Nr. 157. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30Mt. pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. Desterreichs Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Bettungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Fefitagen bis 9 Uhr Vor mittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Dienstag, den 10. Juli 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein kein boykottirtes Bier! Der amerikanische Eisenbahnstreik. Nominirung Harrison's zum Präsidentschaftskandidaten der republikanischen Partei durch eine große Geldzahlung entschieden. Der Mittelpunkt des ganzen Eisenbahnwesens und Unwesens ist aber die Niesenstadt am Michigansee. Dort hat auch die Palace- Car- Gesellschaft mit ihrem Haupte Pullman ihren Sig. Und ein Bwist zwischen Pullman und seinen Arbeitern war es, der den jetzt tobenden Riesenstreit zum Ausbruch brachte. welchen Zuständen das geführt hat, brauchen wir hier nicht zu wiederholen. Jeder Tag bringt neue Kabelmeldungen über diesen Vertheidigungskampf der amerikanischen Eisenbahnarbeiter gegen die freiheitsfeindlichen Praktiken ihrer Ausbeuter. In Chicago stockt der gesammte Verkehr und bis in alle Winkel der Riesenrepublit macht sich der Eisenbahner. streik fühlbar. Sehr zutreffend hat der bekannte englische Journalist Stead in einem Artikel der Westminster Review" die Eisenbahnen die Achilles- Ferse des Kapitalis mus" genannt.( Amüsant ist es, nebenbei bemerkt, daß Im Vorjahre der Schauplatz der größten Industries Ausstellung, die die Welt gesehen, jetzt der Schauplatz des erbittertsten industriellen Konfliktes unserer Zeit, so liefert Chicago, die Hauptstadt des großen nordamerikanischen Binnenlandes, eine sprechende Illustration dafür, wie schnell Herr Pullman hat sich in den Geruch eines Arbeiter in den Vereinigten Staaten die tapitalistische Entwickelung freundes dadurch zu versehen gewußt, daß er für die Arbeiter fortschreitet, wie mächtig dort schwierige soziale Fragen seiner Werke eine eigene Ortschaft an der Grenze Chicago's ihrer Lösung, unter Umständen einer gewaltsamen Lösung, anlegte. Das hat natürlich die erwünschte Wirkung, die das Berliner Tageblatt" seinen Lesern vorschwindelt, Stead entgegenreifen. Arbeiter als Miether doppelt in die Hände des Unter- habe das dem Tageblatt- Korrespondenten zur besonderen In Nordamerika hat der Kapitalismus sich am üppigsten nehmers zu bringen. Da Pullman außerdem die Wohnungen Erbauung persönlich erzählt.) Es zeigt sich, daß, an dieser entfalten können. Er hat zunächst, gestützt auf die schier zu einem viel höheren Preise vermiethete, als Arbeiter sie Stelle getroffen, der Kapitalismus lahm gelegt werden kann. unerschöpflich scheinende Fülle jungfräulichen Landes, einen sonst in Chicago erhalten können, hat seine Humanität Welchen Ailang der Eisenbahnerkampf nehmen wird, wirthschaftlichen Aufschwung ohne Gleichen herbeigerufen, einen recht fadenscheinigen Glanz. Seine Arbeiterfreundlichkeit läßt sich noch nicht übersehen. Schon hat sich die Unions. der selbst die intelligenten amerikanischen Areiter legte indeß ihre glänzendste Probe ab durch die etwa regierung gegen die Streifer ins Zeug gelegt, während in über die Gefahren unserer Wirthschaftsordnung täuschte 333 pt. betragenden Lohnreduktionen, die er während der Kalifornien und zum Theil auch in Illinois die Bevölkerung und sie von einer ernstlichen zielbewußten Bekämpfung der jüngsten industriellen Krise durchsetzte. Hiergegen empörten und selbst die Milizen auf Seiten der Streiker stehen. selben durch eine proletarische Klassenorganisation abhielt. fich endlich die Arbeiter. Gestützt auf die große Gewerk- Jedenfalls kann die proletarische Sache in der gesammten Die Ernüchterung ist aber rasch gekommen. Der Hereins schaft der Eisenbahnarbeiter, verlangten die Pullman Welt nur daraus Nuken ziehen, daß eine Arbeiterschaft der bruch der Induſtriekrise hat Tausende von amerikanischen Arbeiter die Wiederherstellung der Löhne des Vorjahres. fapitalistischen Herausforderung so energisch Trotz bietet, Arbeitern das Massenelend kosten lassen, das sie bisher Pullman behauptete, er wolle aus seinen Büchern be- und deshalb begleitet unsere Sympathie unsere amerikanischen nur als eine Sage aus der Alten Welt" fannten. Als weisen, daß er dann mit Schaden arbeiten müsse; als Brüder in ihrem harten Streit. sie da versuchten, ihre Klassenlage zu bessern, fanden indeß die Arbeitervertreter Einsicht in die Bücher nehmen sie sich mächtigen Unternehmer Ringen und Trusts wollten, wollte Pullman nur Auszüge" sehen lassen. Die gegenüber, die erbarmungslos ihre Macht zur Vernichtung Eisenbahner- Gewerkschaft machte einen Versuch, die Sache ter gewerkschaftlichen Arbeitervereinigungen auszuuntzen durch ein Schiedsgericht beilegen zu lassen. Diesen Verstrebten. Immer erbitterter wurden die wirthschaftlichen mittelungsvorschlag beantwortete der Palastwagen- Pascha Kämpfe, die sich letzter Zeit in den Vereinigten Staaten ab mit dem frechen Hohu, daß er die Gewerkschaft überhaupt Er trat damit nur in die Fußtapfen spielten zwischen den Arbeitervereinigungen und den Kapi- nicht anerkenne. M taliftenringen. Zu blutigen Zusammenstößen ist es regelmäßig anderer Bosse", die wie der Eisen- Boß Carnegie ihr Hauptgekommen. Der große Bergarbeiterstreit, der Corey'sche augenmerk darauf richten, die Gewerkschaften zu ruiniren. Arbeitslosenzug das alles waren Vorboten heftiger So sucht also auch in dem freien" Amerika das Kämpfe, die jetzt in dem wichtigsten Betriebe der großen freche Kapital die Koalitionsrechte der Arbeiter zu verRepublit, im Eisenbahnwesen, nun auch zum Ausbruch ge- nichten. kommen sind. = V Die Eisenbahner beantworteten Pullman's HerausNirgends in der Welt spielen die Eisenbahnen eine so forderung mit Boykott. Dem Streit der Pullman Argroße Rolle wie zwischen dem Atlantischen und dem Stillen beiter wurde dadurch Nachdruck verliehen, daß sämmtliche sich Meere. Nirgends auch haben die Eisenbahnunternehmer eine Eisenbahn Angestellten weigerten, einen Bug solche Macht errungen, haben es durch Bildung von Ringen zu befördern, in dem ein Palastwagen der Pullmanso verstanden, das Volk auszubeuten, sind sie so rücksichtslos Gesellschaft eingestellt ist. Schließlich ist das aber den Arbeitern entgegengetreten. Man kann sagen, die darauf hinausgekommen, daß alle Züge im Westen am Bereinigten Staaten Eisenbahnringe regieren die Vereinigten Staaten. Ist es der Bereinigten Auslaufen verhindert doch eine offenkundige Thatsache, daß sie vor zwei Jahren die werden, da fast alle dort Pullman- Wagen führen. Zu Feuilleton. Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Bon C. Spindler. " " " Die gestern und heute über den Verlauf des Streits eingelaufenen Wolff'schen Depeschen lassen wir hier folgen. Chikago, 8. Juli. Als gestern Nachmittag ein Zug unter dem Schuhe der Polizei die Halle verließ, griff die Volksmenge denselben an und begann die Wagen zu zerstören. Die Polizei ließ die irregulären Truppen rufen, welche auf die Menge Feuer gaben und mehrere Personen, darunter vier tödtlich, verwuns deten. Der Menge gelang es schließlich, die Truppen zurückzutreiben; die Truppen kehrten nach der Stadt zurück und die Menge setzte die Zerstörung des Zuges fort. Neue Verstärkungen von Polizei und Truppen haben sich nach dem Thatorte begeben. Chitago, 8. Juli. In Hammond bei Chikago vers müstete die Volksmenge das Telegraphenbureau und brachte Güterzüge zum Entgleisen, wobei 5 Bedienstete, einer davon tödtlich, verletzt wurden; die Salonwagen wurden verbrannt, der Verkehr ist unmöglich gemacht. Der Gouverneur von Indiana schickte 750 Maun Miliz nach Hammond. In Chikago ist die Lage nicht besser geworden, die Regierung sendet Truppen aus verschiedenen Staaten dahin. Die Eisenbahngesellschaft von Pennsylvanien erklärt, daß 667 Waggons, davon 100 den Wirth zur Traube zu Worms ins Gedächtniß zu rufen, Euer Haus, liebster Herr," seufzte er, ist so nahe am um Euch mit einem mal von allem in Kenntniß zu sehen." Eschenheimer Thurm, daß ich nichts Gutes aus meiner " Ha! der Schelm!" brauste Gerhard auf:" Ich wollte, Einkehr bei Euch erwachsen sehe. Und dennoch Ihr ich dürfte bei einem Ringelrennen seinen nichtswürdigen werdet sehen bin ich eigentlich schuldlos. Laßt mich 82 Glogtopf vom Rumpfe stechen. Der Bursche lügt, wenn daher zum mindesten im Stadtgewahrsam. Ich gebe Euch er das Kleinste noch an mich begehrt. Die paar Turnosen, meinen adligen Handschlag, durch kein Pförtlein noch Thor die ich ihm schuldig wurde, weil er immer doppelt und zu entwischen." Der Oberstrichter verneinte.„ Traut dreifach ins Holz schneidet, sind ihm längst bezahlt; das Ihr dem Worte eines biederen Edelmannes nicht, so vers will ich durch einen gestabten Eid erhärten und be- stattet mir einen Bürgen;" fuhr Gerhard dringender fort. fräftigen."" Laß das!" antwortete der Schultheiß ver- Mein bester Freund lebt zum Glücke hier, Herr Dagobert Der Edelknecht stand verblüfft, und spielte in feiner ächtlich:" Daß Ihr zahltet, wissen wir. Sagt uns lieber, Frosch, des Schöffen Sohn. Er wird sich für meine RedlichVerlegenheit mit dem Wehrgehänge. Gestrenger Herr," wie Ihr bezahltet." feit und Haft verbürgen, und mir ein vortheilhaft Zeugniß versetzte er endlich:" Gott der Herr behüte meine Dhren; Je nun",... hob Gerhard an, und verstummte aber geben können, da, wie mir gerade einfällt, er selbst ich fürchte aber, sie haben falsch gehört. Ich wüßte nicht, iu selbigem Augenblick, da ihm plößlich der Handel mit just bei dieser ganzen Wormser Begebenheit gegenwärtig welcher Popanz von Gläubiger mich verklagt haben könnte. dem Juden beifiel. Der Oberstrichter fiel dagegen fieg gewesen." In Coftnis hat der Wirth zum Engel mein Kerbholz reich ein:" Da haben wir's. Dieses Stocken verräth den" Dagobert Frosch?" fragte der Oberstrichter schnell. feierlich zerbrochen, und in allen Ehren auf der Schiefer- ganzen Hergang. Die Wormser Juden haben recht, und Der junge Mann hat ja überall die Hände im Spiel", tafel das Zeichen, das mich vorstellte, ausgelöscht. Ich Junker Gerhard wird sich freisam herausreden müssen, wenn setzte der Schultheiß mit Schadenfreude hinzu, und dem bin frei dort weggegangen wie der Barfüßer, der den er mit ehrlichem Schild aus dem Gedränge zu kommen armen Gerhard wurde es mit einem Male recht klar, daß besten Schmaus nur mit einem Gratias vergilt. Kleine Lust hat."- Gerhard nahm mit einer wehmüthigen Miene er des Freundes wohl zu vorschnell erwähnt hatte. Nun Lumpereien zu geschweigen, welche einige gemeine Hinter das Schwert von der Hüfte und reichte es wie ein armer half ihm kein Bögern mehr. Der Schultheiß wies ihn sassenseelen allhier von mir zu fordern haben, bin ich ohne Sünder dem Oberstrichter hin.- Gestrenge Herren", blos auf ein aufrichtiges Bekenntniß an, und, statt auf der alle Schulden, und begreife darum nicht, warum ich in stammelte er verlegen. Eure Weisheit und Gerechtigkeit Zunftstube Wein und Lob in ungeheuerm Maße zu ge des ehrbaren Herrn Oberstrichters Hause meine Schlafftätte wird ja wohl einen Fehler von einem Verbrechen unter- nießen, mußte er dem Oberstrichter ohne Widerrede folgen. aufschlagen soll.*) Hier ist ein Frithum, liebe Herrn und scheiden. Nicht alles, was Juden und ähnliche Heiden über Wie ein Sieger war er eingezogen, und saß nun zwischen Meister. einen eifrigen Christen aussagen, ist ein Evangelium. vier kahlen Wänden. Von einer Säule des Ruhms hatte " Wit nichten, Junker," erwiderte der Oberstrichter: Ich vermuthe", fuhr er immer zaghafter fort, während seine ihm geträumt, und vor den Gittern seines Fensters streckte Von Eurer gewöhnlichen Krankheit ist diesmal nicht die Zuhörer das Lachen verbeißen mußten, ,, daß hier von sich der Eschenheimer Thurm in die Höhe, sein künftiger Rede. Ihr gebt einen sehr unvortheilhaften Begriff von einem gewissen Knaben die Rede werden dürfte, der mir Aufenthalt, wenn Zufall oder Willkur oder Gerechtigkeit Eurer christlichen Gewissenhaftigkeit, daß Ihr keine Ahnung zu Worms plößlich zu und noch plöglicher abhanden ge- seine Lage verschlimmern würden. Von Dagobert's Klugvon dem Vergehen fund gebt, dessen man Euch bezichtigt. kommen sein soll. Ich kann jedoch einen körperlichen Eid heit allein hoffte er einen Ausweg aus diesem Gewirre Da sich jedoch Eure Erinnerungen meistentheils nur an darauf ablegen, daß der verdammte Jude,"„ Hier von bösen Folgen einer übelen That, und darum war bald Herbergen und Trinktische knüpfen, so brauche ich Euch nur ist nicht der Ort zu Eurer Rechtfertigung, noch zum Eide," der Entschluß in ihm feft geworden, den jungen Mann unterbrach ihn der Schultheiß: der Oberstrichter wird ohne Rückhalt mit in die Geschichte zu verwickeln; über Euch beides abfordern, wann er es für nöthig erachte daß der Verstand desselben gewiß Sieger werden *) Des Oberstrichters Wohnung war in der Regel das Schuldgefängniß angesehener Leute. " " Folgt ihm jetzt." Gerhard rieb sich ängstlich fammt der Ladung, verbrannt worden sind. In New- York hat| tragen, ein vorläufiges Abkommen über den Handelsvertrag fich die Lage gebessert In St. Louis( Missouri) haben die abzuschließen. Der Reich stanzler habe aber diese Weichensteller und Schaffner die Arbeit wieder aufgenommen, Bitte endgiltig abgeschlagen. der Verkehr ist nicht mehr behindert. Daß die Sache so liegt, werden uns die nächsten Monate lehren. Die nothwendige Borausfegung einer alljährlich 14 tägigen Beurlaubung ist, daß die Arbeitskräfte in genügender Anzahl und entsprechender Vertheilung vorhanden sind. Und daß diese Chitago, 9. Juli. Der Präsident Cleveland erließ heute eine Proklamation, in welcher der Belage machen die Behörden, um die Person fennen zu lernen, vielfachen Berührungen mit den Verkehrseinrichtungen der Der strengvertrauliche Erlaß. Alle Anstrengungen Boraussetzung fehlt, empfindet schon das Publikum in seinen rungszustand über Chit a go verhängt wird und alle nur zu oft und gut deutlich. Theilnehmer an gesetzwidrigen Vereinigungen und Zusammen- welche auf unseren Schreibtisch den Erlaß des Nieder- Gisenbahn- Verwaltung Das in den leitenden Kreisen unserer staatlichen Be= rottungen aufgefordert werden, fich vor heute Mittag 12 Uhr barnimer Landrathes gelegt hat. Heute Vormittag fand triebe vorwaltende Bestreben nach Verringerung der Arzu zerstreuen. Gegen diejenigen, welche diese Warnung auf Requisition der Staatsanwaltschaft in den Räumen beitskräfte wird trefflich charakterisirt durch einen, anläß mißachten, wird mit entschiedenen Maßregeln vorgegangen unserer Redaktion, sowie im Seger- und Korrektorensaale lich der zu Anfang angezogenen Verfügung von der N. D. E.werden. In Hammond bei Chikago fam es gestern eine aufs gründlichste vorgenommene polizeiliche Haussuchung und B.- 3tg." veröffentlichten Bericht aus dem Direktionsbezirk zum 3usammenstoße, bei dem die Bundes nach dem Manuskripte statt. Dieselbe blieb natürlich er Erfurt, in dem es heißt: Jetzt, wo Stationen erster Klasse in truppen auf die Streitenden Feuer gaben, gebnißlos. Ebenso ergebnißlos dürften die Bemühungen des solche weiter, Stationen zweiter in solche dritter, Stationen vier derselben tödteten und wolf verwundeten; Niederbarnimer Landrathsamtes sein, über welche die folgende britter in Haltestellen, Haltestellen in Bahnagenturen umgewandelt Die Lage dort ist ernst; es sind Verstärkungen bahin Verfügung informirt: werden, bezweckt dieses doch nur, Beamte zu sparen, denn sonst abgegangen. Gestern verbrannte die Menge Waggons, Königl. Landrath des Kreises hätten diese Umwandlungen feinen Zweck. Dadurch wird also zerstörte den Bahnkörper und mehrere Wagenschuppen. In Königl. Landrath des Kreises die Beamtenzahl auf diesen Stationen verringert und da soll es Chikago griff die Polizei die Ausständigen Niederbarnim. dann noch möglich sein, ev. beurlaubte Kollegen zu vertreten, an, von denen mehrere festgenommen wurden. Die Menge wenn das eigene Arbeitspensum oft nur durch einen zwölf bis griff einen mit Polizeitruppen befeßten Zug mit Steinwürfen und Revolverschüssen an, die Polizei erwiderte das Feuer, vierzehnftündigen Dienst bewältigt werden tann." tödtete einen der Streifenden und wundete eine Anzahl derselben. Die Polizei erhielt Bericht, daß im ausländischen Viertel die Anarchisten bedrohliche Rüstungen treffen. Der Generalstreit ist für mehrere Eisenbahnen des Westens und Südwestens, ferner auch in Buffalo verkündet. Berlin, den 6. Juli 1894. In der heute erschienenen Nr. 154 des Berliner Boltsblattes Vorwärts" ist die von mir am 17. Mai cr. ver= M. 10 083 erlassene Verfügung zwecks vertraulicher Nam haftmachung der für den Militärdienst ausgehobenen Mannschaften, welche der sozialdemokratischen Partei angehören, wörtlich zum Abdruck gelangt. Es muß angenommen werden, daß ein Exemplar dieser Berfügung entwendet worden ist, und ersuche ich zunächst, mir sofort und spätestens binnen 3 Tagen die qu. Verfügung einzureichen. Außerdem liegen die folgenden Herold- Depeschen vor: Chikago, 9. Juli. Die Situation im Streitgebiet ist nach wie vor höchst gefahrdrohend. In der Nähe von Chikago stürzten die Ausständischen mehrere Gisenbahnwagen um, wobei 16 Beamte schwerverlegt wurden. Die Regierung von Indiana hat 700 Mann Truppen nach der Umgegend Chikago's entsandt. Die Stadt selbst ist von 10 000 Mann davon 5000 An die Herren Bürgermeister, reguläre Truppen, besetzt. Die Genossenschaft der Bahnbeamten Gemeinde und Guts Vorrichtete an den Präsidenten Cleveland ein Schreiben, worin bieselbe gegen die Intervention der Regierungstruppen prostände des Kreises testirt. Infolge der Einstellung des Verkehrs auf der Bahnlinie San Francisto- New- York ist der Gesellschaft bereits ein Schaden von 61/2 Millionen Dollars erwachsen. Chitago, 9. Juli. Heute wurde auf allen Eisenwerken des Oftens, Westens und Südens der Vereinigten Staaten der Generalausstand beschlossen. Dolitische Meberücht. M. 13 335. Der Landrath. 01 Walbow. Sozialistenschnüffelei in der Armee. Aus dem Kreise Teltow- Beeskow- Storfow- Charlottenburg wird uns von wohlinformirter Seite geschrieben, daß derartige schwarze Listen, wie solche vom Landrath des Niederbarnimer Kreises eingefordert werden, im Teltower Kreise schon seit Jahren gebräuchlich sind. Hier sind mit der Aufstellung derselben vorwiegend oder vielleicht auch ausschließlich die Gendarmen betraut worden." Berlin, den 9. Juli. Ein deutsches Sozialistengeseh kündigt die„ National Wir zweifeln nicht daran, daß derartige Listen im Beitung" an; fie glaubt Grund zu der Annahme zu haben, ganzen deutschen Reiche aufgenommen werden. Die Nuzdaß Borarbeiten für ein neues Sozialistengesetz an einer lofigkeit derselben wird auch von der uns feindlichen Preffe Regierungsstelle gemacht worden seien. Informationen find wir berechtigt, dieser Darstellung ent- es fein anderes Mittel giebt, die Armee vom sozialdemo Nach unseren anläßlich unserer letzten Veröffentlichung zugestanden. Daß gegenzutreten. Der Kreuz- Zeitung" wird versichert, daß in fratischen Gifte freizuhalten, als die Sozialdemokraten Regierungstreifen durchaus teine Neigung bestehe, in dieser überhaupt nicht zum Militärdienst zuzulassen und dafür zu Frage augenblicklich die Initiative zu ergreifen. Wir glauben auch, daß bei der„ National- Beitung" der sorgen, daß die Soldaten nicht wegen schlechter Behandlung Wunsch der Vater des Gedankens war. Uebrigens sehen werden unsere Mlilitärbehörden einsehen, aber sie werden in des Königs Rock" sich zur Sozialdemokratie bekehren, wir auch dieser Eventualität ganz gelassen entgegen. Unsere das Mittel nicht anwenden, weil Deutschland sich dann Truppen sind in allen Feuern einererzirt und jeder mit einer viel kleineren Armee würde begnügen müssen, als gegnerischen Attacke gegenüber zur Defer bereit. Wer bei einer Ausnahmegesegpo... allein verlieren tann, lehrt jebem Vernünftigen die Geschichte der Jahre 1878-1890. die anderen Staaten. wird So lange also die Beurlaubung noch an die Abkömmlichkeit gebunden ist, so lange werden wir an ein Entgegenkommen des Reform"-Ministers Thielen auf die berechtigten Wünsche der Bes amten nicht glauben. Uebrigens, da doch sonst stets ein so genauer Unterschied zwischen Beamten und Unterbeamten gemacht wie steht es mit einer Beurlaubung der Unter beamten? Erftreckt sich die bez. Verfügung auch auf diefe? Ober, wenn nicht, ist Herr Thielen, wie sein Rollege Herr v. Stephan der Ansicht, daß diese am schlechtest befoldeten, mit Arbeit aber desto reichlicher gesegneten Parias der Eisenbahns Verwaltung eines Urlaubs nicht bedürfen, weil sie Badeorte und desgl. aufzusuchen doch nicht in der Lage sind? Vermächtniffe für Post- Unterbeamte. Die Privats Mildthätigkeit wird in immer größerem Umfange zur Unterstützung und Versorgung der unteren Postbeamten mobil gemacht. So bringt die offiziöse D. Verkehrs- 8tg." in ihrer Nr. 24 folgende Nachricht: " Aus Freiberg( Sachsen) erhalten wir die Nachricht, daß baselbst ein fürzlich verstorbener, nicht verheirathet gewesener Rentner aus seinem beträchtlichen Vermögen unter anderem auch für zwei Briefträger, welche die Bestellung im Hause des Erblaffers ausgeführt haben, Legate in Höhe von je 300 m. ausgefeht hat. Wir nehmen von diesem deutlichsten Beweise der Zufriedenheit mit den Leistungen und dem Verhalten des Bestellpersonals gern Notiz und würden uns freuen, öfter davon berichten zu können, daß wohlhabende Personen getreuer Boten testamentarisch gedenken, sei es nun, daß sie für be= stimmte Unterbeamte Legate aussehen, sei es, daß sie den in postalischen Kreisen bestehenden Wohlfahrts- Einrichtungen: der Kaiser- Wilhelm- Stiftung für die Angehörigen der Reichs- Postund Telegraphenverwaltung oder der Stiftung für verwaiste Töchter von Reichs- Post- und Telegraphenbeamten„ Töchterhort legtwillig Beträge überweisen". " der Unterbeamten vom Staate auf das Publikum abgewälzt. So ifts recht. Nur brav die Pflicht zur Versorgung Was ist es denn auch Schlimmes, wenn wohlhabende Pernehmen bezw. der kümmerlichen Versorgung seitens des sonen" die materielle Sicherstellung der Unterbeamten überStaates ein wenig nachhelfen? Es kommt ja doch alles unserem herrlichen Kriegsheer" zu gute, ein Ziel, des Schweißes unserer Millionäre Jund großen Patrioten werth. Die Die Kastraten von Dresden betitelt die Sächsische" Dt. B. Btg." aber möchten wir auf die Enthüllungen hinArbeiter- Zeitung" einen Artikel, den sie den Arrangeuren weisen, die die beiden leztjährigen Debatten zum Bostetat der Petition des Konservativen Vereins widmet. Die gerade über die Kaiser- Wilhelm- Stiftung gebracht haben. Mehnert und Konsorten wissen gar nicht, wie ungeschickt Bielleicht nimmt sie Anstand, diese Stiftung zum zweiten sie waren, indem sie den Vertretern der Sozialdemokratie Male ,, wohlhabenden Personen" zu empfehlen. die Gelegenheit geboten haben, im Reichstage rückhaltloser, als dies in der Presse möglich ist, die Thätigkeit der sächsischen Behörden zu beleuchten. Der Aufhebung des Jesuitengefehes, welche der Reichstag beschlossen hatte, wurde vom Bundesrathe, einstimmig die Zustimmung versagt, dagegen wurde einem Wunsche der bayerischen Regierung entsprechend beschlossen, ben Orden vom Heiligen Geist"( schwarze Väter) und den Redemptoristenorden von dem Jesuitengesetz auszunehmen. Dem Zentrum wird ein Stein vom Herzen gefallen Der Urlaub der Eisenbahn- Beamten. Auch wir brachten sein, als es von diesem Beschlusse Nachricht erhielt; ließe fürzlich die durch die Presse gegangene Nachricht, daß die sich doch der abbröckelnde Zentrumsthurm nicht mehr preußische Eisenbahn- Verwaltung den abtömmliche n zusammenhalten, wenn der lezte Rest der„ Kulturkampf- Beamten einen Sommerurlaub von 14 Tagen bis drei Wochen Gesetze" aufgehoben würde. Die Reichsregierung dagegen Wort abkömmlich" die trostlose Halbheit der Reformen des bewilligen werde, gleichzeitig unsere Ansicht äußernd, daß das bewahrt mit dem Beschlusse des Bundesrathes noch immer Herrn Thielen dokumentire, und nur zur Folge haben könne, ein Gegengeschent, das sich zur Beruhigung der Zentrums- daß häufig nur wenige bevorzugt würden, die übrigen Beamten wähler gegen irgend eine unpopuläre Abstimmung ihrer aber ohne Urlaub bleiben und die Arbeiten der Beurlaubten Partei für Steuervorlagen, Erhöhung der Militärauslagen mit verrichten n.ßten. Diese Ansicht findet gegenwärtig u. dergl. austauschen läßt. Der Bundesrath hat dem Entwurf eines Gesetzes für Elfaß- Lothringen, betreffend die Lizenzgebühren für die Abgabe von geistigen Getränken im Kleinen durch Konsumvereine seine Zustimmung ertheilt. Zum deutsch- spanischen Zollfrieg wird der Rölnis schen Beitung" aus Berlin gemeldet, daß der spanische Bots fchafter gestern den Reichskanzler Grafen Caprivi besucht hat, um ihm die Bitte der spanischen Regierung vorzu500 Neuntes Kapitel. Ein wenig Sieb' ist farg und leer, Ein wenig Lieb' ist keine; Viel Lieb' ist eben auch nicht mehr; Lieb' ist die völlig Eine, Lieb' ist nicht wenig und nicht viel, Denn Lieb' ist ohne Maß und Ziel. St. Schütz. beredten Ausdruck in der Fachpresse. Die„ Neue Deutsche haupt für keinen Thielen'schen, sondern glaubt, daß er nur eine Eisenbahn- und Verkehrs- 3tg." hält den bezüglichen Erlaß überAuffrischung einer alten ministeriellen Verfügung darstelle, deren lare Behandlung die resp. Vergünstigung völlig illusorisch machte. Wenn wie bisher die Urlaubsertheilung von dem diskretionären Ermessen der vorgesetzten Behörden abhänge und besonders die Beurtheilung der Abtömmlichkeit" den Stationsvorständen überlassen bleibe, so würden wohl die meisten Beamten, so lange sie im Eisenbahndienste sind, auf den Genuß einer Erholungszeit nicht rechnen können. " " Ein Dynamitattentat, das mit der anarchistischen Bewegung allem Anscheine nach gar nichts gemein hat, wird aus Bilsen gemeldet. Wenn es auch nicht angeht, über dasselbe ein festes Urtheil abzugeben, so fann doch die Vermuthung ausgesprochen werden, daß es vielleicht auf die durch den Ausnahmezustand erbitterten Czechen zurückzuführen ist. Die eingelaufenen Depeschen lauten: Prag, 9. Juli. Nach einer Meldung aus Pilsen ist da. selbst heute Nacht 113/4 Uhr eine Bombe unter furchtbarer Detonation vor der Aktienbierhalle, wo sich die Lokalitäten des deutschen Turnvereins und des deutschen Handwerkervereins befinden, explodirt. In dem Garten befand sich zahlreiches Publikum. Wie verlautet, ist eine Person schwer und zwei Offiziere leicht verlegt worden. Sämmtliche Fenster der Attiens bierhalle und der Nebenhäuser sind zertrümmert. Vor dem Bezirksgericht und dem Kreisgericht sind ebenfalls Bomben aufgefunden worden, deren Bunten von Gendarmen gelöscht wurden. Pilsen, 9. Juli. Betreffs der bereits gemeldeten Dynamitexplosion verlautet authentisch, daß heute Nacht 113/4 Uhr im Kellerfenster der Aftienbierhalle Dynamit explo dirte. Zündschnüre und Sprengkapseln, die augenscheinlich aus einem Bergwerte stammen, wurden in der Nähe gefunden. In der betreffenden Straße sind fast alle Fenster zersplittert. Der Urheber der Explosion ist unbekannt; der Besizer des Ge= bäudes ist an dem Bergwerke in Nürschau bei Pilfen betheiligt. Weitere von Prager Blättern veröffentlichte Details sind uns begründet. dieses Vertrauen zu befestigen, erinnerte die Bagende an die Unschuld ihres Vaters, die denn doch gewiß, wie alles, an den Tag kommen müßte; an den Freund, den ihr die Anarchistengesetze werden jetzt allerorts ausgeheckt, die Borsicht zugesandt, und an die unendliche Gnade Gottes, gesetzgebenden Körperschaften Frankreichs, Italiens die auch an ihr sich wunderthätig erweisen werde. und Spaniens sind an der Arbeit, um dem Anarchismus Glaubt mir," sprach die wackere Alte dann:„ was auch den Garaus zu machen. Daß diese Bemühungen erfolglos Deine Rabbiner sagen mögen,- Ihr habt keinen anderen sein werden, weiß jeder Kenner der Geschichte der AusnahmeGott, denn wir. Er ist der einzige, der alle Menschen mit gesetzgebungen. gleicher Liebe umfaßt. Es ist freilich ein Unglück, daß Du Das französische Ministerium gönnt sich selbst an diesen Leb wohl, mein füßes Rind! Gott behüte Dich, arme noch in den Frrthümern Deiner Glaubensbrüder verstrickt heißen Sommertagen teine Sonntagsruhe, um nur im WettMaid!" hatte Dagobert bei seinem Abschiede zu Esther ge- liegst, allein der Herr wird Euch schon davon befreien, lauf der Ausnahmegesetz Fabrikanten nicht mit an erster sprochen, und dieses einfache herzliche Lebewohl war der wann es zu Eurem wahren Heil sein wird. Ich denke, Stelle zu sein. Aus Paris liegen hierzu die folgenden Berlassenen fest im Gedächtnisse geblieben. An jedem Tage Eurem Beschützer, der sich ja ohnehin der heiligen Kirche Depeschen vor: wiederholte sie wohl tausend Mal die Worte ihres Beschützers, zu weihen hat, wird das fromme Werk Eurer Bekehrung wie ein frommes Gebet, denn sie schienen ihr einen unfehl vorbehalten sein; und einen besseren Täufer findet Ihr baren Segen zu enthalten. Die gute Crescenz, die ein niemals. Bis dahin tröste Dich jedoch mit dem Beispiele seltenes Beispiel in ihrer finsteren Zeit Dankbarkeit anderer Unglücklichen, die aus ihren tiefen Nöthen zum höher achtete, denn Vorurtheil, bemühte sich, an Esther aus Herrn emporschreien und seufzen, je nachdem sie ihr Elend Kräften zu vergelten, was sie von deren Vater empfangen, offenkundig machen dürfen, oder geheim halten müssen. und war treu in der Sorgfalt, die sie dem scheidenden Geld und Gut macht nicht glücklich, die liebe Gesundheit Junter Dagobert gelobt hatte. Auf diese Weise konnte es des Leibes sogar nicht, aber die weit bessere Gesundheit denn geschehen, daß Esther auf dem Schellenhofe einige der Seele und des Gewissens, die Zufriedenheit in Herz Tage verlebte, fo ruhig, als sie nur, den Umständen nach und Haus. Siehe nur einmal die Eltern unseres ehrsamen fein konnten. In einem versteckten Giebelstübchen hausend, Junters Dagobert: Reichthum die Hülle und Fülle, und von niemand bemerkt, allen im Hause fremb, die gut- doch nicht glücklich, nicht einig." Esther horchte auf, müthige Pflegerin ausgenommen hatte sie völlige Muße, und fragte nach der Ursache. Crescentia schüttelte bedeutend ihres treuen Freundes zu gedenken, und ihres armen den Kopf, und meinte, Gerüchte, wie sie des Pöbels lügenBaters, den sie nicht sehen zu wollen dem Junker, welcher hafter Mund ersinne, zu wiederholen, gezieme einer gottesfür ihre eigene Freiheit zitterte, hatte versprechen müssen. fürchtigen Frau nicht. Meine Else hat mich auch mehr Sobald jedoch die Dämmerung heranschlich, durfte sie auch des Unheils ahnen lassen, als wirklich erzählt;" setzte die von den Gegenständen ihrer Liebe sprechen, denn Frau Alte bei: aber ein böser böser Wurm muß an dem Leben Crescenz nahm alsdann Platz an ihrer Seite im traulichen und dem Frieden der beiden Eheleute nagen. Sie sind, Kämmerlein, und geschwazt wurde von der Vergangenheit, wenngleich von derselben Mauer umschlossen, getrennt in und gebaut auf die Zukunft. Wollte nun auch Esthers ihrem eigenen Hause, und der Himmel weiß, welch' Unheil Bertrauen auf diese lettere wanken, so war die fromme noch aus all den bösen Vorzeichen sich entwickeln wird. Hauswirthin bereit, mit unzähligen Trost und Denksprüchen ( Fortsehung folgt.) Paris, 8. Juli. Der heute Nachmittag versammelte Ministerrath stellte die Grundsähe des bereits erwähnten Gefeßentwurfs gegen Aufreizung zu anarchistischen Berbrechen und Vertheidigung derselben fest, und nahm in denselben Bestimmungen auf, welche die Veröffentlichung der Verhand lungen in Prozessen gegen die Anarchisten verbieten und unter schwere Strafe stellen; auf die Herausgabe eines solchen unterfagten Berichtes wird eine Geldstrafe von 500-10000 Franken gesetzt. Die Minister treten morgen unter dem Vorsize des Präsidenten der Republik zusammen, um den definitiven Text des Gefehentwurfs festzustellen; derselbe wird morgen dem Bureau der Kammer vorgelegt und das Haus von der Regies rung ersucht werden, noch vor Schluß der Session das Gesetz zu genehmigen. Paris, 8. Juli. Der heute Abend zusammentretende Ministerrath wird über einen Gesezentwurf Beschluß fassen, wonach alle durch Aufreizung zu Mord, Plünderung, Brands stiftung, Bombenattentaten und Anschlägen gegen die Staatsficherheit begangenen Verbrechen, sowie die Verherrlichung dieser Verbrechen nicht mehr den Schwurgerichten, sondern dem Zuchtpolizeigericht zugewiesen und die bezüglichen Strafea erhöht werden. Der Gefeßentwurf soll morgen in der Kammer eingebracht werden. Paris, 9. Juli. Die radikalen Blätter greifen den Entwurf des neuen Anarchistengesetzes sehr scharf an und betonen, daß sich der Gesezentwurf nicht gegen die Anarchisten, sond«rngegendtePreßfr»ih«i� richte. Auch einzelne gemäßigte Zeitungen finden daS in dem Entwurf aufgenommene Verbot der Veröffentlichung von Berichten über die Gerichtsverhandlungen gegen Anarchisten dem Prinzip nach bedenklich und meinen, daß die richtigste Maßregel gegen die Anarchisten eine Reorganisation der Poltzei wäre. Paris, S. Juli. In der heute Vormittag unter dem Vorsitze des Präsidenten Casimir Perier stattgehabten Minister» rathssitzung rst der Text des gegen die Anarchisten gerichteten Gesetzentwurfs endgiltig festgestellt worden. Der Entwurf um- saßt 4 Artikel: Der erste verweist die durch die Presse be- gangenen Vergehen vor die Zuchtpolizeigerichte, der zirelte wendet sich gegen die anarchistische Pro- paganda durch Mrttel jeder Art, der dritte be- stimmt, daß die ausgesprochene Gefängnißstrafe, sobald sie ein Jahr übersteigt, in Einzelhaft verbüßt werden und mit nach- folgender Landesverweisung verbunden sein muß; der vierte Artikel setzt Gefängnißstrafe auf die Ver- össentlichung von Gerichtsverhandlungen gegen Anarchisten. Herr C r i s p i ist den Franzosen vorläufig über, seine Ausnahmegesehe-Entwürfe werden von den will- fährigen italientschen Parlamente bald zum Gesetze erhoben sein. Ueber dte Verhandlungen der ttalienischen Deputirtenkammer liegen die folgenden Meldungen vor: Ein von der Regierung nicht angenommenes Amendement Barzilm's wurde in namentlicher Abstimmung mit 201 gegen S1 Stimmen abgelehnt und hierauf der Gesetzentwurf, betreffend Aufreizung zu Verbrechen und Verherrlichung derselben durch die Presse, angenommen. Crispi beantragt über den Gesetzentwurf, betr. Zwangs- domizile, morgen zu berathen. Cavalotti spricht gegen den Antrag. Als zur namentlichen Abstimmung geschritten werden soll, verlassen mehrere Deputirten der äußersten Linken und anderer Fraktionen oder Opposition den Saal.(Bewegung.) Bei der Abstimmung ergiebt sich die B e s ch l u ß u n f äh i g- keit des HauseS. Die Abstimmung wird am Montag wiederholt werden. Rom, 9. Juli. Die Deputirtenkammer nahm heute in namentlicherAbstimmung mit 21S gegen 2 Stimmen(diejenigen der Abgeordneten Bovio und Marcora) den Antrag des Ministerpräsidenten Crispi an, den Gesetzentwurf über Zwangsdomizile morgen zu berathen. Die Deputirten der äußersten Linken verließen mit Ausnahme der beiden oben- genannten im Augenblicke der Abstimmung den Saal.— Am weitesten ist man in Spanien. Eine Depesche aus Madrid meldet: Der Senat genehmigte die bereits von der Kammer an- genommene GesetzeSvorlage, betreffend die Unterdrückung des Anarchismus. Die Amnestiefrnge vor der französischen Kammer' Man schreibt unZ aus Paris unterm S. Juli: Die Leser sind bereits durch telegraphische Meldung von der Zurückweisung der in der gestrigen Kammersitzung gestellten Amnestie-Anträge ver- ständigt. Daß diese Anträge keine Gnade vor den Augen der Majorität der Abgeordneten finden würden. daS war voraus- zusehen. Nicht etwa, weil dies, wie die gouvernementalen Blätter heuchlerisch behaupteten, die anarchistischen Verbrechen beschönigen hieße— denn der Pelletan'sche Antrag schloß die- selben direkt aus—, sondern weil die Amnestie blas den Gegnern des Ausbeuterthums, in erster Linie den wegen Streikvergehen Verurtheilten zu gute gekommen wäre. Das durfte aber bei- leibe nicht geschehen. Was sollte auch aus der gesellschaftlichen Ordnung werden, wenn man Leute, die sich gegen die„Freiheit der Arbeit', lies: gegen Streikbrecher vergangen, amnestirte? Das einzige, was man bestenfalls für sie thun kann, ist eine Auslese zu machen und dieselbe mit einer Maffe von Strolche» zu be- gnadigen. Das hat denn auch die Regierung gethan, indem sie Herrn Casimir Perier 374 Begnadigungen zur Unterzeichnung vorlegte. Unter dieser Zahl befinden sich nun volle 20 wegen Streikvergehen verurtheilte Arbeiter— die Regierung unterschied zwischen„Verführer' und„Verführte" und nur letztere wurden begnadigt— während der Rest der theilweise oder gänzlich Be- gnadigten aus wegen gemeiner Verbrechen verurtheilten Personen besteht. Das sind wahrscheinlich die„unverdienten Leiden", von der die Botschaft sprach und die der Regierung— befindet sich doch auch der Ex-Arbeitsminister Balhaut unter den unverdient Leidenden— so sehr zu Herzen gehen. Die anderen haben aber nur. was sie verdienen. Wer wird es da noch wagen von einer Amnestie zu sprechen?... Mifibranch des Privateigenthumes. In der fran- zösischen Deputirtenkammer richtete Lacombe an die Regie- rung eine Interpellation wegen des durch die Entlassung eines Theils der Arbeiter veranlaßten Streiks in den Kohlengruben von Graisscssac und fordert die Regierung auf, gegen diejenigen Konzessionäre von Gruben, welche die letzteren nicht ausbeuten, die Entziehung der Konzession auszusprechen. Der Minister der öffent- lichen Arbeiten, Barthou, erklärt, die Regierung könne die Konzessionseittziehmig nicht aussprechen, bereite jedoch einen Gesetzentwurf vor, durch welchen die Regierung ermächtigt wird, im Falle der Richtansbentung der Gruben die Konzession zu entziehen. Die Kammer nimmt darauf mit 336 gegen 141 Stimmen eine Tagesordnung an, welche das Vertrauen zu den Erklärungen der Regierung ausspricht. Der„Frankfurter Zeitung' wird hierzu noch auS Paris telegraphirt: Vigne-d'Octon interpellirt wegen des Streiks in Graisseffac. Die Bergwerk- Kompagnie habe 300 Arbeiter entlassen; die Uebrigen hätten das Angebot gemacht, um geringeren Lohn weiter zu arbeiten, wenn die Entlassung unterbliebe; die Kom- pagnie habe nicht eingewilligt, darum sei der Streik ausgebrochen. Der Arbeilsminister Barthou erkennt die musterhaft ruhige Haltung der Streikenden an, aber die Regierung könne- nicht interveniren, da die Kompagnie die Entlassungen vor- genommen habe infolge des Sinkens der Dividende. Die Re- gierung wird sich bemühen, den Entlassenen anderweit Arbeit zu schaffen. M i l l e r a n d sagt, die Entlassungen seien nicht aus wirthschaftlichen, sondern aus politischen Gründen erfolgt. Der neue Direktor des Bergwerks wollte die Gewerkschaften vernichten.— Mehrere radikale Tagesordnungen verlangen ein Eintreten der Regierung für die Streikenden und Entziehung des Betriebsrechls der Kompagnie.— Eine Tagesordnung Darlan's, die die Erklärung der Regierung billigt, wird mit 336 gegen 141 Stimmen an- genommen. Der Sozialist B a s l y. der sagt, diese Tages- ordnung billig- den Diebstahl, erhält einen Ordnungsruf. Die Sozialisten beantragen einen Kredit von 20 000 Fr. zur Unter- stützung der Streikenden. Der Antrag wird an die Budget- kommission verwiesen.— Wie Wahlen in Bulgarien gemacht werden, zeigt die folgende Depesche auS Sofia: Die Gemeindewahlen sind in der vergangenen Nacht beendet worden. Die Kandidaten der Nationalpartei. welche anch von der Regierung gebilligt waren, sind durchweg ge- wählt worden, die Anhänger Stambulow's und die übrigen Oppositionellen sind unterlegen. Den ganzen Tag herrschte ungestörte Ruhe. So lange Herr Stambulow am Ruder war, fielen alle Wahlen zu seinen Gunsten, jetzt, ,ido er gestürzt ist, alle zu feinen Ungunsten auS. Die Wahlfreiheit in Bulgarien kann nicht treffender als durch diese Wahlergebnisse gekenn- zeichnet werden.— Gin hereingefallener Heulmeier, oder: D i ch t u n g und Wahrheit. Das„Leipziger Tageblatt' leitartikelt ch ck. 8. Juli also: Wer sich einen annäherungsweisen Begriff von dem sozialdemokratischen ZukunftSstaate machen will, hat nur nöthig, die neuesten Telegramme von den Helden- thaten des amerikanischen EtreikpöbelS zu lesen, die erkennen lassen, daß aus dem Ausstand der Eisenbahnarbeiter ein bedrohlicher, vom Osten biS zum Westen der Union sich erstreckender Ausstand aller mit der bestehenden Ordnung un- zufriedenen Elemente geworden ist. In Chikago, Saeramento, Oakville und vielen anderen Orten ist daS Ideal der Sozialdemokratie verwirklicht oder doch semer Verwirklichung nahe. Das„Proletariat' hat daS Heft in der Hand und macht den Gebrauch davon, der ihm paßt. Wäre die Gemeinschaft der sozialdemokratischen Genossen so engelrein, so uneigennützig gerecht, so erhaben über alle niederen Leidenschaften und Regungen, wie man es im„Vorwärts' alle Tage lesen kann. im Gegensatz zu der als die Verkörperung aller Verworfen- heit und Lasterhaftigkeit hingestellten Bourgeoisie, so müßten jetzt in Chikago 2c. wahrhaft paradiesische Unschuldszuftände herrschen. Statt dessen zeigt uns die Wirklichkeit ein Bild von dämonischer Scheußlichkeit, ein wahrer Hexen- fabbath der wüstesten Erzesse, Verbrechen, welche in der Kriminalgeschichte aller Zeiten vergebens ihres Gleichen suchen würden, und als Seitenstück der vollständigen Verthiertheit des PöbelS«ine Haltung der Behörden, welche im Grunde nur als Fortsetzung derselben lauen Taktik erscheint, die daS Uebel bis zu seinem jetzigen katastrophen- artigen Umfange heranwachsen ließ. Wir zweifeln nicht, daß die Bundesexekutivgewalt der Union schließlich der Krise Herr werden und die Umstürzler, wenn es sein muß. m i t Blut und Eisen zum Respekt von Gesetz, Sitte und Ordnung zurückführen wild, aber wie viele ideelle und materielle Werthe haben inzwischen zu Grunde gehen müssen, um ein Resultat zu erzielen, dessen man fich viel«her und viel müheloser hätte ver- gewissen, können, wenn man rechtzeitig gegen die Hetzer ein- geschritten wäre! Europa würde, angesichts der diesseitigen Entwickelung der Umsturzbcwegung, sehr unweise handeln, wenn es sich gegenüber den amerikanischen Sonalistengreueln auf den pharisäischen Selbstgerechtigkeits-Standpunkt zurück- ziehen wollte. Auch bei uns ist die sozialdemokratisch- anarchistische Bewegung im vollen Vormarsch nach den gleichen Zielen begriffen, wie jenseits des Atlantic. Und wenn sie äußerlich harmloser thut, wie z. B. in Deutschland, so wird sich durch diese Heuchelei kein einsichtiger Politiker täuschen lassen. In Amerika ist daS stehende Heer so gut wie Null, die Miliz ist im höchsten Grade unzuverlässig, da sie mit den Elementen der Unordnung sympalhisirt, und militärisch fast werthlos. Das weiß der Pöbel, und darum— und darum— den Rest kann jeder sich denken—„darum" läßt der Pöbel seiner bestialischen Natur freien Lauf. Und darum ist die Moral der Geschichte: immer mehr Soldaten! Nun, wir kennen daS Lied, und den Text und auch den Herrn Verfasser, der in diesem Fall,— wie immer, wenn das denunziatorische Geschimpfe so hysterisch kreischend ist— Böttcher heißt. Und nun der Humor der Geschichte. Dieselbe Nummer des„Leipziger Tageblatts'(und verinuthlich auch noch anderer Blätter, die den Waschzettel abdrucken) bringt nach- stehendes Telegramm: San Franziska, 7. Juli. In Kalifornien herrscht offener Aufruhr. Neun Zehntel der Bevölkerung hält zu den Streikenden. Fast Jedermann, die Miliz in Sakraments inbegriffen, trägt das weiße Band, das Abzeichen der Aus- ständigen.— Die Miliz will nicht gegen die Letzteren vorgehen. In San Franziska werden unter dem Beifalle der Bevölkerung Bekannt- machungen verlesen, welche lauten: die und die Kompagnie weigert sich, zu marschiren. Die Ausständigen in Sakraments bewaffnen.sich und' exerziren; sie erhalten Patronen von den Milizen. Also„neun Zehntel der Bevölkerung", oder sagen wir es noch deutlicher: das ganze Volk, mit Ausnahme der goldhungrigen Ausbeutersippe hält den Ausstand für berechtigt und macht mit den Aus- ständigen gemeinsame Sache. Das ganze Volk, mit Aus- nähme besagter Sippe besteht nach Herrn Böttcher aus greulichen Verbrechern, die„dämonische Scheußlichkeiten" verüben. O Böttcher, Böttcher!— Nach diesem Muster- menschen und Musterreptil sind in Amerika und den übrigen Ländern blos die paar Tausend Millionäre und Milliardäre ordentliche Menschen und die anderen alle bestialische Naturen, oie mit Hinterladern und Repetir- gewehren im Zaun, gehalten werden müssen. Wenn es aber nun diesen bestialischen Naturen plötzlich einfiele, den Spieß umzudrehen, und kraft des Majoritätsrechts die Minderheit sür„bestialische Naturen" zu erklären und ent- sprechend zu behandeln?— Ter Bankrott der Freilandsidce läßt sich nicht mehr vertuschen. Aus Wien wird hierüber telegraphirt: In freiländischen Kreisen gilt nun ebenfalls die erste Freiland-Expedition für gescheitert, hauptsächlich wegen Geld- mangels und Mißgriffen bei Auswahl von Leuten, sowie wegen des nicht wohlwollenden Verhaltens der englischen Regierung. Mit größerer Frivolität ist nicht leicht ein Unter- nehmen in Anariff genommen worden, wie die Freiland- Expedition. Wir haben die Beruhigung, daß wir von An- fang an vor der Betheiligung an dem Unternehmen ge- warnt haben. Hoffentlich fallen nicht noch mehr Personen den Utopistereien der Hertzka zum Opfer.— Auch Belgien hat mit der Bürde des Kongostaates seinen Kolonialkrieg. Jetzt kommt die Nachricht von einem am 18. März statlgefundenen Zusammenstoße der Mahdisten mit den Truppen des Kongostaates. Da nur Nachrichten aus Belgien vorliegen, wird natürlich„großer Sieg" gemeldet. In Maroceo scheint eS doch noch zu Unruhen zu kommen. Die kriegerischen Riff-Kabylen rufen durch Berg- seuer zu den Waffen.— Berichtigung. In dem Artikel„Ein Weltmonopol" in Nr. IS6 des„Vorw." haben sich mehrere sinnentstellende Druck- fehler«ingeschlichen, von denen wir folgende berichtigen: Sp. 2 Z. 7 von unten Trick statt Trust, Sp. 3 Z. 14 von unten Pe- troleum-Faß- Zoll anstatt Petroleum-Tarif-Zoll. Sp 4 Z. 33. von unten t h ä t i g e r Antheilnahme anstatt stetiger, Sp. ö Z 2 von unten Mine anstatt Miene. I>srkeinsittriihke»r. Die Sozialdemokratie Dänemarks trat am 6. Juli zu einem Kongreß in Aarhus(Jütland) zusammen. Mun hat diesmal Aarhus gewählt, weil die Landarbeiter in Jütland sehr gut oiganisirt sind,«nd es ihnen leichter ist, Delegirte nach Aarhus, als nach Kopenhagen zu schicken. Der Kongreß hat, wie der„Sozialdemokrat" schreibt, den Zweck, den Kampf gegen die Solitik der Standesinteressen zu organisiren und die imier« rganisation zu befestigen, um dadurch die Machtstellung des Proletariats zu stärken. Wir wünschen ihm besten Erfolg! Et» Boykott- Flugblatt wurde im Lause voriger Woche von den Parteigenossen zu H a l l e a. S. verbreitet. Dasselbe richtet sich in erster Linie gegen das Dessauer Wald- schlößchen-vier; außerdem wird aber auch auf den Ber- liner Boykott aufmerksam gemacht und die dortige Arbeiter« schaft aufgefordert, alle Berliner Biere zu meiden. Ueber dte Kosten der strahl Gerifchs im Plauen« s ch e n Kreise zerbrechen sich die dortigen AmtsblRtchen de» Kopf unserer Parteigenossen. Der„Voigt!. Anz." schreibt: „Für die Wahl des sozialdemokratischen Parte ikassirerS Gerisch sind(nach dem„Eächs. Volksbl.") vom hiesigen sozialdemo- kratischen Wahlkomitee 3392 M. verausgabt worden. Ob da- mit die sämmtltchen Wahlkosten gedeckt oder ob auch von anderer Seite noch Wahlkosten getragen worden sind?" Diese vom blassen Neid diktirte Notiz fertigt unser dortige? Partei-Organ in treffender Weise ab. indem es schreibt: Wenn das etwa heißen soll, daß wir nach berühmten Mustern der Millionärpartei bei der Polenz-Wahl etwa nachträg- lich den Klingelbeutel herumgehen ließen oder sonstwie um Tilgung der Wahlkosten fechten gingen, dann irrt sich das Blatt. Die sozialdemokratische Partei pflegt ihre Wahlkosten zu bezahlen; wo und wie ihr die Mittel zugeflossen sind, wird sie den Gegnern nicht auf die Nase binden. Hauptsache: Keine Wahlschulden! Apropos! Sind denn nun eigenthch die 5000 M. Wahlschulden von der Polenz- Wahl her alle gedeckt, verehrter„Anzeiger"? Haben Sie vielleicht darüber Kenntniß erlangt? •» Polizeiliches, Gerichtliche»»e. — Wegen formaler Beleidigung der Leipziger Buch- drucker-Jnnung wurde der Redakteur des dortigen Buchdrucker- gehilfen-Organs„Ryform", Max Schmitz, vom Schöffengericht zu 300 M. Geldstrafe oder 30 Tagen Gefängniß und zu de» Kosten der Urtheilspublikation verunheilt. — Selbst dieunschuldigenProduktenvertheilungS- Vereine sucht man in Sachsen unter das Vereins gesetz zu stellen. In Rübenau hatten Arbeitet die Etatuten eines solchen Vereins der Marienberger Amtshauptmanuschaft ein- gereicht, worauf dies« ein Verzeichniß der Mitglieder und die Angabe der Vorstandsmitglieder verlangte. Dem Chemnitzer „Beobachter" ist eS unerfindlich, wie die AmtShauptmannschaft zu dem Schlüsse kommt, daß unter daS Vereinsgesetz ein Ver- theilungsverein gehöre, der sich mit öffentlichen Angelegenheiten aar nicht befaßt. Er empfiehlt, die Sache bis zur höchsten Instanz durchzufechten. — Wegen ihres Eintreten? für die Aufrechterhaltung o.. Boykotts waren in Magdeburg die Parteigenossen Rasen- berger, Bremer und Vater vom Schöffengericht zu je vier Wochen Haft verurtheill worden. Jetzt hat sie das Landgericht auf ihre Berufung freigesprochen. In einer andern Boykott- angelegenheit war Vater vom Schöffengericht gleichfalls ver- urtheilt worden. Das Landgericht erlannte auch hierbei auf Freisprechung, und nach der„Volksstimme" steht zu erwarten, daß er auch von den übrigen Gefängnißstrafe» frei kommt, die, mit der aber aufgehobenen zusammengerechnet. 20 Wochen ausmachen. Ebenso erzielte der Reichstags-Abgeordnete KleeS, der wegen angeblichen Boykottvergehens 100 M. Geldstrafe zahlen sollte, vor dem Landgericht Freisprechung. Die Kosten der Prozesse trägt die Staatskasse, d. h. der Steuerzahler. -Nachwehen vom Fall PeuS. Vor der Strafkammer zu Frankfurt a. M. hatte sich am 7. Juli erstens Herr Dr. Zacher, Redakteur der„Kl. Presse", zu verantworten wegen eines Artikels, in dem die Vorgänge besprochen waren, die sich aus die Entlassung des Genossen Peus aus der Unter» suchungshast wegen Erkrankung bezw. Tod seiner Frau beziehen. Die in diesem Artikel enthaltenen Thatsachen erweisen sich im wesentlichen als wahr, jedoch wird der Angeklagte wegen formaler Beleidigung(beschimpfender Worte) zu einer Geldstrafe von 100 M. und den Kosten verurtheilt, entgegen dem Antrag deS Staatsanwalts, welcher aus 200 M. lautete. Hierauf folgte die Verhandlung gegen den Redakteur dey Frankfurter„Volks- st i m m e", den Genossen Hoch. Auch er hatte jene Vorgänge bezüglich der Freilassung des Genossen Peus besprochen und zwar. wie der Staatsanwalt behauptete, so scharf, daß letzterer 10 Wochen Gefängniß beantragte. Das Gericht sprach aber den Angeklagten.frei, da die behaupteten Thatsachen wahr seien, und die Besprechung derselben als beleidigend nicht angesehen werden könne. Außerdem war Genosse Hoch wegen eines zweiten Artikels angeklagt, welcher sich gegen die Art und Weise wandte, wie Genosse Peus während seiner Untersuchungshaft behandelt worden war. In diesem Artikel war eine Reihe von Thatsachen angeführt und besprochen worden, welche seiner Zeit von der gesummten Presse, auch der bürgerlichen gebracht worden waren. Der eine Theil dieser Thatsachen stellt sich durch die Auss.'gen als wahr, die übrigen als nicht wahr heraus. Der Staatsanwalt beantragte des- halb vier Wochen Gefängniß, event. mit den oben beantragten 10 Wochen eine Gesammtftrafe von 3 Monaten. Das Gericht sieht aber auch in diesem Falle von einer Gefängnißstrafe ab, da ja die Angriffe wenigstens zum Theil auf Wahrheit beruhen und der Artikel beschimpfende Aus- drücke nicht enthalte. Es erkennt daher auf eine Geldstrafe von 200 Mark und die Kosten. Sojtsle XtcUet'lirijt. Generalversammlung des Unter st ützungsvereinS deutscher Tabakarbeiter.(Schluß.) Im weiteren Ver- lauf der Verhandlungen wurde der Antrag, die obligatorische Arbeilslosen-Unterstützung einzuführen, abgelehnt. Nach längerer Debatte wurde jedoch die Gründung einer fakultativen Zuschuß- lasse in Krankheitsfällen beschlossen. Die Kasse zerfällt in zwei Klassen. In der ersten Klasse soll bei einem Beitrag von wöchent- lich 20 Pf. eine Unterstützung von wöchentlich 6 Mark, in der zweiten bei 10 Pf. Beitrag 3 Mark gezahlt werden. Die zetzigen Mitglieder haben eine I3wöchentliche Karenzzeit, die neu- eintretenden eine solche von 26 Wochen durchzumachen. Bei normal verlaufenen Wochenbetts- Krankheiten sollen Unter- stützungen nicht gewährt werden. Die Feststellung der übrigen. nolhwendig werden Einführungsbestimmungen bleiben den Be- schlüssen des Vorstandes und Ausschusses überlassen. In einem Kalenderjahr soll jedoch nur 26 Wochen hindurch Unterstützung gegeben werden. Die Unterstützung beim Ableben der Ehehälfte wird darauf wie folgt festgesetzt: im ersten Jahre 20 M., von dort ab steigend mit jedem weiteren Jahre der Mitgliedschaft um 5 M. bis zu 60 M. Die Anträge, Umzugsgelder an sämmtliche Mitglieder zu zahlen, werden abgelehnt; die alte Fassung im Statut bleibt bestehen. Dagegen wird statutarisch festgestellt, daß der Verein Rechts- schütz gewähren kann, was bisyer seitens des Vorstandes in den meisten Fällen schon geschehen ist. Nach kurzer Debatte findet nachstehender, die Agitation be- treffender Antrag einstimmig: Annahme: Um die systematische COWO Agitation zu fördern, hat der Vorstand nach Maßgabe der Verhältnisse nachgebend, brei der Streifenden beauftragt, bei der In dem Streit der Stettiner Steinfeger, welcher nun Verhältnisse und Gebietstheile Agitationsbezirke abzugrenzen. Grubenverwaltung anzufragen, ob die Arbeiter, für den Fall, daß mehr schon die fünfzehnte Woche dauert, ist eine Aenderung Junerhalb jeden Bezirkes ist ein Ort ชิน bestimmen, fie die Arbeit zu den alten Bedingungen wieder aufnehmen wollten, bis jetzt noch nicht eingetreten. Beide Parteien beharren auss deffen Mitglieder eine aus fünf Personen zu bildende anfahren könnten. Darauf wurde ihnen der Bescheid, das vorläufig hartnäckigste auf ihren Forderungen, höchstens erklären die Kommission zu wählen haben, welche die Agitation ihres nur etwa 100 Mann etwa die Hälfte der Streifenden und Innungsmeister hin und wieder mal, daß sie unter feinen Un Bezirkes zu regeln und zu fördern hat. Seitens der Kom- die übrigen nach und nach eingestellt werden sollten. Auf die Vor- ständen von dem Lohnabzug( 20 pt.) abgehen, mag kommen. mission muß dem Vorstande auf dessen Verlangen jeder Zeit Vorstellung der Bergarbeiter, daß sie die Arbeit wieder aufzu- was will!", wohingegen die Streifenden durch ihr musterhaftes Bericht erstattet werden. Außerdem ist halbjährlich ein Bericht nehmen gesonnen feien, wenn sie ale die Arbeit wieder auf Verhalten dann zeigen, daß sie die Berechtigung der geplanten im„ Gewerkschafter" zu veröffentlichen. Die durch die Agitations- nehmen könnten und daß sie eventuell mit Feierschichten fürlieb Maßregel unter feinen Umständen" anerkennen. Natür fommission entstehenden Kosten werden vom Verein getragen. nehmen wollten, ging die Grubenverwaltung nicht ein, weil sie lich machen die Unternehmer immer noch die krampfDer Vorstand kann eventuell geeignete Kollegen an die Spige anscheinend eine Anzahl der Streifenden überhaupt nicht wieder hafteften Anstrengungen, fremde Arbeitskräfte heranzulocken. dieser Kommission berufen. Eine Resolution, wonach die einstellen will. Daraufhin beschlossen die Bergleute faft ein- jedoch entspricht der Erfolg den gemachten Aufwendungen in deutschen Tabatarbeiter aufgefordert worden, gegen das Bestreben, stimmig, den harten Kampf fortzusehen und die Arbeit nur dann feiner Weise, denn in den letzten Wochen sind gerade zwei Mann den Tabak durch die Steuerpolitik aufs neue belasten, zur ge aufzunehmen, wenn sämmtliche Streifende wieder eingestellt angekommen, welche ebenso prompt wie alle früheren Zuzügler gebenen Beit energisch einzutreten, wird einstimmig angenommen. würden. wieder abgeschoben wurden. Die Stellung der Streifenden ist Ebenfalls werden die Tabatarbeiter durch eine widerspruchslos angenommene Resolution aufgefordert, für Verkürzung der Arbeitszeit einzutreten. Damit hat die Generalversammlung ihre Arbeit beendet. Es wird zur Wahl der Vereinsbeamten geschritten. Junge wird als Vorsitzender, Lorte als Sekretär, Nieder Welland als Kassirer, Meister als Vorsitzender des Ausschusses gewählt. Meister spricht in seinem Schlußwort, über die Stellung, die er bisher im Verein eingenommen hat und hofft, daß die gefaßten Beschlüsse zur Entwickelung und Stärkung des Vereins beitragen werden. Er ermahnt unter dem Beifall der Anwesenden, fleißig weiter zu agitiren und muthvoll für die Intereffen der Tabatarbeiter einzutreten. 100 Arbeiter sind, wie der Kölnischen Zeitung" aus Coblenz gemeldet wird, im Germania Wert bei Neuwied entlassen worden. Weibliche Fabrikinspektorin. In England ist wiederum eine Frau und zwar Marie Anderson zum Fabrikinspektor ernannt worden. Ein Zeichen der Zeit. Laut amtlicher Bekanntmachung find in den Monaten März und April im Kreise Pinneberg 224 Personen wegen Bettelns resp. Landstreichens in Haft ge bracht worden. Gewerkschaftliches. " " Daß der Streit nicht schon längst zu unsern gunsten ent- feit der vorigen Woche insofern noch günstiger geworden, als es schieden ist, verdanken wir einer Anzahl Kameraden, die entgegen gelungen ist, trotz des Verbots" des Innungsverbands- Borsigendem gegebenen Versprechen die Arbeit wieder aufgenommen haben den Kuhlbrodt über 40 Mann auswärts in Arbeit zu bringen; und gleich den fistalischen Bergleuten Ueberschichte arbeiten, diejenigen, welche noch in Stettin sind, find dort jetzt abfolut wodurch die Zechenverwaltung in die Lage versetzt wird, ihren unentbehrlich zur Ausübung des Sicherheitsdienstes", d. h. zur Verpflichtungen nachzukommen, wenn auch mit großen Verlusten. Kontrolle. Unbedingt muß spätestens am 20. Juli( nicht 16., wie Genossen! Mitarbeiter! Der Kampf zieht sich in die Länge irrthümlich früher geschrieben) die Enscheidung fallen; und da und die Lage der Streifenden wird eine ernste! Wollt Ihr, daß der Geist der bis dahin Auslernenden ein thatsächlich guter ist, die Bergleute durch den Hunger getrieben der Zechenverwaltung fo ift die beste Hoffnung vorhanden, daß diefer mit feltener auf Gnade und Ungnade fich ergeben sollen? Wollt Ihr, Hartnäckigkeit geführte Kampf zu Gunsten der Arbeiter enden tönnt Ihr es zugeben, daß ein Theil der Streitenden, und wird. Bis dahin wird dringend gebeten, für Fernhaltung des besonders diejenigen, welche für die Besserstellung der ärmlichen Buzuges zu sorgen. Lage ihrer Mitarbeiter eingetreten, gemaßregelt werden? NB. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck Nein, das tönnt, das dürft Ihr nicht zugeben! Wenn irgend es in Euren Kräften steht, dann werdet Ihr dies zu verhindern suchen! Und Ihr könnt es verhindern, wenn Ihr die hier am Deister streitenden Bergleute nach besten Kräften unterstützt. Bedenkt aber, daß die Bergleute acht Wochen lang auf teine Unter stügung Anspruch erhoben haben, troßdem ihre Löhne früher recht ärmliche waren! Jeht nun find ihre Mittel erschöpft und fie sind der Unterstützung dringend bedürftig. land3, an unsere Gesinnungsgenoffen mit der Bitte, uns nach Vertrauensvoll wenden wir uns an die Arbeiterschaft Deutsch Kräften in dem Rampfe zu unterstützen und bemerken dabei, daß schnelle Hilfe doppelte Hilfe ist. In der Hoffnung, daß unsere Bitte nicht erfolglos ist, zeichnet mit Brudergruß Im Auftrage des Romitees W. Wallbaum, Bergmann. Bantorf am Deister. NB. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. An die Arbeiter Deutschlands! Mitarbeiter! Genossen! Echon acht volle Wochen tobt der hier am Deister ausgebrochene Lohnkampf! Acht Wochen schon haben die Bergarbeiter der Zeche Antonie" zu Bantorf den ihnen von der Grubenverwaltung aufgedrungenen Kampf geführt im Bewußtsein auf ihr gutes Recht; acht Wochen lang haben sie sich Entbehrungen aller Art auferlegt, um sich beffere Arbeits und Lohnverhältnisse zu erringen. Zu wiederholten Malen haben sie der Der Schuhmacherftreit in Offenbach ist beendet. Die Grubenverwaltung die Hand zu einem Vergleich geboten, aber Differenzen bei der Firma Schardt u. Komp. wurden durch die stets sind sie schroff zurückgewiesen. In der am Sonnabend, den Lohnkommission in Verbindung mit der Kommission der betr. 6. Juli, hier abgehaltenen Versammlungen wurden, dem Druck der Arbeiter zur beiderseitigen Zufriedenheit erledigt. gebeten. 6309 Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) ist das fieben Meilen von hier entfernte russische Grenzstädtchen Memel, 9. Juli. Wie das Memeler Dampfboot" meldet, Blunjan durch eine ungeheure Feuersbrunst völlig vernichtet; Biehstand ist verbrannt. Einige Kinder sind in den Flammen umgekommen, der gesammte 370 Häuser find abgebrannt, über 2000 Menschen find obdachlos. Paris, 9. Juli. Der General Ebon, welcher aus tödtete, ist vom Kriegsgerichte freigesprochen worden. Unvorsichtigkeit den Unterlieutenant Schiffmacher vor kurzem Caen, 7. Juli. Hier wurde heute der Anarchist Santo Baldi verhaftet; derfelbe ist Desterreicher, 40 Jahre alt und war Kolporteur anarchistischer Blätter. Marseille, 7. Juli. Heute Vormittag fanden 21 neue Hauss suchungen bei Anarchisten statt: 3 Anarchisten, darunter 2 Jtas liener und 1 Franzose wurden verhaftet. Hamburg, 9. Juli. Infolge eines Blitzschlages brannte am Sonnabend Abend ein der Norddeutschen Jute- Spinnerei in Schiffbeck gehörendes Magazin nieder. Das Magazin und die darin lagernden 5000 Ballen Jute waren versichert. Der Betrieb bleibt ungestört. Mittwoch, den 11. Juli, Abends 8 Uhr: 30 grosse öffentliche Volks- Versammlungen für Berlin und Umgegend. Lagesordnung: Der Bierboykott in Berlin und Umgebung. I. Kreis: Röllig, Neute Friedrichstr. 44. Deigmüller, Alte Jakobstr. 48a. * II. Kreis: Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Möhring, Admiralstr. 18c. Poppe, Lindenstr. 106. Kratz, Schönleinstr. 6. Sanssouci, Kottbuserstr. 4a. III. Kreis: Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57. Oranien- Hallen, Oranienftr. 51. IV. Kreis( Südost): Renz' Salon( Jnh. Vehse), Naunynstr. 27. Klubhaus Süd- Ost, Waldemarstr. 75. IV. Kreis( Osten): # Kolberger Salon, Solbergerstr. 23. Swinemünder Gesellschaftshaus, SwineGmünderstr. 35. Schneider's Salon, Belforterstr. 15. Jägerhaus, Schönhauser Allee 103. Charlottenburg. Bismarckshöhe, Wilmersdorferstraße. Triesethau's Salon, Sophie Charlottenstr. 94. Schöneberg. Jacob, Grunewaldstr. 110. Rixdorf. Kummer, Berlinerstr. 136. Apoldt, nesebeckstr. 16. Nieder- Schönhausen. loging Timm, Lindenstr. 25. Rummelsburg. Elysium, Landsbergerstr. 40-41. M Konkordia, Andreasstr. 64. Vowinkel, Hauptstr. 83. F861281 V. Kreis: Betonpol 35 Boltzmann, Lichtenbergerstr. 16. VI. Kreis: Reichert, Müllerstr. 7. Wedding- Kasino, Schulstraße 29.thod thi Weitere Lokale werden noch in der Mittwoch- Nummer bekannt gemacht. Referenten: Augustin, Bebel, Faber, Fischer, Frank, Gerisch, Glocke, Frau Greifenberg, Hansen, Dr. Heymann, Hilpert, Hoffmann- Pankow, Jahn, Kiesel, Ledebour, Liebknecht, Mattutat, Metzner, Näther, Pfannkuch, Pötzsch, Retzerau, Singer, Stabernack, Timm, Vogtherr, Wagner, Zadek und Zubeil. Die Boykottkommission. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pössch in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 157. Dienstag, den 10. Juli 1894. Arbeiter, Parteigenossen! 11. Jahrg. Die Einigungsversuche vor dem Gewerbegericht sind an dem Widerstande des Bier- Ringes gescheitert. Den Herren ist es noch zu früh zu Verhandlungen; der Kampf muß daher weiter geführt werden. Die Ehre der Arbeiterschaft Berlins verlangt gebieterisch ein energisches Eintreten jedes Arbeiters für die gemeinsame Sache. Wenn Ihr Arbeiter Eure Pflicht thut, kann der Bier- Ring nicht siegen. Verdoppelt also Eure Aufmerksamkeit! In teiner Werkstelle, in teinem Hause, bei keinem Ausfluge, nirgends darf ein Tropfen Boytott Bier getrunken werden! Das ist Eure Pflicht, dann ist der Sieg bald unser! Hoch die Solidarität der Arbeiter! Boykottirt find: 2. Brauerei F. Happoldt. 3. Böhmisches Brauhaus, Kommandit Gesellschaft auf Aktien, A. Knoblauch. 4. Brauerei Karl Gregory, Berlin( Adler- Brauerei). 5. Vereins- Brauerei Rigdorf. 6. Spandauer Berg- Brauerei, vorm. C. Bechmann, 6. Spandauer Berg- Brauerei, vorm. C. Bechmann, Westend bei Charlottenburg. 7. Aktien- Gesellschaft Schloß Brauerei Schöneberg. Aus dem Brauerring während des Boykotts sind aus getreten und die Arbeiter- Forderungen haben anerkannt: Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichentron, Cha rBrauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Radeberger Exportbrauerei( Brauerei Pichelsdorf). lottenburg. Die Boykott- Kommission. außerordentlich populär geworden ist. Daß diese| Zur Berichtigung. Der Gastwirth Günther, Gneisenaus 1. Schultheiß- Brauerei, Aktien Gesellschaft, Berlin Wirkung nicht beabsicht war, kann uns selbstverständlich nicht im straße 59, und der Gastwirth Jann, Schönleinstr. 6, verkaufen, wie Geringsten davon abhalten, die Thatsache an sich ausdrücklich uns von kompetenter Seite mitgetheilt wird, trotz der Richtig ( und Tivoli). festzustellen. stellung, welche sie erlassen haben, boykottirtes Bier in Flaschen. Weil die Bierlieferungen des Ringes nach auswärts, Günther verkauft Vereinsbier, Jann Happoldtbier. wie es heißt. ganz wesentlich hinter dem Voranschlag Das Sängerfeft, welches der Arbeiter Sängerbund am zurückbleiben, veröffentlicht man in der Verzweiflung die Liste der ringfreien Brauereien, was weiter nichts als eine Sonntag in Echmargendorf abhielt, wurde anfangs durch einen Empfehlung der Produkte dieser Brauereien bedeutet, die, wenn ſtarten, den ganzen Vormittag andauernden Regen beeinträchtigt. sie auch vorläufig nur auf die Gegner des Ringes wirkt, den Ge- s es den Sonnenstrahlen um die Mittagszeit gelang, die afchnannten doch manchen guten Kunden zuführen dürfte. Für Bublikums wie überhaupt die ganze Situation auf dem Festplat grauen Wolfen zu durchbrechen, war auch die Stimmung des uns arbeiten auch die Antisemiten in ihrem dunklen Drange, die Welt vom Mammonismus zu erlösen, indem sie mit der Boykott wie mit einem Schlage verändert. Unausgefetzt wälzten fich jetzt von allen Seiten Schaaren auf den, wie üblich, frage auf die Dörfer ziehen und wenn auch nicht viel, so jeden mit rothen Fahnen, sowie mit Emblemen, Büsten und Guir falls doch das erreichen, daß auch die Landbevölkerung, die so landen dekorirten Festplatz und in die Räume der schwer zugänglich ist, den Boykott bespricht. Das Uebrige be- an demselben belegenen Lofale„ Schüßenhaus" und" Sanssouci", sorgen dann schon unsere Genossen. so daß sehr bald Mangel an Tischen und Stühlen herrschte. Die Artikel im Sozialpolitischen Zentralblatt" Rösicke contra Auer sind, das" mag für etwaige Zweiffer nebenbei beegen 5 Uhr wurde die Zahl der Besucher auf 40-50 Taufend geschätzt. Infolge der Erfahrungen bei dem vorjährigen Wald merkt werden, von bester Wirkung gewesen. Die Leser haben es wird das von verschiedenen Seiten bestätigt- die richtige fest in Schönholz hatte der Verstand in diesem Jahr derartige die richtige Abmachungen getroffen, daß an ein Ausgehen des Stoffes", Nuhanwendung daraus gezogen. Es bleibt nun noch übrig, an einem typischen Beispiel dar- selbst wenn der Besuch ein noch bedeutend größerer geworden Etwa 30 Büffets, außer mit zuthun, wie geistreich eine bedeutende literarische Kraft eines wäre, nicht zu denken war. auch mit anderen Getränken großen Berliner Blattes über den Bierkrieg orakeln tann, ohne genügenden Quanten Bier auch gut verproviantirt, sowie eine Anzahl fliegender Dem Brauerring gehörten nicht an und die Arbeiter ausgelacht zu werden; typisch auch um deswillen, weil das mit Sonstigen Waaren, forgten außerhalb forderungen sind durchgeführt bei: feinste Witterung für die Klasseninteressen der Bourgeoisie Gegen 2 Uhr versammelten sich sämmtliche 211 Vereine mit bewiesen hat. Das Organ des Herrn Mosse war bei dem Wettkriechen um ihren Bannern vor dem„ Wirthshaus zum Schwan" im Gruneden Bierringes etwas ins Hintertreffen gerathen. Um die wald, um von da aus unter Führung eines Musikchors den Scharte auszuwezen wurde der ständige Feuilletonist am letzten Marsch nach dem Festplatz anzutreten. Der Wirth dieſes Lokals, Sonntag mit einem langen Artikel ins Feuer geschickt der aber Jarette, machte ein sehr verdußtes Gesicht, als feiner der zirka dermaßen von Schönheitsfehlern" mimmelt, daß man ibn faum 4000 Personen Durst empfand. Herr Jar ette hat seiner Zeit ungehindert passiren lassen kann. Wenn der Artikelschreiber in Brauerei Müggelschlößchen, Friedrich seinem Symnus auf den Bierföffel es bitter beklagt, daß man verweigert. Auf dem Feſtplaß gegen 3 Uhr angelangt, fangen die Friedrichsfeinem Vereine" offnung"- Wilmersdorf," Baget nicht"-Steglib, ungehindert paffiren lassen tann. Wenn der Artikelschreiber in der Schmargendorfer Arbeiterschaft seinen Saalzu Versammlungen teinen anständigen Tropfen Bier mehr bekomme, so und Freie Sänger"-Schmargendorf den„ Willkommengruß" Nordstern- Brauerei, Berlin. verstehen wir wohl den Schmerz des Bierphilisters von R. Brenner. Sodann ertönte das von allen Seiten gesungene Lerch u. Plettenberg. Werder a. H. zu würdigen, der sich thatsächlich eher alles Andere Arbeiter- Waterlandslied" von D. Suchsdorf und das Bruder nehmen lassen würde, als sein gewohntes Getränk. Aber * Münchener Brauhaus, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Tüddeutsche Brauerei, Karl Ring u. Ko., Berlin. Dem Brauerring gehören nicht an, Aeußerungen über die Durchführung der Arbeiterforderungen liegen aber nicht vor von hagen. * * Durch Vermittelung der Bierkommission oder auf deren Anregung führen nachstehend verzeichnete Brauereien von auswärts Bier nach hier ein: Brauerei in Wusterhausen. Exportbrauerei Nathenow. Bürgerliches Brauhaus, Dresden. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Frankfurt a. D. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Ludenwalde. Brauerei Maß, Kottbus. 11. Juli aus. montan Tokales. " Berliner Tageblatt"( von dem ist hier die Rede) allezeit die Händler" wie innerhalb des des Festplatzes für leibliche Bedürfnisse. nun " übermalt? die Gunst des inseratenspenden" an lied" von Hoff. Der zweite Theil, der um 4/2 Uhr feinen Anuns scheint, daß der Autor so wenig, wie seine gebildeten Klassen- fang nahm, umfaßte die Lieder:" Aus alten Märchen winkt es", genossen schon in die Verlegenheit gekommen sind, Rixdorfer Bereinsbier trinken zu müssen, von dem sich die Arbeiter sehr von R. Tiek) und„ Maiengruß, für alle"( von Bombelfe), gegut trennen können. Nach dem Standpunkt des Verfassers scheint fungen von einem gemischten Chor, und das mit Orchesterganz Berlin aus einem großen Hausen stumpfsinniger Biermichel begleitung zum Vortrage gebrachte Sahm'sche Bannerlied". zu bestehen, die wahllos alles Trinkbare wegsaufen. Man könnte Die Massengesänge der, drei Chngrügü0e"( von Nerk), das Wir demnach beinahe annehmen, daß das ungeheuer geistreiche Titelbild glauben an der Freiheit Sieg"( von Suchsdorf) undder Audorfder Lustigen Blätter" auch seinem Hirne entsprungen sei. Direkt schen Marseillaise bildeten den dritten Theil und den Schluß der Müller), abstoßend muß es aber auf jeden überlegenden Leser einwirken, Leistungen der Gefangvereine, welche alle sammt und sonders wenn derselbe Autor nachher die Härten der Kriegsführung be- stürmischen Beifall hervorriefen. Die vom Bundesvorsitzenden Quintern), foll bas Gerede" über Humanität bei einem Mann, der über die Sozialdemokratie, welches auf dem ganzen Festplatz begeiſter. flagt und über" Großziehung des Klassenegoismus zetert. Was Herrn Neumann gehaltene Festrede endete mit einem Hoch auf ten Widerhall fand. In den Sälen der beiden obengenannten die eventuellen Schäden des Boykotts tiefsinnige Betrachtungen Lotale wurde von 4 Uhr ab flott getanzt, in den Gärten tonanstellt und das Thatsächliche mit nichtssagenden Redensarten zertirten, ebenso wie auf dem Festplay, Mitglieder der Freien, Vereinigung der Zivilberufsmusiker und in dem Wenn der Artikelschreiber in seiner klassischen Oberflächlichkeit fich Gesellschaftsspielen hin. schließlich meint: die Verbitterung unter den Wirthen und grenzenden Walde gab man Budifern fönnte politische(!!!) Wirkungen haben, auf welche die Nur allzu schnell brach die Dunkelheit herein und ermahnte sozialdemokratischen Führer kaum vorbereitet sind", so kann man Fahrverbindungen ziemlich günstige sind, so dürfte ein derartiger zur Heimkehr in die vier Pfähle, wo die Sorge hauft. Da die das seinem Riesendurft zu gute halten. Bei nüchterner Be Berdruß, wie er den Besuchern der Waldfeste in Friedrichshagen Riesendurst zu gute halten. Bei nüchterner Be urtheilung erblickt man die Wirkung" seines Artikels zunächst darin, daß er trotz seiner fabelhaften Ignoranz doch versteht, bereitet wurde, den Theilnehmern dieses Festes bei der Rückfahrt für den Boykott Stimmung zu machen. Wir können uns nur die Gendarmen des Teltower Kreises zu dem Fest beordert wünschen, daß unsere Feinde an ihrer für uns so erfolgreichen worden. Tattit festhalten. Egyptische Finsterniß herrschte am Sonntag Abend in der Der ,, wohlthätige" Nöside. Das Kuratorium der„ Reuter- elsten Stunde auf etliche Minuten auf dem Ning- Bahnhof Stiftung"( Asyl für alte Kaufleute) macht durch das Gemeinde Schmargendorf. Trotzdem paffirte ein Zug und es hätte blatt" bekannt: Die Direktion der Schultheiß'schen bei dem großen Gedränge, wie es das Waldfest des Sängerbundes Brauerei hat uns für den Garten der„ Reuter Stiftung" ein mit sich brachte, leicht namenloses Unglück entstehen können. Dem Geschenk gemacht, bestehend in 4 Gartentischen und 24 Stühlen. vorherigen Flackern" des Lampenlichtes nach zu urtheilen, muß Wir sprechen derselben dafür unseren verbindlichsten Dank aus." es an dem nöthigen Druck des Gefes durch Wasser gefehlt Wenn Herr Röside sämmtliche Tische und Stühle, die durch den haben. Bierboykott in seinen Lokalen überflüssig werden, verschenken wollte, dann könnte er bald mehrere Dußend ähnlicher Stiftungen beglücken und dafür mehrere Dugend gleicher Dankestundgebungen einernten. Das wäre doch wenigstens ein Ersatz für den entgangenen Verdienst. an " " Nach Wilhelminenhof! = " = war am letzten Sonnabend die Die Sprechstunde von 12-1 1hr fällt vom 7. bis Der Berliner Bierboykott und die Presse. Das wäre ein prächtiges Thema für eine größere Abhandlung. Wer wiffen will, wie„ öffentliche Meinung" gemacht wird, und wie stöckerisch die Stützen der bürgerlichen Gesellschaft" mit der Wahrheit umspringen, der muß die Nachrichten der Presse über den Stand des Berliner Bierboykotts lesen. In Berlin, seinem Hauptquartier, treibt es der Brauerring schon arg genug, allein in Berlin ist zufälliger Weise auch das Hauptquartier der Sozial: demokratie und die Lügenbäume können nicht in den Himinel wachsen. Aber außerhalb Berlins hat der Brauerring freien Spielraum, und kann ungenirt seine Wünsche und Phantasien als Wahrheit auftischen. Niemals seit der famosen ZukunftstaatsDebatte im Reichstag hat die Solidarität unserer Gegner sich glänzender bethätigt, als im jezigen Augenblick, läßlich des Berliner Bierboykotts. Mit Ausnahme unserer Losung des Verbandes der Metallarbeiter Berlins und Umgegend und zweier oder dreier und vieler Freunde und Freundinnen seiner Mitglieder. Es anständiger Organe anderer Parteien ist die gesammte galt, in dem prächtig an Wald und Wasser( Oberspree) gelegenen deutsche Presse im Dienst des Berliner BrauerRiefenlokal ein Sommernachtsfest zu begeben, welches der Ver Welch ein Gesindel es zum Theil ist, das die boykottirten band arrangirt hatte. Von diesem gemiethete 18 große Dampfer rings. Demokratisch freisinnig nationalliberal ultratonservativ einerlei, in brüderlichster Harmonie Brauereien unterstügt", lehrt eine aus Dresden in die der Gesellschaft" Stern" besorgten die Beförderung der über tanzt alles um das goldene Kalb, auf dessen Rücken der Bier- Frankfurter Beitung" gerichtete Zuschrift, in der es heißt: 5000 Festtheilnehmer, welche sich je nach ihrer Neigung Gegen den von seiten der Sozialdemokratie über die Wald- amüsirten. Man lauschte den Klängen einer Berufs fönig Röside fich spreizt. In allen Zeitungen dieselbe Mache, und ben Melodien vom dieselben Lügen, so daß das Publikum, insoweit ihm nicht die schlößchen- Brauerei verhängten Bierboykott versuchen neuerdings mufiter Rapelle Gefang die Sozialdemokratische Presse zur Verfügung steht, auf das Schmäh- die antisemitischen Reformer" praktisch anzukämpfen. Sie verein Nordwacht" gut vorgetragener Arbeiterlieder, lichste getäuscht wird. Die Frivolität" der Sozialdemokratie, die haben zu diesem Zwecke die ihnen zur Verfügung stehenden wunderbar schöne Sommernacht genießend. Ein großer Fackels diesen Streit vom Baune gebrochen hat, wird nur von ihrer Rau- Antisemiten und die allerurteutscheste Jugend, die sich in zug und ein sehr hübsches Land- und Wasserfeuerwerk gaben dem Dummheit" und" Berblendung" übertroffen, denn eine schmäh den Jugend- und Jünglingsvereinen zusammenfindet, in be- ganzen Vergnügen gemäß seinem Charakter als Sommernachtsliche Niederlage der Sozialdemokratie ist sicher. Ja sie ist bereits sonderen Trinter Kompagnien militärisch organisirt, die fest die richtige Weihe. Einen recht netten Eindruck machte es eine vollendete Thatsache in den Spalten der gegnerischen namentlich an Sonntagen ausrücken, um alle Waldschlößchen auf den Zuschauer ans der Ferne", die Unmasse der PapierBlätter. bier führenden Wirthe durch die That zu unterstützen. Daß auf laternen sich durch den Wald bewegen zu sehen. Am Sonntag Ja, wenn sich Schlachten durch Lügen gewinnen ließen, dann diese Weise viele unschuldige teutsche Jünglinge geradezu der Morgen zwischen 6 und 9 Uhr rückten die Dampfer, von Berlin hätte der Brauerring unter Rösicke's Oberbefehl den gloriofesten Böllerei in die Arme getrieben werden, scheinen die Leiter tommend, wieder heran, um die„ Ruhebedürftigen", wie sich das nicht zu bedenken. Mit welchen verwerflichen Mitteln seitens dieser Festprogramm ausdrückt, in ihre derzeitige ftidige Heimath, den Sieg bereits in der Tasche. Schade nur, daß die Lügenartikel der gegnerischen Beitungen Rabau- Antisemiten gegen den Boykott und zu gunsten der boykottirten Steinhaufen Berlin, zurückzubefördern. Für die letzten der Heimdie Berliner Arbeiter und die Sozialdemokraten nicht aus der Brauerei angekämpft wird, das zeigt auch eine neuerdings ein- tehrenden hatte Jupiter pluvius leider eine im Moment recht Welt heren tönnen. Und wenn der Bierkönig Röfice, gleich gelaufene Meldung aus der sächsischen Schweiz. Dort erschienen fatale Ueberraschung in petto. Nun, kein Vergnügen ohne Regen, feinem asiatischen Vorbild, dem Goldfönig Midas, seine geheimsten dieser Tage beim Wirth des Amselfalles mehrere Herren, die ihn so will es dieser Sommer! Gedanken dem Schilf anvertraute, dann würde es im Röhricht veranlassen wollten, eine bereits auf einer Postkarte niederZum Nebelwerden ist die Anreißerei, die einige Schmutzfichern und lispeln: Midas hat Eselsohren und Rösicke hat geschriebene Bestellung auf Waldschlößchen- Bier unterschriftlich zu blätter gelegentlich des Falles Kotze" üben. Den widerwärtigen vollziehen. Als der Wirth die Bestellung ablehnte, ließen die Die Antiboykotter an der Arbeit, oder Reklame wider Herren ihren Gefühlen freien Luf, deforirten die Tischdecke mit Klatsch, der sich um das Malheur des Hofmannes gesponnen, den Gepflogenheiten Willen. Je höher die Fluth steigt, desto krampfhafter werden( also Boykott gegen Bontott!) und schnitten sogar dem wir folgende Marktschreiereien hervorheben: den Abdrücken des Stempels: Kauft nicht bei Juden!" hat das„ Kleine Journal", getreu vom Mühlendamm, in einem Artikel verarbeitet, aus die Anstrengungen der Gegner, die nur zu gut fühlen, daß sie Risse mit dem Messer hinein. Das ist die urteutsche Art, mit Wir würden unseren Lesern spaltenlange Berichte darzubieten auf schwankendem Grunde stehen. Mit Gewalt soll die öffent: welcher die Herren Reformer für ihre Sache eintreten! haben, wollten wir ihnen von den uns dargebotenen und vorliche Meinung zu ungunsten der angegriffenen Arbeiter umgestimmt werden. Man tann wirklich nicht sagen, daß In einer Anzeige, welche sich in der 1. Beilage unseres gelegten hochpolitischen, sozialen und kriminalistischen Relationen Wir die Strategen dieses Feldzugs jemals mit ihren Mitteln Blattes befindet, wird von dem Gastwirth Herrn Heinrich Sa ß, auch nur den kleinsten Theil zugängig machen. targten oder wählerisch in der Anwendung derselben waren, Markgrafenstr. 102, Schultheiß- Bier empfohlen. Der Juhalt dieser kennen demzufolge jedes Detail dieser Reise vom ersten bis zum ebenso wenig läßt sich die Bereitwilligkeit der mit diesem Geschäft Anzeige beruht, wie wir zur Rechtfertigung des Herrn Saß mittheilen letzten Augenblick; wenn weder die Familie v. Roze, noch ihr Beauftragten in Abrede stellen. Dieses alles muß man im Auge wollen, auf einem bedauerlichen Frrthum, den wir hiermit durch Vertreter, noch wir jetzt mit den Einzelheiten hervortreten, so behalten, um den Effekt der Maßnahmen zu würdigen, der in die ausdrückliche Berichtigung wieder gut machen, daß Herr Saß sollten diejenigen Blätter, deren Zahl, unserem Vorgang fol nicht geringem Grade darin besteht, daß der Boykot tweder Schultheißbier noch sonst ein boykottirtes Bier verschänkt. gend und sich täglich mehrend, Schulter a Schulter für fich blamirt. = " eine wahrhast gerechte Aufklärung der Sache eintritt sich bestreben, in gleicher Weise mit ihren unklaren Jnfor r ationell zurückzuhalten, so lange wir nicht auch hier das Signal zum Avauciren aus der gangen Linie geben. Und so weiter— leider ohne Grazie! Wir können dem Herrn v. Kotze unser tiefes Mitgefühl nicht versagen. Nicht wegen der anscheinend unschuldig erlittenen Untersuchungshaft; das ist ein Pech, das im Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte auch den Ehrenwerlhesten treffen kann. Wohl aber thut er uns leid wegen seiner..... Kammer knechte. Welch ein Gefühl des Ekels muß ein Mann empfinden der derartig von Wanze» gepeinigt wird, dessen Nase den Duft solch widerwärtigen Geschmeißes einathmen muß. Wie es scheint, ist der arme Zeremoniennleister nicht einmal im Stande, das häßliche Ungeziefer von sich abzuschütteln. Eine furchtbar pein liche Situation! Roch eine elektrische Bahnverbindung zwischen Berlin und dem 1896 er Ausstellungsterrain ist, wie eine Lokalkomspom denz meldet, seitens eines englischen Konsortiums geplant. Das selbe beabsichtigt von einem Grundstück in der Nähe des Görlitzer Bahnhofes aus eine elektrische Bahn anzulegen, die sich kurz vor Treptow in eine Tunnelbahn verwandelt, unter der Spree hin weggeführt wird und dann auf der Herrn Zenner gehörigen Rohrinsel, die jetzt„Neu-Spreeland'' getauft worden ist, die Passagiere mittels Elevators wieder an die Oberfläche befördern will. Bon hier aus sollen die Besucher mittels einer eisernen Brücke auf das Festland zurückgelangen. Ein Franenmord ist am Sonnabend Nachmittag in Schöne berg begangen worden. Ein Tischler aus Groß-Lichterfelde be- merkte in der Nähe eines Roggenfeldes am Priesterweg bei der Potsdamer Bahn zwischen Friedenau und Schöneberg eine große Blutlache, einige Meter entfernt eine zweite und eine dritte in dem Roggenfelde selbst. Es fand sich die Leiche einer etwa 30jährigen Frau mit zwei Messerstichen in der rechten Seite des Halses. Das Opfer trug einen rothen Rock und weiße Unterkleider. Ein verrostetes Taschenmesser mit einem Horngriff und ein Tischmeffer fanden sich in der Nähe des Tbatorles. Bei der Leiche wurde ein weißes Taschentuch mit einem Monogramm V.L. vorgesunden, ferner eine Rechnung von der Firma Galland u. Gallewski, Berlin, Spandauerstr. 39, aus den Namen B. Lange lautend. Ein Packet mit Bettzeug und anderem Stoff lag auf der Leiche. Bei den Sachen befand sich ein Portemonnaie mit etwas kleinem Gelde und ein Zettel mit einer sechs stelligen Zahl, wobl einer Lotterienummer. Der Kriminal kommissar Wolff und Polizeirath von Grave sowie der Ver. treter des Amksvorstehers von Schöneberg trafen bald nach 6 Uhr am Thatorte ein. Die Leiche wurde nach dem Schau- Hause in Schöneberg geschafft. Die Ermordete ist die i» Schöne- berg, sedanstr. 52, wohnhafte 35jährige Ehefrau Bertha Lange Der Mann war arbeitslos und die Frau betrieb seit längeren Jahren einen'HausirHandel mit Blousen, Schürzen und dergl., die sie bei der oben angegebenen Firma kaufte. Am Sonnabend hatte sie kurz nach 3 Uhr das Geschäft verlassen, um nach ihrer Wohnung zu gehen. Diese liegt nur 5 Minuten von dem That orte entfernt. Kinder hatte die Ermordete nicht. Sofort nach Ermittelung des Namens der Tobten begab sich der Kriminah kommissar Wolff mit Schöneberger Polizeibeamten nach der Lange'schen Wohnung, wo nach kurzer Untersuchung zur Ver- Haftung des Malers Lange geschritten wurde. Die sofort vor- genommene gründliche Haussuchung förderte jedoch kein Resultat; als belastend für den Ehemann wird angesehen, daß derselbe sich um 9 Uhr zu einer Nachbarin Frau Franz geäußert: »meine Frau bleibt so lange, der ist ein Unglück passirl. Lange ist ein nüchterner, solider Mensch, und dasselbe gilt von der Ermordeten. Frau L. hatte noch eine Stelle als Wirlh schasterin bei einer Frau Lehmann in der Sedanstraße; dorthin Halle sich L. am Sonnabend Nachmittag begeben, um seine Frau zu vertreten. Um 6 Uhr war er in seiner Wohnung gesehen worden, und von 7—9 Uhr Abends stand der Mann auf der Straße und sprach mit Bewohnern des Hauses darüber, daß ihn das Ausbleiben seiner Frau sehr beunruhige. Um 19 Uhr ver- ließ L. die Wohnung, indem er die merkwürdige Aeußerung that: »Jetzt muß ich meine Frau suchen, gleichviel ob ich gehe oder fahre." Um 11 Uhr kam der Mann wieder nach Hause; eine halbe Stunde später erfolgte die Verhaftung. L. leugnet die That energisch; eine Vernehmung, welche der Vertreter der Staatsanwaltschaft beim Landgericht II mit Lange anstellte, blieb ohne Resultat. Tagegen wurde festgestellt, daß Frau Lange bei ihrem Hausirhandel stets einen Korb bei sich hatte, in welchem sie die verkäuflichen Waaren trug. Dieser Korb ist bei der Leiche nicht vorgesunden worden, ebenso wenig diejenigen Gegenstände, welche Frau L. den Sonnabend Nachmittag bei Galland u. Gallewski gekauft hatte. Ob die Hausirerin den Korb etwa bei Bekannten abgestellt hat und dadurch veranlaßt worden, von der Hauptstraße abzuweichen und den„Priesterweg" zu passiren, ist noch nicht festgestellt. Der Vorgang muß sich nach Annahme der Behörde folgender- maßen abgespielt haben: Es hat sich nach dem ersten Angriff des Mörders zwischen diesem und seinem Opfer ein Ringkampf entsponnen, im Verlaufe dessen der Thäter die L. niit dem linken Arm an sich preßte, während er mit der rechten das Taschen- meffer zog. Er schlug dann mit der Waffe zweimal zu, und die von oben nach unten geführten Stiche durchschnitten die Schlag- «der. Frau L. hat nicht um Hilfe gerufen, sie ist sofort zu- sammengebrochen, erhob sich, taumelte einige Schritte weiter und wurde dann von dem Verbrecher ins Kornfeld geschleudert. Die ganze Szene muß sich innerhalb drei Minuten abgespielt haben. Nach dieser allerdings durch den Thatbestand bestätigten Dar- stellung erscheint es zweifelhaft, ob die Absicht eines Mordes vorlag.— Mehrere Verhaftungen, die vorgenommen wurden, blieben ohne Resultat. Erwähnt sei, daß auch ein Händler fest- genommen wurde, der eine blaue Blouse trug, an der sich ziem- lich frische Blutflecke befanden. Der Jnhaslirte giebt an, daß die Flecke von einer noch an der Hand befindlichen Verletzung herrühren; bisher war er nicht in der Lage, sein Alibi Nachweis- lich anzugeben. Leider war die Nekognoszirung dieses Mannes durch die Zeugen, welche den muthmaßlichen Mörder fliehend ge- sehen, nicht möglich, da sich keiner die Personalien des Thäters genau gemerkt hat. " gegen ihn gehegte Verdacht in Montag aus der Hast entlassen Fahrgästen Uhr jene Und da Lange ist, da sich der keiner Weise bestätigt hat, am worden. Es wird vielfach behauptet, daß die That von eines Wannseebahnzuges, welcher zwischen 4'/- und 5 Stelle passirte. gesehen und davon erzählt worden ist. thatsächlich der Mord gerade in jener halben Stunde ausgeführt worden sein muß, weil die Frau Lange um 4 Uhr noch in Zehlen- dorf gewesen ist und gleich nach 5 Uhr schon als Leiche auf- gefunden wurde, so erscheinen die Angaben über Beobachtungen oom Zuge aus als der Wahrheit entsprechend. Die Polizei- behörde läßt daher diejenigen, welche die That aus dem Zuge gesehen haben, ersuchen, sich beim Berliner Polizeipräsidium oder beim Amtsvorsteher in Schöneberg zu melden. Wegen der jetzigen hohen Temperatur ist, wie gemeldet wird, den Truppentheilen aufs neue eingeschärst worden, den Vormittagsdienst und insbesondere die Ucbungen im Gelände .huulichst um 10 Uhr zu beenden und den Nachmittagsdienst .licht vor 4 Uhr zu beginnen. Hoffentlich richtet man sich aller- ,eits peinlich danach. Leicht ist es um ein Menschenleben ge- ��Uebrigens sieht in diesem Punkt die militärische Praktik churmhoch über der des Unternehmerthums. Da muß selbst die .chwächlichste Fabrikarbeiterin rastlos schaffen, mag das Thermo- metrr so viel Grad Wärme zeigen, als ausreichend ist, um dem Körper den letzten Wassertropfen abzuzapfen. In der bürgerlichen Gesellschaft hieße es natürlich nebelhafte Utopisterei treiben, wenn »an fordern»vollle, daß bei übermäßige« Temperaturverhält. niffen die Vormittagsschicht früher beendet und die Nachmittags- schicht später begonnen werden solle, selbstverständlich ohne daß dem Arbeiter daraus ein Lohnausfall erwüchse. Aber daß selbst eine solche, doch sicherlich„an sich" nur vernünslige Forderung, wozu die Natur gewissermaßen zwingt, und wofür die.Siesta' der Herren Chefs Beweis ist, nicht durchgeführt werden kann, ohne„das ganze Geschäft in Verwirrung zu bringen", wie man behaupten würde, das beweist die abgrundtiefe Jämmerlichkeit derselben bürgerlichen Gesellschaftsordnung, wofür Herr Eugen Richter bereit ist, den letzten Tropfen— Tinte zu verspritzen. Elendsstatistik. Im Männerasyl des Berliner Asylvereins für Obdachlose nächtigten im Monat Juni 9252 Personen, von denen 8239 badeten. Im Frauenasyl nächtigten 1021 Personen, von denen 72 gebadet haben. Der Verein giebt bekannt, daß sein Arbeitsnachweis für Männer Büschingstraße 4 und für Frauen Füfilierstraße 5 ist. Frau Finke, Kottbuser Damm 101, erklärt auf die kürzlich von uns gebrachte Nachricht über ihre Verhaftung, daß sie wohl am Mittwoch Abend wegen Brandstiftung sistirt, aber am Donnerstag Nachmittag wieder entlassen sei. Es habe sich nicht der geringste belastende Anhalt für ihre Schuld ergeben. Großartige Fälschungen von italienischen Werth papieren sind in Berlin entdeckt worden. Die italienische Negierung hat bei der jetzigen Konvertirnng der fünfprozentigen Rentenbriefe Werthpapiere über je 1000 Lire als gefälscht zurück- gewiesen. Dies Verfahren hat von Seiten der letzten Inhaber solcher Papiere rückwärts laufende Prozesse hervorgerufen, weil jeder Inhaber die Fälschung bestreitet und den Vorbesitzer regreß- pstichtig machen wollte. Derartige Klagen schweben jetzt bei dem hiesigen Zivilgerichte. Die Fälschungen sind in großartigem Umfange betrieben worden, und der Fälscher hat in jedem einzelnen Falle 990 Lire eingeheimst. Wo die Werkstatt zu suchen ist, darüber ist man bisher zu keinem Anhalt gekommen. Hiesige Privatleute haben großen Schaden erlitten. Expreßgnt-Beförderung. Eine der neueren Einrichtungen der preußischen und der übrigen deutschen Vahnen, die an- scheinend noch wenig bekannt ist, ist die Gepäckbeförderung ohne gleichzeitige Lösung von Fahrkarle», Expreß-Befördcrung genannt. Hiernach"können Güter aller Art, welche sich zur Beförderung im Packwagen eignen, auch ohne Vorzeigung einer Fahrkarte ans Gepäckscheine aufgegeben werden. Der Frachtberechnung wird die normale Gepäckfracht für mindestens 20 Kilogramm zu Grunde gelegt. Als Mindestbetrag werden bei der Be- förderung in Personenzüge» 0,50 M., in Schnellzügen 1 M. erhoben. Ter Gepäckschein wird dem Absender eingehändigt oder aus Ver- langen der Sendung beigegeben, wenn die letztere mit der vollen Adresse des Empfängers versehe» ist. Am Bestimmungsort wird die Sendung gegen Rückgabe des Gepäckscheines bezw. dem zur Abnahme sich meldenden Adressaten oder dessen Beauftragten gegen Quittung ausgeliefert. Wird das Gut von dem Adressaten innerhalb einer Stunde nach Ankunft nicht abgeholt, so wird er vom Eingangs benachrichtigt. Eine eisenbahnssitige Zuführung des Gutes in die Behausung des Empsängers findet nicht statt. Für die nach Berlin bestimmten Sendungen kommen andere Be- stimmungen in Anwendung. Die mit der Adresse des Empfängers versehenen Sendungen werden dem Adressaten durch die„Ber- liner Packetfahrt-Gesellschaft" zugestellt, sobald nicht vom Ver- sender„Selbstabholung" oder„Bahnhof lagernd" vorgeschrieben ist. Unter den gleichen Bedingungen können auch Hunde und sonstige kleine Thiers in Käfigen befördert werden. Nachdem die Abtheile der IV. Wagenklasse fast durchweg mit Bänken ausgestattet sind und dadurch die Mitnahme zu großen und umfangreichen Reisegepäcks unthunlich gemacht ist, von der Bahnverwaltung in dem früheren Maße, selbst wenn es angängig ist, auch nicht mehr geduldet wird, so ist die oben ge- schilderte Maßregel für die die alleinigen Benutzer der genannten Wagenklasse abgebenden Proletarier, die ihr Gepäck unmittelbar vor der Reise oder mit demselben Zuge befördert wissen wollen, von Wichtigkeit. Freilich, daß die Eisenbahuverwaltung es ver- standen hat, die durch die Ausstattung der IV. Klasse mit Bänken erwachsenen Kosten wieder einzubringen, beweist auch diese neue Einrichtung. Ebenfalls noch wenig bekannt ist eine im Berliner Vorort- verkehr bestehende Einrichtung, die es ermöglicht, Gepäck, u. a. auch Kinderwagen, gegen Lösung eines besonderen Passagier- billels mit demselben Zuge— auch an den Sonntagen— be- fördern zu lassen. Denjenigen Proletariern, die ihren jüngsten Nachwuchs sonst„per Achse" mit sich führen, wird hierdurch die Gelegenheit zum Besuch von Wald und Flur bedeutend er- leichtert. AnS dem B rliner Aquarium wurde vor einiger Zeit berichtet, daß dort zum ersten Male die Eiertrauben eines zehn- Tißigen Weichthieres, des auS dem Mittelmeere stammenden echten Tintenfisches(Sepia), zu sehen seien. Die Hoff- nung, sie möchten ihre Entwicklung hier vollenden, hat sich er- üllt. dieser Tage sind die ersten Jungen ausgeschlüpft. Was die Entivickelung der Tintenfische so bedeutsam macht, ist, daß sich der Embryo aus einer Keimfcheibe des großen Dotters heraus- bildet, das bis zum Ausschlüpfen, ja oft noch nach dem Ver- lassen der Eihülle, als ein unsehnlicher, vorn am Kopf unterm Munde sitzender Dottersack erscheint. Dadurch weichen die Tintensische von allen übrigen Weichthieren ab und stellen sich den höheren Wirbelthieren an die Seile. Die soeben ins Frei- leben eingetretenen kleinen Wesen, die hier und im Binnenlande überhaupt noch nicht und in den Küstenländern auch kaum bekannt sind, stellen sich als grauweiße, im Verhältniß zur Größe der Alten winzige, nicht einmal haselnußgroße, flache Geschöpfe dar, die bei gewöhnlicher Betrachtung von außenher wohl die beiden Augen, aber noch nicht die bei den erwachsenen Thieren so ausfallenden Körper- anhänge erkennen lassen. Meist ruhen sie am Boden des Beckens. den Kopstheil nach unten gerichtet, nur zuweilen steigen sie i» die Wasserschichten und an die Oberfläche des Behälters hinauf, wobei sie sich langsam und stetig oder aber stoßweise fortbewegen. In deniselben Becken, dem vorletzten auf der rechten Seite des oberen Grottenganges, bemerkt man eine Kolonie seltener, kleiner, grünblauer Seesterne, die mit den reichen Sendungen von der Adriastation Rovigno eingetroffen sind und sich durch die außerordentlich verkürzten fünf Arme, infolge dessen sie wie kleine Kuchen mit eingebuchteten Seilen aussehen, von allen anderen Seesternen, deren jetzt im Aquarium an zehn Arten vor- Händen sind, unterscheiden. In einem Rufall geistiger Umnachtung stürzte sich am Montag Morgen die Ehefrau des Bauunternehmers und Guts- besitzers Orth von dem Dach des Hauses Neue Schönhauferstr. 5 auf die Straße nieder. Die Frau wurde in bewußlosem Zu- stände in ein Krankenhaus gebracht. Einem Mann, der in dem llnglücksmoment vor dem Hause vorbeiging, wurde durch den allenden Körper glücklicherweise nur der Hut vom Kopf gestreift. In der städtischen Badeanstalt an der GchillingSbriicke ist am Sonntag Vormittag 8 Uhr der 20jährige Erich Passow, der dort in Gemeinschaft mit seinem Vater und seinem älteren Bruder badete, plötzlich vom Gehirnschlag befallen worden und aus der Stelle gestorben. Einen Einbruch verübte in der Nacht vom Eonnabend �um Sonntag der Arbeiter Pfaff in Schöneberg. Er stahl bei sem Restaurateur Stabenski»n Wilmersdorf, Berlinerstraße, zwei große Kruken Schnaps, ein Teschin und zwei Kisten Zi- garren. Zu seinem Unglück retirirte er über den Bahndamm und lief gerade den bei der Leiche der ermordeten Bertha Lange postirten drei Gendarmen in die Hände, welche sofort den ver- dächligen Menschen nach dem Polizei-Amt brachten; hier gestand er. die Sachen gestohlen zu haben. Anscheinend ittfolge von Hitzschlag bewußtlos geworden. wurde am Sonnabend Vormittag ein Mann, Namens Dolle, vor dem Hause Kastanien-Allee 72 aufgefunden und nach der Charitee auf Veranlassung des 61. Polizeireviers gebracht. Dort ist er an demselben Abend gegen 7 Uhr gestorben. Wahrscheinlich durch den plötzlichen Sturz zu Boden hatte er sich noch einen Schädel- bruch und eine damit verbundene Gehirnerschütterung zugezogen. DaS Opfer eines brutalen UeberfallS wurde am Sonn» abend Abend der Arbeiter Lehmann aus Britz. Derselbe hatte vor einiger Zeit einem Nachbar Namens Busse einen Spaten geliehen, den er sich am Sonnabend Abend zurückholen wollte. Ohne jede Veranlassung wurde nun Lehmann von Busse und dessen Ehefrau nach deren Wohnung, die hinter ihm verschlossen wurde, hineingezogen und dort von dem Ehepaare und einem Schlafburschen überfallen. Mit einem Gummischlauch und Stöcken wurde der bedauernswerthe L. nun dermaßen mißhandelt, daß er aus zahlreichen Wunden blutete. Dann warf man den Miß« handelten, der eben erst von einer schweren Krankheit genesen war, auf den Treppenflur, wo mitleidige Nachbaren sich seiner annahmen. Der Schlafbursche, ein äußerst gewaltthätiger Mensch, ist bereits in Haft genommen. Bähnsteig-Bureaukratie. Mit der Frage,„bezüglich Er» Hebung von Gebühren" für das Betreten der Bahnsteige wird stch demnächst das Amtsgerichts I Hierselbst zu beschäftigen haben. Vor einigen Tagen wollte der in der Neuen Königstraße wohnende Kaufmann H. nach Lichterfelde fahren; er löste sich am Schalter des Anhalter Bahnhofes ein Billet dorthin, wobei der Cchalterbeamte äußerte:„Sie müssen sich beeilen, dann kommen Sie noch mit". H. lief schnell nach dem Bahnsteig hinauf, erreichte jedoch den Zug nicht mehr, denn derselbe fuhr grade ab. Ter Zuspätgekommene ließ nun seine Fahrkarte für einen der Nachnnttagszüge vom Stationsvorsteher bestäligen und schickte sich dann an, den Bahnsteig zu verlassen. Das gelang ihm zedoch nicht, denn H. sollte erst— 10 Pfennig für das Be- treten des Perrons bezahlen! l— Tie Gegeneinwendungen de? Kaufmanns, der erklärte, daß er doch eine Fahrkarte gelöst habe, waren vergeblich, er mußte die 10 Pfennige entrichten, weil»r den Bahnsteig betreten, ohne mit einem Zuge angekommen oder abgefahren zu sein! Herr H. will gegen die Eisenbahndirektion klagbar werden, um sestzustellen, ob die Bahnverwallung zur Erhebung einer solchen Steuer berechtigt ist oder nicht! Nebertriebener Diensteifer. Einen guten Fang glaubte der Schutzmann gemacht zu haben, welcher letzthin den Handels« mann L. zur Polizeiwache in der Muskauerstraße sisttcte. Letzterer saß auf einer Bank am Mariannenplatz mit einem anderen Parteigenossen, welchem er tm Laufe des geführten Ge- spräches ein Packet Zeitungen zeigte, welche er sich zu AgitaliouS- zwecken besorgt hatte. Ein diensteifriger Schutzmann witterte in diesen Zeitungen Kontrebaude, verbotene Druckschriften, und ühlte sich in dieser Annahme um so mehr bestärkt, als er bei näherer Besichtigung eines Exemplars nicht in der Lage war. die Druckschrist lesen zu können. Es hals kein protestiren, L. und eine Zeitungen mußte» unter der obligaten Kindergefolgschaft mit zur Polizeiwache. Hier stellte es sich denn heraus, daß der pflichteifrige Beamte einen argen Mißgriff begangen hatte. Die loufiszirten und arretirten armen Zeitungen entpuppten sich als gänzlich unverbotene Druckschriften, die der betreffende Schutz- mann nur aus dem Grunde nicht zu lesen vermochte, weil es— polnische Zeitungen waren, Nummern der„Gazeta Robotnicza", welche zur Agitation unter den Ziegeleiarbeitern der Umgegend Berlins dienen sollten. Wegen zahlreicher Unterschlagungen wurde vor einiger Zeil der Uhrmacher Johannes Scholl aus der Müllerstraße 164 in Untersuchungshaft genommen. Die Kriminalpolizei hat in seinem Geschäft eine große Anzahl von Pfandscheinen ge« funden, die meist über Uhren lauten, die Scholl zur Ausbesserung erhalten, aber nicht wieder gangbar gemacht, sondern verpfändet hat. Einige Eigenlhümer sind im Laufe der Zeit ermittelt worden und haben die Pfandscheine über ihr Eiaenthum zuWick- erhalten. Der größte Theil aber ist noch unbekannt geblieben. Die Kriminalpolizei ersucht nun alle Personen, die Scholl Uhren anvertraut haben und noch nicht in den Besitz ihres Eigenthums gelangt sind, sich im Zimmer 331 des Polizeigebäudes in den Vormittagsstunden zu melden. Bei entsprechendem Nachweis können sie dort die Pfandscheine sofort in Empfang nehmen. Wieder ist ein ungetreuer Kasstrer durchgegangen. Der Kasstrer der Kaiser Wilhelnistraßen-Baugesellschast, Wolff- sohn, hat am Sonnabend Nachmittag S1/» Uhr unter Mitnahme von 48 000 M. das Gcschäftslokal der Gesellschaft verlassen und ist nicht wieder dahin zurückgekehrt. Er hatte sich nach seiner in der Thiergartcnstraße gelegenen Wohnung begeben, dort seinen Koffer abgeholt und ist seitdem verschwunden. Wolffsohn ist etwa 45 Jahre alt, von kleiner Statur, trägt einen Henriquatre und eine Brille. Bei den Rammarbeiten an der Gertraudtenbrücke er- eignete sich am Montag Mittag ein Unfall, der leicht schlimme Folgen hätte nach sich ziehen können. Mehrere Arbeiter der Firma Meyer waren auf einem Prahm damit beschäftigt, mittels eines Rammwolfes starke Pfähle in die Spree zu treiben, um ein neues Bollwerk anzulegen. Bei diesen Arbeiten gerieth aus noch nicht ermittelter Veranlassung der große Rammblock plötzlich aus seiner Stellung, legte sich auf die Seite und stürzte mit lautem Krach gegen das Haus Oberwasserstraße 15, die Fassade des Hauses selbst dabei stark beschädigend und das Geländer der Brücke in Atome zersplitternd. Die bei dem Bau beschäftigten Arbeiter konnten sich zum Glück noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Ob dritten Personen Schuld an dem Unfall beizumessen, dürfte erst die Untersuchung ergeben. Polizeibericht. Am 7. d. M. wurde in der Potsdamer straße ei» Mann beim Ueberschreiten des Fahrdammes durch einen beladenen Steinwagen umgestoßen und am Unterleib über« fahren.— Nachmittags glitt eine Frau in der Alexandrinen, straße aus und fiel unmittelbar vor einem in der Fahrt befind« lichen Geschäftswagen hin. Obwohl der Kutscher sofort anhielt, wurde sie von dem Pferde auf den Kopf getreten und nicht un- bedenklich verletzt.— In der Kraulstraße wurde ein Knabe durch einen beladenen Steinwagen überfahren und schwer am Fuße ver- letzt.— Gegen Abend sprang ein Schloffer in der Trunkenheit von der Jannowitzbrücke in die Spree, wurde aber alsbald heraus- gezogen.—I» der Nacht zum 8. d.M stürzte sich ein Arbeiter in selbst- mörderischer Absicht aus dem Fenster seiner in der Pallisaden« straße im 4. Stock belegenen Wohnung auf den Hos hinaus und brach das Genick.— Am 8. d. M. Vormittags stürzte ein Ar- beiter in der Fluß-Badeanstalt an der Schillingbrücke beim Ver- lassen des Schwimmbassins plötzlich hin, fiel»ns Wasser zurück und war, obwohl er alsbald hervorgezogen wurde, tobt. Ein Arzt stellte Schlagfluß als Todesursache fest.— Vor dem Hause Lothringerstr. 101 wurde eine unbekannte Frau mit einer großen Wunde am Kopfe und bewußtlos aufgefunden und nach dem Krankenhause gebracht. Sie soll kurz vorher in eine Schaufenster- scheide hineingefallen sein und sich dabei die Verletzung zugezogen haben.— Gegen Mittag erhängte sich eine Frau auf dem Hänge» boden eines Hauses in der Kotlbuserstraße.— In der Reinicken« dorferslraße wurde ein Arbeiter bei einer Schlägerei durch einen Messerstich in den Rücken anscheinend nicht erheblich verletzt.— Hinler dem Jnvalidenhause wurde die Leiche eines Soldaten aus dem Schiffsahrtskanal gezogen.— Gegen Abend fiel in der Liegnitzerstraße ein dreijähriger Knabe vom Dache des ein- stöckigen Werkstattgebäudes, auf das er aus dem Fenster der elterliche» Wohnung geklettert war. herab und erlitt einen Arm- bruch und anscheinend nicht unerhebliche innere Verletzungen.— Im Laufe des 7. und 8. d. M. fanden neun unbedeutende Feuer statt. In zwei Fällen waren Preßkohlen durch Selbstentzündung in Brand gerathew Witterungsübersicht vom 9. Juli 1894. Stationen. Ewinemünde Hamburg Berlin Wiesbaden. • München. Wien Saparanda Petersburg Cort. Aberdeen Paris Barometerftand in mm, d. Meeressp. ៩៩៩ វី នី( reduzirt auf OS Windrichtung 762 NM Windstärke (-2211124142 Better 50 Temperatur 88888( nach Celsius G. 4° R.) 18 16 heiter halb bedeckt halb bedeckt 18 halb bedeckt 16 763 764 • 765 heiter 18 764 woltig 18 762 woltenlos 22 763 MNM woltenlos 17 757 757 MNW 660 . woltig woltig 14 13 Witterung in Deutschland am 9. Juli, 8 Uhr Morgens. Nachdem im Laufe des gestrigen Tages in ganz Deutschland, außer im Nordosten, zahlreiche Regenfälle herniedergegangen sind, welche in Grünberg, Bamberg und Friedrichshafen von Gewittern und allgemein von starker Abkühlung begleitet waren, hat sich in Süd- und Mitteldeutschland der Himmel aufgeklärt. Im Nordwesten jedoch, wo die Winde sich nach Süd zurückgedreht haben, ist bereits aufs neue Bewöltung eingetreten. Die Morgentemperatur ist zu Münster auf 14, zu Chemnitz und Breslau auf 15 Grad Celsius herabgegangen; in den Provingen Ofte und Westpreußen erreicht sie jedoch auch heute 20 Grad Celsius. Wetter- Prognose für Dienstag, den 10. Juli 1894. Nachts etwas wärmeres, am Tage etwas fühleres, vor Dermischtes. Dom und so äußerte er zu dem Beamten: Mit einem Gendarm foll ich mitgehen, was denken Sie denn, mit einem solchen Menschen" Diese Aeußerung wurde dem bald darauf erscheinen Die Cholera. Petersburg, 7. Juli. Vom 1. d. M. den Gendarm mitgetheilt und gab Beranlassung, daß die Gen- bis zum 7. b. M. erkrankten bezw. starben an Cholera darmerie- Brigade wegen Beleidigung der Rixdorfer Gendarmerie in Petersburg 141 bezw. 52 Perfonen; in Kronstadt 41 Strafantrag stellte. Der Stations Diätar Krause erklärte im bezw. 18 Personen; 24. Juni bis 30. Juni er= Termine, daß er in der Aeußerung des Angeklagten eine Be tranften in Warschau 8 Personen, es starben 4 Perleidigung nicht habe erblicken tönnen. Derselben Ansicht war der sonen, in dem Gouvernement Warschau erfrankten 30, Gerichtshot, der infolge deffen den Angeklagten fostenlos fretes starben 21 Personen; in Grodno famen 20 Erkrankungen sprach. Bei der Publitation des Urtheils führte der Vorsitzende, und 8 Zodesfälle vor, in Rielce 68 Erkrankungen und 30 Todes, Amtsgerichtsrath Niemir, aus, daß der Gerichtshof die Gendarmen fälle, in Radom 23 Erkrankungen und 14 Todesfälle; vom zwar vor Berunglimpfungen zu schützen bereit sei, die Sache dürfe 14. bis 23. Juni erkrankten in Blogt 73 Personen, es tarben aber nicht übertrieben werben, indem jede Aeußerung als Be- 29 Personen; vom 4. bis 30. Juni ertrantten in Tula 20 Perleidigung aufgefaßt und strafrechtlich verfolgt werde. vorliegenden Falle habe der Angeklagte gar nicht an eine Besonen, eine Person starb. Teidigung gedacht, sondern nur darthun wollen, daß der Transport durch die Ortsstraßen durch einen uniformirten Beamten ihn blamire. Und in der That gehöre es nicht zu den Annehmlichkeiten, wegen einer einfachen Kontravention von einem Gendarm nach dem Polizeibureau gebracht zu werden. Der ganzen Anklage fehle jeder Boden. Briefhaften der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 3wet Buchstaben oder eine Bahl anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. N. 2. Der Erfolg der Klage ist zweifelhaft. Wird Arbeit. geber verurtheilt, so hat er einen Anspruch auf Rentenzahlung nicht. 6. O. 32 a. Melden Sie schleunigst den Unfall an und Dersammlungen. ftellen Sie den Antrag, Ihnen eine Unfallrente guzubilligen. H. K. 20. Das ist sehr verschiedenartig. 2. Gldbg. Die Auskunft der„ Volkswacht" ist zutreffend. Ihr Sohn kann auf Gehalt für Monat Juli tlagen. $. W., Moabit. Moabit ist 1852 einverleibt worden. A. O. P uns ist von einem Verbot dieser Musikstücke nichts bekannt. S. 11. Der Vertrag bleibt giltig. Die öffentliche Zimmererversammlung am Sonntag Vormittag war hinsichtlich des Besuches von dem schlechten Wetter beeinträchtigt. Man verhandelte beshalb nur über den Streit der 3immerer Danzigs und setzte die übrigen Punkte von der Tagesordnung ab. Der Vertrauensmann Fischer berichtete auf grund eines ihm zugegangenen Schreibens, daß der Kampf der Danziger Kollegen nach mehr als sieben- H. K. Einwendungen können Sie nicht mehr erheben, da wiegend trübes Wetter mit Gewitterregen und schwachen west; wöchentlicher Dauer infolge der Handlungsweise des Altgesellen die Frift abgelaufen ist. Versuchen Sie es mit einem Antrag lichen Winden. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beitung. Deutsche Gewiffensfreiheit. Rechtsanwalt Ferd. Seigel wurde wegen der Veröffentlichung eines Gedichtes im Nürnberger Anzeiger", in dem durch sechs Strophen die Hungernden in ironischer Weise auf die Seligkeit im Jenseits verwiesen wer den, durch die Anwaltskammer des Oberlandesgerichts Bamberg zu einer Geldstrafe von 500 m. verurtheilt und erhielt einen Berweis, welcher im Wiederholungsfalle den Verlust der Anwalts. pragis nach sich zieht! C. S., Reservist. Ja. A. N. 100. 1. Die Frau haftet für die Schulden ihres Mannes nicht, gepfändet tönnen ihre Sachen aber werden, fie muß alsdann schleunigst Interventionstlage erheben. 2. Das kommt auf Vereinbarung mit der Gerichtstasse an. zu Ungunsten der Kollegen hätte beendet werden müssen. Redner| auf Erhöhung der Rente unter der Begründung, daß Ihre Erempfahl genaue Erfundigungen über die Zahl der Gemaßregelten werbsfähigkeit sich verschlechtert hat und unter Angabe des Arztes einzuziehen und diese aus den vorhandenen Mitteln ausreichend als sachverständigen Beugen. zu unterstützen. Bon den nachfolgenden Rednern Obst, Rüdert, Stehr, Geffroy 2c. wurden die Ursachen des Danziger Streits eingehend beleuchtet und dann beschloß man, von den eingelaufenen Geldern 200 m. nach Danzig und 50 m. nach Bath in Pommern zu senden, wo sich ebenfalls Kollegen im Ausstande befinden. Hierauf wurde die unseren Lesern bereits aus einem anderen Bericht bekannte Abrechnung über die Licht'sche Sammlung verlesen und bringend um allfeitiges Erscheinen in der nächsten Versammlung ersucht, wo über die Art der Sammlungen( Generalfonds) und über die Gewerbegerichts- Ergänzungswahlen berathen werden soll. F. G., Beufelstraße. Die Auftündigungsfrist beträgt bei städtischem Gesinde, falls nichts anderes vereinbart ist, 6 Wochen. B. X. 99. Die angeführten Gründe genügen für eine Che scheidung nicht, die Antwort unter A. 3. 100 in Nr. 153 trifft Ihren Fall nicht, da sie nur für die Fälle, wo Grund zur Ehe scheidung vorliegt, den Weg zur Ehescheidung angiebt.. F. H. Der Vermiether ist nur verpflichtet, die Wohnung Wegen Beleidigung der in Rigdorf stationirten In Charlottenburg hielten am 4. Juli die Maler und in brauchbarem Zustande zu erhalten; bestimmte Friften, innerGendarmen hatte sich dieser Tage der Hutmacher Hermann Anstreicher eine gutbesuchte öffentliche Versammlung ab, halb deren er eine Renovation vornehmen muß, bestehen Ulm aus Berlin vor dem Rigdorfer Schöffengericht zu ver- worin an Stelle des nicht erschienenen Referenten Schweitzer nicht. antworten. Am 7. Oftober v. J. hatte Ulm die Ringbahn Genoffe Willmann über die heutige wirthschaftliche Lage des P. R. 100. 1. Aus den Miethsverträgen, die nach dem benußt, war aber während der Fahrt eingeschlafen und daher Arbeiters sprach, dabei auch den Stand des Bierboykotts be- 25. Juni geschlossen sind, hat der Vermiether kein Recht weiter gefahren, als er berechtigt war. In Rigdorf wurde dies leuchtend und die Anwesenden ermahnend, das boykottirte und bezüglich der der Pfändung nach der Zivil- Prozeßordnung bemerkt und Ulm behufs Feststellung seiner Personalien nach das Ringbier zu meiden. Der Vortrag wurde beifällig auf unterworfenen Sachen. Das Pfand Retentionsrecht des Verdem Stationsbureau fiftirt. Nach einer Befundung des Stations genommen. In der Diskussion ermahnten die Kollegen Flemming miethers aus Verträgen, die vor dem 26. Juni 1894 geschlossen biätars Krause besteht nun eine Verfügung, laut welcher nicht die und Duter zum Anschluß an die Organisation. Eine im Sinne find, erstreckt sich bis, aber auch nur noch bis zum 1. Oft. 1894 Eisenbahnbeamten, sondern die ordentliche Polizei die Namens des Referats gehaltene Resolution des Kollegen utter fand auf alle, also auch auf die unpfändbaren Sachen. Lesen Sie feststellung vorzunehmen hat, weshalb Ulm angedeutet wurde, er gegen 1 Stimme Annahme. Der vom Agitationskomitee über den Artikel in der 2. Beilage des Vorwärts" vom 29. Juni muffe so lange im Stationsbureau verweilen, bis ein Gendarm feine Thätigkeit erstattete Bericht wurde mit Befriedigung ent- nach. 2. Der Sohn, ist zur Unterstügung seiner einarmigen erschienen sei, nach welchem man bereits geschickt habe. Ulm, gegengenommen. Zum Schluß forderte Kollege Lutter zum Muttter verpflichtet. der etwas angeheitert war, wurde durch diese Eröffnung befleißigen Besuche der regelmäßigen Mitgliederversammlung auf, Franz. Kaufen Sie sich das lezte Parteitags- Protokoll. greiflicher Weise erregt, da er sich von jeder Schuld frei fühlte die am 11. Juli abgehalten werden wird. Für den Inhalt der Juierate über nimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 10. Juli. Bellealliance- Theater. Der Postillon von Lonjumeau. Berliner Theater. Gespenster. Rekdenz Theater. Jugend. Alexanderplatz- Theater. Ge Spenster. National Theater. Ein Feft auf der Bastille. Apollo Theater. SpezialitätenBorstellung. Saufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Parodie Theater. Spezialitäten National- Theater. Große Frankfurterjir. 132. Novität! Novität! Unserm Budifer Wilh. Garz zum heutigen Wiegenfeste ein donnerndes Hoch! 1701b F. Seldis. Nein. IP *.*.* Dentiſg, Holzarbeiter- Verband. Achtung! 4. Wahlkreis( Often). 6. M. R. K. F. 3. 5. P. Todesanzeige. Den Mitgliedern d. UnterstützungsVereins Deutscher Hutmacher Filiale Berlin) zur Nachricht, daß der Kollege Adolf Klinge geftorben ist. Die Beerdigung findet heute Dienstag Nachm. 6 Uhr vom Trauerhause Grünstraße 43 in Köpenick aus statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht 148/2 Der Vorstand. Orts- Krankenkasse der Steindrucker und Lithographen, Berlin. 17076 ( Bahlstelle Berlin.) richt, daß unser Verbandskollege Adolf Dröhler 263/1 Alle diejenigen Gast- und Schankwirthe, welche kein Den Mitgliedern hiermit zur Nach- Ringbier ausschänken, können sich behufs einer gemeinsamen Annonce im Vorwärts" bei folgenden GastOtto Zabel, Frankfurter Allee 90. wirthen melden: E. Böhl, Frautfurter Allee 72. G. Tempel, Langestr. 65. Zippke, Grüner Weg 14. F. Wilke, Andreasstr. 26. A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8. nach längerem Leiden an der Proletarier frankheit am Sonnabend, den 7. Juli, 141/3 verstorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 10. Juli, Nachm. 6 Uhr, vom Trauerhause, Gräfeftr. 43, aus, statt. Um rege Betheiligung bittet Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Genossen zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Adolf Drössler, am Sonnabend, den 7. Juli, an der W. Lock, Friedrichsbergerstr. 11. Lange, Glisabeth- und Waßmannstraßen- Ecke. Käpenick, Schillingstr. 28. Vogel, Elbingerstr. 9. Verein der Berl. Buchdrucker und Schriftgiesser. Morgen, Mittwoch, den 11. Juli cr., Abends 8 Uhr: Proletarier- Krankheit ist. Die Wieder- Eröffnung der Bibliothek Proletarier Strankheit geftorben, int age Beerdigung Nachmittags 6 Uhr, vom Trauerhause, Gräfeſtr. 43, Am 7. Juli cr. verstarb unser Mit aus, statt. glied, der Steindrucker Herr Arthur Hegener. Die Beerdigung findet statt am 17086 Die Kollegen der Tischlerei K. Müller& Co., Blücherstr. 35. Ein Feft auf der Bastille. Dienstag, den 10. Juli cr., Nachmittags der Gefangvereine Liedesfreiheit und Schauspiel in 3 Atten von Fr. Held Regie: Mar Samst. Rassenöffnung 51/2 Uhr. Anfang 7/2 Uhr. Im Garten: Großes Konzert. Auf der Sommerbühne Lehmann auf. der Weltausstellung in Chikago. Gr. 51/2 Uhr, vom Krankenhause am Urban, nach dem Emmaus- Kirchhof in Briß Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. Verein der Lithographen, Boſſe. Bor, nach und zwischen der Steindrucker u. Berufsgenossen Bosse: Auftreten von Spezialitäten ersten Ranges. Morgen: Ein Fest auf der Bastille. Im Garten: Spezialitäten- Borstellung. Deutschlands. ( Filiale Berlin.) Um 10%, Uhr: Großer Ringkampf unfer Rollege und Wiitglied, der Stein zwischen Herrn Carl Abs aus Sam- brucker burg und Herrn Richard Nogat vom Central- Viehhof. Castan's Panoptikum. Hawaiische Arthur Hegener, Im Anschluß hieran den Mitgliedern Kreuzberger Harmonie zur Nachricht, sich um 5 Uhr bei P. Müller, Gräfe straße 81, einzufinden. Freie Vereinig. aller in d. dhirurg. Branche beschäft. Berufsgen. Todesanzeige. Allen Mitgliedern zur Nachricht, daß unser altes Mitglied Fritz Vollandt 85/1 Kürassirstraße 19, Hof part. Der Vorstand. Gauverein Berliner Bildhauer. General- Versammlung Dienstag, den 10. Juli, Ab. 82 Uhr, bei Ehrenberg, Annenstr. 16; Zages Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Entgegennahme der Rechenschaftsberichte. 3. Ver 71/1 schiedenes. Allgemeiner Verein der Töpfer und Berufsgenossen Deutschlands.( Filiale Beritu.) am Sonntag der Proletariertrantheit Mitglieder- Versammlung 167/2 im Alter von 45 Jahren erlegen ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 11. Juli, Nachm. 4 Uhr, von der am Sonnabend, den 7. Juli, verstorben Leichenhalle des Neuen Jakobi Rirch ift. Die Beerdigung findet Dienstag, hofes in Brig aus, statt. den 10. Juli, Abends 5/2 Uhr, vom 99/3 Krankenhaus Urban aus, statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Die Verwaltung Berlin. Köpenick. Sonnabend, ben 7. Juli, Vormittags Der Vorstand. Volksbazar am Dienstag, 10. Juli, Ab. 6 Uhr, in Röllig's Saal, Neue Friedrichstr. 44. Zages Ordnung: Ang. Bakobey. 2. Diskussion. 3. Wichtige Vereinsangelegenheiten. 1. Vortrag über das Roalitionsrecht der Arbeiter. Referent: Kollege Bahlreiches Erscheinen der Mitglieder ist nothwendig 246/1 Der Vorstand. Schöneberg. Am Mittwoch, den 11. Juli, Abends 8 1hr, im Lokale des Herrn Keßner( fr. Jakob), Grunewaldstr. 110: Königs- Tänzerinnen be real, Butts Berlin, Köpeniderſtraße 127a Große öffentliche Volfs- Versammlung Das schwerste Ehepaar Evora- Bräu 81/2 Uhr, verschied nach langem, schwerem Leiden mein inniggeliebter Mann, unfer guter Vater, der Hut machermeister 4568 Gustav Adolf Klinge, in vorzügl. Qualität empfiehlt in Geim 44. Lebensjahre. Um stilles Beileid binden v. 20-100 Str. 30 Fl.= 3 M, bitten Ww. Klinge nebst Rinder. empfiehlt sein großes fertiger Herren- und KnabenGarderobe. Bestellungen nach Maaß werden in eigener Werkstatt angefertigt. 5804L* Otto Linke, Lagerhof 3. 10. Juli, Nachmittags 6 Uhr, vom Die Beerdigung findet Dienstag, den SO. Köpenickerstr. 127a Telephon Amt III Nr. 404. Trauerhause, Grünstr. 34, aus, statt. nahe der Adalbertstraße, für Männer und Frauen. Zages Ordnung: 1. Der Kampf der Arbeiterschaft gegen die Brauereien. Referent Genoffe P. Jahn. 2. Diskussion. Zur Deckung der Untoften wird ein Entree von 10 Pfennig erhoben. 288/2 Die Vertrauensperson. schmerzlos eingesetzt, festfihend. Reparaturen sofort. Weniger Künstl. Zähne Bemittelte Grmäßigung. Kreslawski, Spittelmartt 13. Berichtigung. In der vorgeftrigen Nummer unseres Blattes befindet sich eine Lotal Empfehlung des Genoffen H. Sass, Markgrafenstr. 102, in welcher Schultheiß und Kulmbacher Bier angezeigt ist. Dieses Inserat stammt aus der Zeit vor Verhängung des Boykotts und ist leider durch ein Ich mache bekannt, meiner Frau, Minna Jäger, geb. Rolle, Naunyn ftraße 87, wohnhaft, nichts zu borgen, ba ich für nichts auffomme. 1708b W.Feuerhak, fraße 67, Beukel Goldarbeiter- Werkzeug empfiehlt sämmtliche gut erhalten, zu kaufen ges. Offerten mit Preisangabe unter H. 1582 an Sugo Jäger Kolonialwaaren einr. Eisler, Seipzigerstr. 78. Orts Krankenkasse zu den billigsten Tagespreisen. ff.Roth- u. Weissweine, sämmtl.Liqueure Gewinde für Bersehen in der Seherei mit einem neuerdings aufgegebenen Inserat des Ge- für das Gewerbe der Verfertigung jebe art Gewinde und auf jeder Zeit noffen Saß verwechselt worden. In diesem neuen Inserat, welches in der Nummer 150 des Vorwärts" zum ersten Male stand, empfiehlt derselbe Bier aus der Kaiser- Brauerei und echt Kulmbacher, also weder Boykott- noch Ringbier. Wir bitten die Genossen, dies beachten zu wollen. Arbeiter- Bildungsschule Alle dienstag Abend in beiden Schulen Südost- Schule: Waldemarstraße 14: Nordschule: Müllerstraße 179a: Volksthümliche Medizin wie Vorträge in der Heilkunde im Allgemeinen. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich heute zu erscheinen, da interessante Themata vorliegen. 50/2 Gäste haben, soweit noch Play ist, unentgeltlich Zutritt. Der Vorstand. Ethische Gesellschaft. Wegen den am Mittwoch stattfindenden großen Volksversammlungen findet die Generalversammlung erft Mittwoch, den 18. Juli d. J., Abends 81/2 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, statt. 118/12 Der Vorstand. von Musikinstrumenten. Bekanntmachung. Orts- Krankenkasse für das Gewerbe der Zweiter Nachtrag zum Statut der Verfertigung von Musikinstrumenten vom 30. März 1893. Artikel I. An Stelle des§ 64, Artikel 11 des 1. Nachtrages tritt folgende Bestim mung: Alle die Kasse betreffenden Be tanntmachungen 2c. werden nur im ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt er: laffen. Außerdem findet eine schriftliche Benachrichtigung an die Arbeitgeber 197/1 ſtatt. Artite Artikel II. Diefer Nachtrag tritt am 1. Juli 1894 in Kraft. Berlin, den 28. April 1894. Der Vorstand. Büschel. Stellvertretender Vorsitzender. Holzkamm. Schriftführer. Vorstehender Nachtrag wird hierdurch genehmigt. Berlin, den 20. Juni 1894. Der Bezirksausschuk. Orts- Krankenkasse Freie Volksbühne. der Böttcher. Am Mittwoch, den 18. Juli, Abends 82 Uhr, Es wird hierdurch bekannt gemacht, daß die Kassengeschäfte der hiesigen in den Konkordin- Festfalen, Andreasstraße Nr. 64: Drts Strantentafſe der Böttcher vorJahres- Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Verwaltungs- und Rassenbericht. 2. Neuwahl des Vorstandes, der Beisiger des Ausschusses, der Revisoren und der Obmänner der Ordner. 3. Statutenänderung. 4. Verschiedenes. Zu dieser für die Vereinsthätigkeit wichtigen Versammlung werden die Mitglieder dringend eingeladen. H. in B. hat dem Verein 400 W., W. 2. in 2. 100 M. Schenkungsweise übersandt, wofür mit bestem Dant quittirt. Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk. O., Blumenstr. 21. 271/1 Meinen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß während meiner viermonatlichen Erholungsreise meine Buchdruckerei ununterbrochen 5883L* weiter fortgeführt wird. M. Schrinner, Buchdruckerei, Brunnenstraße 164. 0000000-0-0000000 Schweizer Garten. Am Friedrichshain.. Am Königsthor. Heute Dienstag: Gr. Kriegs- Feuerwerk der Herren R. und W. Massow, Hornig, Hoffmann und Ueberle. Schluß: Die Schlacht bei Wörth. Militärisch- pyrotechnisches Kriegsschauspiel, ausgef. v. 160 Perf. Konzert, Theater- u. Spezialitäten- Vorstellung. Voltsbeluftigungen aller Art. Im Saale: Gr. Ball. Entree 50 Pf. Alles Nähere die Anschlagsäulen. 0000000-0-0000000 $ spindel zu schneiden, mit Engl., Rheinl. und Milimeter- Gewinde, lehrt gründlich 7-9 Uhr Abends, Sonntags Vormit in wenigen Stunden, wöchentlich von tags von 9-12 Uhr. Dreher Frenzel, Charlottenburg, Marchstr. 3, Hof L. p. Ein großer Posten Teppiche in Sophagröße, Stüd 4,50, 5,50-12 mit. Salongröße St. 8,50, 11-30 mt. Einzelne Teppiche mit kl. Fehlern gana besonders billig. Brachtvolle Neuheiten in Gardinen Meter 40, 50, 60 Pf. bis 1,50 Mart. Abgepaßte Gardinen, das Fenster von Mt. 1,25 an. Gardinen Reste von 1 bis 4 Fenster passend, enorm billig. Hermann Böhm, Müllerstraße 175, am Weddingplay, Ecke Fennstr. Ich habe Friedrich- Str. 125 ( am Oranienburger Thor) eine M4 Klinik für Harnleiden eröffnet. Sprechzeit: wochentäglich 11-1; ( auch für Raffenmitgieder der freien Arztwah!). Unbemittelte unentgeltlich. Dr. Robert Kutner. Herren fönnen noch einem Skat- Klub beitreten. Sigung jed. Mittwoch Abend im Restaurant Forsterstr. 49. 17026* Meinen Freunden und Genossen zur gefl. Renntniß, daß ich Neue Friedrichstraße 88 ein Cigarren- u. Labat- Geschäft eröffnet habe und bitte um gütigen Zuspruch. Hochachtungsvoll 1663b Č. Klinge. Empfehle mein Geschäft in friscaen Blumen und Kränzen. 5441 L* Robert Meyer, Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. NB. Um häufigen Frrthum zu vers meiden, bitte ich meine Freunde und Genossen, genau auf meine Adresse zu achten. Empfehle meine Räume für Vers fammlungen, wie zur Zahlstelle; gleichzeitig meinen Garten für Sommerfeste. Familien fönnen Raffee fochen. 4192* Roellig, Neue Friedrichstr. 44. Etablissement ,, Süd- Ost" [ 4402* Waldemarkr. 75. Empfiehlt seinen Saal den Vereinen läufig von dem fommissarischen Vorfizenden Herrn Magistrats Sekretär Rittershausen wahrgenommen werden. Derselbe ist in Kassenangelegen heiten wochentäglich von 8-1 Uhr in Eine alte deutsche Feuer- Vers.- Geselldem Bureau der Gewerbedeputation, Stralauerstr. 3-6, Zimmer 11, zu schaft sucht für Berlin u. die Provinz zu Versammlungen. Sonnabende und Stralauerstr. 3-6, Zimmer 11, 3thätige Haupt- u. Spezial- Agenten. Sonntage find noch frei. C. Ulrich. sprechen. Hohe fortlaufende Bezüge event. auch festes Gehalt werden zugesichert. Offerten unter 0. P. 2 nimmt die 219L* Expedition entgegen. Die Einzahlung der fälligen Beiträge und Eintrittsgelder erfolgt deshalb vor behaltlich anderweiter Regelung an dem auf den 15. eines jeden Monats folgenden Wochentage in dem vorgenannten Bureau. Berlin, den 9. Juli 1894. Der Vorstand 97/1 der Orts Krankenkasse der Böttcher. J. A.: Rittershaufen. Rommissarischer Borsigender. Weißbier! Für Fabriken und Werkstätten sowie für Wiederverkäufer liefere ich mein Versand- Weißbier in unübertrefflicher Güte zum Preise von 3 Mt. für 40 halbe oder 45 4/10 oder 25 8/1 oder 20 ganze Flaschen, frei in's Haus, in Flaschen mit Patentverschluß, ohne Pfandberechnung. Fernsprecher Amt Schöneberg No. 92. In RohTabaken und Utensilien für Cigarren- Fabrikanten !! billigster Einkauf!! W. Hermann Müller Berlin Neue Friedrich- Strasse 9. Streng reelle Bedienung. Creditgewährung A. Seidler, nach Uebereinkunft!! Schöneberg, 214L* Sedanßraße Nr. 73-75 und 82. Berliner Weissbier- Brauerei. Ein Jeder mache den Versuch. Rostockerstr. 14 sind schöne Borders und Hofwohnungen billig zu verin. Näheres v. 2 Tr. bei Sprenger. Schlafft. n. v.( sep. Eing.) sogl. oder aum 15. b. Wive. Gesch, Adalbertstr. 84. Arbeitsmarkt. Vorschläger, Mariannenplay 9, bei Rauer. 17096 Erfahrener Sattelmacher findet dauernde Beschäftigung in Bonn am Rhein bei Wilhelm Statthalter. 17066 Sozius g mit 800 m. gesucht bei nachweis lichem Verdienst v. 1200 m. seinerseits jährlich. Aust. in der Vormittagszeit Markgrafenftr. 88, 2 Tr., geradezu, bei Brissler. 16996 500 Schneider traße 7. auf Uniformröcke verl. Sachs, Tauben1698b Einpacker und Lehrling, der die Vergolderei erlernen will, verl. Goldleiften- Fabrik, Straßburgerstr. 54. Neues Etablissement! I. Etage LOUIS GRAND, Berlin, Chauffeestraße 62 I. Etage Erfles Special- Reste- Geschäft! Zum Verkauf gebracht werden Reste von Kleiderstoffen, Seidenftoffen, Foulards, Mouffelines, Cattunen, Leinen, Hemdentuchen, Gebild-, Schürzenzengen, Bettzeugen etc. etc. zu aussergewöhnlich billigen Preisen. Avis! Bei ganz enormer Auswahl findet der Verkauf zu streng festen Preisen und nur gegen Baarzahlung statt. Jeder Rest it deutlich mit dem Maaß und Verkaufspreis versehen. H Alle zum Verkauf kommenden Reste sind von frischer, tadelloser Qualität, und werden gekaufte Waaren, die nicht entsprechen, bereitwilligst umgetauscht. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pötzsch in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Sadydiste dalle 2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. 1100 Nr. 157. 156 Dienstag, den 10. Juli 1894. 11. Jahrg. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Juni. 10013, 1999 Unterm neuen Kurs. 1. Deuben. 30 Mart Geldstrafe Genosse Sobrisch wegen unbefugten Redens am offenen Grabe. Er hatte einige Widmungsworte beim Niederlegen eines Kranzes ge sprochen. Daffelbe Gericht verurtheilte den Genossen Morgenstern in 3schiedge ebenfalls zu 30 M. Geldstrafe, wegen des Versuchs, eine nichtangemeldete Versammlung abzuces halten. zen 92 ind 190 103 Nürnberg. Die Genossen Carl Dertel, Walter Roßkopf und Martin Segib, als Vorstandsmitglieder des Agitationsvereins für Nordbayern, von der Anklage der Aufforderung zu einer unerlaubten Sammlung" freigesprochen. 2. Zwickau. Wegen Beleidigung eines nationalliberalen Herrn, Genosse Reiher, Redakteur des Sächsischen Boltsblattes, 100 Mart Geldstrafe. Die Anklage, ursprünglich auf den Drucker und Verleger ausgedehnt, wurde gegen diese fallen gelaffen. 3. Leipzig. In der nochmaligen Verhandlung vor dem Landgericht wird Genosse Adolf Thiele wegen groben Unfug, verübt durch die Presse, zu sechs Wochen Haft verurtheilt. 4. Riel. Die Kommission zur Erbauung des Nord- OstseeKanals beleidigt zu haben, wird Genosse Klüß, derzeit verantwortlicher Redakteur der Schleswig- Holst. Volks Zeitung", schuldig gefunden und zu 2 Wochen Gefängniß verurtheilt. " Berlin. Von der Anklage, den§ 166 des Strafgesetz buches perlegt zu haben, Genosse Schmidt, Redakteur se des Vorwärts", freigesprochen. 6. Rudolstadt. 20 Wochen Gefängniß und 25 M. Geld strafe wurden von dem Landgericht gegen die 4 Genossen P. Leige, R. Triebner, L. Hoffmann und Buchdrucker Hausotter, sämmtlich aus Pößneck, verhängt, wegen Beleidigung des Herrn v. Erffra. . Schweidnitz. Genosse Kühn wegen Beleidigung der Polizeiverwaltung zu Katscher 300 M. Geldstrafe. Antrag 31 Monat Gefängniß. 6. Heilbronn, Wegen Preßvergehens- Nichteinreichung eines Pflichtexemplars die Genossen Röhrle und di Hänel je 2 M. Geldstrafe.stall band died Erfurt. Der verantwortliche Redakteur der Thüringer Tribüne", Genosse Güldenberg, wegen Beleidigung der Armendirektion 3 Monate und wegen Beleidigung des Kriminalkommissars Billmann in Berlin 6 Wochen Gefängniß. W Frankfurt a. M. Die vorzeitige Veröffentlichung eines Aftenstückes aus einem noch schiebenden Prozeß trägt Adem Genossen och, Redakteur der Frankfurter Volts: ftimme", 30 M. Geldstrafe ein.e München. 3 Monate Gefängniß erhält Genosse G. Schmidt, Redakteur der Münchener Post", als Sühre einer Preßbeleidigung zudiktirt. Beleidigt fühlten fich Räthe des Landgerichts in Mülhausen im Elsaß. Waldheim. Weil groben Unfug verübt, die Gen. Grünberg Hartha 14 Tage Gefängniß und Baier 30 M. Geldstrafe. Genoffe& a nograf wegen Beihilfe, 20 Mr. Geldstrafe. Bernan. Von der Anklage, den Bürgermeister in Liebenwalde beleidigt zu haben, Genosse Stadthagen freiid gesprochen. Köpenick. Die Widmung am öffentlichen Grabe bei dem Niederlegen eines Kranzes, muß Genosse Franz Schieffe mit einer Geldstrafe von 10 M. büßen. Leipzig. Kränze mit rothen Schleifen einem Leichenzug vorangetragen, ist gleich dem Vergehen des Tragens republiDer freie Dichter. FF tanischer Abzeichen. Wegen dieses Delifts, Genosse| Jakob 4 Tage und Genosse Grellmann 14 Tage Gefängniß. 6. Solingen. Wegen nicht rechtzeitiger Einlieferung des Pflichtexemplars der Redakteur der Arbeiterstimme" 2 M. Geldstrafe. Liegnig. Der Frauen- und Mädchen- Bildungsverein verfiel durch Erkenntniß der Straftammer der Schließung und die 5 seitherigen Vorstandsmitglieder einer Geldstrafe von je 24 Mart. " Görlig. Genosse Ender wegen Flugblattverbreitung, der gewerbsmäßigen Rolportage bezichtigt, freigesprochen. 7. Rostock. In der Berufungsinstanz wird die gegen Genossen Rensch, Redakteur der Mecklenburgischen Volts Beitung", ertannte Strafe von 30 M., wegen Beleidigung von Militärpersonen, bestätigt, dagegen die gegen den Tischler Gieras verhängte Strafe von 10 M. aufgehoben. Kaffel. Der verantwortliche Redakteur des„ Hessischen Voltsblatts", Genosse John, wegen Beleidigung eines Pfarrers, 100 M. Geldstrafe. Zwickau. Ein Monat Gefängniß Genosse Künzel, Redakteur der Vogtländischen Bolts- Zeitung", wegen Beleidigung von Militärpersonen. 8. Reichenbach. Derselbe Genosse wegen Beleidigung eines ungenannten Fabrikanten, 30 M. Geldstrafe. Antrag: 14 Tage Gefängniß. 9. Berlin. Wegen Beleidigung der Reserve- Offiziere des preußischen Heeres, Genosse Dr. 3 adet, 300 m. Geldstrafe. Reichenbach. Genosse Kühn aus Langenbielau, wegen Beleidigung eines Fabrikanten aus Neurode, 80 M. Geldftrafe. „ Dresden. 2 Monate Gefängniß der Genosse Krüger, wegen Gendarmenbeleidigung. Der Gendarm verwies dem Kläger das Singen eines Arbeiterliedes. In der Gegenrede lag die Beleidigung, welche so strenge Sühne fand. 18. Swickan. 150 M. Geldstrafe, Genosse Reiher, wegen Beleidigung zweier Stadtverordneten in Crimmitschau. Dresden. Genosse Eichhorn wegen Verlegung des Preßgefeßes 100 M. Geldstrafe. " " Berlin. Wegen Beleidigung des Bürgermeisters in Liebenwalde Genosse Stadthagen 100 M. Geldstrafe. Von der Anflage des Hausfriedensbruchs wurde der Genosse freigesprochen. 14. Dresden. In der Berufungsinstanz wurde Genosse Adolf Leonhardt aus Deuben wegen Beihilfe zur Beleidigung der Obrigkeit zu 15 M. Geldstrafe verurtheilt. " " Offenburg. Gleichfalls in der Berufungsinstanz wurde der Genosse Redakteur Adolf Ged wegen Beleidigung eines Wachtmeisters zu 30 M. Geldstrafe verurtheilt. Zeit. Der Redakteur des„ Voltsbote", Genosse Baumberg, von der Anklage der Förderung der Unfittlichkeit freigesprochen. Köln. Fünf Vorstandsmitglieder des Frauen- und Mädchen- Bildungsvereins zu insgesammt 90 M. Geldstrafe. Dabei wurde die Schließung des Vereins ausgesprochen. 16. Chemnitz. Die Genossen Redakteur Krohl und Verd Ver= leger Landgraf von der„ Volksstimme" in Burgstädt wegen Beleidigung eines Assessors, ersterer zu einem Monat und lehterer zu drei Wochen Gefängniß. Außerdem beide zu je 30 M. Geldstrafe wegen vorzeitiger Ver öffentlichung gerichtlicher Aftenstücke. 18. Altona. Wegen Beleidigung eines Polizeibeamten Genoffe Ströbel, Redakteur der Schleswig- Holst. BoltsBeitun ,,", 14 Tage Gefängniß. " 19. München. Genoffe Schmidt, Rebafteur der Bost", von der Anklage der Beleidigung des Prinz- Regenten freis gesprochen. 20. Berlin. Wegen Richterbeleidigung, begangen als Ber theidiger in den Strafsachen Beus und Fritsche, Genoffe Stadthagen 4 Monate Gefängniß. " " Nürnberg. Von der Anklage, zu einer unerlaubten Sammlung aufgefordert zu haben, der verantwortliche Re dakteur der Tagespoft", Genosse Segit, freigesprochen. Elberfeld. Genosse Jakob Franzen, Redakteur ber Bergischen Arbeiterstimme", wegen Beleidigung eines Bürgermeisters 200 M. Geldstrafe. München. Genossen Fuchs und Ernst, ersterer Re dakteur und letzterer Drucker und Verleger des„ Süddeutschen Postillons", von der Anklage der Aufreizung zum Klassenhaß freigesprochen. Lage der U 21. Breslau. Wegen Beleidigung des preußischen Staatsud ministeriums Genoffe Langner 4 Monate und Genosse May 3 Monate Gefängniß. Wegen Beihilfe hierzu die Genossen Schwarzbach, bobberg, Römer, Krämer und Lempte je 3 Monate Gefängniß. Es handelte sich um die Verbreitung eines Flugblattes. 22. Braunschweig. Als Vorfißender einer aufgelösten Ber fammlung sollte Genosse Rafeltat die Polizei verhöhnt haben. Das Gericht erachtete nur eine grobe Ungebühr vorhanden. Strafe 6 M. 22. Altona. Drei Mitglieder der örtlichen Verwaltung des Verbandes der Fabritarbeiter und Arbeiterinnen wegen Verstoßes gegen das Vereinsgesetz je 40 m. Geldstrafe. Die Zahlstelle wurde als politischer Verein angesehen, dem Frauen nicht angehören dürfen. " 23. Dresden. Der verantwortliche Redakteur der Sächsischen Arbeiter Zeitung", Genosse Fischer, wegen Beleidigung eines Mitgliedes des königlichen Hauses, 5 Monate Ge fängniß. Desgleichen der frühere verantwortliche Redakteur Hei mann wegen groben Unfugs 6 Wochen Haft. 25. Deffau. Wegen Beleidigung in drei Fällen Genosse Peus, verantwortlicher Redakteur des Anhalter Boltsblattes", 6 Monate Gefängniß. " L W " mio " Erfurt. Genosse Hülle, Redakteur der Thüringer Tribüne" wegen Beleidigung durch Abdruck eines Artikels aus der Schleswig Holsteinischen Boltszeitung" 100 m. Geldstrafe. " 日 Sof. Genosse Stücklen, Redakteur der Oberfränkischen Volkszeitung", wegen Beleidigung eines Tischlers 20 m. Geldstrafe. Effen. Der Redakteur der Bergarbeiter- Zeitung", Genosse Hüninghaus, wegen Beamtenbeleidigung 4 Wochen Gefängniß. Fermersleben. Genosse 3ähle wegen Beleidigung des Gemeindevorstandes in Westerhüsen einen Monat Gefängniß. Leipzig. Die eingelegte Revision des Genossen E. Heine, Redakteur des" Hamburger Echo", gegen das auf 5 Monate Gefängniß wegen Beleidigung des Senate lautende Urtheil, wurde vom Reichsgericht verworfen. Berlin. Einen Monat Gefängniß Genoffe Ko tosty Re dakteur der Neuen Welt", wegen Beschimpfung von Eins richtungen der fatholischen Kirche. Dresden. Wegen groben Unfugs- Boykotterklärungder Redakteur der Sächsischen Arbeiter- Beitung" sechs Wochen Haft. 27. Altenburg. Genosse Rappler wegen Beleidigung der Bauleitung bei dem Minifterialgebäude, eine Busay strafe von 6 Wochen Gefängniß. " „ Zwickau. Der Redakteur des Glück auf!", Anton Strung, wegen Beleidigung eines Bergdirektors, 500 2. Geldstrafe. Seit einiger Zeit sind aus dem Proletariat heraus eine An- von einer Kunst keine blaffe Ahnung hat, und will sie andern zahl schöngeistiger Schriftsteller erstanden; mancher von ihnen gegen Geld lehren, so ist das mehr als tühn und verwegen. Ich An einem Weltenbrande fönnen viele ihr Süpplein fochen; hat sich als Talent erwiesen, auf die hochgehenden Hoffnungen glaube nicht, daß Herrn Chriftian Ommerborns Jammerborn manche probiren es auch große Anzahl von Künstlern versucht, des arbeitenden Boltes. Eines mußten wir auch bei diesen Geg Seit der denkwürdigen Herbstwende anderer wieder mußten wir einen Dämpfer setzen im Jutereffe lange mehr sprudeln wird. des Jahres 1890 hat eine bei der deutschen Sozialdemokratie( Saftvollen zu geben. Der offen antennenter heißt, wer etwas tann, nicht, wer etwas sozialpolitisches Zentralblatt, berausgegeben von 9. Seine. Braun eine oder andere ist uns ein lieber Genosse geworden, die über- eben nicht. Künstler -8. ( Carl Heymann's in 2,50 M.). foeben erschienene Nummer 41 hat unter anderem folgenden Inhalt: Das Scheitern der Hamburger Wohnungsreform. Bon Rechtsanwalt Dr. A. Berthold. Zur Neuordnung der Gemeindesteuern in Berlin Bon Paul Singer, Reichstagsabgeordneter und Stadtverordneter. Sustände tm österreichischen Handwert nach dem 10. Bericht der Gewerbeinspektoren. Von Professor Dr. H. Hertner. Rheinischer Handwerkertag, Bauschwindel und Invaliditätsver ficherung. Das franzöftiche Gesetz über die Silfs- und Pensionstassen ber Grubenarbeiter. Von Prof. Raoul Jay. Friedrich Engels Herrn Eugen Hähring's Umwälzung der Wifenfdjaft tft foeben in dritter durchgesehener Auflage erschienen.( Berlag von J. H. W. Die B in Stuttgart, Preis brosch. 2,50 M., gebd. 3 M.) Dasselbe enthält bekanntlich eine vernichtende Kritit der von Dühring( 1876) im Gegensatz zu Marr aufgestellten angeblichen neuen sozialistischen Theorie, und ist ein Meisterstück wissenschaftlich- polemischer Dialettit. Was der neuen Auflage besonders Interesse verleiht, ist der Umstand, daß das Kapitel ,, Aus der kritischen Geschichte", melches in allem Wesent lichen von Marr herrührt und selbständige Entwickelungen aus der Geschichte der Defonomie enthält, in seiner ersten, für einen Journalartikel bestimmten Faffung aber bedeutend gefürzt war, nunmehr möglichst und wörtlich wiedergegeben ist. Wir tommen auf die Neuausgabe dieses nach dem Kapital von Warr bedeutendsten wissenschaftlichen sozialistisches Schrift noch ausführlich zurück. Eingelaufene Druckschriften. Unter dieser Rubrik zeigen wir fämmtliche ber Redaktion zugehende literarische Neuigkeiten an. Wir bitten unsere Leser die Nennung der Schriften nicht als Empfehlung der Rebattiton, sondern lediglich als Empfangsbestätigung aufzufassen. große Mehrzahl ist wieder dorthin zurückgekehrt, woher fie ge- fönnen will. Und jede Runstübung setzt voraus die tommen. Und es wäre etwas unnatürliches gewesen, Kenntniß des Handwerks, auf welchem die betreffende Kunst hätte die Sache eine andere Wendung genommen. Wer fußt. Wenn einer, der noch niemals eine Ahle oder einen waren denn die Leute, die da auf einmal in Trupps, Kneip in der Hand gehabt, sich plötzlich darüber macht, einen in Fähnlein, ja in ganzen Kolonnen der Sozialdemo- Stiefel zusammenzuschlagen, so wird ihn jeder Verständige austratie zuftrömten und versuchten, sich ihr anzugliedern? lachen. Und wenn dann dieser Quafi- Schuster zornig wird und Junge Söhne reicher Väter, gelbfchnäbelig wie frisch behauptet, die besten Stiefel feien gerade die, welche von Nichtausgebrütete Grasmüden, die es sich leisten fonnten, einige Schustern gemacht werden, so wird der Zuhörer noch mehr Jahre den Künstler, den Schriftsteller zu spielen; sie haben sich lachen. längst einem andern Sport zugewandt und handeln heute wieder Aehnlich wie dieser Quasi- Schuster schließt Herr Christian mit taumwollenen Nachtmüßen oder Distonto- Antheilen, wie es Ommerborn in Barmen, der seit dem 1. April unter dem Titel: ihre Väter gethan, und ihre Väter- Väter. Stoffhungrige Natura- Der freie Dichter" eine belletristische Halbmonatsschrift für das listen, die in jeder Kellnerin das Weib aus dem Volte" sahen arbeitende Volf herausgiebt. Er meint, feine Mitarbeiter möchten und an dem Sonnenbruder die Charakterzüge des flaffenbewußten nur darauflos dichten, es werde schon etwas herauskommen. Arbeiters studiren wollten. Sozialisten a condit. gab's auch darunter, Das stimmt, und ist Thatsache; es tommt etwas heraus, in schwerer Menge jogar; die fagten fich: die Geſchichte ist ja jest aber es ist auch danach. In jedem ber ſechs, je vier ungefährlich geworden, fieh' fie Dir mal an. Und sie gingen bei Blätter starten Hefte findet sich ein sogenannter Leitartikel, der Arbeiterpartei haufiren mit Schöpfungen, von welchen sogar einige Gedichte, ein Happen eines fatyrischen Epos, ein Stück der gefräßige Magen des Bürger- Prozenthums sich schaudernd Roman und eine Plauderecke, in welcher den Lesern das Dichten abgewandt. Junge Gefühlsschwärmer, denen die Sache wenigftens gelehrt wird. Die bis jetzt gebrachten Gedichte zerfallen in gute anfangs bitterer Ernst war, liefen ebenfalls mit. So verschieden und andere. Die ersteren sind alt und stammen von Heine, geartet diese Leute fich erwiesen, zwei Merkmale waren ihnen Freiligrath, Henkel u. s. w. Die anderen find Eigenbau des allen gemeinsam. Alle waren aus dem Bürgerthum hervor- Blattes und gehören, mit Ausnahme von Mein süßer Liebling" gegangen, die Vorstellungs- und Gefühlswelt dieser Klasse be- von Antonie Strauch," Frühling" von Friedrich Binde und herrschten fie vollständig. Darum fonnten sie, falls fie ihr Getäuschte Hoffnung" von Karl Buschhorn, zu den andern. Handwerk verstanden, einige äußere Merkmale, welche die Ar Herr Ommerborn ist auch der eifrigste Mitarbeiter seines beiterklasse zeigt, wohl zur zur Anschauung bringen, das Blattes. Er schreibt die Leitartikel, dichtet Lieder, der ages abfehen zu wollen. in all' diesen Millionen Hirnen zitternd Roman ist von per Maturasi fit on. Damaſchte. Mr. 7. Berlin. Werlag: daß auch das verfchloffen; so tonnte der Naturalismus und besonders der Epos Esau Christan" feinen Manuskriptschäßen entstammt. Und i anarchistische Gefahr. Von Feltz Dubots. Amfterdam. Berlag von Berliner geistreiche" Schwaz- Naturalismus nur Arbeiter schaffen, daß dem so ist, das ist schlimm und böse für das Blatt. Herr as i rankheit? Bon Ferdinand Getgl. Bamberg. Berlag ber die nichts anderes waren, wie verfommene Bourgeois. Trogdem Ommerborn ist der schlechteste war jeder dieser freiwilligen Nothhelfer seft davon überzeugt, daß Er versteht feinen Zettach tefte Mitarbeiter feines Unternehmens. Landläuftas Ferthümer über Sozialismus. Von R. J. Derfel, überfekt was ein Roman ist, von F. Hetgl. er und nur er allein der Sozialdemokratie auf die Beine helfen ist ihm ein spanisches Dorf, seine Gedichte sind unterm Nacht- Methode und Technik der Haushalts- Statistik. Von G. Landolt. fönute; da aber die Arbeiter das nicht so recht einsehen wollten, wächter und, was aus seinen Dichtanleitungen klingt, das ist die Ewige Krankheiten. Novelle von G. Steinbrecht. Berlin. Verlag von Freiburg i B. Leipzig. Berlag der Stademischen Buchhandlung von Mohr. die Ruhmestränge nicht jo did ausgefallen, als man es gefodert, vollendete Hilflosigkeit und das ödeste Geschwafel. Dem E. Stenzel goldener Lohn nicht immer tanzend flang, verlief sich die Fluth Hauptmitarbeiter gleichwerthig ist der Redakteur. Es Bum Schuh unserer Kinder vor Wein, Bier und Branntwein. Bon Dr. rascher noch, als sie gefommen. Die Ärmelent- Maler malen ut nicht nothwendig, daß der Leiter Wilh. Bode. Hildesheim. Verlag von Gebr Gerstenberg. eines Blattes beKäthe und ich. Erlebnisse und Erfahrungen aus junger Ghe. Bon Manuel wieder verzückte Heilige und wanstgesegnete Kommerztenräthe, sonders produktiv ist, aber er muß ein Urtheil haben. Herr Schntzer. Berlin. Deutsche Schriftstellergenossenschaft. Prets 3 M. der Ex- Stürmer läßt sich protegiren, jener Dränger wird prote- Ommerborn befigt weniger wie fein Urtheil, er hat einen schlechten der Fall Seeger. Ein Nothschret des rechtlosen Handwerkers. Bon Kassandra. girt, bie Arbeiterschaft ist wieder allein und wird sich behelfen Geschmack. Wenn einer von einer Sache nichts versteht und Transformations Sociales par Hector Depasse. Paris. Editeur Felix Leipzig. Berlag von Reinh. Wenther. müffen, so gut es eben geht. will fle troßdem ausführen, so ist das einfältig; wenn aber einer annien gal new ghia da bu " aus " posit, was die Herzen durchglüht, das blieb ihnen Stimme, und wir hegen den Berdacht, de ont feine Blos über diejenigen Erscheinungen, welche im Intereffe unserer Beser oder aus politischen Gründen besprochen werden müssen, veröffentlichen wir, Soweit dies der Raum unferes Blattes zuläßt, Krititen. Genügt einer Verlags buchhandlung die Anführung der übersandten Rezensionseɣemplare in dieser Rubrit nicht, so bitten wir von der Zusendung der Neuerscheinungen des BerG. Schuhr, Wilhelmftr. 119/20. Aug. Dieckmann. Handels- Druckerei. Alcam. Boulevard St. Germain 108. 5... Nationale kaufmännische Kranken- und Sterbekaffe. Dienstag, Vorstands- Sizung. 27. Dresden. Erste Serie der infolge der Maidemonstration wegen Theilnahme an einem verbotenen Umzuge Ver- bent 10. Jult, Abends 8 Uhr, im Restaurant Stühler, Neue Grünstraße 38. urtheilten: Genossen Schoenfeld, Wallfisch, Verein ehem. Schüler der 38. Gemeinde- Schule. Heute Sigung mit Heilweck und Hünig je 2 Monate Gefängniß. Damien. Vortrag des Herrn Cybulsty über:„ Flugapparate". Abends 9 Uhr, 42 Angeklagte je 100 m. und Frau Hänsel 500 m. im Restaurant„ Felsenterasse", Engelufer 1. Restaurant" entrale fer siehe Inserat in dieser Nummer. Geldstrafe. " " Planen. Zwei Monate Gefängniß Genosse Künzel wegen Beleidigung des Redakteurs vom Falkensteiner Amtsblatt. Genosse Steinkuhl wegen Duldens un erlaubten Sammelns 20 M. Geldstrafe. " 29. Zwickau. Der verantwortliche Redakteur des Sächsischen Volksblattes", Genosse Reiher, wegen Beleidigung eines Spinnereibesizers 3 Monate Gefängniß. Berlin. Wegen Nichtaufnahme einer Berichtigung der verantwortliche Redakteur des„ Vorwärts", Gen. Pösch, 3 M. Geldstrafe. * Dresden. Groben Unfug durch Verbreitung der Sächs. Arbeiter- Zeitung" verübt zu haben, 40 Austräger je 40 M. und der 41. 15 M. Geldstrafe. Die Zeitung erhielt eine Boykotterklärung des Waldschlößchen- Bier. Insgesammt wurde erkannt auf: 6 Jahre 3 Monate und 1 Woche Gefängniß und 12 660 M. Geldstrafe. Die Temperatur zeigt steigende Tendenz. Der Parteivorstand. 1 Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Dienstag. Gesangverein Musitverein Anatreon, Abends 9-11 Uhr, bet Reßner, Annenstraße 16. bet Gendte. Nord 8-11 Uhr, Wriezenerstr. 6, Gefangverein Alpen Gesangs- Abtheilung des Arbeiterglühen 2 bet Nomad, Manteuffelftr. 9.Bildungsvereins von Weißensee bet Müller( Pfeifen- Müller), KönigsChauffee 38. Gesangverein 2udwig'scher Männer- Ghor, Uebungsstunde jeden Dienstag, Abends 9 Uhr, bet Poppe, Lindenstr. 106. Arbeiter Bithertlub Freiheitstlänge. Jeden Dienstag Abends von Mufit 8 bis 11 Uhr bei W. Richter, Bülowstr. 65 am Dennewis- Play. verein Frisch auf bei Schröder, Reichenbergerftr. 24. Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend von 8%-10% Uhr. NordSchule, Müllerstraße 179a und Südost- Echule, Waldemarfir. 14: Boltsth. Medizin. Bet allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Turnverein Gesundbrunnen. Die 1. Männer- Abtheilung turnt von Herren, jeder Zeit aufgenommen. 8-10% Uhr in der Turnhalle des Lessing- Gymnasiums, Pantstraße 9-10.Arbeiter- Sängerbund Berlins u. Umg. Alle Aenderungen im Vereins: Berliner Zurngen offenschaft. Die 9. Männerabtheilung turnt jeden Turnverein falender sind zu richten an Friedr. Kortum, Manteuffelftr. 49, v. 2 Tr. Dienstag, Dienstag und Freitag in der Gemeindeschule, Blumenstr. 63 a. Hof. Genosse Stücklen wegen Beleidigung der Straf abds. 9 Uhr, Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Olympia, Fichte. Jeden Dienstag und Freitag, Abends 8-10 Uhr, Staligerstr. 65-56. Adalbertstr. 8 bei Sauermann. fammer in Bochum 3 Tage Gefängniß. - Schildhorn, Usedomitr. 33 bei Mielte. Turnverein Norden, jeden Dienstag Abends von 8 bis 10 Uhr in der Ihn'scher Gesangverein Turnhalle, Prinzen- Allee 8. Alpenglode, Grüner Weg 29, bei Saeger. Nach dem Turnen geselliges Beisammensein im 28. Dresden. Zweite Serie der infolge der Maidemonstration Sumor, Lichtenbergeritr. 16 bet Bolzmann. Unverzagt 2, Moabit, Restaurant Bum Thüringer, Prinzen- Allee 10. Turnverein Froh und wegen Theilnahme an einem verbotenen Umzuge Ver- Waldfir. 8 bei Sante.- Waldtapelle, Reichenbergerstr. 19 bei Roscher. Frei, Brig( Mitglied des Arbeiter- Turnerbundes Deutschlands). Turnen urtheilten 43 Genossen zu je 100 M., Genosse Geyer Arbeiter: Maibund, Nowawes, Wallfir. bei Gärtner.- Gesangverein der Männerabtheilung jeden Dienstag von 8-10% Uhr bet Bethke( vormals zu 150 M. Geldstrafe. Drei Genossen wurden frei- Sanges blüthen Krautfir. 6 bet Rudolf. Frete Sänger 3 in Seeger- Engel), Chauffeeſtr. 39. mühle Gberswalde.- Alte Linde, Mariannenstr. 48 bei Gütler. Theater- Verein Othello 2 Abends 9 Uhr, bei Zägers, Gartenstr. 13-14. gesprochen. Vorwärts 4, Rathenow, Restaurant Zur Erholung bei W. Friesecke. Privat- Theater- Gesellschaft Berliner Humor, Abends 9 Uhr, Köpnicker Brivattheaterverein Crescendo, Abends, bei Einigteit 2 Weinftr. 11 bei Feind.- Gesangverein der Böttcher Steineiche, straße 158 bei Buchs. Vorwärts 8, Marwitz, bei W. Nölte. Nicolay, Elisabethkirchstr. 14.- Theaterverein Vulkania, Abends 9% Uhr, Neue Friedrichstr. 20 bet Keller. Silaria, Frankfurterstr. 30 bei Haberecht.- Wiederhall, Köpenicker bet Schütte, Alte Schönhauserstraße Nr. 23-24, Sigung mit anschließendem firaße 191 bei Boge. Gesango. Rothe Melte 2, bei Rabe, Ruppiner- und TanzTheaterverein Morgenroth zu Friedrichsberg tagt mit Gesangverein Eintracht, Nieder- Schönweide, Damen, Abends 9 Uhr, im Vereinslokal bei Christen, Friedrich Karlir. 26. Schönholzerstraßen- Ecke. Restaurant Streitler, Grünauerstr. Gesangv. Frohsinn in Stralau, Gräft. Fidele Geister, Sigung bei Besseler, Wein- und Gollnowstraßen- Ecke. Reischach'sche Braueret.- Epheu, Gerichtsfir. 10 bet Gebrandt. GesangBergnügungsverein Amicitia, Abends 8 Uhr, bei Schönnagel, verein cho 2 9 Uhr Abends Nebungsstunde bei Sirthe, Elisabeth Barnimstraße 47. Geselliger Verein Brüderschaft, Abends Gesangverein Gerechtigkeit Westen, Bülowstraße 59 9 Uhr, im Restaurant Dittmann, Perlebergerstr. 9. Vergnügungsstraße 14. VergnügungsGesang u. Theaterverein cacie( gem. Chor), Beughofstr. 8 verein Sturnalia, Abend 9 Uhr, Andreasstr. 3, Sigung. b. Werner. bet Behlendorf. Arbeiter- Gesangverein Freiheit 2, Adlershof, verein Fidelio, Abends 9 Uhr Sigung mit Damen bei Seifert, Eppenstraßen- Ecke, Grünauer Chaussee, bei Paulig. Freies Oranienstraße 21. Geselliger Verein Mehr Licht, Abends 9 Uhr, bet Heinecke. Lied 1, Friedrichsberg, Friedrich Karlstraße 11 Große Frankfurterstr. 133 bet Golds. Touristentlub Wanderlust auf, Wörtherstraße, Ecke Rykestraße, bet Schmidt. Abends 9 Uhr, Franseckistr. und Schönhauser- Allee- Ecke. Geselliger Verein wacht Freiheit 3, Bernau, im Schüßenhaus. Senefelder, Lands: Regin a Sigung mit Damen Oranienftr. 153 bei Schönwalder.- Berbergerstr. 31 bet Seehausen. Echo 3, Zehlendorf, Karlstraße bet anügungsverein una. Sigung bei Haberecht, Große Frankfurterstraße 30, Regler. Männergesangverein Bach' auf, Pantow, Wollantir. 115 Fidelitas. Männerchor Waldesrauschen im Restaurant Hohenbei Hermann Sonntag. Männergesangverein Eichenfranz, zollern", Seydelfiraße. Vergnügungsverein Berolina Abends 9 Uhr Prenzlau, im Kaisergarten. Weddinger Harmonie, Müllerstr. 7. im Restaurant Prog, Annenstr. 9. Waldkapelle 2, Abends 9 Uhr im Männerchor Nord Ost, Landsberger- Allee bei F. Krauſe. Harmonie Restaurant Kaiser, Staligerstr. 22. Geselliger Verein Hertha, Sigung Rirdorf, Bergstr. 141 bei Schimkäse. Almenrausch, Gräfestr. 34 bei Plög.- in den Oranien- Haller, Oranienftr. 51, Abends 9 Uhr( alle 14 Tage). Sängerfreiheit Naunynftr. 86 bei gubeil. Arion, Wittenberge, Orientalischer Rauchtlub Spar- und Kreditverein, Abends 9 Uhr, Rauchklub Dämmermolte, Thurmftr. 23, Bentralhalle.- Liebesfrethett2, Strausberg, Wilhelmstraße, Reichenbergerstraße 24, bei Echröder. Weber's Kaffeehaus.- Frob' Hoffnung( W. W.) Kulmftr. 36 bei Raumann. Böchstr. 1.- Rauchtlub Brub erbund, Abends 9 Uhr, bei P. Gerhard, Butunit 1, Stegliz, Ahornfir. im Gambrinus.- Edelweiß 1, im Restau- Grünauerstr. 27. Rauchflub Beitgeist, Abds. 9 Uhr b. Kaspar, Restaurant rant Kasch, Dranienftr. 190. Gleichheit, in Nagel's Restaurant, zum Beitgeist, Bernauerstr. 72. Rauchflub Unverzagt bei G. Ruppin, Männer- Gesangverein Wilmersdorfer Lieder Blumenstraße 49. Rauchklub Portorico, Abends 9 Uhr, bei Echivedterstraße. Rauchtlub Gemüthlichtett 2, tafel wilmersdorf, Berlinerstr. 40. Möller's Garten.- Gesangverein Con: Kohn, Wrangelstraße Nr. 136. cordia, Oranienstr. 109. Frete Feldblume, Wienerstr. 31 bei Abends 9 Uhr bei Achsel, Köpenickerstraße 161. Rauchtlub Blaue Luft, Abends 9 Uhr bei Bredlow, Bülowstr. 65. Rauchklub Abguß, 8 Uhr, Schröder. Sänger gruß, Friedrichshagen, Friedrichstr. 58, Restaurant Abends Gesangverein der Metallarbeiter Osten, Krautstr. 38 bei bei Schulze, Weberstr. 10. Grüne Quafte, Rauchtlub Erdmann. Rauchflub Eldo= Wiesegarth. Stralauer Liedertafel( Orchesterabtheilung) Friedrichs: 9 Uhr, Münchebergerfir. 29, Restauration Schmeift. berg, Rummelsburgerstr. 45 bet Raul.- Arbeitergesangverein Ginig bet rabo Abends 8% Uhr bet Gayer, Pallisadenfiraße Nr. 66-67. wilte, Andreasstr. 26. flub Tabats blüthe, Gigung, Abends 9 Uhr, Blumenftr. 19. tlub Columbus, Abends 8% Uhr, bei A. utte, Oppelnerfir. 23. Rauchtlub Gut gesinnte Freunde, Georgenkirchstr. 65 bet Müller. Rauchflub, m balema", Abends 8% Uhr bei W. Fröhlich, Reichenbergerstr. 73a. Rauchflub Sorgenfret, Abends 9 Uhr bet ww. Bartel, Pallisabenstr. 22. Rauchflub Sumatra, Abends 8½ Uhr bei Krause, Gitschinerstr. 93. Stattlub Eintracht Abends 9 uhr bei Grande, Laufigerstr. 50. Statflub Rother Junge, Sigung alle Dienstage nach dem 15. und 9-11 Uhr im Refiauraut Boeckhstr. 7, bet Spielabend alle Dienstage von Stattlub Schnitt, Abends 8% Uhr, bei Trittelwig, Herrn Herrath. Büglerverein Norden. Jeden Dienstag, Abends Faltensteinstr. 7. Kartentlub Lustige 9 Uhr, Sigung, Kastanien- Allee 40, tm Restaurant. Regeltlub o13= Brüder, bet Restaurateur E. Rattfe, Krautstraße 48. mustel Abends 8 Uhr, im Restaurant Hahn, Ratiborstr. 18. Versammlungen. Der Fachverein der in der Lederwaaren- Industrie beschäftigten Arbeiter von Berlin und Umgegend berieth am 2. Juli über das Vertrauensmänner- System und nahm das dazu vorgelegte Statut an. Kollege Heinete sprach hierauf über Werkstätten- Reform, u. A. mittheilend, daß ein Fabrikant, der nur die Hausindustrie beschäftigt, bei einem Betriebe von 10 Ar beitern mindestens 800-1000 m. jährlich dadurch profitire, daß er die Lieferung von kleinem Material, wie Stiften, Leim, Kleister, Pinseln und die Miethe für Werkstätten auf Kosten der Arbeiter erspart. In Beziehung auf den Guten Montag wurde beschlossen, Montag, den 16. Juli, Nachmittags 2 Uhr, vom Schlesischen Bahnhof nach der Köpenicker Pferdebucht zu fahren, um dort mit Familie gemüthlich zusammen zu sein. Es ist dafür gesorgt, daß den Kollegen nur solches Bier verabfolgt wird, was nicht vom Ring der Brauereien entnommen ist. Also fein Ring Bier! Die Kollegen werden um Betheiligung an dieser Partie gebeten. COLDENE S 1 Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend Alle Zuſchriften, den Bund betreffend, sind zu richten an P. Gent, Adalbertstraße 95. Dienstag. Musikverein Hoffnung, bei Dreßler, Geselliger Musikdilettanten Verein Münster: Eisenbahnstraße 6. mann, bei Wilte, Hochstr. 32a. Uebungsstunde und Aufnahme neuer Theaterverein Freundschaft, Abends 9 Uhr beim mitglieder. - Theater- Gesellschaft Liberte, Rottbuser Anhaltiner, Tempelhofer Ufer. Theaterverein Freie Kunst, Blumenstraße Nr. 46 bet Ment, 8% Uhr.- Schüßenverein Freitugel, Staligerftr. 34 bei Sente. Rauchtlub Gut gesinnte Freunde, Abends 9 Uhr, bet Müller, Musikverein Dsiris, Mariannenstr. 32 bei Dober: ftein. Bergnügungsverein Nordwacht, Abends 9 Uhr bei Hermerschmidt, Berlebergerstr. 28. Dammı 103 bei Meier. Georgenti rchstr. 65. Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Berlin, 1. Geſch: Andreasstr. 23, S. pt., gegenüb. Andreasvi Bestes Puzmittel der Welt! 2. Gesch.: Brunnenstr. 95, gegenüb. Humboldtshain größtes Lager Berling. MusterKinderwagen, bucher gratis. Theilzahlung gestattet. 500 Mark zahle ich Jedem, der mir nachweist, daß ich nicht das größte Kinderwagen- ager Berlins habe. Wäsche hält länger und bleibt länger rein, wenn mit Karol Weil's Seifenextract gewaschen. Es entfernt den Schmutz vollkommen und Kragen und Manschetten werden nicht faserig, weil die Wäsche geschont wird. Karol Weil's Seifenextract ist die beste trockene Seife in feinster Pulverform. Nehmet nichts anderes als graue Packete mit Schutzmarke Waschfass. MEDAILLE 1899 COMMA OHNE FLEISS KEIN PREIS ANT U. M- LEUTEN SK 1894. DEURDED CHERMEN ZOL VERSAL ME AV Co Schutzmarks PUTZ POM ADALBERT VOGT& CO BERLIN FRIEDRICHSBERG goldene usiibra 9 Diese Universal- Metall PutPomade ist von uns zuerst im Jahre 1876 eingeführt und das Fabrik zeichen ,, Helm" durch gesetzliche Eintragung zur Schuhmarke gefennzeichnet worden. Alle ähnlich ausSehenden Erzeugnisse sind deshalb Nachahmungen unseres unübertroffenen Pugmittels. Große Ersparniß im Hauchalt! F.F.Resag's Kaffeeersatz GO! ZENE 308L* MEDAILLE 9-12MARZ 1814 . 1894. 1894 macht den Kaffee kräftig und wohlschmeckend, liefert auch ohne Zusatz von Bohnenkaffee ein angenehmes gesundes Getränk. Bu haben in den meisten Kolonialwaaren- Geschäften. à Pfund 40 Pf. Wir sind aus dem Verein der Brauereien von Berlin und Umgegend ausgetreten. Pichelsdorf, den 30. Juni 1894. Radeberger Exportbier- Brauerei Befizerin der Brauerei Pichelsdorf. 1505b 5992 In meinem Verlage erschien: 1 Rauch RauchDie Bierprotzen. 32 Seiten illustrirt. Preis 10 Pf. Zu beziehen durch alle Parteibuchhandlungen, Kolporteure und Zeitungsspediteure, sowie direkt vom Verleger Hans Baake, Berlin S., City- Passage. ( Der Ueberschuß wird der Boykottkommission für die ausgesperrten Brauereiarbetter überwiesen.) Frucht- Säfte Himbeer-, Kirsch, Johannisbeerfaft, vorzüglich, Literflasche 1,30 Mk. Eugen Neumann& Co., 8 Dranienftr.8. 6a Belle- Allianceplatz 6a. 81 Neue Friedrichstr. 81. Erklärung. 781 Es ist in Gastwirthstreifen vielfach die Ansicht verbreitet, daß ich, ähnlich wie die Süddeutsche Malzbier Brauerei Carl Kintz& Co. die sogenannten 5 Pf.- Ausschants- Lokale für eigene Rechnung unterhalte. Ich erkläre hiergegen öffentlich, daß ich bei den Geschäften, die mein Bier mit 5 Pf. pro 1/4 Liter verkaufen, in keiner Weise betheiligt bin, sondern daß die Herren Besitzer dieser Lokale ihr Geschäft auf völlig eigene Rechnung betreiben. Gleichzeitig mache ich bekannt, daß ich, um auch in der Flaschenbier- Frage den Herren Gastwirthen entgegenzukommen, mit dem beutigen Tage mein Flaschenbier- Geschäft an die Herren Gebr. Lahn, Raftanien- Allee 27, täuflich abgetreten habe. Bei dieser Gelegenheit erlaube ich mir mein gut abgelagertes Lagerbier pro Tonne Mk. 21, inkl. Spundgeld in empfehlende Erinnerung zu bringen, und stete prompte Effettuirung aller eingehenden Aufträge zuzusichern. Beschwerden über Unregelmäßigkeiten meiner Kutscher bitte mir direkt unterbreiten zu wollen. Berlin, den 6. Juli 1894. Brauerei Wilhelmshöhe Telephon: Amt III, No. 8884. E. Lehmann, Belforterstr. 4. Roh- Tabak A. Goldschmidt, 4435L am biengen Plage wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigite Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rontabate sind am Lager. A. Goldschmidt, Oranienburgerstr. 2. Sophastoff- Reste in Rips, Damant, Crêpe, Fantaße, Gobelin, Plüsch und bunten Mocquets spottbillig! Proben franko! größt. Lager, billigste Kinderwagen, reise, v. 10 m. an auch Theil- W. Holze, zahlung. 128L* 6 Oranienstraße 3. Pfund Albrecht's Brot für Bäckerei, 50 Pfennig liefert Wrangel- Strasse 8, Langestr. 26, Falkensteinstr. 28. Kinderwagen, Reiseförbe zu Fabrikpreisen, auch Theilzahlung. E. L. Herrmann, Gneisenauftr. 115. ! Roh- Tabak! Sämmtl. in- und ausländischen Sorten, gute Qualität, tadelloser Brand, 5150L* in billigster Preislage, empfiehlt Berlin S., Franck, andlung, Oranienkraße 158. Emil Lefèvre, ne Heinr. Franck, tabakVerantwortlicher Redakteur: Hugo Pötsch in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Brunnenstrasse 185.