Nr. 228. 35. Jahrg. Bezugspreis: Sierteljührl. 4L0 monatl. t.SVM:. frei WS Haus.»»r«uSzahIbar.SwzeIne Nummern 10 Viennig. PoSbezug: Wanariich.vom Postschalter abzuholen 1.b0 Mk., dem BrieftrSe notweirdige Beschaffung von Ersatz beträcht- liche Kosten verursacht, hinter denen die Vergütung für die ent« eigneten Gegenstände weil zurückbleibt. Gegen die Berechnun»g der Uebernahmepreise, bei der eS tatsächlich oft nicht ohne Schaden für die Eigentümer der Gegenflnnde abgeht, kann man oie Entscheidung deS. Reichsschiedsgerichts für Kriegswirtschaft- beantragen. Wie die Antragsteller sich zu verhalten haben, darüber äußerte fich in einem Vortrag der Gebeime OberregierungSrat Lucas, Vorsitzender des Schiedsgerichts. Während die Militärverwaltung den Preis nach dem Metallwert berechnet, entscheidet daS Schiedsgericht nicht noch ihm allein, son Wer öas Abonnement auf Ken„vorwärts" noch nicht erneuert hat, muß sofort t,8S!N. an Ken vorwärts-verlag G. m. d. Seriin SW, Linüenstr.?, oder an Kie bekannten Ausgabestellen einfenKen, um sich Kie pünktliche Weiter- :: lieferung für September zu sichern:: dern berücksichtigt auch die Güte der Arbeit. DaS Schiedsgericht mutz«der»abei die Möglichkoit haben, selber sich ein Urteil über die Beschaffenheit der abgelieferten Geg«istä»de zu bilden. Empfohlen wird, den Anträgen eine Beschreibung, eine Zeichnung, eine Photographie oder ein Modell beizufügen. Auch Eii'laufa rechnlingen und Preisverzeichnisse können einen Anhalt fiir die Be- Wertung geben. Die einzelnen Teile von abgebauten Gegenständen, z. B. von Ladeneinrichtungen, sind nicht al? ungeordneter Haufen abzuliefern, sondern nach Art und Beichaffeiiheft zu sortieren. Eine Schwierigkeit ergibt sich aus der bisherigen Zentralisation; denn selbstverständlich kann das Schiedsgericht nicht zur Besichtigung von Gegenständen im Deutschen Reich umHerreisen oder alles nach Berlin bringen lassen. Geplant ist, eine Dezentralr iatioir dadurch herbeizuführen,-daß in verschiedenen Teilen des Deutschen Reiches besondere Spruchabteilungen geschaffen werden. Irrig wäre die Annahme, daß nun das Schiedsgericht unter allen Umständen einen höheren Preis bewilligt. Im allgemeinen wird bei der Preisfestsetzung der Friedenspreis als Grundlage ge nommcn, und eine Vergütung der Abbaukosten gewährt, aber nicht vergütet werden die Kosten des Einbauens von Ersatzstücken oder ein sonstiger durch die Enleignung verursachter Schadeu. Genauere AnSlunft über alle Einzelheiten gibt kostenlos das Reichsschieds gericht iür Kriegswirtschaft in Berlin(Gitschiner Str. 97). Geheimrat Lucas erwähnte auch die„ E n t e i z n u n g von An zügen-,„berichtigte- sich aber sogleich:„Es kommt ja jetzt noch nicht dazu, doch kann man nicht wissen, waS die Zeit bringt.- Auch hierbei würden für die PceiSfeftsetznng im wesentlichen dieselben Grundiätze gelten, wie bei der Metallenteignung; es würde also nicht der durch den Krieg in dre Höhe getriebene Preis, sondern derjenige der Friedens, eit den Maßstab abgeben. Der Vortragende meinte, ein solches Verfahren sei„hart und eigentlich gegen den gesurtdeir Menschenverstand-, aber nicht die Militärverwaltung oder das Schiedsgericht, sondern der Bundesrat habe das angeordnet. Er schwieg darüber, wie sehr durch Härten die Neigung, enteignete Gegenstände restlos abzuliefern, beeinträchtigt werden kann, womit dann die Sichcistellung deö Bedarfs gefährdet ist. Wann find gekündigte Wohnungen zu räume»? Da? Polizeipräsidium teilt mit: Wegen der Schwierigkeiten, die der durch den Krieg entstandene Mangel an geschulten Arbeits- kräften und an Pferden für das Möbelfuhrgetverbe mft sich bringt, bot der Polizeipräsident von Berlin die beim nächstetr Vierteljahrs- Wohnungswechsel innezuhaltenden Fristen für den Stadtbezirk Berlin wie folgt festgesetzt: ES sind zu räumen: 1. kleine, aus höchsten? 2 Wohnräumen und Zubehör bestehende Wohnungen bis zum 5. Oktober 1913 abends, 2. mittlere, au? 3«der 4 Wohnzimmern und Zubehör bestehen»« Wohnung»» bis zum 12. Oktober 1918 abends, 3. gr»ße, mehr als 4 Wohnzimmer umfassende Wohnungen bis zum 19. Oktetber 1913«be»ds. Die Inhaber der auS 1, 2 oder 3 Wohnzimmern und Zubehör bestehenden Wohnungen müssen jedoch 1 Wohnzimmer und die Mieter van Wohnungen mit mehr als 3 Wohnzimmern und Zubehör 2 Wohnzimmer schonamDrenStag, den I.Oktober 1918, vollständig geräumt dem künftigen Wohnungsinhaber auf dessen Wunsch zur Verfügung stellen. KSseverteilung. Bis Sonnabend, den 24. August, wird an die- jenigen Kunden, die in die Speisefeukundenlisten der in den Be- zirken der 62.-69., 71.. 76., 178.. 179.. 196�, 214., 223., 228., 228. und 240. Drolkommission gelegenen Geschäfte eingetragen sind, pro Kopf 12 6 Gramm Käse verteilt. Neue Maßnahmen zur Kekiimpjmig der Haarerkrankuntzen. Haar- crkranlungcn durch Pilze haben in den letzten Monaten a» ver- fchiedenen Orten und besonders in den Großstädten nicht nnbeträcht- lich zugenommen. Bor alem waren es die Bort- und Scherflechte. Der Minister des Innern hat deshalb neue Anordnungen dagegen angeordnet. Die RegierungSpräsidenlen und der Polizeipräsident in Berlin sind ersucht worden, der Sache ihre größte Aufmerksamleir zu widmen und inrch möglichst persönliches Benehmen mit den Friftur- und Barbierinniingen auf diese ein,»wirken, daß in deu Baibierläden a»k peinlich« Sauberleit geachtet wird und Person«» mit Gefichis- und Kopfau»schlä«cn»ur mit den Kunden geHöngen stnstiumenlen und Apparaten bedient werden. Ferner soll geprütt werden, ob die Polizeiveroidnungen für da« Barbiergewerbe nicht ergänzt werden müssen. Außerdem soll ein Merkblatt für Friseure von Professor Erich Hoffmann in Bonn verbreitet werden. Ausschließung»»« Gartenland bei Falkenberg. Di« gemein- uützige Garlenftadt-Benoffenjchaft sPostadreff« Grüna«), die« d«» Jahren 1913/14 schon 169 Wohnungen mit Gärten in der bekannten Anlage unweit des Bahnhofs Grünau errichtet hat, plant nun auch die Ausschließung und käufliche Abgabe von Land an ihre Mit« glieder zum Gartenbau und znr ipäleren Ileberbauung. Die Par- zellen werden mit Zaun fix und ferkig zum Preise von 36 M. biS 49 M. für die Ouadratrute übergeben, auch soll für Wasser- anschluß gesorgt werden. Bei dem niedrigen Preise haben fich schon jetzt zahlreich« Bewerber gesunden, die den Vorteil haben, daß fie unter bestimmte,! Voraussetzungen später HauS und Garten an die Genossenschaft wieder abtreren könnten. Bcrzwcistungstat einer Mutter? Eine Familientragödie hat sich in dem Hanse Kopsstraße 19 in Neukölln ereignet. Dort wurde die 35jkhrige Frau Allrath nrit ihren Kindern im Alier von 6, 6 und 14 Iahren besinnungslos in der vollständig mit GaS ge« sülllen Küche ihrer Wohnung aufgefuiiden. Hinzugerufen« Sama- riier und ein Arzt stellten Wiederbelebungsversuche an, die jedoch nur die Mutter, die 14jährige Tochter Erna und den 6 Jahre alten Hellmut wieder zum Bewußtsein brachten, während bei der fünf- jährigen Gerda nur noch der bereit« eingetrreene Tod festgestellt werden konnte. Der Zustand der Mutier und der beiden Kinder war jedoch so bedenklich, daß alle drei nach dem Neu- kölner städtischen Krankenhaus« in Buckow gebracht werden mutzten. Vielleicht liegt ein VerzweiflungSalt der Mutter vor, da der Ehemann feit Iahren schwer nervenkrank ist und fich schon seit langer Zeit in einer Nervenheilanstalt befind»<. Der Frau liegt daher die Sorge für sich und die drei Kinder allein«b. Frau A. bemühte fich redlich, den Lebensunterhalt fiir ihre Familie zu beschaffe», doch fiel ihr das namentlich jetzt bei den hohen Lehe»«- mittelpreisen sehr schwer, und die Familie befand sich in sehr be« drückten Verhälmiffen. Nach anderer Darstellung wird auch mit der Möglichkeit eines Unglücksfalles gerechnet. Ob ein solcher vor« liegt oder ein Selbstmordversuch, kann erst die Vernehmung der unglücklichen Mutter ergeben, die bisher noch nicht möglich war. Tödlicher EisenbaHnunsall. Im Dienste tödlich verunglückt ist am Sonnabend der 62jäbrige Eisenbahnschaffner Hermann Schleunig aus der Wota»str. 1 in Lichtenberg. Seh. war vormittags auf dem Rangierbahnhof Lichtenberg-Friedrichsfelde mit Rangierarbeiten be- schäftigl und war beim Zusammenkupveln zweier von der Maschine abgestoßenen Wagen zwischen die Puffer geraten. Der Beamte er« litt schwere Brustquetschungen und mußte in besinnungslosem Zustande nach dem städtischen Krankenhause in der Hubertusstraß« ge- schafft werden, wo er inzwischen seinen Verletzungen erlegen ist. Zu dem Mord in der Karlstraß« ist mitzuteilen, daß der Täter auS dem Küchenfenster hinausgekommen ist. Er lief nach dem Hausflur, wo ihn ein anderer Mann erwartete, der dann mit ihm hinwegging. Der Mörder, der die Flucht durch das Fenster er- griff, als der Soldat bis an die Küche herankam, um den Wirt zu suchen, hat also ohne Zweifel einen Helfershelfer gehabt. Die Perhaftunß des Händler? Beruh. Becker, der im Ver- dacht stand, die Gastwirtin in der Linienstraße ermordet zu haben, konnte wegen dieser Straftat nicht ansrechterhalten werden. B. konnte sein Alibi nachweisen. Auch Zeugen belundeten. daß er sowohl wie seine Brant, die ein grünes Kl«td hat, nicht als Täter in Frage kommen._ Lichtend erg. LcSenSmittel. In dieser Woche werde« ausgegeben gegen Voranmeldung auf Abschnitt 49 der gemeinsamen Levens- milteliarte: 299 Gramm Graupen. Abschnitt 69: 199 Gramm Morgentrank(13 Pf.) Abschnitt 61: 299 Gramm Weizengrieß. In den städtischen Fischhallcn und bei den hiesigen Fischhändlern und Räucherwaarengeschäften werden abgegeben: Auf Abschnitt 269 E, I. G. K der Licktenberger Lebensmittelkarte: Frische Fluß- und Seefische. Aus Abschnitt 262 E, I. G. K V8 Pfund Räucker- waren. In der Zeit vom 19. August bis 24. August(fleischlose Woche) werden aus den Kopf der Bevölkerung auf Abschnitt 261 E, I, K, K, und S der Lichtenberger Lebensmittelkarte: je >/8 Pfund Heringe zum Preise von 1,29 M. pro Pfund verabfolgt. Der Abschnitt 247 ist vorläufig ungültig und wird zu einem spä- teren Zeitpunkt wieder i» Kraft treten. Ein Anstellen zum Herings- einkauf ist unnötig, da genügende Mengen Heringe zur Verfügung stehen. Sämtliche Händler find verpflichtet, pfundweise und nicht stückweife zu verkaufen. Kolonialwarengeschäftc werden diesmal nrit Heringen nicht beliefert, dagegen find die hiesigen Verkaufsstellen der Konsumgenostenschaft Berlin und Umgegend sowie des Beamten- Wirtfchastsvereins mit Heringen verschen worden. Für den Kauf von Fischen und Fischwaren erfolgt eine Bsrannreldnng in den Ge- fchäften nicht. Vom Montag, den 19. Außust, ab wird den Kindern des ersten und zweiten Lebensjahres remer Malzextrakt in Blechdosen zu 1 Pfund zum Preise von 2,69 M. verabreicht und zwar jedem Kinde 1 Pfund. Der Malzextrakt ist gegen Vorzeigung der Voll- milchkarten für Monat August in den hiefigen Drogerien und Apo« theken erhältlich._ ESpenick. LeienSmittrl. Stadtfeitt« verteilt« Sckbe»»mfttel ge- langen vom Donnerstag, den 22. d. MtS. ab m den Lebensmittel- bandlungen der Stadt zum Verkauf.— D»e Milchversorgung erfährt jetzt eine Acnderung. Bisher erhielt die Firma Boll« die Milch von der Fettstelle Groß-Berlin auf dem Naffermeg« durch eigenen Dampfer. Durch die neue Verordnung über die Trennung der Süß» und Sauermilch nach A- und B« bezw. O-VUlchgeschäften wird der Firma nur noch Süßmilch zugewiesen. Dadurch erfährt der Betrieb eine Verteuerung, sodaß die Firm« das Ausfahren der Milch einstellen wird. ES werden nur zwei Verkaufsstellen ein» gerichtet und zwar auf dem Meiereigrundstück und Berliner Stt. 29. Die Abhabe von Milch nach der neuen Kundenlkst« s»ll dort ab 26. August erfolgen._ Mariendorf. LebeuSmittel. Die Gemeinde verkauft für Kinder vom 6.— 12. Lebensjahr auf Magermilchtarten 1. 2 und 3 ausländischen Kunst hon ig. Abgegeben wird auf jede Karte >/, Pfund zum Preise v»n 69 Pf. Der Berkauf findet statt in den drei Genieindeläde». Für die bis zum 22. August nicht abgeholte Ware erlischt daS BizugSrecht. Now«»eS. AuS»er Venieindebertretnng. Der Vorfitzende, Syndikus A»senthal, gab der Gemeindevertretung Kenntnks über die von der Regierung vorgesehene Baueinteilung. Durch diese Regelung ist für die Gemeinde an Stelle eintt Herauf,»nung da» Gegente-ll geschehen. Die Gemeinde ist durch dreie Einteitung in ihrer EntwickclunH gehemmt und geschädigt und soll tnfolgedesten beim Minister Deich werde eingelegt werden In der gewerblichen Fortbildungsschule Idird die bisherige Gasbeleuchtung welche sich als unzulänglich und für die Schüler fchädignd erwiesen hat, in elektttsche Beleuchtung umgeändert werden. Die Entschädigung« für die Nacht- wachen und Hilfen bei Bränden für die freiwillige Feuerwehr werden von 1 M. auf 1.69, und von 2 auf 3 M erhöht. Von der Siedelungsgeiellichasl des KreiieS Teltow sind der Gemeinde die Satzungen ntz-rsandt worden mit der Aufforderung, der Geiellschast beizutreten. Die Gesellschaft beabsichtigt zunächst ein Kapital von 4 Millionen Mark zusammenzubringen, um bei hastender Gelegen- heu mit dem Bau»«n Ein- bezw. Z»eif«mili«ubäuier zu beginnen. Da die Gemeinde auch für sich zu»»r A»bnl>ng«inaphheit Stellung zu nehmen beabfichtigt. wird die Bildung einer KiedlungSlommisfion beschlossen. ES wurden in diele gewählt die Gemeindeverordneten Ruß. Reiff und Neumann(alle drei Hausbesitzer l! D. V.l. von der Berechtigung, die Beschlußfähigkeit der Gemeindevertretung schon mit einem Drittel der Gemeindeverordnel»« stattfinden laflezy wird Abstand genommen. Groß-Seelmsr Partemachrichten. Wilmersdorf. Mittwoch, den 21., abends 8ll3 Uhr: Mi t- g I i e d e r v e r s a m ni l n n c, bei Schäfer, Braudenbur�ische Str. 69. Bortrag:.Die deutsche Ostpolitik". Referent: Genosse E r n st H e i k m a n n. Niederschöuhaiifen. Die Mitgliederversammlung am Mittwoch fällt besonderer Umstände wegen aus. Sdeffasten der Reöaktion. M. H. Kl. 1. Sie waren töricht, überhaupt Bcrusmig einzulegen. «stehen Sie diese Berufung zurück, ehe mehr Kosten entstehen. 2. Sic tonnen vor dem Termin den Vorsitzenden schkistlich bitten, von der Ver- lesung der Vorstrafen Abstand zu nehmen.— 31. B. Nein.— B. B., Dienstbeschabigter. Alle nach dem I. August 1914 versorgungsbercch- ligten.Mititärpersonen mit K) Proz. und mehr Rente haben Anspruch aus die Zki-tzrente ab 1. 7. 18. Die Zahlung erfolgt ohne Antrag.— Tempi Kol. S74. 1. Der Bater kann einen Verwalter einsetzen. Die Behörde bat damit nichts zu tun. 2. Ist Sache der Erben. 3. Die Stiesbrüdcr beerben den Vater zu gleicheu Teilen. 4. Za. Es muh aber der Pflicht. teil ihm verbleiben, das ist die Halste des gesetzlichen Erbteils. S. Durch das Kriegsmmisterium.— Ldstui. II;-47. Rur tauglich jür Landsturm, Störungen des Nervensystems. International lO. Wir wollen es hoffen.— M. I. 22, 1. Hält zurzeit sehr schwer. Vielleicht durch Leimitllung eines Angehörigen eines neutralen Staates. 2. Lätzl sich mit Bestimmtheit nicht jagen. Es kommt auf die Höbe Ihres Einkommens an. Bis löliv M. pro Jahr ja.— Kranz. Leider sind Sie zur Räumung gezwungen, da mit dem Ablauf des Arbeitsverhältnisses auch das Recht aus die Tiensiwohnung erlischt. —®. W. 48. Wenden Sie sich doch an den Beslohlenen oder die bc- treffende Versicherung; dieselben werden Ihnen gcin 19 Prozent zahlen. Ein Anspruch besteht nicht.— Urlaub 18. Sie find zur Zahlung von Verzugszinsen gesetzlich verpflichtet.— A. B. 84. Steht ganz im Ermeffen des Arzies,— 31. F. JC3. sie haben nur Anspruch aus Erstattung der Beiträge, wenn Sie durch die Verheiratung die Beschäftigung nichtjtichr ausüben.— T. R. 100. Sie haben Anspruch, wenn einer der Söhne kopiiulicrt hat. Sonst lommen leine k Jahre altive Dienstzeit heraus. Der Heeresdienst als Reservist oder Wehrmann rechnet nicht zur aktiven Dienstzeit. — Erna-Sport. Die Adresse des Arbeiter-Schwinimerbundcs für Grog- Berlin ist: Kolander, Tegel, Bahubosstr. IL. Doit erhalten Sic nähere Auskunft.— Utffz. Sch. Der„Arbeiter-Samaritcr", Verlag E. Slcin, Charlottcnburg, Kaiier-Friedrich-Str. 40.— H. K. 17. Wenden Sic sich an die„Vorwärts"-Buch Handlung. Berlin SV/ 68. Lindcnstr. 3.— St. it. Das ist nicht anzunehmen.— A. 7. Richten Sie Ihre Anfrage an den Verband der Bäcker, Engeluser 14 III.— C. SfJ. 8. Generailriegskasse Berlin.— M. E. 10. Solche Stellen vermittelt der Arbeitsnachweis der LandwirtfchastSkammcr, Koppenstr. S4.— R. L. 100 und andere Zln- fragen. Ein Rezept für Herstellung von Kautabak können wir nicht mit- teilen. Solche Rezepte sind in der Regel Geheimnisse der Fabrikanten.— Borsigwalde 10. Das Kriegswucheramt befindet sich in Berlin-Schöncbcrg, Apostel-Paulus-Str.— D. 30. Die gewünschte Adresse lautet: An die karto- graphische Abteilung des Stella. GeneralftabcS der'Armee, Berlin XW 40, Moltke-Str. 5,__ Wafferstandsnachrichteu der Landesanftalt für Gewäsirrkuude, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Mittwoch initrag. Vielfach heiter, aber noch ziemlich lübl und unbe- ständig, mit öfter wiederholten, meist geringen, nur im Nordosten stärkeren Negensüllen. ZleiitscKe» Theater. Letzte Woche 8 Uhr: Max Palienberg in. Der feache Itadl. Kamniersplele. Letzte Woche 6 Uhr; Lucia Höflich in Der Weibsteufel. Tolk«büline,Th. a.Bülawpl. Letzte Woche 7�/, Uhr: Sonuuernachtatrauin.� Dir.C. Meinhard— R.Bernaaer. Theater inKeniggrätzer Str. 8 Uhr: Die fSni Frankfurter. Komödienhaus 8 Uhr: Die Zarin. Berliner Theater 7■» U.: Blltzblaues Blut. Theater des Westens Letzte Aufführung: Vlt Uhr: Inkognito. Operette von Äudoll Nelson. Rose-Theater. uV Set«m fei. G-rrtenb.: Bitte rechlkreundhoh. Tlieatgr öer FrieörieiiM. Ecke Friedrich- u. Linionstr T's. Uhr. Norden 8650. Kaiserplatz 3 eine Treppe. Ein lustiges Stück mit Musik nach Karl Laufs. Alice Hechy Rolf Brunner Gesangs- und Tanz-Duett sowie der glänzende Yarietö- Eröttnungs- Spielplan! Friedrichatr. 218 Dir.: James Klein. 1 7-/. Sonnt. 37, u. 7'j, j Todesrenncn in der Luft sow. weitere Sensat. Vorverkauf an der Iheaterk. 10—« Uhr. Sonnt. S'/jtThr jeder 1 I Erwachs- 1 Kind frei!! TSglfU- Sonnt. 3V,u. 77. Nur noch bis 23. August: ecBamt-Gastsplel des Herrnfeid-Theater»: mit Dir. A. Hormfeld und Ferd, Grüne cker in den Hauptrollen. "Ut5 Tägl. 77, H. abends. 1 Morgen naokiBittag l 1 3'/, Uhr: Familion- und ' Schülervorst, z. kh Pr. j Walhalla- 1 Theater, Welnbergsweg I Theater für Dienstag, 20. Augast. Oentral-'E'lieuter 7v, Phn Die CsaniasfitFS&L Deutsches Operrahuus 7V, u.: Die Fledsrmaüs Friedrich-Wllheinist. Theater ÜRgNiiMckM Kleines Theater 8 Uhr; Aristid und seine Fehler mit Bass ermann. Komische Oper I'loü.; SeitvarzvalikQStei, 7'/. liostepieihun» Uhr: : Sie spaiilsclie Fliege. BesldenE-Thcuter 7V. TJhr: slWU. Hational-Theater 3\Ä Mäuschen. Metropol-Theater ile Hose yoe Stsisö«!. 7»/. Uhr: Neues Operettenhsus 7 v, uhr: Das süße Made!. Schiller-Xh. Chorl. 77. uhr: AH-Seiöeliterg. Thalia- Theater t�vünteriSerliliffiflEilJiiilg Theater am Noilcudoriplatz 7 Uhr: tm mit Cläre Waldoff. HE EiBSSE!S AM ALEX AND EAP LATZ ZELTZIRKUS //\wiih./K 'A GMV SAmtASAMl IM CIBCUJ BUXCH GEE5ÄU0C Mittwoch. Sonnabend, Sonntag zwei Vorstellungen 3 und 77, Uhr. Trianon-Theater 8hf. Frladriohstr.Ztr. 4927, 2391 8 U. Zum 354. Male: Der SehsnsssMls?. Komödie von Ludwig Fulda. Siebtsptas GFOßeFranklüFterStraieZO a. d. Andreasstraße A'eu! Aen! Zum cratenmal im Film: Gespenster nach, dem Drama von• Henrik Ibsen Anfang 7 Ihn._ Voranzeige: Ab 23. August HEUTE ABEND 7°/. UHR. Morgen Mittwoch: 3 Vorstellungen um 37, und 7'/. Uhr. Nachm. Vorzugspreise. Vorverk.; Theaterkasse Wertheim und Zirkuskasse. Tel.: KSnigst.140. Casino-Theater. Lothringer Str. 37. Tägl. 7,8 N' Der neue Schlager WS!« Ml Mtt! Berliner Posse in 3 Allen. Vorher erstkl. Spezialitäten. U.a.: Lrets Elnds Menschenaffen. Sonnt. 37,; Eine glückliche Ehe. »M Prater-Mr Kattanienallee 7— 9. DieKinokönigitt. Operette von Jean Gilbert. Dazu die neuen erstklassigen Spezialitäten. Ans. 47, Uhr. ÄdnmispaiasL jöle Prinzessin von Tragarii! |5ajdah. Deutsche Tänze.J Kühler Aufenthalt. 77. Uhr. 2, 3, 4,5, 6 M. lote Kreuz+lotterle Ziehung am 27. August 1918 Gesamtw. u. Ilauptgcw. 100000.; SO 000. f 10630..| locaS| lose 3.30 10 Loa, mit Part« n. Liste 33 M. Eml! ünuse& Co. Berlin 21, Bredewstr. 9. Lftdcn; Könlgoir. 57, Wallstr. 1. RosenthalerStr. 71, MUlIerstr, 3b, Potsdamer Straße 23 b. tobn Art, auch hartuMge und Veraltete Mite, besemgt ständig ,,Fni-ss«n". Ueber 25 Jahre sicher bewährt. PLB.50. Otto Rslchel, E,rlln43. 80, EissirSffatr.4 Uranien-Palast Oranienstr. 40— 41 fOranienbrüoke) Konasert-Kaffee-Kabarett. Artnp ißahle— Eide u. Siolm— Harry Maiton Gertrud Hinzer-Thieie— Christine Faeller. Gr. Kapelle Dirk van Erp. 1. Steck Weinklause mit Barbkfett. W» � PUBIII.1 n Ksffiümg Eeriiner u SeliseliSeFei-OEGBSsenssJiaft. E. G. m. b. H. Hierdurch laden>vir unsere Mitglieder zu unserer SS. ordentlichen SemlOets«!'« höflichst ein. 104/19 Dieselbe findet statt am 28. August, abends 8 Uhr, im Saal 3 des Gewerk- schaftshauses. Aus der Tagesordnung steht als I Punkt: Bericht über das erste . halbe Geschäftsjahr II.. DiStussion hierüber. Der AnfstchtSrat. I. A.: Max Manzel. Der Ziorstand. H Stobbe. G.Gebauer. P. Hennig. Th. Gieler. H. Schmidtbauer. NB. Mitgliedsbuch ist mitzubringen._ Nadfahren mit nnserrn Bereifungen ist erlaubt. ktoiTO raiefiMMtit Th..Inst& Co., BeUc-Nlliance-Plan 18. vNFSSdldS Erwerbs- MBgMcbbeifen Jrfetet die nächste Zukunlt Elao tiel- peifende Änderung unseres gesamten Wirischaftslebens, ein gewaltiger Aufschwung unserer Industrie u. des Hau- dels steht bevor, und et werden überaB gssckults Kräfte gesucht sein. Angehörige technischer Berufe u. Handwerker sollen nicht versiumen, ihre Kenntnisse und Fertigkeiten de» kommenden Zeit anzupassen, um teilzunehmen an den wirtschaftlichen Erfolgen, die naturgemäß das Ergebnil des gewaltigen Ringens sein müssen Das beste Mittel, rasch und gründlich ohne Lehrer, durch einfachen Selbstunterricht eine griindiiebe Ausbildung in technischen Wissenschaften ru erwerben, sind die technischen Selbst- unterrichtswerke„SystoKarnack. Hachleld". 80 S. starke Bro schüre kostenlos. Bonness& Hachfeld, Pofsda» Postfach 167 H.Pfau, �ejIi,!DircksenstF.20 zwisch. BabnH. 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Wirksamkeit wird nur verbürgt durch die Marke ItortfdKr UletallarixHer- Pcrtand, Verwaltungsstelle BeSjn. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag unser Kollege, der s Feilenhauer koderl Mt'.er Fehmarnstr. 8 am 15. August gestorben ist. I Die Beerdigung findet am J Dienstag, den 20. August. nachmittags 3 Uhr. von der{ Leichenhalle des Sebastian- Kirchhofes in Reinickendorf,| Humboldtstraffe, aus statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Klempner M\i Gehlhaar Pintschstr. 9 am 15. August gestorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den LI, August, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle desHentralfried- heseS in FriedrichSfelde aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet._ 116/18 Nachruf. Den Mitgliedern jerner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Dreher Triedrieh Wiehert Görlitzer Str. 72 am 12. August gestorben ist. Den Mitgliedern serner! zur Nachricht, daß unsere j Kollegin, die Arbeiterin Frida Liebmaon Weißenburger Str. 60 am 13. August gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Sitz Berlin. Gegr. 1905. Am 16. d. MtS. verstarb unser Mitglied, der Kutscher Oswald Swaotes Kremmener Str. 15. Ehre feinem Andenken! Die Einäscherung findet am Mittwoch, den 21. d. Mts., mittags 12 Uhr, im Kre- matorlum Gerichtstr. 37/38 statt. 298/14 Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Torstand. ZentraLKranhen- Unterstützungsverein der Schmiede und verwandten Gewerbe DcutWsiands. Zahlstelle Charlottenburg. Nach qualvollen Leiben verstarb im Lazarett zu Mainz an den Folgen seiner schweren Verwundung am 7. August unser lieber Kollege Faul Leholi. Die Beerdigung findet am 20. August, nachm. 47, Uhr, in Stahnsdors aus dem Ehrensriedhos statt. Allen geehrten Gästen und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß am 17. Slugust nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Bater, der Gastwirt Mus Kaiser Berlin SO, Nsichenberger Straße 154, verstorben ist. 29596 Die Beerdigung findet am 21. August 1916, nach- mittags 47, Uhr, aus dem ThomaS-Kirchhof in Neu- lömr�Henncmnäraße� Gemüse! Obst! Billige Parz. am Bhf. Basdorf Reinickendorser Bahn AXlM.Anz. K. Hülsen ,St«gIitzLreitschlest.l5s. Nachruf. Soeben erhielten wir die traurige Nachricht, daß auch unser zweiter Sohn, Gest, Erich Krause Jnh.d.Eis.Kr.u. d.Verdienstkr. am 20. August 1917 durch Kopfschuß gefallen ist. Er solgte seinem Bruder Fritz 1 Jahr 2 Tage später, In tiesstem Schmerz Die trauerliden Eltern und Geschwistcr Familie Krause, Lychener Str. 133. Trostlo« ließt Ihr S2A uns zurück! Trssisp- iflr Domen und Mttdohen. Stets wohlaus- gestatletc moderne Lager. |fsharTf9illnrg| 1 Brsiniiecstr. 56'j.ß~g | Gcgründol 188a. 1 SpeziaUrzt Dr. med. MaschA, Frlsdrltbsir.üO JSSISi Behandl. von Syphilis. Haue- Harn-, Frauenleiden, spez.: chron. Fälle. Schmerzlose, kürzeste Behandlg. ohne Berisisslörung. Blutuntersuchung. Maß. Preise Teilzahlung. Sprechstunden 11 bis 1 und 5— 8. doonnt. 11— 1. 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Die Ur- fachen des Krieges. Die diplo. matifche Schuld/rage. Die Srö- �' br. Di-> ße der»«fahr. Die Stellung- nähme der Soziallsten in den Weftstaaten. Die rulstscheTat- rtk und Theorie. Nation und Internationale. Preis 2 M. Porto 20Pf. Buchhandlung Vorwärts Berlin SW.68, LlUdensrr. Z und lu allen Ausgabestellen de» Vorwärts. Nr. 228— 1918 Unterhaltungsblatt des vorwärts Dienstag, 20. August Das öeutfthe Nußbaumparaöies. Von der Mosel wird geschrieben: Dem stolzen, breit« geästeren Boumriesen Hai schon ofr der Untergang gedroht Namentlich feind sind ihm viele Landlcute, die behaupten, das weit- gespreizre mächtige Wurzelwerk des Nußbaumes sauge den Erd- boden auf große Sirecfen aus und lasse kein Pflänzchen in seinem Umkreis gedeihen, während in seinem Schatten alles verdorren müsse. Ganz so schlimm und gefährlich ist der Nußbaum nicht, wenn ihm auch nachgesagt werden muß. daß er seinen nächsten Bodenkreis dicht beschattet und seine dicken Wurzeln weit ab vom Stamm sireben, oft bis in die Kecker hinein, während er selbst an der Landstraße oder in« Wiesengrunde steht. Deswegen aber den Baum- koloß, der vielseitigen Nutzen spendet, zu fällen oder gar stellen- weise auszurotten, wie es leider vor etlichen Jahren in Nußbaum- bewaldeten Gegenden geschah, wäre voreilig, außerdem ein richtiger Naturfrevel. Gewinnsucht ist dem Nußbaum ebenso oir ans Leben, an den Stamm gegangen. Denn das Nußbaumholz ist allezeit ein reger Handelsartikel im Holzgetricbe gewesen und zuj Möbelher- stellung auch viel gesucht und gut bezahlt worden.... Erst der Krieg und die einsetzende Organisation im NahrungS- ntitielverkehr hat die Werte des Walnußbaums und seiner Früchte neu aufgedeckt, so daß er heute sozusagen unter Schutz und Pflege steht. Glücklicherweise! Denn neben seinem wirtschaftlichen Nutzen basten ihn? so viel landschaftliche und poetische Reize an und so viel Naturschönheit. Der Nußbaum braucht lange Zeit, bis er zum stattlichen Baum heranwächst und Früchte trägt. Jahrzehnte müssen erst verstreichen, bis er zu einem Baumriesen wird, der seinem Besitzer zentnerweise Früchte einträgt. Alt wie die dicken Linden und Eichen ist mancher hohe Geselle, zwischen dessen esel- ohrenlangen, blanken, grünen Blättern die eingekapselten Rüfle hängen und zum Herbst als braune Früchte aris ihren dick ge- polsterten Wänden springen.... Große alle Nußbaumwaldungen und Alleen haben die Fluß- gebiete unserer Saar. Ruwer, Sauer und namentlich Mosel. Hier ist das eigentliche deutsche Nußbaumparadies. Hier strömen zu ge- wöhnlichen Zeiten die Nußaufkäufer au« allen Landstrichen, selbst aus dem Auslände zusammen, um die Nußernte ganzer Dorf- gemeinden, Kirchspiele oder einzelner Bauernhöfe aufzukaufen. Jnieressant, lustig, aber auch schwierig ist das Ernten. Mit hohen Leitern muß in den Baum gestiegen werden, um die Zweite rütteln und schütteln zu können i die festsitzenden Nüsse müssen sogar mit Änüttci» losgeschlagen werden. Unten sammelt die Jugend auf und besorgt zugleich das Entschalen. Auf Kähnen wurde oft der Rußreichtum flußwärts geschickt, während die Eisenbahn in Säcken die Beförderung nach allen Himmelsrichtungen besorgte. Einen schönen Batzen nahm der Besitzer'für die Nußernte ein: oft sind die Dorfgemeinden ausschließliche Eigner der riesigen Nußbaumhaine oder-allecn, die ihr Dörfchen einschließen. Ge- pflanzt wurden sie meist an den Landstraßen nach den Flüsien oder Bächen zu, ringS um das Kirchlein oder SchulbauS und auf dem Gemeindeplatz, wo in anderen Gegenden die Dorflinden oder Eichen ihren EhrenkrciS bilden. Als vor etwa einem Jahrhundert in den rheinischen Gegenden große Nußbaumabholzungen vor- genommen worden waren, arbeiteten einsichtsvolle Gemetnderäte dieser unsinnigen Ausrodung entgegen, indem sie jedem Braut- oder Ehepaar vorschrieben, je ein paar Nußbäume an die Dorf- straße zu pflanzen. AuS dieser Zeit stammen viele der schattigen langen Nußbaumalleen, die im Moselland ein Dorf mit dem andern verbinden und die der ganzen Landschaft ihren eigenen Stempel aufdrücken. Aus die Märkte, um die Weihnachtszeit, brachten die Nußbauern körbeweise die leckere Frucht und verkauften für 80 Pf. im Durch- schnitt das Hundert. In den Kriegsjahren ist die Nuß eigentlich vom Markt verschwunden, und wo sie noch zu haben ist, wird sie mit dem Zehnfachen des früheren Preise? bezahlt.... Die Nuß- blätter, getrocknet, liefern einen �uten Tee; sie sind dem Raucher als Kriegsrauchkraut ebenfalls willkommen. B. K. N. Wenn öle Derta donnert... Was«in richtiger Pariser ist, läßt sich nicht aus der Faffung bringen, wenn die dicke Berta bummert! DaS ist so ungefähr das Leitmotiv, das die französischen Zeitungen seit der wiederaufgenommenen Beschießung von Paris in allen Tonarten zu variieren Austrag haben. Sie tun das nicht ohne Anmut und ihre Artikel lesen sich sehr nett. Der Mensch freut sich eben, solange er noch mit einem blauen Auge davonkommt. „Meiner Treu," plaudert Atinic de Pene im„L.Oeuvre"(vom 7. d. M.),„seit drei Wochen hat sie sich nicht mehr hören lassen, man dachte gar nicht mehr an sie." Bumm. „Sie an! Da ist sie ja wieder," sagt meine Milchfrau zu einer Vorübergehenden. Und die Frau antwortet im selben, gleichgültigen Ton: „Das hört sich ganz so an, als ob es nicht weit von uns ist.. Und oben auf der Leiter putzt das kleine Dienstmädchen ruhig ihre Fensterscheiben weiter. Es ist ja nichts Neues mehr. Weiter unten in der Straße liest eine alte Dame gewisienhaft die Raupen von den Pelargonien auf ihrem Balkon ab. Einen Augenblick hält sie inne, setzt die Brille auf, sieht sich um, nach rechts, nach links, schüttelt schließlich mißbilligend den Kopf und setzt achselzuckend ihre Arbeit fort. Es ist itachmittag. In einem Kaufhaus, in der Bandabteilung, wählt neben mir eine junge Frau seit mehr als fünf Minuten und weiß nicht recht, ob sie für ihre Schuhbänder besser Seide oder Baunuvolle nimmt Sie wählt und verwirft und prüft das Band so angelegentlich, als ob davon ihr ganzes ferneres Leben abhinge. Bumm. Ein leisos Zittern geht durch das HauS, ganz so, als wäre vor der Tür ein Pneumatik geplatzt. „Dumm," wiederholt ipöttisch eine kleine Verkäuferin, während die junge Frau besorgt fragt: „Sie glauben also ivirklich, daß Seide ebenso gut hält wie Baumwolle?" Und in dem Nachhall der Explosion, der die großen Schau- fenster zu zertrümmern droht, antwortet die Verkäuferin ruhig: „Es macht doch einen viel hübscheren Fuß..." Am Abend ging ich zu der Unglücksstelle. Gegenüber ist ein Weinlokal. Di« Tische auf der Terrasse sind wie gewöhnlich ge- deckt, ja, sogar etwas sorgsamer, denn viele der berbeieilenden Neu- gierigen lassen sich durch die nette Aufmachung verführen, den Abend auf der Terrasse unter den dichtbelaubten Bäumen zu ver- bringen. In einer Nebenstraße hatte der durch die Explosion entstandene Luftdruck einer Portierfrau den Besen entführt, während sie sich plaudernd auf ihn stützte. „Ah, sieh einer an," rief sie,„der Besen hat Angst!" In einem anderen Viertel, in dem die Granaten gern ein- schlagen, habe ich zufällig daS Granatloch sofort nach dem Ein- schlag gesehen. Nur eine feingeputzte, kleine Näherin ist zur Erde geworfen worden. Ein Stückchen Finger ist ihr weggerissen. Ueber- rascht richtet sie sich auf. „O, wie dumm, wie dumml" wiederholt sie nur immer,„wie dumm, daß ich die? fugen zugemacht habe! Aber ich wußte ja gar nicht, wie mir geschah. Ich hätte doch zu gerne gesehen..." Ich versuche, sie fortzuziehen. Aber starrköpfig antwortet sie:„Nein, nein, erst muß ich mir das hier ansehen." „Aber eZ ist ja gar nichts mehr zu sehen, es ist ja alles vorbei." Da entschließt sie sich endlich, mir zu folgen. Im Gehen fragt sie mich plötzlich träumerisch, wieviel die Deutschen wohl jeder Schuß kosten mag. .Dreißigtausend!" wirft ihr ein Autokutscher, der ihre Frage gehört hat. statt meiner zu. „Drcißigtausend Franken?" fragt daS kindliche. Geschöpf mit weitaufgerisscnen Augen.„Dreitzigtausend Franken geben sie aus für meine Fingerspitze! Wenn die Zeitungen nett sind, bringen sie mein Bild.._ Diamanten aus Zucker. Wenn der Zuckerpreis jetzt an die märchenhaften Preise eines Diamanten erinnern kann, so ist das vielleicht nicht so ganz unbe- rechtigt, als der entrüstete Sterbliche glaubt. Denn tatsächlich hat man schon Diamanten aus ihm hergestellt. Der komplizierte Vor- gang, der freilich nur im Laboratorium auszuführen ist, wird auf folgende Weife geschildert: Man läßt Kristallzucker verkohlen und reinigt diese Kohle dann auf chemischem Wege. Dann wird ein Zylinder aus weichem Eisen mit der Masse angefüllt, die man nach Möglichkeit in ihm zusam- menpreßt und mit einem Eisenstöpsel von der Lust abschließt Wäh- renddessen werden im elektrischen Ofen Ibl)— 200 Gramm weiches Eisen in einem Tiegel in»inigen Minuten geschmolzen, was frei- lich eine Hitze von 3000 Grad Celsius voraussetzt. Der vorbereitete Zylinder kommt nun in das flüssige Bad, welches ihn völlig be- decken muß. Gleichzeitig wird der Tiegel herausgehoben und samt Inhalt in kaltes Wasser gestellt. Infolge der Ilbkühlung erstarrt sehr bald die äußerste Wand des Zylinders, während der Kern flüssig bleibt. Sobald die ganze Metallkrustr in dunkle Rotglut übergeht, entfernt man den Tiegel aus dem Wasser und läßt ihn langsam an der Luft abkühlen. Diese ganze Prozedur bewirkt, daß auf die Kohlenmenge im Innern des Zylinders cm außerordentlich hoher Druck ausgeübt wird, weil das Eisen die Eigenschaft besitzt, sich beim Erkalten sehr stark auszudehnen. DaS Innere des Zy- linderS wird aber durch die schnell-gebildete äußere Kruste begreiflicherweise an dieser Ausdehnung gehindert, was eben den Druck veranlaßt. Ist der ganze Tiegel völlig erkaltet, wird das Metall durch Salzsäure gelöst. Der aus Kohle bestehende Rückstand erhält nacheliiandcr eine Behandlung mit Flußsäure, konzentrierter Schwefelsäure und zuletzt chlorsaurcm Kali und Salpetersäure. Da- durch wird der formlose Kohlenstoff und der Graphit ausgeschieden. Als letzter Rest zeigen sich kleine schwarze, oder durchsichtige Kristalle. Bei Prüfung ihrer Eigenschaften hat sich heranSgestellt, daß es tat- sächlich eine Art Diamanten sind. Sie haben sein spezifisches Ge- wicht, lassen sich wie et zu Kohlensäure verbrennen, ritzen Rubin und schneiden Glas. In Anbetracht dieser letzteren Eigenschaft wäre zu wünschen, daß das hier beschriebene und zuerst von Moisson gemachte Experi- nme tpraktisch benutzt würde. Denn bei dem heutigen abnormen Preis aller Edelsteine ist siir den Handwerker die Beschaffung des einzigen für die Technik wirklich unentbehrlichen Edelsteins beinahe ebenso schwierig und kostspielig wie die von markenfreiem Zucker. »kaiserplatz 3, eine Treppe'". (Theater der Friedrichstndtj. Es ist wohl gerade deshalb ein„lustiges Stück", weil seine Verfasser Engel- v. Kälber die Grundlage dazu einem der erfolg- reichsten Schwänke Karl Laufs verdanken. Daß also eine besonder« neue, eine besonders anspruchsvolle Idee ausgemünzt wurde, kann nicht schlankweg behauptet werden. Aber wirksam gemacht ist die Handlung ohne Frage, und deshalb wird sich daran ein Publikum, das nichts als angenehm unterhalten sein will, ergötzen. Zwei zu allerhand Ulk aufgelegte Studeuken, eine Operettistin, ein Arno Holz parodierender„Neutöner". sowie zwei Rentnerfamilien— eine provinzliche und eine berlinerische— sind die Rollcniräger, Die Musik dazu hat Leo Schottländer gegeben, Ist sie auch nicht besonders original, so ist sie doch dankbar geraten. Sang- barkeit toll ihr beileibe nicht abgesprochen sein, Gesellt sich hierzu eine sowohl stimmvermögliche als zu prickelnd gespaßigem Spiel veranlagte Kumpanei von Mitwirkenden und— gleich ist der Erfolg da._ aA. Notizen. >— DaS Ballett de» Warschauer Großen Thea- ter's wird am 24, im Palast-Theater ein Gastspiel cröffneu. Das Ballett des bisherigen Kaiserlichen Theaters kannte man bei uns vordem nur durch einige seiner Zöglinge, wie Pawlowa, die Kar- saroina und einige seiner Sterne. Als Ganzes erscheint das War- schauer Ballett zum erstenmal bei uns. — Kriegsgewinnler im Dreißigjährigen Kriege. Ueber diese edle Zunft und ihr Wirken vor 300 Jahren berichtet„Ueber Land und Meer": Gras Hohenlohe erbeutete in schwebischen Diensten 117 000 Taler, während der Feldmarschall Königsmarck seinen Erben eine Jahresrente von 130 000 Talern hinterlassen konnte. Graf Johann Aldringer, ursprünglich ein Be- dienier, legte nach der Plünderung MantuaS 800 000 Kranen in die Banken Venedigs! der Reichsgraf Peter Holzappel, ein hessischer Bauernbube,, raffte anderthalb Millionen Taler zusammen. Eine besonders beliebte Spekulation war es damals auch, seine Güter zu verkaufen und das Geld in Gründung von Regimentern an- zulegen. Schrieb dock, auch bereits 1629 Erzberzog Leopold don Tirol an den Kaiser, es gebe jetzt nur zuviel Offiziere, die blutarm zur Trupps gekommen und jetzt 300 000 WS 400 000 Gulden bares Geld besäßen. — Die rotblinde Fliege. Nach einer Beobachtung, über die E, Wasmann im„Biologischen Zentralblatt" berichtet, ist die kleine Stubenfliege völlig rotblind. In einem Dunkelzimmer. das von einer dunklen Rubinglasbirne erhellt wurde, konnten die Fliegen den sich nähernden Finger des Beobachters oder desser Schatten nie bemerken, sondern ließen sich zerdrücken. Wenn da- gegen eine elektrische Birne schwache« weißes Licht auch in 6 Metern Entfernung ausstrahlte und sogar wenn die Birne verhängt war, flogen die Fliegen vor dem Finger jedesmal fort. Während die Fliege also völlig rotblind ist, ist sie für weißes Licht auffallend empfindlich. 67] Ms. Das gelobte Lanü. Roman von W. St. R e y m o n t. „Ach so steht's I Ich gratuliere dir. gratuliere I" flüsterte er langsam, und ein bissiges, böses Lächeln umspielte seine schmalen Lippen. Mit einer nachlässigen Beivcgung fuhr er sich durch das schwarze, lockige Haar, drehte seinen kleinen Schnurrbart und stand auf; über sein zartes, ausgeprägt semitisches Gesicht fiel der Schatten einer leichten Gereiztheit. Er drehte sich um und ging, ohne noch ein Wort zu sagen. „Bernhard!" rief sie ihm schnell nach. „Ich komm' gleich wieder," sagte er und wandte sich zu ihr um. Sein Gesicht war schon ruhig, und das gewohnte verächtliche Lächeln lag um seinen Mund. Mela beachtete seine Gereiztheit nicht, denn das,'was er gesagt hatte, umhüllte ihr Herz mit einer eigentümlichen. wonnigen Wärme. Sie saß mit gesenkten Augen, den starken Dust der Hha- zinthen einatmend, und flüsterte, von großer Freude und Glück berauscht: „Es ist also doch wahr?" L-utes Beifallsklatschen, das die Vortragenden über- schüttete, unterbrach ihre Freude. „Drös j»li, rnon eller Bernhard!" schrie immernoch Frau Kohn und wischte sich die tränenden Augen und das fett- triefende Gesicht. „Die Herrschaften sollen sitzen bleiben, bitte sehr, was?" rief mit erhobener Stimme Endelmann. Im selben Augenblick schoben die Lakaien die Staffelei zum Fenster, so daß das Licht darauf fiel, und entfernten auf ein Zeichen von Frau Endelmaun die Hüllen. „Bitte sehr, meine Herrschaften, zum Bild! Zum neuen Kunstwerk! Bitte eS sich anzusehen." Alle versnmmelten sich vor der mit einem Lorbeerkranz umwundenen Leinwand, aus der sich eine Mceresszene her- aushob. Es war ein Bild von Kray. Nymphen ruhten auf einem Felsen, der aus den blauen, stillen Wassern einer süd- lichen Bucht hcrvortauchte, von Mandel- und Magnolien- bäumen beugten sich große, mit rotem Haar bewachsene Zentaurenkörper herab! ihre Gesichter leuchteten vor Gier. Ueber der ganzen Landschaft lag die große, süße Stille eines glühende« Tags, übersättigt vom Duft der Blumen, dem Rauschen des Meeres und den Farben des türkisblauen Himmels, der sich über die große Meeresfläche ergoß und im Hintergrund mit dem Meer zusammenfloß. „Warum haben die keine Kleider?" „Weil's ihnen heiß ist." »Wie wollen Sie denn, Herr Großglück, daß sie baden!" „Das ist eine mythologische Szene, Herr Großglück." „Das ist vor allem eine nackte Szene." „Ein wunderbares Bild, prachtvoll!" riefen die Damen. „Nu, und wo liegen ihre Kleider, warum, ich frage, sind die Kleider nicht drauf gemalt; das ist ein Pfuscher, dieser Maler." „Herr Kohn, wenn Kray ein Pfuscher wäre, dann hinge sein Bild nicht bei mir, verstehen Sie," sagte Frau Endel- mann erhaben und mitleidsvoll. „Ach, mein Mann, der versteht daS nicht, er versteht nur was von Barchent," entschuldigte ihn Frau Kohn so innig, daß viele mit einem Lachen herausplatzten. „Wie ist das schön! Wie echt sieht das Meer auS, grab' so einS haben wir vor unserer Villa in Genua." „Aber sehen Sie nur her, meine Herrschaften, daS Meer, das hört man ja fast, oh! Und diese" Blumen, sind ja so schön wie richtig gemachte, und die riechen auch echt," flüsterte Frau Endelmann, die bemüht war, die Aufmerksamkeit aller auf das Bild zu lenken. Verschiedene waren nämlich schon weggetreten. „Die Farbe riecht man," sagte Knaabe, sich über das Bild beugend. „Ach j«. sehen Sie, meine Herrschaften, ich habe das Bild firnissen lassen." „Dadurch haben die Farben ihre Frische verloren und sind dunkel geworden, unfl eann glänzt ja diese Firnisschicht so, daß es schwer ist. waS hindurchzusehen," erklärte ihr mit leiser Stimme Frau Trawinska. die etwas von Malerei verstand. „Ich habe es gern, daß es glänzt! Es ist mir ganz gleich, ob's'no Landschaft, ein Stilleben, ein mythologisches oder historisches Bild ist kaufe alles, wir können's uns leisten, aber ich liebe es, daß meine Bilder glänzen! Das sieht anständiger aus!" entschuldigte sie sich laut und so aufrichtig, daß Nina ihr Gesicht mit dem Fächer verdecken mußte, um ihr Lachen zu verbergen. „Bernhard. Hab' ich etwa nicht recht?" „Vollständig recht Das erhöht den Wert des Bildes. Welche anständige Hausfrau duldet Töpfe in der Küche, die mcht gereinigt sind und nicht glänzen?" „Mwn chöri, du lachst mich aus. Ich gestehe es offen ein, daß ich es gern habe, wenn alles anständig, neu ausschaut.. „Ich weiß es, deshalb hast du ja auch die alten Waffen und die chinesischen Bronzestguren mit Putzpaste reinigen lasse?.." Rosa lachte bei diesen Erklärungen laut auf, und rief, um es zu verbergen: „Ich werde meinen Vater auch bedingen." Sie ging auch gleich ins Büfett, wo Schaja mit Müller saß und bat ihn, er möchte mitkommen. „Was soll ich mit dieser Schaustellung! Ich fühle mich hier wohl mit Herrn Müller. Ich kenne das Meer. Was ist denn da dabei? Ein Vissel größerer Teich wie mein Teich, den ich auf meinen Gütern habe anlegen lassen. Kipp- mann, ich werde dich mal auf meine Güter einladen. Er wandte sich zu seinem alten Freund, der am Büfett saß. „Wie hat Ihnen denn meine Schwägerin gefallen, Herr Borowiecki?" fragte Bernhard. „Immerhin, eine außergewöhnliche Frau. Sie kauft Bilder, legt sich eine Sammlung an." „Um mit ihr zu protzen. In ihrer Einbildung erhebt diese Galerie ssie über die ordinäre, finstere.Masse der Millionen. Bei ihr ist es nicht die Frage eines Bedürfnisses, einer Liebhaberei, eine Frage der Kunst, bloß eine Frage des Ehrgeizes." „Die Motive sind ja gleichgültig, was. sie auch dazu treiben mag. jedenfalls hat sie eine beträchtliche Zahl von wirklichen Kunstwerken gesammelt." „Ja, da hat meine Schwägerin ein System. Wenn ihr ein Bild gefällt, dann geht sie erst lange um das betreffende Bild herum, forscht Fachleute nach dessen Wert aus und fängt erst dann mit Ausdauer zu handeln an, wenn sie weiß, daß sie beim Ankauf nichts verliert." „Kommen Sie ins Hotel? Kurolvski soll heute da sein." „Ich komme hin, schon beinahe zwei Monate habe ich ihn ja nicht mehr gesehen." „Entschuldigen Sie mich bitte bei Ihrem Bruder und Ihrer Schwägerin. Ich muß nämlich sofort weg." Er drückte ihm die Hand und ging unbemerkt hinaus. In Dämmerung war schon die ganze Stadt gehüllt, die brennenden Laternen und die Auslagen, als Borowiecki die Piotrkowerstraße betrat. In der frischen Luft atmete er erleichtert auf. (Forts, folgt.; Verloren wurde am Sonnabend, den 17,, aus dem Wege Lauen- burger Straße nach Nierstraße «In IS80L welches ein alles Erbstück und für Äerlierer daher sehr wertoall, sdinder wird herzlich gebeten, dasselbe gegen hohe Belohnung abzugeben bei Becker, Userstr, S. 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Heinrich Ktdcker, Fauunicnichntung,.» »cderlassun, Berlin. Wilhelmstr, 39. Zum s»sorire»tetisachen.er- ledigt� werden? Da kommen auf den einzelnen Fall noch nicht 2 Miauten. Man denke, in noch nicht 2 Minuten Aktenvortrag, .Beratimg" und Verkündung deS Urteils. Diese Galopparbcit machen die Beisitzer mir? Eine derartige„Bearbeitung" der Sachen fordert die allerschärsste Kritik heraus. Die Beisitzer sind keine Marionetlen des Vorsitzenben, sie hoben das Recht und die Pflicht, die Akten kennen zu lernen, ihr Urteil dann nach„bestem Wissen und Gewissen" abzugeben. Die Beisitzer sollen auch nicht das ärztliche Gutachten als' sür sie unter allen Umständen bindend ansebeu; eS soll ihnen nur als Anhalt dienen. Denn das habe» wir dock schon oft genug feststellen tönnen, daß mancher der Herren Gerichtsärzte in seinem Gutachten zur Ablehnung der Invalidität kominr. trotzdem nach kurzer Zeit der Rentensucher starb. Die Herren Aerzte nehmen hier am Oberversicherungsamt eine Stellung ein. daß sie glauben, nur ihre Auff«ssung sei maßgebenb. S» greift man oftmals ein, nm zu bestimmen, was ein„Betriebs- Unfall" ist. Das ist nicht Sache de« Arztes, sondern Sache deS Kollegium?. Das sollten sich die Beisitzer merken und, wenn solche Versuche gemacht werden, dem energisch entgegentreten. Es sei hier aus das Rundschreiben des Präsidenten des Reichsversicherungsamts vom 31. Dezember 1901 hingewiesen. Namentlich der dritte Absatz sei hier angeführt. Es heißt da: »Hiernach würde eS unzulässig sei», wenn— wa« vorgekommen ng öer StaatsarbeiSer. bis 2,49 M. vor. Hinzu kommt allerdings die Möglichkeit, bis zu 25 Proz. über diesen Stücklohn noch verdienen zu dürfen. Die Akkord- und Lohnabzüge. Für die Zeitlohnarbeiter kamen Lohnsätze von 9,55— 2,19 M. in Frage. Außerdem war auch in dieser neuen Lohnordnung das Recht, Akkordkürzungen vorzunehmen, ausdrücklich erklärt worden. Der Hinweis der Organisationsvertreter, daß der KriegsauS- schuß für die Metallbetriebe Groß-Berlins sich in seiner Spruch- Praxis ständig auf den Standpunkt stellt, daß Abzüge während deS Krieges nicht erfolgen sollen, wurde vom Wumba in keiner Weise berücksichtigt. Diese neue Lohnordnung ist nicht unter Mitwirkung der Ar- beiterausschüsse zustande gekommen. Jede Mitwirkung der Arbei- terauSschüsse, durch Verhandlungen ihre Wünsche zum Ausdruck zu« bringen, war von vornherein ausgeschaltet. In der D i S k u s s i o n, die dem sehr eingehenden Bericht folgte, kam der lebhafte Unwille der Arbeiter mit dieser neuen Lohnord- nung zum Ausdruck. Insbesondere wurde gewünscht, daß die Zeit- löhne einheitlich als Normalsatz für Stücklohnarbciter gelten sollen. und daß lediglich den Akkordarbcitern durch Gewährung eines Pro- zentsatzes von 25 Proz. die Möglichkeit eines Mehrverdiensies gegeben werden soll. Weiter waren die Arbeiter sehr ungehalten darüber, daß den wiederholten Bestrebungen der ArbeiierauLschüsse und der Organi- sationen ans Besserstellung der minderbezahlten Arbeitergruppen kein Entgegenkommen gezeigt wurde. ES wurde darauf hingewiesen, daß auch die schlechter gestellten Arbei- tcrgruppcn unter der Teuerung unendlich zu leiden haben, daß es sich sehr oft um Familienväter handele, denen es geradezu unmög- lich gemacht wird, in der gegenwärtigen teuren Zeit ihre Familien auf ehrliche Weise zu ernähren. Ganz besonders aber haben die inzwischen erfglgten Abzüge Erregung in die Massen der Arbeiter getragen, sind doch Abzüge bei Leuten eingetreten, die nur im Lobn arbeiten. Einigen Vorarbei- tcvn ist sogar ein Abzug von 1,49 M. für die Arbeitsstunde gemacht worden. Tie Versammlung stimmte nach eingehender Aussprache über den Bericht einstimmig folgender Resolution zu: „Die heute, am 18. August 1918, im Zirkus Busch stattftn- dende Versammlung aller Arbeiter und Arbeiterinnen der Staats- betriebe Spandaus nimmt Kenntnis von dem Bericht über die Verhandlungen wegen Schaffung einer neuen Lohnordnung. Die Versammlung erklärt, daß die vom Wumba herauSge- gebene neue Lohnordnung in keiner Weise den gestellten Erwartungen entspricht. Sie bedauert, daß diese neue Lohnardnung ohne Mitwirkung der IlrbeiterauSschüsse zustande gekommen ist. Zum mindesten hätten die Arbciterausschüsse erwartet, daß den am schlechtesten gestellten- Beschäftigten der unteren Lohnklassen ein größere? Entgegenkommen gezeigt wäre. Die Versammlung mutz an dem Verlangen, diesen Gruppen einen höheren Verdienst zu geben, unter allen Umständen festhal» ten, wenn der gegenwärtig teuren Lebenshaltung wenigstens in etwas Rechnung getragen werden soll. Di« neue Lohnordnung kann von d:r Versammlung nicht als etwa? Endgültiges angesehen werden, sondern es wird erwartet, daß jetzt den schon längst notwendigen Verhandlungen über eine neue Lohnordnung Rechnung getragen wird. Di« Versammlung nimmt mit Entrüstung Kenntnis, daß während der schwebenden Verhandlungen Abzüge an den Stück- löbnen vorgenommen wurden, trotzdem durch Aushang und durch Zusicherungen an die ArbeiterauSschüsse beim Beginn deS Krieges erklärt wurde, daß keine Abzüge gemacht werden sollen. Trotzdem der Kriegsausschuß für die Metallbetrtebe Groß- Berlins völlig einmütig auf dem Standpunkt steht, daß Abzüge während deS Krieges nicht gemacht werden sollen, hat das Wumba in erheblichem Maße Abzüge durchgeführt, ohne sich mit den Ar- beiterausschüssen herüber zu verständigen. Gegen diese Handlungsweife muß die Versammlung auf das entschiedenste protestieren, und spricht die Erwartung aus, daß die bereits erfolgten Abzüge restlos zurückgenommen werden." Die Annahm- dieser Resalution löste einen ungeheuren Beifalls st urm aus, und die Organisationen wurden beauf- tragt, di ese Resolution der»zuständigen Behörde zu unterbreiten. Ferner wurde dtz: weitere Erledigung d»r Angelegenheit ebenfalls den Organisationen überwiesen, und die Organisatiansvertreter er- sucht, unverzüglich mit dem Wumba über die Angelegenheit in Ber- Handlungen zu treten. Zum Schluß gelobten die Versammelten, für die bessere Aus- Gestaltung der Organisationen Sorge zu tragen und dahin zu wir- ken, daß die Arbeiter der Staatsbetriebe sich restlos den Organi- sationen anschließen. Die Arbeiter erkennen an, daß eine Besse- stellung ihrr Verhältnisse nur durch Mitwirkung der Arbeiterorga- nisationen zu erzielen ist. Nach Bekräftigung dieses Willen" wurde die Versammlung, die gemeinsam von den freien Gewerkschaften, dem Bund der Militär- Handwerker und der Militärarbciter einberufen war, geschlossen, und der Massenstrom der Arbeiter ergoß sich wie ein« gewaltige De- monstratirm wieder auf die Straße. sein soll— die FeststellungSinstanzen einfarb den vom Arzte an- gegebenen Prozentsatz der Erwerbsunfähigkeit ihrer Enii-bcidung zugrunde legten, ohne die Frage nach dem Grade ihrer Erwerbs- nmähigkeil selbst geprüft zu haben. Ein derartiges Verfahren, durch das eine der wichtigsten Aufgaben der Festste llungsorgane zu einer mechanischen Wiederholung des Ergebnisses des ärztlichen Gutachtens herabgedrückt würde, entspricht nicht dct Absicht deS Gesetze«." Das Rundschreiben besagt im folgende» Absatz ausdrücklich, die Frage des GradeS der Erwerb«unfähi,teir an sich ist keine rein medizinische, ibre Beantwortung sei nicht ausschließlich un» in erster Linie Sache des Arztes. In der Hauptsache ist sie eine der vornehm st en Aufgaben der Spruch- i n st a n z e n. Ein weiterer Uebelstand ist, daß man neuerbingS 39 Fälle kür eine Tagung zur Verhandlung aufstellt. Das ist weder im Interesse der Versicherten noch der Beisitzer geleoeir. Dagegen müssen wir Protest erheb«,. DaS ist unter allen Um- ständen ein Unfug. Bei den heutigen ErnähruntSverhällmssen ist eS außerdem eine starke Zumutung an die Beisitzer, sie von mor- gen? 1 9 Ubr bis i n den späten Nachmittag hinein fesizu- halten. Ottmals bekommen wir Beisitzer dann überhaupt nichts mehr zu essen, man muß sich dann bis abends mit dem hungrigen Magen quälen. Ebenso, ja noch mehr, müssen die Verletzten leiden. Um 101/.] Uhr geladen, kommen sie oft viel später an die Reibe. Will man sparen, dann soll man an anderer Stelle sparen. Ans Kosten der Gesundheit der Beisitzer und der Bersicherren soll man eS ebensawenig tun. wie auf Kosten der Gründlichteit. Haffe« wir. daß dieser Kalschrei genügt, um die nnliebsamen Auswüchse, die sich beim Dberversicherungsami entwickelr haben, zu beseitigen. verantwortlich für Politik i Erich Stattnn, Berlin: für den übrigen Teil de» Blatte«. SAfre» Scholz, Neukilln: für Anzeigen� Z3jeo»,r G lecke. Berlin. 3er lag: BorwärtS-verlag®. m b. S., Berlin. Drucke VorwürtS-Buchbruaerei un» BerlaaSaatwIt Panl Einger». k». in Berit».»tndenOrafte S. Hierzu 1 vrtla,e aafe UR,rw»ltnn(«Mott