Nr. 187. 33. Jahrg. Bezugspreis: Lierleliahrl. i£0 SDJl. mona« l.SVMl. hei inä Haus, vorauszahwar. Einzelne slumnietn 10 Pfennig. Postbezug: Wonaiiich. dom PostsHalter abzubolen ILO Mb, dom Briefträger ms Haus ge» bracht 1,0t Ml. Unter Kreuzband skr 2eutfchlard und Oesterreich»Ungarn S.— Ml, für das übrige Ausland 4.50 MI. monatlich. Versand inS Feld b ei direkter Bestellung monatl. ILO Ml. Postbestellungen nehmen an Täne» marl, Holland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Eingetragen in die Posi-Zeitrings. Preisliste. Erscheint täglich. lelegramm- Adresse: .Eozialdemokrat Berlin», Verlinev Volksbl�kt. ( 10 Pfennig) Anzeigenpreis: DiefiebengespalteneKownelzellelostet ■80 Psg.„Kleine Anzeigen», das settgedruilte Wort 30 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), sedes weitere Wort 15 Psg, Stellengesuche und Echlafstellenanzeigen das erste Wort 20 Psg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte, Teuerungszuschlag 20°,'» Familien-Anzeigen, politische Und gewerkschaftliche Vereins. Anzeigen 50 Pfg, die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.S8, Lindenstratze S, ab icgcbcn werben. Geöffnet von 8 Uhr früh bi» 7 Uhr abends. Tsntralorgan äer ToziaXdcmoUratifchcn Partei Daitfcblands. Neöaktioa: EW. SS, Liaöenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moriuvlatt, Sir. 1S1 SV— 15197. Mittwoch, de« 10. Juli 1918. Expedition: EW. 08, Linüenstraße 3. Sieritsprecher: Amt Moritzvlay. Nr. 151 SV— 151 S7. Wklmann gestürzt. KÄmiral v, üintzc als jNachfolger In Husfidst genommen Berlin, 9. Juli.(W. T. B.) Wie zuverlässig verlautet, bat der Kaiser das Abschiedsgesuch des Staatssekretärs Dr. von K ü h l m a n n angenommeu. Als sein Nachfolger wird der bisherige Gesandte in Kristiania von H i n tz e genannt. Eine endgültige Ent- scheiduug ist jedoch noch nicht getroffen. Also Kühlmann ist wirklich weggeschickt worden, und es ist iin Augenblick gleichgültig, ob er das persönlich anders verdient bat. Hätte ihn die R e i ch s t a g s m e h r h e i t zu Fall ge- bracht, als er sich auf die unheilvolle Bahn des Brester Gewalk- friedens drängen ließ, oder später, als er diesen Gewaltfrieden zugunsten einer„Anlehung" Estlands und Livlands noch weiter korrigieren ließ, oder noch später, am 25. Juni, als er die vor- sichtig ausgedrückten Wahrheiten seiner Rede vom Vortag halb und halb widerrief, so hätten wir hier seinen Ausgang ge- segnet und seinen Nachfolger begrüßt. Herr v. Kühlmann ist aber nicht gefallen, weil er dem Drängen der alldeutschen Machtpolitiker ans Schritt und Tritt nachgab, sondern weil er innerlich nicht einer von ihrer Farbe war und dies in einem unvorsichtigen Augenblick verriet. In seiner Rede vom 24. Juni ketzerte er gegen die beiden Dogmen von der englischen Kriegsanstiftnng und von der Möglichkeit, den Krieg durch rein militärische Gewalt zu be- enden.„Herr v. Kühlmann," sagt die„Kreuzzeitung",„war innerpolitisch wohl mehr oder weniger Laie, aber die verschwom- menen Auffassungen von Weltpolitik, wie sie die deutsche Demo- kratie stets zum Ausdruck gebracht hat, entsprachen seiner per- sönlichen Tenkungsart. So zieht sich durch sein Handeln ein internationales Empfinden. Eine starke Politik auf nationaler Grundlage mußte ihm fernliegen, weil er seiner ganzen Cha- xakteranlage nach es nie gelernt hatte, deutsch zu denken." Richtig! Herrn v. Kühlnianns Neigung ging nach einer Politik der korrekten Bügelfalte, aber nicht nach jener Politik der gesträubten Schnurrbartspitze, die in gewissen Kreisen als die einzige„deutsche� Politik gilt. Man lese den heutigen Be- richt über die Debatte im Herrenhaus, und man wird zwischen den Auffassungen des Herrn v. Kühlmann und den derzeit be- lichteren den ganzen Unterschied erkennen, einen Unterschied, den man, wie der Berliner sagt,„Klavierspielen kann". Dort ist die frische Farbe der Entschließung noch nicht durch der Ge- danken Blässe, angekränkelt, dort lobt man sich noch den fröh- lichen Krieg und pfeift auf moralische Eroberungen. Man freut sich zu sehen, wie sich der Vizepräsident des königlichen Staats- nlinisteriums, Herr Dr. Friedberg, dort so ganz m seinem Ele- ment fühlt— trotz Salm-Horstmar eine bewundernswerte An- Passungsfähigkeit bekundet. Zur selbigen Stund aber spülte die Flut einen toten Mann ans San?, eben Herrn v. Kühiniann, der nicht gelernt hat,„deutsch zu denken", und doch fast ein Jahr lang Leiter der deutschen Auslandspolitik gewesen ist. Und was bedeutet das alles? Nichts, absolut nichts, der- sichert die Hertling-offiziöse„Germania", die gestern verkündete, daß„Kühlmann bleibt!" und heute ungerührt meldet, daß Kühl- mann geht. Was liegt daran, daß Kühlmann geht, uns bleibt ja noch Hertling, und der„in Aussicht ge- uommene" Nachfolger KühlmannS, Admiral V. H i n tz e, hat sich verpflichtet,„mit vollstem Ernst und unbedingter Loyalität die bisher von ihm befolgte Politik mitzumachen". Somit wäre alles in schönster Ordnung. Wen will man damit täuschen? Nach der Ueberzeugung der ganzen Welt ist die Ausschiffung des„undeutschen" Herrn v. Kühlmann zu dem Zwecke erfolgt, eine Homogenität der Re- gierung im Sinne der Alldeutschen herzustellen. Nicht daß diese Herrschaffen mit der Regierung, wie sie ist, schon zufrieden wären, dazu ist ihr Appetit, der bekanntlich beim Essen kommt, zu rege. Hertling aber ist gut und kann bleiben. Zum mindesten ist man davon überzugt, daß der alte Herr weiter nicht schadet und daß mit ihm alles zu machen ist, was man für ersprießlich hält. Der Fall Kühlmann kann dieses Per- trauen der Alldeutschen zum Grafen Hertling nur bekräftigen. Ein Reichskanzler, der gegenüber dem alldeutschen Geschrei noch selbständiger Ueberlegung fähig ist, mußte sich sagen, daß die Entlassung Kühlmanns unter den gegenwärtigen Umständen nach außen und innen geradezu verwüstend wirken müsse. Wem will man nach diesem Vorfall noch sagen, daß Deutschland eine Zivilregierimg besitze, die sich auf eine parlamentarische Mehr- heit stützen könne, und daß diese Mehrheft wie die Regierung selbst ihre Politik nach dem Reichstagsbeschluß vom 19. Juli v. I. einrichte? Der Fall Kühlmann ist der weithin hallende Triumph jener Elemente, die den Gedanken eines Verständi- gungsfriedens mit allen Mitteln— selbst durch die Aufspürung Bukarester Bettgeheimnisse- bekämpften der Sieg Mar Lohans von der„Deutschen Zeitung" und iener Elemente, die sich dieses wackeren deutschen Mannes als ihres Werkzeugs bedienen. Graf Hertling hat aber nicht erklärt, daß die Verabschiedung Kühlmanns im gegenwärffgen Zeitpunkt und unter den ge- gebenen Umständen ein Skandal und ein Schaden für das Reich sei, daß er für die Folgen nicht die Verantwortung über- nehme, sondern es vorziehe, seinen eigenen Abschied einzureichen. Statt dessen läßt er durch seine �Germania" verkünden, daß sein Kurs— ach Gott, welcher Kurs!— unverändert bleibe. Lieb Vaterland, magst ruhig sein! Die persönliche Seite der Sache mag nur kurz gestreift werden. Daß Hertling ohne Kühlmann nie Kanzler geworden wäre, ist ziemlich allgemein bekannt. Herr v. Kühlmann hat das Vertrauen, das er damals bei der Linken besaß, dazu benutzt, um für Hertling zu wirken. Nun dürfen in der Politik persön- liche Empfindungen über sachliche Erwägungen gewiß nicht den Sieg davontragen, hier ober sprachen alle sachlichen Erwägungen dafür, daß Kühlmann nicht, wenigstens nicht jetzt und nicht zur Strafe für eine allzu Wahrheftliebende Rede entlassen werden dürfe. Trotzdem zerschnitt der Kanzler ruhig das Seil, das ihn mft dem Kanzlermacher verband. Die Frage ist sofort allgemein erörtert worden, ivie sich die sozialdemokratische Fraktion nach diesem Ereignis zu den Kriegskrediten Verhalten werde. Genosse E b e r t hat in der gestrigen Reichstagssitzung die Verweisung der Kredite an den Hauptausschuß beantragt und durchgesetzt: dort und in der Fraktion wird eine ausführliche Besprechung der neuen politi- schen Lage erfolgen. � • Tie sozialdemokratische Reichstagsfraktion trat gestern abend zu einer Sitzung zusammen, um über die neue politische Lage, die durch die Entlassung des Staatssekretärs V. Kühlmann geschaffen ist, zu beraten. Beschlüsse wurden nicht ge- faßt, da man zunächst eine weitere Klärung durch die bevor- stehende Aussprache im Hauptausschuß, die vermutlich am Freitag stattfindet, abwarten will. Die presse zu Kühlmanns /lbsthieö. Tie alldeutschen und die ihnen gesinnungsverwandten Blätter begrüßen subelnd den Sturz des verhaßten Staats- sekretärs,„des Botschaftsrates Lichnowskys", der nach ihrer Behauptung nicht deutsch, sondern international und demo- kratisch denke und dem sie eine verbrecherische Neigung zu England nachsagen. Die Freudenausbrüche sind nur durch die Nützlichkcftserwägung gedämmt, die Parteien der Reichs- tagsmehrheit nicht allzu sehr vor den Kopf zu stoßen und zu- gleich dem neuen Staatssekretär den Weg zu ebnen. Darum wird versichert, daß das System Hertling bleiben und höchstens einheitlicher gestaltet werde und daß der neue Staatssekretär v. Hintze keiner Partei angehöre und die aus- wältige und innere Politik, wie sie von Hertling vorgezeichnet sei, machen werde. Typisch für diese.Beschwichtigungsmeier ist die„Vossische Zeitung": „Graf Hertling hat niemals zu denjenigen Politikern gehört, die die WÄt zum Vorteile Deuffchlands unterjochen möchten. Sowohl als Abgeordneter wie als bayerischer Ministerpräsident, wie auch als Reichskanzler hat er sich im Gegenteil immer durch eine lehr maßvolle Linienführung seiner Politik im ganzen und in Einzelheiten ausgezeichnet. Das hat sogar dazu geführt, daß solange Graf Hertling bayerischer Ministerpräsident war, er von einigen politischen Heißspornen einer übertriebenen Einfühlung in die Gedankenwelt der Gegner beschuldigt wurde. So unge- rechtfertigt diese Vorwürfe seiu dürften, so wenig gerecht wäre e§ aus der anderen Seite, ihm nun etwa zuzutrauen, daß er eine Aben teure rpolitik zu treiben beabsichtigt, die in Widerspruch zu den Grundsätzen steht, die in den letzten Wochen noch verschiedent- lich diejenigen Parteien verkündet haben, die ihn als Kanzler be- willkommneten und ihn noch bis in die letzten Tage hinein be- sonders eng unterstützten.", Gegen diese für naive Gemüter berechnete Darstellung macht das„Berliner Tageblatt" energisch Front: „Man wird natürlich, amtlich und halbamtlich, offiziell und offiziös, versichern, der Rücktritt des Herrn v. Kühlmann sei po- litisch gänzlich bedeuiungsloS. Die Politik der Regierung bleibe genau so, wie sie gestern gewesen sei. ES kann schon jcin, daß Gras Hertling daS sagt und daß Herr v. Payer es ganz aufrichtig meint. Trotz allen Beteuerungen wird und muß der Eindruck, im Inland« und im Auslande, ein völlig anderer sein. Herr v. Kühlmann ist durch die alldeutsch- miliiaristisch-vaterlands- parteilichen Geister gestürzt. Kein Regen von schönen Versiche- rungen wäscht das fort. ES ist der Triumph der Tirpitz-Cligue. der Machtpolitiker und all dessen, was damit zusammenhängt. Wft wollen diesen Triumph nicht schmälern, indem wir so tun, als existiere er nicht. Die Hinterbliebenen auf den Regierungssitzen lassen sagen, ihre Politik erleide keine Veränderung? Ja, du lieber Himmel, welche Politik? Der Staatssekretär, der allen- falls sine hatte, ist, well ex eine hatte, abgetan. Was bleibt?." Die„Tägliche Rundschau" bedauert, daß durch vorhergehende Dementis einer bevorstehenden Verabschiedung Kühlmanns der Rückschlag unvermutet heftig ausgefallen sei und die Reichstagsmehrheit ganz besonders gereizt werde. Sie ist überrascht, daß dem Staatssekretär nicht einmal die Frist bis zur Vertagung des Reichstages oder bis zur Beendigung seines Prozesses gewährt worden ist. Die„National- Zeitung" nimmt an, daß der Kühlmann-Prozeß jetzt durch eine Ehrenerklärung aus der Welt geschafft werden wird und orakelt über angeblich ebenfalls englandfreundliche Neigungen des Herrn v. Hintze: «Mag sein, daß Herr d. Hintze um jene Zeit von alldeutscher Seite sehr gerne als erster Beamter in der Wilhelmftrahe gesehen worden wäre, jetzt glauben wir aber zu wissen, daß seither in jenen Ansichten und Wünschen eine Acnderung eingetreten ist, denn neuerdings gilt Herr V. Hintze der„Englandfreundschaft" für verdächtig, und man glaubt von ihm— ob mit Recht oder Unrecht bleibe ganz dahingestellt—, daß er ein Anhänger jener Gedankenrichtung sei, die eine Aussöhnung zwischen Deutschland und England für möglich und ersprießlich hält." Ueber die parlamentarischen Wirkungen des Sturzes Kühlmanns erfährt das Blatt: „Die Nachricht vom Rücktritt des Staatssekretärs V. Kühl- mann traf die Mehrheit des Hauses, vor allem die Sozialdemo- kratie, ccher auch die Fortschrittler— ebenso wie den Vizekanzler v. Payer— gänzlich unvorbereitet. Die Mitglieder der Mehrheit des Reichstages glaubten im Gegenteil mit Sicher- heit annehmen zu dürfen, daß das DemisstonSgesuch v. Kiihl- mannS abgelehnt werden würde. Erst gestern waren füh- rende Mitglieder deSHauses von Herrn v. P a Y c r in diesem Sinne informiert worden... Während heute vormittag in Rcichstagskrcisen die Möglichkeit einer Payer- Krise als Folgendes Rücktritts Herrn v. Kühlmanns als wahr- scheinlich, zum mindesten als möglich hingestellt wurde, wurde nach der Aussprache der fortschrittlichen Volkspartei, die ansang- lich sehr bewegt verlief, von fortschrittlicher Seite erklärt, daß die Partei mit einem Rücktritt des Vizekanzlers nicht rechnet." Die„D e u t s ch e T a g e s z e i t u n g" zieht aus den bis- herigen Leistungen des neuen Staatssekretärs einen günstigen Schluß für seine neue Tätigkeit und attackiert mit verbissener Wut die Sozialdemokratte, weil sie vor der Bewilligung der Kriegskredite die Politik des neuen Mannes prüfen und ihn nicht einfach als Gottesgeschenk akzeptieren will. Der mutmaßliche Nachfolger KühlmannS, Herr v..Hintze, ist bürgerlicher Herkunft. Er ist 1868 in Schwedt a. O. als Sohn eines Kaufmanns geboren und trat im April 1882 als Seekadett in die Kaiserliche Marine ein. Im Sommer 1963 erfolgte seine Er- nennung zum Militär-Attache für die skandinavischen Staaten mit dem Sitz in Petersburg. Im Frühjahr 1966 wurde er zum Flügel- Adjutanten des Kaisers ernannt, zwei Jahre später erhielt er den erblichen Adel. Im Sommer 1968 wurde er Militärbevollmächtigter am kaiserlich russischen Hof. Im Frühjahr 1911 trat er unter Vcr- leihung de» Charakters als Kontreadmiral ins Auswärtige Amt ein. Im Mai 1911 wurde er als Gesandter nach Mexiko geschickt. Nach Kriegsausbruch erhielt er den Auftrag, die Putsche Vertretung in Peking zu übernehmen. Nach Abbruch der Beziehungen mit China kehrte er über Amerika und Holland nach Deutschland zurück. Im Juni 1917 ging Herr v. Hintze als Nachfolger von Dr. MichaelleS nach Kristiania. der Moskauer Putschversuch mißglückt. London, 8. Juli. sRenter.) Eine russische drahtlose Meldung besagt, daß die gegenrevolutionäre Erhebung der Sozialrevolutionäre der Linken in Moskau unterdrückt ist. Mehrere hundert Verhaftungen wurden vorgenommen. Ueber hie Ermordung des deutschen Gesandten Grafen Mirbach sind in Wien Meldungen eingetroffen, die das schon von anderer Seite Mitgeteilte bestätigen. Nach der Flucht der Mörder in das Gebäude, in welchem der in Moskau tagende Kongreß der Linken Sozialrevolutionäre untergebracht ist, entspannen sich im Laufe der Nacht vom 6. auf den 7. Juli lebhafte Straßenkämpfe, bei denen, wie nun geradezu behauptet wird, erwiesenermaßen englische Agitatoren tätig waren. Die Sowjetttuppen haben aber, dank ihrem sofortigen scharfen Zufassen, die Ordnung rasch wieder hergestellt. Die Führer der Sozialrevolutionäre wurden aus deni Kongreß heraus verhaftet. Ob die Mörder auch schon gefaßt sind, ist nicht bekannt. Gegen abend des 7. war in Moskau ziemliche Ruhe eingetreten. Artilleriefeuer war nicht zu hören, nur noch planloses zeitweiliges Gewehrfeucr. Petersburger Meldungen, die über Helsingsors in Stock- Holm eintrafen und von der»Stockholmer Zeitung" wieder- •Tv'-»«*.- gegeben wurden," bringen den Mord mit dem Abmarsch der Tschechen nach Ostsibirien in Verbindung, die sagen, am o. Juli habe in Petersburg allgemein die Auffassung ge- herrscht, daß weniger die Bolschewiki, die noch nicht alle Sympathien für ihre tschechischen Kampfgenossen gegen die Konstituante vergessen hätten, als der energische Einspruch des Grafen Mirbach den Abtransport der Tschechen über Wladiwostok an die Westfront verhindert hätte. Diese Vermutung, dass Graf Mirbach den Zustrom dieser Hilfstruppe für den Verband verhindert habe, mache den Verdacht, daß dieser hinter dem Mord stecke, noch wahrscheinlicher. Diese Petersburger Meldungen wollen etwas von den Plänen der Sozialrevolutionäre wissen. Der Masse, mit deren Beifall sie im Augenblick rechnen könnten, ist bunt genug, Zu der antibolschewistischen Front gehören die rein republikanischen Transbeikal- und Ussurikosakcn, die Orenburger Kosaken unter Dutow, die innerpolitisch unbestimmten Haufen Koltschaks und die überzeugten Monarchisten Semenows. Das Ziel der sozialrevolutionären Führer ist die Konstituante. Sie solle zunächst versuchen, sich friedlich mit Deutschland über die Durchsicht des Brest er Friedens zu einigen. Erst wenn von Deutschland eine bestimmte Weigerung erfolge, würde man sich wieder an die früheren Verbündeten wenden.' « Kiew, 8. Juli. Der Leiter der Operationsabteilung des Volkskommissariats für das Militärwesen, V a r a l o w, erläßt folgende Bekanntmachung: Di« Linken Sozialrevolutionäre, welche sich be- trügerischerweise auf einige Stunden eines» kleinen Teiles der Sta-dt Moskau und des Telegraphcnamts bemächti-gt haben, setzten provokatorische Gerüchte in Umlauf, nach welchen die Aatsgewalt angeblich mit Hilfe der Moskauer Garnison, die sich ihnen angeschlossen haben sollte, gestürzt sei. Ich gebe hiermit bekannt, daß der d urch ein Häuflein wahnsinniger Frevler entfachte Aufruhr bereits ohne große Schwierigkeiten durch die Moskauer Garnison, welche der Sache-der Arbeiter- und Bauernregierung treu blieb, unterdrückt ist. Die Aufrührer sind verhaftet. In der Stadt ist die Ordnung wiederher- gestellt. Die Kämpfe der Gegenrevolution. Moskau, 7. Juli. Die Presse meldet: In Petersburg ist die K r i e g s z e n s u r eingeführt worden. In Dagestan bei Kirdamir wird zwischen den Räte- truvpen und Armeniern einerseits und Tataren an- demseitS heftig gekämpft. Tie Rätetrirppcn gehen siegreich vor. Ein Kofakenangriff westlich UralSk wurde abgewiesen. Die tschechische Abteilung bei ShaadrinSk wnrde zum Rückzüge auf die Stadt gezwungen. Die Besetzung von Slatust, Mijas und Berk- jausch durch die Tschechen bestätigt sich. In Simbirsk erfolgten Mafsenvcrhaftungen von Gegen revolutionären, hauptsächlich Offizieren und Studenten. Tie französische Vertretung in Wologda soll Tschitscherin mitgeteilt haben, dag die auf dem Jaroslawer Bahnhof in Moskau als Gegcnrcvolutionärc verhasteten Tschechen und Polen für die französische Armee bestimmt gewesen seien. MoSkau, 7. IM». Die Presse meldet: Bei ShSran wurden die T fch e ch«- T l»>»> a k en 50.Kilometer zurückgeworfen, ebenso auf der Front Pcnsa— StzSran auf 2l) Kilometer. Tie allrussische Bersammlung der Sowjets ist am b. Jnli eröffnet worden. Anwesend waren über sistst Ab geordnete, davon 450 Bolschewik», 300 Linke Sozialrevolutionäre. Trotzki hat die Sitzung mit einer Rede über die Notwendigkeit einer großen und starken Note« Armee eröffnet und betont, daß ma« im Zeichen der allgemeinen Wehrpflicht stehe. M» S k a u, 8. Juli. Die Presse veröffentlicht eine» Aufruf der Regierung, der wie folgt beginnt: „Gestern hat die Allrussische Bersammlung der Sowjets mit erheblicher Stimmenmehrheit die äußere und die iunere PolitikdcS Sowjets der Volkskommissare gebilligt. Tie sogenannten Linken Sozialrevolutionäre, welche in den letzten Wochen geschlossen in das Lager der Rechten Sozial revolutionäre übergegangen waren, hatten beschlossen, die All- russische Bersammlung aufzulösen. Sie versuchten, die Ratsrrpublik, entgegen dem Willen der überwiegenden Mehrheit der Arbeiter und Bauern, in einen Krieg hineinzutreiben. In Berfolg dieses Zieles wurde gestern 3 Uhr nachmittags der deutsche Gesandte von einem Mitglied der Partei der Linke« Sozialrevolutionäre ermordet. Gleichzeitig versuchten die Linken Sozialrevolutionär», den geplanten Aufstand zur AuSfüh- rung zu bringen." Nach Tarstellung der Umsturzbewegung schließt der Aufruf: „Es unterliegt keinem Zweifel, daß im Laufe der nächsten Stunden der Aufstand der Linken Sozialrevolutionäre, der Agen- tea der ruffischen Bourgeoisie und des englisch. französischen Jmpe- rialiSmnS, unterdrückt sein wird. Welche weiteren Folgen dieses sinnlose und schmachvolle Abenteuer der Linken Sozialrevo- lutionäre für die internationale Lage der RatSrrpublik haben wird. kann augenblicklich unmöglich vorausgesagt werden. Aber wenn unser erschöpftes und verblutetes Land von neuem in einen Krieg gestürzt wird, so fällt die Schuld daran einzig und allein auf dir Partei der Linken Sozialrevolu- t i o n ä r e. Untstürzler und Verräter. Mögen in diesem kritischen Augenblick alle Arbeiter und Bauern der Sachlage voll und ganz Rechnung tragen und sich wir ein Mann um die Allrussische Ber- sammlung der Räte der Arbeiter, und Baucrndevutiertcn scharen." Amsterdam, 9. Jnli.„Times" erfährt aus Tokio: Oberst Wladimir Hurbcin vom tschechischen Nationalrat ist nach Amerika abgerrisr. Uebrr die Ereignisse in Wladiwostok teilte er noch mit, daß daS militärische Zentrum der Bolschewiki in einem von deutschen und Ssterreichisch-ungarischr» Kriegsgefangenen besetzten und befestigten Hause sei. Am 29. Juni griffen die Tschechen dieses Haus mit Handgranaten an. Dabei wurden 29 Tschechen getötet. Tie Rechten Sozialrevolutionäre im Kaukasus. Das Berliner P. T. A.-Bureau teilt mit: Die Rechten Sozial- revolutionäre im Kaukasus stehen in Opposition zu den herrschenden Menschewiki. In Baku haben die Rechten Sozialrevolutionäre sogar auf seilen der Sowjettruppen gegen die Konterrevolution gekämpft. Sie unterstützen dort die Sowjettruppen. In der Frage der Selbständigkeit Transkaukafiens und insbesondere in der Frage der Selbständigkeit Georgiens haben sich die Rechten Sozialrevolutionäre" für eine Vereinigung mit Rußland aus- gesprochen und gegen die ephemäre Unabhängigkeit Stellung ge- nommen. Vermutlich ist das der Grund, warum die Menschewiki die Zeitung der Rechten Sozialrevolutionäre in TifliS.Snamja Truda" verboten haben. In der Sitzung des Sowjets von Baku erklärte am 7. Juli der Führer der Menschewiki in Baku, Ajollo:»Im Namen unserer Fraktion erkläre ich: Wir werden den Sowjet von Baku in seinem Kampfe gegen die Konterrevolution unterstützen. Wir werden alle seine Maßnahmen unterstützen, welche darauf gerichtet find, aktiv gegen die konterrevolutionäre Bewegung zu kämpfen." Feindliche Teilangriffe südlich des La- Bafföe-Kanals, westlich von Autheuil und am Villers Cotterets-Wald— Kämpfe in Albanien. Berlin, 9. Juli 1918, abends. Amtlich. Südwestlich N o y o n wurden französische Teilangriffe abgewiesen. Oertliche erfolgreiche Kämpfe westlich Chateau-Thierry. Amtlich. Großes Hauptquartier, 9. Juli 1918.(SB. T.».) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rnpprecht. Südlich des La-Basse Frau siel unter der Wirkung der Schläge und des Ruckes die Treppe hinunter, konnte aber noch um Hilfe rufen. Trotzdem ciil« kam der Räuber mit der Beule. Aus seine Ergreifung hat die Kriminalpoltzei eine Belohnung von 500 M. ausgesetzt. Er ist etwa 23 Jahre alt und kräftig gebaut, hat einen kleinen, dunklen Schnurr- bart und trug einen kleinen, rmiden, grauen Hut. einen dunklen Jackettanzug und ein weißes Vorhemd. Er machte den Eindruck etwa eines Handlungsgehilfen. Charlottenburg. Kleinkindcrfürsorge. Tie Fürsorge für die Kinder vom 1. bis 8. Lebensjalir hat neben der'Säuglingsfursorge die Stadt Charlottenburg seit dem 1. April 1911 eingerichtet. In jeder der Eharlottenburgcr Säitglingsfiirsorgcstellen werden beson» dere Woche nfprechstunden für Kinder vom 1. bis zum vollendeten 6. Lebensjahre abgehalten. In diesen Sprechstunden werden in regel- mähigen Zwischenräumen zunächst solche Kinder, die bis zum voll- endeten 1. Lebensjahre bereits die Fürsorgestelle besucht haben, wei- ter vorgestellt. Zugelassen werden jedoch alle Kinder im Alter von 1 bis 6 Jahren, auch wenn sie die S äug! ings fü r so rgeste lle» vorher wich: besucht haben. Mütter und Pflegemütter erhalten dabei un- entgeltlichen fvezialärztlichen Rat über die für das Gedeihen des Kindes gebotenen Maßnahmen und die Verineidung von Schädlich- keilen. Eine ärztliche Behandlung findet nicht statt. Diese Klein- hindersprechstunden werden an folgenden Tagen abgehalten: Säug« lingsfürsorgestelle I, Berliner Str. 137: Mittwoch, 2— 3 lIBr; II, Wilmersdorfer Str. III; Dienstag, 2— 3 Uhr; III, Kirchvlatz 5a: Freitag. 1— 2 Uhr; IV, Nchrinastr. 11: Dienstag,~'A—-'A Ubr; V, Kaiftrin-Nugusla-ZIllee 102; Dienstag, 2— 3 Uhr; VI, Kaiserin« Auguste-Viktoria-Haus, Mollwitzstraße: Mittwoch, 2— 3 Uhr; VII, Horstweg 28: Donnerstag, 2—3 Uhr. Die Mütter und Pflege- mütter, die zugleich einen Säugling und ein größeres Kind der Für- sorgestelle vorstellen wollen, können ausnahmsweise auch die große- reu Kinder in der Säuglingssvrcchstunde mit vorstelleii. — Ter Kampf gegen die Tuberkulose. Ter Unveritai> und e'? Unkenntnis, die noch in den weitesten Schiebten vorltandcn sind, macht es notwendig, über die Vorsorge und Verhütung der schwiru-» sucht in diesen Kreisen auftlärrnd zu wirken und den Kranken und deren Umgebung mit Rat und Tat inr Seite zu steben. wier Auf. gäbe unterzieht sich für die Bewohner Ehar,otreitt>urgs das städtische Fürsorgeamt für Lungenkranke;:n �er- ein mit dem Vaterländischen Frauenverein vom Roten Kveuz. Hwr kann{ich jeder unentgeltlich untersuchen laßen, Eine arztliche Be- EaniMurig findet jedoch im fifihforgeami michf stn-tti beneitt ht Ärztlicher Behandlung stehende Krank« werden nur im Einverständnis mit dem behandelnden Arzt untersucht. Alle Tuberkulösen und alle Familien, in denen ein Fall von Tuberkulose vorkommt, sollten sich dchc-r an da» Fürsorgeamt für Lungenkranke in Charlottenburg, Cecilienhaus, Berliner Str. 137, wenden. Tort finden täglich von 10'A— 1 Uhr Sprechstunden statt, für Männer Montags und Ton- nerStegS, für Frauen Dienstags und Freitags, für Kinder Mitt- wochs und sonnabends. Pankow. Morgentrank und Graupen gelangen in den berannten Geichästen gegen Abtrennung des Bezugs- und Ouiltungsabschnitts 41 von der gemeinsainen Lebensmittelkarte zum Verkauf. Auf den Bezugs- und Luitlungsabfchnitt 41 entfallen 123 Gramm Morgen- trank und 73 Gramm Graupen. Die Miiitärnrlauber erbolien die Ware nur gegen Vorlegung des Urlaubspastcs und gegen Ab- tiennnng des Bezugsabschnittes 1 von der Lebensmittelkarte für Militärurlauber der 23. Woche. Der Preis beträgt für 230 Gramm Morgenlrank 0,43 M.(in V�-Pnind-Packtingeii), sür 125 Gramm Morgentrank(lose) 0,23 M., sür 250 Gramm Graupen 0,18 M., sür 73 Gramm Graupen 0,06 M. — Die Schuh-AnsicsscrungZanstalt, die die Gemeinde für die ortsanwesende Bevölkerung eingerichtet bat, ist in Betrieb ge- nommen worden. Die Annahmestelle befinde: sich im Laden W o. l l a n k st r n st e 1 7.» — Brennholz. Ter ortsangehörigen Bevölrerung wird jcht die Gelegenheit geboten, ihren Wintervorrat an Brennholz einzukaufen. Bis zuw. 17. August gelten folgende Sommerpreise: Kiefern-Kloben- holz(Nadelholz) kostet in Kloben zu 1 Raummeter ausgesetzt ab Lagerplatz 38 M., desgleichen Laubholz kostet 42 M. Kiefernkloben- holz, dreimal geschnitten, lostet ab Lagerplatz der Zentner 4,30 M., desgleichen Laübholz kostet der Zentner 3,50 M. Kiefernklobenholz, dreimal geschnitten und ofenfertig gespalten, kostet der Zentner 3 M., desgleichen Laubholz kostet der Zentner 6 M. Knüppelholz wird zu 30 M. für 1 Raummeter abgegeben. Laubholz rann nur dem jeweils vorhandenen Vorrat entsprechend abgegeben werben. An die minderbemittelte Bevölkerung wird Kiefernholz , dreimal geschnitten der Zentner zu 2,30 M. abgegeben. Wenn es osenfc-rtig gespalten perlangt wird, so kostet der Zentner 3 M. ab Lagerplatz. Als Minderbemittelte gelten Familien, die bis zu 4300 Mark und Ledige mit Sonderkohlenkarten, die bis zu 3000 M. Ein- kommen versteuern. Ais Ausweis ist die letzte Steuerguittung un,d die Kohlcnkarte vorzulegen. Der Verkauf findet trn Rathaus, Zim- mer 36, werktäglich von 9— 1 Uhr statt. Das geschnittene und das gespaltene Holz wird auch durch Schulknaben frei Haus geliefert. Die Zufuhr und das Wtragen des Holzes in den Keller oder in Erd- geschost-Wohuunjen kostet für jede angefangenen drei Zentner 1,30 Mark. Tie Schulknaben dürfen kein Trinkgeld fordern. Rrinilkeudorf. Lebensmittel. In den folgenden Geschäften sieben sür diejenigen, welche die letzte Ausgabe übersehen haben, noch Heringe gegen Abtrennung der Abschnitte 156 A/B der hiesigen Lebensmittelkarte zur Verfügung: Becker, Borchcrt, Böte, Dahlke, Ditbaschwy,©eruke, Hintze, Honigmann, 3 Äonsumen, Liedtke, Sänke, Schäfer und Taschenmacher.— Im Geschäft von Honiqmann können noch Hüliensrüchte und Suppen gegen Abgabe der Kartoffelkarlen- abschnitte 26a— s bezogen werden. NowaweZ. Kertvffelvcrkauf. Am 10., 12. und 13. findet in der Turnhalle der Verkauf von Kartoffeln statt. Auf jede Kartoffel- karte, die vorzulegen ist, entfällt 1 Pfund Kartoffeln. Am 10. und 12. erfolgt der Verkauf von 9— 11'/z Uhr vormittags und von 2—7 Ubr nachmittags. Am 13. von 9—11»/, Uhr vormittags und von 2—3 Uhr nachmittags. 6. KW. Söfcwfixtii Bei Schuster, TKnniffopkatz''4.— 7. ftnff 8, K8t. Süden bei Reim, Urbanftr. 29. Berlin HI. im GewcrkfchaftShauS, Engelufer 13. Berlin V. 1. und l-r Abt. bei Rösner, Jmmanuelkirchstr. 23.— 1H Abt. bei Schwanherz, Naugarder Str. 3.— 2. und 3. Abt. in Siemunds Festsälen, Linicustr. 8.— 4., 3, und 6. Abt. bei Pickcrt, Linien- straße 108.— 7. Abt. bei Leibig, Schiffbauerdmnm 22. Berlin VI. 1. und 2. Abt. bei Dobrohlaw, Swinemünder Str. 11.— 3. u. 4. Abt. bei Burg, Prenzlauer Allee 189, Ecke Raumerstr.— 5. Abt. bei Gruna», Siahlheimer Str. 30.— 6. Abt. bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36.— 7. Abt. bei Kvrn, Gleimstr. 10, Ecke Falkplatz. — 8. Abt. bei Hoffmann, Swinemünder Str. 47.— 9. Abt. bei Bbigla, Stralfun-der Sir. 11.— 10. Abt. bei Carus, Voltastr. 37.— 11. Abt. bei Paul, Gartenstr. 101.— 12. u. 15. Abt. bei Bauer, Mrkenstr. 29a.— 13. u. 14. Abt. bei Kleincrt, Levetzowstr. 21, Ecke Fagowslraste.— 16., 17., 20., 21. und 22. Abt. bei Sachse, Lindowcr Straße 26.— 18. u. 19. Abt. im„Tchwcdenzclt", Ecke Exerzier- und Schwedenstraße. Teltow-Beeskow. Alt-YUienicke-Falkenbcrg: bei H. Meier, Straße am Falkenbcrg Nr. 19—20. Bohnsdorf: 8�4 Uhr bei Hcimann, Riedelstraße. Britz-Buckow: bei Otto Bahr, Britz, Werder Str. 37. Charlottenburg: Volkshans, Rosinenstr. 3(kleiner Saal). Neukölln: 1. und 2. Bezirk bci Schulz, Reuterstr. 47.— 3. und 4. Bezirk bei Karl Müller, Weserstr. 200.— 5. Bezirk bei Schlttler, Weichselstr. 5.— 6. Bezirk bei Noack, Weserstr. 41.— 7. Bezirk bei Robert Iben, Boddinstr. 38.—• 8. Bezirk bei Kleinert, Stuttgarter Straße 7.— 9. Bezirk bei Nihschc, Berthelsdorfer Str. 8.— 10. bis 12. Bezirk im„Turncrhcim", Böhmische Str. 13.— 13. bis 17. Bezirk bei Geniel, Hermannstr. 178.— 18. bis 20. Bezirk bei Richnow, Prinz-Handjery-Str. 69.— 21. bis 23. Bezirk bei Hrntschel, Herr- furtbstr. 27.— 24. Bezirk bei Bähr, Karlsgartenstr. 4. Schöneberg: bei Obst, Martin-Luther-Str. 69. Steglitz: bei Clement. Düvpelstr. 7. Tempelhos: bei Schade, Berliner Str. 121. Wildau: bei Schumann, Schwartzkopffstr. 120. Wilmersdorf: bei Schäfer, Brandenburgische Str. 69. Niederbarnim. Erkner: bei Eichhorn, Wilhelmstraße. Kaiilsdorf: bei Hampel, Hönower Str. 5. Lichtenberg: Di« Versammlung im Monat Juli fällt aus. Oberschöneweide: bei Ladewig, Laufenerstr. 3. Weißcnsce: bei Stärke, Charlottenburger Straße 3. Rcinickendvrf-West: bei Schiller, Antonienftr. 10. Jugenössrakstaltungen. Mrveiteesugend, Gruppe Ä?!c,al>it. havener Siraste 48(Borwärtsspedition): „Die Entwicklung der Sprache". heute abend'1,8 Uhr Wilhelms- lortrag des Genossen Domiiickt Srwfkaftsn Ö2V Reöaküon. Otto 1899. ES empsiehtt sich doch, zur Persönlichen Rücksprache zu uns in die Sprechslimde zu kommen.— B. 18. 1. Ter Antrag iji beim Amtsgericht zu stelieu. 2. Ha. 8. Beim Kompagniesilhrer.—(>■. 1S8. Die Rechtsbelebrung steht ans dcm Rentenbcichelii. UebrigenS wird eine Berufung zwecklos sein, da sür io geringe Unfälle Renten nicht gewährt werden. Die Kinder aus erster Ehe haben nur Anspruch am Nachlast des Vaters, die Kinder aus zweiter Ehe an dem gesamten Nachlast, die un- eheliche Tochter nur am Nachlast der Mutter.— 110. Die Steuer- einschähung ist in der Weise richtig erfolgt.— O. ft. 2330. Sic haben -einen Anipruch aul Vcrsehuna.—!1t. 3. Die Empsängniszeit rechnet in dem Fall vom 17. November bis 18. März.— H. C. 60. Gefängnis von 6 Monaten bis 2 Jahre.— Nieder- Schölleweide. I. und, 2. Nein. Wasserstands Nachrichten der Landesanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Becliner Wetterbureau. G?oß-6erline? partewachrlchten. Hroß-Serlin. Heilte abend 8 Uhr: Mitgliederversammlnngr« und Zn- ?-.mmcnkunfte der Parteigenossen.— Entgegennahme der Beiträge und Aufnahme neuer Mitglieder. Berlin I. bei Glane, Kommandantenstraße 88. Berlin II. 1. und 2. Abt. Westen bei lstickcrt, Steinmetzstr. 36a.— 3., 4. und 5. Abt. Friadrichstadt und Südwesten, Lindenstr. 3, 2. Hof. 3.— Ms aller Welt. Explosion in Wien. Wien, 8. Juli. Durch eine Explosion im Geschästslolal eines Büchsenmachers in der Gumpendorser Straße wurden große Zer- störungen im Hause verursacht und sieben Personen qe- tötet; außerdem wurden mehrere beim Rettungswerke verletzt. Als Ursache des Unglücks wurde festgestellt, daß der Büchsenmacher mit 30 jiilogramm Schießpulver unvorsichtig timging, wodurch dieses zur Explosion kam._ Großfcuer. Augsburg, 9. Juli. Infolge eines durch Kurz- schluß entstandenen Großfeners wurde das große Dampfsägewerk der Bruchsaler Holzhandelsgesellschaft im Wicsentfeld vollständig zerstört. Brand in dcm Lagerhaus der Rheinhafengesellschaft. Basel, 8. Juli. In der Nacht auf Sonntag brach in dem Lagerhaus der Rbeinhafenge'ellschast aus bisher unbekannren Ursachen Feuer aus. In der Lagerhalle lagerten bei Ausbruch de» Krieges viele Hunderte von Baumwollbollen, die für Deutschland bestimmt waren, jedoch später nicht mehr ausgeführt werden konnten. Dank der Arbeit der Feuerwehr konnte ein großer Teil des Lagers gerettet werden. Die meisten Ballen sind nur angekohlt, so daß die Baumwolle noch der- arbeitet werden kann. TönnerStag mitlag. Zunächst ziemlich warm, überwiegend bcwölit, mit weit verbreitetem Gcwiiterrcgcn, später ostwärts sortsch: eilende zeitweilige Ausheiterung und Abkühlung. 158. P»'rnjs>sch- Kiidd.-i lisch rn (sö38. K»mgUch Urtichischru) KwLeuwtirriv 1. Klasse I. ZiehrmgSiag 9. Juli 1318 Ans jede gezogene?,'»iv>occ pod z>»ei gleich Holle Gev ignc ges-ill-». c «nd ztvar je ei»«» aoc die L'ose gl- g> r Niiuciver tu de« beide«! Slbleiluiigeu l«üb ii ■■■IUI■miiMu— u— WWMB—— tt■—■■ w— III"-««MM i m (Obne Bewähr A. Et.-Sl. f. Z.)(Slack druck verbeten) In der Vormittags-Ziehung wurden Gewinne über Sv Mk. gezo jeu: 2 Gewinne zn 3000 Mk. g03SS 2 Gewinne zu 3000 Mk. 7S27S 4 Gewinne zu 1000 MI. 223S1 31073 2 Gewinne zu SOO Mk. 35163 2 Gewinne zu 400 Mk. 78143 14 Gewinne zn 300 Ml. 57483 59527 87690 103019 147949 159393 176379 30 Gewinne zu 200 Mk. 10253 20653 25934 56595 72006 9051 L 107117 130541 131485 136152 143026 148608 162755 175774 184235 74 Gewinne zu 1000 Mk. 5070 12417 20370 26305 29239 42294 42698 50131 50444 67070 67128 67343 63015 71675 77195 79510 79695 92195 105723 109546 110-186 118233 123653 125260 332919 133577 140020 145077 145388 152554 155630 175293 177540 178273 186895 192938 194157 In der N a ch m i t tc> g S-Ziehung wurden Gewinne über 50 Mk. gezogen: 4 Gewinne zn 500 Pik. 117231 182472 6 Gewinne zu 400 Mk. 43073 49471 183547 10 Gewinne zu 300 Mk. 21716 32192 50271 73879 149143 42 Gewinne zu 200 Mk. 25496 37511 49924 68664 58792 71506 79594 34632 93294 105368 121885 125068 154637 162928 166489 169900 173259 175012 176103 198753 211443 83 26075 68265 115726 146964 191986 Gewinn« zu 100 MI. 5203 5510 8435 11309 22954 25542 33517 35654 48953 49733 59554 63463 63973 73643 76387 87871 88013 39046 106302 11.2371 130371 134133 135362 135346 140S97 343621 143628 182449 368806 173313 176398 1801.82 182897 186946 199495 199818 205713 208426 209106 Ccutrol-Thentop 7v. mm Bis WaslSirstE Theater des Westens AJIabeudlich T/, Uhr: Laopoldine Konstantin � Die Tänzerin. Oentscheg Opernlmaa 7 mr: Die seine fleleaa. Frieirlcii-W ilhelmsl. Theater Tv.mr: fos SreiMferlim Kleines Theater 8 Uhr: Aristid inu! seine Fehler mit Bassermann. Dlr.C. Meinhard— R. Bernauer. Thaalor i. Käniggraizerstr. 8 Uhr; Die tiint Frankfurter. Komödienlsaus 8 Uhr: Die Karin. BerSinerTheater 7UU.: Utitzblanes Blut. IComische Oper 7V-: M/zMÄM!. Metropol-Theater m/r'.. Bis Rase?oo ÄWdiil. Liostsplclhau» 7'/, Uhr: DltMceMc&hi.llBihM -"mWÄS"- Si'ir Mittwoch, 10. Juli. heuta u. Donnerritr.g 8 Uhr: Familie Gchlmeb. Freitag: Kammersplele. Allabendlich 7'/, Uhr: Inkuisrnltu.(Operette.) VollrMbiiiinc.Th.a. BQIcwpl. Letzte Woche. Allabendlich 71/, Uhr: 4cute sowie jeden Mittwoch: Gr. mmi ä9 Ädmlralspalast. SDie Pfinzssafl loaTpagMl! Sajdab Deutsche Tänze ?'/. Uhr. 3, 3, 4, 5, 6 M. l Auch zu jeder Nachmittagsvorstellung kommen die 21 Schlagerntimmernl des Hagenbeckschen weltberühmten Zirkusspiol- planes zur Aufführung! LÖSET RECHTZEITIG im Voraus die EINTRITTSKARTEN! I Täglich Abendvorstelinng um 7'/. Uhr. r Nur bis Montag"W ■ Vorverkauf: ab 10 Uhr vormittags an der Zirlrua- i kasse, außerdem im Warenhaus Joseph& Cio., 1 Berliner Straße, Neukölln, Telephon 3105. Tratten-% W-ZnMttt | Berlin W, Potsdamer St. 86 Ii Aerztl. Leit. Hr. mod. H. Sommer, Pirauenarzt. Spezialbehandlung nerv&ser FrnnenleMcn Krankheiten d.Entwicklungs- und Wechseljahre Behandlung durch Frauen- ärztliche u. Ncrvenmassage Eestrahlung.Elektrotherapie 1 Iföntgenhehandiuny Wasserheilverfahren SprechsL 11-1 u. 4-6 Uhr auBer Somiab. u. Sonntag Femspr. Kurfürst 4081 _ Prospekte d. vikinw Vlinna Kiihe �pezfalarzt 6>r. med. WockenfnS FritilrieiBtr.I2Sj™Ä,T« fürSyphilis.Harn-u.rrauanleiden Blutuntersuchungen. Schnelle, sichere, schmerzioss Heilung ohne Berufssifirung. Teilzahlung Spezinlarzt l>r. med. Munchä, Fii8ärlclis!r.9üäSLSi,. BebandL vouSYVHilis, Hnut- Harn-,?eroucnlcide», spez.: chron. Fälle. Schin-rzlole. kürzeste Behandlg. ohne Berussstörung. Bluwntersltchung. Mäh. Preise Teilzahlung. Sprechstniideii ll bis 1 liud 5— 6, Sonnt. 11— 1. Wer Her Frieslrielistadt Ecke Friedrich- u. Linienstr. Telephon; Norden 8650. Täglich Tj, Uhr: Iis erste geige. Sonnt, nachm. S'/j kleine Pr.: Jugend. Tezimalwanen, Tafel. wagen. Gewichte liefert sosort ab ilager igiL» Wngner, Cöpenicker Str. 71. - Thsatsr. i Allabendlich 71/, Uhr: Sleffinef Sanger.| Eeichshallen-Saal T'/j ü.: j Großes Eiathgen-Kcnzert. fifihncrgnggn Zußsohlmvechäctiing Hornhaut!' ild. ents.»>- absolut. Sicheib. Reichels� Bosco". Einz. Radilalmiklel f. eingewurz. uud schmerzl/. Leiden. Seit 25J. bew. 1,25 M, Otto Reichel, Berlin 43, Etsenbahnstr. 4. (oestanzleHalbsohlen, in. bebiirdl. Geitehmigung nur aus Leder zusammengesetzt, geklebt und getäckst, in allen Größen, Paar von 1,80—3.00 Mark. Flecke in allen Größen, belederl aus Sperrholz, Paar von 15—75 Pfennig, am Lager. Bruno ?01ictlli» l-edez-lihtiiile 0 11. Berlin- W eißensee, LanghanSstr. gl. Telephon Hit. Kie eis NÄ beseiligl j222lL' Or� Strahls lZMiZsstüie! sed.Hautausschlag, Flechten, i Hautjucken, bes. Bei»-? schäoeu. Krampfaderu! der Frauen u. dergl. Zusendg. ersolg! verRackn. Flelanten-Apoihske.Perliii. j Leipziger Str. 71 kam Dönhoffplatz!. iRadlkaliii ges. gesch Nr. 151 051 ein sicheres Mittel gegen BariOechte, |Uebertrifft alles dagevesones' | beseitigt unter Garantie� in wenigen Tagen Jede f j Bartflechtel ) selbst in den veraltetslent j und hartnäckigsten Fällen Viele Anerkennungen und Dankschreiben ] Preis pr.■/, Fl. M. KV,— j '/, Fl. 31. 6,50 Probeflasohe 31. 4,- gegen Voreinsendung oder Nachnahrao. W. A. Möller& Co. | Steglitz, SchönehergerStr.S i Ziehung schon 20. Juli. Jiibilihsis-Lo'teria 3667 Gewinae— MaAw. IS00M I 10009 Iffl ä 08 ft Mir Ifi-CiMe, Berlin C 2, Mühleadamm 3. V Lesen Sie dies zweimal. C Die Natur hat dem Menschen die Augen gegeben, damit er gut sehen kann, nicht aber, damit er Beschwerden davon haben soll. Die Augen aber dürfen am wenigsten ungestraft überangestrengt werden, denn viele Beschwerden, die anscheinend nichts mit den Augen zu tun haben, können dennoch durch deren Ueberan- strengung hervorgerufen werden, besonders Kopsweh, Nervosität, Schwindelanfälle und Uebelwerden. Gute Augengläser können Sie davor schützen. Aber die Hauptsach« Ist, daß Ihnen Ihre Gläser ganz genau passen, dabei fest und absolut richtig sitzen. Dafür garantieren wir Ihnen I Unsere modernen Formen find überaus kleidsam. Dt« Httgenanterfttcchtttig ist kostenlo». Wir garantleren für Passen der Gläser und was ebenso wichtig Ist, für guten Sitz. Unsere Dienste aber gehen noch weiter, denn wir garantieren für unsere Einfassung von M. K.öO auswärts(ohne Gläser) 2 und 8 Jahre und machen Ihnen in dieser Zeit all« Rezkoratnren«wsonst. Ausgenommen ist Bruch der Gläser, der Horn- und Schildpatl-Teile. Ja, selbst wenn die garantierte Fassung, sei es auch durch Ihre eigene Schuld, jo zerbrochen wird, daß eine Reparatur nicht mehr lohnt, so erhalten Sie gleichwertigen Ersatz umsonst. CSpitteimarkk. • Ecke WaN-Str. Alexanderplah. »eben»schinger Optiker Rntutike W Leipziger Sir. llZ. XI«haussee-Str. 7Z. KUW Sriebrich-Sfr. ISO, . e«: Mauer. Str. 1». 1>i W.»«. Sind's die Augen, Geh' tu Ruhnke/ Cin(-5tr. 1,«.55»f»t>eBittSlr. C/"\ Oronien-Stt. H »»ah« Lr«» j»»6tr. Schöneberg: Haupt-Stratze 21 am Itail«r-NiIH«lm-?laS Friedenau: Rheia-Str. 1»,«r»-S!r. e«l»ailder d«r Stail««- Sich« Wilmersdorf: Serliner Str. 1Z2.Z. «. d. Udlaxd-str. rcrlansen Sie nach außerhalb losten los miscrn Optometer zum Selbstbestimmen passen- der Gläser nebst Versandliste. Charlottenburg: Dtweatzien-Str. 15. Eck« SUrtart«« 6lr. Zoachimethaler Str. 2, am Bahndol Zoo. SeuNcher Metitllsrdeiter- verdsnä. Vorvaltungselolie ösrlin. Den Mitgliedern zur Nach- richt. dag unser Kollege, der Maschinenarbeiter FriGdrich Kendelbacher Licbcnwalder Str. 46, um 6. Juli gestorben ist Die Beerdigung findet«m Mittwoch, den 10. Juli, nach- mittag» 6 Uhr, von der Leichenhalle de» neuen Nazareth- Kirchhofe» in Rcinictendors-West, Kögel- stragc, au» statt. Rege Betcitizung wird er- wartet_ Den Mitgliedern serner l zur Nachricht, daß unser j Kollege, der Dreher Adolf Schröder B«dstr. 60, j am 6. Juli gestorben ist. I Die Beerdigung findet am i Donnerstag, den tl. Juli. \ nachmittag» 8'/. Uhr, von ! der Leichenoalle de» Städli- z scheu Friedhose» in Buch l au» statt. j Stege Beteiligung wird er- I wartet._ Den Mitgliedern serncr ! zur Nachricht, dag unser > Kollege, der Rohrleger� Fad Hioneberg Strelitzer Str. 44, j am 7. Juli gestorben ist Die Beerdigung findet am l DonnerÄag, den lt. Juli, ! nachmittag» 8'/, Uhr, von > der Leichenhalle de» Elisa- | reib. Kirchhojc», Wollank- ! jtrage, aas statt Siege Beteiligung wird er- l wartet. I>r»c!irut. Den Mitgliedern serner zur Ltachricht. da» unser Kollege, der Schlosser ltewald Thanim Tegel, Egcllstr. 16, am 22. Juni gestorben ist Den Mitgliedern serner zur Nachricht, dag unser Kollege. derWcrkzeugjchlosser Walter Köppe Sickmgcnstr. 9, | gestorben ist. Den Mitgliedern ferner l zur Nachricht, daß unser | Kollege, der Schlosser Hwcrpua Bartsch Levetzewstr. 21, | am 21. Jnni gestorben ist. Den Mitgliedern serner zur Nachricht. daß unser Kollege, der Klempner Pael Plnkert Retnickend., Nordbahichef 26, am 6. Juli gestorben ist Ehre ihrem Andenken: 01« Ortsvorrnaltuna. icraranDBnBtnftssanBlw Deutltlier Crampprtarbeitcpverband. Bezirksvcrwalt. Graß-Berlin Den Mitgliedern zur Nach- richl, daß unser Kollege, der Rollkutscher 62/14 Hermann Luther «m 4. Juli im Alter von 62 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Einäscherung findet am Donnerstag, den 11. Juli, nachmittag» 2 Ulir.imKrema- torium Gerichtstraße statt. Ol» 0«rir>csv«rmiItung Verbandd.Iilaler.Cacüiercr, fSnitrelfbcr. Filiale«erlin. Den Mitgliedern zur Nach- richt, daß der Kollege Franz Qhm (Bezirk Osten) am 8. Juli verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, nachmittags 5 Uhr, von der Halle de» Kirchhos» der Auserstehung»- gemeinde in Wcißensee, Lichtenberger Str. 110, aus stall. Um rege Beteiligung ersucht 135/2 01« OrUverwaltung. vtlMÄtk Bauarbcitfr-Verband. Zweigverein Berlin. Bezirk Norden I. Am 8, Juli starb unser «itglied, der Maurer Ambrosius Sciiurnnie. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet morgen Donnerstag, nach- mittag» 4 Uhr, aus dem Hethsemane- Kirchhos in Riederschönhausen, Nordend, statt. Um rege BeteUigung er- sucht lll/11 0!« örtlled« Verwaltung. Spezialarzt Dr, rneel. L-aabhi dch. schnell, grtwdl., mlIl. schmerzlos u.»hne Berussstor. Le»edI«odt»Ieranllk»It, g«k«Im» Haut-, Hirn-, krauwilelden, Schwache. Er»r»btestc Uethide» Harn- und Biutunterauehuni. vahnhos », Alexanderpl Spr.10— lu.»—», Uinnt.10— 1 3CrÄmm««4en sowie sämtliche BlumeuarraugemeutS liefert schnell und billig tira»», tiodenetr. 69, Lüh.:»erw. fipel. Tel. Apt 1203. Nack ZZmonatigen schweren Kämpsen und Strapazen in Ost und West starb am 6. Juli 1818 in einem hiesigen Laza- rett an seiner durch schwere filranatsplitter erlittenenBer- wundung mein treusorgender herzensguter Mann, innig- geliebter Bater, Sohn, Bruder, Schwiegersohn und Onkel, der Gejrcite Ulla Rühr Hrih. d. Eis. Kreuze» 2. Kl. im 44. Lebensjahre. Dies zeigen tiesbetrllbt an Emiaa Rühr als Cattiu, Frida als Tocbter. Die Beerdigung findet Freitag, den 12. Juli, nachmittag» 4 Uhr, von der Halle de» Garnison- Friedhose», Hascnheide, au» statt. 110A verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. rillale Grofi-Berlln. Den Mitgliedern geben ?tr hiermit Nachricht vom ode de» Kollegen Friehrieh Bogge Frtedrichshagen. Ghre seinem Andenken: Die Einäscherung findet am Mittwoch, den 10. Juli, nachm. 4 Uhr, im Krema- torium w Treptow statt. Um rege BeteUigung der Kollegen ersucht 82)14 Tie Ortsverwaltung. Am lO.Jul! vorigen Jahre» fiel lm blühenden Alter von 2Z Jahren unser lieber Sohn und Bruder, Buchdruck- maschltienmeistcr, Mitglied der Jugend- Organtiation, nachdem er 2'/, Jahre beim Roten Kreuz in Belgien war und die Medaille für treue Pflichterfüllung erhalten, der Secsoldat 130N Alfred BQehel. Ihn, welcher seit seinem 16. Jahre für die Ideale der Menschheit tätig war, raffte auch dieser Völkerkrieg dahin. Am Soimlagmorgen beim Glockenklang Zog singend am Walde eine Schar entlang. Ihr Lied erklang so froh und frei, Unser lieber Sohn war mit dabei. Nach Jahren— der Glocke dumpfer Klang, Sie läutete Dir zum Grab- gelang. Du fielst im Kambs Im trcmden Land, Du gabst Dein Leben sllr» Baterland. Nun ruhst Du sanft in fremder Erde, Ach, wenn e» doch erst Friede wäre. Ein Hügel deckt Dich, und ein Stein, Uns wirst Du unvergessen sein. Deine Dich ewig liebenden Eltern und Geschwister. Familie Büchel, Niederschönew., Sprcestr. 20. Dein Freund Paul Oobarenz. Statt besonderer Meldung. Nach langem, schwerem Leiden entschlies am Sonn- tag im Kr ankenhau» Buckow meine liebe Frau, unsere gute Mutter. Schwester, Schwägerin und Tante, fnuiFrldu Wagner geb. KnnNcher im Aster von 33 Jahren. Die» zeigen tiesbetrübt an Wagner u. Kinder Charlotte».Martha Neutölln, Friedelstr. 26. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 11. Juli, nachmittags 2,/4 Ubr, von der Leichenhalle de» Städt. Friedhos» Neukölln, Marien- dorscr Weg, au» statt._ ■ ii»i»mj— ac—« Verband der Schneider, Schneiderinnen u. Wiche- arbeiter Deutschlands. Filiale Berlin. Unseren Mitgliedern hier. mit zur Nachricht, daß die Damenkonsektionsschneiderin Kollegin Eda Bach geb. 30. 6. 1867 am 6. Juli verstorben ist. Ehre ihrem Andeuken: Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 10. Juli, nachmittag» i'l, Uhr, aus dem Kemeindc-Frtedhof Neukölln Mariendorser Weg, statt 162/8 Oie Ortsverwaltung. Allen Freunden und Be- kannten die traurige Nach- richt, daß unser Hoffnung». voller, herzensguter, unver. geßlicher Sohn und Bruder Felix 8eefe!dl »m 13. 6. 18 auch diesem Völkerringen zum Opfer ge- sollen ist. 183A In tiefster Wehmut Für dl« trauernden Eltern und Brüder: Huge Scefeldt Allen Verwandten. Freunden und Bekannten die trau- rige Nachricht, daß unser lieber, einziger Sohn Herder! Lesdau am 7. Juli, nachmittags 5 Uhr, nach kurzem, schwerem Leiden im Alter von 7 Jahren sonst entschlafen ist. In ttesem Schmerz .A-doIl liCsdaa und Frau Elisabeth geb. Heinz». Neukölln, lg?A Rnzengruberflr. 20. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 11. Juli, n»chmittagS 4>/, Uhr, von der FriedhoiZhalle dcS Thomas- Kirchhofes, Neukölln, Her- mannstt. 178, aus statt. HerbetKosttlme 150,-, 180,— usw. Photoyraphische Apparate n. Bedarfsartikel. Große Auswahl Zlatenweise TUg. gestattet JoQass&CoJeriinSWIi], :-Alliancestr. 7/10. Imprimiierte HEiiitel ans Regenscbirmselile!!l Xatzllckeade 190,—, 185,- mir. Seid. Oammlmtlatel 110,—, US.rviuw. Plfisehmäntel Ästraehan-Pelzmäntel riat&sielonn WS,—, Sich— asw. Echter Bealekla mit gr. Edelmarderkr.£100— R5eke Seiden. Stell 60,-, 68,— nsw. Pelz. Bed Electric s, Blumenselde 1600.- Westmann, 1. Geschtlfti Berlin VT,>, O euch Eft i Berlin KO, Oobrezistrafie 37» Hr. franZinrter Strafe 115, Bonataf feBffret 8—10 Chr. mmi 1 Schrank, tzteilig, Anficht mit Kristallglas, Hutboden. Stange, geschliffene Verglasung l Waschtoilette mit Kristallspiegel und Marmor 2 Nachtschränke mit Marmor 2 Bettstellen 2 Patentböden 2 Steil. Auflege-Matratzen m. Keilkiss. 1 Stühle 2 Handtuchständer Beste Verarbeitung X trockene? Material Wrotzes Lager in allen Sorten Schlafzimmern Herrenzimmern— Speisezimmern— Wohnsalon» zu sehr billigen Preisen— Versand auch nach auswärts Lflltlllrtfil- oud MöbellMS„Sah«. zoMlfUltj- hgs Körst � G. m. d.S. Dircksenstraste 4S-44.' StsolldkrksAv,itdot in imiiltril innen CicheT Mark BcnsaltungSfteNe Verlin. X' 51. Linienstrafte 83—85. Geschäftszeit von 9— 1 Uhr und von 4—7 Uhr. Telephon: Amt Norden 18Z, 123S, 1987, 9714. fflelalidrüclier. Do nnrrStag, den 11. Juli, abendS v Uhr, Im ßewerk- «chaflshanH, Engclufer 15, Saal 3: Versammlung aller auf Plugacug» E-Zaudon beschäftigten Metalldrücker. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Ganz besonder» sind die Kollegen der Firma Kinkel, Mühlenpratze, dazu eingeladen Flugzeugartikel herstellen, sind sreundiichst eingeladen Auch die Kollegen, die andere 114/16 Bio OrtsTcrwaltniig. Große Rureaiirämne Sindenstraßs 3 Vorderhaus 1. Stalle sofort zu oenmeien «n Droschkenbesitzer, tu w fahren. find n°ch mehrere Pferde»« verleihen. Bedingungen einzusehen: Wgememe önUn SiinWS'SesMlisi. Berlin W, Rraufcnftr. 10, 10922' und in den OmnibuS-DepotS: Gneisenauitr. IS— 14, ITnrfion 1 km O. S&f. Basdorf llulUvIl Obtt-u.Waldparzellen 25 M. p. O-R., 200 M. Anz.. 10j. Hyp. Näh. Anrus Steglitz 2994. Ii.HÜIsen,StegIitz.Treitschtest.l5a Oute» Obst- und fiartoffelland, Parzelle ZOOM., an Bahnstation ®örl. Bahn, Wald, Fließ. Off. 'h. 9511 Gerstmann» Aunon» cenbureau, Alexanderplatz.' An niodttlle MetiMkitn. gtatgeber für Dreher, Schlosser u. Maschinenbauer. 4. Auch 340 Seilen, geb, mit 136 Abbild. Bon Otto Schwann. DieseS Werk fetzt jed. Metallarbetler in den Stand, schnell u. sicher die vorkommenden Berechnungen der Räder an Drekdänke» z. Gewindeschneiden vornehmen zu können. ES enthält serner FestigteitS lehre, Stahl u. seine Verwendung, Berechnung der Tourenzahl, um tonisch zu drehen. Um- rechnung von Zoll in Millimeter, Tabellen der SreiSum- sänge, Verzahnung, Flächen-, Mantel-, Kubikinhalt- u. GewichtSberechnnng, Schrauben- u. Gewindetabellen, Fräsen von Zahnrädern, Kurven u. Spiralen, Bestimm, der Pferde. starten it viele» and. Wisseniwerie. Da» Werl ist tn ein- tachcr, klarer Weise von einem Kollegen geschrieben u. da- her besten» zu empsehlen. Gegen Einsend, von 5.50 ivk. oder Nach». 5.80 M. I'.dm. Uerrmann, Abt 2, Berlin, Fruchtstr. 51. GeschäslSzeit 8—6.(Postscheck 798.) Rasieren Kunst ohne Jweictt-Baslerpnlver. D*se 1.50.• Wo nicht erhältlich, durch J. W. leimuicr, Fraikfurl a. M, Nr.?S7— 191$ Unterhaltungsblatt öes Vorwärts Mittwoch, IS. �uli �rtitteriS unö Iieger. Von F. H a u s e r. Man hätte es zu Beginn des Krieges nickit gedacht, dah sich zwischen zwei so grundverschiedenen Waffengattungen, wie Flieger und Artillerie, derarr enge Verbindungen ergeben würden, wie sie sich im Verlaus der vier Kriegsjahre gezeigt haben. Heute kann man sagen, daß die Artillerie in der wirksamen Durchführung ihrer Ar- beit zum großen Teil abhängig ist von der sicheren und gewissen- haften Unterstützung durch den Flieger, die erst eine ins einzelne gebende und zielsichere Lösung der gestellten Aufgaben ermöglicht. Diese Zusammenarbeit hat nach und nach zur Bildung von Arlillerte-FIiegerabteilungen geführt, deren Hauptarbeit darin liegt, die einzelnen Schießen unserer Artillerie Schuß für Schuß in ihren Wirkungen zu verfolgen und zu korrigieren, um einerseits dem Gegner den beabsichtigten Schaden zuzufügen, andererseits aber auch eine unnütze Munilionsverschwendung unsererseits zu der- meiden. Ebenso wie alle anderen Waffengattungen hat auch die Artillerie im Laufe dieses Krieges gewaltig umlernen müssen; technisch sei nur an die sich stelig vergrößernden Kaliber und an die neuen weittragenden Geschütze, die noch iminer für den Gegner ein Ge- beimnis geblieben sind, erinnert. Infolge der Zielbeobachtung, wie sie durch die Heranziehung der Flieger ermöglicht worden ist, werden aber auch bei jedem Schieße» die zu treffenden Punkte aus das genaueste festgelegt, so daß ein Streuen oder eine gewisie Planlosigkeit in der Treffsicherheit so gut wie vermieden wird. Heute haben die Geschütze kaum noch wie früher in ihrer Ver- nichtung des Gegners sich auf räumlich große Zielobjekte zu be- schränken, sondern erhalten ganz bestimmte und recht eng begrenzte Gebiete angewiesen, deren Bekämpfung ihnen zur Aufgabe gestellt wird. Es geht so weit, daß man nicht nur einzelne Batterien des Gegners nach ihren Stellungen nnter Feuer nimmt, sondern sogar jedes Geschützrohr dieser feindlichen Batterie für sich bearbeitet und dank einer sicheren Fliegerbeobachtung somit die wirksame Schädi- gung des Gegners in seiner hauptsächlichen Waffe erreicht. Die frühere Schußbeobachtung von der Erde aus durch bor- geschobene Postenstellungen hatte mannigfache Nachteile: bei weit hinter der Front gelegenen feindlichen Stellungen war die Beob- achtung oftmals unmöglich, infolge Störungen durch gegnerisches Feuer oder Beschädigungen der televhonischen Verbindungen die Korrektur jedes einzelnen Schusses wesentlich behindert. Allerdings ist auch die Erdbeobachtung in der Zwischenzeit durch den Meßtrupp wesentlich ausgestaltet worden, der ein Verfolgen unserer Artillerie- Wirkungen ermöglicht. Daneben wird auch die Schußbeobachtung vom Fesselballon aus dauernd in Anspruch genommen, die aber gleichfalls bei Schießen auf weit hinter der geg- nerischen Front gelegene Ziele kaum in Betracht kommt. Von wesentlich größerer Bedeutung ist dagegen die Durch- führung von Schießen mit Fliegerbeobachtung, wobei jeder einzelne Schuß in seiner Wirkung auf das genaueste verfolgt, die Korrekturen nach den Berechnungen des Fliegers sofort ange- wendet und ein fortlaufendes Feuern unserer Geschütze erst dann eingeleitet wird, wenn unsere Artillerie sich auf das Ziel wirklich eingeschossen bat. Um das Artillerieeinschießen unter Zuhilfenahme von Flugzeugen zu einer derartigen Entwicklung zu bringen, wie es uns heute er- möglicht ist, war es vor allem notwendig, eine sichere Verständi- gung vom Flugzeug aus mir der Artillerie fortlaufend zu schaffen. Wie aus langentschwun denen Zeiten klingt fast die Kunde: daß zu Beginn des Krieges mit Hilfe von Leuchtsignalen nach verschiedenen Farben und Schußrichtungen vom Flugzeug-Beobachter aus die Lage der Schüsse unserer Artillerie mitgeteilt wurde. Später gab man durch Morselampen und Motorpfeifen unter Zugrundelegung bestimmter Signale und Benutzung des Morie-Alphabets der Ar- lillerie vom Flugzeug aus Kunde über die Lage unseres Feuers. Daß eine derart umständliche und unsichere Verständigung auf die Dauer nicht beibehalten werden konnte, ist erklärlich: erst als man das Flugzeug mir der drahtlosen Telegraphie(Funken-Telegraphie) in Verbindung brachte, war eine schnelle Uebermittlung von Schuß- beobachtungen geschaffen, die zu einem wirksamen Zusammenarbeiteii zwischen Artillerie und Flieger die Grundlage gibt. Allerdings handelt es sich für den Flieger hierbei um keine leichte Arbeit. Neben den Gefahren kommt hier auch die Veranl- Wartung in Betracht, die ein Flugzeugbeobachter übernimmt, wenn er den Auftrag zur Durchführung eines Artillerieeinschießens auf ein bestimmtes und räumlich eng festgelegtes Ziel erhält. Weiß er doch, daß die von ihm erzielten Leistungen nicht nur durch gleich- zeitige Mitbeobachtung von Vorposienstellungen, Meßtrupps und vom Ballon auS im einzelnen mitkonlrolliert werden, sondern daß auch aus Grund von photographischen Aufnahmen der zu be- schießenden feindlichen Stellung vor und nach dem Einschießen genau festgestellt werden kann, inwieweit die Schußbeobachtungen des Fliegers zutreffen und welche„Veränderung" des Ziel- objektes eingetreten ist. Diese Feststellungen zwingen den Einschießflieger dazu, erst auf Grund von eingehenden vorherigen Beobachtungen der gegnerischen Stellungen und nach genauen Ver- einbarungen mit unserer Artillerie die praktische Arbeit zu beginnen, wenn sie den angestrebten Erfolg haben soll; er weiß aber ebenso von vornherein, daß er bei seinen Arbeiten mit mannigfachen Störungen zu rechnen hat, und daß der Gegner alle ihm möglichen Mittel lund derer sind nicht wenige) anwenden luird, um unser er- folgreicheS Einschießen zu vermeiden. Gerade für den Artillerie- flieger werden besondere Kenntnisse, Gewandtheit, Nuhe und Sicherheit als Vorbedingung gefordert, zumal eben von seinen Leistungen außerordentlich viel für den Erfolg unserer Artillerie abhängt. Daß der Gegner ein genaues Beschießen seiner Stellungen und Batterien sich nicht so ruhig gefallen läßt, ist erklärlich. Neben der Bekämpfung der feuernden Batterie wird es für ihn zunächst darauf ankommen, den Einschießflieger von dem dauernden Umkreisen der zu beschießenden Stellungen abzuhalten. Zu diesem Zwecke werden bald nach Beginn des Einjchießens feindliche Kampsvögel zur Be- kämpfung des Einschießfliegers entsandt, nachdem der Gegner durch Beobachtung der lT.-.T-Signale und der regelmäßigen Einschläge festgestellt bat, daß in der und der Gegend mal wieder ein deutscher Flieger emschießt. Trotz einer solchen Bedrängung von feindlichen Kampffliegern muß es unser Artillerieflieger, dem erst in letzter Zeit Schutzflugzeuge beigegeben werden, verstehen, das begonnene Einschießen fortlaufend weiterzuführen, wenn die angefangene Arbeit nicht zu einer verlorenen gemacht werden soll. Daneben ist aber auch die Gefahr des feindlichen Abwehrfeuers für ihn eine besonders fühlbare, weil er sich eben stundenlang über demselben Gebiet zu bewegen hat und die Abwehrgeschütze sich in aller Ruhe auf ihn einschießen können. Aber auch in anderer Hin- ficht bleibt der Gegner nicht unrätig: durch Erzeugung künstlichen Nebels sucht er die genaue Lage seiner beschossenen Batterie zu verdecken, durch plötzlich aufflammende Zündungsschwärme täuscht er Einschläge vor, durch Entsendung von Starkstrom bemüht er sich, das Auffangen der sorgfältig abgestimmten ll.-'l'.-Signale zu stören. Gerade diese vielfachen und hnmer weiter ausgedehnten Abwehrmaßregeln lassen erkennen, wie schwer der Gemrer unter der Arbeit unserer Artillerieflieger zu leiden hat, die es sich als ihre. Hauptaufgabe stellen, jedem einzelnen Schusse auch die gewünschte Wirkung zu geben. Munitionsverschwendung dürfen wir eben nicht treiben, darum heißt es hier mehr wie je: die gestellte Aufgabe sicher und erfolgreich zu erfüllen. Nicht nur im Einschießen hat sich ein verdienstvolles Zufam- menarbeiten zwischen Artillerie und Flieger ergeben; auch in der Beobachtung feindlicher Batterien, im Feststellen neuer Mündungs- feuer und Ausbau neuer Stellungen bleibt der Flieger fortlaufend in Verbindung mit der Artillerie, deren Arbeit er jederzeit durch seine dauernde funkentelegraphische Verbindung anfordern kann, sobald sich ein ihm zur Beschießung geeignet erscheinendes Ziel zeigt. Unter den Arbeitsflugzeugen, deren Leistungen gegenüber ihren bekannteren Kameraden von den Jagdstaffeln in der breiteren Oefferülichkeit zumeist nicht in der Weise gewürdigt werden, wie sie es nach ihren Erfolgen durchaus verdienen, nehmen die Ar- tillerieeinschießflieger eine besonders hervorragende Rolle ein, deren Bedeutung unsere Heeresleitung anzuerkennen schon oftmals in der Lage war. Und die Artillerie hat alle Ursache, mit besonderem Vertrauen aus ihre Flieger zu blicken, durch deren Mitarbeit oft- mals erst dte Erfolge erreicht werden, die zu Bekämpfung des Gegners und Vorbereitung neuer Sturmangriffe führen und der Artillerie wohl den ausschlaggebendsten Anteil an dem Gelingen der Kriegsarbeit sichern._ Rsse-Theater:»Die prinM�n vsm Mr. Daß Viktor Holländer einst feine Musikeriaufbahn als Opern komponist begann, ist längst in Vergessenheit geraten. Er verschrieb sich dann den leichtgeschürzten Grazien mit größerem Glück, was ja eine Reihe Operetten und heitere Gesangsfpiele erweisen. In allen erfreut eine melodische Linie, mehr nach Art der älteren Wiener Operette, als der Musik-Tingel-Tangelei des letzten Jahrzehnts, bei der das Raffinement der Instrumentierung die Mängel einer musikalischen Erfindung ersetzen muß. Außerdem weiß er Komik und Humor in Couplets hervorleuchten zu macheu und versieht sich gut auf wirksam aufgebaute Ensemblesätze. Biese Vorzüge treten denn auch in dem heiteren Spiel mit Gesang„Tie Prinzessin vom Nil" zutage. Daß der Text von Landsberger-Cornelius so beiom-ers neu ist. kann nicht behauptet werden. Eine ägyptische Königstochter als Mumie, die aber dann lebendig wird und nunmehr„einen Tag" lang bei Männern und Frauen viel Unheil anstiftet, ist uns ja schon bei andern Theaterneuheiten vorgekommen. Tut nichts. Das Publikum hat doch seinen Spaß daran, wenn Herr Pannekiekcr lPaul Ce b lin) bei der Prinzessin-Mmnie Vaterstelle vertreten muß und zu gleicher Zeit drei balzende Schwiegersöhne um sich hat. Da jetzt gerade wieder tausend Jahre Verstössen sind, nach welcher Frist die Tochter des Königs Namses einen Tag hindurch auf Erden lebendig umherstolzieren darf, so kann man sich ja das Ends denken. Erna Renate als flotte Prinzessin, daneben Rosa Schäffel als moralische Eulielia und einige andere geben zusammen einen fröhlichen Klang von lockender Werbekraft. sie. Male als volksaahrung. Obwghl in Ztorwegen im Fahre 1904 ider Walfang an der nord- norwegischen Küste durch ein Gesetz verboten wurde, sah man sich jetzt, getrieben durch die Not der Verhältnisse, veranlaßt, in Norwegen den Walfang wieder aufzunehmen, um dem Fett- und Fleischmangel abzuhelfen. Wie die Mitteilungen des deutschen Seefischerieivereins melden, hat der Staat die verfallenen Walfangstationen teilweise wieder instandsetzen lassen und den Fang selbst organisiert. Seit Dezember vorigen Jahres bis zum März dieses Jahres sind 25 Finnwale erlegt worden. Zu den fünf Waldampfern sollen jetzt, nachdem sich der Staat längs der Küste bis Finnmarken vier weitere Walstationen gesichert hat, noch 11 neue in Betrieb genommen werden. Hauptsächlich kommt der Finn- wal in Frage,'da der Knölwal, der sonst auf seinem Zuge westwärts längs der Küste im Februar und März zu fangen war, im Nord- atlantischen Ozean ziemlich ausgerottet sein soll. Ferner kommt für dis Fänge der Blauwal und der Setwal in Betracht, die gewöhn- lich vom Jnni an an der Küste Finnmarkens austreten. Man hat schwerlich daran gedacht, daß man in Norwegen noch einmal mit Walfleisch und Walfett zur Volksernährung werde rechnen müssen, doch wird sich, da der Geschmack des Flestches gerühmt wird, das Volk wohl schnell wieder an das Walfleisch gewöhnen, zumal der Preis nicht allzu hoch ist._ Notizen. — Vorträge. Im Botanischen Museum(DahlcmV spricht Mittwoch Prof. Harms um 5 Uhr über„H ü l s e n f r ü ch t e". — Paula D e h m e l, Richard Dehmels erste Frau, ist im Alter von 55 Jahren in Steglitz den Folgen der Grippe erlegen. Sie war selbst mit feinem Kunstsinn begabt. An den Kinderbüchern ihres Mannes(Fitzebutze u. a.) hat sie mitgearbeitet und auch als Lyrikerin hat sie Beweise ihres Talents gegeben. — Ei n I n stitut für Met a ll sor schn ng ist in Bildung begriffen. Wie auf der Versammlung Deutscher Metallhütten- und Bergleute mitgeteilt wurde, sind bereits 4 Millionen dafür ge- zeichnet. — Wann wurde der Revolver erfunden? Ge- wöbnlftb hält man die Erfindung dieser verbreitetsten Handfeuer- Waffe für eine technische Leistung der Neuzeit. Daß aber der Revolver nicht neuen Datums» ist, ergibt sich klar aus einer ita- lienischen Novelle des Straparola(1550), in der erzählt wird: „Darauf zog er sSforza) aus seiner Hosentasche eine kleine Schuß- Waffe mit fünf Läufen, die sich einzeln oder zugleich entladen konnten, wie man es wollte." Das dänische Kriegsministerium hatte auf die erste große Weltausstellung nach Paris eine Flinte mit acht Läufen gesandt, auf deren einem die Jahreszahl 1597 ein- graviert war. Ebenso hatte Rußland dort ein Nevolvergewehr mit sechs Läufen ausgestellt, das 1838 von Iwan Lutchainow gefertigt war, und als Seitenstück eine Pistole mit fünf Läusen aus dem Jahre 1870.— Der sogenannte Erfinder des Revolvers, der Ameri- kaner Colt, hat sich lange und energisch dagegen gewehrt, anzu- erkennen, daß seine Erfindung früheren Jahrhunderten angehört, aber schließlich mußte er doch die Waffen strecken. 32] LoöZ. Das gelobte LanÜ. Roman von W. St. R e y m o n t. „Ich habe allen zugenickt, hast du's nicht gesehen?" „Ich Hütt' es lieber gehabt, wenn dn mich besonders be- grüßt hättest," sagte er leise, seinen Tee umrührend. „Was hättest du davon?" Sie erhob die graublauen, traurigen Augen zu ihn:, und das schöne, wunderbar regel- mäßig gezeichnete Gesicht. „Was ich davon hätte? Ich hätte es sehr gern, wenn du mich beachten würdest; es ist mir übrigens eine große Freude, dich anzuschauen und mit dir zu sprechen, Mela." Ein Lächeln flog über ihre vollen, schönen Lippen, die die Farbe blasser, sizilianischer Korallen hatten. Sie er- widerte nichts und goß Tee auf die- Untertasse, die ihr Vater ihr abnahm und daraus trank, ohne sein Herumspazieren zu unterbrechen. „Habe ich etwas Lächerliches gesagt?" fragte Moritz, der dieses Lächeln aufgefangen hatte. „Nein, ich erinnerte mich bloß daran, was Frau Stefanie heut früh gesagt hat. Gestern sollst du im Theater geäußert haben, daß du mit Jüdinnen nicht zu flirten verstehst, das fei eine Frauengattung, die auf dich nicht wirkt. Hast du das gesagt?" Sie blickte ihn scharf an. „Ich hab's gesagt, aber erstens flirte ich mit dir nicht, und zweitens hast du gerade in dir absolut nichts Jüdisches. Ehrenwort!" warf er eiligst hinzu, denn wiederum flog ein Lüchbln über ihre Lippen. „Tus soll also heißen, ich bin nach deinem Geschmack. Danke dir, Moritz, für deine Aufrichtigkeit." „Aergcrt dich das, Mela?" „Nein, es ist mir vollkommen gleichgültig." Streng klang ihre Stimme. Verwundert blickte er ihr in die Augen, fand in ihnen aber keine Erklärung, weil sie sie auf die Unter- tasse heftete, in die sie wiederum Tee goß. „Reden wir doch ruhig, verständigen kann man sich immer," begann wiederum Siegismund, sich mit einem kleinen Kamm durch seinen kupferroten Bart fahrend. „Was soll man da reden. Vater soll selbst Albert sagen, daß wir wirklich in einem Jahr Pleite machen, wenn er in dieser Art die Geschäfte weiter sührr. Auf mich will er nicht hören, er hat seine Philosophie, wie er sagt. Sag' ihm doch, Vater, daß er ein Dummkops ist, wenn er auch ist Doktor der Philosophie und Chemie, weil er das Geld in den Dreck schmeißt!" „Und vielleicht sagst du ihr, Vater, sie soll sich in Geschäfte nicht rcinmischen, weil sie sie nicht versteht, und sie soll mich mit ihrem Geschrei nicht langweilen, weil ich's endlich mal überbekommen könnte." „Meine Gutmütigkeit, mein gutes Herz, und da red' der so. wie!" „Still, Regina." „Ich werd' nicht still sein, hier geht's doch um Geld, um mein Geld; ich langweile ihn, ich kann ihm über werden, so ein Lodzer Graf, der. O je! O je!" schrie sie wütend. „Wozu akkordieren? Nichts hergeben, wir kriegen von Frumkin für unser Geld keinen Groschen." „Das verstehst du nicht, Regina. Zeig' mal die Aktiva und Passiva her, Großmann," meinte Sigismund. „Höchstens sünfundzwanzig Prozent," flüsterte der Alte und blies auf die Untertasse. „Es gibt noch ein besseres Mittel," sprach Fischbein halblaut. Keiner erwiderte ihm, alle beugten sich über den Tisch, über die mit Ziffern bedeckten Papiere. Sigismund addierte schnell. „Fünfzigtausend Rubel Schulden I" rief er. „Wieviel hat er?" fragte Moritz neugierig und stand auf, weil Mela das Zimmer verlassen hatte. „Das wird sich später zeigen, wenn man weiß, mit wie- viel Prozent er akkordiert." „Da ist ein Geschäft zu machen." „Das Geld hat er beinahe schon in der Tasche." „Du brauchst dich nicht zu grämen, Regina." „Ihr wollt also, daß ich Pleite mache? Fällt mir nicht ein, Menschen zu betrügen," sagte Großmann entschieden und stand vom Tisch aus. „Du mußt akkordieren, sonst nehm' ich meine Mitgift aus dem Geschäft raus und last' mich scheiden; wie soll ich leben mit so'nem Graf, was soll ich mich grämen." „Still, Regina, Großmann wird mit fünfundzwanzig Prozent akkordieren, du kannst ruhig sein, ich bin dabei, ich werde selbst das Geschäft durchführen," tröstete sie der alte Grünspan. „Willst du die Mitgift haben— nimm sie: wenn du die Scheidung haben willst—- kannst sie haben. Willst du das Geld haben, das ich noch besitze— nimm es. Das Leben ist mir schon zum Ekel geworden in dieser Spitzbubenhöhle. Ich werde nie mit dir fertig werden, Regina; Kinder waren nicht da, dann sagte sie immer, sie könnte sich vor Scham nicht auf der Straße zeigen. Jetzt hat sie vier, und ist wieder nicht zufrieden." „Albert, red' nicht I" „Sch, sch! Das sind eure Geschäfte!" schrie Grünspan und stellte rasch die Untertasse auf den Tisch. „Sie war nie und mit nichts zufrieden, immer zankt sie mit mir." „Ich soll nicht zanken! Ich soll nicht zanken, wenn er mich mit solchen halbkrcpierten Pferden fahren läßt, über die sich alle lustig machen." „Die sind gut genug, reichere Frauen als du gehen zu Fuß." „Aber ich will fahren, ich kann mir anständige Pferde leisten." „Dann kauf'-sie dir, ich kann mir keine anderen Pferde leisten!" „Still, Juden!" rief wiederum Felusch, im Fauteuil schaukelnd. „Der ist schon ganz verrückt geworden! Muß man denn Geld haben, um was zu kaufen! Muß man haben, um was zu kaufen, wenn man's nötig hat? Wulff hat wohl was, weil er eine Fabrik baut, Bernstein hat wohl viel, weil er für ganze hunderttausend sich sein Haus einrichtet? Was?" schrie sie und blickte erstaunt jeden einzelnen an. Albert drehte allen den Rücken und blickte durchs Fenster. Der Zank brach von neuem los und steigerte sich immer mehr. Alle schrien auf einmal durcheinander, beugten sich über den Tisch, schlugen mit den Fäusten darauf, rissen sich die Papiere aus der Hand und zeichneten auf dem Wachstuch immer neue Ziffern auf, warfen mit immer scheußlicheren Projekten un5» Pleitemöglichkeitcn herum, beschimpften sich gegenseitig, sprangen vom Tisch auf, setzten sich wieder und schrien, alle Gesichter, Lippen und Barte zitterten und zuckten. Fortgerissen von den Summen, die verdient werden könnten, wüteten sie gegen diesen Dummkopf, der ihnen den Rücken zuwandte und von einer Pleite nichts wissen wollte. Selbst der Alte äußerte sich mit lauter Stimme; Regina setzte sich in einen Fauteuil und weinte krampfhaft, ganz müd vor Erregung; Landau warf das Wachstuch beiseite und schrieb mit einem Stücken Kreide Ziffern auf den Tisch, ab und zu ein ernstes Wort hinwerfend; am lautesten brüllte Sigismund Grünspan, ganz rot und schwitzend: er schrie, sie müßten sich verständigen und prüfte die Ziffern- reihen in dem großen Fabriksbuch, das Regina ihm ge- bracht hatte.(Forts, folgt.) WMWW.SMWWk! Hcrzberlemmllngcn. Zlugst- und Schwüchezustände.| Verlangen Sie auSsührliche Gra!is-Broschürc> Er Gebhard& Cie., Berlin 130, Potsdamer Str. t04a. fW*A KT 157"N T"i!r echtem äAHNE •I~™J von 3 M. an. Spezialität: Zähne ohne Gaumenplatte. Vollgoldfcronen v. 20 M. an! Voilia?NVI>et«»0!S0 t Umarbeitg. schlechtsitzender fieiUC �UAlliprCliB! Gebisse, Reparaturen sofort. • Persönliche fachmännische Munduntersuchung und Rat gratis.—£0 jährige Fachtätigkeitl Sprechstunden: 10—1 und 3—7 Uhr, Sonntags 10— 12. Mn-Praxis Klömsien PF" Kur Lindenstr. 95 zw!sciien Markthalle und Jordan. | � Moholh. Franz Abraham i Hufib.Meashia-ii.Römertrank-KcU. i C.86 Btf{»lg j R. Bnekd« Stralauer Str. 56. A. E. LangOe Brnunenstr. 166 4 ftädtreF* u, Koncfftoreioa ►; Otto W oTffT'l" r e r>t o>y, Krüliat. 16| lkMiüÄ« Blafia-badÄr�«. Passage- Bad Sm»"" Rpform�Sad, Wiener Str. So. 4 8) erb ra v« roi. /ßtedi d aa d 1 »pelitetf empfiehlt DMNiM •rstoa Ringes 4 iiiTüer, iJftf, Äü&ö> g wiiihe�m Göbel| 25«ngeBf�FIllalen, 'ir 48»ixt»« DtltiifencUft« Schröter, R.j iZZA« Dtrtnnil'tldkn 4Z gya | August Höitz gJ�'�T 4 CaslBfabrikan 'Münchensr Brasbatis Berlin und Oranienburg TrioH! Miüger ßien Oezu�sQuellen-Ver2;eIciinls Erschein� 2 mal wächenlüch. Untentleliendt Cwchäfte tmpfüMtn«Ich bei Einltäuren HcTäc OiTö Koa jqI, Aae Jarobsir, J6. 4 fcisen.Ttj.iTw i\"Var-"~�'.tr, r V Carl Jun£, Strom.or Sl. B5liliaann.P.Jtftllorst.40b,g.S«e»t �"tTiite, RCtzen, Peizwaren � XfaeziKtn Koubiuor- «t Mtef-j) C.» Dtmm 1«,19 < Weiilhanrflunoen> jBethKc, GeoräTS� ImIöII». Hfc«itr.3J, Kthsr-fritär. ZK. 14, WfMnlr. 18», FriideUw. 1J Tr«fl«T, Griu-Sirait Ij, Gaege,Otto Cil"�,a' F Qf tiffitar Wran«el»tr- 75 I. ff. lluütt Ecke Carrystr. �"Ontifcer. Bteohanlkep ► Sdaabert, Carl. itkIla.Berasir.14S 4 Uheen«I fioldwapen» Labiann, Alb., Fraukl. AiigatO Weissbier, 0. Breithaapt, Paliaadenatr.>T Ttl.Ifit. JMl.MSJ �Hacrcwia.KnnbanpapfT� JUS-mxvi. Badatr.«C, Eck« . JtSaei Priazan-AHe«. 4 Hgh.naachinnn"V Bellraann, E., C Timner-Essig l P b kc a He r b j It! 4T?arz-,Weit-,Wollw.,Trlkotat. b* Harjaaaa Ueyer, äaUTtlktiiuKil.' Mbmascbigen Udaa In allea Stadtteil«g.l Neies'ei C» Bdii� 83Pii!in.ai.2iÄbltl ältester und �rGsster Milch»irt schaftl loher i- Oroxsbetrisb= 4 Pbotonr. Apparate � Mftlh'flfht so- h'ottbnser Str. J. . UlL'ltlul auohGelegenbeitskf. < Weine, Llkdre, Fru mts Aftel» I JSiÄgvS I CO Filialen in allen Stadteilen. 5 (iierfn.iiieyerlCoT�; ci.55flVerhnfsjtelLör;-BerL 100!! entzückende Küchen, fomplett mit Anrichte zum nie wiederkehrenden Preis den 575,—. Möbelhaus Osten, nur AndreaSstraßc ZO. 110K Reizende Küchen in allen Farben und Ausführungen, «eilig, 525,— Mark. Möbel. Ii«u§ M. Hirlchowitz, SO., Skalitzerstraste 25. Hochbahni Kottbuser Tor. llOff* Kaufgesuche Platiaabsälle! Gramm bis 7,80! Zahngebisse! Kelten! Ringe! Militärtressen! Glüh« strumpfasche! Filmabsälleihöchft. zahlend, Schmelzerei, Metall- Einkaufsbureau, Weberstr. 31. Telephon Alexander 4243. 231* Fahrradankanf. Schwandike, Linienstraße IS,_ 7218» Zhre Anzeigen\o zeitig auf, daß sie spätestens nachmittags 5 Uhr in unserer Hauptexpedition, Verlin SW.6S, LindensiraßeZ, sind. Die Ausnahme findet dann noch am nächsien Tage statt. Sowärts-Verlag, S.m.d.K. »Kaufmännische Privatschnle von Paul Kowalski, Cöpenickcr- straße 143, am Cchlcsischen Bahnhof. Gründliche Por- bereilung bon Damen".nd Herren für den kanfmännischcr. Beruf in Tages- und Abend- lchrgängen, auch Englisch, Französisch, Nussisch, Polnisdf, Deutsch, Schreiben, Kurz- schrift, Maschinenschreiben, Bucti- sührung.__ SiK* Englischeu Unterricht für Anfänger und Fortgeschrittene, sowie deutsche und französische Stunden erteilt G. Swicntv, Eharlottenburg, Stuttgarter- xlay 2, Gartenhaus iv.• Arbeitsmarkt Schlösset aus Militärarbeit verlangt Ed. Puls, Tempelhos. 27L.K» Maschinenwärter, auch Kriegs- beschädigte, suchen sosort A. Iandors u. Co., Bclle-Allianee- Straße 1/2. Meldungen im Maschinenhaus.___ 11130:2 Beleuchter suchen sofort A. Jandorf it. Co., Bellc-Alliancc- Straße 1/2. Meldungen im Maschinenbau?._ K130/2 Lehrsräuleln oder intelligente Anfängerin für Ingenieur- bureau sofort Mauerstr. LI, I. IIIS Taschealampenbatterien. Koh- lenpresscrinnen, geübte, fleißige, auch Ungelernte werden zum Anlernen eingestellt. Lück, Reukölln, Reue Donausir. 83. +199 ZeitungSausträgerinnen, Tour: Rostnenftraße, Kaminerftraße, gesucht.„Vorwärts»- Spedi- tion, Eharlottenburg, Sesen- heimerstraße 1. Räherin verläitgt Modesalon, Königgrätzerstraße 73. 2k52b LSeSctromotoi'en�ai'tei' � Hilfsmonteure Monteure erhalten sofort Anstellung. 1132 Meld, von 9—11 u. 5—7 Uhr Voßstr. 8, Technisches Burcaiv Ä. G. m. b. H., 1 ' Tchwcißer, Bohrerinnen, Zirbeitsburschcn, Maschinennäherinnen u. jgdl. Arbeiterinnen werden sosort eingestellt. 78/8 Medizinisches Warenhaus(Att.-Ges.), Fabrik Heidestr. 32. MMWkiWrUWmer-».MliiMlM' lüchtige Dreher und Schlosser, ältere Leute, sowie »"llie, Nrparatnr/chlosser für Werkzeugmaschinen werden �g�MaseliiDeDlaiirik Karl Ifogeler, ää"«': 1108 Schmiedegeselle, iüchtiger, selbständiger Arbeiter, guter Beschlagschmied, sofort ges. Anth'raeitschulzc, Ebatlottenburg. Ouedlinburger Str. S-7 Nm. TDchtiger Matrizenschlosser für Porzellanfadrit gesucht. 78/11* Krnu�veiler W OÄ, Wlttenbergplafa 8a. Äutomobil- und Moloren- Schlusser sacht 1451.' Benz& Cie. A.-G. Charlottenburg, Salzufor S S. Tüchtige Werkzeugmacher, Spezialisten ans Schnitte und Stanzen, sowie(Ze senkhauer gesucht. Wcrkzeugfabrik M a ck i o l, Stettiner Str.38. y-zi*-:--. iAutomobil Monteurei ■am sofortigen Eintritt gesucht. Laslwggeawerke M.&. K.-Saorer Abt. Reparaturwerkstatt. Blücherstr. 8Ä. Ltersotypeur stellt sofort ein 057» Uormärts- Kttchdruckerei, Lindeustr. 3. Glasbläser, w auf Röntgenröhren cingearbcttet, werden jnr Berlin gesucht. H�'att.A..-4*.. llöntgonvöhrenfabrlh, UerLtn A 4, Chausseestr. 1« Arbeiter und Arbeiterinnen sucht zu sosortigem SIntritt I. D. Riedel A.-G.. 1110' Berlin-Tritz. Tischler, Polierer, WslSitleNlbeiker für Holz sucht 1113»> Hinh-FabriK, Bln.-Adarienhvrf. Klempn erlangt Medizinisches Warenhaus. Heideftraße 52. 2SöVb /Kinschalrr n. Zimmerleute � s. Bau Neue Verl. Mesftng- werke, Neukölln. Bcrgstr. 89—91, verl.iiermsnnllaedel.Baugeschäst HauscHener, welcher mit Handwagen fährt, verlangt 26545 Schuckar, Cöpenicker Str. 113. TMtip hziezsetzer verlangt 26556 Schuckar. Cöpenlcker Str. 113. seoent. auch Kriegsbeschädigter) sür dauernde Beschästigung ge- sucht. 57L» Gaswerk Werder a. Havel. MUWU sucht Schulthrih' Brauerei A.-G., Lichterselder Str. Ilil7. Jnseratensetzer sofort gesucht. LS7 Buchdruckcrei Müller»Co.. Güpcttitfcr Straße 22. Farbigmacher Vergolder Polierer HoA llsn» tZost&« oi -'Ucranbriiicnitrafae 105/1 ileiftcn oinp., Junger 78/6 Kontorbursche mit gut. Zcugn. sos. Verl. Meldg. bei Schuchardt u. Schütte. Spandaner Straße 28/23, II. militälsrci, energisch, gewandt. der polnischen Sprache mächtig, mit sechs Arbeitern nicht unter 16 Jahren sür Erd» und Trans- portarbeiten, sür Berlin und Umgegend sosort verlangt. H. Polzin& Co., Lichtenberg, öiA Scharnwcberstr.«4, III. N«k- Kiihle�bais. Tüchtige Meister«nd Klempner sür Reparatur- arbeiten sowie Block- und Rahmenbau zum sosortigen Eintritt gesucht. 206/15» Melallindaslrie C. m. b. H., ZtZ, DUaseldorf-Obcrkansel. Bewerbungen durch Herrn Falldorf- Charlotten- bürg, Kantstr. 162, II linkz. Grössere Anzahl Schmiecke... Schirrmeilter für Hufeiseiiarbeiten soiort und später verlangt. Alex.Herman(S.m.b.H. llerliit N 20, Panknr. 29, und B.-Tempelhof,ffaij.KUl).ftt.lO/l 1 Uchlize Metsrkllschisjser, RkMstillHIlißtt, Hstzkiidrehkr 10551,» sofort gesucht. boeb-Verlte lljlttLvgesellZekski, Berlin-Hohenkchönhause». Hilssmiilltemk sür Telephonanlagen gesucht. Märkische JnstallationS-Gescllschaft, _ Adalbertstr. 6.[25726» Werkzeugmacher tüchtige flvait, z. Einrichten a. Erzenterpr., Verl. Dauerstell. V/ttsservogel, O, MLHIenst. 31/3?. TiicSitfs�teWcÄser stellt tut OttoHbller, A.-G., Gloganer Ktr.* 187. Sitzung des Reichstags Dienstag, den 9. Juli, vormittags 11 Uhr. Am VundeSratSlisch: v. Payer, Graf R o e d e r n. Kleine Anfragen. Abg. Dr. Arendt sD. Fr.) erhebt Einspruch gegen die Erlasse eiliger Generalkommandos, wonach Mielskündigungen und Miels- steigerungen verboten sein sollen. General v. Wrisberg: Die betreffenden Verordnungen sind auf Antrag und im Einvernehmen mit den Zivilbehörden getroffen worden, um zu Verbindern, dag die Wohnungsnot eine schwere Be» unruhigung der Bevölkerung hervorruft. Diese Verordnungen find nur eine Ergänzung der bereits bestehenden Bundesratsverord- nungen. Abg. v. Brockhausen(l.) verlangt Schuhzeug für die land« und forstwirtschaftlichen Arbeiter. Ministerialdirektor Müller sagt möglichste Berücksichtigung dieses Wunsches zu. Abg. Heckschcr(Vp.) fordert Erhöhung der täglichen VerpfiegungS« gelber für Urlauber, die jetzt nur 2 M. in der Heimat erhalten. Generalleutnant v. Oven: Ueber eine Erhöhung der Ber- vflegungSgelder sind Erwägungen im Gange. Die Erhebungen sind bereits abgeschloffen. Eine Entscheidung ist in nächster Zeit zu erwarten. Abg. Dr. Ttudmanu(natl.) fordert den Reichskanzler auf, in bundesfreundlichem Sinne darauf hinzuwirken, daß die Ordnung der Thronfolgefrage in Mecklenburg-Streliy in Uebereinstimmung mit dem modernen Rechtsempfinden und nicht lediglich nach dynastischen Gesichtspunkten erfolgt, und daß trotz der Tatsache. daß dem Lande iminer noch eine dem Geist der ReichSverfaffung entsprechende konstitutionelle Berfaffung und Volksvertretung fehlt. die Neuordnung nur unter eingehender Feststellung und voller Berücksichtigung der Wünsche der Bevölkerung des Landes vor- genommen wird. Unterstaatssekretär Dr. Lewald: Die Thronfolgefrage ist ein Teil des LandeSverfaffungSrechtS. Die Zweifel an der Gültigkeit der Regentschaft des GrohherzogS von Mecklenburg-Schwerin ent- behren jeder Begründung. Im übrigen sind die beiden grotz- herzoglich mecklenburgischen Regierungen mit Ermittlungen be- schäftigt, ob der als nächster Agnat geltende Herzog Karl Michael durch Verzicht seine Thronrechte verloren hat. Er hat als General im russischen Heer gegen Deutschland gekämpft.(Hörtl hörtl) Die Folgerungen hieraus werden gegebenenfalls zu ziehen sein. sBeifall.) Abg. Vogtherr sU. Soz.) führt Beschwerde über ausnähme- rechtliche Behandlung der Unabhängigen Sozialdemokratie in Stettin. General v. Wrisberg: Mitgliederversammlungen sind allen politischen Parteien ausnahmslos gestattet, auch das Auftreten auS- wärliger Redner in denselben. Verboten ist nur das Auftreten solcher Redner, deren Reden beunruhigend wirken.(Lachen bei den U. Soz.) Abg. Dr. Müller-Meiningen(Vpt.) weist darauf hin, dah nach Nachrichten aus dem Felde immer noch Buchenlaub als Tabak ver- teilt wird. Generalleutnant v. Oven: Die Sendungen sind überall an- gehalten worden. Es ist aber möglich, dah noch Pakete zur Ver- teilung gekommen sind, ehe unser Erlag durchgeführt wurde. Vorläufig wird nur noch reiner Tabak an die Truppen geliefert. (Beifall.) ver neue kriegskreüit. Es folgt der NachtragSetat, in dem IS Milliarden als Kriegs- kredit angefordert werden. Abg. Ebert(Soz.): Meine Freunde haben das dringende Bedürfnis. Fragen, die mit der vorliegenden in engem Zusammenhang stehen, im Ausschuß einer näheren Prüfung zu unterwerfen. Ich beantrage daher die Verweisung der Vorlage an den Hauptausschuß. Gegen den Widerspruch de» Abg. Westarp(kons.) wird diesem Antrage entsprochen. ES folgt die zweite Beratung deS Bierstcuergesetzes. Abg. Köpplcr(Soz.): In der Erkenntnis, daß das Bier der beste Bundesgenosse im Kampfe gegen den SchnapS ist, hat der Reichstag in früheren Zeiten der Erhöhung der Biersteuer stets Widerstand geleistet. In den letzten Jahren hat sich das geändert und«das Bier ist bereits mit 173 Millionen belastet. Nun soll cZ weiter mit 339 Millionen belastet werden, im ganzen also mit mehr als einer halben Milliarde. Die Regierung rechnet dabei mit einem Rückgang deS Konsums von 25 Proz. Vermutlich wird er viel höher sein, zumal da« Bier jetzt kaum etwa» Besseres ist als gefärbtes Waffer. Aber auch ein Rückgang von 2S Proz. würde den Ruin von zahlreichen Brauereien bedeute»! damit verbunden ist die Entlassung von Tausenden vou Brauerei- arbeitern und die Vernichtung von Tausenden von Gastwirten. Die Produzenten haben sich mit der Steuer abgefunden, weil sie hoffen. die Steuer auf die Konsumenten abzuwälzen. Da« Gesetz bringt eine Kontingentierung der Produktion, wodurch die Gastwirte jin noch stärkere Abhängigkeit von den Brauereien kommen müssen. Als Sicherheitsventil dagegen hat der Ausschuß die genossenschaftliche Begründung neuer Brauereien seitens der Gastwirte vor- gesehen. Den Antrag, dies Sicherheitsventil wieder zu be- seifigen, bitte ich abzulehnen.— Für weite Boltsmaffen ist da« Bier das einzige AnregungS- und Genußmittel. Sie wollen nach dem Kriege nicht die GefängniSration von Wasser und Brot zur Normalration machen. Die Summen, die infolgedessen beim Bier- genuß aufgebracht werden müffen, werden daher von der Nahrung, Wohnung und Kleidung abgeknapst. Dazukommen noch die Steuern auf Branntwein. Mineralwaffer, Kaffee. So stellen sich diese Steuern dirett als ein Attentat gegen das Wohl der großen Massen dar. Wir können daher dieser Steuer nicht zustimmen.(Beifall b. d. Soz.) Abg. ZubeU(U. Soz.) spricht in gleichem Sinne für Ablehnung. Abg. Siehe(Bp.) tritt für Aufrechterhaltung der Kontingen- fierung ein, die die Brauereien vor übermäßiger Konkurrenz schützen soll. Staatssekretär Graf Rödern: Die Regierung betrachtet die G-tränkesteuern a» einen wesentlichen Teil der gesamten Finanz- reiorm. Wenn an diese herangetreten werden wird, so sollen die jetzt von der Steuer erfaßten Objekte nicht von neuem besteuert werden. Abg. Herzog(D. Fr.) tritt für Streichung des Absatzes ein, wonach neue Brauereien, dte von Gastwirten auf genossenschaftlicher Grundlage errichtet werden, von der Verdoppelung der Steuer be- freit sein sollen. Dieser Absatz wird mit den Stimmen der Rechten, de? Zen- trumS und der Nationalliberalen gestrichen. Abg. FuchS(Soz.) begründet einen Antrag auf Beseitigung der Bierbesteuerung durch die Gemeinden. Abg. Zubeil(U. Soz.) wendet sich ebenfalls gegen die Ge- meindebiersteuer. die geradezu mittelalterlichen Zuständen entspreche. Der Antrag wird abgelehnt. DaS Gesetz wird angenommen bi» aus§ 3. der die Steuersätze enthält. Die Abstimmung über diesen Paragraphen wird ausgesetzt. ES tritt eine Pause bis 8'/? Uhr ein. Nach Wiederaufnahme der Sitzung um iii Uhr werden die Steuersätze(S 3) in der Fassung der Kommission unter Ablehnung eines sozialdemokratischen AbändermtgSantragcS angenommen.. Es folgt die zweite Beratung deS_ k?' WeinsteuergesetzeS, das Wein. Traubenmost und dem Wein ähnliche Getränke, wenn sie zum Verbrauch im Inland bestimmt sind, einer Steuer von 2l> Proz. des steuerpflichtigen Wertes unterwirft. Abg. Hoffmann-KaiserSlautern(Soz.): Die vorgeschlagene Steuer bedeutet die Vernichtung zahlreicher kleiner und mittlerer Eristenzen. In Süd- und Mitteldeutschland ist der Wein Volks- getränk; bei Einführung einer solchen Steuer wie der hier vor- gesichagenen wird er aber auch dort nur noch Getränk der besitzen- den Klassen sein können. Hundert Millionen Mark soll die Wein- steuer bringen: dies Ziel würde mit einer Steuer von 1» Proz. be- rsitS, nicht mit der doppelten zu erreichen sein. Die Einfuhr des Weines will man überhaupt verhindern; weil aber Einfuhrverbote in die Volkswirtschaft nicht hineinpassen, soll die hohe Steuer dies Ziel erreichen. Namentlich die Winzer werden die Folgen dieses Gesetzes zu tragen haben. In ihrem Interesse, aber auch in dem der Wirte und Konsumenten, lehnen wir die Steuer ab.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Kvpsch(Vp.): Trotz der schweren Wirkungen für die Win. zer wird die Mehrheit meiner Freunde unter dem Druck der finan- ziellen Not des Reiches für die LOprozentigs Weinsteuer stimmen. Doch soll der Bundesrat ermächtigt werden, nach Beendigung des Krieges für die billigen Weine die Steuer auf 15 Proz. hecabzuj- setzen. Abg. Dr. Haegy(Elf.): Im Interesse der kleinen Winzer, die durch die vorgeschlagene Steuer ihre Existenz verlieren müffen, lehnen wir diese Steuer ab. Schatzsekretär Graf Rödern erklärt, daß die Regierung mit der Bestimmung der Kommission, nach dem Kriege die Weinsteuer auf Verlangen des Reichstages herabzusetzen, einverstanden ist. Abg. Zubeil(U. Soz.): Der von der Weinsteuer gewünschte Be- trag von 109 Millionen Mark würde bei 19 Proz. Steuern sich er- geben. Dieses die Winzer und Konsumenten schwer belastende Ge- setz lehnen wir ab. Abg. Feuerstein(Soz.) begründet einen Antrag, die Weine bis zum Werte von 4 M. steuerfrei zu lassen. Diese Freilassung der billigen Weine sei im Interesse der kleinen Winzer, auf die die Steuer schließlich abgewälzt werde, unbedingt notwendig. Hätte man einen prozentualen Wehrsteuerbeitrag erhoben, so brauchte man die ganze Weinsteuer nicht.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Unter Ablehnung der gestellten AbänderungSanträge wird§ 1 (die Steuer in Höhe von 29 Proz.) angenommen, desgleichen die nächsten Paragraphen.§ 19 läßt den Wein zum Verbrauch im eigenen Haushalt steuerfrei, soweit er nicht in verschlossenen Flaschen dem Verbrauch zugeführt wird. Abg. Feuerstein(Soz.) bittet um eine Erklärung vom Regie- rungstisch, daß die Konsumvereine und ihre Mitglieder unter diese Bestimmung fallen. Ministerialdirektor Meuschel gibt eine dahingehende Erklärung ab. 8 48 setzt die Zollsätze bei Einführung von Wein fest. Abg. Müller-Reichenbach(Soz.) bekämpft diese Sätze, die eine durchschnittliche Belastung von 135 Proz.. für die billigen Sorten eine Belastung von 299 bis 399 Proz. darstellen. Die Annahme dieser Zollsätze würde geradezu einer Erklärung des Wirtschaftskrieges an Spanien gleichkommen. Ausländische Weine würden nach Annahme des Gesetzes nur noch Kriegsgewinnler zu genießen in der Lage sein. Da» Gesetz wird mit unwesentlichen Aenderungen in der von der Kommission beschlossenen Fassung angenommen. ES folgt die zweite Beratung des SchaumweinsteuergesetzeS. Die Steuer für Schaumwein und Schaumwein ähnliche Ge» tränke soll 3 M. für die Flasche betragen, für Schaumwein auS Fruchtwein 0,60 M. Das Gesetz wird nach unwesentlicher Debatte angenommen. Besteuerung der Mineralwaffer. Tie Kommission hat die Steuer festgesetzt bei Mineralwassers auf 9,965, bei Limonaden aus 9,15 M., bei konzentrierten Kunst. limonaden auf l,59 M.. bei Grundstoffen zur Herstellung von kon- zentrierten Fruchtlimonaden auf 39 M. für das Liter. Die Freiheit des Verbrauchs im eigenen Haushalt ist auf 4 vorgesehen. Die Zölle auf Kaffee und Tee sind entsprechend den Vorschlägen der Re- gierung erhöht worden, die Zölle auf Kakao und Schokolade dagegen nicht. Das Gesetz soll am 1. August in Kraft treten. Abg. Vuck(Soz.): Noch dem Bier und Wein sollen nun auch die harmlosen Mineralwässer besteuert weichen, die bei Ausflügen und im starken Maße in den Großbetrieben konsumiert werden, wo die Arbeiter bei schwerer Arbeit diese unschädliche Erfrischung brauchen. Gegen den Versuch, diese Getränke, die bisher steuerfrei waren, auch durch Steuern erheblich zu verteuern, erbeben wir nach. drücklichen Einspruch. DaS Gleichgewicht im ReichShoushalt wün- schen wir herzustellen: dies Ziel wollen wir aber auf anderem Wege erreichen.— Daß die Kommission einsichtig genug war, die Zölle auf Schokolade und Kakao nicht zu erhöben, freut uns; wir be- dauern aber, daß sie bei Tee und Kaffee nicht ebenso einsichtig ge- Wesen ist. Wir lehnen daher das Gesetz ab. Wir haben weiter eine Resolution beantragt und bitten um deren Annahme, wonach wenig. stens nach den besetzten Gebieten die Mineralwässer steuerfrei auS- geführt werden sollen, damit unsere dortftehenden Truppen diese Getränke weiterhin billig erhalten.(Bravo! bei den Sozialdemo- kraten.) Abg. Dr. Neumann-Hofcr(Vp.) tritt ein für Herabsetzung der Steuer aus Limonaden und andere künstlich bereitete Getränke. Wenn man diese besteuert, darf man die natürlichen Fruchtsäste nicht freilassen, oder man gibt ihren Produzenten eine Liebesgabe. ilstan sollte bei diesem Gesetz nicht eine neue agrarische Liebesgabe schaffen. Wg. Zubeil(Soz.) bekämpft die vorgeschlagenen Steuern im Interesse der breiten Volksmassen. Eine solche Steuermacherei machen wir nicht mit.(Beifall bei den U. Soz.) � 1 des Gesetze? wird angenommen. Bei§ 2 begründet Abg. Dr. Neumann-Hofer(Vp.) einen An- trag, die vorgesehenen Steuersätze zu ermäßigen, und zwar bei Mineralwässern auf 9,95 M., bei Limonaden auf 9,19 M., bei kon- zentrierien Kunstlimonaden auf 1 M., bei Grundstoffen zu ihrer Herstellung auf 29 M. Dieser Antrag wird im Hammelsprung mit 142 gegen 118 Stim- men angenommen, der Rest des Gesetze» in der Fassung der Kommission mit der Abänderung, daß es statt am 1. August mit dem Tage der Verkündung in Kraft tritt. Die Erhöhung der Post- und Telegraphengebühren. Abg. Taubadcl(Soz.): Wir müssen gegen die geplante Erhöhung der Post- und Telegraphengebühren schärf st en Einspruch er- heben, wie bereits die letzte Erhöhung gezeigt hat. Der finanzielle Ertrag der Post wird nach dem Kriege, wenn die Portofreiheit der Feldgrauen aufhört, wieder bester werden. Schon längst hätte die Post sich eine neue Einnahmequelle erschließen können, wenn sie die Portofreiheit der LondeSfürsten beseitigt hätte. Min- destens jetzt hätte ein Gesetz vorgelegt werden müssen, daS mit dieser Portofeeiheit, mit der soviel Mißbrauch getrieben wird, ausräumt. Die bloße Zusage, daß die Landesfürsten aus daS Privileg verzichten werden, genügt nicht. Nicht einmal die Postkarte im Orts- mjfc NachbarortSverkchr will die Mehrheit freilassen. Wir müssen ihr die Verantwortung für dieses unseren Handel und unser WirtschaftS- leben schwer schädigende Gesetz überlassen; wir lehnen es ab.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.)_ ttbg. Bogtheer(Ii Soz.) bekämpft die Borlage) die die Sntwrck, lung der Post aus einem BerkehrSinstitut zu einem fiskalischen- fördert. Unter Ablehnung des sozialdemokratischen Antrages, die Be- feitigung der Porteifreiheit der Land es surften in das Gesetz aufzu- nehmen, wird dos Gesetz angenommen. Hierauf vertagt sich das Haus auf Mittwoch 1 Uhr.(Fsrt- setzung der Steuergesetze.) Schluß: IM Uhr. D!e elsäPsche Sieülungspolitik. Heftige Debatte im Havptausfchust. Dem HauShaltSauSschuß deS Reichstags lag der Ent- Wurf der Gründung einer Landgesellschaft Westmark vor. der die in Elsaß-Lothringen in Liquidation befindlichen Güter zum Schätzungswert übernehmen soll, um dort»national zuver- lässige Personen" anzusiedeln.— Abg. Bühle- Straßburg wandte sich scharf gegen die Politik, die hier in Elsaß-Lothringen eingeschlagen werden soll. Nach§ 4 der Satzungen dieser Land- gesellschaft sollen elsaß-lothringische StaetSangehörige von der Sicdelung ausgeschlossen bleiben; auch sei beabsichtigt, in der Haupt« fache in diesen nur von Katholiken bewohnten LandeSteilen Prot«- stanten anzusiedeln. Der Urheber dieser Politik sei der bekannte Professor Bernhard, der wirtschaftliche Berater im Hauptquar- fier. DaS Versprechen, das die elsaß-lothringische Regie» rung im dortigen Landtag abgab, sei nicht eingehalten wor- den. Die elsaß-lothringische Regierung sowie der Landtag seien vielmehr vollständig auf die Seite geschoben worden. Keine ander« süddeutsche Regierung und deren Landtag würde sich ein« solche Behandlung gefallen lassen. Ein Ausschuß des Reichstags dürfe sich nicht mitschuldig machen an dieser Vergewaltigung der elsaß- lothringischen Bevölkerung.— Staatssekretär v. Stein vertei- digte den Standpunft der Regierung und versicherte, die Gesell- schaft werde»durchaus loyal verfahren". Abg. Erzberger bezeichnet diese? Vorgehen als so ziemlich daS Schlimmste, was man bisher auf diesem Gebiete erlebt habe. Professor Bernhard habe die Ostpolitik verdorben und er sei auch der Urheber der Politik, die man jetzt in Elsaß-Lothringen ein- schlagen wolle. In der Landgesellschaft Westmark sei keine einzige süddeutsche Gesellschaft vertreten. Die meisten Stammaktien seien in o st e lb i s ch e n Händen. Er verlangt, daß«ine si&deutsche Gesellschaft mit Einschluß von Elsaß-Lothringern gegründet werde. Der vorgelegte Versrag sei außerdem eine glatt« Verletzung der Reichsverfassung.— Staatssekretär v. Stein bestreitet, daß die Reichsverfassung verletzt worden sei; das Etatsgesetz von 1917 gebe der Regierung das Recht, in dieser Weise vorzugehen.— Abg. H a u tz(Elf.) stellt fest, daß der Elsaß-Lothringische Landtag eben- sowenig wie die dortige Regierung mit der Angelegenheit befaßt worden sei. Ueber den Kops dieser Körperschaften hinweg habe man diesen Weg zum Schaden der elsaß-lothringischen Bevölkerung beschritten. Die Gesellschaft beschränkt sich nicht allein darauf, die Grundstücke zu übernehmen, die ihr von der Regierung über- wiesen werden, sondern sie kaufe auch in anderen Teilen de? Elsaß Grund st ücke auf. Der Gesellschaft dürfe das angestrebte Monopol auf keinen Fall eingeräumt werden. Politisch sei das Borgehen der Regierung zu verwerfen, denn durch diese Politik würde die einheimische Bevölkerung gegen die Eingewander- ten zusammengeschlossen werden zum Schaden deS Lande». Er verlangte, daß ein« elsaß-lothringische Ansiedelungsgesellschaft ge- bildet werde.—- Die Beratungen werden am Mittwoch fortgesetzt, � das Kaligefetz in öer Kommisilon- In zwei Sitzungen hat die 36. Kommission die von der Regw- rung vorgelegten Aenderungen des KaligesetzeS erledigt. Die Vor- läge drohte zu scheitern. Alle Partei«» waren darüber entrüstet, daß die Regierung kurz vor AuSein- andergehen des Reichstags eine so schwerwie- gende Gesctzesvorlage bringt. Nur die Rücksicht auf die' in dem Gesetz enthaltenen Lohnfragen haben die Kommission be- wogen, die Vorlage zu verabschieden. Die Kaliarbeiter konnten Teuerungszulagen nicht mehr erhalten, weil verschieden« Werkt- besitzer die Löhne, einschließlich Teuerungszulage, vor dem Gesetz als Höchstlöhne, die nicht überschritten werden sollten, angesehen haben. Diesen rechtlich unzulässigen Standpunkt nahmen auch die Schlichtungsstellen ein. Auf Darlegungen von sozialdemokratischer Seite erklärten Regierungsvertreter, daß die im Kaligesetz fest» gesetzten Löhne und Teuerungszulagen als M i n d e st l ö h n e anzusehen sind, die überschritten werden können.' Die Regierungsvorlage sah eine Erhöhung der Kalisalzsorten vor. Nur zwei der höheren Salzsorten sind in der Höhe der Re« gierungsvorlagc beschlossen worden. Im übrigen sind nach einem Antrag Arendt die Preise der Vorlage um zwei und drei Pfennig ermäßigt worden. Nach der Regierungsvorlage sollten die Arbeiterlöhne um 2,59 M. in der ersten Klasse. 1.59 M. in der zweiten Klasse und um 1 M. für die übrigen Arbeiter ab 1. Juli laufenden JahreS steigen. Ein Antrag der Sozialdemokraten fordert 3 M., 2 M., 1,60 M. und 6 M. Kindergeld pro Monat für jedes Kind unter 15 Jahren. Dementsprechend hat die Kommissiott beschlossen. Ein sozialdemokratischer Antrag: die kaufmännischen, techni» schen und sonstigen Wertsangestllten mit in das Gesetz einzu- beziehen, wurde zugunsten eines Antrags Gothein zurückgezogen. Der Antrag Gothein fordert eine Erhöhung der Bezüge um 25 Proz. für alle Beamten im Diensteinkommen bis 8999 M., uist» Erhöhung von 8990 auf 19 999 M. Dieser Antrag wurde ab«. gelehnt. Die Zrauen imü üie XVI Reichstags» kommWon. Zur Frage der Empfängnisverhütung. . Der Ausschuß für Bevölkerungspolittk hat den Gesetzentwurf gegen die Verhinderung der Geburten in zweiter Lesung erledigt. Di- verschiedensten Frauenvereine hatten sich mit Anträgen und Forderungen an den Ausschuß gewandt, daß die gegen daS weib- lidhe Geschlecht gerichteten Bestimmungen fallen mögen. Da alle diese Eingaben unberücksichtigt blieben, entstand der Wunsch, dem Ausschuß selber die Bedenken der Frauenwelt gegen dieses Gesetz vorzutragen. Dieser ist darauf eingegangen, nachdem sich Genosse Dr. Q u a r ck lebhaft dafür eingesetzt hatte. In einer offiziellen Sitzung konnte das ja nicht geschehen, doch waren die Herren bereit sich sozusagen privatim die Meinung der Frauen sagen zu lassen. Von Frauen nahmen an dieser Sitzung im ReichStagSgebäude teil: Marie Stritt, Katharina Schemen und Dr. med. Marie Kaufmann vom Deutschen JremenstimmrechtSverband; Wally Z e p I e r, Dr. med. Martha WygodzinSki � und Marie Jucha cz von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Luise Z i e tz von der Unabhängigen Sozialdemokratie, außerdem drei Damen vom Evangelischen Frauenverein. Vom Ausschuß waren dier Soz!ald'emo?mien antocfcni', außerdem von jeder Parke! ein Mitglied, auch'ein Mitglied der Regierung nahm an der Sitzung teil. Dr. Ouarck hatte die Leitung. Um möglichst einheitlich vorzugehen, hatten sich Frauenstimm rechtlerinuen und Sozialdemokratinnen vorher über bestimmte Richtlinien geeinigt. Sie erklären sich einverstanden: 1. mit dem Verbot der ZUrpreisung und des Verkaufs von Mitteln und Gegenständen zur Beseitigung der Schwan gerschaft sowie des Anpreisens von darauf gerichteten Diensten, wenn auch in verschleierter Form; 2. mit dem Verbot der Herstellung, Einführung, des Verkaufs usw. gesundheitsgefährdender Mittel und Gegenstänöe zur Verhütung der Empfängnis; 3. mit dem Verbot des Hausierhandels mit Mitteln und Gegen ständen zur Verhütung der Empfängnis, sowie Verbat der Auto malen. Dementsprechend machten sie genaue Vorschläge zur Wände rung ganz bestimmter Paragraphen des Gesetzes und der dazugo hörigen Richtlinien. Was die Frauen wollten und wofür sie mit überzeugenden und . beweiskräftigen Argumenten eintraten, ist die Freigabe der u n- schädlichen Mittel für Frauen zur Verhütung der Empfängnis, Sie erklärten sich mit dem von dem Gesetzgeber angestrebten End- zweck des Gesetzes einverstanden, bestritten aber ganz entschieden, daß dieser Zweck(gesunde Volksvermehrung) damit erreicht werden könne. Vielmehr fürchten sie in der Folge das Anwachsen der kriminellen Aborte und eine starke Entartung des Geschlechtslebens� Sie wollen, daß die Frauen die Möglichkeit haben sollen, sich mit unschädlichen Mitteln gegen die Empfängnis zu schützen, wenn dies aus gesundheitlichen, sozialen, ethischen oder persönlichen Gründen für sie nötig wird. Die einzelnen Rednerinncn behandelten die Frage von ärzt- lichen, sozialen, kulturellen und rein menschlichen Standpunkten aus. Die Vertreterin der Unabbängigen schloß sich den Richtlinien n i ch t an; sie sprach aber ebenfalls gegen das Gesetz aus politischen und sozialen Gründen. Sehr bezeichnend war es, daß Gräfin M ü n st e r, Vertreterin des Evangelischen Frauenbundes, sich für ein unschädliches Frauen schutzmittel aussprach, wenn dieses dem Arzt in die Hand gegeben würde. Sie führt aus, daß sie sich unter Gewissensskrupcln soeben zu dieser Stellungnahme durchgerungen habe, sie beuge sich aber unter der Wucht der Verhältnisse. Zum Schluß äußerte sich Frau Dr. Marie Baum noch zu dem ebenfalls gerade' zur Beratung stehenden Gesetzentwurf zur Bc kämpfung der Geschlechtskrankheiten. Sie ist Spezialärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten und Assistentin der entsprechenden Abteilung in der Königlichen Charite. Sie sprach sich ganz cnt- schieden für den gesetzlichen Behandlungszwang geschlechtskranker Personen aus. Katharaina Schewen, Schriftführerin des Abo- litionist(Organ für die Bestrebungen zur Bekämpfung der staatlich reglementierten Prostitution) sprach in sachkundiger Weise gegen die Kasernierung der Prostituierten; sie will Wohnung'scrleichte rungen und' unterstützt die Ausführungen Dr. Marie Baums; sie sieht in einem allgemeinen Behandlungszwang auch das Mittel gegen die gesundheitlichen Gefahren der Prostitution. Die Mitglieder des Ausschusses fühlten sich in dieser Sitzung nur als Zuhörer; sie traten'mit Meinungsäußerungen wenig her- vor, stellten aber an die anwesenden weiblichen Aerzte eine ganze Reihe sachlicher Fragen. Der von den Frauen angestrebte Zweck war der, die endgültige Gestaltung des Gesetzes zu beeinflussen. Der Sache wäre ganz sicher noch besser gedient gewesen, wenn die Frauen sich sämtlich aus ganz bestimmte Forderungen hätten einigen können. Es wäre wohl von größerem Eindruck gewesen, wenn über Partcigrundsätzc hinweg sich die Frauen mit den verschiedensten Weltanschauungen in dieser Frauen- und Menschhcitsftage zusammengefunden hätten. Die Ätzung, die drei Stunden dauerte, verlief sachlich und ernst, GewcrWMelvcgung Ueber Entiaffmigen in den Berliner Munitionsbetrieben waren in der letzten Zeit von verschiedenen Seiten Feststellungen gemacht worden. Amtlich wird dazu mitgeteilt, daß die von der Berliner Verwaltungsstelle des Deutschen Metallarbeiterverbandes festgestellte Tatsache, daß im Juni d. I. 30 000 Arbeitskräfte in der Munitionsindustrie weniger beschäftigt worden seien als zu der gleichen Zeit des vergangenen Jahres, kAn Zeugnis für Arbeiter- entlassungen öder Betriebseinschränkungen sei. Zunächst käme gegenüber der ungefähr Ilä Million von Gesamtbeschäftigten die Ziffer von 30 000 Leuten kaum in Frage; dabei seien aber Ent- lassungen nicht vorgenommen worden, sondern der Rückgang sei darauf zurückzuführen, daß einmal in höherem Maße Einziehungen zum Heeresdienst erfolgt und daß im Frühjahr und Sommer Weib- liche Arbeitskräfte in größerer Zahl auf das Land abgewandert seien. Auch von einem Verdienstrückgang, von dem ebenfalls die Rede gewesen sei, könne man nicht sprechen. In einigen Munitions- fabriken sei nur eine Revision der Akkordsätze vorgenommen worden, weil sich herausgestellt habe, daß einige Akkordsätze Stunden- Verdienste bis zu 5,40 M. ermöglichten. In dieser Beziehung habe im Einverständnis mit den Arbeitern eine Regulierung der Akkord- sätze Platz gegriffen. So die amtliche Mitteilung. Daß eine Revision der Akkord- tarife, die doch gleichbedeutend ist mit einer Lohnherabsetzung, das Einverständnis der Arbeiter gefunden haben soll, darf wohl be- zweifelt werden. Daß es sich bei solchen Akkordtarifrevisionen nur um solche Lohnsätze gebandelt habe, die ungewöhnlich hohe Ver- dienste ermöglichen, trifft nicht zu. In einer Anzahl von Betrieben sind die Akkordlöhne ganz allgemein herabgesetzt worden, ohne daß man die Arbeiter gefragt, geschweige denn ihr Einverständnis ein- geholt hätte. Einen Fall dieser Art haben wir in Nr. 179 des „Vorwärts" vom 2. d. M. angeführt. ES handelt sich um. die Herabsetzung der Akkordlöhne im Verhältnis von 7 zu 5, welche die Betriebsleitung der Pulverfabrik Gartenfelde(Siemens-Schuckert) bornahm. Diese Lohnherabsetzung traf nicht nur Arbeiter mit ver- hältnismäßig hohem Verdienst— die übrigens in der genannten Fabrik ebenso seltene Erscheinungen sein sollen wie in anderen Betrieben—, sondern ein großer Teil der Arbeiter hat durch die einseitige Verfügung der Betriebsleitung eine Herabsetzung des Stundenverdienstes von 1,80 M. auf ILO M. erfahren. Dies Beispiel, das nicht vereinzelt dasteht, sieht denn hoch etlvaS anders aus als wie die vorstehende amtliche Mitteilung.' Nach den üblichen Begrüßungsansprachen und Einsetzung von Kommissionen erstattete Simon den Vorstandsbericht. Er be- tonte, der Vorstand habe in den beiden BerichtSjahoen eine Fülte von Arbeit geleistet, wie selten in einer Geschäftsperiode. Der auf- gebrachten Mühe entsprach aber auch der Erfolg. Der Abschluß der Reichstarifverträge für Militärschuhwerk und für Zivilschuh- werk habe große Arbeit beansprucht. Durch diese Tarifverträge hätten wohl Kollegen in Orten, wo es der Organisation bereits gelungen war, bessere Arbeitsverhältnisse zu schaffen, ktzine wcsent- liche Lohnerhöhung erhalten, andere aber eine ganz bedeutende Erhöhung. Die Lohnerhöhung betrage 10 bis 150 Proz. Der Vorstand glaube, durch die Annahme des Tarifs-den Kollegen einen großen Dienst erwiesen zu haben. Der Niedner besprach eingehend einzelne Bestimmungen der Verträge und ihre Wirkun- gen. Es müsse versucht werden, das Erzielte auch für den Frieden hochzuhalten. Nach Auflösung des Ueberwachungsausschusses der Schuhindustrie— mit dem die Tarife abgeschlossen sind— werde die Orgaüisation alles tun, um die Unternehmer zu zwingen, die Vereinvarungen weiter einzuhalten. Wenn auch erwünscht gewesen wäre, die Grundlöhne höher festzusetzen, könne man doch mit dem Erreichten zufrieden sein. Der Berichterstatter besprach dann die Mitgliedcrbewe gnng. Die Zahl der Mitglieder habe sich erfreulicherweise wieder gehoben. Am Ende der Berichtszeit betrug die Mitgliederzahl 17 608. Im ersten Halbjahr 1918 stieg diese Zahl um rund 3900 auf 21 534. Davon toaren 10 772 männliche und 10 762 weibliche Mitglieder, während Ende 1917 die Zahl der männlichen Mitglieder die der weiblichen um über 2000 überstieg. Im Verhältnis zu der Zahl der Beschäftigten beträgt der Prozentsatz der Organisierten im Durchschnitt 56. Den Kassenbericht gab K ö n ig- Nürnberg, der die im gedruckten Bericht aufgestellte Abrechnung erläuterte. Für den Ausschuß berichtete H a u p t- Magdeburg. In der Berichtszeit waren nur zwei Beschwerden gegen den Vorstand eingereicht worden. Bei Revisionen der Hauptkasse durch den Aus- schuß gab es zu Beanstandungen keinen Anlaß. Haupt regt an, eine Neuregelung der Gehaltsverhältnisse der Angestellten und eine Festsetzung der Pensionsverhältnisse vorzunehmen. In der D i s k u s s i o n wurden die Anträge bezüglich der Generalkommission ausgeschaltet, sie werden besonders behandelt. Die Redner gingen fast nur auf die abgeschlossenen Reichstarifc ein. Es wurde anerkannt, daß sie für einen großen Teil Kollegen Vor- teile gebracht haben, aber auch betont, die Tarife brächten nicht das, was die Arbeiter haben müßten; die festgesetzten Löhne eni- prächen nicht den heutigen Verhältnissen. In einzelnen Orten hätte man durch eine Separatbewegung mehr erreicht, nun sei man auf zwei Jahre gebunden. Der Kampfesgcist der Kollegen werde durch den Tarif geschwächt. Bedauert wurde, daß über die Gewährung von Ferien nichts vereinbart, und daß keine Arbeits- zeitverkürzung erreicht worden ist. Der Weißenfelser Delegierte behauptete, daß die besser gualiftzierten Arbeiter in Weißenfels durch den Tarifvertrag schlechter stehen als zuvor. Der Reichstarif hätte aber erreicht, daß die Arbeiter sich mehr als biSber der Or- ganisation anschließen. Simon hebt gegenüber den DiskussionS- rednern hervor, daß der Tarifvertrag gegenüber den Friedenslöhnen ganz wesentliche Erhöhungen brachte; der Kriegszuschlag betrage durchschn.'.ttlich 50 Proz. Die Tarisftage dürfe man nicht von örtlichen, sondern müsse man von allgemeinen Gesichtspunkten beurteilen. Die Aussprache wird morgen fortgesetzt. Verbandstag der Schuhmacher. Würzburg, 8. Juli. In Anwesenheit von 38 Delgierten, Bezirksleitern und Vor standSmitgliedsrn wurde'"" Verbandsvorlitzenden, im„Cafe Alhambra S i lb e r sch m id t- Berlin, die österreichische Bruderorganisation M ö l l e r- Wien. Als Vorsitzende wurden Simon und' Weise- Dresden bestimmt. Erhöhung der Teuerungszulagen im Buchdruckgewerbc Der bis zum Jahre 1916 gültige und seit dieser Zeit zweimal auf je ein Jahr verlängerte Buchdruckertarif sah in seinen drei Altersstufen folgende Mini mal löhne vor: Bis 21 Jahre 25 M., von 21—24 Jahren 26 M., über 24 Jahre 27,50 M. Mit Einschluß der für die einzelnen Orte ie nach ihren TeuernngSver Hältnissen entsprechend abgestuften Lokalzuschlüge von 214 bis 25 Proz.(zur letzteren Kategorie gehören nur Berlin, Hamburg- Altona und Straßburg) erböhten sich diese Löhne(bei 25 Proz.) wie 'olgt: Bis 21 Jahre 31,25 M., von 21—24 Jahren 32,50 und über 24 Jahre 34,38 M. Daß angesichts der rasenden Verteuerung aller Lebensbedürf- nisse mit solchen Löhnen die Eristenz der Arbeiterschaft des Be- rufes nicht mehr ermöglicht werden konnte, mußten selbst die Unter- nehmcr einsehen. Ein? Revision des Tarifes erschien aus verschie- denen Gründen angesichts der ungeklärten Verhältnisse während des Krieges nicht angebracht. So behalf man sich denn mit Teue- rungszulagen. Nach viermaliger Erhöhung dieser betrug im November 1917 die Gesamterhöhung des Lohnes im?Nindestmaß 39,7 Proz., im Höchstmaß 75,2 Proz., bei einem Gesamtdurchschnitt von 43,0 Proz., oder nach einer vom Tarifamt der Buchdrucker ver- öffentlichten Statistik der Durchschnittslohn in Orten ohne Lokal- Zuschlag 37 M., in solchen mit 25 Proz. Lokalzuschlag 61,46 M. Die im Mai d. I. tagende außerordentliche Generalversamm- l-ung des Verbandes veranlaßte, beim Tarifamt den Antrag auf weitere angemessene Erhöhung der Teuerungszulagen oder, bei «einer Ablehnung, auf Revision des Tarifs zu stellen. Nach drei- tägigen, von beiden Seiten hartnäckig geführten und mehrmals vom Abbruch bedrohten Verhandlungen einigte man sich schließlich dahin, ab 1. August d. I. eine weitere Erhöhung der Teue- rungszulage um 10 M. pro Woche und ah 1. Dezem- ber eine weitere'Erhöhung eintreten zu lassen. Diese beträgt für Orte bis TA Proz, Lokalzuschlag 3 M., bis 15 Proz. Lokalzuschlag 4 M. und über 15 Proz. Lokalznschlag 5 M. Ferner tritt eine Erhöhung des Lohnes für Ueber- st u n d e n ein, es soll nunmehr nach dem tariflichen Grundlohn plus 50 Proz. Aufschlag und den üblichen Stundenaufschlägen ent- schädigt werden. Können diese Erhöhungen auck nicht als voller Ausgleich der verteuerten Lebenshaltung gegen früher bezeichnet werden, so bilden sie doch einen ganz beachtenswerten Erfolg der Organisation. Lohnbcwestung der Uniformstickerinncn. Die Berliner Uniformstickerinnen beauftragten am 31. Mai dieses Jahres den Deutschen Textilarbeiterverband, an den Ver- band der Uniformstickereien Dcuischlands eine Forderung auf 40 Prozent Lohnerhöbung einzureichen, wa? gleichbedeu- tend mit einer Erhöhung des Siundcnverdienstes von 50 auf 70 Pf. gewesen wäre. Am 4. Juli d, I? kam die Antwort, daß die Arbeit- geber beschlossen hätten, innerhalb der einzelnen Betriebe mit den Arbeitnehmern eine Verständigung herbeizuführen, so daß eine Verhandlung mit dem Textilarbeiterverband nickt erforderlich sei. Eine solche Verständigung bat aber nirgends stattgefunden, sondern die einzelnen Firmen bestimmten ganz einseitig, daß auf die jetzt nicht gangbaren Stickereien 25 Proz. und auf die anderen Stickereien 15 Proz. Lohnerböhung bewilligt wurden. Durch diese eigenartige Erledigung der Lohnstreitigkeit ist bei den Stickerinnen'eine große Unzufriedenheit entstanden, die zu unlieb- samen Erscheinungen führen kann. eines Textilprodukies übergegangen sei, ivrs eine Art Schappe ist und einen Ersatz für Wolle und Baumwolle darstelle. Die«Frkf. Ztg." hört Kierzu, daß die Militärverwaltung den für die Fabri- kation dieses Produktes erforderlichen Rohstoff zur Verfügung stelle und andererseits die gesamte Produktion der Gefellschaft bean- spruchc zu einem Preise, der nur einen recht mäßigen Nutzen lasse, so daß der Gewinn des Unternehmens im Laufe des Jahres die Vorjahrshöhe nicht sehr stark übersteigen werde. Man wird wohl mit einer Erhöhung der Dividende rechnen können, aber bei weitem nicht in dem Maße, daß ein Aktienkurs von 460 Proz., wie er sich im Effektcnverkehr herausgebildet hat, auch nur anähernd gerechtfertigt wäre. Die phantastischen Hoffnungen, mit denen die immer wieder auftauchenden Nachrichten auf einen verwertbaren Ersatzspinnstoff aufgenommen werden, haben auch in einem anderen Fall zu schar- fen Kurstreibereicu gefüllt. An der Börse sind Gerüchte ver- breitet gewesen, daß die Kammgarnspinnerei Stoehr u. Co. in Leipzig zu rheinischen Unternehmungen der Kunstseiden- fabrikation in engere Beziehungen getreten sei und daß sie ein pa- tcntiertes oder doch besonderes Verfahren zur Herstelluttg eines Ersatz zarnes aufgenommen habe. Di«, Verwaltung teilt dazu mit, daß diese Gerüchte der Begründung entbehren und daß sie der Kurs- treibcrei völlig fernsteht. Tie fortschreitende Kartcllicrung. Unter den deutschen Uhrenfabrikanten sind Verhaudlungen we- gen Gründung einer die sämtlichen Fabrikanten umfassenden Ver- einigung eingeleitet. Ferner haben sich die deutschen Schirmgroß- fabrikanten zu einer wirtschaftlichen Vereinigung mit dem Sitz in Berlin zusammengeschlossen. Indien im Wettbewerb mit Lancashirc. Laut«Daily Telegraph" hielt der Staatssekretär für Indien, Montagu, auf der Royal Society of Arts eine Rede über die Wich- tigkeit der inoischen Baumwollindustrie. Er sagte unter anderem: „Da die Herstellung von Baumwollwarcn in England aus Mangel an Schiffsraum und aus anderen Gründen immer mehr zurückgeht, so mußten wir uns für unseren Heeresbcdarf nach Indien wenden, und eS ist erfteulich, sagen zu können, daß der Bedarf an Baum wollware u fürdas Heer jetztausschließlich in indischen Fabriken hergestellt wlrd." Die Freude dürfte nicht ganz ungetrübt fein, Lancashire, der berühmteste Banmwolldi strikt Englands, hat'es bisher immer zu verhindern ge- wüßt und sich auch aus diesem Grunde für den Freihandel in Eng- lartd entschieden, um den schutzzöllnerischen Jnldiern kein Argument für ihre Sehnsucht nach indischen Zöllen auf Baumwolleinfuhrgüter in die Hände zu spielen. Soziales. Industrie und ßonZel. Die Hoffnungen auf den Textilersab. Die Aktien der Vereinigten Kunstseidefabriken Akt.-Ges., Frank- furt a. M„ begegneten in den letzten Wochen an der Börse neuer- dings lebhafter Nachfrage, so daß der Kurs in kurzer Zeit»m nahezu 100 Proz. gesteigert wurde. Offenbar schreibt die Speku- lation dem Unternehmen besonders gute Aussichten zu. In der mals ihre Dividendenzahlung mit 6 Proz, wieder ausgenommen hat, das Dörren von Gemüse, womit sie sich in den ersten Kriegs- jähren beschäftigt hatte, aufgegeben hat, und dafür zur Fabrikation Nichtlinicn der künftigen Sozialpolitik. Auf einer im vergangenen Monat in Wien stattgefundenen Tagung der Wirtschaftsverbände von Oesterreich, Deutschland und Ungarn wurde nach Referaten der Herren Dr. v. Klein(Wien) und Dr. Manes(Berlin) über die zukünftige Sozialpolitik die Meinung ivie folgt zusammengefaßt: 1. Das Fricdenswerk der Sozialpolitik von Deutschland, Oesterreich und Ungarn hat sich auch im Kriege als eine so starke Stütze erwiesen, daß ein Stillstand oder eine grundsätzliche Aende- rung in der Sozialpolitik nicht in Betracht kommen kann. 2. In der Fürsorge für Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene von Kriegsteilnehmern ist in Deutschland, Oesterreich und Ungarn ein möglichst weitgehendes und gleichmäßiges Vorgehen erwünscht. 3. Die riach dem Kriege mehr als je dringende Notwendigkeit möglichst gesteigerter Arbeitsleistungen macht außer der Wieder- Herstellung der während des Krieges unwirksam gewordenen oder eingeschränkten sozialpolitischen Einrichningen eiste fortgesetzte Für- arge für Gesundheit, Tüchtigkeit und Wohlfahrt der Arbeiterschaft erforderlich, um ihre dauernde Arbeitskraft zu sichern und ihre Arbeitsfreudigkcit zu� steigern. 4. Die künftige Sozialpolitik Teutschlands, Oesterreichs und Ungarns soll, soweit es die Rücksicht auf die Produktion sowie die ■einstigen wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse jeweils er- möglichen, in Zlnlehnung an die bisher mit Erfolg betätigten sozial- politischen Grundsätze und Ziele auf den Bahnen fortgeführt werden, die sich als für das Olemeinwohl nützlich bewährt haben. 5, Ein gegenseitiges Annähern der in den drei Ländern vor- handenen Sozialgesetze und-einrichtnngen, namentlich auch in be- zug aus die Zlrbeitsvermittelung, die Sozialversicherung und die mit ihr verbundene Sorge für die Volksgesundheit ist geboten und unter Wahrung begründeter Besonderheiten in jeder Weise zu fördern und diesbezüglicke-Bestimmungen in die bestehenden Vereinbarungen über das Wirtschaftsbündnis aufzunehmen. 6. Die Erfahrungen des Krieges machen es notwendig, behuf? möglichster Erhaltung und Entfaltung der Wehr- und Arbeitskraft der drei Länder die Wanderbewegung und Wandergefetzgebung sowie die Verhältnisse des Arbeitsmarktes,' in einer allen berechtigten Jntresscn entsprechenden Weise einverständlick zu regeln. 7. Um in Sacken der Kranken» und Unfallversicherung eine gleichmäßige Behandlung zu erzielen und um die in einem Lande erworbenen VersichcrungZanwarischaftcn bei Beschäftigung in einem der übrigen Länder aufrechtzuerhalten, sind zwischen Deutschland, Oesterreich und Ungarn baldigst entsprechende Gegcnseitigkeits- abkommen zu treffen. 8, Es ist anzustreben, daß in die von Deutschland, Oesterreich und Ungarn mit den feindlichen Staaten abzuschließenden Friedens» Verträge die Bestimmung aufgenommen werde, daß diese Staaten im Gebiete der Sozialgesetzgebung und insbesondere der Sozial- Versicherung den Einrichtungen der Mittelmächte gleichkommende Anstalten zu schaffen haben. Es erscheint unerläßlich, daß die Re- gierungcn der drei Länder unverzüglich die nötigen Vorarbeiten ein- leiten, um bei den weiteren Friedensverhandlungen einmütiq iür die Aufnahme von sozialpolitischen Mindestforderungen eintreten zu können.._ Fette Pfründen. Zu der unter der gleichen Ueberschrift von uns am 28, V. M. u. a. gebrachten Notiz, daß der' Handelsvcrtragsverein einen Wchi- var für ein Gehellt von nicht ganz 200 M. monatlich einschließlich Teuerunaszulage suche, teilt uns der HandelSverttagSverein mit, daß es sich dabei um eine Tätigkeit handle, für die keinerlei eigen:- liche Vorschulung notwendig ist. Sie bestehe eigentlich lediglich im Ausschneiden der vom Sekretariat in der Presse angestrichenen Ar- tikel und verständiger Einordnung in eine Anzahl von Mappen, so- wie cntspvccheicher Einordnung der unzerschnitten aufgehobenen Zeitschriften und schließlich der Bücher in die Bibliothek. Die Ar» beit sei bisher von einem früheren Schriftsetzer als Nebenvcr- dienst in vierstündiger Tagesarbeit erledigt worden, woiiir die angegebene Bezahlung wohl durchaus angemessen erscheint. Da sich eine ähnliche Kombination nicht wieder gefunden habe, sei die Stellung seit dem 1. Juni d, I. ntit einer weibliche n HilfS- kraft besetzt, welche für 6 stündige Tagesarbeit ein erhöhtes Ge- halt von 290 M. monatlich erhalte. Bei diesem Sachverhalt nimmt es eigentlich wunder, daß der Handelsvertragsverein für sein Preßarchiv einen Archivar mit volkswirtschaftlichem und politischem Verständnis suchte, der das Archiv selbst in Ordnung halten und die Bibliothek verwalten sollte. Dafür sollten dann nicht aanz 200 M. monatlich gezahlt werden. Die uns vom HandclsvcriragSverein zugegangene Mitteilung läßt den Schluß zu. daß der Berein inzwischen selbst erkannt hat, wie notwendig es ist, auch auf die Form der Bekanntgabe offener Stellen Sorgfalt zu legen. Unsere Kritik war nur zu berechtigt, Verantwortl. s, Politik Tr gr-cij Tiricritfi, Berlin-griedenau: für b. übriflen Teil dcs Blatt»?:«lt»d s»ar,. Neukölln: für Anzeigen: STieebBt ffitotfc. Berlin. Verlag: BorwärtZ-verlag«. m, 6. H, Berlin. Druck: Vorwarts-Buchbruckerei unb VcrlagSanllalt Paul Ginger u. Co, in Berlin, Lmbenstratze 3. Cictz» 1 Beilage»nb UntrryalttmgSvlatt.