Akkordsatz von 19 M. gab, auf Lohnerhöhung. Die Schwemmsteinfabrrkanlen traten darauf zu einer stark bemchien Versammlung zusammen und beswlossen einstimmig, daß vom 29. Juni� ab der Akkordsatz von 19 M. für 1999 Sterne einbeitlrch durchzuführen sei. Diejenigen Unternehmer, die bisher mehr ge> zahlt hätlen, seien zum Zurückschrauben der Akkorde sähe zu zwingen. Daß die Unternehmer trotz aller Kriegs- gewinne so handelten, ist vom Standpunkt ihres Klasseninteresses begreiflich. Nun aber kommt das Merkwürdige. Der»General Anzeiger der Residenzstadt Koblenz' teilt nämlich am 13. Juni mit: »Die Kriegsamtsstelle Koblenz hat sich bereit erklärt, auf die Dauer des Krieges die Durchsübrung dieser Vereinbarung zu überwachen und durch die Sperrung der Kallzufuhr sowie Verweigerung der Freigabe von Schwemm st einen diejenigen Fabrikanten zu st rasen, die trotz der Vereinbarung es auch weiterhin ver- suchen wollten, durch offene oder ver st eckte Mehrzuwendungen die hiesigen Arbeiterkreise zu beunruhigen." Köstlich: das Kriegsamt schützt die Arberter bor beunruhigenden Lohnerhöhunaen und straft die Unlcrnehnrer, die die Lage der Ar- beiter aufzubessern sucken. Die zuständige Arbeiter- organisation ist überhaupt nicht gefragt worden. Daß die Unternehmer bei dem gewaltigen Wucher mit Bau Materialien sehr wohl höhere Löhne zahlen können, beweist folgender Vergleich: Vor dem Kriege wurde ein Akkordsatz von 4,79—5.99 M. für daS Tausend Steine gezahlt und der Absatzpreis war für 1999 Steine 17—22 M. Jetzt ist der Verkaufspreis für 1999 Steine auf 55— 69 M. hinaufgetrieben, aber der Arbeitslohn darf nicht über 19 M. hinausgehen. Ob das Kricgsamt auch darüber wacht, daß der Verkaufspreis angemessen ist und während des Krieges nicht mehr erhöht werden darf, darüber wird nichts vermeldet. Gewknnmtg der Franc« für die Organisation. In der»Gewelkschafrlichen Frauenzeitnng' wird mitgeteilt, daß der Deutsche Textrlarbeitcrverband gegenwärtig über 54 999 weib- liche Mitglieder zählt, vor Jahresfrist waren es erst 35 999. Privatangestcllte nnd Ncuorientlerung betitelt sich eine von Dr. Anton H ö f l e im Auftrage der Arbeits- gemeinschast technischer Verbände herausgegebene Broschüre. Der Verfasser behandelt in der 69 Seiten umfasienden Schrift 1. Die Privaiangestelllcn als Teil des Volksganzen, 2. Die Stellung der Angestellten im Produktionsprozeß und 3. Die Stellung der Änge- stellten zum Staat._ partcmachrichten. Ans den Organisationen, Noch dem auf der Generalversammlung des Sozialdemokratischen Vereins für den Wahlkreis Dortmund-Hörde am 16. d. Mrs. erstatteten Jahresbericht konnten im letzten Jahre wieder 667 Neu- aufnahmen verzcrcbnet werden. Trotzdem ging die Mitgliederzahl von 6565 aus 6368 zurück. Dagegen stiegen die Einnahmen von 16 396 M. im Vorjahre auf 21993 M. Der Kassenbestand beträgt 9494 M. Die Zahl der Bezieher der Parteizeilung stieg trotz mehr- sacher Bezugspreiserböhungen um fast 3999. Die Generalveriamm- lung beschloß die Erhöbung des Monatsbeitragcs auf 70 Ps. für männliche und 85 Pf. für weibliche und invalrde Mit- glieder; der Einführung einer Wahlrondsmarke zu 19 Pf. wurde zugestimmt. Als Kandidat zum Reichstage wurde Gen. M. König bestätigt. Als Landtagskandidaten wurden aufgestellt: für Hörde H. HauSmann, für Dorlmimd-Stadt A. Bredenbeck. tür Dorlmund-Land F. Kl ups Ä. Zu Vorsitzenden der Organi- sation wurden M e h l i ch- Dortmund und Martmöller- Annen neugewählt. In einer einmütigen Entschließung zur Wahlrechtsfrage heißt es u. a.: »Die Generalversammlung erklärt die Bereitschaft der Ar- beiter, die Herausforderung zum Kampf anzunehmen und diesen entschlossen und mit den stärlsten Mirteln zu führen. Die Generalversammlung fordert die unverzügliche Auflösung des Landtags. Die Regierung des GrafenHert H n g erscheint mitschuldig, weil sie nicht sofort aufgelöst und durch ihr unentschlossenes zögerndes Verhallen die Wahlrechrsfeinde er- «msigt hak. Die Generalversammlung erwartet von der Leitung der Sozialdemokralischen Partei, daß sie die Initiative ergreift zu wirksamen Gegenschlägen. Auch von der Reichstagsfraktion erwartet sie rücksichtslosen Kampf für das gleiche Recht des arbeitenden Volkes in Preußen.... In einer weiteren Entichließung gegen die fortgeretzle Stergerirng der Lebensmirtelpreise werden die ReichSiagS- und Landlcigsiraklion ansgefordert,»gegen d'e fortgesetzte Verteuerung mit ollen Mitteln aniukämpfen und eine weitere Verelendung der Arberterllasse zu verhindern". Die von 199 Genossen besuchte Tagung nahm den besten Verlauf. Der Kreiswahlverein für den 19. hannoverschen Reichstags« Wahlkreis hielt in Lrcmcrhavcn seine erste Krers-Gencralversamm- lung während des Krieges ab. Anlveiclid waren 35 Delegrerie auS elf Orten. Naturgemäß hat die Organisation durch den Krieg starken Rückgang erfahren. Vor dem Kriege hatte die Organisation 7999 Mitglieder, heute in 11 Orisveremen noch 1394. Der Kassen- berrcht wies ein Barvermögen von über 13 999 M. nach. Die Agitalion im Kreise soll mit allen Mitteln gefördert werden. In einer cin» stimmig angenommenen Entschließung wurde die Politik der Reichstagsfrallion und der Parteileitung gebilligt, ein Ver« siündiguiigSfrieden gefordert, der Annexionspolitik der Vaterlands- pariei scharfer Kampf angesagt und die Mitarbeit aller Genossinnen und Genossen iür Organisation und Presse gefordert. Die drirch Todesfall erledigte RerchSlagskandidalur wurde dem Genossen Winkelmann aus Bremen übertragen, der sich mit einem kurzen Referat der Generalversammlung vorstellte, in dem er nanienilich die Stellring der Partei zur Landesverteidigung bebandelie und aus die großen wirtschaftlichen und politischen Zukunftsaufgaben der Partei verwies. Die BeilragSerböhung von 40 auf 60 Pf. für Männer und von 16 auf 25 Pf. für Frauen wurde einstimmig gebilligt. Der ganze Verlauf der neunstündigen Tagung bewies, daß der durch den Krieg hervorgerufene Still st and und Tiefstand überwunden ist und die Bewegung wieder aufwärts geht. Die KreiSkonftrenz des Kreises Wiesbaden-Nheingau nahm u. a. auch zu der Kandidaienfrage Stellung. Die demnächst ein- zubcrufende Konferenz sollte sich endgültig mit der Ausstellung der Kandidatur beschäftigen. Den Geschäftsbericht erstattete der Vor- sitzende Genosse H a e s e, Wiesbaden. Trotz aller Schwierigkeiten zeige die Mitgliederbewegung eine, wenn auch bescheidene, so doch erfreuliche A u f w ä r t s b e w e g u n g. Am 81. März d. I. waren unter Zugrundelegung einer Bcitragslerstung von 52 Wochen- beitrügen vorhanden 227 männliche und 195 weibliche, insgesamt also 422, Mitglieder. Zum Heeresdienst einberufen sind etwa 2599. Eine nennenswerte Veränderung des Mitgliederbestandes ist durch die Spaltung nicht eingetreten. Da der erhöhte Mitgliederbeitrag von 15 Pf. pro Woche bereits mit dcm 1. April in Kraft getreten ist. wurde von einer weiteren Erhöhung Abstand genommen. Ein- nahmen und Ausgaben betragen 2814,36 M. bei einem Kassen- bestände von 879,94 M. Der Bezirkssekretär, Genosse Groger, machte noch einige instruktive Ausführungen über die gegenwärtige Situation und die sich daraus ergebenden Entwicklungslinicn und gab Anregungen über die Art der vorzunehmenden Agitation und Propaganda. Am Sonntag fand in Loßnitz die Generalversammlung de? sozialdemokratischen Vereins des 19. sächsischen ReichStagswahl- kreises Stollbrrg-Schnccbcrg statt. Nach dem Geschäftsbericht des Vorsitzenden zählt der Kreisverein noch 715 männlichc und 313 weib- liche zahlende Mitglieder. Zum Militär sind nach den vorliegenden Feststellungen 2415 eingezogen. Gefallen sind 313. Die Pflicht- beitrüge an den Partei- und Bezirksvorstand sind restlos abgeliefert. Die»Volksstimm«" hat im Kreise nahezu 6999 Abonnenten. In der Diskussion über den Geschäftsbericht machte der Vertreter des Kreises, Genosse Schöpft in, allgemeinpolitische Ausführungen, in denen sich der Redner scharf gegen die Kriegspolitik der Groß- agrarier und der Großindustrie wandte. Di« Einheit der Organi- sation ist dank der Einsicht der Genossen im Kreise unerschüttert. Der Sitz des Kreisvorstandes bleibt nach wie vor Lößnitz. In der Besetzung des Kreisvorstandes wurden Aendcrungen nicht vor- genommen. Der Wahlkreis Rothenburg-HoyerSwerda, der seine Kreis- konferenz am Sonntag in Weißwasser abhielt, kann trotz schwieriger Agitationsverhältnisse und der hohen Zahl von 799 einberufenen Mitgliedern zum Heeresdienst im vergangenen Geschäftsjahr eine Auswärtsbewegung verzeichnen. Der Mitgliederstand ist von 247 auf 334(237 männl. und 97 weibl.) gestiegen. Es sind 19 Ortsgruppen(gegen das Vorjahr eine mehr) vorhanden. Bon den Wahlkreisen des Bezirks sind die Kasscnverhältnisse hier am günstigsten. Die Zahl der Gemeindevertreter beträgt jetzt 29 in Orten, gegen 29 in 6 Orten im Vorjahre. 29 Mitglieder-, Frauen- und 6 öffentliche Versammlungen fanden statt. Letztere waren sehr gut besucht. Bei der Regelung der Beitragsfrage ent- 'chied sich die Konferenz für die Erhebung eines Monatsbeitrages von 59 Pf. für männliche und eines 14iägigen 15-Pf.-Beitrages für weibliche Mitglieder bei freier Zustellung der»Gleichheit" an die Frauen. Die Konferenz hatte mit Rücksicht darauf, daß der Kreis bisher in der Beitragsleistung im Bezirk durch Erhebung eines Wockwnbeitrages von 19 Pf. für männliche Mitglieder an erster Stelle stand, von der Erhöhung arif 69 Pf. abgesehen. Der Beitrag ur weibliche Mitglieder betrug bisher 29 Pf. monatlich. Einwen- düngen gegen die Tätigkeit der Partei und der Reichstagsfraktion wurden nicht erhoben. i'LcttcrauSlicvreneid-n bällen, so könnten wir morgen in Fricdcnsvcrliandlungcn eintreten. Leider ist keines der am Kriege beteiligton Länder derart demo- kratisch entwickelt, daß das Volk von entscheidendem Einfluß wäre. Am wenigsten ist das bei den Völkern der Fall, die sich so ungemein viel auf ihre Demokratie zugute tun.(Sehr wahrl) Ich erinnere daran, haß England erst jetzt wieder unserem holländischen Genossen Troclstra d-n Paß nach England verweigert. Die Regierungen wollen nichts W'ssen von einer friedlichen Verstän» digung, sie wollen es auf die Entscheidung durch die Waffen ankommen lassen.— Diese Entscheidung ist zum Teil gefallen und am Grund dieser Entscheidung kam es dann zu den Verbandlungen in Brest-Litowsk und Bnkarest. Daß diese Vcrhand. lungen nicht allgemein befriedigen können, ist selbst. verständlich. Den- mit Rußland abgeschlossenen Frieden haben wir unsere Zustimmung leider nicht geben können. Wir konnten den Vertrag nicht billigen, obwobl wir den Frieden selb st natürlich wollten. Bei der Beratung des Friedens mit Rumänien handelt cS sich um eine ganze An, zahl von Friedensverträgen, deren jeder einzelne von großer Tragweite ist. EZ kommen nicht nur Grenzbecichtiguugen in Betracht, sondern auch rechts- und Wirt- schaftspolitische Verträge, deren Tragweite heute kein Mensch übersehen kann. Es kommen auch noch andere Gesichispunkte in Betracht. Herr Gröber begrüßte mit Freuden die Abmachungen in bezug auf die religiöse Parität. Wir haben hier das größte Mißtrauen. Was man erwarten durste, ist nicht erreicht, und die Herren vom Zentrum werden gut tun, ebenfalls das größte Mißtrauen zu hegen. Ein Zustand sehr verdächtiger Art ist die Regelung der Dobrudscha-Frage. Dach Saraus will ich jetzt eben- wenig eingehen wie aus alle übrig«» Fragen. Wir sind der Mei- nung, daß eine gründliche Erörterung des ganzen Vertrages nur dann möglich ist, wenn über all die Dinge, über die Unklarheiten bc- stehen, wo Bedenken vorhanden sind, die beseitigt werden müssen, zuvor eine gründliche Erörterung im Hauptausschuß des Reichstags stattgefunden hat. Ferner ist eS auch gar nicht möglich, den rumäni- scheu Friedensvertrag zu behandeln, ohne Streiflichter zu werfen auf die gesamten Ostfragen, die sich an den russischen Frie- densvettrag anknüpfen. DaS heute zu tun. hielte ich für töricht, eS ist viel klüger, das mit der großen politischen Debatte. die am Montag beginnt, zu verbinden. Es muß also die Aus- spräche im Hauptausschuß vorausgehen, wenn aus den Debatten hier etwas Ersprießliches herauskommen soll. Daher schließe ich mich dem Antrag Gröber auf Kommissionsberatung an.(Bravo! b. d. Sozialdemokraten.) Abg. Dr Wiemer(Vp.): Wir begrüßen den Vertrag wie jeden, der der Verbrüderung der Völker wieder die Wege ebnet. Wir hoffen, daß er eine geeignete Grundlage der Wiederauffrischung der poli- tischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit Rumänien bilden wird. Eine ausführliche Beratung halten wir im gegenwärtigen Moment nicht für angebracht und stimmen der Kommiinonsberatung zu. Abg. Graf Wellorp(kons.): Nicht die sozialdemokratische Frie» densarbeit ist es gewesen, die uns dem Frieden näher gebracht hat. sondern die Erfolge unserer Wafssii. Der Friedensvertrag bringt unseren Verbündeten eine Reihe Erfolge, die auch wir begrüßen. 10000 Quadratkilometer soll die Fläche betragen, die Ungarn zu- fällt: das würde der Größe Elsaß. Lothringens ent» sprechen. Wir nehmen an, daß es nun nicht mehr vorkommen wird, daß Aeußecungen österreichischer Staatsmänner dahin auf- gefaßt werden können, als käme für Deutschland nur ein annexionZ- loser Frieden in Frage. Weniger befriedigend ist die Regelung der Dobrudschafrage für Bulgarien. Die kleinen Völker sollten aus diesem Krieg lernen, daß, wer von England frißt, daran stirbt. Daß der Frieden mit dem fetzigen König abgeschlossen werden mußte, liegt weder im Interesse de? Landes noch im Interesse einer gedeihlichen Gestaltung unserer zulünftigen Beziehungen. Rumänien muh sich entschließen, auch im Innern ernstlich auszuräumen mit der furchtbaren Korruption, die es in diesen Krieg gestürzt hat. Jenen Ministern, die den Krieg erklärt haben/ muß der Prozeß gemacht werden. Den Ver- zicht auf Kriegsentschädigung bedauern wir. Von diesem Dogina eine? entschädigungSloscn Friedens Hüften wir uns ebenso los- machen müssen, wie Oestorreich-Unaarn von dem Dogma des annerjonslosen Friedens sich losgemacht hat.(Sehr richtig! rechts.) Gerade in diesem Falle wäre rinr gehörige Kriegscntschädigung sehr angebracht gewesen.(Sehr richtig! rechts.) Die Verbrechen giAen wehrlose deutsche Gefangen« müssen strafrechtlich g e» sühnt werden. DaS hätte im Vertrage festgelegt worden müssen. (Bravo! rechts.) Tie Judenfrage hätte als innere An» gelegcnheit Rumäniens behandelt werden müssen. Ein eigcnt- lich deutsches Interesse lag nicht vor. die Gleichberechtigung der Juden zu verlangen.(Bravo! rechts.) Mg. Dr. Strescmgnn(natl.): Die Erfahrungen mit Rumänien und Italien hoben bewiesen, daß in Zukunft Bündnisse nicht mehr Geb ei in vertrage zwischen Dynastien und Staatsmännern sein dürfen.(Sehr richtig!) Eine ungemischte Freude hat der Vertrag bei uns nicht auZgelöst. Dazu bleiben zuviel Fragen in der Schwebe. Die berechtigten An- sprüchc der Bulgaren auf die D o b r u d s ch a hätten schon in diesem Friedensvertrag erfüllt werden müssen.(Sehr richtig!) In der Königsfrage stimme ich dem Abg. Gras Westarp z». Auch das Königtum von Gottes Gnaden hat seine Verantwortung vor der Geschichte. Wir haben die Befürchtung, daß bei dem Bestehen- bleiben dieser Dhnastie Bukarest später ein neues Entente» »est werden wird. Die wirklich dentschsreundlichcn Politiker in Rumänien find durch diese Wiederkehr der Dynastie geradezu aus- geschlossen von der ausschlaggebenden Mitwirkung an der Politik.(Sehr richtig!) Von einem entschädigungslos«» Frieden kann man in der Praxis bei dem Frieden mit Rumänien nicht sprechen.(Sehr richtig!) Strafrechtliche Sühne für die Er- mordung deutscher Gefangenen— ein bayerisches Regiment ist fast ganz vernichtet Warden— verlangen arich wir.(Bravo!) Abg. Warmuth(D. Fr.) äußert sich im Sinne der Vorredner und stimmt der Kommissionebcratung zu. Mg. Lcdebonp(II. Toz.)k Ich bedaur«, baß der Staatssekretär nicht zu Beginn der Beratung die leitenden Gesichtspunkte der Relchsregierung bei den Friedensverhandlungen auseinandergesetzt hat. Auch wir sind einverstanden, daß der Vertrag an eine Kommission geht, da noch viele Fragen des Vertrages, besonders wirtschaftliche Fragen, der Klärung bedürfen. Unser Hauptwiderspruch gegen den Vertrag beruht darauf, daß eS nicht ein Friede der Verständigung ist, sondern ein dem niedergeworfenen Feinde unter Ausnutzung der Macht aufgezwungener Friede, der aucki direkte Annexionen enthält. Ob die Dobrudscha bulgarisch werden soll, darüber muh unseres Trachtens die Bevölkerung der Dobrudscha entscheiden.(Sehr wahr! b. d. U. Soz.) Auch über das endgültige Schicksal Beßarabiens sollte man die Be- völkerung selbst entscheiden lassen, nicht aber irgendwelche Diplo- maten am grünen Tisch. Die Gleichberechtigung ist in dem Friedensvertrag nicht weitgehend genug; nicht einmal alle christlichen Sekten würden nach dem Wortlaut des Vertrages Gleichbercchiiguvq genießen, z. B- auch nicht die Sekt«, die der frühere Reichskanzler Michaelis angehört.(Heiterkeit b. d. U. Soz. Wioerspruch veS Abg. Mumm(Dt. Frak.) Auch den Juden wird nicht volle Gleich- berechtigung gewährt. Diese Widersprüche müssen noch vor twr Ratifizierung des Vertrages beseitigt werden.— Man verlangt Be- strafung für die M e n s ch e n s ch i il.d e r gegenüber deutschen Ge- fangenen in Rumänien. Dem stimmen wir zu; aber wir verlangen dasselbe auch gegeniifrcr entsprechenden Vorgängen in Deutsch. l a a d. Abg. Graf Westarp bedauert, daß dieser Vertrag abge- schlössen sei mit der Dynastie Hohenzvllern in Rumänien. (Heiterkeit b. d. U. Soz.) Wir meinen, daß die Dynastien über- a l l U n h c i l a n r i ch t e n. Es wird im Deutschen Reichstag abgerechnet werden mit d e n D Y n a st i e n. die ihr Volk durch eine verkehrte Politik ins Verderben geritten haben. Mit den Hohen- zollern in Rumänien fängt man an, und ander« folgen nach.(Un- ruhe rechts.) Sie haben dazu aufgefordert. Graf Westarp, ich ziehe nur die Konsegnenz aus Jhrev Forderung.(Abg. Graf Westarp: Das soll di« Konsequenz sei«, daß das auf andere Dynastien ausgedehnt wird! Und das läßt der Präsident zu? DaS Präsidium führt Vizepräsident Paasch?.) Wir wollen leine Bestrafung fremder Böller, leine Herein- arbeitung von Racheakiionen in die Friedensverlräg'!, sondern wir wollen Herstellung von Frieden und Freundschaft mit allen Völkern. Diese bis jetzt geschlossenen Friedensverträge sind n u r W a f f e n, st i l l st a n d S v e r t r ä g e, die spätere Kriege im Keime mit sich tragen. Wir verlassen uns nicht auf die Regierungen, sondern wir rechnen darauf, daß die Völker die Jniliative ergreifen werden, um einen dauernde» sozialistischen Frieden hcrbeizu- führen.(Bravo! b. d. U, Soz.) Staatssekretär v. Kühlmann: Ich will nur auf die wichtigsten Punkte, die in der Debatte er- wöhnt worden sind, eingeben. Dazu gehört vor allein die Frage der N o r d-D o b r u d s ch a. Da dies tatsächlich die schwierigste von ullr» bei dem Friedensverirag zu behandelnde» Fragen war, die auch heute noch erhebliche Schwierigkeiten bietet,, liegt mir daran, jetzt nochmals vor diesem Hause programmatisch zu erklären, daß es niemals>n der Absicht der Unterhändler und in der Absicht der verbündelen Regierungen gelegen hat, daß das Kondominium n» der Dobrudscha etwas anderes sein soll, als eine zeitweilige Mast- rezel, daß unter den verbündeten Mittelmächten darüber keinen Augenblick Zweifel bestanden hat, daß die Wünsche und Aspira» tiunen unserer treuen und tapferen Bcrbundeten auf die? Land mit dem historisch und nationale Band« Bulgarien verbiMdeu. nicht anzuzweifeln sind. Wir alle stehen auf dem Staudpunkt, daß dies Provisorium seine natürliche Lösung dahin findet, daß den Wünschen de? bulgarischen Volkes entsprechend die Nord-Dobrudscha mit Bulgarien vereinigt werde. Da es sich im vorliegenden Falle um Meinungsverschieden- heiten zwischen zwei Verbündeten handelt, von denen wir alle über- zeugt sind, daß sie bei gutem Willen von beiden Seiten ü b e r- brückbar sind, so müssen wir denen unserer beiden Verbündeten, Bulgarien nnd die J titlet, vollkommen gleich nahe stehen, sorgfältig alles vermeiden, was nach außen hin den Eindruck erwecken könnte, als begünstig- die deutsche Politik, al, begünstigten weseni» liehe Faktoren d-S deutschen öffentlichen Lebens die Wünsche und Ansprüche des einen auf Kosten des andern. Jeder solcher Gedanken würde nur dazu führen, die von uns ge- wünschte baldig- Lösung der Frage zu verzögern und zu erschweren. Die Frage der Norddobrudscha bzw, derjenigen Komp en so» t i o n c n, welche unsere treuen türkischen Verbündeten im Fast einer Lösung dieser Frage im bulgarischen Sinne zustehen, hat die öffentliche Meinung beider Länder im hohe» Grade erregt. Tie öffentliche Meinung beider Länder verfolgt noch heute mit g c- spanntet Aufmerksamkeit jede Meinungsäußerung aus den großen befreundeten Staaten, der Mittelmächte. Von diesem Gesichtspunkt aus möchte ich einige Acußerungeu dcS Abg. Strcsc- mann nicht entgegentreten, aber sie interpretieren. Er hat in seinen von genauer Sachkenntnis aetragcnen beredten Ausführungen einen Satz gebraucht, der den Eindruck erwecken könnte, als bc- stände bei uns die Geneigtheit, zugunsten der bulgarischen Ansprüche auf die berechtigten Ansprüche der türkischen Bundesgenossen weniger Gewicht zu legen. Ich bin überzeugt, daß Herrn Stresemann diese Interpretation ferngelegen hat, aber bei tclegra- phischer Verbreitung könnte ein solcher Irrtum entstehen. Auf die Frage der Bestrafung der für d!« höchst beklagens- werten Gefangenengceucl schuldigen Personen will ich hier nickt eingehen. Auch da wivd die Beratung im engeren Kreise mit Tar- lcgungen von feiten der Regierung begleitet werden können, hie allen lvrechttgien Wünsche» vollkommen genügen. Es klang aus den Verhandlungen ein gewisses auch nach dem Friedensschluß dauerndes Mißtrauen gegen Rumänien hervor. Sicher kann nach den Erfahrungen dieses Krieges«in volles ungeteiltes Vertrauen nicht sofort wieder Platz greifen. Die Kritik der öffentlichen Meinung lvird auch weiter ziitvaricnd der Entwicklung der Dinge in diesem früher bcfrcun- deten Lande gegenüberstehen müssen. Aber dies Zuwarten darf nicht gekennzeichnet sein von einem ausgesprochenen Riß» trauen. Die Vorgeschichte des Krieges beweist einwandsfrei, daß die Mehrheit des rumänischen Volkes widerwillig in den Krieg hineingeiriedea ist von einer kleinen Schar teils leichtsinniger, teils ver» brccheri scher Politiker und GeschästSmänncr.(Abg. Lcdebonr (U. Soz.): Ganz wie in anderen Ländern auch!— Unruhe rechts. Zurufe rechts: Wo denn? Höchsten« in Amerika!) DaS bisherige Verhalten des rumänischen Kabinetts, mit dem wir den Frieden abgeschlossen haben, gibt, soweit ich da« übersehen kann, die Gewähr dafür, daß diejenigen Personen, deren Schuld be- wiesen werden kann, zur Rccheuschoft gezogen werden. Da« muß geschehen aus dem freien Entschluß des rumänischen Volkes heraus, ohne jeden Versuch eines Drucke« von außen. Das gibt dieser Aktion nativnaler Sühne erst ihren wahren Wert, denn von der Durchführung dieser Aktion wird es abhängen, wie auch in der breiten OeffenllichkeU der Fortgang der rumänisdhen Politik beurteilt werde» wird. Ich glaube, die Thronrede des eben eröffneten Parlaments gibt in dieser Bc- ziehung einen günsiiaen Ausblick für die Zukunft. Zum Schluß will ich noch den letzte» Ausführungen des Abg. Ledebour aufs nachdrücklichste entgegentreten. Das Haus Hoheuzolleru bat von jelier vorbildlich'mit dem Volk im innigen Verein geavbeitet.(Lachen bei de» Unabhängigen Sozialdemo- lraten.) Ich glaube, daß in dieser schvexcn Zeit kein Deutscher ander» als mit dem Gefühl von Veveyning und Dank zu unserem erhabenen Kaiser emporblicken kann. Di« deutschen Fürsten, ins- besonders die Hshenzollern, stehen zu hoch, als daß Ausführungen, wie wir sie eben zu unserem Bedauern und mit Ent. rüstung anigetzört haben, ihnen auch nur die Stiefel be- spritzen können..(Lachen bei den Unabhängigen Sozialdemokraten. Bravo! rechts.) � Die Debatte�fchließt. Abg. StreseniiSiin(natl.)(persönlich)'bestätigt, daß et nickt die Meinung vertreten»habe, man solle einen unserer Verbündeten auf Kosten des anderen bevorzugen. Abg. Graf Westwrp>k.): Ich weise zurück, daß Abg. Ledebour sich auf niich berief fi'cr seine Ausführungen, die wir geradezu 0 l« Schmach e m p f i n d»e n.(Bcifall.i Abg. Ledebour(U.'-lstaz.): Der Staatssekretär hat den krampf- haften Versuch gemacht,, mir seine Mißackiung auszudrücken, weil er mir sachlich nichts ermidern konnte. Graf Westarps Angriffe auf die rumänische Dynastie konnte ick mit Recht auf alle Dynastien ausdehnen, e im sckl i e tz l i ch der preußischen. (Lebftaftc Vniirufe recht? und im Zentrum.) Der Friedensvertrag mit Rumänien wird dem SanptanS. fchuß überwiesen. Der Gesetzentwurf, der Untersuchungen gegen Krieg? teil- n e h in e r im Wege der Gnabe niederzuschlagen gestattet, wird debattelos angenommen. Da? Hau? vertagt sich auf Sonnabend 1 Uhr.(Etat des Pen- ssonsfonds, Ergänzung deS BesoltzmigSgesetzeS.) Schluß 6 Uhr. Abgeordnetenhaus. Schlaft der Etatsberatuug. Das Abgeordnetenhaus hat am Freitag endlich den Staatshaushaltsetat verabschiedet. Gesetz ist er damit freilich noch nicht, da nun erst noch das Herrenhaus das Wort hat. Ter Etat wird also frühestens in der ersten Halste des Juli, d. h. mehr als drei Monate nach dem verfassungsmäßigen Termin in Kraft treten können. Die Konservativen benutzten die Gelegenheit, noch in letzter Stunde einen Vorstoß gegen die Steuerpolitik der Reichstagsmehrheit zu unternehmen; sie wollen von dem Steuerkompromiß nichts wissen, weil dadurch der bisherige Grundsatz der Abgrenzung der Finanzen zwischen Reich und Einzelstaaten durchbrochen und das Verhältnis zwischen Reich und Preußen geändert wird. Der Reaktion liegt aber vor allein an der Aufrechterhaltung der Vorherrschaft Preußens, und deshalb widersetzen sie sich jedem Schritt, der auch nur ent- fernt zu einer Umkehrung des heutigen Verhältnisses führen könnte. Der Finanzminister hatte es mit Rücksicht darauf, daß auch er auf dem Standpunkt steht, daß grundsätzlich die direkten Steuern den Bundesstaaten überlassen bleibeil müssen, nicht leicht, das Kompromiß, wenn auch nur in dem Um- fange, wie die Regierung ihm zugestimmt hat, zu ver- teidigen. Zu Beginn der Sitzung hat sich Abg. K o p s ch(Fortsch. Vp.) und nach ihm besonders eingehend und gründlich Genosse Braun mit der Frage der Volk-ernährung beschäftigt. Im Gegensatz zu dem Konservativen H o c s ch, der nur den ProduzenteustaUdPunkt gelten lassen will, nahm sich Braun unter scharfer Kritik der ganzen Ernährungspolitik warm der Interessen der Verbraucher an. Zwischendurch bereitete Abg. Adolf H o f f m a n n den Konservativen die Freude einer Polemik gegen die alte Sozialdemokratie, die Genosse Hirsch kurz zurückwies. Die nächste Sitzung, in der die Denkschrift über den Wiederaufbau Ostpreußens beraten werden soll, findet am 3. Juli statt. Abg. Gen. Braun führte aus' Ich habe bei der ztoeiten Lesung des Etats des Ministeriums des Innern eingehend über das Wüten der Zensur in Stettin gegen unser Parteiorgan, den..Volksboten', gesprochen. Man ist »arin noch weiter gegangen, obwohl das Blatt unter Vorzensur stand und' dabei nichts weiter hinein konnte, als was der Zensor gestattete Man verbot seine Verbreitung in Ka- fernen und Lazaretten. Diese Maßnahme stellt eine ge- schäftliche Sckiädigung des Blattes dar. Aber auch damit bat sich die Zensur nicht abgefunden. Nachdem der Polizeipräsident von Sisttin, der vom kommandierenden General mit der Ausübung der Vorzensur beauftragt worden war. Siese einige Tage gründlichst aus- geübt hatte, ist das Blatt durch Verfügung vom 17. d. M. bis auf weiteres überhaupt verboten worden, und zwar mit der Begrün- dung, daß der Poltzeipräsident von Stettin durch die Ausübung der Borzensur zu viel Arbeit gehabt habe.(Hört, hört? b. d. Soz.) Das ist ein so skandalöser Miß- brauch der Ticnstgcwalt, daß dagegen auf das schärfste protestiert werden muß. Es ist bedauerlich, daß die Staatsregierung und die ReichSregierung gegenüber diesen militärischen Willkürakten ohn- mächtig sind. So weit darf dach die Ausübung der Zensur unter kamen Umständen gehen.(Sehr richtig! b. d. Soz.) Der Minister sollte seine Beamten anweisen, sich nicht weiter alo Hand- langer dieser Militcirdiktatur benutzen zu lasten. Das kann er wenigstens tun.— Der Abg. Hocsch hat gestern die Ernährungs- fragen eingehend besprochen.' Aber auch er hat nur Wiederholungen gebracht. Das einzig Positive war das Verlangen nach höheren Lebensmittelpreisen. Wir haben eine Volks- Unterernährung i» der bedrohlichsten Form, die die Arbeitskräfte unseres Volkes auf das schlimmste untergräbt und eine ungeheure Gefahr für unsere heranwachsende Generation bedeutet.(Sehr richtig! b. d. Soz.) Es ist gesagt worden, der Anbaut zwang sei der Tod der Landwirtschaft. Wenn das der Fall wäre, würde es sehr wenig verständlich sein, weshalb man in der Ukraine durch Verordnung der deutschen Behörden den Anbauzwang ein- geführt bat. Nach Beendigung des Krieges»erden alle Länder so erschöpft sein, daß sie an Deutschland nichts mehr hergeben können. Es kommt daher darauf an, durch sachgemäße Taten die Lebensmittelerzeugung im Inlande sicherzustellen. Wir haben für die Kartoffel einen fast dreifachen Friedenspreis als Erzsug-rpreiS. Das sollte ausreichend sein. Ich glaube nicht, daß durch»eitere Preissteigerung eine Vermehrung der Anbaufläche der Kartoffeln zu erzielen ist. Die Zwangsrationisrui. g muß ausrechterhal- ten werden; ihre Notwendigkeit geht daraus hervor, daß auch die anderen kriegführenden Länder sie einführen. In Oesterreich ist man leider zu spät damit borgegangen. Wir haben volle Sympathie und brüderliches Solidaritätsgcfühl mit der Wienor Arbeiterschaft, aber gleichwohl möchte ich offe« aussprechen, daß wir unserer Bevölkerung nicht zumuten können, sich noch mehr ein- zuschränken, nur um die Folgen der österreichischen Schlamperei und ungarischen Selbstsuch»»su der Wiener Arbeiterschaft abzu- wenden.(Sebr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Deswegen würde ich mich mit aller Entschiedenheit dagegen wenden, daß auch nur ein Pfund Mehl jetzt nach Oesterreich abgegeben wird.(Sehr richtig! links und rechts.) Wenn man es dort vier Jahre lang nicht für nötig gehalten hat, line vernünftige Rationierung und Zwangswirtschaft einzuführen, wenn man insbesondere in Ungarn noch das weiße Brot der Friedeuszeiten ißt, wogegen wir bittersten Mangel leiden, dann kann man nicht in der kritischen Zelt, wo unsere Bevölkerung kaum das genügende Brot und die genügenden Kartoffeln hat, von uns verlangen, Lebensmittel auszuführen, um die Folge» der dortige« Schlam- perei und Mißwirtschaft zu beseitigen.(Sehr richtig!! Dort wird bewie'en. wohin man kommt, wenn die Zwangsratiouiernng fehlt. Die Prophezeiungen über die Wirkung des U-B o o t- K r i e- g e s haben sich bisher als verfehlt erwiesen. Dre Hoffnung auf den wirlichartlichen Zusammenbruch der feindlichen Länder hat getrogen. Wir müssen konstatieren, daß der Wille zur Verständi- gung auf der Gegenseite nach den Reden ihrer leitenden Staats- männer fehlt. Ti- englische Regierung verweigert den holländischen Vertretern der Sozioldemokratie die Pässe»»«ch England und Frankreich. Das ist ein Benseis. daß dis>e Regierungen alles verhindern wollen was eine Verständigung der kriegführenden Völker anbahnt.(Sehr richtig! bei den S«zialdemokraten.) Zu den nationalliberalen und konservativen Anträgen auf bessere Be- Handlung der Kri-gst-ilnehmer in der Besteuerung nach dem Kriege ist es verständlich, wenn die Parteien setzt das Bedürfnis haben, sich vor den Kriegsteilnehmern nach der Be. ratung der Wahlrechtsvorlage etwas zu entschuldigen. Gleichwohl ist uns die Tendenz der Anträge durchaus sym- p a t h i s ch. der nationalliberale Antrag ist bereits vorher«eitor- gehend von uns gefordert worden. Der Antrag, daß alle Zensitcn unter 3lVO M. von der Staatssteuer fret bleiben sollen, nach dem nationalliberalen Antrag unter 2400 M.. könnte die natisnallibe- rale Partei auch weiterhin zu einer demünKigen sozialdemokratischen Steuerpolitik führen, sonst wäre der ganze Antrag nichts weiter als ein plumpes Wahlmanöver. Solche Manöver könnte die Regierung uns ersparen, dadurch, daß sie zur Auf- lösung des'Hauses, da? doch zum Sterben reif ist, schreitet, damit das preußische Volk sein Urteil über die preußische Politik sprechet! kann.(Beisall bei de» Sozialdemokraten.) Der neue Borschtag unseres Präfidenten über die Bewirt- schaftung der diesjährigen Kartoffelernte bringt wiederum eine Erhöhung der Preise auf durchschnittlich 6 M. pro Zentner. Auch sein Verteilungsshstem, so verführerisch es auf den ersten Blick er- scheint, dürfte in der Durchführung nach unseren bisherigen Er- fahruiigen versagen. Seine Annahme wäre der Ansang der Ver- wirklich ung des Antrages Rösicke, der ja nicht nur für die Kartoffeln, sondern auch für Getreide und sflnstige wichtige Lebensmittel denselben Weg will- erst das Quantum für eine be- stimmte Bevölkerungsgruppe zu einem bestimmten Preise sicher- stellen und dann den Rest den Landwirten zur freien Verfügung überlassen. Dieselben Bedenken, die gegen den Antrag Rösicke sprechen und die ja auch in den zuständigen RuichSinstanzen zu seiner Ablehnung geführt haben, sprechen auch gegen den Borschlag des Grafen Schwerin. Es ist doch in diesem Jahre trotz der guten Ernte nicht möglich gewesen, die 7-Pfund-Ration pro Kopf den Konsumenten bis zur neuen Ernte sicherstellen zu können. Es kann gar keine Rede davon sein, daß die S Pfund, die Graf Schwerin als Wochencalion vorsieht, tatsächlich geliefert werden können. Dre Kommunalverbände würden in den letzten Monaten des Wirtschaftsjahres nicht in der Lage sein, ihre Ver- ||{|lili..... un- � SM im MhlZn jehi Lv. damtt Ihr nicht im Winter frieren müßt. Notzienverdano Arop-Brrlü» INd?» «.lülMii! pflichtungen zu erfüllen.(Sehr richtig? bei den Sozialdemokraten.) Der Abg. Hoesch hat dann auch seine Genugtuung über die Erhötzuug der Getrcidcprcise ausgesprochen, die wiederum eine Milliarde Mark mehr aus den Taschen der Bevölkerung zum Teil auch aus Mitteln des Staates in die Taschen der Getreideanbarrer führt. Unter Anrechnung der außerordentlich erhöhten Frühbruschvrämie wird der Getreidepreis durch diese neue Erhöhung auf über 100 Proz. des Friedenspreises gesteigert. Hierfür gibt es keine hinreichende Begründung. Die Erhöhung des Preises für ein Produkt zieht naturnotwendig bei den Interessenten sofort das Verlangen nach Erhöhung der Preise anderer Produkte nach sich. Unsere ganze Preisregulierung entbehrt der Systematik, die wir von Anbeginn verlangt haben. (Sehr richtig! b. d. Soz.) Auch die Erhöhung des Brotpreiscs und die Herabsetzung der Brotration waren vcrmeidbar gewesen, wenn man rechtzeitig die Preise für andere landwirtschaftliche Pro- dukte, die den Körnerbau zu verdrängen drohten, herabgesetzt, uni> wenn man insbesondere die Getreideernte durchgreifend erfaßt und den Konsumenten zugeführt hätte.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.)___ GroßSerlln Schwere Explosion in einem Geschästshaus öer ßrieörichstraße. Bisher 13 Tote, zahlreiche Schwer- uud Leichtverletzte. Eine furchtbare Katastrophe, die selbst in der gegenwärtigen Zeit, wo die Nerven gegen Schreckenskunden abgestumpft sind, Grauen und Entsetzen hervorzurufen geeignet ist, hat sich am Bor- mittag des gestrigen Tages in der südlichen Friedrichsiraße ereigner. Im ersten Stockwerk eines neuen GeschästsHauieS Friedrichsiraße 235. dicht an der Hedemaniistraße, ist die B i o s k o p- F i l m- Gesellschaft untergebracht, während die oberen Räume von der Telef unken- Gesellschaft eingenommen werden. Gegen 11 Uhr vormittags ichosisn nach einer furchtbaren brannt, etwa acht Personen sind schwer, zwanzig leicht verletzt. Wahrscheinlich ist die Exvlosion durch Entzündung von lwe umherliegenden Films entstanden. S ä m l l i ch e Räume des vier Stockwerke hohen Geschäfts- hauseS sind vollständig ausgebrannt. An der Rettungsaktion beteiligten sich 13 Löschzüge der Feuerwehr. * Dazu erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Die Gewali der EMlofion war fürchlertich. Das gesamte Personal, soweit es nicht schwer verletzt oder sofort getötet war. ergriff die Fluch! und ließ dabei sämtliche Türen offen stehen, wodurch Riescustichflammen entstanden und der Brand eine große Ausdehnung erlangte. Alle Leitungen für Elektrizität und Gas versagten. D:e Treppen waren in Duiikel gehüllt Der Psörlner in seiner Stube am Eingang des Hauses mußte flüchten und crUtr dabei noch Brandwunden im Ge- stcht. Keine Treppe konnte begangen werden. Die Flammen rasten von einer Treppe zur anderen. Abgeschnitten vom Aus- und Eingang- s p r a n g e n wohl an 20 Personen, Männer, Frauen und Mädchen mit ihren drennenden Kleidern zum Schrecken des zu Tausendr, angesammelten Publikums auf den B ü r g e r st e i g. Die auf erneu Meldungen sofort ausgerückte Feuerwehr sühne sofort R ttungsmanöver auS. Sprungtücher wurden mit Hilfe des Publikums unter den Fenstern gezogen und gleichzeitig vorn aus der Straße drei mechamjchs Leitern und auf dem ersten Hof eine vierte zur Rettung der schreienden Mäd- ch en, die z u ersticken d r o h l e n, aufgerichtet. Ueber diese Leitern lonnten sich etwa 15 Personen retten. Die Namen der Toren konnten noch nicht einwandfrei festgestellt werden, weil die meisten bis zur Unkenntlichkeit ver- brannt sind und erst von den Angehörigen rekognosziert werden müssen. Unter den Verletzten befinden sich der Schauspieler Philipp Fleck, Palast-Hoiel, Kinemalographcnbesitzer Reinhold Haaie, Monteur Karl Richter, Kontoristin A. Raa ck. ein Herr Bochmann, Buchhalter Fritz May und ein Fräulein Käthe Werner, Prenzlauer Str. 1. «- Das HauS Friedrichstraße 235, das sogenannte.Passage- bans-, weil es eiiicn Durchgang von der Friedrichstraße nach der WÜhelmstraßc bildet, besteht zumeist aus Geschäftsräumen, die für Fabrikzwecke bestimmt sind. Namentlich sind es die Filinfabriten, die hier ihr Domizil ausgeschlagen haben. Am gestrigen Morgen war bei der Biojkop Filinverleihgesellichaft der sogenante „PrograniMwechscl-Tag", zu welchem die Kinobesitzer Berlins, die Kunden der� Gesellschaft sind, geladen waren, um hier die neuen Films»ür die kommende Woche zu sehen. Im Vorfübrungsrauni waren etwa 10—12 dieser Herren anwesend, in denNebcnräumen befanden sich Kontoristinnci! und Buceauangestellte. Plötzlich ertönte der Schrcckensruf»Feuer' und 'in der nächst.» Sekunde schon brachen Stichflammen hervor. Die entsetzten Anwesenden versuchten zu flüchten. Einen Teil von ihnen gelang es. die Tür zu erreichen, über die Treppe auf den Hof zu eilen. Die Angestellten aber, namentlich die jungen Kontoristinnen. scheinen völlig den Kopf verloren zu baben. Swreiend rannten sie in den von Feuer und Rauch bedeckten Räumen umher, mehrere von ihnen wurden ohnmächtig, sanken zu Boden uud fanden den Tod dureb Ersticken. Andere stürzten mir brennenden Kleidern nach den Fensieru, rissen dieselben auf und sprangen auf den Hof hinab. Die Flammen schlugen nach der 2. und 3. Etage, in der sich die Arbeitssäle der Telefunken-Gesellschait befinden und in wenigen Sekunden waren auch diese in ein Feuermeer gehüllt. Jetzt spielten sich grausige Szenen ab. Schreiend und fast wahnsinnig vor Angst liefen die zahlreichen Arbeiter und Arbeiterinnen durch die Säle, hnferusend, aber niemand hörie sie. Zum Unglück war auch das Treppenhaus schon völlig vergualmt. und so wagten die wenigsten von ihnen über die Treppe hinab ins Freie zu geiangeu. Etwa 30 junge Mädchen flüchteten in eine kleine Kammer, schlössen die Tür fest hinter sich ab und verrammelten die Fensler. Hier blieben die Unglücklichen ungefähr eine Viertelstunde, ehe ihnen Hilfe zuteil wurde. Tie Mannschaften der inzwischen eingetroffenen Feuerwehr- drangen in die Kammer ein und langsam wurden die Betäubten über die mechanische Leiter Kinabbesördert. inmitten der Stichflammen, die immer noch aus den einzelnen Etagen herausschlugen. Schließ- lich war die Retlnngsleiter so heiß geworden, daß weitere Rettungsveriuckie aufgegeben werden mußte». Es ist jedoch anzunehmen, daß die Angestellten der Telefunken-Gesell'chaf: und des Nationalfilm? gerettet sind. Durch den Brand sind viele Hunderte von Personen arbeitslos geworden. Der materielle Schaden läßt sich auch nicht annähernd schätzen. In sämtlichen drei Etagen stehen nur noch kahle rauch- geschwärzte Wände. Tie Verfassung Groft-Verlins. Um eine allgemeine Aussprache über die kommunale Aus- gestaltung Groß-Berlms herbeizuführen und die Meinungen zu klären, wird, wie wir erfahren, am 2. Juli im Ministerium des Innern eine Besprechung der beteiligten Persönlichkeiten und Ver- treter der Gemeinden und Gemeindeverbände Groß-Berlins stattfinden._ Kundgebung der Kriegsbeschädigten. Eine vom Reichsbund der Kriegsbeschädigten und ehemaligen KrtegSteilnehrner einberufene_ sehr stark besuchte Versammlung tagte am Donnerstag im großen Saale des Lehrervereinshauses. Der Sekretär des Bundes. Erich Roß- mann, ipracki über die sozialpolitischen Forderungen der Kriegs« belchädigten. Er fordeite eine grundlegende Aendernng de? Mann- schaftsversorgungSgesetzes, derart, daß den Kriegsbeschädigten Renten gewährtwerden, die in richtigem Veihälinis zu dem Einkommen stehen, welches sie in ibrem Zivilberuf hatten. Solange das Gesetz in seiner gegenwärtigen Form gilt, sollten wenigstens Teiierungszulagen zu den Renten gewährt werden. Auch nach der Richtung müsse das Gesetz reformiert werden, daß die Renten durch Spruchinüauzen unter Mitwirkung von Vertretern der Kriegsbeschädigten festgesetzt werden. Den mit ihren Ansprüchen abgewiesenen Beschädigten müsse der Rechtsweg nach dem Vorbilde der Sozialversichc- rnng geöffnet werden. Auch die Hinterbliebenensüriorge müsse verbessert werden. Die ärztliche Fürsorge müsse nach dem fortgeschrittensten Standpunkt der Heilkunde erfolgen Die Kriegsbeschädigten dürften nickt zum Gegenstand wissenschaftlicher Experimente gemacht werden. Tie ärztliche Behandlung der Nervenleidenden müsse taktvoll und rücksichtsvoll sein. Die Kriegs« beschädigten müßten wieder leistungs- und arberissähig gemacht werden. DaS sei die Hauptaufgabe der Fürsorge, die im Reichs- ansswuß für KriegSbeichädialensürsorge ihren oreanisatorischen Mittelpunkt finden müsse. Reich und Bundesstaaten dürften mit ihren Mitteln zur finanziellen Uinorstützung nickt knausern.' Ferner würden gesetzliche Garantien für die dauernde Beschäftigiing der Kriegsbeschädigten gefordert. Bei der Verteilung von Spenden, die durch Sammlungen ausgebracht werden, müßten die Kriegsbeschädigten mitwirken. Dos gelte besonders für den vom Reiche mit 300 Millionen dotierte»»Reichslricgerdan!', der in Gefahr sei, dem Einfluß des Kyffhäuferbundes ausgeliefert zu werden. Wer im Dienst deS Vaterlandes zu Schaden gekommen ist. muß nach einem einheitlichen Neck» entschädigt werden, ganz gleich unter welchen Umständen er sein Opker gebracht habe. Der Vortrag fand lebhaften Beisall. Ebenso die Aussührungen der Diskussionsredner, die neben den sozialvolitischen Fordmnigen auch dafür eintraten, daß die polirischen Rechte der Kriegsbeschädigten nicht zu kurz kommen. Tie Werbungen für Stärkung des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten fanden all- fettige Zustimmung._ Schon tvieder geschossen! Am Donnerstag abend gegen 12 Uhr hörten Passanten der Grendierstraße hinter sich den Ruf:.Haltet ihn?' In dem« selben Augenblick rannte aus der Münzstraße m die Grenadierstraße einbiegend, ein Soldat an ihnen vorüber und sein Begleiter feuerte zwei scharfe Schüsse auf den Fliehenden ab. Dieser wurde einige Minuten später durch einen Schutzmann, der ihm entgegenkam, festgehalten und abgeführt. Es ist lediglich ein glücklicher Zufall, daß weder der Fliehende noch einer der Passanten, die sich in der Schußlinie befanden, von einer Kugel ge- troffen wurde. Geraume Zeit ist bereits verstrichen, seit uns amtlich versickert wurde, die zuständige militärische Stelle habe angeordnet, daß Arrestanten innerhalb der Sradr mittels Droickke transportiert werden sollen, wodurch Flucktverluche mit narbfolgenden Schieße« reien vermieden würden. Die strikte Durckisübrung dieser AuorL- nung scheint sich aber leidet noch immer nicht ermöglichen zu lassen. Tic„drcsch-ndcn Ochsen". Die Kohlrabi genüsse der Herren Reicks und Michelet liegen der bürgerlichen Presse noch immer ickwer im Magen. Während die .Deutsche Zeitung' dem»Vorwärts' zugesteht, sich.um die Oeffem- tichteit ein unbestreitbares Verdienst erworben zu haben', jäußert die regelmäßige Zustellung des „Vorwärts" im nächsten Monat keine unliebsame Unterbrechung erleidet, ersuchen wir unsere post-Ibonnenten, üas /ibonne- msnt für üas dritte Vierteljahr 191S bei dem zustänöigen Postamt schon jetzt zu bestellen. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. sich der.Lokal-Anzeiger� in eine».Schnüffeleien an der Küchen- tür* übenchnebsnen Artikel folgendermatzen! Wenn von nicht rationierien Lebensmitteln Leuten, die selbst- los und weit über ihre amtliche Verpflichtung hinaus iür das Gemeinwohl arbeiten, ein kleines Quantum vorzugsweise zuteil wird, so ist dabei gar nichts zu finden. Das Wort, man solle demOchsen, der da drischt, dasMaulnichtver- binden, ist drastisch, trifft aber den Nagel aus den Kopf. Wir müssen diesen Versuch, das biblische Ochsenvotrecht auf unsere städtische Obrigkeit auszudehnen, durchaus ablehnen und sind vielnichr der Meinung, das, hier das antike Sprüchwort mit einer kleine» Umdrehung am Platze ist:„(Jueicl licet bovi, non licet Jovi".(Was einem Ochien geziemt, schickt sich ircht für einen kommunalen Würdenträger.)_ Ter„Mundvorrat" der Werderaner. Der Magistrat von Werder macht bekannt, daß er von der RcichZstelle für Gemüse und Obst ermächtigt sei, für die Einwohner der Stadt, die tagsüber zur Erwerbstätigkcit in Berlin und sonstwo abwesend sind, Scheine auszustellen, die sie berechtigen, täglich zwei bis drei Pfund Obst als Mundvorrat mitzu- nehmen. Wenn also— dank dem„bewährten Slfftem" des Herrn v. Tilly und den Verteilungskünsten der Stadt Berlin— die Bewohner der deutschen Neichshauptstadt in diesem Frühjahr kaum in die Lage kommen dürften, selber eine Kirsche oder eine Erdbeere zu gc- niesten, so bietet ihnen die unermüdliche Fürsorge der Reichsstelle für Gemüse und Obst jetzt doch wenigstens die Gelegenheit, Obst essen zu sehen. Wir fürchten aber, daß die anspruchsvollen Bcr- liner auch damit wieder nicht zufrieden sein werden. Oeffcntliche SteUenvermittelung für kaufmännisches Personal. Der Verband märkischer Arbeitsnachweise veröffentlicht den ersten Verwaltru.g�oericht seiner Stellenvermitrlnng für lauf- männtsches Personal. Derselbe umfastt den Zeitraum vom 1. No- bembsr 1913 bis 31. Oktober 1917. Wird in Betracht gezogen, dast nach der Meinung der liberalen Stadtväter eine solche Organisa- tion leine Lebensfähigkeit haben scllte, weil angeblich individuelle Wünsche der Unternehmer nrcht genügend berücksichtigt werden könnten und würdigt man ferner den Umstand, dast ein Teil der Aitgest ellten, insbesondere der Handlungsgehilfen, einer solchen Einrichtung aus Befiirchtung, ihre Organisarionen könnten Schaden leiden, nicht sympathisch gegenüberstehen, so ist das Ergebnis als Anfang als ein durchaus befriedigendes zu bezeichnen. In dem angegebenen Zeitraum meldeten sich Stellensuchende 8279, davon 4171 männliche und 4108 weibliche. Offene Stellen wurden gemeldet 0334, verlangt wurden 2321 männliche und 4013 weibliche Angestellt«. Davon wurden besetzt allerdings nur ein Drittel der gemeldeten Stellen, nämlich 2752, davon 1470 männliche und 1273 weibliche. In anschaulicher Weise setzt der Bericht ans- einander, ans welchen Gründen die Besetzung von Stellen so ver- hältmsmästig gering und eine Steigerung nicht möglich war. Bei der männlichen Abteilung wird die geringe Zähl der Vermittlungen auf den durch Warenknappheit eingeschränkten Umsatz zurückgeführt und auf den weiteren Umstand, daß woiblichc Arbeitskräfte an Stelle des zum Heeresdienst eingezogenen männlichen Verkaufspersonals eingestellt wurden. Sehr bemerkenswert ist der im Bericht enthalte ne Hinweis darauf, dast die Auftrag- geier nicht d i e von den Bewerbern geforderten Gehälter bewilligen wollten und in ihren Ansprüchen an Berufs- und sonstigen Spezialkcuntniffen nicht dem Umstand genügend Rechnung trugen, dast sich die besten Kräfte im Heeres- dienst befinden. Es heistt, am diesen Schwierigkeiten scheiterten viele BesetzungSverfuche. Anders ausgedrückt: Die Herren des Handels wollten zwar die besten Kräfte haben, aber nicht den Zeitverhältnissen ent- sprechende Bezahlung leisten! Geklagt wird auch, dast es trotz vieler Bemühungen nicht gelungen ist, die Industrie- Grostbetriebe und die Großbanken für die Einrichtung zu gswinnen, da diese sich nach wie vor des Inserats bedienen. Unsererseits wünschen wir den Privatangestellten die Erkenntnis, die sich in den Reihen der Industriearbeiter immer mehr und mehr Balm gebrochen hat, dast es für die Arbeitnehmer einen nmvürdi- gen Zustand bedeutet, auf ein Inserat hin in Herden zu dem Unternehm« zu laufen oder massenhafte Bewerbungen einzu- schicken, damit sich dieser die oder den angeblich„besten oder geeig- neten" Bewerber aussuchen kann. Fm Sinne des Dienstpflichtgesetzes gut der„Stellennachweis ür kaufmännisches Personal" auch als H-iifsdienstmeldestelle. Als olche besetzte der Nachweis 471 Stellen, darunter 353 für militä- rifche Dienststellen. Die Vermittlungen scheiterten hier vielfach an der geringen Bezahlung, die im Hilfsdienst geboten wurde, wie an der Vorliebe für weib» lrche Angestellte gegenüber den im vorgerückten Alter stehenden Hilfsdienstpflichtigen. Bei Kriegsgesellschaften wurde die Vermittwng durch die Einrichtung einer besonderen Vermittungsstelle bei dem ReichSanft des Innern beschwert. Dom möckrten wir hinzufügen, dast dieser Umstand wohl nicht die einzige Erschwernis ist. Bei den meisten Kriegsgesellschaften spielen unseres Er achtens per- söulich« Konnexionen eine der Hauptrollen, wenn nicht die größte überhaupt. Die Vermittlung von Bureauangeste Ilten bei Be- Hörden entwickelte sich nur in geringem Umfang, da die dort gszaülten Gehäl.cr selbst von den wenig befähigten Schreibhilfs- Gräften als zu niedrig angesehen wurden. Man kann sich unge- fähr denken, welche„Staatslöhne" dann solchen Bureauangestellten angeboten sein müssen! Der Umstand, daß einmal vorgemerkte Bewerber sich bei wiederholtem Stellenwechsel des Nachweises bedienten und dast auch organisierte Handlungsgehilfen die Vermittlung in Anspruch nehmen, läßt den Schluß zu, dast die Handlungsgehilfen sich in steigendem Maße der öffentlichen Stellenvermittlung bedienen werden Frisch, fröhlich und frei hat sich der Verband Märlischer Arbeitsnacksweise mit der Errichtung dieses öffentlichen Stellen- vermittlungSnachweiscS für Kaufleute vor eine Aufgabe gestellt. die eigentlich die Stadt Berlin, als erste im Kranze der Städte des Wirtschaftsgebiets von GrostÄerlin hafte lösen sollen und können, wenn nicht die Kurzsichtigkeit der komunalen Vertreter der bür- gerlichen Mehrheit im Berliner Rothaus durch ihren Jndiffe- rentismus gegenüber zeitgomätzen sozialpolitischen Ausgäben dies verhindert hätte. Bei den MictemigungSämteru der Stadt Berlin, die sich sämtlich in dem Hause Zimmerstr. SO/Sl befinden, ist der Andrang des Publikums in den jetzigen Wochen erheblich stärker geworden. Um zeitiaubendes Warleir�u vermeiden, wird daraus hingewiesen dast die Anfragen und Anträge auch schriftlich eingereicht locrdcn können. Bricfverkchr mit Elsaß-Lothringen. Amlltch teilt man uns mit: Ost wird darüber geklagt, dast Briefsenduiigeii von und nach Eisast- Lothringen sehr lange Zeit brauchen, um an ihren Bestimmungsort zu gelangen. Ein großer Teil dieser Klagen würde verstummen, weiin die Bestimmungen über den Briesverkehr mn Elsast-Lothringen beachtet, insbeiondere die Briefe stets osfcn autge liefert würden. Alle für Elsaß- Lethriiigeu einschließlich des rechts- rheinischen Bereichs der eliäjsischen Fesiungen benimmte und von dorr ausgehende Privatpost, die verschlossen ausgelieferr wird, wird ausnabmslos entweder zur Prüfung geöffnet oder dem Absender zurückgegeben. Mord und Selbstmordversuch. In Lichtenberg versuchte die 31jährige Arbeiterfrau Anna Malzig us, sich in ihrer in der Jungstr. 15 gelegenen Wohnung mit ihrer acht Jahre alten Tochter durch Leuchtgas zu vergiften. Als das Kind eingeschlafen war, öffnete die Mutter den Gashahn. Gegen Morgen wacht? die Lebensmüde auf und fand, dast die Kleine bereits tot war. Nun machte die Mutter noch einen zweiten Selbstmordversuch, indem sie au? dem Fenster ihrer Kchnrrng ans den Hof hrnadsprnng. Trotz. dem hat die Frau bei dem Sturz auS der vierten Etage nur leichte Verletzungen davongetragen und kormte bereits im Städtischen Krankenhaus vernommen werden. Ueber den Beweggrund zu dem Mord und Selbstmordversuch verweigert sie jede Auskunst. Durch unvorsichtiges llmgehen mit einem Tcsching wurde Donnerstagabend der 18 jährige Lehrling Siegfried Linde mann aus der Bergstr. 50 in Steglitz von einem anderen jungen Menschen erschossen. Der letztere wollte den Hahn des Deschings sichern, kam aber mit dem Finger an den Abzug, so dast sich die Waffe entlud und das Geschoß dem dicht daneben stehenden Lindcmann in den Kopf drang._ Neukölln. Kinder-Zwieback. Zum Ausgleich für die Kürzung der Milch menge erhalten die Kinder im 5. und 0. Lebensjahre Er- satz durch Ausgabe von Zwieback. Für den Monat Juni wird ge- währt: den Kindern im 5. und 0. Lebensjahre, die im Besitz einer Vollmilchkacte„C" sind, 1 Pfund Zwieback. Der Zwieback kann in den Geschäften von Richard Heinrich, Bergstr. 144, Hermannplatz 4, Hermannstr. 59/00, Otto Wiencckc, Bergstr. 17 und Hohenzollern- platz 5, sionsnmgenosiensckwft,.Bobrecbtstr. 20/27 und Emscr Str. 33, Fritz Brosius, Bergstr. 07, Schwadike, Elbcstr. 39, entnommen werden. Die Entnahme kann in der Zeit vom 22. bis 30. Juni erfolgen._ Schöncbcrg. Die Brotkommission 13, Hauptstr. 70, wird am 1. Ju.'i nach der Hedwigstr. 11 verlegt. Diese Verlegung bezieht sich auch auf die dortige Bekleidungskommission. Für den Verkehr mit der Bürgerschaft bleibt die Brotkommission 13 an diesem Tage geschlossen._ Wilmersdorf. Abgabe von Süßstoff. Vom 24. Juni bis einschl. 14. Juli werden auf Abschnitt 0 der roten Haushaltungs-Bezugs- karte 2 Briefchen Süßstoff zum Preise von je 0,25 M. durch die Apotheken und Drogerien abgegeben. Pankow. Ylranpen-Berkauf. In den bekannten Geschäften ge- langen gegen Abtrennung des Bezugs- und Ouittungsabschnittes 37 von doc gemeinsamen Lebensmittelkarte 300 Gramm Graupen zum Verkauf. Der Preis beträgt für 500 Gramm 0,30 M., für 300 Gramm 0,22 M._ Spandan. Lebensmittel. Von jetzt ab kommen auf Feld 100 der Lebensmittelkarte 2 Pfund Einmachezucker oder 3 Pfund Kunsthonig zur Ausgabe.— Die auf Eierabschnitt 34 als Teil- Ersatz für die herabgesetzte Drotmenge ausgegebenen 375 Gramm Quweijm.-u.m QokkmRwJsmodm, \ 16.-23.yiml/ Zucker können noch heute bezogen werden.— In einer Reihe von Geschäften ist noch eingedickte Vollmilch und Milch- Pulver auf Bezugschein« für Schulkinder vorrätig. Wcißenscr. Ausgabe von Graupe« und Marmelade. Es ent- fallen: 200 Gramm Graupen auf Abschnitt 83 und 300 Gramm Graupen auf Abschnitt 37, ferner je 500 Gramm Marmelade auf die Abschnitte 34 und 30 der allgemeinen Lebensmittellarte. Die Entnahme von Graupen und Marmelade kann vom 21. ab erfolgen. Sie muß in dem Geschäfte stattfinden, in dem der Inhaber der Lebensmittelkarte sich zum Bezüge von Nährmitteln angemeldet hat. Frirdrichssclde. Verteilung von Kinder-Gerstenmehl. In den nächsten Tagen gelangen zur Verteilung an Kinder, welche in der Zeit vom 1. Juli 1912 bis zum 30. Juni 1910 geboren sind, je 250 Gramm Kinder-Gersrenmehl, gegen Abgabe der rechten Hälfte des Mittelstückes der jetzt gültigen Vollmilchkarte für den Monat Juni. Der Preis beträgt 38 Pf. Nowawcs. Lebensmittel. Am Sonnabend, den 22., findet in den Verkaufsstellen der Gemeinde auf folgende Nummern des Aus- weises der Berkauf von Heringen statt: Winkel Nr. 3535— 4535, Frommert Nr. 1001—2000, Zieyener Nr. 1001— 2000, Nudow 1801—2174 und 3001—3026, Müller Nr. 2701—8700.— In der Verkaufsstelle, Uhlandstr. 5, findet am Sonntag, den 23., der Ver- kauf von Knochen statt. Es entfallen auf den Kartenabschnttt 4 der Grost-Berliner Lebensmittelkarte Nr, 1— 300 1 Pfund Knochen zum Preise von 20 Pf._ Gerichtszeitung. Ranbmordversuch durch Jugendliche. Wie ein Kapttel aus einem üblen Verbrecherroman mutete der Sachverhalt an, welcher einer Anklage wegen versuchten Mordes und Raubes und schweren Diebstahls zugrunde lag, welcher die 3. Strafkammer des Landgerichts III beschäftigte. Aus der Unlersuchungshaft wurden die 17- bezw. 16jährigen Burschen. Söhne anständiger Leute, und zwar der Kaufmannslehrlmg Karl Mundschenk, der Kutscher Karl K a s i s k e und der Kutscher Walter Dobbert vorgeführt.— Die Angeklaglen hatten von dem grasten Verdienst der sog. Kriegsgewinnler und deren üppigem Leben gehört. Um auch einmal mit dem Gelde um sich werfen zu können, erdachlen sie folgenden raffinierlen Plan, der beinahe einem Menschen das Leben gekostet hätte. Nachdem sie sich durch einen Einbruch in den Besitz von Geldmitteln gesetzt halten, um sich die nötigen Waffen kaufen zu können, trat einer von ihnen an den Nc- visor Walter Bernlsch heran und erzählte diesem, sie hätten einen grosten Posten Wem, den sie von einem Gastwirt erstanden hätten, deffen Lokal geschlossen worden sei, zu verkaufen. Der Wein lagere vorläufig in einer Remise auf einem Grundstück»l der Fnedrichstraste. Wenn er den Wein, an dem viel Geld zu verdienen sei, kaufen wolle, so müsse er mit dein Kaufpreis von 0000 Mark abends dort erscheinen.— Die Angeklagten halten nichts Geringeres vor, als den B., sobald er die dunkle Remise betrat, meuchlings zu erschießen und harten sogar Heu besorgt, um etwaige Blulspuren zu beseitigen. Sie wollten die Leiche dc-Z B. dann in einen mit Heu ausgestopften Sack stecken, sie auf einem mitgebrachten Fuhrwerk nach der Hascnheide schaffen und dort vergraben.— Dieser Plan scheiterte im letzten Augenblick noch an der Geistesgegenwart de» Zeugen B. Als er am Abend des 4. April mit dem Gelde in der Tasche den Stall betrat, sah er plötzlich einen der Angeklaglen, den schußbcreiicn Revolver ans ihn angelegt, vor sich stehen. Er balle die Geistesgegenwart, schnell die Stalllür zuzuschlagen und hil'erufend auf de» Hot zu laufen. Von Hausbewohnern wurde sofort die Haustür geschloffen, so dast die drei jugendlichen Verbrecher in der Falle saßen. Mit Rücksicht daraust daß die Angeklagten eigentlich nur durch die Geistesgegenwart des Zeugen Bernlsch davor bewahrt geblieben sind, jetzt als Mörder vor Gericht zu stehen, beantragte der Smalsanwnlr gegen Mundschenk und KasiSke je 3 Jahr 3 Monate und gegen Dobbert 1 Jahr und 9 Monate Gefängnis. Das Gericht erkannte gegen Mundschenk und Kasrsle oui je 3 I a h r und 2 Monate und gegen Dobbert auf 2 Jahr und 2 MouaU Gefängnis. Industrie und Handel. Scheidemandrl A.-G. DaS Reichswirtschafisamt erläßt eine Erklärung über die Be- zichungen der Scheidemandel A.-G. zu dem Kriegsausschust für Oele und Feite. Darin wird bemerkt, daß die von der Scheid emandel A.-G. beherrschte Concernos G. m. b. H. nicht zu E n t s ch e i- düngen grundsätzlicher Art berufen sei. Jedem Praktiker ist aber wohl bekannt, dast in der Ausübung der laufenden Geschäfts- kontrolle ein außergewöhnlich wichtiger Faktur liegt. Das Reichs- wirffchaftsamt schließt seine Erklärung mit folgender Bemerkung: „Nachdem zwischen dem Kriegsausschust und der Concernos geschlossenen Vertrage hatte diese Gesellschaft ihre Organisation kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Kriegsausschust hat dann in fortschreitendem Maße die von der Concernos besoldeicn An- gestellten durch eigene Angestellte ersetzt. Zurzeit sind in der Knochenstelle etwa ein Drittel der Angestellten der Concernos �iind zwei Tritte! der Angestellten des Kriegsausschusses beschäftigt." Das Reichswirtschaftsamt suhlt also selbst, daß der bestehende Zustand unleidliche Mängel in sich birgt und sucht ihnen durch eine Reform zu begegnen, von der man nur bedauern kann, dast sie sehr spät und in unzureichendem Umfang erfolgt. Gegen die wilde Spclulativr!. In einer Besprechung, die gestern im Handcsm'nisterinm mit Vertretern der Börsen- und Bankkrcise über die A u s s ch r e i t u n- gen der Börsenspekulation stattfand, wurden, wie W. T. B. meldet, u. a. Mastnahmen gegen die Angestelltenspckulaiion und zur schärferen Durchführung des Verbots der Kredit- gewährung für Börsengeschäfte erörtert. Es wurde allerseits anerkannt, dast eine Eindämung der Spekulation im Hinblick auf den Ernst der KriegSzeii und die Gefahren, welche sich bei einem Rückgang der Bewegung ergeben müssen, geboten erscheint. Die Frage der Erhebung eines Kriegszuschlages zu dem in der Stcmpelgesetzgebung in Aussicht genommenen er- höhten Umsatz st empel wird an anderer Stelle weiter verfolgt werden. Sie bildete ebenso wie die sonstigen allgemeinen Mast- nahmen, zu denen die Spekulation in Dividendenpapieren und die Bewertung dieser Papiere, insbesondere auch in steuerlichen Be- zichung, Anlast geben könnte, nicht den Gegenstand der Erörie- rungen, �ugenöoeranftaltungen. Slrveiterjugeild Groß> Berlin. Heute Sonnabend, den 22. Juni: Betciliuuug an der Soimenweiid'eicr des Tourislenoereins.Die Natursteunde-'. Absadrt ab Charlaltenbura 7*°, S30, i)37 abends nach Pichels- werder. Beginn der Feier nachts st.lS Uhr. Die Feier besteht in Nczitatla», Gelang, Volkstänzen usw. Es wird erwartet, daß sich alle Jugendüchc» daran' bclciligen. Gruppe Gesundbrunnen. S o n n c n w e n d s c i e r. Treffpunkt: Heute Sonnabend, abends 8'° am Vahnhos Wchleben, Gruppe Moabit. Sonne nweiidscier. Treffpunkt: Heute Sonnabend, abends fl.g Uhr, Slromstraße, Ecke Turmstratze(Dresdener Bant». Gruppe Süden. Sanncnwcndfcicr. Trcffbunkt: Heute Sonnbend, abends 8 Uhr, Untcrgrundbahnhos Potsdamer Platz, Eingang ilöniggrätzer Strage, Prenzlauer Vorstadt. Am L2. und 23. Juni: Bcteiligimg an der Sonnwcndleier des Tonristenvercins„Nalmsreunde"»ach Pichelsbcrge. Anichliestend: Spielpartie. Treffpunkt: Sonnabend abend 71/, Uhr, Alexan- derplatz(Berolina). Nachzügler: Sonntag früh ab.Charloltcnburg mit dem Zuge L" nach Pichclsberge. Dort ist ein Führer. ffreircligiSte Gemeinde. Sonntag, den 23., vormittags S Uhr Pappel-Allee 13,17; Neukölln, Jdealkasino, Weichsclstr. 8; Oberschöne- weide, Wilhelminenhoistr, 43 bei Pamp:„Freireligiöse Vorlesung.-— lO'l, Uhr Kleine Franlsurtcr Str. 0: Vortrag von Herrn Emil Eich- Horn:.Ludwig Fcucrbachs Leben und Wirken'. Eästc willkommen.— Unser diesjähriger DampserauSslug findet am 8. Juli statt. ZNlgemetne Kranken- und Strrbckasic der Metallarbeiter. (V. n. G), Hamburg. Filiale Berlin 2. Sonntag, den 23., vorm. v Ubr, im Lokale von Prtiiß, Dresdener Str. 10: Mitgliederversammlung. — Filiale Berlin 6. Mitgliederversammlung Sonntag, den 23., vorm. 10 Uhr, bei Meyer, Ackersir. 123:„Stellungnahme zur General- Versammlung',— Filiale Schöncbcrg. Sonnabend, den 22., abends 8'/. Uhr. bei Obst, Marttn-Luthcrstr. 03: Generalversammlung: Wahl der Orts Verwaltung._ ÖnefPßftcn der ReKaktwn. Luise Schmidt. Diele kleinen Erzählungen sind noch nicht in Buch- form erschienen. Achnliche gute Erzählungen finden Sic aber in der Sammlung Vorwärls-Bibliothek, Lassen Sie sich von der Buchhandlung Vorwärts, Berlin 81V 08, Lindenitr. 3, ein Verzeichnis dieser Bibliothek senden.— Falsch, Berlin. Lassen Sic sich von der Buchhandlung Vor- wärls, Berlin LIV 03, Lindenslr, 3, ein Verzeichnis der GesetzcSsiihrer schicken. Sie werden darin linden, waZ Sic suchen.— P. K. 00. 1. Nach der gegebenen Zusicherung dü sle seine Verwendung an der Front nicht zulässig sein. Sonst ist uns aber bekannt, dag allgemein ciae Versügnn i für deutsche HeereSangehönge dieser Art nicht besteht. 2. und 3. Er imlye sich im Dleustwcge an den nächsten Vorgesetzten wenden.— Stralsund 2. 1. Sie und daS Kind sind allein erbberechtigt. 2. Bei Wiederverbeiratung muß Erbauseinmidcrsctzung mit dem Kinde erfolgen.— I. R. 17. Der Haus- wirt ist zur Steigerung berechtigt. Sic töniitcn aber das MiclScinigimgsam. zur Entscheidung anrufen, da die Steigerung scbr erheblich r;. — M. S. 100. Ersatz für die verlorengegangenen Karten wird nicht gegeben.— R. R. 4. Es empfiehlt sich, da» MietScinigungsamt auzu- rufen. Das Amt wird jedenfalls der Gemeidevcrwallung aus dem Rat- haus angegliedert sein.— F. P. 1303. Nein. Sie tönnen dagegen Be- schiverdc führen.— Feldgrau W. Eine Amnestie zum lliegierungs- jubiläum in nicht erlassen.—<5. tt. 159. Eine solche Unterstützung wird bei Bcdürsligkeit und mir, wenn der Vater zum Heere eingezogen ist, von der Kaiegskinderspcnde deutscher Frauen, Privatkanzlci der Kröiiprinzcssiii, Potsdam, Neuer Garten, gewährt,— I!. 8180L. 1. Unbeschränkter Urlaub steht Ihnen nicht zu 2. Ja.— H. G. 14. 1. Ja. 2. und 3. Sie miisien sich an die KleiderverwertungSirelle wenden. 4. Sie unterstehen dem Hilssdienstgesetz und müssen Beschäftigung in einem kriegswichtigen Betriebe nehmen.— SÄ. 52. 1000. 1. und 2. Nein. 3. Ja. — 31. D. IL. Die Töchter können, wenn sie selbst Vermögen oder Ein- kommen boben, zum Unterhalt der Mutter verpflichtet werden. Die Ge- Währung der Unterstützung hängt von der Bedürftigkeit ab, diese wird in jedem einzelnen Falle geprüft.— A. Sch. 253. Der Kompagniesührer ist zu solcher Anordnung bercchligt.— St. Z. 37. Die ordnungsgemätze Kündigung steht dem jetzigen Besitzer des Hause» zu. Unter den von Ihnen aiigegebenen Verhältnissen aber könnten Sie bezw. Ihr« Frau das Miels- einigungSamt anrufen niit dem Antrage, dl- Küttvigliüch für unwirksam zu cillärcn.— O. 2. Diese Stellung wird nicht als wi Bereich der Feue:- zonc erachtet. Dem Reklamationsgesuch der El lern ist damit genug getan und Sie werden gegen Ihre jetzige Vciwcudung nichts mtternchmeu iöttiie,,. — P. 37. 1. Ja. 2. Sie find versicherungspflichtig. Sie müssen sich an das Vc> sichern!: gsamt mit einer Bc!chwer0e gegen die Firma tvens: 3. Darüber find wir nicht orientiert. Besiagen Sic sich bei irgend einer Fitm-Gcsellschast.— Zl. V. 1001. 1. Nur nach geschiedener Ehe und ans Antrag des Ehegatten kann Bestrafung«folge«, das Strafgesetz sieht bis 0 Monate vor. 2. Ja.— W. F. 100. Eine Beschwerde ist an den zu- ständigen Landrat zu richten. Unterstützung müjzte in diesem Falle der Frau gewährt werden.— C. 3. 0.7<1, Neukölln. Nein. Die Zusatzbrottarte wird nur Kranlcnvcrsichcrungspsiichtigen gewährt, und das sind'Sie jetzt nicht mehr.— Erich 31. Der Mietsnachtasi mutz durch die Slcuerlasse gc- regelt werden. Der Hauswu l mutz sich zunächst au diese wenden. B. B. 3. 1. Laiidiluimpslichtig— lungenleidend. 2. Nein. 3. Jg. — F. Z. 38. 1. Berlin ist zur Zahlung der Unterstützung nicht ver. Pstichtel, sondern Franksurl a. O. Es wild von dorr aber nur die staatliche Unterstützung gezahlt, da die Frau ihren Wohnsitz nach vier verlegt*at. 2. Beim Kompagniesührer.— H. R. Kriegszulage. Bei Biedereiuziehuu.: zum Heeresdienst wird die Löhnung aus die Rente ausgerechnet. Wegen Nichtzahlung der überschüssigen Rente müßten Sie sich beschweren.'— C. I. 19. 1. Nein. 2. Die Löhnung wird aus die Reute ausgerechten, den überschüssigen Test müssen Sie ausgezahlt erhalten. 3. Blindheit eines Auges.— Scha. 31. G. 49. Wir tönuen nicht annehmen, daß bei dem bclrcsscndcn Truppenteil so oerfahren wird. Die älteren Jahrgänge sollen möglichst aus der Front zurückgezogen werden und nicht die jüngeren. Geschieht das umgetehrt, so müßte dagegen Beschwerde auf dem Dienst- wege eingelegt werden,— Flandern. Anspruch auf Beförderung bcsiehr nicht.— 21. H. Andere Klagen dieser Art sind nicht eingegangen. Wir raten Ihnen, in jedem Falle, wo Sie sich übervorteilt glauben, sich an das Kncgswucheramt,«chöueberg, Apostel- Paulus- Straße S, zu wenden, Dents«Tic« Theater. AUabendlloh 8 L'hr: Max Pallenberi) in UiblkoCT. Jiammcrspli'Ic. Allafaenillioh 7l/j Uhr: Inkognito.(Operette.) YolkabUhnOtTH.i. SBIowpl, Untorffranilb. Schötih- Tor. AllabendUoh 71/. r..r: ftteueriii V« nie. Tlieater öc: Westens AUabondUuh Tj, Ulnr: Leopoldina Konstantin Die Tänzerin. Ttseater j,-. Königgrätzarstr. 8 Uhr: Die SchweBtern und der Fremde. KomödJenhaus S Uhr: Die Zarin. BerlinerTheater 7«U.: BUta: blauen Blut. Heater der Friefieliöt. Loks Friedrich- n. hinionstr. Täglich 7'li Uhr: Sie erste geige. Sonnt, nachm. S'/, kleine Pr.i Jiigeud. Trianon-Theater Bhf. Frtodrlchstr. Ztr. 4927. 2391 8 U. Zum 294. Malo: Der LeZZsnssekMsr. Kaiser-Titr, ßildt, Flink. Heute nachm.'I,i kl. Pr.: Kotkilppchcn. Sonntag 4 Uhr: Johannicfeuer. Theater für Sonnabend, 22, Juni, CentraJ-Theatep tu uhr: mg CsariiaslilrstiD. DeatKchcn Opepnhansi Tühr�erlroubadonr Frledrlch-Wllhelmst. Theater gas Breiierte. Kleines Tbcntep uhr: ÄrlstldiisdselisFeliief. Bassermann. Komische Oper 71g?.- ScbwarzwalilffiMel. Morg. 3'/, ü.: Die Kiitokfinigin. Metropol-Theater Sie ßose m StanM VI, Uhr: Neues Operettenhsus 7v.uhr:DerSöldsiigrMärfe. Natioual-Theater 'ltH Oöpenicker Str. 08.*1,8 Xoch nie dasfCTvcHener äjnch erfolg S Häuschen. Militärhumoresko in 3 Akten. Musik von Walter Brommo. Sonntag O'/i: Haabsnleroha. Vorverk. 10 U. uminterhroch. Reiclishallen- Theater, Allabendlich 71/, Uhr: Slelliner Sänger.! j Jteichahaüen-Saal 7'/, U.: ßrcSe« Bliithgon-Konzeii. T/uatsipieSliau» 7'/, Uhr: DieiiMen Rädels v, Undenho! ItesildcnB- Theater v1] Fliitimerklärchen Schiller-Theater Q vi, uhr: Ein Erfolg. Schiller-Th. Chorl. vi, uhr: Die Ehre. Thalia-Theater o&öDterdEfÄsöeDliiiife Theater am Nollendorfplatz 3'/, Uhr: Kmälla Oalottl. 7'/, Uhr: Kabarett livdi Bunte Vorträge---------- Splelfolge vom 13.-- SO. JonI: Alois Krämer, Hanna Harfner, JoBre n. Johnson, Otto Görn, Mila Endtresser, Wllli-Robert-Hans,? William? 1 iigMo!! K.vel Kapellen. DER„HIAS" Täglich 71/| Uhr abends Riesen s Erfolg Xforgcn Sonntag Ä AullUhrnngen 3'/. und Tl, Uhr Walhalla-"IS™ Tli.LlfraiiÜiirierÄlleeäH Die künstler. Gartenbühne Täglich 7'/, Uhr: Der grolle Erfolg! Was man ans Siebe MU Sonntag i Uhr: Bunte Bühne. Admiraispaiast. Heute Zum[rOO.j Male Sehwe Izergarten Slm Königsta« 3tm ufricirichehntn 29-32. Grägt-r und Icftänftev Natur» gatlett Berlins, lieber fiOOO Zitz» Plätze. Enal jür 1000 Perlenen. Täglich: Äonzert. Theater. ZvezialitätenvorfteUung. Ansang Wochentags 4 Uhr. SonnlagS 3 Ubr. Anfang wochenfc. 7, Sonntag nachm. 4 Uhr. Kottbuser Damm 95 mcÄusss I« JMnftlerhaufe. Bellevuestrahe 3 Montag,»*-i9.. 5. Vortragsabend Praf. W. v. K»ieriin>RIga: Die Landwirtschaft in Livland mid Estland. Dr. E. Tlicda-Riga: Stadtgemeinde und BevöllerungSwese». Numerierter Platz 3 M.. unnnmerierter Platz L M. Eintrittskarten zn haben bei Jnvalidendank,'A. Wertheim, an dcr AuSstellungSkasse u. abends an der Nasse im Künsllerhause. Bcgsnn der Vorträge 8 Uhr abends. Hajtlah. l7'/, Uhr, 2, 3, 4. 5 u. 6 M. Rose-Theater. ''/.»h. BülÖÜElJlflCli. Gaiienbähnc: Aha! Was Neues: oiearrso t.nsMi'NMM f. Ernst Sünfijerüo, EÄ" �SiTtÖlioitp, 6oti.änkn"V Franz Abraham Itsrl.Massins-n.RSaisrtrnnkKel). C,I5 Birleliir 8t, Fernsp. Kgst.lS"03 4 Ben tia geil,©«mtnlw. d R. Eouke, Stralauer Str. JS. A. E. l-one», Brunnenstr. 18« < Bgcker- o. Kam!Horelen~V Otto\\ oilbTtrepto1*, Krüllst. 16 l.,Bi»rhdanfiig.> »ßiMW empfiehlt SlizlMdls� •raten Ranger. � gun-,WeiU..VVollw.,THkotag. Id RonuiDafireTar.SsSiTiibViitrih 11 BesjugsQuellen-Ver�elel-Brais Erschein1 2 mal wöchentlich. Untenstehende Geschäfte empfehlen sich bei ElnlciHfen- Schröter, R. im. 45 DcrUautMtcflfn 43 August Holtz ES; 4 Bado-Anatalieii d tßitial-Bai Anrenprubera'lr... otina-BidÄrMd«. Passage- Bad Ea"™"!' Rtlonn-Ead, VVienor Str. tl. MOnchener Braatiaüs Berlin nnd Oranienburg TrlnHl tllanntnäeFBlepr 'Weissbier, 0. ßreitbaupt, PaÜMdaiiBtr.tT Tel.Kf». t981,>48S Etalafabrikan Timner�Essig Bbarali■rhaitllch! HaOmnaciiinqn ► BeUmane.£, SÜSX." Nshmaschinen LRdon In alUn Stndttailcp.j _. Isch- u. Vbtjrntw.. P Otto ikOBgel. Aito.lacobstr.•id. 41tforrow-Ei,glnaLiarr8urj j.> .M' YTJ c»«atm R-iüStr. 26, V.;»:« >g.iLna.er Prinzen-Alle©. 4 E}«cn."St!tTtlw f Waffen. V/erTa.|> CarT /üng, ÖtronsstF Jl. K A hin» an ü 1 1 1 ra t. 40 b, K. 8 e aif �»lüts, TfffltzenTT�elzwaren"!» t" ftoulSuBor-, * Damm 18/19 4 ffiertTKahai�Mao«« � ■ jBsthKc, Georg,«Ä JSenklUfl. Elbertr-SS, Kaijor-frlsdr. iSti. M, W«s«r8tr. 139, Frisdelnr. 13 i Ireptoy. Gräti-8tra8< 14. Oaege,OttoüllCga IMmXXyX. 4 Out ih ornftoctia nf k er'V ßohubsrt, Carl, Nklin.Uerz.trTuS Meierei IC. A..G. j Berlin ü.U). 21 Altester nnd grSsste,§3 KUchwlrtsohattllclisi t] Orossbetrleb:— r. Z .__ totöar. Aupurat i. BÄihrflflit"0- Kottuuser oir. J. • niUi tlllii nnehGelogqnbeU.Uf. �"ÜS.ran u. iTöi»' wa!'«T"d Lehmann. Alb.. tVnnKf. �WeineTtTskÖre, Fr.if-.t:di t. tz 1 50 Filialon in allen StndteUen. sWUMMT S ji.5507erlfanfsstell. 5r;-Berl. Kastansenallee 7—9. Täglich 5 Uhr in vollständig neuer Bearbeitung: W AslieiilWitikser. «Srotze Posse, i'Ncoue in b Bildern Dazu dio grovart. SpersalltSton ZBZZiAlsrZt " Dr. med. Koeh«-n für jl Geschlechtskrankheiten, I ■Haut-, Harn-, Frauonlalden, nervös. Schwäche, Sein- kranha, Behandlung schnell, aioher u.schmerz- los ohne üeruisstürung in Dr. Homeyerdk Co. konz. Labor. 1 Blutunters. Uädon im Harn usw. FrtaMeteff.ll.KjS: Haijsir.SiSlÄi," Spr. 10-1 u 5-8. Sonnt. 10-1. Honorar mäSIg, a. Teilzahl. Zahngebisse, Platin, ßk. 7,00, Kette», lllinge, Beited e tauft Eritii W»g»er, <1 alferltr. 13 I sAIcranderPlatz) Sjsefcljftlarzt Dr. med. WockenfiilS WeWttt.ltSsVÄlhK iarSyphills,Harn-u. Frauenleiden Blutuntersuchungen. Schnelle, sichere, schmerzlose Heilung ohne Berufsstdrung. Teilzahlung ßeutltbff ilietallarbelfer- Oertapd. Verwaltungeetelto Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Kollege, der Mechaniker kiehürl! öenetor um 17. Juni an Herzleiden gestorben ist. Die Einäscherung findet am Sonnabend, den LL.Juni. nachmiliaaS 4'/, Uhr, im Krematorium in Treptow statt._ Den Mitoltedern ferner zur Nachricht, dah unser Kollege, der Klempner BSax Starzynski am 17. Juni gestorben tst. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 22. Junt, nackmitlagS 3 Uhr. von der Leichenhalle de« Pius» Ge» memde.Kirchhoses in Hohen- schönhausen, Berliner strage, auck statt. Rege Beteiligung wird er- wartei._ Xaebrnf. Den Miialiedern ferner » inc Nachricht, dast unser j Kollege, der Schlosser Bstoneh Gräber l am 15. Junt an Lungen- j leiden gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! !>13/11 Die Ortsverwaitung. Solanae der Vorrat reicht: anstatt 2 Mk. fite 1 Mk. reunde und Aesährien Meisterdllhtungen auf ewzel» nen Vlättern. Kerausgegebei, vonI.Ä.Mackay. IS Selten zu je IIIS Gedichten. 1. BoltSiieder— 2. Gesungen« Gedichte— Z. Sesptochene Gedichte— 4.?!atur—d. Lieder des Lieds— 8. Menschenleben und Menschenschieksal— 7. Stmi» in iing— S. Lyrische Sedlcht«-» g. Litern, und Kwderlieder— 10. Bunte Lese— Jede Serie kofict i-ht 1 Mk. und 20 Pf. Port». Alle 10 Serien«uf einmal bezogen 9 M!. Port» 80 Pf. Jeder, der ein- solche Serie zum Bcschcnt erhilit,»ird stch danidar da»- aber freuen. Bor aliem aber unsere Feldgrauen. Buchhandlung Vorwärts, Verlin SW. 63, Lindenstr.Z 0kdnfksch3tt der Neuen fTelen Volksbühne. Hiermit die traurige Nach- i'.sckt, dag unser Ordner- jkollege kiebarS vreneker I gestorben ist. | Die Einäscherung findet » am Sonnabend, nachmIUagi I!>/z Uhr, im Krematorium \ Treptow, Kicsholzstr., statt. Um rege Bclelliaung bittet ! 153/2 Der Borstand. I>az>b«agi»ng. Zillen Freunden und Be» lanntcn sowie den Mietern der Häuser Landwehrstr. 41— 43 für die schönen Kranzspenden beim Begräbnis unseres lieben SohncS Uno sagen wir unseren herzlichsten Dank. 250öb Karl Günther«m»»ran. BeZ0gsq0Bl!8ß-l}QrZ3!CtiD!3 3erl!n-SCd*u J Flolach-u. Wairahoar. 1 ?8Bl Möller, Frls85iis(r.22.ä x wriran, UoCdwisrcn?c« MS. Fensko, Kottbiit.DamBi(hi� y Streng rco'-I, anerkannt bUl.M C. Dittmann Eerltnantr,«H WBd- Qenagal- FUeha.Q Bezugsgiisüsn-UErzgiQhais Seeliw-Woetow ■B SelooenhoKakanf« bb iütsBeiJÄll "Spandau üiSiü anm L Kiitalil«. BrsUsstr. 67, 3oh6nw«id»r-i srttr. 13'H, Floh.lsdorf.ratr. H-i »»»panuau t x«-.«• nieaeoeSA1!! Haas- nnd KBcheng«r»t» Hermann Finck lEiMawur,, B«hCnw»ld»Tst.87. A.HarkzoiI,«.- joerat. u Boa. Jl�oi'3t.L-'.nP-,01»-.P.rteii..r:.liq !H.TBni8wS�S,�;S Mobel-Gross"il MölielCohn ßfvwwv Gr. Prankfnrter Str. f im o,ton: Qr. FranktuHer StraOe 141[ »m forden: in?alldenslFaOe S, A°Säe, Kredit oder Bar. Möbel durcti Feuer i leicht beschädigt, Yerlikows, Bellstellen, Sclireibtiscbe, nnd anderes" so enorm billigen Preisen. Kriegsanleihe wird in Zahlung genommen.* Sonntags 8— 10 geöffnet. mmmjsm Iwezett. a 1 gibt prächtig., steifen, haltbar. Schaum, erweicht �1« Barth aar«. Cosel, 60. J.W. Zimmer, Frankfurt a-H.| im osten Gr. Frankfurter Str. 58 im Nomen: Badstrasse 47-48 NöbeMredil an Jedermann. Geringste Anzahlung, kleinste Abzahlung. Spezialltüt; 1- u. 2-Zimr-EinriclituRgen einzelne Möfcel, farbige Küchen. Cposso Auswahl komplett aufgestellter Schlaf-, Wohn- und Speisezimmer. Riesen- Auswahl— Billigste Preise Sehr kulante Bedingungen Lieferung frei Baun."VC Krlansanlalhe nehme gern als Anzahlung. �Sonntch�S— w�gedilnet Nr.— 191S Unterhaltungsblatt Ses vorwärts Sonnabenö, 22.�uni W-WDWIiVMW« EmtagsfahrtenvonKönigSWuftschaufen. Das bistorisÄe SlädtScn an der Rotte, in dessen wohlerhaltenem Sthlos; noch manches von der groben Kumpanei und den„Tabaks-- koHegien" Friedrich Wilhelms I. zeugt, ist in den letzten Jahren immer mehr sür den Grotz-Berliner AuSflüglerverkehr zu einem Haupttreffpunkt geworden. Die Möglichletten zu Eintags- und Zweiiagssahrtcn von Königswusterhauscn aus in das umgebende prächtige und weitgedehnte Wald- und Seengebiet sind so zahlreich wie nicht anderswo in der Umgebung Berlins. Sie werden mit Recht bevorzugt und ausgenutzt, weil man hier noch meilenweit durch dichten Wald marschieren kann, ohne auf grvtzere Ansiedlungen zu stoszen. Die meisten Berliner kennen Kvnigswusterhausen nur durch die bequeme und in FriedenZzeiten billige Dampferfahrt bis Neue Mühle, wo sie gewöhnlich in den dort allerdings sehr reizvollen Waffcrlokalen kleben bleiben. DaS kann die Wanderlustigen nicht befriedigen. Die halten sich am liebsten abseits vom geräuschvollen Verkehr, lassen das Notiestödichen links liegen und dringen mit Kompaß, guter Karte, Rucksack und in der jetzigen Zeit besonders wertvollen paßrechten.Trittchen", tief in die Waldeinsamkeit der mächtigen Königswusterhausener Forst ein. Am besten fährt man schon am Sonnabend hinaus oder mit dem ersten Sonntags- frühzirge. Nachtquartier ist freilich gegenwärtig nicht ganz leicht zu finde«, meist nur für Hotelpreise und viele gute Worte. Wer noch suzendkräftig und trotz aller G-auvenichlemnierei widelstandsfähig ist, macht sich aber ein besonderes Vergnügen daraus, die laue Sommernacht bei allerhand Jux und Spuk unter Waldriesen zuzu- bringen und mit dem Wandern zu beginnen, wenn der Wald in aller Morgemrühe am herrlichsten ist. Um an einem Tage in werter entfernte Waldungen zu gelanget:, ist es namentlich auch sür weniger ausdauernde Fußgänger empfehlenswert, entweder die Eörlitzer Bahn noch über Wüster- hanien hinaus oder die beiden abstrahlenden Kleinbahnen zu be- nutzen. So fährt nian auf der Körlitzer Strecke bis nach Groß- besten am Pätziee oder bis Großköris kurz vor dem Teupitzer See und hat an beiden Bahnhöfen die Auswahl unter halb-, ein- oder zweitägigen Waldwanderungen nach allen HimmelSrichlui-gen hin. Tie nordöstliche Kleinbahn wird, wenn man nicht etwa über Stor- kow zum«charmützcliee will, nur bis Zernsdorf oder Cablow am Krüprlsee, die südliche Kleinbahn über Mütenwalde und Motzen bis zur Endhallestelle Töpckin benutzt. Die EintagS Wanderung nördlich von Wusterhausen iübn bis weil hinaus nach Neu-Zirtau, Erkner, Grünherde und All- buchhorst durch ein mächtiges, nur von den Spreewiesen kurz unterbrochenes Waldgcbiel. Das ist noch Wald, wie wir ihn gern sehen, massig und wild verwachsen, mit erstaunlichen Mengen von Erd- und Blaubeeren. Man braucht bis Altbuchhorst in strammem Marsch acht Stunden und stößt nach Uebergnernng des Oder-Svrec- Kanals erst noch fünf Stunden in der Spreeniederung ans die sich in kurzen Abständen folgenden Kolonien Steinfurth, Burig, Freienbrink, Jägerbude, Hohenbinde, Alte Hausstelle und Schön- schornstein. Sich von dreier Seite auS, wo übrigens alle Hamsterei vergebene Liebesmüh ist, nach Erkner und seinem Seenkcanz durch- zupiischen, ist überaus lohnend, freilich etwas anstrengend. Eine kürzere Tour läuft gleich hinter Neue Mühle unter Umgehung des Krimnick-, Krüpel- und Zernödarfer SeeS fast schnür- gerade durch vollen Wald zum ForsthauS am reizenden lleinen Ullei-See(2 Stunden� Bon hier wandert man entweder noch eine Stunde nördlich weiter, immer durch Wald, über den Kanal nach den aussichtsreichen Stahlbergen, dann in scharfem West- bogen am Kanal enllang über Wernsdorf und die bekannte große Halbinsel mit den Goscnbergen nach Schmöckwitz sä Stunden) oder man biegt gleich voni Uklei-See scharf westlich ab und erreicht am Forstbaus Krumme Luch vorbei mitreis Ueberfahrt das idyllische Nauchiangwerdcr und Zeuthen(i Stunden). Südlich von KönigSwusteihausen sind die Eintagswande- runzen noch vielseitiger und reizvoller durch Seereichtum und Wald- dichte. Eine vierstündige, sehr bübsche Tour umfaßt das Seen- Viereck Nene Mühle, Senzig, Bindow, Gussow, Dolgenbrodt, Großbesten, Zecien. Ebensoviel Zeit erfordert das iüdlich davon zwischen einer noch reicheren Seenkelle gelagerte Wolddrcieck Großbesien, Prieros, Großköris, das als wildgesegnele Dubrow-Forst mit den berühmten Lteiherborsien an der Smötde eine mäikifche Waldperle bildet, deren Eingalten, ng sich durch meist bereitwillig in den Forstbäusern erteilte Erlaubnis öffnet. Noch weiter iüdlich lockt von der Bahn- station Großköris aus das eigentlich schönste und leider am wenigsten besuchte Waldgebiet im Bezirke der Oberförsterei Hammer, Der Wald ist hier so prächtig alt und meilenweit so dicht und still wie in der Mark sonst nur noch im Bliimenthalforst. Aber nicht gleich von Großköris. das sich zu einem prachtvollen Villenorl ausgewachsen hat, noch Süden in den Zauberwald gestürmt! Ein wenig nordöstlich liegt am Köriser See entzückend eingebettet das Gütchen W'lhelurinenhof und an der Verbindung des Köriser Sees mit dem Hölzernen See die Försterei Neubrück mit einem groß- artigen Wald- und Wasserpanorama. Dre Waldchaussee führt in einer knappen Stunde zur Lberförsterei Hammer, in einer weiteren Stunde nach der alten slawischen Niederlaffung Wendisch-Buchholz, wo einst Paul Gerhardt lebte. Wir sind nun nicht mehr weit von Köihen, dem Einso.llStor in den Unterspreewald. und sehen den Weblaberg ragen, ziehen es aber doch vor, nicht ganz eine Stunde noch Bahnhof Halbe zu marschieren, von wo direkter Anschluß nach Königswusterhausen ist. Die bequemste weit entfernte Erntagssahrt geht auf der Mstienwalder Bimmelbahn nach dem schon erwähnten Töpchin. Wir sind dann allerdings mehr als vier Stunde» bin und zurück auf die Achse angewiesen, können aber die übrige Zeit voll aus- nutzen sür den Teupitzer See und seine herriiche Umgebung. __?. E— r, Deutsches Theater:„Sibitoff' von Sruno JronP. Der Autor, der in seinem unlängst aufgeführren Schauspiel „Die beiden Schwestern und der Fremde" auf Bahnen einer nach- denklich feinen Seelenanalh'e wandelr, versucht sich in dem neuen Stückchen, zu dem eine Dostojewskische Erzählung stoffliche An- regung gab, in einer Pariserisch gefärbten Schwankmanier, die ihm indessen ganz und gar nicht zu Gesichte steht. Ohne Pollen- b e r g, der den bebrillten cholmischen Helden mit einer der- ichwenderischen Fülle drolliger mimischer Nüancen auszustatten wußte, wäre die auch so nicht gerade unterhaltsam« Geschichte vollends unerträglich geworden. Er bringt's nicht zum Galopp einander jagender Einfälle', und nur so könnte dieses Genre, das dem Verstände keine Atempause der Ueberlegung gönnen darf. allein wirken. So rücksichtslos er jede literarische Bedenklichkeil Ober Bord warf, den Purzelbäumen fehlt die heiter kecke Leichtigkeit. Man hat die peinliche Empfindung, daß es ihm selbst dabei nichl wohl ums Herz gewesen sein kann. Die in den Ueber- treibmigen des ersten Aktes noch deutlich spürbaren Ansätze zu einer die Affekle ins abenteuerlich Groteske steigernden Charakteristik, der- fanden leider in dem weiteren Verlaufe völlig. Der schon betagte Bibikoff. der nach eigenen Erfahrungen aus seiner Junggeiellenzeit an die Treue seines jungen schönen Frauchens nicht zu glauben vermag und draui und dran ist, in diesen selbst- geschaffenen Leiden die letzten Reste des ihm nie reichlich zu- gemessenen Verstandes einzubüßen, rennt in dem Theater, das ferne Frau besuchen wollte, wie ein Bcieffener herum. Wie kam sie auf den Einfall, hinzuaehn? Gewiß doch nur, um sich mit einem Liebhaber zu treffen! Das Mißtrauen gegen einen jungen Elegant(von Herrn R i e m a n n sympathisch-liebenswürdig dar- gestellt), der ans eine andere Dame wartet, schlägt nach ein paar Wcr'cn, die ihm diese Spur falsch erscheinen lasien, in ein hemmungsloses Bedürfnis um, dem Irrenden seine Seele auszu« schütten. Hier gipfelte die Kunst von Pallenberg, das tragt- komische Durcheinander fiebernder Angst und lächerlicher Konfusionen verblüffend widerspiegelnd. Was aber weiter folgt, ist billiges und billigstes Possenfabrikat, dessen Höhepunkt darin besteht, daß Bibrloff dem jungen Herrn nach Theaterschluß in die Wobnung einer Dame nachläuft und samt dem Partner beim Erscheinen des Gemahls unter das gleiche Belt versteckt wird, von dorther die beiden wohl eine Viertelstunde lang das Publikum mit Spaßen zu unterhalten hatien. Die beiden flüchten nacheinander. Als Bibikoff, nach Haus gekommen, wieder eininal vor seiner Frau die Eifersucht für ewige Zeilen abgeschworen bat. erscheint ihm zum Ueberfluß nochmals der junge Herr. Woraus der Fassungslose. nach seinem Schnupftuch greifend, ein Hündchen, das er unterm Bette totgedrückt, aus seiner Tasche zieht. Das war der Schluß- effekt. Ein Teil der Hörer protestierte gegen den Applaus mit Zischen._ dt. Der Detektiv in der Literatur, im$Um und in Wirklichkeit. Es gibt wohl kaum einen Schuljungen, der nicht einmal davon geträiiiiit hat, ein zukünftiger Sherlock HolmeS, der Inbegriff alles Scharfsinns, zu werden. Der„Geheime", wie er in der Literatur und im Film ge« schildert wird, ist in der Tat eine ungewöhnlich interesianie Er- scheinung. Der Detektiv der Literatur besitzt eine umfassende Bücher- gelehrsamkeit, so umfassend, daß es unmöglich scheint, daß ein ge- wöhiilicher Sterblicher sie sich während eines ganzen langen Lebens aneignen kann. Er kann die schwierigsten chemischen Analysen ausführen, er kennt olle bekannten und unbe- kannten Gifle und Gegengifte. Im nu identifiziert er einen Gegenstand exotischer Herkunft, er spricht alle Sprachen, kennt die Sitten und Religionen aller Völker und die Familiengeschichte aller Personen. Außerdem bat er Zeit gefunden, alle nur denkbaren Norizen aus allen denkbaren Zeitungen der ganzen Welt aus- zuschneiden, aufzukleben und zu kalalogisieren. All dies braucht der Filmdetektiv nickt; denn es läßt sich zu schlecht aus der Lein« wand darstellen. Statt dessen versteht er sich auf die Steuerung des Automobils, auf Reiten, Schwimmen und anderen Sport; er klettert auf Blitzableiter und begibt sich voll Kühnheit auf alle mögliche andere Weife in Lebensgefahr.- Indes ist auch er intelligent genug, um, eine halbe Stunde, bevor er vergiftet wird, das richtige Gegengift einzunehmen. Was kann der Privatdetektiv der Wirk- lichkeit im Vergleich zu alledem? Rein gar nickls! Er hat. wenn es hock kommt, sein Einjähriges gemacht und ein gutes Examen m irgend einer Unteroffizierichule abgelegt. Hinsichtlich der äußeren Erscheinung ist entschieden der Film« deke'tiv am bevorzugtesten. Immer muß er jung und elegant sein; Zylinder und Monokel tragen. Auch sonst muß er sympathisch auf- lreren, damit er ein rechter Held für den weiblichen Teil des Publikums ist. Fragt man danach, was der Detektiv zu tun hat, so findet man in den Kriminalromanen in neun von zehn Fällen, daß es sich um die Ausdeckung eines Mordes handelt. Der Film- detekiiv muß im Gegensatz hierzu Mordgeschichten möglichst aus dem Wege gehen, schon um der Zensur willen. Die Hauptlätigkeit deS wirklichen Detektivs bestebt hingegen darin, ungetreue Ehegatten zu überwachen Den Filmdeteklib sieht man nie eine Bezahlung entgegen- nehmen. Höchstens bekommt er ein Ehrengeschenk oder einen Kuß oder— eine Frau. In der Regel muß er freilich nnberheiralet bleiben, um im nächsten Film noch immer der Günstling der weiblichen Kinobesucher sein zu tönnen. Der Detekiiv der Romane und Novellen ist ver« mögend und unabhängig. Der„Gebeime" der Wirklichkeit nimmt Vorschuß auf sein Honorar. Die Wohnung deS Literaturdeteklivs ist ein- Kombinaiion von Museum und chemischem Laboratorium, die des Filmhelden eine luxuriöse, iünstlerisch ausgestaltete Etage. In der Lileratur kann der spürsinnige Held die an ihn heran- treleudeii Probleme sehr wohl in sein:. Wohnung lösen. Der Film- detettiv kommt stets im Automobil auf dem Schauplatz seiner Unter« suchuugen an. Ein Filmdetektiv in der Eleltriichen ist geradezu etwas Undenkbares. Der„Gehetme" des wirklichen Lebens für sein Teil fährt vorzugsweise mit der Straßenbahn. Andernfalls— geht er zu Fuß._ Notizen. — Hermann Essig ist noch»icht vierzigjährig� dahin- gerafft worden. Z-rinürbt war er aus de« Felde aus Heimat» Urlaub gekommen; in München, wo sein Lustspiel„Die Glückskuh" aufgeführt wurde, zog er sich eine Lungenentzündung zu, an deren Folgen er im Lichterfelder Krarrkenhaufe starb. Ein noch nicht Vollendeter, dem nach langem Ringen mit den Umständen— er war lange Jahre Techniker, ehe er den Dichter in sich erstarken fühlte— mit sich und seiner spröden, urwüchsigen Begabung— endlich die ersten Auffiihrungen den Weg zu Höherem zu bahneif begannen. Zweimal war ihm der KleistpreiZ verliehen, zNeimal öffnete sich einem Stück von chm die Luhne, zwei anderen sperrte die Zensur die Pforte. Der„Held vom Wald"(im Wmgl. Schau- spielhause) fand wenig Anklang; aber die.Glückskuh" zeigte echte Komödienbegabung. Sein Bestes an dramatischem Schassen hat die Kriegszensur unS vorbehalten, darunter das Soldatenstück„Des Kaisers Soldaten". Hermann Essig war ein Schwabe, voll Volks- tümlicher, ungebrochener Art— auch darin ein echter Sproß seines Stammes, daß er langsam und schwer sich entwickelte. Nun ist er mitten im Aufstieg gestorben, bevor er sein Reifstes geben tonnte. — Neuerwerbungen unserer Museen. Das Kaiser- Friedrich- Museum hat eine Reihe von allen Kunstwerken seinem Besitzstande einverleibt. Geschenkt wurde eine Ansicht der Piazella in Venedig von Guardi, dem Vorläufer impressionistischer Malerei im 18. Jahrhundert. Neu ausgestellt sind die neuerworbenen Ge mälde von Grien fPorträl) und Gertgen tot St. Jans seine zarte Madonna). Unter den Bildwerken ist eine altdeutsche Kreuzigungs« gruppe von Lelnberger hervorzuheben. 17j Lodz. Das gelobte LanS. Roman von W. St. Reymont. „War Herr Akoritz da?* fragte er geduldig weiter. ..Ja." Max rührte sich nickt, schlief ruhig und schnarchte mächtig. Endlich packte ihn Borowiecri, aufgeregt durch die frucht- losen Bemühungen, ihn wach zu bekommen, an den Armen und stellte ihn aufrecht aus den Boden. Er sollte ihm sagen. wo Moritz wäre. Aufgebracht durch die Störung, taumelte Max gegen einen Sruhl, packte ihn und schmiß ihn vor sich hin auf den Tisch. „Da hast du's, blöder Äff', stör' mich nicht," und legte sich mit der größten Ruhe lvieder auf die Ottomane, nahm den Rock ab, zog sich ihn über den Kopf und schlief weiter. „Matthias I" schrie Borowiecki verzweifelt, weil er Max nicht wach bekommen konnte. „Matthias!" rief er. ins Vorzimmer tretend. „Bin schon da, komm' schon, Herr Direktor. Die Kerze ist mir irgendwo abhanden gekommen. Ich such' und such' sie. Komm' schon," rief er im Schlaf, mit zitternder Trinker- stimme, und versuchte vergeblich, sich vom Boden zu erheben, wo er nach der Ohrfeige, die ihm Borowiecki versetzt hatte, eingeschlafen war. Er richtete sich auf den Knien auf und fiel wieder mit dem Gesicht zu Bodekk, mit den Händen umherfuchtelnd, als ob er schwimmen wollte. Borowiecki hob ihn auf, führte ihn ins Eßzimmer und lehnte ihn an den�Osen. „Wo hast du dich so besoffen? So oft Hab' ich dir's ge- sagt, daß ich dich' rausschmciße, wenn du dich nochmal so betrinkst, hörst du'?" „Ich höre, Herr Direktor, ich höre. Aha, sozusagen Herr Moritz," lallte er und versuchte vergeblich, das Gleichgewicht zurückzugewinnen. „Wer hat dich so zerschlagen? Wie ein Schwein siehst du aus." „Wer mich so zerschlagen hat? Mich, bitt' Herr Direktor, niemand hat mich zerschlagen, niemand traut sich mich zu zer- schlagen, sonst, bitt' Herr Direktor, ich würd' ihm das Genick brechen. Verdreschenffvürd' ich ihn, und fertig wär's, wie gewichst... Deibel noch eins." Als Borowiecki merkte, daß er mit dem Trunkenbold so nicht fertig werden konnte, holte er einen gefüllten Wasser- trug, hielt Matthias mit einer Hand fest und schüttete ihm das ganze Waffer über den Kopf. Wo ist er hingefahren?" „Die kleine Schwarze hat er sozusagen begleitet und wollte ins Grand Hotel hin." „Wer war noch hier?" „Verschiedene Herrschaften waren da, Herr Bein, Herr Herz und noch andere Juden," „Geh schlafen." sagte Borowiecki, löschte die Lichter aus und bestieg die Droschke, um Moritz zu suchen. Das Victoria war schon geschlossen, Grand Hotel eben- falls. „Schläft Herr Kurowski schon?" fragte er den Zimmer- kellner. „Er war gar nicht hier. Der Salon war hergerichtet, er ist aber nicht gekommen." „War Herr Welt abends bei Euch?" „Er war mit paar Damen und Herrn Kohn da. Ins Arkadia sind sie gefahren." Borowiecki fuhr ins Arkadia in der Konstantinstraße, traf aber auch da niemand mehr an. Er fuhr noch bei verschie- denen anderen Kneipen vorbei, wo die Lodzer Jugend per- kehrte, fand aber niemand. „Wo tat sich der Äff' bloß versteckt," dachte er aufgeregt und schrie wieder dem Kutscher den Namen einer Kneipe zu. Borowiecki fluchte und biß die Zähne zusammen. Er .zitterte so vor Erregung, daß er sich nicht einmal die Zigarette anstecken konnte, seine Finger zerdrückten sie. Um der Auf- regung Herr zu werden, begann er intensiv an das Baum- wollgeschäft zn denken. „Bauer hat dem Zucker das Telegramm gut verkauft. Eine sonderbare Frau." Er versank in Gedanken an Lucy. Seit zwei Jahren kannte er sie nun schon, hatte sie aber nicht sonderlich beachtet, weil er sich für Frau Liefert interessierte. Auch erzählte man von ihr, sie sei furchtbar dumm, beinahe so dumm, als sie schön sei. „Dieses Temperament!" Schauer durchzuckten ihn bei der Erinnerung. Seit geraumer Zeit wußte er, daß er ihre Aufmerksamkeit auf sich gelenkt hatte. Sie ließ eS ihn merken, durch Blicke, die sie ihm zuwarf, durch dringende Einladungen, denen er nie folgte. Uebcrall fand sie sich ein, wo sie annahm, daß er auch da sein würde. Der Lodzer Klatsch, dem sich hier hauptsächlich die Männer mit Leiden'chaft und Virtuosität hingeben, der die Kontors und die Fabriken ausfüllt, verlor sich schon in Kombinationen. Es wurde verschiedenes gemunkelt. Bald aber ließ man davon ab, weil Borowiecki sich von allem fernhielt. In'den letzten Monaten nahmen ihn die Pläne der Fabrikgründung ganz in Anspruch. Zucker kannte er persönlich. Aus einem schäbigen Tandel- jud hatte er sich in den letzten Jahren in einen Millionär verwandelt; seine Karriere in Lodz hatte er mit dem Handel abgenützter Baumwollfetzen, die die Fabriken zu nichts mehr verwenden konnten, begonnen, mit dem Sammeln von Papier- resten und Baumwollstaub, den es in allen Webereien und Tuchschererwerkstätten in Ueberfluß gab. Borowiecki konnte ihn nicht ausstehen, denn er fabrizierte Schundwaren, die er in Mustern und Farben den Fabrikaten der Buchholzschen Fabrik nachmachte, in Wirklichkeit aber aus den schlechtesten Stoffsorten, jedoch zu so billigen Preisen, daß sie jede Konkurrenz unmöglich machten. Er wußte, Frau Zucker hatte keinen Geliebten. Denn sie war Jüdin, und es gab auch in dieser Stadt, wo alle. vom Millionär bis zum letzten Stift, in dieser Niesen- produktionsmaschine arbeiten müssen, sich ganz der Arbeit hingeben müssen, nur sehr wenige Berusslebemänner. Und auch die Gelegenheit, Frauen zu erobern und sie zu verführen. bot sich äußerst selten. Und wenn es so wäre, wüßte es schon sicher jemand, denn es hatte sich schon herumgeredet. „Ob sie auch eine Seele hat?" dachte er, sich ihre wilde, unbändige Leidenschaft vergegenwärtigend.„Weshalb ich nur da hineinacraien bin, gerade jetzt! Der Teufel hole die Liebe. Jetzt sich diese Last aufzubürden, wo man eine Fabrik aus Pump grünöen will. Und dock;.. Er überlegte. War es Liebe? Er wollte es sich auf- richtig einreden, daß er sie liebte, daß ihn Liebe fortgerissen und nicht der gewöhnliche Sinnestaumel eines gesunden und unverbrauchten Organismus. „Wie es auch sein mag, das Spiel ist den Emsatz wert." Der Kutscher bog um die Ecke und blieb in der Promenadenstraße vor der Synagoge stehen. DaS Restaurant, vor dem Borowiecki auf der Suche nach Moritz vorgefahrcn war. befand sich gleich hinter der Synagoge rückwärts in einem Hof. Ein kleines Parterre- Häuschen lehnte da an der Mauer. Alle Fenster waren hell erleuchtet, und wiehernder Lärm und Geschrei schallte aus dem Haus. „Oho. die ganze Bande ist da," dachte er. in einen niedrigen Saal eintretend, der vom Zigarrenrauch so ver- dunkelt war. daß er im ersten Augenblick in diesen von den goldenen Kugeln der Gasflammen schimmernden Dunstwolken nichts unterscheiden konnte. (Forts, folgt) Met MMSM-MM. LerwaltungSstelle Berlin. X 5�. Linienstraste 83—85. Kejchäjtszeit von i>— 1 Uhr und von 4—7 Uhr. Telephon: Amt Norden ISS. 1239. 1987. 9714. Montag, den 84. Juni 1S48, abendS 6 Uhr; Versammlung der Mtchamlitr, Uhrinacher, Optiker sowie aller i. d. mechanischtn Setrieben brschijft. Kolleginuen nnd Kollegen im VcwcrkschaftshauS, Engclufer IS, Saal 1. Tagesordnung! 1. Bortrag des RcichStagSabg. Kollege» kuitolt Weeoll über den»ArbettSkammergesetseutwurf". 2. DISkuIston. 3. Per- bandS- und Branchenangelegenheilen. Kollegen und Kolleginnen! Die übcrau«»ichtige TageS. ordnung inacht«S allen zur Pflicht, Illr einen guten Besuch der Versammlung zu sorgen.— Die Versammlung wird piintt. tich eröffnet.— Mitgliedsbuch legitimiert. lig/lg vi««i't»vv>>Hv»It«n>e. J. IFm Rauch Invalidenstr. 164 ■ r■ BB CT«-E■ I Ecke BrunnenstraBe 1917er vorzOgl. Rotwein Oberingeilieinier Fl. 6,50 Zeltinger Himmelreich 7,75 Süßer Obstschaumwein KgLyreuss. Ziehung 1. Klasse W Klassenlotterie 9, und 10. Juli 1918 "4 Lose 5 10 30 40 M. und Porto bei Vorausbeaahlunjf für alle 5 Klassen 35 SO lOO«OO M. und Porto [70/18 Kahn, KSrigl. Preußischer 9 oviH«« 9 4 id Loilcrie-Einnehiner ÄS? NN Ö Ufr, PrlnnenstrwBc 7». am Moritzplate. 'fägl. tiewinollstcn zur Preuss.-Sfidd. Klasseiilotterie 1.— S Klosso eum Preise von 9 M. versendet postfrei ff. C. Hahn's Wwe., Berlin S 14, Aloxandrlneneitr. 70 nnd Pplmscneitr. 70. Bezügsqueilen-uerzefchnls Berlin-Osten i Bezugsquaifen-uerzeichriis 1 aerlln-WordBn 0 Butter, Eier, Klee ata .HJdtBMnJfiiialenl ins Mehlhandluno xzi i'jQ.l Plelsdi ZdX'\itt I Photonraph. Ateliers eapc Warenhluaer a Uiskirier �wenhiuIuFleeolBjl jill-gu»l» II.Vonr.-Ui. irk. Drosen, Farben Duftige Blusen— � Wundervolle Kleider Gutsitzende Röcke TadeiloseSeidenmäntel Mäntel und Kostüme kauft man preiswert und gut in sehr großer Auswahl beim altbekannten Spezialgeschäft W. Bernhard Kaehf.l Berlin SW, Belle-AIliance-Straße 105 u. 101.| ��Esjjirtjaebeten�eim�lnkauMas�r� � IM!! adulBl, iMklckaUtiinrfil Flelsoh- u. Wnrstw. wiiilfl. • III. Iii. Kolonialwaren StralitiM Str. 17 3 Spezialarzt P MObelmaoazIna* 5 Ungto 1 fn k»l»ltkiil»rfnt. Ii j Hlliic fl lü. Tlechtflrmel.tor Dr. med. Laaba beh. schnell, grönbl, ntSnl schmerzlos u. ohne BerufSslör. iZeichlechtskrankhell., geheim« Haut-, Harn-, Praueuleliion, Schwlch«. Erprobteste Methoden Harn- und Blutunlersuohung. Mjsck.M CÄ, I Spr. 10— lu. 5— 8. Sonnt. 10—1 Spezialarzt Dr. med. Kaachd, FtlUrlclislr.SOÄÄ. Sehandt. von SHUhiltS. Haut. Harn-, �railenieiden. spez.: chron. Fälle. Schmerzlose� n'irzesie Behandlg. ohne BerufSslüriing. Btuluntersuchung. Mäg. Preise Teilzahlung. Sprechstunden 11 bis 1 und d— 6, Sonnt. 11— 1. gedr.. zadlt Bis 000 M. Sch'afziinraar, gebr. I bis m;-. Spaisszimmor, gebr. bis 10WM, Möbel jed. Avt Umjt (Sgo, Neutilln Berliner Sir. 29.* Msbel\(k Art •owio ganze Rachläife laust höchb'alilend l'rsaoli. Neukölln, Zreinmetzstr. 4.' MSvBlilkMrlitie im Neltkkleg. i Von Dr. Ed. David, M.d.R.; Au« dem Inhalt: Unsere Er. I klärunaen im Iselchseag und 1 ihre Bekräfticiung durch die so.* zialdemokransche Voltömasfe. I Wa« wir immer vekonl baden, s Konnte die Goiialdrmolralie* den Krieg ver indern r Die Ur. 1 lache» de« Kriege« Die diplo. I malische Schuidiraae. DieGro-, ße der Gefahr. Sie Stevun«- j nähme der Soziaiisten in den( Weftstaaten. Die ruisisch« Tal» Nt und Tbeorie. Nation und International«. i Prei« 2 M.Porto 20 Pf. J Vuchhandlnnq Aorioärt«/ ierlin SW 68, tindenftr.o und, Berlin SW 6», tindenstr. in allen Ausgabeftellen de» Vorwatts. Verkäufe PsandlelhhauS, Prinzcnstr. 83, da« ziveile Hau» vom Moritz- platz, kaufen Sie neue Rock- anzüge, Iackeitanzüge, Utster, Paletot«, teils auf Seide, prima Berarbeliung. Ferner verleihe auf Tage Äehrockanzüge, Smo- kiilganzitge, Fratkanzüge. An- kauf, Pfandschein« sowie aller Werlsachen. Sonntag» ge- össnet._ 7012 Bandeisen von Papierballcn hat abzugeben H. Klokow, Buchdriilkerei, Zllexandrinen- ftrabe 77.___ 71/3 Klingel- Elemente, Salmiak. alz, Starkslrommaterialien fiir �nstaliateure kauft man günstig urzcstraße IL(Alexander- platz). 07/9» Grotjahn, Die hygienische Forderung. Ein Buch über gesundhettsmäbige Lebcnssüh- rung.(Blaue Bücher.) Preis 1,80 Mk. Buchhandlung Bor- wärts, Lindenftr. 3, Laben.__ Leiterhandivage», Kastenhaiid- wagen, cxlraflabil und dauer- Haft, Auswahl Holzrädcr. Lands- bergerstratze 19, Schmiede. 37K» Vornehme Herrenanzüge, Ulster, Paletots aus haltbar- steil Stoffen. Empfehle meine Reparawr- und ReiniaunaS- Werkstatt für sämtliche Garbe- rode bei billigster Berechnung. den Linden 31. ILOK» PciWWWu aller Art, etzi zu herabgesetzten Preisen! Uhrenverkauf, Silbertaschen. Leihhaus, Warfchaucrstr. 7.» Nniverfal- Brieffteller i,— Mark, Buchhandlung Vorwärts, Lindenstraße 8 lLadeni._ Dungkarren nnd andere Transportgeräte liefert billigst ab Lager Wagner, ESpenicker- strafte 7U__ 121«» Holzräder! aller Größen, Leiterwagen, eigenes Fabrikat, billig. Weidlich, Brunnen- strafte vll. 107L» Monopolsrage und Arbeiter- klafl» von Heinrich Eunow u. a. Dürste bald im Vordergrund der politischen Erörterungen stehen. Preis gebnnden d,—, drosch. M. Vorwärts« SorNmentS-Buchhandlung, Lin« denstratze 3, Laden.* wagen/ Diel, sioli'astr. 401!» Abefstnier, Ersatzteile iml Zubehör. Köchltn, Alte Jakob strafte 20ISS. 1L4K» . au», Hermannplatz G. MässenauSwahll Pelz- fachen! Skunkskraaen, Skunk»- müssen, AlaSkasüchse, Rotfüchse, neue Herretipaletot«. Herren- anzüge. Teppichverkauf, Uhren- verkauf. Passende Fcstgcschcnke! 10111» BEBSEHmBEB Zlgarrenaeschäst wegen Todes- falls vcrkänflich, ober Ein- richnmg, Neiftbrett. Pankow, Fiorastrafte IG. 4GK» Möbel Nachlaftverkans Sonntag, 23. Juni, vormittags von 9 Uhr ab: Bettstellen, Piano, Möbel, Britz, Äermania-Pro- tnenade 12. Händler streng verbeten.__+183 Oberbetten, Uuter- Bierzig Oberbetten. etten, Kinderbetten, N Stühle 8,50. Tisch 38,-. Lind, ner. Alte Jakobstrafte 84, l, S bii 7. 71/4 'ST 931 1 t"P,„ -r-a u-itZg-hnix jwpnu izi»>k,dvx iJOtpiq ifnvx iik s»j«j nvgmu Möbelkredit an jedermann. Kleinste Anzahlung, bequemste Abzahlung, gröftte Rücksicht. Einzelne Möbelstücke gebe be- reitwilligst ab. Liefere auch nach auswärts. Landwehr, Müllerstrofte 7, eine Treppe. Blau« Schilder beachten. Scmif tags a— 10 geöffnet. 6011* Grofte» Veit, Waschtisch, Spiegelspind. Tische, Gas- krönen, Haus- und Küchen- Sirät zu verkaufen. Schöne weizimmer. Wohnung, even- iuell gleichzeitig abzugeben. Besichtigung nur 5—7 Steglitz, Kurze Strafte 3», Garteuhaus, Hochparterre bei FrerichS. 2608b Beachten Sie die enornt günstigen Preise des Berliner MöbelhonfiS M. Hirschowitz, SO., Skalitzerstr. 25. Hoch- bahn: Kotibuser Tor. Schlaf- zimmer in Mahagoni, Birke, Eiche, Nnftbaum 1700,00 M. 131K» Möbel-Eohn, im Osten, Große granksurierstrafte 58, im Norden Badstraße 47/48, lie- fert ans Kredit an jedermann bei kleinster An- und Abzahlung ganze Wohnungseinrichtungen und einzelne Möbelstücke sowie farbige Küchen-Einrichttmgen in bester Ausführung. Besichtigung meiner Möbel ohne jeden Kaufzwang gern gestattet. Kriegsanleihe nehme gern als Anzahlung. Lieferung frei Haus. Sonntags 8—10 geöffnet._ 1GGK» Küchen! in grofter Auswahl, entzückende weiftlackierte An- richteküche, 7tkiltg, 575,—. Besichtigung lohnt. Möbelhaus Osten, nur 30, Andreasstr. 30. 109K» Möbel-Rath liefert in grofter Auswahl komplette MohnungS- Einrichtungen sowie reizende moderne Küchen bei bequemer "". Rath, am Oranien- 138K» An- nnd Abzahlung. Elsasferstrafte 44, burger Tor. Wege» WohnnugSansgab« so- fort zu verkaitfen: ein Eft- zimmer, ein Mahagoni-Herren- zimmer, versckücdcnc Schlaf- zimmermöbel, Gardinen, Top- piche, grofter moderner franzö- sischer Gobelin. Gaskroncn. BciichHgnng nur 9—12 Schlüterstrafte 17, III bei Schultz. 25098 Regal und Ladentisch(mit Glasauslagen) wie neu, preis- wert abzugeben. H. Klockow, Buchdnickerei, Alexandrinen- strafte 77. 71/2 Musikinstrumunte' Mandolin« 25, Violine, Laute, Gitarre. Marocke, Prenzlauer Allee 88. 71/1 Klavier 450,— elegantes schwarzes Piano 375,—, Ruft- baumptano 1475,— verkauft Ernst, Oranienftraße 106, III. Mandollne, Gitarre, Laut«, Wandermandoline 35,—, erstklassige 85,—, Unterricht(5,— Monatshonorar(zehnstündige Schnellkurse), Konzertvioline mit Etuis 85,—, Schülergeige 43,—. Ernst, Oranienstrafte 106, III._ 119,«» Pianino», billigste Gelegenheiten, 700,00 aufwärts, Vcch- steinpiauos, Duyfenpianos, JbochpianoS, SchwechtenpianoS, BiesepianoS, PerzinapianoS, SväthepianoS, Blüihnerflügel, flügel, Duhfenflügel. Krüger, Neue Königstrafte 31(Alex- anderplatz).__ 217/1» Harmonium, neu, gebraucht, billigst,, eventuell Ratenzahlung, Harmoniumspielapparat mit Noten 95,—(ohne Vorkennt- nisse sofort spielbar). Ernst, Oranienstrafte 106, III. 119K» f�sufgesucke Bureaulehrling suchen Gerson tt. Sachse, Witschtnerstrafte 110. 46K» G.-A.-Kupserlitzen und Ka- bei, 1 Pfund 15 Mark, kauft grofterc Posten. Bemusterte Prcisosferte oder Postkarte unter dl. 1 cm die Expedition. 40K Wciijlacke, Borax, Paraffin und ähnliches kaust bestzahlcud Wolier. Tbaerstrafte 6�_ 15K» Piano eventuell Flügel sucht Klcinfeld, Siralanerstrafte 28. Preisofserten erwünscht. 119, K» Militärtresien, Rofthaare, Sacklumpcn, ZeiwngSpapier kaust Schenner, Langcstr. 19. ____+188 Metallschmelze. John Sauft Abfälle. Händler bevorzugt. Alte Jakobstrafte 133(Eck- Hollmannstrafte). 260K» Klavier. Flügel oder Tafel- klavier kauft Janczak, Lüne- burgersiraftc 7, Gartenhans IV. (Preisangabe.)_ 1191?* Platinabfälle per Gramm bii 7,80 Mark, Ketten, Ringe, Bestecke, Uhren, Toselaussätze, Treflen, photographtsche Rück- stände, Papiere, Glühstrunipl- asche, alt« Zahngebifse, ial» petersaure» Silber, deren Rückstände und Gekrätze usw. kauft Platin- und Silber- schmelzcrci Broh, Berlin, Eöpe- nickcrstrafte 29. Telephon: Moritzplatz 8476. Eigene Schmelze, direkte Berwenimg. 171» Weinkorke, gebrauchte und neue, kaust jeden Posten zu guten Preisen mit Genehini- aung. Nackemstein, Ehar- lottenburg, Dtndscheidstrafte 3a. Sektkork«, gebraucht« und neue, kaust jeden Posten zu guten Preisen mit Genebmi- gung Rachemsteln, Charlotten» bürg, Windscheidstr. Sa. 1011?» Schallplatteu, alle und Bruch, kauft jede» Quantum zu guten Preisen Nachemstein, Ehar- lottenburg, Windscheidstr. 3«. 1611?» Epiralbohree, jeden Posten kaust Wagenbauanstalt Otto, Oranienstrafte 173. 291?» Kanse elektrische Materialien höchstzahlen. Eleliromechanik, Kürzeste. 18(Alexanderplatz).* Pfandscheine kaust und bc- leiht Leihhaus, Fricdrichstr. 55. I77L» Elektrische Leitungsdrähte, Kabel, Litzen kauft Bariell, Prenzlaue'. strafte 13, 2 Trep- Pen. am Alexanderplatz. 03/3» Lacke bi» 18,00, Bleiwcift sowie sänitliche Malerartike!; kaitfen Gebrüder Borowöki, Gitciseiiaustrafte 5.(Rollen- 1 dorf 2379.)___•; Zahnaebifle! Platinabsälle) 7,80, Ketten, Ringe, Bruchabfälle, elektrische Materialien, Filmabsälle, Zcllttloid Sauft Silberschmelze Ehristionai, Co- penickersirafte 20s(gegenüber Manteusselstraftc).__ 1 17/3* Platinabfälle! Gramm bis 7,80! Zahngebiflei Ketten! Ringe! Militärtreflen! Glich- strumpfasche! Filmabsälle! höchst- zahlend, Schmelzerei, Metall- EinkausSbureau, Weberstr. 31. Telephon Alexander 4243. 261» Unterricht Englischen Nitterrichi für Ansänger und Fortgeschrittene, sowie deutsche und französische Stunden erteilt G. Swientv. Charlottenburg, Stuttgarter- platz 9, Gartenbaus tv. ♦ i Achtung! Pflegekind findet gute Aufnahme nnd Fürsorge bei Opitz. Landeshut, Schlesien, Ttantcnauetsirofte 15. Meldungen mit wahrheitsaeniüfter Angabe der Verhältnisse er- beteit. L499b» mm üstl Abhanden gekommen 20. Juni, adcudS, Reichcnbcrgerstrahe— zwischen Ratibor- und Gib- gauersirafte— schwarz und braun gestreifte Deutsche Schüserhündin. Lcderhalebaud G. Hufe graviert. Höri aui Lotte. Hohe Velohnung! Mit- tcilung an Pension Juhre, An- baitstrafte 1. Telephon Lützow 2147. Kanfmännische Privatschule! von Paul Kowalski, Cöpciitcker- strafte 143, am Schlestschen j Bahnhos. Am 4. Juli beginnen Sandelslehrgänge für Damen und Herren, vormittags odex nachmittags. Anmeldungen jederzeit. Lchrpläne kostenlos. JahreSlchrgänge, Halbjahre«- lehrgänge. verbunden mit Prak- tischen Uebungen zur AuS- bildung als Buchhalterin, Steuo- typistin, Bureaubeamlin, Kor- responbcnttn. LierielljahrcS- lehrgänge für Emzclsächcr, auch in Englisch, Französisch, Ruf sisch, Polnisch. Denlsch, Schrct- ben. Sonderlehrgänge für Be- sticher mit Höherer Schul- bildung._ 33K» Mandolinen- Altarreuspie!, Lautenspiel, Dreimonatsknrse zur perfekten Ausbildung, 6,— Mvnatsbonorar(zehnstündig« Schnellkurse), Lehrinstriimenie billigst, Klavier-, Biolin- Schncllkmsc. Ernst. Oranien- strafte 100, III. 11911» Packer, tüchtiger gutempsohle- ner. aus der Wareubranche siiidct sofort aiigcnchnic. bau- erndc Stellung. i-ckinii u. Sackur, Abteilung Kod/kistcu, Tcmpclhoicr Ufer 30. 46Ä Heizer, dev auch auderc Hausarbeiten rerridiiei, sucht Esieuzcujabrik£ tto Reichel, Eiscnbahustrafte 4. 15LL Arbeiter sucht EMssMkabrik Oito Reichel, Eiscubahnstr. 4. ElckitWWW�e verlangt Paul Marcus, Schölteberg. Monumcutenstrafte 35. ildio WerlWWKier. Drehe:. Maschinenarbeiter verlangt Paul Marcus, Schönrbero. Monumenienstrafte 85.<0.19 Frauen, kräsiige, für Fabrik- arbeit stid)t Otto Reichel. Eisenbahnstrafte 4.__>5311 Kolorisiii.nen sucht Schön- flieftcrstr.>3, Eckladeu.+137» Tudstigc Friseurin und L'br- iräulein such! DaiiMtjriseur Ebel, Reue Kankstr. 32, 4.7. st» 70/15' Zum sofortigen Eintritt gesucht: Tüchtige Motorenschlosser Selbständige Automobil-Montenre Universalfräser Einige Kühler-Klempner. MärWjt Flllgit«' werft Golm i. d. Mark Betriebsleitung. Fernsprecher 1810, Pottzdam. Auergesellschaft Berlin 0 17 st«Ut ein: MasehlDEDselilosser, Maniker, ElektronioiiteiirB, ElektromoDteiireLTraiis- lormatoreDtiaD. EoeraiselieB Lagerver- walter, WerkzenmaehBT, lerlekteLeitspImlelilreher " npoer, tSehtigeiiikcrviclilernir ADker-ünilTransloniia- toreowiekelD, irlieiteriOQeiL Zu melden Binstellbtircau EbronbefgetrÄße, Ein- acanß ßtralauer Allee. 102L* IflÖtlSEt WNlMlM. Ä, i°«>. Hilfsmonteur, der kleineren Laststastwagen fährt, stellt sofort ein NIL Urlad»tilkeil,»e-rkln X LS Gcrichtstroste 8S. Telephon: Norden 10 497. Nrparatnrwerke für Elektromotoren und Dhnamos tteiTUNKsmonteuro xesnostt. 9041.\ Frlt* Kaeferlc, WilhalmstraOn 88.< Spitzendreher, ßohrwerksdreher 41 8L* gesucht bei Einrichter 8l0c1t paolorpllll?, Einrichter skr Schranbettbänkc gesucht. Akt.'Bes. Spinn& Sohn, 71/3 Böaflertor strnste 9. Erd- mid ßlilllirbtlttt. militärfrei, für auswärtige Baustellen sofort Zu melden b-, fl' 1«<*><- 89SL' Windschild& Langelott, Berlin V. 57, Bttlowatr. 79» Sofort gesucht Zu melden bei 66/16� F. HarriefeH,"ÄÄSL!." VlllZeilWMll. SWkstlliM. VerkzuKreliel ! stell» ei» 70/5! Kaller Sempel, UMg in Bayern. Ungelernte kräftige Arbeiter stellt sofort dauernd ein 91 vT Munitionsfabrik Joseph Hellbaeb, ISohcimchUnhauMcn.(»öckcMtraßc. Maschine», inglcr f. Militärstst. Gloser, Landsberger Sir. 92.«9/10» Mehrere ivv Arbeiter, nicht wehrpflichiig« Leute, für oufterhalb gesucht. Zu melden bei Carl Brandt. Belli» W 9, Schellingftrafte 7.[♦ Mgknfdinieiftet, geübter, für schwaches Metall al» Borarbcticr gesucht. 71/7 Otto Völler Giogauer Stv. 6. «eitere Kutscher, ziweri., dauernd« Stell., sucht g. Etzel- stet», Eharloitenburg, st.aittst.120 nepgssltissclillissss eiskAei- liiill esslilleslszssdöües sucht 894L» Stahlwerh Soihe Berlin-Weistensee. am Jndustriebahnhof, f| tüchtige Schuhmacher gesucht. 881L» Lederbcsohlung«alle, Bredowstr. 50. Ecke Turmstrafte. 53ÖL» gesucht. Härtung Slkticngesellschaft. Berlin. Lichtenberg, Herzbeigsirafte 122/124. Puster W-- Schlosser und Dreher sowie Fräser für NniversalsräSmaschinen werden sosorl verlangt. 90/9» Maschinenfabrik Karl Vogel er, Alt-Moabitl.amLehrterHaiiptbh. 1? SMinoilier, ,cichteMisttärarb..sitchtSchuhsab. Glaser, Landsberger Sir. 92. Tüchtige ältere LckZosset' und 005S* Dreher sowie Fräser für AniversassräSmüschinen und DMssrbelter werden sofort veriaugt. MW, Alt-Moabit 1, Am Lehrter Hauptbahnhof. für den.Vorwärts' wird ein- gestellt. Passend sür Inoaliden. Seikel, Lichtenberg, Wartenbcrgstr. 1.' Meldezeit ll-tst, u. 4-,',.7 Ilbr Flotte Cilfiöerorljfitfriii iür gut. Genre auft. d. Hause sür dauernde Beschäftigung gesucht Leo nnkeletein, Schützennr. 13. Blulcn. Kleider cn groS.» Kote, sauder. junger Bursche, für daS Kontor einer Buchdruckerei sos Verl, öuehöe. LiebheiiSIhiesen. Siicdertvall'tr. 15. 2ö0ld lüclitixe ''iwo für Brennstoflbehälter ür.d Alüminiuniarliailsn sucht zum sofortigen Eintritt oooi.» Kasehiusnfabrik KeukSilllUnii.fl. Keuk811n,ßci*gstr.lö4. Leilsphuleidrslier geübter Arbeiter, wird eiNtzseilellt örsndendul'gisLhe P.lnsehinon- haugesellsLh., Noientvul. �tr.�6. lür den„Vonvarts" werden eingestellt in folgendonFilialen RpHIll' Marknsstr. 36. Ttmnplhnf* Ueokerraann, Ufrl HU. Prinzenstr. 31, Hof rechts part. IvUipClilUl. Kaiser- Will; elm-Str. 74. Lindenstr. 3. Schoneberg I Moiuinger StraCe 9. Cbarlottenburg I Seocnbeimor Str. t I iphipnhnpu• �'»rtenhorg-StraLs> Licineuucry. und Aimoxhageu m. Weißensee: Borsigwalde: Kienast, Käusch-Str, 10. XeldMMit von 11 bin l'j, Uhr und Fj, bis 7 Übe. Wasielcwski. UerUcor Aüoe 11.