Ztr.TlÄ. 3F. Jahrg. Bezugspreis: SterteljSHri. t&O MI. monctl. 1,60 33!!. fret In« Hau«, voraus, ahlbar. Einzelne Nummern 10 Vsennig. Postbezug: Monatlich, vom Postschalter abzuholen 1�0 Ml., vom Briefträger m« Hau« ge- bracht l.St Mi. Unter kreuzdanb Mr Deutichiand und Oesterreich- Ungarn 3,— Ml. für da« übrige Ausland <60 Ml. monaUich. Äerfand mS Feld bei direkter Bestellung monatl. l/8oM!. Postbestellungen nehmen an Düne. marl, Holland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Eingetragen in die Post-Aestungs-PreiSltste. Erschein» täglich. Telegramm. Adresse: .Sozialdemokrat Berlin- Vevlinev Volltsblskt. � 1v Pfennigs Anzeigenpreis: DiestebengelvalleneKolonelzellekostet SO Pfg..Kleine Zlnzeigeu". da« f-ttgeoruilte Won AZ Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), icSc« weitere Won 16 Pfg. Stellengesuche und Schlafsfellenanzngen das erste Wort 20 Pfg.. lede« weitere Won tO Pfg. Worte über 16 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszufchlag 20°/» Famrlien-flnzeigen, volitifche und g-wertschastlfche Verein«. Anzeigen «0 Pfg. die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 5 Udr nachmittags im Hauptgefchäfl. Berlin SW.SS, Äudensirasie 3, abiegebcn «erden. Seöffnei von 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends. ZintvuXovqan der rozialdemokrati fehen Parte» Deutfd�lands. Reüaktion: SW. 68, Linüenstraße 3. Hernivrecher: Hmt Moritedlaa, Nr. 151 9&— 151 97. Montag, de« 5. August 1918. Expedition: SW. 68» Änöenstraße 5. ifernsprechrr:«mt Vtorittplatz. Rr. 151 90—151 97. Bk an der Teste. Rußlands neue Kriegsgefahr. Tic Verteidigung gegen den Krieg. Die Sowjetmacht steht in heroischem Kampf gegen den Krieg, in den die Alliierten das russische Volk aufs neue hin- einoperiercn wollen. In der Sowjetpressc kommt die erregte Gegenwehr stark zum Ausdruck. In der ersten Nummer der neuen Zeitung„Mir"(Frieden), des Organs der Pazifisten, die am Sonnabend in Moskau herauskam, heißt es an leiten- der Stelle: Erschöpft durch dreijährigem zwecklosen Krieg und innere Wirren sind wir jetzt nicht in der Lage, auf die heilige Entschlossen- hcit der Fortsiihrer des Krieges, aller dieser philosophischen Wil- s o n s, eisernen Hindenburgs, hartköpfigen Lloyd G c- orgeS und hysterischen Clemenceans einzuwirken.'.lder verteidigen dürfen wir unS gegen den Krieg, in den man uns aber- nials hineinziehen will. Wiederum stehen lvir am Abgrund eines Krieges für fremde überseeische Jnter- « s s e n. ES ist nicht schwer vorauszusehen, was siir Folgen dieser neue Krieg für das hungernd«, verarmte, zerrissene Rußland haben würde, und angesichts dieser grausigen Perspektive müssen wir entscheidender denn je sagen: Die russischen Hände haben schon genug Kastanien aus dem Feuer geholt fiir ihre aufgeklärten Freunde, und jetzt sind ihre Hände verbrannt und unsere Seele dürstet nach Ruho und Frieden. Die Zeitung„Prawda" fragt:„Was ist der allgemeine nationale Krieg gegen die Deutschen? und antwortet: 1. Es ist ein Krieg für die Eroberung Klein- Asiens, Pcrsiens und eines Teils der d e u t s ch e n. K o! o- n i e n durch England und für Eroberung E l s a ß- L o t H- r i n ge n s und der übrigen deutschen Kolonien durch Frankreich. 2. Das ist fem Krieg, sondern eine Waffenstrcckung vor den Blutegeln des französischen Kapitals. >?. Zusammen mit England und Frankreich Krieg führen, heißt mit denjenigen gemeinsame Sache machen, die Irland unterdrücken, heißt gegen die französischen und englischen Ar- deiter kämpfen, heißt den Ast absägen, aus dem die russische Revolution sitzt, beißt mit den Freunden des Zaren zusammen- gehen, heißt die Sache der Bourgeoisie, der Gutsbc- sitzer und Kapitalisten besorgen. 4. Nationaler Krieg gec�n die Deutschen heißt: den englischen und französiichen Klei- schcrn Millionen russischer Bauern hingeben, damit sie wieder aus ihnen Kanonensurier machen. 5. Nationaler Krieg heißt, die russische Revolution vernichten, den Herd des WeltbrandeL auslöschen und intoonationalcS Kapital unter- stützen. Deshalb: nicht einen Soldaten, nicht ein Gewehr, nicht eine Kopeke zur Unterstützung der englischen und französischen Blutsauger und Henker. „Prawda" bespricht die neue Gefahr, die der Sowjet- republik durch Eingreifen Japans und Ameri- kas in Sibirien droht. Infolge der großen räumlichen Entfernung ist die direkte Gefahr wohl nicht groß, aber es besteht die Drohung, daß der Ententefront die deutsche Front entgegenrücken wird. Nur sehr ungern werden sich die d c u t- s ch c n Annexionisten, die sich sattgegessen haben, hier- zu verstehen, da die neue Front große Truppenmassen er- fordert. Doch wird ihnen vielleicht kein anderer Ausweg bleiben. Die Sowjetregierung wird iedoch deren Hilfe nicht annehmen. Die Deutschen werden über den Leichnam der Sowjetrepublik hinweg sich selbst helfen müssen. Für die Sowjetrepublik gibt es nur ein Mittel: schnell und entscheidend gegen die Tschecko-Slowaken vorgehen, solange sie noch schwach find und die japanisch-amerikanische Hilfe noch aussteht. * Kopenhagen, 3. August.„Ratio naltideude" meldet ans Heising- sorS,ben heute an allen Ecken und Enden Gelegenheit, die Wahrheit dieser Worte fest- zustellen. Eine verbitterte Stinmnmg hat sich der Menschen bemächtigt, und nur allzu oft niacht sie sich an ungeeigneten Objekten Lust. Wir erleben es iin alltäglichen Verkehr ans der Straßenbahn, in öffentlichen Lokalen, und wir erleben es auch in der Politik, im Verhältnis der verschiedenen Volksstäminc und Bcvvlkcrnngsschichten zueinander. Das nächstliegende Beispiel dafür ist das ganz unver- ständliche Vorgehen der bayerischen Regierung gegen Be rl in. Welcher Teufel l)at Herrn v. Brettreich ge- ritten, daß er mit seinem Protest gegen die angebliche„Bevor- zugung" der ausgehungerten Berliner an die O es f entlich- ! e i t trat? Es gibt schließlich andere Mittel und Wege, sich von Behörde zu Behörde zu verständigen als die Uebermittlnng einer amtlichen Notiz an das offiziöse Telegraphenbureau. Wenn es auch nicht wahr ist, daß die bayerische Presse über die angebliche Bevorzugung Berlins in stürmische Erregung geriet— die meisten unserer bayerischen Kollegen sind viel zu gerecht und verständig dazu—, so ist doch ganz klar, daß die bayerische Regierung unter dem Druck einer Stimmung gehandelt hat, die in bestimmten bayerischen Kreisen vorhanden ist. Der öffentliche Protest war ein Akt übelster Popularitätshascherei. ES gibt in Bayern, zunial auf dein platten Lande, imnier noch Menschen, die vor Freude jauchzeii, wenn es gegen die„Sau- Preußen" und besonders gegen die„Berliner Großschnauzen" geht. Um diesen Elementen einen Gefallen zu tun, hat die baye- rische Regierung einen Skandal provoziert, der schädlich wirken muß nach innen wie nach anßen. Das Geschrei um armselige 39 Gramm Fleisch pro Woche wirkt widerlich und beschämend, es erregt den Eindruck, als ob sich die deutschen Volfsstämme untereinander um das bißchen, das noch im Lande ist, rauften wie die Hunde imi einen Knochen. Es war wirklich keine patriotische Tat der bayerischen Regierung, der Welt ein solches Schauspiel zu bieten. Der bayerisch)? Vorstoß gegen Berlin hängt eng zusammen mit dein Verhältnis zwischen Stadt und Land. Ninimt man die agrarische Presse zur Hand, so wird man darin kein Wort über die guten Geschäfte finden, die die Großgrnnd- besitze? heute machen. Auch von städtischen Großkriegs- gewinnlern, Spekulanten, und Schieber» wird man nur selten etwas zu lesen bekommen. Dafür findet man desto mehr an- schanliche Schilderungen des ausschweifenden Lebens, das jetzt die A r b e i t e r in der großen Stadt führen. Für die agrarische Presse vergeht kein Tag, an dem nicht ein Lehrling sich eine 20-Pf.-Zigarette an einem Hundertmarkschein anzündet oder ein Dreher sich ini noblen Restaurant einen Eiskübel zu seinem Rot- wein bestellt. Kein Wunder, daß bei den naiven Lesern dieser Presse die Vorstellimg entsteht, als ob die Arbeiterbevölkerung in der Stadt praßte und schwelgte— und daraus ergibt sich eine von Neid und.Haß geschwängerte Stimmung gegen die Stadt- lcnte überhaupt und die R ü st n n g s a r b e i t e r im besonderen. In der„Deutschen Tageszeitung" unterzieht sich ein Herr Dr. Tuckerinann der an sich sehr verdienstlichen Aufgabe, die Oeffentlichkeit ans die Schuh- und K l e i d e r n oi der Landarbeiter austnerksam zu machen. Aus den Schilde- rungen, die er. ans deni ganzen Reich zusamniei, trägt, gewinnt nian den Eindruck, daß es sich hier um eine Gefahr nicht nur für die bedauernswerten Landproletarier selbst, sondern für die Allgemeinheit handelt. Schon jetzt sind die Leute bei nassem Wetter oft gar nicht hercmszubringeit, weil es ihnen an Kleidern und Schuhen fehlt, und mit berechtigter Sorge wird die Frage aufgeworfen, wie sich unter solchen Umständen die herbst- lichc Kartoffel- und Rübencrnte gestalten soll. Von der Stimmung und den Auffassungen der Landwirte (es handelt sich dabei durchgängig um ländliche Arbeitgeber) erhält man ans den Zuschriften, die Herr Tuckermann im agrarischen Hauptorgan wiedergibt, ein sehr merkwürdiges Bild. Wir zitieren: „Da Mu»itl»»sarb»iter teilweise sogar Stundenlöhne bis zu 5,49 M.beziehen, sind sie wohl in der-Loge, s ich anw Schuh zeug und Anzüge zu verschaffen. Demgegen- über werden für landwirtschaftliche Produkte wiederholt Höchstpre:se rücksichtslos festgesetzt, obgleich nachzuweisen ist, daß diese nicht an- nähernd die Sclbsikosten decken."(Brandenburg.) „Gerade in der Zeit der.Hackfruchternte, wo wegen der Frost- gefahr auch im Frieden schon kein Mensch fehlen durfte, können Ausfälle durch Krankheiten für die Volksernährung jetzt geradezu verhängnwvoll werden. Ich befürchte aber, daß man sich höhereu Orrs trotz aller Begründung, die wir vorzubringen in der Lage sind, zu einer Aenderung nicht bercitfinden wird. Den» Herr Scheide- mann dürfte seine Einwilligung kaum gebe u." (Mecklenburg.) „Die Folge wird aber sein, daß die Kartoffeln erfrieren. Nachher ist das Geschrei noch Kartoffeln wieder groß. Mit ollen mög- liche«»nd nn möglichen Ersatzstoffen ist uns nicht gedient. Die können ja die Munitionsarbeitcr in ihren trockenen Räumen tragen, wo sie sich länger halten toerden, als im nassen Ackerboden." lNeumark.) „Uns wurden einmal Segeltuchschuhe in Aussicht gestellt im Lktober v. I., die aber bis heute nicht angekommen sind. Wie ganz anders ist es in der Industrie, wie ich es täglich erlebe. So haben in der Ziegelei eines Nachbardorfes die Leute schon dreimal prima rindlederne Schuhe erhalten. Sogar für die grauen der Arbeiter zum Essentragen sind derbe, prima rind- lederne schuhe zu 29 M. das Paar beschafft morden. Schachi- arbcitcr des benachbarten Kalischachtes tragen schöne neue Schuhe zu 27 M. Lieferant ist die Gewerkschaft gewesen, die jetzt 8.5b M. pro Schicht zahlt und• wöchentlich 125 Gramm Butter und 500 Gramm Wurst als Zulage gibt.".(Provinz Sachten.) „Es ist unerhört, dah wir Landwirte, die wir schon in Friedens- zeitcn unsere abgetragene Kleidung und Schuhzeug unter unsere Leute verteilten, jetzt gezwungen werden, dies zu unterlassen, wo es den Leuten so biUer nottut. Wir sollen und wollen viel produ- zieren. Anstatt daß uns aber hierbei geholfen wird, bereitet man uns in jeder Weise Schwierigkeiten. Ich kann nicht von Arbeitern, die drei Wochen lang Kalkstickstoff säen, verlangen, daß sie ihr eigenes Schuhzeug tragen. Kann«ihnen dafür nicht mehr von mir Zeug geliefert werden wie bisher, so kann ich es ihnen nicht verdenken, wenn sie sich weigern, diese gesundheitsschädliche Arbeit zu Verrichten. Es ist ein Hohn, das; wir den Herren Munitionsarüri- tcrn, die o»f ihren Hamsterfahrten mit Lacksticfcln und den feinsten Anzügen täglich unsere Gegend beehren, auch noch das geben müssen, was unseren Landarbeitern zukommt."(Priegnitz.) „Wären unsere Arbeiter Sozialdemokraten und wir dazu, wir würden heute nicht so drangsaliert und geknebelt, dast alle Pro- duktionssreudigkeit mit Gewalt erstickt wird."(Posen.) Von reichen Großgrundbesitzern lind städtisch-kapitalistischen Kriegsgewinnlern ist, wie gesagt, nirgends auch nur mit einem Worte die Rede. Immer wieder sind es die Munitionsarbeiter, die Sozialdemokraten, die mit sinnlosen Vorwürfen beehrt wer» den. Und dabei gehen diese Vorwürfe von Leuten ans, bei denen noch sehr zu untersuchen wäre, ob sie von der Itot der Zeit persönlich schon etwas verspürt haben. Man erkennt, wie verdienstvoll die Arbeit des Deutschen ilst e t a I l a r b e i t e r v e r b a n d e s war, der sich der Ausgabe unterzog, die Löhne von 769 000 Rüstungsarbeitern statistisch iestzu stellen. Aus dieser Arbeit, die wir ain 27 August ver- ösfentlichten, geht hervor, daß es unter 50 männlichen Rüstungs- arbeitern noch nicht einen gibt, der in der Woche mehr als 100 M. verdient, daß ungefähr die Hälfte mit Wochenlöhnen unter 60 M. auskommen muß, daß rund 160 000, also fast ein Drittel nicht über 50 M. im Monat verdienen. Was das bei den heutigen Preisverhältnissen bedeutet, auch wenn mehrere Familienmitglieder gemeinsam zum Haushalt beitragen, liegt ans der Hand. Gewiß sind die Riistmigsarbeiter- trotz der schwere der Arbeit, die sie zu verrichten haben, heute nicht die schlechtest gestellte Arbeiterschicht, nicht diejenige, die am meisten zu bedauern ist. Gewiß hat es mancher Rüstungsarbeiter heute besser als mancher Mann aus dem Mittelstande. Aber die Rüstungsarbeiter oder gar die Industriearbeiter überhaupt als geeignetes Objekt für den„Neid der besitzlosen Volksklassen" hinzustellen, das ist der Gipfel demagogischer Ver- h e tz u n g s k u n st. Die Arbesterschaft als Ganzes muß es aber im höchsten Grade erbittern und empören, wenn man, wie zuni Hohne, das Los, das ihr in der Kriegszeit zugefallen ist, als ein besonders beneidenswertes hinstellt. Darin liegt ein Maß von Unge- rechtigkeit, das man für unmöglich halten sollte, nnd das in Friedenszeiten auch wirklich kaum möglich gewesen ist. Aber der Krieg... Manchmal scheint es, als ob nicht nur draußen, sondern auch drinnen das Wort zur Geltung kommen sollte: „Homo liomini lupus!"„Ter Mensch ist für den Menschen ein Wolf!"_ Das Werösn öes Königreichs Ter„verfrühte Beschlust" des Staatsrats. Zur litauischen Frage veröffentlicht die„Nordd. Allg. Ztg." eine längere Darstellung, in der sie die zurückhaltende Haltung der deutschen Neichsregierung zu den Berichten des Staatsrats, den H e r z o g v o n U r a ch zum König von Litauen zu machen, näher begründet. Wir entnehmen daraus folgendes: Die Verhandlungen des sogenannten Staatsrats wurden hinter verschlossenen Türen geführt, und ihr Ereignis blieb der deutschen Regierung, die davon geflissentlich ferngehalten wurde, längere Zeit inibekannt. Das Verhalten der Litauer hatte dazu geführt, daß die deutsche Regierung nicht einmal wußte, was der Staats- rat überhaupt war. Es stellt sich nun heraus, daß der Staatsrat eine verkleinerte Form des Landesrats ist, der sich jetzt im unab- hängigen Litauen Staatsrat nennt. Es blieb auch unbekannt, mit welchem Stimmenverhältnis die Königswahl vor sich gegangen war, surz, die ganze Inszenierung des Aktes ließ eine loyale Rücksicht- nähme aus die berechtigten Interessen der deulschen Regierung vermissen. Entscheidend für die Haltung der deutschen Regierung waren jedoch weniger diese formalen Seiten der Frage, als vielmehr sol- gendes: Der litauische LandeSrat hat Deutschland um Schutz und Hilfe gebeten. Daraus folgt, daß dieses, wenn es sich für Litauen einsetzen soll, bei Regelung der Landesangelegenheiten um seinen Rat gefragt werden muß. So wenig Deutschland ge- lvillt ist, Litauen eine Verfassung oder Regie- rungsform zu oktroyrcn, so wenig ist das Gegenteil möglich. Von litauischer Seite wurde für das selbständige Vor- gehen Litauens geltend gemacht, daß im April der Wunsch von Mitgliedern des litauischen Landesrates, in Berlin über die Kon- ventionen zu verhandeln, aufschiebend beantwortet wurde; dies war nötig, weil die Vorarbeiten noch nicht für Verhandlungen reif waren. Als zweiter Grund wurde angegeben, daß der Reichs- kanzler eine Deputation des Landcsrats nicht empfangen konnte, weil er in das Hauptquartier abreisen mußte. Demgegenüber ist jedoch festzustellen, daß zwei legitimierte Vertreter des Landesrats ständig in Berlin sind und in dauernden Beziehungen zu der Reichsregierung stehen. Was min die Kandidatur des Herzogs von Urach betrifft, so liegt in der Erklärung der deutschen Regierung weder eine Ablehnung noch irgendeine Festlegung für eine andere Kan- didatur. Die Regierung steht vielmehr auf dem Standpunkt, daß vor Erledigung der Thronsrage die staatlichen Beziehungen zwischen Deutschland und dem künstigen Litauen geordnet sein müssen. Wir können nun hierzu mitteilen, daß die Vorbereitung der mit Litauen abzuschließenden Konventionen in Berlin jetzt soweit gediehen sind, daß sie nächste Woche abgeschloffen werden und dann die Verhand- lungen mit liiauischeu Vertretern beginnen können. Wenn diese Verhandlungen, wie zu erwarten steht, einen raschen und günstigen Verlans nehlnen, wobei zu bemerken ist, daß der staatsrechtliche Abschluß der Konventionen efft durch eine litauische Regierung und durch.das Votum des Landcsrats erfolgen kann, dann wird man auch zu einer Lösung der Thronfrage schreiten können. So ist zu erwarten, daß die demnächstigc geordnete und aus den gegenseitigen Vereinbarungen beruhende Inangriffnahme der litauischen Ange- legenheit die Mißverständniste rasch beseitigen wird, die sich an den verfrühten Beschluß des Symtsrats geknüpft haben. Litauen soll also erst die geforderten Münz-, Maß-, Ge- wichts-, Zoll- und M i I i t ä r k o n v e n t i o n e n mit dem Deutschen Äeich abschließen, nnd dann soll erst über die Regie- rungsform geredet werden. Die Litauer behaupten, daß außer- dem die Absicht besteht, ihnen eine Kriegsentschädigung abzuverlangen. Zur Durchsetzung ihrer Forderungen hat die deutsche Regierung zwei starke Trümpfe in der Hand; sie kann mit der Nichtbestätigung des Herzogs von Urach und mit einer Verkleinerung des litauischen Gebiets drohen, durch beide Mittel würde sie sich aber die Litauer zu Todfeinden machen. Abgesehen von der natürlichen Empfindlichkeit in territorialen Fragen sieht der litauische Staatsrat im Herzog von Urach den Thron- kandidatcn der nationalen Selbständigkeit, einen Sprossen des alten litauischen Königsgeschlechts und heimkehren- den Sohn des litauischen Volkes. Von einer Personalunion mit Preußen oder Sachsen will er nichts wissen. Die deutsche Regie- rung lockt die Litauer mit der Aussicht einer Bestätigung des Herzogs: welchen Preis sie dafür verlangt, wird sich bei den kommenden Verhandlungen zeigen. Allgemein interessieren muß die Auffassung, daß die künftige Staatsform Litauens nur durch Vereinbarung mit der deutschen Regierung festgelegt werden kann. Ja, das„Selbst- bestimmungsrecht der Völker!" Japanische Erklärung zur Intervention. Sin rusfisch-japanischer Vertrag gegen England-Zlmerika. London, 3. August. Reuter erfährt, doß in der Tokioter Amtszeitung vom 2. August eine Erklärung veröffentlicht ivnrde, in der von der bevorstehenden Absendung alliierter Truppen nach Wladiwostok Mitteilung gemacht wird. In der Erklärung wird gesagt: Tie Vereinigten Staaten haben unlängst Japan die baldige Entsendung von Truppen zum Entsatz der Tschecho-Slo- waken vorgeschlagen. Die japanische Regierung, die dem Wunsch der amerikanischen Regierung nachkommen wollte, hat beschlossen, nnv erweilt die Bereitstellung geeigneter Strcikräftc für die vorgeschlagene Mission in Angriff zu nehmen. Eine gewiste Zahl dieser Truppen wird sofort nach Wladiwostok geschickt werden. Ob- wohl die japanische Regierung diesen Kurs einschlug, bleibt es doch auch jetzt ihr Wunch, Beziehungen dauernder Freundschaft mit Rußland zu unterhalten und die Japaner geben nochmals die Zusicherung, daß sie an ihrer bereits kundgegebenen Politik der Achtung vor der territorialen Integrität Rußlands festhalten und sich jeder Einmischung in seine innere Politik enthalten werden. Sic erklären ferner, daß sie nach Verwirklichung ihrer oben dargelegten Absichten sofort alle japanischen Trup- Pen vom russischen Gebiete zurückziehen und die Souveränität Ruß- lands sowohl in politischer als in militärischer Hinsicht vollständig unbeeinträchtigt lassen werden. -Sehr zeitgemäß kommt da eine Enthüllung der neuen Moskauer Zeitung„Mir". Das Blatt veröffentlicht einen Auszug aus dem r u s s i s ch- j a p a n i s ch e n G e h e i m v e r- trag vom 3. Juli 1915 gegen England und Amerika. Der Vertrag stellt sich zur Ausgabe: Schutz Chinas vor politischer Herrschaft irgend einer anderen Macht mit der Verpflichtung zu gemeinsamem bewaffneten, Eingreifen, wobei sie sich anheischig machen, keinen Separatfrieden mit dem gemeinsamen Feinde zu schließen. Ter Vertrag ist gültig bis 1921. Die Ueberschrift des Vertrages lautet: Geheimver- trag zwischen Rußland nnd Japan betreffend bewaffnetes g e- m einsames Eingreifen g�e gen Amerika und England im fernen Osten vor-Sommer 1921. Der Prozeß Malvp. Paris, 4. August.(Habas.) In der NachmittaySsitzung des Obergerichls gab B o u r d i l l o n als Vertreter der Verteidigung Malvys seiner Verwunderung darüber Ausdruck, den ehemaligen Minister der Mitschuld an einem Verbrechen angeklagt zu sehen, dessen Urheber noch unbekannt seien. Ter Verteidiger stellte fest, daß diei Anklage,« Daudels in sich zusammenfallen, warf dem Ge- neralstaatsanwalt M e r i l l o n vor, die Anklagen Clcmen- ceaus sich zu eigen g e m a ch t zu haben und unterzog die Ausstandsfrage einer Prüfung. Bourdillon konnte auch hier das Verbrechen einer Mitschuld nicht«rbltcksn. ?ean Longuet. Jean Longnet gehört durch Geburt, Bildungsgang, perfön- liche Entwicklung und Wirksamkeit der sozialistischen Internationale an. Die Einflüsse dreier großer Kulturnationen haben seinen Lebensgang mitbestimmt. Der älteste Sohn des Kommuneslücht- lings Charles Longnet, der in seinen Studentenjahren in der Opposition gegen das Zweite Kaiserreich, die im Quar- liet Latin das Hauptquartier ihrer trotzigen und geistreichen Fronde aufgeschlagen hatte, mitstritt, aber schon damals vornehmlich unter Proudhonscheni Einfluß Über die landläufige deklamatorische Neu- aufläge deS klassischen Jakobinismus hincmsgewachscn war und Karl Marxens hochbegabter Tochter Jenny, war er in seiner frühesten Kindheit noch die Freude des, wie man u. a. aus Lieb- knechts Erinnerungen weiß, kiridernarrifchen Großvaters. Dieser Kinderzeit, die er bis zur Amnestie der Kommunarden in Eng- land verbrachte, hat Jean Longnet nicht nur eine vollkommene Kenntnis der englischen Sprache, sondern auch ein bei Franzosen teineswogs allzu häufiges Verständnis des englischen Wesens zu verdanken, � die ihn zum Mittelglied zwischen der französischen und englischen Arbeiterbewegung wie vorbestimmt erscheinen ließ. Nachdem er die Mutter in früher Kindheit, den Vater als heran- gewachsener Jüngling verloren hatte, blieb er doch ihrem Blut getreu und betätigte sich schon als Student der Rechte im regsamen Pariser Verband sozialistischer Studenten, der damals eine ideali- stische, wiffensdürstige und kampflustige Schar von Intellektuellen vereinigte, die dann allerdings z. T. recht seltsame Bahnen eingeschlagen haben, wie z. B. Herr B a r t h o u, der virtuoseste Seil- länzcr des französischen Parlamentarismus. Jean Longnet trat bald propagandistisch und organisatorisch auch im weiteren Kreise hervor und erlangte in der französischen sozialistischen Partei frühzeitig eine Stellung, die ihn— vornehmlich in seiner Tätigkeit im Internationalen Sozialistischen Bureau — auch in der Internationale in den Vordergrund brachte. Das erstemal, Ivo er in die Entwicklung des französischen Sozialismus mitentscheidend eingriff, war zur Zeit des großen Parteizwistes zwischen Reformisten und Revolutionären. Er gehörte der Partei Socialiste Franqais an, der von Ja»res geleiteten Partei, die damals in heftigster Fehde gegen den Parti Socialiste de France stand, warin sich hauptsächlich die Guesdisten(Parti ouvrier Fran�ais) unter Guc-sde selbst und Longuets Onkel Lafargue nnd die von V a i l l a n t geführten revolutionären Blanquisten vereintgt waren. Aber Longnet stand auf dem radikalen Flügel der reformistischen Gruppe, die er von der Bahn des Ministerialismus wegzuführen bestrebt war. Wenn das große Einigungswerk der Partei nach dem Amsterdamer Kongreß gelungen ist, so war das neben der taktischen Geschmeidigkeit Renaudels mit in erster Linie auch dem hingebungsvollen Feuereifer Longuets zu verdanken, der für die bis zu Fanatismus und Gehässigkeit gehende Fraktions- leide rischaft kein Ziel abgab, wie überhaupt gesagt werden darf— inch das wird wohl auch bis heute gelten—, daß Longuet auch unter seinen Gegnern in der Partei nie einen persönlichen Feind gehabt hat. Ins Parlament kam Longuet erst 1914, als Vertreter eines Pariser Vorortwahlkreises. Nach Ausbruch des Krieges gehörte er zu den ersten, die sich nicht nur bemühten, im Geist den Idealen des internationalen proletarischen Befreiungskampfes treuzubleiben, sondern auch innerhalb der französischen Partei den Boden für eine möglichst baldige internationale Verständigung vorzubereiten-. So kam er in die Reihen der Opposition gegen die Taktik der Haupt- sächlich ans Extrem-Resormisten und-„Marxisten", in der sran- zäsischen Terminologie, d. h. Guesdisten zusammengesetzten Mehr- hett, und jetzt sieht er die jahrelangen Mühen, die ihm natürlich von seilen der bürgerlichen„Patrioten" auch manche schäbige Ver- dächtigung. mit Ausnutzung seiner Abstammung vom„Preußen"- Marx eingetragen haben, durch den Erfolg gekrönt. Aber als eine merkwürdige Schicksalsfügung darf es angesehen werden,'daß die bedeutungsvolle Wendung der französischen sozialistischen Partei, die die Hoffnung auf die Wiederanknüpfung der zerrissenen inter- nationalen Bande neu belebt, mit dem Namen des Enkels des Mannes verknüpft ist, der zuerst den Weck- und Mahnruf an das Proletariat, sich international zu vereinigen, hinan sgelandt hat. O. P. Ueber üse Kinöer gebeugt. Es war am Bahnhof. Ein Mann in Grau, eine schmalschultrige Frau, in deren Antlitz nur die Liebe und die Trauer des Abschieds den Harm milderten— ein blonder Kindskopf im Wagen. Sie standen zu beiden Seiten des Gefährts und beugten sich, daß ihr Haar sich mit dem Schutzband seiner Mütze berührte. Dann lächelten sie beide. Der Volkswirt, der Denker, der Militär, alle Menschen, die mit Ivachen Ohren in die Zeit lauschen, hören die Uuterströme rauschen, deren Kräfte das Resultat der Geschichte ergeben. Und je nachdem, wie sich in ihren Köpfen die Welt malt, erfinden sie Formeln und Namen, um das Wesen dieser Kräfte zu erklären. Von Patriotismus spricht der eine kurzweg, der andere nennt Selbsterhaltungstrieb gerade das, was der dritte mit Altruismus etikettiert... Damals, als die Schlachten begannen, erzählte man sich von einem nordischen Gelehrten, der seine Instrumente und die Re- sultate seiner Forschungen vernichtete, der sich den Freitod gab, weil ihm der E kc I verbot, weiterzuleben... Das ist tiefmcnschlich. Schlimmer, als menschliches Ermessen vorahnen konnte, hat sich der Krieg vollzogen. Kein Ende ist abzusehen, kein Strahl der Hoff- nung bricht ins Dunkel. Aber die Völker stehen, die Kräfte der Toten wirken in den Lebenden fort, trotzig der Stunde entgegen, die mit der Stille des Friedens oder— des Kirchhofes den Kampf der Elemente beendet. Die Energicströme des Krieges bluten aus den Ouclleu der Menschcwigkcit; eine dieser Quellen, die stärkste, ist die Menschheit von morgen, die Kinder der Welt. Zu Tausenden, zu Millionen stehen- die Wiegen in den Stuben der Kontinente, Millionen Mütter und Männer beugen sich und sehen durch Kinderaugenfenster die schönere Zukunft glänzen. Ueber die Kinder gebeugt, weicht aus deu Herzen die Tod- Müdigkeit dem Willen jedes Einzelnen, nicht unterzugehen nnd wächst hinein in den granitenen Entschluß der Gesamtheiten, die heute einander zntrvtze sind nnd deren doch keine zugrunde gehen kirf.___ Artur Zickler. Was trägt man? Wie lächerlich mutet diese Frage heute an, die man früher ein- mal, in der seit dem 1. August 1914 langsam aber sicher versunkc- neu Welt, so oft in allerhand Zeitungen und Zeitschriften traf, wenn man im Kaffeehaus, bei Kaffee nämlich, darin blätterte. Was trägt man heute außer der großem Zeit und dann, was man noch von früher hat nnd was sichtlich reis wird, zwar nicht er- neuert, aber für die Kinder verarbeitet zu werden; was trägt man schließlich außer alten Lumpen? Gesammelte AbltefernngS- anzöge, vielleicht auch noch mal Papiergarn, Nesselstvff, Holzfaser. Aber die großen Berliner Sonntagsblätter geben neuen Trost. Man trägt Plüsch, Zobelseh, Taffet,.Seidentrikot, elegante Abend- kleider, prunkvolle Festgewänder, Pelzmäntel.... So lehrt die Berliner Modenschau jene, die keinen Bezugsschein brauchen, weil für sie das Geld den Wert verloren hat— wenn auch nach der entgegengesetzten Seite wie für uns, die paar Übrigen. Es rüstet der Generalstab der Schneiderkunst für die Mode schlachten des Herbstes, für die großen Abendfcste des Winters. Ja, auch die Verbündeten sind da, die Wiener Modenateliers, deren Aus- stellung hier beweisen wird, daß auch bei stark verminderter Er- nährung der Mensch noch leistungsfähig bleibt. Der Mode öffnet sich sogar die sonst hermetisch verschlossene Grenze. Und es fehlen eigentlich nur die Pa-riser Modekömge, und fertig wäre die neue Internationale derer, die in allen Ländern in älterer oder frischer Vornehmheit hoch über der gemeinen Not schweben.-n. Notizen. — Ein Nordsee-Jnstitut ist zu Beginn des Sommer- semester? an der Greisswalder Universität gegründet worden, um durch Forschung und Lehre die Kenntnis von Land, Volk und Kultur der heutigen nordischen Staaten, einschließlich Finn- lands, zu fördern. Dazu dienen Vorlesungen an der Universität, Einzetvorträge und Vortragsreihen vor der größeren Oeffentlich- keit, eine Bibliothek und Auskunstsstelle sowie Exkursionen. Seine öffentliche Tätigkeit hat das Institut bereits aufgenommen. —©in Denkmalsplan der Bolschewik i. Im Auf- trage der Sowjets der Volkskommissare hat der Kommissar der Volksaufklärung, Lunatscharski, eine Liste zusammengestellt, nach der 60 Personen in Moskau Denkmäler errichtet werden sollen: 45 Politikern und Schriftstellern, nämlich 31 Russen, darunter Mcchanofs, Herzen, Bakunin, Lawrosf. Tolstoi, Dostojewski, Puscb- kin, Tschcrnyschcwski, Lcrmontofs, Belinsky, Lomonoffoff, Mcc- schnikosf, Mendelejesf, und 14 Ausländern, darunter Marx, Engels, Bebel, Jaures, Lafargue, Spartakus, Tiherins Gracchus, Brutus, Baboeuf, Marat, Robespierre, Danton; serner 18 Künstler, darunter zwei ausländischen— Beethoven und Ehopin, /ktilleriekampf vor �rchangsZsk. Moskau, 2. August.(P. X. A.) Am 30. Juli wurde das Herannahen eines englischen Kreuzers und englischer Flugzeuge zu Archangelsk bemerkt. Am 1. August begann die Ae- schießung der vorderen Posten und der Pcfcstigungeu durch englische Kriegsschiffe. Zwei K r e u z e r und ein T r a u s- p o r t sch i f f ka mc n heran und schlugen den russischen Battc- rien vor, sich zu ergeben. Tie Batterien weigerten sich, wonach ein Kreuzer wieder in ccc ging, während Die anderen Schisse drei Meilen von der Stadt entfernt Anker warfen und die Batterien zu beschießen anfingen. Unsere Batterien antworteten gleichfalls mit Fcuersalven. Ucbcr den Batterien erschienen vier englische Flugzeuge, die an dem Bc- schießen der Batterien teilgenommen hatten. Tarauf erschienen am Horizont noch andere englische Kriegs- schiffe. Moskau, 3. August. Wie„Jswestisa" meldet, ist die M il d j u g i n s e l nach Bertcidigung gefallen. Eine Batte- rie wurde durch das Feuer englischer Kreuzer zusammen- geschossen. T ic Sowjettruppen' gingen auf Ä r ch a n- g c l s k zur ü rf,__ Der wiüerftanü gegen Sie Tschechoslowaken. Moskau, Z. August. Am 2.August fanden in Moskau zahl- reiche Versammlungen zur Agitation unter den Arbeiter n für den Kampf gegen die Gegenrevolution und die Tschecho-Siomaten statt. Im Butyrschen Rayon sprach Lenin. Er führte unter anderem aus: Tic Feinde der Sowjetrepublik umgeben uns mit einem eisernen Ring. Mittels Betrug und Lüge haben die Engländer Murman UcicpI, dann Kemj eingenommen und erschießen unsere Genossen. cht den T i cheeho-Slowaken haben sie Bundesgenossew gesunden. Englisches Gold hat sie angeworben. Wir wollen weder mit den Deutschen noch mit Engländern und Franzosen Krieg führen. Tie Arbeiter halle» die Fabriken fest in ihren Händen, und die Bauer u werden das Land den Gutsbesitzern nicht zurückgeben. Zur Verteidigung dieser Eroberungen erklären wir auch den Krieg allen Marodeuren und Tvekulantcn, die uns mii Hungersnot bedrohen. Wir werden alle Vorräte den Spekulanten abnehmen und die armen Arbeiter nicht ihrem Schicksal überlasten. Moskau, 2. August. lP. T. A.) Die Meldung über die Ein- nähme' der Stadl Taratow durch die Tschccho-Slowaken wird kategorisch dementiert.. Im Gegenteil ist die vor kurzem in Saratow durchgeführte Mobilisation sehr günstig ver- laufen. Nowonsensk, 29. Fuli. verspätet.(P. 7. A j Die Nachricht über die Einnahme Nowousensks(Kreisstadt des Gouvernements Samara) durch die Tschccho-Slowaken wird dementiert. Die normale aufbauende Tätigkeit dauert an. So ist z. B. vor kurzem in der Umgegend von Nawouscnsk eine große Bauernkom- in u n c mit 847t Mitgliedern organisiert worden, welche eine Kollektivwirtschaft mit LOOll Stück Vieh und ungefähr 1000 Pflügen usw. auf 58 000 Hektar Land führt. Weshalb Nivelle öie �priloffensive 1917 abbrach. Acr», 3. August. Der Deputierte Chaumet, frühere Ma- wiiuMiuijter, veröffentlicht in. der„Gironde", Bordeaux, folgende F est st et t ung en über die Apriloffenswe 1917 an der Aisne und in der Ehampagnc. Auf Grund der ihm als Deputierten zugäng- Hchirn Dokumente gibt Ehauuiet bekannt, Nivelle habe die Lffen- sive am 18. April morgens nach monatelangen Vorbereitungen be- gönnen. Er bezweckte von Reims und M o u s s h drei bis vier Linien deutscher Stellungen und deutscher Artillerie zu über- rumpeln. Nivelle rechnete mit einem Fortschritt von zehn Kilo- meter in acht Stunden, mit der Einnahme R i m o n t s am ersten Vormittag, Einnahme LaonS am Morgen des zweiten Tages. Am zweiten und dritten Offen sivtage sollte das Bor- rücken noch schneller sein und in der Richtung von Sedan upd Namur nach der Süd spitze Hollands erfolgen. Ni- vellc war der Ansicht, der Turchbruch durch dir deutsche Front werde binnen 24, längstens 48 Stunden erkolgen, sonst könne die Schlacht nicht gewonnen werden. Aber statt der erwwrtetcn zehn Kilometer rückten die Franzosen durchschnittlich mir 500 Meter, an einigen Punkten 2� Kilometer vor. Am 17. April mittags ließ Nivelle obne irgendwelchen Druck seitens der Regierung aus eigenem An- trieb die Offensive einstellen, weil eine Schwächung der deutschen Front nicht erzielt werden konnte. Neben der ungenügenden Vorbereitung von Verbinidungswegen, der ungenügenden Ausbildung der Stoßtrupven, dem Versagen des Sa- nitätSdiensteS und der außerordentlich schlechten Witterung vor znd wäbreni» der Offensive, sowie dem Umstand, daß die Angriffs- di's Positionen von drei Armeekorps den Deut- scheu in die Hände gefallen waren, was das fcanzösifche Oberkomando wußte, ohne seine Anordnungen zu ändern, waren es bauptsächlich die deutschen Maschinengewehre, die die Stoßkraft der Franzosen brachen und die vorgehenden Jnscmteriewellen förmlich niedermähten. General Nivelle hat f�h bekanntlich mit dieser Schlacht den Namen...der Biutsäuser" erivorbcn. Der gescheiterte Plan brachte ihn um seinen Oberbefehl._ tzochverratsanklage gegen Eugen debs. Gegen Engen Tebs, den ehemaligen sozialistischen Präsident- schaftskandidaten der Vereinigten Staaten, ist Anklage wegen Hochverrats erhoben worden. Sie gründet sich auf eine Rede, in der Tebs auseinandergesetzt hatte, daß die K r i e g s z i e l e der Entente wesentlich mit denen der Mittel- mächte identisch seien. Außerdem setzte sich Tebs für die Anerkennung der russischen Sowjetregierung ein. Tebs wird seine Gedanken natürlich mit Leidenschaft zum Ausdruck gebracht haben. Aber wenn einzig die mitgeteilten Punkte die Gründe der Anklage bilden, so bleibt mir die An- naknne übrig, daß im Lande Wilsons jeder böse kritische Gedanke über den Krieg der Tollarrepnblik als Hochverrat angesehen wird. Tic Fünslindzwanzigpfeniiigstücke ans Nickel gelten vom l. Ok- toller 1918 ab nicht mehr als gesevliches Zahlungsmittel. Von diese in Zeilpunkt ab ist außer den mit der Einlösung beauftragten Kassen niemand verpflichtei, diese Münze in Zahlung zü nehmen. Bis zum 1. Fanuar 1910 werden diese Fünftiiidzivanzigpfennig- slückc bei den Reichs- und LandcSkasscn zu ihrem gesetzlichen Werte in Zahlung genommen. Für die strrikciidcn Eisenbahner in der Ukraine sind in Moskau laut„Jswestisa" 150 000 Rubel gesammelt worden. Außerdem hat der Kongreß der Bauarbeiter beschlossen, einen Tagesverdienst für die Streikenden zu spenden, indem er im voraus 100 000 Rubel hierfür bewilligte, Ein Keutscher Zcieöensfükler. Frage au Bonar Law. Tie„R o r d d e il t sch e Allgemeine Zeitung" schreibt: Nach eine von mchrcreii deutschen Blättern verbreiteten Lon- doiier Meldung des„Niciiuw Rotterdamschc Courant" soll Bonar Law aus eine Anfrage KingS im Iliiterhause erwidert haben,„die rnglisckic Regierung sei immer bereit, Vorschläge zur Herbeiführung eines befriedigende» Frieden? z» crniägen". Auch uns war diese Nachricht aus Holland zugegangen. Wir haben sie aber vorerst nicht wiedergegeben, weil es uns ratsam er- schien, zunächst die unmittelbare englische Tarstcllung des Vorgangs im Unterhause abzuwarten. Erst aus ihr wird mau sehen, ob die Aeußerung Bonar Law? in Wirklichkeit von englischer Friedens- bcreitschast zeuge. Wir möchten das lebhaft bezweifeln, weil Bonar Law durchaus nicht zu den Leuten gehört, bei denen man diese Gesinnung voraussetzen kann, wenn man an das zurück- deukr, was er früher z>irr Friedens frag? gesagt hat. In dieser Ansicht werden ivir übrigens auch durch den Wort- laut der Meldung aus Holland bestärkt. Selbst wenn Bonar Law so geantwortet hätte, wie der„Nieuwe Rotterdamschc Courant" aus London erfährt, so müßte man sagen, daß sich der eng- fische Staatsmann sehr vieldeutig ausgedrückt habe. Wir glauben zu der Vermutung berechtigt zu sein, daß Friedens- Vorschläge, die Bonar Law �befriedigend" fände, dies« Kcnnzeich- nung nur im britischen Sinne verdienen würden, aber durchaus nicht im Sinne Deutschlands und seiner Bundesgenossen. Schon der bloße Gedanke an Englands Tarifpläne weist darauf hin, daß man drüben offenkundig die Wciterfüh'rung einer für uns, besonders auch für die deutsche Arbeiterschaft ganz ilnannehmbaren, auf die Erdrosselung Deutschlands berechneten Wirtschaftspolitik nach dem Abschluß des Krieges betreiben will. Ehe mithin von britischer Friedensbereitschaft die Rede sein kann, muß die Frage geklärt werden, was für Be- dingnngen Bonar Law als„befriedigend" ansehen würde. Wir haben unsererseits keinen Anlaß, diese Frage an England zu rich- ten, denn der Widerhall, den die bisherigen Bekundungen unserer FriedenSbcreitschast im � feindlichen Ausland gefunden haben, läßt deutlich erkennen, daß jeder weitere Schritt ans diesem Wege nur zu neuen Verdächtigungen Deutschlands und zur Ermunterung der feindlichen Kriegshetzer, führen würde. Nach ihrer ganzen Natur sind diese gar nicht imstande sich vorzustellen, daß ernste Friedensbereitschaft sich sehr wohl mit zuversichtlichem Kraftbewüßtsein vereinbaren läßt und bei uns auch tatsächlich ver- einbar t. Man beschuldigt uns im feindlichen Lager zwar noch immer der Zweideutigkeit. Aber was unsere Staatsmänner über den Frieden gesagt haben, ist für alle, die richtig zu hören bereit sind, vollkommen genügend, um unseren Anspruch darauf zu begründen, daß man jetzt bor allem einmal von der Gegenseite Antworten gibt, die als„befriedigen d" anerkannt werden können. Das ist eine offiziöse Frage nach den Friedenszielen Englands und der Entente. Die Bereckstigung einer solchen Frage wird von den Arbeiter- und sozialistischen Organisationen auf der anderen Seite anerkannt. Mögen sie dahin wirken, daß eine Antwort erfolge, aus der sich die Möglichkeit einer Annäherung ergibt! Der ßrieöen, eine Gefahr für üie Volks- gefunüheit! Bernhardis Mahnung an Amerika. In dieser tragischen Zeit gewährt das gelegentliche Durch- blättern der alldcntsch-militärischen Vorkriegsliteratur doch auch manche erheiternde Augenblicke. Der General v. Bernhardt be- trachtet in seinem berühmten Buch„Deutschland und der nächste Krieg" den Krieg gewissermaßen, als eine gesunde Leibesiibung, der sich kein Volk entziehen dürfe. Als Menschenfreund wünschte der gute General allen Völkern, daß sie sich dieser gesundheit- fördernden Uebung recht fleißig�unterziehen möchten. Darum machten ihm die Vereinigten Staaten von Amerika nicht ge- ringe Sorgen, in denen gerade damals, 1911, die pazifistischen Ideen große Fortschritte zeigten. Es ist nun geradezu rüh- rend, wie der gute deutsche General die Amerikaner warnte, sich nur ja nicht dem schändlichen Friedenslaster gefangenzu- geben. Er schrieb: „Nichts Schlimmeres kann einem begabten und kräftigen Volke widerfahren, als wenn es in unbestrittenem Genuß des F r i e d e ii s einem beruhigten Pbäakentum verfällt. Auch von diesem Gesichstpunkt aus sind die Fricdcnsbestrebungen, sobald sie Einfluß aus die Politik gewinnen, außerordentlich gefährlich für die Bolksgcsundhcit, und die Staaten, die aus welchen Rücksichten immer in dieser Richtung tätig sind, untergraben-die Wurzeln ihrer eigenen Kraft. Den Bereinigten Staaten von Nordamerika zum Beispiel, die neuerdings für die Ideen des allgemei- n c n Friedens auch deshalb eintreien, um sich ungestört dem Geldgewinn und Geldgenutz hingeben zu können und die drei- hundert Millionen Dollars zu sparen, die sie für Kriegsrüstungcn ausgeben, erwächst eine große Gefahr nicht so sehr aus der Möglich- keit eines Krieges gegen England oder Japan, sondern gerade daraus, daß sie alle Konflikte mit ebenbürtigen Gegnern auszuschließen und damit große politische Spannungen zu der- meiden suchen, die doch allein die sittliche Ausbildung des Volks- charakters ermöglichen. Wenn sie auf diesem Wege fortschreiten, loerden sie in Zukunft für eine solche Politik schwer zu büßen haben." Tie Sorge, daß das amerikanische Volk' im Frieden ver- kommen könnte, sind wir nun, Gott sei Dank, los. Allerdings — England und Japan sind heute nicht Feinde der Vereinigten Staaten, sondern ihre Bundesgenossen. Daß wir es fertig- bringen wiirden, auch noch mit Amerika Krieg zu bekommen, das hat selbst Bernhards vor sieben Jahren sich nicht träumen lassen. Und war doch ein schneidiger, alldeutssticr Kavallerie- general z. D.! Letzte Nachrichten. Bei Albert und an der Veslc. Englischer Heeresbericht vom 3. August abends.. Die Fort- schritte unserer Patrouillen im Abschnitte von Albert dauern an. Wir halten einen größeren Teil des Geländes, das vorher der Feind westlich der Ancre innehatte, besetzt. Wir warfen starke Streisabteilungen südöstlich von Hcbuterne vollständig zurück. Amerikanischcr Bericht vom 3. August. Der Feind wurde in Verwirrung über die Vesle-Linie getrieben. Seit dem 18. Juli haben wir im Lause unserer Unternehmungen 8400 Ge- sangene gemacht und 133 Geschütze genommen. GroßlVerltn Harge!ö!os?r Zahlungsverkehr. Ich bin jüngst auf einen Kirschkern getreten,(in Berlin auf einen Kirschkern! Den muß ein Auswärtiger verloren haben) und hingefallen. Schlug mit dem Kopfe an eine Litfaßsäule. und als ich die Stelle besah, hing da ein Plakat: Pflegt den bargeldlosen Zahlungsverkehr! Man wird mir also nachfühlen können, daß ich mich süq das Problem inter- essiere. Offen gesagt: ich halte nicht viel davon. In der Theorie mag die Sache nicht schlecht aussehen, aber in der Praxis? Ich stütze mich auf Erfahrung, habe die Fälle erlebt. Mein Onkel in Hanisterbach z. B. hat mir jüngst eine Tabelle gezeigt, auf der stand: 1 Liter Petroleum ist i/j>' Pfund Butter; 1 Paar Stiefel sind 10 Pfund Mehl; � 1 Anzug ist ein Schinken usw. Mein Onkel sagt, das System bewähre sich, und es ist ihm zu glauben: er wiegt 230 Pfund. Das große Aber ergibt sich von selbst. Da ich kein Pe- troleum lxibe, kann ich inir keine Butter kaufen, und ein Paar Stiefel tun mir so not wie 10 Pfund Mehl... Ter zweite Fall. Mein Freund Stepkc war ein prin- zipieller Vertreter des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Er pumpte, und als sein Kredit auf die Aussichtslosigkeit' oll- deutscher Kriegsziele herabgesunken war, k l a u t e er. Er wurde verkannt. Anstatt als Bahnbrecher edlerer Zahlungsmittel gewürdigt zu werden, wurde er eingesperrt. Viitzt heute noch. Wie gesagt, ich halte die Sache nach allen Seiten für aussichtslose Es müßte denn gerade sein, daß ich das Plakat trotz der engen Berührung noch nicht richtig verstanden habe. Was sich entschuldigen läßt, wenn man eben auf den Kopf gefallen ist._ Erzengerhöchftpreise für Obst. Die Rerchsstelle für Gemüse und Obst gibt jetzt die endgültig festgesetztem Preise für Obst bekannt, die bereits Mi Kraft getreten sind. Danach kosten pro Pfund: 1. A e p f e l und Birnen. Gruppe I: Tafelobst 35 Pf. Tafelobst sind alle gspftünten, nach ihrer Beschaffenheit sofort oder nach Ablagerung zum Roh- genuß geeigneten Früchte unier Ausscheidung sämtlicher kleinen, verkrüppelten und beschädigten Früchte und mit Ausnahme von Edelobst. Gruppe ll: Wirtschaftsoost 15 Pf. WirtschaftSobst ist alles Schüttel-, Most- und Fallobst sowie das aus der Gruppe I aus- -geschiedene Obst, soweit eS für die Herstellung von Marinelädc, zum Kochen, Dörren und zu sofortigen Wirtschasiszwecken ge- eignet ist. 2. Z w e t s ch e n. Zwetschen, Hauspflaumcm Hausztvctschen, Muspflaumen, Baueriipslaumcn, Thüringer Pilaumen, mit Ausnähme der Brenn- zwetschen, 20 Pf., Brennzweftchen 10 Pf. Für Edelobst(Aepfel und Birnen) wird kein einheitlicher Höchstpreis festgesetzt. Hierfür darf dem Erzeuger durch die zu- ständigen Stellen ein nach der Güte und Verwertbaxkeit des Obstes zu bemessender höherer Preis als 35 Pf. bis zu 80 Pf. se Pfund, in besonderen Ausnahmefällen bis zu 1 M. je Pfund gewährt werden. Als Edelobst konuut ausschließlich allerseinstes, schon bisher in Stücksrückiten gehandeltes Obst in Betracht, das vollkommeii ausgebildet, ohne ischönheitssehler und ohne Beschädigungen sein., den anerkannt besten Sorten angehören, das für die betreffende� Sorte gültige Mindestgewicht aufweisen und beim Versand so sorgfältig verpackt sein muß, daß eine gute Ankunft gewährleistet ist. ' Auf den. Erzeugerpreis von Tafeläpftln und Tafelbirnen dürfen Aufbewahrungszuschläge berechnet werden, und zwar für die Zeit vom 16. bis 31. Oktober ie Zentner 3 M.. vom 1. bis 15. November 2 M., vom 13. bis 30. November 2 M. und dann je Monat und Zentner 2 M. mehr. Für Wirtschaftsobst dürfen Aufbewahrungszuschläge nicht gewährt werden. Neugcgriindete Haushalte ohne Wäsche. Wie die ReickisbekleiduiigSstellc mitteilt, werden ihr in großen Mengen ausgefertigte Bezugsscheine auf Waren vorgelegt, ilir die die Ausfertigung von Bezugsscheinen ausdrücklich verboten ist. Sie macht daher erneut auf die in den Mitteilnngen der Reichsbeklei- dungsstelle angeführten Bewilligungsverbote aufmerksam: Sie Ausstellung von Bezugssckieinen ist v erboten, insbesondere: 1. auf fertige aus dickten Stoffen bergesiellte Vorhänge, Markisen, Wetterrouleaus u. dgl.>ow!e auf dichte Stoffe, die zur Anfertigung von Vorhängen, Markisen usw. bestimmt sind, 2. aus Bettwäsche und aus die zu ihrer Herstellung bestimmten Stoffe sowie auf Mabratzendrell— nicht aber aus Inletts � und Inlett- stoffe—, 3. auf Bademäntel und Badelaken, 4. auf Wäsche, z. B. Tischwäsche, Mundtücher, Handtücher— nickt aber aus Leibwäsche(Märmerplätlwäsche), Säuglingswäsche und-Be- kleidung, Taschentücher, Hausschürzcn, Wisch- und Scheuertücher. Die Bezugscheinstellei, werden nun darauf aufmerksam gemach!, daß A u S n a h m e n von den erwähnten Bezugsscheinverboten nur in den von der Reichsbekleidunc-Sstelle besonders hervorgehobenen Fällen zulässig sind, z. B. bei Bettwäsche für Kranke gegen ärzt- liche Bescheinigung oder für Wöchnerinnen und Säuglinge gegen Bescheinigung des Arztes oder der Hebamme oder gegen Geburts- bescheikiigung. DieNeugründung eines Haushalts kann als solcher Ausnahmefall nicht aufgefaßt werden. Knscverteilung. In der Zeit von Montag, den 5.. bis Don- nersttg, den 8. August, wird an diejenigen Kunden, die in die Speisefettkundenlisten der in den Bezirken der 121., 124., 126. bis 128., 130. bis 132., 182., 196, und 229. Brotkomiiiission gelegenen Geschäfte(Filialen. Verkaufsstellen) cingctrageu sind, pro Kopf 12 5 Gramm Käse verteilt. Eine Ledcrbörse in der Lanbenkolonie wurde von der Krimi- nalpolizci entdeckt und aufgehoben. Es hatte sich herumgesprochen, daß seit einiger Zeit auf einem Laubengelände bei Halensee eifrig Loder gehandelt wurde. Ein Fuhrherr von dort, der auf dem Ge- laude seinen Wagenplatz hat, bot Loder unter der Hand an. ES wurden auch gewerbsmäßige Schleichhändler auf die Gelegenheit auftnerksain. und einer überbot den anderen. Aber auch die Kri- mnialpolizei erhielt Kenntnis von den Geschäften. Ein Kommissar fuhr mit feinen Beamten hinaus, um sich zu beteiligen, erhielt Einblick in den Betrieb und konnte dann noch fünf-Ballen, jeder 2 Zentner schwer, beschlagnalmen. Wie die weiteren Ermillelun- gen ergaben, handelte es sich um ganz charatterisrisste Sckieber- geschäfte. Das Leder stammte von einem Vorarbeiter Karl Gobol, der aus einem hiesigen Güterbahnhof beschäftigt ist. Von dort hatte der Fuhrmann es nach seinem Gelände abgerollt. Göbel sagte erst. er habe das Leder obnc Papiere in einem Wagen liegen gesehen und geglaubt, es fei Schlcichhandelsware. Endlich gab er jedoch zu. daß es regelrechtes Frachtgut sei und mit einem ordnungsmäßig ausgestellten Frack ck riefe versehen gewesen sei. Den Absatz batte man sich leicht gedacht. Er erwies sich jedoch als ziemlich schwer. Man mußte sich an zu viele Leute wenden. Das Leder, da? noch in seinem Versteck lagerte, sollte für 12 Mark das Pfund verschobon werden. Ein Ehepaar wollte es nehmen, suchte aber erst eine» Käusor, der ihm 19 M. bot. Es fand einen Bewerber in-einer Fra-u, die ihrerseits wieder ftir 20 M. verkaufen wollte. Zwei Vermittler, an die sie sich tvandie, verlangten S5 M., fanden dafür aber auch noch leinen richtigen Käufer. Ein dritter Vermittler bm den Preis, vorausgesetzt, daß er einen Abncbmer finde, der 26 M. zu zahlen bereit sei. Soweit mar das Schiebcrgeschäft gediehen, als es ein unerwartetes Ende fand. Das lagernde Leder, das jetzt beschlagnahmt wurde, befand sich schon in der sechsten Hand und der Preis war,«hne daß die Ware sich bewegt hatte, von 12 auf 26 M. das Pfund gestiegen. Die Schiebergesellschaft wurde vcr- haftet. Bon einer Kraftdroschke getötet wurde gestern nachmittag der 6 Jahre alte Sohn Hugo des Arbeiters Mendt aus der Fennstr. 5. Der Knabe spielte mit änderen vor dem Hause Nr. 1b, geriet unter die Räder und wurde so schwer verletzt, daß er schon auf dem Wege nach der Rettungswache in der Lindower Straße starb. Ob den Verunglückten selbst oder den Wagenführer die Schuld trifft, be- darf noch der Untersuchung. Eine teure Zeche. Ein 23 Jahre alter Seemann Paul M. kam zum vorübergehenden Aufenthalt von Warnemünde nach Berlin. Auf der Reise lernte er einen Mann kennen, der sich ihm unter dem Namen von Weiterkamp vorstellte. Bei einer Zahlung fand der Reisegefährte Gelegenheit zu sehen, daß der Seemann viel Geld bei sich hatte. In der Absicht, sich dieses Schatzes zu bemäch- tigen. lud er ihn abends nach einer vielbesuchten Weinwirtschaft in der Jägerstraße ein und gab solange Sekt zum besten, bis der See- mann schwer betrunken war. Kurz vor Geschäftsschluß plünderte er dann den Betrunkenen aus und verschwand mit seiner ganzen Habe, 14 366 M. in barem Gelde, einer Zigarettendose und"einer Brieftasche mit den Ausweispapieren des Bestohlenen.«Von Wciterkamp" ist noch nicht ermittelt. rsmbel 23 Min. 4 Sek., 2. Pawke 16, Ä. Miewerall 166, 4. Kuschkow 236 Meter zurück. Entscheidungslauf, 56 Kilometer f3666, 2666, 1266, 1666 M.): 1. Krupkat 46 Min. 1 Sek., 2. Pawke 236. 3. Przy- rembel 626. 4. Janke(Radwechsels 1866 Meter zurück.— Vorgabefahren. 000 Meter: 1. Müller 1 Min. 8 Set.(36). 2. Tahnke(631. 3. Freiwald(46), 4. Schütz>76), 3. Schlottke(86 Meter Vorgabe). —• Zwcisitzerrenncn, 1866 Meter: 1. Häusler-Abraham, 2. Rabe- Kops, 3. Rudel-Tadewald, 4. Freiwald-Bethke. 5?rupkat Sieger im Großen Preis von Deutschland. Im Sportpark Treptow gelangte gestern das wertvollste Rad- rennen für Dauerfahrer, der Große Preis von Deutschland, zum Austrag. Das Rennen wurde von acht Fahrern in zwei Vorläufen über je 23 Kilometer und dem Entscheidungslauf über 36 Kilo- meter bestritten. Nachdem in den beiden Vorläufen Kuschkow, Net- telbcck, Wiewerall und Wittig steckengeblieben waren, rangen im Entscheidungslauf Janke, Krupkat, Pancke und Przyrembel um den reichen Preis.?lbgesehen von einem Radwechsel Jankes nahm der Entscheidungslauf ausnahmsweise einmal einen, einwandfreien Verlauf. Auch der Wettergott übte Nachsicht, indem er erst nach Beendigung des Laufes seine Schleusen öffneie. Krupkat sicherte -ich sofort die Führung und behielt diese bis zum Schluß siegreich bei. Aber auch die anderen Fahrer fuhren ein großes Rennen. Einige gut besetzte und intcresiant verlaufene Fliegerrennen vervoll- sländigtcn das Programm, so daß das vollbesetzte Haus wohl auf seine Kosten gekommen sein dürste. Ergebnfsie. Großer Preis von Deutschland 1. Vorlanf, 23 Kilo- meter:"l. Krupkat 22 Min. 44 Sek., 2. Wittig 10, 3. Janke 166, 4. Ncttelbcck 460 Meter zurück. 2. Borlauf, 23 Kilometer: 1. Przy- Eharlottcnburg. Ter Umfang der Wohnungsnot. Am 26. Mai wurde in Groß-Berlin eine Wohnungsausnahme veranstaltet, deren j Ergebnisse über die Lage des WobnungsmarkteZ wertvolle Aufschlüsse geben werden. Für die Stadt Eharlottenburg werden die Ergeb- � nissc jetzt bekannt gegeben. Die Zabl der leerstehenden Wohnungen ! ohne Gewerberäume ist vom Mai 1617 bis Mai 1918 von 1865 auf i 535 gefallen, d. h. während der Prozentsatz der leerstcbenden Woh- nungen im Mai 1617 noch 2,2 betrug, machte er im Mai 1618 nur i noch 6,7 aus. Am stärksten i st der Mangel leerstehender Kleinwohnungen. Leerstehende Wohnungen mit 1 Zimmer und Küche gab es in Chariottenburg im Mai 1618 nur � noch 43(0,3 Prcz. i gegen 94(0,6 Proz.) 1917, Wohnungen mit : 2 Zimmern 78(0,3 Proz.) gegen 349(0,5 Proz.), Wohnungen mit l 3 Zimmern 37(6,2 Proz.) gegen 226(1.4 Proz.). und Wohnungen i mit 4 Zimmern 29 0,4 Proz., gegen 345(4.3 Proz.). Bei den Wohnungen mit 5, 6, 8 und mehr Zimmern betrug der Prozent- l satz der leerstehenden Wohnungen noch 1,3, 2,5, 3,1, 2,1. Auch die i Zahl der leerstehenden Wohnungen mit Gewerberäumen weist einen ganz erheblichen Rückgang seit einem Jahr auf, nämlich von 714 (6,7 Proz.) im Mai 1917 auf 192(2,4 Proz.) im Mai 1618; ein Beweis, daß diese meist mit Läden verbundenen Wohnungen in sehr starkem Ilmfang heute schon nicht mehr als Läden mit Woh- nungen, sondern als bloße Wohnungen vermietet werden. Pankow. Lebensmittel. Im Laufe dieser Woche gelangen in den bekannten Verkaufsstellen zur Verteilung: Arn die allgemeine Lebensmittelkarte: 266 Gramm Graupen. Auf die Pankower Lebensmittelkarte: 560 Gramm Ge- müsckonserven, sowie Räucherwaren(falls Ware eingeht). Aus besondere Karten: Neben der feststehenden Brot- und Mehlration voraussichtlich 50 Gramm Butte c und 26 Gramm Margarine sowie 236 Gramm Fleisch mir Knochen und Wurst auf die Abschnitte 1— 10 der Ncichssleischkgrte vom 5. bis 11. August. Kartoffeln werden zunächst 5 Pfund auf die Abschnitte 118a. b, c. ä und e der Pcmkower Kartoffelkarte nir die v e c f l o s s e.n e Woche(soweit solche noch nicht entnommen sind), und zwar bis Donnerstag, den 8. August, ausgegeben; terner 7 Pfund Karlof- feln für die laufende Woche auf die Abschnitle Ulla, d, c, d, e, f und g der Pankower Kartoffelkarte. 373 Gramm Zucker auf Abschnitt 15 der allgemeinen Zuckerkarte(gültig vom 1. bis 15. August). Ein Päckchen Süßstoff(ll-Packung) auf Abschnitt 8 der Süßstoffkarte für Monat August. 1 Flasche sterilisierte dä- nische Vollmilch für in der Zeit vom i. Juli 1911 bjs 1. Juli 1912 geborene Kinder und Personen, die im 63. Leberwjahre stehen oder älter sind. — Zulagen für Kinder bis zu 2 Jahren: 366 Gramm Hafer- flocken für den Monat auf Bezugsschein, für solche bis zum 1. Le- bensjahre 373 Gramm Zuckerzulage auf Abschnitt 13z, b uns a der Zuckerzusatzkarte, für solche im 2. Lebensjahre 236 Gramm Zucke. zulage aus Abschnitt 13z und b und solche vom Beginn des 3. ins zum vollendeten 6. Lebensjahre 125 Gramm Zuckerzulage auf Ab- schnitt 13 der Zuckcrzusatzkarte. — Militärperssnen erhalten 200 Gramm Graupen und 566 Gramm Gemüsekonserven. fins aller Welt. Schwerer Eifenbahnunfall bei Oswiecim. Krakau, 4. August. Wie die Blätter melden, ereignete sich m der vergangenen Nacht bei Oswiecim ein schwc-rer Eifenbahnunfall. �Auf einer Eisenbahnbrücke bemerkte der Lokomotiv- i sührcr eines gemischten Zuges vor sich einen anderen Zug und gab infolgedessen Bolldampf nach rückwärts. Während ' 13 Personenwagen, die sich unmittelbar hinter der Lokomotive de- i fanden, bremsten, fuhren die mit vcraltetcn Bremsen ver-ebenen ! Güterwagen weiter. Ter Druck der Güterwagen hob die Personenwagen empor, von denen fünf von der Brücke in die � Weichsel abstürzten, während zwei am Brückengeländer hängen ! blieben. Durch den Unfall wurden 36 Personen leicht, (ö schwcr verletzt. Holländische Rheinflotte an deutsche Bergwerke verkauft. Amsterdam, 3. August. Ein hiesiges Blatt meldet aus Rotter- dam, daß die Rheinilotte der«Driol Stoomboot an Transflort- Onderneeming' in Rotterdam, die aus 17 Schlcppdampscrn. 66 Rheinkähnen und 3 Dampsiranen besieht, für böii Betrag van 5J4 Millionen Gulden an die Bergwerksgesellschaf: in Walsum bei Hamborn verkauft wurde. Rubclkurs. �Jn England zahlt man beim Einwechseln von Ru- beln in Pfund Sterling ffir 1 Pfund Sterling— 26 Rubel 50 Kop. Nach Telegrammen aus Stockholm wird für 1 Krone dort 1 Rubel 86 Kop. bezahlt. Wetterauöstchtcn für das mittlere Norddcutschland bis Tienö- tagmittag. Zeitweise heiter, je-doch vorherrschend wolkig, an den meisten Orlen Gewitterregen, in den Mittagstunden ziemlich warm. Berantwortl. f. Politik: Dr. Franj Ticdcrich, Berlia-Friedenau: lür d. Ltirigcn Teil des Blattes: Alfred Iiboli. Neukölln: für Anzeigen:"prodor Glocke, Bervn. Verlag: Vorwärts-Berlag G. m. 6. H., Perlin Druck: Vorwärls-Puchdruckerci und Vcriagsanslalt Paul Singer u. Co. in Berlin, Lindcnstrahc S. Wanzen und Motten mit Brut werden radikal vernichtet durch Wanzentod Pfeifferol in Flaschen zu 4,50 M., 3,— M., 1,75 M. und 1,— M. und Mottentod Pfeifferol(50 Pf.) überall zu haben. Äerr Paul Rades, Drogerie, Turmstraße 48, schreibt:„Ihr Wanzentod Pfeifferol ist vorzüglich, ein Kunde empfiehlt Ihr Präparat immer dein anderen". Kopf- und Haarwasser Pfeifferol gegen Ungezieser für Kinder, Flasche Z.Zil M., 1,50 M. u. 75 Pf Pnrasiteu-Linimenl Pfeifferol gegen Ungeziefer, Flasche?.50 M. und 1,50 M. rricresol-Puder Pfeifferol gegen Flöhe, Dole 1,25 M. und 1,— M. Kinderpuder Pfeifferol, bestes Einswcumitlel jür Kinder. Toilette-Haarwaffer Pfeifferol gegen Kopsschuppcn und Schinnen, ein ideales Haarpflegemittel Flasche 2.50 M. AiiolWi Otto Wsser& Mtr, B 05, Wlsl» 17. * Sieferantcn der Deutschen-Armee in Fuifpstege-, Ungeziefer- und Frostmittcln Ddeater kür MontsA, L. �uxust. Central-Thoater '/.mu-. ßie Masfllrsto. Deatsches Opernhans 7� u: Die Fledermaus Friedrlch-Wilhelmst. Theater 7'/-Mrr-.kz8llMM!jM. Kleines Theater 8 Uhr; Arisfltf und seine Fehler mit Bassermajin. Komische Oper 71°v.: SdiwarawaifeiM Metropol-Theater Die Rose m StoM 7',. Uhr:_ Ikcnlsches Theater. Allabendlich 8 Uhr: Max Pallenborg in Der fcschc Undl. Kamm erspiele. Allabendlich 7'/, Uhr: Die Thuserln. Volksbühne, Tha.Blüowpl. Allabendlich 7J/, Uhr: Sommemach tat räum. Theater«les Westens. Allabendlich 71/, Uhr: Inkognito. Operette von Rudolf Nelson. iDarphSÄS"! Täglich 7'/, U abends Walhalla- liustsplclhans 7'/, Uhr: Die spanische Fliege Neues ßperettenhaus Das sfiße Mädel. T'/.Ubr; Uesldens-Theater TJbr: flj!«!'' MlW. Schlller-Th. Chari. t1/, uhr: Alt-ieidellierö. Thalia-Theater üh�ÖDterilerlililieiiilen linde Theater am Nollendortplatz 7';, Uhr: Theater, Woinbergsweg Spezialarzt Dr. med. Daabs beh. schnell, grstndl., mögl. schmerzlos u. ohne BerufSstör. 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Man nehme alle Sorten grüner Gemüse und grüner Garten- gcwächse(je nachdem, wie die JahreSzeii es biciet), Dielelben werden mit einer Hackmaschine oder mit dem Hackmefler so sein wie möglich zerkleinert und dann eine sauber gewaschene nn- geschälte Kartoffel ä Person, ebenfalls sein gerieben, zugesetzt und alsdann mit Salz und Wasser zu Feuer gebracht in einem z». gedeckten Gkiätz, Wenn die Suvpe gar und seimig ist, wird ä Pcrfon ca. 20 Gramm.Clifciin- zugesetzt und hat die Suppe dann einen kräftigen Fleischgelchmack. Soll sie nicht als Vor- ipeiic, sondern als Mittagefien dienen, wird die Suppe etwas dicker eingekocht durch mehr Zusatz von Kartoffeln und sein ge- hackte m grünen Gemüse und»Ohsena-Gxtrakf nach Geschmack. Aus diese Weise empfindet man beim Mittagessen in den fleisch- losen Wochen nicht das Fehlen von Fleisch, sondern alle Suppen erhalten durch»Ohsena-« einen kräftigen Fleischgelchmack.— .Ohscna' ist in den meisten Geschüsten der LebenSmittelbranche käuflich zu folgenden Preisen: 86/17» -/. Pfd. netto Mk. 5.25'/, Psd. netto Mk. 2.30 'I, Psd. netto Mk. 1.60. Alohr 5. Co., S. m. b. tz., filtona-Clbe. Gesamtw. d. Gewinne iMdrk i — Ziehuno 6. u. 7. Aunusl— äl Ziehung 27. August GJLehrerhcim- eld-Lotterie Hauptgewinne von Mark 75000 30000 10 000 Lose zu 3,50 M. Postgebühr n. liste 45 Pf. außerdem. in Lose in feiner QC U '" Brieftasche dJ nli einschließl. Postgebühr und Liste. Eine feine Brieftaselie m. I Lebrertieim- u. 5 Bote-H-Losen 24 Mark einschließlich Postgebühr u, 2 Listen. 100 000 4:50 000 T: 10 000 Lose zu 3,30 M. Postgsbühr u. Liste 45 Pf. außerdem. in Lose in feiner QQ U Brieftasche einschließlich Postgebühr und Liste. Iii.(Iii K. Sebwarz), NO 43, Nene Königstr. 86 u. 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