Nr. ÄS7. 35. Jahrg. Bezugspreis: St«teljShrl.t�0MI. monatl. l.S0M!> stet WZ HauZ, voraus zahlbar. Einzelne Shitnmsrn 10 Bfcnnig. Pottbezug: Monaittch.vomBosttchaltei abzuholen ILO DU., vom Briefträzer ms Haus gc- bracht 1,0t Ml. Unter Kreuzbanb sür Dcurtchland und Oesterretch. Ungarn S,— Ml. für das übrige Ausland <50 MI. monatlich. Sertand ins Feld b ei direlter Bestellung monau. iLOMi. Pvirbeliellungen nehmen an Tüne- marl. Holland. Luxemburg, Schweden und die Schwei». Eingerragen in die Pott,.LeitungZ-PretZ!iste. Erscheint täglich. (lOPfenmg J lelegramm- Adresse: »Sozialdemokrat Z?-rltu�, Berliner VolKsblntt. Anzeigenpreis: DieflebengespalteneKolonelzeileloslet SO Pfg.»Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort SO Pfg.(»ulöfjig 2 fettgedruckte Wortes, sedeS weitere Wort lö Pfg. Stellengesuche und Kchlafstellenanzeigen das erste Wort 20 Pfg.. jedes weitere Wort!0 Pfg Worte über IS Buchstaben zählen sür zwei Worte. 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Tie e r st e Abteilung steht an der M u r m a n k ü st c längs der Eisenbahn nach Keni an der Küste des Weißen Meeres vor. Tann stehen drei Avteilungen auf der anderen Seite des Weißen Meeres. Einer dieser Truppenteile besetze Archangelsk und zieht in der Richt-ung der Eisenbahn nach W o l o g d a, der zweite marschiert längs des L n e g a- S e e s. Ter dritte Teil befindet sich an der D ü n a. Die Erpeditions- Armee, die in Wladiwostok ausgeschifft wird, um in Si- birien einzugreifen, ist die einzige Truppenmacht, die im Augenblick über eine genügende Stärke verfügt und einigen militärischen Einfluß auf die Lage in Rußland ausüben kann. Aber wir glauben, daß auch diese Exvedition nicht der schwie- xigen Aufgabe gewachsen ist, mit der sie betraut wurde. Sonst sei noch hervorgehoben, daß nach sich mehrenden Meldungen die Kosaken mit den Tsch e ch o slowa ken brechen.._ Helfferichs letzte Phase. ES kommt die iröstliche Kunde, daß StacrtSminister Dr. Helfserich nicht wieder an Wie Spitze der deutschen Botschaft in Rußland treicn wird. Damit hat der Ausflug diese? viel- gewandelten Mannes ins Diplomatenleben sein vorläufiges Ende gefunden. Er hat fast ebenso viel Berufe durchlaufen wie ein kali- fornischcr Goldgräber oder Kinobcsitzer. Er war Universität?- Professor, Direkior der Anatolischen Eisenbahnen, Direktor der Deut- ichen Bank, Staatssekretär im Reichsschatzamt, Staatssekretär im Reichsamt des Innern, Vizekanzler, Botschaster. Die deutsche Botschaft in Rußland wird vorläufig nicht nach Ple-tau Pskew verlegt. Dr. Rietzler bleibt vorläufig in Reval. Spanien bleibt neutral. Auch Spanien leidet schwer unter den Kriegsfolgen. Tie Schwierigkeiten der Seeschiffahrt haben Rohstoffmangel, Arbeitslosigkeit, Steigerung aller Lebensmittelpreise zur Folge gehabt. To ist es kein Wunder, daß sich, wie eine offiziöse Note der spanischen Regierung mitteilt, der Ministerrat mit der pre- kären Lage des Landes eingehend befaßt hat. Es wird mitge- teilt, daß die spanische äußere Politik insofern keine Acnderung erleide, als für die Regierung die Aufrechter- Haltung der Neutralität der Grundsatz fei, dem jedoch sicher nicht die energische Verteidigung der großen natio- nalen Interessen, deren Leitung und Ucberwachung der Regie- rung anvertraut fei, entgegenstehe. Zu dieser Note schreibt„ABC": Dia Aurrechterhaltung der spanischen Neutralität bleibt so- mit weiter die Grundlage für die äußere Politik des Kabinetts Maura. Unserer Meinung nach ist die» das einzig richtige Kri- terium und der einzige Weg, der einzuschlagen ist. Die geringste Abweichung hiervon würde sofort die heilige Union zwischen der Regierung und der großen Mehrheit der öffentlichen Meinung durchbrechen. Bruch der Jteutralität und eine Intervention im Weltkriege wäre für Spanien eine Katastrophe und der Ruin. Die törichten Hoffnungen der Entcntcfrcunde und Interventionisten sind neuerlich zunichte geworden. TaZ Organ Mauras„Accivn" betont, von allem Anfang an den mit Absicht verbreiteten Gerüchten über eine Aenderung des Kurses der spanischen äußeren Politik entgegengetreten zu sein, und konstatiert mit Befriedigung, in der offiziösen Re- gierungsnote ihre Auffassung bestätigt zu finden. ßranzö'jischex Panzerkreuzer torpediert. Zwei britische Zerstörer gesunken. Paris, 17. August.(HavaS.) Der alte Panzerkreuzer Tu- petit-Thauarö stZoGO Tonnen), welcher sich mit der amcrika- nischc» Marine an dem Tchuv der Schiffahrt im Atlantischen Ozean beteiligte, wurde am 7. August durch ein U-Boot versenkt. Amerikanische Zerstörer»ahme» die Schiffbrüchigen auf. Dreizehn Mann«erden vermißt. Der versenkte Panzerkreuzer war im Jahre 1901 von Stapel gelaufen nni» zählte bei Kriegsausbruch noch keineswegs zu den veralteten Schiffen der französischen Marine. Er war bestückt mit zwei 19.1 und acht 10,1 Zentimeter- sowie einer Anzahl leichten Geschützen. Seine Besatzung betrug 00Z Mann. London, 17. August.»Reuicr.) Tic Admiralität teilt mit, daß zwei britische Zerstörer am IS. August aus Minen ge- stoßen und gesunken sind. Es werden LS Mann vermißt, die vermutlich durch die Explosion getötet oder ertrunken sind. Ein Mann sisglb«t seinen Pertvuxdungen. Fortdauer der Angriffe an der Avre— Der Ansturm des Feindes gescheitert— Gegen Abend erneuter heftiger Artillerie- kämpf— Französische Teilvorstöße nördlich der Aisne— Erfolgreicher Handsteich bei Blamont. Berlin, 18. August 1918, abendS. Amtlich. Teikkäinpfc nördlich der LyS. Beiderseits der Avre sind Angriffe des Feindes gescheitert. Artillerie- tötigkeit zwischen Oife und Aisne. Amtlich. VraxeS Hauptquartier, 18, August lstt».|W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht. Jnfanteriegefechte südwestlich von Bnegnoy und nördlich der Ancre. Heeresgruppe Generalober st v. Boehn. Beiderseits der Avre setzte der Feind gestern seine An- griffe fort. Mit starker Ilnterstütznng durch Artillerie und Panzerwagen stieß er am frühen Morgen entlang den von ?lmie!is und Montdidier auf Rohe führenden Straßen vor. Seine Panzerwagen wurden zerfchosien oder zur Umkehr ge- zwungen, die nachfolgende Infanterie durch Feuer und im Gegenstoß zurückgeworfen. Bei und südlich von BcuvreigneS, wo der Feind am 10. 8. nach nachträglichen Meldungen sechs- mal vergeblich angegriffen hatte, scheiterten wiederholte?ln- griffe beS Gegners. Gegen Zlbend nahm der Ariilleriekampf erneut große Stärke an und dehnte sich bis in die Gegend nörd- lich von Ehaulne« und südwestlich von Rohon aus. Nordwest- lich von Ehaulnes kamen feindlich« Angrissc in unserem zu- sammengefaßten Feuer nur an wenigen Stellen zur Entwicke- iiing-, sie wurden abgewiescn. Beiderseits von Rone, zwischen Bcuvreignes und Lassignv stieß der Feind in mehrfachen An- griffen vor; sie brachen vor unseren Linien zusammen. Bor- fcldkämvfe südwestlich von Notzon. Nördlich der Aisne folgten heftigem Feuer Tcilvorstößc der Franzosen zwischen Nampccl und Nouvron. Nördlich von AntrcchcS faßte der Feind in unseren vordersten Linien Fuß; im übrigen wurde er durch Feuer und durch Gegenstoß ab- gewiesen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. An der Besle erfolgreiche Jnfantericgescchte. Zwischen Braisne und FiSmcs rege nächtliche Artillcrietätigkeit. Heeresgruppe Herzog Alb recht. Erfolgreicher Borstoß in die feindlichen Gräben bei Bla- mont. In den Bogeseu wichen unsere im Fave-Gr»»de bis Frapelle vorgeschobenen Posten feindlichem Teilangriff befehls- gemäß auS. Der Erste Generalquartirrmcistcr. Ludendorff. Der österreichische Bericht. Wien, 18. August. Amtlich wird verlautbart: An. der italienischen Front stellenweife lebhafter Artillerie- kämpf. In Albanien keine besonderen Ereignisse. Der Ehef des Generalstabes. Eine Volksabstimmung über Staats- Zugehörigkeit. Kars, Batnm, Ardaha» votieren für die Türkei. Konstantinooel, 10. August.(Agentur Milli.) Die Abordnung von Kars, Bat um und Ardahan, die kürzlich in Konstanti- r.opcl angekommen ist, wurde gestern vom Großwesir empfangen, dem sie das Ergebnis der Volksabstimmung übermit- telte, die mit 85 121 von 87 918 Stimmen, welche die gesamte Be- völkerung dieser Gebiete, vom 19. Lebensjahre angefangen, dar- stellen, die Rückkehr dieser drei Be irke zum Mutter- lande verlangt. Im Lause der Besprechung trugen die Tele- gierten dem Großwesir die Bitte vor, die Förmlichkeiten der An- gliederung ihrer Länder zu beschleunigen. Der Großwesir er- widerte; daß die Türkei niemals die in diesen Gegenden lebenden Rassen- und Glaubensbrüdcr vergessen habe, und daß alles getan werde, um ihr Wohl und Gedeihen zu sichern. Die Abordnung stattete sodann den Ministern des Innern und des Aeußern Besuche ab. Heber den materiellen Wert der Abstimmimg können wir hier nicht urteilen, da uns die näheren Umstände, unter denen sie stattgefunden hat, nicht bekannt sind. Aber allein die f o r- male Tatsache, daß überhaupt eine Volksabstimmung in den zur Türkei geschlagenen Gebieten veranstaltet werden ist, hat eine nicht unwesentliche Bedentiina. Tie osma nischc Regierung hat hier verwirklicht, was sich die deutsche in den von ihr besetzten Gebieten zu tun beharrlich weigert. War- um verfährt man nicht wie rn Batum, Kars und Ardahan auch in Estland, LtHland, Kurland uf-titz Po�ltzn?! Kriegswahlen in Cnglanö. Die englische Regierung hat neueren Nachrichten zufolge die schon lange angekündigten allgemeinen Parlamentswahlcn für den 39. November ausgeschrieben. Zum erstenmal tritt damit— wenn man von dem unnormalen Fall Rußland ab- sieht einer der kriegführenden Staaten an die schwierige Aufgabe heran, sein Parlament während des Krieges zu erneuern. Die letzte Wahlreform hat mit der Demokratie Ernst gemacht, das Männerwahlrecht verallgemeinert und das F r a u e n w a h l r e ch t dazugefellt, so daß am 39. November und den folgenden Tagen(in England dauert jede Wahl mehrere Tage) etwa viermal soviel Wähler an die Urne be- r«feii werden als bei den letzten Wahlen im Dezember 1919. Auch die Millionen der Soldaten in Frankreich und an den anderen Fronten werden mitzuwählen haben. Dazu ist eine ungeheure Organisationsarbeit zu leisten, die Respekt ein- flößt— wenn sie gelingt. Wahlen können jedoch nur Zerrbilder liefern ohne die vollständigste politische Meinungs- und Bewegungsfreiheit. Darum kann man über die Frage der Kriegswahlen geteilter Ansicht sein. Wenn es sich freilich um solche Wahlen handelt, wie sie in Preußen notwendig geworden sind, fallen diese Bedenken weg, denn in Preußen besteht ja noch gar keine wirk- liche Volksvertretung, sondern nur das Zerrbild einer solchen, das durch ein etwas weniger groteskes ersetzt werden soll, um damit der wirklichen Volksvertretung den Weg zu ebnen. Gegen preußische Neuwahlen bestehen nicht die Bedenken, die man gegen wirkliche Volksvertrcter-Wahlen während des Kriegs erheben kann, und die organisatorischen Schwierig- feiten, die dabei zu überwinden find, verhalten sich zu den englischen Schwierigkeiten wie ein Sandkorn zu einem Chim- borafso. Tie Bewegung für die A u f l ö s u n g des Preußischen Abgeordnetenhauses wird also durch das englische Beispiel entschieden gestärkt. Die letzten englischen Wahlen fanden, wie schon gesagt, im Dezember 1919 statt, sie waren ein vergeblicher Versuch, das unklare Ergebnis der Januarwahlen desselben Jahres zu korrigieren. Diese Januarwahlen hatten 271 konservative Unionisten, 273 Liberale, 11 Arbeiterparteiler und 82 irische Nationalisten ins Unterbaus gebracht, die liberale Regierung Asquith-Lloyd George konnte sich also in ihrem Kampfe gegen das Vetorecht des Oberhauses nicht mehr auf eine rein liberale Mehrheit stützen. Nach elf Monaten vergeblichen Experimentierens entschloß sich die Regierung zu dem Versuch, durch Auflösung und Neuwahlen die Verfassiingsrcform vorwärts zu schieben. Die Tezemberwahlen von 1919 gaben jedoch ein ganz ähnliches Resultat wie die Januarwahlen, nämlich 272 Konservative, 271 Liberale, 43 Arbeiterpartei, 89 Nationalisten. Es wurden damals 2 399 999 Stimmen für die Reform zur Einschränkung des Vetorechts abgegeben und 2124 999 Stimmen für die Konservativen. Standen die Wahlen von 1919 auch im Zeichen der Ver- fafsungSkämpfe, so spielten doch auch das Verhältnis zu Deutschland, die Flotteupolitik und der Schutzzoll dabei eine sehr große Rolle. Die konservative Opposition arbeitete unter BalfourS Führung mit dem deutschen Schrecken, während Lloyd George, als Hauptkämpfer eines vorgeschrit- tenen Liberalismus die Ideale der Demokratie, de? Weltfr'ic- dens und einer radikalen Sozialreform verkündete. Dieser Gegensatz fand seinen rhetorischen Höhepunkt in einer Ver- sammlung in Beckham am 6. Januar 1919, in der Lloyd George erklärte: Balfonr habe durch seine Reden über Deutsch- land gezeigt, daß die Konservativen ernstlich gar nicht glaub- ten, daß sie an die Macht kommen könnten, ein Mann, der daran denke, nächstens Premierminister zu werden, könne nicht so unverantwortlich schwätzen wie Balfour es getan hatte, Lloyd George spottete über die ängstlichen Leute, die schon den Massenschritt der deutschen Bataillone ans dem Pflaster Peck- Harns zu � vernehmen glaubten, und schloß unter tosendem Beifall mit der Prophezeiung, genau so gut wie mit seinen früheren Gegnern Frankreich und Rußland werde sich Eng- land auch mit TeutsMand freundschaftlich verständigen. Lang, lang ists her! Der damalige Schatzkanzler Lloyd George ist seit dem 19. Dezember 1919 der allmächtige Premierminister Englands. Dem Kabinett Asguith, das sich nach Kriegsausbruch bürg- friedlich mit einigen Konservativen verstärkt hatte, war vor- geworfen worden, daß e? den Krieg z n schlapp führe. Diesen Vorwurf begreift man sehr aut au? der unionistischen Seele heraus, die den englischen Liberalismus stet? des Pa- zifismus verdächtig befunden hatte. Und batte Nicht auch wirklich Campbell Bannerman. der ipätere liberale Premier- minister, während des Burenkrieges die heftigste Opposition entfaltet? Und war nicht das Kabinett ASguith-Grey im August 1914 nur mit starkem inneren Widerstreben in den Krieg gegangen? Nur meinem liberalen Minister hatten die Konservativen volles Vertrauen, und das war ihr Tod- scind von vorgestern, Lloyd George, der jetzt seine ganze Ener- gie und ungeheure Volkstümlichkeit in den Dienst des Krieges bis zum Sieg gestellt hatte. Am Ist. Dezember 1916— zwei Tage vor dem deutschen Ariedensangebot!— wurde das neue konzentrierte Kriegs- kabinett Lloyd George gebildet. Auf seiner Liste finden sich u. a. zwei von der alten Regierung übernommene Männer, die bei den kommenden Wahlen zu bedeutenden Rollen in ent- gegengesetzten Lagern berusen sind: Balfour und Hen- d e r s o n. Arthur Henderson, der Führer der Arbeiterpartei, gehört bekanntlich der Regierung längst nicht mehr an. Die Regie- rung Lloyd George-Balfour hat ihm neulich den Patz ver- weigert, als er nach der Schweiz reisen wollte, um mit Troelstra über die Frage einer internationalen Sozialisten- konferenz zu sprechen. Zwischen diesen Ereignissen liegt der Kongretz der Arbeiterpartei in London, der mit grotzer Mehrheit den Burgfrieden kündigte, was soviel besagt, datz die Arbeiterpartei bei den kommenden Wahlen rück- sichtslos mit eigenen Kandidaten vorgehen ivill, wo sie nur irgend Aussicht hat, Erfolg zu erringen. Das be- deutet die Loslösung der Arbeiterpartei vom bürgerlichen Liberalismus. Auf der anderen Seite aber sitzen in der Regierung Lloyd George neben Liberalen und Konservativen auch noch Arbeitermini st er. Die Dinge liegen also äutzerst ver- wickelt. Die grotzen Strömungen Englands, Konserpativis- mus und Liberalismus, denen sich als dritte nun die stark dem Sozialismus zuneigende Arbeiterpartei zugesellt, sind in der Kriegs- und Friedensfrage nicht einheitlich. An ihrem Ge- lüge zerren und reißen innere Gegensätze. Der Führer des Liberalismus aber, A s q u i t h, bewahrt eingedenk der Rolle. die er vielleicht wieder zu spielen berufen ist(anders als Balfour Istist), eine wohlabgewogene Zurückhaltung. Der Liberalismus, der bisher seinen einstigen gefeierten Schatzkanzler, den jetzigen Premierminister, mehr aus patrio- tischen Erwägungen als aus politischer Ueberzeugung unter- stützt hat, wird im Wahlkampf seine Fahnen entrollen müssen. Er wird zum Kriegsproblem und zur Schutzzollfrage offen Stellung nehmen müssen, wenn er nicht zwischen den Rädern zerrieben werden will. Die Arbeiterpartei ist eine entschiedene Gegnerin des Wirtschaftskrieges nach dem Kriege. Um die Sache durch drei Namen auf eine kurze Formel zu bringen: Asqnith mutz mit Lloyd George oder mit Henderson gehen. Indes scheint schon heute sicher, datz sich Lloyd George bei den Wahlen mehr auf die Konservativen als auf die Liberalen stützen wird, obwohl er auch heute noch kein Konservativer ist. Was ihn mit der Masse der Konservativen verbindet, dos ist der fanatische Wille, den Krieg bis zum Aeutzersten auszu- fechten, alles andere, auch die Zollfrage, ist ihm nur Mittel zum Zweck. Die Parole wird also auf der einen Seite lauten: „Lloyd George und Krieg bis zum Sieg und olleS, was zum Sieg nötig ist!" Ob ihr von der andern Seite ein gleich klares und entschlossenes Programm entgegengestellt werden wird, steht noch dahin. ss Auch die zum 3st. November ausgeschriebenen Wahlen sind für die Regierung Lloyd George ein K r i e g s m i t t e l, die Wahrscheinlichkeit, datz im nächsten Vierteljahr irgendwie unversehens„Frieden ausbrechen" könnte, wird durch diesen Termin auf ein äußerstes Mindestmatz' herabgesetzt. Für die weitere EntWickelung aber werden die Wahlen, hei denen S o l- baten, Arbeiter und Frauen zu entscheiden haben, von einer Bedeutung sein, deren man sich auch in Deutschland recht klar bewußt werden sollte. Auf keinen Fall kann es die Ausgabe Deutschlands oder deutscher, ihrer Verantwortung bewußter Politiker sein, der englischen Kriegspartei billiges Agitationsmaterial zu liefern! Unstimmigkeiten übe? polen? Im Gegensatz zu der Annahme, datz im Hauptquartier eine Einigung zwischen den Mittelmächten über die polnische Frage erzielt worden sei, behaupten„Kölnische Zeitung" und „Der Tag", datz das Ergebnis noch der Nachprüfung der beiden Regierungen unterliege und Graf Burian an der austropolnischen Lösung festhalte. Die„Frankfurter Zeitung" meldet aus Wien: Das Dlumenbeet. Von Wilhelm Scharrelmann. Was für ein wunderbarer Tag war es! Der Mittag lag mit flimmerndem Licht auf dem Fluß, und die Planken des Schiffes waren warm von der Glut der Sonne. Der Himmel strahlte in einem tiefen, südlichen Blau, aus verborgenen Tiefen leuchtend, und weiße Wolken standen wie ferne Gebirge mit schneeigen, unberühr- tsn Gletschern und schimmernden Eisspitzen am Horizont und rag- ten in die blaue Unendlichkeit empor. Noch niemals war ein Himmel so tief und feierlich, ein Fluß so weit und still. Niemanld war sonst auf dem Schiffe. Einsam und still segelte es den Fluß hinab. Die Segel glänzten und rauschten leise im Winide, und die Strömung trug es mitten auf dem breiten Fluß dahin, der jetzt wie flüssiges, grünes Glas aussah, mit großen, schimmernd blanken Stellen und kleinen, krausen Strudeln, die neben dem Schiff dahinwirbelten und wieder verschwanden. ' Aber das Merkwürdigste waren die Blumen, die das ganze Zchiff bedeckten! Es war, als wenn man sie aus vollen Händen darüber ausgeschüttet hätte, verschwenderisch, mit gebeseligen Hän- den und schönheitsdurstigen Augen! Wie schön sie waren in ihrer stummen Fracht! Da waren schimmernde Chrysanthemen mit gelockten Blumenblättern, voll und üppig, da zogen sich große Gir- landen von Bord zu Bord, und wohin der Fuß trat, bedeckte eine Flut rieselnder, kühler Blumenblätter den Boden, locker wie Schaum und weich und kühl wie Seide. Das Schönste aber Ivar die feierliche, süße Stille, die über Schiff und Wasier lag. Das leise Brausen des Windes in den Segeln war wie ein Orgelton, der erst die klingende Süße der Stille ganz empfinden ließ. Wie breit der Fluß nun geworden war!! Hohe Palmen stan- den am fernen Ufer mit langen, tief herabhängenden Wedeln, weiße Häuser lagen wie Paläste in dem Samtgrü» der Wälder und auf den Spitzen der Berge erhoben sick Marmortempel in unbefleckter Reinheit wie die Gebärden Verklärter. War es nicht, als wenn ein Klang von ihnen herüberdrängc, leise verhalten, ein Klang, der weich und zart wie ein Hauch durch die Luft ging... wie eine Glocke, und doch wieder ganz verschieden davon ein Ton, der klang, als hätte die stumme Schönheit des Users Stimme bekommen, als sängen die Tempel auf den Bergen ein Lied m einer unnennbar weihevollen Haronmie: leise und gedämpft. Die amtlichen Kommuniques über die Beratungen im Grotzen Hauptquartier werden in der bisher üblichen Weise mit der Lupe untersucht und an die geringen Differenzen im Wortlaut werden Kommentare geknüpft, für die vorläufig jede verlätzliche Grundlage fehlt. Es steht nur soviel fest, datz D i r e k t i v b e s ch l ü s se, die man hier gewünscht hatte, im Grotzen Hauptquartier nicht g e- faßt worden sind. Daß trotzdem kein Teil daran denkt, das Bündnis zu lockern, ist selbstverständlich. Ob aber die Per- tiefung des Bündnis s e-s überhaupt z u vermeiden sein wird, steht dahin. Bringt der Frieden den Völkerbund, so ist jedes andere Bündnis überflüssig, bringt er ihn nicht, so wird das Gewicht der Tatsachen stärker sein, als der Eigensinn einzelner Staatsmänner und Kabinette. Die Anzeichen deuten vorläufig hin auf einen baldigen und versöhnlichen Abschluß deS Krieges. Die Anerkennug der Tschecho- slowaken als kriegführende Nation, die jetzt auch von der öfter- reichischen Presse zur Kenntnis genommen und besprochen wird, ist ein SkweiS für den bösen Willen der leitenden Ententemänner. An den faktischen Verhältnissen in der Monarchie ändert er natürlich gar nichts. Zu diesen Meldungen ist vor allem zu sagen, datz eine amtliche Mffteffung über die tatsächlichen Ergebnisse der im .Hauptquarffer über die. Ostgrenzen gepflogenen Beratungen nicht vorliegt. Sie ist aber in kurzer Zeit zu erwarten, da vor ihrer Formulierung wohl die am Sonntagabend erfolgte Rückkehr des Staatssekretärs des Aeußern abgewartet wurde. Daß ein weiterer Aufschub vernneden wird, liegt im allgemei- nen Interesse. Hoffentlich bestätigt sich der frohe Optimismus, der aus dem allgemeinen Nachruf vom 13. August über die Kaiserbegegnung hervorleuchtete und der wohl auch für die Annahme einer Einigung über Polen veranwortlich ist. In dieser Kundgebung hieß es: „Die ernmite Zusammenkunft der erlauchten Souveräne hat das innige Einvernehmen und die völlige Uebercinstimmung in bezug aus die polltlscben und militärischen Aufgaben wieder zu- tage treten lassen, auch die gleiche und treueste Auslegung des Bündnisses festgestellt." Würde über die polnische Frage keine Verständigung er- zielt worden sein, so wären wohl die Redewendungen vom Wo war er denn? Wo fuhr das Schiff und was für Ufer waren das? War es der Ganges, der sein Schiff trug, der heilige Fluß? Grüne Inseln lagen im Strome, deren Wälder traumhaft still ins Wasser schauten, und das Schiff glitt unhörbar an ihnen vor- bei, sacht von dem blanken, ruhigen Wasser getragen. Und doch hatte es im Vorbeifahren dre Vögel in den Bäumen geweckt, die sich nvn erhoben, große, reiherartige Vögel, die in lautlosem Fluge über den Fluß kamen und sich aus dem Schiffe niederließe, die goldenen Flügel fallend und leise auf den Tauen der Masten aus und nieder wippend; Vögel mit rotem, leuchtendem Gefieder und kleinen, blauen Federkronen auf den Köpfen, mit Augen, die wie grüne Edelsteine schillerten; Vögel, die wie Reiher flogen, königlich, mit vorgestreckter Brust und zurückgebeugten Köpfen. Er erinnert sich nicht, jemals solche Vögel gesehen zu haben. Traumvögel mußten sie heißen, die aus einem Märchenlande ent- flogen schienen und ihre Federkronen wie junge Königinnen trugen! Traumvögel, von deren Federn Golöstaub zu rieseln schien, wenn sie das Gesieder leise schüttelten und mit scharfen Augen von ihren Sitzen herabsahen auf ihn, der regungslos am Mäste stand und zu ihnen hinaufblickte. Und nun? WaS war das? Stießen da nicht kleine Boote vom Strande, links und rechts von beiden Ufern? Mädchen saßen darin, auf schlanken Flöten blasend, die nackten, braunen Körper wie Bronze schimmernd. Leise legten ihre kleinen Schiffe an das seine, und die Flötenbläserinnen stiegen herauf und begannen sich leise zu dem Klang ihrer Flöten zu drehen, tanzend in der Glut der warmen Sonne. Eine hielt seine Blicke fest. Ihre Augen waren sanft und groß wie die einer Gazelle und ihre Hüften weich und schmiegsam, von der schwarzen Flu; ihres Haares umspült, das über die Schultern niederfloß wie ein Wassersturz. Als die Vögel sie erblickten, ließen sie sich vor ihr von den Rahen und Masten des Schiffes herab, ließen sich die goldschimmern- den Federn von ihr streicheln und bohrten ihre harten Schnäbel. die wie aus Stahl gehämmert schienen, liebkosend in ihre kleine, braune Hand. Und Jnunpra lachte, leise, mit einer Stimme, die wie das Rieseln eines schnellen Baches klang, der über weiße Kiesel hüpit. Aber nun setzten alle andern ihre Flöte« ab. und Jnunpra lächelte und begann allein zu blasen, eine Melodie, so sanft und süß. als wenn ihre kleine Blumenseelz selber sing«, und nicht die Flöte, die an ihrem Munde hing. O Jnunpra! „innigen Einvernehmen" und der„völligen Uebereinstinv- mung" als arge Ueberlreibungen zu bezeichnen. Die Lösung der polnischen Frage kann mit Bewußtsein hinausgeschoben werden, um sich im Osten nicht festzulegen; sie darf nicht aus Verlegenheit verzögert werden, weil sich die Mittelmächte nicht einigen können. Die vorläufige Unentschiedenheit läßt vermuten, daß auch die galizienischen Polen noch gehört werden, ehe das letzte Wort fällt. Vermutlich wird es aber nach einigem Hin und Her doch bei den angedeuteten Grundzügen der ge- planten Regelung bleiben. Englischer Bericht vom 17. August. Gestern nacht und heute wurde nördlich von Proyart unsere Linie etwas vorgeschoben. Wir erzielten Fortschritte nördlich Lihons auf einer Front von fast einer Meile. Englischer Bericht vom t8. August, morgens. Wir verbesserten unsere Stellungen südlich Vucquoh leicht und vertrieben eine feind- tiche Strcifabteilung nahe davon. Französischer Heeresbericht vom 17. August, abends. Unsere Truppen setzten tagsüber ihr Vorgehen fort. In unseren Kämpfen nördlich und südlich der Avre haben wir die zäh verteidigten Graben und das Cäsarlager in der Gegend westlich von Roye genommen, südlich des Flusses haben wir unsere Linien bis zum Rande von Beuvraigncs vorgeschoben. Seit gestern überschreitet die Zahl der in den Kämpfen südlich und nördlich der Avre gemachten Getan- genen 1000. Wir haben außeroem zahlreiche Maschinengewehre und wichtiges Kriegsgerät erbeutet. Weiter südlich hat unsere Infanterie Conny für Matz genommen. Ein starker feindlicher Gegenangriff auf die Ferme Carnoy wurde zurückgeschlagen. Nord- lich der Aisne ermöglichte uns eine heute morgen ausgeführte ort- liche Unternehmung in der Gegend von Autreches, feindliche Stel- lungen aus einer Front von fünf Kilometern und in einer Tiefe von 1500 Metern einzunehmen, wobei ungefähr 240 Gefangene in unseren Händen verblieben. Amerikanischer Heeresbericht vom 17. August, abends. In den Vogesen haben sich unsere Truppen im Lause eines gelungenen örtlichen Angriffs des Torfes Frapelle bemächtigt. voller �lbwehrerfolg an öer /tore. _33crli«, 18. August. Seit dem 15. August hat der Feind Tag für Tag seine verlustreichen Angriffe beiderseits der Avre fortgesetzt, die ihm trotz aller Anstrengungen und trotz starken Einsatzes an Aden- schen und' Material keinen Erfolg einbrach- ten. � Am 17. August rannten wiederum an derselben Front vom früben Morgen bis in die späten Abendstunden hinein dichte feinbliche Sturmtruppen vergeblich gegen die deutsche Front an._ Am Vormittag dieses Tages war es wieder der Abschnitt zwischen den beiden großen von Westen aus Rohe führenden Straßen, in dem der Gegner seine mit allen Kampfmitteln unterstützten Kräfte zu vergeblichem Stoß zusammensaße und nutzlos blutete. Seine tiesgegllsderten Angriffe zwischen Fresnoy und der Avre, die er auch am Abend zwi- schen 7 und 9 Uhr noch mehrfach wiederholte, wurden s äm tlr ch v e rku streich abgewiesen. Südlich der Avre setzte der Feind zwei starke Timkanzrifse an, von denen der letzte allein mit 80 Panzerwagen gegen unsere Linien pvrbrach. Beide Angriffe scheiterten unter schweren LPsern für den Feind, dessen Panzerwagen von Uns zu- s a m m e ngeschossen oder erbeutet wurden. Bei Abwehr mehrfacher feindlicher Angriffe aus dem Park von Tilloloy heraus unterstützte« Schlachtslieger wirkungsvoll durch Bomben und Ma- schinengewehrfeuer den deutschen Gegenstoß. Bei Beuvraignes, wo am vorhergehenden Tag sechsmalige feindl-che Angriffe schei- t er te n. bäuften sich aufs neue die Leichen de? Angreifers bei feinem auch am 17. 8. hier mehrfach wiederholten vergeblichen Vorstoß. Ter gestrige Kampftag, an dem der Feind aufS neue schwere blutige Verluste erlitt. ohne irgendeinen Erfolg, geschweige denn eines seiner Angriffsziele erreichen zu können, ist wie- derum ein voller Abwehrerfolg der deut- schen Waffe. Sie bläst so schön, daß all« andern sie mit Blumen werfen, die fi| aus der Luft zu greifen scheinen und Rosenblätter wie Regen an Jnunpras braunem Körper herniederrieseln. Aber ihm ist es wie ein Wunder! Denn während er steht und horebt, gebannt wie ein Gefesselter, ist ihm, als ob sich seine Seele in ihm löse und zu Jnunpra eile. Denn JnunpraS Musik, die aus den kleinen, roten Lippen ihres Mundes m die schlanke Flöte strömt, ist wie das Reuschen der Blutader, die zu seinem Herzen führt... Tie ürigen aber schreiten ihren Reigen um ihn, und Jnunpra spielt dazu auf ihrer Flöte, ein Melodie, so sanft und erhaben zu- gleich, wie die Gebärden der Tempel aus den samtgrünen Bergen. Die Märchenvögel aber über ihm haben sich an die Rahen des Schiffes geklammert, und eS ist, als wenn das Brausen ihrer Flügel das Schiff zu schnellerer Fahrt triebe, datz eS dahinfährt, wie eine sieghafte Galeere! Weiter und weiter wird der Fluß, und nun er- reicht das Schiff das Meer, das sich mit weiten Annen vor ihm austut, eine schimmernde Unendlichkeit... Am Lager des eben Gestorbenen ist eS ganz still. Nur das leise Schluchzen einer Frauenstimme. „Trösten Sie sich", sagt die Schwester da leise zu der Auf- weinenden:„Sehen Sie nur den Ausdruck auf seinem Gesicht? Er ist ohne Schmerzen hinübergegangen, und wer weiß; welche Welt ihm ausgegangen ist? Ist es nicht, als lächelte er?" Ter Komvonift Bogumil Zcpler ist in Krummhübel. als er sich eben zur Heimreise nach Berlin anschickte, 60jährig einem Herz» schlag erlegen. Mit ihm geht ein Muiiker dahin, der. inte einst Offen bach und Johann tSrauß, der heiteren, leichtgeschürzten Muse diente, ohne dabei der Plattheit der modernen Alltagsoperette zu verfallen. Gerade-darum vielleicht konnte er sich mit einer ge- schäststüchtigen Konkurrenz an Erfolge:, nicht messen. Popularität erreichte der Doktor der Medizin, den die Liebe zur Musik ganz ge» fangen nahm und dem erlernten Beruf entfremdete, zum erstenmal als Komponist des Wolzogenschen UeberbrettlS. Hier, wo eS galt, da" verblödete„Variete" und„Chantant" wieder auf ein« dem Kulturmenschen erträgliche Höbe zurückzuführen, war Zepler in seiner.i Element. Weniger nachhaltig war der Erfolg seiner komischen Opern und Operetten �(Brautnacht in Hira. jtzick und Pocket. Monsieur Bonaparie u. a.). Zuletzt hat er den„Stra- lower Fischzug", ein Volksstück nach Gläßbrenner, mit dem die „Schauburg" am Zoo ihre diesjährige Spielzeit eröffnen will, mit einer Begleitmusik versehen. Wen« dies der Theatererfolg werden soll, de« Zepler anstrebte, er hat ihn nicht mehr erleht! Proalliierte Sozialiften. Will Thorne. Limdon, 18. AuMst.(Reuter.) Da? Arbeitermitglied des Parlaments Thorne ertlärte als Vorsitzender einer V e r s a nt m, Iit*g der nationalen Sozialisten pari ei in E.rst-Lon- don, er sei k b« n s o sehr w i e je Pazifist. Sozialist und I n ta r» a t i o n a l i st, aber er sei davon überzeug-, daß ihr Standpunkt als proalliicrte Sozialisten die wahre Meinung von 80 Pvoz. der Lohn- und organisierten Arbeiter des Landes ausdt ücke. Er halte es für unmöglich, die internationale Arbeit auf dem alt»n internationalen Wege weiterzufuhren. Wenn wir, Äi führte der Redner aus, soviel Geld hätten, wie„andere Leu«- so würden wir unsere Macht füblbar gemacht haben. Ich weiß nicht, woher das Geld kommt, aber ich bin sicher, daß es nicht aus den Taschen der Lohnarbeiter kommt. Thorne erklärte weiter, daß er die Alliierten unterstüben werde, bis sie den militärischen Sieg zustande gebracht hätten. Dieser Ausspruph fand bei der Versammlung Beifall. � Hjalmar Branting. Stockholm, 18. August. Zu der Reise Brantings an die En- tentefront in Frankreich, gegen die schon Troelstra in ebenso feiner wie entschiedener Form Einspruch erhoben hat, schreibt das Fungsozialisrenblatt„P o l i t i k e n":.Jetzt kommt er von der Front zurück, dieser Illusionist, der selbst kaum ein militärisches Flug- zeug zu besteigen chagt, und schildert wie der simpelste sensations- gierige Äriegsberichterstatter die Kriegsinterieurs mit sichtbarem Vergnügen. Warum sind die Amerikaner jetzt eine so vortreffliche Raiion? Branting, der in seinem ganzen Leben kein Wort des Lobes für ihr humanen Philosophen wie Emerson und Parmer fand, bewundert jetzt ihre„vorstürmenden Truppen, die in den Kampf wie zu einem Krcuzzeug ziehe«." Ein Kreuzzug? Soweit geht seine Begeisterung für die Entente, daß es nicht Wunder nähme, wenn er Wilson mit Peter von Amiens und Hertling mit einem mohammedanischen Levialhan vergliche. Branting nennt den Kamps der Entente«iinen Verteidigungskrieg für die Freiheit. Weiß Branting nicht, wieviel Geld die französischen Kapitalisten und Bür- ger in russische Staatsobligationen gesteckt hatten, wie Jaures damals den ganzen Eniemeschwindel ausdeckte, wie amerikanische Milliardäre aus das Spekulationsobjekk Ruß- I a n d Dollars verschwendeten? Er weiß es, aber es paßt ihm nicht, die blindgläubigen iKassen daran zu erinnern, welche andächtig seinen einseitigen glatten Sophismen lauschen. Interparlamentarische Union unö ßrieöensaktidn. Englische Absage an deutsch-österreichische Pazifisten. London, 18. August.(Reuter.) Der Präsident der interparla- mentarischen Gruppe, Lord Weardale, hat einen Brief an die Zeitungen geschrieben, in dem es heißt: Meine Aufmerksamkeit wurde auf die Mitteilung im„Tageblatt" vom 12. August gelenkt, daß Professor Q u i d d e, Professor L a m m a s ch und Bischof Ft�anknoix den Generalsekretär der interparlamentarischen Union in Kristiania gebeten haben, den interparlamentarischen Gruppen der kriegführenden Länder vorzuschlagen, daß sie in ge- heimer Abstimmung je drei Vertreter bestimmen sollten, um ihre Ansichten über die Friedensmöglichkeiten auszutauschen. Ob- wohl ich weiß, daß Quidde, Lammasch und Franknoix über den Krieg seit seinem Beginn stets sehr ausgektärte Ansichten gehegt haben, bin ich doch fest überzeugt, daß die englischen Gruppen sich keipesfallS aüf diesen Vorschlag einlassen wür- den. Wir heißen jeden aufrichtigen Fried ensvorschlag willkommen, aber er muß durchaus offen und unzweideutig sein, wenn positive Ergebnisse erreicht werden sollen. Es ist auch meine Uäber- zeugung, daß nicht nur die englischen, sondern auch die interparla- mentarischen Gruppen aller anderen alliierten Mächte diesem Entschluß beitreten. Gemeinsame veehanölung gegen Caillcmx und tzumdert! Genf, 18. August. Havas berichtet auS Paris: Einer ofsi- ziösen Mitteilung des„Matin" zufolge dürfte es wohl möglich sein, daß die Regierung sich dahin entscheidet, die Fälle Caillaux und Humbert gemeinschaftlich dem StaatsgcrichtShof zu über- weifen.(„Franks. Ztg.") Genf, 18. August. Am Freitag wurde in Paris, wie Lyoner Blätter berichten, mit dem Maueranschlag, der das Urteil gegen Malvy enthält, begonnen. Petroleum vor Selbstbeftimmungsrecht. England und Amerika gegen Mexiko. London, 17. August.(Reuter.) Im Zusammenhang mit den von der englischen und der amerikanischen Regierun« bei det mexikanischen Regierung erhobenen Vorstellungen wegen der Verord- nungen über die P e t r o I e u m f e l d e r erfuhr der Korrespondent der Associated Preß in Washington heute: Carranza hat am 12. Au- gusl im wesentlichen die Bestimmungen der Verordnung vom 31. 1. aufgehoben, darunter auch die Bestimmung, daß nicht ausge- nutzte Petroleumtelder von der mexikanischen Regierung beschlag- nahmt werden würden für den Fall, daß ihre Eigentümer sich nicht einer Besteuerung unterwerfen, die als ungewöhnlich hoch atigesehen wird. Unfall des Generalobersten Pslanzer-Baltin. Wien, 17. August. Die Albanische Korrespondenz meldet auS Skutari: Der Höchst-- kommandierende in Albanien, Generalober st v. Pflanzer- B a l t i n, erlitt jüngst auf einer Dienstreise, die er in Begleitung de? Sanitätschefs der in Albanien operierenden Truppen auf einer Autodraisine unternahm einen Unfall. Als nämlich die Auto- draisine in voller Fahrt einen über sechs Meter hohen Durchlaß passierte, sprang eines der Hinterräder aus den Schienen. Das Fahreugz überschlug sich und stürzte samt den Insassen in die Tiefe. Der Generaloberst blieb unversehrt, er befreite seinen Begleiter und den Wagenlenier, die unter den Wagen geraten waren, und sorgte für ärztliche Hilfe. Der Sanitätschef ist schwer, der Wagenlenker leichter verletzt. Der„Reichsverbanö� sammelt. Ein neuer Aufruf. Ter Neichsvcrbaiid gegen die Sozialdemokratie hat sich an seine Geldgeber und solche, die es werden sollen, neuerdings' mit folgendem Schreiben gewendet: Berlin SW. 11, im August 1318. Dessauer Straße 30. An die Beitraggeber zum Wahlfchatz. In der sozialdemokratischen Presse hat d-e Tatsache, daß der Reichsverband gegen die Sozialdemokratie zur Erfüllung seiner Ver- einsausgaben einen Wahlschab sammelt, eine außerordentl:che Wir- kung hervorgerufen. Ter„Vorwärts" druckte den Aufruf wörtlich ab und knüpfte daran die Befürchtung, daß der Kapitalismus der Sozial- demokratie mit ungeheuren Mitteln entgegentreten werde. Die «Leipziger Volkszeitung" veröffentlichte einen Leit- artikel, der fast die ganz« Titelseite ausfüllt. Das Blatt fürchtet)' „die Schwerindustrie und die„notleidende Landwirtschaft" der großen Grundbesitzer werden den Beutel des Liebertschen Verbau- des füllen und einen Wahlschatz aufhäufen, gegen den die ge- sammelten Groschen der Arbeiterschaft wie Maulwurfhügel gegen den Ehimborasso erscheinen werden. Aus den gesamten Aussätzen der sozialdemokratischen Presse spricht lediglich die F u r ch r vor einer Neuauflage der Wahlen des Jahres 13l>7, in denen der Reichsverband die Ehren des Wahl- sieges des Bülowblocks davontrug. Die Sozialdemokratie ist der Massen durchaus nicht so sicher, als sie sonst glauben machen will. Folglich ist die Sammlung des Wahlschatzes eine politische Notwendigkeit, und die„S ch l e s i s ch e Zeitung"(Breslau) bs- grüßt es daher, chenn rechtzeitig Vorsorge getroffen wird, um den schweren Erschütterungen, denen unsere Politik durch den sozialdemokratischen Terrorismus nach dem Kriege ausgesetzt sein wird, erfolgreich entgegentreten zu können. Es gilt daher, der Sozialdemokratie zu zeigen, daß dem zen- tralen Verbände, der sich seit Jahren die Bekämpfung der sozial- demokratischen Bestrebungen zum Ziel gesteckt hat— d. i. dem Reichsverband gegen die Sozialdemokratie— tatsächlich große Mittel zugeführt werden, denn nur so wird es gelingen, Aufklä- rung in die weitesten Schichten des Volkes zu tragen und dsn leider von so vielen Seiten gestützten unheilvollen Zielen der Sozialdemokratie einön festen Damm entgegenzustellen. Folgt der in solchen Fällen übliche Hinweis auf das Post- scheckkonto. Dankbar darf man dem Reichsverband sein, daß er jetzt so offen die berühmten Blockwahlen von 1907 als seine eigene Mache kennzeichnet, aber ganz lächerlich ist die Mei- nung, die Sozialdemokratie empfände vor der Wiederholung jenes Manövers Furcht. Was sich 1907 infolge der reaktiv- nären Stichwahlpolitik des Liberalismus ereignete, war nichts anderes als eine unnatürliche Zusammenpressung der sozial- demokratischen Wählermassen auf einen möglichst engen parla- mentarischen Besitzstand, der ungeheure Fortschritt der Partei fünf Jahre später war die natürliche Folge davon. Ungeschickt ist es vom„Reichsverband", daß er jetzt schon seine Karten aufdeckt. Die Wahlen von 1907 standen im Zeichen des nationalistischen Terrors, wir waren damals als„Vater- landslose Gesellen" gehetzt. Dieses Experiment soll bei den ersten Wahlen nach dem Kriege wiederholt werden, wir sind auf den Erfolg gespannt. Die wohl von Kob!enz-St. Goar. Rebellische Zentrnmswähler. Ein Teil der Zentrumswählcr im Wahlkreis.Koblenz hat sich mit einer Eingabe an den Reichskanzler gewandt, in welcher Pro- teft erhoben wtro gegen das Vorgehen der höheren GeistlichLeit gegen den Reichstagsabgeordneten Pfarrer Greber. In der Eingabe wird feierlich Verwährung eingelegt gegen die Entziehung der Priester- lichen Gewalt des Pfarrers Greber und erklärt, daß, falls die bischöf- liche Behörde der Eingabe keine Folge leiste, tausend katholische Man- ner fest entschlossen sind, bis zum Aeußersten vo�ugehen. Die Wähler erklärten, daß sie den offiziellen Zentrumskandidaten General von Steinecker nicht haben wollten, sie wollten einen Mann aus dem Volke und keinen Militär, der nur das Kommandieren von oben herab gewöhnt sei. Die Beschwerdeführer erklären außerdem zu wissen, daß Pfarrer Greber deswegen gemaßregelt wurde, weil er feine Wohlfahrtstätigkeit auch auf Protestanten und In- den erstreckte, Diese Eingabe an den Reichskanzler ist schon vor längerer Zeit erfolgt, ohne daß, der,.Reichskanzler bisher geant- wartet Härte. Der Streit ist daraus entstanden, daß im Wahlkreise Koblenz der offizielle ZentrumSkandiidat General von Steinecker, der be- kannt ist als Anhänger eines Eroberungsfriedens, gegen den Pfarrer Greber, der auf dem Boden des Verständigungsfriedens steht,) unterlegen ist. Die Zentrumsfrartion des Reichstages hatte es abgelehnt, den Pferrer Greber als Mitglied aufzunehmen. Das Eintreten der Zentrumswähler für Pfarrer Greber ist zweifellos sehr erfreulich, aber, wie die Erfahrung lehrt, hat die katholische Kirche soviel Machtmittel in der Hand, daß der Pfarrer Greber sehr wahrscheinlich über kurz oder lang doch den kürzeren ziehen wrrd. Kmgsbilüe? vom Rhein. feuchtfröhliche Kriegsgewinnler.— Eine Bestands- aufnähme durch Spitzbuben. Vom Rhein wird unS geschrieben: Die Rhcindampfcr waren nie so überfüllt wie im Sommer 1S13. der Rheinwein war nie begehrter als Heuer, und die feucht- fröhlichen Orte an den Rheinufern waren nie mehr von bechernden und tafelnden Menschen erfüllt, wie an der Schwelle des fünften KriegsjähreS. Neben den bescheidenen Reisenden. Wandervögeln und Familienausflüglern, die an der Rheinromantik sich erbauen, machen sich Nutznicßer des Krieges bemerkbar, die das Wort Höltys wahr zu machen wissen:„Ein Leben wie im Paradies gewährt unS Vater Rhein." Nun fahren die Generale dazwischen. Der Komman- diereode von Koblenz hat der Köln-Düsseldorfer Dampfschiffahrt gedroht, er werde ein Verbot des Bowletrinkens und eine Einschränkung des WeingenuffeS herbeiführen. Die Gesellschaft hat darauf die Schisfsrestaurateure angewiesen, keine Bowlenweine, Zutaten oder Bowlen- g e f ä ß e mehr auszugeben und erforderlichenfalls durch Verweigern von Wein die Schlemmerei einzuschränken. Im Rheingau hat in i�er Gegend von Rüdesheim der Lärm der sich belustigenden Kriegsgewinnler so zugenommen, daß der Kom- mandierende General angeordnet hat, auch die Luft barkeiten auf Privatgrund st ücken bedürften der polizeilichen Ge- nehmigung. Einbrecher schafften jüngst aus einem Kölner Herrschaftshause, dessen Bewohner in der Sommerfrische sind, für 100 0(10 M. Wert- gegenstände, Kleider und Wäsche fort. Laut dem Bericht der Kriminalpolizei wurden u. a. gestohlene 14 Dutzend Betttücher, 10 Dutzend Servietten, neu und noch nicht auseinandergctrennt, 2S Dutzend Damastserviet ten, 1b Dutzend Gerstenkorn-Handtücher, 8 Dutzend Kissenbezüge, 3 Dutzend bunte Kissenbezüge, 2 Dutzend Bettdecken, 1% Dutzend Ilcberbettbezüge, 42 Herrenhemden. 83 leichte und schwere Unterhosen, 1,2 Dutzend Herren taschentücher, 3 Dutzend Paar Herren- strümpfe, 30 Nachthemden, 6 Dutzend Damenhosen, 3 Dutzend Paar schwarze Damenstrümpfe, 0 Dutzend Tisch- tücher, 3 Dutzend Kaffeedecken usw. Da die Herrschaften doch nicht nackt und bloß auf längere Zeit in die Sommerfrische gereist sein werde«, mag man sich vorstellen, wie hoch ihre Gesamtbestände an Wäsche sind. Zur selben Zeit müssen in Köln an Säuglinge Papier- windeln ausgegeben werden, und die Reichsbekleidungsstelle er- klärt amtlich, daß die Ncugründung eines Haushalts die Ausstellung von Bezugscheinen auf Bettwäsche, Tisch- und Mundtücher, Handtücher nicht rechtfertige. Es mangelt eben in Deutschland an Leinenwäsche— für alle, die sich nicht rechtzeitig eindecken konnten. Herlmer„Carneval�. Er beginnt heute, aber ohne Einleitung durch Mummenschanz. Er ist überhaupt nicht im mindesten lustig, sein„Rosenmontag" gleicht dem Aschermittwoch. Er hat denn auch mit dem echten Kar- neval, dem vielgepriesenen Münchener und Kölner, nur den Namen gemein: Csrne vale(Fleisch, lebe wohl!). Denn der Berliner Karneval— das sind- die f l.e i s ch I o s e n Wochen, in die wir nunmehr eintreten. Nachdem man in Bayern vier Wochen lang über die„Bevor- zugung Berlins".Kopf gestunden hat, dürfen wir unS die ganze kommende Woche dadurch bevorzugt fühlen, daß tatsächlich unsere Fleffchratton vom 18. bis 25. August um das Zchnfachehöher sein, wird als im übrigen Deutschland.(10X0�0!) Leider wird diese„Bevorzugung" selbst unter dem Mikroskop nicht sichtbar. Wir müssen uns halt über den Fortfall der bescheidenen Sonn- tagsportion Fleisch, die uns bisher geblieben war, philosophisch trösten. Wir retchen unserest Lesern anbei zwei philosophische Trost- gründe: 1. Vielleicht werden durch die fleischlosen Wochen in einigen Alldeutschen mehr pslanzenfresserische Instinkte erweckt.(NB. Falls diese sie auch einhalten!) 2. Das Anstehen beim Fleischer fällt nun fort.— Weitere Trostgründe find uns trotz eifrigen Grübelns bis- her nicht eingefallen. Schauübung des Arbeiter-Samariterbundes. Am gestrigen Sonntag veranstaltete die Kolonne Groß- Berlin des Arbeiter-Samariterbundes unter Leitung ihres Vor- sitzenden Gustav Dietrich eine öffentliche Hebung.' Im Treptower Park hatte, sie neben dem großen Spielplatz ihre Zelte aufgeschlagen, deren Fähnchen mit dem Bundesäbzcichen, dem A. S. B. im weißen Kreuz auf rotem Grund, in dem strammen Wind lustig flatterten. Den Teilnehmern und Teilnehmerinnen des Unterrichtskursus war die Aufgabe gestellt, bei einem Masscnuuglück die erste Hilfe zu leisten. Vom Spielplatz her kam die Ulffallmeldung, und dort mußte die in Gruppen ausschwärmende Kolonne den Verunglückten die ersten Verbände anlegen. Die Uebung zeigte zunächst, wie Not- verbände anzulegen sind, wenn regelrechtes Verbandmaterial zur Hand ist. Nachher wurde der erschwerende Umstand angenommen., daß solches Verbandmaterial fehlt und die Notverbände unter Be- Nutzung von allerlei Ersatzbehelfen ausgeführt werden müssen. Mit- glieder der Kolonne und auch Personen aus der sich ansammelnden Zuschauermenge übernahmen die Rolle der„Verunglückten", und bald sah man ihrer ein halbes Hundert oder mehr auf dem Nasen liegen, ausgerüstet mit Papptäfelchen, die in einer Zeichnung die Stelle und die Art der Verletzung angaben. Unter den flinken und geübten Händen der Samariter entstanden in kürzester Zeit kunst- gerechte Verbände, bei dem einen am Kopf, bei dem anderen an der Brust, bei anderen am Arm, am Bein usw. Als Ersatz für seh- lendes Verbandmaterial diente alles Mögliche, was gerade erreich- bar war, z. B. zum Schienen gebrochener Glieder ein Spazierstock, ein Regenschirm, ein aufgelesener Zweig, der mit Zeitungspapier oder mit Gras umhüllt wurde. Die Verbundenen wurden zum Standplatz der Kolonne geführt, geschleppt, getragen auf den Armen, auf Krankentragen, auf einem Fahrrad. An einem Bewußtlosen, der eine Gasvergiftung erlitten hatte, wurde die Anwendung deS Sauerstoffapparates gezeigt. Einer der Aerzte der Kolonne, Doktor Moses, prüfte und beurteilte die angelegten Verbände. In einer zusammenfassenden Kritik würdigte er die Bundesärbeit,'die in ihrer Bedeutung allmählich auch von den Krankenkassen erkannt werde Und von ihnen nach dem Kriege zu fördern sei, Die Nickelfalle. Sie schluckt Nickel- und Eisengroschen. Man findet sie in den „Toiletten" der Wirts- und Kaffeehäuser, aus Bahnhöfen, in den Vorhallen der Badeanstalten usw. Besonders in den Badeanstalten. Ich kann nicht daran zweifeln, daß mein Körpergewicht nicht mehr die Höhe erreicht, die jüngst in der Debatte über den Berliner Freßriesen der Professor Zuntz als Mindestsatz für Leute meiner Länge bezeichnet hat. Es fragt sich nur, um wieviele Pfunde ich Himer dem Normalgcwichr zurückbleibe. Darum beschloß ich die Besteigung der Personenwage in der imposanten und sehr zweck- mäßig eingerichteten Neuköllner Badeanstalc. Ich stellte mich auf die dafür bestimmte Platte und steckte einen guterhalteneu Zehner in den Schlitz, Dann starrte ich gespannt auf den Zeiger. Aber der rührte sich nicht. Ich rüttelte mit all den Kräften, die mir die Kriegsernährung gelassen hat, mr den Schultern der Wage. Erfolglos! Ich hopste auf der Trittplatte auf und ab. Vergeblich! Die Kilouhr blieb unverändert und mein Groschen verschwunden. Es hatte sich unterdes eine Schar recht badcbedürfliger Kinder angesammelt, die staunend und belustigt mein Tun beobachtete.„Ick Hab neilich ooch mal'n Jroschen rinjesteckt, da jink det Dink ooch nich," versicherte mir ein kleiner Rtxdorfer, pardon Neuköllner.„Und den Groschen haste nicht wiedergekriegt?"—„Neee, der is nich Wieda vorjckommen."— „Da hättste dich an die Kasse wenden müssen, � wie ich das jetzt tun werde."— An der Kasse wurde ich an den Herrn Inspektor verwiesen, der aber leider gerade Tischzeit hatte. Ich bat die Kassiererin, ihm über das Ereignis und über meine Reklamation Bericht zu erstatten und dann den Groschen bis zu meinem nächsten Besuch zurückzulegen. Als ich eiliche Tage später an der Kasse wieder nachfragte, war die Dame sehr erstaunt, denn „meine" Dame hatte gerade dienstfrei. Weil der zuständige Herr wieder Tischzeit hatte und ich zu anderen Stunden nicht abkömm- lich bin, habe ich den Kampf um den Groschen aufgegeben. Da ich indes einstimmig beschlossen habe, nie wieder eine automatische Wage in Anspruch zu nehmen, wird der Groschen bald dreifach ein- gespart sein._ Gewissenhafte HaWsterkontrolle. Wie gründlich bei der Fahndung auf Hamster manche Beamten verfahren, davon teilt eine Leserin unseres Blattes uns eine Probe mit. Vom Spreewald nach Berlin zurückkehrend, wurde sie während der Fahrt auf der Lübbener Kleinbahn von einem mitfahrenden Gendarmen aufgefordert, sich nach gehamsterten Lebensmitteln durchsuchen zu lassen. Sie mußte ihren kleinen Pompadour öffnen — er ist. wie wir durch Messung feststellten, ganze 24 Zentimeter hoch— und der Beamte prüfte dann den Inhalt. Als sie nur eine unbelegie Stulle vorweisen konnte, verlangte er, daß sie den Pompadour vollständig ausräumte. Erst nachdem er sich überzeugt halte, daß nur noch Portemonnaie,«schlüsiel und Taschentuch darin waren, gab er sich zufrieden. Mehr Erfolg schien ihm bei einer in demselben Abteil sitzenden Frau zu winken, die eine mittelgroße Handtasche bei sich harte. Die Tasche mußte geöffnet werden, und— siehe da!— ein halbes Brot und vier Eier kamen zum Vorschein. Warum sie so viel Brot hätte, fragte mißtrauisch der Gendarm. Die Flau antwortet, sie fahre wegen einer Wohnungsangelegenbeit auf drei Tage nach Berltn, da sei ein halbes Brot samt vier Eiern wohl nicht zu diel. Ob denn die Eier gekocht seien, forschie weiter der Beantte. Sie bejahte das, aber er traute ihr noch nicht recht und wollte auch hier sich selber überzeugen. Indem er ein Ei zum Munde führte, versuchte er anscheinend,, mit seinen Zähnen die Schale emzudrücken. Schließlich beruhigte er sich und gab der Frau das Ei zurück. Daß sein UntersuchungSverfahren besonders appetitlich sei, wird niemand behaupten können. D!e Gewissenhaftigkeit und Griindlichkeit diese? Bcamicn lassen sich kaum noch überbieten. Unter dem Verdacht de? Morde? an der Schankwirtin Messer- s cb m i d t in der Lirnenstragc 63 ist gestern von der Kriminal- Polizei ein 29 Jahre alter Händler Bernhard Becker vor- lausig festgenommen worden. Gleich nach Bekanntwerden des Mor- des leniken mehrere Personen die Aufmerksamkeit der Kriminal- Polizei auf einen Mann, der in der lehten Zeit häufiger bei der Messerschmidt verkehrte und große Zechen gemacht habe. Tie Er- Mittelungen der Kriminalpolizei ergaben weiter, daß dieser Mann eine Kellnerin, die bei der Ermordeten beschäftigt gewesen ist, unverfänglich gefragt hatte, ab die Alte auch größere Geldmittel bciißc. Ter Mann war bisher nur unter dem Vornamen Bernhard bekannt, besonders in den Lokalen der Umgegend und als Schleich- Händler aufgetreten. Auf ihn paßte die Beschreibung, die eine andere Zeugin von dem Manne gab, der am Mordtage um 9M. Uhr morgens aus dem Lokal herauskam und sich mit dem Schlüssel an der Tür zu schaffen macbte. Bernhard war aber seit dem Morgen nicht mehr zu finden. Es gelang den weiteren Nachforschungen, festzustellen, daß cr Bernhard Krause heiße und sich in Woltersdorf bei Erkner aufgehalten habe. Das erwies sich als richtig. Es ergab sich aber, daß er nickst Krause, sondern Bernhard Becker heiße und ein fahnenflüchtiger Soldat ist, der auch tvegen Einbruchs ge- sucht wird. Becker hatte also ohnehin schon allen Grund, sich vor der Polizei zu hüten. Gestern gelang es, ihn in einer Schankwirtschaft im Scheunenviertel zu ermitteln und festzunehmen. Er bestreitet, den Mord verübt zu haben. Er will in allen möglichen Lokalen gewesen sein. Soweit diese Angäben bisher nachgeprüft werden konnten, erwiesen sie sich als unzutreffend. In einem fremden Bett endete die Flucht eines Klingelfahrers, der gestern vormittag in der Koloniestvaße überrascht wurde. Als dort eine Frau um 19 Uhr von einem Ausgang nach ihrer Wohnung zurückkehrte und'die Eingangstür anfaßte, wurde diese plötzlich von innen geöffnet. Heraus stürmte ein Mann, der sie heftig stieß und zu Boden riß, um dann weiter zu eilen. Auf die Hilferufe der Frau verfolgten ihn Hausbewohner nach Reinickendorf zu. Tort verschwand cr in einem.Hause der Provinzstraße. Man folgte ihm tris nach dem Boden hinauf; es ergab sich jedoch, daß er mit einer Leiter schon aus das Dach hinaufgestiegen war. Jetzt durchsuchte man das Nebenhaus und endlich fand man den Flüchtigen in einer fremden Wohnung, deren Insassen ausgegangen waren, im Bette liegen. Er war durch eine Bodenkammer hinabgestiegen, hatte die Wohnung, als ihm niemand öffnete, mit seinem Dietrich rasch aufgeschlossen, sich ein dickes weisses Tuch um den Hals gebunden und ins Bett gelegt, um den kranken Mann zu spielen. Mit der unichuldigsten Miene versicherte er auch zunächst, dass er der Woh- nungSinhaber sei und schon längere Zeit krank liege. Er wurde aber bald entlarvt als ein 22 Iah« alter Kutscher und fahnsnflüch- tiger Soldat Bruno Tülle. Er hatte in der Wohnung in der Kolonie- straße bereits alle Nahrungsmittelkarten. Wertsachen und Kleidungsstücke zum Mitnehmen zusammengepackt. Neukölln. Zur Kleiderabgabe. Vom Magistrat ist jetzt den Haushaltungen nachstehende Aufforderung zugegangen: Nachdem die freiwillige Abgabe an Männeroberkleidung nicht den gewünschten Erfolg gehabt bat, senden wir Ihnen ans Ver- anlassnng der ReichSbekleidungsstelle anliegendes Bestandsverzeichnis zur gess. Ausfüllung zu. Wir knüpfen hieran gkeich die Aufforderung, einen Anzug bis zum 15. August d. I. bei unserer Bekleidungsstelle, Bcrgsir. 29, abnlgcben. Bei Abgabe eines Anzuges erübrigt sich die Ausfüllung des Bestandsverzeichnisses. Dieses Zirkular lvird ohne llnlerichied-dcr Person verschickt und gelangt daher auch in die Kreise der Arbeiter. Ein großer Teil dieser Bedachten, glanbr min zu der Abgabe eine- Anzuges ver- pflichtet zu sein und ist deshalb in großer Sorge. Wie wir swon gestern und auch henic an anderer Stelle mit- ieilcn, kann von einer Vcrpflichtling zur Abgabe keine Rede sein. � Zimächst soll wohl die ganze Maßnahme nur erzieherisch auf die bessergestellten Kreise wirken, die genügend im Schrank Koben. Lb die ReichsbekleidnngSsielle ipälcr noch zu schärferen Maßnahmen greifen wird, steht noch nicht fest. Charlotteilbiirg. Lebensmittel. Es gelangen zur Ausgabe: als Ersatz für Fleisch 3 Pfund Kartoffeln ans Abschnitt 34 a bis ll der Reichsfleischkarte des betreffenden KartoffelhändlerS. Auf die Kinder- fleischkarle werden 1�/.- Psiind Kartoffelii verausgabt, 7 Pfund Kar- loffeln ans die Abschniite IIa. bis g der Kariosteiiarte; soweit aus die Ab>chni!le32 und 33 Kartoffeln noch nicht geliefert worden sind, sind dieselben bevorzugt zu bedienen. Die Gültigkeit der ge- nannten Abschnitte wird bis zum 26. August einschließlich ver- längert. Auf die allgemeine Groß- Berliner Lebensinilielkarte mit Auf- d�uck Charlottenbnrg werden veiteilt: IVO Gramm Graupen bezw. Gerstengrütze auf Abschnitt 66 vom 22. bis 31. August. Auf die rote Nahruugsmiltelkarte Ve Pld. Räucherwaren auf Abschnitt 261 sowie auf Abschnitt El e der �Berliner BezugSkarte. Abschnitt 196 sowie die Abschnitte v ä der Berliner Bezugskarle behalten ihre Gültigteit und sind vorzugsweise zu bedienen, auf letztere Abschnitte darf jedoch nur ie h., Pfd. abgegeben werden. Je 1 Pfund frische See- oder. Flußfische ans Abschnitt 269 sowie auf Abschirilt Gg der Berliner Bezugskarte. 256 Gram»! Heringe aiif Abschnitt 198. Der Kleinhandelspreis beträgt 6.66 M. für das halbe Pfund. In den Monaten August und September 1918 wird an die Kinder in, zweiten Lebensiahre, welche eine„A IX" Milchkarle besitzen, je eine Pfnnddvse Malzextrakt zum Preise vou 2,26 M. ver- absolgt. Tie Ware wird gegen Abtrennung des obersten Abichnittes der Vollniltchkarte mit der Bezeichnnng„A II" iiir ein Kind im zweiten Lebensjahre" in den 36 Verkailtsstellen, in denen die üblichen Nährmittel, wie Grieß, Graupen, Teigwaren usw. verkauft werden, verabfolgt. Slusländischer Schleuderhonig kann freihändig gegen Eharlotien- burger Ausweiskarte verkauft werden. Ter Schleuderhonig ist durch besondere Etikeitiernng und Streiscnverschlnß kenntlich ge- macht. Ebenso werden freihändig verkauft auf Charlottenburger Ausweiskarte getrocknete Pilze und dänischer Bouillon- extrakt.' Zlowawes. Lebensmittel. Bekanntmachung betreffend AuS- gäbe von Lebensmitteln in der Woche vom 19. bis 25. August 1918. Es werden ausgegeben bei den Kleinhändlern Graupen 166 Gramm zum Preise von 7 Pf. auf den Kartenabschnitt 66 der Lebensmittelkarte, M u s l a n d s Ifta r m e l a d c 325 Gramm zum Preise von 164 Pf. auf den Kartenabschnitt 55 der Lebensmittelkarte. Die Karteninhaber haben am Montag, den 1 9. u n d Dienstag, den 26. d. M. die Lebensmittelkartenabschnitte 55 und 66 bei dem Klernhändler nhzugebe». bei dem sie die War?-u beziehen wünschen. Tie Kleinhändler haben die abgetrennten schnitte am Mittwoch, den 21. S. M., der Kriegswirlfckmi: abteilung einzureichen. Verspätete Anmeldungen ren>n nnin rücksichngt. Tie Waren sind gegen Abgabe der vom K. inhändler ausgestellten Bescheinigung vom Freitag, den 2 3., vis Sonntag, den 2 5. d. M., in Empfang zu nehmen. Treptow. Lebensmittel. Außer den üblichen Rationen werden verteilt: 366 Gramm Graupen ans die AbickmiNe 4� und 40 der Groß-Berlirrer Lebensmiiletialte, 225 Gramm ÄuslandsmarmetaL? aus Abschnitt 55 der Gcoß-Berlincr Lebensmittcikarle, 566 Gramm Haierflocken aus die Abschnitte A und A II der M.tchkarte für den Monat September für die Kinder im 1. und 2. LebenSjadre. Pankow. Lebensmittel. Im Laute dieser Woche gelangen in den bekannten BerkaufSslellen zur Verteilung: Aus do allgememe Lebensmittelkarte: 256 Gramm Kunsthonig aus Abschnitt 56. An: die Pankower Lebensmittelkarte: Heringe, worüber nähere Br kanntmachung ertolgt; Räucherwaren isoweit solche eingeben- a.'t Abschnitt 114 bzw. 123. Aus besondere Karten: 1556 Grumm Tee: oder 1456 Gramm Brot und 256 Gramm Mrdl aut die' Brotkarte vom 19. bis 25. August, voraussichtlich 56 Gramm Bin. er n.-S 26 Gramm Margarine, 8 Pfund Kartoffeln als Ersatz iür die-n dieser WoSe ausfallende Flcischmengei am die Abschnitte 1—16 der Reichzfleischkarte vom€9. bis 25. August, 7 Pfund Kartone: n auf die Abschnitte 121a— g der Pankower Kartoffelkarte, 375 Gramm. Zucker auf Abschnitt 16 der allgemeinen Zuckerkarte aülng oom 16. bis LI. August), 1 Flaiche sterilisierte dänische Vollmilch für in der Zeit vom l. Juli 1911 bis 1. Juli 1912 geborene Kinder und Personen, die im.65. Lebensjahre stehen oder älter sind. Zulagen für Kinder bis zu 2 Jahren: 566 Gramm. Haferflrck'• für den Monat auf Bezugsschein, für solche b:S zum 1. LzbenSja''- c 375 Gramm Zuckerzulage aus Abschnitt 16.'., b und c der Zu• znckcrkarte, für solche im 2. Lebensjahre 250 Gramm Zuckerzu.: aus Abschnitt 16a und d und solche vom Beginn des 3. bis zum vo!'> endeten 6. Lebensjahre 125 Gramm Zuckerzuläge aus Adschniit 16 der Zusatzzuckerkarte. Militarpersonen erhalten 256 Gramm Kunsthonig. — Ergönzungswahl von Beisitzern de? Gcwcrbegericht? in Pankow. Nachdem durch den Regierungspräsidenten das Bedör-n zur Berufung von Ersatzmänner-Beisitzern bejaht und die Zahl d zu wählenden Beisitzer aus dem Kreise der Arbeitnehmer.:' fünf festgesetzt ist. werden die wirtschaftlichen Drganisat.onen. Arbeitnehmer gemäß der AuSführungsbestimmungen zu dem G. 5. über die Ergänzung der Beisitzer der Gewcrbegerichte usw. währen■ des Kriege? vom 17. November 1917 austcfordert, i n n e r h a i zweier Wochen soviel Vorschläge, als Stellen zu be'etzen sind. beim Bor sitzenden des Kreisau? schuss es Nieder- b a r n i m einzureichen.__ WetterauSsichten für daS mittlere Norddeutschland biS Dicnslrz mittag. Zeitweise heiter, jedoch ziemlich kühl und überwiegend b' wölkt, mir wiederholten, im östlichen Küstengebiet starken, in den anderen Gegenden geringeren Rcgenfällen. Verantwortlich für Politit: Vrich Buftaer, Berlin: iür den Lürigcn Teil;i BlattcS: Atired Scholj, 31a:ISl!it; sür Anzeigen: Tbeodor(»lock.'. Berlin. Vec Vorwärts-Vcrlog G. nt. d. H., Berlin. Truck: DorwärlS- NuSidruckerci and VerlagSansiait Paul Singer u. Co. in Berlin. Lindcnstrabe Z. werden radikal vernichtet durch Wanzentod Pfeifferol in Flas6)cn zu 4,50 M., 3,— M., 1,75 M. und 1,— M. und Mottentod Pfeifferol(50 Pf.) überall zu haben. Kerr Paul Rades, Drogerie, Turmstraße 48, schreibt:„Ihr Wanzentod Pfeifferol ist vorzüglich, ein Kunde empfiehlt Ihr Präparat immer dem anderen".- Kopf- und Haarwasser Pfeifferol gegen Ungeziefer für Kinder, Flasche 2.56 M, 1.50 M u. 75•. Barasiten-Liniment Pfeifferol gegen Ungeziefer. Flasche 2,56 M. mw 1,50 M. Tricrefol-Puder Pfeifferol gegen Flöhe, Tose 1,25 M. und 1,— M. Kinderpuder Pfeifferol, bestes Einstreumittel für Kinder. Toilettc-Haarwaffer Pfeifferol gegen KopsschuHpen und Schinnen, ein ideales Haarpflegemittel Flasche 2.56 M.- MWer gm tzMr&«ier.!? 65,»MKe 17. • Liefcrouten der Deutschen Zlrmee in Funpflege-, Ungeziefer-»nd Frostmittcl» id�lraispalast loie Prinzessin TonTrsgaiit ifäajdalj. Deutsche Tänze Kühler Aulenthalt. Tägl. Sonut. 3'/2u. 1�/4 Nur noch bis 23. Aopst: Gesn,mt-fciiintsplcl des Herrnfelti-Theaters: mit Dir. A. Hermfeld und iPerd. Griinecker in den Hanptrollen._ rei iMmm 28 AM ALEXANOERPLATZ ZELTZIRKUS Wllh. HAGENBECK Wir kaufen Linoleum- Zelluloid-�Film- Hartgummi- Wachswalzen- SchallplattLN� Lrdower E. m. b. H., Georgcnkirchstr. 56 (b. Alexandcrplatz) Friedrichstr. 45, Ecke Zimmerstraße. 9-12-/,. 2-/,— 61/, Setaädetei Im Alter von 14—16 Jahren ja BgaXBXKSEaLuiaiüEESZi Berichtigt! ug. Die Beerdigung des Möbel. voliererS Esrnrieds findet nicht, wie in der gestrigen Todesanzeige irr- tümlich angegeben, amDieni- tagiiachmitiag 5-/, Uhr, son- dern um JUÜ* von der Leichenhalle des Neuköllner Gemeindesriedhofes.Marien- dorser Weg, aus statt. HL Pfail, Saiiilapl s«l;BD{reksensIr.2ö zwisch. Babnh. Tllexaiiderptatz u Polizeipräfid.— Anit Ksr. 3268 für vanien rraaen-Vsliidnurg. Lieferant füralleStranienkafs. Spezialarzt Dr. med. 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Im echten �WG W Glück der wird uns der Urquell alles Schönen und Erhabenen, des höchsten Glückes, der Gesundheit und K:ast onein ! bart. Wo unbefangene, tla.e Auffassung von Sei I Zeugungskrait herrscht, bringt der Menichkeit GenmS alle uniere Gaben zur vollen, ungetemmten E!i>v:a!unz In dem düsteren.Licht der Unaujgetlartbeit und der Furcht vor der Dabrheit und dem"natürlichen Wüicn vermodern Schönheit und Kraft und bleib: nur der | finstere Weg zu Schmerzen, Selbstvoiwürfen, Ein» lagunaen und EnttäuschunzeN offen. Mein Me:k: Der Kampf um und Nachkommenschaft soll an der Hand von unzähligen Beispielen aus dem Leben zeigen, n>le d:o Ehe glücklich viril,- u ud wodurch sie geschädigt und zerrüttet wird. Inhalt: I. Recht aus Wahrheit und Wisse».— H Gin vernichtetes Franeiilebcn.— III. Bruta- Ittär.— IV. flUele Sniilderungen aus dem Leben, deren Tragik und Realistik jede» ergmir».— V. Gharakterifttsches Geständnis einer feingebil- deten shrau, die durch frevelhafte Kräftevergeu- dung fast zugrunde gerichtet worden und der 1' Aerzweiflung nahe war.— VI. Was die Frauer.' V- wissen müssen.— I II. Freo«l, durch die die Fronen- Wir kraft geschädigt und. vernichtet wird.— VIII. Kinder- e sorgen verhüten Sorgenkinder.— ix Tas l-.i Storchinärchcn und keine Folgen.— X Tic Er l Haltung der Geiuudhcit, de» Eheglücks und den v i -reuesten Liebe in der Ehe.— XI. Kraitvotie»-»- Zustimmungserklärungen au» dein Publikunis- kreise. Die Slussossung de» freien, unoesangcn.-n Menschen.— Der Segen des Wissens.— Nieder mit der Unwissenheit.— Bewußtes Höherhinauf oder— kümmerliches Dasein und stüazeitigeS Zerfallen. Unzählige schrieben aus dem Felde. Hier nur wenige Zeilen eines jungen Ossiziers:»Ihre fHortc sind wahr und stehen in meiner Seele wie -Marmor eiugelaffene goldene Lottern." f.. Der Preis des Wer! S ist vorläufig noch 2 Rk. (Porto schon mit eüigejchiosjeu, nur Raainasme-6 mehr). Später muß cr auf 8 22- erhohl wcraen. Aesstulap-Verlax. Lanostatt, 864 l eclestr.>4.