Nr. ITT- SS. Jahrg. Bezog Sp retLz LkrtesMri. Ungarn Mi. fttr daS übrige wiSlanb CBO Mi. monatlich. Berland ins Feld bei direkter Bestellung monatl. IMiMt. Postbestellungen nehmen an Düne» Marl. Holland. Luxemburg. Schweden Mld die Schwet». Eingetragen in die Post-Zeitungs. Preisliste. lkricheint täglich. retegramm.«ldrefst: .Goztaldewokrat Verl In«. Vevlinev VolkSblAtk. ( 10 pksnnlg) AnzeigeupreiS: «iesiebengespallencKoloiictzellek-slet ao Pfg.„Kleine Anzeigen", das fettgedrulite Wort Sv Pfg.(zuliisfig 2 fettgedruckte Wartet, jedes weitere Wort IS Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort La Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teucrungszulchiag 20°/» ftamilien-Nnzeigen, politische und g-werischaftliche Bereins- Slnzxizcn «0 Pfg. die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin KW.K8, Lindenstratze U'abMoeben «erden. Tcüffnel von?Uhr i n c t t 3 M a l i n o f f weist fosriciidc Ministcrliste auf: Minister- Präsident und Minister des Aeustcren Alexander Malin off, Minister des Innern Ta k c f f, Finauzniinistcr L j a p t s ch c s f, Justiz- minister F a d r n h c ch t, Unterrichtsminister K o st u r k o f f, Kriegs- minister Generalleutnant Savoff, Handelsminister Professor T a n a i l o f f, Ackcrbnuininistcr?.>! a d j a r o f f, Bautenministcr M u s ch a n o f f, Eisenbahnminister M o l I» f f. Der neue bnlstnrische Ministerpräsident Al. Malin off Iiat sich zu einein Mitarbeiter der„Deutschen Balkanzeitung" über dar. politische Arbeitsprogramm seiner Regierung ans« gesprochen. Voran steht ein Bekenntnis zum Bündnis mit den Mittelmächten: „Bezüglich ber äußeren Politik wird die Regierung k e i n e anderen Ziele verfolgen als diejenigen, die a u f den Schlachtfeldern vom bewaffneten bulgarischen Volke Seite an Seite mit seinen ruhmreichen Verbün- deten festgelegt sind. Wir begannen den Krieg mit unseren Verbündeten, wir werden ihn auch mit ihnen beendigen, fest über- zeugt, daß man mit gegenseitiger Unterstützung zu einem ehrenvollen Frieden gelangen wird." Da die Regierung auch das Vertrauen der Volksvertretung brauche, beabsichtige sie in verhältnismäßig kurzer Zeit die Kam- m c r zu einer a ü ß e r o r d e n t Ii che» Tagung einzuberufen. „Da? neue Ministerium geht, trotzdem es nur aus zwei Parteien zusammengesetzt ist, aus dem Oppositionsblock hervor. Aus diesem Grunde hat es die volle Unterstützung aller O p p o s i- t i o n s p a r t e i e n nnd h o f f t a u ch a u s d i e ll n t e r st ü tz u�n g der anderen Parteien, da es sich nicht um Parteiinteressen, sondern um das Wohl Bulgariens handelt." Tie neue Regierung bat sich bezüglich der inneren Po- litik folgende Aufgaben gestellt: „1. Die Hebung der Autorität des Gesetzes, dam:t im ganzen bulgarischen Volke der Glaube gestärkt werde, daßjne neue Reglern ng nur die Interessen des Landes und die Interessen seiner Söhne berücksichtigen wird, die aus den Schlachtfeldern ihr Blut für das Vaterland vergießen; 2. die neue Regierung wird alle Hebel in Bewegung setzen, damit die wirtschaftlichen Pro- dlenle, die durch den Krieg hervorgerufen und durch die Kriegs- tauer schwieriger wurden, befriedigend gelöst werden. An erster Stelle sollen die Fragen der Ernährung und der Bekleidung Berücksichtigung finden. Diese beiden Prnvfte sind die wesentlichsten des Programms der Regierung in der inneren Politik." Malinoss fügte hinzu, die Regierung werde außerdem „nicht daraus verzichten, einige Reformen von so- z i a l e m.Charakter durchzuführen". Es müsse jedoch gesagt werden, daß sie ihr Amt in den heutigen schweren Zei- ton nicht übernommen habe, um ihr Parteiprogramm zu realisieren, sondern um die oben genannten Aufgaben zu lösen. Konferenz mit vanöervelöe? Das„Journal du Peuplc" will nach einer Genfer Meldung des„Berliner Tageblatts" aus sicherer Duelle erfahren haben, daß B a n d c r v c l d e i ni Haag m it Vertretern der deutschen und der österreichischen S o z i a l d e. m o- k r a t i c zusammentreffen wolle. Die österreichischen Delegierten hätten die Einladung Vanderveldes angenommen, die Antwoftcher. DentschW sei noch itieht bekgrmt. Wir können dazu behMtzN. daß dem Porstand der deutschen ZoziMemo- kratie von einer' solchen Cialadung durch Valldervelde nichts bekannt ist. * Im„Populairc" erklärt Longuet, die Nnterre- d u n g T r o e l st ras mit den deutschen und österreichischen Soziatistcn sei ein bedeutender Schritt zur inter- nationalen V c r st ä n d i g u n g. Granting in London. Amsterdam, 24. Juni. Renter meldet aus London: Ter schwedische Sozialistensührer Branting ist in London angc- kommen, um an der Arbeiterkonferenz teilzunehmen. Ein Reutcrstüikchcn zur Paßvertveigerung. Amsterdam, 24. Jmü. Reuter meldet aus London: Mit De- zug auf die Einladung Troelstras, der Aribeiterkonserenz in London beizuwohnen, hat der Präsident des Perbandes englischer Seeleute, Havekook Wilson, in einer gestern mittag in London abgehaltenen Bersam-milung mitgeteilt, daß bei dem Verband folgen- des Telegramm aus Rotterdam eingelaufen sei: Troellslra kommt nicht; die Seeleute wollten ihn nicht ausfahren lasse n. Wilson sagte weiter, dieser Boykott der holländischen Seelente sei ein neues und treffendes Beispiel für die Politilk, mit der die Seeleute der alliierten und neutralen Länder versuchten, die Teutichen zu bcstvasen. In Holland ist twii einem derartigen Beschluß.der niederländischen Seeleute nichts bekannt. Diese Nachricht ist so dummdreist hingesetzt, daß sie von A bis Z aus Reuters Kappe abzuladen sein dürste. Me ganze Mär wird vermutlich deshalb in Umlauf gebracht, um der Paßverweigerung gegen Troelstra ein V e r st e ck zu verschaffen, das sie der breiten Desfentlichkeit ein wenig aus den Augen rückt. Denn der Eindruck der Maßregel in Eng- land ist ein schlechter, wie Hendcrsons gestern mitgeteilte Aeußerung erkennen läßt.__ Warnruf öer englischen firbeitorminifter. London, 23. Juni. Acht Arbeitermitglieder der Regierung, Barnes, Hodge, Roberts, Bracc, Clynes, Walsh, War die und Parker erließen eine Kundgebung, in der sie mit Bezug ans den früher nicht vorhandenen Einfluß, der durch die Ar- beiter in den beratenden Versammlungen der Nation während des Krieges ausgeübt wird, sagen: Die Arbeiter mußten manchmal im Widerspruch zu ihren eigenen Neigungen stimmen, aber dies ist eine Bedingung der Koalition. Die Regierung und ihre Kollegen, die zu einer anderen Partei gehören, haben dasselbe getan, weil alle ihre persönlichen und Partelwünschc hintangesetzt haben. Nichts- destoweniger sind in den letzten drei Jahren dcmokra- tische:)i e s o r m m a ß ii a h m e n in größerem Umfange angcno m m e n worden, als zu irgendeiner früheren Zeit in der Geschichte des Landes. All dies ist durch den Stillstand in dem po- Iitischcn Kamps zustande gekommen und durch das Zusammen- gehen der politischen Parteien in der gemein- ? a m e n Such e. Die Minister erklären jedock, daß es ihnen schwer gemacht worden ist durch d-ie unablässige Hetze flitens nationSloscr Eigenbrötler, die sich das Recht nehmen, für die Arbeit zu sprechen unb die versuchen, die Nation in sich be- kämpfende politische Gruppen zu teilen. Daher hegen die Minister den Wunsch, einen WarnungSruf auszustoßen, weil von dem Polte Englands die Zukunft und die Freiheit der Welt in höchstem Maße adhängl. Unsere Seemacht, unsere großen Erzvorrätc und die sin an zielen Hilfsmittel, so gut wie die Tapferkeit unserer Männer im Felde haben einen großen Anteil an der Aufrechterhaltung des Kampfes gegen den deutschen Angriff gehabt nud müssen dies auch w e i- t e r t u n! Es ist daher ossensichtlich von höchster Wichtigkeit, daß die nationale Einigkeit aufrechterhalten wird. Auch nur der An- schein von Schwäche würde bei unsere» Alliierten die iiiigünsligstc Wirkung hinterlassen. Daher ist eine gewaliig erhöhte Last auf uns und die anderen Rllierten gefallen. Amerika, das glücklicher- , weise seine Strcikräste mobilisiert, wird zur rechten Zeit das Gleich- gewicht wiederherstellen. Inzwischen wird es mehr als je n ö- tig sein, zersetzenden Einflüssen die Stirn zu bie- teil und unseren Entschluß zu erneuern, treu zu sein unserer Auf- gäbe und denjenigen, die zu Land und zu Wasser für uns leiden. Amsterdam, 24. Juni. Tcluiiion meldet: Reuter hebt in einem Telegramm die außerordentliche Bedeutung des Ni a- ni fest es der Arbeitcrministcr hervor. Der besondere Wert dieser Verlautbarung erhellt, wenn man berücksichtigt, daß sie gerade am Vorabend der Arbeiterkonserenz veröffentlicht wurde, auf der die Pazifisten eine Resolution zur Aufhebung des Burgfriedens einbriilgeii werden. Die Annahme der Entschließung würde die Lage der A r b« i t e r m i n i st er unhaltbar machen, da sie in diesem Falle aus der Regicruiig treten oder sich weigern müßten, dem Antrag ihrer Partei Folge zu leisten. Ueberdies werden Hodge, Barnes und Roberts von einer in ihren Wahlkreisen sich immer deutlicher zeigenden Arbeitecopposition bedroht. Das polnische LanötagSVahlgesetz. Ein Einwand des Gcneralgouvernenrs. Warschau, 24. Juni. Dem polnischen Staatsrat wurden zur Beratung vorgelegt ein Gesetz bctrcffenddcn polnischen Landtag und Wahlordnungen dazu, ein Wohrgesctz, Ge- setze betreffend die Organisation der inneren Verlvaltung sowie der Fiiianzbehörden und ein Gesetz beiresscud die Leiter von Bau- arbeiten. Die zur Behandlung aller dieser Gesetze im Staatsrat nach der Septemberverordnnng erforderliche Zustimmung der Okkn- pationSmächte ist erteilt, die Entwürfe waren aber den Okkupations- mächten so spät vorgelegt, daß die sachliche Prüfung nicht mehr niög- lich war. Die Geltendmachung von Einwendungen wurde daher deutscherseits für den Laus der Beratungen ausdrück- lich vorbehalten. Bezüglich des Gesetzes über den Polnischen Landtag und die Wahlordnung brachte der Generalgoiivcrnciir be- sonders zum Ausdruck, daß die Entwürfe in ihrer vorliegenden Form die über das ganze Land verstreute deutsch st ämmige Bevölkerung Polens von jeder parlamentarischen Vertre- tnng ausschließen, und daß er deshalb erwarte, daß es im Ein- vernehmen mit der polnischen Regierung und dein Staatsrat mög- lich sein werde, in den kommenden Beratungen die Entwürfe so umzugestalten, daß auch der deutschstämmigen Minderheit in Polen eine parlamentarische Vertretung ge- schlich g e w ä h r l eu st e t wird. 4 Die Verhanöltmgen mit öem ersten polnischen Korps. Kiew, 22. Juni.„Golos Kiewa" erfährt, daß die Vcichmidlun- gcn der deutschen Mititäckbohördcn mit den polnischen Generalen Sowbor-Musnrckl und Kvrickt'' ergebnislos verkaufen sind. Die polnischen Gener'alc lehnten die erste Bediügnng: Waffen- brüderschaft mit den deutschen Truppen, ab. Daher wird die D c in o b i l i s i er ii wg des ersten polnischen Korps fortgesetzt. Das Wirtsthastsprogramm öer Sowjetregierung. Auf den ersten Kongreß des Höheren RateS der Volks- Wirtschaft, der soeben in Moskau getagt hat, haben wir be- reitS aufmerksam gemacht. Die Petersburger Telegraphen- Agentur gibt jetzt weiteres bekannt. Der Kongreß, auf dem 8 Bezirke und 34 Gouvernements vertreten waren, hat folgende Maßnahmen für notwendig erkannt und deren Durchführung angeordnet: Fortsetzung der Liquidation des Großgrundbesitzes und V e- scitignng der Bourgeoisie von der Leitung des ökonomischen LebenS des Landes. Als erste Ausgabe wurde die Nationalisierung der Berg- bau- und Hüttenindustrie, des Maschinenbaues, der chenn- scheu, Naphtha- undITextil-Jiidustrie festgesetzt, mit der Maß- gäbe, daß die Nationalisierung ausschließlich vom Höheren Rat durchgeführt wird. Zwecks Hebung der Produktionskräfte des Landes ist eine Regelung der Verteilung der Arbeitskräfte als notwendig erkannt worden.(Fest- setzung einer Produktionsnorm, Nebercinstimmnng des Arbeits- lohncs mit der� Leistung, strengste Disziplin, die die Arbeiter- organisationen durchführen müssen, Mobilisation aller tech- nischen Kräfte und Spezialisten). Viel Bedeutung wurde der Notlveiidigkeit beigelegt, ein Z e n t r u m für B e r g b a u und Hüttenindustrie im Ural zu schaffen, und zwar durch eine technisch- organisatorische Vereinigung des in- dustrielleu Lebens des llrals mit Ztzest-Sibirien.(Dazu ge- hören die Organisarion techuisch-wissenschastlicher Expeditionen, der Bau von Eisenbahnen und Ausbau der Wasserwege.) Alle Fabriken und Bergwerke müssen inspiziert werden. Die Tätigkeit solcher, die technisch rück- st ä n d i g sind und nicht den Anforderungen entsprechen, soll e i n g e st e l I t lverdcn. Die Produktion von Roh- st o f f c n und Halbfabrikaten, die zum Waren- austansch zu verwenden sind, muß gehoben werden. Zwecks richtiger Organisation der Industrie fft als not- ivendig erkannt: st r e n g st e Kontrolle, plan- mäßige Verteilung durch Bildung eines einzigen Zentrums, das die Bestellungen unter die sozialisierten ;z-abriken und die Fabrikate unter die Konsumenten mit Hilfe der Konsumgeuosscnschastcn und anderer örtlichen Organisationen verteilen soll. Ter Kongreß hat zusammen mit dem Kongreß der Bezirkskommissare für Arbeit sich der Resolution über die Arbeitsdisziplin, die vom Allrussischen Verbände der Gewerkschaften angc- nommcn war. angeschlossen und eine Regelung über die Verlvaltung der nationalisierten Fabriken getroffen. Als Basis der Wirtschaftspolitik ist neben der Zentrali- sation und Konzcntricrung des ganzen Handelsapparates in den Händen der Organe deS Staates und Genossenschaften, die vollständige Liquidation des privaten Handelsapparates, die Schaffung des Natura- licnaustaiischcs zwischen den einzelnen Ge- bieten, die Einführung se st er Preise anfalle Fa- brikote und die allmählige Herabsetzung dieser Preise festgelegt ivorden. Die Finanzpolitik und der Geldumlauf sollen den Forderungen der Wirtschaftsorganisation untergeordnet werden. Angesichts der finanziellen Lage ist eine Erhöhung der d i r c k l ic n und ndircktcn Stenern notwendig. Die rustzsche Gegenrevolution. Moskau, 22. Juni.(Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) Nach der Einnahme von Omsk marschieren die Tschecho- Slowaken auf Tobolsk und Jachtin. Nach der Schlacht vom 8. und 9. Juni warfen die an Zahl überlegenen ischccho-slowakischcn Ab- teilungcn die So wjettr Uppen in der Richtung ans Kasan- t i n und T s ch a l j a b i n s k zurück. Schanghai, 2l. Juni.(Reuter.) Aus Charbin vorn 17. Juni wird berichtet: Srmenow wurde zu einem plötzlichen Rückzug nach der Mongolei gezwungen, weil 3lI(X> Kosaken sich dem Feinde an- fchlosscn, nachdem sie ihre Offiziere getötet halten und die Roten Garden die Truppen Semenows in der Flanke be- drohten. Nach einer Meldung aus Peking zieht sich Sc m e n o w auf die chinesische Grenze zurück, die stark mit chinesischen Truppen besetzt ist. Tie Truppen haben den Befehl, nichts gegen die: Bolschewiti zu unternehmen, außer wenn die Grenze bedroht sein sollte. Moskau, 22. Juni.(Meldung der Petersburger Tclegrapben. Agentur.) Die Zeitung„Jsweftia" schreibt zu dem Versuch, Ruß- land in einen neuen Bürgerkrieg z» stürzen: Ein durch einen neuen Kamps geschwächtes Rußland wird nicht einen Stützpunkt für eine neue Front bilden können. Und selbst wenn es Engländern un d Japanern gelänge, auf russischem Gebiete vorzudringen, um die Deutschen zu bekämpfen, würde das russische Volk den Alliierten niemals diesen neuen Einfall der- zeihen, der unter der MaSke der Hilfeleistung verschleiert wird. Die Organisation öe? neuen rujstjchen firmee. Nach einer Meldung der Peirograder Telegrapben-Agentur wurde am 7. Juni in Moskau der erste Kongreß der Kriegs- kommiffare von Tratzky durch eine Rede eröffnet, in der es hieß Wir haben den alten Apparat im Kommando der Armee abge- schafft und müssen daher einen neuen schaffen. Diese Arbeit soll am folgenden praktischen Ausgangspunkte anknüpfen: „Das europäische Rußland ist in sieben und Sibirien in drei miliiärische Kreise eingcteilr. Das System des örtlichen Kriegskom» missariats ist innig mit der Organisation der Sowjets verbunden. Auf dieser Grundlage müssen wir die neue Roie Armee schaffen. Es werden zahlreiche Kommissariate er- richte! werden, die au» zwei Vertrelern der örl- lichen Sowjets und einem Militär-Spezialisten zusanimengefetzt sind. Diese Kollegien werden die normale Anfstellung des Heeres sichern. Man weiß, daß unsere frübere Armee, die nach dem Prinzip der Freiwilligkeit errichtet war, stets nur vom Rat der Volkskommissare als ein Provisorium angesehen wurde. Unser Programm enthält noch immer den Wahlspruch: Verteidigung unserer Arbeilerrevolution und unseres Landes, das den Brennpunkt des Sozialismus bildet. Um die Wehr- pslicbt zu verwirklichen, muß man nicht nur die Wg ff en, die daS Land besitzt,, sondern auch die Menschen r e g si r i e r e n. Wir niüssen an die jungen Leute, die noch nicht im Krieg gewesen und die von dem mächtigen Geist der Revolution erfüllt sind, appellieren. Um das durchzusetzen, braucht man eine weitverzweigte Organisation, deren Träger die Kriegs« konnnissariate, der Kantone, der Bezirke, der Gouvernements und der sieben großen Kreise sein werden. Was die C a d r e s anbetrifft, so hat die Erfahrung gezeigt, daß Mangel an technischem Wissen gefährlich ist. Leider besitzen die Arbeiterklassen keinen militärischen Speziakisten. Die Befehlsgewalt zerfällt in zwei Teile: in einen technischen und in einen militärischen und politischen. Die lokalen Volkskommissare sind die politischen Chefs, der technische Beirat ist für das Gelingen der militärischen Operationen vcraniworilich. Der Konunisiar besitzt unbeschränkie Gewalt über den technischen Chef, falls dieser erwa die Revolution bedrohen sollte." Trotzky fügte hinzu: Ilm mit möglichster Beschleunigung Osfi- ziere aus den Arbeiter- und Bnucrnklaffeu zu bilden, seien In« struktionsschiilen errichtet worden. Die Aufgaben seien ungeheuer, aber man sei fest entschlossen, diese Titanenarbcit zu vollbringen. Der Prozeß gegen öie poimstben Legionäre. MarmaroS Szigct, 20. Juni. lWiener Korresp.-Bureau.) Legionsfähnrich M i o d o n s k i sagte aus, nach dem Brcster Friedensvertrag habe er sich gedacht, daß O esterreich, welche? mit Polen abgebrochen hätte, hieraus auch die weiteren Folgerungen ziehen und die Legionen auflösen werde. Am 1ö. Februar erhielt er von dem RegimentSkommando den Befehl zum Abmarsch. Von den Gerüchten, daß die Legionäre entweder an der rumänischen Front oder ins Königreich Polen abgehen, einen Frontabschnitt de- setzen oder entwaffnet werden sollten, schien ihm letzteres als das Wahrscheinlichste. Er sei nun nach Sadagora abmarschiert, wo cr später auch verhaftet wurde. Legionsleutnant Ma- j e w s k: erklärte, er babe 1914 einen Eid geleistet, sodann Juli 1917 einen zweiten Eid für den RegenffchaftSrat schriftlich unterfertigt. Den Marschbereitfchaftsbefchl babc er gleich seinen Unterstellten weitergegeben. Während des Marsches befand er sich stets neben der Trainkolonne und wurde sodann zusammen mit»dein Stabe in Sadagora verbaftei. Legionsfähnrich Sieg- ni n n d will nach erhaltenem Alarmbefehle der Meinung gewesen sein, es handle sich lediglich um eine Nachtübung. Nach seiner Per- Haftung habe er das Eingreifen der ö st erreich! sch- ungarischen Truppen für eine gewaltsame Entwaffnung der Legionen gehalten. Alle Bichhöfc in den Vereinigten Staaten wurden unter die Aufficht der Bundesbebörden gestellt. Auslicserunz eines flüchtigen Kriegsgefangenen durch die Schweiz. Laut schweizer Zeitungen verlangte der Sozialist Schneider im Basier Großen Rat Aufschluß über die Auslieferung des aus der deutschen Kriegsgefangenschaft entflohenen frairzösi- scheu Soldaten Pierre Blanc an die deutsche Grenz w a ch e. Schneider erhielt die Auskunft, daß die Auslieferung im Eniver- ständnis mit Blaue erfolgte, der nicht in seine Heimat wollte und besten Verbleiben in der Schzveiz vom eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement abgelehnt worden war. llinbildung der finnischen Armee. Wie„Svenska Dagbladct" aus Helsingfors erfährt, ist die llinbildung der finnischen Armee nimmehr beschlossen. Die Mannschaften unter 21 und über 25 Jahre werden vollständig vom Heeresdienst befreit, solche mit 21, 22 und 23 Jahren werden zum aktiven Dienst, solche mit24und 2ö Jahren zum Etappendienst verwendet. Im Anschluß hieran teilt der simiischc Generalstab mit, daß alle Soldaten über 2ö Jahre heinikehren dürfen. Dsr rumänische Zrieöensvertrag vor öem tzauptausfchuß. Dir HauShaltsausfchuß trat ain Montag in die Beratung des rumänischen Friedensvertrags ein, und zwar in der� Form, dlch, zunächst eine Generaldebatte stattfand; die wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen werden besonders erörtert. Staatssekretär tu Kublmann machte zunächst vertrauliche Mitteilungen über die rumänische Königsfrage und die<-tellung der Parteien in Rumänien. Die Aussprache über diesen Ter! der Rede des Staatssekretärs wurde gleichfalls vertraulich ge- pflogen. ES beteiligten sich daran die Abgg. Gras Prascbma, Nau- mann, Noske, Dr. Noesilke, v. Nirbthofen, Warmntih, Dr. Südekum, Lcdebour, Erzberger, v. Gräfe. Damit war dieser Teil der Aus- spräche erledigt. Staatssekretär v. Külilmann bespricht dann die einzelnen Teile des Friedensvertrages. Oesterrerch-Ungarn statte das Recht, den S ch u i; seiner Gr e n z c n zu fordern, und Bulgarien konnte nicht verwebet werden, seine nationalen An- spräche zu befriedigen. Lediglich mit dein nördlichen Teil der Dobrudscha mußte vorläufig eine gewisse Ausnastme gemacht werden, weil erst einige Meinungsverschiedensteiten zwischen Bulgarien und der Türkei auszugleichen sind. Die Türkei will das an Bulgarien abgetretene Gebiet an der M a r: tz a wieder staben, und da-tv soll auf freundschaftlichem W-ege erreicht werden. Beide Staaten haben selber den Vorschlag der Schassung eines Kondominiums gemacht. Die Grcnzverbesscrungen an der ungarischen Grenze sind ohne er- bc bliche Bedeutung und tragen nur der Notwendigkeit Nechnimg. Nur etwa 20 000 Menschen kommen unter ungarische Herrschaft. Der Berzicht auf eine Kriegsentschädigung entsprang der Uebcrzcugung, daß uns die Sicherung von Naturalleistungen wertvoller sein mußte. Wir hatten auch kein Interesse daran, Rumänien z a b l u n g s u n s ä h ig zu machen, mußten vielmehr daran denken, rasch wieder Wirtschaft- liche B c z ieh u nqe n herzustellen. Abg. Müller-Meiniugen wendet sich gegen die zügellose Agi- tation der Alldeutschen gegen den Friedensvertrag init Rumänien. Tie Presse der Entente schätzt den Frieden mit Rumänien ganz anders ein, sie läßt erkennen, daß Teutschland bei diesem Vertrag sehrgut abgeschnitten bat. Jedenfalls ist Rumänien m i t einem blauen Auge d a v on g e k o m ni e n.?ln der bcß- arabischen Frage ist Deutschland in hohem Grade inter- e stiert, schon wegen der 75 000 deutschen Kolonisten, die in diesen Gebieten wohnen. Der Gedanke, dort einen neuen Staat zu ''hassen, ist direkt abenteuerlich. Die Gleichstellung der Juden in Rumänien muß erfolgen, solange die Okkupation iwch andauert. Die Verhandlungen werden am Dienstag fortgesetzt. Der Mdeitsplan öes Reichstags. In einer am Dkontag vom A c l t e st e n a u s s ch n ß des Reichstags abgehaltenen Sitzung wurde beschlossen, die Debatte über die auswärtige Politik derart zu beschränken, daß sie. am Mittwoch abend beendet wird. Sodann werden bis zum Mittwoch nächster Woche die Plenarsitzungen ans- fallen und diese Tage für die Ansschußberatung en frei bleiben. Räch der Pause folgt die dritte Beratung des Etats, bei der die dritte Hosting des Etats des Ans- wärtrgen Anrts mit der zweiten Lesung des rumänt- schen Handelsvertrages verbunden werden soll. Dann kommen kleine Gesetze zur Verhandlung, die Stewervor- lchge ward den Schluß bildem. Räch den bisherigen Tispositumen des Ausschusses werden die noch lwtwendigen Be- ratungen bis zum 15. Juliabgeschlossen werden können. Ein verbot gegen üen �vorwärts". Die Ztvgg. S tü ck l e n und Scheidemann haben im Reichs- tag folgende Anfrage eingebracht: \ Der Stellvertretende kommandierende General des 2. Armeekorps, v. Vietinghofs, hat durch eine Verfügung vom 19. Mai 1918 das Halten des„Vorwärts" für sämtliche Lazarette seines Bofehlsbcrcichs verboten. Das Verbot ist dann auch auf den in Stettin erscheinenden»B o l k s b o t e n" � ausgedehnt worden. Ist dem Herrn Reichskanzler diese? Vorgehen des Generals v. Vickinghosf bekannt und ist er bereit, die Aufhebung dies er Verfügung herbeizuftihren? Großhamster un) ßührer öer Vaterlands- Partei. Mit feiner Nase begabte Diebe statteten der Wohnung des L a n dg e r i ch t s r a t s Tr. I o e r g c s in Rostock einen Besuch ab. Herr Jocrgcs ist der Führcrder Vaterlandspartci in Mecklenburg und ein außerordentlich beredter Mann. Wahrscheinlich hatten die Einbrecher Herrn Jorges oft reden ge- hört und waren durch die trotz aller Kriegsmühi'al wohl erhaltcuc Außenseite des Redners davon überzeugt worden, daß es mit dem Durchbalten des Herrn LarHgerichtsrats seine eigene Bewandtnis haben müsse. Als gründliche Leute gingen sie der Sache auf den Grund, und es zeigte sich, daß sie richtig gerechnet hatten. Es war ihnen indes nicht möglich, die gesamten Vorräte, die dieser Muster-Durchhalter aufgehäuft hatte, fortzutragen, da die nächt- lichen Besucher versäumt hatten Pferde und Wagen mitzu- bringen. Immerhin gelang es ihnen, fünf Schinken, drei Speckseiten, ein Schulterstück, über zwanzig Psniid Mettwurst, zwanzig Pfund Butler und mehrere hundert Eier davonzutragen. Die umreöigierte Kaiserreüe. Die Rede, die der Kaiser zu seinem dreißigjährigen Regicrungs- jubiläum gcbatken hat, ist merkwürdigerweise in z w e i v e r s ch i e- denenFassunge» veröffentlicht worden, worauf die„Leipziger Abend-geitung" aufmerksam macht. In der Schweizer Presse lautet der Text, ausdrücklich als Wolff-Bericht gekennzeichnet, folgender- maßen: „Entweder soll die deutsche Weltanschauung. Recht, Freiheit, Ehre und Sitte in Ehren bleiben oder die angelsächsische mit ihrem Götzendienst des Geldes siegen" usw. In dem in Deutschland ausgegebenen Worttext Wolffs lau- tete aber dieselbe Stelle folgendermaßen: „Entweder soll die prcußisch-dcutsch-germanische Weltan- schau ung, Recht. Freiheit. Ehre und Sitte in Ehren bleiben, oder die angelsächsische, das bedeutet: dem Götzendienste de? Goldes verfallen" usw. Tie Umarbeitung dieses Textes ist gewiß auffällig, aber wir glauben, daß sie nicht hingereicht hat. um in der Schweiz einen we- sentlich anderen Eindruck zu erwecken, als die in Deutschland ver- breitete Fassung hervorgerufen hätte. ** Einen ähnlichen Gedanken wie in der Kaiserrede finden wir übrigens in der.Polittsch-anthropvlogischen Monatsschrift" des be- kannten Antisemiten Tr. Schmidt-GiebichenfelZ, Nr. 8 vom Juni 1918. Tort schreibt der Herausgeber über den Krieg: „Es ist nicht ausgeschlossen, daß spätere Geschlechter ihn den „Juden krieg" nennen werden; denn der Krieg dreht sich ja im letzten, tiefsten Grunde darum, ob die heldische, oder d:e händlerische, die alldeutsche, oder die a l l b r i t i s ch e bezw. alljüdische Weltanschauung und Lebensauffassung in der Welt künftig die herrschende sein soll." Die Aehnlichkeit beider Gedankengänge ist frappierend, wenn auch die Formulierung des Tr. Schmidt ein Motiv enthält, das der Kaiserrede fehlt. Ein fortschrittlicher Rdchstagsabgeoröneter gemaßregelt. Mecklenburgische„Freiheit". Im?llter von 37 Jahren wird zum 1. Juli der Seminarlehrer am Großherzoglich-Mecklenburgischeii Seminar zu Lübtheen, Siv- k o v i ch,„unter Weitergewährung seines derzeitigen vollen Gehalts aus seinem Zlmte ausscheiden und in den Ruhestand treten". So meldet das einschlägige Amtsblatt. Daß ein gesunder Mann im leistungsfähigsten Alter auf den Altenteil gesetzt wird, das mag in dieser Zeit des allgemeinen Mangels an Kräften aus allen Gebieten manchen merkwürdig er- scheinen. Wer die mecklenburgischen Verhältnisse kennt, dem ist die Dache schon erklärlicher. Sivkovich war einer der einflußreichsten Lehrer des Lübtheener Seminars, das gerade das platte Land mit Lehrern versorgt, lind dieser Lehrer war— fortschrittlich gesinnt und sogar M. d. R.! Nun denke man sich einen fortschrittlich ge- sinnten Lehrer, der mecklenburgische Guts- und Dorfschullehrer heranbilden soll. Der Mecklenburgische Landtag, in dem bekannt- lich die großgrundbesitzenden Junker den Zlusschlag geben, war schon lange von der Unhaltbarkeit dieses Verhältnisses fest über- zeugt. Er hat sich seinen Entschluß sogar etwas kosten lassen und wirst Herrn Sivkovich, um ihn los zu werden, sein volles Gehalt nach mit der Protzengebärde des Mannes, der es nicht nötig hat. Dabei herrscht überall der größte Lehrermangel, aber es ist natür- lich besser, die mecklenburgischen Kinder haben gar keine Lehrer, als solche, die ihnen das Gift modernen Denkens einträufeln könnten! Es gibt kein wahlrechtsversprechen! In der„Kreuzzeitung" beweist irgendein Jurist mit großem Aufwand von Rabulistik, daß es ein königliches Wahl- rechtsvcrsprechen überhaupt nicht gebe. Zunächst: die„fcierlicbc Form" sei gewiß eine sehr schöne Sache, aber verfassungsrecht- lich ein leerer Begriff. Weiter: Was ist überhaupt ein Versprechen? Im öffentlichen Recht gibt es s o etwaS� nicht. Drittens: Wem hat überhaupt der König ein Ver- sprechen gemacht?— Herrn Drcws? Der„Masse"? Es fehlt an einer genau erkennbaren Gegenseite. Viertens: Weder im Ostererlaß noch im Julierlaß ist die Wendung gebraucht:„ich verspreche". Fünftens: usw. Das Ganze ist eine Illustration, wie die königstreuen hoch- monarchiscken Konservativen den Satz auffassen:„Au eines KönigsWortsollmannichtdrchnnochdeutcln!" Tic Angliederung Virkcnselds an Preußen wird ernstlich er- wogen. Sie liegt nn Interesse der wirtschaftlichen Entwicklung des kleinen Fürstentums, das zum Großberzogtum Oldenburg ge- bört. aber weitab von diesem, im«Südwesten des Reiches liegt. Von Oldenburg ist das Ländchen erst in fast einer ganzen Schnellzugs- tagereise zu erreichen. In diesen Tagen beschäftigte sich in Obern- stein, der„Hauptstadt" Birkenfelds, eine Parteiversmnmlung mit dieser Frage. Genosse H u g. der Landtagsabgeortmete für Birken» seid, gab einen Bericht über seine Landtagstätigkeit, in dem er auch eingehend die Verschmelzungsfrage erörterte. Tie Vorteile und Nachteile einer Angkiedenmg Bittkenfelds an Preußen wurden be- sprachen, und dabei wurde hervorgehoben, es sei selbstverständlich, daß eine etwaige Angliederung nicht ohne die Zustimmung der Bevölkerung vorgenommen werden dürfe, daß man auch das Gebiet nicht zerstückeln»nd nicht gegen Geld, sondern gegen ein anderes, an das Herzogtum Oldenburg grenzendes Gebiet, austauschen dürfe. �lus öem Ernährungsausschuß. Zuckerverteilung. Geheimrat Henrici gibt hierzu folgende Erklärung: Zum Ein- machen sind 7.70 Gramm Zucker pro Kopf abgegeben worden.- Tie Verteilung wurde den einzelnen Bundesstaaten überlassen, die nicht immer eine gleichmäßige Verteilung vorgenommen baben. Sollte in der Ukraine eine größere Menge Zucker ersaßt werden, so würde das Ouaittum erhöht werden können. Doch große Hoffnungen dürfe man nicht haben.— Abg. Wels(Soz.) fragt�an, wie es mit der Zuckevlieferung an die Imker steht und wie der Honig erfaßt wird? Der Preis von 3 M. sei enorm doch.— Geheimrat Henrici: An die Imker wird nur Zucker zum Füttern der Bienen im Winter verteilt. Den Hvnig zu erfassen ist den Lau- desregi reu iigen überlassen. Eierversorgung. Abg. Stnbbe(Soz.) geht auf die Lieferung bon Eiern aus dem Osten und die Ei e r t r o ck n u n g ein. Bis Anfang Juni seien nach seiner Kenntnis nur S9 Waggons Eier aus der Ukraine nach Dentschland gelangt. Oesterreich habe in derselben Zeit 290 Waggons erhalten. Um an Transport zu sparen, sei man dazu � übergegangen, die Eier in Rumänien einzutrocknen. Es dürfte fraglich sein, ob dieses Verfahren vorleilhaft sei. In der Bevölkerung wäre eine große Ilbneigung gegen das Eierpnlver vor- Händen. Die Bäcker sollen sich im allgemeinen ablehnend ver- balten, trotz des billigen Preises. Wenn dieses zutreffend sei, so scheide das Eierpulver als Volksernährung völlig aus. Entschieden müsse das Verfahren in Oberost verurtetlr werden. Die Militär- Verwaltung lasse die Eier in großen Gesäßen einschlagen, wobei auch verfaulte Eier unterlausen, die dann die ganze Menge verderben.— Abg. Weilnböck(k.) beklagt sich darüber, daß die Ablieferung der Eier in einzelnen Gemeinden zwischen 30 bis 50 stück pro Huhn schwankt.— Regiernngsrat Jnnlel: Es sei r:ch- tig, daß ni Oberost die Eier in Fässern eingeschlagen verschickt werden, weil beim Versand viele frische Eier beschädigt würden. Tie Eintrocknung der E-er in der Ukraine sei nur ein Versuch. ES ist auch Vorsorge getroffen, daß keine verdorbene Eier mit eingetrocknet werden. Die in Rumänien eingetrockneten Eier werden von der Hecresverwaltung zu Zwieback verwendet. Die Abgabe von Eiern an die Konsumenten schwankt zwischen 32 in Berlin und 54 in Aachen. Fleischversorgung. Abg. Albrccht lU. Soz.) klagt, daß das Pferdefleisch in der letzten Zeit vollständig vam Berliner Markt verschwunden sei. Es werden täglich zirka 100 Pferde verkauft. Zum Kauf seien zwar nur Pferdeschlächter zugelassen, aber darunter befinden sich eine grolle Anzahl Schieber, die bis zu 2.50 M. bezahlen und die das Fleisch an die W u r st s a b r i k e n verkaufen.— Oberamtmann Scholl: Die Klagen über bohe Pscrdefkeischpreise seien berechtigt. Es sei be- retts ein« Verordnung erlassen, nur noch Händler und Schlächter zuzulassen, die bereits vor.de.m Kriege das Ge- werbe betrieben haben.— Abg. Schmidt lSoz.): Es wäre erwünscht, keine Auktionen mehr zuzulassen, dadurch würden die Zwischenhändler von selbst ausscheiden und eine Preistreiberei uu- möglich machen.— Weilnböck(k.): Auf dem Laude seien die Fleisch- marken in großen Mengen ausgetauft, die nun in die großen Städte gewandert seien, wo die Bevölkerung in Fleisch geschwelgt(!) habe.— Abg. Weis(Soz.): Diese Vorwürfe gegen die Großstädte seien unverständlich. Na«ch der Hungerperiode müsse alles aufge- boten werden, die Bevölkerung mit genügend billiger Fleisch- nahrung zu versorgen.— UnterstsatSsckretär� Dr. Müller: Die Schonung der einheimischen Viehzucht sei verständlich vom Stand- Punkt der Einzellandwirte. Bei den knappen Futtermitteln w« es u n n: ö g l i cb, den Viehbestand durchzuhauen. Erst komme der Mensch, dann das Vieh. Der Rinderbestand sei möglichst hoch gehalten. Eine Erhöhung der Schweinepreise sei noch nichts in Aus- ficht«genommen, aber in den neuen Mastvcrträgen für die Schweine- zucht sei«in Preis von 130 M. per Zentner vorgesehen.— Abg. Wurm(ll. Soz.) fragt, ob es zutressend sei, daß in der nächsten Zeit fleischlose Wochen eingeführt werden sollen?— Unterstaatssekretär Dr. Müller erklärt, daß die Frage der fleischlosen Wochen erwogen werde; Entscheidung könne erst nach dem Vorliegen der Viehzählung vom 1. Juni getroffen werden. Auf eine Anfrage über die F i sch v e r s o r g u n g wird von Regierungsseite erklärt, daß mit bestimmten Zahlen nicht gerechnet werden könne. Am Monlag beschäftigte sich der Ausschuß mit der Milch- und Fettversorgung. Genosse WelS forderte eine durchgreifende Organisierung der Milcherfassung; er wies auf die günstigen Ergebnisse im Kreise Hameln hin; der Leiter der Fettstellc dieses Kreises berechne, daß eine Erhöhung der Butter- und Küseraii'on sich ermöglichen lasse, wenn die Milch überall wie im Kreise Hameln erfaßt würde. Man erspare, sagte Wels weiter, die Ablieferung der Milch in den kleinen Landorten, da die kleinen Besitzer von den Molkereien, die riesige Gewi n n e erzielen, einen zu niedrigen Preis erbalten. A bg. Weilnböck(k.) glaubte daraus schließen zu dürfen, daß Wels für eine Erhöhung des Milchpreises eingetreten sei. Dem konservativen-Interessenten wurde vom Genossen Feld- »lann erklärt, daß Wels nicht über den hohen Milchpreis im all- gemeinen Beschwerde führe, sondern nur wünsche, daß die kleinen Besitzer von den Molkereien einen angemessenen Preis bekommen, da die Mitglieder der Molkcreigenopen- schasten außer dem Milchpreis noch den Gewinn der Molkereien einstreichen, wovon die kleineren Besitzer nichts bekämen. Man glaube, daß die. Industriearbeiterschaft dieser Gemeinden sich neben- bei versorgen könne; daS sei aber ein gewaltiger Irrtum, denn diese Teile der Bevölkerung hüten keine Möglichkeit, sich nebenbei mit Butter und dergleichen zu versorgen. ES sei deshalb notwendig, auch der industriellen ländlichen Bevölkerung ein größeres Ouantum Butter zu geben, sonst können sie ihre Arbeit nicht mehr leisten. Von Regiernngsseite konnten keine günstigen Aus sich- ten für die Fettversorgung gemacht werden.. De? psftverkeh? nach RußlsNö. Das Kriegsministerium teilt mit: Das Ausbleiben der gesamten Post aus Rußland seit November vorigen Jahres hat seine Ursache in der durch die Revolution bewirften völligen Verwirrung und Stockung des nnstsessen Verkehrswesens. Bei dee offenbaren Aussichtslosigkeit. den Postempsängern in Rußland ihre Sendungen sicherstellen zu können, ist eine zeitweilige Sperrung drS Postver- fandes nach Rußland deutscherseits notwendig gewesen. Am nnpsindlichstei! sind durch diese Maßnahme die Kriegsgesängenen und deren Angehörigen getroffen worden. Wenn, die erster en, die aus eigener Anschauung die wahre Ursache dafür kennen, sich wohl oder übel mit dieser Nachricht eiilosigleit abfanden, ist es dach natür- lich, daß bei den Angehörigen das Fehlen aller Lebenszeichen aus Rußland Besorgnis erregte. In Wirtlicbkeit liegt jedocki aus den oben angeführten Gründen keinerlei Zlnlaß zu Besorgnis vor. Die an auttlicher Stelle einlaufenden Meldungen über die allgemeine Lage der Kriegsgefangenen in Rußland enthalten nichts Denn- ruhigen-des. Jetzt ist die Beförderung von offenen Briefen und Postkarten des allgemeinen Verkehrs und von Gesangenen-Briessendungeit nach Rußland wieder aufgenommen worden, und die deutschen Fürsorge- kommissionen sind bestrebt, auch die Uebermittelung der Nachrichten von Kriegsgesängenen an ihre Angehörigen in die Wcge zu leiten. Aber bei der bereits jetzt begonnenen Rückkehr der Kriegsgefangenen nach der Heimat und bei der damit verbundenen Verlegung oder Verschiebung einzelner Kriegsgefangener sowohl, wie auch ganzer Lager und Kommandos, werden in den meisten Fällen die an die bisherigen Adressen der Kriegsgefangenen gerichteten Briefe �die Empfänger nicht mehr an diesen Orten alltreffen. T ie meisten Kriegsgefangenen werden voraussichtlich schon längst die Heimat erreicht haben, ehe die ihnen von Ort zu Ort nachgesandten Briese in ihre Hände gelangen können. Dabei muß die allgemeine Unzu- verlasfigkeit und Unsicherheit der russischen Befördermtgsverhältnisi«: immer noch als schweres Hindernis betrachtet werden. Auch von der Ucbersentmug von Paketen nn Kriegsgefangene muß deshalb dringend abgeraten werden; auch Nachsorschiingen nach einzelnen Kriegsgefangenen sind in Rußland auS demselben Grunde zurzeit ohne Aussicht aus Erfolg. Diese werden zum großen Teil durch die ftüher oder später erfolgende Rückkehr der betreffenden Kriegs- gesaiigenen ihre Erledigung finden, wenn auch bei den Transport- schwierigkeiten und den großen Entfernungen in Rußland immer noch mehrere Monate biS zum Eintreffen der letzten üiachziigler vergehen können._ LeÄte Nachricktea. Tie Putilowwcrkc und die Bolschrlniki. Stockholm, 24. Juni.(Eig. Drosstbericht d.„Vorwärts".) Bei der Sowjetwahl in den P u t i l o w w c r k e n(in denen unlängst gestreikt wurde, was als ein Zeichen des Ver- falls der bolschewistischen Macht hingestellt wurde) siegten die Bolschewik!. Ter Petersburger Ernährungszustand ist elend. Täglich brechen viele Menschen hungernd auf den Straßen zusammen.___ Tic Gcgcurcdolution in Nustland. Moskau, 23. Juni. Tie hiesige Presse meldet: Der Sowjet in Tambow wurde unter der Losung„für die kon« stitu irrende Versammlung" von den durch Mobilmachungsbefehl Einberufenen vertrieben. Die Ententevertretbr antworteten auf«die Note Tschit sch er ins, daß sie ihre Schiffe aus den russischen Häsen ist cht entferne» können, da sie zum Schutz der Entontetruppen— und deö Materials, das vor dem Brcsier Frieden gelandet wurde, verbleiben müßten. Die Kasaner Zeitung„Rabotschaja Nolua" berichtet: Bei der Einnahme Samaras wurden die Tschechen durch die dortigen Roten Truppe nund besonders die Bevölkerung unterstützt. Die Bevölke- rung jubelte den Tschechen zu. Infolge der Wahlkampagne erscheinen alle Petersburger Zei» tungen; bisher völliger Sieg der Bolschewiki in Petersburg. Nach Meldung der Petersburger Telegraphen-Zlgentur ist Sysran v o n Tschechen und Weißer Garde besetzt wor. den. Die tschechischen Truppen und Kosaken rücken auf Kusnezk und Pensa vor. Zwischen Tahil und NewosanSkiwerken bat ein mehrtägiger Kamps stattgefunden. Orenburg soll bon Kosaken umzingelt sein. GewerkschüflsbewWng 13. Verbanöstag öer Söttcher. Vom 17. bis 21. Ju«i tagte in W ü r z b u r g d« 13. Verbands- lag des Zentralverbandes der Böttcher und Böttchereihilfsarbeiter Deutschlands, der von 31 Delegierten und Mitgliedern des Vor- standes besucht war. Die Generalkommission vertrat Cohen- Berlin. Der Verbandstag stand unter dem Eindruck des tragischen Vor- kommnisses mit seinem Zentralkassierer, der kurz vor Beginn des Verbandstags freiwillig aus dem Leben schied, nachdem selne Ver- untreuung von Verbandsgeldern nicht langer mehr verheimlicht werden konnte. Im Vorstandsbericht besprach Verbands- Vorsitzender Winkelmann- Bremen den traurigen Vorfall. Er bemerkte, daß der Fehlbetrag geringer sei, als in der ersten Auf- rcgung angenommen worden ist. Zum eigentlichen Geschäftsbericht übergehend, bemerkte der Redner: heute nach vierjähriger� Kriegs- zeit könne man berichten, daß der Verband sich in dieser Zeit glänzend erhalten habe, an Vermögen zunahm und sogar neue Aufgaben unternehmen könne. In der Frage der Teuerungs- zulagen sei der Verband einer der ersten gewesen, der eine dies- bezügliche Forderung eingereicht habe; er sei bereits im Aprils 1315 vorgegangen und habe wesentliche Erfolge erzielt. Weiter besprach Winkelmann die Tätigkeit der Generalkommission im Kriege, die Maßnahmen des Verbände» zum Schutz der Mitglieder in bezug auf Arbeitslosigkeit, Ernährungsfragen, Uebergangswirtschaft und andere Fragen. Die Aussprache, die sich bis zum zweiten VerhandlungStag hinzog, ergab im allgemeinen Zustimmung zu dem Bericht. Kriti- siert wurde die späte Einberufung de? Berbandstags. Insoweit die Delegierten zur Ludendorffspcnde, zum Hilfsdienstgesetz und einigen sonstigen Maßnahmen der Generalkommission Stellung nahmen, zeiate sich eine starke Gegnerschaft. Es folgten dann die Berichte über die Presse und den Aus schütz. Auch hieran schloß sich eine längere AuSein- andersetzung, bei der der Standpunkt des Vorstandes in verschie- denen Ünterstützungsfragen kritisiert wurde. Der Vorstand habe das Statut oft sehr engherzig ausgelegt, wurde erklärt. Vorstand und Ausschutz wurde hierauf Entlastung erteilt. Am dritten Berhandlungstag beschäftigte sich der Verbandstag mit der Revision der Beitrags, und UnterstütznngS- einrichtungen. Das einleitende Referat hielt Winkel- mann. Er begründete eine Vorlage des Vorstandes, die ein« ganz neue Einrichtung der'bisherigen Unterstützungsformen schaffen will. Er verlangte einen Ausbau der Kranlenunterstützung und Erhöhung der Arbeitslosen- und der Streikunterstützung. Für die Mehrleistungen schlägt der Vorstand eine Beitragserhöhung um 25 aus 85 Pf. vor— In der Debatte, an der sich 26 Redner beteiligten, wurde im allgemeinen den Vorschlägen des Vorstandes zugestimmt, über die vorgeschlagene Beitragserhöhung wollte mau noch hinausgehen. Mit 26 gegen 6 Stimmen wurde schließlich am vierten Verhandlungstag die Vorlage des Vorstandes angenommen. Damit ist der Beitrag auf 85 Pf. festgesetzt, die Arbeiisloseuunter- stützung aus wöchentlich 15 Mk. normiert und die Abstufung des Krankengeldes auf die Mitgliedsdauer ausgesprochen, was eine erhebliche Besserstellung der langjährigen Mitglieder bedeutet. Die Reiseunterstützung wird in die Erwerbslosenvorlage einbezogen, die Unterstützung invalider Mitglieder neu eingeführt. Abgelehnt wurde, besondere Beiträge für Frauen und Jugendliche einzu- führen; der Vorstand soll dies für später in Erwägung ziehen. Am letzten(fünften) Verhandlungstag sprach Gauleiter Wagner- Düsseldorf über die Aufgaben des Verbandes nach erfolgter Demobilisierung. Er hob die Not- wendigkeit der Mitwirkung der Gewerkschaften bei der Uebergangs- Wirtschaft hervor und meinte, daß der Büttcherberuf weniger an Ueberangebot von Arbeitskräften, als unter der Rohstoffbeschaffung leiden würde; denn an Rohstoffen seien nicht einmal mehr kümmer- liche Reste vorhanden. Darauf baute der Redner sein Znkunsts- Programm auf. Cohen von der Generalkommission unterstützte die Aussprache durch wichtige Hinweise auf die Borbereitungen, die seitens der Gewerkschaften für die Uebergangswirtschaft geleistet worden sind. Seine Mahnung, die Instanzen dabei zu mitcrstützeu, fand eine zustimmende Aufnahm«. Dann folgten die Wahlen der VerbandSfunktio- näre. Winkelmann wurde als Vorsitzender wiedergewählt, ebenso der Ausschußvorsitzende Böttcher- Hannover. Wagner- DüsseUorf wurde als Zentralkassierer neu in die ZentraUeitung berufen. Die Stellung des verstorbenen Redakteurs Holtmann bleibt vorderhand unbesetzt, fi« soll eventuell später ausgeschrieben werden. Winkelmann besorgt unterdessen die Redaktion mit. Damit waren die Arbeiten des Verbandstages erledigt. Allgemeine Betriebsversammlung der Städtische« Elektrizitäts-Werke Berlin. Eine gutbesuckte Versammlung der Städtischen Elektrizitäts- Werke Berlin beschäftigte sich mit einem Antrage der Arbeiterschaft auf Durchführung der achtstündigen Arbeitszeit. Das Referat hierüber hielt I a c o b i vom Verband der Maschinisten und Heizer. Redner erwähnte, daß schon vor einigen Jahren mit dem Direktor Datterer Verhandlungen wegen Ein- führung der achtstündigen Arbeitszeit geschwebt haben. Er behandelte die Frage vom sozialpolitischen, gesundheit- lichen und volkswirtschaftlichen Standpunkt und betonte, daß bedeutende Nationalökonomen sowie Gewerbebeamte sich ausnahmslos für die achtstündige Arbeitszeit, besonders in den kontinuierlichen Betrieben erllärt haben. Sei früher schon die Forde- rung des Achtstundentages eines der bedeutsamsten Ziele der Ar- beiterschast gewesen, so seien jetzt die Umstände, die für die Forde- rung sprechen, noch weil zwingender geworden. Es sei in Anbe- trackt des ungeheuren McuschenverlusteS durch den Krieg Pflicht des Staates und der Kommunen, Menschenschutz im höchsten Maße zu treiben. Eine leistungsfähige Arbeilerschast sei das höckste Gut; das Mittel, dieses Gut zu erhalten, bilde in erster Linie die Ver- kürzung der Arbeitszeit. Die sehr lebhafte Diskussion bewegte sich im Sinne des Referats. Die Abstimmung ergab einstimmige Annahme des Antrages. Oer Arbeilcrausschuß wurde beaustragt mit der Organisation das Nötige in die Wege zu leiten. Werter wurde noch über die Verhandlung die Handwerker be- treffend berichtet, an welcher Jacobi vom Verband der Maschinisten und Heizer teilgenommen hatte. Die Verhandlung endete mit dem Resultat, daß eine Zulage von 12'/, Pf. pro Stunde bewilligt wurde. Wiedereinstellvng der Kriegsteilnehmer«ach �riedensschlnft. Der Staatssekretär des ReichswirtschaftsamtS hat im Hinblick auf die von den deutschen Unternehmerverbänden wiederholt ab- gegebenen Erklärungen, den aus dem Felde zurückkehrenden Ange- stellten und Arbeitern ihre früheren Arbeitsplätze soweit irgend möglich wieder einzuräumen, angeregt, daß die Unternehmer, soweit es bisher etwa noch nicht geschehen sein sollte, schon jetzt oder doch sobald als es im Einzelfalle irgend durchführbar ist, sich darüber ent- scheiden möchten, welche Angestellten und Arbeiter sie wieder einstellen werden, so daß wenigstens ein Teil der Kriegsteilnehmer der bis- her in gewissem Umfange dock noch auf ihnen lastenden Ungewitz- heit über ihre spätere wirtschaftliche Lebensstellung enthoben werden lönnte. In unmittelbarem Zusammenhange damit steht die Frage, in welchem Umfange die grundsätzlich hilisweise Einstellung weib- licher Arbeitskräfte in den einzelnen Betrieben abgebaut werden mutz, um den zurückkehrenden Kriegsteilnehmern ihre früheren Ar- beits'plätze wieder frei zu machen. Der Staatssekretär des Reichs- wirtschaftsamteS möchte deshalb die Unternehmerschaft gebeten haben, auch in dieser Beziehung schon jetzt auf eine vorsorgliche fbftc&ttg fei de» efe»zek»e» veUIeve» bedacht z» set». gegebenen» falls auch genauere Richtlinien dafür auszustellen. Die„SpsditionS- und Gch iffahrtSzeitung das amtliche Organ der deutschen Speditionsverbände, bemerkt hierzu:»Wir find der Meinung, daß es bei dem vaterländischen Geist der Arbeitgeberschaft im allgemeinen nicht notwendig ist, zur Erfüllung der ihnen(vom Staatssekretär) vorgezeichueten Ehrenpflicht nochmals besonders zu mahnen. Es besteht begründele Hoffnung, daß von den Arbeitgebern bezw. den einzelnen Verbänden schon geeignete Schmre im Sinne jener Anregungen vielfach, wenn nickt schon unternommen, so dock vorbereitet worden sind. Die Handwerkskammern, die ebenfalls um Unterstützung in dieser Sacke ersuchr worden sind, beschränken sich deshalb in ihrer Täligkeit darauf, die Arbeitgeberschaft an- gesichts der mit immer größerer Hoffnung auf Verwirklichung be- stehenden Aussichten auf einen baldigen allgemeinen Frieden zur Beschleunigung in ihren Enlicklietzungen zu veranlaffen und ihnen die Einleitung möglichst umfassender Matznahmen um so mehr zu empfehlen, als dadurch die Gefahr eines etwaigen gesetzlichen Ein- griffs behoben werden kann.* Die Abrechnung im Tapeziererve rimnb für da? 1. Quartal 1318 schließt mit einem Bestand von 2630 Mitgliedern. Gegen� das Ende des Vorguartäls ist ein Mehr von 53 Mitgliedern zu ver- zeichnen. Weibliche Mitglieder sind 778 vorhanden. Der Gesamt- kaffenbestand des VeibandeS blieb mit 273 705,22 M. fast in gleicher Höhe gegen das Vorquartal. Der Verband der Fleischer i» Jahre 1317. Infolge der vielen Einberufungen zum Kriegsdienst ist die Zahl der Verwaltungsstellen seit Kriegsbeginn von 31 auf 39 zurückgegangen. Die Mitglieder- zahl beirug am Schluß des abgelauienen Jahres 2923. Bis zum 31. Dezember 1317 wurden allein 8833 VerbandSmilglieder, darunter 8188 verheiratete, zum Heeresdienst einberufe«!. Den Einnahmen von 153 671,36 M. stehen 67 638,44 M. Ausgaben gegenüber. Das Gesamtvermögen beziffert fich auf 87 268,23 M. gegenüber 73 787,34 M. am Schlüsse des Borjahres. Parteinachrichten. Ans de« Orzanisatiouen. Der Sozialdemokransche Verein für Halle und de« SaalkreiS hielt am 23. Juni seine Generalversammlung ab. Aus dem vorgetragenen Jahresbericht ging hervor, daß die Miigliederzahl eine Zunahme erfahren hat. Die Werbearbeit fei schwierig, w den Werkstätten und Betrieben würden die Parteimitglieder von den Un- abhängigen viel schlimmer behandelt als die.Gelben". Die Einnahmen betrugen 1080 M., die Ausgaben 1063 M. Es fanden 12 große Ver- iammlungen und 30 Sitzungen statt. Der Abonnenlenstand der neugegründelen.Voltsstimme" lasse zwar zu wünschen übrig, doch sei das Jnseratengeschäft ein über die Erwartungen gutes gewesen. In der Aussprache wurde betont, daß die»goldene Rücksichtslosig- feit*, die der Reichstagsabgeordiiete des Kreises, Fritz Kunert, bei der Parteispaltung am Ort unfern Parteigenossen gegenüber empfohlen hat, nunmehr auch den Unabhängigen gegenüber mit allem Nachdruck angewendet werden müsse. Es wurde beschlossen, den Parteibeitrag für männliche Mitglieder von 10 auf 16 Ps. wöchentlich und den der weiblichen von monatlich 20 auf wöchentlich 10 Ps. zu erhöhen. In dem Kampfe um das.Volksblatt* ist gegen das LandgerichtL- urteil, das da« Blatt grundsätzlich unserer Partei zuspricht, cS aber in Wirklichkeit noch in den Händen der Unabhängigen beläßt, von beiden Seiten Berufung an das Oberlandesgericht ein- gelegt worden. Es wurde einstimmig beschlossen, eine FeststellungS- klage darüber bei Gericht einzureichen, daß das bei der Partei- spaltung vorhandene Vercinsvermögen unserer, also der allen Partei gehört. Bisher sei die Klage in der Absicht unterlassen worden, den Parleiipalt nicht zu vergrößern und nicht alle Biücken abzubrechen; es habe sich aber gezeigt, daß die Rücksicht ganz unangebracht sei. Bei der Neuwahl der Bereinsleitung wurden größtenteils die seit- herigen Mitglieder(Ad. Thiele al« 1. Borsitzender, H. Garbe als Vorsitzender der Preßkommission) wiedergewählt. Jnöustrie und Handel. Neue Reichsschatzanweisuugeu. Die Reichsfinanzverwaltung hat den Mitgliedern der den allgemeinen Abmachungen angeschlossenen Bankvereinigungen einen begrenzten Betrag 4'/zprozentiger Reichs- schatzanweisungen, fällig am 1. April 1924, zum Ver- kauf an das Publikum zur Verfügung gestellt. Eine Auf- legung zur Zeichnung findet nicht statt. Der Verkauf der Schatzanweisungen in Stücken von 5000. 10000 und 20 000 M. beginnt vereinbarungsgemäß vom 4. Juli d. I. ab, und zwar zum Kurse nicht unter 97,50 M. Wie die»Deutsche Bergwerkszeitung* meldet, ist der ausgegebene Betrag auf eine Milliarde Mark be- schränkt worden, welche Angabe ungefähr stimmen dürfte. Im Vorjahr wurden 400 Millionen Mark fünfprozentige Reichsschatzanweisungen unter der Hand verkaust. Im Gegen- satz dazu dürste der neue Typ eine ständige Einrichtung werden, berufen, beschäftigungslose Gelder in Zeiten großer Geldflüssig- keit abzuschöpfen, ohne die Abnahmcwilligkcit der ständigen Kriegsanleihekäufer zu mindern. Diesem Zweck entsprechend ist auch die Laufzeit der neuen Schatzanweisungen auf nur sechs Jahre beschränkt worden. Dadurch wird dem Zeichner ein Schutz vor Kursdruck geboten, selbst wenn er die Schatzscheine vor Fälligkeit veräußern wollte, weil eben in der baldigen Einlösung zum Nennwert ein starker Sicherheits- charakter liegt. Bedauerlich ist nur, daß die neuen Schatz- anweisungen in recht hohen Abschnitten abgegeben werden. Darüber besteht aber leider kein Zweifel, daß die neuen Schatzanweisungen nur ein höchst unzureichender Ersatz für starke direkte Steuern nach englischem Vorbild sind. Sie find berufen, die verderblichen Folgen der Geldentwertung auf einem Gebiet einzudämmen: das fiüssiige Kapital von der Anlage in Aktien abzuhalten und dadurch der Börsen- Hausse entgegenzuwirken. Die Reichsfinanzverwaltung erkennt damit die Notwendigkeit an, der gewaltigen Produktion papierener Zahlungsmittel und der dadurch abnorm gc- steigerten Kaufkraft der vermögenden Kreise entgegenzu- wirken. AnS dem Berliner Wirtschaftsleben. Die Allgemeine BerfichernngS-A.-G. Viktoria zu Berlin erzielte im abgelauienen Jahre einen Reingewinn von 38 737 710 M.(i. L. 35 496676 M.). Die Dividende beträgt 130 M. Nach Mitteilung des Vorstandes hat das Geschäft auch im vierten Kriegsjabr weitere Fortschritte gemacht. In allen Zweigen nahm das Geschäft einen erfreulichen Aufschwung. In der großen Lebensversicherung bat sich, obgleich der Abgang durch Sterbefälle und Abläufe recht erheblich war, dennoch ein ansehnlicher Reinzuwachs ergeben. Die Gesellschaft erreichte Ende 1917 den höchsten Versicherungs- bestand, den sie je gehabt hat. In der Volksversicherung war der Zugang an neuen Versicherungen ebenfalls recht bedeutend. Das finanzielle Ergebnis wurde natürlich wiederum durch die Ausgaben iür Kriegssterbefälle beeinträchtigt, die noch immer rechl hoch sind, obwohl sich eine Minderung im Vergleich zum Vorjahr feststellen läßt. Auch die durch die Kriegsverhältniffe veranlaßte Steigerung der Berwaltungskosten blieb nickt ohne Ein« fluß auf das Endergebnis, lieber das Geschäft im neuen Jahre teilte der Vorstand mit, daß sich dieses reckt gut entwickelt habe. Im ersten Halbjahr 1318 ist es mehr als doppelt so groß gewesen, atS im gleichen Zettraum des Vorjahres. Soziales. Die Zuchthäuser füllen fich. In den preußischen Zuchthäusern befanden sich am 31. März 1317 14 582 Gefangene gegen 12 451 am Schluß des vorhergehenden Rechnungsjahres. Insgesamt waren tu den, dem Ministcrium de? Innern unterstehenden Strasaustalten, ivie aus der jetzt ver- öffentlichten Statistik ersichtlich ist, am 31. März 1917 24 642 Ge- fcmgeue, das sind um 2335 mehr als am 1. Apoil 1316. Bis zum 1. April 1318 uutcrsrand ein Teil der Strafaustalteu dem Ministe- riixm des Innern, ein anderer Teil dem Justizminlsterliun, seither ist das gesamte preußische Gefängniswesell dem Justi.zministcriirm unterstellt. Da sämtliche Zuchthäuser dem Ministerium des Innern unterstaudeu, sind in dieser Gesäng n i s sta tistik nur die auf die Zuchthausgefangenen bezüglichen Zahlen voll vergleichsfähig. Die Zahl der Verurteilten war in den letzten Jahrzehnten vor dem Kriege stark zurückgegangen, uffolgedessen hat»« sich auch der Zugang in den Gefängnissen und Zuchthäusern vermindert, und zwar war der Rückgang bei den letzteren besonders stark. Im ersten Kriegsjahr hat dieser Rückgang auch noch angöhalten, dann aber trat eine rapide Steigerung ein. Der Zugang zu den Zucht- Häusern betrug im Rechnungsjahre 1314/15 4273, er stieg im folgenden Rechnungsjahr auf 5421 und 1916/17 weiter auf 7462. Nähere Angaben über die Straftaten und die persönlichen Verhältnisse der neu eingelieferten Zuchthausgefangenen enthält die neueste Statistik rricht. Im Vorjahre war die Steigerung vor- nehmlich aus die Zunah-ine der militärischen Verbrechen und Vergehen zurückzusühren, diese dürften auch' im Berichtsjahre eine sehr erheblich« Rolle gespielt haben. Sic reichen aber zur Erklä- rung des ungeheuer gestiegenen Zugauges nicht aus. Dieser war im Jahre 1316/17 um 74,4 Proz. höher als im Jahre 1314/15, und ollein im letzten Fahre hat er sich um 37,8 Proz. erhöht. Besonders auffällig ist die Steigerung des weiblichen Zuganges. Im Jahre 1915/16 verteilte sich der Zugang auf 4314 Männer und 477 Frauen, im Jahre 1316/17 wurden 6644 Männer und 813 Frauen in proutzische Zuchthäuser eingeliefert. Das ist gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme u,m 34,4 Proz. bei den Männern, aber um 71,5 Proz. bei den Frauen. Hier genügt die Erklärung mit der gestiegenen Zahl der miti- t(irischen Verbrechen und Vergeben nicht. Man geht wohl nickt fehl,«venu man minimmt, daß die steigende Zahl der La n de s- verratSprozess« recht wesentlich zur Füllung der Zucht- Häuser beigetragen hat. WaS über diese Prozesse bei der Beratung deS Justizetats im Reichstag zur Sprache gebracht wurde, läßt daraus schließen, daß die zuständigen Richter bei derartigen Au- klagen eine ganz besondere Strenge walten lassen. Das erklärt die aus der Zuchihausstcrtistiik fich ergebende gewaltige Steigerung der Kriminalität, iocist aber auch darauf hin, daß das wirkliche Ber- brechertum während des Krieges doch wohl nicht die Zunahme er- fahren hat. wie die nackten Zahlen der Zuchthaussiatistik vermuten lassen._ Gerickts�eitung. De« Schlußakt einer unglücklichen Ehe bildete die Anklage wegen Totschlages, die den Einrichter Fritz Reinhold B e r n d t aus Neu- kölln vor das Schwurgericht des Landgerichts I führte. Der Angeklagte hat in der Zkacht zum 6. Januar seinen Schwiegcr- Vater erschossen. Er hat sich im Anfang des Jahres 1316 mit der Tochter Klara des Schlächtermeisters Julius Wolfs ver- heiratet. Die gegen den Willen beider Eltern geschlossene Ehe ge- staltete sich von Anfang an unglücklich, da der Angeklagte an einer bösen Krankheit litt und diese auch auf seine Frau übertrug. Er war im Felde gewesen und im September 1315 als diensiunbrauch- bar entlassen worden. Nach seiner Verheiratung soll er sich noch mit anderen Frauenspersonen herumgetrieben haben, was zur Kenntnis der Ehefrau kam und das Verhältnis zwischen beiden noch verschärfte. Es kam fast täglich zu Zank und Streit, und am 5. Ja- «war schlug der Angeklagte auf seine Frau ein. worauf ihm diese ins Gesicht spie»nd ihm drohte, mit ihrem Kinde zu verlassen. Der Angekläffte erwiderte höhnisch, daß sie ihm damit einen großen Gefallen täte, denn er habe schon längst eine andere. Er verließ darauf daZ Saus, begab sich zu einem Mädchen und kneipte mit diesem zunächst in einem Kvffeehause und dann in einer Gastwirt- schast am Moritzplatz. Inzwischen war die Ehestau zu ihren Eltern gegangen, hatte diesen ihre Rot mit dem Angeklagten geklagt und die Ermächtigung erwirkt, sich von dem Manne zu trennen und mit ihrem Töchterchen Unterschlupf bei den Eltern zu finden. Kurzer- Hand holte sie sich aus ihrer ehelichen Wohnung ihre Betten, aller- lei Kochgeschirr und auch das Geld, welches der Ehemann in einem Koffer bewahrte und zog mit ihrem Kinde zu den Eltern. NnchtS nach 1 Uhr kam der Angeklagte nach Hause inid als er die Frau und das Kind nicht mehr antraf und die Wegnahme der Sachen bemerkte, machte er fich nach der Wohnung des Schwiegervaters in Neukölln. Steinmetzstr. 68, auf den Weg. Er fand die Haustür offen und klopfte wiederholt stark an der Wohnungstür der Schwieger- eltcrn. Schließlich machte sein Schwiegervater in der Küche Licht, kleidete sich notdürftig an, ösfneie die Tür und stagte den Angeklagten nach seinem Begehr. Es kam zu kleinen Auseinandersetzungen, in deren Verlauf plötzlich zwei Schüsse fielen, die der Angeklagte aus einem von ihm mitgebrachten Revolver auf seinen Schwiegervater abgefeuert hatte. Der Schwiegervater fiel vornüber und war nach kurzer Zeit tot. Der Angeklagt« entfloh darauf, irrte die Nacht um- her und wurde am nächsten Morgen verhaftet. Die Schüsse hatten beide den Getöteten getroffen; der ein« war in die rechte Schläfe, der andere in die Bauchhöhle gegangen. Der Angcklafte behauvtete. den Revolver nicht besonders zu sich gesteckt, sondern immer bei sich getragen zu haben und machte Notwehr geltend. Er behauptete auch, erblich belastet zu sein, doch kann nach ärztlichem Gutachten 8 öl Str.G.B. keine Anwendung finden.— Rechtsanwalt Dr. Wert. Hauer kam nach den Ergebnissen der Beweisaufnahme zu dem Schluß, daß der Angeklagte tatsächlich in der Notwehr gehandelt bzw. in der Erregung und Bestürzung über das Eindringen des Schwiegervaters auf ihn die Grenzen der Notwehr überschritten habe.— Der Spruch der Geschworenen lautete auf Körperverletzung mit Todeseestlg Der Staatsanwalt beantragte 6 Jahre Zucht- hau S und 10 Jahre Ehrverlust.— Das Urteil lautete auf 3 Jahre 3 Monate Gefängnis unter Anrechnung von 5 Monaten Unter- fuchungShaft. Ein Ikjähriger Wucherer. Ein sehr»geschäststüchtiger* junger Mann stand in der Person deS jetzt 17jährigen Handlungsgehilfen Karl Wiedecke vor der Strafkammer des Landgerichts l unter der Anklag« des regelrechten Geldwuchcrs. Eine Modssfin P. war vorübergehend in Not geraten und suchte durch eine Zeitungs- annonce ein Darlehen von 50 M. Auf dieses Inserat hin meldete sich der damals Issiährige�Angeklafte. der sehr großspurig als.Geld- geber* auftrat. Nach längerem Hin und Her erklärte der Herr Bankier im Kleinformat, das Geld nur in Höhe von 22 M. und nur unter der Verpflichtung einer monatlichen Zinszahlung in Höhe von 8 Vi. hergeben zu können. Frau P. ging in ihrer Notlage aus alles ein, zahlte auch die Zinsen und später nochmals 5 M.� für „Prolongation". Wie ein Beisstzer ausrechnete hat der findige Jüng- ling bei dieser schwierigen Finanzoperation mit einem Zinssatz von nur 436 Proz. gearlieitet. Das Schöffengericht sah die Sache milde an, obgleich der Angeklagte die Zeuftn infolge ihrer Wergenmg, den Wuchergewinn zu zahlen, sogar noch verklagt hatte.— Der Ange- klagte war zu einem Verweise und 5 0 Ma rk Geld st rase verurteilt worden und legte hiergegen noch Berufung ein. Als ihm der Vorsitzende Geh. Rat P au ls den Rat gab, d-e Berufung zurück. zunehmen, erklärte der sonst so sebstbewußtc„Bankier", daß er da- nach„erst seine Mama stagcn müsse".— Die Berufuna wurde natürlich auf Kosten des Angeklagten verworfen. ?!crmilworM« für Volitil:«»ttner. Bcrlrn: für den übrigen Teil de« Blattes:«llfrrt«rtiol», Neukölln: für Anzeigen: Theodor Molke. Berlin. T erlag: liorwärts-Lcrlag<9. in. 6. H.. Verlin. Druck. Vorwürts-Buchdruckerei«nd BerlagSanslalt Bau! Singer u. Co. in Berlin. Lindenslralle r Hier«» 1 Vellage und Uiuerhaltnagsblatt. Nr. 172 ❖ 35. Jahrgang Seilage öes Vorwärts vlensiag, 25. �unilHIS Sie auswärtige Politik im Reichstag. 173. Sitzung, Mcmiag, 24. Inni, nachmittags 2 Uhr. Am BuirdeSratstische: v. Hertling, v. Payer, v. Kühlmann. Wallraf. Das Notgeseh über den Etat der Schutzgebiete wird debattelo? i nallen drei Lesungen angenommen. Es folgt die allgemeine Debatte über den öes Reichskanzlers und öes Auswärtigen Mts. Hierzu liegt ein Antrag Strefemann(natl.) vor, einen Ausschutz zur Prüfung der Reform des Auswärtigen Amts ein- zusetzen, in dem außer Vertretern des Bundesrats, des Reichstags, des General- und Admiralstabs insbesondere auch Vertreter des am Ueberseehandel beteiligten Kaufmannstandes und der deutschen Erportindustrie berufen werden sollen. Staatssekretär des Auswärtigen Amts Dr. von Kühlmann: Ein kurzes Bild über die Gesamt läge der Reichspolitik: Wenn ich zunächst das Verhältnis zu unseren Bundes- genossen berühren darf, so ist in der uns benachbarten der- kündeten und befreundeten österreichisch-ungarischen Monarchie der glänzende Staatsmann und Minister des Aeutzeren, Graf C z e r n i n aus innerpolitischen Gründen aus seiner Stellung ausgeschieden. Es ist mir ein aufrichtiges Bedürfnis, der stets bundeöfreundlichen Tätigkeit des Grafen Czernin zu g e- denken, und wenn uns etwas das Scheiden dieses Ministers als nicht den Interessen unseres engeren Verbandes schädlich hat erscheinen lassen, so ist es die Person seines Nachfolgers, des Grafen B u k i a n, eines bewährten Diplomaten, dessen treue Freundschaft und Anhänglichkeit an das Bündnis von vornherein über allen Zweifel erhaben gewesen ist.(Beifall.) Die enge persönliche, vertrauensvolle Zusammenarbeit, die mich mit dem Grafen Czernin verbunden hat und die bei der Lösung der Ostfragcn so wesentlich zum Gesamterfolg und zur engeren Knüpfung der Bande zwischen den beiden Zentralreichen beigetragen hat, hat sich auch unter dem Grafen Burian sofort hergestellt. Unter der Ministerpräsidentschaft des Grafen Burian hat die Kaiserentrevue stattgefunden,«in Akt, den die Ge- schichte der deutsch-österreichisch-ungarischen Beziehungen seiner zeit als bedeutungsvoll voraussichtlich buchen wird. Die beiden Kaiser haben sich in feierlicher Weise in Gegenwart der leitenden Staatsmänner aufs Neue versichert, daß sie nicht nur das be stehende Bündnis in Treue halten, sondern auch das Bündnis erweitern und vericfen wollen.(Beifall.) Den Meinungen der beiden Kaiser folgend, sind die Staatsmänner beider Staaten sofort in VerHand- lungen eingetreten. Graf Burian hat bei seinem Besuch in Berlin in eingehenden Konferenzen mit dem Reichskanzler die Grundfragen erörtert. Der Gedankenaustausch wird sch r i f r lich sortgesetzt und dürfte demnächst auch bei einem Gegen- besuch des Reichskanzlers in Wien seine Fortsetzung finden. Mit Bulgarien, das in schwerer Zeit an unsere Seite ge' treten, ist, sind die persönlichen und politischen Beziehungen immer enger geworden.� Wir chlle..hähen- wohl bedauert, datz der hochver- ehrte Altmeister milssäri scher Politik/ R a d o s ka w o w, der immer eine Seele des Bündnisses war, aus innerpolitischen Grün» den vom Ministerium zurückgetreten ist. Die bündigsten Verstche rungen seines Nachfolgers und die erhabene Persönlichkeit des große» Staatsmannes, der die bulgarische Krone trägt, sind für uns die sicherste Gewähr, daß der Personenwechsel kein Ab- weichen von der bisherigen Politik bedeutet. Ju der Türkei sind innere Veränderungen nicht vor sich gegangen. Die bewährten Staatsmännr, der Grotzwesier T a l a a t P a s ch a und die Vizegeneralissimus E n v e r Pascha, stehen noch auf denselben Posten, die sie während des Kriege? so wirksam au-3 gefüllt haben. Ganz selbstverständlich ergeben sich bei der Liqui dation eines so gewaltigen Kampfes Einzelfragen, die die diplo- matische Aufmerksamkeit beider Teile in hohem Maße in Ansprach nehmen. Ich erwähne die Lösung der Rorddobrudscha-Fragr, die Regulierung der Maritzaarenze und den Kaukasus. Aber nirgends besteht ein ernsthafter Interessengegensatz zwischen uns und»er Türkei, vielmehr ist die gegenseitige herzliche Freund- s ch a s t sowohl der Völker wie der leitenden Staatsmänner eine Bürgschaft dafür, daß alle diese Fragen eine befriedigende Rege- lung finden werden. In den nächsten Tagen wird eine Konferenz zwischen Vertretern des BierbundcS und der kaukaflschen Böller zusammentreten, um die durch den Krieg aufgeworfenen Fragen der Lösung entgegenzuführen. In Rußland haben Gärung?- stoffe nationaler und sozialer Natur zu revolutionären Erscheinungen geführt und den russischen Staatskoloß in cme Lage gebracht, die beute noch nicht als stabil bezeichnet werden kann. Der Leitstern unserer Politik gegen Rußland ist: Scharfe Beobachtung, äußerste Vorsicht und(soweit es sich um interne russische Angelegenheiten handelt) weise Zu- r ü ck l, a l t u n g. Der finnische Boden ist von den roten Gar- den gereinigt und alles deutet darauf hin, daß Finnland im Begriff steht, seine Hobe Kultur in Form eines selbständigen Stau- tes weiter zu entwickeln. Die Zcrrcisitinq des Baltikums durch die im Fricdensve'-trag vorgesehene Linie hat eine außerordent- lich schwierige Situation geschaffen. Fn Uebereinstim- mung mit der gesamten deutschen öffentlichen Meinung haben wir uns entschlossen, aus den Hilferuf der Provinzen Estland und Livland diesen zu Hilfe zu kommen und das rote Schreckensregi- ment durch ein Regime der Ordnung und der Ruhe zu ersetzen. Bor endgültiger diplomatischer Anerkennung dieser staatlichen Gebilde. wünschen wir mit der russischen Regierung der Sowjets in Moskau in einen Gedankenanstalisch einzutreten, unter welchen Modalitäten die Anerkennung der Selbständigkeit solcher staatlichen Neubildungen erfolgen solle. Da auch noch an- dcre Fragen der Klärung bedürfen, stehen wir im Begriff, mit be- vollmächtigten Vertretern de? russischen Republik in Berlin Be- sprcchunqen abzuhalten, die hoffentlich zu einer freundschaftlichen Einigung führen werden. Zur Bearbeitung der innerorganisatori- scheu Ostfragcn ist ein benrnderer kaiserlicher Kommissar ernannt worden. Was die P o l- n s r a g e anbetrifft, so bat bisher ihr fast »ii löslicher Zusammenhang mit der Lösung der ökonomischen Fra- ge» zwischen Oesterreich und Deutschland die Entscheidung verhin- dert. ich hoffe aber, daß noch vorBeginn derallgemeinen Friedensverhandlungen sich eine befriedigende Lösung dieser Frage finden wird. Die drei Staaten, G e o r- g i e n. Ar m e n i e n und T a t a r i c n, haben sich zu einer t r a n s- kaukasischen Republik vereinigt, um dadurch ihre Wider- standskraft zu erhöhen. Die Türkei hat bei dem Vormarsch nach den ihr nach dem Brest-Litowsker Frieden zustehenden Gebieten den linken Flügel der vormarschierenden Truppen z i e m l i ch w c i t in Gebiete hineingeschoben, welche für eine dauernde Okkupation oder Annerion durch die Türkei nicht in Frage kommen konnten.� Nach Rücksprache der beiden obersten Heeres- lcitüngen ist der türkische Vormarsch nach Kaukasien hinein ein- gestellt worden und die Modalimten der künftigen Regelung der kaukasischen Angelegenheiten sollen in der Konferenz in Kon- stantincpel geordnet werden. Nachdem wir Georgien als Staat anerkannt haben, und mit ihnen m freundschaftliche Beziehungen getreten sind, hat Georgien seinen Minister bei' Aeutzeren nach Berlin entsandt, und wir unsererseits haben dvn General von Kretz in diplomatischer Mission nach Tislis geschickt. Wir wünschen dem georgischen Staat und seinem tapferen Volke, eine gedeihliche Zukunft.(Beifall.) < Gegenüber Finnland, Schweden und Dänemark wünschen wir alle auftauchenden Fragen in Freundschaft zu be- handeln. In der Frage der Alandsinseln bat eine Einigung dahin stattgefunden, daß die vertragswidrigen Befestigungen b e- seitigt werden sollen; über die Zukunft dieser Inseln ist End- gültiges noch nicht beschlossen worden. Dänemark, Holland und die Schweiz haben unbeirrt an ihrer Neutralität sestgehal- ten und darüber hinaus das Möglichste getan, die Leiden der Vcr- wundeten und Kriegsgefangenen zu lindern.(Beifall.) Der� bisherige Verlauf der Haager dcutsch-englischen Gesan- genenaustauschkonserenz berechtigt zu der Hoffnung, daß dieses Werk der Menschenliebe gelingen wird. lBravu!) Auch Spanien hat kein« Gelegenheit vorübergehen lassen, siH in den Dienst der Humanität zu stellen.~ In Südamerika fi»d einige kleinere Staaten unter dem Druck der Union auf d i e sS e? t e unserer Feinde getreten. Es ist die Politik der! Reichs- leitung nach wie vor, daß wir alles zu tun beabsichtigen, hm den Eintritt weiterer neutraler Staaten in den Konzern unserer �Feinde unmöglich zu machen. Die Beziehungen zu den anderen Staaten find zurzeit-ure i n militärischer Natur. Die Lage im Westen, wo mrsere Heere unter der genialen Führung, welche ihnen Gott gegeben; hat, von Sieg zu Sieg geschritten sind, ist derart, daß die Initiative vollkommen bei der deutschen Obersten Heeresleitung ruht, und daß wir hoffen können, daß der Sommer und der Herbst unseren Waisen neue große Erfolge bringen werden. Die österreichisch- ungarische Armee hat in frischem Anlauf die italienische Siellnmg angegriffen und nennenswerte Erfolge errungen, große wichtige Verbände der Feinde an ihre Front gefesselt. Der längste Tag. des Jahres ist bereits vorüber(Sehr richtig! Heiterkeit), und wenn man von weiter Warte aus die Ereignisse überblickt, muß man sich fragen: wird dieser Krieg nach menschlichem Ermessen noch im Herbst und im Winter in das fünfte Jahr hinüberdauern ik. Vielfach herrscht in unserer Oeffentlichkeit die Meinung, daß~ die Länge dieses Krieges ein absolutes Novum bedeutet, als hätten die maßgebenden Stellen mit sehr langen Kriegen in der Neuzeit überhaupt nicht mehr ge- rechnet. Diese Meinung ist unrichtig. Ich habe dafür als Krön- zeugen keinen Geringeren als den Feldmarschall Graf M o l t k e, der in diesem Hanse am 14. Mai 1890 ausgeführt hat:.Meine Herren, wenn der Krieg, der schon jetzt mehr als zehn Jahre lang wie ein Damoklesschwert über unseren Häuptern schwebt, zum Aus- bruch kommt, so ist seine Dauer und sein Ende nicht abzusehen. Es sind die größten Mächte Europas, welche, gerüstet wie nie zuvor, miteinander in Kampf treten. Keineder selben kann in einem oder in zwei Feldzügen io vollständig niedergeworfen werden, daß sie sich für über- wunden erklärte, daß sie auf harte Bedingungen hin Frieden schließen müßte, daß sie sich nie wieder aufrechten sollte, wenn auch erst nacki Jahresfrist den Kampf zu erneuern. Meine Herren, es kann ein siebenjähriger, eS kann auch ein dreißigjähriger Krieg werden.(Unruhe.) Wehe dem, der Europa in Brand steckt, wer den ersten Funken in das Pulverfaß schleudert." Die Berhältnisse haben sich seit der Zeit nur in dem Sinne verschoben, daß die Mächt«, die am Kriege beteiligt find, ihre Rüstungen seit dem noch ungeheuer verstärkt haben und nicht nur, wie es damals als wahrscheinlich erschien, die Mächte Europas, sondern auch große überseeische Mächte wie Japan und Amerika in den Kampf ein- getreten find. Mit Sicherheit irgendeinen Augenblick ins Auge zu fassen, cm welchem man sagen könnte, dieser Krieg muß zu Ende gehen, ist mithin meines ErachtenS unmöglich, und man mutz deshalb nach den politischen Motiven ausspähen, welche eventuell eine Friedensmöglichkeit erösfen könnten. Nach dieser Seite muß ich sagen, daß trotz der glänzenden Erfolge unserer Waffen auf feiten unserer Gegner Fricdenswilligkeit, Fricdcnsbereitschast noch nirgends hervorgetreten ist. Die deutsche Regierung hat wiederholt in Kundgebungen, welche für die breiteste Oeffentlichkeit bestimmt waren, ihrerseits ihren Standpunkt festgelegt. Nichts haben unsere Gegner aufzuweisen, was sich einigermaßen mit dem dentscheu Friedensangebot, mit der Resolution dieses Hauses oder mit der Beantwortung der Papstnote in einer Reihe stellen könnte.(Sehr richtig!) Und die Aeußerungen unserer Gegner, insbesondere der englischem Staatsmänner, welche jede Gelegenheit ergreifen, um in der Oeffentlichkeit für ihre Ideen und Anschauungen zu wirken, lassen noch keinen Lichtschein in das Dimke! dieses kriegerischen Dramas fallen. Minister Bai- sour hat var einigen Tagen eine auch in der deutschen Oeffentlichkeit viel beachtete Red« gehalten, auf die ich mit wenigen Worten eingehen möchte, obwohl sie bisher nur im telegraphischen Auszug vorliegt. In dieser Rede ist die alte Legende erneuert, daß Deutschland diesen Krieg entfesselt habe, um die Weltherrschaft an sich zu reißen. Diese Legende wird dadurch, daß sie immer wiederholt wird, nicht wahrer. Ich glaube nicht, daß ein verständiger Mensch in Deutschland jemals vor diesem Kriege die Hoffnung oder den Wunsch gehabt hat, Deutsch- land möge die Weltherrschaft erringen, und ich glaube nicht, daß irgend ein verantwortlicher Mensch in Deutsch- land, geschweige denn Seine Majestät der Kaiser und die Regierung, auch nur eimen Augenblick daran gedacht haben, es könnte durch Eeetfesselung eines Krieges in Europa die Weltherrschaft gewinnen. Der Gedanke der Weltherrschaft in Europa ist— das hat da? napoleonische Beispiel gelehrt— eine Utopie. Die Nahion, welche dieselbe verwirklichen wollte, würde sich, wie es Frankreich an der Wende des Jahrhunderts ergangen ist, in nutzlosen Kämpfen verbluten und in ihrer Ent- Wicklung auf das/ Schwerste geschädigt und zurückge- schraubt werden!(Sehr richtig!) Dieser Krieg— und hier kann man das zitierte Wort Moltkes anwenden:.Wehe dem, der Europa in Brand steckt!"— ist— das zeichnet sich immer deut- licher ab— das Werk Rußlands, der gewissenlosen russischen Politik, der Angst der leitenden russischen Kreise vor der Revolutiion, welche die unhaltbaren Verhältnisse in dem Lande näher und- näher rückten. Ich glaube, man kann jetzt schon sagen, ohne von dem Ergebnis weiterer Enthüllungen und Forschungen dementiert zu werden, daß. je trefcr wir in die Vor- geschichte dieses Krieges eindringen, sich desto klarer ergeben wird, daß die Macht, welche deu Krieg eigentlich geplant und gewollt hat, Rußland gewesen ist. Daß die anderen Mächte, daß Frank- reich als Kriegslietzer dabei schlimm mitgespielt hat, daß die englische Politik sehr dunkle Seiten in dieser Beziehung auszu- weisen hat, daß insbesondere die Halwng der englischen Nc- gierung unmittelbar vor dant Kriegsausbruch den russischen Kriegs- willen stark entfachen uwßte. dafür gibt es bereits genügend Beweise.— Soviel über die Schuld am Kriege. Deutschland hat nicht einen Augenblick daran gedacht, diesen Krieg zu entfesseln und hat vor alle«! nicht einen Augenblick gedacht, dieser Krieg könne auch nur zur Ves�rrschung Europas, geschweige denn zur Weltherrschaft führen. Im Gegenteil, die deutsche Politik be- fand sich damals in der Lage, degründete Aussicht zu haben, wesent- lich« Ziele, die Ordnung der Verhältnisse im Orient und die Ord- nuug der kolonialen Verhältnisse auf dem Wege friedlicher Verhandlungen in vollkommen zufriedenstellender Weise vcr- wirklichen zu können. Also kein Augenblick unserer neuen Geichichte war weniger Veranlassung für uns, einen derartigen Brand zu entfesseln, als die Zeit, wo er eintrat. Ich halte es aber für nützlich und notwendig, nicht nur die Negation zu setzen, nicht nur zu sagen, daß die Balfoursche Be- hauptung cm Hirngespinst, wenn nicht cine Verleumdung ist, sondern ich halte es fiir notwendig, in wenig Worten ganz ein- fach und leicht verständlich zu sagen, was wir positiv wollen. Wir wollen auf der Welt für das deutsche Volk— und das gilt mutatis mutandis auch für unsere Verbündeten— daß wir innerhalb der Grenzen, die unS die Geschichte gezogen hat, frei, stark und unbeeinträchtigt leben können, daß wir über See den Besitz haben, welcher unserer Größe, unserem Reichtum und unseren bewiesenen kolonisatorischen Fähigkeiten entspricht, und daß wft die Möglichkeit und die Freiheit haben. auf freier See unser« Handel, unfern Verkehr in alle Welt- teile zu tragen. (Lebhafter Beifall.) Das sind mit wenigen allgemein verstand- lichen Worte die Ziele, deren Ervingung eine unbedingte Lebens- Notwendigkeit für Deutschland ist.(Erneute Zustimmung.) Ich habe die Ehre gehabt, bei einer früheren Besprechung in dielem hohen Hause daraus hinzuweisen, daß die unbedingte Un- verschrtheit des Grnndgcbietcs des Deutschen Reiches und seiner Verbündeten eine nvtwcndige Voraussetzung— ich sage ausdrücklich Voraussetzung— fiir die Aufnahme irgendwelcher Fricdcnsgcsprachc oder Friedensverhandlungen bildet. Ich habe mir damals auszu« sprechen erlaubt, daß darüber hinaus sämtliche Fragen Gegenstand der Einigung sein können, und ich glaube, so steht die Sache auch noch heute. Es wird uns von englischer Seite immer wieder der Vorwurf gemacht, daß wir in der belgischen Frage iauf englische Anzapfungen hin nicht bereit seien, in öf- stentlichen Erklärungen Stellung zu nehmen. In diesem Punkte differieren auch die grundsätzlichen Anschauungen der kaiser- lichen Regierung von denen, welche die englischen Staatsmänner uns zumuten. Wir betrachten Belgien als eine der Fragen im Ge- samtkomplex der Fragen, wir müssen es aber ablehnen, in der bcl- qischcn Frage sozusagen als Vorvcrmächtnis Erklärungen abzugeben, die unS binden würden, ohne die Gegner auch nur im geringsten festzulegen.(Sehr richtig!) Uebrigens hat Mr. Balfour vorsichtiger- weise schon hinzugefügt, wir sollten keineswegs glauben, daß eine Einigung über die belgische Frage den Schatz der englischen bzw. e nie n ti st i s ch en Wünsche schon erschöpfe. Er bat sich wohlweislich gehütet, uns die Punkte zu bezeich- uen, an denen er weitergehende Ansprüche oder Wünsche anzumelden vor hat. Nach den früheren Erfahrungen� ist der Ver- dacht nicht unberechtigt, daß diese Worte einesteils an sie Adresse von Paris gesprochen waren, und daß andernteils der Blick über das Mittelmeer hm nach dem augenblicklich von englischen Truppen besetzten Teil Palästinas und Mesopotamiens schweift. Ich höre schon heute die Begründung, die seinerzeit fiir solche Wünsche gegeben werden wird, daß England doch unmög- lich die großen Opfer an Gut und Blut gebracht haben könne, ohne auch für sich selbst einen bescheidenen Ge- winn erwarten zu dürfe».(Sehr richtig!) Was nun den wahrscheinlichen Gang der Ereignisse betrifft, io ist früher vom Reichskanzler und auch von mir ausgesprochen war den, daß im gegenwärtigen Stadium der Entwicklung aus dem Wege zum Frieden von öffentlichen Erklärungen, die wir uns gegen- seit ig von den Rednertribünen aus zurufen, ein wirklicher Fortgang kaum mehr zu erwarten ist.(Sehr richtig!) Wir können auch unsererseits genau die Worte unS zu eigen machen, die Mr, A s q u i t h am 16. Mai gesprochen hat, wenn wir statt.die britische Regierung".die kaiser- l ich e Regierung" setzen: � .Die kaiserliche Regierung hat die Tür für Schritte in der Richtung eines ehrenvollen Friedens nicht geschlossen, und wenn ein Antrag an sie gestellt wird, von welcher Seite er auch kommen möge, wenn er nicht im Ungewissen schwebt, sondern auf festen Grundlagen ruht, dann wird, dessen bin ich sicher, ein solcher Vorschlag nicht an das Ohr eines Tauben klopfen. Dt ö g e das recht deutlich sein." Wir können unsererseits dieselbe Erklärung mit dem Bewuntscin olbgeK*«, baß sie sich mit trnseoer Politik voll und ganz deckt. Wenn einmal der Mrnuent geTornmen sein sollte— w a n n er kommt, darüber möchte ich mir' auch nicht einmal eine Prophezei- ung erlauben—, daß die Nationen, die heute kämpfen, in cincii Gedankenaustausch eintreten, so wird vor allem auch als Vorbedin- gung nötig sein, daß man ein gewisses Matz des Vertrauens an die gegenseitige Anständigkeit und Ritterlichkeit hat. Solange jede An- rcgung von dem andern als Friedensoffensive, als falsche U n- ternehmung, um zwischen Verbündeten Zwietracht zu säen. j ausgefaßt wird, solange jeder Annäherungsversuch von den Gegnern einer Annäherung in den verschiedenen Ländern aus das heftigste sofort denunziert wird, solange ist nicht abzusehen, wie irgendwie ein Gedankenaustausch eingeleitet werden kann, der zum Frieden führen soll. Und ohne solchen Gedankenaustausch wird bei der ungeheuren Größe dieses Koalitionskricgcs und bei der Zahl der in ihm begriffenen auch überseeischen Mächte öurch rein militärische Entscheidungen allein ohne alle diplomatischen Verhandlungen ein absolutes Ende kaum erwartet werden können. (Sehr richtigl und Hört! hört!) Unsere Stellung, unsere un- geheuren Reserven an militärischen Hilfsmitteln, an Entschlos- senheit im Innern, gestatten es uns, diese Sprache zu führen. Wir hoffen, daß die Gegner einsehen werden, daß gegen die Mittel, die uns zur Verfügung stehen, der Gedanke an Sieg ein Traum, eine Illusion ist, iiiid daß, wie Mr. Zlsquith von uns erwartet, sie auch seinerzeit den Weg finden werden, um mit Friedcnsangc- boten an uns heranzutreten, die der Lage entsprechen und den beut- scheu Lcbensnotwcndigkeitcu genügen.(Beifall.) Abg. Gröber(Z.): Die von Rußland abgetrennten Randstaaien sollen uns mit Nahrungsmitteln und Rohstoffen versehen und von Deutschland Schutz und Förderung genießen. Besonders kommen hierfür F i n u- land und die Ukraine in Betracht. Wir müssen das Ver- trauen der ehemals russischen Gebiete gewinnen, um sie von der asiatischen Kultur loszureißen. Freilich sind in dieser Richtung die guten Absichten der deutschen Regierung durch eine schlechte Organisation nicht zur Aussührung gekommen. Es ist höchste Zeit, die polnische Frage endgültig zu regeln; denn schon hat die Entente den Polen ein phantastisches Bild eines Großpolen mit freiem Zugang zum Meer gezeigt. Es handelt sich im wesent- lichen um die Wiederherstellung von Kongreßpolen. Ein treu mit uns verbündetes Polen wird für unfern notwendigen Schutz mehr bedeuten als ein irgendwie gestalteter Grenz- streifen. Sn Sff«ae« M es«5%, der VevWeraag ia veAeGem Mähe die Orgcmisation der öffentlichen Einrichtungen zu überlafsen. Maßnahmen wie daZ Schließen von Schulen, weil der Unterricht in der deutschen Sprache nicht v e r m e h�r t wurde, sind ganz falsch einem Bolle gegenüber, daZ sich danach sehnt, alZ Freund behandelt zu werden. Solchen Gewaltmatzregeln mutz e i n k r ä f- tiges Quoz ego entgcgengerufen werden.(Beifall.) Falsch ist es auch, die notwendigen Requisitionen nicht durch ein- heimische Behörden, sondern durch deutsche vornehmen zu lassen und so das Odium auf die deutsche Verwaltung zu laden. Ganz unverständlich ist auch das Verbot an die Mitglieder des litauischen LandeSrats, nach Berlin zu reisen. Bei solchen Matznahmen darf man sich nicht Wundern, wenn die anfangs uns sehr geneigte Stimme der De- völlerung in ihr Gegenteil umschlagt. Die Unabhängiglsitserklärung von �Estland und Livland hat die deutsche Regierung der rusiischen übermittelt; das war ihr gutes Recht auch nach dem Brest-LitoSvsker Frieden, der diesen Völkern das Recht der Selüstbestimmimg biS� zur Loslösung von Jtussiand gibt. Wenn diese BöKer von diesem Recht Gebrauch machen, so hat Deutschland allen Ntflatz, sie hierbei zu unterstützen, zumal sonst England sofort versucht hätte, sich dort eiiszmiistcn und an der Ostsee ssstzusetzen.(»ehr richtig!) Das hat England auch in Finnland getan. Mit deutscher Hilfe ist dort der Krieg, der mit Hilse filmischer Anarchisten geführt wurde, niedergeschlagen und unser Schutz mutz dem Lande gewährt werden, bis die Ordnung völlig wiederhergestellt ist. Nur müssen wir uns hüten, uns irgend- wie ün die Art der Ordnung der inneren Verhältnisse ein zu- mischen. Dasselbe gilt für die Ukraine, die auch unfern Schutz angerufen hat, und wo man herzlich froh ist über den Einmarsch unserer Truppen. Getreide ist aus der Ukraine bisher nur in minimalen Mengen zu uns gekommen, doch wird sich das jeden- falls bessern. EZ handelt sich um die richtige Borarbeit zum all- gern einen Frieden. Die blutrünstigen Aeutzerungen der feindlichen Staatsmärrner lassen fserlich wenig Hoffnung, daß wir in diesem Jahre noch zum allgemeinen Frieden kommen. Trotzdem konmtt es mir vor, datz der Höhepunkt des Völkerhasses vorüber ich Deutschland und lerne Krtegschele find jedenfalls kern Hindernis des allgemeinen Friedens. Die Einzelheiten zu prüfen, können wir unseren Diplomaten überlassen. Unsere Zustimmrmg wird ihnen nicht fehlen, wenn st« uns mit den richtigen Forderungen vorangehen.(Bravo! im Zentrum.) Abg. Dr. David(Soz.): Der rumänische Frieden hat�zwar formell den Krieg im Osten abgeschlossen, aber tatsächlich glüht und schwelt es noch auf dem Brandyer an allen Ecken und kleine Flammen Magen empor. Leider flistzt auch immer noch deutsches Blut im Osten. Die schwere Sorge, datz dieser Friede nur eme Atempause sein werde, lastet auf uns. Die Enttäuschung, die der Ukraine- Frieden gebracht hat, ist allgem-ein. Dieser sogenannte Brot- friede hat weder Brot«och Friede« gebracht. Man führt Schmie-* rigkciten des Transports au. Gewiß, aber der Hauptgrund ijL wohl, datz die Männer, die dort die deutschen Interessen zu vew irrten haben, nicht in der richtigen Weife zu Werke gegange« finde Man hat geglaubt, mit der militärischen Methode auch eine solche Alfgabe lösen zu können, mit der BefehlSgte- w a l t, mit Strafandrohung und mit dem Bajonett im tcrgrund. So hat man, statt den guten Willen zu erzeuge«, den bösen Willen verstärkt. Herr Grober meint, man müsse es verstehen, mit Bauern umzugehen. Eben dieses Verständnis hat aus deutscher Seite vollkommen gefehlt.� Das hat seinen tieferen Grund. Die Herren, die dort die deutschen Jäter- essen wahrnehmen sollen, stshen den Vorgängen der russisch?« Re- Volution mit g ro tzer Verständnislos igkeit und inne- rcr Abu eigung g eg en üb«?. Der Kern der russischen llm- Wälzimg liegt doch darin, daß dort die proletarischen Massen der Land bau er anstürmen gegen die wtrtschafilichc, politische und soziale Herrenstellung der Großgrundbesitzer. Es ist der Niederbruch der letzte n Feudalherrschaft auf euro- päischem Gebiet. Freilich gibt es auch hier noch Reste der alten Feudalherrschaft. Der sinslutzreichste Rest stich die Ostelbier. Vom ostelbischen Geist aber beseelt sind die Männer, die jetzt die deutsche Politik im Osten machen sollen.(Zuruf rechts: Groener!) Es sind entweder direkt Ostewi-er oder hohe WilitärS, die sich in die Tenkungsart des preußischen Junkertums völlig ei uze- lebt haben. Die Regierung hat im Osten jetzt fast so wenig Ein- fluß wie der Deutsche Reichstag, die Militärau-tlSrcrtie cntscheidet dort. Es sind geWitz sehr tüchtige Männer von großem Pflichtgsfühl, aber es ist für sie uumögstch, sich in Kontakt mit proletarisch bäuerliche« Massen zu setzen, denn sie sind vom Hans aus gewöhnt, denen nur zu befehlen. Die andern find die Hintersassen, sie sind die Herren.(Erneuter Zuruf rechts: Gröner!) Herr Gröner ist General und Untergebener des Feld- Marschalls V.' EiöGorn. Wenn er sich im Gegensatz zu diesem Geist gestellt hätte, würde er die längste Zeit preußischer General gewesen sein. Hier Rat er ja Neigung gezeigt, etwas gegen den Stachel zu locken. Wer da ist er ver., scheucht" worden.(Große Heiterkeit.) Die offiziöse Schönfärberei sucht natürlich mit Hilfe der Zensur die Dinge, die dort vorgekommen lind, zu rechtfertigen. Tatsache ist, daß die deutschen Funktionäre stch, so- bald sie dort hinkamen, iuftinkiäv mit den ihnen nächststehenden G r u n d h e r r e n in VerKradung gesetzt haben. Zu der demokra- tischen Regierung die sie zu Hülfe gern fem hatte, hatten sie über- baüpt kein VerbäfiniZ. Ihr Streben ging dahin, dem demokra- tischen.Hexen-fabbaih" ein End« zu machen. So baben sie mit den Grundberren den Staatsstreich vorbereitet und haben dann die gepanzerte Faust schützend über die Vorgänge schalten, durch die sich der neue Hetma« in den Sattel schwang als Diktator von Gnaden der deutsche« Militäroligarchie. Dies« Vorgänge sind kein Rubmesblatt für nns, am wemigsten der militärische Einbruch in die Sitzung der Zentralrada mit vorgchaltenem Revolver und dem Zuruf in russischer Sprache: „Im Namen der devtschen Regirrnng � Hände hschk" Das ist die Methode des Herr«». Oldenburg mit dem Leutnant und zehn Mann. Diese Vorgänge find für uns außerordentlich peinlich. Schlimmer ist, daß Mre Wirkung für die deutschen Interessen höchst schädlich:st. Ihr Zweck ivllte fern, nun endlich das Brot zu kriegen. Aber Nicht einmal dieser Zweck ist erreicht worden, sonder« le�rgsrch de? Hätz der Massen des ukrainischen Volks gegen die deutschen Truppen. Sie sehen in den Deutschen die He«! fer shelfer ei ner i ont rerevo lu t i o- nären Bewegung, deren Ziel ist. die Errm�enzchasten der kleinbäuerlichen Bevölkerung gagen die frühere Bedruckung und AuZbeutung wieder zu beseitigen. Jetzt herrscht unter dem dcntschen Einfluß i« der_ ganzen Ukraine politische Reaktion nrit Versaurmlungsverboten uiw., um eine Landesversammlung in Kiew zusammenzubekommen, die den Zwecken der deutschen Besatzung angepaßt ist._ Das ist eine volitische Vergewaltigung und die Folge dieses Eingrm-' "i die inneüen Bcrhaltnisfe des Lamdes ist naüüüNch, daß die Isapen von wildem Hast gegen die dcuWlm Bcrwaktinig erfüllt find. Dre Herrschaft des Ufurpotocs»cht lediglich ans den demtschen Bazo- netten. DeshaLi ist auch gar keine Ifussicht, baß unsere Truppen dort herausgezogen werden. Wie aus dieser Slimmimg des Hasses gute wirtschaftliche und politische Beziehungen zu Deuffchlaud gc- schaffen werden sollen, ist nicht ersichtlich. Das gleiche Resultat hat man in Finnland erreicht durch die Einmischung in den Bürgerkrieg zwischen den kapitalistischen Grundbesitzern in Finnland und d« großen Arbeiter und Bauern. Nach Niederwerfung der �Mywfchsn Wehrmacht untor dem Schutz der deutschen Truppen Hat man ekak«kat- and Rachegerfcht über die gefangenen G? gner geübt, hat sogar die sozialdemokratische Landtagsfraktion voklZö mmcn aus der Kammer vertilgt und schließ- lich eine Diktatur, geschaffen, die mit Presscknebclung, Vcrhaf- tungen, Wahlrechtswerschlechterung einherging. Der Diktator Swinhufoud hat fchlueßlich mit neun gegen acht Stimmen den Be- schlug aus Einführung der Monarchie errungen, während er bei seinem Besuch in B?.rlin mir gegenüber erklärt hatte, es denke kein Mensch in Finnlm/o an eine Monarchie, sie seien alle Demokraten und Republikaner., lHört! hört!) Ich möchte den Männern, die etwa auf den finznschen Königsthron reflektieren, ob sie nun aus Mecklenburg oder aus Berlin kommen, dringend raten, vorher den Beschluß einer aus allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlen hervorgegangenen Konstituante herbei- zuführen. Geht, er ohne diesen dort hin, so wird sich gegen ihn der Haß des V oh k e s richten. Ebenso hat sich in Estland und Livland die deutsche Verwaltung durch ihre Politik in fcind- liche» Gegensat, zu der großen Masse der Bevölkerung gesetzt. Die demokratische Regierung hat man weggefegt und die alte R i t t e r h er?r sch a f t und Landschaft wieder aus der Rumpelkammer hervorgeholt und etwas neu auf- gebürsteb. Es ist die reinste Komödie, von einer Volksvertretung ist doch keine Rede. So ist dann der Beschluß der Personal- Union znfiandegekommen. Die alte Regierung hatte die beste Absichft sich mit der Neichsleiwng zu verständigen. Aber man hat fhre Vertreter nicht nach Berlin durchgelassen. Auch in Kurland ilst«S so gegangen. Fortgesetzt bekommen wir Briefe, die darüber k/agen, daß dort niemand etwas von der Wahl einer Volks- vertrcwNg wüßte, die Zeitungen werden unterdrückt, mau protc- stiere e�;tn Beschlüsse, die von einer kleine« Herrenkaftc ausgingen. Die Foljge ist auch hier der s Haß auf der ganze» Linie gegenfföi« deutsche Verwaltung. Was soll daraus entstehen? Nach dem L-rest-Litowsker Frieden untersteht das Gebiet von Estland und sLivland der russischen Oberhoheit. Das hat auch die heurfj.v Regierung ausdrücklich anerkannt. Die russische Regie- rung hat das Bsstätigungsrecht für Unabhängigkeitserklärungen dieser Länder. Hiernach kann keine Vereinbarung getroffen wer- denk über den Kops und gegen den Willen der russi- schien Regierung. Herr v, Kühlmann hat erklärt, daß bei alle n solchen LoStrennungen vorher ein Gedankenaustausch m?: der russischen Regierung gepflogen werden solle und hierbei we.rde man sich der rechtlichen Lage wohl bewußt sein; wir Hütten daft mit Polen. Die von den Annexionisten verlangten Grenzsiicheriingen gegen Polen müssen aber dieses Volk geradezu der Entente in die Arme treiben. Statt Befreiung empfinden die Völker der besetzten Ost- gebietdi eine neue Knechtschaft, sie empfinden sie schwerer als die zaristische Herrschaft, die so schwer auf ihnen lastete, sie sehen ihr geistiges und politisches Lefleu geknechtet und meinen, daß dies? Jahre zu dem schlimmsten gehören, was sie seit Jahrhunderten erlebt habe«. Das alles geht Nwtt über KriegSnot- wendigkciten hinaus.(Zurufe der Polen;— Vizepräsident Tobe: Herr Korfaniy, Sie brauchen doch nicht immer hen Chor zu machen. — Heiterkeit.) Die Entente liegt auf der Lauer nach solchen deutschen Fehlern. Es ist höchste Zeit, umzukehren. Die Grund- läge für die notwendigen Ve rbandlungen ist gg geben; die g e m« i n- s a m e n Interessen dieser Völker mit uns. Erst dauernde Freundschaft mit ihnen erweitert Mitteleuropa zu Weltwirtschaft- licher Größe. Das Kriegsziel der demokrafifchen Verstäudigungs- Politik kann durch die militärische Gewalt Kicht erreicht werden, sondern nur durch Verständigung aus dem Boden beide»- sei« g er Interessen. Sehr erfreulich maf der Artikel der„Kreuz» zeitung", der ohne Scheu d-n alldeuischari Amiexionspoliiikvrn die Beschränktheit ihres Horizowts vorgeführt hat. Dieser Artikel war eine der bestcu Begründung/r» der Friedensresolution. Diese scheint übrigens nach der heutigen Rede von K ü h l m a n n s doch nicht irgendwie aä acta gelegt zu iperdcn. S i e b e st e h t u n d lebt in voller Kraft. Inzwischen haben auch die Nach- w a h l en gegeigt, daß die große Mrihrhcit der deutschen Wähler- schaft auf dem Boden des Berständigniigsfriodens, des Beschlusses der Reichs tags Mehrheit steht.(Sehst wahr!) Das deutsche Volk ist bereit, einen Frieden der Verständigung auf der Grundlage beiderseitiger Jntcrcsscu und wirtschaftlicher Gleichberechtigung jederzeit anzunehmen. Dabei bleibt's, das mag alle Welt wissen! (Lebhafte Zustimmung bei der Mehrheit.) Leider besteht die gleiche Bereitschaft zum Frieden aus der Seite unserer Gegner noch nichts Ein Vergleich zwischen den jüngsten Reden Burians und Balfours beleuchtet scharf die Situation. � Die Hauptsrage ist» Ist man bereit, heute gleich sich an den Verhandlungstisch zu setzen?_ Die deulsche Regierung hat ihre Bereitwilligkeit dazu erklärt, auf der anderen Seite aber crwariet man noch immer die Entscheidung von den Waffen. Die deutsche Regierung muß volle Klarheit� schaffen, daß der annexionslofe VerftändigungSsrieden sich auch auf Belgien bezieht. Eigentlich ist das klar; leider aber wird von einflußreicher Seite immer noch der Gedanke von An- ncxionen in Belgien propagiert und das macht sich die En- tente zunutze. Auf dieser Politik der Kriegsverlängerung lastet eine schwere Verantwortung. Tie deutsche Regierung'muß' endlich po- sitiv auch in dieser Frage ihre Stellung klarlegen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) In dem Moment hört Belgien auf, eine Waffe für die englischen Kriegstreiber zu sein und verwandelt sich in eine Waffe zur Verstärkung der Frie- dcnsströmung in den Massen.(Sehr wabr! bei den Sozialdenio. kraten.) Bakfour freilich hat gemeint, eine Erklärung bezüglich Belgiens genüge noch nicht, und verwies auf Elsaß-Lothringen. Darauf müssen wir antworten: Elsaß-Lothringen ist überwiegend altes deutsches Land. Der aus direkten demokratischen Wahlen hervorgegangene Landtag bat klar bekundet, daß er das Programm der französischen Nationalisteit nicht teilt. Tie El- süsser wollen volle Autonomie im Rahmen des Deutschen Reiches. Das will � auch die d e ut s ch e Sozialdemokratie und die französische Sozialdemokratie hat vor dem Kriege d as Z iek a kze p ti er t.(Sehr wahr!) Wir fordern daher, daß Elsaß-Lothringen die volle Autonomie alsbald gewährt wird, daß dem Landtag die volle Bewegungsfreiheit wiedergegeben wird und die militärische Willkürherrschaft dort aufhört.(Bravo! bei den So- zialdemokraten.) � Deutschland strebt nicht nach Hegemonie über au- der« Völker; es ist jeden Tag bereit zu einem V e r st ä n d i g u ti g s- frieden. W:r bedauern tief, daß das Morden im Westen weiter- geht. Wir»ewint deim den Heldenmut unserer Truppen und danken ihnen. Aber als einzig zu verantwortendes Ziel dieser Kämpfe erachten wir die Erringung der Friedensbcreitschaft tmserer Gegner. An dem Tage, wo dies Ziel erreicht ist, wo unsere Gegner sich be- verterAäreu. zu verhandeln über einen Frieden auf der Basis der s« i t r g e n � Jritegritäl, der weltwirtschaftlichen Glerchberechnguitg. wird das Morden fein Ende nehmen. Niemand im Deutschen Reiche hatte die Macht, den Krieg darüber hinaus, um weitergehender Ziele willen, fortzusetzen. Das deutsche Volk bat ? einen Friede its willen bekundet. Mögen das imn die Völker der mit urK Krieg führenden Staaten auch ihrerseits tun. Von ihrem Willen hängt es ab, der Menschheit endlich den Frieden zu geben, der nicht ein bloßer Waffenstillstand mit neuen wahnsinnigen Rüstungstreibereien, fondern ein Friede der Wiedergenesung des erhöhten Kulturlebens sein kann. Gelingt es, im Sinne der ReichstagSresolnfion eine Begrenzung der Rüstun- gen zu Wasser und zu Lande zu erzielen, so wird das deutsche Volk dem mit vollem Herzen zufümmen. Das deutsche Volk ist frei von einer überheblichen Selbftgcrechkigkeit» die die Völker trennt in solche, die Freiheit und Recht wollen, nnd solche, die dem Götzen- dienst des Geldes verfallen sind.(Sehr gut! bei den Sozialdemo- kraten.)_ Es weiß sehr wohl, daß kapitaftstische Gewinngiec und imperialistische Gewaltanbctung auch in Teutschland während des Krieges wahre Orgien feiert.(Sehr wahr!) Möge die Regierung gegen diesen Götzendienst im eigenen Lande Front machen! (Sehr wahr! Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Angesichts des fiinsten Kriegswinters m-uß die Regierung das Aeußerste tun, die Ernährung sicherzustellen. Daß man heut? noch wagt, Preußen zu Bürgern zweiter Klasse zu degradiere«, ist«in Skandal!(Sehr richtig!) Wenn die Regierung es zuläßt, daß das KönigSNwrt zum Gespött der Welt wird, so lehnen wir die Verantwortung für die Folgen ab.(Sehr richtig!) Die Demokratie muß und wird trotz aller Widerstände auch in Deutschland ihren Weg finden.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraieu.) Wg. Graf Westarp(f.): Den.Kreuzzertungs''-Artikel bat der Vorredner nicht verstanden.(Lachen und Ahavusc links.) Im übrigen geben die Artikel«ur die persönliche Meinung des Verfassers wieder. Tie russffche Revolution, die von unseren So- zialdemokraten so begeistert aufgenommen wurde, bat sich nickt als ein Aufftieg zu einer höheren Ordnung bewiesen. Für Deutschland gibt es nur ein Ziel: seine Sicherheit zu schützen. Darum müssen tvrr unsere Grenzen writ nach Osten hinausschieben. Eine öfter- reichtsch-polnische Personalunion würden mein? Freunde Njicht begrüßen. Die vom Dr. David vorgebrachten Fälle mili- tärischcr Perstöße in den besetzten Gebieten bezweifle ich. (Widerspruch des Abg. David.) Der deutsche Einfluß ans die Ost- seeprovinzen mutz ausgebaut werden, schon um ein F e st setzen der Engländer im Baltikum zu verhindern.(Sehr richtig! rechts.) Möge es der Hetmansregierung der Ukraine bald gelingen, dort geordnete Verbäbtnisse herbeizufübren. Ein starkes Finnland ist auch ein starker Schutz gegen das Eindringen Englands über die Murmanbahn in Rußland. Am ungeklärteslen sind die Dinge in Großrutzland. Hier weiß man heute noch nicht, was der morgig« Tag bringt. Unsere Politik muß nach festen, zielbe- wußten Richtlinien gefuhrt werden. In dieser Beziehung habe ich einen Teil der Ausführungen des Staatssekretärs Kühlmann nicht ohne schwere Besorgnis gehört..(Sehr wahr! rechts.) Daß niemand eine deirtsche Weltherrschaft will, ist selbstverständlich, aber mit der Auffteckung der Zwle, die Herr Kühlmann nannie, ist wenig erreicht. Es kommt auf die Wege an, au-f welchen sie erreicht werden. Die Abschaffung des Blockade- nnd Sesbeuterechts kann durchVerträgeallein nicht erreicht werden, denn im Kriege werden die Verträge nicht beachtet. Wir müssen fordern, daß die Regierung auch in bezug aus die Wege ein festes Programm hat und entschlossen ist, es durchzuftchren. Hier haben�wir nach der heutigen Rede Kühl- matnrS wie gesagt ernste Besorgnis� Mit den Anssührungen über die am Kriege Schuldigen hat der Staatssekretär ein.Kriegs- best ausgegraben, das eigentlich schon begraben war. England ist es, das die ausschließliche Herrschaft über die Welt und die Meere anstrebt.(Sehr wahr! rechts.) Deshalb war es seit Jahren beschlossene Sache, Deutschland zu vernichten, deshalb ist England der intellektuelle Urheber dieses Krieges. Es war 1911 der Loki und Rußland der �blinde Hödur. Es handelt sich allerdings hier um einen Kampf von Weltanschauungen, um den Kampf gegen den Götzendienst des Geldes.(Große Hcitcrkc-t links.) Wir müssen unsere Stellung in der Welt auch gegen den Willen Englands behaupten. Dazu gehört nach unserer Auffassung auch, daß Belgien und die flandrische Küste unter deutschem Ein- fluss bleiben. Die Erklärung, daß wir auf alles ausser der Inte- grität zu verzichten bereit sind, ist nicht geeignet, den Friedens- willen der Feinde zu stärken.(Sehr richtig! rechts.) Sie wirkt als neues Friodensangcbot. Daß zu einem Friedeusichluß Vcr- hanSIirnga« geh»««, ist eine BuissnweiÄheit. Aber die Voraus- jchvnz«st, daß die Feinde verbandel» wollen. Dazu mutz man sie »winße«, ,md das einzige Atitsl dazu ist der Sieg der Waffe». Der Svaatssekvetär schien nicht dieser Memung zu iei«. Ich kann es mir aXerdrng? nicht recht denken. Der»taatZiekretär würde damit keine günstige Stimmung bei den Truppen auslösen(Sehr vichtig! rechts) und er wurde sich damit in Wider- spruch setzen mit Knudgebungeu aller Art, die stets betont baben, daß nur der Sieg der deutsche» Waffen uns zum Ziel? fuhren kann. Wir vertrauen darauf, daß unsere Feldherren die reckte Zeit und den rechten Ort für den Sieg finden werden.(Lebhafter Bestall recht?.) Die Weüterckerawng wird auf Dienstag, 2 Uhr, vertagt. GroßSerlw Tie Filmgcfahr. SU schreiüt vnS: Die psichilbsre ExplofionÄllisstrophe iu der Friichstrstze hat in enschütternder Weise wieder einnral aus die aus>rds«iKche Cd�fiibvAchdeiL des Materials hingewiesen, das als Rolfs zur Bersertigung der Kinodarbietungcn Äent. Der Harm- loslSschende Mmstreisen, dessen Bilderfolge aus die Leinwand prcerr wird, hat.wen Teufel im Leid", und der Fachmann wc daß eine verhältnismäßig geringe Unvorsichtigkeil genügt, umnen Filmdand zur Explosion zu bringen und einen rasend uuch greifenden Brind berbeizusühren. Tiaher scheint es selbst- vewdlich, dcch in den mit Ailnibändern arbsitenden Betrieben ftritens aus äußerste Vorsichtsmaßregeln geachtet werden muß. Dodies nicht immer der Fall ist, hat die Katastrophe in der Frrichstraße bewiesen. e Berliner Fihnmdustrie hat sich schon seil langem in der unin Frisdrichstraße angesiedelt. Beide Häuserfronten, von der chstraße bis zum Belle-Alliance-Platz sind mit den Schildern vonilmunternebmungen geradezu übersät. Die Ausnahme- atels bosinden sich allerdings zum größten Teil außerhalb, auf denumpelhoser Keld, in Weißensee usnr In der Friedrichsrnaße liegdie Gt�chächs räu-me, die Bureaus für Buchhaltung, Engage- «nenbfchlüsse usw. Tagegen wäre nichts einzuwenden. Wer— m dFri-edr-ichstraße sütd auch Vorführungsräume unter- geör, und ou�srdem bewa�heen hier die Verleih-Unternehmungen vicleinchevie«»n vorführungsfertigen Filmen auf. ! Firma, in deren Räume sich die Katastrophe ereignete/ war die �op-Fchlmverlei.h°<Äescllsch«>fl, die das erste Stockwerk des Vorlaufes Fried«chftraße 23ö einnahm. Es ist dieses ein sehr toeu�grr Komvtox mit mehreren Quergebäuden und Höfen und oineik z» Will�lmftraße führenden Durchgang. Die genaue Ursader Explosion ls'Ntls nicht in Erfahrung gebracht werden, und wird w«Hl«uch Zanut mehr gelingen, sie zuverlässig zu er- mim da dte zunächst Beteiligten tot sind. Feststeht aber, daß der Explnsherd sich i«n sogenannten„K l e b e r a u m" der Firma befai Hier»erden die einzelnen Film teile, die gesondert auf- genoon wurden, zusammengeklebt, und wenn auch dabei nicht mit er gearbeitet wird, so genügt doch die-Tatsache der band- werk« �schäfirgung mit vielen Filmen, um mit einem ge- wisieöch>«h«t»oÄ rechne» zu lassen. «ist daher— und dies erscheint als der springende Punkt in dganzen Angelegenheit— vollkommen unbegreiflich, daß trotz dem Fikmzelluloid anhaftende« großen Gefährlichkeit eine ganzetie sträflicher Unvorsichtigkeiten möglich war. «ens sollten in einem so dicht bebauten und bewohnten Kom im Zentrum der Stadt, wie es die Friedrichstraße ist, überbi keine Filmlager geduldet werden. Noch strenger�aber solltetsrsagt sein, daß im Zentrum der Stadt technische Film- anbei— wie das Zusamme nklebe n der einzelnen Teile— ckus- gefüllverden. Denn das Zelluloid vermag bereits bei Feuer- näbet einer Sbichslamme von 5 Bis 10 Meter Länge zu explv- dicre Drittens sollte jede in diesen Räinnen beschäftigte Person auf Besitz feuergofährlicher Gegenstände untersucht werden. Es tte ausgesagt, daß in dem Kleberaum nur Damen beschäf- tigt cscn seien, die nicht rauchten. Das genügt nicht. Auch in dckinni'iioaZbstrieben gibt man sich mit solchen Zusicherungen nichtrieden, vielmehr bat jeder Angestellte die etwa in seinem S�itzsindlichen Stcichhölzer, Feuerzeuge usw. abzugeben, um sie«nach Verlassen des gefährlichen Arbeitsraumes wieder in Empi zu nehmen. Vi«enens sollten Filmarbertsräimne. wenn sie n überhaupt isoliert sind, sich nur im obersten Stockwerk cinesbäudes befinden. Denn das Filmmaterial explodiert mit einerichslamme, die stets nach oben geht. Darum sind auch be» der jstrophe in der Fricdrichstraße beide Stockwerke über der Biosköesellschast völlig ausgebrannt. wA�rend das darunter ge- legenrdge-schöß vcmt Feuer verschont blieb. brdom wurde die Gefahr durch die große Zahl der i« den Nachikäusern befindlichen Filmbetriebe noch bedenklich erhöht. Wenne Feuerwehr den Brand aus irgendeinem, iimnerhin mögli Grunde nickt rechtzeitig«hätte lokalisieren kün�n, wenn das fr aus ein NebcngÄände übergegrissen hätte, wäre es vielleinoch zu einer zweite« Erplosion in einem andere« Film- lager nn men. Tvach wird man die Behörden von einer gewissen Berank- worllit wicht freisprechen können. Auch die Möglichkeit, daß die Esion der Films durch Kurzschluß eiines durch den Klebe- ranMlwnden Starkstromkabels veranlaßt wurde, muß bedenklich stimm Es hätte niemals gestattet werden dürfen, daß in einem solchen um mit Filmmake rial gearbeitet wird. Eäre zu wünschen, daß der gesamte Filmbetrieb in der Friedrvaße einer sorgfältigen Revision unkerzogen wird. Das llnglüat wbhl zur Genüge gezeigt, daß es sich um sehr revi- sionÄrftige Zustände handelt. TGrotz-Berliucr Zweckverbauds-Versammlung mußte ihrer gestrigen Sitzung sich noch mit einigen Nach- trägenr Aendcrung der Straßenbahntarife be- schüstb Nem der Zweckverband im April die Tarifänberungen der Großeerliner Straßenbahn-Gescllsckiast und ihrer Tochwrgescll- schastnbilligt hatte, wurde auch über die Wünsche der Gc'ell- schas: rliner Ost bahnen eine„Verständigung' erziel!. Der Surs deS mit dieser Gesellschaft abzuschließenden Vertrages ist imseirtlichen dem Vertrag nachgebildet, den der Zweckverband mit diroßen Berliner Slraßcnbahn-Gesellschaft usw. abgeschlossen bat.>ie Emzelfahrt kostet IS Pf„ aus Sammelkarten aber sind 6 Fahrten 8v Pf. zu zahlen, so daß hier die Fahrt 13'/, kostet. Der Preis des Umsteigefahrscheins be- trägt> Pf. Auch die Preise der Monats-, Arbeiter- und ülerkarten find geändert. Die Gesellschaft wird ver- pfliwmm Bau einer neuen Linie von Berlin(Markgrafendamm) über tenberg nach Oberschöneweide. Der Vertrag soll beginnen am Uli 1018 und bis Ende 1940 dauern. Stadtrat Loehning- Berlnd Bürgermeiftcr Bertholdt-Obcrschöneweide empfahlen namc des zur Regelung der Tari'angelegenheit eingesetzten SonlüSschufies diesen Vertrag zur Annahme. Bürgermeister S ch> o w- Treptow bedauerte, daß Treptow bei der Tarif- ände; in einzelnen Punkten ungünstiger als bisher gestellt wird. Stadordneter H e i m a n n- Berlin erklärte für die sozial- d e mr a t i s ch e n Mitglieder der VerbandSversammliing. daß sie en der für die Gesellschaft viel zu günstigen Tarif- zugednisse diesen Vertrag ablehnen, wie sie den Ver- tragt der„Großen' usw. aus demselben Grunde abgelchul babeSegen die Stimmen der Sozialdemokraten wurde der Ver- trag« genommen. h mit der Gesellschaft Berliner Elektrische Stienbahnen. deren Aktien fast ganz im Besitz der Stadt Berfind. schließt der Verband einen vom 1. Juli 1918 bis Ende lOllltenden Vertrag, gleichfalls im wesentlichen nach dem Muster des träges mit der.Großen'. Der Fahrpreis beträgt künftig 15 t für Doppelkarten 2ö Vf., für Sammelkarten zu 8 Fahrten 1 Nie Fahrpreise der Monats-, Arbeiter- und Schülerkarten werden gcäit. Der Vertrag wurde gegen die Stimmen der Soziakdemo- krati n g e n o m m e n. r treue Be-rwog des Verband es mit der Stadt Cöpcuick über die pc nicker Straßenbahnen, vom 1. Juli 1918 ab gelt iesimtntt einen Preis von 1ö Pf. für die Einzelfahrr, von 80 für die Sammelkartcn zu 6 Fahrten, ändert die Preise der Mar-, Arbeiter- und Schülerkarten, beseitigt die Umsteigefahr- schei Stadtverordnetenvorsteher Lucht- Cöpenick beantragte, die Dawes Vertrages nicht bis 1949, sondern bis 1956 zu erstrecken. Milser Aenderung, die auch Stadtverordneter Cassel- Berlin emp, wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten der ganze Verl angenommen.) Ein Vertrag zwischen dem Verband«nd der Großen Berliner' Slraßenbahn-Gesellichast sowie der Gesellichasl Südliche Berliner Bororlbahnen beseingr einen seit Fahren zwischen Neukölln und den Gesellschaften schwebenden Streit über die B e i t r a g s p f li cht zu den Straßenbaukosten bei Asphaltierung bisheriger Sieinstraßen. Im Einvernehmen mit Neukölln verzichtet der Ver- band auf die Beitragspflicht der Gesellschaften. Der Vertrag setzt zugleich die Verpflichtung zum Bau neuer Straßenbahn- linien fest, die dem noch unbebauten südlichen Teil Neuköllns mehrere Verkebrsverbindungen sichern sollen. Das Inkrafttreten hängt davon ab. daß Neukölln sich zu bestimmten Kostenzuschüssen vervflichtct. Durch sie will die.Große' die Neuköllner Sonder- gewerbesteuer für Großbetriebe wettmachen. Der Vertrag wurde angenommen. In geheimer Sitzung wurde Prof. Tiefe, der Verkehrs- lechrnker des Verbandes, schon jetzt für die Zeit vom 1. März 1919 ab auf sechs Jahre wiedergewählt und sein Gehalt durch 6000 M. persönliche Zulage auf 24 000 M. erhöhl. Schlustsiftung des Tcutschen Städtetagcs. Zu sehr lebhafter Erörterung führten noch Vorträge der Ober- bürgermeiftcr Lucken von Rüstringen und DominicuS von Berlin- Schöneberg über Beschaffung von Geld und Bau st offen für den Wohnungsbau. Die zu Entschließungen erhobenen Leitsätze der Berichterstatter stellten die zwingende Notwendigkeit schnellsten Handeln? in den Vordergrund und betonten bei dankbarer Anerkennung der Reichstagsentschließung über die 500 Millionen Mark. daß der Gedanke, die Städte mir einem Drittel der Aufwendungen zu belasten. aus finanziellen und grundsätzlichen Erwägungen abgelehnt werden müsse. Weiter wurde gefordert die Belieferung der Ziegeleien mit Kohlen, besonders derjenigen Ziegeleien, deren Erträgnis sich die Städte irgendwie gesichert haben, und die Hergabe billigen Bau- erscheint im.Vorwärts"der Stellen- finftrtn nachweis. Anter vielen Angeboten 3 IC Vorwärts" mit seinem ausgedehnten Verbreitungbezirks im ssMlle Mm AbonnementSpreis monatlich 1,50 Mark frei inS Äaus. Name Beruf Wohnort. Straße?. .Stock. Bei wem? bestellt ab l. Juli den„Vorwärts" zum Preise von l,50 M. per Monat frei ins Äaus. Diesen Zettel wolle man ausgefüllt an die ödaupt expedition, Berlin SW, Lindensttaße 3, senden. holze? durch die staatlichen Forstverwaltungen. Nach der sehr ein- gehenden Erörterung über diese Fragen bildele die Beratung der städtischen Finanz schwierigkeiten und der Mittel zu ihrer Abhilfe den Ausklang der Tagung. Gemüse und Obst. Am Montag ftüh war den Vertretern der Presse Gelegenheit gegeben, unter amtlicher Führung einen flüchtigen Blick in den Be trieb der städtischen Obst- und Gemüseverteilung zu werfen. Auf dem Bahnhof Alexanderplatz sahen wir lange Reihen von Güter wagen, beladen mir Salat, Spargel, Blumenkohl, Mohrrüben und Kirschen. Alle diese schönen Sachen standen bereit zur Verteilung an die Großhändler. Zu Hunderten drängten sich die Kleinhändler heran, um ihrerseits etwaS von den Großhändlern zu erstehen. Ja, „erstehen' müssen sie es im wahren Sinne des Wortes, denn wie die Kunden vor den Lademüren, so stehen auch die Kleinhändler in der Zentralmarkthalle stundenlang und drängen sich, um einen Sack oder eine Kiepe voll Ware zu bekommen.— Eine Reihe Zahlen über die Einfuhr wurden uns mitgeteilt. Danach gehen seit Wochen täglich große Sendungen von Gemüse vom Auslande ein und in der nächsten Zeit soll sich die Einfuhr womöglich noch steigern. Das ist alles ganz schön und gut, aber die Erfahrung des täglichen Lebens zeigt doch, daß die Zufuhren bei weitem nicht ans- reichen, um hie Nachfrage zu decken. So werden es auch ferner immer nur wenige Glückliche sein, denen es gelingt, ein paar Pfund Gemüse zu bekommen. Uebrigens sind die Preise dieser Auslands wäre zum Teil reckt gepfeffert. Um nur ein Beispiel anzusiihren: Uns wurden polnische Kirschen gezeigt, die sich im Kleinhandel auf 2,10 M. das Psiwd stellen. Wir fürchten aber, daß die Verbraucher, wenn sie von dem leckeren Obst etwas bekommen, noch erheblich mehr als den errechneten Preis werden anlegen müssen. Holländische Gurken von guter Qualität sollen nach den Berechnungen der städti- schen Verteilungsstelle mit 75—80 Pf. das Stück im Kleinhandel abgegeben worden körnten. Hausfrauen versichern jedoch, daß solche Gurken in den letzten Tagen mit 1 M. und darüber bezahlt werden mußten. Ebenso wird eS mit der übrigen AuslandSware sein. Sobald die städtische Verteilungsstelle die Ware an den Handel weitergegeben hat, feblt ihr jeder Einfluß auf den weiteren Ver- trieb und der Handel versteht es. die allgemeine Notlage der Ver- braucher als preissteigernden Faktor auszunutzen. „Menschenleben in Gefahr!" Dieses Alarmsignal, mit dem die Feuerwehr in Fällen aller- dringendster Not zur beschleunigten Hilfeleistung herbeigerufen wird, sollte auch auf unsere städtischen Behörden anspornend wirken, wenn eS sich um rasche Bewilligung von ärztlich verord- neten Nahrungsmitteln in Fällen sckwerer akuter Erkrankung handelt. Ein Leser sendet uns folgenden Notschrei: „Meine Tochter ist seit 18. Juni bettlägerig. Der Arzt stellte Blindarmentzündung fest. Er hatte sofort ein Attest mit dem Vermerk.Eilt' abgesandt. Aber bis heute, den 23., habe ich noch keinen Bescheid, ob die ärztlich verordneten Nahrungsmittel, wie Milch, Grieß und Reis, bewilligt werden. Meine Tochter darf nur ganz leichte Speisen, Suppen u. dergl. zu sich nehmen. Ihr Leben hängt von der richtigen Ernährung in diesen ersten kritischen Tagen ab. Der kleinste Diätfehler kann ihr den Tod bringen. Ich habe nichts, was ich ihr geben könnte, und der Bescheid bleibt ans! Was soll ich anfangen?" Die in Betracht kommenden bestördlichen Stellen müßten es unseres ErachtenS als ihre ftlbsiverständliche und unabweisbare Pflicht betrachten, in derartigen vom Arzte als.eilige' bezeichneten Fällen, wo Menschenleben in Gefahr sind, eine sofortige Er- l e d i g u n g durchzusetzen. Geradezu ein Skandal ist eS, daß man einen an Blinddarmentzündung Erkrankten fünf Tag lang auf den Bescheid warten läßt!_ Die Kinder der erwerbstätigen Frauen und die Krippen. Mitt« woch, den 26., nachmrttrrgS 1 Shr, stitdei für unsere Genossinnen- eine Führung durch die Ausstellung de? Berliner Krippenbereins statt. Der Eintritt ist srei. Die Ausstellung befindet sich bis im Warenhaus Tictz, Leipziger Straße. Die Genossinnen treffen sich �4 Uhr Leipziger Straße' und Jerusalemer Straßen-Ecke. Rege Beteiligung wird erwartet. Im Flugzeug zum Gericht. I» einer größeren Strafsache, die gestern vor einer hiesigen Slr»stammer zur Verhandlung stand, war ein Fliegerleuinant als Zeuge geladen, von dessen Anwesenheit die Möglichkeit der Verhandlung abhing. Da der Offizier aber auch an seiner Dienststelle so gut wie unabkömmlich, wenigstens auf längere Zeit, war, hatte er vo» seiner vorgesetzten Dienststelle die Erlaubnis erhalten, der Zeitersparnis halber ein Flugzeug be- nutzen zu dürfen, welches sowieso nach Berlin gebracht werden sollte. Der Zeuge startete in srühcr Morgenstunde in Mimchen und kam, von dem sturmartigen Winde noch beschleunigt, nach verhälttiiS- mäßig kurzer Flugzeit hier wohlbehalten an.— Einiges Kopfzerbrechen dürfte dem Beamten der Gcrichtskassc die Berechnung der Zeugengebühren bereiten, da in der Zeugen-Gebührcnordnung nur von„Landweg, Fuhrwerk, Schiff und Eisenbahn' die Rede ist. Ein schweres Unglück ereignete sich gestern morgen in der Nähe der Station Kaiserhof der Untergrundbahn. Ein Nordring- zug, der vom Leipziger Platz kam. fuhr kurz vor der Haltestelle Kaiserhof auf fünf Arbeiter auf, die im Gänsemarsch auf dem vor- geschriebenen Wege in der gleichen Richtung gingen. Als er den letzten faßte, lagen auch die vorderen vier schon unter den Rädern. Nur der Arbeiter Hennann Thiele, kam mit leichten Quetsch- und Schnittwunden davon, daß er, nachdem er einen Verband er- halten hatte, nach Hause gehen konnte._ Zwei seiner Unglücksgefährten, wurden auf der Stellegetötet. Dem einen wurden beide Beine und ein Arm abgefahren. Dem andern wurde, abgesehen von anderen schweren Verletzu«gcn am ganzen Körper, der halbe Kopf abgedrückt. Die Leichen wurden von der Feuerwehr nach dem Schauhause gebracht. Ein dritter Man» wurde mit einem Wagen der Hochbahn nach der RLttungeivache in der Kronenstrqße gebracht. Von dort sollte er der Eharitö zugeführt werden. Er st a r b jedoch schon unterwegs, und auch seine Leiche wurde im Schauhause unter- gebracht. Ein Schwerverletzter, der mit dem Leben davon kam, liegt im Krankenhause am Urban. Die Namen der Toten sind: M. H i r g st, H. I o n a s und Oskar I o h n k e. Wen die Schuld trifft, ob dem Führer des Zuges oder die Verunglückten selbst, be- darf noch der Aufklärung. TaS Unglück halte eine Betriebsstörung zur Folge, die erst nach einer Stunde wieder gehoben war. Schöncberg. Lebensmittel. Bis zum 25. findet Voranmeldung statt für i/z Pfund K u n st h o n i g oder Marmelade auf Ab- schnitt 35 sowie 100 Gramm Weizengrieß und 100 Gramm Teigwaren auf Abschnitt 40 der Groß-Berliner Lebensmittel- karte. Ausgegeben werden in der nächsten Woche 200 Gramm Suppen aus Abschnitt 38 und 300 Gramm Graupen aus Ab- schnitt 39 der Groß-Berliner Lebensmittelkarte. 2 Pfund Ein- machezucker oder 3 Pfund Kunsthonig können noch bis zum 25. bezogen werden._ Britz. Lebensmittel. In dieser Woche gelangen in der Ver- kanfsstelle der Gemeinde zur Abgabe ans Abschnitt 33 der Berliner Löbensmittelkavte: 250 Gramm Morgentvank oder 200 Gramm Suppen je Person. Auf Abschnitt 37: 300 Gramm Graupen oder Grütze je Person. Auf Abschnitt 68 der Berkin-Britzer Lebens- mittelkarte und gegen Vorlage der Milchkarte für Kinder im 1., 2., 3. und 4. Lebensjahre: 1 Pfund Kindergcrstenmehl oder 1 Pfund Hafernährmittel. Auf Abschnitt 69 und gegen Vorlage der Milch- karte für Kinder im 1. Lebensjahre: 1 Pftind reiner Malzextrakt. Auf Abschnitt 70: 10 Stück Boullionwürfel je Haushalt. Aus Abschnitt 2 der Eierkarte: 1 Ei je Person, soweit Vorrat. Auf Abschnitt 71: Sonderzuteiluug. Ferner werden abgegeben: Lor- becrhlätter gemischte Pilze, Klippfische, Flcischextrakt usw. Grsß-Serliner paeteinachnchten. 4. Kreis. Heute abend um 8 Uhr findet bei Rowottnick, Langestr. 30(gletch an der Andrcasstraße) die Generalver- sammlung unseres Kreises statt. Unsere Mitglieder werden hiermit ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. TeltoW-Beeskow-Charlottrnburg. In unserem Bericht über die Generalversammlung schreibt uns Genosse Schmidt-Eöpenick: Ich muß bei meinen Ausführungen zwecks Vermeidung von irrtüm- lichen Auffassungen einige Bemerkungen machen. In dem Artikel zur sozialistischen Agrarpolilik bat in Nr. 186 der„Chemnitzer V o I k s st i m m e' vom 15. 6. 18 der Genosse K r a n o l d be- hauptet, fünf bis sechs Millionen ländlicher Arbeitskräfte ftien nun schon vier Jahre durch Einberufung der landwirtschaftlickeii Produklion entzogen. Ich stelle demgegenüber folgendes fest: Die Gesamtbevölkerung in der Landwirtschaft, einschließlick Forstwirtschaft, Gärtnerei und Tierzucht, betrug bei der letzten Zählung vor dem Kriege im Jahre 1907: 17 681 176, darunter 8 295196 männliche Personen. Die Zahl der Erwerbe- tätigen im Hauptberuf betrug 1907: 9 883 257, darunter 5 284 271 Männer. Von diesen 5 284 271 männlichen Erwerbstätigen waren 1907 i in Alter von 16— 50 Jahren: 3 431523. Diese Gegenüberstellung dürfte genügen. Es handelt sich also nicht bloS um Arbeiter, sondern um alle Arbeitskräfte der laudwirttchastlichen Bevölkerung, wie eS ja au Genosse Kranold verstanden hat. Ferner unr die Zahlen der Berufs- statistik von 1907 nicht aus dem Jahre 1013, obwohl in dieser Zwischenzeit jedenfalls eine weitere Abnahme der landioirtschastlichen Bevölkerung erfolgt ist._ Ms aller Welt. Schneefall in Buenos Aires. BaenoS Aires, 24. Juni.(Havas.) In Buenos Aires und an Vielen anderen Orten, wo bisher niemals Schnee gefallen ist. schneit es. Der Schnee fällt seit Beginn des Nachmittags unaufhörlich auf die Stadt hernieder, ein außergewöhnliche? Schauspiel, denn es ist das erste Mal, daß man weiße Dächer und Bäume sieht. Auch aus Rosario und anderen Städten werden reichliche Schneefälle gemeldet. Jugenüveranftaltungen. Pronzlancr Borstadt. Morgen Mittwoch bei Eichborn, Danzlger Straße 13: Vor! rag des Genossen Weber über unseren Verein. Psickt eines jeden ist es, pünktlich zu ericheinen, Wasscrftaiidsnachricht rn der Landcsanstalt für Gewässerkunde, _ mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau, « a s s e r st a n d am Memel Tilsit Prcgcl Jnsterburg Weichsel Schorn Oder Ralibor . K rossen , Frankfurt Warthe Schrimm „ LandSberg Rette Vordem»! Elbe Leitmeritz , Dresden , Barby Magdeburg 22. cm 97 —45 — 4 106 22 22 —28 —41 — 55 —95 —214 —5 23. cm ZLetterauSsichten für das iittwoch mittag. Vielfach trübe und sehr veränderlich mit wiedcrhc im Norden, besonders an der Küste, vielfach stärkecrn, im Süden ringeren Regensällen. «e- Dentschcn Theater. Mit Hai Pailenliarg hento, Mittw., Donnerstag 8 Uhr: mbikoff. Freiing, Sonnab.. Sonntag; i'iimilie Schümefe. JMontag: ESibäkofi". Eäsinssiierapiele. A•;•:*;•■nl'ioh 7"/, Uhr: I;:::oznito.(Operette.) Voli..iiüijne,7h.a. SSIowpl. A1.■■ bomllinh 71/, Uhr: tieneral Yorcfe. Tösaler desWestens AIlnbendHoh T'/j Uhr:, L::pö!ilin0 Konstantin m > iie Tänzerin. TiiBater'i Könlggrätzerstr. S Uhr: JJJc Sehwestern und der Fremde. Komödienhaus 8 Uhr: ßie JBarln. BerlinerTheater 715U.: ESlitiiblane» IJIiit. Katlonal-Theater M: Ii r.is tiarewes. Lacherfolg! 31 iO 0 Miinscheii Rose-Theater. ZÄAÄes� '"nT.fonSüSitc: Aha! Was Neues! Vi! LlFraiiltliirtefilleeail. j:e künstlet. Gartenbühno Täglich 7b- Uhr: Wer.große Erfolg! r las man aus Siebe WM Sonntag 4 Uhr: Bunto Buhne. Siir Pnlff-Si JfaftatitcnaHee 7— 9. Täglich 5 Uhr in vollständig ncner Bearbeitung: sMnanMR. ->. ojzc Possen-Revue inäBiidern Dazu äio grcLarL SperialiiSIen Irianoa-Ikester ' i. Frlcdpichstr. Ztr. 4927, 2391 I. Zum 298. Male: öcr �feensschüler. .' aiser-Titz, Bildt, Fünk. So;.' ib. nachm.'/a�U. kl.Pr.: SicJjncewSttcIien. Sonntag 4 Uhr: Johannisfeuer. T::{er iisr FfieMstadt Ecko Friedrich- u. Linienstr. Täglich 79/4 Uhr: m y.v erste tzeige. Sonnt, nachm. 3!/> hleine Pr.: «Jgigend._ 8 ! Üsidistiailen- Theater.| Allnbondüch Tl, Uhr: P jiettiner Sängei.! Heichshallen-Saoll'/jü.: j GrcSes Biaihgan-Konzert. s zk.-■Tigi-JBiai-;'!. SchTveiaergarten Am iiönigstor Am TZriedrichSstat« 2!)— 3!!. ■ r jjtcr und schönster ülatuv« I Ion Berlind, lieber ölXX) Eitz- : ä:e. Saal sür 1000 Personen. T stich: Konzert, Theater, SpezialltKtenvorstellmig. Älusang Wochentags 1 Uhr. Sonntags 3 Ubc. : Admlralspaiast. AioPrinzessia von Tragant j Saida!) Deutscha T5nze 4 7-. Uhr. 2. N. I. 5. 6; V�ng--— Siyarelieü 1C00 I E 83 M.* i| 1C00 I P 180„ o. M. 1000 I V 185. m.Gold Versand gegen Nachnahme oder Vorherein- I sondung nur sortiert zu glolchou Teilen. Auch von 100 Stück an. Nur an Verbraucher i und Gastwirte. i Fredy, CigareUen- Vertrieb Norden, Berlin N 54, •I5rajanen«traße 17. Fernruf Norden 2343. MJ7- Geöffnet ununterbrochen von VsO— 6 Uhr. IvmW' llelileidiiiia! lt!r Damer» und MKddien. Siels v/ohlausgestattete moderne Lager. DsKarWoIiburgj Brnnnenstr« 56ii.5y| CegrfliMSet 1896. 1 Theater ffir Dienstag, 28. Jaul. Centrai-Theater 7v. Uhr-, Bis CsanlasWiL Oentsches Opernhaas 7 uhr: Zar litisj Ziiiiiiienapii Prledrich-Wllfaelmst, Theater TV-Uhr: B.Ä MiMI'iW. Kleines Theater 8 U.: Aristld und seine Fehler. Bassermann. Metropol-Theater ühr: Die Hose von StanM Neues Opersttenhoos u/.uhr�erSßläatilerMarie. Komlaehe Oper T'lou.: SetiwaJTwalMel. Eastsplelhans 7>/, Uhr: DteblßnienNüilejsi.Linilenbel Residenj�Theoter u'; FlimmerkläFeheo Schiller-Theater O u/. uhr: Ult-Heiiieüierg. Schiller Th. Charl. 7',. uhr: Der Leiballe, Thalia-Theater t�IntertlerlilEnileiiljBile Theater am Nollendorfplatz 7'/, Uhr: 99 HI AS" Täglich 71/, Uhr abends Morgen Mittwoch,'nachmittags 3'/- Uhr FamJSIcn- Und Schülep-Vorstcllnag zu kleinen Preisen Walhalla'™� A WER! HEIM Neuanferiigung von Damen-, Herren- and Kinder-Kleidung von Damen-, Herren- und Kinder-Wäsche aus zugegebenem Material in eigenen Werkstätten Umarbeitung� von Damen-, Herren-, Kinder- Kleidung und Wäsche aus zugegebenem Material. Wenden von Herren-Kleidung. Umarbeitung in kleinere Größen Preise für Wäsche-Umarbeitungen aas 1 Damenhemd: 1 Kinder- hoschen mit Lanzetten... von M, 2.23 aus 1 Damenhemd: 1 Knabenhemd mit karten Aermeln. von M. 2.30 aas 1 Herrenhemd: 1 Knabenhemd mit langen Aermeln. von M. 2.75 aas 1 Damenhemd: 1 Madchenhemd mit Langetten.... von M. 2.85 aus 2 Herrenhemden: 1 Herrenhemd............. von M, aus 2 Damenhemden: 1 Damenhemd mit Stickerei..... von M. aas 1 Damenhemd: 1 Unter iaille von M. aus 1 Damenhemd: 1 Damen- 3.00 6.25 6.25 Beinkleid mit Stickerei.. von M. 6.25 Wiederherstellung von Trikotagen und Strümpfen OOS zugegebenem Material. I aus 3 Strümpfen 2, ans 2 Soden eine, Paar 75 Pf., C. r- t t i tj,» anf Spezialmaschine, keine Nähmaschinenarbeit, UrSUtZ JUr tials- U. netne�pr lesen| für Halbschuhe geeignet Paar ISO Die Gegenstände müssen gemasehen und geplättet sein. Annahme zum Umfärben von Kleidungsstücken, Decken, Stoffen, Bändern, Spitzen usw. =3 Geöffnet 10-7 Eintritt 1 M., Tonntags bis 3 Ufjr n. Montags 2 M. Im KiinstlerHanse. BeNevnestrafse 3 mim«mch o. Botltßgsflüeao, Dr. Barouesse D. Wrangel-Reval: Estlands BodenIchäHe. Prof. Dr. G. Schneider-Reval: Der Fischrelchluni des baltische» Gebiets(mit Lichtbildern). Numerierter Plach SM.,«»numerierter Platz 1 M. Elnlriliskarlen zu Haben bei Jnvalidendank, tl. Weitbeim. au der tlusstellungskasse n. abends an der Kasse im Künstlerhause. Beginn der Boriräge 8 Uhr abends. Im �irkus-Busch-Gedäudo. Gastspiel ab Sonnabend, 29. Juni, abends 7'/, Uhr. SARRASANI 500 Personen X Uas Sarrasani-Ballott X Massen- 1 chöre X Tnrmseilläufer X Turner an 20 Meter hohen Masten und um schwebenden Bambus X Matrosenfesto X Explodierende Werft X U-Boote Zeppeline über London X Die Bavalong-Tragödio Auto und Schnellzug im Wettlauf X Das Riesen- fest der deutschen Orden. Alles in allem: Das Massenmanegeschaustück I T0RPED0~L0SS Im Zirkus-Busch-Gebäude. Ab Sonnabend. 29. Juni, abends?'/, Uhr. [292/17 Bir* Kluge"WU Handwerker bereiten sich vor für den neuen gewerblichen Aufschwung, erhöhen jetzt ihre Kenntnisse und Fertigkeiten und sichern sich damit eine gute Exlstena oder gifinasendo Stellung. Verlangen Sie von mir so- fortmnsonst einen llln- strlcrten Katalog über anerkannt gute, erprobte und lehrreiche Fachbücher, die Sie in Ihrem Berufe fördern und vorwärtsbringen. BESp-Für jedes Handwerk. An Militär nur gegen Ein- Sendung von 25 Pfg. für Porfo, da Versand als Feldpost nicht zulässig, liemi genau angeben. Carl llerm. Endtrig, Breslau S3./147.* H. Pfau, Bamlanisl �"""DiFekseiistF.SO zwisch. Babnb. Aleranderplav u Pelizeivräsid.— Ami Kst. 3208 Für Oamen Frauen-Bedienung. Liejerani jür aKcfttaufcuf ajj. Spezialarzt Dr. med. Kochen für- Geschlechtskrankheiten, Haut-, Harn-, Frauenleiden, nervös. Schwäche, Eain- k ranke Behandlung schnell, sicher u, schmerzlos ohne Berufsstörung in Dr. Honieyerdk Co. konz.Labor. f Blutunters., Fäden im Harn usw. FrieMtlistr.il, Cpi; SäniösWISUsSr Spr. 10-1 u 5-8, Sonnt. 10-1. Honorar mäßig, a. Teilzahl. Separates Damenzimmer. DniMn MMeitet-Ueciiiind. Verwaltungsstelle Berlin. K 51, Sinienstrotze 83—83. Geschäftszeit von 9— 1 tlbr und von 4—7 Uhr. Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. D» n n e r S t a g, dt» 27. Juni 1918, abends 7 Uhr: Versammlung der Metalldrücker Gros;- Berlins im GrwerkschaftshanS, Engelufer 15, Saal 1. Tagesordnung: 1. Bericht über unsere Lohnbewegung. 2. Disfusfion. 3. Verschiedenes. Zahlreiches und PünftlicheS Erscheinen wird erwartet. aeullcher i frsnipoHsi-delUrverdsnl ] Bezirfsverwalt. Groh-Berlin Den Mitgliedern zur Nach- !'. ich!, dafj unser Kollege, der j Rollfuischer (iuslav EnZel «ch'-n-i RihrleskrviiÄ Stlfn. Donnerstag, den 27. Juni 1918, abends 8 Nhr: Msmelse brMAi'MWÄmg im Gewerkschaftshaus, Engelnfer 1», Saal 1.1 Tagesordnung: 1. Bericht der Schlichtungskommission. 2. Verbands- u. Branchenaugelegenheiten. 3. Verschiedenes. � mf Kollegen, agitiert für diese wichtige Versammlung zum Wohle unserer Branche. Beginn pünktlich 8 Uhr. Donnerstag, den 27. Jnni 1918, abend? 8 Nhr, Sraneken-Versammlung der Clektromonteure u. k)elFer GroK-Kerlms tStST im Lokal von K l e m e n t, Sophienstr. v.~VfZ Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstagsabgeordneien(1 S ck e I über: »Das Ardeitskammergesett.- 2. Diskussion. 3. Verbands- und Branchenangelegenheiien. vAg" Zahlreiche» und pünlilicheS Erscheinen ist unbedingt erforderlich.' 114/3 Bis Dz»t»verwaltnng. am 23. Juni im Aller von vi Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 2V. Juni, nachmittags 31/, Uhr, von der steichenhalle des jiriedens- ilirchbojes, Nordend. Blan- fenselder Straße, aus statt. Ferner starb unser Kollege, der Industriearbeiter Herrn. Ruppert am 22. Juu! im Alter von 00 Jahren. 62/8 Die Beerdigung findet am Mittwoch, den'20. Juni, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Pauls- kirchhoseS, Piötzensee, Dohna- gestell, auS stall. C?hrc ihrem Andenken! Um rege Beteiligung er- sucht vis Bezirksverwaltung Allen Freunden, er. wandten und Betanidie traurige Nachricht, derin lieber Mann, unserter Vater kuLta? fvngltli am 22. d. M.. 1 Ost Hr. plötzlich und unenvarer- schieden ist. DieSgeu tiesbetrübt an ILA Marie Jungdi nebst Kiuderr Die Beerdigung so am Mittwoch, den 2Sini, nachmittags 3st, Uvon der Leicheiiballe ddar- lus-Kirchhoses, Hohön- Hausen, aus statt. ctas unfehWqcz i in Dörpen-, Cebensmittet-. Obst-unä Semustiumdlanja erttaUhth Tflaega-SeseUschaft m.b.Q., Berlin- Zzmpelhof gpszialarzt Dr. med. Reinhardl, PatsjaaEB!r.ll?"il',i';,» Sydhilis. Harn-, Frauenleiden, Bluluntersuchungon.Siiobcnrfleä, erfolgreichst. Heilversabren. Teilz. Siebe43Seit.stark.BroIch.0,00M., nach außerhalb verschlossen 1 M vor der Ehe Hticcnil 0 von der Ehe Bli/ilCi!. Von R. Gerling.— 81. Tausend. Das Erwachen der Liebe und Wesen der Ehe.— Abstammung und Ver- erb im g.— Di© Entetehimg des Menschen.— Das Vorleben.— Die Vergangenheit dos Mädchens,— Geschlechtskrankheiten.— Folgen in der Ehe.— Erziehung zur Ehe.— Wie soll die Frau beschaffen sein?— Wie lernt man das Mädchen kennen?— Brautnacht und Flitterwochen.— Das Benehmen des jungen Gatten.— Kindersegen.— Vertrauliche»Vorte. Wiener Montagszeitung-: Gerling hat es meisterhaft verstanden, den Ton zu finden, der zum Herzen geht Freimütig und offen, wie im vertraulichen Zwiegespräch spricht der Mann zum Manne. Dank für alle die Lehren, die Sie in ihrem trefflichen Buche in so hingebender und idealer Weise ausgesprochen haben. In den meisten Punkten habe ich erst durch Ihre lichtvollen Ausführungen Klarheit gewonnen. C. B., Lehrer.— Preis 2.60 M., Porto 20 Pf. OFania-YeFlag, OFanienborg bei BeFlin 92. Zcntral-Vcrband der Zimmerer Beutfdjlands. Zahlstelle Berlin und Umgegend, Bezirk 5. Den Berussgenossen zur Nachricht, dag unser lang- jähriges Mitglleb Molt Strobach am 19. b. M. bei der Arbeit tödlich Verunglückt ist Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 26. Juni, nachmittags 4st, Ilbr, aus dem neuen Jakobi-Kirch- hos in Neutölln, Hermann- st: atze, aus statt. Um rege Beleissgung er- sucht 254/3 Der Vorstand. Allen Verwandten und Lefannten die traurige Nach- richt, datz meine iiebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und(»rotz- niutter 2ö26b �gnes Jaunich am Sonnabend nach langem, schwerem Leiden ent- schlafen ist. Im Namen aller Hinter- bliebenen JuliuS Jaunich. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 27. Juni, nachmittags 5 Uhr, von der Halle des neuen Jakobi- Kirchboses in der Hermann- ftratze auS statt WMMk M- W-SmssMI c. W. m. b. H Mittwoch trifft ciiggon . frische• Mohmd ein. 5 Piund M. U Verteilnngsfen j sind geöffnet tiiglic— 13 und 4—7, 2o»ntag-l0. :(Slfaffcr 2tr.78(Cctcrftr.), ! Pantstr. 49(Nahe Batze), Buchstraste»(deim how- tnanfenbaus), Wiihetmshavener j 79 (Moabit). Kopenhagener Tt> 4 (Schönhauser Allee), Petersburger Ttrc 4a (Frantsurier Allee), Boxhageuer �tr. Dtähe Warschauer Straße,, Kottbuicr Ttrastc ILähe Hochbahn), Kuriürsicustrasie l4Lähe Potsdamer Straße), Wilmersdorf: WexG8, am Ringbabnhos, Chariotienburg: Bleen- ftraiie 1(Bbs. Saoigatzl, jinovelsdorffftr. SQäye E ofi bie-Ebarlotlc-PIa, Neukölln:«aifcr-Frich- Strafte I-V Neue Mitglieder im noch ausgenommen wcrdeur Teldstverbraucher. Zen- haudci ansgeschiossen.'.res in den VerteiliingSen während obiger Geschäslsien und im Verwaltungstau der Norddeutschen tg sc- bau< tScnossenichaft, rg. strafte 37,111. Stock, Zju 70 (b. Zirkus Busch), tägl o.-7. Zahngebisi, Platin, Gr. 7,00, Ku, Ringe. Besteche kau Cr»» tVagnei itaijerjtr. 18 I(Alexandetz). Nr. 172— 1918 Unterhaltungsblatt des vorwärts Vieastag, 25. �uoi VeuLfthlanös älteste Lokomotive. Der Berliner Dampfwagen. «Das Mittelalter der MensZhheitZgeschichle reicht bis in das erste Drittel des vorigen Jahrhunderts. Erst mit dem Jahre 1830 beginnt die Neuzeit. Damals fand die Eröffnung der ersten grasten Eiienbahnstrecke statt, die für den öffentlichen Verlehr bestimmt war.* Mir diesen Worten leitet Arrur Fürst ein umfangreiches Werk ein, das sich unter dem Titel.Die Welt auf Schienen* mit der Technik der Eisenbahn befastt. Das(bei Albert Langen« München) soeben erschienene, ungemein reich und anschaulich illustrierte Buch, in dem jede Einzelheit der Schilderung unter dem Eindruck der Be- wunderimg und Freude des Autors gegenüber der Eisenbahn als eine herrsche Schöpfung des MenschengeisteS steht, ist kein Kom- pendium für Fachleute noch ein Handbuch für angehende Eisenbahn- ingenieure; es ist für den Laien bestimmt, dem in farbiger und anziehender Schilderung eine unterhaltende, gleichzeitig aber er- schövfcnde Darstellung der Eisenbahntechnik damit gegeben wird. lind neben der technischen Darstellung, die stets kesselnd ist, geht eine Schilderung der Geschichte des Eisenbahnwesens von seinen allerersten Ansängen bis auf den heutigen Tag einher. Angesichts der beflügelten Eile, mit der das Dampfrost sich die ganze Erde erobert, in der die Eisenbahn das Leben unserer Zeit geradezu revolutioniert hat, vergessen wir nur zu leicht, dah noch nicht einmal ein Jahrhunderr verstrichen ist, seit zwischen Stockton und Darlington im Jahre 1825 der erste Eisenbahnzinj lief. Und in Preutzen find seit der Inbetriebnahme der ersten Estenbahn von Berlin nach Potsdam gar erst acht Jahrzehnte verstrichen, nachdem am 7. Dezember 1835 mit der Eröffnung der Ludwigs-Eisenbahn zwischen Nürnberg und Furth die überhaupt erste Eisenbahnstrecke aus deutschem Boden dem Betrieb übergeben worden war. Aber diese Ludwigs« Eisenbahn ist bis zum heutigen Tage eine vereinsamte kleine Slrccke geblieben. Dagegen wurde die Teilstrecke Zehlendorf— Potsdam, die am 22. September 1838 eröffnet wurde, die Anfangslinie deS gewaltigen preustischen Eisenbahnnetzes, das heute das technisch fortgeschrittenste und gröstte einheitlich betriebene Bahnsystem der Erde darstellt. AIS Zugmittel für diese erste preustffche Bahnlinie, die im kommenden Herbst ihr 80jäbrigeS Jubiläum feiern kann, waren sechs ans Newcastle be- zogen«.Dampfwagen bester Qualität* und 45 Pferde vorhanden. Denn es war eine Eigenart der ersten Eisenbahnen, dast sie zum Teil noch mit Pferden betrieben wurden. Die ältesten Lokomotiven waren eben noch nicht zuverlässig genug, und von der Jahrtausende allen Fortbewegungsart der Landfahrzeuge glaubte sich die Mensch- beir zunächst noch nicht völlig freimachen zu dürfen. Wie die Maschinen der Berlin-Potsdamer Bahn, so war auch.Der A dlei*. die Lokomotive der ersten deutschen Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth, englisches Erzeugnis und in Stcphensons Lokomotivfabrik' in Newcastle erbaut. Erst später ging man daran, auch in Deutsch- land Lokomotiven zu konstruieren; freilich lief die allererste Lokomotive auf deutschem Boden bereits zwanzig Jahre vor der Errichtung der ersten Eisenbahnlinie, und sie war überdies kein englisches, sondern ein deuischeS Erzeugnis, ein Berliner Kind. Nie- nials hat sie allerdings einen Zug in Bewegung gesetzt. Bald nach den ersten Versuchen mil Dampstlokomoliven auf Schienen, Ver- suchen, die sehr lebhaftes Auftehen erregt hatten, sandte die vreustische Bergbauverwaltung zwei Beamte. Eckardt und den In- spektor der Berliner Eisengießerei Friedrich Krfgar nach England, wo sie sich die Anwendung der Dampfkrast für den Verkehr an- schauen sollten. Sie führten ihren Auftrag so gründlich aus, daß Krigar nach seiner Rückkehr mit dem Bau einer Lokomotive beauf- lragt werden konnte, die auf der Königshütte in Oberschlesien zum Kohlenschleppen verwendet werden sollte. Anfang Juni 1816 war das technische Wundertier fertig und begannen in Berlin Probe- und Schaufahrten. Nach Augabe von Feldhaus meldeten die.Berliner Nachrichten* vom 16. Juni, daß der.Dampfwagen* täglich vormittags von S bis 12 Uhr und nach« mittags von 3 bis 8 Ühr gegen ein Eintrittsgeld von 4 Groschen vorgeführt würde. Am S, Juli berichtete die.Voff. Ztg.*:«In der Eisengießerei ist auch seit einiger Zeit der neu erfundene Dampf- wagen zu sehen, der sich in eigenem Gleise ohne Pferde und mit eigener Kraft dergestalt fortbewegt, daß er eine angehängte Last von 60 Ztr. zu ziehen imstande ist.* Die Fahrten geschahen hier auf einer Rnndbahn, und man kann sich wohl denken, welch ein Erstaunen daS fauchende und feuerspeiende Gebilde bei den Berlinern hervorgerufen hat. Es waren die einzigen glorreichen Tage dieser ersten deutschen Lokomottve. Denn als sie in Schlesien anlangte, stellte sich heraus, daß die Spurweile der Räder nicht zu den Gleisen in der Königs- Hütte paßte. Man konnte die Maschine also nicht in Betrieb nehmen. Alsbald ist sie verschollen. Infolge des eigenen Unsterns, der über dieser Lokomottve ichwebte, wäre uns auch beinahe jede Kunde Über ihre äußere Gestalt verloren gegangen. Glücklicherweise hatte die Eisengießerei die schöne Sitte eingeführt, am Neujahrstage höchst eigenarttge und sehr haftbare Glückwunschkarten aus Eisen aus- zugeben, die in erhabener Arbeit die Bilder der wichtigsten Er- zeugnifse aus dem abgelaufenen Fahre zeigten. Auf der Gußkarte von 1816 hat ganz links unten unsere kurzlebige Lokomottve eine dauerhafte Wiedergabe gefunden. Die Lokomotive war eine getreue Nachbildung von Blenkiniops Zahnradlokomottve für ebene Strecken, die in ihrer Art eine Verirrung des LokomotivbaueS darstellte; denn man hatte in England geglaubt, die Adhäsion der Räder auf den Schienen sei für die Erzielung der Fortbewegung ungenügend. In England begann man aber schon im Fahre 1813 zur glätten Schiene zurückzukehren, und George Stephenson war es schließlich befchieden, die erste praktisch brauchbare Lokomottve zu erbauen, die Stammutter der Hunderttausende von Lokomotiven, die heute rast- los über den Erdball hinsausen. Sucheckern-Suchöl! Vom Harze wird uns geschrieben: In diesem Jahre ist eine sehr reiche Bucheckernernte zu erwarten. Die Buchwakdungen tragen hier überall so viel, daß die Zweige niederhängen. Vollmast l Auch der Frost in den letzten Wochen scheint nicht geschadet zu haben. Wer wird in diesem Jahre die schönen Früchte ernten? Im Lexikon ist zu lesen, daß in einem Zentner Bucheckern 17 Pfund Oel stecken. Em hier wohnender Oelmüller sagt: gutes Buchöl ist gleich Mohnöl oder guter Butter. AlS ich im Jahre 1865 oder 1866 als ISjähriger Junge auS« gerückt war, bewaffnet mtt Federfitiig, Besen, Erbsensiebe und Trag- korb, da brachte ich abends mehr als einen Himpen Bucheckern nach Haute und hatte einen Taler verdient. Der Förster im Nachbar- dorfe kaufte sie zu Saatzwecken für Waldgärten. In einem Tage einen ganzen Talerl Meine Mutter mutzte für 75 Pf. den ganzen Tag Stuben und Kartoffeln ausroden. Ohne Esien natürlich. Ich war der einzige aus unserm Dorfe, der Buch sammelte und zwar sehr fleißig. Trank morgen? zu Hause Kaffee, nahm ein Halb Pftmd Wurst. Speck oder Schinken für den Tag mit ins Holz. Abends gab es dann zu Hause warmes Esten. Also Hungern brauchte man damals noch nicht. Aber die Arbeit wurde mit jedem Tag« schwerer, denn es fielen immer mehr Blätter von den Bäumen herunter, und dazwischen lagen die Bucheckern zer- streut. .Doch der Mensch fragt stets: Warum, Wenn er sieht, daß etwas dumm.' Eines Tages nahm ich ein Bettlaken mit, breitete es unter' einem Baume aus, stteg rauf, schüttelte und klopfte auf die Zweige. Aber die neue Methode erwies sich als nicht rentabel. Das Buch saß zu fest in Kapseln.--— Endlich war meine Mutter mit der Landarbeit fertig, und sie half mir fegen und sieben. EineS TageS schien es mir, alS ob jetzt mehr runter gefallen wäre. Den Tag darauf nahmen wir ein sehr' großes Laken und einen Wollsack mit. Es war kalt geworden, es hatte gereift. Im Nu war ich oben in der Buche, ttampte und schüttelte und daS Buch rasielte dick berunier. Auf dem Tuche lagen 8— 10 Pfund reine schöne Ware, nebenbei im Laube lag noch viel mehr, daS ließen wir aber ruhig liegen. Noch drei oder vier Bäume schüttelten wir, und dann trabten wir beide beladen nach Hause und hatten nun zwei Jahre lang Buchöl. Kartoffel« puffer mft Buchöl. Prilleken, Eierkuchen, WeihnachtSluchen, alles wurde mtt Buchöl bereitet; da konnte» die großen Bauern nicht mitkommen. Was hat also daS arbeitende Volk auf dem Sand« st» diesem Herbst zu tun? ES sollte GeuossenschastS-Kolonnen bilden, gesalbt mit einem Tropfen sozialisttschen OelS, von 10—12 Männern und Frauen. Man besorg« sich möglichst große Planlaken sowie eine einfache KornreiniaungSmaschine mit Handbetrieb und gehe in den Wald, wenn die Ernte reif ist. DaS meiste Buch, das vorher her- unterfällt, hat Wurmfraß. Dies können wir alle ohne Ausnahme der konservativen Partei überlassen, mögen sie drei oder zehnfach Lesung veranstalten.— Im Walde klettern ei» oder zwei Mann auf den Baum, eine andere Gruppe hält das Laken wie ein Sprung- tuch. Fetzt heißt es: schütteln und mft dem Fuß auf die Zweige treten. Feste! Und noch einmal, und so immer hoher bis in die Spitze.— Dann kommt es aber, wie aus den Knopflöchern.* Während der eine Mann runter steigt, kletert der zweite schon in den nächsten Baum usw. Ein paar Männer oder Frauen be- dienen die Reinigungsmaschine, die man sich für Geld und gule Worte von einem Landwirt mieten kann. Sonst muß man werfcln. Wie sagt Goethe: .Ein solch Gewimmel mochi' ich seh'n, mit freiem Volk bei Mutterbuchen steh'».* Oder der Franzose Dupont: .Oel tut uns not, Oel muß man haben, Wie Luft und Wasser tut es not. Wir sind des alten Herrgotts Raben, Weil wir ja keine Butter haben.* Die Münchener lllofe-Voche. Die Münchener Komponisten kommen in die Wochen. Natürlich nur die ohnehin»gestelllen*, die solche Ehrungen kaum mehr nötig haben wie Pfitzner, dem ein fanatischer Freundeskreis im Vorjahr eine Pfitzner-Woche bereitete, wie der 55sährige Friedrich Klose, im Nebenamt Konirapunkt-Lehrer an der Akademie der Tonkunst, dem eine München« Tageszeitung eine musikalische Ehrenwoche arrangierte. Der Ucberblick über daS wenige quantitativ wie inhaltlich reiche Tonschaffen des ganz auf Pathos, Ausdruck und seelische Charakteristik gestellten München« Meisters bewies, wie sein Weg allgemach von Wagner weg zu einer Art kosmischer Mystik sühn. Ehrkichkett, Schaffen au« innerem Schauen und Erleben. Grad« linigkeit des musikalischen FühlenS, echt deutsch« Idealismus, kühn« Wagemut im Erweitern deS FoimgebietS zeichnen Kloses Werke aus, von denen das musikalische Märchen.I Is ebi ll*, er nennt eS»dramatische Sinfonie' längst einen Ehrenplatz im Spielplan erster deutscher Bühnen hat. Es wurde in neuer verkürzter Bearbeitung im Prinzregenten-Theater glanzvoll aufgeführt: Die meisten Freunde erwarb sich Klose mtt seinem schöne», reichen Streichquartett in Ete-dur; Bewunderung vor dem hohen Flug der musikalischen Gedanken erregte die erste deutsche Auf- führung des abendfüllenden Chorwerks.DerSonne-Geist* nach einem mystischen Gedicht MombertS. Jntellekt-Romantik Dehmel- scher Prägung, nicht restlos von der Mufik aufgesogen, aber doch durch den Farbenreichtum des großen JnstrumentälapparateS, durch die Klangschönheit der Chöre starker Massenwirkung sicher. m, Notkzea. — Musikchron�k. DaS 8. Konzert de« K. S. Hosopern- orchesterS wird im Zirkus Busch wiederholt. Zur Aufführung gelangt der Kaisermarsch mit Chor von Wagner und die DL Sinfonie von Beethoven. Um auch weiteren Kreisen Gelegenheit zu geben, das berühmte Orchester zu hören, werden die Preise von 0,50— 10 M. festgesetzt. — Paq»! Schletrti�erS T h e a t e r w'kvkec» wird nach einer Mitteilung von Jul-mS tAiaZ im nächsten Dinier in einem Buch AusiwUck finden, das aus den wichtigsten Lexöffintlichilnaen des vsrstor&cneti TMytenmannes«tsomme-nyostevt wurde, scn Titel.T-rseßig Jcsiws Theatergeschichch— Ereignisse und Gestatten* haben und in S. Mfthers Verlag erscheinen soll: — Das Jubiläum eiuer Zeitschrift. Die im ver- lag von F. I. Weber in Leipzig«schemend«.Illustrierte Zeitung* begeht am 29. Juni das Jubiläum ihres 75 jährigen Bestehen«. Im Jahre 1842 wurde fie von dem Deutsch-Schweiz« Johann Jakob Weber im Zentrum des deutschen Buchhandels als erste deutsche illustrierte Wochenschrist begründet. — Est» neuer Don-vt Der Mitteleuvapäische Verband akademischer Jngenieurvereme hat in ein« Eingabe an den preußischcu Landtag für die technischen Hochschulen um das Recht der Doktorpro uwttou für Nationalökonomie wachgesucht. Die neuen Doktoren sollen.Doktor der Volkswirtschaft* oder so benannt werden.(uebrigenS kennt die Münchener Universität bevetts längst einen Dr. oec. publ. und Straßbuvg einen Dr. rer. pol.) 19] Loöz. Das gelobte Laaö. Roman von W. St. Reymout. .Moritz! Jetzt hast du genug gesoffen, gehen wir nach Hause, ein wichttges Geschäft,* flüsterte Karl. Er war znm Aeutzersten gebracht, weil Moritz, völlig betrunken, mtt dem Gesicht in den Händen, starr dasaß und auf alleS, was er hörte, immer nur wiederholte: „Ich bin Moritz Welt, Piotrkower 78, erster Stock! Scheren Sie sich zum Teufel.' „Herr Kohn, ich hätte ein kleine« Anliegen an Sie,' sagt- Vorowiecki. „Wieviel brauchen Sie!' Er schmatzte mtt der Zunge, schnalzte mit den Fmgern und zog schon seine Briestasche hervor. .Sie orientteren sich rasch!' Borowiecki lächelte. .Ich bin Leo Kohn! Wieviel?' „Moritz wird es Ihnen morgen sage«. Ich wollte mich nur vergewissern, danke.* „Mein ganzer Kredit, meine ganze Kasse stehen zu Ihrer Verfügung.* „Vielen Dank. Termin drei Monate, nicht länger.' „Wer red' von Termin? Unter Freunden so eine Kletnig- kctt. wie heißt?" .Vrkna' mir Sodawasser*, brummte Moritz. Als er es kym gebracht hatte, trank er es direkt a»S dem Stpyon. „Schübe, sag' doch die Wahrheit, was kost dich deine Pcvi?" flüsterte jemand hinter Karls Rücken. .�Teuere Ware, wenn du's jetzt kaufen willst." "Werde die Versteigerung abwarten. Aber sag' doch. was kostet dich das? Weißt, in Lodz spricht man von tausend Rubel monatlich." „Vielleicht tausend, vielleicht fünf,— weiß nicht." „Zahlst du nicht?" „Freilich zahll ich. klobig zahT ich— mit Wechseln. Die Wohnung ist mit'nsm Wechsel bezahlt, die Möbel mit stiem Wechsel, die Modistin mtt'nem Wechsel,— alles mit Wechsel. Wie soll ich wissen, was das zusammen ausmacht? Ich wcrd es erst wissen, wenn ich so weit bin und sehen werde, was mcm für hundert nehmen wird. Jetzt weiß ich nichts." „Weißt, das ist genial!" „Hören Sie, Herr Kohn, was man da hinter uns spricht?" ,�zch höre, ich höre. DaS ist eine große Lumpigkett, aber iS' gescheit, aj, aj, wie gescheit!" „Soll ich nach Hause fahren?" stagte Moritz. .Sofort, ein sefff dringliches Geschäft." „Wenn'S ein Geschäft ist, dann bw ich fast nüchter«. SoS Y' Karl ging hinaus, Moritz am Arm führend. Jener wackekte auf den Bewen und konnte das Gleichgewicht absolut nicht wiederfinden. Durch die offene Tür strömte Gesang und Geschrei her» auS wie eine Welle, ergoß sich in den stillen, dunklen Hof und zerschellte in nächtlicher Ferne. Die Morgendämmerung zog scho« wer Lobz heraus. Ein schöner Tag kündigte sich an. Moritz atmete aus voller Brust die kühl« Lust ei« und kam immer mehr zu sich. .Ich kann mich nicht entsinnen, weißt Du, daß ich mich je so betrunken hätte.' „Du trinkst Tee mit Zitrone, dann wirst Du gleich nüchtern. Eine NÄberraschung habe ich für Dich, Du wirst Dich gleich aus lauter Freude wieder betrinken wollen.' .Na, da bin ich aber neugierig.' Ohne Matthias, der auf den Knien vor dem Ofen schlief, zu wecken, goß Karl Wasser in den Samowar und zündete das GaS an. Moritz ernüchterte sich sehr radikal. Er schüttete sich kaltes Wasser über den Kopf, wusch sich und trank ein Glas Tee nach dem anderen. „Na, ich bin fettig. Zum Teufel, wie'S mich friert." „Max," schrie Borowiecki. unterdessen Baum aus allen Kräften schüttelnd; aber jener rühtte sich nicht. „Da Hilst nichts. Wie ein Dachs schläft er. Uedttgens habe ich es so eilig, daß ich nicht länger warten kann. Lies die Depesche aufmerksam, Moritz. Die Adresse darfft du nicht ansehen," bat er sich aus, ihm das Telegramm herüber- reichend. „Ja, ich verstehe aber gar nichts— es ist ja chiffriett.' .Richtig, ich lese es Dir gleich vor.' Und er begann langsam und mit Nachdruck zu lesen, Ziffern und Daten be- fonders betonend. Moritz wurde ganz nüchtern. Bei dem ersten Wort sprang er vom Stuhl auf und verschlang den Inhalt des Telegramms mtt den Augen und seiner ganzen Person. ZW Karl fertig war und triumphierend zu ihm aufschaute, stand Moritz regungslos da, schon ganz in das Geschäft vertieft. Ein paarmal versuchte er, den Kneifer, der absolut nicht sitzen wollte, auf seiner Nase festzuklemmen, lächelte so süß. als ob er einv Geliebte vor sich hätte, zertte nervös an seinem schönen Bart und sagte endlich ssivrkch: »Weißt Du, Karl, wir haben eine Zukunft vor uns. Wir find reiche Leute. Das Telegramm ist hunderttausend Rubel wett. Na, sagen wir susttg. mindestens. Wir können uns umarmen bei dieser Feier! WaS für 5 Geschäftl Was für ä Geschäft!' Er ging auf Borowiecki zu, um ihn in der freudigen Aufwallung herzlich zu küssen. .Laß das, Moritz, bareS Geld brauchen wtt jetzt und keine Umarmungen." .Richtig, du hast recht. Geld brauche« wir jetzt. Gell».' »Je mehr wir kaufen, um so mehr verdienen wir.' .Was wird daS in Lodz geben. Aj! Aj! Wenn Schaja, wenn Buchhokz davon erfahren, wen« fie es rasch genug aufkaufen, dann können sich die andern freuen. Wo hast du das eigentlich hergekriegt?' .DaS ist Geheimnis, Moritz. DaS ist meine Belohnung." Er dachte an Luech und lächelte. „Dein Geheimnis ist dein Kapital. Eins wundert mich aber." „WaS denn?" „Ich hätt' es von dir nicht gedacht. Ich rtt»' aauz offen. Ich hätte nicht gedacht, daß du bei so einem Geschäft, das du allein in Händen hast, mtt uns teilen wolltest:" „Du kennst mich eben nicht." „Weißt du, nach dieser Tatsache kenn' ich dich«och weniger." und er schaute ihn an, als ob er eine List witterte. Er konnte eS nicht begreifen, daß jemand fteiwMg eine« Verdienst mit anderen teilen wollte. „Ich bin Arier, und du Semit. DaS ist die Erklärung." „Ich sehe es nicht ein. ich verstehe nicht, WaS Du damit sagen willst." „Bloß daS: ich will Geld machen, aber für mich hört die Welt nicht mal bei den Millionen auf, und Du stehst im Geldmachcu Dein Lebensziel. Du liebst das Geld des Geldes wegen und kommst zu ihm durch Rücksichtskofigkeit, ohne Dich um die Mittel zu scheren." „Weil wdes gut ist, daS dazu dnchtlft.' .Daß ist eben semitische Philosophie.' „Auf was hoss ich nSttg Rücksicht zu nehmen? Gerade st,'ne Philosophie ist kerne arische, noch semitische, es ist ein- fach kaustnännische Philosophie.* „Na, es ist gleich, wir können ja ein andermal darüber reden. Deshalb teile ich mit Euch, weil Ihr meine Kompagnons seid, meine alten Freunde. Nebrigens treibt mich schon mein Ehrgeiz dazu, Freunden Dionste zu erweisen." „Ein teurer Ehrgeiz." D-M. kolaU Ztesss? Wiefel, auch die harl- uäckigstcn, seligiän- zcnde, ftroijporige Haut und lunslijic Hautunrcinigkcitcn wer« den am sichenten durch meine seit W Jahren bewährten Zpezial- nii-tcl beseitigt. M. 3,Sü. Zur gleichzeitig, inneren Kur NeicholS Sallarin Bliltrewigungshuloer Sch. ch—. Orto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstr. 4. Im ISiFonKsiise billiger als in der Mietswohnung. Wie erhält man 72/5* BanKapUal ui.d Hypotheken, Ein Buch e.Lustr-u. Planmach. ipit 325 Abbild. Hausbeisp. V on Exl. Baumsp.Flnr ist das IlO.Tausend erschienen. Preis JEi. 2,80. geb. Mk. 4,— von „Ifcimküliur", Wiesbaden. H.& P.Uder, Engelufer s' Tabak- GrolShandlnng: und Tabaklabrik. Rauch-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten Bis auf weiteres; ■ Cteachaftszeit 8— 11 und 3—6 Uhr. Femsprecher: Amt Horitzplatz 3014. �Ttk Kennen Sie C 3 die Wohltat einer Leibbinde f Sämtliche Systeme am Lag. resp.nachMaß anfertig, sowie BrüGhbandagen"i1" Artikel z. OeeundheltB- nnd Krankenpflege. Pollmann, Bandagist, Berlin H., Lothringer Str. 60.* Lieferant füz Krankenkass. Spezialarzt Dr. med. Laabs beh. schnell, gründl., mögt. schmerzlos u. obne BcrusSslör. Geschlechtskrankheit., geheime Haut-, Harn-, Frauenleiden, Schwäche. Erprobteste Methoden Harn- und Blutuntersuchung Mnigstr. 34186, ausanberpt Spr. 10— lu.5— 8, Eonnt.lO— 1 Spezialarzt Dr. med. Hascti6. Friedrichstr.90 BehandL vonTyphtlis, Haut« Harn-, Franenleiden, spcz.: chron. Fälle. Schmcrzloie.türzciie Äebandlg. odnc BcrusSitöruug. '?ln!unior!uchili!g. Äätz. Preise Teitzahiung. Sprechstiniden 11 bis 1 und 5— 8, Sonn:. 3 1— i. Sommerkostiime 37,00, Glockcn- röde£2,50, Tastjadcn, Zlcrse- mäntel 42,00, SeidenmäntÄ, Wtedellncnbeiten, 76,00. Kall- weit, Cbarlottcnburg, Bismarck- straßc 50, II.__ 12811* Lcitcrhandwagen, gröglc Auswahl. Holzräder. Schlosserei. Schmibstrage 43. 2525b* NähmcWncn! Singerdodbin, Adler, Schncllnäher, kleine, groge, wie neu, billig, Ne> paraturcn prompt. liaslory, Koltbuserdamm 6, vorn hoch- parterre._ 6311* Pelzgarniluren aller Art, seht zu beradgesetzicn Preisen! ilbreiiverkaus. Silberlaschen. Leihhaus, Warschauerstr. 7. Teppiche, Bettvorleger, T!« waudecken, Tischdecken, Tüll- ftores. Potsdamerstraße 100, Fischer._______________ 11611* Tezimalwagc«, Tafelwagen, Gewichte liefert ab Vorrat Wagner, Cöpcnickcrslraße 71. ______ 12111* Leiterhandivagen, Kafteiihand- wage» cxtrastabil und dauer- hast, Ausivahl Holzrädcr. Lands« dergerstra�e 10, Schmiede. 3751* Klappsportwagen, Kinderwagen. Tict, Loltastr. 49, II. _________ 40, H* Abessinier, Ersatzteile unL Zubehör. Kachlin, Alte Jakob- striiße 20/22.___ 18411* Vfandkeihhau», Hermann- platz 6. Maiienauswabl! Pelzsachen! Skunksfragen. Skunks- müssen, Alaskasiichse, Rotsüchse, neue Herrenpaletots. Herren- anzüge, Teppichderkaus, Uhren- verlaus. Passende Festgeschenke! 101 u* Mäuseplage, Rattenplage beseitigt„Mäu|csort"(1,75 M.), „Nattmsort"(2 M.). 1 Röhr- chen für 20 Quadratmeter ausreichend. Unschädlich für an« dere Tiere. Zahlreiche An- erkennungen. Chemisches La- boratorium„CelaS", Linkstr. 29, hodiparlerre._ 4ÜK:S Elegante Kostüme, Damcn- mäntel, Damenulstcr, Damen- rode, Blusen, Herrenanzüge, Bnrschenanzüge, Winiervaleiots, Ulster, Pelzsachen. Löwenthal. Neukölln, Berlinerstr. 41. 1211* Holzräder! aller Größen, Leiterwagen, eigenes Fabrikat, billig. Weidlich, Brumien- straße 96. 1072* tpi— J.l.iJUI— Möbel-Rath lieseri in großer Auswahl komplette WohnungS- Einrichtungen sowie reizeni-e moderne Küchen bei bequemer An- und Abzahlung. Rath, Clsasierstraße 44, am Oranien- bnrger Tor._ 1 3811* Möbelgeschäst, 38 Jahre bestehend, verkauft jetzt Belle- alltancestraße 14a noch zu bil- ligen Preise», solange Vorrat reicht, Speisezimmer, Herrenzimmer, Schlaszimmer, moderne Küchen. Speisezimmer, Eiche, 3850,—, Schlafzimmer 950,—, Küchen 880,—, einzelne Ankleideschranke, Ruhebetten, Bettstellen, Tische, Trumeaus, Tcppiche, Kronen spottbillig, verliehen gewesene, zurück- gesetzte Möocl bedeutend un- tcrm Preis. Sicheren Leuten Zahlimzserleichtcrung. 8M* Chaiselongues, nagelneue, 90,00 an. Walter, Stargarder- straße 18. 2ZSK* Küchen! m großer Auswahl, reizende Anrichteküche, sieben- teilig, nur 575,—. Möbclliaus Osten, nur 30, Andreasstr. 80. 11011* Möbclkredit an jedermann. Kleinste Anzahlung, bequemste Abzahlung, größte Rücksicht. Einzelne Möbelstücke gebe be- rcitwilligst ab. Liefere auch nach auswärts. Landwehr, Müllerstraße 7, etne Treppe. Blaue Schilder beachten. Sonn- ta gs 8—10 geöffnet._ 6011* Staunen erregen die reich- haltigen Borräte w wimder- Kleiderschrank, Vertiko, Spie- gel. Schulze, Sebastianstraße 39, III. 251SÜ wemmmsm Mandoline 25, Violine, Laute, Klaviere. Prenzlauer Allee 88, 1. �_______72/7 Pianinos, billigste Gelegenheiten, 800,00 auswärts, Flügel 700,00 aufwärts. Krüger, Neue Köntgstraße 31(Alexander- platz). 217/3* Platinabsälle per Gramm bis 7.80 Mark, Ketten. Ringe, Bestecke, Uhren, Taselaussätze, Treffen, photographische Rück- stände, Papiere, Glühstrumps- asche, alte Zabngebiffe, sal- petcriaures Silber, deren Rückstände und Gekrätze usw. kaust Platin- und Silber- schmelzerei Broh, Berlin, Cöpe- ntckerstraße 29. Telephon: Moritzplatz 3478. Eigene Schmelze, direkte Verwertung. _ 171* Lacke bis 18,00, Bleiweiß sowie sämtliche Malcrartikel kaufen Gebrüder Borowski, Gneis cnaustraße 5.(Rollen- dors 237ib)_* Vsandscheine kauft nnd be- leiht Leihhaus, Friedrtchstr. 55. 177L* PlatlnabsZlli! Gramm bis 7,80! Zahngebiffe! Ketten! Ringe! Mililärtteffen! Glüh- strnmpsasche!Ftlmabfälle!höchst- zahlend. Schmelzeret, Metall- Einkaussbureau, Weberstr. 31. Telephon Alexander 4248. 261* Kabik, Litzen, elektt'sche Lei- ttingsdrähte kaust Großseid, Kottbuserstraße 2L Moritz- platz 4016._ 40K* Wachswalzet, und Abfälle kauft jedes Quantum zu guten Preisen. Nachemstein, Chor- lo'ttenburg, Wwdscheidftr. 3a. ieiK* Hartgummiabsälli laust jeden Posten zu guten Preisen Nachemstein, Eharlottenburg, Windscheidstrsße 8a. 16111* Elektrische Leitungsdrähte, Kabel, Litzen kauft Bartelt, Prenzlauerstraße 13, 2 Trep- peu, am Alexandcrplatz. 63/3� Kaufe elekttischc Materialien höchstzahlen. Elekttomcchanik, Kurzestr. 18(Alexandcrplatz).* BD Englischen Unterricht für Anfänger nnd Fortgeschnttene. sowie deutsche und sranzösischc Stunden erteilt G. Swienty, Edarlottenburg, Sningarter- platz 9. Gartenbaus iv* Kaufwannifche s�WUcßiile von Hugo Strahlenldorff, Beuthsträße IL am Spittel- markt. Lehrplane unentgelt- lich. Am 4. Juli beginnen HandelSlehrgänge vormtttaas 9—1 oder nachmittags 3— 7 Uhr zur Ausbildung als Buchhal- terin, GeschäftSstenographin, Bnreaubeamrin, Korrespon- denttn. Lehrgänge für Damen »nd Herren. Nachmittags- und Abendunterricht in allen katlf- mäiinischen Fächern sowie in Kurzschrift(Stolze-Schrcy), Maschinenfchreiben, Schönschrei- den, Deutsch. Anmeldungen jederzeit.___ 122Ä* iamenfrlfferrn erteilt Unter- rickt Frisierschule Kunze, Kott- buferstraße 1.__ 44K* Tanzichnle Friedrich, Michael- kirchstraße 39, Taglich An- sängerkurse. Schülerkurse. Hin« verkurse. 191i* Windschsidüraß« 3a,®at- lottenburg, kaust mit Genehmi« gting jedes Quantum gc- brauchte und neue Weinkorke, Sektkorke, Korkabsälle zu guten Preisen. 161K* Technische Privatschule von Regt ernngs- Baumeister a. D. >r. Jng. Arttir Werner, Berlin, Ncanderstr. 3. Aus- bildimg im Maschinenbau, Elektrotechnik, Hochbau, Tief- bau. 63/5* Kunststopicrci Große Frank- furierstroße 67. 081i* Tarlehn, 6�!?rozei!� Teilritck- Zahlung, aus Hypothekenbriese 5 Prozents gibt Ba>;krerein, Eharlottenburg. Wllmer-- dorfer Straße 363. 40K* Aukpolstcrungeii, Matratze 10 Rc., Ehaiselongue 30?Js. Lewicki. Blumenstraße 81. 72 6 Dameuhüle irmprcffen usw. nur Csnefelderstraße 3. Ecke Tanzigerstraße.�Brcnsd>eidl, � Beieidigmig gegen Frau Frieda?r,v. Berlin, Trans- vaalsrraße 33. in Beziehung ans Herrn vtto Frin nehme ich hiermit zirrück. Frau Martba VahS, Zleinickendo.'', Scharnweberstraße 140. 72 11 Tüchtige Holzbildhauer in nnd außer dem Hause verlangt A. Koßmaun. Warschauer- straße ei. i"Ui7 MdsafffttNiHfiftn aus Hängen NN Sause, Anfüßerin in nnd außer dem Hanse verlangt sofort Stnimvs-Ttrickcrci. HauSburg- straße 22, an� Biehhcs. 47.1 Schloffcr, der bauen kann, verlangt Neukölln, Wallerstraße 26.__ 2524b Koloristmnen sucht Schön- sließustr. 13, Eckladen. s-l37* Kontoristinnen mit giiwr Handschrift suchen sofort A. Jandorf u. Co., Belle-Alliance- Straßc 1/2. Meldungen>—2 Uhr mittags oder 6—7 Uhr abends. 129,11 Äuergesellschaft Berlin 0 17 stellt ein: | MascMoeoscIilosser, filacliaiiiksr,| psrleklaEeitspirnleWerj Eisidrcüißnteöre, i Klesipaer, ElektroiiioBteiire k. frans- 5 tlieliügö iokerwiefcler für j IßFinstsrsDliaii Äcker- onilTraiisIoriiia-! Ecerniseliea Laoerver- törenwiekelc salter,; Ärlieiierincen. Zu melden Eiustellbtireaa Ehren b'ergstraß«, Ein- j Stralauer Allee. 102L* GkWtk Sittiwttkkr zum Anlernen sür die Herstellung von Werkzeugen und das Einrichten der Zchneid-, Loch-, Stanz- und Zzelipreffen gesucht Mldungen schristlich mit Angabe der bisherigen Tätiglett. des Alters und der MUitärocrbällniffe an Nitorfad?!!:, Ber Im NO 43. 984g ZiSKeMs-MUliieMm vollständig militärsrei, lanffjäbrig tälige, ielbständig arbeitend, sür unseren Kweigbctrieb Elisadclbstr 6t Per sosori gesucht zur tzIdienung neuer, moderner ll.-klo und EMelsror-MaWreen. 217/4* Zigareftenfabrik Massary, qsertin,«ktiabetststr. 7. Benz& Ole,A.-a, Charloltenburg, Salwifer 2—3. Kräftige Trasisportapfeel�erj . ferner SchmiedsheSf es« stellt sofort ein 9172 Stock Motorpflug,Niederschöneweide, Berliner Straße 139. <05®*«95� XÄB»*•SSSSS-OBSa» Maschtnennagter s. Mlilärstfl. Glaser. Land«. berger Sir. 92. 69/10* selbständig arbeitend, möglichst mit Ett'abrung im Flugzeug. bau, sür dringende HeereSarbei l zu sosoN. Eintritt gesucht kllktscliittbgu Sckütt�-ksn2, ♦ 208,11*] Zeesen bei Königswusterhansen. 8 Zum sofortigen Eintritt gesucht: 70/15* Tttchtige Motorenschlosser Selbständige Automobil-Montenre Universalsräser Einige Zriihler-Klempncr. Märiiische 5lug;eu werft Ggiln i. d. Mark Betriebsleitung. Fernsprecher 1810, Potsdam. Mehrere IVO Arbeiter. nicht wehrpflichtige Leute, für außerhalb gesucht. Zu melden bei Eorl Brandt. Berlw � 9, i Schellmgstraße 7.[* aar 12 SWMchN. leichte MMtärarb., sucht Tckubsab, Glaser. Landsberger Str. 92. --- riichsfzd altere Schlosser und 9052* Dreher sowie Fräser für UnivcrsalsräSmaschtnen»nd Hilfsarbeiter werden sofort verlangt. »azcdiaealaWilai'IVvgelLl'. .Vit-/!!<>->'»!» 1, km Lehrter Hauptbahnhnf. Wir suchen für unseren Betrieb n größerer Zahl, serner Drelier, Selilosser, lokoinotiYföliper, Rangierer, Heizer, Werkzeug-, Bau- und Rohrsslilosser, Rohrleger, Tischler, Rouenarbeiler. Arbeiterannahmestelle«er Pulyßrfabrik Premnitz, Rathenow, Bahnhosstr. 22. 12/1* Tüchtige Motorenschlosser verlangt 928L* Arous-Moloren- Gesellschaft, Berlin-Reinickendorf. KchmbNemMc tfiirmrbritrt finden dauernde Beschäftigung. VMsühgi!?ii'GMsllji!st VI. h. S.. ZeWklhof. Friedrich-Wilhelm-Stras/e SL-S4. ZJir suchen zum baldigeu Eintritt eine durchaus zuverlässige, ge- waudt rechnende Betriebsbeamtin mit leichter Auffassung. 2762 Persönlich vorzusprechen Mittwoch, den SV. d. M., zwischen 10— IL Uhr vormittags. 9272* Zuschlagen geeignete Männer, die zum Anlernen bereit, oder Böttcher sucht Chtmischk Fndrik IjaMö Fahrstuhiführsrün�an Hausdienersneien erhalten sofort Anstellung. Meldungen von 8'/,— 10, 12—>/.2,-.>/.? Uhr. 1132 A. Werlheim c. m t. Lelpiiiarcr Str. 132-137. Automobil- und Waschinenschwsser ältere, selbständig arbeilcnd, verlangt sofort Kerlmer Antomobit-Zentrate Aktiengesellschaft, Dchiffbauerdamm ZZ.' föiFsmonrtsurS Schmierer Schlosser erhalten in unseren Geschäftshäuseni sofort An- steUane. Meldungen von t,'/,— 10, 12 Vj'Z, 4—>/,6 l'hr im Xechniscban Bureau. 113L A. Wertheim o m d.«. S. Wir suchen einen tüchtigen, selbständigen t Grundierer nnf«iid«»i-to;ston.> Antritt für jojort od. später. Schritt, od. persönl. Angebote t an Albert Spieslcke, G. m. 6.£>, Fabrik für Voll- t Politurleisten, Berlin, Bei'wniannnti-. J 92. für den»Vorwärts- wird ein- gestellt. Paffend für Invaliden. Geikel, Lichtenberg. Wartenbergstr. 1.* Metdezeit ll-l'/,». 4'/,-? NHr Gesucht sür I e s o r t älterer �ättter oder Kriegsbeichädtgter in an» genehme Stellung. Gehalt nach Ucbereinkunsl. 937L' Kehna(Meckl.). Emst Braun. Ansträg'ermnen für den„Vorwärts" Qoulin* MarVosatr. 36. OcrilU. Prinzenstn. 31, Hof rechts part. Lindenstr. 3. werden eingestellt in folgenden Filialen Ueckermann, Kaiser- Wilhelm-Str. 74. Schönchcrg I Meininger Straße 9. ChartOlleDDlirg: Sesenheimer Str. L Dorskjwallie. KUeaast. RUnsch-Str. 10. Meldeaeit von 11 bis l'/j Ahr und 41/j bis 7 CThr. Tempelhot: LichleGberg: Wa,rt??birs-s�e i and AU-Boxhageo 56. Woiftoncoa* Wu.3ielowKla, nClUClidCC. Berliner AHee 11 Rt?arelurschlosser Gieietei- und Pteßwerksarlieiter sucht«942* StaMwsrk Sethe Berlin-Weiftensec. am JndustrievaHnHof. SedlosLöf ttoi�llsö -kierddeulsche StitMug- Äerke Berlin-ScMv. g3gL* stellen ein Putzer Haltung Aktiengefrllschast, Bcrirn Lichtenverg, Herzbergstraße 122/ rl!._ Roisyher, f0fÄÄ Berliner Milchkur- Anuatt. W 10, Fticdrich.WlIhclNl'ir. 3. Vorarbeiterin, die in PmimnericsRbrtken tätig war und jähig ist, neues Personal anzulernen, vcrtangl soiort siüitiü.Wr.Siiersvue Bcrliu-Qberschäucwcidc. Edlson, trage 34. ollll, Junge'Mädchen sür leichte Handarbeit sucht uackL _ Kiiideriimitti, Ritierslr. Ii. Briefumschlagfabrik Sch«a.i& L. SiIlcoafo6flc.23/24 sucht geübte Kuvertarbeiterinnen nni� GummirBelnnen.•■'öüuti Dwctilnsfcrinticn, nur gc- üble. Tainpswäschcret«ia- »ita«, Kottduser lljer 32.