Neöaktion: SW. 68, �inöenstraße 3. Zyernivrecher:«Ml Mori<,vlatz, Nr. 1SI SV— lSl»7. Dienstag, de« 6. August 1918. Expeüttion: EW. 68» �inüenstraße 3. Skerufprecher: vmt Moritzpiatz, Nr. 1S1 SV— 1S1 S7. Nr. 214. 33. Jahrg. Vevlinev Volltsblctkk. äe? foÄaläemoKratifcden Partei VeuttcKlanÄs. �10 Pfennig � Anzeigenpreis: DieNebengespaUeneKolonelzctle lost et 80 Pig..Kleine Anzeigen", da» fetlqedruclte Worl SO Pfg.(zulässig 2 seugedruckte Sorte), scdeS weitere Wort tb Psg, Stellengesuche und kchlatstellenanzeigen das erste Wort 20 Psg,, jedes weitere Wort iv Psg, Worte über IS Buchitaben zählen sür zwei Worte, Teuerungszuschlag 20°/» Familien-Anzeigen, politische und gewerlschastliiUe Vereins. ilnzeigen S0 Pig, die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 3 Uhr nachmitlags im Haudtgeschäsl, Berlm KW, SS, Lindenstratze». abiegeben «erden. Geöffnet bon 8 Uhr srüh bis 7 Uhr abends. Bezugspreis: Lierteljährl. 4,60 SKI, monatl, I.SOMl, ei ins Haus, Loraus zahlbar, einzelne Ummern 10 Pfennig. Postbezug! Monatlich, bom Posischalier abzuholen IchO M!., vom Briefträger insHaus ge- bracht I.St Ml. Untct Kreuzband jü: Deutschland und Oesterreich- Ungarn 3.— M!„ sür das übrige Ausland i.60 Ml. monatlich, Versand ins Feld bei direkter Beitelluna monatl. I MI Ml. Postbeslellungen nebmeri an Däne- mar!, Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Erngerragen in die Post-Zeitungs-PreiSIiste. Erscheint täglich. Telegramm- Adreffe: »Sozialdemokrat Berltn", Zentralorgan Kämpfe an der Tesle. t>k französischen Sozialisten und die Kreditbewilligung. Ei» Kampf für die internationale Konferenz. Turch verschiedene Zeitungen geht die Behauptung, der Nationalrat der französischen Sozialistenpartci habe die sozia- littische Kammerfraktion beauftragt, die Kriegskreditc künftig abzulehnen. Tas ist nicht richtig. Zlbgeseben davon, daß der Beschluß des Nationalrats nur ein vorläufiger, die Fraktion nicht bindender ist und daß die endgültige Entscheidung erst aus einem binnen zwei Monaten einzuberufenden Parteitag fallen soll, bat sich der Nationalrat selbst keineswegs für eine Kredit- Verweigerung unter allen Uniständen entschieden. Tie R c- solution Longuet beauftragt vielmehr die Abgeordneten, für die Erteilung von Pässen zu einer internationalen Konferenz eine inachtvolle Aktion zu führen, die„bis zur Verweigerung der Ktiegskredite gehen soll"(llevant aller fukigu'au rebus des crddils militaires). Tie Ankündigung einer eventuellen Kreditverweigerung soll also als Droh- und Druckmittel benutzt werden, um die Hiudernissc, die dem Zusainmentritt einer internatio- nalcn Sozialistenkonferenz entgegenstehen, aus dem Wege zu räumen. Daß die Sache so und nicht anders gemeint ist. geht auch aus der Debatte über die Resolution Longuet hervor, zu deren Begründung Paul Mistral ausführte: TZir wissen genau was wir wollen. Wir wallen vor allem die internationale Wiedervereinigung. Wir wollen eine inter- nationale Konferenz, zu der sich im Vorjahr unsere Mehrheitler bloß mit einem Lippengebet bekannt haben. Diese Konferenz, notwendiger denn je, ist beute auch möglicher denn je, nachdem sich die Deutschen in aller Form für sie erklärt haben. Aber wenn diesmal wieder die Pässe verweigert werden? Das ist dann der Kampf, den wir sofort entschlossen aufnehmen werden. Wir werden dann unsere parlamentarische Aktion bis zur Kreditverweigerung steigern und einen direkten Appell an die Massen der Arbeiter uns Bauern ergehen lassen. Mit der „revolutionären Gymnastik" von ehedem hat ein solches Lorgehen z nichts zu tun. Ganz in demselben Sinne erklärte sich ein anderer Redner de? zum Schluß siegreich gebliebenen Linken, P r e s j c ni a n e. Er erklärte die Antwort der deutschen Soziali st cn iei zufrieden st eilend:„sie konnte nicht anders sein als sie ist, sie ist unzweifelhaft sozia- l i st i s ch". Was die Linke im Einverständnis mit den Gewerk- schasten(der C. G. T.) vorschlage, sei eine parlamentarische Aktion, für den Fall, daß die Regierung die Pässe verweigern sollte. Diese parlamentarische-Aktion solle auch die Ver- Weigerung der Kredite miteinbegreifen, falls dies der Nationalrat ausdrücklich fordere. Für Kreditverwcigerung unter allen Umständen sprach sich nur der Zimmerwalder L o r i o t aus mit der Begründimg, wer für die Kredite sei, sei auch für den Krieg. Tie von ihm ein- gebrachte Resolution erzielte aber nur 132 von 2882 abgegebenen Stimmen. Genf, S. August. Der allgemeine französtsche Sozialisten- kvngrcst wurde auf den 6. Oktober einberufen. Zxonwerlegung und Nachhutkämpfe. Berlin, 5. August.(W. T. B.) Die Ausführung unserer Bewegungen in der Nacht vom I. zum 2. August erfolgte, wie an der Hßuptfront auch südwestlich Reims, nachdem alles, was dem Feinde hätte zweckdienlich sein können, zurückgeschafft oder zerstört worden war. Alle vorhandenen Bestände und Munitionsdepots waren beizeiten zurückgeführt. Auch die Ernte war zum großen Teil eingebracht. Ter Abmarsch der Truppen, die in vorderster Linie gestanden hatten, geschah ohne etttei» Mann Verlust. In der Nacht und am Morgen beschoß der Feind noch mit seiner Artillerie ausgiebig die Höhe 240 westlich V r i g n y und die Tal- mitlden unseres alten Kampfgeländes, die längst von uns geräumt waren, ein Beweis, daß er nichts gemerkt hatte. Am Nachmittage des 2. August fühlte er vorsichtig mit Pa- trouillcn an unsere zitrückgelassenrn Postiert» ttgtn heran, folgte dann in Marschkolonen über Merl) in Richtung G c r m i g n y, Jan- v r l> und auf G u c u x. Ties war der willkommene Augenblick für unsere Artillerie, dem Gegner durch zusammengefaßtes Bernich- tungsfcucr schwere Verluste zuzufügen. Er wurde zur Entwicklung und zum Angriff gegen unsere Nachhutstellung gezwungen. O e st- lich Gueux vorgehende Kavallerie wurde in alle Winde ver- streut. Auf dem linken Flügel kam ein feindlicher Angriff auf den Höhen bei Gemtgnn zum Stehen. Durch das tapfere Aushalten eines deutschen Artillrriebcobachtrrs bei der R o s n o ff f e r m e, welcher daS deutsche Feuer auf die nachfolgende französtsche Jnfan- tcrie hervorragend leitete, wurde der Feind gegen Abend von den Höhe« bei Germigny wieder zur Umkehr gezwungen; ebenso flutete die bei M o i z o n vorgehende Infanterie wieder zurück. Frontverlegung an Avre und Vesle— Stärkerer feiudlicher Augriff auf Fismes. Berlin, 5. August 1918, abends. Amtlich. Oertliche Kämpfe an der Vesle. Amtlich. Großes Hauptquartier. 5. August ISl«.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. An der Front zwischeu D p e r n und südlich von M o n t- d i d i e r nahm die Fcucrtätigkcit am Abend zu und blieb auch die Nacht hindurch lebhaft. In Flandern, nördlich von Albert und beiderseits der S o m m e wurden Vorstöße des Feindes ab- gewiesen. Nördlich von Montdidicr nahmen wir unser« auf dem We stufcr der Avre und des Dombachs stehenden Kompagnien ohne feindliche Einwirkung hinter diese Abschnitte zurück. Bei kleineren Unternehmungen südwestlich von Mont- vidier machten wir Gefangene. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. An der Vesle hat die Fcnertütigkcit zugenommen. Erfolg- reiche Vorfcldkämpfc südlich von E o n d ö und westlich von Reim S. Nach Abwehr feindlicher Teilvorstöße wichen unsere Nachhuten stärkerem Angriff des Gegners auf FiS m rs befehls- gemäß auf das nördliche BeSle-Ufer aus. Heeresgruppen Gallwitz und Albrccht. Westlich der Mosel, in den mittleren und oberen B o g e s e u wurden Vorstöße des Feindes abgewiesen. Im S u n d g a u machten wir bei eigener Unternehmung Gefangene. Vizefeldwebel Thom errang seinen 27. Lustsieg. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. Der österreichische Bericht. Wien, 5. August. Amtlich wird verlantbart: Nirgends größere Kampfhandlungen. Der Chef deS Generalstabes. Unfere Nachhuten bei T h i l l o i S verwehrten dem Gegner dort das Ueberschrcitcn der Reimser Straße. So endete der Versuch des Feindes, die Zurücknahme unserer Nachhuten zu stören, am 2. August abends unter schwersten Ver- lüften sür ihn selbst. Er wagte nicht weiter vorzudringen. Auch die Nachhuten lösten sich nach vollständig gelungener Durchführung ihrer Aufgabe in der Nacht vom 2. zum 3. August unbcbelligt vom Feinde los. Unsere noch vor denselben ausharrenden Patrouillen und Maschinengewehre fügten heute vormittag dem Feinde bei seinem Vorfühle» weitere Verluste zu. So hat auch diese Opera- tion wesentlich dazu beigetragen, den Feind in seiner Kampfkraft zu schwächen. * Amsterdam, 5. August. Reuters Korrespondent im fiattzösischen Hauptquarti-sr berichtet vom Sonnabendabend; Wir sind wieder im Bewegungskrieg. Kavallerie verteilt sich fächerförmig über die Fei- der und geht der vorrückenden Infanterie vorauf. Längs der Wege entdeckt die Kavallerie Maschinengewehrposten der Deutschen. Die feindliche Artillerie richtet ihr Feuer auf bestimmte Punkte, Wege und Brücken, die unsere Truppen passieren müssen, und versucht, ihren Vormarsch zu verlangsamen. Französischer Heeresbericht vom 4. August, abends. Im Laufe des Tages erreichten wir die V e s I e an mehreren Punkten östlich vom Flusse. Die feindlichen Nachhuten leisteten lebhaften Widerstand besonders zwischen M u i z o n und C h a m p i g n h. Unseren leichten Truppen gelang es trotzdem, auf dem Rordufer an verschiedenem Stellen Fuß zu fassen. Fismesistinunserem Best tz. Nordwestlich von Reims gewannen wir Boden bis zum Dorfe Reuvillette, welches der Feind nachdrücklich verteidigte. Auf dem linken Ufer der Avre zwischen Fastel und Mesnil Saint Georges wurden die Deutschen gezwungen, einen Teil ihrer infolge unseres Vormarsches vom 23. Juli unhaltbar gewordenen Stellun- gen aufzugeben. Wir besetzten Braches, drangen in H a r g i- eourt ein und schoben unsere Linien an den westlichen Rand von Courteranche vor. Wir machten Gefangene. Französischer Bericht vom S. August, nachmittags. Keine Einzelheiten von der Schlachtfront zu berichten. Leichte französische Kräfte, die die Vesle überschritten hatten, stießen überall auf deutschen Widerstand. Amerikanischer Heeresbericht vom 4. August. Wir haben FismeS genommen und halten in diesem Abschnitt daS S ü d- u f e r der Vesle besetzt. Englischer Heeresbericht vom 4. August, morgens. Un- jerc Patrouillen ereichten die Ancre zwischen Dernaneourt und Hemel und sind auf dieser Linie t« Berührung mit dem Feinde. Die Kosten öes Weltkriegs. Eine der offiziösen Notizen, in denen die Bilanz der der- gangenen vier Jahre gezogen wird, beschäftigt sich auch mit den Kosten des Weltkrieges und der Frage der Kostendeckung. Sie besagt folgendes: Di« Gesomtkostlen des Weltkrieges für die ver- gangenen vier Jahre sind auf 650 bis 700 Milliarden Mark zn veranschlagen. Von dieser Riefensumme entfällt noch nicht ein Drittel ans die Mittelmächte. Am Ende des vierten Kriegs- jahrcs betrugen die monatlichen Kriegskostcn der Entente 15,3 Milliarden Mark gegen nur 5,8 Milliarden Mark Kriegskosten der Mittelmächte. Auch nach dem Ausscheiden Rußlands und Ru- mäniens erreichen die monatlichen Ententekriegskosten also fast das Dreifache der Bierbund skosten. Auch die A n l e i h c p o l t t i k der Mittelmächte ist vielfach erfolgreicher als die der Entente. Bisher hat die Entente von 500 Milliavden Mark Kricgskosien nur 125,6 Milliarden fundiert, die Mittelmächte von M6 Milliarden Mark Kriegs- kosten aber 134,3 Milliarden Mark. Deutschland brachte mir acht Kriegsanleihen 88 Milliarden oder 71 Proz. seiner Kriegs- kosten langfristig auf, gegen 82 Proz. in England und 30 Proz. im Frankreich. Die Mittelmächte deckten ihren Anleihcbedarf fast ausschließlich im eigenen Laude, während Frankreich und Eng- land gewaltige Summen im Auslände ausnahmen. Tos stolze Selbstgefühl, das diese frohe Nachricht geslissent- lich zur Schau trägt, ist unverständlich. Ten anderen geht es schlecht. Schön! Abcr geht es uns gut? Es wäre wahrhaftig verlockend, wenn auch ziemlich nutzlos, wieder einmal eine Rechnung aufzumachen, wie viele Herrlich- leiten der darbenden und leidenden Menschheit hätten beschert werden können, wenn diese Milliardenopfer nicht in Pulver- dampf zur Vernichtung blühender Menschenleben, sprossenden Glückes aufgelöst worden wären, wie viele Werke hätten ge- schaffen werden können— dauernder als Erz—, die die Voltskraft erhöht, den Schaffensdrang beftuchtet, den Reichtum ver- mehrt hätten. „Die anderen haben mehr Schulden als Deutschland." Wer hat Teutschland so wenig Schulden, daß ihm diese Bürde leicht fiele. Und wie ist dieser höchst summarische Vergleich erfolgt. Sind auch in die deutsche Rechnung die Kriegskosten eingestellt, die nicht das Reich, sondern die Bundesstaaten und Gemeinden tragen? Und ist gesagt, was für diese Schulden geleistet worden ist? Werden die Angehörigen der Krieger, die Hinterbliebenen der Gefallenen, die verstümmelten Opfer des Krieges nirgends besser als in Deutschland versorgt? Und wenn ja, wird nicht auf Kosten der schwächsten Glieder der im Kriege angeblich zu einer höheren Einheit emporgetragenen Volksgenossenschaft ge- sündigt? Aber würden sämtliche Fragen auch zuungunsten der Re- dakteure dieser durch einen absonderlickzen Stolz hervorragenden „Verlautbarung" beantwortet, so bliebe doch tatsächlich noch ein erheblicher Betrag, den Deutschland weniger aufgewendet hat als seine Gegner. Das ist nur natürlich. Weil die ganze übrige Welt gegen uns Krieg führt, brauchte sie mehr Geld als die Mittelmächte. Wunderbar sind nur zwei Dinge: daß die deutsche Politik diese in der Geschichte einzige, durch ihre Größe groteske Koalition hat entstehen lassen und zusammenhält und daß die ungeheure Leistungsfähigkeit des deutschen Volkes diese Koalition dauernd in Schach hält. Die Redakteure dieser ruhmredigen Nvftz berufen sich auf die glänzende Anleihepolitik des Reiches. Es ist waßr: Kein Staat hat in so großem Umfange seine schwebende Schuld in ewige oder langfristige Rente nnigewandelt wie Deutschland. Ein Narr, der das nicht mit Freuden anerkennt. Aber ein Narr noch viel mehr, wer damit die Mühe dtfS Tages geendigt glaubt und sich auf seinem guten Gewissen wohl ausruht.„Deutschland hat 71 Proz. der Kriegskosten durch langftistige Rente gedeckt." Wer was ist Deutschland? Ist das nur die Reichsregierung oder gehören dazu auch Bundesstaaten und Reich, denen wenigstens vorläufig ein Teil der direkten Kriegslasten zufällt, von den mittelbaren ganz zu schweigen? Und ist die Kriegsanleihe schon in die letzten Hände gelangt? Im Gegensatz zu den feindlichen Staaten haben unsere Banken den Erfolg der Anlcihezcichnuttgen gewiß nicht dadurch retten müssen, daß sie Milliarden für sich selbst hereinnahmen, ohne die Möglichkeit ihrer festen Placierung. Aber war die deutsche Sparkrast im Kriege so kolossal, daß sie trotz des Ruins unzähliger Existenzen, trotz der bevorstehenden hohen Steuern die bisher ausgegebenen und die noch kommen- den Kriegs- und Friedensanleihen, Staats- und Gemeinde- anleihen wird verdauen können? Was nützt es, wenn der andere mit mehr Passiven als ich den Konkurs anmeldet— bankerott ist, bankerott! „Die Mittelmächte decken ihr Geldbedürfnis im Inland, wäh- rend Frankreich und England gewaltige Summen im Ausland aufnahmen." Wex Schüldeu ans Ausland müssen gar nicht eingeladen hatte, so wäre es den Nüssen ganz anders und zu ihren: Vorteil ergangen. Und Elsaj;>Lothringcn?— Was Essoii'Lothringen an- a::gr. so ist eS klar, dasz das deutsche Volk niemals in den Gedanlen seiner Rückgabe an Frankreich seinwilligen wird. Das gröge Zuge- ständnis, das die deutschen Sozialisten machen könnten, wäre die Zu- lassung einet? Plebiszits, das drei Jahre nach der Unterzeichnung des Friedens von Deutschland und unter seiner Kontrolle itu organisieren lväre.— Wenn Frankreich und die Nllitecten aus der Nückgabe Elsatz- Lcihringens eines ihrer ivescntlichen Kriegsziele machen, wird der 5dlieg noch lv Jahre danern, wenn das materiell möglich ist. Deutschland könnte auf Elsast-Lothringen nur verzichten, wenn es militärisch vernichtet wäre. Das einzige Land, daS in der Lage ist, den Krieg noch zu verlängern, ist Amerika. Und kann nian sich einbilden, dast die Franzosen weiterkämpsen, um den Amerikanern ein Vergnügen zu machen? Ter d e» l s ch c Militarismus ist eine Plage, aber der Militarismus, der ihn niederringen könnte, würde eine zweite Plage sein und ebenso unerträglich nach Kriegsende bleiben. Und die militärischen Ausgaben der Völker Ivürdcn verzehnfacht sein. WaS soll dann aus de» kleinen Ländern werden, die unfähig find, ihr Budget ähnlich zu belasten? Was man unterdrücken muh, ist die geheime Diplomatie, sind die lächerlichen lleinen Machenschaften der gegeuwärlige» Diplomatie, die die Reden, die ein Diplomat beim Tiner hält, in der ganzen Welt durch die Tele- graphenagcnturcn verbreiten Iaht und so daS Leben der Völker erschüttert. Troclstra fordert ein neues Organ für die Pflege der Beziehungen der Stnatetl und Völker, ein Organ fort- geschrittener Kultur, die das höchste Ziel in der Sicherung der EntwicklungSsreiheit steht. Das einzige Vt ittel, zu eine rn regulären, friedlichen, intern atiorialen Leben zu ge- langen, ist, sagte Troclstra, die Schaffung eines internationalen Organs, das über die Staaten gestellt ivird und in der Lage ist, einen bestimmenden Einflusz auszuüben, um bewaffnete Konflikte zu vermeiden. Meißrujjzn gegen öie Abtrennung Weiß- rußlanös. Moskau, 5. August.(P. T. A.) Die Ende Juli in Moskau stattgefunbene Konferenz der Weißrussen wendet sich in einer Resolution gegen jeden Versuch der in der Minsker Gruppe befindlichen Grohgruildbesiher(gegen Skir- m und' und andere, die sich die weißrussische Regierung nennen), die Trennung W e i ß r u ß la n d s von Rußland m i t Hilfe von Ausländern zu verwirklichen, um dadurch die H e r r s ch a f t der Großgrundbesitzer z u b c- festigen._, Malvps pazisiftische Schulö. Schluß der Berhandlungen. Paris, ö. August.(HavaS.) Vor dem Obergericht setzte B o u r d i l l o n sein Plaidoyer fort und sagte, die einzige Vc- schuldiguiig, die der GeneralstaotSonwalt aufrecht erhalte, sei die behauptew Gleichgültigkeit Malvys bei Verhinderung der pazifistischen Propaganda. Malv» habe immer erklärt, er sei ein Geg- ner der gerichtlichenBchelligungenderArbeitcr- organisationen gewesen. Sie werden, fuhr der Verteidiger fort, darüber zu urteilen haben, ob seine Politik klug oder unklug war, aber man kann sie nicht wie der GcneralstaatSanwalt als verbrecherisch bezeichnen. E» ist nicht zu leugnen, daß Malvh gegenüber den Organisationen der Anarchisten völlig Pflicht- gemäß verfuhr. Zahlreiche Rundschreiben beweisen, daß er fort- gesetzt Anweisungen gab, um nach Druckschriften zu fahnden und die Verfasser zu bestrafen; wenn indessen der Minister es einige Male vorzog zu unterhandeln anstatt zu bestrafen— war diese Lösung nicht besser als die Anwendung, von Gewalt? Ma lvh erhob sich und versicherte, er habe doS Bewußtsein, dem Vaterlande gedient zu haben. Damil schließen die Verhandlungen. Genf, B. August. Nach Beendigung der Rede des Verteidiger? Malvys vertagte sich der Senat. Heute hielt er eine Geheimsttzung ab, um das Urteil über den ehemaligen Minister zu fällen. KrbeiLerauNänZe in Gmsk irnd Samara. Moskau, 30. Juli. Verspätet.(P. T.-A.j Das von den Tschecho-Sloivaken geübte reaktionäre Regime rief einen Ärbciterausstand gegen die T s ck e ch o- S l o w a k e n in Omsk und in Samara hervor. Beide Ausstände wurden blutig unterdrückt. Tic L-rge an der Wolga und im Dongebict. MeSlou, 30. Juli. Veripälet. sP. T.-A.) Die Sowjet- Truppen rücken weiter erfolgreich gegen die Tschccho-Tlowaken im Wolgogebiet vor. Aus der Mittel wolgasront stehen die Sowjel-Truppen schon 7 Werit vor der Stadt Sinidirsk und be- setzten die Eisenbahnstation Rikulino in der Nähe der Stadt S y s r a n. Auf der S ü d>v o l g o f r o n t setzten die Sowjet- Truppeu über die Wolga, befestigten sich auf dem östlichen User und nahmen Balakowo ein.«loch weiter östlich von Balakowo baben sich die Sowjet-Truppen in der Stadt NikolajcwSk festgesetzt und die Tschecho-Slowaken 25 Werst nördlich von Nikolajewsk in der Richtung nach Samara zurückgeschlagen. Aus der 5-vrdwolgafront befinden sich die Sowjel-Truvpen auf dem Ost- uler der Kama und Wolga in den Städten Tschistopol, Spaßk und Menseltnsk und tückcn in der Richtung der Stadl Birsk vor. Moskau, Zy. Juli. Verspätet.s- tag Jahr für Jahr ein Staatshaushalt vorgelegt wird, der nicht stimmt, wie die dauernde steuerliche Deckung des Schglden- dienstes nachhinkt, wie die für die Verringerung der Kriegs- schuld bestinimte einmalige Kriegssteuer zur Stapfung dcS Defizits im ordentlichen Staatshauslxüt mißbraucht wurde. Des Eiapopcias für große Kinder sind wir müde. Daß wir schadenfroh auf die notleidenden Feinde zeigen können, ist ein verdammt billiger Spaß ohne einen Funken Sinn und Witz und Hilst nicht über die eigene Not. Nur eins kann helfen: die nochteriic Klarheit über die allgemeine Misere und die ent- scblossene Kraft, unter Opfern und mit harter Arbeit eines einigen Volkes die Spuren dieses iinglückseligen Krieges zu tilgen._ Die Seeeitfthast zum veestänKigungs- ftieösn. Neue Zlenstcrungen Troelstras. Troclstra lvcilt seit kurzem in der Schweiz. Sein Auf- enthalt ist nlit Deutungen bedacht worden, die der Reise nnscreL holländischen Genossen einen bedeutsamen politischen Zweck beimessen voollen. Derartige 5komnientarc, die aus eine Friedcnsaktion hinwiesen, sind als unzutreffend bezeichnet worden. Troclstra bat nun eine Unterredung für die Oeffent- lichkeit gehabt, die in der„Gazette de Lausanne" mitgeteilt wird. Tie„Nordd. Allg. Ztg." gibt daraus wieder, was sich auf die Frage nach dem Zustandekommen des Friedens be- zieht. Troclstra sagt: Ich bin der Ansicht, daß der Augenblick nahe ist, wo Europa bereit sein wird, einen Werstlindigungsfrieden zu schließen. Das deutsch« Volk ist sehr lriegSniüde und folgt seiner Regierung nur aus Notwendigkeit.— Wenn die gegenwärtige Offensive endgültig scheitert und wenn das deutsche Boll sich dadurch überzeugen läßt, daß jede von der einen oder anderen Seit« versuchte Offensive zu verhängnisvollen' Mißerfolg verurteilt ist, wird es bereit fein, den VersländigungSfrieden zu schließen, den die deutscheu Sozialisten schon wünschen Wrd erlangen wollen. Notwendig ist natürlich, daß die Regierungen der Alliierten ibre Bereitschaft dadurch zeigen, daß sie die Pässe erteilen. Der französische Sozialist Longuet hat im übrigen die Meinung der sranzösischen Sozialisten in der aus- gezeichneten Entschließung zun, Ausdruck gebracht, die soeben von der Mehrheit de» französischen Nationalrate» angenommen ist.— Welches wären die Grundlazen dieses SerstSiidiznnzsfriedrnS? Di« Deutschen werden sicherlich Belgien seine Unabhängigkeit wiedergeben, aber unter der Bedingung, daß diesem Lande eine vollkommene und absolute Neutralität auferlegt wird. Sicher ist, daß man, wenn die Neutralität ouferlegk ist, nicht mehr von voll- ständiger Unabhängigkeit sprechen kann.— Was den Frieden von Brest-Litowsk anlangt, so find die Deulschen zu seiner Revision bereit. WaS den Alldeutschen erlaubt hat. diesen für die sozialistischen Prinzipien vernichtenden Frieden zu schließen, ist die Tatsache, daß die Russen von der Entente sich selbst überlassen lvaren. Wenn die Alliierten eingewilligt hätten,! au den Perhandlungen teilzunehmen, wie Deutschland sie ja dazu i Slick aus Reims. Westfront, Ende Juli. I. ES war«in Sonntagmorgen. Uird e? war März. Und die Schlachten diese? Jahres Hatto» noch nicht begonnen. Um die Wald- Kugel von Fort Berru spielte die Frühlmgssonne. Silbergraue Kätzchen tropften van den Bäumen. Lerchen kletterten in den Himmel. Zwischen den kleinen geplatzten Gasqranatenhülsen aus den Wiesen beiderseits des„Höllen-WegeS" nickten weiße Oster- blumen. Und drei Feldmäuse hüpften hungrig in dem gelben Sande, aus dem die Trümmer de» Forts Nogent ragten. Bon diese« Hügeln, die den Kranz der Ostforts tragen, sahen wir zum ersten Male Reims zu unseren Füßen liegen— ein paar Kilometer vorwärts— in einer weiten Mulde, von Hügeln einze- schlössen, deren südliche hoch in den Roimser Bergwald steigen. Aber damals spielte der Reimscr Bcrgivakd noch keine Nulle in den deut- schon Heeresberichten. Und auch da? Beslc-Tal nicht, das sich grün — sumpfig— breit hinter den wsihgrau verworfen«,, Trümmern der Forts von Pompelle nach Südosten zog. Eine tote Stadt in der Frühlingssonne— zwischen Gräben und Kanonen— eine tote Großstadt von«inst über 100 000 Ein- wohner». Tmisende von braun-grauen Häusern und Straßen— allen übep die Schultern ragend eine Kathedrale mit stumpfen Tür- men und aufgerissenem Rücken— an den Rändern hohe Schorn- steine, rot, gelb, durchlöchert, abgeschnitten— und wieder Häuser irad andere Kirche», alte, neue—«in kunstvoll crforenes Meer von schäumendem Gestein. Aber ganz tot Kein Schornstein raucht. Keine Kuh auf den Wiesen vorm Tor. Kein lebend«» Wesen auf den Straßen der östlichen Vorstadt. Alles so nahe, daß man«inon Mann sehe« könnte, der jetzr in sonntäglich weißen Hemdärmeln über da» Weisdreieck von Klein-Bethenh ginge. Aber nichts rührt sich in der braunsn Aiesennruld«. Die Morgensonne spiegelt sich in den Fenstern einer verlassenen Arbeiterkolonie. Und ein Rabe stößt mit schwarzem Flügelschlag über die nassen Wiesen in den Hos einer Zuckerfabrik— weit vor der Stadt. Das war im März. Alle Fronten lagen gespamrt. Und wie- maud wußte— aber jeder fragte, ob auch die alte Krönungsstadt mit in den Strudel gerissen würde, der bald begann. � II. Mite Juni. Ein Sommcrnachmittqg. Die AngoiffHschlachten in der Picardic und Flandern waren längst geschlagen— deutsche Truppen über Aiswe und Veslc bis an die Marne vorgedrungen. Ihr linker Flügel hatte sich um Reims gedreht. Dabei waren alle Fort« im Westen der Stadt gefallen. Württemberger lagen vor der Pierquin-Ferme, am Kanal bei Neuvillette, gegenüber der Tur- binenanlage deL städtischen Elektrizitätswerkes. Eine feste Klam- mer— nur nach Süden noch offen— griff um die schwerbedrohte Stadt. Wir standen in den Weinbergen von Saint Thier rh und sahen Reims zum zweiten Male— jetzt v»n Westen— vor uns liegen. Wir sahen es von den grünen Kuppen seines Forts, in dessen kühlen bombensicheren Kasematten vor ein paar Wochen noch französische Generäle kampiert hatten. Wir' sahen eS von, bröckelnden Holz- türm eines kriegSbeschädigten Schlosses, dessen Zimmerwände be- schmiert waren mit den schamlosen Ausgeburten einer geilen Pban- taste. Die Stadt lag unter, vor und neben uns wie Heidelberg unier den Ncckarwäldern. So nahe— ein Mann saß im Wein- berg und zeichnete mit bloßem Auge jede Kirche, jedes HauZ. Aber es war noch dieselbe Totenstille wie im März. Ueber dem braunen Häusermeer ein sommerliches Flimmern. Die Kathedrale lag mit ihrem ausgebrannten Dach jetzt abgczvandt— und wir sahen ihr von der Seite in das zerkratzte, vernarbte Antlitz, in diese sigurenschwere Fassade mit der zertrümmerten Riesenrose, mit den mächtig emporstrebenden und doch so lustigen, in ihren Wun- den so beseelten Türmen. Wir standen der Stadt nur noch viel näher als damals. Aber sie selber hatte sich nicht stören lassen in ihrem abweiseniden Schlaf. Auch mit eingedrückter rechter Flanke lag sie spröde wie immer in der deutschen Umklammerung. Bon den Weinbergen, die die nördlichsten der auf dem sonnigen Osthang des kalkigen Reimser BrrgwaldcS liegenden berühmten Champagnerberge sind, konnten wir über die Nordstadt hinweg die Höhen von Berru sehen, an deren Füßen unsere Soldaten lagen, auf deren Waldkuppen wir im März gestanden hatten. Vor ihnen im Südwesten der Stadt wölbte sich der weiße Pommeryhügel— mit seinen Gartcnanlagen, seinen Weinkellereien, seinem Sport- park für die Sckl-Arbeiter. Da sonnten sich die verlassenen Bade- anstaltcn unten an der Vesle, die!>alb versunkenen Kähne der Binnenschiffer in dem geräumigen Kanalhafen, ein großer runder Zirkus, der ZwillingSschornstein einer Seidensptnnerei. Alles seit vier Jahnen verwachsen, verwühlt, verplündert. Nur die großen Sektlager hatten nicht geleert werden können. Trunkenheit und wüste Schlägereien zwangen das französische Stadttommawdo zu immer schärferen Verboten. Trotz aller Abttansporte liegen wahrscheinlich noch heute Millionen von Flaschen in den weißen Keller- anlagen, die den Pommery-Hügel umsäumen. Wieder sahen wir nichts Lebendiges in diesem Ricsengrab von Steinen. Und doch hatte die Stadt der Jcanne d'Ar esich noch eben wütend gewehrt gegen jeden, der ihren Häusern zu nahe kam. Wir wußten, daß Negerbataillone die Kathedrale verteidigten, in deren offenen Hallen sie bei geraubtem Sekt nächtlichc Gelage abhielten, daß Nivellttte von Schwarze» wimmelte—, daß alle diesen toten Häuser nur Kulissen waren, die plötzlich Feuer spien. Eine un- heimliche Stille brütete über der toteir Stadt. Manchmal fiel ein Schuh von den Wiesen am Kanal herauf, durch die die neuen freien Linien zogen. Ein paar Gewehrschüsse und ein paar Fesselballon», die unbeweglich in dem blauen Himmel standen, das war das einzig Menschliche in der großen flimmernden Mulde an diesem Junitag. III. Dann kam der 18. Juli. Tie deutschon Heere waren wieder in Bewegung geraten. Im Osten und Westen und Süden der Stadt. Wir standen auf dem Fort Bumont. Es war wieder ein Morgen. Wir sahen Reims zum dritten Male. Die Stadt war tot wie immer. Sie lag jetzt weiter ab als damals im Mai. Sie lag im Dunst des Morgend. Es war wenig zu erkennen. Aber das kümmerte uns nicht. Niemand achtete auf die Stadt, sondern jeder auf das dumpfe Rollen in den südlichen Bergen, auf den hochliegenden Brennzünder der Schrapnells, mit denen- der Franzose sich anschoß. Denn dort unten bewegten sich die deutsch.!, Truppen langsam durch die Wäl- der des Ardre-Baches gegen den Rücken von Reimö. Der Tag erwachte— die Lust erfüllte sich mit Jaulen und Brummen. Wir fuhren in den Marneoogen— über die Vesle— über die Ardre— auf die Wälder zu, in denen gekämpft ward. Aber je näher wir kamen, desto stiller ward es. Kein Vormarsch, sondern auf der ganzen Linie Halt. Kolonnen standen«ndloS auf der Straße. Batterien machten Kehrt. Deutsche Tönis mit Totentöpfen auf den Stirnen tappten schwerfällig uns entgtgen, fuhren bis an ein Straßcnkreuz und drehten mit komischer Grazie auf der Stelle nach Westen ab. Nach Westen? Jetzf kamen Last-Kraft- wagen— auf einer anderen Straße— vier, sechs, zwölf. Auf ihnen standen dicht gedrängt Soldaten— feldmarschmäßig ausgerüstet. In einer dicken weißen Staubwolke ratterten sie vorüber. Auch sie biegen nach Westen ab. lind immer mehr Wagen und M Wischen, Mtnenwerfer und Maschinenge'vehre. Alles drängte. polterte, schob sich auf viele» Straßen in derselben Richtung— alles noch Westen. Und alles hastig, fragend, unruhig. Plötzlich wußten wir, daß drüben zwischen AiSne und Marne die große Gegenoffensive der Franzosen begonnen hatte. Und an diesem Tage dachte niemand mehr an Reims. Es war ein wilder Tag— dieser 18. Juli. Und es dunkelte schon stark, als wir durch die Ruinen von Pontovert wieder nord- wärt» fuhren. Diese zersetzte Waldkuppe Brimont stand rechts in der späten Dämmerung. Dahinter lag noch immer die tote groß« Stadt— spröde— unbezwungcn— schweigend— in der deutschen Umarmung. Dr. A d o l f K ö st e r, Kriegsberichterstatter. Nc>21»» ZZ.?»hrg<»,g DOnöCl?t0 Ctotog, 6.pugu|ll?J8 Maschinen ohne Schutzvorrichtung. Ter Kampf eines technischen Aufsichtsbeamten. „Man hätte annehmen sollen, daß die schweren Menschen- Verluste und die tausend und abertausend Beschädigten des Krieges das Verantwortlichkeitsgefühl... wecken würden! Je schwerer die Verluste sind, um so wichtiger wird für jedeu im Staat die Aufgabe, die Neberlebenden zu schützen und für den schweren Daseinskampf der kommen- den Zeiten kräftig zu machen und zu erhalten, eine Aufgabe, die durch keinerlei Bedenken und Rücksichten mehr erschwert werden darf. Es ist endlich an der Zeit, zu erkennen, worin der größte Reichtum eines Landes besteht, nämlich in der Volksgesundheit und Volkskraft." Diese von ernstem sozialen Verständnis zeugenden Worte finden wir in dem„Bericht über die Tätigkeit der technischen Aufsichtsbeamten der Nah- rungsmittel- Industrie- Berufsgenossen- schaft im Jahre 1917". Sie werden ausgesprochen bei der Erörterung des auch von uns schon(o. Oktober 1917) kritisierten Vorgehens des Verbandes der gewerblichen Berufs- genossenschaften gegen den Verfasser des vorjährigen Berichts, der Oberingenieur Urban. In seinen Sckiriften und Berichten läßt Urban, der Leiter des technischen Auffichtsdienstes der Nahrungsmittel-Jnd.-B.-G., das eifrigste Bemühen erkennen, auf dem Gebiete des Arbeiter- schuhcs und der Unfallverhütung zu erreichen, was irgend erreickt werden kann. Darum hat er sich mehrfach auch gegen den Verein Deutscher Maschinenbauan st alten gewandt und ihm zum Vorwurf gemacht, daß er nicht alles tue, um unfallverhütend zu wirken, daß vielmehr eine Reihe�von Maschinenfabriken die erforderlichen Schutzvorrichtungen bei der Ablieferung bei ihnen bestellten Maschinen nicht mit stelle. Herr Urban hoffte, daß der Verband der deutschen ge- werblichen Berufsgenossenschaften die dankbare Aufgabe über- nehmen würde, die Maschinenindustrie durch bindende Ab- machungen zur Ablieferung ausreichend geschützter Maschinen und Apparate anzuhalten. Die Hoffnung ist enttäuscht worden. Anstatt hier zu helfen, hat sich der geschäfts- führende Ausschuß dieses Verbandes im vergangenen Jahre beim Vorstand der Nahrungsmittelindustrie-Berufs- genossenschast über die Kritik Urbans in seinem vorjährigen Bericht beschwert. In seinem neuesten Bericht gibt Urban nun den Wortlaut des Beschlusses wieder, den der Vorstand seiner Bcrufsgenossenschaft daraufhin gefaßt hat. Er lautet: »Der Vorstand nimmt Kenntnis von dem Schreiben des Ver- bandes deutscher Berufsgenossenschaften und mutz zu seinem Er- staunen erseben, datz die Ausführungen des Verbandes teilweise auf das persönliche Gebiet übergreifen. Der Vorstand ist mit der Tätigkeit des Herrn Oberingenieurs Urban in jeder Weise sowohl auf technischem als auch auf schriftstellerischem Gebiet zu« frieden und wünscht, datz er i n Z ukun ft in gleicher Weise in seinen Bestrebungen fortfährt. Im übrigen liegt für den Vorstand keine Veranlaffung vor, zn der Angelegenheit weiter Stellung zu nehmen, und er geht zur Tagesordnung über." Eine glänzendere Rechtfertigung konnte Herrn Urban nicht zuteil werden. Und darum nimmt er auch zu dem ganz unglaublichen Vorgehen des Verbandes der Deutschen Berufsgenossenschaftcn nicht weiter Stellung. Aber er führt erfreulicherweise seinen Kampf um bessere Unfallverhütung entschieden fort. Mit welchen Widerständen die Beswebungen auf durch- greifende Unfallverhütung zu kämpfen haben, läßt auch sein neuester Bericht erkennen. Er klagt, daß im Kampfe für Unfallverhütung das Verhalten der Maschinenindusttie das schwerste Hindernis sei. Abhilfe sei nur möglich, wenn die Berufsgcnosscnschaft hier nachdrücklichst eingreife. Wohl würden die unfallverhütendcn Bestrebungen der Nahrungsmittelindustrie-Berufsgenossenschaft von einem Teil der Knetmaschinen herstellenden Industrien schon unterstützt und befolgt. Aber leider bilde ein derart verständnisvolles Verhalten die Aus- nähme. Lebhafte Klage führt Urban da- rüber, daß sich immer noch ein großer Teil der für die Betriebe der Be- rufsgenossen schaft in Frage kommenden Maschinenfabriken den Forderungen nach Anbringung der notwendigen Schutzvor- richtungen an abzuliefernden Maschinen ablehnend verhalte. Immer wieder werde von der Maschinenindustrie an erster Stelle als Entschuldigungsgrund für die fehlende Lieferung des Schutzes die notwendige Sonderbezahlung geltend gemacht. Es werde also noch immer dem Unfug gehuldigt, Maschinen ohne Schutz- vorrichtungesi zur Ablieferung zu bringen, wenn diese nicht besonders verlangt und bezahlt würden. In diesem Ver- fahren liege eine Härte und Rücksichtslosigkeit gegen die Mit- menschen, denn auf diese Weife werde über gesunde blühende Menschen großes Unglück gebracht. Wörtlich sagt Urban: Die Erfolge der Unfallverhütung werden leichter dadurch ge- mindert, datz der seinen Betrieb bei der BerufSgenossenschaft neu anmeldende BctriebSunlernehmer bei Bestellung seiner Maschinen in den mcisteu Fällen keine Kenntnis von den Unfallverhütungs- Vorschriften der für ihn in Frage kommenden BerufSgenossenschaft besitzt; der besser unterrichtete Maschinenfabrikant es aber häusig unterläßt, bei der Lieferung und Aufstellung von Maschinen den not- wendigen und vorgeschriebenen Schutz anzubringen. Die Folge dieses unverantwortlichen Verhaltens mancher Maschinenhersteller ist das Vorkommen zahlreicher, jugendlichen Arbeitern zuge st otzener Unfälle, die sich bei Vor- Händen sein der Schutzvorrichtungen hätten ver- meiden lassen." Urban meint, daß der Gesetzgeber sich nicht länger der Notwendigkeit verschließen könne, den Maschinenfabrikanten zur Mitlieferung der notwendigen und vorgeschriebenen Schutz- Vorrichtungen zu verpflichten. Solange der Gesetzgeber nicht helfe, müsse dio Berufsgenossenschaft mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln auf die Maschinenindustrie einwirken, da- mit sie die berechtigten Anforderungen erfülle. Die B e- rufsgenos jenschaft sollte dabei von den Krankenkassenverwaltungen, die doch auch an der Unfallverhütnng interessiert seien, kräftige Unter st ützung finden. Einer der im Bericht erwähnten schweren Unfälle ver- dient besondere Hervorhebung, weil er Zeugnis davon ab- legt, in welcher überaus leichtsinnigen Weise vielfach bei Bedienung ungeschützter Maschinen Verfahren wird:„Ein Kaffeesurrogat-Betriebsunternehmer benutzte zur Herstellung seiner Erzeugnisse eine alte stillgelegte Ziegelei mit deren alten Maschinen. Bei Bedienung einer Zerkleinerungsmühle brachte der Betriebsinhaber den ungeschützten Zahnrädern der Maschine seinen rechten Arm zu nahe, der abgerissen wurde. Anstatt nun sofort für ausreichende Verkleidung der Zahn- räder Sorge zu tragen, betrieb der Unternehmer die Maschine im alten, ungeschützten Zustande weiter, und ließ diese durch einen 14jährigen Arbeiter solange bedienen, bis dieser eben- falls in denselben Zahnrädern seine rechte Hand mit Unter- arm verlor!" Nicht nur gegen die Arbeitgeber findet Urban scharfe Worte, er erinnert auch die Arbeitnehmer an die Peinlichst genaue Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften. Hierin müßten die älteren Arbeiter den Jugendlichen mit gutem Beispiel vorangehen und sie dürften es an steten Er- Mahnungen nicht fehlen lassen. Wir wollen nicht verfehlen, diesen Rat mit allem Nachdruck und mit allem Ern st auch unsererseits aus- z u s p r e ch e'n. Auf einige Einzelheiten des Berichts gedenken wir noch zurückzukommen. Den Ernst, das tiefe Verantwortungsgefühl gegenüber den Schutzbefohlenen, das ihn durchzieht, möchten wir schon heute rühmend anerkennen, mag man es auch wieder— wie schon einmal in den Verhandlungen des Ver- bandes der Berufsgenossenschaften— dem Verfasser als B e- l a st u n g anrechnen, daß er von uns gelobt wird. Das kann uns nicht abhalten, zu sagen, was zu sagen ist. Wir wünschten nur, daß wir uns über alle Maß- nahmen aller Berufsgenoffenschaften in gleicher Weise äußern könnten. Leider aber wird nicht überall die unfall- verhütende Tätigkeit der Berufsgenossenschaften so aufgefaßt, wie es bei der Nahrungsmittelindustrie-Berufsgenossenschaft der Fall ist. Und leider verfügen die Berufsgenossenschaften auch nicht sämtlich über solche Kräfte, wie diese Berufs- genossenschast. Wäre beides der Fall, dann würden Volks- gesundheit und Lolkskraft besser geschützt sein! GroßSerlln Das Iugenü-walöfeft. Die Stadtbahnzüge sind zum Ersticken überfüllt. Eine böse Wolke menschlicher Ausdünstung hängt in den Abteileu, nur wer. am Fenster steht, kann etwas frische Luft schnappen. Wir fahren zum Waldfest des Vereins„Arbeiter- j u g e n d", und die Aussicht einige freie Stunden inmitten der Natur genießen, läßt uns das Ungemach leicht ver- winden. Sadoioa. Vor dem Bahnhof steht ein Trupp von jungen Freunden, uns Nachzügler abzuholen; denn die meisten sind schon in der Frühe herausgewandert. Ein halbes Stündlein geht es durch grünen Forst, dann sind wir bei den großen Wiesen hinter dem Wirtshaus Sanssouci ange- langt. Da geht es schon lustig zu. Gruppen liegen im Grase und begnügen�sich damit, in den blauen Himmel zu träumen, Bälle fliegen, und aus dem Schatten der Bäume zirpen die Mandolinen. Blauer Rauch wirbelt durch den Sonnenschein, da wird abgekocht. Wohin man sieht. Lachen, Spiel, Fröhlichkeit. Gegen Nachmittag lagert sich die Jugend in einem Halbkreis, die Musikinstrumente haben sich einträchtig zu- sanimengetan, spielen auf und alles singt. Nach einem Prolog nimmt Genosse D o m n i ck das Wort. Er spricht nur kurze Zeit, aber was er sagt von dem Auf- stieg der Menschheit, von der Tragik des Krieges, von der Erlöseraufgabe des Sozialismus— das sällt wie guter Samen in die Herzen und die ernsten und leuchtenden Augen zeigen dem Redner, daß er verstanden wird. Zwei junge Genossinnen singen Lieder zur Laute. Innig und verträumt tönen die Weisen; zu fröhlichem Mut mahnt das Lied: „Habt Sonne im Herzen!" Dann wird wieder vorgetragen. Detlev v. Liliencron, Preczang und zuletzt das Gedicht vom jungen Heiner, der irgendwo begraben liegt, und dessen Wahlspruch doch in uns allen weiterlebt: Wir werden es schon zwingen! Ein allgemeines Lied zum Schluß und der Kreis löst sich auf zu Reigentänzen und Barlaufspielen. So geht ein schöner Sommertag. unbeschwert von drückender Alltagsarbeit, nur zu schnell zu Ende, genossen in reiner Freude, in edler Geselligkeit. Den vielen jungen Kameraden aber in den Werkstätten und Kontoren, die sich uns nahe fühlen in der Sehnsucht nach Bildung und Freude, wünschen wir, daß sie den Tag zu uns finden mögen!_ Die Berliner Fleischration. Ueber die Bestrebunaen, den Berlinern die bisherige Fleisch- ralion zu belassen, schreibt die„Deutsche Tageszeitung": „Die amtliche Auslassung der Münchener„Korrespondenz Hoff- mann" gegen die Bevorzugung von Berlin kann erst voll verstanden werden, wenn man die früheren Vorgänge kennt. Es hat nicht allein in der Presse» gestanden, datz Berlin auch dann noch 250 Gramm Fleisch wöchentlich wird verabreichen können, wenn für das Reich die Wochenhöchstmengc an Fleisch auf 200 Gramm festgesetzt sein wird, sondern es ist sogar vom„Berliner Lokalanzeiger" die Nachricht verbreitet worden, datz für Grotz-Bcrlin die fleischlosen Wochen voraussichtlich in Fortfall kommen würden. Diese Nachricht wurde aber nicht weitergegeben, weil sie vom Berliner Magistrat als eine Indiskretion bezeichnet wurde. Damit wurde also keines- Wegs gesagt, datz nicht in der Tat Verhandlungen seitens der zu- ständigen Stellen von Grotz-Berlin mit den m Frage kommenden Reichsstellen angeknüpft worden seien, und datz die Indiskretion des„Lokalanzeigers" nur„sehr unangenehm" war. Nachdem sich nun aber Bayern geacn eine Herausnahme der Stadt Berlin aus dem allgemeinen Versorgungsplan gewehrt hat, liegt Wohl keine Veranlassung mehr vor, die Grotz-Berlincr Bestrebungen im Hin- blick auf die bekannte sozialdemokratische Forderung von der„gleichen uM» gerechten" Verteilung etwas näher zu beleuchten. Zu dwse« Zwecke geben wir der von dem bekannten Volkswirtschaftler Dr. med. Schiele herausgegebenen„Deutschen Volkswirtschaftlichen Kvrre- spondenz" das Wort, die dazu bemerkt: Ueber Berlin steht das Reich. Es ist weder sittlich, noch recht- lich, noch politisch zu verantworten, datz eine einzelne Kommune in dieser Weise bevorzugt wird. Sämtliche Städte haben das Recht, Aufklärung über diese im Dunkeln versuchte Fischerei nach Sonder- vorteilen zu verlangen. Sie haben serner das Recht, zu erfahren, wer diejenigen Regierungsstellen sind, die sich zu derartigen, jeder gesetzlichen Rechtfertigungsmöglichkeit entbehrenden Verhandlungen hergeben. Und sie haben endlich ein lebhaftes und begründetes Interesse daran, zu erfahren, wer diejenigen Stellen der Berliner Stadtverwaltung sind, die den unter durchaus gleichen Verhältnissen leidenden anderen Kommunen gegenüber eine so merkwürdige Auf- fassung loyaler Kollegialität bekunden. Wo bleibt das Ideal der gleichen und gerechten Verteilung, wenn diese sich in Sonderbeliefe- rungen auflöst? Zur Zeit der französischen Revolution mutzte schlietzlich das ganze Land hungern, um Paris bei Laune zu er- halten." Soweit die„Deutsche Tageszeitung". In der Theorie hören sich derartige Ausführungen sehr gut an, in der Praxis sieht leider die Geschichte etwas anders aus. Auch in behördlichon Kreisen erkennt man doch immer mehr an, datz eS nicht gelungen ist, die auf dem Lande produzierten Lebens- mittel restlos zu erfassen und sie dann zu gleichen Teilen den Ver- brauchern zuzuführen. Offen wird zugegeben, datz die rationierten Waren nur ein Existenzminimum sind, von dem eigentlich niemand recht leben kann. Es bleibt also weiter nichts übrig, als sich einen Teil der fehlenden Lebensmittel vom Lande zu beschaffen und die Städte sind auch auf diesem Gebiete nicht lässig gewesen. Betrach- tet man jedoch die rationierten Lebensmittel nur als einen unzu- reichenden Teil der benötigten Lebensmittel, so bekommt die Sache schon eine' ganz andere Bedeutung. Für den Klein- oder Mrttel- städter ist es schon durch die geringe Zahl der in Betracht kommen- den Personen viel leichter, aus der Umgebung sich die fehlenden Mengen zu beschaffen, als dem Grotz-Berliner. Diesen 3% Millionen Einwohnern wird es infolge der grotzen Zabl sehr viel schwerer resp. unmöglich sein, sich die noch benotigten Mengen zu beschaffen. Es ist daher durchaus begreiflich, wenn die Gemeinde- Verwaltungen von Grotz-Berlin diese Lücke ausfüllen und sich ge- meinsam dieser Aufgabe widmen wollen. Unbegreiflich ist und bleibt, dätz der Protest gegen diese Be- strebungen aber gerade aus Bayern kommt, aus dem Lande, wo man noch fast so wie im Frieden lebt. Da wir annehmen, datz die bayerischen Minister nicht wissen wie es hier aussieht, denn sonst hätten sie ja kaum mit gutem Gewissen ihren Protest loslassen können, so möchten wir empfehlen, datz das bayerische Ministerium und die Grotz-Berliner Kommunalverwaltungen ein Abkommen treffen, wonach grötzece Teile der Bürgerschaft gegenseitig auf bestimmte Zeit ausgetauscht werden. Wir glauben kaum, datz die bayerischen Bürger längere Zeit hierbleiben und damit am besten die Haltlosig- keit des bayerischen Protestes dokumentieren werden. Neue Preise für Zwiebel» und Gurken. Der Magistrat veröffentlicht heute neue Grotz- und Klein« handelshölbsipreise für Gemüse, und zwar betragen danach die Grotzhandelshöchsipreise für Zwiebeln 2i Pf. und die Kleinhandels« Höchstpreise 32 Pf., die Grotzhandelshöchsipreise für Gurken 21 Pf. und die Kleinhandelshöchstpreise 30 Pf. je Pfund. Die Grotz- Handelshöchstpreise treten sofort und die Kleinhandelshöchstpreise am 8. August in Kraft. „Nicht bedürftig". Ein in Neukölln wohnender Arbeiter, der als Vaterlands- Verteidiger sich in RutzlandS Eisfeldern ein schweres Nierenleiden zuzog und nach halbjähriger Lazarettzeit als Kriegsbeschädigter mit fünfzigprozentiger Rente ausschied, erzählt uns, welche Erfahrungen er jetzt mit der Kriegsbeschädigtensürsorge gemacht hat. In den seit seiner Entlaffung aus dem Heeresdienst verflossenen anderthalb Iahren ist er einer Erwerbstätigkeit nach- gegangen, sein Leiden nötigte ihn aber, viermal je 5—6 Wochen die Arbeit auszusetzen, so datz sein Lohneinkommcn sehr fühlbar ge- schmälert wurde. An die Kriegsbeschädigtensürsorge wandte er sich, nicht um eine bare Unterstützung zu erlangen, sondern weil er meinte, datz sie ihm einen dringend nötigen Anzug, den er aus eigener Tasche bezahlen wollte, zu einem für ihn erschwinglichen Preis und auf Abzahlung verschaffen könnte. Da er sein Einkommen schon für die Ernährung ziemlich ganz drangibt, so hat er für seine Kleidung seit langem nichts getan, hat sich mit einem einzigen als Arbeits-, Wochentags- und Sonntagskleidung dienenden und mehr- fach geflicklen Anzug sowie mit einem Paar kaumstroch ausbesierungS- fähiger Stiefel beholfen und ist ficht vollständig abgerissen. Ein Kollege schenkte ihm kürzlich noch einen alten Arbeitsanzug, weil aber' die Anschaffung besserer Kleidung sich nicht länger hinaus« schieben lätzt, bat der Kriegsbeschädigte die Fürsorgestelle, ihm da- zu zu verhelfen, datz man irgendwo ihm einen Anzug auf Ab- zahlung gäbe. Ein Angestellter der Fürjorgestelle fragte ihn nach seinem Einkommen und erteilte ihm dann den Bescheid, datz für ihn. nichts getan werden könne, weil er nicht be- dürftig sei. Unser Kriegsbeschädigter wurde belehrt, datz er. der noch ledig ist(der aber, nebenbei bemerkt. bei fremden Leuten wohnt), nicht über 1500 Mark Jahreseinkommen haben dürfe, wenn die Fürsorgestclle ihm bei der Kleiderbeschaffung helfen solle. Ein so geringes Einkommen hat dieser Kriegsbeschädigte nun allerdings nicht, doch möchte er wissen, wie man sich eigentlich die Lebenshaltung der Leute denkt, die der Fürsorgestelle geeignet für ihre Hilfstätigkeit scheinen. Wir können ihm nur darin beistimmen, datz in der jetzigen Zeit mit ihren ins Mahlose gestiegenen Preisen, alles dessen, was einer zum Leben braucht, es nicht länger möglich ist, die Grenze der „Bedürftigkeit" so niedrig anzunehmen. Verbandstag der Grundbesitzervereine. Der 30. Verbandstag des Zentralverbandes der Haus« und Grundbesitzervereine Deutschlands e. V. beginnt Freitag, den 0. d. M. in Dresden mit Vorstandssitzungen. Am Sonntag wird Geh. Reg.« Rat Dr. Voigt, ordentlicher Professor an der Universität Frank- siirt a. M., über Baukosten und Wobnungspolitik einen Vortrag halten. Hieran anschlietzend wird über die Verein- sachung und V erbillig un g des Bauens berichtet und be- raten werden. Der Abg. Pros. Dr. Bredt wird über:„Ver- wallungsrechtliche Aufgaben auf dem Gebiete des Wohnungs« Wesens sprechen, ferner Justizrat Dr. Baumert-Spandau über Klein siedlungSwesen und Kleinwohnungsbau und Geh. Justizrat Prof. Dr. Ortmonn-Göttingen über den Gesetzentwurf über das Erbbaurecht. Ueber den Grundkredit in der UebcrgangSwirtschaft mit besonderer Berücksichtigung des gesetzlichen Schutzes der Hypo- thekensckiuldncr wird der Generalsekretär Diefkc einen Voilrag halten und über Miete und Mielpreisbildung der Gemeindebcvoll- mächtigte Humar-München._ Der WohnungSausschuß der Angestrlltenverbände hat in seiner Sitzung vom 1. August die nachstehende Entschlietzung angenommen: „Der Wohnungsausschutz der Angestelllenverbände hat sich in seiner Sitzung am 1. August 1018 mit den Presseangriffen gegen die Ge- meinnützige Aktien- Gesellschaft für Angestellten- Heimstätten und deren Leiter, Herrn Geheimen Reaierungsrat Koe-ka, deichäfligt. Nach Klarlegung aller Berbältnisse wurde beichlossen, von der Mietung der vier Wohnungen(nicht wie rn der Presse behauptet war, von 10 Wohnungen) in der Ahornstratz« 10 ttt_ Tteglitz Abstand zu nebmen. Der Ausschuß stellt fest, daß die skbiwu'üleu Waiieuausmictungen, insbesondere vo» kleinen Mietern, nicnial-? benbsiltuigr war. Der Ausschuß hat serner atanKlSker jestzestellt. tm v«riö«iich»» Iuleiefie des Herr» Sie» Hennen RegicrungAratS Ko-Zra in keiner Weise vorlag und die be» ab-stchzigts Mietrmg der Räume»mr»»»«farglichenr J»ter»iie o?« plärrt war. Der Auk schrrs; hat Herr» Geheim?« Regwrmrgswrt iiteska cuf Grund der ifun vorliegenden Tatsachen', insbesondere seiner Be- reruV'.lligkeitserkiärung, eiue Ei»iflu«g des Eigentüiners»»kr de» bisherigen Mietern über eine Ferifenrneg des MkerKverhSlrniffsS v» angemessenen Bedingungen herbeizuführen, erneru sein Verrrou«» ausgesprochen." Jiaiit". So heißt der Kieseafiln», der aur«onnraß mittag iu den Lichripiele»„Neue Philbsrnromie". Cövenicker Str. 83,9!?,»et sieladeueu Gästen urr Aufsührung fers. Wie schon der Titel de» sagr. wird der Besucher bei dieser Vorsüornng on de»»m» der Bibel übe: lieferten»airr, der sein»» Bruder Abel erschlug, erinnert. Nur daß dieser Kain im AUb» außer seiner» Bruder auch»ach feinen Sohn.er schlägt"— ohne es jedoch zu tVoZe-»»»!>«och weit weniger zu ahnen, daß sein? rörtcnde Hand sich gegeri Bims- verwandte richtet. Diese„Menschheiksrrastödie" sprel» sich»» spann enden Bildern rrut sintimenkalenr Einschlag vor den Augen des Besuchers ab. �ic!Kaz»chepf.tll!». In geradezu erschreckender Weise häufe« sich jetzt die Termine gegen die Rcrucherüroibesehle der Berti«? r E>«w>vbner bei den Vorsdamer Gerichten. Asrnrugstos verläßt der Berti»« AtlSfl«.'!« in, Sommer mir brennender Kgarre die Dampfer und EisenbÄbn- statione« Nikolassee. Wanniee, Wildpart u, a. m. Sofort bei« Verlassen der Mkördormigestatuw» iteb?» Gendarrne nnb. schreiben dir zKauchberlmer«»barmherzig aus. da Bahnhof und Dampfer» stationen gewöhnlich nicht M Meter vorn Woldes, ande entkernt liegen. Strasbekehi« nicht unter SS M. statter« nach einer Woche ins Hans und lrinwrfiche verrtisache» durch die Ladiwg KeS Gen» barmen und der Reite nach, Potodaru noch tnehr Rosten. Borr den Gerichlerr geht jetzt die Anregung heraus, sosmrt Raucher» toarnungsraielu aiis den in Frage tornmendcn Bahuhose» und Dampferstationeu asszustelle«. Explosion in der Kviisuwgenosseuschast. Im Verwalwngsgehände der Konstinraetiostenschafr Berlin und llmgend in Lichtenberg, NiUer- putstr. 17/18 ert'sodierte gestern morgen nach'/M Nhr der im VerwaltungSgebärrde aufgestellte Kksiel zur Warmwasterbereitimg. Das Nuglück erfolgte iuiolge Ikeberhitzrmg des Kessels, die dadurch hervorgerufen wurde, daß der autonrarische Regler versagte, Reben nicht unbedeutendem Blateriakschaden ist leider auch der Tod von -wei Angestellten zu bellcigen. Tödlich veruvglnckr ist der SS'gffer Olio Erdmann, Rene Schönhauser Str. Ig und die Kanlineniran Franziska Nadoll, Petienloserftraße 25. Verteil ist der Koutorbote Bernhard Klein, Crbrnystr. 26. Lichteuber�. Lebrns«ittel. In dieser Woche loerden verabfolgt: Ohne Abtreunling von Marken: Frische» inländisches und ausländisches Gemüse und Obst. Gegen Boramueldung aus Abschnitt JSt der gemeinsamen Lebensmiitelkarte: 20t) Gramm lose Suppen <37 Pj,). ans Abichni» 4-1: 100 Gramm lost Suppen llst Pf.), auf Abschnitt 43: 200 Gramm Granpen llö P?.). ans Abschnitl 46: 100 Gramm Graupen jS Pf.), auf Abschnitt 54; 200 Gramm Kunsthonig(37 Ps.) ausgewogen oder i», Paketen(W Pf.). Uns Ab» schniit 17.7 der Lebensmittelkarte für IngenMiche: 150 Granu« Weizengrieß(10 Psti. Die Abschnitte 43 J, 44 J, 45 J, 46 J, 54 J dürfen zurzeil nicht veliesert werden. In den städtischen Fischhalten und bei den hiesigen Fvch- Händlern und Räucherwarengeschälte» werden abgegeben:' Auf Ab- schniit 23112, ck, G. X der Lichtenberger Äebensmittelkarte: Frische Fluß- und Seefische. Auf Abschnitt 252 1?, J, G, K: Pfund Räucherwaren. Aus Abschnitt 24412. J, G. K: Eine Dose Sardinen. Lritz. Ledensuisttel. In der Woche vom 5. bis 11. Antust gelangen in der Berkauisstev« der Gemeinde zur Abgabe; aui Ber» I>. n« r L c b e n Z m i t l e l k a r t r, Abschnitt 47: 26g Gramm lose Suppen, auf Abschnitte 47s. 55 und 50 zusammen: 475 Gramm Aus- landsmarmelade je Person auf die Bri per Lebensmittel- karre. Abschnitt 3: 3 Maggiinppen iTajeln) iür Haus haste bis 4 Personen. 5 Maggisvppeu für.Haushalte über 4 Personen, Abschnir 4: zv Bouillonwürset je Hanl halt. Abschnitt 5: Sonderzuleilnng. außerdem gelangen zur Abgabe: gemischte Pilze. Lorbeerblätter, Klippfische. Fleischexlrokr«ilv. Mariendorf Lebenssiittel. Die Gemeinde verlaust aus die roten beM. gelben Genv-inde-LebenSmutel karten 105, Gramm Weichkäse zum Preise von 42 Pf. Der Verkauf finde: im Laufe der Woche bi» zum 8. d. M. statt. Die am:i>chs PetamttwachunT ist zu beachte«: der Verkauf geschieht nach Nummern in den drei Ge- immdetäden. Aus die Abschnitte 43s-.45 der Gr»ß-Bertiner LebenS» mir-elbme entsoklen 200 Gramm lote Suppen zum Preise von SS'.-z Pf. oder 4 Suppenwürfel a 10 Pf.; 100 Gramm Teigwaren zum Preise von.16l,2 Pf. und 100 Gramm Granpen für Pf. Tie LehenSruittelkarten sind zur Abiunnunz der Abschnitte späwstens b:S Freitag, den st. d. bei einem bei i obigen Händler vorzulegen, NachanazildMigen finden nicht statt. Der Verkauf begirmr am 15. bezw. 16., nachmittags 4 Uhr. Für die bis zum 24. August nicht eingekösten Abschnitte erlischt das Bezugsrecht. — Zur Besorgung Art ReichSAeid»«g macht der Gemeinde- vKkstehrr bekanitt: Personen, dre di? Anssteklung von Äans- berech, igungsjcheimn zum Bezug von Waren der ReichZbekleidungS- LanöWirtschaft, Eifeudeh», Asiftwtrtschctst und alle krieZSWtchttgzn Setriede müssen arbeits- fähig erhallen bleiben. Die große Armee der .Heimarbeiter benötigt Arbeitskleidung. Hebt Eure entdehritchsn Mziige ab! stelle in» Zimmer 14 des PolizeidienstgebäudeS beantragen, find häufig nicht im Besitz eines von der zuständigen Bezugschein- anSgabefielle abgestempellen Bezugscheiues. p(nr Vermeidung un- näiiger Wege ist z u e r st der B e z u g sch e in zu besorgen; obne diese« kann kein ÄauiberechrigrmgSsebem ausgestellt werden. Wird die Ausstellung eineS Bezugscheines nach den Bestimmungen der NeichSbekleidungSstelte abgelehnt, so besteht naküriich auch kein An- stnuch ans Ausfertigung eines KansherechkignngSjcheineS. Reinickendorf. Lebeusniittek. Wie bereits bekannt gegeben wurde, entfallen auf jedes ausgesakene Pfunh flaitoficf« der Abschnitte Rr. 30 je 100 Gramm Hülsenfrüchte. Die Bo» lieseruilg kann noch bis zum 0. August bcwirki wNlde«. Mus eiier Weit.' Schweres Strastenbabnunglück. 4 Tote und 21 Berletzte. Beuthen, 5. August. Eiienbahnamtlich wird gemeldet: Gestern nachmittag i% Uhr entgleiste an der Kurve Rndahammer der von Hindenbnrg»ach Benthe« fahrende Kleinbahnzug Nr. 37, bestehend aus einem Motor- und einem Aiihängerwagen. Der Motorwagen legte sich fchrrig auf die Serie, der Anhängerwagen kipple vollständig um und wurde hierbei gegen einen starken lshausiselwnn geschleudert. Durch den Anprall gegen den Baum wurden zwei Personen tödlich und drei weitere Personen schwer verletzt. Die Zahl der weniger, schwer Berletzten und der Leicht- verletzten belänst sich auf etwa 20 Personen. Nach dm Unfall wurden die Verletzten in daS KnappschaftSlazarett Rndahammer gebracht, woselbst- ihnen die erste ärztliche Hilfe zuteil wurde. Ba« deu drei SÄtververletzten sind noch wettere zwei Personen au den Folgen der Verletzungen nach anderthalb Stunden gestorben. Die S Ire che hat on der genannten Stelle eine starke. Senkung. Der Zug hätte an der vor der Kurve befindtichen Haltestelle halten müssen! es gelang der Wagensührerin jedoch nicht, ihn zum Stehen zu bringen, und er fubr«ttt ziemlicher Geschwindigkeit in die Krümmung, aus der sich dann daS Unglück ereignete. Nach Attt gäbe der Wageuführerin soll kurz vorher die Lnftbremse schadhast geworden lein, so daß sie in dem starken Gefälle die Gewalt über den Zu« verlor. Inwieweit diese Angaben der Führerin zutreffe». läßt sich erst nach Abschluß der sofort eingeleiteten Untersuchung beurteilen. Der Betrieb auf dieser Streck? brauch:«ich! unterbrochen zu werden. Ein Tunnelprojckt England-Jrland. Ten„British News" wird au- London gemcsder: Der- Kanal- tunnelba»»st nicht der emsige große Plan der jetzt im Kriege wieder in den Vordergrund getreten ist. Auch der alle Plan eines Tunnelbaues zwischen England und Irland ist während der letzten Tage wiederum zur Tprache gekommen. Einer der UnterhauSabwardaeto« iür Liverpoal ist über diese Fiage mi: dem Ministerpräsidenten in einen Briefwechsel geirelen. Er drängt zur Ausführung des Planes als eine pojittiche Mahregel und lagt, daß der Tunnel, der den Nerledr zwstch»« Irland und England in hohem Maße erstarken laste, mehr für die Lösung der iriichen Frage bedeuten werde, als eine gesetzliche Regelung, Lloyd George hat veriprocheu, seine voll» Ausmerlsamkeii dieser Frage widmen zu wolle«. Gutvölktzkung Petersburgs, Petrograd, 5. August-(P. T.-A.) Tie Potsszähkung ist he- endet. Die Einwohnerzahl Petrograds beträgt laut dieser Zählung gegenwärtig 1 417 000 Menschen, das heißt 1 Million weniger als vor anderthalb Jahren. Diese Verminderung ist teils durck die Flucht der Bourgeoisie nach Sibirien und nach. den, Süden, teils durch die Ueberiührung eines bedeutenden Teils der Kriegt- indnstrie und anderer Gewerbeunteinohmen aus Petrograd»ach per Provinz bedingt iowie durch die Fortzüge aus Petrograd infolge der Nahrungskrise. Am 1. Juli waren in Petrograd sgst 150000 Arbeitslose, was zusammen mit ihren FanMemnitgliedetn 80 Proz. der Bevölkeiung ausmacht. Der erste Prozeß über G«sstr«sgelder ist vom Amtsgericht Heide »«Ungunsten der beklagten Ttadwerwaltung en.liKi.kden worden. Einer der Ga-ahuekmer, der Strafgelder zu entrichten hatte, vor- itagw die Stadtverwaltung aus Rückzah.png des Betrage-. Das AnttKgericht vertrat die Anschauung, daß die Fcstsepuag und Bei- rreidnvg eines Strafgeldes nur dann zu Recht häiie ersplgen iönrten. wenn den Abnehmern der Verbrauch im Jahre 10!6, nackt dem feie Einschränkung um 20 Pro», voraeschrieben war, mirgoieiit worden wäre, fea nur io feie Abnehmer überhaupt in der Lgge gewesen seien, den zulässigen Perbranch testzustellen. Da diese Mit» teilnng nicht eisvlgi ist. durste ein Strafgeld nicht erhoben werden. Die Stadt wurde daraushin zur Rückzahlung des erhobenen Slrgs- geldes verurteilt. Srzeffaftov üe? Neöaktion. Dirkchau Alätt. Wenn für die Saline sechs Jahr? aktive Dienstzeit nachruweilen ist und einer noch atii» dient, wird ÄuiwaqdSenlschädigiWg ezahlt. Antrag ist hei der unteren Berwaltungsdehörae zu stellen— We...... cnn wegen dtenjtücher Behinderung der Urlaub abgclchut ----"— Da rrjl lag. itttt. WWWWWW wurde, so wbd eine Beschwerde zwe-l'o, sein.—'Bomlitz III. Da erst am 21. September sechs Jahr« aktive Dienstzeit nachweisbar sind. kann die Mutter erst dann Antrag aus Auswandentschädigmig stellen. Der Antrag ist bei dem Acntcindcvorttchcr zu stellen. Pi. Ai, 87- Di» Familicnunterftutzungen sind nicht steuerpjlichtig.— O. S. 47« B. An die ttirchcngemcinde muh eine AuStaujSgebühr gezahlt werden. Wasierftandsnacbrichten der Laiideeanstalt kür Gewüsserkuiide. mißieteitt vom Berliner Weite» burea». soetteraudstchton»ur das», stetere?tardkeuesch!g„d d,s Mitlwoch intreaa. MAHiz warm, zeitweise heiler, jedoch überwiegend hc- wällt, au den meisten Lrlen leichte Negensöllc, an einzelnen ÖSetpstisr. llenescle cfi TSicertcr. AUabencklich 9 Uhr: Max?a!len!ierg in Idar« fescho Kiteil. 5i n rts m r rsp i c l e. Ällabenälich?'/, Uhr: l>lo Tfinaorla. V olksl» ßhn*.,Th. a.Güiowpl. AJlabeneiUch 71/, Uhr: Soinnieruacheiarnii ni. töeater desWestens Allabendlich 7'/» Uhr: Tlieates* kür Blenstag;» 6. August, CeMtral-TUieakter 7V» Uhr: Theataf li.Königgräligrslf. vir C. Me'mhari— ü. Bernaaar. 8 Uhr: Die fünf Fraaklartor. Komödiesthaus 8 Uhr: Ole Zarin. BerllnerTheater 7"U.: WUt»bl»nwa« ttla«.. Thsater lier FHgiiricMaS Ecke Friedrich- u. LinienÄt*. 7'j« Norden 8K:>0. 7',', Qerooldene Spiegel v. Möllendorff, Alias Tornig, Rieh. Goorg. Sonnt. 3'l, kl. Pr.: JukciiR. Rose-Theater. ßie PrlmessiB voisi. (Rnitctib.: Bitte rochlfpeundlich. Kdcnfscfeice OperBitaraa T.uBieFleileraaMS Friedricb-WUhalouf. Theater Kleines Theater S Uhr: Ärisiiii und aeino Fehler mit Basaenuann. Koiulnchc Oper TMiraalÄ MetropoJ-Theater uh'r Bis Pöse m UsL Y<«at»fi3elban» T3/, Uhr; Ms spanische Fife�e Heises OpsroiteBheas 7vauhr: Das sD9e iSZös!. Uhr: WM- MilKg. SchlUov-Th. Chart, 7v, uhr: llt-Eelilellieri. Tbalio-Theater Theater«« Nolkndorfplalx 7V» Uhr: I'Tiodrir.h.str. 213 Dir.: Jarnos Klein. |?3,. Sonnt. 37» u. 7'U Todesrennen In m sow. weitere Sentat. Vorverkauf an der | Theaterb. 10— B Uhr. Sonnt. 3'/» Uhr Jeder ( Erwache. 1 Kind frei! StSt-- h'■ v-»*-».>•• K* Salional-ThsaRr %8: i�sehea, mit dea« Schwank TSgl. Dj.. Sonnt. 3'/»«. TV, Großer Bacherfolg;} «cKamt-Caetfsisicl de-i iierrcfüld- Theaters Die Kriegsgewinnler. HiinptroU.: Dir. A Herrn, fola, Herd. Grünecker. iSARRlSÄHl 2irliu»-Du8oh-Scbäu(ie. } Tägl. 7V« Mittw.. Sannlid. u Sonnt äff 8 n 7V- Uhr: Da» sowalti},-« I Massen-Manege- Sehausiück 1„Torpedo OflP I»IllirillPffl I,„f: a»»!fobildeta„.unau»g«hlld. Bandstum- , Bflipsttij-« celtond Üetgimmiing d- Doutjest. wehvordn1_}5iu-nobstell..Uijahkciinmlichk., ilcklan! Pf- 83 Pf. -Has; Kaohtswis». Vorlag, Berlin 17. nur, Morgen, Mitlvnaoh, 3 Uhr 1 Ferien-Sondervoritcllnng.[ [ Erwachsene und Kinder| halbe Preise. Kastauicnallce 7— 9. Pagiich 5 Uhr in vollständig neuer Bearbeitung: KraßcPosjcn-Reoue in 5 Bildern Dazu Sie grohart. Spezitckilätan Trianon-Theater Cht. Friodriohttr.Ztr. 4937.9391 8 U. Zum 340. Male: Der Komödie von Ludwig Uulffa. Sonnab nachm. Vj4U kl. Pr.| Sehnotmltf eben. Sonntag 4 Ulir: lebsvnltzieaqr. 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Ihr ganzer Stolz bäumte sich ans bei dem Ge- danken, das; sie irgend etwaL annehmen könnte von einem Jungen, dem sie i» besseren Zeiten selbst zum Gymnasium ver- Holsen hatte, vom John irgendeines Organisten, den man im Vorzimmer empfing und mit Eßsachen beschenkte. Die bloße Annahme, daß solches möglich wäre, erschien ihrem Jgmilienstolz ungeheuerlich. „Vater kommt niit dem Doktor," flüsterte Antosch, als er Schritte im Korridor vernahm. Wirklich trat Jatzkolski sin und vor ihm Wysocki, von dem man erzählte, ex hätte die meisten Patienten in Lodz, müßte aber von seiner Mutter erhalten iverden, weil er bloß die ganz Armen behandelte, Freundlich begrüßte er alle, blickte länger auf Soschka, die vortrat, un, besser gesehen zu werden, und ging dann zum Kranken, um ihn zu untersuchen. Joschka hals ihm so Sistig beim Aufrichten deZ kranken Antosch, sie machte sich so viel am Bett zu schaffen, daß er ungeduldig sagte:„Lassen Sie ngs bitte allein." Beleidigt verschwand sie hinter dem Vorhang,>vo Jas- knlski, auf einer Kohlenkiste sitzend, sich fast wxinend vor seiner Frau entschuldigte. „Bei meiner Fhrs, betmnke» bin ich nicht. Stawski Hab' ich getroffen, entsinnst dp dich seiner-' Nach Lodz ist diese? Waisenknabe gekommei,, ihm haben die Schwaben grab' so tvie uns-sein Gut tveggeschnappt. Ins Polnische Hotel sind wir gegangen und geweint hqben wir über unser lln- glück, irnr haben ein Glas getrunken, und das war das ganze Fest. Dann Hab' ich einem Juden ein Pferd vermittelt, na, und da haben wir das Angeld vertrunken, und sonst g'ar nichts weiter. Bei Schwarz war ich, die Stelle ist schon de- setzt, aher in den Bahnmagazinen soll eine Stelle bald frei werden, morgen gehe ich zum Direktor, vielleicht gelingt'S mir, sie zn kriegen." „Wie's dir immer gelingt," flüsterte sie leise und ver- bittert und schaute unruhig zu Antosch und dem Doktor rüber. Jaskulskt heftete seine geröteten Augen auf die Lampe und schwieg. Auf seinem geschwollenen Gesicht mit dem dichten, hellen Schnurrbart lag eine verzweifelte Ratlosigkeit und eine fast tragische Nnbeholfenheit. Er war wirklich der Thp der Unfähigkeit. Durch seine Unfähigkeit hatte er sein und seiner Frau Vermögen verloren, wegen seiner Unfähigkeit konnte er seit zwei Jahren keine Stelle bekommen, und wenn er durch Ver- imttlung seiner Freunde eine Stelle bekam, verlor er sie gleich, natürlich wegen seiner Unfähigkeit. Eine verweichlichte Empfindlichkeit steckte in ihm, von Ausdauer keine Spur, bei dem leisesten Anlaß weinte er und verbrachte sein Leben mit der Hoffnung auf Erbschaften und eine Wandlung zum Besseren. Unterdessen suchte er nach einer Stelle, vermittelte bei Pferdekäufen, wurde allmählich zum Trinker, auch auS Unfähigkeit, weil er keine Kraft hatte, um dieser. Neigung bei irgendeiner sich bietenden Gelegenheit zu widerstehen, und ließ seine Familie im Elend verkommen. Er selbst vermochte dem nicht abzuhelfen, übrigens konnte er auch nichts und war zu nichts fähig. Frau Jaökulska nähte Nachtjacken, Schürzen und Hauben und verkaufte sie am Sonntag in der Altstadt; sie wusch die Wäsche von Arbeitern, die in ihrem Hause wohnten, aber bald versagten ihr die Kräfte; sie verabreichte einen Mittags- tisch für dieselben Arbeiter, aber auch das reichte nicht, �ie begann also, obwohl sie wußte, daß sie nichts konnte, den Töchtern der verschiedenen Fabrikmeister und Fabrikbeamten Unterricht zu geben in Polnisch, Französisch und auf dem Klavier. Alle diese verschiedenen Erwerbsarten, die angestrengte Arbeit, achtzehn Stunden täglich, brachten ihr zusammen monatlich zehn Rubel ein. Aber mit diesem Gelde bewahrte sie doch alle vor dein Hmtgertode. Seit einiger Zeit besserte sich ihre Lage, seit Jusiu zwanzig Rubel monatlich zu verdienen anfing und diese bis zur letzten Kopeke der Mutter abgab. „Wie steht's, Herr Doktor?" fragte sie, an Wysocki herantretend, sobald er die Untersuchung beendet hatte. heit wurde dienstbeflissene Schneidig'eit genannt, umsichtige Bedach- ttgkeit hieß wohlversteckle Feigheil, Vernunft Deckmantel der Schlapp- heil; wer überall wohlüberlegt bandeln wollte— eine vollständige Schlafmütze; verrückles Draufgehen wurde als Männlichkeit gekenn- zeichnet und Mäßigung sollre nichts sein als et» Vorwand, sich zu drücken. Wer recht schimpfen konnte, galt als ein siels zuverlässiger Man», der ihm aber widersprach, der war ein unsicherer Kantonist. Wer vorsichtige Deckung anriet, hieß ein Verräter und Angstmeier. Versöhnliche Anträge vo» der Gegenseite nahm man an, wenn mau glaubte, reale Garantien zu besitzen, nicht, weil man vertraute oder großmütig sein wollte. VersöhnungSeide. wozu man sich unter dem Zwang der Umstände gedrängt sab, hielt man nur so lange, bis man sich von irgendeiner Seile ber verstärkt hatie; sobald man ober nun eine gute Gelegenheit sah und sich beim Gegner ein« Blöße wies, brach man sie ohne Be- denken. Denn die meisten Menschen Tassen sich lieber ge- wiegte Schelme nennen, als gutmütig und einfältig, und schämen sich dieses Lobes, während sie mit jenein großtun. Die Regierungs- Häupter i» den Staaten suchteu ihren Sachen einen schönen Namen zn geben, indem sie eniweder die bürgerliche Gleichheit des ganzen Voltes, oder die Herrschaft der Tüchtigeren als das Bessere anpriesen und schienen damit nichts als das Beste des Gemeinwohls im Auge zu haben, in der Tot aber war es»ichlS als der Kamps »im die Macht und der Wunsch des einen über den anderen empor« zukommen. Entweder durch ungerechte Bcrurteilung in einem Prozeh oder durch die Gewalt der Fäuste suchte man sich den Sieg zu verschaffen. Auf Furchr der Götter sah niemand mehr, wer aber durch lünende Worte etwa« Unerhörtes durchsetzte, der gewann dadurch an Ruf. Die- jenigen Büxger aber, die sich unparteiisch hielten, wurden von beiden«eiten aufs tödlichste verfolgt. Die Bösesten hatten schließlich die Oberhand, den» indem sie sich bewußt waren, de» klugen Gründen ibrer Gegner nicht geivachsen zu sein, schritten sie zur Tat, und während jene vertrauten, daß ihre bessere Einsicht siegen müsse, unteriagen sie der Gewalt und gingen zugrunde." Würde ThucydideS heute leben, könnte er sich nicht treffender ausdrücke»; freilich würde er dann als Flaumacher verschrien werde»._ wie hsch fliegen üie Insekten! Im allgemeinen fliegen die Insekten nicht sehr hoch; die oberste Grenze ihres FlugeS liegt etwa 30—50 Meier über dem Erdboden. Auch bei Wanderzügen wird diese Höhe nicht überschritten. Der Grund daillr liegt in der großen Empfindlichkeit der Insekten gegen Luftdruckschwankuiigen; insolge ihrer geringen Sehschärfe verlieren sie zudem bald sed« Möglichkeit der Oneiitierung. Unter besonderen Lustverhälinissen hat jedoch Walter Rosenbnuni, der als Lust- schiffer in Litauen wie in den Ärgannen in, Fesselballon Dienst tat, wie die„Naturwissenschaftliche Wochenschrift" dem„Entomologi« scheu Jahrbuch 1918" entstimmt, Insekten>n sehr viel höherenSchichlen beobachtet. Luftströmungen, die sich über den stärker erwärmten Stellen der Erdoberfläche bilden und bei Gewitter bis zu 15—30 Sek.-Meler Geschwindigkeit erreichen, reißen zahlreiche Insekten mit»räch oben, so daß sie in einer Höhe treiben, die sie freiwillig nicht aufgesucht hätten. Namentlich an Sonnentagen um die Mittagszeit und bej Gewitierueigung, wenn aufficigende Böen einsetzen, hat der Ballon- beobachter häufig Gelegenheit, dies sestzustellen. So sab Rosenbaum einen Kohlweißling in etwa 550 Meter Höhe, einen Trauermantel in 300 Meter, einen Flcckensalter in 465 Meier. Käfer beobachtete er in 515 und 550 Meier Höhe, auch Fliegen und Mücken ivaren hüttfig anzutreffen, und eilte Libelle schwebte einmal in 250 Meter Höhe vom Winde getragen nach oben. Im allgemeinen sind aber die Insekten trotz ihres ausgezeichneten Flugvermögens an die untersten Lustschichte» gebunden, sie gehören zur Bodensauna de« Luftmeeres._ Notizen. — Fa k u l t ä t Karl Mar x. Wie aus einer Mittstftmg der ..Lswestia" hervorgeht, wind die sozialistische Atabemie in Moskau in zwei Abwilrargen geteilt: in«ine wissenschaftlich-akadantische Secktion und in ein« Unterrichts- und Bildungfrsektiou. Sw»Palast Ver proletarischen Kultur" wird eine Fakultät für sozialpolitische Wissenschaflen organisiert, die den Titel„Fakultät Kart Marx" führen wind. — Der K o l in a r e r Reinbrandt, der— man weiß sticht wie und warum—»ach Schweden verkaust ist, wird nach einer Mitteilung des Generaldirektors Bode im„Lokal-Anz."■Gegenstand einer schriftlichen Anft>me eines ReichStagsabgeardnetei! an den Reichskanzler wevdest. Herr Bode macht darauf aufmerksam, daß das Rembrandtporträt zweifellos echt ist und ans seiner letzten, jetzt besonders geschätzten Schaffenszeit stammt. I!*!.!>«Bgeaww „Keine Aeuderung. Gebe» Sie ihm dieselbe Medizin, der Milch können Sie ctwaS Kognak zusetzen." Er zog eine Flasche und eine Schachtel mit Pulvern aus der Manteltasche heraits. „Wie steht's also?" fragte sie so leise, daß er die Frage mehr erriet, als hörte. „Man kann noch nichts sagen. Aufs Land muß er halt. sobald cs wärmer wird. Jch habe an die Sommerkolonie gedacht, das ist aber nichts für ihn. Jch werde mich jeden- falls bemühen, daß dann auch die zwei Aclteren mit ihm rauskommen, paar Wochen auf dem Lande werden ihnen sehr gut tun." „Jch danke Ihnen. Herr Doktor," flüsterte sie. „Na, Buh. im Sommer fahren wir ins Grüne, was?" „Gut. Herr Doktor." „Liest du gern?" „Sehr, aber ich habe schon alle Bücher, selbst die alten Kalender, ausgelesen." „Ich schick' dir morgen welche,-mußt mir aber alle» er- zählen, was du gelesen hast." Antosch drückte ihm fest die Hqnd, ohne vor Freude ein Wort aussprechen zu kömien. „Na, leb' wohl, in paar Tagen komme ich wieder nach dir sehen." Gütig streichelte ex ihm die schweißbcdeckie, kalte Stirir und zog den Mantel an. „Herr Doktor," flüsterte er schüchtern.„Die riechen so gut, die Veilchen. Mein lieber, goldiger Doktor, nehmen Sie. Sie sind so gut zu mir,>me Mama, nehmen Sie doch, Soscha hat sie mir gegeben, nehme» Sie," bat er ganz leise und so herzlich, daß Wpsocki mit einem gerührten Lächeln die Veilchen an den: Ailsschlag seines Mantels befestigte. Beim Abschied wollte ihm Frau. JaskulSka einen Rubel in die Hand drücken. Er trat zurück, als hätte ihn jemand mit siedendem Wasser Übergossen. „Kejne Dummheiten, ich bitte Sie," rief er aufgebracht. „Aber ich kann doch nicht verlangen, daß Sie uns soviel Zeit und Mühe opfern, Doktor... Nein." „UebrigenS hat mich schon der Kleine bezahlt. Gute Nacht." Er verschwand im Korridor mit JaskulSki, der ihn durch die Gäßcheu bis zur Piotrkower Straße begleiten wollte. „Dumme vornehme Großtuerei," brummte Wysocki und lief so schnell, daß JaskulSki kaum nachkommen konnte. (Forts, folgt.) Uitfci teurer Sohn, uSv der Llrmierungs- �' 28616 Richard RebM im ätltcc von 231/2 Jahren, wurde vom 15. bis 16, Juli lölL von einem Grcmat- ! ipliticr so schwer verwundet, dcisz er am 16. Juli, sruh ll'/a Uhr, seinen schweren Aükletzungen erlag, Er satz be� seinem Kompaqniesührer, um Ordonnanjbefehle �u einpsangen, als der tödliche Schug ihn trus. Bei vollem Bewußtsein bat er seinen Kompagniesührer, die Heimatgrüße und ein letztes Lebewohl au seine Lieben üu übermitteln. Mit j uns trauert seine junge I Lebensgesährtin. Lueie Gott- j schar, die er in wenigen j Aachen heimzusübren ge- > dachte, Nm 18, Juli wurde l er auf dem MllitärsWekhof j zur letzten Nuhe bestattet, Dies zeigen in tiefstem Schmerz an: j Jamilic R e k b a r? und [ Verlobte Lucia Gottschar. Berlin, Thurnehsserstr. 7, Jochhannsir. 9. Die Gedächkrisfeier wird �noch bekannt gegeben, ! Ein einsam Grab vomSturni Inmbrauft— Keine Hand- ! voll Blunien, keine Schrist von Gold— DieZ alles, I mein lieber Richard, ist Dir I geblieben,— Bon all Deinem j Streben, Deinem Hoffen und Lieben, Deine trauernden Eltern. , Allen Verwandten und Be- j kannten die tieskraurigeNach- I rieht, daß am 16. Juli auch ! unser heißgeliebter jüngster Sehn und Bruder im 29, Lebensjahre durch Brustschuß gefallen ist. Er folgte seinem Bruder Gustav nach zwei Jabren zehir Monaten in den Tod, Dies zeigen schmerz erfüllt an Gusiav Jahu und ssrmi Verla aeb, Dörkker als Eltern. ?lnna Jahn, Vrnno Jahn, Klara Jahn. Yjrrda Jahn als Schwestern n. Bnider. Gustav Zimmermann, z. Z. im Felde, Paul Brennickc, zurzeit in Essen, ssranziska Jahn als Schwager u. Schwägerin nebst Neffen und Richten. Berlin, MiinchebergerStr.W. Es war so reich Dein junges Leben an Mühe, Arbeit, Sorg' und Last, wer Dich gekannt, muß Zengins geben, wie fleißig Du geschaffen hast. Ob Du auch bist von uns geschieden, in unlerm Herzen stirbst Du nie, Run ruhst Du still in Feindesland, weißt nicht, >vas wir leiden. Wer viel verloren, leidet unermeffen; für solch' tiefes Leid gibi's kein Vergessen, 189A m Ii wo» im■ i mii i iiimi laii Universal- Briefsteller 4,— Mar!, Buchhandlung Vorwärts, Lindenstraße 3(Laden). Für die Deweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meines unvergeßlichen Gatten und Vaters, des Schlossers ?au! Selirödep sage ich hiermit der Direktion der Firma Kabelwerk Oberspree, seinen Kollegen Abt. R. L. sowie der HUsSkasse der Wagenbauer meinen herzlichsten Dank. Im Namen aller liestrauernden. Hinterbliebenen[28666' M. Schröder esTjgcn. Altrenommierte elsässifche Haar- netzsabrik empsiehll besonders mi Grossisten und Einkaufs- xenoffenschajten ihre .yrNli einfach und Doppel haar und ■itiruhaarnetze zu biMgsten Tagespreisen. Gefl. schristl. Anfragen nnt. f. St. 266 bes. Hadolf blosse, Straß- burs/Kls. 89/9 iLÄASr- IBekSeSdunsl für DameD und MHdctien. Siels wohlaus- geslaltete moderne Lager. iskarWolIbmi I Itrimnenstr. 36 ! Gagr9ndet 1S36. j Wie sparen Sie Anfnewer und Schrubber und Seife? Nur durcli öfteres Streichen mit Fußbodenanstrichfarbe ifreienfix, für 50 Pfennige 2 Liter Farbe. Zu haben in allen einschlägigen Geschäften. 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De? ukrainische Eisenbahnerfted?. Kiew, 3. August. Der Eisenbahnerstreik nimmt ah. In vielen Bejirken, besonders im Norden der Ukraine, ist der Verkehr bereits fast normal. Tie Zahl der Arbeitswilligen wächst ständig. Auf den Eisenbahnen auf der- rechten Seite deS Dnjcpr bat sich die Lage gleichfalls erheblich gebessert; von Kiew sind gestern 54 Züge abgegangen. Die Arbeit ist aus Grund der alten Bedin- gungen wieder aufgenomlncn worden. Kiew, 4. August. Wie„Kiewskaja MySI" meldet, fordert ein Erlaß des deutsche« Kommandanten»nd ukrainischen Gouver- nementsstarosdeu in Polta-nw die Bauern auf, im Vertrannr auf die Regierung und den deutschen Bundesgenossen die Hetzer zu vertreiben und an der Wiederherstellung der Ordnung mitzuarbei- ten. Jodcr wird erhalten, worauf iüm ein Recht zusteht. Jeder wind die Sommersaat, die er gesät hat, nach Abgabe des gesetzlichen Anteils an den Besitzer und nach Bezahlung der Abgaben ernten. Ebenso soll die Wintersaat dem gehören, der sie im Herbst 1917 n seinem Betriebe auf- rechtzuerhalt en. Entstehen, Entwicklung und Ausgang des Streites stehen hiernach in einem wesentlichen Zusammenhang mit der Betrtebßbeschäftigung Daß die Körperverletzung an sich nicht zu dem Landwirtschaftsbetriebe gebärt, fei unerheblich. Das Berufungsgericht habe demnach zu prüfen, ob nicht«in Be- trieb» nnfall vorliege.. An dieser Entscheidung des R-rchsgerichtS ist zweierlei be- merkenswert: Erstens, daß eine Körperverletzung sei te n% des Arbeiigeb.» rs zwar nicht„an sich zu dem Landwirt-. schaft'bctriebc" gehört, aber dock immerhin alS„Betriebsunfall" anzusprechen ist, und zweitens, daß nach Anöcht de? höchsten deutschen Gerichtshofs Mißhandlungen ein gecigne- te? und erlaubtes Mittel für«inen Arbeitgeher sind,„um se,ne Reckte»nd sein Ansehen als Dienstherr zu wahren und die Ordnung im Betriebe nusrcchtznerhalten"- Da es in Teutschland bekanntlich gleiche' Recht für alle gibt. müßte«S danach auch den Arbeitern gestattet sein, zur Wahrung ihrer Rechte pegebenensahs ihre Dienstherren zu ver- hauen. Wir würden jedoch keinem raten, das Experiment zu machen.. lyilfsökknft für HefchWerKeführer. Zucker als Slktendcckel.~ Tie Butterlampe. Aus dem Westen wird uns geschrieben: In Mayen, einer Stadt in der Eiset, hat cin bisher beim LcbcnSmittelami beschäftigter Ar- bester Mißstände im L c b e n S m i t t c I a m t aufgedeckt. Eine Ttatüverordnetensitzung beschäftigte sich mit der Angelegenheit. Sic brachte zwar keine bestiedigende Aujtlärung, die hohe Behörde machte aber derart in Entrüstung und Zwangsmitteln gegen den Arbeiter, daß da§ Verfahren im ganzen Reiche bekannt zu werden verdient. Der Landrat Dr. Peters schildert sein Verhalten gegen die Frau jenes Arbeiters wie folgt: Die Frau dieses Arbeiters sei mit d?n erwähulen Auswich- nungen zu ihm gekommen. Er hätte ihr den Zettel vor die. Füße geworfen und sie ersucht, sein Amts- zimmerzuverlassen. Eine geinchiliche Untersuchung gegen die beschuldigten Beamten ist bisher unterblieben, dagegen kündigte der Landrat eine Be- leidigungsklage gegen den Beschwerdeführer an und erklärte serner in öffentlicher Stadtverordnetensitzuug. e r werde den Beschwerdeführer dem Hilfsdienst bei der Munitionsindnstrie in Siegburg überweisen. DaS ist allerdings das beste Mittel, von Beschwerden»nd der Auf- deckung von Mißständen abzuschrecken. Daß der Arbeiter sehr berechtigte Klagen vorträgt, erhellt aus folgendem Fall: Er mutzte im Austrage de» Leben SmittclamteS 399 Pfund Zucker unter der amtlichen Deklaration„Aktendeckel zum Einstampfen" an eine Tabakfabrtk in Köln absenden. Die Sendung wurde wegen der falschen Deklaration von der Bahn zurückgewiesen, später aber doch zum Versand gebracht. Di« vor- gesetzten Behörden werden gut tun, sich das Mayener Lebensmittel- amt ein lvcnig näher anzuehen. Ein anderes: Jeder des AamsternS Kundige weiß, wie sehr auf dem Lande Petroleum als Lichtquelle geschätzt wird. Bauern in der Gegend von M a l m c d e q in der Eise! Helsen nun in höchst eigenartiger Weise der Finsternis ab. Angeregt durch die Kunde, daß Butter aus Erniangelunq anderer Rohswffe zu wertvollem Schmieröl verarbeitet werde, haben sie die Butterlampe ermüden: ein flaches runde» Gesäß, mit Butter und etivaS Stearin gefüllt, in welcher Mischung ein Dockst vorzüglich brennt. Die Erfindung fand Anklang. Beim trauten Schein der Butter law pc halten nun die Bauern ihre Gespräche von Krieg und Kricgsgeschrci. WaL sie sich wünschen.„Uns fehlt der Bismarck, der 1571 zwei Köuigsberger Kanfteist«, die Gegner der Annexion Elsaß- Lothringens waren, kurzerhend einsperren ließ.. so stöhnen die „Alldeutschen Blätter". Das wäre allerdings ein Jdealzustand sür die Alldeutschen, wenn alle Gegner ihrer Annexionspläne kurzerhand ins Gefängnis gesteckt würden. Bleibt nur die sckwic- rige Frage, wer Krieg führen soll, wenn neun Zehntel des beut- schen Volke? hinter schwedischen Gardinen sitzen. Und der Ver- fasser dieses Artikels will gar nicht eher aushören,«bis der Feind zu Boden gerungen ist und um Frieden bittet". In derselben Nummer der„Alldeutschen Blätter" schreit ein österreichischer Alldeutscher nach der Hilfe des Reiches,„da wir Oesterreich« uns unserer inneren Feinde nicht erwehren können". Zu Beginn seines Artikels trifft der Herr die statiitifche Fest- slellung, daß diese„inneren Feinde" heiläufig 79 Proz. der Be- völkcrung Oesterreichs ausmachen, nämlich Tschechen. Polen. Süd- slawen, Juden und Sozialdemokraten, dazu noch einige Klerikale usw. Trotzdem meint er:„Feste zugefaßt, vor nicht» zurückgc- schreckt, und es wird gehen". Alle Wetter, nun auch noch 79 Proz. der Oesterreicher ins Loch, wer bleibt denn da noch übrig?! v. Bonin kandidiert wieder. Der konservative Abgeordnete für Neustettin, v. Bonin-Babreubusch, der sein Mandat wegen eines gegen ihn anhängigen Prozesses niedergelegt hat, wird von den Konservativen für die Neuwahl wieder aufgestellt werden- Letzte Nackrickten. Tie Ellgländer in Nnrdpcrsicn. Mvökau, 3. August.(W. T. B.) Englische Truppen sollen R e s ch t unp G i l j a k mit vorläufig sehr schwachen Kräften besetzt haben.(Reicht ist ein wichtiger Ort unweit der West- lichen Südküste des Kaspischen Meeres.) GAverffchlMbeNElmg Nene Bestimmungen für die Entlastung von Tabak- arbeitern. Die Zentrale für Krieflslicferung von Dabakfabrilaten(Sitz Kunden i. W>) hat mit Rücksicht auf die starke Einschränkung der Herstellung von Zigarren, die gegenwärtig nicht weniger als C0 v. H. der Herstellung der ersten sieben Monate des Jahres ISl? ro.1"??*'. am Januar 1918 eine Reihe Bestimmungen über die Beschäftigung von Arbeitern in Zigarrenherstellungsbetrieben er- lassen, die in der Hauptsache, gemäß dem Wunsche der Tabak- arbeiterverbände, den Schutz der bcrufsständigcn Arbeiter und Arbeiterinnen bezweckte. In den Jahren 1915 und 1916 mochten ohne den Ersatz für die zum Heeresdienst eingezogenen Tabak- arbeiter etwa 70(0) neue Arbeitskräfte in die Industrie cinge- treten sein. Dann kam der Tabakmangel. Um nun besonders die alten, schwachen und gebrechlichen Arbeiter vor der Entlassung zu schützen, war es notwendig zu bestimmen, daß die neuangelernten Arbeitskräfte zuerst entlassen werden mutzten. Das wurde denn auch verfügt, indem sämtliche vor dem 1. August 1914 in der Zi- garrenherstellung nicht beschäftigten Personen entlassen werden sollten. Mit den Rohtabakvorräten steht es nämlich so, daß die Zi- garrenfabrikation trotz der Beschränkung der Herstellung auf 40 v. H. nur noch bis in die ersten Monate des kommenden Jahres mit verfügbaren Rohstoffen rechnen kann. Dann würden natürlich sämtliche in der Zigarrenherstellung Beschäftigten zu entlassen fein. Die neue Verfügung geht nun von dem Gesichtspunkt aus, daß schon jetzt Rücksicht auf die spätere Beschränkung und den gänzlichen Schluß genommen werden muß, und da auch andere als Berufsuiiständigc zur Entlassung kommen müssen, muß eine grundsätzlich andere Regelung eintreten, immer aber unter Scho- nung der alten und schwächlichen Personen. So ist von nun ab nicht nur die Berufsständigkeit, sondern auch die Pertvendbarkeit in anderen Berufen maßgebend. Es heißt jetzt: In der Zigarren- industrie dürfen nur Arbeiter weiter beschäftigt, werden, die be- reits vor dem 1. August 1914 in ihr tätig waren, mit Ausnahme solcher, welche zur Arbeit in anderen Erwcrbszweigen nicht fähig sind. Die alte sowohl wie die neue Verfügung(vom 29. Juli 1918) verlangt ferner, daß die in der Zigarrcnindustrie verbleibenden Ar- heiter voll beschäftigt werden müssen. Manche Unternehmer hatten noch nach der ersten Verfügung die Arbeitszeit beschränkt oder ließen aussetzen, um ihr Personal zu halten. Die Arbeiter aber hatten den Schaden davon durch erhebliche Vcrdienstverminderung. Da aber Arbeitskräfte überflüssig sind und immer mehr werden, ist es vor allem nötig, die jungen Arbeitskräfte abzustoßen, zumal es in anderen Berufen'an Arbeitern mangelt. Tic Tabakarbeiterver- bände mußten im Interesse der Arbeiterschaft gerade darauf be- stehen, soweit die Vollbeschäftigung nicht möglich ist, sind die- jenigen Arbeiter zu entlassen, welche nur nebenbei zur Erlangung eines für den Lebensunterhalt nicht notwendigen Verdienstes tätig sind, sowie solche, welche nicht durch häusliche Verhältnisse oder an- dere zwingende persönliche Gründe an ihren Wohnort gebunden und körperlich imstande sind, sich in anderen ErwerbSzwcigen zu betätigen. Aus wirtschaftlichen Gründen können auch jetzt, wie nach der ersten Verfügung, Betriebsstätten stillgelegt werden. Neu- und Wiedcreinstellung von Arbeitern darf nur mit Genehmigung der Zentrale erfolgen, und sind arbeitslose bcrufsständige, in an- deren Erwcrbszweigen nicht verwendbare, vornehmlich auch kriegs- beschädigte Tabakarbeiter zunächst zu berücksichtigen. Bei dem Wiederaufbau der Industrie sind jene Tabakarbeiter vorzugsweise wieder einzustellen, die ini Heeres- oder Hilfsdienst gestanden haben, sowie jene, die nach ihrer Entlassung in anderen Erwerbs- Zweigen tätig gewesen sind. Entstehen Streitigkeiten über die Verwendbarkeit der Ar- beiter in anderen Berufen,"so' entscheidet darüber ein Bezirksaus- schuß. Solcher Bezirksausschüsse werden von der Zentrale 10 ein- gerichtet, denen je zwei Vertreter der Unternehmer und zwei der Arbeiter angehören werden. In letzter Instanz entscheidet die Zentrale. Zur besseren Hinüberleitung der Arbeiter und Arbeiterinnen in andere Berufe, besonders dann, wenn die Herstellung van Zi- garren ganz eingestellt werden muß, haben die Unternehmer Per- sonalkarten zu führen, die bei Entlassungen sofort an die Arbeits- nachweise abzugeben sind. Das sind im wesentlichen die Bestimmungen, die künftig für die Beschäftigung und Entlassung von Tabakarbeitern, foweii die Zigarrenherstellung in Frage kommt, gelten. Der Krieg wirkt schwer auf die Tabakindustrie, besonders aber auf die Tabakarbei- ter; so schmerzlich es ist, wenn altgeübte Arbeitskräfte ihren Beruf verlassen müssen, es konnte nickt verhindert werden; aber Licht und Schatten möglichst günstig zu verteilen, ist Aufgabe der or- ganisierten Tabakarbeiter. Und sie glauben, es bei der Mitwirkung bei dieser Verfügung getan zu haben. Tie Beri6»tigung der Zcntralkommissio» der Kranken- lasten. Wir werden um Aufnahme folgender Zeilen ersucht: Von einer Reise zurückgekehrt, werde ich auf die in der Nummer des„Vorwärts" vom 28. Juli enthaltene Berichtigung der Zentralkommission der Krankenkassen gegen den Bericht über die Versammlung der Krankcnkassenangestellten in der Nummer vom 12. Juli aufmerksam gemacht. Tie Redaktion hat bereits ganz richtig darauf hingewiesen, daß die Zentralkommission Dinge be- richtigt, die weder in dem Bericht enthalten, noch in der Versamm- lung behauptet sind. Die in der Versammlung aufgestellte Be- Häuptling, daß die A.O.K, der Stadt Berlin und die O.K. der Me- chaniker nicht rechtzeitig genügende Maßnahmen getroffen haften, um die ungeheure Mehrarbeit der Verwaltung während der Grippe- Epidemie zu bewältigen, muß aufrechterhalten werden. Bezüglich vcr O.K. der Mechaniker ist ja in derselben Nummer des„Vor- wärts" vom 28. Juli nach eigener Anschauung der Redaktion in der Notiz„Im Krankenpferch" das notwendige gesagt. Diese ungeheure Ueberfüllung der K'ässenräume ist zwar durch die Grippe- Epidemie verschlimmert, aber nicht herbeigeführt, sondern besteht schon seit Jahren. Die Kasse hat während des Krieges ihre Mit- gliederzahl mehr als verdopzelt, ohne auch nur einen einzigen Ab- fertigungsschalter mehr zu öffnen. Obwohl die Angestellten der Kasse und unser Verband wiederholt Abhilfe verlangt haben, da die Angestellten die berechtigte Unzufriedenheit der Mitglieder aus- zubadcn haben, ist Vorstand und Verwaltung dazu nicht zu be- wegen, weil man die dadurch entstehenden Kosten scheut. Lieber hält man jahrelang Verhältnisse aufrecht, die geradezu einen Hohn bilden auf die Aufgaben der Krankenkassen. Der A.O.K, der Stadt Berlin wird besonders zum Vorwurf gemacht, daß sie nicht rechtzeitig mit der Einstellung von Hilfs- kräftcn vorgegangen ist. Auch die Zentralkommission der Kranken- kassen kann das nickt bestreiten. Die Kasse stellt z. B. seit längerer Zeit grundsätzlich keine männlichen, sondern nur noch weibliche Hilfskräfte ein. Ob das lediglich des geringeren Lohnes der letzteren wegen geschieht, lasse ick dahingestellt. Ferner geht die Kasse außerordentlich leicht mit der Entlassung von Hilfsträsten bor, so daß sie den stärksten Personalwechsel aller Berliner Krankenkassen während des Krieges zu verzeichnen hat. Auch während der Grippe-Epidemie hat die Personalverwaltung der Kasse im Gegensatz zu anderen Kassen erst im letzten Moment und sehr zögernd mit der Einstellung von Hilfskräften begonnen. Tie Krankenkasscnangestellten haben auch während der Grippe- Epidemie mit äußerster Kraftanspannung gearbeitet, um den An- stürm der Kranken zu bewältigen. Manche von ihnen lind dar- über selbst zusammengebrochen. Es war daher wohl berechtigt, �daß sie alle möglichen Maßnahmen zur Beseitigung der Mißstände treffen sollten. Verband der Bureauangcstellten Deutschlands, Orts- gruppe Grotz-Berlin. Im Anschluß hieran ersucht auch die Redaktion der„Bureau- angestellten" um Wiedergabe folgender Bemerkung: Die Zcntralkommission der Krankenkassen hebt in ihrer Be- richtigngSnotiz noch die Tatsache hervor, daß der im Organ der Burcauangcstcllten über die Angestelltenversammlung gebrachte Be- richt wesentlich anders laute als der Bericht im„Vorwärts". Dieser Einwand scheint sehr gesucht. Wie der Zentralkommission nicht unbekannt ist, leiden wir wie andere Getverkschaftsblätter unter der Papierknappheit und sind deshalb infolge Raummangels in unserer Berichterstattung sehr beschränkt. Der von uns gebrachte Bericht war im Hinblick auf diese Ilmstände stark gekürzt. Er enr- hält nur das Wesentliche, und desbalb vor allem die für grund- legende Verhandlungen von der Versammlung gutgeheißenen Richt- linien. Für unsere Mitglieder im Reich kam dann noch eine Orientierung über die errungenen Teuerungszulagen in Betracht. parteinachrichten. Tie linksradikale Kritik an den Unabhängigen. Daß die Unabhängigen trotz aller Klobigkeit und trotz ihres demonstrativen Radikalismus oder gerade Ivegen der zur Schau ge- tragenen Absichtlickkeit ihre Anhänger nicht voll befriedigen, ist eine Binlenwabrbejt. Die Opponenten finden nur nicht das Obr der Oeffentlichkeit, sei es mangels einer Zeitung, sei es, weil ihre Pu- blikationsmittel über einen ganz engen Kreis n'cht hinausdringen. Die unabhängige Preise hütet sich natürlich Wohlweislich vor dem Geständnis, daß die Brüder zur linken Hand die Demagogie ihrer Partei rücksichtsloser verhöhnen als die„Regierungssozialisten". Die „Leipziger Volkseeitnng" übersiebt auch die schärfsten und bestbe- gründeten Angriffe der linkscadikalen„Bremer Arbeiterpolitik". Die„Bremer?krbeiterpolitik" nimmt den Brief Franz Meh- rings an die„Prawda" wieder zum Anlaß einer heftigen Attacke. Es müsse, zwar jedem Parteimitglied die schärfste Kritik fteistehen. aber wenn diese Kritik d'e Gebrechen der Partei für unheilbar er- klärte, so sei der inner« Bruch längst vollzogen.„Der Brief ist ganz offenbar diktiert von dem Wunsche, daß man für das Verhalten der Unabhänaigen Partei nicht verantwortlich fein will, daß man in- nerlich nickts mit ihr zu tun babc." Die Bremer Linksradikalen sehen in dem Brief Mehrinas die glänzendste Rechtfertigung für ihre Sonderbestrebungen. Die Verbindung mit den Haafeleuten könne für einen Linksradikalen von echtem Schrot und Korn nicht von Dauer sein oder müsse zu seiner Knochenerweichung fübren. Und dann gießt die„Bremer Arbeiterpolitik" die ganze Schale ihres ätzenden Hohnes über die radikalen Unabhängigen, die nicht einmal die Courage zu einer wirklichen Auseinandersetzung mit Mehring haften:„Mebrina hinauswerfen, das wollten sie nicht: denn einen Skandal, der vielleicht ein« mehr oder minder große Zahl von Gesinnungsfreunden Mehrings veranlaßt hätte, mitzu- gehen, wollten sie unter allen Umständen vermeiden. Mehrings Kritik aber folgeleisten und die Bartei nach seinem Wunsche um- orientieren, da? wollten sie noch weniger. Was also taten sie? Sie zogen sich ins Gebiet der Oualle zurück. Jedem Schwertbieb. der. wenn er auf festen Widerstand traf, hätte durchschlagen müssen, setzten sie ein breiiges Gemisch von Urickleim entgegen." Die Un- abhängigen hören sich diese schneidende Kritik an und lassen sie de- müftg über sich ergeben, ohne aufzumucken. Die Kölner Parteigenossen zur Taktik der Fraktion. Eine Sitzung der sozialdemokratischen Vertrauensleute der Wahlkreise Köln-Stadt, Köln-Land und Mülheim nabm einen Be- richt des Kölner Reichstagsabgeordneten Mccrfeld über die iüngste Tagung deS Reichstags entgegen. Die Aussprache zog sich durch 3 Sitzungen hin. Von den 30 Rednern, die zu Worte kamen, sprachen sick eine Reihe gegen die letzte.Kreditbewilligung aus und forderten die Ablehnung weiterer Kriegskredite. Die ganz« Aus- svrache zeigte, welch« politische Verwüstung durch das Versagen der Regierung Hertling>- durck das' Geschrei. der Eroberungspolitiker, durch das verbrecherische Verhalten der Mehrheit des preußischen Abgeordnetenhauses und durch die Kriegsnot angerichtet ivorden ist. Mit allen gegen vier Stimmen wurde folgende von dem Par- teivorlitzendcn Genossen Sollmann eingebrachte und begründete Entschließung angenommen: „Tie Vertrauensleute der sozialdemokratischen Vereine von Köln-Stadt und-Land und von Köln-Mülbeim erklären, daß die Partei an dem alten sozialdemokratischen Grundsatze der Landes- Verteidigung festhalten muß. Mit der sozialdemokratischen Politik, die auf einen Wiederaufbau oec Internationale und aus einen Völkerbund gerichtet sein muß, ist die Bewilligung von Mitteln für militärische, wirtschaftliche oder finanzielle Vergewaltigungen unver- einbar. Deshalb müssen die sozialdemokratische Reickstagssraktion und die Massen im Lande alles aufbieten, um die Reichsregierung zu einer eindeutig klaren Bekundung und Betätigung ihrer Kricgsziele in diesem Sinne zu drängen. Die Art des Wechsels im Auswärtigen Amt hat das Mißtrauen gegen die Regierung verschärst. Im Einverständnis mit dem Reicks- tagsabgeordneten fiir Köln-Stadt. dem Genossen Meerfeld, bedauert die Versammlung, daß dieses Mißtrauen in der leider recht ein- festigen Fraktionserklärung bei der jüngsten Kreditbewilligung so gut wie überhaupt nicht zum Ausdruck gekommen ist. Die Vertrauensleute sind der Ansicht, daß nach der durch außer- parlamentarische Einffüsse berbeigenchrten Entlassung Kiihlmanns und der verdächtig hinhaltenden Wahlrechtspolitik des Grafen Heft- ling ein verschärfter Kampf gegen die Regierung dringend geboten war. Von der Fraktion wird erwartet, daß sie bei Fortdauer der jetzigen Regierungsmethoden ihr Verhältnis zum Reichskanzler so- bald als möglich gründlich klärt. Bei neuen Versuchen der Unklarheit und des Hinhaltens muß die Reichstagsfraktion in die entschiedenste Oppositionsstellung treten."_ Mit dem Entwurf des neuen Aktionsprogramms der Partei hat sich in zwei Versammlungen der Ortsverein der Partei in Fürth in Badern beschäftigt. Nach einer sehr regen Aussprach« entschied sich die Versammlung zunächst für folgende allgemeine Feststellun- gen: Der in der Parteipresse veröffentlichte Entwurf eines„Ak- tionsprogramms" soll nach seiner Einleitung das Erfurter Pro- gramm nicht ausheben, sondern nur ergänzen. Die Versammlung billigte diesen Grundsatz, konnte aber nicht unterlassen, auszu- svrechen. daß ihm der Entwuft selbst nur bedingt Rechnung trägt. Der Entwurf nimmt.zwar einzelne Forderungen des Erfurter Pro- aramms herüber, gibt ihnen aber eine weniger' präzise, verwässerte Form. Andererseits läßt er Fragen, die für die nächste Zeit er- höhte Bedeutung erlangen werden, vollständig unberührt; so bei- spielswcise die Stellung der Paftei zu den Forderungen tür Heer und Marine, zur Kolonialpolitik, zur Rechtspflege und Recht- sprechung, zur Agrarpolitik usw. Soll das Aktionsprogramm aber voll seinen Zweck erfüllen, so erfordert das die Zusammenfasiung aller für die nächste Zeit in den Vordergrund stehenden Forderungen und zwar, dem Zwecke mehr entsprechend, in Forin eines Volks- tümlich und packend geschriebenen Aufrufes, Auch müsse der inter- nationalen Aufgabe der Sozialdemokratie in dem Aktionsprogramm bzw. der Sozialpolitik, des Arbeiterschutzes usw. gedacht werden. Gerade nach dem Krieg wftd der Konkurrenzkampf der Kapitalisten auf dem Weltmarkte mehr denn je auf Kosten der Arbeiter aller Länder ausgetragen werden. Es feien deshalb nach Feststellung dieser allgemeinen Mängel folgende Aenderungen im Aktionspro- gramm vorzunehmen: 1. Im Abschnitt 1 die Aufnahme der Klausel Selbstbestimmungsrecht der Völker, worunter das Recht der Völker auf Aufrechteichaltmia otrr Neuaufcichtuna ihrer politischen llnab- bängigkeit zu verstehen ist. 2. In den Abschnitten 6 und 7 ist an Stelle der Forderungen de?„Fallenlassens hoher LebenSmittclzölle usw." und„Aufhebung aller Verbrauchsabgaben auf notwendige Lebensmittel" an der bisherigen, im Erfurter Programm nicdev« gelegten Fassung festzuhalten. 3. In den Abschnitten 8 stnd die Forderungen aufzunehmen: Internationale Regelung des Arbeiter- schütze» und der Arbeitervefticherung, Ausbau und Vereinheitlichung des Arbeiter- und Angestclltenrechts unter rechtlich völliger Gleich- stellung der landwirtschaftlichen Arbeiter und Dienstboten; Ausdeh- nung und sinngemäße Anwendung der Arbeiterschutzgesetze auch auf diese. 4. Die endgültige?lbfassuug eines Agrarprogramms erscheint zwar dringlich, erfordert aber längere Zeit. Es sind deshalb einst- weilen Richtlinien für die Stellung der Partei zu den klein- und mittelbäuerlichen Betrieben in das Aktionsprogramm aufzunehmen. Grundsätzlich allerdings spricht sich die Versammlung dafür aus, zu- nächst nur bestimmte, festumrissene Forderungen für die Zeit des Ueberganges von der Kriegs- in die Friedenswirtschaft aufzustellen, von der Schaffung eines allgemeinen Aktionsprogramms im jetzigen Zeitpunkte, wo die Verhältnisse noch vollständig im Unklaren liegen und sich noch alles im Flusse beiindet, jedoch abzusehen, sollte trotzdem das Aktionsprogramms zustande kommen, so hält die Ler- sammlung dessen endgültige Sanktionierung durch einen deutschen Parteitag für notwendig._ Industrie und Kandel. Zweifel an der Stapelfaser. Der Verband der sächsisch-thüriiigischen Webereien hat sich, wie in der Sitzung der Handelskammer Greiz mitgeteilt wurde, längere Zeit mit Prüfung der neuen Stapelfaser der Vereinigten Glazstoff- fabrikcn in Elberfeld befaßt, um die Herstellung und Verarbeitung dieser Gespinstfaser im sächsisch-thürigischen Weberei bezirk in große- rem Unifange in die Wege zu leiten. Das Ergebnis ist, daß man zwar die Bedeutung der Sacke an und für sich nicht verkenne, aber die großen Hoffnungen, welche die Reichsbekleidungsstelle in diese neue Ersatzfaser knüpft, in dem Umfange, wie dies geschieht— wenigstens für die nächste Zeit— nicht teile. Man hält die Er- waftnngen für verfrüht, Die Börse hat— natürlich ohne den Schimmer eines eigenen Urteils— die Aktien der Vereinigten Glanz stoffabriken A.-G. mächtig in die Höhe gesetzt. Die vorliegenden Kaufaufträge konnten nur zu einem kleineren Teil und unter Vernachlässigung der klei- neu Orders erfüllt werden.__ Tie Lurusstcuer. Laut Bekanntmachung des Reichskanzlers über die Sicherung einer Umsatzsteuer auf Luxusgegenstände vom 2. Mai 1018 war für den Kleinhandel angeordnet worden, auf Edelmetalle. Edelsteine. iowie Gegenstände aus oder in Verbindung mit diesen Stoffen eine Rücklage in Höbe von 20 Proz. des Entgelts zu bilden. Der Reichs- tag bat mit rückwirkender Kraft den Satz von 20 auf 10 Proz. herabgesetzt, so daß bei der ersten Steuererklärung für die Zeit vom 5. Mai bis zum 31. Juli 1918 dieser Satz von 10 �roz. in Rechnung zu stellen ist. Die Berechnung dieses l�p�vzentigen Satzes erfolgt von dem Gejamtcntgelt, das der Verkäufer erzielt bat, also von dem früheren Verkaufsvrei? plus 25 Proz. Aufschlag für die Steuer. Wenn z. B. ein Gegenstand mit Verkaufspreis von 100 Mk. vor dem 5. Mai nunmehr den Steuerauffchlog erhielt, also mit 125 M. verkauft wurde, so ist von diesem Betrage jetzt als Steuer 12)4 M, zu deklarieren, während der Rcstbcirag de» Aufschlages an den Käufer zurückgezahlt werden kann. Falls in unzutreffender. Weife nur ein Aufschlag von 20 Proz. genommen worden ist, so wären jetzt als Steuerbctrag von 120 M. 10 Proz., also 12 M. anzurechnen, so daß eine Rückzahlung von 8 M. nur in Frage käme. Gkrichtszeitung. Muß der Angestellte in die Verlegung des Urlaubs willigen? Die 2. Kammer des Berliner Kaufmann sge rickt s verneinte b:ese Frage gelegentlich eines zur Entscheidung gekommenen Rechts- streite». Die Beklagte, die..Hauptstelle für gemeinschaftliche Hand- "werkslieferungen","hatte ihrer seit zwei Jahren in Stellung ge- wefenen Stenotypistin Frieda G. einen Urlaub von 14 Tagen er- teilt, der am 1. Juli beginnen sollte. Auf Grund gegenseitiger Usbereinkunft wurde der Antftftstag des Urlaubs um fünf Tage verschoben. Als sich die Klägerin am Tage vor dem Urlandsbegirni van dem erkrankten Direktor verabschieden wollte, ließ ihr dieser lagen, wenn sie auf ihren Urlaub fuße, dann möge sie in Gottes Namen fahren, aber sie werde ja sehen, was es für Folgen haben werde. Do da» junge Mädchen bereits die Pension gemietet und überhaupt all« Reisevorbereitungen getroffen hatte, trat es seinen Urlaub an. Drei Tage später erhielt es die Aufforderung, bei Ver- meidung sofortiger Entlassung unverzüglich zurückzukommen. Da die Klägerin dem nicht Folge leistete, wurde sie entlassen. In der Verhandlung stellte der Vertreter der Beklagten>!>en Grundsatz auf. es müsse dem Arbeitgeber überlassen bleiben, einen erteilten Urlaub zeitlich zu verlegen. Das Kaufmannsgericht trat dieser Auffassung jedoch nicht bei. Ein einmal erteilter Urlaub könne nicht einseitig zurückgezogen oder verlegt werden. Ein« derartige Maßnahme ent- spreche nicht der Verkehrssitte. Es würde sonst auch dem Gehilfen zur Unmöglichkeit gemacht werden, die notwendigen Vorbereitungen und Dispositionen fiir eine Erholungsreise zu treffen. Da die Ent- lassung für unbegründet angcfehvn wurde, erkannte die Beklagte ein Monatsgehalt vor Urteilsfällung an. Wann kann die Wählerliste eingesehen werden? Das Oberverwaltungsgericht hat«ine für Gemeindewahl-'n ungemein wichtige Entscheidung getroffen und Wahlen für un- gültig erklärt, weil die Wahlen unter Benutzung einer nicht ordnungsmäßig ausgelegten Liste vorgenommen worden seien. TaS Gericht führte u. a. aus, es stehe fest, daß einigen Wählern, welche die Liste während der Dauer der Auslegungsfrist einsehen wollten, die Einsichtnahme nicht möglich war, weil der Gemeindevorsteher, in dessen Wohnung die Liste auslag, von Hanse abwesend war. Diese Taffachc würde unerheblich sein, wenn bekanntgemncht wäre. daß die Liste nur zu bestimmten Tagesstunden zugänglich fei und jene Wähler die Liste zu einer anderen Stunde hätten einseben wollen, oder aber, wenn sie, sofern die Einsichtnahme nicht auf be- stimmte Stunden beschränkt war, sich zu einer nicht angemessenen Zeit in der Wohnung des Gemeindevorstehers eingefunden haben würden. Keine dieser Voraussetzungen liege vor. Als unange- messen könne die Zeit nach 6 Uhr nachmittags, zu der jene Wähler den Versuch gemacht hatten, Einblick in die Liste zu gewinnen, im Hinblick auf die ländlichen �Verbältnisse und in Anbetracht des Um- standes, daß Wähler gewisser Berufsl reise erst nach Schluß ibrer Arbeitszeit Gelegenheit dazu finden, nicht erachtet werden. Der Einwand, daß der Gemeindevorsteber zumal in Kftegszeiten durch pftvate und andere amiliche Geschäfte stark in Anspruch genommen und daher nicht in der Lage wäre, fortdauernd in der Wohnung an- wesend zu sein, greife nicht durch. Abgesehen davon, daß die Aus- leguna der Liste nicht notwendig gerade im Hause des Gemeinde- Vorstehers zu erfolgen brauche, könne die Einsichtnahme in die Liste auf bestimmte Tagesstunden beschränkt weichen;' auch könne in geeigneter Waise Vorsorge getroffen wurden, daß die Liste auch wäh- rend det Abirefenheit des Gemcindcvorstchers«ingeseben werden könne. �ugenüveranftaltungen. Prenzlauer«ud 2chönha»!er Vorstadt. Jeden Montaq und Frei- tag von 7— 10 Uhr: Bewegungsspiele auf dem Falkplatz. Margen bei Eichborn. Danzigcr Str. 93: Vortrag beS Genossen P. Schulz. Neukölln. Morgen Mittwoch, abends 8 Uhr, ün Jugendheim. Berliner Str. 86/�7: Vortrag des Genossen Neumann:»Feinde der Arbeiterjugend." Verantwririlicb für Volitit: Erich Kuttncr, Berlin: tür den übrigen Teil des Blattes:'Älftcb Schal», Ncakiilln: tür Anzeigen: Throdar Glocke, Berlin. Verlag: Vorwärts- Verlag(*. m 6, H.. Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei und Berlagsanilalt Paul Einger u. Co. in Berlin. Lindenstraße 3. Hirrz« 1 Bcilage und Unicrpalrungsblatt.