Ur. 243. 33. Jalsrg. Bezugspreis: öierieljährl. Pfg. Worte üoer 1.6 Suchstaben zählen kür lioei Worte. Tenerungszuichlag 20°» isamilien-Slnzeigm, oolirifche und gewerlschaitliche Sereurs» jlnzeigcn SO Pig die Zeile. Anzeigen für die nochiie Stummer müffen vis Z Ndr nochnutlaqs im Hauvrgcschüsr. Serim SW. SS. stiiidenfrragc 3, ab iegeden werden. Geöffnet dl»» S Uhr früh bis 7 Uhr abents. �sntralorgan äer toziaXdtmokvatitdim Partei Deirtfcbtands. Reüaktion: EW. 68, Lwüenstraße 3. Sferinprecher: Am: Moristplach. Str. ISl SS— 15197. Eilpeöitwn: SW. 68» Linüenstraße 3. s7rra!precher: Amr Morichplas, Nr. 15190—15197. ..... MÄDW Dze Wahlreform im fferrenhaufe. Ter amtliche Bericht. Aus der Dunkelkammer des Herrenhauses werden der Oeffentlichkeit folgende dürftig» Angaben übermittelt: In der Fortsetzung der Generaldiskussion erörterte zunächst der F i n a n z m�i n i st e r die Bedenken, die gegen die vorgc- schlagene Durchzählung der in beiden Kammern abgegebenen Stimmen und die völlige Gleichstellung des Herrenhauses mit dem Abgeordnetenhaus im Etatsrecht sprächen. Er erklärte aber die Bereitwilligkeit der Negierimg, auf diesem Gebiet den Wünschen des Hauses nach Möglichkeit entgegenzukommen, um einen Weg zur Verständigung zu finden. Sodann kam erneut klar zum Ausdruck, daß die ganf.e Neue Fraktion einstimmig auf dem Boden des gleichen Wahlrechts sieht, allerdings unter der Bedingung, daß die erforderlichen Sicherheiten gewährt werden. Auf Anfrage aus der Kommission, ob die Staatsregierung auch heute noch im Falle einer Ablehnung des gleichen Wahlrechts zur Auslösung des Abgeordnetenhauses schreiten werde, entgegnete der Vizepräsident des Staats- Ministeriums, daß er auf die Erklärung, die die Staatsregie- rung zu dieser Frage im Abgeordnetenhause abgegeben habe, verweise, die noch heilte maßgebend sei. Von konservativer Seite wurde die Forderung aufgestellt, daß neben den Siche- rungen in der Zusaininensetzung des Herrenhauses und der Er- höhung seines Einflusses auch beim Wahlrecht zum Ab- geordnctenhause Garantien gegen eine zu radikale Entwickelung des Ätaatslebens gegeben werden müßten. Auch die Sorge um die Erhaltung des Deutschtums im Osten kam zum Aus- druck. Ter Wunsch nach einerVerständigung wurde allerseits betont und dabei auf die großen Bedenken hin- gewiesen, die gegenüber einer etwaigen Auflösung des Abgeordnetenhauses während des Krieges beständen. � Der VizcpräsidentdesStaatsministeriumS führte aus, daß auch die Negierung diese Bedenken würdige, und daß sie gerade deshalb nach einer Verständigung strebe, die allerdings das Prinzip des Erlasses vom 11. Juli" 1917 nicht berühren dürfe. Daß eine Parlamentarisierung der Regierung die notwendige Folge einer Erweiterung des Wahlrechts sein werde, glaube er nicht. Tie Auswahl der Mi- nister sei das Recht der Krone, so werde es auch in Zukunft bleiben. i? Herrn Dr. Friedbergs Bermhigungsversuche hinsichtlich des parlamentarischen Systems scheinen etwas voreilig. Ganz ab- gesehen davon, daß die allgemeine politische Entwicklung zur Parlamentarisierung drängt, muß diese die selbstverständliche Folge wenn nicht der Wahlrechtserweiterimg, so doch der Ein- s ch r ä n k u n g der P a r l a m e n t 8-r e ch t e sein, die mit den sogenannten„Sicherungen" beabsichtigt ist. Diese Sicherungen zwingen die Parlamentsmehrheit zu einem rücksichtslosen Macht- kämpf, in dem eine unparlamentarische Regierung die Linie des geringsten Widerstandes bilden wird. Will sich die Mehr- hcit gegen die mit Vetorecht ausgestattete Minderheit und gegen das Herrenhaus durchsetzen, so muß sie danach trachten, zunächst die iltegicrungsgewalt in die Hände zu bekommen, und das wird der verhältnismäßig leichteste. Teil der Arbeit sein. Die ganze Suche nach„Sicherungen" beweist ja klar, daß die Rechte selbst in die verfassungsmäßige„Sicherung", die im königlichen M i n i st e r c r n e n n u n g s- und S a n k t i o n s r e ch t gc- geben ist, kein Vertrauen mehr setzt. Im übrigen dürften die ersten Tage der Verhandlungen der Regierung bewiesen baben, daß eine Aussicht auf Verständi- gung nicht vorhanden ist. Warum macht sie nicht Schluß? Die Ziele üer vereinigten Sozialistischen Partei Huigariens» Demokratischer Frieden auf der Grundlage des Nationalitäten- Prinzips— Laudesverteidiguug— Teilnahme an einem Kon- zcnirationokabinctt der Linksparteien. Sofia, 4. September. �Meldung der Bulgarischen Telegraphen- Agentur.) DaZ Organ der reformierten Sozialisten, „Rar od" veröffenilicht Beschlüsse, welckr auf der Zusammenkunft der Bereinigten Sozialistischen Partei, die gestern und vorgestern ihre Sitzungen abhielt, angenommen wurden. Tie Beschlüsse be- fassen sich mit der Friedensfrage, einem internationalen soziali- {tischen Vorgehen und der Lage im Innern. Sie lauten: 1. Die Konferenz verurteilt entschieden jedes impcralistische Ziel und erklärt es im gegenwärtigen Moment für die Hauptauf- gal-e'dcr Sozialdemokratischen Partei, darauf hinzuarbeiten, einem demokratischen Friede» auf de? Grundlage deS Nationalprinzips näher zu kommen. Die Konferenz betont die Notwendigkeit der Schaffung einer Gesellschaft der Nationen, der Bediu- gung eines dauerhasten Friedens, und der Errichtung eines in. Loslösttng vom Feinde in der Gegend von Roye— Feindliche Angriffe südlich der Ailette gescheitert— Iurürkverlegnng der Verteidigung von der Vesle. Berlin, 5. September 1918, abends. Amtlich. Tie Gefechtstätigkcit blieb auf kleinere Kämpfe im Vorgelände unserer neuen Stellungen beschränkt. Amtlich. Grobes Hauptquartier, ö. Scp- tc m b er 1918. lWTB) Westlicher KriegSschanplat;. Heeresgruppen Kronprinz Rnpprecht und B o c h n. Zwischen Jpcrn und La Bassee drängte der Feind gegen unsere neuen Linien nach. Im Borgclunde belassene Ab- teilnngc» wichen dort befchtsgeuläß auf diese zurück. Bei Wijtschatc wurden Teil an griffe des Feindes ab- gewiesen. Zwischen S e n r p c und S o m m e fühlte der Gegner gegen unsere neuen Linien vor. Infantcriegcfcchte mit unseren Siche- rungSnbtcilliiigcil. An der Sommc Artillerictätigkeit. Zwischen Somme und Oise haben wir die am 26. August aus der Gegend von Rode begonnenen Bewegungen fortgeführt und uns in vor- letitcr Rächt ohne Kampf vom Feinde losgelöst. Tic am Feinde belassenen Nachhuten sind gestern nachmittag langsam gesolgt; der Feind hotte um Abend etwa die Linie Boye» n es— G u i s c o r d— A p P i l l h mit schwächeren Teilen erreicht. In der Ailcttc-Niederung wurden Borstöüc des FcindeS obgcwicsen. Ebenso scheiterten starke feindliche Angriffe dicht südlich der Ailetle, bei Terny— Sornh, Clamccy und Buc le long. Bize- wachtiiicistcr Schorle der 9. Batterie FeldartiUerie« Negimeuts Nr. 92 hat hier bei den letzten Kämpfen 8 Panzerwagen ver» nichtet. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Oestlich von Soissons legten wir die B e r t e i d r g» u g von der Beste zurück. Die Bewegungen wurden plan- gemäß und vom Feinde ungestört dnrchgejührt. Wir schössen gestern 32 scindlichc Flngzcuge ab. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. Ter österreichische Bericht. Wien, ö. September. Amtlich wird vcrlantiart: Italienischer Kric,,öschauplat;. Im Corno-Gebiet und östlich des Monte Pertica führten Ulitcrnehinnnacn unserer Sturmtrupps zn vollem Erfolg. In den Sieben Gemeinde» und an der Piavc wurden fcind- lichc Erkundungövcrsnche vereitelt. Albanien. Lage unverändert. Ter Chef des Ecneralstabcs. tcrnationalen Regimes, das auf der freien Selbst- bestimmung der Völker beruht. Die Konferenz erklärt es bei allem Widerstand der Sozialdemokratie gegen jeden Er- o b e r u n gs k r i e g für die unumgängliche Pflicht des Heeres und der Bevölkerung, die Unabhängigkeit des Vaterlandes zu ver- teidigcn, solange der Feind auf den Grenzen des Landes steht und das Land mit einem Einfall bedroht. 2. Die Konferenz erinnert an die Erklärung, die in Stock- Holm im Namen der bulgarischen Sozialisten-Partei abgegeben wurde, und fordert die Z u s a m m e n b e r u f u n g eines in- tcrnationalen sozialistischen Kongresses, um ein Programm der Versöhnung auszuarbeiten, in der Absicht, dem Kriege ein Ende zu machen. 3. Die Konserenz fordert eine Reihe von Reformen im Zivil- und M i l i t ä r le b e n, die eine Reinigung des Län- des und eine Vergrößerung seiner Widerstandskrast bezwecken. Sie fordert außerdem energische Maßnahmen auf dem Ge- biete der Verpflegung des Landes fojoie Verstärkung der parlamentarischen Kontrolle über Armee und Kriegführung. Tie Konfrenz gibt ihre Ermächtigung zur Teilnahme der Partei an den glcgicrungsverantwortlichkcitcn unter gewissen Bedingun- gen, indem sie in der Regierung des Landes eine Konzcntra- tion der Linkspartei empfiehlt. Dieses Programm besagt sachlich, daß die bulgarische Sozial- demokratie das Verbleiben der durch dem Krieg unter bulgarische Hoheit gelangten Gebiete mtt_ national-bulgarischer Bevölkerung beim bulgarischen Staate wünscht. Da neben dem Nationalitätenprinzip aber auch der Grundsatz der selbst- bifftimmung proklamiert wird, so würde dies Verbleiben von der Zustimmung der Betroffenen abhängig zu machen sein. Tie Forderung steht daher mit den internationalen Prinzipien durch- aus im Einklang und kommt ebenso den Wünschen des bulgari- schen Volkes, nach Schaffung des nationalen Einheitsstaates entgegen, Zur Jrage See Internationalen Konferenz. Von Fritz Eberl. lieber die M öalichkeiten einer Internationalen Sozialisten- Konferenz und die Haltung der deutschen Sozialdemokratie sind in der letzten Zeit in der Presse widersprechende Mit- tcilungcn gemacht worden, die mir eine Klarstellung geboten erscheinen lassen. Besonders gilt das gegenüber der Er- klärung, die Artur Henderson nach der„Morning-Post" einem Reutervertreter gegeben hat. Tie neuen Bemühungen für das Zustandekommen einer Internationalen Sozialisten-Konferenz knüpfen an die Denk- schrift über die Äriegsziele an. die aus der Konferenz der Arbeiter und Sozialisten der alliierten Länder im Februar dieses Jahres in London beschlossen worden ist. Diese Denkschrist, die im Wortlaut der deutschen Sozialdemokratie erst am 3. Juni zugestellt worden ist, behandelt eingehend die Keiegs- und Friedcnssragen; sie ist seinerzeit in der Parteipresse besprochen worden. Im letzten Abschnitt, der sich mit den Möglichkeiten einer internationalen Konferenz be- schästigt, heißt es: „Die Konserenz beirachiet es als eine wesentliche Bedingung für eine internationale Konferenz, daß die Organisaloren der Kon- ferenz sich vergewissern, daß alle zur Vertretung ge- langenden Organisationen in einer öffentlichen Erklärung ihre Friedensbedingungen in be- stimmter Form in U eberein st imMung mit den Grundsätzen feststellen:„Kerne Annexionen oder Strafentschädigungen und Recht aller Völker auf Selbstbestimmung", und daß sie alles m ihren Kräften Stehende aufbieten, um von ihren Regierungen die notwendigen Bürgschaften für die. ehrliche und vorbehalUose Anwendung dieser Grundsätze auf alle bei irgendeiner amtlichen Friedenskonferenz zu erledigenden Fragen zu erlangen. Im Hinblick auf die wesentlichsten Gegensätze zwischen den alliierten Ländern und den Zentralmächtcn ist die Konjerenz der Ansicht, daß es äußerst ratsam wäre, daß die Konferenz da- zu benutzt werde, eine Gelegenheit für die Delegierten aus den verschiedenen jetzt im Kriegszustand befindlichen Ländern zu schaffen, eine volle und offene Darlegung ihrer gegenwärtigen Stellung und ihrer zukünftigen Absichten zu geben und zu versuchen, durch gegen- s e i t i g e 11 e b e r e i n k u n f t ein Programm des Vorgehens für einen schnellen und demokratischen Frieden aufzustellen." Am Schlüsse der Denkschrift werden die Sozialisten der Zentralmächte um eine Antwort ersucht und die Hoffnung ausgesprochen, daß sie sich den gemeinsamen Bemühungen der Internationale anschließen werden. Der Parteivorstand der deurschen Sozialdemokratie hat in seiner Antwort erklärt, die Partei sei bereit, an einer internationalen Konferenz teilzunehmen, wie sie während des ganzen Krieges alle darauf hinzielenden Bestrebungen leb- hast unterstützt habe. Ueber unsere Stellung zu den Friedensbedingungen ist dabei Folgendes ausgeführt worden: „Fht Brief wünscht nun weiier. daß die iozialdemolratische Partei Teutschlands öffentlich eine Erklärung über ihre Friedens- bedingungen abgibt. Die deutsche Partei hat solche Erklärungen bereits mehrfach abgegeben. Sie hat sicki durch ihre Redner im Reichstag und in öffentlichen Aufrufen stets zu einem Ver« ständiglingsfrieden bekannt, der ohne Annerio- neu und obne Kontributionen auf Grund des SelbstbestimmungsrechtS der Völker abge- schloffen werden soll. Die Stockholmer Delegation der sozialdemokratischen Partei Deulfchland? hat in ihrem Ihnen be- kannten Memorandum zur FricdenSsrage eingehend Stellung genommen. Der Würzburger Parteitag hat dieses Memorandum gebilligt. Wir haben keine Ursache, uns von den in Stockholm gegebenen, der Oeffentlichkeit in ihrem Wortlaut übermittelten Er- klärungen loszusagen." Ilm jedoch von vornherein Differenzen über die ma- teriellen oder geschäsUichen Vorbedingungen der Konserenz vorzubeugen, gingen wir noch einen Schritt weiter und er- klärten zu gleicher Zeit dem Genossen T r o e l st r a, wir seien auch einverstanden, wenn die Stockholmer Denkschrift des Holländisch-Skandinavischen Komitees zur VerhandlungS- grundlage der internationalen Konferenz gemacht würde. Dabei mußten wir allerdings zwei Vorbehalte machen. Wir haben unS nach wie vor für die Wiederherstellung eines un- abhängigen Belgiens erklärt, machten jedoch geltend, daß über die darüber hinausgehenden Forderimgen der neutralen Denkschrist und unserer Stellungnahme llebereinstimmuug noch nicht bestehe. Weiter haben wir erklärt, in der el'saß- lothringischen Frage an unseren Stockholmer Erklärungen festhalten zu müssen. Außerdem hasten wir keinen Zweifel gelassen, daß der O st f r i e d e für uns nicht unab- änderlich sei und ein allgemeiner Verständigungsfrieden daran unter keinen Umständen scheitern dürfe. Auch diese Er- klärungen sind klar und bestimmt formuliert worden. Wenn bei Henderson darüber Mißverständnisse aufkamen, so nur in- folge der Paßverweigerungen der Entente-Regierungen. Damit glaubten wir den Vorschlägen der Verbands- so�ialisten in ihrer Denkschrift durchaus gerecht geworden zu sein und unfern Standpunkt präzis formuliert zu haben. Es bestand Uebereinstimmung über die in der Denkschrift fest- gesetzten Grundsätze der Friede usbedingungen, auch die verlangte Erklärung zu den Friedcnsfragen im einzelnen war durch Bczugnahine auf unsere Stockholmer Denkschrift bczw. durch unsere Erklärungen zur neutralen Denkschrift gegeben. Henderson ist indes anderer Meinung. Er macht uns zum Vorwurf, daß wir unsere Haltung nicht geändert hätten und erklärt kategorisch, daß die Verbaudssozialisten ihrerseits fest auf den Beschlüssen der interalliierten Konferenz bestehen müssen. Henderson erklärt das, obgleich wir, wie dargestellt, einen erheblichen Schritt weitergegangen und, während in der Londoner Denkschrift gleich im zweiten Absatz gesagt wird: Die Konferenz steht auf dem Standpunkt der folgenden, am 14. Februar 1915 einstimmig angenommenen Resolution der Kon- ferenz der Arbeiter- und Sozinlistenvarteien der alliierten Länder. Und nun folgt der volle Wortlaut jener Entschließung, deren Einseitigkeit durch folgenden Passus illustriert wird: .Sie(die Sozialisten der alliierten Länder) verlangen, daß überall in Europa, von Elsaß-Lothringen Bis in die Balkan-Halbinsel alle Volker, die mittels Gewalt annektiert worden find, ihr volles Recht der Selbstbestimmung wiedererlangen sollen.* Warum das Selbstbestimmungsrecht nicht für alle Völker — auch die außerhalb Europas— Anwendung finden soll, ist vom sozialistischen Standpunkt nicht verständlich. Von der gleichen Einseitigkeit ist die Londoner Denkschrift besonders bei der Stellungnahme zu den einzelnen Gebietssragen. So bei der elsaß-lothringischen Frage; den italienischen Ansprüchen, die mit„wärmster Sympathie begrüßt" und„unterstützt" werden; dem Schicksale Oesterreichs und der Türkei, die Armenien, Mesopotamien und Arabien nicht behalten dürfe. Für die Kolonien, in Afrika,„von Meer zu Meer, einschließlich der ganzen Gegend nördlich von Aambesi und südlich der Sahara" wird eine besondere Regelung verlangt. Sie sollen unter ein vom Völkerbund zu schaffendes und von ihm zu unterhaltendes Kontrollsystem gestellt werden. Warum soll dieses Kontrollsystem zum Schutze der Eingeborenen nicht auch ausgedehnt werden auf die außerhalb dieses begrenzten Bezirkes liegenden Kolonien der Ententemächte? Trotz dieser ganz offenbaren Einseitigkeiten der Londoner Denkschrift scheint Henderson doch der Meinung zu sein, daß bei den Verhandlungen der internationalen Konferenz nicht nur unsere Stockholmer Denkschrift, sondern auch die der Neu- traten beiseite geschoben und lediglich die der alliierten Sozialisten zur Grundlage gemacht werden soll. Bei einem solchen Verfahren könnte von einer Vcrstän- digung nicht die Rede sein. Es bedingte vielmehr unsere vorherige Unterordnung unter das Gebot der anderen Seite! Ein solches Verlangen müßten wir entschieden ablehnen. Es wäre aber auch mcht in Einklang zu bringen mit den oben zitierten Schlußsätzen der Londoner Denkschrift. Denn danach soll die internationale Konferenz den Delegierten Gelegenheit zur vollen offenen Darlegung ihrer Stel- l u n g geben, wobei versucht werden soll,„durch gegen- fettige Uebereinkunft" zu einem gemeinsamen Programm zu kommen. Nur so hat die internationale Konferenz einen Zweck und nur so kann sie ihrer großen Aufgabe gerecht werden. Wenn also Henderson die Frage an uns richtet:„Wir müssen wissen, ob die deutsche Mehrheitspartei wirklich nicht in der Lage ist, mit uns zusammen eine freundschaft- liche Lösung der territorialen Fragen zu suchen, von deren Regelung die Dauerhaftigkeit des Friedens abhängt", so können wir nur antworten, daß wir dazu nach wie vor bc- reit sind.• Eine Aufforderung öes englischen Gewerk- jchastskongrej?es. London, 4. September.(Reuter.) Der Gewerkschafts- kongreß in Derby nahm mit überwältigender Mehrheit eine Re- solution an, in der er die Arbeiterparteien der Zsntralmächte auffordert, ihre Kriegsziele zu nennen, in Beantwortung der Kriegsziele der alliierten Nationen...._ Die Mrren in Rußland. Englischer Bann gegen die Bolschewiks. Die englische Regierung will die Durchsuchung ihrer Petersburger Gesandtschaft nicht widerspruchslos hinnehmen. Sie beschuldigt die Bolschewiks, den Pöbel zu Pogroms gegen Franzosen und Briten angereizt zu haben und verschanzt sich hinter das formale Recht der diplomatischen Immunität, ohne auf den schweren Vorwurf der Räteregierung einzugehen, daß die englischen Konsuln ihre privilegierte Stellung zur Anstiftung innerer Unruhen in Rußland mißbraucht haben. Die englische Regierung hat dem russischen Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten folgende Drohnote ge- schickt: „Wir haben den Bericht erhalten, daß ein gewaltsamer Angriff gegen die britische Botschaft in Petersburg unternommen wurde, daß das Inventar in dem Gebäude geplündert und vernichtet wurde und daß Kapitän Cromie, der versuchte sich zu verteidigen, ermor- det, und sein Leichnam grausam verstümmelt wurde. Wir fordern sofortige Genugtuung und schleunige Bestrafung aller derjenigen, die verantwortlich sind für diese grausame Tat, oder deren Mitschuldige. Falls die Sowjetregierung keine genügende Genugtuung leistet, oder wenn neue Gewalttaten gegen britische Angehörige versucht werden, wird die britische Negierung die Mit- gliedcr der Sowjetrcgicrung selbst persönlich verantwortlich halten und alles versuchen, zu garantieren, daß sie durch die Regierungen sämtlicher zivilisierter Nationen für vogclfrei erklärt werden. Die ruffische Regierung sei bereits durch L-itwinow darüber informiert, daß die britische Regierung bereit war, alles mögliche zu tun, um die Rückkehr der sämtlichen Vertreter der britischen Regierung nach� England und der russischen Sowjetregierung nach Rußland zu sichern." Daß England die Mitglieder der Näteregierung für vogelfrei erklärt, ist ein Beweis seiner Schwäche. Es hat keine anderen Druckmittel zur Verfügung, als scharf poin- tierte Drohungen. An den in En-zjand lebenden Russen kann es nicht wohl Revanche nehmen, ohne den Bolsche- ivisten neuen Agitationsstoff in die Hände zu spielen und die russische Bevölkerung gegen England aufzureizen. Trotz- dem ist zu wünschen, daß die Räteregierung die Angriffe in präziser Form entkräftet, damit nicht ihr, der ersten sozio- listischen Regierung, der üble Nachruf einer unqualifizier- baren Behandlung diplomatischer Vertreter folgt. Inzwischen hat die Untersuchungskommission der Räte- regicrung einen Brief des Kapitäns Jean S a r d o n l, der Mitglied der französischen Militärkommission ist, veröffent- licht. Das Schreiben ist an Romain Rolland gerichtet, aber nicht abgesendet worden. Darin wird in der bündigsten .Weise geschildert, wie die Entente gegen den allgemeinen Frieden gearbeitet hat und die Gegenrevolution fördert: „Ich bin nicht Bolschewik. Ich weiß, welche großen Fehler von den Sozialrevolutionären begangen wurden; ich weiß aber auch, daß die Volkskommissare vor der unterschriftlichen Vollziebung des Brester Vertrages sich fortgesetzt an die„Verbün- deten um Hilfe gewandt hatten, um nicht diesen Frieden eingehen zu müssen. Ich weiß auch, daß Lcnin und Trotzki nach Abschluß deS Friedens wiederholte Versuche ge- macht haben, eine loyale Mitarbeit der Ententemächte an der Wirt- schaftlichen Reorganisation Rußlands zu erreichen. Ich weiß endlich, daß die Verbündeten aus all diese Anregun- gen trotz der offensichtlichen Vorteile für sie nur mit einem ver- ächtlichen„non possurnus"(Wir können nicht) geantwortet haben. Im Innern dcs Landes förderten die Verbündeten die Jntcr- essen der Gegenrevolution, steigerten dadurch das allgemeine Chaos und den Verfall des unglücklichen Landes. Nach dem Brester Ver- trag mußte der stetig wachsende Haß der Verbündeten die sich gegen den Untergang wehrende russische Nation in die Arme des Feindes von gestern treiben, der die von uns gemachten Fehler vorzüglich auszunutzen verstand." Ter große Teil der Kadetten scheint noch immer das Heil Rußlands bei der Entente zu suchen, und über Miljukow, der übrigens angeblich aus der Partei ausgetreten ist, und die Gründung einer neuen Partei betreibt, zur Tagesordnung übergehen zu wollen. In einer in Bugurußlan abgehaltenen Parteiversammlung wurde folaende Entschließung gefaßt: 1. Die sozialökonomische Wiedergeburt Rußlands muß vor- sichtig und ohne irgendwelche sozialistischen Experimente bewerk- stelligt werden. 2. Der entscheidende Kampfgegen das Deutsch- tum muß im engsten Kontakt mit der Entente durchgeführt werden. 3. Die Wiederherstellung einer nationalen Armee auf Grund allgemeiner Wehrpflicht und einer festen Disziplin muß ohne irgend ein Recht der LffizierSwahl vor sich gehen. 4. Was das Verhältnis zu den rechtssozialistischen Parteien betrifft, so meint die Versammlung, daß die Rettung dcs Vater- landeS nur dann möglich ist, wenn die Klassen- und Parteistreitig- leiten aufhören und wenn den durch die sozialistischen Parteien immer gehaltenen Predigten vom Klassenkampf und ihrer Dema- gogie als den Ursachen der russischen Katastrophe ein Ende gemacht wird. Dann wird auch die Arbeit der Partei der Volksfreiheit mit diesen sozialistischen Parteien möglich. Die Nachrichten über das Befinden Lenins lauten sehr beruhigend. Nach der Petersburger Telegraphenagentur ist er fieberfrei. Das Wiener K. K. Telegraphenkorrespondenz- bureau berichtet allerdings einschränkend, daß die Gefahr von Komplikationen noch nicht ganz ausge- schlössen i st. Die Attcntäterin mußte in das Gefängnis- lazarett gebracht werden, da ihr Gesundheitszustand infolge der schweren Mißhandlung durch die wütende Menge sich derart verschlechtert hat, daß ernste Gefahr für ihr Leben zu befürchten war. Dem Justizkommiffar ist aber daran gelegen, die Mörderin am Leben zu erhalten, um auf die Spur der un- zweifelhaft bestehenden Verschwörung zu gelangen. Das freundliche Techtelmechtel zwischen der erzreaktionären Donkosakenrepublik nnd der justnichtgeradesehrfortschrittlichenukraini- schen Regierung dauert fort. Der Vorsitzende der Ver- sammlung des Donheeres sandte, Zeitungsmeldnngen zufolge, an den Hetman der Ukraine ein Danktelegramm auf dessen Begrüßungsschreiben. Das Tongebiet hoffe fest, daß das zwischen der Ukraine und dem Tongebiet erreichte Einvernehmen jedes Mißverständnis unmöglich machen, den Bund befreundeter Brüdervölker festigen und die erfolgreiche Entfaltung der beider- seitigen staatlichen Kräfte fördern werde. H Tie Tonkosaken in Jekatennoslaw. Kiew, 4. September. Noch Wiedereinnahme Fekaterinodars durch die Kosaken ist laut Ukrainischer Telegraphenagentur die Ku- banregierung aus Tichoretzkaja nach Jekaterinodar zurück- gekehrt. Russische Tclegraphen-Agentur. Moskau, 5. September.„Prawda" vom 4. September meldet die Vereinigung der bisberigen Petersburger Telegraphen-Agentur und des offiziellen Pressebureaus zu einer Zentralbehörde „Russische Telegraphenagentur", deren Pressetele- gramme mit der Bezeichnung„R o st a" erscheinen werden. Die Stellvertretung des �etmans. Kiew, 4. September. Für die Zeit der Auslandsreise des Hetmans ist auf Grund des Regentschaftsgesetzes ein Regent- schaftsrat eingesetzt worden, bestehend aus dem vom Hetman ernannten Ministerpräsidenten Li so gab, dem vom Senat ec- wählten Senator Noschtschenko und dem vom Ministerrat erwählten Kriegsmintster R o g o s a. Den Vorsitz im Ministerrat führt m dieser Zeit der.Kultusminister Wasftlenko. tzindendurg und Ludendorff über die Kriegslage. Wien, 5. September. Das„Neue Wiener Journal" veröffent- licht Aeutzerungen Hindenburgs und Ludendorffs gegenüber dem Berliner Vertreter dieses BlatteS: Ludendorff sagte: Der Krieg hat sich jetzt hier auf Frank- reichs Boden zusammengeballt und an Masseneinsatz von Truppen und Kampfmitteln einen Umfang angenommen, der alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Wir haben das erbitterte Ringen bisher in Ehren bestanden und sind zuversicbtlich, daß wir das auch weiter tun wer- den. Wir alle können dankbar dafür sein, daß der Krieg in den Formen, die er angenommen hat, unserem Heimatgcbict im allgemeinen erspart geblieben ist. Tie Heere der Mittelmächte sichern ihre Hermat. Das darf die zu Hause bei uns wie bei Ihnen aber nicht dazu verleiten, den Krieg zu vergessen oder zu glauben, der gegen uns gerichtete Lennchtungswille pes Feindes sei schon gebrochen. Im Gegenteil, wir alle müssen dazu noch unsere Kraft aufs Aeußerste anspannen. Was wir aber dazu im gemein- samen Kamps bisher schon erreicht bab-n, das w-rden wir auch besonders hier an der Westfront bollenden. Aus die Frage, was der General von den Amerikanern halte, sagte Ludendorff: „Die Amerikaner sind da und leisten keine unbedeutende Hilfe an Menschen und Material. Daß aber amerikanische Hilfe ausschlaggebend für das Schicksal des Krieges sei. das ist eine eitle Hoffnung der Entente. Frankreich lebt im Welt- krieg von Hosfnungeif Zuerst waren es Hoffnungen auf Ruß- land, jetzt find es Hoffnungen auf die Amerikaner. Nachdem eS ge- lungen ist. die Millionen ruffischcr Soldaten unschädlich zu machen, werden wir auch wohl die Amerikaner überwinden. Gcneralfeldmarschall Hindenburg äußerte u. a.: An unse- ren anderen Fronten ist es ja jetzt verhältnismäßig ruhig. Das Nichtdurchdringen der östcrreichisch-ungarischen Offensive an der Piave brauchen wir nicht tragisch zu nehmen. Es hat gewiß nicht an der Tapferkeit gefehlt; der Grund ist vielmehr in einem Naturereignis zu suchen, dem übermäßigen Anschwellen der Piave. — Die Erfolgs der k. u. f. Truppen in Albanien verfolgte ich mit lebhaftem Interesse.— Unten in P a l ä st i n a ist es den Englän- dern auch nicht gelungen, trotz ihrer vielfachen verlustreichen An- griffe den tapferen Widerstand der türkischen Armee zu erschüttern. — In P e r s i e n und an der M u r m a n k ü st e will England sich festsetzen und verfolgt damit seine eigensten Zwecke. Aber es will außerdem von beiden Ländern aus versuchen, Rußland aufs neue in den Krieg zu hetzen. Ter Entschcidungskamps für uns Mittelmächte spielt sich aber jetzt hier an der Front ab, von der Sie kommen. Die Verwendung Farbiger in diesem Kampf wird ein unaus- löschlicher Vorwurf für unsere Feinde bleiben. Die Mittelmächte stehen in unserem Vcrteidigungskampfe Schulter an Schulter fest zusammen. Zwar leiden auch wir schwer unter dem Krieg, aber wir werden doch stark aus ihm hervorgehen. Die Gegner werden unser Bündnis, ebensowenig wie sie es mit Waffengewalt sprengen konnten, auch' nickt durch Lockungen zerstören. Unsere Einigkeit mackt uns stark. Wir werden nach ruhmreichem Kampf gemeinschaftlich in die Heimat zu gesickerter friedlicher Arbeit zu- rückkehren und dann die Früchte unseres Kanipfes ernten. Zu diesem Ziele heißt es durchhalten, und wir dürfen getrost in die Zukunft sehen._ Um die Trümmer von peeonne. (Telegramm unseres Kriegsberichterstatters.) Westfront, 4. September. Tic heute gemeldete Frontvcrlegung südlich der Scarpe zieht eine fast schnurgerade Linie von Arlcux bis Perounc. Touai ist seit gestern unmittelbar in die Zone artilleristischer Zerstörung gerückt. Turch die gestrige Bc- wegung bekommt unsere nördlich anschließende Artoisfront d i c G e st a l t eines großen B o g e n s, der bei Lcns 20 Kilometer westlich vorspringt und dessen Sehne durch die Nord-Süd- Linie Arlenx-Touai-Lille-Zonnebeke gebildet wird. Tiefer Bogen dürfte, falls die Linie Arleux-Peronne endgültig bleibt, die dortigen deutschen Truppen und ihre Führung vor n e u c A u f- gaben stellen. Aus den Kämpfen um Peronne werden noch folgende Ein- zelheiten bekannt:. Nördlich der Stadt warfen sich vormittags zwischen Mois- lains und Aizccourt zurückgezogene Jägcrbataillone einem mit stärksten Kräften geführten englischen Einbruch entgegen. Tie beiden Ortstrümmcr als flankierenden Stützpunkt bcnützend, schlugen sie mit Maschinengewehren und Scharfschützen auf der kilomcterlangen Zwischenlinie mehrere englische Anstürme blutig nieder. Tas bei Moislains kämpfende Bataillon hielt auf selbst- geschaffenem Vorfeld in immer wiederholten Gegenstößen drei englische Regimenter im Schach, während bei Aizccourt alle feindlichen Wellen im Maschiucngewehrfeuer der Jäger dahinschmolzen. Weiter südlich am Sommckanal sprengten zwei Gruppen Jäger heute im Rücken feindlicher Vorposten emen wichtigen Brückensteg, während der diesseits dcs Flusses liegende Sommewald von Geonyr bereits besetzt war. In die Trümmer des am Sommeknie gelegenen ehemaligen Landstädtchcns Peronne drang der Engländer am selben Vor- mittag ein. Diesseits des Flusses liegender Bahnhos wurde von uns gehalten. Nachmittags ging das nördlich der Stadt erhöht liegende Torf Mont Saint l�uentin verloren- Tagegcn wurde der östliche Stadtteil, der Faubourg de la Bretagne, am Abend zurückerobert. Turch die letzten Kämpfe dürfte die Stadtruine, deren Jnncrteil seit dem Hindcnburg-Rückzuge bekanntlich ein um- drahtetes Kriegsmuscum des französischen Staates darstellt, bis zur Unkenntlichkeit verwüstet sein. Dr. Ad. K ö st e r, Kriegsberichterstatter. Englischer Heeresbericht vom 3. September vormittags. Unsere Unternehmungen sind gestern südlich von der Scarpe durchaus er- folgreich durchgeführt worden. Der Feind wurde in seinen bor- bereiteten Verteidigungsstellungen des Drocourt— Q u e a n t- Systems schwer geschlagen mit dem Ergebnis, daß er sich heute Morgen tatsächlich längs der ganzen Schlachtfront zurückzieht. Im Laufe der gestrigen Schlacht haben wir, abgesehen von den schweren Verlusten, die wir dem Feinde beigebracht haben, etwa zehntausend Gefangene gemacht. Unsere Truppen gehen jetzt vor und sind, wie berichtet wird, in Pronville, Doignies und Bertin- c o u r t eingedrungen. Kanadische Truppen bewiesen größte Ge- schicklichkeit und Mut bei der Erstürmung der Linien Drocourt— Oueant. Diese Linien waren vom Feinde während einer Zeit von achtzehn Monaten stark ausgebaut und mit den furchtbarsten Hindernissen versehen worden, die jede Art der modernen Inge- nieurkunst geliefert hatte. Der Feind hat seine Vcrteidigungs- stellungen dort in solchem Grade wieder verstärkt, daß auf einer Front von achttausend Dards(7200 Meter) nicht weniger als elf deutsche Divisionen festgestellt wurden. Trotz der Stärke dieser Verteidigungsstellung warfen die Kanadier, zur Linken von eng- tischen Truppen bewunderungswürdig unterstützt, alles uner» schrocken vor sich nieder. Südlich von dem kanadischen Korps voll- brachten englische, schotttsche und der Marine angehörige Truppen des 17. Korps unter Generalleutnant Sir Charles Fergusen eine nicht weniger tapfere und schwierige Tat mit der Erstürmung des Berührungspunktes der Linie Drocourt— Oueant mit der Hinden- burg-Stellung. Diese Verteidigungsanlagen waren gewaltigster Art, aber unsere Truppen stürmten über sie hinweg und schlössen Queant von Norden ein mit dem Ergebnis, daß dieser wichtige Stützpunkt mit Anbruch der Nacht in unsere Hand fiel. Die Tankgeschwader haben wiederum zu dem Erfolg« dieser Kämpfe wesentilch beigetragen. Englischer Bericht vom 3. September abends. Nach der gestrigen schweren Niederlage des Feindes dauert unser Vordringen auf der Schlachtfront zwischen Peronne und dem Sensee-Flusse heute an, itnd unsere Truppen haben die allgemeine Linie Utres— Beaumetz-les-Cambrai— Bar alle— R u- m a u c o u r t— L c c l u s e erreicht. Feindliche Nachhuten, welche dem Vordringen unserer Infanterie Widerstand entgegensetzten, wurden gefangen genommen oder mit Verlusten zurückgeschlagen. Durch unsere Artillerie wurden dem sich zurückziehenden Feinde schwere Verluste zugefügt. Eine große Anzahl über den Rücken nordwestlich von Equancourt weichender dichter Formationen des Feindes wurden von unseren Batterien aus offenem Felde erfolg- reiche angegriffen. Auf seinem überstürzten Rückzüge wurden Massen von Materialvorräten aller Art vom Feinde im Stich ge- lassen und fielen in unsere Hand. Als Ergebnis der heute morgen südlich vom Lys-Flusse ausgeführten erfolgreichei Unternehmung haben die englischen Truppen Richebourg-St. Vaa st einge- nommen und setzten sich auf der Linie La Bassee und Straße zwischen diesem Ort« und Estaires fest, das in unserem Besitz ist. Es wurden von uns bei diesem Aigrifs eine Anzahl Gefangene und Geschütze eingebracht. Unsere Posten wurden bei dem West» rande von Lens und östlich und nördlich von Givenchy lez la Bassee vorgeschoben. Während der Nacht drangen unsere Truppen in der Richtung nach Nordosten etwas weiter vor und besetzten Wul- vcrghem. Nr. 245 ❖ ZS.Fahrgaag Seilage öes Vorwärts Ire-tag, b. September 19? S Etaötverorönetenverfammluns. � Tie Berliner Stadtverordnetenversammlung sollte gestern in ihrer ersten Sitzung nach den Sommerferien eine mehr als reichliche Tagesordnung erledigen. Alles, was sich in den zwei Ferienmonaten angesammelt hatte, wurde ihr für diese Sitzung vorgelegt. Sie half sich, indem sie ein paar der wichtigsten Sachen absetzte. Aus den Verhandlungen sei hervorgehoben die Erörterung, die sich an den Antrag Barenthin betr. die V e r- mehrung der Kinderheim statten knüpfte. Auf die Begründung des Antrages durch Dr. Wehl antwortete der stadtmedizin al rat Weber mit einer ausführlichen Darlegung der Pläne, die der Magistrat bereits aufgestellt hat..Wenn das alles durchgeführt wird, hätten wir eine sehr erfreuliche Vermehrung der Heimstätten für Kinder zu erwarten. Schon zum Oktober d. I. sollen die für sie zur Verfügung stehenden Betten um ein Beträchtliches der- mehrt werden. Auch für die Unterbringung von Kindern an der See und im Gebirge soll mehr als bisher getan werden. Aufsehen erregte die Mitteilung des Stadtmedizinalrats, daß für diesen Plan—„der Kämmerer Feuer und Flamme ist". Ter ist allerdings in allem, was Geld kostet, die wichtigste Person. Nach diesen vielversprechenden Erklä- rungen würde der Antrag als gegenstandslos zurückgezogen. * Der Vorsteher MiSelet eröffnet die Sitzung mit einem Nach- ruf für die verstorbenen Kollegen Snniiätsrat Dr. Jsaac und Hotelbesitzer L e i s lLinke). Neueingesührt wurde als Nach- solger Kaempis Fabrikbesitzer Rosenthal(Linke) und der zum Stadir«! gewählle Dr. Seckt. Die Vorlage betr. Errichtung von Ambulatorien und Schaffung von Oberarzt st eilen in den städtischen Krankenhäusern wird auf Antrag des Stadlv. Keyserling(Linke), dem sie zu weit geht, und nachdem Stadrv. Dr. Wehl(lt. Soz.) ihm gegenüber eine weitere Ausdehnung befürwortet hat, an einen AuS- schuh von lö Mitgliedern überwiesen. Im städtischen Kaiser- und Kaiierin-Friedrich-Kinderkrankenhaus und im Waisenhaus Alte Jakobstrahe werden Säuglings- vtlege schulen errichtet; das erstgenannte Krankenhaus soll gleichzeitig als Krankenpflegeschule für das erste Semester der auL- zubildenden Pflegerinneu dienen. Sradtv. Dr. Wehl beanstandet, dah von den Schülerinnen Verpflegung?- und Ausbildungsgeld erhoben werden soll; angesichts des Nutzens, den deren Arbeit der Stadt gewähre, habe diese das nobile okfiokun, davon Abstand zu nehmen. Stadtmedizinalrat Dr, Weber verteidigt die Vorlage; eS seien übrigens für ein Drittel der Plätze Freistellen vorgesehen. Di: Versammlung lehnt schliehlich den"bezüglichen Antrag Dr. Wehl gegen eine kleine Minderheit ab und nimmt die Vorlage unverändert an. Ein Antrag der Stadtvv. Barenthin u. Gen.(U. Soz.) vom 27. 1 u n i geht dahin, den Magistrat zu ersuchen, schleunigst die Einrichtung einer neuen H e i ni st ä t t e für kränkliche und schwächliche Kinder in die Wege zu leiten. Zur Begründung des Anirages weist Stadtv. Dr. Wehl auf die durch den immer sorlivülenden Weltkrieg zur dringendsten Not- wendigkeit gewordenen Wiederaufbau der deutschen Volkskrast hin; zu diesem Postulat stehe die Tatsache des Rückgangs ini Kräfte- zustand der Säuglinge und der Schulkinder in unerfreulichstem Gegensatz. Die eine Heimstälte in Heinersdorf, die musterhaft geleitet werde und Vorbildliches leiste, geniige schon jetzt nicht ent« fernt dem Bedürfnis; bj? zu 7 Wochen vergingen, im Hochsommer sogar Ib— 11, ehe ein Kind Aufnahme stnde. Pie neue Anstalt wäre zweckmähig auf die Insel Scharfenberg oder nach Laute zu verlegen. Siadlmcdizinalrath Dr. Weber: Es steht der Abschluh eines Vertrages mit einer Anstalt in Lichtenrade bevor, der uns 100 Betten zur Vcrfilgimg stellt.(Beifall.) Auch sonst baben wir tunlichst für l*e Vermehrung der Beltenzahl gesorgt, ebenso für die Möglichkeit, Kinderieilstötten an der See den kränklichen Berliner Kindern zu- gänglich zu inachen. Scharfenberg würde sich, wie wir festgestellt habe», hervorragend für die gleichen Zwecke eignen. Hiernach wird der Antrag vorläufig zurückgezogen. ?ur Verminderung der Unsicherheit auf den Straffen Groff- Berlins ist vom Oberkommando in den Marken eine V e r st ä r- kung der öffentlichen Beleuchtung bis ans 40 Proz. des FriedensgaSverbrauchs angeordnet worden. Die Mehrkosten von etvsgs über 1 Million Mark im Haushalt für 1818 werden be- willigt, nachdem die Vorwürfe, die Stadw. Eichhorn(U. Soz.) hierbei gegen die Berliner Verwaltung erhebt, durch den Stadtrat Rast eine Richtigstellung dahin erfahren haben, däff die Verstär- kupg der Beleuchtung gerade auf Anregung und Antrag des Ma- gistrats vom Oberbefehlshaber in den Marken angeordnet sei. Der Antrag BarkowsK(Soz.) betreffend die Ernährung der Berliner Bevölkerung, wird für heute von der Tagesord- nung abgesetzt. Auch die Vorlage wegen Erhöhung der Miete für die AmiSräume des Standesamts Xlla in Moabit verfällt dem' Schick- sal der Absetzung, nachdem der Magistratsvorschlag, dem Vermieter auch schon innerhalb der V.ertragsdauer, die noch bis 1. Oktober 1918 läuft, eine Erhöhung der Miete um 25 Proz. zu gewähren, von den Stadtverordneten Hintze(U. Soz.), Mommsen(Fr. Fr) und Ad. Hoffmann(U. Soz.) beanstandet und als bedenk- lich bezeichnet worden ist. Es soll mit dem Vermieter nochmals ver- handelt werden.— Den gleichen Bcjchluff fafft die� Versammlung binsichilich der Vorlage wegen Erhöhung der Miete für die Steuer- kaffe III, Kurfürstenstr. 143. Der Einbau eines dritten Leichenverbrcnnungsofen? im Kr e- matorium GcrichtSstraffe 37/38 wird beschlossen. Mit dem Bau einer zweiten FeuerbestattungSanlage auf dem städtischen Grundstück an der T i e st e l m e y e r- und Matthias- straffe erklärt sich nach längerer Debatte die Versammlung einver- standen. In der Beratung wird die Frage der Anlegung eines Do- kumentenbt'.chs betr. die Zustimmung zur Einäscherung erneut zur Sprache gebracht. Bürgermeister Dr. R e i ck e erklärt, der Sache nachgehen zu wollen. Dem Vorschlage des Magistrats, die Reichs-KriegSzülageu zu der Invaliden- und Ilnfallrente bei der Berechnung des städtischen Ruhegeldes unberücksichtigt zu lassen, d. h. von einer Kürzung des letzteren abzusehen, tritt die Versammlung bei. Vom 25. Juli datiert der Antrag Barkowski(Soz.), den Magistrat zu ersuchen, mit der Versammlung in gemischter Depu- tation.über die Umgestaltung der Ar me n v er w a lt u n g in ein..städtisches Wohlfahrtsamt" zu beraten.— Auch dieser Gegenstand soll erst in einer späteren Sitzung erledigt werden. Abgesetzt für heute wird endlich auch die Verhandlung des Antrags Barkowski auf Abänderung und Ergänzung der Mieter schutzvcrordnung des Bundesrats. GroßSerlln Tie Forderungen der Kriegsbeschädigten. Im Stadllheater Moabit fand am Mitiwock eine politische V-riammlurta des R e i ck, S b u n d e s der Kriegsbeschädigten und ehemaligen Kuegsteilnehmer statt. Der Vorsitzende der Orts- gruvpe, Herr Karl Tie dt, sprach über die Forderungen des Reichsbundes und verglich sie mit den jüngsten Richtlinien des ReichSausschusses für Kriegsbeschädigtensürsorge. Schon zu Beginn des Krieges war man sich an leitender Stelle bewußt, daß die durch das MannschaftsversorgungSgesetz festge- legten Rentensätze viel zu niedrig waren, und es ist denn auch an- sangs bei der Festsetzung der Renten eine anerkennenswerte Weit- Herzigkeit zu beobachten gewesen. Leider hat in der FolgS der Geist einer bureaukralischen Sparsamkeit um sich gegriffen, die hier am allerwenigsten angebracht ist. Eine Statistik aus dem Rheinlande vom Jahre 1817 erbrachte als böchste Rentenleisiung an die zu 108 Proz., also völlig erwerbs- uufähigen Krieger die Summe von monatlich 68,80 Mark. Zur Linderung der Not ist ein falscher Weg beschritten worden: der Sammelausruf. Die Kriegskrüppel sind Gläubiger des Staates, aber nicht Almosenempsänger! Der Redner wandte sich sodann gegen die Art der Er- teilung von Zusayrenten. Vorbedingung zur Erlangung dieser Rente ist, daß der Beschädigte einschließlich der sonstigen Rentenbezüge nicht mehr als 3/4 seines Friedenseinkommens bezieht — eine naive Forderung im Zeitalter des unverschämten Lebens- mittelwuchers, dir ausschließlich den Minderbemittelten um sein Recht bringt. Eine Ungerechtigkeit bedeutet die Unterscheidung von Kriegs- und Friedensdienstbeschädigung— eine letztere kann es im gegenwärtigen Kriege, wo alle militärischen Verhältnisse eine tiefgreifende Umgestaltung erfahren haben, überhaupt nicht geben. Die Behandlung und Beurteilung der durch die Feuer- Wirkung hervorgerufenen Nerven- und Gemülsleiden als sogenannte Rente n neurose verdient allgemeinen Prolest. Der Reichsbund fordert vor allem das Rechtsmittel- verfahren. Bisher steht dem Antragsteller aus Rente wohlder Einspruch zu, aber die Behörde ist zu keinerlei Begründung ihrer Entscheidung verpflichtet. In dieser Hinsicht stellen die neuen Richtlinien des Ausschusses einen anerkennenswerten Fortschritt dar, besonders die Einführung der Spruchbehörden in erster Instanz, gege i deren Beschluß noch eine Berufung an eine Ober- spruchbehörde zulässig ist. Allerdings wäre die Erweiterung der Rechte dieser zweiten Instanz erwünscht. Eine allgemeine Enttäuschung riefen die Teuerung?- zuschlage hervor, die den tatsächlichen Verhältnissen nicht im ent- ferntcsten Rechnung tragen. Wir wünschen auch eine Gliede- r u n g der Ansprüche nach dem Beruf und nicht nach dem Dienst- grad, aber was wir bei den Entschließungen des Reichsausschusses vermissen, ist eine Grenze der Rente nach unten, die doch not- wendiger ist als eine nach oben l Es kommt doch vor allem daraus au, daß der Rentenempfänger nicht verhungert! Der Reichsbund wünscht eine Reform des alten MannschaftSversorgungsgesetzeS nach großzügigen Gesichtspunkten, keine Ergänzung durch ein neues. Statt dessen icheint es aber, als sollte eine Rentevguetschung einsetzen, die sich zu den empörendsten Formen versteigt. So wurde einem Manne, dem beide Füße amputiert sind, mitgeteilt, daß ihm die Rente entzogen werde, weil eine voll st äudige Gewöhnung an seinen Zu st and eingetreten seil Verlangt mijß ferner werden, daß der Kriegsbeschädigte Garan« tien für einen ausreichenden Schutz gegen Ausbeutung im Wirtschafisleben erbält. Nach den Ausführungen des Vorsitzenden, die den ungeteilten Beifall der Versammlung fanden, wurde eine Resolution ein- stimmig angenommen, die dringend auf die Notlage der Kriegs- beschädigten hinweist und schleunigste Abhilfe verlangt, wenn sich nicht eine bedrohliche Mißstimmung bis ins Unerträgliche stei- gern soll. Zum Schluß wies der Leiter der Versammlung, Kupfer, aus den kürzlich erfolgten Anschluß der Ortsgruppe Groß-Berlin des Essener Verbandes an den Preußischen Landes-Kriegerverband hin. Mahnahmen zur Linderung der Wohnungsnot. Der Berliner Magistrat hat an den Reichskommissar für das Wohnungswesen, Unterstaatssekretär Freiherrn von Coels, eine Ein- gäbe gerichtet, die den Fortschritt des von Berlin in Angriff ge- nommenen Programms zur Abhilfe der Wohnungsnot in Berlin eingehend darlegt. Aus der Zahl der vorhandenen leerstehenden Kleinwohnungen, Läden, Kontore, Fabrikräume, Werkstätten und dergleichen sollen etwa 28 888 Kleinwohnungen ausgebaut und so unter Aufwendung erheblicher Mittel und dnrcb Abschluß ent- sprechender Verträge mit den Vermietern eine Wohnungsreserve zur Unterbringung heimkehrender� verheirateter und jetzt woh nungsloser Kriegsteilnehmer geschaffen werden. Reich und Staat sind um Erstattung der sehr erheblichen Aufwendungen zur Durchführung dieses Programms, die die von den städlischeu Körper« schaflen bewilligten 5 Millionen Mark stark übersteigen werden, an- gegangen worden. Unabhängig hiervon soll zur Belebung des Neu- baues, insbesondere von Kleinwohnungen, eine Organisation ge- schaffen werden, die für die vom Reich und Staat in Bussicht ge- stellten, den Gemeinden unmittelbar zuzuführenden Bauzuschüffc als Subvenlionsträger zu dienen geeignet ift. Dieser Organisation soll, wenn möglich, Gesellschaftsform und über Berlin hinaus sich er- streckende Reichweite gegeben werden. Berliner Lebensmittel. Auf Abschnitt 51 der Eierkatzte kann vom 8. bis einschl. 21. Sep- iember ein Ei entnommen werden. Da in der letzten Zeit die Lieferungen von Jnlandseiern verhältnismäßig stark waren, ist der Magistrat in der Lage gewesen, den Preis für ein jetzt zur Abgabe gelangendes Ei aus 38 Pf. festzusetzen. lieber die auf die Berliner Bezugskarle Hb vorangemeldeten Heringe wird anderweit verfügt werden, wenn bis zum 7. d. M. die Abholung nicht erfolgt ist. Bis Dienstag, den 18. September, wird an diejenigen Kunden, die in die Spcisefetrkundenlisten der in den Bezirken der 152., 158., 168., 161.. 163.. 164.. 168.. 170., 173., 185. 188., 283.. 287. und 211. Brotkommission gelegenen Geschäste eingetragen find, pro Kopf 125 Gramm Käse verteilt. Lehrkursus für Fürsorgerinnen. Das Kaiserin Auguste-Viktoria- Haus in Charlottenburg beabsichtigt gemeinsam mit der Preußischen Landeszentrale für Säuglingsichutz einen halbjährigen Lehrgang zur Ausbildung kommunaler Fürsorgerinnen einzurichten. Der Lehrgang umfaßt neben Säuglings-� und Kleinlinderfürsorge auch Schwangeren« und Wöchnerinncnsürsorge, Tuberkulose- und Wohnungssürsorge, Krüppelsüriorge, Jugendfürsorge, Vormund- schaflSwesen. Kriegswohlfahrtspflege, überhaupt alle wichtigsten Zweige der sozialen Fürsorge. Jbre Mitwirkung haben daS Kriegsamt, die Städtische WohlfahrtSschnle in Charlottenburg sowie eine Reihe von Fürsorgeeinrichtungen in den Groß-Berliner Gemeinde» bereits zugesagt. Der Kursus beginnt am 1. Oktober des Jahres. Als Schulgeld wird von den Terlnehmerrnnen se 108 M. gefordert. Für Wohnung und Beköstigung haben sie selbst zu sorgen. In dring- lichen Fällen kann einer beschränkten Zahl von Schülerinnen die KurSgebühr erlassen werden. Zugelassen sollen in der Regel nur geprüfte Krankenpflegerinnen oder Säuglingspflegerinlien werben. Anmeldungen, die möglichst umgehend zu erfolgen haben, sintr-zu richten an das OrqanisationSamt für Säuglings chutz im Kaiserin« Augusie-Viktoria-Haus in Charlottenburg, Mollwitz-Privatstraße. Der Betrug bei der Seehandlung. Der Buchdrucker Nowack, bei dem die Betrüger 180 Briefbogen und 108 Aviskarten herstellen ließen, wurde gestern von der Kriminalpolizei noch eingehend ge- hört. Die Austraggeberin wird als dunkelblond, klein(etwa 1,68 Meter groß) und in den zwanziger Jahren stehend beschrieben. Wie die Fälschung eines Urlaubscheins, so belasten Rabiger mittelbar noch zwei weitere Fälschungen, die jetzt aufgedeckt worden sind, wenn sie auch wiederum mit dem Betrüge nicht in Verbindung stehen. R. war während seiner Militärzeit beim Magistrat als Hilfsarbeiter tätig. Dort hat er ein Blaukosparknsienbuch, da-Z schon mit den Unterschriften, aber noch nicht mit Namen und Nunimer eines Einlegers verschen war, an sich gebracht- Die Frage, wie er dazu gekoinmeu und was er damit beabsichtigt habe, beantwortet er ebenso ausweichend wie die nach der Ursache seines Gebarens am Tage der Entdeckung des großen Betruges. Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß das Buch einer Fälschung und einem Betrüge dienen sollte. Neberfahren und getötet wurde in der Schloßstraße in Steglitz, vor dem Hause Nr. 17, der 58jährige Kaufmann Aug. Stanicka. Er geriet unter einen Triebwagen der Linie K. Die Leiche wurde' beschlagnahmt. Im Wintergarten erfreut eine Tänzerin, Hilda Garden, die die gute Schyle des Skala-Theaters in Mailand genossen hat, durch Anmut, Jugend und angeborenes Tanztalent. Wo sie sich auf diese Vorzüge verläßt, ist sie entzückender Wirkungen gewiß(so besonders in Liszts Rhapsodie); wo sie aber den bloßen Kostümtanz in Rubinsteins Walzer und den Ausdruck ernsterer Stimmungen versucht, versagt sie noch. Das übrige Programm ist echtes und gutes Varietö. Joh. Bar ist ein Wurf- und Fanglünstler von Rang, im Kinderkostüm führen die Geschwister Schenk hübsche Akrobatik vor. Als Damendarsteller und-Sänger glänzt HanS Rene. Waor- Haft grotesken Ulk verübt die Paetzoldt-Truppe in ihren Radsahr- kunststücken, worin wirklich Unglaubliches geleistet wird. Loro's Zinnsoldaten nennt sich eine komische Musiknummer, die in der Parodie des Kasernenhofs in steinerweichenden Tönen ihres gleichen sucht. Meisterlich sind die beiden Ellerts, sie jonglieren und werfen die Hüte mit Eleganz. Ein paar tüchtige Gleichgewichtskünstler sind die Gebr. Classon. Die altbeliebte Kunst, in zugerufenen Sprüchen einen gereimten KantuS zu fabrizieren, belebt Georg Bauer. Kurzweilig und vielseitig ist daS Zeichen des neuen Pw gramms. Die Neue Philharmonie, Cöpenicker Str. 96/97, an der Untergrundbahn Jnselbrücke, bringt vom 6. bis 12, September den groitcu Film.Frühlingsstürme im Herbst des Lebens' mit Fern Andra in der Hauptrolle.■_' Charlottenburg. Stadtverordnetenversammlung. Die erste Sitzung nach den Ferien hatte 21 Punkte auf der Tcigesordnung, die aber sämtlich von geringer Bedeutung waren. Wir erwähnen die durch daS Kriegsgesetz zur Vereinfachung der Verwaltung für die Kriegszeit vorgeschlagene Bestimmung über die Beschlußfähig- keit der Versammlung, die hiernach schon eintreten kann, wenn nur eiw Drittel der Mitglieder anwesend sind. Diese Bestimmung wurde ohne Debatte angenommen. Durch die andauernde Teuerung hervorgerufen war eine Vor- läge des MaMratS, den Zahnärzten bei der Versorgung der Kriegen familien höhere Sätze zu bewilligen, sowie.eine weitere Vorlage, den bei den Krankenanstalten beschäftigten Aerzteu. Schwestern und Unterpersonal bei Beurlaubungen eine erhöhte Bcköstigungs- entschädigung zu gewähren. Beide �vorlagen fanden Annahme. Bei der letzteren beantragten unsere Genossen neben einer stärkeren Erhöhung vor allem eine gleichmäßige Erhöhung für Aerzte, Schwestern und Untecp'ersonal, während nach der Vorlage die Er- höhung nach der jetzt schon gewährten Vergütung abgestuft wer- den soll. Die liberale Mehrheit verkannte die Berechtigung des Anirages nicht, erklärte aber erst beim Etat auf diese Anregung zurückkommeir zu wollen. Schließlich wurden noch zwei von allen Fraktionen eingebrachte wichtige Anfragen behandelt. Die erstere lautet:„Beabsichtigt der Magistrat in allernächster Zeit der Versammlung eine Vorlage betr. Teuerungszulage sämtlicher in städtischen Diensten stehenden Personen zu unterbreiten? Da für die Beamten eine Teuerungs- zulage in unmittelbarer Aussicht steht— es ist ihnen bereits ein Vorschuß auf die zu erwartende Zulage angeboten worden— ist es erklärlich, daß auch das Hilfspersonal und die Arbeiter bedacht werden müssen." Der Oberbürgermeister gab eine entgegenkom- niend« Erklärung ab. Die zweite Anfrage lautet:„Wie weit sind die Verhandlungen zwischen den Groß-Berliner Gemeindeverwaltungen über Abhilfe und Vorbeugung des WohnungSmangels in Groß-Berlin gediehen? Sind bereits Schrite unternommen, um die Bewilligung staatlicher Mittel zur Einleitung solcher Maßnahme-i zu erwirken?" Bei der Beantwortung dieser Anfrage wies der Oberbürgermeister darauf bin, daß die Verhandlungen für einen Wohnungsverband Groß- Berlin, zwar sehr langsam vom Fleck kommen, aber noch irntttzw zur Hoffnung auf das Zustandekommen des Verbandes berechtigen. Eharlottenburg müsse nur die eine Bedingung stellen, daß Span- dau sich nicht vom Verband ausschlösse. Aber auch� wenn die Bemühungen um da? Zustandekommen des Verbandes scheitern sollten, so habe der Magistrat wenigstens für Charlattenburg vorgearbeitet, was in seinen Kräften lag, so daß mit dem Bau von Kleinwohnun- gen begannen werden kann, sobald Geld und Rohstoffe zur Verfügung stehen. Ein Teil von Nord-Eharlottenburg ist als Sied- lungsgebiet für Kleinwohnungen in Anspruch genominen worden, ohne daß man aur die Fertigstellung des allgemeinen Bebauungs- planes für Nord-Charlottenburg zu warten brauche.— Ferner find Verbcmdlungen mit einer Reihe von gemeinnützigen Baugenossen- schaften geführt worden, um diese, dte zum Teil schon in Charlotten- bürg Genossenschaftshäufer errichtet haben, zu weiterem Vorgehen zu ermutigen und dabei zu unterstützen.— Ganz entschiedenen Protest hat der Magistrat beim Reichskommissar für das Woh- nungswescn dagegen eingelegt, daß durch die immer mehr über- handnehmende Beschlagnahme von Hotels und Wohnungen für Kviegsgesellschasten die Wohnungsnot noch weiter gesteigert werde. In Eharlottenburg sind nicht weniger als 2208 Räume durch Kriegs- gesellschaften ihrem Wohnzweck entzogen worden. Der Reichskom- missar hat Abhilfe zugesagt. Zum Schluß betonte der Oberbürgcr- meister, daß dem Reichskommissar auch bereits ein zanz bestimmtes Prosekt eingereicht worden sei. um ihn für eine Beteiligung ans Reichs- und Staatsmitteln neben denen der Gemeinde zu gewin- nen; die Verteilung der aus öffentlicksen Mitteln aufzubringenden Gelder auf diese drei Instanzen dürfte eine Hauptfrage kein. Genosse Katzen st ein konnte dem Oberbürgermeister keine Anerkennung dafür aussprechen, daß die Stadt jetzt endlich sich an- schickt, auf dem Gebiete des Wohnungswesens es anderen, nament- lich süddeutschen Städten gleichzutun und nachzuholen, was so lauge versäumt sei._ J Schöneberg. Verteilung von Garn. Die Verteilung des von der ReiHsbelleidungssielle für das zweite Kalenderhalbjahr 1818 überwiesenen Näh-, Strick- und Stopfgarns wird Ende dieses Monats erfolgen. Es entfallen auf je zwei Sthoneberger Einwohner eine Rolle schwarzen oder weißen Nähgarns von etwa 288 Meter zum Preise von 8 32 M. und auf jeden HauSbalr 18 Gramm Strickgarn oder 5 Gramm Stopfgarn zum Preise von 19 Pf. bezw. 14 Pf. Die Ausgabe des Garns an die Einwohner erfolgt ohne Voranmeldung in demjenigen Geschäft, durch das bei der ersten Garnverteilung die Belieferung erfolgt ist, und zwar des Nähgarn? gegen Abgabe des Abschnittes 4 der roten und grünen BezugSkart«, des Strick- bezw. Stopfgarns gegen Abgabe des Ab- ichniiteS 12 der roten BerugSkarte. Neber die Verteilung insbe- sondere wegen Beliestning von Pensionen und der Kleinverarbciter ergeht noch besondere Bekanntmachung. r' LWenierg. Zur Bürgermeisterwaffk. Kerr Wr�ermeifier Dr. Unfler hat hem dortigen Ortsblatt mitgeteilt, daß er nicht auf eine Wiederwahl vernichtet, sondern sich zur Kandidatur stellen wird. Lichtenberg. Holzverkauf. Die Ortskohlenstelle hat einen zweiten Holzverkauf für den Lichtenberger Ortsteil in der Deutsch- meister-Stratze, gegenüber der Kaserne in der Möllendorf-Straße, eröffnet._ Marieadorf. Lebensmittel. Auf Abschnitt 69 der Groß-Bcrliner Lebensmittelkarte wird 1 Pfund Einmachezucker ausgegeben. Die Karlen sind dem Händler, bei dem der Anmeldende in die Zucker- kundenliste eingetragen ist, zur Anmeldung bis zum Z.-Sep- tcmber vorzulegen. Die Ausgabe des EinmachezuckerS er- folgt zusammen mit der Ausgabe des VerbrauchSzuckers am 16. ds. — In der Woche vom 9. bis 16. September können als Ersatz für Fleisch 3 Pfund Kartoffeln auf Abschnitt 66 der Groß-Vcrliner Lebensmittelkarte entnommen werden. Die Kartoffeln stehen bereits zur Verfügung, ebenso die Kartoffeln für die Woche vom 9. bis 16. September. Zur Ausgabe gelangen für diese Woche 10 Pfund. Es wird ersucht, die Ware bald in Empfang zu nehmen, damit Platz für neue Kartoffelzufuhren geschaffen wird. Schmargendorf. Die Gemeindevertretung hat in ihrer letzten Sitzung unter dem Vorsitz des Bürgermeisters G o l i s ch beschlossen, einen engeren Ausschuß zur Beschaffung von Lebensmitteln zu bilden, und ihn ermächtigt, Geschäfte bis zur Höhe von 60 000 M. selbständig abzuschließen. Auch der Errichtung eines Mieteinigungs« aintes wurde zugestimmt. Als Amtsausschuß genehmigte die Ge« meindevertretung den Erlaß einer Polizeiverordnung, wonach das Aushängen von Betten und Wäsche nach der Straße und das Klopfen auf den Balkonen usw. verboten wird. Der Gemeinde- Vorsteher wurde ermächtigt, Steuern bis zum Betrage von L0 M. niederzuschlagen. Die durch den Baurat Ährens der Gemeinde überwiesene Stiftung von 10 000 M. zur Errichtung einer Frau Baurat Margarete Abrens-Stiftung nahm die Gemeindevertretung mit Dank an. Zu Beginn der Sitzung teilte der Bürgermeister mit, daß die Orlssatzung über die Einführung des kollegialischen Gemeindevorstandes jetzt die Genehmigung des Kreisausschusses gesunden habe. Gerichtszeitung. Er fühlte sich beleidigt! Eine Sachbeschädigung ungewöbnliche: Art führte den Ingenieur Otto W i l h e l m i vor das Schöffengericht Berlin-Mitte. In den Wagen der Straßenbahnen sind Plakate angebracht: „Nehmer Rücksicht auf die Kriegsbeschädigten!" Als Wildelmi am 26. April ein solches Plakat bemerkte, riß er es herunter. Ihm wurde wegen Sachbeschädigung durch Straf- beseht eine Geldstrafe von 100 Mark auferlegt. Hiergegen legte er Einspruch ein. Vor Gericht machte er geltend, daß er in solchen Aushängen eine Beleidigung der Bevölkerung erblicke und sich daher für berechtigt gehalten habe, den Aushang zu entfernen. Für diese Ansicht hatte weder der Amtsanwalt noch das Gericht Verständnis. Der Amtsanwalt beantragte eine Geldstrafe von 300 Mark. Auch das Gericht war der Ansicht, daß die im Strafbefehle fest- gesetzte Strafe zu gering sei und erkannte auf 160 Mark Geld- strafe._ Mus aller Welt. Einbrecher im Regierungsgebäude. Groß ist die Unsicherheit in Köln. Nachdem vor kurzem aus der Wohnung des Oberlandesgerichtspräsidenten für 100000 M. Silber, Kleider und Wäsche auf einem mit zwei Pferden bespannten Wagen forigeholt worden sind, haben die Einbrecher nun dem Re- gierungSpräsidenten einen Besuch abgestaltet. Sie erbeuteten Kleider und Wäsche in sehr hohem Werte. Der Regierungspräsident setzte eine Belohnung von 3000 M. auf die Herbxischaffung der ge- stohlenen Sachen aus. Sriefkaften üer Redaktion. /< Uhr, von der Leichenhalle des städt. FriedhaseS in Rahnsdorf auS statt. 158/6 Die OrtSverwaltung. M»n»p»lsrag« und Arbeiter- klaffe»an Heinrich kun»» u. a. Dürste bald h» Vordergrund der palitischen Erörterungen stehen. Preis gebunden b,—, drosch. 4,— M. Borwörts- So.rtimeuts-Buchhandlung, Lin- denstraße 3, Laden.* rHiniuiiiiitiMiiimiiiiiimioiMiiniiimiiinniiisiiiiiiiioiiui� iOir&kt oatdev \�>t�dcc��itbu/kr Sbi"- mz ÄOTtv r____ f# w&dht, �LLCpeZl IX'ST'ZD' Hremcholzverlmuf- In der Deutschmeisterstraße, gegenüber der Kaserne, in der »öllcndarfftraße ist ein zweiter städtischer Brennhoizoerkaus eröffnet. Bcrkausszett von 8—12 Uhr vormittags und 2—5 Mr nachmittags. 1853t WWe«M Wliii'lilWMs. Zeüer sei gerüstet an dera friedliclien Wett- kampfe teilzunehmen, der diesem Kriege folgen wird. Hierzu befähigt ihn am sichersten eine umfassende Allgemein- u. facht. Bildung. Rasch und gründlich führt die Methode Rustin(fünf Direktoren höher. Lehranstalten, 22 Professoren als Mitarbeiter) jeden Morwärtsstrebenden ohne Lehrer durch Selbstunterricht unter energischer Förderung des Einzelnen �irch den persönlichen Fem- rmterricht Wissensoh. geb. Mann, Wissensoh. geb. Frau, Geb. Kaufmann, Die geb. 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Kompott und Salat. Speise. Käse. 6,- Heute und morgen, Hühnerbrühe, A Liter 60 Pf. und darin gekochie Fetthühner, '/, Huhn 10 Mark. Avis! Adendspezialität: Spickaal mit Salat 1 Marl. ICsuFmÄsHtiBLohs Schulen der Korporation der Kaufmannschatt von Berlin. a) Handelsschulen für Mädchen, Welnmeisterstr. 16/17, Scharnweherstr. 19. Wilhelmshasener Str. 2/5, Wilmersdorf, Welmarischs Str. 21/24. Der Besuch der Schule befreit vom dreijähr.Pfliohtsohuibesuch. Ausbild.in allen kaufin. Fächern für ehem. Gemeindeschüler. Selektakurss für Absolv. von Lyzeen. Aufnahme- früfung am 9. Oktober 3 Uhr. achklassen fDr Mädchen, Welnmeisterstr. 19/17. Ministeriell als Ersatz für d. Pflichtschule anerkannt. Kaufmänn. und hauswirtsohaftl. Ausbildung. Acht Wooh enstun den. c) Fortbildungsschule fflr weibliche Annestellte, Welnmeisterstr. 16/17. Unterricht in allen kaufmänn. Fächern, abends 8— 10 Uhr. d) Schule(Br Maschinenschreiben für Mädchen. Neue Friedriehstr. 65/56, III. Der Unterricht wird von 61/,— 21/i und von 7— 10 Uhr erteilt. e) Kaufmänn. Fachschulen fBr schulpflichtige Lehrlinge, Augnststr. 21, Sophienstr. 18, Bebastianstr. 26, Insolstr. 2/5, Elisabeth str. 56/57, Gartenstr. 25, Steglitzer Str. 8a. Der Besuch befreit vom Be- sueü der städtischen Pflichtschule. Außer den kaufmänn. Fächern auch Englisch u. Französisch in 8 Woohenstundon. Vor- u. Nachmittag-Unterricht. f) Versicherungstachschule, Dorotheenstr. 12. g) Handelsschule f. Knaben, Sophienstr. 18. 30'Woohen- stunden von 8— 1 Uhr. h) Kaufmänn. Abendschulen für junge Kaufleute, Klosterstraße 74, Inselstr. 2/5. Sämtliche kautmänn.Fächer und Sprachen, abends 7-10 Uhr. i) Geschloss. höh. Handelskursus f. j. Kaufleute mit d. Berechtigung z, einj. Dienst, Klosterstr. 74. Ausbildung in sämtlichen kaufmänn. Fächern sowie Englisch und Französisch, abends 8— 10 Uhr. Nach Absolvierung Abschlußzeugnis. Beginn sämtl. Kurse am 10. Oktober. Auskunft täglich im Bureau der kaufmänn. 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Man ton- fiatiert, daß es kein zweiter Faust geworden ist, aber man vergißt, daß uns Faust tausendfältig nahesteht, Merlin aber ganz fern. Ein Werk, dessen kühnen Wurf niemand bestreiten kann, ist zum ersten mal lebendig geworden.... Früher hießen manche Literaten die Volksbühne eine Kunst-Konsumgenossenschaft, deren brave Arbeit nur die Mitglieder interessiere. Jetzt, da Kahßler sein Steuer auf Höhenflug stellte, wird umgekehrt daran erinnert, daß solches Un- terfangen die dem Verein gesetzten Schranken überschreite. Die„Norddeutsche Allg. Ztg." schreibt: „Mit einem großen Ereignis hat dk heurige Theaterzeit begonnen: mit der endlichen Uraufführung von Jmmcrmanns viel- bewunderter, vielumstrittener Mythe an der Volksbühne unter der neuen Direktion Friedrich Kayßlers> Der gestrige Abend, der für immer in der Geschichte des deutschen Theaters gebucht bleiben wird, trug denn auch in allem das Gepräge eben eine? großen Theaterabends: in der völligen Hingabe der Künstler an ihre Auf- gäbe wie in der andachtsvollen Aufnahme eines übervollen Hauses. Wie ein Bühnenweihfestspiel wurde die Aufführung gegeben und genommen. Eine gewaltige Leistung Kahßlers rechtfertigte die großen Erwartungen, die seine Berufung in das Führeramt an unserer bisher größten Bühne geweckt hatte, gewaltig in dem Zu- sammenklang dramaturgischer, organisatorischer und schau spiele- rischer Vollkraft." „Es ist unverkennbar, daß Jmmermann von dem Ehrgeiz ge- trieben war, einen zweiten Faust zu schassen; aber wir werden -nicht wie Geibel sagen, daß es ihm gelungen sei. Wohl aber müssen wir zugeben, daß dein jüngeren Dichter in seinem Satan eine Schöpfung gelungen ist, die den Mephisto des„Faust" überragt. Mit einer Dichterkraft, die auch den größten Vergleich nicht zu scheuen braucht, ist in dieser Gestalt die Idee zum Ausdruck ge- bracht; ein blendender Reichtum sprachlicher Mittel ist berschwen- derisch verwandt, um sie auszustatten. Ueber die Ausführung, durch die zum ersten Male zusammen- wirkende Künstlergcsellschaft Kahßlers ist kein Wort des Lobes zu stark. Der leidenschaftliche Kunstwille des Führers hat alle zur Höchstleistung mitgerissen, so daß es schwer ist, für die einzelnen Darbietungen unterscheidende Würdigungen zu formen. Als er- sreulich bemerkenswert mutz noch der Adel der Sprechkunst gerühmt werden, der jeder Rolle zugute kam." Willi Handl lobt im„L o k a l- A n z e i g er" besonders DülbergS Ausschmückungsstil: „Keine Nachahmung und nicht einmal Andeutung von gegen- ständlicher Wirklichkeit. Kein Baum. Berg, Saal, Palast, der als bestimmte Einheit seiner Gattung für sich dastünde; sondern nur die allgemeine Idee dieser Dinge, in Linien und Farben gestaltet. Bewegliches Grün, in langen Streifen dicht um mächtige Stämme hangend, bedeutet den Wald, ein fteier, farbig geschmückter Bogen bedeutet das Tor; glitzernd helle Streifen die blühende Hecke und scharfkantige Kegel, greller oder matter angestrahlt, die besonnten oder nächtigen Felsen. Für die UnWirklichkeit dieser Vorgänge und Erscheinungen ist das die einzig wahre Umwelt. Die Zuschauer waren, auch wo sie das Werk und seinen Sinn nicht begreifen konnten, doch von dem begeisterten Eifer der künst- lerischen Arbeit mitgerissen." Stefan Großmann faßt in der„Voss. Ztg." seine auf Pointe gestimmten Eindrücke unter der Ueberschrist„Theatralisches Seminar" zusammen: „Die Volksbühne könnte(Kahßlers) Erlösung vom rasenden Ge- triebe sein. Ein Abonnementcheater, das dem Erfolg nicht nach- zukriechen braucht, eine geöffnete Zuhörerschaft ohne Anmaßung, ein Vereinsvorstand, der— man sah es gestern— bereit ist, neben einem wirklichen Lenker des Theaters vollkommen zu schweigen. Jmmermann?„Merlin" als Eröffnungsvorstellung sollte ein Programm sein. Eine deutsche Mythe. Die Wahl bedeutete: Wille zur Tiefe, Wille zur Volkstümlichkeit, Wille zur literaturhistorischen Gerechtigkeit.... War es wirklich ein repräsentativer Abend? Dann möchte man für Kahßlers Herrschaft zittern! Reinheit des Willens, Zusammenhang mit den literarischen Urgroßvätern, Ten- denz zur Wiedervcrgeistigung des Theaters— dies alles hoch in Ehren, aber wenn in den neuen Lenkern der Volksbühne nicht das Fingerspitzengefühl fürs lebendige Theater da ist, dann gründet dramatische Gesellschaften, schreibt erzürnte Programmschriften, aber gefährdet nicht ein so sauer errungenes Institut wie die Volks- bühne. Die Aufführung bewies, wie viele gute Kräfte Kahßler um sich gesammelt hat. Der Regisseur Ludwig Berger ist, wenn er der entscheidend Verantwortliche ist, jedenfalls ein Könner. Man hat in Berlin selten so viel Sorgfalt auf das Wort auch des kleinsten Darstellers verwendet. Auch war Bewegung und Bildkvtst in jeder Szene." Im„Berliner Tageblatt" urteilt Fritz Engel: „Der Versuch war von vornherein von edelster Aussichts- losigkeit; es war eine schöne Qual, ein märthrerhastes Ange- schmiedetsein. Das Werk ist gewiß großartig angelegt; es ist kühn, ja, durchschimmernd heidnisch-!dreist— rnd Anklänge daran ver- suchte wohl die von Heinz Tieffen hinzukomponierte Musik zu geben. Doch immer herrscht nur der Geist, und selbst dieser Geist, erfüllt von einer nüchternen und gelehrten Leidenschaft, ist nicht hell genug, um sich hinterher« Hungers mit Ihrem Edelmanns- dünkel, nur so schnell wie möglich, so werden Sie wenigstens anderen nicht im Wege stehen," schrie Borowiecki aufgeregt und ging fort. Ganz aufgebracht trat Jaskulski auf die Straße und schritt eine Zeitlang hoch aufgerichtet, stolz, mit blutüber- laufenen Wangen, in seiner Ehre und Würde sich sehr ge- kränkt fühlend. Als ihn aber die kühle Luft umwehte, als er sich wieder unter freiem Himmel auf der Straße sah und von den rasch vorbeietiende« Passanten an die Räder der sich endlos hinziehenden, mit Waren beladenen Lastwage gestoßen wurde, brach er seufzend zusammen, blieb_ am Bürgersteig stehen und suchte jn den durchlöcherten Taschen nach einem Taschentuch... An irgendeinen Zaun gelehnt, starrte er mit einem willen- losen, blöden Blick auf das Häusermeer, auf die unzähligen Schornsteine, aus denen schmutzige Rauchwolken empor- schlugen, auf die in wilder Arbeit tosenden Fabriken, auf den Betrieb ringsherum, auf die ewig tätige, schöpfende und mächtige menschliche Energie, die sich in dieser Stadt ver- körperte, und dann auf die stille, blaue Himmelsfläche, über die die Sonne dahinzog. Wieder suchte er nach seinem Taschentuch, konnte aber die Tasche nickt mehr finden, denn ein Krampf des fürchter- lichsten aller Schmerzen packte ihn ans Herz— ein Krampf der kraftlosen Ohnmacht. Er hatte gute Lust, an diesem Zaun sich hinzukauern. den Kopf auf einen Stein zu legen und zu sterben. Möchte doch schon endlich einmal dieses fürchterliche Ringen mit dem Leben aufhören, brauchte er doch nicht mehr zu der vor Hunger verreckenden Faniilie zurückkehren, brauchte er doch nicht- mehr seine eigene Ohnmacht so zu fühlen. Nein, er suchte nicht mehr nach seinem Taschentuch, er verdeckte bloß mit dem zerrissenen Aermel das Gesicht und weinte. Borowiecki jedoch kehrte in sein neben der.Küche' gelegenes Laboratorium zurück und erzählte dem an der Ecke des Tisches sitzenden Murray von Jaskulskis Besuch. „Da? erstemal in meinem Leben bin ich so einem Menschen begegnet I Ich biete ihm Arbeit an und damit die Möglichkeit eine? Vegetiercns. und da antwortet mir der empört: ich bin ein Edelmann und kann mich nie zum Hausknecht erniedrigen; lieber verreck' ich vor Hunger! Es wäre weiß Gott besser, wenn diese Art von Edellcuten wirklich so schnell wie möglich verrecken würde." „Wir sind bald fertig mit dem Drucken des.Bambus'," meldete ein Arbeiter. „Komm' gleich! Sie schämen sich zu arbeiten, schämen sich aber nicht zu betteln, das Ersteh' ich wirklich nicht. Was fehlt Ihnen?" fragte er rasch, als er sah, daß Murray nicht zuhörte, sondern mit einem blassen, weinerlichen Blisk zum Fenster stqxrte. „Nichts, ich fühl' mich wie gewöhnlich," erwiderte er un- willig. „So ein trauriges Gesicht haben Sie."(Forts, solgt� Wer Jetzt kauft, kauft billig t-Uxz elztoaren wie Skonks, Marder, Nerz, Alaska-, Blau- und Kreuzfäcbse, Herrea-öchpclze, Reise-, Wager.pelze. Ankauf und Verkauf; , r iSrlUanten, Uhren, Hlnjre, siib. Taschen usw. Keleihcns Jeder Wertsache. Verkauf von Hcrroi- und Damea-Garderobe im \ erkauf von HcrrM- und üamea-OarderoDe im moMEfplskiz 58 a. Möbelfabrik Hob. Seelisch m BERLIN 0 112, Rigaer Str. 71— 73a empfiehlt gute preiswerte JIttbel. 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Tiichtige 17992* Honiplellierermnen suchen MackS. May, st?"";. Flöi Ltiiriieii aus Pbotorabmen suchen» ZInck& Tiey. Walliir. 57. Mädchen, icßbt zum Streiche» von ulverkaste», verlangen Werlstätten Gustav Böhm, 308 2bj. S, Urbanstr. 67. für Autogenschtveiftuug verlangt 18553 it. fsistet Akf.-Ks8., Berlin-Oberschöneweide. SeliraolienipelieriHieD sowie 104/10 Autoinateneinrichter stellt ein Heister Cemkc bei Erdmann dt GroU, Schraubenfabrik, Ritterstr. 11. Aiitsträg�eriniieii für den„Vorwärts" werden eingestellt in folgenden Filialen Marinsstr. 36. Petersburger PI. 4, Berlin» l ausitzerPlatz 14/15. Immanuol- kirohstr. 12. Lindenstr. 3. Gröifenhagener Straße 22. Wilhelmshayener Straße 48. Blumenthalstr. 8, Hof part., Stolpmann. Sebhueberg l Meininger Straße 9. eharlottenburg: Seseniieimer str- i- Steglitz* Bemsee. Mommsenstr. 59. Wilmersdorf: Meldezeit reall hü Vi. ükt und t'I, Vis T Uhr. Neukölln: Siogfried-Str. 28/29, Baumsehulenweg: Ober-Schöneweide: r« Ibniibftn«* Salzmann, Gartenstadt- rßlfeEllüCly. Str. 10. für Alt-Glionicko. . Wartenberg-Straße 1 LiCht0D l}6rg» und Alt-Boihagon 56. WciBeasee; Maurer mi Sanarbeiter werden sosort verlangt. 18283* tzsdrüäsr Msnz, Euoerlissige Kutscher | für schweres Fuhrwerk per sofort gesucht. Zigarettenfabrik Garbäty, 127L Pankow, Hadlichstraße. iiiietJoogrSet!ec,lleiferinnet! werden 186/12* «iwwt NiiliU VliUiisslillleo Mile« Station Eichbornüraße. Bauburea« Boswau& Rnauer, Eingang III. tf Für unsere Glühlörpersabrik suchen wir einen Färber als "13 ♦ Meister inder Wäscherei- AUssr'FeseüSLkafi, 101/9 Am Warschauer Platz 9/10. Perfekte Jackenarbeiterinnen für unser Maßatelier sofort verlangt. Meldungen R. M. Maassen, Oranienstr. 165. 107L* Anlegerinnen, Bogenfängerinnen, Mädchen zum Anlernen, Prägerinnen, Burschen finden dauernde Stellung bei Heymann& Schmidt Akt.-Qes., 18122* Schöuhauser Allee 164. Beintnaehefrauen und Kattsdisner sofort gesucht.[146L* Meldungen in der Hansinspektion Ubaus des bestens G. m. b. H. Berlin W SO t Tauentzienstraße 21/24. Englischer Heeresbericht vom 4. September nachmittag?. Von der Front werden kleinere Kampfhandlungen an der- scfnedenen Stellen gemeldet. Wir erreichten die Oftfeite des Vaux- Waides nördlich Moislains und sind an anderen Punkten leicht vorgerückt. Im allgemeinen erreichten unsere Truppen d i e Linie Nordkanal und den Norden der Strahe Arras— Cambrai und haben Ecourt-St. Quentin genommen. Im L Y s- A b s ch n i t t wurden gestern und heute Nacht von uns weitere Fortschritte südlich und nördlich des Flusses gemacht. Unsere Truppen nähern sich Neuvc Chapelle und Laventie und haben Sailly sur Lhs. Nicppe und Leronarin(?) genommen. Englischer Heeresbericht vom 4. September abends. Englische und Waliser Truppen erzwangen den Uebcrgang über den Tor- tille-Fluß und den Nord-Kanal auf breiter Front nörd- lich von Maislains. Am frühesten Morgen stand der Feind am östlichen Flußufer und am Kanal und suchte mit Artillerie- und Maschinengewehrfcuer unser Vordringen auf dieser Linie auszu- halten. Trotz der natürlichen Stärke der feindlichen Stellungen drangen unsere Truppen mit großer Entschlossenheit und großem Mut vor und erreichten die Dörfer Manancourt und Etricourt. Nach Ueberwindung der Hindernisse, die Kanal und Fluß dar- stellten, machten sie wesentliche Fortschritte auf ansteigendem Gc- lande. Weiter nördlich nahmen britische und neuseeländische Divisionen Ruyaulcourt und erreichten die äußerste nördliche Grenze des Havrincourt-Waldes östlich der Kanallinie. Andere englische Divisionen erreichten das Westufcr des Kanals gegenüber Lemicourt und Borsies und schlugen einen feindlichen Gegen- angriff ab. Englische Truppen rückten von Norden her in MocuvreS ein und stehen dort noch im Kampfe. Sie befinden sich an dieser Stelle in den Verteidigungsanlagen der alten Hinden- burglinie. Im Laufe unseres Vordringens sind weitere Gefangene gemacht worden. Material fiel in unsere Hände, darunter zwei von drei deutschen Tanks, die vom Feinde ohne Erfolg im Gegen- angriff vom 31. August benutzt worden waren. An der Lys-Front machten unsere Truppen ebenfalls an verschiedenen Punkten Fort- schritte. Französischer Heeresbericht vom 4. September abends. Nach- dem unsere Truppen an den vorhergehenden Tagen den hartnäckigen Wioerstand des Feindes gebrochen hatten, zwangen sie ihn heute nördlich der Life und an der Veslefront den Rück- zug anzutreten. Zwischen dem Nordkanal und der Oise blieben unsere Bortruppen den feindlichen Nachhuten auf den Fersen, über- schritten Libermonl, erreichten die Ränder von Esmery— Hallon und besetzten den Spitalswald. Weiler südlich geht unsere Linie über Frcniches, Guiscard, Beaugies, Grandru, M o ndeScourt und A p p i 1 1 h. Weiter östlich baben wir die Aillette überschritten und Marizelle erreicht. Nordost- lich von Manicamp ließ der Feind zahlreiche Gefangene. Kanonen, Material und viel Proviant in unseren Händen. Zwischen Ailette und AiSne dauerte die Schlacht auf der Hochfläche nördlich von Soif- fons an. In seiner rechten Flanke bedroht, zog sich der Feind nörd- lich der Vesle zurück. Wir nahmen Buch le long und Ls Moncel nördlich der AiSne. Weiter rechts überschritten unsere Truppen die Vesle in einer Ausdehnung von 30 Kilometern. kamen durch Chossemp. Brenrlle, Bauberlin. Vaurcere, Blanzy und faßten auf dem Höhcnkamm nördlich von Vaslieur Fuß. /lustropolnifche Losung? Tic Tcmissivn«teckowskis. Zu den Meldungen der Presse, wonach bei dem Besuch de? Staatssekretärs v. Hintze in Wien endgültige Entscheidungen in den zur Beratung stehenden Fragen getroffen worden seien, wird halbamtlich erklärt, daß der Besuch des Staatssekretärs nicht den Zweck verfolgt, definitive Beschlüsse herbei- zuführen. Die Wiener Besprechungen dienen der Fortfüh- rung der in den bisherigen Zusammenkünften weit geförderten Verhandlungen und der weiteren Klärung der gemeinsamen Auf- gaben. Kommentare, die bereits von bestimmten Lösungen zu berichten wissen, eilen den Tat- fachen voraus. Der Schlußsatz ist ein« kalte Douche für die ziemlich zahl- reichen Optimisten in Deutschland, die fest und steif versicherten, daß die kleinpolnische Lösung feststehe, daß die deutsche Regierung auf ihr beharre, und die zum Beweise für die Richtigkeit ihrer Behauptung sogar erzählten, die Polen hätten ihre Königskrane zuerst einem Hohenzollernprinzen angetragen. Verstärkt wird dieser Eindruck, daß die austropolnifche Lösung, die die Vereinigung Galiziens mit Kongreß-Polen unter der Herr- schaft des österreichischen Kaisers als Königs von Polen beinhaltet, durch eine Auslassung des„Neuen Wiener Tageblatt", das nicht selten offiziös benutzt wird: Da die polnische Frage sich in einem wichtigen Stadium be- findet, das der Lösung unmittelbar vorangeht, ist es geboten, nochmals mit allem Nachdruck tüe berechtigten Ansprüche Oesterreichs an dieser Lösung klar herauszusagen. Es ist eine natür- liche politische Forderung, daß Galizien, wenn es in nähere Beziehungen zu dem neuen Polen tritt, für Oesterreich nicht verloren geht. Die Sonderstellung Galiziens und die natio- nale Selbständigkeit der Polen in Oesterreich muß dort-hre Schranken finden, wo lebenswichtige Interessen des Reiches be- rührt werden. Die zutreffenden Maßnahmen müssen festieocn, daß Galizien dem Reiche nicht bloß formell erhalten bleibt. Der gegenseitige Austausch von Bodenerzeugnissen und Industriepro- dukten umfaßt einen Milliardenwert. Rur flärkste präg- matischc Bedingungen vermögen Oesterre-ch die Gewißh-it zu bieten, daß Galiziens Wert bei der Lösung der polnischen Frage unS nicht verloren geht. Die Königsfrage, gewiß ein wich- tiger Teil des polnischen StaatsproblcmS, kann, welche Lösung sie auch finden mag, noch nicht als grundlegende pragmatische V.'rbindung, vor allem nicht als erste ausschlaggebende Sichc- r-ng gewertet werden. In der neuen gärenden Zeit, in der wir leben, bei dem gewaltigen Wandel der politischen Anschauungen und Empfindungen erfordert die Bildung eines neuen Staates, auch wenn es sich bei Polen nur um eine Art Wiedereinsetzung in den früheren Stand handelt, die gewissenhafteste Prüfung' und sorgsamste Beachtung der materiellen und auch unsagbaren Be- dürfnisse aller derer, die an der Schöpfung mit ihren Lebens- interessen beteiligt sind. Tie austropolnifche Lösung begegnet lebhaften Bedenken. Für sie wird geltend gemacht, daß die kleinpolnische oder deutsche Lösung die Entstehung einer polnischen Jrredenta in Ga- I i z i e n zur Folge hätte und daß die österreichische Regierung aus wirtschaftlichen Gründen keinesfalls auf die Angliederung dieses ihres größten Kronland-s an Kongreß-Polen eingehen könne, ohne daß Polen zu Oesterreich in innige Beziehungen tritt. Gegen die austropolnifche Lösung spricht, daß sie die politische Beweglich- k-it der Donaumonarchie noch über den jetzigen Grad hinaus ein- schränkt und ihre inneren Verhältnisse ungemein kompliziert. Tie Wendung des deutschen halbamtlichen Communiques scheint über- dies anzudeuten, daß der Besuch des Staatssekretärs nicht die Stlsaffung eines Definitivums bezweckt, daß die Regelung der pol- nifchen Frage nicht mit übermäßiger Hast betriebe» werden soll. Und das wäre auch gut. Aus Warschau wird gemeldet, daß da? Ministerium Steckowski demissioniert habe. Der Ministerpräsident war seit langem krank. Au» diesem Grunde müssen auch die Unterstellungen des„Lokal-AnzeigerS" nicht zutreffen, der die De- Mission als eme DeSavouierung der polnischen Unterhändler im deutschen Hauptguartier auslegt. Dagegen spricht auch, daß Prinz Radziwill, der die Verhandlungen in Berlin und in Wien geführ: hat, an erster Stelle unter den Kandidaten für den Posten des Ministerpräsidenten genannt wird. Wien, 5. September. Meldung des Wiener k. k. Tel. K o r r.- B u r. Der Staatssekretär des Kaiserlich deutschen Aus- wärtigcn Amtes, Herr von Hintze, welcher nach Wien gekommen war, um seiner k. u. k. apostolischen Majestät seine Aufwartung zu machen, hat während seines hiesigen dreitägigen Aufenthalts ein- gehende Besprechungen mit dem k. u. k. M i n i st e r des Aus- wältigen gepflogen und ist auch mit den beiden Ministerpräsi- denten in Berührung getreten. Diese Besprechungen, welche sich an die in den vergangenen Monaten und zuletzt anläßlich der Man- archenzusammenkunft im deutschen Großen Hauptquartier geführ- ten Verhandlungen der deutschen und österreichisch-ungarischen Po- litiker anschlössen, haben die dem engen Bundesvcrhältnis ent- sprechende einvernehmliche Lösung der zur Erörterung gelangten Fragen wesentlich gefördert. Speziell die polnische Frage bildete auch diesmal den Gegenstand gründlicher Erwägung, und die beiden Regierungen sind übereingekommen, die Behandlung dieses Th.mas in ununterbrochenen Beratungen fortzusetzen. Das veröienft um die wahlreform. Krone und Sozialdemokratie. Die ganze rechtsstehende Presse nimmt gegen die Aeuße- rung des Kanzlers, die Wahlreform sei zur Erhaltung der Krone und Dynastie notwendig, aufs äußerste Stellung. Tie„Kreuzzeitung" schreibt: Mit richtigem Instinkt nennt der„Vorwärts dies« Be- gründung eine Aufrichtigkeit, die über den Rahmen der politischen Klugheit vielleicht schon ein wenig hinausgreife. In der Tat wird das Verdienst, das die Krone mit dem freien Zugeständnis der Wahlreform bei den durch diese Begünstigten für sich in An- spruch nehmen könnte, durch die jetzige Begründung des Minister- Präsidenten entwertet und in ein Verdienst der Sozialdemo- kratie, die diese Errungenschaft erkämpft hat, umgewertet. Sie wird mit diesem Pfunde zu wuchern wissen. Darüber, ob das Schei- lern der Wahlreform wirklich eine Gefahr für Krone und Dynastie wäre, wird man verschiedener Meinung sein können. Im allge- meinen zeigt die Geschichte, daß nicht diejenigen Regierungen dem Ansturm der Massen erlegen sind, die stark genug waren, ihren unberechtigten Wünschen Widerstand zu leisten, sondern diejenigen, die sich auf die schiefe Ebene der Zugeständnisse drängen ließen, die selten zufnodenstellen, immer aber den Eindruck der Schwäche machen. Man denke an 1848! Jawohl, man denke an 1848! Man denke sich die Ent- Wicklung, die damals einsetzte, weg und ein Preußen nach dem Herzen der„Kreuzzeitung" in der gegenwärtigen Lage. In kürzester Zeit wäre es noch elender zusammengebrochen als der russische Zarismus. Im übrigen sei dankbar anerkannt, daß die„Kreuzzeitung" das Verdienst der Sozialdemokratie an der Wahlreform zugibt. Dieses Verdienstes wird sich die Sozialdemokratie freilich nicht eher rühmen können, als bis das Werk vollendet ist, dennoch ist die klare Aufdeckung der inneren Zusammenhänge schon heute nützlich._ Der Kampf um kaempfs Nachfolge. Für Donnersiag abend ist auf Anregung des Geh. JnsthratS Cassel eine neue Vertrauensmännerversammlung der Forrschrittler anberaumt, in der möglicherweise ein Kompromißkandidat auf« gestellt werden wird. Man nennt da wieder in erster Linie Herrn Wolf-Netter. Da aber Dernburg noch nicht vollständig erledigt ist. laufen die Hausbesitzer ununterbrochen gegen ihn Sturm. Wie eine Lokalkorrespondenz meldet, wollen sie zu diesem Zweck den gesamten organisierten Haus- und Grimdbesitz Deutsch- lands auf die Beine bringen und auch vor dem Mittel der Ent- hüllungcn nicht zurücks-brecken. Damit werden sie aber den Ein- druck nicht verwischen, daß ihnen Dernburg wegen seines Eintretens für die Mieterinteressen und nur darum besonders unbequem ist. Die Offensive der Sifchöfe. Mahregeln gegen die katholischen Arbeitervereine.— Tie„unchristliche Lehre von der Gleichheit". Der Gewaltakt dcs Bischof? von Trier wider den gegen den offiziellen Zentrumskandidaten gewählten Pfarrer G r e b e r und die Maßregelung'des Diözesanpräses Dr. Müller(M.-Glad- dach) haben miteinander gemeinsam, daß die Kirchenfürsten in ihren Rechtfertigungsversuchen aus die Zeitungsangriffe sich scheuen, die wirklichen Gründe für ihr Vorgehen anzugeben. DaS erzbischöfliche Generalvikariat in Köln erläßt unterm 4. September eine Erklärung, wonach die Enthebung des Herrn Dr. Otto Müller von dem Amte eines Diözesanpräses der katholi- schen Arbeitervereine„in keinerlei Beziehung zu dem allgemeinen und gleichen Wahlrecht steht"; das Wahlrecht sei auch auf der Bischofskonferenz zu Fulda nicht Gegenstand irgendwelcher Be- ratungen gewesen. Was aber der Grund für die aufsehenerregende Entfernung Dr. Müllers von der Spitze der etwa 350 Arbeiterver- eine mit ihren 70 000 Mitgliedern gewesen ist, erfährt man aus der Erklärung nicht. In der Erklärung des GeneralvikariatS steht aber weiter zu lesen, daß„nicht im geringsten(!) geplant ist, an den satzungsge- mäßen Aufgaben der Arbeitervereine irgend etwas(!) zu ändern"; die katholischen Arbeitervereine seien in erster Linie religiöse Ver- eine; dabei sei es ihnen-selbstverständlich(I) nicht benommen, sich auch eingehend(!) mit den Standesfragen der Arbeiterschaft zu be- fassen". Daß solche Pläne jedoch bestanden haben, und zwar gerade im Zusammenhang mit der Maßregelung Dr. Müllers, er- fährt man aus einer Veröffentlichung der Verbandssekretäre, die in einem Schreiben an das Tiözesankomitee der katholischen Ar- beitervereine ihrer Sorge um die künftige Konkurrenzfähigkeit ihrer Vereine Ausdruck geben. Danach hat Dr. Müller in einer Sitzung des Vorstandes der westdeutschen Arbeitervereine„genauere Auf- schlüsse über die Unterredung gegeben, die aus Anlaß seiner Amts- enthebung zwischen ihm und Sr. Eminenz dem Herrn Kardinal am 24. d. M. in Köln stattgefunden hat. Se. Eminenz hat dabei zum Ausdruck gebracht, daß die katholischen Arbeitervereine ausschließ- lich kirchlichen Charakter haben sollen, daß politische Aktionen von ihnen nicht gemacht, daß auch das politische Komitee nicht gegründet werden durfte, wobei ausdrücklich Bezug genommen wurde auf die zurzeit noch schwebende Frage des gleichen Wahlrechts für Preußen, die Haltung dcs Verbandsorgans dazu sowie die Vcran- staltung der Bochumer Tagung. Wir entnehmen hieraus, daß Se. Eminenz in Zukunft das, was wir unter den Aufgaben der katholi- schen Arbeitervereine im öffentlichen Leben verstanden, nicht mehr zu gestatten gedenkt."] Die Erklärung vom 4. September stellt also einen Rückzug des Erzbischofs bexüglich seiner„R«form"absichtcn dar. Bei der Amts- cntfetzung Dr. Müllers aber soll es bleiben. Zu der Maßregelung dieses Herrn haben allem Anscheine nach die Vorgänge geführt, mit denen sich der„Vorwärts" in seiner Ausgabe vom 14. August be- schäftigt hat: In einer Vertrauensmännerkonfcrenz der katholischen Arbeitervereine des Bezirks Köln-Mülheim erklärte man sich ein- stimmig für das gleiche Wahlrecht; fqjiner erhob man Protest gegen die Treibereien einer Anzahl Geistischer, die aus Anlaß der Ar- beiterkundgebungcn gegen die Zentrumspolitik„katholische Arbeiter gegen katholische Arbeiter ausspielen" und dadurch große Erregung unter diesen hervorriefen; gegen den an der Spitze des Köln-Mül- heimer Gebiets stehenden BczirkspräseS v. Wesch Pfennig aber sprach die Konferenz„ihre Mißbilligung" wegen seines Vor- gehens, besonders in der Wahlrcchtsfrage aus, erwartend, daß er seine Haltung„einer Revision unterziehe". Wir wiesen sofort darauf hin, daß dieses Auftreten der statut- gemäß unter kirchlicher Aufsicht stehenden Arbeitervereine gegen Geistliche und eine solche Sprache gegen ihren Pom Erzbischof er- nannten Bezirkspräses etwas beispiellos Dastehendes sei. Das Gravierendste aber war, daß das Mißbilligungsvotum in der tu 200 000 Exemplaren herauskommenden„W e st deutschen Ar- b ei t e r ze i t u n g", dem Verbandsorgan, unter voller Nennung des Bezirkspräses publiziert wurde. Der gematzregelte Dr. Müller ist aber nicht nur vom Erzbischof eingesetzter Diözesanpräses, son- dern auch als Herausgeber dcs Verbandsorgans dem Erzbischof für dessen Inhalt verantwortlich. Erzbischof Dr. von Hartmann, der ein starrer Vertreter des Autoritätsprinzips ist, beorderte Dr. Müller nach Köln, und als er das bischöfliche Palais verließ, war er der hohen Würde des Diözesanpräses verlustig. Daß der Kölner Kardinal den gestäupten Herrn v. Wesch- Pfennig unter seinen schützenden Mantel nahm, ist um so mehr zu verstehen, weil dieser Geistliche, als er gegen das Wählrecht hetzte, einen Herzenswunsch seiner Oberhirten erfüllte: Die„Frkf. Ztg." veröffentlichte dieser Tage ein Rundschreiben des Erzbischöflichen Generalvikarigts, worin die katholische Geistlichkeit ermuntert wurde, sich ähnlich wie der Klerus eines gewissen Dekanats gegen die„u n ch r i st l i ch e n Lehren von der Volkssouveräni- t ä t, von der Gleichberechtigung aller, von der Gleich- heit aller Stände" zu betätigen; der Kardinal wünsche, daß die in der Entschließung jenes Dekanats ausgesprochenen Grund- sätze„allenthalben in katholischen Kreisen herrschen mögen". Keine �ntlaffung der alten Landsiürmer. Der Abq. Dr. Müller-Meiningen war wiederum wegen einer eventuell möglicken Entlassung der ältesten Jahrgänge des Land- sturms beim preußisÄen Kriegsministerium vorstellig geworden. In der Antwort, die vom 24. August datiert ist, heißt es: „Auf den Antrag wegen Entlassung der Jahrgänge 1870—72 wird mitgeteilt, daß das Kriegsministerium von se nem wiederholt zum Ausdruck gebrachten Standpunkt nicht abweichen kann. Eine Entlassung auch nur eines Teiles des Jahrganges 1870 ist für absehbare Zeit unmöglich. Der verlretenen Ansicht, daß durch eine Teileutlassung die Stimmung zum Durchhalten ge- stärkt würde, vermag das Kriegsministerium nicht beizutreten, da im Gegenteil eine derartige Maßnahme unberechtigte Hoffnungen bei vielen wecken würde, die in unzähligen weiteren zwecklosen An- trägen zum Ausdruck komme." Industrie und Kandel. Kricgswuchcrrccht gegen Tabakwucher. Der Deutsche Tabakverein schreibt uns: Viele Raucher sind geneigt, die Schuld an den maßlos hohen Preisen, die ihnen jetzt häufig im Kleinhandel für Zigarren abverlangt werden, den Zigarrenherstellern oder Zigarrenhändlern zuzuschreiben. Dem- gegenüber muß darauf hingewiesen werden, daß infolge der großen Anforderungen seitens der Heeresverwaltung die Nachfrage das Angebot, und zwar gerade in den billigen Preislagen, bei weitem übersteigt, und daß ein sehr erheblicher Kettenhandel, der sich leider auch in den Geschäftsverkehr mit Tabakerzeugnissen ein- genistet hat, diese Lage ausnutzt und die Preise in unverantwon- licher Weise in die Höhe schraubt. Herstellerpreisc über 500 M. bis 000 M. für das Tausend Zigarren waren in Friedenszeiten Phantasiepreise und sindauchhcutenichtgerechtfertigt. Es liegt aber anderseits auch aus der Hand, daß zu Friedenspreisen heute Zigarren nicht mehr zu haben sind: denn erstens ist Tabak fast gar nicht mehr zu bekommen, der holländisch« Guldenkurs hat den Einkaufspreis um das Mehrfache verteuert, und» sämtliche Ge- stehungskosten sind ungeheuer gestiegen. Es dürste sich für den Zigarrenraucher empfehlen, daß er Zigarrenvcrkäufer, von denen er sich übervorteilt glaubt, der an dem betreffenden Orte bestehen- den PrcisprUfnngsstclle zur Untersuchung namhaft macht. Nur so kann unberechtigten Preisauswüchsen, die vom Standpunkt des ehrbaren Herstellers und Verkäufers aus, wie auch ganz besonders im Interesse der Verbraucher auf das lebhafteste zu beklagen sind, wirksam gesteuert werden,_ Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Die Vereinigten Chemischen Werke A.-G., Charlottcnbnrg, verteilen wiederum 27 Proz. Dividend« und 18 Proz. Extrazuwei- jung, insgesamt also von 45 Proz. Glückliche Aktionäre! Lekte Nackr'chten. Ter italienische Kongreß gegen Turati. Lugano, 5. September. Wie berichtet wird, endete der Kou- greß der italienischen Sozialisten in Rom mit deiji Sieg der Extrem: st en. Es ergäben sich 14015 Stimmen gegen Turati. Heute fand die Wahl der neuen Parteiführer statt und auch gleichzeitig die Wahl der Mitglieder für die Direktion dcS „Avanti". Die Verhaftung Jlieskns. Bukarest, 5. September.(MTB) Ein Funkspruch aus Lyon meldet am 22. August, daß die deutschen Militärbehör- den bei General Jliesku in Bukarest eine Haussuchung vorgenom- men hätten. Die Meldung entspricht nicht den Tatsachen. Die Haussuchung wurde nicht durch die deutschen Militärbehörden, auch nicht auf deren Veranlassung, sondern durch den rumänischen parlamentarischen Untersuchungsausschuß vor- genommen, der mit der Feststellung der Verbrechen der ehemaligen rumänischen Minister, die das Land gegen den Willen des größten Teils der Bevölkerung in den unglücklichen Krieg stürzten, beauf- tragt ist. Die Haussuchung ergab ein derartig belastendes Mate- rial für die gemeinsten Vergehen General Jlieskus, daß der Untersuchungsausschuß einen Haftbefehl gegen ihn erließ. Entsprungener Raubmörder. Oppeln, 5. September. Gestern früh gelang es dem Raub- mörder Chlebiorr, der wegen zweifackicn Raubmordes zum Tode und zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, mit zwei Mitgefangenen aus dem Gefängnis zu ent» fliehen. Auf seine Wiedcrergreifung ist eine hohe Belohnung ausgesetzt. OewerkschBsöFWMNg Vsrbandsvorstand und Verbandsbcirat des Tentsche» Bauarbeitcrverbaudss waren kürzlich in Leipzig versammelt, um sich mit dem Stand der Organisation und der Notlage der Mitglieder zu beschäs- tigert. Nach einem Bericht des„Grundstein" verwies der Becbandsvor- sitzende Paeplow darauf, dasi die Organisation sich im letzten Jahre nicht in so stark aufsteigender Linie bewegt habe wie manche anderen Gewerkschaften. Das habe seinen Grund in den ungün- stigen Umständen des Baugewerbes. Am Schlüsse des zlocUen Ouartals habe die Organisation 83 4S4 Mitglieder gehabt gegen 79 872 in der gleichen Zeit des Vorjahres; 39 891 im Jahre 1913, 196 989 im Jahre 1915 und 399 562 im Jahre 1914. Neu auf- genommen wurden im ersten Quartal diese» Jahres 6112, im zweiten Quartal 6669 Mitglieder. In der gleichen Zeit gingen der Lrgani- sation 2548 bzw. 2778 Mitglieder durch Austritte, Sterbefälle usw. verloren. Zum Heeresdienst einberufen waren bis zum Schluß des zweiten Quartals dieses Jabres 2 91 3 2 8 Mitglieder. Günstiger als der Mitgliederswnd sei der Stand der i- n a n z c n. Nachdem die Or>ranisation in den Jahren 1914, 1915 und 1916 infolge hoher Unterstützunasausgaben und geringer t?in- nahmen von dem bis zum Jahre 1913 angesammelten Hauptkassen- vermögen nahezu 2 Millionen Mark verloren hatte, seien in den letzten anderthalb Jahren wieder über 1)4 Millionen gc- Wonnen worden. Zur Notlage der Kollegen konnte der Verbandsvor- sitzende mitteilen, daß am 9. September über die Gewährung einer weiteren Teuerungszulage verhandelt werden solle und daß der Ar- beitgebcrbund im Anschluß an diese Verhandlungen eine Bundes- generalvecsammlung abhalten werde. Zoll alle Beiratsmitglicder berichteten von einer starken Er- regung, die sich unter den Bauarbeitern im Lande seit Wochen in steigendem Maße bemerkbar macht. ES sei unter den Kollegen in- folge der Starrheit der Vertragsbestimmungen über die Lötfme, die den gegenwärtigen, ganz außergewöhnlichen und sich fast jeden Tag ändernden Verhältnissen in gar keiner Weise Rechnung trügen, eine Abneigung gegen den Tarifvertran selber im Wachsen. Bei den ständig in geradezu wahnsinniger Weise steigenden Preisen wirkten die Hinweise der Unternehmer und der Kriegsämter auf den Buch- stoben des Tarifvertrages aufreizend auf die Kollegen. Hin- weise der Organisationsvertreier auf den Tarifvertrag und dar- auf, daß sie erst im Oktober neue Zulagen zu beanspruchen hätten, nützte aar nichts. Von allen Rednern wurde erklärt, daß eine sehr erheblich weitere Zulage nötig fei, um den Bauarbeitern den Winter über auch nur die F r i st u n g der nackten E x i st e n z zu er- möglichen.___ Glasarbcitcrvcrband im Jahre 1!U7. Der Aufstieg der Mitgliederzabl, den fast alle Gewerkschaften zu verzeichnen baben, zeigt sich auch im Zentralverband der Glas-' arbeiter Deutschlands. Das Jahr 1916 schloß mit einem Mit- gliederbestand von 6393. Bi? zum Schließ des Jahres 1917 hatte sich die Mitgliederzahl auf 7361 erhöht, und im zweiten Quartal 1918 war sie auf rund 8669 angewachsen. Biß zu diesem Zeitpunkt waren 11 760 Verba nd S m i tgl ie de r zum Heeresdienst«iuberufen. Der vermehrten Mitglicderzabl entsvrechend, sind die Ein- nahmen der Verbandskasse von 184 927 M. auf 297 971 M. gc- sriegeki. Die Ausgaben erhöhten sich von 119 393 M. auf 137 511 Mark. Die ArbeiiSloscnunterstützuiig erforderte 3649 M., daS ist eine Mehrausgabe von 2276 M. gegenüber dem Vorjahr. An Sterbegeld wurden 5441 M.(1397 M. mehr) und für Kranken- Unterstützung 29 525 M. s2313 M. mehr) ausgegeben. In dom Verhältnis der Uniernehmerorganisationen zum MaSavbeiterverband ist während des Krieges eine Aenderung zum Besseren eingetreten. Während es die Unternehmer vor dem Kriege � ablehnten, den Verband offiziell anzuerkennen, nahmen die Orga- nisationen der Glasindustriellen während des Krieges die durch die Teuerung notwendig gewordenen Forderungen auf Lohnerhöhung entgegen und kamen im Verhandlungswege fast immer zu einer! Verständigung mit der Arbeiterorganisation. Besonders war dies' der Fall in der Flasch. nindustrie. Allerdings zeigten die Unter- nehmer kein volles Verständnis für die Notlage der Arbeiier, die ein größeres Entgegenkommen erwartet hatten. Da die Erzeug- nisse der Glasindustrie im Preise gewaltig gestiegen sind, wäre eS den Unternehmern wohl möglich gewesen, mehr zu bewilligen.— Weniger günstig verliefen die Verhandlungen mit den Unter- nehmern der Beleuchtungs- und Weißglashütten.— In der FassonglaSbranche hat der Verband einen schwierigen Kampf um die Durchführung der Zlrbeitcrfordcrungeu aufnehmen müssen. In dieser Branche waren die Lohn- und Arbeitsbedingungen besonders schlecht. Aber es gelang, recht erbebliche Lohnaufbesserungen durchzuführen.— Die größten Fortschritte im Lohn machten die Glasarbeiter, welche Fieberthermometer herstellen. Unter Mit- Wirkung der zuständigen Behörden kam ein Tarifabschluß zu- stände, der den Lohn um das Dreifache des Standes vor dem Kriege steigerte.—• In allen Branchen und Betrieben der weitverzweigten Glasindustrie wurden Lohnbewegungen durchgeführt, die. zwar nicht alle Forderungen der Arbeiter erfüllten, aber doch immer nennenswerte Verbcsserungen brachten. Prügelnde Grubenbcamte. Wir lesen in der..Bcrgacbeiter-Zeitung": Von mehreren Zechen sind uns in jüngster Zeit Klagen zugegangen über Betriebshsamte, die sich schon nicht mehr damit begnügen, ihre schlechte Erziehung durch unflätige SÄimpfwortc zu verraten, sondern die zu Tätlich- leiten gegen Arbeiter übergehen. Ob die Herren glauben, durch Prügel die„Stimmung heben" zu müssen, wissen wir nicht. Im allgemeinen können wir den Arbeitern nur raren: Wehrt euch! Schlagen ist verboten! Wiederschlagen aber nicht! Wer sich ge- duldig prügeln läßt, nun, der muß wohl Gefallen daran finden. Wenn allerdings der Prügler ein erwachsener, starker Mensch, der Geprügelte ein schwächlicher, fast noch kindlicher, jugendlicher Mensch ist, so kann dieier sich selbst nicht helfen, dann müssen die Eltern oder die Mitarbeiter de» Mißhandelten den Prügelhelden zur Rechen- schaft ziehen. Die Beamten haben kein Züchtigungsrecht gegenüber Arbeitern! Maßen sich schlcchterzogene Beamten dieses Recht an, dann muß dem sofort entgegengetreten werden. Ucbrigens fragen wir: dient es dem Ansehen der Beamten, wenn sie sich zu Schimp- fern und Priiglcrn herabwürdigen? Unter keinen Umständen! Die unteren Grubcnbeamkn bemühen sich seit geraumer Zeit, gegenüber den Zechenbesitzern eine bessere Rechtsstellung zu erhalten. Tie Rechtsverhältnisse der Steiger sind wahrhaftig ihrer Verantwortung-- reichen Stellung nicht würdig. Die geistig regsamsten unter den Steigern haben auch längst erkannt, daß eine Verbesserung ihrer AnstellungSbedingungen nur erzielt werden kann durch den organi- satorischen Zusammenschluß. Also dasselbe Mittel, das auch die Grubenarbeiter zur Abhilfe der sie drückenden Mißstände benutzen müssen. Diese Beamten wissen auch recht gut, daß sie mit den Ar- beitern gemeinsame Interessen zu wahren haben, und deshalb ein Veriraüen-verhältnis mit den Arbeitern zu Pflegen haben. Von diesen einsichtigen Beamten erwarten wir, daß sie ihre schimpf- und prügellustigcn Kollegen— es sind erfreulicherweise nur wenige im Verhältnis zu der großen Masse der Bctriebsbeamten— zur Ordnung rufen...,_ Der Zcntralverband der Fleischer hielt am 3. September eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab. Die Abrechnung vom Juli und August ergab eine Einnahme von 4328,19 M. und eine AilSaabe von 1128,09 M. An die Hauplkasse wurden 2435,91 M. gesandt. Tie Nachsroge noch Gesellen ist in letzter Zeil schwach gewesen. In mehreren Großbetrieben sind En!- lassungen wegen Mangels an Rohmaterial vorgenommen. Die Zahl der Arbeitslosen ist sehr hoch. Die fleischlosen Wochen haben die Arbeitslosigkeit vermehrt. Aussichten auf bessere Verhältnisse sind wenig vorhanden. In den Konservenfabriken ist ebenfalls wenig zu tnn. Die Organisation bat sich trotz der ichlcchten Verhällnisse gut gehalten. In der BerichlSzeit konnten 157 Neuauinabmen gemacht werden. Leider sind in derselben Zeil eine erhebliche Zahl Mit- gliedcr zum Militär eingezogen. Soziales. Borfchlägc für eine Bundcsratsvcrordnung über den Mieterschutz. Die zum Schutze der Mieter am 26. Juli 1917 erlassene Bun- deSratSverordnung hat sich als nicht ausreichend erwiesen, um der bestehenden Mieternot wirksam zu begegnen. Die Arbeitsgemein. schaft freier Angestelltenverbände hat oeshalb im Anschluß an eine eingehende Erhebung in diesen Tagen dem Herrn Reichskanzler den" Vorschlag gemacht, die Verordnung von 1917 nach folgenden Grundsätzen zu erweitern: 1. Die Errichtung der Mietcinigungsämter ist für alle Gemein- den mit mindesten- 19 999 Einwohnern obligatorisch einzuführen. Tie kleineren Gemeinden bilden gemeinsam Bezirks-Mietseini- gungsämter. Die BundeSraisverordnung vom 15. September 1917 (R.G.Bl. S. 834), wonach auch die Amtsgerichte einstweilen al- Einigungsämter tätig sein können, wird aufgehoben. 2. Die Besetzung der Beisitzerposten erfolgt nach Vorschlagslisten der Mieter und Vermieter, zu deren Einreichuug öffcnt:ch aufgefordert wird. Die im§ 4 der Bundesratverordnmeg vom 26. Juli 1917 ent- Haltens Bestimmung, wonach der Vorsitzende de» MicteinigungS- amtes Jurist sein muß. wird aufgehoben. 3. Tie Verhandlungen der Mieteinigungsämtcr sind im all- gemeinen öffentlich, doch kann in besonderen Fällen das Am: den Ausschluß der Oefsentlichkeit beschließen. 4. Ter Vermieter ist verpflichtet, in folgenden, das MictSv"'.-- hältnis betreffenden Fällen und zwar vor Abschluß vertraglicher Vereinbarungen mst einem Mieter die Genehmigung des digen Mieteinigungsamtes einzuholen: a) bei allen Kündigungen, d) bei Aenderungcn bestehender Mietverträge, c) bei Abschluß neuer Mietverträge, ct) bei Verlängerung der ohne Kündigungsfrist ablaufenden Mietverträge. DaS Mietcinigüngsamt hat in jedem. Falle die Festsetzung eines angemessenen Mietpreises und*die billige Regelung der Der- tragsbcdingungen herbeizuführen. 5. Tie AuSschveibung besetzter Mieträume ist erst nach Ge- itehmiguug der Kündigung durch daS Mieteinigungsamt zulä! 6. Die BundeSratSvcrordnung betreffend den Mieterschutz sin- den auch auf die Aftermietcr und Lic Vermietung möblierter Räume Anwendung. 7. Den Gemeinden steht das Recht der Beschlagnahme unbcsetz- ter zum Wohnen geeigneter Räume zu. 8. Die Kündigung und Zinserhöhung von Hhvotheken. sowie die Verlängerung abgelaufener Hppotheken unterstehen der Gench- migungSpflicht und Entscheidung der HypoihekencinigungSämter. Versicherungspflicht im Auslände. DaS Reichsversicherungsamt fällte eine grundsätzliche Eni- scheidung in einer Angelegenheit, welche eine Aktiengesellschaft aus Kiel betraf. Diese Gesellschaft, welche mit ihrem Betriebe einer Berufsgenosscnschaft angehörte, halte von dem VerwaltungSchcf bei dem Generalgouvernement Warschau als Vertreter des Deutschen Reichs die Ausführung von Straßenbauarbeitcn in Russisch- Polen im.Werte von einigen Millionen Mark übertragen erhalten. Die Berufsgenossenschaft hatte in der Annahme, daß die Arbcimn als unselbständiger Bestandteil oder Ausstrahlung des inländischen Betriebes der Firma anzusehen seien, die Firma zur Zahlung den UnfallversichcrungSbeiträgen für die Arbeiten herangezogen. Jus die Beschwerde der Firma hat daS OSerSersicherungiamt entsö den, daß die Arbeiten der Firma in Russisch-Polen der Versi:- rung bei der fraglichen BeruiSgenosscn'chast nicht unterließen; nici't die Firma, sondern daS Deutsche Reich sei als Unternehmer der Arbeilen anzusehen. Das ReidhsvcnieferungZamt nah in aber an, daß die Firma für die betreffenden Arbeiten Bersichsrungsbciteäge an die in Frage kommende Bcrufsgenossenscl>aft zn zahlen ha.ie und führte u. a. auS, bedenklich sei die Annahme, daß das De.iche Reich und nickst die Firma als Unternehmer in Betracht t.-mmö. Ten, inländischen Betriebe der Firma können aber die Arbeiten versicherungsrecbtlich n;r die deussche soziale Versicherung gelte das Territorialprinzip, an den politischen Grenzen des Reichs ende das Geltungsgebiet der Versicherung. Die strenge Durchführung dieses Grundsätze- würde aber insofern zu Härten führen, als danach Arbeiter, die von dem Unternehmer zur Ausführung einer Arbeit über die Grenze geschickt werden, während ihres dortigen Aufenthalts unversichert seien würden. Zur Vermeidung solcher Härten sei von einer Ausstrahlungstheorie aus- zugehen.. Danach unterliegen Arbeiten im Auslände der deutschen Versicherung, sofern sie ledialich als unselbständiger Bestandt"' eines inländiichen Betriebes anzusehen seien. Die Verhältnii'e deS Krieges haben dazu geführt, den AuSstrahlungSbcgriff möglichst auszudehnen. Die fraglichen Arbeiten können nicht als AuSstrah. lung des inländischen Betriebes angeiehen werden, da außer den Aufsichtspersonen nur Arbeiter fremder Staatsangehörigkeit ange» nommen wurden. Wenn aber eine BeruiZgenossenschast im Ein- Verständnis mit dem Unternehmer die Arbeiten als versichert an- gesehen und behandelt hatte, so liege ein formellrechtlicheS Versicherungsverhältnis vor, welches solange bestehe, bis die Beruf-- genosscnschaft oder der Unternehmer Widerspruch dagegen erdebc.:. Ber-nilwortlich I2r Politik: Sri» Snitnrr, Berlin: für den übrigen Teil des Blatte!: ellfrrb e»oli, NeuwLn: für Anzeigen: Throdor<>!ugc, Berlin. Berlag: DortvüriZ-Berlag N. m b. H., Berlin. Trust: BorwärtS.t'ucbdrusteroi und LerlagSanflalt Paul Einger u. Co. in Berlin. Lindenllrabe 3. Hierzu 1 Beilage und UiKcrönttiuinSMart. Dirofction Mas.Reinhardt. Deutsches Theater 7 Uhr: Was Ihr wollt. Sonnab. T Uhr: Othello. Kammerspiele 8 Uhr: Ii-»In Sonnabend 8 Uhr: Hanneles Hinimelfahrl Volksbühne Theater am Bülowplatz. Direktion Friedrich Kayßler. 71/. Uhr: Merlin. Theater iKöniggrätzer Str. 8 Uhr: I>Te Schwestern und der Fremde. Komödienhaus 8 Uhr: Die Zarin. Berliner Theater 7U U.: Blltzblancs Blut. Trianon-Theater. Bhf. Friedrichstr.Ztr.4927. 2391 8 Uhr. Ida Wüst in; Der Scbetisschiler. iMorg. Sonnab. fl.4 U., kl. Pr.: Schneewittchen. Sonnt, nm.'1,4 U., kl. Preise: Johann! stcucr. Mittw. tz.4 Uhr: Rotküppchen. Tlieater iler Frietlrlslisfailt. Kcke Friedrich- u. Linionstr. 7'l, Uhr. Tägl.: Nord. 8050. Kaiserplatz 3, 1 Tr. Hin lust Stück m. Musik v. Laufs v. HSIIendcrif. Georg. L, Holms. Sonntag 31;, Uhr: juxend. Rose-Theater. Tl, Uhr: Fräulein SeMelsfEriiiDg Reichstialien-Theater. Abends 7'/, Uhr u. SonntEgs-! Nachmittag 3 Uhr: SteUiuer Sänger.| Idachmittags ermäßigte Preise! Theater für Freitag, 6. September. Central-Theater I-ustspielhauw 7v. uhn ffie CsardasMn. Die spanisslie Fliege. Ocntsches OpcrnhauM 7 uhr: Die Fledermaus Friedrich-Wlihelmst. Theater �.vw-gzzijrejMrjiW. Kleines Theater s uhr: Liebelei. Komische Oper 71, u.: SelimwalÄ!. Stg. 3'/, U,: SchwErzwaldmäriel. Metropol-Theater Uhr: Die Hose von MM. Neues Operettenhaus 7 v.uhr: Das sößc Mädel. Sonnt. 3 Uhr: Der Obersteiger EteHldenz-Theater ''/« tThr: jü!� M Wchllier-Th. Charl. Uhr: PlßlTEr?Cll IUI Thalia-Theater u�Mr�rWeMlM Theater am Noilendorlplatz 7 Uhr': Theitfer des Westens � Die lustige Wilws mit Guido Thielscher. Waüner-Theater U/a Uhr: Hilda Garden in ihren Tänzen. DasGeisterienster Dlusionsakt. Georg Bauer Stegreiidichter sowie s> A Tollst&ndig Casino-Theater Lothringer Str. 37. Tägl. V.B II. Der neue«chlager iiuii tuu;i itim iuic Berliner Pojje in 3 Allen. Vorher erstkl. Zpezialitäten. U.a.: Grete Linds Menschenaffen. Sonnt. S1/,: Eine slückliche Ehe. iNATlONAL-THEATERi A Dcafsch-Amerik. Theater— CSpenicker Str. 68. � Kassentelophon: Moritzplatz 9344. � Sonnabend, den 7. September, 7 Uhr: fl Ui-auffüfcrung: Prinzenliebe. Operette in 3 Akt. v. Schätzler-Perasini. Gesangsteste<[ v.Will Stoinberg. Tänze v. kgL BaUettm. Mangelsdorf. Musik von Walter Bromme. Achill XVI. Erbprinz von Eukow Kraokenburg...... Hans Saal Prinzessin Carolat, seine Base.. Anneliese Nellen Graf Cvprian v. Schnakenbach, Uofmarschall...... Heinz Mehr Amathusia v. Schwächlich, geb. v. Bärenklau, Hofdame der ■ Prinzessin... Marie Grimm-Einödshofer Bricco-Bracco, Ballettmeister der fürstlichen Buhne.... Harl Wessel Frank Uarisson. Solotänzer... Heinz Dietrich Aranka Erdössy. PrimabaUorina. Agnes Zanton Georgetta, Zofe bei Aranka... Liesel Antonoft Der Theaterinspizient..... Hans Alberti Preime der Platze: 10. 8. 6.50, 5.50, 4, 3.50. 2 M. Vorverkauf A. Wertheim, Tietz, Invalidendank. Fahrverbinriungen: Untergrundbahn Inselbrücke, Stadtbahn Jan n owitzb rücke; 83, 87, 88, 19, 11, 1, 2, 3, 4, 6, 22, 29, 36, 28, 45, 46, 49,!0. i Berliner BrofeMbeofer Kastanienallee 7— 9. Heute Militllr-Boppei-KßBzert unter Mitwirkung t>er besann- tcslenKinodnrifellcrl.ea Feukeri, Herbert FaulniilMer, PaulWester- meior, Hella Moja, Totti Neu- marn. Hedüa Warnon usw. Ädmiraispaiast ?'/. Uhr: Die?rittzessiw! voti Tragant. Sajdah. Deutsche Tänze ee»»»ee®@esi#ee»«0 fioMspidhäiis GrcSeFrariAfsficr Strafe 25 a. d. Andreaastraße Bis Montag; JH? Brstia vm Ssraifi«. Ein Lied vonl.iob u. Leid. Anfaiiif 5 l'hr. ———— Die tve BIdtter EINE MONATSSCHRIFT heraasgeg, von Rene Schicke! e Waihalia-Theater. Uhr: Donauliebchen. Friodrichstr. 218 Dir.: James Klein. 7!), Sonnt ST. u. 73/4 1 iSepiember- bicii Nationen! Sherlock Holmes der mexikanische AusbrechQrkönig. I-eb. 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