Nr. 159. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit tllustr. Sonntags- Beilage„ Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreichs Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508, Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 12. Juli 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Was fehlt. I. Die nachstehenden Ausführungen entspringen der Meinung und Ueberzeugung eines Einzelnen. Wer mehr, wer Besseres zu sagen hat, wer es flarer und überzeugender darzulegen, weiß, möge es thun; es wird nur der Partei zum Nutzen gereichen und der ganzen Bewegung. " der göttlichen Dreieinigkeit spricht, so weilen die Gedanken[ ganz gut, wenn es ihm nicht wie von einer Fibetanischen des bäuerlichen Zuhörers bei der in drei Zacken endenden Gebetmaschine heruntergeratscht wird, wenn die Säße sich großen Kerze, die rechts vom Hochaltar steht; denkt der Bauer nicht zu endlosen Bandwürmern ausspinnen, weni Wer die wunsch- und hoffnungsfrohen Ausführungen an die Hoffnung als" göttliche Tugend", so erscheint vor die Nede kurz ist und scharfgegliedert. Nur hüte konservativer, antisemitischer und besonders katholischer seinen Augen das Symbol derselben, das Bild einer jungen, man sich so viel als möglich vor Fremdworten. Blätter auf Treu und Glauben hinnimmt, muß zu der schönen Frau, deren Linke einen Anker hält, während Was in der Stadt allüberall vom Munde zum Ansicht gelangen, die Landagitation der deutschen Sozial- ihre Rechte nach oben weist. Die Volkssprache winimelt Ohr fliegt, ist auf dem Lande unbekannt und wird einfach demokratie hätte Fiasko gemacht; anderseits giebt es in von Vergleichen und Gleichnissen, malenden Worten und nicht verstanden. Die Richtigkeit dieser Thatsache bleibt be= unseren Reihen Genossen, die in der Frage der Land- anderen Ausdrucksmitteln, die wir heute zu den poetischen stehen auch für den, der weiß, daß die deutschen Dialekte agitation von Optimismus geradezu überschäumen. In zu rechnen gewohnt sind. Wer auf den Bauer Eindruck eine ganze Menge Fremdworte beherbergen. Aber diese Wirklichkeit liegt auch hier die Wahrheit in der Mitten: machen will, muß in seiner Sprache sprechen. Das haben Worte sind keine eigentlichen Fremdworte mehr. Der SüdEs geht vorwärts, aber langsam. Die Ursache ist eine doppelte; am ersten diejenigen eingesehen, deren Agitationserfahrungen deutsche fagt z. B.„ Sakerdi"! und weiß, daß das ein Fluchs das Material, das bearbeitet werden soll, ist sehr spröd und in deutschen Landen über ein Jahrtausend hinausreichen: oder Verwunderungswort ist, aber er hat keine Ahnung, ungleichartig, die Zahl der angewandten Bearbeitungsmittel Die katholischen Prediger. Die Predigten eines Geiler von daß es von dem franzöfifchen ,, Sacre Dieu"! kommt, und ist bis jetzt eine sehr kleine und in gar vielen Fällen wurde Raisersberg waren volksthümlich int besten Sinne er weiß auch nicht, was dieses Wort bedeutet. Der deutsche bisher in der Auswahl dieser Mittel fehlgegriffen. des Wortes, und seine Schriften und seine Schriften sind heute noch Bauer hält die Arbeit, die er leistet, für die vornehmste und wahre Muster und Fundgruben in dieser und mancher nothwendigste, die es giebt. Dieser Stolz ist die Ursache, anderer Beziehung. Und die katholische Geistlichkeit arbeitet weshalb er jedem mit Vertrauen entgegenkommt, von dem er heute noch genau nach demselben Rezepte. Wer einmal das die Ueberzeugung hegt, daß er etwas von seinem Gewerbe, Predigt- Buch" eines jungen Landgeistlichen, seine Samm der Landwirthschaft, versteht. Von dieser Thatsache ist lung von Gleichnissen und meist humoristisch gefärbten Er schon so mancher Pfarrer und Pastor, Verwalter und Ein Haupthinderniß, das uns bei der Landagitation zählungen aus der Heiligen und Profangeschichte in der Rittergutsbesitzer, der den sozialdemokratischen Redner in auf Schritt und Tritt sich entgegendrängt, ist der Umstand, Hand gehabt, wird gefunden haben, daß Alles auf einen der Versammlung nicht zu widerlegen vermochte, auss daß wir eine ganz andere Sprache sprechen, als die Land- Ton gestimmt und ganz und gar der Anschauungs- und gegangen, indem er, wenn er mit den Bauern allein war, bewohner. Unsere Agitationssprache hat Karl Mary ge- Gefühlswelt, der Ausdrucksweise der Zuhörer angepaßt ist. fagte:" Was, von diesem Manne laßt Ihr Euch etwas formt und theilweise auch Ferdinand Lassalle; es ist die Der katholische Landpfarrer schreckt selbst auf der Kanzel vorreden? Der weiß ja kaum ein Weizen von cinem Sprache von Gelehrten, die mit der gesammten Bildung nicht vor dem derbsten und saftigsten Dialektwort zurück, Gerstenkorn zu unterscheiden! Fragt ihn doch einmal, ihres Jahrhunderts ausgerüstet waren, eine Sprache, wenn seine Anwendung nur Erfolg verspricht. Das führt wie der Winterroggen aufgeht oder wie viel Säcke die mit Begriffen denkt und arbeitet und zu rein uns auf etwas anderes. Kartoffeln man auf einen Morgen stecken muß. Ich logischen Schlußfolgerungen gelangt. Das Ausdrucks- Derjenige Agitator, der den Dialekt, welcher in seinem wett'' n Thaler, er weiß nicht, an welchem Ende mittel dieser Denkthätigkeit ift das Hochdeutsche, Arbeitsbezirk gesprochen wird, vollständig beherrscht, hat man den Pflug anfahrt." Und die Folge? Der Agitator, aber ein Hochdeutsch, das ganz durchspinnt ist mit Aus- hat natürlich sehr viel voraus. Man bringt ihm gleich der nach Schluß der Versammlung mit den größten Hoffdrücken und Wendungen, die aus dem Griechischen und anfangs ein gewisses Vertrauen entgegen, ja der Bauer ist nungen sich heimwärts wandte, muß beim nächsten Besuche Lateinischen, Französischen und Englischen stammen. stolz, daß der Fremde seine Sprache versteht und sprechen finden, daß all' seine frühere Arbeit und Mühe umsonst kann. Aber das ist nicht so leicht. Man versuche nur war. Die Agitatoren der bürgerlichen Parteien, der Land= einmal eine ernste Erzählung streng in irgend einem Dialekt rath, der Pfarrer haben es in dieser Beziehung bedeutend fchriftlich wiederzugeben, und man wird sofort auf leichter; fie deckt die Autorität des Staates und der Schwierigkeiten stoßen, die man zuvor auch nicht geahnt. Kirche. Wenn viele unserer thätigen Genossen auch vom Lande Der Sozialdemokrat, der hinauszieht, seinen Brüdern stammen, so haben sie doch meistens so lange Jahre in der im Bauerukittel das Evangelium der Erlösung zu bringen, Stadt gelebt, daß ihre Sprechweise eine ganz andere hat auf niemands fördernden Beistand zu rechnen; gegen geworden ist. Eine vollständige Dialektbeherrschung eine Welt voll Unverstand, Bosheit und brutaler Gewalt ist übrigens nicht einmal nothwendig. Es genügt die kämpft mit ihm allein die Wahrheit seiner Sache, die Ueberrichtige Anwendung einzelner Worte und jene Klangfärbung zeugung und glühende Begeisterung und die Gewandtheit, der Vokale, wie sie den verschiedenen Mundarten eigen ist. die er sich angeeignet im Leben. Es thut's auch das Hochdeutsche. Der Bauer versteht es Der Bauer denkt und spricht ganz anders. Abstrakte Begriffe und folgerichtige Schlüsse sind bei ihm gar seltene Vögel. An was er sich hält, das sind augenscheinliche Thatsachen, welche die Erfahrung bestätigt hat. Wenn es regnet, wird man naß, und wenn es nicht regnet, wächst kein Getreide. Seine Ausdrucksweise ist eine vollständig naive, so naiv wie die des ursprünglichen Dichters. Er umzackt mit dem Wort nie den Begriff, sondern giebt au dessen Stelle das entsprechende Bild. Was dem Gebildeten tiefschwarz er scheint, ist ihm pechschwarz, schwarz wie die Nacht oder die Hölle. Der Teufel heißt bei ihm der Schwarze". Und wie er spricht, so denkt er auch. Wenn der Prediger von Feuilleton. Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Von C. Spindler. Schweige!" entgegnete Bodick überrascht: Das geht nicht; aber, Gott soll mir helfen, das ergste will ich treiben ab, so Du mir sagst: Massal tobh!" " -S. war ohnehin so aufgeregt und unwirsch... und wenn er und deren Mutter in seinem eigenen Hause zu beherbergen. vollends Dich gesehen, erfahren hätte, wen ich hier ohne sein Das meine ich auch, sintemalen die Hausfrau daselbst das Vorwiffen beherberge... beim Stöcker säßest Du, und Regiment führt, und solche vom Himmel gefallene Kinderich wäre um den kommlichen ruhigen Dienst." Esther leins mit scheelen Augen ansehen würde. Da soll denn 84 erwiderte nichts, da sie es nicht gerathen hielt, den gehab- nun mein guter ehrlicher Schellenhof das Nest sein, wo ten Besuch anzuzeigen, und die geschwätzige Crescenz fuhr fremde Eier, Kukukseier, verwahrt werden mögen." fort: Zum Glücke hat es diesmal nicht Dir gegolten, Aber, was bedeuten denn diese Reden?" fragte Esther: Du mein armes neugieriges Heidenkind; aber neue Haus- was meint Ihr damit?"" Daß den alten Herrn der bewohner hat der Herr auf den Schellenhof gebracht, und Leidige zu unrechter Zeit geblendet hat," eiferte die fromme da dieselben gerade unter dieser Giebelstube ihren Siß auf Crescentia; und daß hier die Schande verborgen werden geschlagen haben, so empfehle ich Dir leise Socken und ein soll. Meinethalben; ich bin eine alte Magd, und mich hübsches feines Schweigen."- Neue Hausbewohner?" fümmert's nicht, was die Herrschaft thut oder läßt; ich sehe fragte Esther: Herr Diether Frosch hat sie gebracht?"- daher auch ganz ruhig zu, und will, dem Befehl des Mit einem Blicke des Abscheus wendete sich Esther ab, Ja wohl," seufzte die Alte, und schlug, achselzuckend gen Herrn zu folgen, sogar mich bezähmen, und die Dirne, und der freche Brautwerber drohte ihr grinsend mit dem Himmel sehend, ein Kreuz, die Welt wird immer böser die gleichmüthig dasigt wie die Unschuld selbst, nicht einmal Finger: Was man oft verweigert in Güte," murmelte und verdroffener von Tag zu Tage. Komm' ich mir doch ausfragen, sondern die Sachen gehen lassen, wie sie eben er spottend, das gewährt man oft der Gewalt. Gute beinahe vor, wie der Gefängnißwärter auf dem Eschen können; aber, wenn die ehrsame Frau heraus kommt, wie Feiertage, Schickjelchen. Wir sehen uns wieder. Dent' heimer Thore. Ich soll alle Jungfern hüten, die man in sie in jedem Frühling ein paarmal zu thun pflegt, und der Stadt nicht wohl aufheben mag." Esther seufzte mich die Stuben aufsperren heißt, und die ganze Bescherung Mit der Schnelligkeit eines Kobolds huschte der Mensch tief auf. Nu, nu", fuhr die Alte fort, das soll Dir sieht, dann wasche ich meine Hände in Unschuld, und dem über die Treppen hinunter, und entkam glücklich, wie sich nicht zum Gehör geredet sein, mein Däuschen. Du bist, alten Herrn von sechzig Jahren und darüber, dem ich stets aus der Ruhe des Hauses schließen ließ. Statt seiner aber abgerechnet, daß Dein Vater ein Jude ist, wofür ihr beide, etwas Besseres zugetraut hätte, geschieht dann recht. fand sich bald die alte Crescentia ein, und weckte Esther aus er und Du nichts könnt, ein feines reines Mägdlein, und Aber", setzte sie, plötzlich leicht erröthend hinzu,„ da bemerke ben bösen Träumen, in welche sie der Besuch des gefürchte ich wollte auf Deine Ehrbarkeit einen Eid schwören, bloß ich soeben, daß ich in der Fülle meines Herzens und meiner ten Zodick versetzt hatte. Gute Esther," sprach die Frau, allein, weil Junker Dagobert Dich seines Schußes würdigt; Gedanken alles herausgesprochen habe was ich mir als nicht ohne eine kleine innere Bewegung zu verrathen: ich allein die da unten ist nicht mehr rein wie der Schnee Wahrheit einbilde. Das will sich für eine alte trene bitte Dich, ja recht ruhig Dich hier oben zu verhalten, und die Apfelblüthe an meinen Bäumen, und ich wollte Wächterin nicht wohl geziemen. Du magst es jedoch der damit Deine Anwesenheit nicht fund werde."- Nun erst alles verwetten, daß in ihr der Grund alles Zwiespaltes Geschwätigkeit des Alters zu gute halten, und es wieder fiel Esthern der Besuch des alten Diether ein, und auf im Frosch'schen Hause aufzusuchen ist." Wer ist die vergessen. Besonders empfehle ich Dir, gegen den Jungherrn schreckend fragte sie: Bin ich entdeckt? Hat mich Herr jenige, von welcher Ihr sprecht?" fragte Esther." Die bei dessen Rückkehr nicht das geringste merken zu lassen, Frosch ausgetundschaftet?"- Crescenz schwieg ein wenig Magd ist's, die soeben der alte Diether hierher geleitet, und denn Kinder müssen nichts erfahren von den Verirrungen betroffen, dann entgegnete sie:„ Ei, ei, Mägdlein, wie sammt einem holden Töchterlein in meine Verwahrung ge- ihrer Eltern, selbst nicht einmal so würdige und wackere kannst Du wissen, daß Herr Frosch, der Altbürger, hier gegeben hat, bis auf weiteren Befehl. Er nimmt Antheil Söhne, wie Junker Dagobert." wesen, wenn Du nicht gelauscht haft an der untern Treppe? und Sorge an dem Töchterlein, sagt er, und ich glaube Als die Alte hinweggegangen war, setzte sich Esther Diese Neugierde ist Euch Juden angeboren, hätte Dich aber es wohl, denn man müßte blind sein, um nicht die Wahr- in einen Winkel, und machte ihrem gepreßten Herzen durch diesn al in große Gefahr bringen können. Der alte Herr heit zu errathen. Er findet es nicht gerathen, das Mägdlein einen Strom von Thränen Luft. Wie unglücklich bin ich!" an nich." " Politifdre Webersicht. Berlin, den 11. Juli. Zur Geschichte des Liberalismus. Zu Bennigsen's 70. Geburtstage wälzen fich die liberalen und freisinnigen Blätter in Reminiszenzen; wieder und wieder wärmen fie den alten Kohl auf, daß die Liberalen das Dentsche Reich in seiner gegenwärtigen Herrlichkeit geschaffen und daß Bismard, Moltke u. f. w. nur die Exekutoren ihrer Ideen gewesen. Alles hat sich so herrlich erfüllt nach ihrem Sinn, und schnöder Undank sei es, daß die Liberalen nicht an der Spige der Regierung stehen. Die Tante Voß" wirft einen Rückblick auf die Zeit des Nationalvereins; damals habe bei den Konservativen national" und„ revolutionär" für gleichbedeutend gegolten. Das freisinnige Blatt wundert sich nun darüber, daß heute alles, was reaktionär ist, gerade für sich den Anspruch erhebt, als national" zu gelten. Es will im Juteresse der geschichtlichen Wahrheit" das Zugeständniß, daß die liberale Jdee gefiegt hat und findet es unfaßbar, daß die Siegerin von den Besiegten geprügelt wird. Wer seine Augen den thatsächlichen Verhältnissen so verschließt, daß er sich trotz der handgreiflichsten Wirklichkeit in Traumbildern wiegt, der ist kaum mehr zur Erkenntniß zu bringen. Es ist wahr, daß zur Zeit des Nationalvereins hund Jahrzehnte vorher der Liberalismus das Nationalitätsroß ritt, aber eben so wahr ist es, daß er von Bismarck aus dem Sattel geworfen und dasselbe von Bismarck und den Nachfolgern der Kamph und Schmalz, fabrik Mauser in Oberndorf war im ganzen Jahr gut beschäftigt, in Kraft. Das ist ja gerade der Spaß dieser interauch die Deutsche Metallpatronenfabrit in Karlsruhe hatte sehr nationalen Polizeihay- Komödie, daß alles, was ges reichlich zu thun. Beide Fabriken haben infolge dessen recht be- fordert wird, seit Jahrzehnten besteht, und daß friedigende Resultate erzielt und gehen mit belangreichen Auf der Zweck der Hat der ist: zu erhalten, was nicht geträgen in das neue Jahr hinüber." Trotz dieser anerkennen180 Stimmen. Der Lockspitel Ungern- Sternberg soll in Gerbien verhaftet worden sein. Wir bezweifeln vorläufig diese un3 sehr unwahrscheinlich klingende Meldung. den Worte wird man überrascht sein, wenn man jetzt die überausfordert wird nämlich Knebelgesete gegen die glänzenden Ziffern sieht, welche der Jahresabschluß der Waffen- Bresse, und gegen jede den herrschenden Gewalten unfabrit Mauser vom 31. Dezember ausweist. Aus Fabritaten bequeme Opposition. und Lizenzen( Patentverwerthungen) ergab sich ein Brutto- Für das französische Nuebelgeset rechnet man gewinn von 2914 466 M. Demfelben stehen an Unkosten auf eine Majorität von 250 bis 260 gegen 170 bis 218 402. und an Abschreibungen 355 866 m. gegenüber, so daß ein Reingewinn von 2 845 699. gleich 117 pCt. des Aktienkapitals verbleibt. Der Bruttogewinn von Ludwig Löwe 1. Ro. dagegen beträgt für 1893 aus dem Betriebe 2 462 314 m., wozu noch 28 468 M. Vortrag aus dem Vorjahre treten, zu sammen also 2 490 782 M. Dagegen waren erforderlich für Zinsen 421 421 M., für Unkosten 269 533 M. und für Amortisationen 807 109 m. 13 Reingewinn von Ludwig Löwe u. Co. blieben alsdann 992 719 M. Hieraus ergiebt fich, daß der Schwerpunkt für die Gesellschaft in dem Fabritbetriebe zu Oberndorf gelegen hat, dessen Slettoerträgnisse nicht nur den gesammten, für die Generalversammlung der Aktionäre von Ludwig Löwe u. Co. disponibel gebliebenen Reingewinn von 992 719 m. umfassen, sondern noch um 1352 980 M. darüber hinausgehen. Die Löwe u. Co. rufen sicherlich aus vollem Herzen begeistert: Es lebe der Militarismus! " Christliche Arbeiterliebe und Gerechtigkeit im Vatikan. Ein katholisches Blatt meldet aus Rom: " Das ganze Personal der päpstlichen Druckerei wurde plötzlich entlassen, weil Korrekturbogen der neuesten Encyclita schon 8 Tage vor deren offizieller Ausgabe französischen Blättern zu Händen kamen und von diesen fast wörtlich veröffentlicht wurden. Ein hoher Würdenträger im Vatikan soll in diese Angelegenheit verwickelt sein." Das geht ja noch über den Rösicke! Der amerikanische Arbeiterkrieg ist durch die Proflamirung des Präsidenten nicht aus der Welt gehert wird heute vom Reichs- und Staats- Anzeiger" veröffentlicht. losigkeit verkündeten. Dazu sitzt das Uebel zu tief und iſt Das Gesetz über die Landwirthschaftskammern worden, wie viele Zeitungen in unglaublicher GedankenIm Niederbayerischen Bauernbund, dieser gegen die Bewegung zu weit gegangen. der Rochow's und Eichhorn's in Besitz genommen wurde die Sentrumspartei gegründeten politischen Bauern brückende und flagrante Mißstände, die in der Masse der und geritten ward. Die Liberalen aber liefen ihnen jubelnd organisation, kracht es ganz gewaltig. Eine nach amerikanischen Bevölkerung als solche empfunden werden durch Dick und Dünn nach und wälzten sich schier vor Fürstenzell einberufene Versammlung verlief außerordentlich und in deren Bekämpfung die ausstehenden Arbeiter nicht Entzücken, daß die Peitschenhiebe, von denen sie getroffen stürmisch; der Zerfall des Bundes scheint besiegelt. allein stehen. Gewiß ist, daß wir es nicht blos mit einem wurden und werden, von dem ihnen zugehörigen Pferde Streit der Eisenbahnbediensteten zu thun haben aus geführt werden. Die alte Schmalztante soll sich doch ,, Deutsche Tageszeitung" heißt das Blatt, das in so bedeutsam ein folcher Streit an fich ist nicht noch lächerlicher machen, als sie ist, indem sie hinter Berlin vom 1. September ab die Interessen des Bundes sondern mit einem allgemeinen Ausbruch der Sem nationalen Roß herbellt, auf dem die Reaktion ihren der Landwirthe neben der Korrespondenz" und der Wochen- Unzufriedenheit, ja der Erbitterung über den Unfug Todtenritt macht. Ihr in die Zügel zu greifen, fehlt ihr schrift Bund der Landwirthe" vertreten soll. Die Ober- der Trusts und sonstigen Unternehmerringe. Wir in Deutschund ihrem ganzen Anhang doch längst der Muth und die leitung behielt sich der zweite Vorsitzende des Bundes Dr. land wissen auch ein Liedchen von diesen Ringen" des Kraft. Rösicke vor. Von den Redakteuren ist einer( Dertel- Leipzig) Geldproßenthums zu singen. Wir erinnern nur an unsere fonservativ und einer( Dr. Strehlke vom Frankfurter Kohlenringe und jetzt an den Brauerring. In Amerika Verfolgungswahn. Der bekannte geheime Chef Journal") nationalliberal. Man sieht hieraus, wie wenig treiben es diese Ringe, durch die Verhältnisse begünstigt, redakteur der Hamburger Nachrichten" jammert wieder die politische Gesinnung bei den Journalisten der bürger- aber noch weit ärger als bei uns, wo gewisse Schranken einmal über seine Ermission aus dem famofen Dachsbau lichen Presse ins Gewicht fällt, wenn so leicht politische gesetzt sind; und die Ausplünderung des Volts wird dort und behauptet, das Unglück wäre nicht geschehen, wenn in Gegner in ein politisch- kollegiales Verhältniß treten fönnen. in einer Ausdehnung und mit einer Schamlosigkeit der kritischen Zeit teuflische Tücke ihn nicht künstlich von Bei dieser Gelegenheit sei auch erwähnt, daß vor kurzem betrieben, wie selbst unsere Junker es noch nicht fertig Berlin ferngehalten hätte". Er ist natürlich ganz un- ein Redakteur der freisinnigen Bossischen Zeitung" in die gebracht haben. Der nothwendige Rückschlag ist der schuldig an seinem Sturz. Alles ist künstlich" von An- Bismarckischen Berliner Neuesten Nachrichten" eintrat. gegenwärtige Ausbruch, über den wir leider nur sehr uns deren gemacht. Wo der Größenwahnsinn wuchert, da Bei unseren Gegnern ist die Journalistik eben Geschäft und vollkommen unterrichtet sind. Es wird in bekannter bleibt der Verfolgungswahn nie lange fern. nichts anderes als Geschäft. Art wieder gelogen wie telegraphirt. Alles was die Telegramme aus Amerika von Ausschreitungen der Arbeiter werden diesmal, der Wichtigkeit des Gegenstandes entschreiben, ist entweder erlogen, oder übertrieben, oder entstellt. Und alle die bisherigen Leistungen des Telegraphen sprechend, in Schatten gestellt. Vorläufig sind wir jedoch auf die Telegramme angewiesen. Wir lassen die wichtigsten nachstehend folgen und bitten den Leser, scharfe Kritik zu üben: " " Fürst Bismarck gedachte im Gegentheil, noch recht Ueber die Sonntagsruhe in der Papierindustrie Amt blieb und das Sozialisten- Ausnahmegesetz erlosch, auch in der Kreuz- Beitung". Er erklärt die vollständige lange im Amt zu bleiben, und vielleicht wäre, wenn er im äußert sich in beachtenswerther Weise ein Papierfabrikant thatsächlich eingetreten, worauf er spekulirte: irgend ein 24 stündige Sonntagsruhe auch in dieser Industrie für Butsch, der den im Jahre Jahre 1890 it e u zu leicht durchführbar. wählenden Reichstag hinreichend na ch= giebig gestimmt hätte für den Ausbau der Ausnahme- Ueber die gegen die Sozialdemokratie praktizirte gesetzgebung nach dem Herzen des Fürsten Bismarck. Saalsperre freut sich die National- Beitung". Wie glück Frgend ein hring- Mahlow hätte sich schon noch ge- lich wäre sie, wenn die nationalliberale Partei unter einer funden, die nöthige Arbeit zu leisten, und vielleicht Saalsperre überhaupt leiden könnte. Alle in Berlin sich wäre selbst Herr Brausewetter dann so weit gekommen, den politisch bethätigenden Nationalliberalen gehen bequem in Ausspruch nicht zu thun, daß es Lockspitel überhaupt nicht den fleinsten der heute von der Sozialdemokratie übergiebt, daß sie nur in ganz fonfusen Röpfen eine Schein füllten Säle. existenz führen." Selbsterkenntniß. Der Wahrheitsfreund Stöder leitartikelt in seinem Reichsboten" über das moralische Defizit". Nun, in dem Thema weiß er Bescheid. Das schreibt kein sozialdemokratisches Blatt, sondern, man höre und staune, der Berliner Börsen- Courir". Ein rentables Geschäft ist auch in den jetzigen Anarchistisches Polizeiblech. Aus Paris wird teleschlechten Zeiten die Fabritation von Mord- graphirt: waffen. Das ersieht man aus dem Geschäftsberichte der Firma Löwe und Komp. in Verlin. Wir entnehmen dem Börsen Courir" die folgenden Mittheilungen hierüber: Das gesammte Aktienkapital der Waffenfabrik Mauser im Nominalbetrage von zwei Millionen Mart ging Ende Dezember 1887 in den Besitz von Ludwig Löwe u. Ko. über, und zwar für den Preis von 3 072 000 m., welcher theils mit 750 000 m. nomin. Löwe- Aktien( zum Kurse von 330 pt. angerechnet) theils in baar beglichen wurde. In dem Geschäftsbericht von Ludwig Löwe u. Go. für 1898 heißt es: Die Waffen" Paris, 11. Juli. Wie der„ Figaro" erfährt, wird sich bas internationale Uebereinkommen zur Unterdrückung der Anarchisten auf polizeiliche Maßnahmen beschränken, und zwar sollen die Anarchisten ständig überwacht, die ausländischen Anarchisten ausgewiesen und nach ihrem Heimathlande abs geschoben werden. Die Schweiz sei diesen Vorschlägen günstig gestimmt, Italien dagegen bekämpfe dieselben. Die Maßregeln würden noch vor dem Oktober d. J. in Kraft treten. Die polizeilichen Maßregeln", die der Figaro" in seiner Weisheit voraus verkündet, find längst schon -Chicago, 10. Juli. Debs, der Führer der Streifenden ist unter der Anklage der Verschwörung verhaftet worden. Die Lage hat sich gebeffert, die Eisenbahnzüge beginnen wieder zu verkehren. In Voraussicht des morgen beginnenden großen Ausstandes kommen immer noch reguläre Truppen an. Die Lage in Californien ist sehr ernst. Sechs Kompagnien Soldaten haben sich auf einem Dampfer von San Francisco nach Sacramento begeben; dieselben führen Gatling- Kanonen mit sich. Die Ausständigen, welche 1500 Gewehre und eine große Anzahl Revolver besigen, sind auf eine Belagerung vor bereitet. Chicago, 11. Juli. Der Großmeister der Ritter der Arbeit" hat den Ausstand angeordnet. Heute streiten fast eine Million Arbeiter. Der Ausstand soll bis zur Regelung der von den Arbeitern der Pullman- Werke aufgestellten Forderungen dauern. Debs und die übrigen Führer der Streifenden find gegen hohe Kaution aus der Haft entlassen worden. Chikago, 9. Juli. Die Ausständigen haben sich heute im allgemeinen ruhig verhalten. Nur einzelne Versuche fanden statt, Waggons in Brand zu stecken. Die Aufrührer mußten stets vor der Polizei fliehen. Die während der letzten 14 Tage stattgefundenen Feuersbrünste haben feinen so großen Schaden angerichtet, als man vermuthet hatte. Feuerwehr war eben gleich am Plaze. Jezt bewacht bewacht die Polizei namentlich die Wasserwerke, damit der Stadt nicht die Wasserzufuhr abgeschnitten wird. Mittlerweile sind die penfionirten Polizisten Chikagos aufgefordert worden, aufs nene einzutreten. Die Freiwilligen vermehren sich. In Chicago giebt es eine standinavische Kavallerie Kompagnie. Sie hat den städtischen Behörden ihre Dienste angeboten und ihr Anerbieten ist angenommen worden. Auch 200 Mann von der Grand Army of the Republic haben sich erbötig erklärt, zur Aufrechthaltung der Ordnung zu helfen. Diese sind die Veteranen vom letzten Bürgerkriege. Jetzt sind weitere 1000 Mann reguläre Bundestruppen in Chicago eingetroffen. In Omaha erwartet ein anderes reguläres Infanterie Regiment weitere Befehle. In den großen Wiehhöfen Chicagos wird noch immer nicht gearbeitet. Die Personenzüge aber fahren ruhig ab. Gestern versammelten sich hier die Abgeordneten von fast 100 Gewerkvereinen. Die Sigung dauerte bis zum Tagesaubruch, ohne daß eine Einigung erzielt wurde. Jeder Antrag, einen allgemeinen Ausstand anzuordnen, unterlag, bis die Proklamation des Präsidenten Cleveland verlesen wurde. Darauf wurde sofort einstimmig beschlossen, den Generalausstand um 7 Uhr am Mittwoch Morgen zu befehlen, wenn Herr Pullman sich bis dahin nicht einem Schiedsgericht untergeordnet hätte. Der Krieg zwischen China und Japan gilt für unvermeidlich. Eine Depesche aus der Hauptstadt Japan's meldet: Die japanische Regierung erklärte, daß sie nur unter den von ihr selbst angegebenen Bedingungen ihre Truppen aus Korea zurückziehen wird. Der Krieg mit China gilt hier als unvermeidlich. tlagte sie still und leise vor sich hin: Und wie fommt es, mich schützen würde? Wo weilt er, der einzige Hort, auf daß mir jetzt gerade einfällt das wahrsagende Wort, so den ich baue? Kann meine angstvolle Stimme ihn rufen einst der Altvater Jochai zu mir gesprochen, da er mich über Berg und Thal? Hört denn sein Ohr den flüchtigen warnte vor der Hinneigung zu den Bekennern des Ge Schritt meiner Sohle? D, daß meine Klage ein Zaubertreuzigten? Hat er nicht damals vor meine Augen gestellt spruch wäre, der ihn fesselte, und herbeizöge mit unwider das Schicksal der Engel Asa und Asael, denen les gelüftete tehlicher Gewalt; daß der hochgelobte Gott die Schwester nach Bräuten der Erde? Seit Jahrtausenden schweben doch wieder in seine Hand gegeben hätte, damit er Zeit die Armen zwischen Himmel und Erde, wo sie aufgehängt gewinnen möge, an seine unwürdige Magd zu denken! hat in seinem Zorn der eifrige und hochgebenedeite Gott. Welche Leiden ich auch schon erduldet habe, welcher Und ihr Schicksal... ist es nicht das Meine? Einer Liebe Kummer mir auch noch bevorstehen mag, seine Nähe allein hingegeben, die bald wie eine faufte Gluth mein Innerstes dünkt mir schon ein Balsam für alle Wunden, die das erwärmt und veredelt, bald aber wie ein ungeduldig Feuer Schicksal schlägt. Und meine allzu gefällige Einbildungsmeine Seele quält, und anschmiedet an einen Gegenstand, kraft gaufelt mir nur zu oft eine schmeichelnde Täuschung der unftät und raftlos sich immer meiner Sehnsucht ent- vor. Bocht mein Herz bang und ungeduldig, so höre ich zieht, bin ich bald niedergegangen zur Tiefe, bald schwebe den Hufschlag seines geschwinden Roffes. Zittern meine Pulse, ich auf zur Höhe der Himmel. Die Pflicht ruft mich ge- so vernehme ich seinen nahenden Schritt. In den Glocken, bieterisch auf die Echwelle wenigstens des Kerters, in die gerade jetzt herübertönen aus der Stadt, spricht seine welchem meine Väter athmen, da die rohe Willkür mir das anmuthige Stimme, aus dem Abendroth dort an den Bergen Glück versagt, ihn mit denselben zu theilen; die Liebe aber schaut sein freundlich Angesicht. Ungeduldig berge ich mich hält mich hier in diesem engen Raume zurück. Ihr ver- hinter diesen Riegeln, da ich doch von jenen Höhen den trauend, die mir Schutz und Beistand den Meinigen ver- geliebten Namen ausschreien möchte durch die Welt. Zür heißt, überlasse ich Jochai und Ben David ihren Leiden. nend sieht mein Auge jenes verschlossene Fenster an, das Wird aber dieses Vertrauen sich erfüllen? Wird denn mir die Aussicht nach der Heerstraße verbirgt, auf welcher der Freund erfüllen können, was er zu erfüllen wünscht? er daher ziehen wird. Wenn er käme, jetzt fäme, im AnReißt mich das Verweilen aus dieser Stätte nicht endlich drange der höchsten Noth! Wenn ich ihm fönnte entgegenauch in den Abgrund, aus welchem ich meinem Vater eilen auf den Flügeln des Auges, uni ihn zu begrüßen, nimmer emporreichen werde können die rettende Hand? schon im fernen Dämmerschein? Warum nicht jenes Fenster, D, Mutter, welcher das Paradies sei, und die Palme des das unnüße Vorsicht verschloß, kann eröffnen die muthige ewigen Friedens, Mutter, erinnere Dich, wenngleich ein Hand. Vom Aufgange fommt alles Gute, alles Wahre. abgeschiedener Geist, Deiner Tochter, und leiste Hilfe! Bom Sonnenaufgange hier sieht der hochgelobte Gott in Hreiniger Gott, zu dem Jakobs Söhne beten, wie die Ver- unsere Tempel; von dort muß auch Dagobert wieder heim- Pinneberg sind von unserer Partei vor der Hauptwahl 105, Von der Agitation. Bei der Reichstagswahl im Kreise Kühn schlug ihre Hand den verschloffenen zwischen Haupt- und Stichwahl 42, aufammen 147 Wählerehrer des Menschgewordenen, schüße Du den edlen Mann, fehren!" den ich ehre wie einen Seligen und Gesegneten des Herrn, Laden des Fensterleins auf, und ihr Blick sucht unter den versammlungen abgehalten worden. Als Referenten waren thätig: daß er bald zurückkehre, und durch seine Kraft und Groß- Rosen, die der Niedergang dem blaudunkeln Often zuwarf, v. Elm in 48, Moltenbuhr 14, Förster 14, Frohme 10, Stolten 9, muth das Truggewebe zerreiße, das meines Vaters Unschuld, den Geliebten. Umsonst! Leer war und blieb die Straße. Kölle 7, R. Fischer- Berlin 6, Stromberg 5, F. Steinfatt, Bebel, unser aller Geschick umhüllt! Schon drang der Verrath Längs der Gartenmauer jedoch troch ein Mann schwer Singer und Liebknecht in je 4, Emma Ihrer, Sittenfeld, Weinüber diese Schwelle; wer weiß, wie lange der verbrecherische und unbehilflich hin, beschäftigt, wie es schien, Kräuter zu heber, Schippel, Gerisch und Wurm in je 3, Röske, E. Fischer, Unhold seine Drohungen aufschiebt? wer weiß, ob mich sammeln im tauigen Abendschein. Zufällig richtete sich auf Bubeil und Auer in je 2 Versammlungen, Franz Diedrich, nicht vielleicht der nächste Tag, verrathen und verkauft in ihn Esthers Auge, zufällig blickte er zu dem flingenden Megger, Legien, Liebscher, Baker und Martitte in je 1 Vers den Händen der Feinde fieht? Ich möchte fliehen, und Fenster empor, und schnell fuhr das Mädchen zurück. fammlung. In 46 gegnerische Wählerversammlungen wurden wage es doch nicht. Wie entkomme ich den Kundschaftern Es war der Judenarzt Joseph, der dort unten verkehrte, offiziell Redner entfandt, und zwar in 4 nationalliberale, 10 freis sinnige und 32 antisemitische Versammlungen. Auf Molkenbuhr hes Unfeligen, die vielleicht hinter jedem Baume lauern? und Eſther flehte zum Himmel um die Gnade von dem kommen 21, G. Fischer 8, Kölle 5, v. Glm, Franz Diedrich, Wohin könnte und dürfte ich entfliehen? Wo lebt der Gefürchteten nicht erkannt worden zu sein. Stolten und Frohme je 2 solcher Versammlungen; auf Soun, cusch, der mich ausnehmen ,.... wo ist die Beste, die! ( Fortfehung folgt.) Förster, Lesche, Stühmer und E. Heine je i Versammlung. Parteinachrichten. Flugblätter wurden 210 000 verbreitet, Laufzettel mit| Reichelt durch seine Stellung an der Erhaltung dieses Verbandes| obigen Lohn zu arbeiten. Die Kellner Breslaus fordern 5 Mr. Versammlungseinladung 123 000. Aufforderungen zur Wahl persönlich intereffirt. Dieser Verband, so heißt es in der Be Lohn pro Tag bei freier Kost. in Ottensen und Umgegend 32 000, Aufforderungen zur gründung weiter, stebe aber im Widerspruch mit den sächsischen Einsichtnahme der Wählerlisten 8000, Aufrufe an die Frauen Vereinsgesetzen, die Aufforderung zum Beitritt sei daher eine 1nd Mädchen Ottensens zur Betheiligung an der Agitation 8000, Aufforderung zu Gesezesübertretungen und deshalb das Berbot. Bekanntmachungen der Bezirkseintheilung und der Wahllokale S000, Exemplare des Hamburger Echo" 6000, der„ Nordwacht" 6000, Flugblätter in polnischer Sprache 4000, Flugblätter für die Handlungsgehilfen 3000, Stimmzettel 400 000. An der Agitation betheiligt haben sich die Parteigenoffen der drei Ham burger Wahlkreise, des achten( Altona), neunten( Segeberg), fiebenten( Neumünster) und fünften( Kellinghusen) SchleswigHolsteinischen Wahlkreises. Und einer Partei, die bei beschränktesten Rassenverhältnissen folche Energie zu entfalten vermag, glaubt man mit einem neuen Ausnahmegefeß das Lebenslicht ausblasen zu können? Aber glaube, dummer Aberglaube! Soziale Ueberlicht. Selbstverständlich ist nun allerdings, daß jeht die Kommissionäre bemüht sind, neue Arbeitskräfte durch Inserate in bürgerlichen Zeitungen zu engagiren. Wir ersuchen daher die Kollegen Deutschlands, den Zuzug nach Breslau strengstens fernzuhalten. Mit follegialischem Gruß Der Verein der Kellner und Berufsgenossen in Breslau. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck ersucht. Die Beschäftigung jugendlicher Personen im Alter von 12-15 Jahren hat im Königreich Sachsen seit dem InkraftEine Zentralherberge, verbunden mit einem Arbeits. treten des Arbeiterschutz- Gesetzes sich wesentlich vermindert. Nach nach weis, wird am 15. Juli von den Gewerkschaften einer Bählung, die sich auf alle folche Betriebe erstreckte, die Erfurts errichtet. Das Lofal ist im Deutschen Kaiser", Große durch Dampf, Wind, Elektrizität u. f. w. bewegte Triebwerke Arche 6. Die Herberge wird von der ständigen Gewerkschaftsverwenden, wurden z. B. 1890 21 497 jugendliche Personen im fommission kontrollirt. Alter von 12-15 Jahren beschäftigt, 1894 aber nur 1844, also beinahe 20 000 weniger. Allerdings wäre hier doch noch zu untersuchen, ob nicht eine Verschiebung zu gunsten der Heimarbeit stattgefunden. Es ist das als fast sicher anzunehmen und demnach das Verlangen, die Arbeiterschutz Gesetze auch auf die Hausarbeit auszudehnen, nur zu gerechtfertigt. 24 Der Streif der Weißgerber zu Belzig bei Magde. burg ist zu gunsten der Arbeiter beendet. Die Zwicker der Schuhfabrik von Wolf u. Ko. in Sont. beim( Württemberg) haben die Arbeit niedergelegt, weil ihnen ein neuer Lohntarif vorgelegt wurde, der für sie unannehm bar war. Die Errichtung von Gewerbegerichten hat das Leip siger Gewerkschaftskartell für die Dörfer Leutsch, Wahren, Schönefeld, Paunsdorf, Stötterit und Gaußsch beantragt. Depeschen. Der„ Germania" verursacht es Betlemmungen, daß unsere füddeutschen Parteigenossen in den hohenzollern'schen Landen festen Fuß zu fassen suchen, was um so begreiflicher ist, als das Zentrumsblatt z. B. unserm Parteigenoffen Blos felber nachrühmen muß, daß er sehr einsichtig auftrat und sich überaus klug bewegte". Sie sucht sich über die sozialistischen Attacken mit dem Troste hinwegzuhelfen, daß das Volk der Die Zentral Kranken und Sterbekasse der Tabak Hohenzollern'schen Lande in seiner geradezu eminenten Mehrheit arbeiter Deutschlands, welche zur Beit in Halle a. S. thre noch lange nicht reif ist für die„ Erlösung", wie sie vom Um- Generalversammlung abhielt, hatte sich namentlich mit der Frage sturz verkündet und angestrebt wird", aber das ist ein schwacher zu beschäftigen, ob die Kasse weiter bestehen solle oder ob sie Trost! Der Baum des Heidenthums ist vor der katholischen umzuwandeln sei in eine Buschußkasse; beschlossen wurde nach Kirche auch nicht auf einen Schlag gefallen, sondern die christ- langer Debatte mit 15 gegen 13 Stimmen die Aufrechterhaltung lichen Umftürzler, die Mönche, haben viele, viele Jahre lang die der Rasse. Die Minorität war für Umwandlung der Kaffe in Art tüchtig brauchen müssen, ehe sie ihn fällten. Jedes Ding will eine Zuschußtaffe eingetreten. Die Zahl der Mitglieder betrug Weile haben, um so mehr das beste Ding, der Sozialismus. am Schlusse des Jahres 1893 14 483, das Vermögen betrug Jedenfalls hat der Sozialismus bereits in Hohenzollern Wurzel 288 511,30 M. und fehlen an dem gefeßlich aufzubringenden gefchlagen, denn die Germania" giebt selbst zu, daß nur die Reservefonds noch 56 495,25 M. Das Jahr 1898, das erste, in Mehrheit noch nicht reif zum Sozialismus ift. Die Minderheit welchem nach dem neuen, der Novelle zum Kranten- Bersicherungs- tutscher ist heute infolge einer Bereinbarung beendigt worden. ift's also! Für den Anfang genügt das. Die Mehrheit werden gefeß entsprechenden Statut gearbeitet wurde, brachte bei einer wir schon noch friegen, genau so wie dereinst in Württem- Jahreseinahme von 351 140,90 m. nur einen Gewinn von 15 Personen an der Cholera ertrantt und 9 gestorben. Der berg, worüber die Germania" fagt, daß es gegenwärtig von 7914,71 M. An den gesetzlich zurückzulegenden 10 pet. der Jahresden gewandtesten sozialdemokratischen Hezern und Agitatoren einnahme fehlten also 26 057,78 M. Diesen Fehlbetrag zu decken heimgesucht" werde, ohne daß diese auch hier besonders große resp. das Statut dahin zu ändern, daß nunmehr die erforderlichen Erfolge zu verzeichnen hätten; nur unter der eigentlichen 10 pet. dem Reservefonds zugeführt werden können, ist die AufFabritbevölkerung fänden sie, Theilnahme und ein un- gabe der hier tagenden Generalversammlung. Entweder muß Der hohlenes Wohlgefallen." Die Agitationstouren in man die Leistungen der Kasse heruntersezen oder die Erhebung Württemberg find also von ausgezeichnetem Erfolge. Wir sind eines 14. Wochenbeitrages beschließen. höchlich zufrieden, wenn wir vorderhand überall" nur" die Fabrik- detailirter Weise ist die Zahl der Krankheitstage, die Art der Nicht uninteressant ist der Bericht des Vorstandes; in bevölkerung für die Sozialdemokratie gewinnen. Krankheit u. f. w. angegeben. Wir heben aus dem Bericht folgende Zahlen hervor: Im Jahre 1892 entfielen Erkrankungsfälle auf männliche Mitglieder 4659 mit 99 750 Tagen, mithin pro Fall 2141/100 Tage; 78 age; auf die weiblichen Mitglieder 2951 mit 73 610 Tagen, mithin pro Fall 2447/50 Tage. An der Erbauung eines allgemeinen Versammlungs hauses, die von der Bürgerschaft Elberfelds geplant wird, wird sich der dortige Sozialdemokratische Bolts. verein mit 2000 in. betheiligen. Die Stadtvertretung hat beschlossen, das Unternehmen mit 400 000 W. au unterstüßen. Die sozialdemokratischen Vereine Hamburgs befchloffen in gemeinschaftlicher Sizung, daß in der Druckerei desam burger cho'3" die Affordarbeit bis spätestens 1. Ottober abgeschafft und zur Vermeidung der Nachtarbeit das Blatt als Abendblatt herausgegeben werden soll. Der Zeitpunkt hierfür ist offen gelaffen. " Im Jahre 1898 auf männliche Mitglieder 4051 mit 85 800 Tagen, mithin pro Fall 219/50 Tage; auf die weiblichen Mit gieder 2816 mit 61 454 Tagen, mithin pro Fall 2141/50 Tage. Erkrankungsfälle auf die Mitglieder im Jahre 1892: bei den männlichen Mitgliedern 489/50 pet., bei den weiblichen Mitgliedern 5835/100 pCt. Im Jahre 1893: männlich 433/25 pCt., weibliche 571/25 pet. Sollte endlich doch die ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Königsberg i. Pr., 11. Juli. Der Streit der Droschken Wien, 11. Juli. In Zaleszczyki( Galizien) sind gestern Gerichtsbezirk Baleszczyli ist von dem Ministerium des Innern als Choleraherd im Sinne der Dresdner Konvention erklärt und die entsprechenden Ausfuhrverbote angeordnet worden. Paris, 10. Juli. Die Deputirtenkammer genehmigte heute, nachdem die Dringlichkeit agenommen worden war, ohne Debatte das Abkommen über die Abgrenzung von Kamerun. Paris, 11. Juli. Das Schwurgericht verurtheilte den Parti ouvrier" erschienenen die Armee beleidigenden Artikels zu Führer der sozialistischen Partei Allemane wegen eines im einem Monat Gefängniß. " Paris, 11. Juli. Die Kommission der Kammer zur Vorberathung des Gesezentwurfes der anarchistischen Propaganda nahm die Vorlage der Regierung mit einigen textlichen Menderungen an. Zum Berichterstatter wurde Lasserre bestimmt; derselbe wird morgen seinen Bericht der Kammer vorlegen. Stockholm, 11. Juli. Unter den auf der Quarantänestation in Fejan befindlichen Passagieren des Dampfers " Döbeln" sind weitere Erkrankungen an Cholera festgestellt worden. Barcelona, 11. Jult. In der heutigen Prozeßverhandlung über das Bombenattentat im Liceo Theater gestand Salvador, die Bombe geschleudert zu haben. Die Angeklagten Prat und Im Jahre 1898 starben 207. Erkrankungen der Zunge, Alfaro bethenerten ihre Unschuld. Hierauf folgten die Ver Hals- und Kehlkopfleiden 121, Magen- und Darmleiden 14, nehmungen der Zeugen. Todtenliste der Partei. Friedrich Seerhold, einer Herzleiden 11, Gehirnleiden 5, Unterleibsteiden 6, Nierenleiden 3, Rom, 11. Juli. Die Deputirtenkammer setzte heute die Beder ältesten Parteigenossen Ottensen 3, ist am 11. Juli aus Nervenleiden 2, Rippenfellentzündung 4, Rückenmarksleiden 1, rathung des Gesetzes über Zwangsdomicile fort. Nach dieser dem Leben gefchieden. Er war feit 1864 Mitglied des Rheumatismus 3, Schlagfluß 5, Wochenbett 4, Altersschwäche 1, Vorlage, werden nicht nur die in dem Gefeß über die öffentAllgemeinen Deutschen Arbeitervereins und Bevollmächtigter der Knochenentzündung 3, Influenza 5, Schilddrüsen- Anschwellung 1, liche Sicherheit erwähnten Personen, sondern auch jene Mitgliedschaft Ottensen, bis der Verein 1874 bei der durch infolge Operation der Oberkiefer 1, Genickstarre 1, Hüftgelenk zwangsweise verschickt werden fönnen, welche wegen Tessendorf veranstalteten Verfolgung aufgelöst wurde. Während Entzündung 1, Ohrenentzündung 1, Wassersucht 1, durch Er- Verbrechen gegen die öffentliche Ordnung und Sicherheit dieser Zeit war er nicht nur als Bevollmächtigter thätig, sondern stechen 1, Unglücksfälle, Selbstmord und nicht ermittelt 12. oder wegen solcher Verbrechen verurtheilt wurden, die in dem wurde auch oft als Delegirter zu den Generalversammlungen Gesetze über Explosiivstoffe vorgesehen sind. Diese Kommission des Arbeitervereins gesandt. Auch vertrat er die Sozialdemo- Eine Anerkennung der mißlichen Lage der Bergarbeiter fann die zwangsweise Verschickung auf nicht mehr als 3 Jahre traten Dttensens auf deur Eisenacher Kongreß und war als tommt es doch wohl gleich, wenn, wie die" Saar- Zeitung" gegen diejenigen beantragen, welche die Absicht ausgedrückt Delegirter für Ottensen auf dem Vereinigungskongreß in Gotha. aus durchaus zuverlässiger Quelle erfährt, die Verwaltung der haben, Atte der Gewaltthätigkeit gegen die gesellschaftliche DrAls im Mai 1875 die" Sozialistische Arbeiterpartei Deutsch fistalifchen Saargruben beschloffen hat, trotz der andauernden ganisation zu begehen, und kann zugleich die vorläufige Verhaf lands" gegründet war, wurde Heerhold Agent für Ottensen. Geschäftsflaue die Löhne in der bisherigen Höhe bestehen zu tung dieser Personen anordnen. Verbände und Vereinigungen, Bon 1864 bis 1878 sind wenig öffentliche Bersammlungen in laffen. Auch soll fünftig jede Beschwerde eines Bergmannes, welche den Umsturz der gesellschaftlichen Organisation zum Ziele Ottensen abgehalten worden, wobei er nicht den Vorsiß führte. welche in der gehörigen Weise vorgebracht wird, einer gründ- haben, sind verboten. Auch war Heerhold bei allen Reichstags- Wahlen, die vor Erlaß lichen Prüfung unterworfen werden. Mit 218 gegen blos 26 Stimmen wird beschlossen, in die des Sozialistengesetzes stattfanden, Vorsitzender des Arbeiter Bergverwaltung ein wenig daran erinnern, daß Staatsbetriebe Spezialdebatte einzutreten. Wahlkomitees. Vom Sozialistengesetz wurde er sehr schwer ge- Musterbetriebe" sein sollten? ( Debeichen des Burenn Herold.) troffen. Er hatte, nachdem die Weberei immer mehr zurückDie Thätigkeit des Dresdener Gewerbegerichts Hamburg, 11. Juli. In der vergangenen Nacht ist in dem gegangen war, als Kolporteur einen Erwerb gefunden. Jetzt im Jahre 1893 beweist wiederum, wie sehr nothwendig diese Speicherblock bes Freihafens Großfeuer ausgebrochen, welches wurde ihm die gewerbsmäßige und nichtgewerbsmäßige Verbreitung von Druckschriften verboten. Er wurde darauf Bote Einrichtung war, die es gestattet, daß Arbeiter über Arbeiter: bisher noch nicht gelöscht werden konnte. 40 000 Sad Raffee und der Allgemeinen Altonaer Krankenkasse; aber auch in dieser Angelegenheiten selbst abzuurtheilen haben. Die Gesammtzahl 5000 Ballen Tabak sind bisher ein Raub der Flammen geworden. Stellung follte er nicht lange verbleiben, denn im Mai 1881 der im Jahre 1893 anhängig gemachten Klagen betrug 1833 Der Schaden wird auf ca. 200 000 m. geschätzt. wurde er aus dem Belagerungsgebiet ausgewiesen. Nun begann gegen 1884 im Vorjahre; zu den 1888 Klagen fommen noch 56, die für ihn eine Zeit des Leidens. Er wollte sich als Haufirer einen vom Vorjahre zur Erledigung zu bringen waren. Von den 1833 Klagen Erwerb suchen, konnte aber feinen Gewerbeschein bekommen, waren 1699 von Arbeitern gegen Unternehmer, 104 von weil er nach Ansicht der Behörden ohne Wohnsig war. Von Dri Unternehmern gegen Arbeiter, 4 von Arbeitern gegen Arbeiter, zu Ort getrieben, gerieth er in immer größere Noth, sodaß er 22 von Lehrlingen gegen Lehrherren und schließlich 4 von Lehr gezwungen war, um Rücknahme der Ausweisungsordre nach herren gegen Lehrlinge gerichtet. Es folgt nun in dem Berichte eine ausführliche Statistik der zusuchen. Im Juli 1884 fehrte er wieder nach Ditenſen zurück. bei den Klagen betheiligten Berufszweige. Am stärksten sind Wenn er auch nicht wieder zum Leiter gewählt wurde, so war hierbei die Fuhrleute, das in Schantwirthschaften, Pensions und er doch ununterbrochen thätig und nahm noch an der letzten Cafés beschäftigte Personal, Handarbeiter, Martthelfer und Neichstagswahl eifrigen Antheil. Ehre seinem Andenken! Tischler vertreten. Die Klagen auf Zahlung von Lohn, Lohn entschädigung, Rost- und Wohnungsentschädigung zc. bezogen fich auf Beträge bis zu 20 m. in 771 Fällen, bis an 50 m. in 697 Fällen, bis zu 100 m. in 137 Fallen, bis zu 200 M. in 83 Fallen, bis zu 300 M. in 7 Fällen, und über 300 M. in 7 Fällen. Die Ausgaben des Gewerbegerichts beliefen sich auf 8003,80 m., worunter an Beisigergebühren 990 m. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. " Gewerkschaftliches. Leipzig, 11. Juli. Der erste Straffenat des Reichsgerichts bat beschlossen, gegen den wegen Landesverraths und Majestätsbeleidigung angeklagten Oberfekundaner Szuolz nicht vor dem Reichsgericht zu verhandeln, da, wie man annimmt, das Material für die Anklage des Landesverraths nicht zureichend ist. Die Sache wird nun vor dem Landgericht in Thorn verhandelt werden. Wien, 11. Juli. Das Amtsblatt" publisirt die Handelskonvention zwischen Oesterreich- Ungarn und Rußland. Toulon, 11. Juli. Das Gerücht, daß der Brand des Arsenals einem verbrecherischen Akte zuzuschreiben sei, findet immer mehr Glauben. Die Untersuchung ist eingeleitet. Lyon, 11. Juli. Caserio wurde gestern dem Soldaten Leblanc gegenübergestellt. Leblanc bestätigte, daß Caferio einer Anarchistenbande. angehöre und durch das Loos bestimmt gewesen, den Präsidenten Carnot zu ermorden. Caferio proteftirte gegen diese Aussage, indem er erklärte, er habe allein gehandelt. Auf weitere Fragen des Untersuchungsrichters oerhielt sich Caserio schweigend. Lüttich, 11. Juli. Der hiesige Staatsanwalt erklärte, daß ihm über die Verhaftung des berüchtigten Barons v. Sternberg, welche angeblich in Nisch erfolgt sein soll, noch keinerlei Benach richtigung zugegangen sei. Warschau, 11. Juli. Die Stadt Rozwadow ist fast vollständig niedergebrannt. Alle städtischen Gebäude sind eingeäschert. Belgrad, 11. Juli. Jm Argeschen Gebirge( Walachei) trat heftiger Schneefall und starker Frost ein. Viele Thiere und H Genosse Frit Kunert, der zur Zeit eine sechs monatliche Gefängnißstrafe in PIöbensee zu verbüßen hat, war vom Landgericht Halle geladen worden, um in der schon einmal vertagten Straffache gegen seine Frau, arie Kunert, die, wie auch der Verleger der Sozialen Weckrufe" auf grund des§ 130 des Reichs- Strafgesehbuchs angeklagt ist, als Zeuge vernommen zu werden. Das auf Gewährung von Urlaub gerichtete Gesuch unert's und feiner Frau, die sich bereit erklärte, die Kaution in beliebiger Höhe zu stellen, wurden vom Ersten Staatsanwalt zu Breslau abgelehnt mit An die Sattler Berlins! Die im Norden Berlins der Begründung, daß aus den Motiven Motiven zu dem wohnenden Rollegen haben bisher ihren mangelhaften Besuch der Antrag auf Urlaubsgewährung nicht hervorginge, warum Versammlungen damit entschuldigt, daß der Weg zum Versammsich der Halle'sche Richter nicht mit Kunert's tom- lungelofal zu weit fei. Dieſem theilweise nicht unbegründeten missarischer Vernehmung als Zeuge begnügen wolle." Ein Einwande Rechnung tragend, ist jetzt die Einrichtung getroffen, ein Hirte sind erfroren. zweites Gesuch Runert's, das eine umständliche Motivirung und daß auch im Norden alle 14 Tage eine Vereinsversammlung Brüssel, 11. Juli. In den Centralhallen ist heute früh Berücksichtigung des Wissendranges der Halleschen Richter enthielt, stattfindet. Man wird jeht also wohl hoffen dürfen, daß auch 4 Uhr ein großer Brand ausgebrochen, welcher ungeheuren wurde definitiv abgelehnt. Unter ausführlicher Darlegung dieser die auf dem Wedding und in Moabit wohnenden Kollegen sich Schaden anrichtete. Das Vergnügungslokal Bol du Nord", Berhältnisse, die es Kunert unmöglich machten, am 9. Juli seiner rege am Vereinsleben betheiligen werden. welches sich in den Gentralhallen befindet, ist total ausgebrannt. Frau und Groß mit seinem Zeugniß zur Seite zu stehen, beantragte Die Vereinsversammlungen der Verwaltungsstelle Berlin Auch die naheliegenden Häuser haben starke Beschädigungen erer nunmehr bei dem Halleschen Ersten Staatsanwalt Termin- finden daher fünftig folgendermaßen ftatt: Sonnabend, ben litten. Die Löscharbeiten waren durch Waffermangel ungemein vertagung bis nach dem 28. Auguft, dem Tage, mit welchem feine 7. Juli und von da ab alle 14 Tage bei Wienecke, schwierig. Haft ihr Ende erreicht hat. Diesem Antrage wurde flattgegeben. Alte Jakobstraße. 83. Sonnabend, den 14. Juli Konstantinopel, 11. Juli. Gestern Mittag haben hierselbst Bemerkt fei noch, daß Kunert während seiner Haft bereits zweimal und von da ab alle 14 Tage bei Rüger, Fennstraße 5. mehrere heftige Erdstöße stattgefunden, welche einen kolossalen auf feine Gefuche un Urlaub zur Wahrnehmung wichtiger Termine In der Versammlung am 14. Juli wird Kollege Saffenbach über Schaden anrichteten. Der Bevölkerung bemächtigte sich eine von dem Breslauer Ersten Staatsanwalt abschlägig beschieden Die Handwerkerbewegung in Deutschland seit Einführung der furchtbare Panit; viele Personen sind durch Häusereinsturz umwurde. Die Gründe zu einem solchen Verfahren sind ja be- Gewerbefreiheit" sprechen. Um zahlreichen Besuch bittet gekommen. Die öffentlichen Gebäude sind geschlossen. Die Betanntlich wohlfeil wie Brombeeren, wenn sie auch nicht jedem Die Ortsverwaltung. völkerung flüchtet. ohne weiteres einleuchten. Achtung, Lederarbeiter! In der Lederfabrik von Streits wurden unter der Anschuldigung, mehrere Geleife ver Chicago, 11. Juli. Die Drganisatoren und Anführer des Die Zwickauer Kreishauptmannschaft hat den Wahl S. Beste, Berlin N., Gesundbrunnen, Rolonieftr. 16/17, stellt zu haben, verhaftet. Weitere 10 000 Arbeiter schlossen sich verein in Schedewiß aufgelöst, weil er sich mit anderen Vereinen in Verbindung gesetzt habe. Angeblich handelt haben sämmtliche Lohgerber und Lederzurichter wegen Lohn- dem Streit an. In allen Ausstandsgebieten befinden sich jetzt Truppenabtheilungen. es sich darum, daß auf dem Sängertag in Crimmitschau die be- differenz die Arbeit niedergelegt und befinden sich im Streit. fondere Abtheilung der Sänger, die mit dem Wahlverein gar Buzug ist strengstens fern zu halten. Chicago, 11. Juli. In Sacramento haben sich die Arbeiter, nichts zu thun hat, sich durch einige Personen beim Gesang ver- An die Kellner Deutschlands. Kollegen! In Breslau nachdem sie sich gegen die eingerückten Truppen verschanzten, mit treten ließ. findet Ende Juli d. J. das achte deutsche Turnfest statt, wobei 1500 Flinten und zahlreichen Revolvern bewaffnet. In der In Auerbach in Sachsen wurde eine für den 8. Juli ungefähr 400 Kellner 14 Tage Beschäftigung erhalten werden. Nähe von New- York versuchten die Ausständischen, einen Gifenangemeldete Versammlung der Textilarbeiter verboten, weil aus Der Lohn bei 17 stündiger Arbeitszeit, ohne Soft, foll 8. und bahnzug, mit welchem Truppen antamen, zum Entgleisen zu Der Tagesordnung: 3wed und Nußen der Textilarbeiter 5 Pf. Tantième pro 3 M. Laut Bereinbarung der Gastwirthe bringen. Unter der Bevölkerung herrscht ungeheure AufOrganisation, die Absicht hervorginge, die dort erscheinenden Ar- betragen. Mit diesen offenbaren Hungerlöhnen erklärten sich regung. beiter und Arbeiterinnen dazu aufzufordern, dem Textilarbeiter- die Kellner Breslaus in einer öffentlichen Versammlung nicht Verbande beizutreten. Außerdem sei auch der Referent Alb. einverstanden, sondern beschlossen, unter fein tänden für den elch in Be 31 Volks- Versammlungen. wo piese barbarische Maßregelung p unsie hat durch die eiserne Disziplin, die sie der klein- führer von der Konkordia" unter den Anwesenden. Darüber wie fich In folgendem geben wir kurz eine Stizze über den Gedanken-| fammlungen vom gestrigen Abend erbracht. Alle Säle, ob den letzten Platz besetzt war; etwa 400 Personen hatten hier gang, auf dem sich die Referenten in den abgehaltenen 31 Ver- sie viele oder eine verhältnißmäßig geringere Anzahl von Platz gefunden. Genosse Hansen referirte. Die Versammlung sammlungen bewegten:" Seit Mitte Mai, so äußerten sie sich, Personen faßten, waren nicht allein überfüllt, nein, es mußten gab durch ihren Beifall und durch einstimmige Annahme der befinden sich die Arbeiter Berlins in dem gigantischen vor jedem Lokal Hunderte und Tausende umkehren, die keinen Resolution ihrem Einverständniß Ausdruck. Gegner hatten nicht Kampfe, bekannt in der ganzen zivilisirten Welt unter dem Platz finden konnten und die durch ihr Wogen über die Pläge das Wort genommen. Namen Bierboykott. Die Ursache des Kampfes ist die und Straßen, von einem Versammlungslokal zum anderen, der Im Elysium, Landsberger Allee 40, waren ungefähr Maifeier der Berliner Böttcher. Ohne irgend welchen plausiblen Reich hauptstadt und ihrer Umgebung ihr eigenartiges Gepräge, 1500 Personen versammelt, als gegen 82 Uhr die Polizei Grund benützte das foalirte Brauereifapital diese Feier als Deck das Gepräge des Klassentampfes aufdrückten. Die weiteren Arbeitern den Eintritt verſagte. Hier referirte unter mantel für ihre volksfeindlichen Zwecke. Die Antwort der Berliner Arbeiterschaft hat am Mittwoch wieder, wie bei un- dem Beifall der Versammlung Genoffe Pfannkuch. An der hauptstädtischen Arbeiterschaft fonnte und durfte nicht anders zähligen früheren Gelegenheit bewiesen, daß sie würdig ist der Diskussion mögen sich Gegner betheiligt haben, jedenfalls war 3eitpunkt, ihr im großen sozialen Befreiungstampfe zufommenden Stellung, Direktor Julich von der Payzenhofer Brauerei und der Geschäftsschuldigen Arbeiter zurückgenommen ist. und Im lichen, zeigte, durchaus unwirksamen werden wir eventuell morgen Näheres mittheilen. Die Resolution höchsten Grade bemerkenswerth in diesem Kriege ist die Haltung Saalsperre gegenüber bewies, zur Evidenz gezeigt, daß sie jeder wurde angenommen. der bürgerlichen Preßorgane. Vom äußersten rechten Flügel bis erbärmlichen Beeinträchtigung ihrer Rechte mit Würde zu zur demokratischen Spielart der freisinnigen Partei geht ein Ruf durch paralyfiren weiß. Mit einer einzigen Ausnahme, in der die die Blätter: Für den Ring und gegen die gemißhandelten Ar Polizei sich bemüßigt fühlte, aus baupolizeilichen Gründen die beiter! Um der schlechten Sache die Krone aufzusetzen, hat man Abhaltung der Versammlung im letzten Augenblick zu untersagen, eine sogenannte Saalsperre inszenirt. Der heutige Abend ist haben sämmtliche Versammlungen durch ihre imponirende Ruhe Beweis dafür, daß zu allen Zeiten soviel Versammlungslokale auf den Gegner niederschmetternd gewirkt. vorhanden sind, wie die Arbeiterpartei braucht. Schaden kann Wir geben nachstehend eine kurze Schilderung des Verlaufs es doch höchstens den Wirthen, wenn einzelne Säle, die vordem der einzelnen Versammlungen: ausschließlich von den Arbeitern benutzt wurden, heute leer stehen. Die Arbeiter, denen 12 Jahre Ausnahmegeset nicht geschadet haben, lächeln über diese Steine des Anstoßes, aber sie werden niemals vergessen, wer ihnen Steine in den Weg geworfen hat.( Stürmischer Beifall.) Schlimmer als die Situation der großen Saalbesizer ist die Lage der kleinen Wirthe, welche, abhängig von den Brauereien, nicht wissen, wie sie sich drehen und wenden sollen. Die Arbeiter tönnen aber jetzt, nachdem ringfreies Bier in ge= nügendem Maße zu haben ist, einfach verlangen, daß sich die Herren nach ihren Kunden richten.( Sehr richtig.) In Röllig's Lokal, wo bequem faum 150 Personen Plat haben, hatten sich gegen 400 Personen zusammengedrängt, die ihr Votum zum Boykott abzugeben wünschten. Alle Stühle und Tische waren entfernt; selbst die Gartenfenster waren von Zuhörern besetzt. Hier erläuterte Genosse Pötzsch den gegenwärtigen Stand des Bierboykotts. Die Resolution wurde mit Begeisterung angenommen und hierauf die Versammlung, die im besten Geiste verlaufen war, geschlossen. Bei Albrecht, Memelerstr. 67, hatten sich etwa 500 Personen eingefunden, die den Ausführungen des Referenten, Ge nossen Rörsten, wie auch der Resolution einmüthig zustimmten. Selbst bei Schneider, Proskauerstr. 38, fast unmittelbar an der Weichbildgrenze von Berlin, hatte sich der Saal, der etwa 500 Personen faßte, vollständig gefüllt. Hier referirte Genosse Wilte unter dem Beifall der Zuhörer, die auch die Resolution einstimmig annahmen. In sämmtlichen vorgenannten fünf Lokalen gaben die Ges noffen dem Unwillen über das Verhalten der Wirthe von Konkordia"," Königsbank" und Joël Ausdruck und riethen den Anwesenden, den ganzen Winter hindurch bei diesen Herren, die so lange gerne die Arbeitergroschen eingesackt haben, kein Vergnügen abzuhalten. Bei Bolkmann, Lichtenbergerstraße, war der Andrang sehr groß. Um 9 Uhr, als der Saal und die Gallerie überfüllt Deigmüller, Alte Jakobftraße 48a. Schon um 1/49 Uhr waren, und die Versammelten auf über 600 geschätzt werden wurde seitens der Revierpolizei das Versammlungslokal gesperrt. fonnten, wurde der Saal polizeilich gesperrt. Nach einem sehr Blos 400 Personen konnten Einlaß finden, weit größer war die beifällig aufgenommenen Referate des Genossen Franke wurde Zahl derer, welche vergeblich den Weg zum Versammlungslokal die Resolution unter allgemeinem Jubel angenommen. gemacht hatten. Nach einem vom Genossen Timm gehaltenen Königstädtisches Kasino. Die Polizei ließ die Versamm Referate und einer kurzen im Sinne der Ausführungen des Refe- lung nicht abhalten, weil angeblich die Treppe zu schmal sei, renten gehaltenen Diskussion erklärte die Versammlung ihr was freilich bei der Veranstaltung von Bällen, Festlichkeiten und volles Einverständniß mit der Ref olution. dergl. nicht als Hindernißgrund betrachtet wird. Nur für die Gesundheit und Sicherheit der Proletarier ist die Polizei so ängstlich besorgt. Ca. 1500 Personen hatten sich zum Besuch der Versammlung eingefunden, sie trennten sich, als sie erfuhren, daß die Versammlung nicht stattfinden konnte, in vollster Ruhe. Das Reichert'sche Lokal, Müllerstr. 7, war ebenfalls gedrängt voll. Auch hier erfolgte die polizeiliche Absperrung. Die etwa 800 Anwesenden folgten mit regitem Interesse dem Referate von A. Hoffmann und jubelten der Resolution zu. Wenn die Wirkung des Boykotts durch unsere Gegner abgeleugnet wird, so steht heute schon fest, daß die gesammte Brauindustrie einen dauernden Nachtheil durch den Boykott davontragen wird. Bielleicht stellt man auf der 1896er Aue stellung den Ring als warnendes Beispiel für künftige Fälle auf! Die Arminhallen waren schon um 1/49 Uhr überfüllt, die Hat die Situation im Mai es erfordert, damals nur sieben Stühle im Lokale reichten nicht, es mußten aus dem Garten fast Brauereien zu sperren, so lag es auch zum Theil daran, daß alle herbeigeholt werden. Um 1/29 Uhr wurde der Saal polizei man schon aus taktischen Rücksichten nicht gleich das schwerste lich gesperrt. Anwesend waren über 700 Personen. Nach einer Geschütz aufführen wollte. Heute wird in allen 32 Versamm- die Begeisterung der Zuhörer entflammenden Rede Bebel's lungen den Genossen empfohlen werden, den ganzen Ring wurde der Resolution bei ihrer einstimmigen Annahme zugejubelt. zu boykottiren( Brausender Beifall). Und wenn die Außerdem wurde aus der Mitte der Versammlung eine Resolution Gegner meinen, daß damit unser Arsenal erschöpft ist, so eingebracht, die nach Befürwortung durch Bebel einstimmig anirren fie ganz gewaltig; wir können, falls es sich als genommen wurde, dieselbe lautete: Das Wedding- Kasino, Schulstraße 29, war bis auf den nöthig erweisen sollte, noch sollte, noch mit ganz anderen, noch 1. Jede Gewerkschaft ist aufzufordern, Versammlungen ein letzten Platz gefüllt, Um 9 Uhr erfolgte die polizeiliche schärfer wirkenden Mitteln dem Uebermuth der Brauerproßen zuberufen, zwecks Stellungnahme zum Bierboykott. Schließung des Lokales. Anwesend waren mindestens 500 entgegenzutreten.( Beifall.) Für alle Arbeiter bleibt die Ver- 2. Jede Gewerkschaft entfalte eine Werkstatt- Agitation mittels Personen. Referent war May Kiesel. Die Versammlung pflichtung bestehen, bei allen Gelegenheiten für die Durchführung Fluggblatt gegen den Bierring. 3. Sämmtliche Festlichkeiten verlief ruhig. Die Stimmung war eine begeisterte, besonders bei des Boykotts einzutreten. In der Fabrik, im Hause, auf der für den kommenden Winter find einzustellen, falls die Boykott- Annahme der Resolution. Straße, bei Ausflügen, überall muß die Parole sein:" Nieder frage bis dahin nicht erledigt ist. mit dem Ring". Aus fleinen Anfängen ist der Boykott ent- Um 10 Uhr konnte die ausgezeichnet verlaufene Verfammstanden, der sich jetzt zu einem Klassentampf" ausgewachsen lung geschloffen werden. Zu jener Zeit lauerten die Antisemiten, hat, die Verschärfung des Boykotts bedeutet Werschärfung die für einen Gartensaal im gleichen Lokale auch eine Versamm des Klassentampfes! Ueber den Ausgang fann man lung abhalten wollten, auf einige Besucher, damit sie ihre Vernicht im Zweifel sein. Die Arbeiterklasse ist unbesieglich, wenn sammlung eröffnen konnten. sie einig ist. Die Solidarität der Arbeiter wird und muß alle Machinationen der Gegner zu nichte machen. Wir lassen hier die Resolution, die in allen Versammlungen einstimmig angenommen wurde, folgen; Resolutionen: I. wieder in Arbeit nimmt. Da somit der brutale Aft der Arbeiterentlassung, der den Boykott hervorrief, ungefühut geblieben ist, erachtet es die Versammlung für die Pflicht der Arbeiter von Berlin und Umgegend, den Bierboykott mit aller Kraft fortzusetzen und alles aufzubieten, um ihn in immer weitere Kreise zu tragen. Der Kolberger Salon, Kolbergerstraße 23, war nicht polizeilich gesperrt. Hier standen die Versammlungstheilnehmer, etwa 800, wie eine Mauer bis auf den Hof hinaus. Referent war Dr. 3 adet. Seinem Referate und der Verlesung der einstimmig angenommenen Resolution folgten lebhafte Beifallsbezeugungen. Das Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünders straße 35, war schon um 8 Uhr polizeilich gesperrt. Auch hier Biele fonnten nicht waren gegen 800 Personen anwesend. Hier referirte trefflich Genosse Otto Mäther. Die hinein. tampfesmuthige Stimmung fand ihren Höhepunkt bei der Anuahme der Resolution. Möhring's Salon, Admiralstr. 18c, wo Reichstags= Abgeordneter Albin Gerisch sprach, wurde gegen 9 Uhr gleichfalls polizeilich abgesperrt. Das Lokal faßt etwa 600 Personen. Nach beiiälliger Aufnahme des Referats fand die Resolution be geisterte Zustimmung. Poppe, Lindenstraße 106. Das Lokal wurde schon vor 8 Uhr abgesperrt. Als nach mehrfacher Interpellation der Schneider's Salon, Belforterstraße. Um 1/49 Uhr war Polizeibeamten der Garten endlich freigegeben wurde, füllte er die Versammlung polizeilich gesperrt, Tische und Stühle mußten Durch die Verhandlungen, welche auf Anregung des sich rasch, ebenso die Vorderräume. Im ganzen waren ca. 1000 hinausgeschafft werden, ca. 600 Personen waren anwesend, Vorsitzenden des Berliner Gewerbegerichts stattgefunden Personen anwesend, in den Saal freilich, in dem Gen. Faber Genosse Mattutat referirte in trefflicher Weise; seine Rede haben, ist festgestellt, daß der Brauerring sogar die Haupt- referirte, konnten blos 300 Personen eingelassen werden. Auch wurde vielfach durch Beifall unterbrochen. Nach kurzer Diskussion hier wurde der Resolution freudig zugestimmt. fand die Resolution einstimmige Annahme. forderung der Berliner Arbeiterschaft ablehnt, und die völlig Karz' Lokal, Schönleinstr. 6, welches für ca. 300 Per- Die Versammlung im Jägerhaus war sehr gut besucht, unschuldig auf's Pflaster geworfenen Brauereiarbeiter nicht sonen Play bot, war selbstverständlich auch bald überfüllt und das Lokal bereits gegen 1/29 Uhr polizeilich abgesperrt, obgleich wurde polizeilich abgesperrt. Das Referat hielt Stadtverordneter es nahe an Pankow( Schönhauser Allee 103) liegt. Die Tische Theodor Meyner; nachdem dasselbe mit Beifall belohnt und ein Theil der Stühle waren aus dem Saale entfernt, in worden war, wurde der Resolution jubelnd zugestimmt. dem sich etwa 450 Personen befanden; nach der Ausmessung Nach dem Lokal Sanssouci fandte der Südosten gewaltige der Polizei faßt derselbe 325. Viele fanden feinen Einlaß, fie Genosse August in referirte; der Menschenmaffm. Hier sprach Genoffe Paul Singer als bevölkerten den Garten. Referent. Ste Eaalsperre hatte bewirkt, daß der dortige große Vorschlag, den gesammten Ring zu boykottiren, fand jubelnden, Saal die Physiognomie angenommen, welche er so oft in der nicht endenwollenden Beifall. Die im Kelle'schen Lokal, Schönhauser Allee 28, tagende Sturm- und Drangperiode des Ausnahmegesetzes trug. Sum Theil waren zwar andere Gesichter zu sehen, aber überall die- Bersammlung war von mindestens 500 Personen besucht. Man felbe kampfesfreudige Stimmung, gleichmäßig bei Männern und hatte alle Tische und die meisten Stühle hinausgebracht. NatürFrauen. Lange vor Beginn der Versammlung ließ die versorg- lich war der Saal polizeilich abgesperrt. Hier sprach Fräulein fiche Polizei die Thüren schließen, so daß ganze Schaaren den Baader, deren Ausführungen lebhafte Bustimmung fanden. Weg nach Hause wieder antreten mußten. Mit brausendem Bei- Die Resolution, welche den allgemeinen Boykott empfiehlt, rief fall begleiteten die Anwesenden es mochten wohl 3000 Per- bei ihrer Verlesung durch die Referentin ein allseitiges Bravo fonen anwesend sein die Annahme der Resolution und gingen, In Charlottenburg referirten in zwei ungeheuer überohne in eine Debatte über den Vortrag einzutreten, mit weithin füllten Versammlungen, welche viele hunderte wegen der polizeischallendem Hoch auf den Sieg der Partei auseinander. Ressource. Der Versammlungsfaal wurde schon vor Erlichen Absperrung vergeblich aufsuchten, die Reichstags- Abgeord öffnung. der Versammlung um 3/49 Uhr polizeilich gesperrt. neten Liebknecht und Zubeil. Ihre Ausführungen fanden Schon um 8 Uhr war der Saal wie die Gallerien ganz gefüllt, begeisterte Aufnahme. In beiden Versammlungen verpflichteten im Ganzen waren ca. 1000 Personen anwesend. Nach einem sich die Anwesenden durch einstimmige Annahme der Resolutionen vorzüglichen, sehr eingehenden Referate Vogtherr's wurde zur Weiterführung des Boykotts mit gesteigerter Energie. der Resolution begeistert zugestimmt. Der bisherige Verlauf des Boykotts hat gezeigt, daß ein großer Theil der Wirthe, durch Geldzuwendungen des Brauerringes veranlaßt, seine Säle gesperrt hat, während viele andere Wirthe trotz der Versicherung, kein boykottirtes Bier zu schänken, dies dennoch unter Anwendung der raffinirtesten, oft wenig ehrenhaften Mittel weiter thut. Da die Arbeiterschaft jedoch kein Mittel hat, sich vor folchen Betrügereien zu schützen, müssen die Gastwirthe zur Ueberzeugung gebracht werden, daß sie aus dem Wider spruche der Interessen, in den sie der Kampf der Arbeiterschaft von Berlin und Umgebung gegen den Brauerring gebracht hat, nicht anders heraus tommen, als indem sie jede Beziehung mit den Ring brauereien aufgeben. Fest entschlossen, in dem der Berliner Arbeiterschaft aufgedrungenen Kampf alle Mittel zur Anwendung zu bringen, erachtet es die Versammlung für nöthig, von heute an den Bierboykott über sämmtliche Ringbrauereien zu verhängen und fordert die Arbeiter von Berlin und Um gebung auf, diesem Beschluß volle Geltung zu verschaffen. II. Um den Boykott nach allen Richtungen hin wirksam zu gestalten, empfiehlt die Versammlung der Arbeiterschaft Berlins und Umgebung, in den Lokalen, in denen Bier aus Ningbrauereien geschänkt wird, keinerlei Feste oder Vergnügungen zu veranstalten, sowie die hierzu etwa bereits getroffenen Vereinbarungen möglichst rückgängig zu machen. den Augen D In den Oranien- Hallen", Oranienstraße 51, referirte Reichstags Abgeordneter Richard Fischer. Der 400 Bersonen fassende Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, auch Frauen waren zahlreich erschienen, er wurde gegen Schluß gesperrt. An der sehr lebhaft gejührten Diskussion betheiligten fich Gost, Heinrich, Apelt und Pielicke. Die Reso Iution fand einstimmige Annahme. Mit Hochs auf die Sozialdemokratie wurde die Versammlung geschlossen. Renz' Salon, Naunynstr. 27, etwa 600 Personen fassend, wurde gegen 812 Úhr ebenfalls polizeilich gesperrt. Hier sprach) Genosse Dr. Heymann. Seinem Referate folgte die ein stimmige Annahme der Resolution. Ulrich's Vereinshaus Süd- Ost", Waldemarstr. 75, war schon vor 8 Uhr polizeilich abgesperrt. Nach einem Referate des Genoffen G. Wagner nahmen die 500 Zuhörer mit Begeiste rung die Resolution an. Schöneberg. Die Versammlung in Keßner's Salon war überfüllt. Ueber 800 Personen füllten dichtgedrängt das Lokal, Tische und Stühle mußten hinausgeschafft werden. Nach einem trefflichen, sehr beifällig aufgenommenen Referate des Genossen a hn und furzer und lebhajter Diskussion wurde die Resolution einstimmig angenommen. In Rigdorf standen den Genossen nur zwei kleinere Säle zur Verfügung, die beide überfüllt waren. Bei Kummer referirte Reßerau. Die gleichlautende Resolution wird darauf einstimmig angenommen. Ebenso in beiden Ver. sammlungen eine zweite Resolution, welche die Leiter des Boytott verpflichtet in weitere Unterhandlungen nur unter der Bedingung einzutreten, daß die Forderungen der Arbeiterschaft erfüllt werden. Im Appoldt'schen Saale, in der Knesebeckstraße 15, referirte Millarg. Die Stimmung in den Versammlungen war eine ausgezeichnete und die Ausführungen der Referenten sowie der Bei Kummer Diskussionsredner fanden lebhaftesten Beifall. waren gegen 300 Personen; bei Appoldt 600 Personen an wesend. Im Osten des vierten Wahlkreises waren sämmtliche füuf Die Arbeiterschaft Berlins hat am Mittwoch Abend in 31 Bersammlungen ihr Urtheil gesprochen über die verächtlichen Lokale, in denen die Versammlungen tagten, bis auf den letzten Machenschaften der Brauereibesitzer und deren Helfershelfer. Plat besetzt. Die ,, Konkordia" war, wie bereits mitgetheilt, in letzter In Rummelsburg sprach in Bornwinkel's Saal Frau Rein Mittel war den Herren von der Malzdarre und ihren hohen und niederen Gönnern zu schlecht geworden, um den Stunde versagt worden; an den Anschlagsäulen stand fie infolge Greifenberg vor einer von 400 Personen besuchten Verempfindlich nichte zu der vorher gegebenen Zusage aber noch unter den Versammlungs fammlung. Auf allen Tischen lagen Flugblätter, in denen die gar zu wirkenden Boykott zu machen, keine Lüge, keine Verleumdung wurde gescheut, lokalen mit aufgeführt. Diejenigen Arbeiter, welche sich nach den Wirthe und Händler verzeichnet standen, welche fein Ringbier um die Arbeiterschaft in des Philisters Säulenanschlägen richteten, waren daher nicht wenig über die schänken. In der Diskussion, an der sich u. a. Frau Wengels herabzusetzen, kein Mittel war der gegnerischen Presse zu Geschäftspraxis des Mirthes empört, als sie am Eingang zur betheiligte, wurde namentlich darauf hingewiesen, daß im benachschlecht, um den Thatbestand zu verdunkeln, um die brutale Ronkordia unverrichteter Sache wieder unfehren mußten, weil barten Stralau sich sämmtliche Wirthe der Arbeiterschaft feind. lich gegenüber stellen. Maßregelung der zwanzig Prozent Brauerei- Arbeiter zu bes das gegebene Versprechen zurückgezogen war. Und das Resultat? schönigen. Bei Fiebig, Gr. Frankfurterstr. 28, mochten es über In Vaukow Niederschönhausen sprach der Genosse Soweit die Gegner, die Brauereibesitzer in Frage kommen, eine fittlich verdächtige 1000 Personen sein, welche dicht gedrängt den Saal nebit Io cfe bei Thieme, indenstr. 25. vor überfülltem Saal( zirka Anstrengung nach der andern, um die ſicher treffenden Nieschen und Balkon füllten. Um 8½½ Uhr sperrte die Polizei 300 Personen). Der einstündige Vortrag wurde mit großem Das Referat des Genossen Ledebour wurde Beifall aufgenommen. Nachdem die Genossen Ehlert, sowie der Streiche, die von der für ihre gerechte Sache fämpfenden das Lokal. Arbeiterschaft gefällt wurden, zu verschmerzen. Auf seiten der mit stürmischem Beifall aufgenommen. In der Diskussion Vorsitzende sich für die Resolution ausgesprochen hatten, wurde Arbeiterschaft dagegen heute noch, wie vor zwei Monaten, die meldeten sich troh Aufforderung Gegner nicht zum Wort. Nach dieselbe einstimmig angenommen. Während im Saal die größte felbe Rampjesfreude, derfelbe Opfermuth, dieselbe Entschlossenheit, dem noch einige Genossen im Sinne des Referenten gesprochen, Ruhe herrschte, machten fich einige Gegner, die sich im Vors zimmer plazirt hatten, durch ungebührliches Lärmen bemerkbar, den Gegner zu besiegen. Und wenn es noch eines Beweises be- gelangte die Resolution einstimmig zur Annahme. Bei Haberecht, Gr. Frankfurterstr. 30, wurde das Lokal so daß sie vom Vorsigenden energisch zur Ruhe verwiesen werden durft hätte, daß die Arbeiter Berlins den Boykott siegreich durchführen werden, so wurde er durch die Ver- gleichfalls bald nach 82 Uhr polizeilich gesperrt, weil es bis auf mußten. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pör rlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2, Hierzu eine Beilage. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 159. Donnerstag, den 12. Juli 1894. Arbeiter! Parteigenoffen! 11. Jahrg. Die Einigungsversuche vor dem Gewerbegerichte sind an dem Widerstande des Bier- Ringes gescheitert. Der barbarische Akt des kapitalistischen Uebermuths, die Doppeldezimirung der völlig schuldlosen Brauereiarbeiter ist nicht zurückgenommen worden. Die Berliner Arbeiterschaft hat den Bierproben die einzig mögliche Antwort ertheilt. In zweiunddreißig großen Volksversammlungen ist der Bierboykott auf sämmtliche Ringbranereien ausgedehnt worden. Arbeiter! Parteigenossen! Eure Ehrenpflicht ist es, nicht zu dulden, daß Hunderte von Klassengenossen der Unternehmer- Willkür zum Opfer fallen, daß der Brauerring in brutalster Weise seine ökonomische Macht mißbraucht. Zum Kampfe gedrängt wird die Arbeiterschaft Berlins ihre gerechte Sache mit aller Energie führen und mit rücksichtsloser Entschlossenheit diejenigen Mittel anwenden, welche den Sieg verbürgen. Arbeiter! Parteigenossen! Sorgt dafür, daß nirgends Ringbier getrunken wird. In keinem Hause, in keiner Werkstatt, bei keinem Ausfluge darf ein Tropfen Boykottbier getrunken werden. Alle Lokale in denen Ringbier geschänkt wird, sind strengstens zu meiden, alle Feste und Vergnügungen in solchen Lokalen zu unterlassen; alle etwa bereits getroffenen Verabredungen rückgängig zu machen. Den Gastwirthen muß klar gemacht werden, daß sie zu wählen haben zwischen der Kundschaft der Arbeiter und der Gunst der Bierprozen. Wir wollen jede Schädigung der Gastwirthe vermeiden, indem wir dieselben auffordern, sich Bier aus boykottfreien Verliner oder auswärtigen Brauereien anzuschaffen, dann werden die Arbeiter nach wie vor bei ihnen verkehren. Weder Maßregelungen noch Saalsperre schrecken uns; wir kennen keine Furcht und wissen, daß an der Solidarität der Arbeiter das Unterfangen des Brauerrings scheitern wird. Mit unbeugsamer Entschlossenheit halten wir den Boykott über lämmtliche Ringbrauereien so lange aufrecht, bis unsere gerechten Forderungen erfüllt sind. Arbeiter Berlins, thut Eure Pflicht, meidet das Ringbier und die Lokale in denen Euch Boykottbier vorgesetzt wird. Und auch Ihr, Arbeiter und Parteigenoffen in Deutschland, helft uns, indem Ihr kein Bier aus den boykottirten Brauereien Berlins trinkt. Der Boykott, dessen Ende nicht abzusehen, ist den Berliner Arbeitern durch einen Akt unerhörter Brutalität aufgezwungen. Wir appelliren an das Ehrgefühl aller klassenbewußten Arbeiter und wissen, daß ihre Solidarität sich stärker erweisen wird als die Zufallseinigkeit des dividendenlüsternen Unternehmerthums. Vorwärts, Arbeiter und Parteigenossen! Trinkt kein Boykottbier! Meidet die Lokale in denen Ringbier ausgeschänkt wird! Kauft Flaschenbier nur in Geschäften, die kein Boykottbier führen! Hoch die Solidarität der Arbeiter! Boykottirt sind die folgenden, dem Ring angehörenden Brauereien: Aktien- Brauerei- Gesellschaft Moabit, Berlin. Aktien- Gesellschaft Schloßbrauerei Schöneberg, Schöneberg. Bergschloß- Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Bockbrauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Kronen- Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Unions- Brauerei, Berlin. Böhmisches Brauhaus, Kommandit- Gesellschaft auf Aktien, A. Knoblauch, Berlin. Tokales. Die Boykottkommiffion. " Sehr bedenklicher Natur sind die Mittel, zu welchen der Brauereiring in seiner Verzweiflung greift. Breitspurig war in Die Wirkungen des Bierboykotts werden von den den letzten Tagen in bürgerlichen Blättern eine Annonce Io3Brauerei- Offiziösen hartnäckig in Abrede gestellt. Ja, es wird gelassen, in der der Verein der Brauereien Berlins und der Aktien- Brauerei Friedrichshain, Berlin. sogar behauptet, daß der Konsum von Bier aus den Ring- Umgegend„ berichtigte", daß drei Brauereien ihrer Aufforderung Aktien- Brauerei- Gesellschaft Friedrichshöhe, vorm. Pagen- brauereien gegen das Vorjahr um 10 pet. gestiegen sei. Eine gemäß in der vom Vorwärts", dem Organ der sozialdemokrati Attien- Brauerei- Gesellschaft Friedrichshöhe, vorm. Pazen- llustration zu diesem, natürlich durch den Boykott gesteigerten sich der hiesigen Boykottkommission zur Verfügung gestellt haben, schen Partei geführten Liſte derjenigen Brauereien, die hofer, Berlin. Konsum bilden die Bierwagen, welche, vorsichtig zugedeckt mit sich der hiesigen Boykottkommission zur Verfügung gestellt haben, großen Planen, in emfiger, wenn auch planløser Geschäftigkeit gestrichen worden sind." Wir hatten nach dieser Erklärung keine Veranlassung, Die Flaschenbierwagen der Brauereien Schultheiß natürlich welchen Gründen die drei Brauereien sich aus unserer Liste Durch die Straßen raffeln. Eine Illustration bilden vor Allem durch die Straßen raffeln. Eine Illustration bilden vor allem länger mit einer Darlegung darüber zurückzuhalten, aus obenan, welche, thurmhoch bepackt mit Flaschenfäften, deren Inhalt leere Flaschen bilden, mit Donnergetöse felbst auf dem Streichen ließen. Wir thaten dies, indem wir die Briefe vers geräuschlofen Pflaster daherrollen und sogar in dem bunten öffentlichten, welche die betreffenden Brauereien in dieser Straßenleben Berlins eine auffällige Erscheinung bilden. Der glaubten wir, daß die Berichtigungsannonce" der Rings Angelegenheit an uns gerichtet hatten. Immerhin oberflächlich urtheilende Durchschnittsmensch, der dieses sieht, männer Einverständniß mit" den auf ihren Wunsch aus unserer wird leicht zu der Meinung bewogen, daß die Ringbrauereien gifte gestrichenen Firmen erlassen worden sei. noch nie ein solches Bombengeschäft gemacht haben, als Die Sache hat gerade während der jetzigen Beit des Bierboykotts, er wird aber ihren bedenklichen Haken. glauben, daß dieser also völlig wirkungslos fei. Wenn ein der lichen Machinationen der Ringbrauereien wenigstens in einem Daß von einem Einverständniß mit irgend einer der bedenk artiger guter Mann nur ein wenig um sich schauen wollte, Brauerei Borussia, Attien- Gesellschaft, Niederschönweide bei Boykotts stoßen. Er darf sich nur das Aufgebot der ganzen. Radon am Mittwoch in unserer Redaktion ersucht hat. Herr so würde er an allen Ecken und Kanten auf die Wirkungen des Falle keine Rede sein konnte, darüber belehrte uns eine Unterredung, um die uns der Besitzer der Phönixbrauerei, Herr Johannisthal. bürgerlichen Gesellschaft betrachten, das hundstägliche Treiben Radon erklärte uns ausdrücklich, daß der Brauereiring die Bes der bierwüthigen Antisemiteriche, die Saalsperre, den großen Klingelbeutel der nothleidenden Saalbesitzer, das verschämte richtigungsannonce ohne sein Wissen und ohne seinen Liebesspiel der Polizei mit diesen, die fetten Annonzen in den Willen erlassen habe, er erklärte ferner, daß er nicht die brauereitreuen Zeitungen 2c., die Rubrik" Zum Bierboykott" im geringste Gemeinschaft mit dem Ringe habe, sowie daß Gummischlauchblatt nicht zu vergessen, lauter Machinationen, die er seine Firma aus unserer Lifte lediglich aus geschäftlichen Gründen, auf den Bierring zurückzuführen sind. Wenn die Brauerei die mit dem Boykott nichts gemein haben, zurückgezogen habe. pafchas thatsächlich keinen Schaden hätten, würden dieselben Nach diesem muß auch der Neid bekennen, daß, was Strupeldann diesen Klimbimapparat in Bewegung setzen? Da steckt feiner über" ist. Als Erklärung, wenn auch nicht als Gutschuldigung losigkeit in der Wahl seiner Mittel betrifft, dem Ring so leicht denn doch wohl etwas dahinter! Und weiter! Wenn der besagte oberflächlich urtheilende muß zwar in betracht gezogen werden, daß es die wüthendste Durchschnittsmensch noch ein wenig weiter um sich schauen Verzeiflung ist, welche die Herren zu ihren mehr als waghalsigem Geschäftstric getrieben hat. daß ganz sehen, daß ganz bedeutende Quantitäten fremder Biere, das heißt keiner Ringbiere, Den Saalverweigerern hat sich jetzt auch Herr Dolinski, nach Berlin gebracht und mit Vorliebe konsumirt der Wirth des Wilhelminenhof" bei Köpenick angeschlossen. Die werden, daß die Ringbrauereien an ihrer bisherigen Kundschaft Arbeiterschaft wird auch diesem Herrn gegenüber ihr Verhalten gewaltig eingebüßt und bei einem guten Theil der ihnen ver- entsprechend einrichten. Brauerei Oswald Berliner, Berlin. Brauerei Julius Bözow, Berlin. Brauerei Gambrinus, Aktien- Gesellschaft, Charlottenburg. Brauerei Carl Gregory, Berlin. Brauerei F. Happoldt, Berlin. Brauerei Königstadt, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Brauerei Pfefferberg, vorm. Schneider u. Hillig, Berlin. Brauerei A. Werm, Berlin. Bürgerliche Brauerei, Berlin. Bürgerliches Brauhaus, Otto Müller, Berlin. C. Habel's Brauerei, Berlin. Gebrüder Josty, Berlin. Norddeutsche Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Echultheiß' Brauerei, Attien- Gesellschaft, Berlin. würde, dann würde er " bliebenen Kundschaft einen erheblichen Minderabsatz zu ver- Ein Kostümfest. Ein eigenartig- drolliges Schauspiel vollSpandauerberg- Brauerei, vorm. C. Bechmann, Westend bei zeichnen haben, daß der Weißbier- Konsum aufs höchste gestiegen zog sich am Mittwoch Morgen in der Badeanstalt für Frauen Charlottenburg. Vereinsbrauerei Rigdorf. Versuchs- und Lehrbrauerei, Berlin. Viktoria- Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Germania- Brauerei, David u. Martin, Berlin. Gräfl. Reischasch'sche Brauerei, Stralau. Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichentron, lottenburg. Bei nur einigem Nachdenken müßte der gute Mann doch sehr schnell auf die allein richtige Idee kommen, daß der ge steigerte anderweitige Konsum doch nur auf Kosten des Ringbieres möglich ist. und daß auch der Selterwasser- Konsum infolge des Bierboykotts an der Waisenbrücke. Die Eintretenden empfing eine Dame mit bemerkbar in die Höhe geschnellt ist. einer Sammelbüchse, in welcher jeder Badegast wohl oder übel sein kleines Opfer legte. Im eigentlichen Baderaum aber wurden mit Eifer die Vorbereitungen zu einem Kostümfest getroffen. Der Ballsaal war mit Guirlanden drapirt und sechs Damen, die als Stammgäste sich besonders viel an dem Gelingen des Schauspiels Polizeiwidrig dumm wäre es doch, zu glauben, daß die gelegen sein ließen, hatten sich mit einem Geschmack fostümirt, teutschen Männer und Jungfrauen infolge des Bierboykotts auch der baß die gerechte Bewunderung der nicht in Gala erschienenen einen teutschen Durst entwickeln und immer noch Eins trinken, Buschauerinnen erregte. Die eine Dame trug die Unterhosen lediglich zu dem Zwecke, den Konsum des Ringbieres auf der ihres Herrn Gemahls, die auf's Reizendste mit einem alten Höhe zu erhalten und sogar noch zu steigern. entfehlich großen Flicken am Hintertheil geziert waren. Man braucht also gar nicht erst die Steuerresultate der Eine andere Dame zeigte sich im Badehemde, das auf der werthen Char- Brauereien abzuwarten, froß aller gegnerischen Flunkereien treten Rückseite ein hübsches Blumenbouquet als Bier trug. Eine dritte die Wirkungen des Bierboykotts überall sichtbarlich zu Tage. erschien gleichfalls im Badehemde, über welches eine rothe Blouse Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Renommage. An den Anschlagsäulen prangte am Mitt gespannt war. Zum Schuß gegen die Hize trug fie in der Radeberger Exportbrauerei( Brauerei Pichels- woch Morgen ein Plakat, auf dem die Faßfabrik von W. Koch, rechten Hand einen bekränzten Sonnenschirm und in der linken sowie die Böttchereien von Benecke, Borchert, Lehmann und und auch genügend Zuschauerinnen zur Stelle waren, ging es eine- Gillaflasche. Als die Vorbereitungen zum Fest beendet Münchener Brauhaus, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Beyer, Lindner, Muth, Raabe und Schulmeister anzeigen, daß mit einem Sprung ins Waffer, und nun wurde eine ergöhliche Süddeutsche Brauerei, Karl King u. Ko., Berlin sämmtliche Plätze befeht find. Kein Wunder, wenn kein Ring- überſtürzten. Die Theilnehmerinnen versichern, daß die fidelſte thereellen bei ihnen nicht mehr eingeſtellt werden, da Polonaise aufgeführt, in der die heiteren Momente einander Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichsbier von der Arbeiterschaft getrunken wird. Nach diesem be- Herrengesellschaft kaum einen so amüsanten Verlauf nehmen hagen. rühmten Muster wollen die Ringbrauereien in den nächsten tönne, wie das Kostümfest, das von ihnen zur höheren Ehre der Zagen ebenfalls an den Anschlagsäulen erklären, daß Frau Bademeisterin arrangirt worden ist! Nordstern- Brauerei, Berlin. Lerch u. Plettenberg. Werder a. H. Brauerei in Wusterhausen. Exportbrauerei Nathenow. Bürgerliches Brauhaus, Dresden. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frankfurt a. D. Gustav Spiekermann, Weberstr. 66, Niederlage des Bürgerlichen Brauhauses Luckenwalde. sie ihre Kundschaft nicht mehr bedienen können. Nur über die Gründe, welche der Ring für diese bedauer- Eine neue Art der Müllabfuhr. Die Kosten, welche den liche Mittheilung angeben soll, streiten sich im engeren Hauswirthen wie auch den Unternehmern aus der Müllabfuhr Kreise noch zwei Parteien. Die eine möchte dem Publikum weiß erwachsen, haben einige spekulative Röpfe unter den letzteren zu machen, daß die teutschen Sauftompagnien antisemitischer eigenartigen Schlichen verleitet. Es macht sich nämlich eine neue Jünglinge die Brauereien bankrott getrunken haben, wogegen Sorte Müllfuhrleute bemerkbar, welche das Müll unter der Maske die andere, ehrlichere Partei, erklären will, daß das boykottirte von Bauschutt zu versetzen" sucht, wie der fachmännische AusLagerbier leider mit der Zeit einen bedenklich säuerlichen Gedruck lautet. Es sind dies Fuhrleute, die den unteren Theil schmack bekommen hat. Ob die Ehrlichkeit aber siegen wird, ist ihres Kastenwagens mit Mün füllen, dies oben mit Bauschutt noch unentschieden. bedecken und diese Fuhre als Füllmaterial in den neuen, noch zu planirenten Straßenzügen in der Umgebung der Stadt ablaben. Jeinmal die Spekulation auf niedrige und niedrigste Löhne als| Schiffseigners Teppta ermittelt. Diefer liegt mit seinem Stahn Herrscht dort feine strenge Aufsicht, so verdient der Kutscher den verfehlt erwiesen. in Treptow. Der Knabe hatte am Sonntag erfahren, daß ein Lohn für die Fuhre Bauschutt, den ihm der Bauunternehmer zahlt und außerdem den Lohn für die Müllabfuhr, über dessen Der Verband der Geschäftsdiener, Vacker und Berufs- gleichalteriger Freund auf einem Stahn in der Nähe der JannowitzVereinbarung und Auszahlung allerdings noch einiges Dunkel genossen giebt seinen Mitgliedern und Freunden hiermit be- brücke ankere. Um dieſen zu besuchen, löfte er das Boot, das sich auf dem väterlichen Fahrzeug befand, und ruderte von herrscht. Der Unfug, solche versteckten Müllfuhren zu versetzen", nicht abgehalten wird, da der Wirth der Konkordia- Festfäle, auch bei seinem Freunde eingetroffen, hat sich hier einige Zeit kannt, daß das zum Sonnabend, den 14. d. Mts., geplante Fest Treptow nach der Jannowißbrücke ab. Ignaz Teppka ist denn hat solchen Umfang angenommen, daß die Unternehmer von Straßen Einebnungen besondere Wachen ausstellen, um solche Herr Saeger, sich den Saalverweigerern angeschloffen hat. aufgehalten und dann die Rückreise nach Treptow zu Wasser Kutscher, die einen günstigen Moment zum schleunigen Ab- Anarchistisches. Nach dem Bericht eines hiesigen Blattes angetreten. Gegen 9 Uhr Abends trieb ein leeres Boot auf der laden benutzen, hieran zu verhindern. Früher wurden die Arbeits- bat in einer am Montag abgehaltenen Schneiderversammlung der Spree: es war dasjenige des Schiffseigners Teppka. Der Knabe pausen der an der Straßenauffüllung beschäftigten Arbeiter und Anarchist Schneider Kulicke für eine Lohnerhöhung Propaganda muß also verunglückt sein. Auf welche Weise dies geschehen ist, wohl auch die Nächte zum Abladen der Müllfuhren benutzt; gemacht und dann gefordert, daß die Befugnisse der Fabrik hat sich noch nicht ermitteln lassen. Dieser Fall mahnt die hier Heute stehen alle Zeit Wächter an den bedrohten Orten. Nicht inspektoren auf die Hausindustrie ausgedehnt und daß Betriebs- in Berlin ankernden Schiffer um so mehr zur Vorsicht ihren felten finden die Gärtner- und Acferbefizer in der Nähe solcher werkstätten errichtet werden. Wer vermag es nach revolutionären Stindern gegenüber, als in der letzten Zeit mehrere ähnliche Fälle neuen Straßen das heimlich abgeladene Müll auf ihrem Grund Ausgeburten dieser Art noch unbegreiflich zu finden, daß eine bekannt geworden sind. und Boden, und die Erbitterung gegen die wilden Müllfutscher frisch- fromm- fröhliche Hah gegen die Umstürzler losgelassen werden ist so groß, daß ein solcher gewaltige Prügel bekommt, wenn er beim unbesugten Abladen erwischt wird. Ob sich nicht einmal eine Untersuchung darüber perlohnt, auf weffen Geheiß sich die Rutscher solchen Gefahren aussehen müssen? " muß? = Polizeilich beschlagnahmt wurde Mittwoch Morgen um 10 Uhr die Leiche des 50 Jahre alt gewordenen Pförtners Auguſt fortgesette Untersuchung über die Unterschlagungen des Ebers abgesehen von seiner Stellung als Björtner, noch als WasserDer Eberswalder Kämmereifaffen Verwalter. Die Wartenberg, der Potsdamerstr. 80 wohnte. Er beschäftigte sich. walder Kämmereifassen Verwalters Lehmann haben nach der rohrleger und hatte am Sonnabend Abend an der PotsdamerDer Nachruf als Reklame. Auf dem Friedhof der Voff. Rtg." die Höhe der unterschlagenen Summe bis jetzt auf brücke zu thun gehabt. Hier wurde er von einem Kohlenwagen englischen Stadt Gateshead befand sich früher oder befindet sich 31 900 M. festgestellt. Lehmann hat in den letzten Wochen rück überfahren und so schwer verletzt, daß er am nächsten Morgen möglicherweise noch jezt ein Denkmal mit folgender Inschrift: fichtslos aus der Kasse genommen, was ihm in die Hände fiel in der Wohnung starb. Hier liegt Jeremias Jobbius, ein treuer, aufmerksamer Ghe- und was sich auf furze Zeit durch falsche Buchungen verdecken Neiche Beute ist zwei unbekannten Einbrechern in die mann, ein zärtlicher Vater. Seine untröstliche Wittwe, in der ließ, um seiner Frau ein Vermögen zu hinterlassen. An jenem Soffnung auf ein besseres Wiedersehen, setzt das schon lange be- Abende, an dem er hier den Selbstmordversuch unternahm, Hände gefallen, die in der Nacht vom 6. zum 7. Juli dem ſtehende Schlacht und Fuhrgeschäft an derselben Stelle fort, als hat er ein eingeschriebenes Packet an den in wie vor ihrem schmerzlichen. Berlufte. Leser, weile und notire wohnhaften Vater einen Die Die Adreffe." Aehnliche Grabinschriften werden aus ver- dem Ersuchen, es seiner jezigen dritten Frau zu über- Ringe und drei preußische Konsols über je 500 M. mit den ſchiedenen Städten und Ländern gemeldet. Db auch Berlin geben. Der Übressat, per venger Cochleat doch eine Nummern 313 281, 323 970 und 389 354 mitgenommen. Von den damals keine desgleichen aufzuweisen hat, wissen wir nicht. Aber etwas Kenntniß hatte, hatte die Frau davon benachrichtigt; diese aber Dieben und dem Verbleib der Werthpapiere fehlt jede Spur. annähernd Gleiches finden wir in mehreren bürgerlichen hat die Annahme ohne weiteres abgelehnt und der Polizei Vor dem Ankauf der Papiere wird gewarnt. Blättern vom Mittwoch. Da heißt es:" Wiederum ist einer Kenntniß gegeben, was um so bemerkenswerther ist, als die unferer aften, biederen Handwerksmeister, der ehemalige Leder: Frau mit ihren acht Kindern jetzt thatsächlich ohne alle Mittel am Sonntag Morgen ein Sträfling zu entweichen. Er hatte waaren- Fabrikant welcher sich im Zentrum unserer ist, denn sogleich nach dem Eintreffen der Nachricht von Leh- sich beim Herausgehen aus dem Schlaffaal verborgen, alsdann Stadt durch seine Derbbeit, aber große Herzensgüte und Biedermann's Selbstmordversuch ist sein Wohnhaus und seine ganze 14 Bettlaken zerschnitten und ein Seil daraus gedreht, an welchem feit sowohl im Geschäfte wie auch im Privatleben allgemeiner übrige Habe mit Beschlag belegt worden. Man fand in dem er sich herabzulassen suchte. In der Höhe des ersten Stockwerkes Beliebtheit erfreute, aus dem Leben geschieden. Der Verstorbene Packete 3 Gintausendinartscheine und 19 Hundertmarkscheine, riß aber die Leine und der Flüchtling fiel herab und zwar gerade stand dem im Jahre 1828 gegründeten Geschäfte( folgt die Straßen- sowie eine Anzahl von ausländischen Werthpapieren. Beigefügt auf einen Haufen Glasscherben, der vor der Direktorialwohnung angabe) mehrere Dezennien vor und hat dasselbe durch un- war ein Brief an die Frau, in dem Lehmann von ihr Abschied lag, wobei er fich schwere Verletzungen zuzog. Der im Nebenhof ermündlichen Fleiß, sowie firenge Reellität mit auf seine nimmt und sie um Verzeihung bittet. stehende Wachtposten wollte eben auf den von ihm bemerkten heutige Höhe bringen helfen. Durch die Niederlegung Flüchtling Feuer geben, als derselbe herabstürzte. seiner ersten Frau abgefchi Berlin Handelsmann Brausendorf in der Kolonie Krebsjauche hinter " eines Theiles der( folgt die Straßenangabe) hat sich der Der Mörder der Frau Lauge in Schöneberg ist noch Bon zwei Hunden buchstäblich zerrissen wurde am vor jetzige und mehrjährige Inhaber der Lederwaaren Fabrik, nicht entdeckt und es ist bis jetzt, soweit verlautet, auch nicht die Herr ... ein Sohn des Verstorbenen, genöthigt gesehen, geringste Aussicht vorhanden, daß die Polizei des Verbrechers gestrigen Abend der 11 jährige Sohn des in der Müllerstraße fein Verkaufslokal nach( folgt Straßenangabe) zu verlegen und habhaft werden könnte. Die an den beiden verflossenen Tagen wohnenden Arbeiters Sch. Der Kleine vergnügte sich gegen führt dort das Geschäft in unveränderter Weise weiter fort." vorgenommenen Verhaftungen sind gleich den früheren ergebnißlos 81 Uhr Abends auf der Straße mit Ballspielen, wobei ihm der Der Wortlaut dieser Notiz, in der wir Namen und Straße weg geblieben, die Sistirten mußten größtentheils wieder entlassen Ball infolge eines unvorsichtigen Wurfes über den Zaun des gelassen haben, stimmt in den verschiedenen Blättern überein. werden, da sich nicht der geringste Anhalt für ihre Schuld ergab. Fabrikgrundstückes der Sente'schen Möbelfabrik flog. Nun Einige Blätter, 3. B. die Berliner Zeitung" und das Berliner Es ist erklärlich, daß nach den zahlreichen Mißerfolgen, letterte der Knabe über den Zaun, er hatte jedoch kaum den Tageblatt", bringen sie unter den geschäftlichen Mittheilungen, welche die Polizei bei der Suche nach Verbrechern erlitten, all Boden erreicht, als er von zwei großen Hofhunden, die dort woraus geschloffen werden darf, daß sie von dem Sohn des mälig auch in bürgerlichen Streifen über sie eine Meinung Plaß greift, Nachts frei umherlaufeu, niedergerissen wurde. Der Privatwächter Verstorbenen und jetzigen Inhaber des Geschäfts herrührt welche in Arbeiterkreisen schon lange vorherrschend war, nämlich fand den Kleinen im Blute schwimmend, mit Bißwunden am und als bezahlte Annonce aufgegeben worden ist. Andere die, daß es infolge unrichtiger Verwendung der zu Recherchen ganzen Körper bedeckt, am Boden liegen. Das schwer verletzte Blätter, z. B. die Staatsbürger- Beitung", haben die Zusendung etwa geeigneten Beamten um die öffentliche Sicherheit namentlich sind wurde nach dem St. Gerhardtstift gebracht. des den Tod seines Vaters in so geschmackvoller Weise zu Ne- in der Umgegend Berlins verteufelt schlecht bestellt ist. Polizeibericht. Am 10, d. Mis. Nachmittags wurde in Hlamezwecken ausbeutenden Sohnes vorurtheilslos im lokalen Die Polizei, so schreibt die Berliner Beitung", ist äußerst der Karlstraße ein Dienstmann durch eine Droschte überfahren Theil ein Plätzchen gewährt. Der Text ist natürlich auch hier, schneidig und tüchtig. Das zeigt sich schon äußerlich. So ein und anscheinend nicht unerheblich am Stopfe verletzt.- Gegen wo er dem gläubigen Reser als Geistesprodukt der Redaktion Schuhmann in seiner enganliegenden Uniform oder ein Land Abend wurde hinter dem Grundstück Holzmarktstraße 10 die und unter deren moralischer Verantwortung aufgetischt wird, gendarm im dunkelgrünen Waffenrock mit gelbem Auspuh: Leiche eines Knaben aus der Spree gezogen. In der genau derselbe wie in den bezahlten Annoncen. Allewetter! Achtung! Stillgestanden! In ihrem vollen Nacht wurde eine Frau an der Ecke der Großen FrankGlanze fommen Schneidig und Tüchtigkeit aber Ein braver Genosse, der Tischler Adolf Drößler, im Dienste zur Geltung. erst furter- und Friedenstraße von einem noch nicht festgestellten Wehe dem Drehorgel- Spieler, Manne überfallen und durch einen Messerstich über dem wurde am Dienfiag Abend 6 Uhr unter zahlreicher Betheiligung der das ungeheuerliche Verbrechen begeht, auf einem linken Auge anscheinend nicht unerheblich verlegt.- Im Laufe des vom Trauerhause.. Gräfeftr. 48, aus, auf dem Neuen Jakobi Schulfest aufzuspielen, ohne im Besitz eines Wandergewerbescheins Tages fanden fünf Brände statt. Bei einem derselben war in Kirchhofe zur letzten Ruhe geleitet. Vor etwa 8 Jahren aus zu sein! Wehe dem Droschkenfutscher, deffen Pferd einen halben der Wohnung eines Schneiders, Kochstr. 20, eine Flasche Bentsch bei Troppau in Defterreich Schlesien zugewandert, war Bentimeter weiter fiber dem Rinnstein steht, als es das Regle Petroleum, die auf der stark geheizten Kochmaschine stand, er fofort, troß der Gefahr, als Ausländer ausgewiefen zu werden, ment gestattet! Wehe dem armen Beitungs- oder Blumen- explodirt. wodurch der Wohnungsinhaber leichte Brandwunden zum Wirken für die Partei bereit. Im Alter von 36 Jahren händler, der durch Stehenbleiben auf der Straße die Möglich erlitt. In einem zweiten Falle brannte Nachts der Inhalt eines fiel er wie fo viele feiner Brüder der Proletarierkrankheit, der feit einer Berkehrsstockung" heraufbeschwören fönnte! Dem Bimmers in der Novalisstr. 8 belegenen Wohnung eines Kellners Lungenschwindsucht, anheim, welche ihn zwang, von politischer Auge der öffentlichen Sicherheite organe entgeht teiner dieser aus. Ein dort wohnendes 13 Jahre altes Mädchen lief in Thätigkeit zurückzutreten. Zu dieser Krankheit gefellte sich ein Miffethäter. Sie sind dem nimmer sich erschöpfenden Notiz der Aufregung in das Zimmer und erlitt Brandwunden an den Kehlkopfleiden, und am 7. Juli hat ihn der Tod von einem buch verfallen und das Strafmandat flattert ihnen ins Haus, Füßen. In beiden Fällen leistete die Feuerwehr auch Samariterlangen, schmerzvollen Krantenlager erlöst. Wie er imehe sie sich noch bewußt geworden sind, was sie eigentlich verhilfe. Leben als gerader, offenherziger Charakter befannt war, brochen haben. M " Berlin Witterungsübersicht vom 11. Juli 1894. Wiesbaden. München Barometers stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. ROR Windrichtung Windstärke (-1) BIB221314 Wetter Temperatur 50 C. 4° R.) 748 DSD 745 GD • wolfig Regen 21 16 748 650 bedeckt 20 750 6 bedeckt 18 " 754 SW 5 Regen 14 Wien 749 G wolfenlos 21 Haparanda 753 ND Petersburg Cork. Aberdeen Paris 756 WSW · 748 745 . 750 heiter bedeckt wolkig 14 bedeckt 14 bedeckt 20 19 15 19 UND WSW so blieb er sich auch im Sterben treu, sein letzter Wunsch Und trotzdem und alledem hat die Polizei Pech. In der war, daß kein Pfaffe bei seiner Beerdigung zugegen sei, großen Deffentlichkeit will man absolut nicht an ihre Züchtigkeit ein Wunsch, der ihm auch erfüllt wurde. Drößler hinterläßt glauben, und leider geben die Thatsachen der Deffentlichkeit eine ihm vor Jahresfrist angetraute Gattin, die der Tod ihres Recht. Die letzten blutigen Vorkommnisse in der nächsten UmMannes doppelt schmerzlich berührt, weil sie in nächster Zeit gebung Berlins und an hellem lichten Tage haben das Gefühl Stationen. ihre Entbindung erwartet. Beim Glanze der untergehenden zeitigen müssen, daß dort für die öffentliche Sicherheit teinesSonne riefen dem so früh Dahingeschiedenen die Gesangvereine wegs genüg nd gesorgt wird. Man scheint an maßgebender " Liedesfreiheit" und" Kreuzberger Harmonie", denen er früher Stelle den Umstand ganz zu übersehen, daß seit etwa zwei angehörte, den letzten Scheidegruß nach. Prachtvolle Kränze, Jahren das Strolchthum sich höchst auffällig in der nm- Swinemünde. vom Deutschen Holzarbeiter- Verband, von den Kollegen der gebung Berlins festgesetzt hat. Ueberfälle, Naubanfälle, GinMöbelfabrik Karl Müller u. Cie., Blücherstraße, sowie von den brüche, die dort verübt werden, bilden die stehende Rubrik in Genossen und Anverwandten wurden niedergelegt. Dann trat den Tageszeitungen. Jetzt sind zwei schauerliche Morde an das vielhundertköpfige Trauergeleit den Heimweg an mit dem wehrlosen Frauen hinzugekommen, Geschehnisse, die alle Gemüther Bewußtsein, Freundespflicht erfüllt zu haben. Man gab sich das aufs tiefste erschüttert und Beängstigung und Schrecken in weite Gelöbniß, das Andenken des Verstorbenen in Ehren zu halten Kreise getragen haben. und in seinem Geiste fortzuwirken im Kampf für Freiheit, Gleich- Und das schlimmste dabei? In den weitaus meisten Fällen heit und Brüderlichkeit. hat sich gezeigt, daß die Polizei ihrer Aufgabe sehr wenig ge= Hocherfreuliche Nachrichten über die Beseitigung der wachsen ist. Nur in verschwindenden Ausnahmen sind die Der Schweichel'sche Mord wartet fogen. Kirchennoth werden aus der Umgegend Berlins bekannt. Thäter ergriffen worden. In Werder a. H. z. B. ist man mit geistlicher Soft so sehr ge- heute noch seiner Sühne, denn die Thäterschaft Thiede's fättigt, daß, wie die B.- 3." meldet, bereits zum dritten Male steht auf schwachen Füßen. Ob die Untersuchung in dem Lange- 2Bitterung in Deutschland am 11. Juli, 8 Uhr Morgens. in diesem Jahre der Nachmittags- Gottesdienst ausfallen mußte, fchen Fall Besseres zu Tage fördern wird, ist die Frage. Nach Unter dem Einflusse einer an der südlichen Nordsee befind weil sich zu demselben nicht ein einziger Besucher eingefunden hatte. einem alten friminalistischen Grundsatz sind die ersten drei lichen tiefen Barometerdepression herrscht heute nahezu in gang Tage nach einem Kapitalverbrechen die wichtigsten. Was in Deutschland trübe Witterung. Im Nordseegebiete, in Sachsen Ans eigenartigen Motiven sind, wie eine Lokalforrefpon- dieser Frist nicht erreicht ist, entrückt die Möglichkeit eines Er- und Bayern finden Regenfälle statt. Am oberen Rhein haben denz meldet, die Arbeiter der Teppich und Velvet folges in immer größere Ferne. Diese wichtigen drei Tage sich stürmische Südwestwinde erhoben, während sonst mäßige fabrit von Gebr. Feibisch, Kaiserstr. 41, in den Streit sind heute um. Was ist das Resultat? Noch keine Spur von Winde aus südöstlicher bis südwestlicher Richtung wehen. Nach eingetreten. Kürzlich veranstalteten sie eine Dampferparthie. Da den Thätern. gestrigen Gewittern hat in Süddeutschland eine starke Abkühlung die Fabrikinhaber alljährlich eine Summe zu den Kosten des So die„ Berliner Zeitung". Wir können nicht umhin, die stattgefunden, bis auf 14 Grad Celsius in Bamberg und Fabrikfestes beigetragen hatten, so begaben sich auch dieses Mal Polizei wenigstens, soweit die niederen Beamten in Betracht München; dagegen ist es im Nordosten noch etwas wärmer gezwei der älteren Arbeiter in das Komptoir, um in höflicher fommen, in unsern Schuß zu nehmen. Den Gummischlauch worden, namentlich längs der Ostseeküste, wo die Morgendas Notizbuch aber unvergessen, Weise anzufragen, ob die Chefs auch in diesem Jahre etwas und die temperatur überall 21 Grad Celsius erreicht. Am beisteuern wollten. Da die Chefs nicht anwesend waren, wurde ausführenden Werkzeuge thung Tage, nachdem Wetter- Prognose für Donnerstag, den 12. Juli 1894. den Arbeitern bedeutet, noch einmal wiederzukommen. Das geschah der letzte Mord im hellichten Sonnenschein, am offenem Etwas fühleres, zeitweise aufklärendes, vorwiegend trübes benn auch und die Chefs gaben 73 M. Die Dampferparthie ging Feldwege geschehen war, fand in Schmargendorf ein Arbeiter- Wetter mit Negenfällen und frischen südwestlichen Winden. vor sich, man amüsirte sich und alles schien gut zu sein, als Sängerfest statt, zu dem die sozialdemokratische Bevölkerung einige Arbeiter nach dem Feste Tabel darüber äußerten, daß die Berlins in Schaaren erschienen war und sich mit der imponirenbeiden Kameraden, die das Geld aus dem Komptoir geholt den Ruhe, die Arbeiterfeste stets vor patriotischen Festen ausbatten, zweimal danach gegangen waren; das sähe aus wie zeichnet, ihrem bescheidenen Vergnügen hingab. Trotzdem die Bettelei, man brauche das Geld des Fabrikanten nicht; wenn Polizei durch Erfahrung weiß, daß es nicht die Sache der in der Art der Mords und man Feste feiern wolle, könne man die Kosten selbst bestreiten Sozialdemokraten ist, was sollen dem dem Arbeiter Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beifung. Die Mißhandlung eines Dienstboten durch den Sohn u. Es 1. f. w. 3 fam darüber zu mehrfachen Auseinandersehungen Hurrah Patrioten auf ihren Bergnügungen zu standazwischen den Arbeitern, die Chefs erfuhren davon und entließen firen, trotzdem es durch die Schuld der Sozialdemokraten der Dienstherrin beschäftigte heute die zweite Straffammer am den Wortführer der Unzufriedenen. Jetzt waren die Arbeiter noch niemals einer Ausschreitung selbst im Sinne Landgericht II. Das Dienstmädchen Emma Apelt dient seit dem einer Ausschreitung selbst im Sinne 18. Oftober v. J. bei der Frau Rentiere Gursti in Charlottenwaren gekommen ist, fofort wieder einig, sie erklärten sich für solidarisch, stellten die der Polizei สิน burg. Am 1. Januar d. J. kam es der leidigen Wäsche halber am Tage nach Arbeit ein und wollen sie nicht eher aufnehmen, als bis auch Sängerfest dennoch grauenhaften der entlassene Kollege wieder eingestellt ist. Mord aus dem ganzen Teltower Kreise Gendarmen herbeigezogen, zwischen der Dienstherrin und dem Mädchen zum Streit. In Die Handlungsweise des Personals verdient jedenfalls die die mit guten Wehr und Waffen in der Hand das Fest über das Wortgefecht mischte sich der 15 jährige Sohn der Dienstherrin Sympathie jedermanns und wir wollen wünschen, daß auch die wachten, wie es in der Polizeisprache heißt. Wozu? Was( aus erster Ghe), Otto Seeger. Dieser stellte das Mädchen zur Inhaber der erwähnten Firma das einsehen und folglich die sollte der Revolver auf einem Sängerfest? War für die Gen- Rede, erhielt aber mit den Worten:" Was mischen Sie sich hinein, Sie haben hier garnichts zu sagen," eine Abweisung, wobei Kündigung des Arbeiters zurücknehmen, für den das Personal barmen, die sich auf dem sozialdemokratischen Feste zum großen das Mädchen die Hand erhob und zum Schlagen ausholte. Darauf eintritt. Theil sichtlich unbehaglich fühlen und langweilen mochten, wirt schlug der junge Mensch das Mädchen auf den Arm und gab Eine Berliner Firma, die der niedrigen Löhne halber lich keine Berwendung auf der Suche nach dem Mörder der Frau ihm eine fräftige Ohrreige, während die Mutter dem Mädchen Vielleicht fühlten diese Leute selber das Unpassende ihrer Ber- Dieser stellte an Arm und Gesicht rothe und braune Flecken fest ihre Waaren in dem oberschlesischen Dorfe Friedrichsgrätz bei Lange zu finden? Kleid zerriß. Das Mädchen ging zur Polizei und zum Arzt. Kreuzburg von Hauswebern herstellen ließ, hat einen empfind- wendung, aber was sollten sie machen? und nun machte das Mädchen Anzeige. Frau Gurski wurde lichen Verlust erlitten. Das Dorf wurde in der Nacht zum Höheren Orts war ihnen anbefohlen, nach dem Sängerfest wegen Sachbeschädigung, ihr Sohn wegen Körperverlegung an 9. Juli von einem Brande heimgesucht, dem 30 Wohnhäuser in Schmargendorf zu gehen. Gie thaten es und Tang fammt Nebengebäuden zum Opfer fielen, darunter meist solche weilten sich. Der Mörder der Frau Lange aber blieb unentdeckt. getlagt. Das Schöffengericht in Charlottenburg sprach sie frei, verurtheilte aber den Sohn zu 30 M. Geldstrafe. Die Mutter Gebäude, die von Webern bewohnt wurden. Durch den Brand ist auch vieles werthvolle Material vernichtet worden, das die Die Leiche eines Knaben wurde am Dienstag Abend vor legte für den Sohn Berufung ein und unterstützte in der VerBerliner Firma den Webern zur Verarbeitung überfandt hatte dem Grundstück Holzmarktstraße 10 in der Spree aufgefunden und handlung am Mittwoch die Behauptung des Angellagten, in Roths und das nicht versichert war. In diesem Falle hat sich also gelandet. In ihr wurde der 9 Jahre alte Sohn Ignaz des wehr gehandelt zu haben, weil das Mädchen zuerst geschlagen hätte. Jüdenstr. 55. Donnerstag. MännerStaatsanwalt Schiffer dagegen geißelte scharf das Benehmen I wenn sich wirklich einige finden sollten, tönne die Firma nicht so I Bund der geselligen Arbeitervereine Serius und Umgegend. richten an: B. Gent, des Angeklagten. Das Büchtigungsrecht steht der Herrschaft zu, leicht beschäftigen, weil sie die einzige sei, die eine Binkdruckerei aufchriften ben Bund herengu Sibalbertstraße 95. Bergnügungsverein Bruderbund, nicht aber den Kindern. Sei es schon eine Ungehörigkeit, daß habe. Die Arbeit darin wäre schwer, so daß sie Giner, der noch Andreasstr. 3 bet Moll. Rauchklub Graze Wolfe, Krautstr. 48. fich ein so junger Mensch an einer weiblichen Person vergreift, nicht darauf eingrarbeitet sei, nicht leisten könne; namentlich die-Verein Grüne Eiche( vor dem Salle'schen Thor), Solmsstr. 1 bei Razorte. Rauchilub so sei es geradezu unerhört, daß sich der Knabe als Erzieher des Zink- Umdruckerei müsse erst erlernt werden. Hiernach würden Bergnügungsverein Jugendlust, Ohmgaffe 2 bei Krebs. Dezimalwaage, Krautstr. as bei Jufinger, Rauchtlub Grholung. Dienstmädchens aufspielen wolle. Das Büchtigungsrecht stehe die Berliner Kollegen feinen Augenblick säumen, überall, in jeder wienerfir. 18 bei Drieschner. Rauchtlub Givira, Abends 9 Uhr bei den Herrschaften nur aus erzieherischen Gründen zu; Kinder, Werkstatt für kräftige Unterstügung der Leipziger einzutreten. Bringborn, Madaifir. 12. Sumuristischer Klub Universum, Veteranen= die selbst noch der Erziehung bedürfen, hätten dieses Recht nicht( Beifall). Nachdem eine Anzahl Kollegen sich sämmtlich im fraße 18, bei Schulz. Gefelliger Klub der alten Moabiter, Emdeners auszuüben. Es sei ferner zuzugeben, daß das Mädchen auch ge- Sinne des Referenten ausgesprochen hatten, erklärte sich die Ver-. benſerſtr.- Ecke bei Schirmer, Abenbs 9-10. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. schlagen habe, das sei aber in der ersten Instanz be- sammlung einstimmig mit der in Leipzig am 29. Juni ange- Gefangverein' It: Deffau, Abends& Uhr, bet kind, Wrangelfir. 91. reits berücksichtigt worden und es stehe fest, daß der nommenen Resolution einverstanden und versprach, die Leipziger weißensee und Umgegend. Gesangsabtheilung des sozialdemokratischen Arbeitervereins für Donnerstags und Sonnabends Abend; Angeklagte zuerst geschlagen und das Mädchen sich nur gewehrt Kollegen mit allen Kräften zu unterstüßen. Kollege Rehfeld bei Müller( Pfeifenmüller), Königs- Chauffee. Männer Gesangverein habe. Er beantrage daher die Verwerfung der Berufung. berichtete dann über die in Berlin für den Branden- Tyrolienne, Abends 9 Uhr bei Faufimann, Reichenbergerfir. 73a. Dem Angeklagten tam nun aber zu gute, daß das Dienstmädchen burger Streit vereinnahmten und verausgabten Gelder. Mufit- Dilettantenverein Lohengrin, Abends 8 Uhr, bei Trischmann, zu der heutigen Verhandlung nicht geladen werden konnte, da Aufgebracht wurden 16 260,93 m., ausgegeben 9 755,85 M.; Theaterverein Crescendo bet Matßner, Gartenfiraße 162. ihr gegenwärtiger Aufenthalt unbekannt ist, und so glaubte der der Rest von 6 505,08 m. ist an die Haupttasse ab: Theaterverein maig löckchen, Englischer Hof, Neue Roßitr. 3. TheaterGerichtshof der Mutter und der Schwester des Angeklagten, daß geliefert worden. Gine endgiltige Abrechnung über die Gesellschaft Harmonie, Donnerstag Abends 9% Uhr, Chorinerstr. 55. Geselliger Klub Blau- Weilchen, bends 9 Uhr, bei Schönwälder derselbe zuerst geschlagen worden sei. Es wurde daher Nothwehr in ganz Deutschland für den Streit eingenommenen Dranienftr. 185. Verein ehem. 22. Gemeindeschüler, punkt angenommen und auf Freisprechung erkannt. und ausgegebenen Summen wird später erfolgen. Folgende 9 Uhr bei Schröder, Stegligerfir. 18. Bergnügungs- Verein Renata 9 Uhr, Beschlüsse wurden hierzu gefaßt: Kollegen, die gesammeltes Geld abends im Restaurant Göz, Oranienftr. 153. Gefangverein Broletariat ( gem. Chor) Abd. 9 Uhr, Uebungsstunde b. Mewes, Böckýftr. noch nicht abgeliefert haben, sollen aufgefordert werden, spätestens Geselligerverein univerfum. Gigung mit Damen Abends 9 Uhr innerhalb vier Wochen zu zahlen, widrigenfalls ihre Namen ver- bei Sagemann, Lothringerstraße 81. Borträge,& idelitas. Geselliger öffentlicht werden. Die Berliner Abrechnung soll von drei Verein üniverfum, Sigung Abends 9 Uhr, im Restaurant Neumann, Linienstr. 19: Vorträge, Fidelitas. Verein Gemütlichkeit und Klub Gegen 122 Personen hat der Kollegen, die die Versammlung sofort wählte, revidirt und dann Sumor, Abends 9½ Uhr, Lothringerfir. 105: Geselliges Beifammensein mit Staatsanwalt von im Vorwärts" im Auszuge veröffentlicht werden. Um dem Damen, Fidelitas und Tanz. Männergesangverein Sangesfreunde, Ravensburg Anklage erhoben wegen der Ausschreitungen am Restiren vorzubeugen, wurde gerathen, auf neue Listen für einen Aben ds 9-11 Uhr, Paßenhefer Ausschant, Landsbergerstraße Nr. 82.16. und 17. April d. I. gegen die dortige Polizei. Die Anklage Streit nicht zu zeichnen, sofern nicht die Quittung über den auf Berein Wanderlub( Norden), Sigung jeben Donnerstag Uhr Abends ift gerichtetet gegen neun Schulknaben, 33 Perfonen imbie vorangegangene Liste eingekommenen Betrag darauf geklebt albesgrün, Abends a 1hr Sigung bei nebelin Bothring im Reftaurant G. Baatsch, Henrigsdorferstr. 24.Alter von 14 bis 20 Jahren, 45 Gestellungspflichtige und 85 ist. Kollege Sildebrandt berichtete dann über die Verhand- 3itherttub Gleichheit, o uhr abends, bet zeumann, SothringerSonstige Erwachsene. Gegen sämmtliche Angeklagte ist Antrag lungen der Gewerkschaftskommission und ersuchte um Ablösung Abend von 9-10 und jeden Donnerstag nach dem 15. Sigung mit Damen in ftraße 105. Gefelliger Club der Alten Moabiter: Jeden auf Eröffnung des Hauptverfahrens vor dem Schwurgericht ge- von dem Amte des Delegirten. Die Versammlung wählte an der Emdenerstr. 47 bei Schirmer. Geselliger Arbeiterverein Hoffnung stellt und zwar wegen Aufruhrs, Landfriedensbruchs und Widerflands gegen die Staatsgewalt. Etwa 20 Angeklagte befinden einer Stelle den Kollegen Wurzel und zu seinem Stellvertreter bei Gittler, Mariannenstraße 48. Rauchklub Kollegia, Abends 9 Uhr, bei Hermann Nohr, Naunyn= sich in Haft. Nach unserer Ansicht hätte das Gericht gut gethan, die Verhandlung zu vertagen und das Dienstmädchen durch Bekannt machung in einer Zeitung vorzuladen, vorausgesezt, daß dies noch nicht geschehen war. Dersammlungen. den Kollegen Klingberg. der Klub A = 8. Don Klub Ohneftreit, im Monat bet Stattlub Tournee, Abends 8% Uhr, bei Ulrich, Wrangelstr. 84. ftraße 128. Rauchklub Nauchklub RauchStats - Stats ArbeitsSchießklub ell, Abends 8 Uhr bet Nagel, Schwebterftr. 28. Beuthstr. 21. Vermischtes. Zur Choleragefahr. Der Hamburger Sommermarkt, ber in diesem Jahre zum ersten Mal auf dem Heiligen Geist- Felde 171 Schausteller gemeldet hatten, ist laut Senatsbeschluß aus abgehalten werden sollte, und zu dem fich 280 Händler und fanitären Gründen bis auf spätere Zeit verschoben, da fortgefette Maffenansammlungen von Menschen während der heißesten Jahreszeit leicht Veranlassung zum Ausbruch epidemischer Krankheiten bieten tönnten. Auch fönnten sich Händler und Schauund Schaustellern hat dieser Beschlaß große Erregung wegen steller aus verfeuchten Gegenden einstellen. Unter den Händlern. petuniäner Verhältnisse hervorgerufen. Diese wollen beim Hamburger Staat Schadenersaz verlangen. straße 78. Rauchklub Waldesgrün, Abends 8% Uhr, bet Krüger, Forsterftraße 19. Rauchklub Ohnesorge, Abends 9 Uhr, Der Nigdorfer Verein Vorwärts" hielt am 10. Juli bet Satob, Boechstr. 21, Rauchflub Kernspiye, Abends s½ Uhr, feine Generalversammlung ab. Nach dem von Brödenfeld bet A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8. Rauchklub Arabi Bascha, Abends über das 2. Quartal erstatteten Bericht betrug die Einnahme, 9 Uhr, bei Restaurateur Schröder, Stephanstr. 45. Abends 9 Uhr Springstubbe's Restaurant, Manteuffelstr. 67. Rauchtlub einschließlich eines früheren Bestandes 206,45 M. und die Aus- Süd- West, Abends 9 Uhr, Simeonftr. 23 bet flict. Rauchklub Brüder= Die Riftenmacher tagten am Montag Abend in den Armin gabe 130,05 m.; von bem Ueberschuß wurden 50 m. bem Ver- iteit, von 9 bis 11 Uhr bei Stabernac, Bucklerstraße 49. Rauch= hallen. Dem vom Vertrauensmann Tschernig über das trauensmann Koppen zur Agitation überwiesen. Die Bibliothet iub Nordstern, leben Donnerstag nach dem 15. Friebrichsberg E. Heinicke, Friedrich Karlstraße 11, 2. Quartal 1894 erstatteten Bericht ist zu entnehmen, daß die Ein- enthält nach dem Bericht des Genossen Wur b3 124 Bände und Fidelio, Abends 84 Uhr im Reñaurant Seine, Eisenbahnstr. 28. nahme fich auf 32,15 m. belief, während die Ausgabe 61,75 M. ist so vervollständigt, daß die Benutzung jedem Parteigenossen Rauchtlub Pfeifenbecket, Gigung Abends 8 Uhr, bet Jeratfch, Langes betrug einschließlich eines früheren Bestandes von 71,62 M. ift empfohlen werden kann. Die Versammlung beauftragte den fraße 24, Borwärts, Donnerstag bei Salomo, Oppelnerfir, 29. Abguß 1, Abends 9 Uhr, bet F. Nawrodt, Martusstr. 25. gegenwärtig 42,02 M. Raffenbestand vorhanden. Ueber Vorstand, an stelle der abgelaufenen Karten Mitglieds Grune& ice, Abends 8% Uhr bet C. Serrath, Manufer 92a. " Kapitalgewinn und Arbeitslohn" sprach alsdann bi ch er, denen die Statuten beigefügt find, anfertigen zu laffen; lub& infach Abends 9 Uhr Manteuffelstraße a bet otr Koblenzer in einem interessanten Vortrage, der eine furze ferner wurde beschlossen, Billets für einen Besuch der Urania im flub Rüd warts, Abends 8% Uhr bei Arndt Pallisadenstr. 47. Debatte hervorrief, wobei die Kollegen Tschernig und Eckert Herbst anzuschaffen. An stelle Schmidt's, der sein Amt tiub Gordifcher noten Abends 9 Uhr, bei Schilling. auf die Stellung der gewerkschaftlichen zur politischen Bewegung niederlegte, wurde oppe, Berlinerfir, 118, zum ersten VorFachverein der Klempner Berlins und Umgegend. eingingen. Die Punkte, Bericht aus der Gewerkschaftskommission sigenden gewählt. Als Revisor an des letteren Stelle trat ausgabe Abends 8-10 v. Sonntag 10-12 Uhr bei Stramm, Ritter= und Bericht der Gewerbegerichts- Beifizer wurden von der Tages: ohrmann ein. Einer Anregung Fischöder's zufolge ordnung abgesetzt. Zum Schluß erörterte man die Gründe, die soll die Sanitätstommission wieder in Thätigkeit treten. Tambour Berein Ginigkeit bei Haupt, Staligerstr. 102. Um 9 Uhr für den Uebertritt der Kistenmacher aus der Allgemeinen sogen. Aufgefordert wurde, die Festlichkeiten, die der Lesellub Heine ebungsstunde, nach derfelben Sigung aufnahme neuer Mitglieder. Meier' schen Kasse in die Ortskaffe der Tischler sprechen. Bon am 14. Juli und der Gefangverein Freya am 21. Juli verderverein vorwärts, Abends 9 Uhr im Restaurant" Bur neuen Poſt", allen Rednern wurde übereinstimmend ausgeführt, daß die Stiften anstaltet, burch regen Besuch zu unterstützen. Frohme forderte macher der Natur des Betriebes nach zu den Tischlern gehören zum Beitritt in die Freie Gemeinde auf, die binnen kurzem eine und daß, abgesehen von petuniären Vortheilen, schon der Einfach Diffidentenschule ins Leben rufen werde. Zum Schluß entspann heit wegen zu wünschen wäre, daß die in diesem Sinne unter sich eine lebhafte Debatte über den Bierboykott, wobei das wenig nommenen Schritte bei den zuständigen Behörden von Erfolg solidarische Verhalten mancher Bauarbeiter scharf gerügt wurde. gefrönt würden. Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag, Abends 3%-10% Uhr: Nord Der Streik bei der Lithographischen Anstalt von ftraße 14: Geschichte( alte). Bet allen Unterrichtsfächern werden neue Theil. Schule, Müllerftr. 179a; Geschichte( neue). üb-Schule, Waldemar Wetzel n. Nanmann in Leipzig bildete am 10. Juli in einer nehmer, Damen und Herren, jeder Beit aufgenommen. öffentlichen Versammlung der Lithographen, Bei allen Unterrichtsfächern tönnen Echüler und Schülerinnen auch jest Steindrucker und Berufsgenossen Berlins den im Laufe des Semesters, eintreten. Gegenstand der Besprechung. Kollege Sillier theilte über den bet Schröder, Wiesenstr. 39. gefe- u. Diskutirhlubs. Donnerstag. Dies gen, abends 8 Uhr, Neue Beit, Abends 8% Uhr, Bonenstr. 40, bei Borfall folgendes mit. Nachdem die Firma, die längst dafür Siesboit.- Süd- Ost, bet Toltsdorf, Gorauer- und Görligerstraßen Ecte. bekannt sei, daß bei ihr die größten Formate und die größte safenelever, abends 8% Uhr, Restaurant Bischof, Baumschulenweg Freunde bei Gnabt, Gwinemünderstraße 120. Stückzahl geliefert werden müßten, ihre Umdrucker durch süße Treptow. Sosialistischer Lese- und Distutirtlub Abends Dieden dafür gewonnen hätte, der Einführung der Stücfarbeit 8% Uhr, Reichenbergerfir. 157, Sigung. Distutietlub3eitgeist" jeden zuzustimmen, habe sie auch die Maschinendrucker dazu zu bewegen Donnerstag nach dem 1. und 15. des Monats bei Tempel," Langeftr. 65, Abends 8% Uhr. August Geib Abends 9 Uhr im Restaurant Zubetl. gesucht und ihnen sämmtlich kurz vor Pfingsten gekündigt, als Odessa. An Einzelheiten über den Untergang des Dampfers biese durch die üblen Erfahrungen der Umbrucker gewißigt, nicht Bereinstalender find zu richten an Friedr. Kortum, Manteuffelly, 40, 1.2. Menschen scheint zirka 100 zu fein, unter ihnen befinden sich Wladimir" wird noch gemeldet: Die Anzahl der umgekommenen auf die Stückarbeit eingehen wollten, zumal sie mit einer 30- bis St. urban, Annenfir. 9, bei Prog.- kornblume, Gr. Frankfurterfir. 133 einige hochgestellte Persönlichkeiten. Der Dampfer Wladimir", 50prozentigen Lohnherabsetzung verbunden war. Unter den b. Gold.- Frühlingsluft, Bülowftr. 59, bei Werner.-regelfluß, welcher mitten entzwei geschnitten war, hielt sich noch zwei Gefündigten befanden sich auch Arbeiter, denen früher eine Annenfiraße 16, bet Ghrenberg. Weiße Rose. Reinickendorf, HolländerLebensstellung versprochen worden war. Die Firma entließ und Residensftraßen Ecke bei Malchow. Morgenroth 1, Stummels Stunden über Wasser. Gin zu Hilfe geeilter rusischer Dampfer burg Zürrschmidtstraße Nr. 8s bei Schröder. thatsächlich und zwar unter dem Vorgeben, sie habe wohl genug Wilmersdorf, Berliner- und Augufiftraßen Ecke bei Schulz.- Gints: gerannt fein soll, nach Ddeffa zu gehen, wo der Kapitän des zwang den italienischen Dampfer, welcher auf Wladimir" aufArbeit auf Stück, nicht aber auf Lohn, die Hälfte ihrer Arbeiter, teit( Sutmacher), Pappel Allee 3/4. bei A. Meinhardt. zusammen 26, die fast sämmtlich Familienväter sind. Obwohl Tempelhof, Dorffir. 10, bei Gerth, Dft- und Westpreußischer Männer italienischen Schiffes in Haft genommen wurde. es feststeht, daß die Firma, die 32 Maschinen beschäftigt, ge- Brandenburger Kommunitation 16 bet Glafer. Edelweiß 2, Potsdam Gesangverein, Neue Königftr. 73, bet Sahn. Borar, Reichenbergernügend Arbeit hatte, wurde die Forderung, sämmtliche Entraße 184 bet Schult. Freie Sänger, Strautstraße 6, bei Rudolf. Welten, bet W. Grunow. Kreuzberger Harlaffenen unter Umständen bei verkürzter Arbeitszeit wieder ein- Butunft s Briefkaffen der Redaktion. monte, Echönleinstraße 6. Morgengrauen,( Bäcker), 4-5 Uhr zustellen, abgelehnt, trohdem diese auch von den nicht entlassenen Nachmittags, Röntgfiraße 73 bei Hahn. Steinfeger Sängerchor Die Sprechstunde von 12-1 Uhr fällt vom 7. bis Arbeitern unterstützt worden war. Unter diesen Umständen legten Ruftanten Allee Nr. 28 bei Maiwald. Liedes Echo, Reichenberger 12. Juli aus. Vorwärts 9, Charlottenburg, Bismardfämmtliche nicht entlassene Kollegen die Arbeit nieder, um zu ver- ftraße Nr. 24 bei Tauschte. F. Ewald u. Co. Ihre Frage erledigt sich durch die be Abendroth in Deutsch Wilmersdorf bet Mölter. hüten, daß die Firma ihren Willen durchsetze und dadurch andere Borwärts 2 Schönhauser Allee 28 bei tubimen. 2yra 2, Chartreffenden Veröffentlichungen in der Mittwoch- Nummer des Firmen ermuntere, die Stückarbeit ebenfalls einzuführen, wie das lottenburg, Wallfir. 64.- Gefangverein der Kürschner, Landsbergerstr. 31 Vorwärts". Sängerrunde, Rottbuferstr. 6 bet Braun. Froh= beispielsweise die Buchbinderei von Karrer in Leipzig sofort bet Seehaufen. sinn 2, Friedrichsberg- Lichtenberg, Warthenbergstr. 67 bet Lange. gethan hat, wogegen deren Arbeiter sich nicht wehren tonnten. und Feft, Lebuserstr. 5 b. Nemiß. Brüderschaft Stallschreiberstr. 29" werden. Durch die allgemeine Einführung der Stücfarbeit würde sehr Bum eichenen Stab". Gintracht 2, Neu- Glienice, Rudowerstr. b. Hasdorf. schnell eine Ausdehnung der Arbeitszeit um sich greifen und diefe etberté 1, Wrangelstr. 91 b. Kind. Arbeiter- Gesango. Oranienburger Borstadt, Hochstr. 32a b. Wilfe. Flöter'scher Gesangverein, zur Vermehrung der ohnehin großen Arbeitslosigkeit führen. Wer stoppenftr. 48 c b. Lorenz.- Gintrachi 8, Eberswalde, Gisenbahnstr. 77 bei den 1. Mai feiert, um für Arbeitsverkürzung und Verringerung Düball.- Morgenroth 4 in Köpenick, Grünstraße, Hotel Kaiserhof.- Ip en der Reservearmee einzutreten, der muß, so betonte der Referent, unge Giche, Reinickendorf, Gesellschaftsstraße 11 bei 2. Hartmann. rose, Forsterstr. 22. Arion 2, Chorinerstraße 27 bei Sailand. H. P. Soll im Rheinland liegen, wo wissen wir nicht; mit aller Macht dahin wirken helfen, daß der Zufluß von Kollegen Freundschaft 1, Brunnenstr. 143 bet Oswald Berliner. mat- fragen Sie doch einen Soldaten. nach Leipzig ferngehalten wird. Vielleicht habe die Firma ge- loach en 2, Steichenbergerfir. 16 bei Hoffmann.-8aget nicht, Steg- A. G. 26. Ste müssen sich von Ihrem Arbeitgeber bei glaubt, die Kollegen jetzt noch geschwächt vom Brandenburger B, Schüßenftr. 40 bet Kentsch. Bruberbund, Sübbener- und Görliger der Orts- Krankenkasse gewerblicher Arbeiter und Arbeiterinnen straßen- Ecke bei Wesenburg. Alpenrösletn, Bergstraße Nr. 60 bet Streit zu treffen. Aber wenn man den großen Verlust bedenke, Ch. Silgenfeld. Edelweiß 3, Wollinerstr. 62 bet Dambeck. I. Bezirk: Adalbertstr. 94, Hof Quergeb., II. Bezirk: Prenzlauer Gefang der der Brandenburger Aktiengesellschaft durch den großen Streit verein yra 3, Briz, bei Schöneich in Rigdorf, Knesebeckstr. 11. Gefang straße 46 anmelden lassen. erwachsen sei, so könne man nur wünschen, daß es der nicht gleich ähre( ber Brauer), Blumenfir. 38 bet Wiedemann. verein Kreuzberg, Hafenbaide 58 bet Grandt.- Gesangverein Gersten Gesangverein Bölterkapitalfräftigen Leipziger Firma ebenso ergehen möchte. Streifbrecher, frühling( früher Stuckateure), Seydelstr. 30 bei Arndt. Für den Inhalt der Jujerate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 12. Juli. Bellealliance- Theater. Die Hugenotten. Berliner Theater. Gespenster. Alexanderplat- Theater. spenster. GeNational- Theater. Ein Fest auf der Bastille. Apollo Theater. Spezialitäten Borstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Parodie Theater. Spezialitäten. Borstellung. Castan's Panoptikum. Hawaiische Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Aenderungen im Donnerstag. Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme' neuer Mitglieder. firaße 80. W National- Theater. Beerdigungsverein Große Frankfurterstr. 182. Novität! Novität! Ein Fest auf der Bastille. Schauspiel in 3 Atten von Fr. Held. Regie: Mar Samst. Dorfglödlein, Sarmonte, Berliner Zimmerleute. Am 10. d. M. verstarb nach längerem Leiden unser Kamerad, der Zimmerer Hermann Postor. Die Beerdigung findet] Freitag, den Das tgl. Polizeipräsidium hat mir 13. d. M., Nachmittags 5 Uhr, vom Treu W E. T. Anonyme Buschriften fönnen nicht berücksichtigt Eugen B. Die Adresse Näther's ist Antlamerfir. 44. Berichtigungen in Sachen des Boykotts und der Lokalfrage wolle man fortan nicht mehr der Redaktion, sondern den betr. Mitgliedern der Zotal- Kommission überweisen. F. H. in K., Poseu. Es waren ganz gewöhnliche Raubmörder, die sich die anarchistische Maste vorgelegt hatten. ! Roh- Tabak! Sämmtl. Elysium, 17226 Berjammlungen. Garten und Säle zu Festlichkeiten Landsberger Allee No. 40/41. und ul. in- und ausländischen Sorten, gute Qualität, tadelloser Brand, sind noch Sonnabende frei. in billigster Preislage, empfiehlt RohtabakHeinr. Franck, andlung, Brunnenstrasse 185. die öffentliche Aufführung des Schau- Trauerhause, Seestraße 38, nach dem Eine alte deutsche Feuer- Verf.- GesellIm August Evora- Bräu fpiels ,, Ein Fest auf der Bastille" nur Nazareth- Friedhof, Dalldorfer Chauffee, schaft sucht für Berlin u. die Proving in vorzügl. Qualität empfiehlt in Gemit der ausdrücklichen Bemerkung ge- statt. stattet daß, falls Theaterbesucher [ 17286] Der Vorstand.thätige Haupt- u. Spezial- Agenten. binden von 17 Litern an, auch in Theilemann sich bei den in dem Stücke zahlreich Den Mitgliedern der enthaltenen revolutionären Schlag Central- Krankenkasse der wörtern zu lärmenden Rundgebungen politischer Tendenz sollten hinreißen Zimmerer Berlins lassen, die Wiederholung der Auffüh- zur Kenntniß, daß das Mitglied rung alsbald untersagt wird."- Ich bitte daher das verehrte Publikum, sich während der Aufführung des Stückes jeder störenden Rundgebung zu enthalten, da sonst die weiteren Aufführungen in Frage gestellt sind. Raffenöffnung 51/2 Uhr. Anfang 7/2 Uhr. Im Garten: Großes Konzert. am 9. Juli verstorben ist. Die Beerdigung findet am 12., Nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Kreuz- Kirchhofes aus statt. 290/2 Der Vorstand der Filiale V. Auf der Sommerbühne Aufführung Stolpe bei Wannsee. von Possen und Luftspielen, sowie Auftreten von Spezialitäten ersten Ranges. Restaurant Restaurant ,, Lindenhof". Empfehle den Vereinen und Gesell schaften bei Ausflügen u. Vergnügungen Königs- Tänzerinnen. Kleiderspind, Bertion, Spiegelfpind mein Lokal mit gr. Garten, Gaal 2. Das schwerste Ehepaar der Welt. Oranienst, 153, Mallon. 8 Potsdam. A. Mattausch, Gastwirth. Hohe fortlaufende Bezüge event. auch Flaschen. festes Gehalt werden zugesichert. Offerten unter O. P. 2 nimmt die Otto Linke, Lagerhof 3. Expedition entgegen. 219L* Telephon Amt III Nr. 404. 00000-0-000000 Schweizer Garten. Am Friedrichshain. Am Königsthor. Täglich: Theater- u. Spezialitäten- Vorstellung. Im neu Volksbelustigungen aller Art. } parquetlirten Saate: Täglich: Gr. Ball. Bon 5-7 Uhr: Freier Damentanz. Die Raffeeküche ist geöffnet. Entree 30 Pf., Billets vorher 25 Pf. 00000-0-000000 Achtung, Bildhauer! Beerdigungsverein Aufruf Kollegen! Wir ersuchen Euch bringend, die Euch zugestellten Frage Derliner Zimmerleute. bächtig ist, wiederholt Zimmervermietherinnen aufgeſucht, und diese nach an bogen der Statistik schleunigst abzuliefern an die Adresse: Delegirten- Kommission Annenstraße 16. Was UnterAuch rechnen wir auf gewissenhafte Ausfüllung der Fragebogen. nicht eingeschickt wird, muß abgeholt werden und verursacht Kosten. stüßt uns also durch Selbstablieferung oder Einsendung per Packetfahrt. Mit kollegialem Gruß Die Delegirten- Kommission. 71/2 Wegen plötzlicher Schließung unseres Vereinslokals( Seefeldt) sah sich der Vorstand genöthigt, die Generalversammlung in der Concordia, Andreasstraße, abzuhalten. Da auch hier im letzten Augenblick Saalsperre ein getreten, so findet die Generalversammlung am Sonntag, den 15. d. M. nicht statt. Einladung zur nächsten Sigung erfolgt per Karte. 1727b Der Vorstand. Achtung! Manrer 1. Puter. Große öffentliche Versammlung am Sonntag, 15. Juli, Vm. 10% Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Tages Ordnung: 1. Die Mißstände in unserem Gewerbe. Referent Kollege Silberschmidt. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. 188/1 Die Versammlung wird pünktlich eröffnet und werden die Kollegen erfucht, recht zahlreich zu erscheinen. Kein Boykott, kein Ringbier. Achtung! Die Vertrauensmänner. H. Schigolski: F. Gräschke. Achtung! Maler, Lackirer und Anstreicher. Unfer diesjähriges Sommerfest in ber Neuen Rohtabak E3 befindet sich hier ein Mann in Untersuchungshaft, welcher ver fänglichen Miethsverhandlungen, wobei er sich gewöhnlich als Arzt( Frauen. arzt) ausgegeben hat, vergewaltigt zu haben. Im öffentlichen Interesse werden alle diejenigen Personen, welche über derartige Fälle Auskunft geben können, ersucht, dem Unterzeichneten mündlich oder schriftlich zu den Atten J. I. G. 578. 94. Anzeige zu machen. Es wird dabei bemerkt, daß die gerichtliche Verhandlung, wie mit Sicherheit anzunehmen ist, unter vollständigem Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfinden wird. Berlin, den 2. Juli 1894. Der Erste Staatsanwalt am Landgericht I. Große Berliner Schneider- Akademie. 462L* Berlin C., Rothes Schloss nur No. 1. Größte und besuchteste Fachschule; alleiniger Unterricht nach der unübertreffbaren und allgemein als beste anerkannten Methode Kuhn. Wirkliche Garantie für gediegene theoretische und besonders Größte Auswahl- Bill. Preise praktische Ausbildung in der Herren-, Damen- und Wäscheschneiderei. Kostenfreier Stellennachweis. Prospekte gratis.- Empfehlenswerth: Lehrbücher für Herren- und Damenschneiderei. Man beachte genau unsere Firma und Hausnummer: nur No. 1. Die Direktion. Emil Berstorff, Brunnenstr. 182. *** Presskohlen, Welt findet nicht am 14. Juli, sondern am Sonnabend, den 8. September statt. Die ausgegebenen Billets anerkannt beste Heizkraft, wenig Asche behalten Giltigkeit. Das Festkomitee der Filialen Berlins. Hermann Warnke, Urbanstr. 51. 180/2 Steinseher Berlins und Umgegend. 1. Stiftungsfest( früher Quartal) am 11. August, Nachmittags 3 Uhr, bei Puhlmann, Schönhauser Allee 148. Für reichhaltige Unterhaltung ist gesorgt. Programm frei an der Kasse. Dieses Fest muß unbedingt abgehalten werden. 228/1 Herren 50 Pf. Verband der Geschäftsdiener, Packer ** und Berufsgenossen. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Sommernachtsball, der am Sonnabend, den 14. d. M., stattfinden sollte, nicht abgehalten werden kann. Billets sind sofort zurückzugeben. Der Vorstand. Arbeiter! Parteigenossen! Da der Dekonom des Feen- Palastes die Hergabe des Lokals zu unseren Versammlungen verweigert, machen wir die vorläufige Mittheilung, daß die daselbst geplante Matinee zu gunsten der Brauerei- Arbeiter nicht abgehalten wird. In kürzerer Zeit wird mitgetheilt werden, wo dieselbe stattfindet. Achtung! Brik. Achtung! Das Stiftungsfest des Volks- Bildungsvereins von Britz und Umgegend findet am 14. Juli bei Güldner, Rudowerstr. 66, statt. 256/2 NB. Die schon verausgabten Billets vom 23. Juni haben volle Giltigkeit. Ende?? Anfang 81/2 Uhr. Der Vorstand. Phönix- Brauerei Gr.- Lichterfelde. Gegenüber dem Inserate des Brauerei Ninges in verschiedenen Beitungen erkläre ich, daß meine Stellung zum Bier- Ring und zum Boykott sich in keiner Weise geändert hat. Ich habe niemals dem Bier- Ring angehört und beabsichtige auch nicht, mich ihm auch nicht, mich ihm anzuschließen. Meine Firma wurde aus der Liste des„ Vorwärts" lediglich aus geschäft92 gebend. Preise per Juli: Marke Centrum I, 18 Ctm. lang 6,25 M. Centrum II, 16 Ctm. Iang. 5,25 Beste Senftenberger Marie, 16 Ctm. lang 5,-" . Beste Senftenberger, stärkeres Format, 16 Cim. lang. 5,50 Senftenberger Ilse, 18 tm. lang 6,75 O " " pro Taufend frei Keller mit Fuhrlohn und Packen. Probefohlen gratis frei Haus. 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Ich erkläre hiergegen öffentlich, daß ich bei den Geschäften, die mein Bier mit 5 Pf. pro 1/4 Liter verkaufen, in keiner Weise betheiligt bin, sondern daß die Herren Besitzer dieser Lokale ihr Geschäft auf völlig eigene Rechnung betreiben. Gleichzeitig mache ich bekannt, daß ich, um auch in der Flaschenbier- Frage den Herren Gastwirthen entgegenzukommen, mit dem heutigen Zage mein Flaschenbier- Geschäft an die Herren Gebr. Lahn, Kastanien- Allee 27, täuflich abgetreten habe. Bei dieser Gelegenheit erlaube ich mir mein gut abgelagertes Lagerbier pro Tonne Mk. 21, inkl. Spundgeld in empfehlende Erinnerung zu bringen, und stete prompte Effettuirung aller eingehenden Aufträge zuzusichern. Beschwerden über Unregelmäßigkeiten meiner Rutscher bitte mir direkt unterbreiten zu wollen. Berlin, den 6. Juli 1894. Brauerei Wilhelmshöhe Telephon: Amt III, No. 8884. E. Lehmann, Belforterstr. 4. größt. 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