Nr. 839. SS. Jahrg. Bezugspreis: SierteliShr�L.tVMI. uwmUU.SOVH. frei ins HauS, vorZuS�ahlbcrr. Einzeln« Nummern 10 Bfennig. Postbezug: Wonalilch.vomPostschalter abzuholen 1,80 MI, vom ÄriesträgerinS HauS oe- bracht l.SS Ml. Unter Kreuzband mr Denttchland und Oesterreich. Ungarn S.— Ml, Mr das übrige Ausland V.so Mt. monatlich. Versand ins Feld beidtrelter Bestellung monalL 2,— M!. Postbestellungen nehmen an Düne- marl, Holland. Luxemburg, Schweden und dt» Schweiz. Singetragen in dt« Posl-Zciwngs-Breisltst«. Erscheint täglich. Telegramm- Adresse: »Sozialdemokrat Berlin' Veelmev Volksbl�K. Zcntfalorgan der rozialdemokfatifchcn parte» Deutfcblands. ( 10 Pfennig") SluzeigeupreiS, DleslebengewaltencKolonelzsIIekofiet 80 Psg.»Klein« Anzeigen", daS s-tig-druckle Wort S0 Psg. szulüssig li fettgcdruckie Worte). iedcS weiter« Wo« IS Psg. Stellengesuche und Schlafstellenmizeigen das ersie Wort 20 Psg.. jed,s weitere Wort 10 Psg. Worte über Ik Buchstabe» zählen sür zwei Worte. TeuerungSzuschlag S0»/» gamilien-iwzeigen, volitische und gewerkschaftliche Berein«- Anzeigen «0 Psg. die geile, Anzeigen sür die nächste Nummer müssen bi« S Uhr nachmittags im Hauvtgeschäst. ZZcrlm SW.S8, LmdsnsKatze», abiegeöen werden. AeSfsnet von S Uhr früh bi» 7 Uhr abend«. Neöaktion: SW. 6$, LwSenftraße Z. Fernsprecher: Zltnt Moritzplatz. Sir. ISl gv— Ii!»»7. Freitag, de« SO. September 1S18. Expeüitto»: SW. öS» �inüsnstraße Z. Fernsprecher: Amt Moritzplatz. Nr. 16190— 1»1 S7. Italien lehnt Kurians Vorschlag ab. Zuvor Anerkennung üer italienischen /lnspriiche. Rom, 15. September. Ageuzia Stefani veröffentlicht folgende Note: Bis jetzt hatte die italienische Regierung von der österreichischen Friedensnote nur Kenntnis aus den Veröffent- lichungen der Telegvapihenagenturen. Wenn indes der von dem Wiener K. K. Telegr.-Kprr.-Bureau verbreitete Text genau ist. so mutz die italienische Regierung betonen, datz der österreichische Vor- schlag darauf abzielt, einen V o r w a n d für Friedensverhandlungen zu schaffen ohne irgendwelche greifbare Unterlage und ohne die Wahrscheinlichkeit eine? tatsächlichen Erfolges. Die neuerlichen Erklärungen der österreichisch-ungarischen und deutschen Staatsmänner, die jedes Zugeständnis auSschlietzen und die Verträge von Brest-LitowSk und Bukarest als endgültig bestätigen möchten, machen jede zweckdienliche Gr- öffnung von Verhandlungei unmöglich. Die Entente und die Ver- einigten Staaten lietzen ihre lebhafte' Bereitwilligkeit zu einem gerechten Frieden offen erkennen und gleichzeitig auch die wesint» lichen Grundlagen, auf denen dieser Friede aufgebaut sein muh. Ueber diese Punkte sagt die österreichische Note nicht ein Wort, be- sonders auch darüber nicht, was sich auf die unmittelbaren italienischen Ansprüche bezieht. Diese sind der österceichi- sehen Regierung wohl bekannt, ebenso wie sie von den Alliierten anerkannt wurden. Sie schlietzen in sich ein die Erfüllung der völkischen Einheit durch Freigabe jener italienische« Bolksstämmr, die bis jetzt unter Oesterreich standen, sowie die Verwirklichung der Bedingungen, die für Italiens Sicherheit unumgänglich notwendig find. Solange die österreichische Regierung nicht zeigt, datz auch sie diese besonderen Ziele anerkennt, ebenso wie die an- deren allgemeinen und besonderen Ziele, für die alle Alliierten vereint kämpfen, so lange wird Italien nicht vom Kampfe ablassen, um die Menschheit zu einer besseren und gesicherteren Grundlage zu führen durch einen dauerhaften Frieden, der auf Freiheit und Gerechtigkeit errichtet ist. Der langen Rede kurzer Sinn ist also der, datz Italien an seinen Eroberungsabsichten festhält. Diese gehen über den Anspruch auf die italienisch sprechenden Gebiete Oesterreichs erheblich hinaus, wie die daneben erhobene Forderung auf weitere Grenzsicherungen unzweideutig erkennen lätzt. Diese Grenzsicherungen bedeuten aber die Einverleibung südslawischen Gebietes nach Italien, eine Forderung, die von den Bewohnern dieser Gebiete leidenschaftlich be» kämpft wird und mit Selbstbestimmungsrecht der Völker nicht das mindeste zu tun hat. Damit sind auch die Menschheits» und Gcrechtigkeitsphrasen der Note hinreichend gekennzeichnet. Ueberreichnng der österreichischen Note in Pari?. Paris, 19. September. Der schweizerische Gesandte Dunant bat der f r a n z S si s ch en R e g i e ru n g am Mitt- woch die Note der Wiener Regierung mitgeteilt. öaku im Nammen. Protest der russischen Regierung. Wie wir aus der russischen Botschaft erfahren, ist bort sol- gendrS Telegramm- aus Moskau eingelaufen: Die Meldung, wonach Baku von den Türken genommen ist, bestätigt sich. Obwohl von türkischer Seite der Versuch gemacht wird, zu beweise», daß die Schuld an der Einnahme Baku», nicht auf sie, sondern auf die Tataren von Aserbeidschan sollt, so ändert doch dieser Umstand vom russischen Standpunkt auS nichts an der Wertung der Tatsachen. In Baku finden Explosionen statt, die Stadt ist von einer F-nerSbrunst ergriffen. Diese Mitteilung erweckt in russischen Regierun'gSkrrisen außerordentlich ernst« Besorgnisse. Bekanntlich war die ganze Schiffahrt auf dem Kaspischrn Meere und auf der Wolga so- wir die ganze Industrie auf daS Raphtha von Baku ange- wiesen. Die Bernichtung der Erdöl-Erzeugung von Baku lähmt auf lange Zeit die ganze ruf- fische Industrie. Andererseits wird in rnsfischen RegierungSkreisen der Besetzung VaknS auch ernst e Politische Bedeutung beige- messen insofern, alS die Meinung vorherrscht, datz die Nicht. crfüllung dieser für Rußland höchst wichtigen Verpflichtung seitens Deutschlands in bedeutendem Maß auch Rußland von der Erfüllung der von ihm übernommenen Ber- pflichtungen befreit. Zugleich erhalten wir folgende Nachricht des Wiener K. u. K. Telsgr�-Korresp.-Dureaus: Unser Berichterstatter im Kaukasus drahtet: Die Sim, ahme von Baku weckt m allen islamitisch» Teilen de» Kaukasus grstz» Neue Feindesangriffe vor der Siegfried- front— Epehy und Roufsoy aufgegeben — Im übrigen der Feind abgewiesen— Zwischen Hargiconrt und Pontrn ein- gedrungene Australier zum Stehen gebracht L e r l i«, 19. September 1918, abends. Am tlich. Auf der gestrige« Schlachtfront zwischen de>n Walde von Havrincourt und der Somme beschränkte sich der Engländer auf heftige Teilangriffe, die überall abgewiesen wurden. Amtlich. Großes Hauptquartier, IL. Sev- temberlstl». iWTB) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppen Kr» n p r inz R np p rr cht und Boehn. Nordöstlich von B i k s ch o o t e säuberten wir Teile der in den Kämpfen vom 9. S. dem Feinde verbliebenen Graden- stücke und nahmen 136 Belgier gefangen. Rege ErkUndungStätigkeit zwischen Upern und La Bafför. Nördlich von ArmentitzreS und südlich vom La«Bafföe°Kanal wurden Teil- angriffe des Feindes abgewiesen. Im Abschnitt von MoenvreS »nd Havrincourt starler Brtilleriekampf; bei örtlichen Angriffen machten wir hier Gefangene. Der Engländer nahm feine Anariffe gegen unsere Stellungen vor der Siegsriedfront im Abschnitt vom Walde von Havrincourt bis zur Somme wieder auf. Die nördlich von Gouzraucourt und gegen den Ort selbst gerichteten Angriffe scheiterten vor»nserrn Linie». Deutsche Jäger-Regi. menter haben Gouzeaucourt zähe verteidigt. Buch zwischen Gouzemicourt und Hargirourt schlugen wir de« Engländer, der mit starken Kräften und Panzerwagen mehrfach anstürmte, ab. Epehy«nd Roussoy blieben nach wechselvollem Kampf in feiner Hand. Am Abend wiederholte der Feind auf dieser ganzen Front seine Angriffe; sie wurden überall abgewiesen. Zwischen Hnrgieonrt und Pontrn drangen A» st r a- l i e r in unsere Stellungen ein. Nach hartem Kampf gelang es, den über Hargiconrt und Pontrn vorstoßenden Feind westlich von Bellicourt-Bellenglise zum Stehen zubringen. Zwischen Omignon-Bach und der Somme griff der Engländer im Berein mit Franzosen an. Unter Einsatz starkerKrästr suchte rr auf St.Quentin und nördlich davon unsere Linien zu durchbrechen. Die bis zum Abend anhaltenden Kämpfe endeten mit vollem Miß- erfolg für den Gegner. In heftigen Kämpfen wurde der Feind in seine Ausgangsstellungen zurückgeworfen. Ostpreußische Regimenter und daS Elsaß-Lothringischc Jnsanterie-Regiment Nr.liil zeichnete» sich hier besonders auS. Südlich der Somme scheiterte ein Teilangriff der Franzose». Auf der 35 Kilometer breiten Angriffsfront stellten wir durch Gefangene 15 feindliche Di» Visionen fest. Heeresgruppe Deutsche, Kronprinz. Zwischen Ailette und AiSne nah« per Artilleriekampf am Nachmittage wieder beträchtliche Stärke an. Heftige Teilangriffe, die sich im besondere» gegen unsere Linien beiderseits der Straße Laffaux— Chavignon richteten, wurden abgewiesen. Heeresgruppe Gallwitz. An der CStes Lorraine lebte die GefechtStäligkeit auf. Kleinere Borseldkämpfe. Bei einem Borstoß auf ManheulleS machten wir Gefangene. Der Erste Generalquartirrmeistrr. Ludendorff. Der österreichische Bericht. Wie«, 19- September. Amtlich wird verlautbart: In den Sieben Gemeinde» anhaltend lebhafter Fenerkampf. Zwischen Brenta und Piave stellte der Feind nach schweren M i ß r r t o l g e u der Bortag« seine Angriffe ein. Unter den braven Truppen, die in den letzten Kämpfen, von ihrer Artillerie trefflich unterstützt, den immer wieder vorbrechenden Feind sieg» reich abgewehrt haben, verdienen die ungarischen Infanterie» Regimenter Rr. 39 und. 195 besondere Anrrlennmig. Bei Sandona wurde ei» nächtlicher UebergangSversnch durch unser Feuer abgewiesen. Der Chef des GeneralstabeS. Freude und lebhaftes Dankgefühl gegen den Sitz des Kalifats und die Truppen, die an der Einnahme der. genannten Stadt teilnahmen. Das 56. Regiment, unter idcin Befehl bon Fehmi Bei), hat sich in mehrstündigem, gegen die Engländer geliefertem Kampfe, Mann gegen Mann, besonders ausgezeichnet. Die Zahl der Gefangenen und die Beute ist beträchtlich. Die Wieder- herstellungSarbeiten an den Telegraphenleitungen machen cS un- möglich, nähere Einzelheiten über den Sieg von Baku mit- zuteilen. (Die Freude dürfte nach der oben wiedergegebenen russischen Maldung m Deutschbrnh nicht gang geteilt verde». B«d. d.«OMP/i Parlamentarismus unö Sozialdemokratie. Von FriedrichStampfer. j Die Sozialdemokratie ist eine Anhängerin des parlamentari- schen Rcgierungssystems, weil dieses für uns in Deutschland einen SchrittzurDemokratie bedeutet. Vor die Frage gestellt, ob der ausschlaggebende Einfluß im Reiche der ge- wählten Volksvertretung oder einem persönlichen'Regiment zu- fallen soll, kann sich die Sozialdemokratie nur für die Volks- Vertretung entscheiden. Die Volksvertretung übt ihre Macht au?, indem sie Regierungen, die ihr Vertrauen nicht besitzen, von ihrem Platze entfernt und dadurch die Ernennung einer Re- gierung, die mit dem Parlament zusammenarbeiten kann, not- wendig macht. Die Vcllksvcrtretung form einer Regierung von Beamten ebenso Vertrauen schenken, wie einer aus ihrer Mitte ernannten, entscheidend ist die Frage, ob die Regierung für ihren Fort- bestand vom Vertrauen der Volksvertretung ab- hängig ist oder nicht. In diesem Sinne haben wir schon wäh- rend des Krieges einen bedeutenden Schritt' zum parlamentari- scheu System gemacht, denn es kann kaum ein Zweifel daran bestehen, datz die Regierung Hertling ihre Entlassung nehmen würde, wenn sie eine geschlossene Reichstagsmehrheit offen gegen sich hätte. Trotzdem bleibt unser System ein hinkendes, weil es in der Frage der Vertrauensentziehung den: Parlament selbst die Initiative überläßt, während unter dem wirklichen parlamentari- schen System die Initiative der Regierung zufällt. Sie mutz sich dann in wiederholten Abstimmungen, namentlich bei Jnter- pellationen des Vertrauens der Volksvertretung immer wieder versichern: nur das ausgesprochene Vertrauen der Mehr- heit gibt ihr Halt und Stütze, während hierzulande erst daS ausgesprochene Mißtrauen des Parlaments der Regierung Anlaß gibt, von ihrem Amt zurückzutreten. Hätte Graf Hertling während seiner Amtsdauer in Abstimmungen des Reichstags um dessen Vertrauen ringen müssen, so hätte sich entweder hemnsgestellt, datz er sich über- Haupt auf keine Mehrheit mehr stützen kann oder daß diese Mehrheit eine andere ist als jene, welche man gemeinhin als d i e Reichstagsmehrheit zu bezeichnen pflegt. Dies hätte zur Klärung unsere politischen Verhältnisse viel beigetragen. Wenn die Sozialdemokratie eine Anhängerin des parla- mmtarischen Systems ist, so ist damit noch nicht gesagt, daß sie jede parlamentarische Regierung stützen muß. Bis zur Er- nennung des Grafen Hertling zum preußischen Ministerpräsidenten durfte die preußische N e g i e r u n g in weiten: Matze als eine parlamentarische gelten, denn ihre Zusammen- setzung entsprach im wesentlichen jener der Mehrheit des Drei- klassenparlaments. Die Sozialdemokratie hat die konservativen Regierungen Preutzens bekämpft, und sie würde das auch getan haben, wenn sich jene Regierungen, was sie vorsichtigerwcise nicht taten, nach autzenhin als parlamentarische dokumentiert hätten. Das zeigt deutlich, daß für unsere Stellung zur Regierung nicht ihr Charakter als einer parlamentarischen entscheidend ist, sau- dern ihre eigene Stellung zur Demokratie und zu unserem ge- samten sozialdemokratischen Programm. Würde heute im Reich eine reine parlamentarische Regierung gebildet werden, die sich auf die Rechte und die Mittel- Parteien stützt, so würden wir darin einen Fortschritt sehen, aber selbstverständlich würden wir diese Regierung bekämpfen in der Absicht/ eine andere parlamentarische an ihre Stelle zu setzen, die unseren Anschauungen und Forderungen mehr ent- gegen kommt. Daraus ergibt sich ganz von. selbst, datz dieSozial- demokratiedenEintrittindieRegierungnicht griindsählichablehnenkann. Hat sie für sich allein im Parlament die Mehrheit, so tritt an sie die P fl i cht heran, die Regierung aus ihrer Mitte zu bilden. Wollte sie aber ihren Eintritt in die Regierung davon abhängig machen, datz sie sich auf eine rein sozialdemokratische Mehrheit stützen kann, so würde das für die Zeit, in der sie sich noch in der Minder- heit befindet, einen Verzicht auf politisches Machteinflutz bedeuten. HaLen wir das parlamentarische System und sind Koalitionen nach links grundsätzlich unmöglich, so müssen sie unweigerlich nach recfitS gebildet werden. Wir würden auf solche Weise die Macht über das Reich und über die Arbeiter- klasse unseren Todfeinden geradezu aufdrängen. Die Entscheidung, ob die Koalition nach rechts oder ob sie nach links gebildet wird, hängt von dem Charakter der Mi t t e l p ar t e i en ab. Können wir Sozialdemokraten uns mit den Mittelpartsien zu einer wirklichen parlaumi- tarischen Regier ungs Mehrheit(wie sie bisher im Reiche noch nicht besteht) verbinden oder entspricht es dem Charakter fce? Mittelpartxieu ihran Anschluß rechts zu nehmen? Das ist die F r a g S 5 s r ä n g e n h Ii cf li dj e n politischen Situation. Auf keinen Fall lassen sich die bestehenden� politischen Schwierigkeiten dadurch lösen, daß ein paar Sozialdemo- kraten in die Regierung eintreten, im übrigen aber alles beim alten bleibt. Die„Natioualliberale Korre'spondenz" schreibt heute:„Würde sich die Sozialdemokratie jetzt entschließen, ebenso wie die anderen Parteien, die Verantwortung mitzu- übernehmen, so wäre damit nur eine Lage geschaffen, die bereits im Herbst 1317 ins Auge gefaßt wurde. Die Ver- breiterung der Regierungsgrundlage aber wäre entschieden ein Fortschritt." Auch die„Germania" läßt sich dahin ver- nehmen, daß eine weitere Parlamentarifierung auch unter dem jetzigen Reichskanzler möglich wäre. In solchen Aeuße- rangen zeigt sich eine vollständige Verkennung der gegebenen Situation und des Wesens der sozialdemokratischen Partei. Der Sozialdeniokratie kann nicht zugemutet iverden, äußerlich etwas zu verantworten, was sie innerlich vor ihrer Ueberzeugung, ihrem Gewissen, ihren Grundsätzen, ihren Anhängern nicht verantworten kann. Welche Grundsätze sie siir die äußere wie für die innere Politik für notwendig hält, das hat sie in zahlreichen oppositionellen Aeußerun- gen dargetau. Diese Opposition kann nicht dadurch beschwich- tigt werden, daß man ihren Trägern persönliches Eni- gegenkommen beweist, sondern nur dadurch, daß man ihren Anschauungen in weitgehendem Maße Rechnung trägt. Die Frage, die sich heute für die Mittelparteien stellt, lautet also nicht dahin, ob sie mit Sozialdemokraten in einer Regierung zusammenarbeiten können, sondern vielmehr da- hin, ob sie ei n e P o l i t i k zu treiben gewillt sind, für die die Sozialdemokratie die Mitverantwortung übernehmen kann. Es ist lächerlich, der Sozialdemokratie Vorwürfe zu machen, weil sie nicht auf jeden Ministerköder anbeißt, weil sie nicht parlamentarische Regierung um jeden Preis spielen »all. Eine Partei, die aus Ueberzeugung die Handlungen der Regierung kritisiert/ leistet sich selbst und' dem Volke viel bessere Dienste als eine, die nach dem Grundsatz„Mitgefan- gen, mitgehangen!" ohne, ja gegen ihre Ueberzeugung die Handlungen der Regierung verteidigt, bloß aus dem Grunde, weil sie selbst in ihr sitzt. Die gemeinsame Ueberzeugrmg bon her Notwendigkeit der nationalen Verteidigung bietet noch keine ausreichende Grund- läge zu enger gemeinsamer Arbeit. Denn bekanntlich bestehen über die beste Art, diese Verteidigung politisch zu führen, -wischen der Sozialdemokmtie und den Mittelparteien oder wesentlichen Teilen von ihnen tiefgehende Meinungs- Verschiedenheiten. Eine Partei, die ihre Stellung außerhalb der Regierung und außerhalb einer etwa neuzubildenden Re- aierungs Mehrheit nimmt, versagt sich damit auch noch nicht der nationalen Verteidigung, sondern gibt nnr ihrer Ueber- Zeugung Ausdruck, daß die von der Regierung ergriffenen und von ihrer Mehrheit gebilligten politischen Maßnahmen nicht die richtigen sind. Man soll also die Sozialdemokraten nicht fragen, welche Posten sie haben wollen, sondern wie eine Reichs- politikaussehen muß, für die sie die Mitverantwortung zu übernehmen bereit sind. Dieser Frage ausweichen, heißt, an dem entscheide.» den Punkt des in dtr Presse so eifrig be- handelten Problems vorbeigehen. Der Reichskanzler über Sie Ernährungspslitik. Antwort an Parteivorstand nnd Gewerkschaften. Auf die Eingabe des Parteivorstandes der sozialdemokrati- schen Partei und der Generalkommission der Gewerkschaften wegen der Fragen der Lebensmittelversorgung hat der Reichs- lanzler wie folgt geantwortet: Die Schwierigkeiten der Bersorgung mit Lebensmitteln, von denen die Eingabe vom S. September 1918 handeTt, werden von mir lebhast mitempfunden. Seit die Absicht der Feinde, Deutschland durch Hunger ga besiegen, hervortrat, bilden sie den Gegenstand der besonderen Aufmerksamkeit und Fürsorge der verantwortlichen Ztelien. Mit den Unterzeichnern der Eingabe und allen anderen Aevölkerungskreisen bin ich der Ansicht, daß alles geschehen muß, um die vorhandenen Zkahrungsmittel möglichst gleichmäßig zu verteilen und die aus dem Steigen der Preise erwachsen- den Lasten zu mildern. Die mit der Versorgung betrauten Aemter sind, unterstützt durch einen aus Mitgliedern der Parteien des Reichstags gebildeten Beirat, unablässig in dieser Richtung bemüht. Als Grund für die Teuerung' der Lebensmittel führt die Ein- gäbe die Politik des Kriegs? rnährungSamt-s an, die lediglich durch PrciZanreiz eine Erhöhung der Produktion zu erzielen versuche. Diese Ans- wssung beruht auf irrigen Voraussetzungen. Tie durch das W- schneiden der Zufuhr bewirkte Knappheit an Lebensmitteln und sonstigem Oeibensbedarf wirkt im Zusammenhang mit dem Mangel an Arbeitskräften, von denen ein erheblicher Teil durch die Krieg- führung unmittelbar in Anspruch genommen ist, naturnotwendig auf eine Steigerung aller Preis« hin. Die durch hohe Ein- nahmen und Löhne erhöhte Kaufkraft weiter Kreise nnd die Vermehrung der Gcldumlanfsmittel wirken in der gleichen Richtung. Demgegenüber ist die Poiltik der Regierung von Anfang an darauf gerichtet gewesen, die Preise für die hauptsächlichsten Lebensmittel aus erträglicher Höhe zu halten, mit dem Erfolg, daß die inländischen Preise, insbesondere für Getreide nnd Kartoffeln, durchweg wesentlich niedriger sind, als die des Auslandes, und daß bei einem der wichtigsten'Lebensmittel, der Kartoffel, der inländisch« Preis des Vorjahres in diesem Jahre in der Hauptsache hat beibehalten werden können. Bei Bemessung der Preis« d«r landwirtschaftlichen Erzeugnisse muß aber aus di» Erschwerniss« Rücksicht genommsn werden, mit denen die Landwirtschaft ivährend des Kri�es zu kämpfen hat. Durch Einziehung der Ar- beitskräfte, Aushebung der Pfecb«, Verringerung de- Viehbestan- des, Mangel an Dünger und sonstige Umstände sind ihre Betriebs- mittel geschwächt. In der Leitung de? Betriebes müssen die im Felde stehenden Männer vielfach von Frauen oder anderen ungeübten Kräften vertreten werde,!. Die Beschaffung von Arbeits- 'rasten, die Ergänzung und Instandhaltung des Inventars ist, wenn überhaupt, nur mit sehr erheblichen Kosten möglich. Ohne die Leistungen der Landwirtschaft wäre der Krieg längst verlören; die Erhaltung ihrer Leistungskrafi ist ein Lebensinterssse des deutschen Bolkts, das, wenn auch auf eine Hebung der Einsuhr aus dem Osten gehofft werden kann, in der Hauptsache auf die eigene Erzeugung anzclviesen bleibt. Es ist daher nicht einseitige Berücksichtigung der Produzenteninter- essen, wenn die Verantwortlichen Stellen bei Bemessung der Preise Ui kaMvkrtschafMchen Erzeugnisse diesen Mehrkosten und Er- schwerungen Rechnung tragen, sondern eine durch die Lage der Dinge gebotene, ebenso im Interesse der Verbraucher wie der Er- zeuger liegende Maßnahm«. Dem Umstand, daß die Preise auch bei sachgemäßem Ausgleich der entgegenstehenden Interessen eine schwere Belastung weiter Kreise, insbesondere der nicht zur Rüstungsindustrie zählenden Arbeiter, des Mittelstandes und der fest Besoldeten bsdenten, wird durch Beihilfen und Zulagen aus öffentlichen Mitteln nach Möglichkeit Rechnung getragen; die Aufwendungen hierfür haben bereits den Betrag vieler Milliarden erreicht. Ter Wucher und der Schleichhandel, die häßlichen Begleiter- scheinungen der Kriegswirtschaft, werden mit allem Nach- druck b e k ä m p jjst. Einen vollen Erfolg können die behördlichen Maßnahmen aber nur-dann erzielen, wenn sie von allen Volks- kreisen in ihrer Bedeutung verstanden und unterstützt werden. Tis Ernährungslage ist im abgelaufenen Wirtschaftsjahr im ganzen genommen unzweifelhaft besser gewesen als im vorher- gehenden. Auch im neuen Wirtschaftsjahr wird sie sich nicht ungünstiger stellen. Die Annahme, daß die Her- absetzung der Brotration eine dauernde sein soll, trifft nicht zu. Durch Anordnung der Brotstreckung vom 1. Oktober ab wird die Möglichkeit gewährt, wiederum die vorjährige Brotmenge aus- zugeben. Dagegen kann dem Wunsche, die Kartoffelratron zu er- höhen, zu meinem großen Bedauern jedenfalls zurzeit nicht'ent- sprachen werden. Die notwendigen Anordnungen und Maßnahmen zur Erfassung des gesamten Srnieüberschuffes sind getroffen. Be- vor sich aber die Ernte, für deren Ausfall die Witterung dieser Wochen von nachhaltigem Einfluß ist, nicht genügend übersehen läßt, kann die Inaussichtstellung einer höheren Wochenmenge nicht verantwortet werden. Ermöglicht es die Ernte, mehr als 7 Pfund ,5« geben, und gestattet die Transportlage das Abrollen der dadurch bedingten Mchrmengen, so wird nicht gezögert werden, eine Er- höhung vorzunehmen. Der Hinweis der Eingabe, daß es im ver- gangenen Jahre vielerorts möglich gewesen sei, im Schleich- Handel Kartoffeln über die öffentlich gegebene Menge hinaus zu erwerben, beweist nicht, daß die Ernte und di« Transportlage die allgemeine Zuteilung von mehr als 7 Pfund eirlanfct hätten. Der Rührigkeit des einzelnen, unterstützt durch Bieten unerlaubt hoher Preise, wird es vielfach gelingen, Mengen zu erfassen und zu befördern, die der öffentlichen Wirt- schaft entgehen; eS geschieht dies aber aus Kosten der ande- ren, wie sich auch im vergangenen Jahr gezeigt hat, indem g e- rade in Gegenden, aus denen im Schleichhandel Kartoffeln herausgezogen werden,»das Liefe- rungssoll nicht erfüllt werden konnte. Schwierigkeiten in der Ernährung werden auch im kommenden Jahr nicht ganz vermieden werden können; sie werden aber, lnie bisher, überwunden werden. Gegenüber allen Unzulänglichkeiten und Entbehrungen darf die gewaltige Tatsache nicht vergessen wer- den, daß die Aushungerungspläne der Feinde dank der ergriffenen Maßnahmen gescheitert sind. gez. v. Hertling. Wenn der Reichskanzler sagt, ohne die Leistungen der Land- Wirtschaft wäre der Krieg schon verloren, so ist das ebenso richtig, wie wenn behauptet wird, ohne die Leistungen der Armee und der Industrie, also überhaupt der Arbeiter im Waffen- und Arbeitsrock, wäre der Krieg schon verloren. Daß überall ge- schafft wird, ist selbstverständlich. Die Frage ist aber, ob die Opfer gleich verteilt sind und ob das, was in der Landwirtschaft produziert wird, auch restlos' zu den normierten Preisen e r- faßt wird. Nun sagt der Reichskanzler selbst, daß manche Gegenden mit ihren Kartofselliefcrungen hinter dem Soll zurückgeblieben sind, weil die Kartoffeln, statt zu den normierten Preisen erfaßt zu werden, zuWucherpreisenindenSchleichhandel übergingen. Aus seiner Antwort ist nicht ersichtlich, welche Matznahmen getroffen sind, um solche Praktiken, die ja nicht nur mit Kartoffeln geübt werden, zu verhindern. Sie versagt also in dem entscheidenden Punkt. Surian über feinen Schritt. „Allein unternommen." Wie», 18. September. Die.Parlamentskorrespondenz" meldet: Der Minister des Aeußern Graf Burian erklärte den deutschen Abgeordneten, die bei ihm in der Angelegenheit der Ein- berufung der Delegationen erschienen waren, daß diese in der ersten Hälfte de? Oktober zusammentreten würden. U?Ser seinen Vorschlag an die kriegführenden Mächte teilte der Minister mit, daß dieser seit langem erwogen und keines- Wegs durch die Vorgänge aus den Kriegsschauplätzen in den letzten Wochen veranlaßt oder beeinflußt sei. Der Vor- schlag sei die folgerichtige Fortsetzung der österreichisch-ungarischen Friedenspolitik und gründe sich auf die Ueberzeugung. daß trotz gegenteiliger Behauptungen und Kundgebungen alle Völker den Frieden ersehnen und daß besonders für die europäischen Völker eine friedliche Verständigung besser sei als die Fortsetzung des Krieges. Der Minister sagte, er habe den Schritt allein unternommen, selbstverständlich nicht, ohne hiervon vorher die Verbündeten in Kenntnis zu setzen und-ihrer prinzipiellen Billigung sicher zu sein, schon deshalb, weil einerseits durch die Form des Antrages der Schein eines Friedensangebote- der Mittelmächte vermieden, andererseits weil der Antrag an alle kriegführenden Mächte unmiltelbar gerichtet werden sollte. Weiteres Aneinandervorbeireden der Staatsmänner sei nicht nur fruchtlos, sondern derHerbeisührung vonFriedensmöglichkeiteu eherab- träglich. Mißdeutungen sehe er voraus, sie kämen aber angesichts des großen Zieles nicht in Betracht. � Daß keine Lockerung des Treubundqefüges der Mittelmächte bestehe, werde sich mit aller Deutlichkeit zeigen. Der Schritt Oesterreich-UngarnS fei ebenso loyal gegenüber den Bundesgenossen wie ohne Hinter» gedanken gegenüber den feindlichen Mächten. Der Erfolg werde vielleicht nicht unmittelbar eintreten, die ihm zugrunde liegende loyale Abficht werde aber zweifellos die Ueberzeugung stärken, daß kein bei Fortsetzung deS Krieges noch möglicher Erfolg imstande sein werde, die schweren Opfer aufzuwiegen, die YM blutige Ringen den Völkern noch auferlegen werde. Der Kampf um öen Krieöensvorschlag. Stockholmer„Socialdemokraten" warnt die Entente. Zum österreichischen Friedensvorschlag schreibt Stockholmer „ Soc ialde moc raten" u. a.: Tie erste Note Graf Burians wurde von den Ententemächten in einer Weise zurückgewiesen, die ihre diplomatische Führung ernstlich kompromittierte. Dadurch erhielten die Zen- tralmächte einen Trumpf in die Hand, der noch mit Erfolg ausge- spielt wird' die Alliierten als K r i e g s v e r l ä n g e r e r, die den tiefen ehrlichen Friedenswillen des Kaisers zurückgewiesen haben. Derselbe Fehler wurde bei Brest-LikowZk wiederholt. Zwar ist es wahr, daß der Graf Burian der Vertrauensmann, des Grafen Tisza ist, ferner daß Graf Tisza mehr als irgend jemand anders als Herbeiführer des Weltkrieges bezeichnet wird und in seiner Person die tiefsten reaktionären Kräfte verkörpert, die über- Haupt noch in der europäischen Politik zu finden sind. Wahr ist auch, daß die Anerkennung der Prinzipien Wilsons seitens der Volksbedrücker von Bukarest und Brest in ihrer Heuchelei da- gerade Gegenteil einer Grundlage für Verhandlungen zu einem ehrlichen und aufrichtigen Volkswillen bedeutet. Aber die Kräfte, die den aus Wien jetzt gemachten Schritt veranlaßt haben, sind nicht von diesem Geist. Und es gilt, diesen Kräften hilf- reich entgegenzukommen. Gerade deshalb wäre es ein Unglück, wenn die in den letzten Jahren von den Alliierten gemachten Fehler wiederholt würden. Wenn die Alliierten Graf Burian antworteten und ihr Friedensprogramm offen darlegten, wenn sie aussprächen, daß sie nicht- anderes als einen Verband der Na- tivnen wünschen, der auf dem wirklichen S e l b st b e st i m- mungsrecht der Völker aufgebaut ist, und daß sie innerhalb dieses Rahmens gewillt sind, zwischen den Großmachtsintereffen einen wirklichen Ausgleich herbeizuführen, ferner, daß sie jeden Gedanken cm einen Wirtschaftskrieg ablehnen, dann würde Graf Burian nach einer solchen Antwort außer Zwei- fei ziemlich bald sein Rücktrittsgesuch eingereicht haben und die Herren Hintze und Hertling würden ihm folgen. Und wir würden zum zweitenmal während dieses fürchterlichen Krieges vielleicht den Weltfrieden sich nähern sehen— und diesmal ohne daß eine b o l- s ch e w i st i s ch e Katastrophe drohend im Hintergrunde stünde. Hinter dem Stockholmer„Socialdemokraten" steht bekannt- lich Branting, der aus seiner Sympathie siir die Entente und seiner Abneigung gegen die Mittelmächte noch nie ein Hehl ge- macht hat. Beides kommt auch in diesem Artikel stark zum Aus- druck, es erübrigt sich wohl, die betreffenden stellen besonders hervorzuheben. Aber wenn selbst Branting den schon einmal von der Entente gemachten Fehler zugestehen muß/ und wenn auch jetzt wieder fast sicher ist, daß dieser Fehler— trotz der Warnung des„Socialdemokraten"— jetzt wiederholt wer- den wird, so ist das ein Beweis, daß die Regierungen der Entente eben nicht die Ziele verfolgen, die Branting ihnen gern unterstellen möchte: die Herbeiführung eines wirklichen Ausgleichs zwischen den Großmachtsinteressen. Fällt die Ant- wort der feindlichen Regierungen auf die Buriannote so aus, wie die bisher vernommenen Stimmen es in Aussicht stellen, so wird Branting ehrlicherweise zugestehen müssen, daß es nicht nur ein taktischer Schachzug der Mittelmächte ist, die Alliierten als Kriegsverlängcrer hinzustellen, sondern eine Feststellung, die den Tatsachen�urchaus entspricht. Bern, 18. September. Nach der amerikanischen Ablehnung ist, wie das„B e r n e r T a g b l a t t" a-usführt, die Buriannote gegenstandslos getvorden. Wäre Wilson seinen schönen Re- den getreu als Friedensfreund aufgetreten, hätte die Entente gar nichtgewagt.etwasdagegenzu sagen. Die furchtbare Verantwortung falle somit aus den Präsidenten der Ver-. einigten Staaten. Ter Schleier sei endlich gefallen; die Welt er- kenne, daß Amerika die Vernichtung zweier großer europäischer Völker sich zum Ziel genommen habe. Eine gemeinschaftliche Entente-Antwort? Rotterdam, 18. September. Nach dem„Nieuwe Rotierdamsche Courant" schreibt der Londoner Berichterstatter des„M a n ch est er Guardian": Die Fassung von Wilsons Erklärung macht den Eindruck, als ob, soweit Amerika in Betracht kommt, die Angelegen- heit erledigt sei. Aber von maßgebender Seite erfahre ich, daß diese Vermutung zu weit geht. ES ist sehr unwahrscheinlich, daß Amerika sich nicht dergemeinschastlichen Antwort a n- schließen würde, die ganz bestimmt vom Rat in Versailles, aus 'dem Amerika vertreten ist, gegeben werden wird. Man sagte, daß Lansings Erklärungen über Wilsons Ausfassung eine für das amerikanische Volk bestimmte Mitteilung gewesen ist. Liwid George wird nicht vor Sonnabend in London zurückerwartet. Es kann sein, daß das Kriegskabinett die Frage Ende der Woche be- handeln wird. Man erwartet, daß der Rat von Versailles zusammentritt und innerhalb einer Woche eine Antwort geben wird. Cin Erlaß tzmöenburgs. Generalfeldmarschall v. Hindenburg hat an das Feldheer nach- stehenden Erlaß gerichtet: „Die österr-eichisch-ungarische Regierung hat allen Kriegführenden vorgeschlagen, zur Herbeiführung des Frie- dens zu unverbindlichen Besprechungen in einem uultralen Lande Vertreter zu entsenden. Die Kriegshandlung soll dadurch nicht unterbrochen werden. Die Bereitschaft zum Frieden widerspricht nicht dem Äeiste, in dcm wir den Kampf für unsere Heimat führen. Schon im Dezember 1916 hat der Kaiser, unser oberster Kriegsherr, mit seinen Verbündeten den Feilchen den Frieden angeboten. Mehrsach hat seitdem die deutsche Regierung ihre Friedensbereit schaft bekundet. Die Ant- wort aus dem feindlichen Lager war Spott und Hohn. Die feind- lichen Negierungen peitschten ihre Völker und Heere weiter aus zum Bernichtungskampf gegen Deutschland. So führten wir unseren Verteidigung s kämpf weiter. Unser Verbündeter hat nun einen neuen Vorschlag gemacht, in Besprechungen einzutreten. Der Kampf soll dadurch aber nicht unterbrochen werden. Für das Heer gilt es ajso weiter- zuiämpsen. Das deutsche Heet,_ das nach vier siegreichen Kriegsjahren kraftvoll die Heimat schirmt, muß unsere Unbesieg- barkeit dem Feinde beweisen. Nur hierdurch tragen wir dazu bei, daß der feindliche Vernichtungswille gebrochen wird. Kämpfend habc» wir abzuwarten, ob der Feind es ehrlich meint, wenn er diesmal zu Friedenstwrhandlungen bereit ist, oder ob er wieder den Frieden mit uns zurückweist oder wir ihn mit Bedingungen erkaufen sollen, die unseres Volkes Zukunft vernichten." Die Interalliierten-KonfLrenz. Unzufriedenheit mit der deutschen Parteimehrheit. London, 18. September. Die internationale Arbeiter- konferenz besprach einer Reutermeldung zufolge heute den Be- richt über die Antwort der Soziali st en der Mittel- mächte auf das KriegSzielmemorandum der interalliierten Arbeiter- konferenz in London vom Februar. Der Bericht- drückt Zu« friedenheit au- mit den Antworten der b u l g a r i s cki e n, ungarischen und deutschen Sozialisten Oester« recchs, und erklärt, daß die Antwort der deutschen so- ziali st i schen Mehrheit ein Hindernis für die Ab- Haltung einer internationalen Konferenz darstelle. Der Be- richi wurde an die Kommission verwiesen. Der Bericht empfiehlt, den deutschen Mehrheilssozialisten eine ausführliche Ant- wort und den Sozialisten der übrigen Länder Antworten zu geben, worin sie dringend. aufgeforderr werden, ihren Einfluß dahin zu benutzen, daß die Haltung der deutschen Sozialisten besser umschrieben werde. Ein'Eingehen auf die der deutschen Parteimehrheit ge- machten Vorwürfe wird erst möglich sein, tvenn ein aus- führlicherer Bericht der Verhandlungen vorliegt. Ns.25H ❖ ZS.�ahrgakg 5re!tag, 20. September 1 01 T GroßSerlLn fangen Sie Ihre Kinöer auf!" Was man mii sieben Kindern auf der Wohnungssuche erleben kann, schilderten wir vor einigen Tagen nach den Er» fahrungen einer in Neukölln wobnenden Familie. Hierzu wird von einer gleichfalls in Neukölln wobnenden Frau, die vier Kinder im Alter van drei bis sieben Jahren hat. uns gemeldet, daß sie die- selben Erfahrungen machen mußte. Auch sie läuft schon seit Juni in Neukölln uinber und konnte bisher die gewünschte Zweizimmer« Wohnung nicht erhalten, weil ihr.Kindersegen" den Hauseigentümern.unbequem i st. Ueberall fragen sie, ob die Familie groß ist, und immer wieder muß sie sich sagen lassen, daß sie mit soviel Kindern nicht hinein- genommen werden kann. In einem Hause, wo sie eine Wohnung schon so gut wie fest zu haben glaubte, erklärte ihr hinterher die Verwalterfrau:.Nein, Kinder nehmen wir nicht; der ganze Aufgang hat keine Kinder, der soll auch von Sindern verschont bleiben." Mit dem Eigentümer eines anderen Hauses verhandelte sie ivegen Uebernabme einer Hauswartskelle, und auch hier meinte sie fast schon am Ziel ihrer Wünsche zu sein. Aber als sie endgültigen Bescheid holen wollte, bedauerte die Frau des Eigentümers:„Meinem Mann gefielen Sie sonst ganz gut, doch vier Kinder sind ihm zu viel. Inzwischen ist eine mit nur einem Kind gekommen, die hat er vorgezogen." Einen Hauswirt, bei dem die Wohnungsncherin wieder wegen der Kinder abgewiesen wurde, fragte sie verzweifelt, was sie denn mit den Kindern machen solle. Grob antwortete er:.Machen Sic doch, was Sie wollenl Lassen Sie doch andere dafür sorgen, nicht michl Hängen Sie doch die Kinder auf!" Die umhergebetzte, mit so rohen Worten abgewiesene Frau wandte sich an den. Oberbürger- ineister, der aber mußte ihr den Bescheid geben, die von den Ge- meinden zu ergreifenden Maßregeln gegen den Wohnungsmangel feien zurzeit noch nicht so weil vorgeschritten, daß ihr eine vafiende Wohnung zugewiesen werden könnte. Er stellte der Frau an- heim, bis auf weiteres den Wobnungsnachweis der Stadt zu be- nutzen oder sich in den Nachbarorten nach einer Wohnung umzu- sehen. Sic hat seitdem beides getan, ohne daß es ibr gelungen wäre, eine Wohnung zu finden. Als sie dann noch persönlich zum Nathans ging, wurde sie von Beamten abgefertigt, die ihr schließ- lich in unfreundlichem Tone sagten:„Wir haben ja ein Asyl!" Gewiß, das ist das Ende vom Liede— das öffentliche Obdach für Familien, die mehr für den Bevölkerungszuwachs ge- sorgt haben, als ihr Geldbeutel erlaubt I Die Frau klagt uns, man schreibe immer soviel über Bevölkermigsvermehrung— aber der- «rüge» leim nicht«rmuntorn» wirken. Wer will ihr unrecht ge»«? Schwierige Rentenuberweisung. Ein Kriegsbeschädigter erzählt uns, welche Mühe er baite, bei einer Wohnungsverlegung mit Ortswechsel' die lieber- Weisung seiner Rente nach dem neuen Wohnort durchzusetzen. Dem mit 50 Proz. Erwerbsunfähigkeit entlassenen Mann wurde, so lange er in einem der östlichen Orte des Kreises Teltow wohnte, seine Rente von monatlich 64,50 Mk.(einschl. Verstümmelnngs- zulage und KriegLzulage) von der Kreiskasse Teltow II durch die Post zugesandt. Als er nach einem westlichen Ort des- selben Kreises verzog, meldete er das der Kreiskasse sofort und bat um Uebcrwrisung der Rente nach dem neuen Wohnort. Für den nächsten Monat geschah das'auch, woraus zu ersehen ist, daß die Mehdung vorschriftsmäßig erstattet worden und richtig an die Kqfie gelangt war. Mit der Rente ging ihm die Mitteilung zu, daß vom darauf folgenden Monat ab die Zahlung durch die K r e i s- lasse Teltow I erfolgen werde. Doch vergeben? wartete er im folgenden Monat auf Uebersendung seiner Rente. Er schrieb an die Kreiskasfe Teltow I, erhielt aber weder d'ie Rente, noch irgendeinen Bescheid. Darauf ging er selber zur Kasse, meldete sich dort zunächst nochmal bei Teltow II und bekam die Antwort:„Ihre Rente ist überwiesen und wird durch die Kreiskasse Teltow I ge- zahlt." Ter Weg zur Kasse Teltow I war glücklicherweise nicht weit. Tie beiden Kassen sind in demselben Gebäude unter- gebracht, und ihre Schaltcrräume liegen so, daß sie nur durch eine Scheidewand getrennt sind. Dieser Kriegsbeschä- digte ging also die fünf bis sechs Schritte zu Teltow I, bat um ieine Rente— und war nicht wenig erstaunt, zu hören:„Ihre Rente ist noch nicht überwiesen, wir können sie ohne Anweisung nicht zahlen." Sollte— fragte sich der Hin- und Hergeschickte— m den sechs Wochen, die seit dem Meldungseinigai'g nun schon ver- flössen waren, die Ueberweisung nicht zu bewerkstelligen gewesen sein? Konnte man nicht, da ja die beiden Kassen so nachbarlich beieinander lagen, die Sache im abgekürzten Verfahren erledigen? Ach nein, so einfach ließ sich da» denn doch nicht machen! So leicht, wie der Wohnung s- und Ortswechsel eines Menschen, ist der Spind- Wechsel eines Aktenstückes nicht! Der Kriegsbeschädigte faßte sich in Geduld, harrte weiter der Ueberweisung— und erhielt dann seine Rente auch für den nächsten Monat nicht. Jetzt forderte er durch Vermittlung des„R e i ch S b u n d c s der Kriegsbeschä- d i g t e n und ehemaligen K r i e g s t e i l n e h m e r" die KrciSkasse zur Zahlung auf. Innerhalb drei Tagen hatte er den Bescheid, sein Schreiben sei an den Regierungspräsidenten abgegeben worden. Nach weiteren vierzehn Tagen kam die Nachricht, die Rente werde ihm nunmehr durch die Postkafie seines WobnorteS ausgezahlt werden. Aber auch jetzt zahlte die Post ihm nicht etwa sogleich alle drei bereits fällig getvordenen Monatsbeträge, sondern zunächst nur einen einzigen, den am weitesten zurückliegenden. Erst nach einer nochmaligen Geduldsprobe erhielt der Kriegsbeschädigte auch die beiden anderen Monatsbeträge ausgezajjst. Im ganzen hat� diese offenbar sehr schwierige Rentenübcrwei- s u n g vom Tage der Umzngsmeldung an bis zum Tage der Rest- auSzahlung volle vier Monate gedauert! Wieviel Pa- picr mag da verschrieben worden sein, bis die Ueberweisung glück- lich zustande kam? Hat man sich in diesen vier Monaten an den ..zuständigen Stellen" nicht einige Gedanken darüber gemacht, was die zeitweilige Entziehung der Rente für den Geldbeutel eines Kriegsbeschädigten bedeutet?__ Eine Sitzung des VerbandSonSschusieS Grosi-Bcrlin findet Mon- tag, den 80. September, im Berliner Rachaus statt. Auf der Tages» ordnnng stehen ei ,e Anzahl Baupolizeiverordnungcn und Bebauung?- rläue, serner werden einige Verkehrs- und Freiflächenangelegenhesten zur Beratung gelangen.-'- Käfrverteilung. Bis Montag, den 23. September, wird an die« jenigcn Kunden, die in den Speisefetikundenlisten der in den Be- zirken der 28.. 31.. 57.. 62.— 71.. 73, 74., 80—82.. 180., 195., 208., 214., 238. und 240. Brotkommission gelegenen Geschäfte eingetragen sind, pro Kopf 1 Stück dänischer Weichkäse(.Gervaiskäsej oder 125 Gramm Käse anderer Arr verteilt. Für die Theatervorstellung, die der Verein Arbeiter-Jugend Groß-Beriin unter Vermililung des Thealerkulturverbandcs am kommenden Sonntag, den 22. Sevtember, nachmittags 3 Uhr, im Zenlral-Thcater, Kommandantenstraße, veranstaltet, ist eine beschränkte Anzahl Karlen a 1.50 M. noch an folgenden Stellen zu haben! „Vorwärls"-Spediiionen Josepb. Moabit, Wilhelmshavener Sir. 43, Hanisch, A�erstr. 174, Zucht, Jmmanuelkirchstr. 12, Linden- siraße 3 lim Laden), sowie im Zigarrengcschäst Harsch, Engm- ufer 15. Zur Aufführüng kommt Lejsings Lustspiel:„Minna von Barnhelm". „DaS Trcimäderlhguö" ist nun aus der Friedrich-Wilhelmstadt nach Berlin 0 übergesiedelt, wo es im R o s e- T h e a t e r in der Großen Frankfurter Straße seine alte Zugkraft bewährt. Die Lichtspiele Nene Phildarmonie, Cöpenicker Straße 96/97, bringen vom 20. bis 26. Lotte Neumann m dem Werk„Das Hexlein von Groß-Tornow". In der Toppelmordsache Wcber-Rühle hat die Krnntnalpolizei einige der in Frage kommenden Postanweisungen und die Origi- nnlunterschrift des angeblichen Stubenrauch vervielfältigen lassen. um die Lichtbilder auszustellen und zu veröffentlichen. Inzwischen ist festgestellt, daß die Täter bereits am 15. und 18. August an Frau Rühle Miete gezahlt haben. Schon vor ihrem Zuzuge sind sie bei ihr ein und' aus gegangen und haben stets zwei Flaschen Milch und Frühstück mitgebrocht. Einen wichtigen Fund machte die Kriminalpolizei bei einer abermaligen Durchsuchung des Tat- ?Ielöpoft�Mbonnenten� Wer öas Abonnement auf öen„vor- wärts" noch nicht erneuert hat, muß sofort 2,— M. an üen vormärts-verlag H. m. b. H., Serlin SW, Linöenstr. 3, oüer an Sie bekannten Ausgabestellen etnfenöen, um stch Sie pünktllche weiter- lieferung für Monat Oktober zu stchern. & orte?. Es handelt sich um eine Tragschlaufe zu einem kleinen Seitengewehr oder Dolch. Diese Schlaufe fand sich in dem Zim- mer, in dem Frau Rühle ermordet wurde, unter einer Kommode. Der Dolch, der an ihr befestigt war, ist augenscheinlich so hastig herausgezogen worden, dass die Schlaufe von der Scheide abgerissen wurde. Dolch oder Scheide sind bisher noch nicht gesunden worden. SJuch die Sachen, die Ende August im Auftrage der Tä- er durch einen Dritten in die Rühlsche Wohnung geschafft wurden, können jetzt noch näher beschrieben werden. Es war außer einem Äofser eine etwa 50— 60 cm lange, 40— 45 cm breite und 30— 35 cm hohe Kiste, wie sie zum Versand von Lebensmitteln benutzt werden. Es sollen sich auch gedruckte Aufschriften darauf befunden haben. Auf dem von den Tätern miiaenommencn Werk- brief an die Firma Stephan Esders, Kaiser-Wilhelmstraße 55, be- fand sich außer der Adresse die Wertbezeichnung 300 Mk., sowie die Adresse des Absenders A. Lindstsdt-Lychen. Der ebenfalls in dem Brief entbalten gewesene Bezugschein war von der Polizeiverwal- tung Lychen am 6. September für Wilhelm Gabbc, Lhchen, Fürsten- bcrgerstraße 24, ausgestellt. Auf diesen Bezugsschein wird beson- ders aufmerksam gemacht. Unter nochmaligem Hinweis auf die ausgesetzte Belohnung von 10 000 Mk. werden Mittellungen er- ncut erbeten. Fahnenflüchtige und gesuchte Personen haben brief- lich mitgeteilt, daß sie zweckdienliche Angaben machen können. Mit Rücksicht auf ihre eigenen Straftaten scheuen sie sich jedoch, zur Kriminalpolizei zu kommen. Sie werden dringend ersucht, min- bestens ausführliche Schreiben an Kriminalkommissar Gennat zu richten und dabei möglichst eine Deckadresse oder Mittelsperson namhaft zu machen. Zum Raubanfall in der Raumerstraße erfahren wir noch folgendes: Erich H a j e k hatte vor einiger Zeit im Reserve- lazarett in Küritz gelegen und gehörte damals dem 140. Infanterie regimcnt an, zu dem er aber nach seiner Entlassung nicht zurück- gekehrt ist. Ruf sein Konto dürfte ein Einbruch in das genannie Lazarett zu setzen sein, der in der Nacht vom 10. zum 11. Sep- lember ausgeführt und bei dem drei UrlaubSkarten auf die Namen Hoffmann, Maitisat und Pipenhurg gestohlen wurden. Die B uch ta wird übrigens bereits seit längerer Zeit von der Staatsanwalt- schalt in Koblenz wegen Einbruchdiebstahls und Giftmordversuchs gesucht._ Mariendorf. Kartoffclabgabr. Für die nächste Woche kommen 10 Pfund Kartoffeln zur Ausgabe. Es wird ersucht, dieselben schon jetzt vom Händler zu entnehmen, damit Platz für neue Zufuhren geschaffen wird. Außer den von der Gemeinde ausgegebenen Kar« toffelkarten crfolgr die Ausgabe von Sonder-Kartoffel- karten. Neben der laufenden Ausgabe von Kartoffeln erfolgt auf diese Sonderkarten die Ausgabe von 7 Pfund Kartoffeln extra für jede Woche. Diese Menge ist a u f z u b e>w a h r e n und nur dann zu verbrauchen. loenn die amtliche Bekanntmachung darüber erfolgt! Die dieSbezüglilpe Bekanntmachung ist gcna» zu beachten. Wer die Kartoffeln nicht entnimmt, welche auf die Sonderkarten verausgabt werden, wird später ohne Kartoffeln sein, weil eine Nachbelieferung nicht erfolgt. ' Kreis Teltow. Die Zwaiigsbewirtschaftiing deS Hcrbstobstes und HcrbstgcmüscS wird im Kreise durch zwei neue Verordnungen des Teltower Kreisausschusses geregelt. Danach darf alles der Zwangs- bewirtschaftung unterliegende, zum Absatz kommende Konrroll- o b st kAepfel, Birnen. Pflaumen, Zwetschen) nur an die von her Kreisstelle für Gemüse und Obst bierzu bestimmten Sammelstellen- leiter abgesetzt werden. Die Ablieferungspflicht erstreckt sich aus das gesamte O b st der genannten Arten, ohne Rücksicht darauf, ob es sich dabei um Edelobst, Tafelobst oder Wirischaflsobst handelr. Der Höchstpreis beträgt bei Aepfeln und Birnen: fiir Tafelobst 35 M. je Zentner, für Wirtichaftsobst 15 M. je Zentner; bei Pflaumen' und Zwetschen für alle Sorten außer Brenn- zwetschen 20 M. je Zentner, für Brennzwetschen 10 M. je Zentner. Für Edelobst tAepfel und Birnen) besteht kein Höchstpreis. Die zu zahlende Vergütung richtet sich nach der Güte der Ware und bewegt sich zwischen 35 und 80 M. je Zentner. Für besonders gute Stücke kann bis zu 100 M. je Zentner gezahlt werden. Die Festsetzung der Preise für Edelobst unterliegr dem sachverständigen Gutachten des zuständigen Sammelstellenleiters. Auf Beschwerden über zu niedrige Preisfestsetzung entscheidet ein Auskunf in Hilfsdienstsachen. Im Dienstgebäude deS Einbe- rufungZausschufses zum vaterländischen Hilfsdienst für den Bereich �-Obergutachter endgültig. der Bezirkskommandos I bis IV Berlin, Pvtsdamerstraße 41,- Alles der Zwangsbewirtschaftung unterlregende. zum Absatz Dienstzimmer Nr. 3, besteht eine Abteilung„Auskunft", die in' kommende Kontrollgemüse(Weißkohl, Rotkohl, Wirsingkohl, ,No» c-..._______ s.« ftirfssiotiWft-fefc-a ffiiskiinfi erteilt Dienst ktun-; Grünkohl, Möhren aller Art und Zwiebeln) darf nur mit behörd» licker Genehmiguvg befördert weiden. Die Genehmigung und die die tn allen Kragen des Hilfedienstgesetze? Auskunft erteilt. Dienststun- den von 9 bis 4 Uhr nachmittags, Fernsprecher Amt Kurfürst 9723 bis 9726. Schriftliche Anfragen sind zu richten unter Anschrift: An den Eiuberusuiigsausschutz Berlin, Abteilung Auskunft, Pots- damerstratze 41. erfordcrlfcheu GcnebmignugSpapiere werden durch die Magistrate, , die Gemeinde- und GuiSvorsteher eneilt. Für Beförderungen i innerhalb derselben Ortschaft bedarf eS einer Genehmigung nicht. Die Bestimmung, daß niemand berechtigt ist, an ein und demselben Tage mehc als 5 Kilogramm Kontrollgemüse— bei Zwiebeln jedoch nur 1 Kilogramm'— vom Erzeuger zu beziehen, bleibt hier- durch unberührt._ Groß-Beste». Brotmimgcl. Uns wird geschrieben: In der Woche vom 8.— 16. Sepiember waren wir hier in der Gemeinde Groß- Besten die ersten vier Tage ohne Bror. Da unsere Brot- karten nur jür die hiesige Gemeinde gültig sind, waren wir auch nicht in der Lage, in einem anderen Orte Brot zu kaufen. Wir hätten elend verhungern müssen, wenn nicht Arbeiter aus einer anderen Gemeinde uns das Brot geborgt hätten. Wir glaubten jedoch, die Geschichte lönnre nur einmal passieren, aber in dieser ' oche ist es wieder ebenso. Mittwoch, den 13. d. M., sollte es nach den Angaben der Bäcker erst Brot geben, vorausgesetzt, daß sie bis dahin Mehl erhielten. Wir richten deshalb an den Landrai die öffentliche Anfrage, ob ihm derartige Zustände bekannt sind und was er zu tun gedenkt, um eine regelrechte Versorgung der Bevölkerung mil Brot sicher- zustellen. Die Arbeiter sind der Meinung, daß in der Gemeinde das Mehl auf ungesetzliche Art verbraucht wird. Hroß-Serliner Parteinachrichten. Berlin VI und die Wahl in Berlin l. 6. Kreis. Heute abend, 8 Uhr, findet eine Besprechung der Mitglieder der 1. und 2. Abteilung betr. Reichstagswahl im ersten Berliner Wahlkreis bei Dobrohlaw, Swinemiinder Str. 11, statt. flus aller Welt. Mord. Wien, 18. September. Heute wurde in ihrer Woh- nung im JJZraterviertel die 43jSbriae Regina Nerzl erdrosselt am- gesunden. Der Mörder, der seine Tat in der Nacht von Sonntag auf Montag begangen haben dürüe, konnte bisher nicht gefaßt, auch der Grund zu dem Morde nicht festgestellt werden. Folgenschwere Explosion in einer Wiener MnnitionSfairik. Wien, 18. September. Amtlich wird veriauibari: � In einer Abteilung für Geschützpatronen-Erzcugung der M u n i t i o u§ f a b i k Woellersdorf ist aus bisher noch nicht ganz geklärter Ursache ein Brand entstanden, weicher durch Entzündung von Gcichütz- Pulver rasch um sich griff und durch eine Panik unter den in der betreffenden Schicht beschäftigten Arbeitern leider eine große Anzahl von Opfern erforderte. Infolge der sofort ergriffenen Maßnahmen ist eine Betriebsstörung der Munitions- fabrik ausgeschlossen. Die Verletzten wurden sofort in das Wiener- Neustädter Spital geschafft. Allgemeine Familiensterbekasse.- Sonntag, den 22. Scdtember: Zahl- und Ausnahmclag von 3— 6 Uhr in den Restaurants Gsl'ichtstr. 12/13 und Buckower Str. 14._ « örlefkaften der Redaktion. A. I. Nicdorschönh. Darüber erfahren Sie Näheres beim Kommando der SchiffSji'necndioision in FIcnsbnrg-Mllrwick.— Fücger Ch. Wir baden Ihren Vries dein Tinuverem„Fichte" zur Beantwortimz überwiesen.— Gefr..fi. Sch. und andere Feldgrane. Wir haben schon ost daraus hiilgewicscn, daß ein Armeeverbot für den.Vorwärts" nicht besteht. Jnsolgcdessen kann das Hallen und Lesen uuscrer Zeitung den Feldgrauen durch die unteren Dicnnstellcn nicht verboten werden. Sollte dies trotzdem geschehen, so eriuchcn wir, uns hierüber nähere Mitteilung zu. machen, damit.wir für Abhilfe sorgen können.— A. F. Den Wahl- kreiS Bautzen verlritt unser Genosse Otto Uhlig-Dresdcn. Der Kreis ging erst während deS Kriege? anläßlich einer Nachwahl in soziaidemo.'ratsschcn Besitz über.— P. N. 1725. Wenden Sie sich an den RcichstagSabg. Stalten, Hamburg 36, Fehlandstr. 11.— H. Sch. Nr. 5. Wenn Ihre Netlamationen bei der Post nichts genutzt haben, lömien wir Ihnen zur Wiedererlangung der verschwnndencn Feldpollpäckchen auch nicht verhelfen. — A. K. 99. 1. Jeden vierten Tag warnte? Essen, die Brotration ist zu- lässig. 2. Nein. 3. Nein. daS katin nur aus dem Beschwerdewege erledigt werden.— Ceutral 1918. Nein.—(9t. Rdrf. Landsiurmpflichtig— lierzleidend.— 91. S'5. 100. Das hat keinen Einfluß aus Ihre Rente.— W. R. Wir können Ihnen in Ihrer mißlichen Lage nicht empschtcn, sich etwa an ein Abzahlungsgeschäft zu wenden. Versuchen Sie, sich die nvl- wendigsten Wirtschastsgegeitllände alt zu taufen.— L. 888. Der Zuschuß wird nur gewährt, wenn der Betreffende 66'/, Proz. Rente bezieht.— L. 9l. SL. 1. und 2. Nein, vom Sparzwang wird der Betreffende tlirt t besrcit 3. Das Wnmt daraus an. in weichem Grade die Mutter noch er- werbsjähig Ist. ES würde eine Unterstützung von 15 bis 20 M. wöchentlich wobl in Frage kommen.— H» 40. Eine weitere Reklamation ericheinl uns erfolglos. Sie müssen den veranlagten Steuersatz zahlen. Bei dem angegebenen Einkommen von 2500 M. besieht keine Mögitchkcit, daß Ihre Iran Unterstützung erhält. ES iil richtig, daß Hecresangehörige bei einem Einkommen von unier 3000 M. von der Ställiseinkoninienstener befreit sind. Wenn Ihre Frau ans die Entschädigung, die ihr Arbeitgeber zahlt, keinen klagbaren Anspruch hat, so trifft die von Ihnen ängcsührte Verord- nung sür Ihren Fall zu.— A. M. 93. DaS Gesuch ntüßte' jetzt wieder erneuert werden.— Otto 93. 1. Nein. 2. Dem schuldlos Geschiedenen. O.Wein, eS ist Verjährung eingetreten. 4. Sie müssen einen RechtSamvalt haben. — Im Felde 100. Der Vertrag verlängert sich nicht ohne weitere? wieder um sechs Jahre, sondern, da jährlicher Pachtzins ausgemacht ist/ nur auj ein Jahr. Sie tonnen keinerlei Schadenersatzansprüche erheben.— — W. H. 91. 9. Nein.— Sobotha Ol. Ja.- Steffen. Für das Kind erhalten Sie Unterstützung. Nachteile bei der Krankenkasse können Ihnen nicht entstehen.— Ernst. Sic können trotzdem beslrast werden, eine Kcrusung wird deshalb zwecklos sein.— L. Vi. 1 25. 1. Durch den dortigen deutschen Koniui. 2. Ihre Frau soll sich bei der dortigen Behörde durch Ertundiguugen Gewißheit verschaffen. Unsere? Wissens bedars sie einer solchen ZurciscerlaubiiiS.— B- 39. Rein, Sie sind sleuerpstichtig vom Tage der Enilassuttg an.— M. 3. 29. 1. Ob die Gewerkschast?- organisation Sietbeunterstützung zahlt, entzieht sich unserer Kenntnis. Jedensalls besteht ein absoluter Anspruch darans nicht. 2. Wenn Beiträge nicht mehr gezahlt wurden, ist die Krankenkasse.zur Zahlung von Sterbe- gcld nickt mehr verpflichtet.— Z. 55. Es kann in diesem Falle der Lohn gepsöndet werden.— Wette. 1. Ja. 2, Beim Kompagniesührer. — Tydow Preinnil». Der Antrag auf Gewährung des Armenrechts und Rcordnung eines Anwalts muß beim Landgericht III In Berlin ein. gereicht werden.— A. G. Wenn der eine Sohn jetzt noch aktiv dient, so haben die Eltern Anrecht ans AuswandSentschädiguvg. Der Antrag ist bei der Gemeindeverwaltung einzureiche».— W. G. 21. Ein solche? Recht steht Ihnen nicht zu, auch ist eine Operation deS Bruches doch nicht zu empfehlen, wenn Sie deswegen nicht sonderliche Beschwerden haben WetteranSkickiten kür daS mittlere Rorddeutscktland di» Sonnabend mittag. Ziemlich warm, zeitweise heiter, jedoch vor- herrschend wolkig, im Bwnenlande meist geringe, an der Küste etwas stärkere Regensälle. Wafferstandsnachrtchtrn»er Laudesanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner.Wetterbureau. Wohnzimmer undKIlche bestehend aus: 1 Kleiderschrank, 1 Vertiko, 1 2- Zngtisch mit Wachstuch, 4 Stühlen, L modern. Bettstellen, 2 Putentrahincn, 2 3teil. Anfingen, 1 Küchenbütett, X Rahmen. 1 Tisch, 2 Stählen, X Handtuchhalter, X Kohlenkasten zu verkaufen(auch einzeln) zusammen für 1150 Hark. Möbelhaus U. Stolzmansi Berlin SW,BeI!e=AIliance»StivlOO 7ähnn 9« Teilz. wöchentl. 1 M. Plomben 1.50. Goldin- /(II llr d krönen 18 M. Zahnziehen m. 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Nr. 259— 19 ZS � c4 v .■wmi�aiiüi'iiMai�unjBm�iitj, esee Sai�r � Freitag, 29. Septsmbee Stzeckenstchernng auf öer Eisenbahn. Es sind in jünaster Zeit einige Eiiendabnuniälle zu beklagen gewesen, und solche Ereignisse lösen bei ängstlichen Leuten imrner eine gewisse Besorgnis aus t aber es wäre unrecht, wenn man das Reisen aus den Schienen für besonders gcsährlich ballen wollte, Man hat ausgerechner, dag ein Lotteriespieler mit größerer Sicher- bcü auf das Gewinnen des grasten Loses rechnen dürfe, als ein Reisender den Tod iin Eisenbahnwagen befü'.chlen müsse; denn weitgehende Einrichtungen, von denen der Laie kaum etwas ahnt, sorgen für die Sicherheit des Betriebes. Tcm Unkundigen erscheint der„Zusammenstost" als das dro- hende Hauplunglück; aber gerade dieser kommt in der neueren Geschichte des Eisenbahilbeiriebes verhältnismästig selten vor, Er � gehört mehr m dcu Roman und etwa auch auf den Film, titleine Eisenbahn,»üge, wie sie als Sptel�eug zu gebrauchen sind, lästt man gegeneinander fahren, und der Schauende gewinnt dabei später das Bild einer tchauderhaften Begebenheit, bei der sich ihm die Haare sträuben. Heut sind alle bedeutendere» Bahnen zwei- glcisiq ausgebaut. Für jede Richtung gibt es also ein bestimmte? Gleise. Gewisse Schwierigkeiten können höchstcus vorübergehend dadurch austreten, dast ein Gleise aus irgendeiner Ursache un- benutzbar wird. Auf eingleisigen Bahnen aber wird mir Hilfe des elektrischen Telegraphen in weitestem Sinne dafür gesorgt, dast zwei Züge einander nicht auf der freien Strecke Legeguen tönnen. Man iästt eben keinen Zug sozusagen ins Blaue hineiu von einer Station abfahren. Erst must er der nächsten»angeboten" werden. und diese must ihn„annehmen!', ehe die Fahrt beginnen darf. Auf diese Weise wird zwischen den beiden in Frage kommenden Orten iliarheit darüber geschaffen, wie die Verhältnisse auf der Strecke liegen. Stellenweise besteht auch noch heute das„Stabihstcm", Es gibt einen Stab, und nur der' Zug darf eine Strecke befahren, der dieses Zeichen mir sich führt. Will also ein Zug von N nach B fahren, soinust der Zugführer den Stab bei sich führen. Dann ist aber Gewähr geboten, dast nicht gleichzeitig ein Zug von B nach A auf der Strecke sein kann. Der Führer deS Zuges gibt den Stab dann in B ab, und dieser kam, von einem Zuge mitgenommen werden, der nach A fahren will. Viel gröster und neuzeillicher ist die Gefahr, dast zwei in der- selben Richtung aus gleichem Gleise fahrende Züge auseinander- rennen I Zwei Züge seien einander auf den Fersen, doch so weit von einander entfernt, daß sie sich gegenseitig nicht se»»n können. Nun werde der vordere durch irgend eine Ursache aufgehalten. Bei einem llebergange ist vielleicht ein Gespann stecken geblieben, gpd es ist gelungen, den Zug noch rechtzeitig zum Stehen zu bringen, Jetzt saust der iolgendc Zug heran. Er bemerkt die Störung zu spät, und in wenigen Augenblicken ist das Unglück geschehen. Hier soll nun daS ausgezeichnet durchgebildete„Blocksysteni" helfen. Will ein Zug aus einer Station HA.) ausfahren, so must ihm das Ausfabrts- signal dazu Erlaubnis geben. Es must also ein Arm, ein Flügel an bestimmter Stelle angehoben sein. Ist der Zug ausgefahren, so fällt, wenigstens hei den neueren Einrichtungen, der Arm von ielbst wieder in die Haltestcllnng zurück. Ter Zug löst durch das Gewicht, mit dem er aus die Schienen drückt, diese Bewegung aus, wobei eine feine Vorrichrung spielt, die ein Meisterwcrkchen der Kleintcchnik darstellt. Es besteht weiter die Einrichtung, dast sich der niedergefallene?lrm derart mechanisch säugt, dast er vor- läusig nicht wieder angehoben werden kann, Tie Lage ist also jetzt folgende; Der Zug ist ausgefahren, der Arm gebietet Halt, Willeiii zweiler Zug ausfahren, so ist das nicht möglich. Das Signal ver- bietet es sa, und der Slationsbcamte kann daran vor der Hand nichts ändern, da er die Herrschaft über die Voirichtuug verloren hat. Ter Zug gekangt nun zur nächsten„Blockstation"(Ist. Da° ist etwa ein Wärterbäuscheu aus freier Strecke, noch vor dem nächsten Orte. Hier befindet sich wieder ein Signal. Der Wärter hebt diesen Flügel an und lästt den Zug durchfahren, Daraus fällt aber der Arm nicht von selbst in die wagerechte Lage zurück. Ter Wärter must das vielmehr von Hand besorgen. Das tut er,� und darauf liegt ihm noch eine andere Pflicht ob. Er must nämlich eine sturbel drehen. Dadurch wird zweierlei bewirkt. � Erstens„BUickievt" er sich selbst, das heißt: er verbaut sich selbst die Möglichkeit, den Flügel von neuem zu beben, bis dieser von der iolgenden Station freigegeben worden ist. Und zweitens„cntblockc" er das Ausfahrissignal der.Abgangs- ftation. Will setzt dort ein zweiter Zug abfahreu, so steht dem nichts im Wege. Ter Flügel kann' angehoben werden, und da der Block frei ist, so droht keine Geiahr. Jetzt komnlt der zweite Zug an die Blockstation B, in die wir uns eben versetzt hotten. An- aenommen, der erste Zun befindet sich»och in der zweiten Block- sirecke(zwischen B und 0). Tonn wird der Wärter in B den Zug nicht dort einlassen können, weil er sa sein Stgnal nicht ans freie Fahrt zu stellen vermag. Erst wenn der erste Zug auch die zweite Blockstrecke durchlaufen hat,»nid daraus das Sianal in B ent blockt «nf, kann der zweite Zug weiterfahren. Aus diese Weise behalten dtz? Züge immer e«ten bestimmten Mindeflabstand, indem nie zwei von ihnen in derselben Blockstracke sein können. Allerdings kann auch die beste Bkockeinrichtiing nicht ihrem Zwecke dienen, w-mn der Führer des Zuges die Signale nicht beachtet. Der Laie pfleet hier zu fragen, warum man denn nicht mechanische Vorrichtungen schaffe, die ein Uebersabren der Haltesignale unmöglich machen? Gewiß lassen sich'solch- Ein- richtungen treffen, und bei elektrischen Bahnen erscheinen sie ge- wiesen; aber die Eisenbahnverwaltungen vertreten die Anschauilna, daß es nicht günstig sei, die Sicherheit des Betriebes lediglich toten, mechanischen Einrichiungen zn überlassen. Noch immer hat sich erwiesen, daß schließlich der gewissenhaft arbeitende Mensch die beste Gewähr für die Erreichung irgend eines Zweckes bietet, Viele Unglücksfälle wurden früher durch falsche Wsichenstsllitna veranlaßt. Anch in bezug darauf bestehen setzt weiigehende Sicher- beitsmatzreaeln. Unter dem Boden des VahirbofsgebicteS lient ein sörmlichc? Netz von Drähten, die eine ganz eigen artiae Abhängig- keir der beweolichsn Teile voneinander schaffen. Man kann doS Einfahrtssignal nämlich nur dann auf freie Fahrt stellen, wenn alle in Betracht komylenden Weichen richtig gelegt sind. Und ist das Sianal ae, zogen so lasten sich die Weichen nicht wieder umstellen, Sieht also der Ma'chincnsübrer vor sich. ein Freifahrtstgnal. so er- sieht er dhraus nicht nur, daß seine Ankunft willkommen ist. er weiß auch, daß der Weg für ihn gebahnt ist. Keine Streckenstcherung schützt allerdings davor, daß ans der Fahrt irasnd ein Stück zerbricht; aber auch solche Unglücksfälle werden sich selten ereignen, da vor der Reiie jeder Zug ans das sorgkältiaste geprüft wird. Die Achsen werden z, B, danach aß- aeklop't, ob sie jenen dumpfen Klang geben, den gesprimgene Teile boren lassen.— Das geschieht freilich draußen in den Werkstätten, wo der Fahraast nichts davon bewerkt. So wäre es unrecht, wenn sich der Reisende mit steter Besorg- niS Plagen wollte! „Der Hauch Sm M"", Tragööie von M. v. No!o. (Theater in der Königgrätzer Straße.) Der Verfasser des interestanien, auch im Fenilleton des„Vor- sinuts" abo.edrlickten biographischen Schillerromans schlägt in der Tragödie die Piade einer seelischen Problematik ein, aus den ihm nicht viele werden folgen wollen. Der übliche Beifall am Schlüsse halte mit vernehmlicher Ovposiiiou zu kämpfen.— Die Selbst- gerechtigkeit korrekter Leute in gesicherten Verbältnisten, die sich den im Lebenssturm Gestrauchelten gegenüber so gern moralisch überlegen dünken und das beschämende Erwachen, sobald ein eigene« inneres Erlebnis die leere Einbildung zerstört, ist ganz gewiß ein würdiger Gegenstand der künstlerischen Darstellung, Je schlichter und je wahrer dies? verfährt, mit um io größerer Ein- driiiglichkeit tvird sie die schlafenden Gewisten treffen. Schon das bloße Spiel der Wünsche und Gedanken, die plötzlich aus den Tiefen des Unbesiuzßten anftanchend, in ihrer skrnpel- los egoistischen Willkür sich dem erschreckten Blicke steilen, kann aus dem gern gehegten Wahne scheuchen. Wer wollte sich auch unterfangen, bei all dem Widerstreitenden, das sich in seinem Herzen regt, eine Bürgschaft zu übernehmen, was aus ihm selber unter anderen Bedinaungen aeworden wäre,- Aher nur eine selbstschöpierisch nachbildende Daistellung dürfte sich an solche Vorgänge, die ans der Grenze zwischen Bewußtem und Un- bewußtem spielen, heranwagen. Davon ist in dem Drama leider nicht die Rede. Molo schiebt dem Psycholggischen einiach patho- logische Hintergründe unter, zu deren Beurteilung dem Hörer scder Maßstab fehlt, Ter Haß gegen„Heerdenmenschen" und de�en enges Glück, worauf sich der erst so selbstgerecht er! cheinende Staatsan- Walt als das Motiv für sein Verbrechen beruft, erklärt in mensch- lich dichterischem Sinne aar nichts. Wenn überhaupt, so wäre es nur in einem völlig kranken Seeleiileben denkbar. So wenig Man an da? Verbrechen, so wenig kann man an die Befferung und Sühne glauben, die diese ertüftelte Konstruklions- stgur dem Psychiater Krise, dem skeptischen Räsonneur und Beicht- vaier deS Stückes, verspricht. Das pathologisch Verworrene der Gestalt des Staatsanwalts wird stilgerecht durch die Frau Staats- anwalt ergänzt, die bei der Zeugenaussage im Prozesse aus Liebe zu ihrem. Mann in frivolster Weise die Wahrheit fälscht und dann im nächsten Akt von dem scelenkundigen Psychiater als die Ver- lörpernng reinsten Seelenadeks gefeiert wird. Der Mem'ch als „Hauch im All" scheint danach ein Geschöpf zu sein, das jeder Ein« gebung des Zufalls, und sei'S der schmählichsten, willenlos in seinem Handeln ausgeliefert ist! Tie Stütze der Gesellschaft, der Staatsanwalt, schreibt, als sein ehemaliger Schulkolleae, eine gescheiterte Existenz, in später Ehe die Erfüllung aller Wünsche gefunden zu haben glaubt, dem Mann, dessen eifersüchtiges Temperament er kennt, anonyme Briefe, die seine Frau verleumden. Ja er treibt aus irgend einem, ihm selber unerklärlichem dämonischen Zwange die Schurkerei so weit, daß er, nachdem sein Opfer die Frau erstochen, als Ankläger jedes Mittel aufbietet, um bei der Gerichtsverhandlung von den Geschworenen ein Todesurteil zu erlangen. Und dann auf einmal, als ihm klar wird, daß er die« Ziel doch nicht erreichen werde, iliid als er merkt. wie die von dem Verteidiger vorgelegten anonymen Briese wirken, bekennt er vlötzlich ebenso motivkos seine Schuld. Die im Schlußakt angehängten Räsonnements verfehlen ihren Zweck einer nachträglichen seelischsnDnrchleiichtung deS Vorgangs ss vollkommen, daß das Ganze, nur um der äußeren Spannung der Kerichtsszencn willen, entworfen scheint. Ludwig Hart an gab in der Hauptrolle eine glänzende schau- kvieleriiche Leistung. Änch die anderen Figuren, so Paul Ottos Psychiater und ElützW a s a s Staatsanwaltsgattin, wie das Ensemble- spiel der schwierigen Gerichtsszene verdienten alles Lob. ät. Deutsches Theater:„Mar!« Stuart*. Schillers heroisch-seuiintentalcs Geschichtsbild, das die Ergebnisse neuerer Forschungen über Charakter und Schuld der schottischen Königin vorausgeahnt bat, erfreut sich auf unseren Bühnen fortdailernder Beliebtheit. Vor zwei Jahren brachten es Neinhardt und Bernaner in der nletchen Spielzeit heraus, und nun wird im Deutschen Theater eine Neu- bcsetzimg erprobt. Wodurch ist dieser Schiller to besonders zeit- gemäß? Durch da? Thema England, das er anschaulich gestaltet — oder durch die starke Theaterwirkung und die reiche Pale'te seelischer Erschütterungen, die den gemarterten Nerven noch Eindrücke abzuzwingen verstehen? In die schönen alten Bühnenbilder Reinhardts, von denen nur der ganz düstere Park im dritten Akt immer noch stört, sind einige neue Menschen gestellt. Else Hein? überträgt ihre holdselige An- mut auf die sSoitisckle Maria, die uns mm menschlich viel näher kommt denn in der Fein aespreiziem und überpathetischein Wesen. Ihre Wirkuno im letzten Akt ist aller Rührung sicher. Um sich in der großen Szene mit Elisabeth als die Stärkere zn erweisen— was Schillers ganze Absicht— fehlen ihrer Natur ober die Bisten Mittel, Vollendete Heuchelei, mit ollen üblen Vorzeichen versehen, istdie Königin Hermine Körners doch nicht ohne Größe und beinahe zu ichön, um ihre Eifersucht erklärlich erscheinen zu lassen, Mortimer ist Ernst D e'u t s ch, ein Nervenbündel, da? sich und� Schillers Vers noch nicht in der Gewalt hat. Auch W i n t e r st e i n s nach zwei Fronten intrigierender Höfling Leic.'ster ist fehl am Ort, dos Gleißende und Verführerische des Kavaliers ist bei ihm ausgelöscht. Teearlis kalter Burleigh und KleinS Paulct— ein Mann wie Eichenholz— sind die alten geblieben._'-r. Notizen. — I m Walkner Theater beginnen ain Sonntag die Nachmitlagsvorstellungon mit der Operette„Frühlingsluft" von Joses Strauß. — Das Märkische Wandertheater, das 1 307 von der Gesellschaft für Volksbildting und dem Schillertheater Berlin gegründet wurde, beginnt als Deutsche Wanderbühne der Gesell- scherst für Volksbildung eine neue Spielzeit. — M u s i k ch r o n i k. Im Friedrich W i l h e l ni>t ä d t i- scheu Tbcater findet am Sonntag, nachmittag? 3 Uhr, zu volkstümlichen Preisen das dritte Sinsoniskanzert statt. Zur Auf- führung gelangen nur Beethoveir-Werke, und ztoar die Pastoral- Sinfonie, das Violin-Konzert, die O-äur-Ouvertüre zur Leonore, sowie die Arie„A perfido". 94] Loöz« Das gelobte LanA. Roman von W. St. R e y m o n t. Dem Kloster gegenüber, am Markt, der eigentlich bloß eine sandige, von den Giebeln der auf Holzsäulen gestützten Häuser umrahmte Düne war, standen einige frisch ab- gebrannte Häuser. Aus den Trümmern und zwischen den zerrissenen Mauern ragten nackte Schornsteine hoch empor. Auf den zerfallenen Mauern der Klosterumzäummg wucherte Unkraut und. silbergrauc Ligusterbüsche. Große Virken mit schlaff herabhängenden Zweigen und weißer Rinde standen daneben. Dahinter schob sich die abgekratzte Kirchen- front vor und ein schlankes Glockentürmchen, das in einer Ecke des Kirchhofs verborgen war. Dicht an der Mauer standen im Schatten der Birken einige Baucrmvagen und kleines Fuhrwerk. Etwas weiter, in der Mitte des Marktes, waren bescheidene Marktbuden unter Leimvanddächern aufgestellt; sonst war es ganz leer, denn die Sonne brannte schon immer glühender. Ter Andrang zur Kirche war so groß, daß man nicht mehr hereinkonnte. Anka setzte sich auf die Stufen, die zur Sakristei führten, und betete. Karl und Max blieben bei den Virken stehen und ließen sich dann auf eine der asten grün- umsponneneu Grabplatten nieder, die sich in Reihen an die Mauern schmiegten. Der Gottesdienst hatte schon begonnen. Aus dem Inneren der Kirche drangen durch die weit geöffneten Türen gedämpfte Orgelklänge, hin und wieder erhob sich die Stimme des Organisten, dcrnn ertönte feierlich ein Stimmenchor, und inanchmal durchdrang diesi» bewegliche Menschcnwelle die schwache Stimme des Priesters. „Unsere Kopftücher! flüsterte Mar, ans einige Frauen zeigend, die wie Mohnblumen auf den Sand in der Sonne schimmerten und hockend den Rosenkranz durch ihre Finger gleiten ließen. „Schon verschossen!" erwiderte Karl etwas ironisch. „Die verschossenen, das sind Pabianicer; ich meine die amarantroten mit dem grünem Muster. Die verschießen nie. Man kann sie in der Sonne auskochen." „Möglich, aber was geht mich das an?"' „Guten Tag. meine Herren!" erscholl gedämpft ciite j Stimine neben ihnen. i Stach Wilczek war's. Den Zilinderhut in der Hand, de-! grüßte er sie wie ein guter Bekannter. 1 „Was machen Sie in Kurowo?" fragte Max erstaunt. „Ich bin für die Feiertage zu meiner Familie herüber- gekommen. Das ist mein Vater, der soeben die Orgel be- arbeitet", erlviderie er verächtlich und mit einer gewissen Nachsicht, die zahlreichen Ringe an seiner Hand herumdrehend. „Bleiben Sie lange hier?" „Nachts fahre ich wieder weg, mein Jud hat mir keinen längeren Urlaub betoillmt." „Wo sind Sic jetzt veschäftigt?" „Im Kontor bei Größglück, aber bloß vorübergehend." „Haben Sic die Kohlen aufgegeben?" „Nein. Im der Nikolaistraße habe ich ein Kontor, weil Großglück fein.schwarzes' Geschäft Kopekmann verkauft hat, und bei diesem Lumpen mochte ich nicht bleiben. Haben die Herren schon einen' Kohlensteferanien für Ihre Fabrik?" fragte er leise, sich zu Karl beugend. „Noch nicht." erwiderte ihm Max. „Welche Bedingungen stellen Sie?" fragte Karl kühl. Wilczek setzte sich neben ihn auf die Grapplatte, begann sofort rasch in seinem Notizbuch zu kalkulieren und schob ihm dann ein Blatt vor die Augen. „Zu teuer! Braumann liefert um siebeneinhalb Kopeken per Scheffel billiger." „Der Dieb, der Schwindler! Dafür wird er Ihnen zehn Scheffel pro Waggon weniger abliefern!" rief Wilczek leise. „Meinen Sie� daß man das bei mir nicht feststellen wird, wie?" „Die Wage wird sogar mehr ergeben, weil doch Brau- mann bekanntlich die Kohle vor der Verladung nüt Wasser begießt." „Schon möglich. Aber wer garantiert mir dafür, daß Sie es nicht auch tun." „Also gut, ich liefere Ihnen zum selben Preis wie Braumann. Ich verdiene dgbei fast gar nichts, es liegt mir aber sehr viel an dieser Lieferung. Ich habe eS schon mit Herrn Welt besprochen. Der«sagte aber, daß Herr Boro- iviecki darüber entscheidet, also?" Er fragte höflich, ohne auf die früheren Worte Karls zn achten und auf den kühlen, verächtlichen Ton. „Kommen. Sic morgen zu uns, dann können wir das Geschäft besprechen."... „Auf wie hoch wird sich die Kohlenlieferung belaufen?" fragte er Max, erhielt aber keine Antloort mehr. " Alle verstummten, denn soeben trat unter den ernsten Klängeir der Glocken und den Gesängen der ganzen Volks- maffe oi?e Prozejsion aus der Kirche und lvand sich uns dem Hauptportal wie eine Schlange, mit dem roten Kopf des Baldachins, unter dem der Priester schritt, mit den schimmern- den Schuppen der roten, gelben und weißen Frauenirachten, mit den Tupfen der schwarzen Bauernjacken und der gold- leuchtendeu brennenden Kerzen, sie schlich zwischen der grauen Kirchenmauer und dem grünen Wall der Birken- zweige dahin und umschlang mit ihrenr Ricsenleib die ganze Kirche. Mächtig schlug der Stimmenchor in die sengende Luft und stieg zum weißen Himmel empor. Ganze Wolken von Tauben stiegen erschrocken von den Kirchtürmen und den ein- gefallenen Klosterdächern auf und kreisten hoch oben über den Köpfen der Menge. Die Prozession kehrte in die Kirche zurück. Die Klänge verstummten, bloß die Birkcnblättcr rauschten und schwankten schläfrig in der sengenden Lust. Die Hitze wurde immer glühender, die Sonne goß Feuerstrahlen auf die Schindeldächer des Städtchens und schien alle Kraft aufzusaugen. Ohnmächtige Stille lag in der zitternden Luft, über dtzu ringsumher sich dehnenden grünon Feldern, den regungslosen Gärten, den wie mit aus- gebrannten Nebeln bedeckten Wiesen und über den Wäldern, die mit ihrem dunklen Band das Städtchen umgaben. „Haben Sie>vas dqvon gehört, daß Neumann umgekippt sei?" fragte Max den Wilczek. „Ja.". „Ganz?" � „Nein, bloß auf eine Seite, auf zirka dreißig Prozent! Verlieren die Herren etwas?" „Wir haben da etwas gehabt." Max wehrte mit einer unwilligen Hanbbcwegung ab. „Vielleicht könnte ich. jemand austreiben, der Ihnen Ihre Forderungen abkaufen würde, selbstverständlich billig und mit einer guten Provision fiir mich." „Ja, zum Teufel, machen Sie auch solche Geschäfte?" „Und noch verschiedene andere!" Wilczek lachte laut. „Kennen Sie Kuroivo gut?" fragte Max beiläufig, um da? Gespräch von den Geschäften abzubringen, weil Karl un- willig Wilczek anblickte und andauernd schwieg. „Ich bin hier geboren, hier habe ich Vaters Gänse und Vaters Vieh gehütet, hier machte ich mit dem Riemen oft Bekanntschaft. Pfarrer Simon könnte da manches er- zählen. Sie glauben vielleicht nicht, daß ich Vieh gehütet habe, was?" fragte er ironisch, als er Maz;' verlegenes Ge-' ficht sah.• (Lortj. fslßt.) 1 Oesteck�stön.......... I.Zs SKoiiipcttsc'iaiea Ftiss� henl«55 cs-Strasss Sr.FrankfBrtsr Strasse Brannsn-Strasse Kotiöuser Damin Wilmersdorfer Strasse 1.95 WIWIW! esrr--�3nRa«a��jaLMMKiir t?»ot 1 Kassette Brietpapisp 25 Briefbogen, 25 Umschlage, zu«. 1 BriefillOCk Quertformat... 1.95 ICO Kapten!3Pi5f8Fewpo0shtn! 1.S5 4Ro!lenTei!8tlpapiep..... I.95 1 P08SiB-Ai!3Ur.l............. 1.95 100 UlüükeP weiss..... 1.95 -80 IttüSN NWMM. sehwarr onj bunt gemischt...'."3 i BPieftaSChfl mit �atisbloek 1,95 200 Blatt Opotpapierweiss I.95 i Peeügn 8 Obertassen............... I.95 3 ÄbendijpottellePi�MriT... I.95 2 Tassen mit Unterfassen, verschiedene Formen.........*.30 3 Kcmpottscliaien Fo�en.1 1.95 1 Blumenvase SgT.tr l.ss 4 Äbeiidtipottellei' GoSLd l.ss Pattoiaeiien 1 Flasahe Haapöl.......... I.95 1 Handspiegel............... 1.95 i!iooter!e 1 fieldtasohe Änenoder I.95 1 Bpieftasoiie mit Herron.... mit 1 ne Scheintasohe.*.3J 1 Damen-HandtasGlie..... I.95 1 Zigaretten-Tasche"euu l.ss 1 Rocknadel TaU-Silber..... 1.9 ö 1 Wachsperl-Halskette... 1.9) 1 Halskette-Anhing« 1-95 I.95 6 Rasierklingen........ 10 Pakete Blitzblank...Ji"8- 12 Stück ToRwasßlimittflJ J.95 4 MilchbecherSbud�l. 95 1 Kaffeekanne porzeimn]� IZüükerdose tm" If l SiloMopf"Sr 11.95 KaBeebeclief daza passend.. 1.95 verschiedene�„ Pressmnster I.S5 4Likcrglasep....... I.95 1 LSOelltWEmaille� Formen.. I 1 BrafpfanneMlei 1.95 6 Kindeptetler............. I.95 1 Bratenplatte ovd......... I.95 4 ObertaSSen wetisoderbant 1,95 All! 2 Kaffeetassen ÄÄ!! 1.95 4 Abendbrotteller......... I.95 3 Abendbrotteiler m»«and I.95 (OirüchQftanllkel verschiedene I ne Formen.... AiJO rus. 1 Kompottsciiale......... ieiastel!erÄefr"#.;. 11.95 1 Blumenvase •�orzellan, mit hflbschen Bildern. Porrellan, mit__ .... 1.95 Emnllle 1 Kasserolle konisch........ 1.95 1 Topfdeckel................ I.95 1 Schöpflöffel............. I.95 1 Schaumlöffel............. I.95 1 Rudelpfanne............. I.95 2 Kummen.................. 1.95 1 Butterdose v-ekÄ.... I.95 8 Eierbecher 1 Tablett Porzellan 4 Honiogläser I.95 1 Eckbrett _ IM 1 Königskücbenforml.95 1 MilöiltOpfjeMan 4 ,95 verschied. Formen"' Verband er Cltbcerapben, Stein- ür■iscr liiid verw Berufe örisvcnwltung Berlin. Den Mitgltchern geben mir liierdurch bekennt, bei(5 der Kollege, Aetzcr Max Büßer im Aller von II Jahren am 17. Sepieinber an ftebltopf» unb Lungentnberklilofc verstorben ist. Ein ehrende! Andenken ist ihm gesichert. Die Beerdigung findet morgen Sonnabend, den 21. Sctstcmber, nachmittag» 2J,', Uhr, von der Leichen- Halle des Neuköllner Ge> mcinde- Friedhofe» am Mariendoi jer Weg au» statt. Um r«ge Beteiligung er- sucht Die Verwaltung. �iaenrut. Den Mitgliedern serner -ur Nachricht, daß unser College, Porträt-Photograph I�an BIukm am 12. Sevtemder im Alter .»o«i 5.4 Jahren an Lungen- fchwindsucht verstorben ist. Mr werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren! 108/18 Die Verwaltung. 8itz Berlin. Gegr. 1805. Am 10. d. Ml», verstarb im Lazarett zu Ttnitgart unser Mitglied, Herr IM Guosek. Die Einäscherung findet heut» Freitag, den 20. d. M„ nach, mittags 3 Uhr, im Krema- torium Gerichtstr. 37, statt. Ferner verstarb unser Mit- glied, Frau Margarete Makler geb.»xi-Queberg;. Die Einäscherung findist morgen Sonnabend, mitta«! 12 Uhr, in der Gcrichtflrage statt. 239/1 Ehre ihrem Nndenken! Um zahlreiche Beteiligung ersucht Oer Vorstand. am Leuttcher fflefallarbcitcr- Verband. Vorwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schlosser ffupst Oräbe Lankwitz, Dessauer Str. 15 »m 17. d. Mi», gestorben ist, Die Beerdigung findet am Freitafi. den 20. d. Mts.. nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde- FricdhoieS in Lankwitz, Lulherstrake, auS statt. Ziege BeteiNgung wird «artet. Den Mitgliedern serner »irr Nachricht, daß unser Kollege, der Heiser GuLlavSelmslffer WilmerSdors, Detmold er Str. 53, am 17. d. M. gestorben Ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, de5r LI. d. M., nachmittags 41/« Uhr, von der Leichenhalle de» Ge- meinde-FriedhoseS in WII- merSdors. Berliner Straße, an» statt. Ziege Beteiligung wird erwartet. Vhre ihrem Andenken! t18/5 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die liebevoUe Teilnahme und reichen Blumenspenden bei der Beerdigung meiner lieben unvergeßlichen Frau Elisabeth Lesdau geb. Heinze, sage loh allen Verwandten, Freunden und Bekannten zugleich im Namen aller Angehörigen innigsten Dank. Adolf Lesdau, 19801, Neukölln, Anzengruberstr. 20. veuttcher Cranspertarbcrtsmrband. BezirkSverwalt. Groß-Berlin Den Mitgliedern zur Nach- richl, daß unser Kollege, der Ilollkutscher Adolf 8ehulz s»n der Firma Bartz u. Ko., kaiterstraße, am 18. Setz- ieinber im Alter von 57 Jahren verstorben ist. Ahre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 21. Sep- tember, nachmittags 4>/,Uhr, den der Leichenhalle hcS Mark»«- Fried heses, Wil- helmsier,. au» statt. 63/13 VI» iatirksverwaltung. Danksagung. Für die Beweise herz- licher Teilnahme bei der Einäscherung unseres teuren Entschlafenen sagen wir allen Freunden und Be- lannlen, insbesondere Herrn Schütte, und Herrn Kühne für die trostreichen Worte am Sarge unsern herz- lichsten Dank. 111/3 RsIbub Hü nebst Kindern. Stadtgruiidstiiek, zirka 62 Morgen, bei Suche! gelegen, mit neuen massiven Ge- bäuden, komvl. Jnvent., bei 15 000 M. Anzahlung sofort billig verkäuflich. L035L Grundstück, Ziria 66 Morgen, einschl. 12 BIS 11 Morgen gute Wiesen, mit gut erhaltenen Gebäuden und Inventar, im Dorf und an Cbaussee geleg., altershaiber bei 6Ö00 M. Anzahlung sehr billig verkäuflich. D.JankowSki, Tuchel, Westpr., Konitzcr Str. 18. Mer RkllUlsköeiltt-MM. Verwaltungsstelle Berlin, Linieustraste 83—85 KclchästSzcit von 9—1 Uhr und von 4—7 Uhr. Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Zonntag, den 22. September, vorm. piiuktl. 10 Uhr, in den Andreas-Festsälen, Andreasstr. 21: Zraneken-VersAmmwng dtrEisku-,MttütI-u.Z!kvlilverdrther,z>rtj)tttuutu soivir Kuudschltiftr. Tagesordnung: 1. Bericht über unsere augenblickliche Lage. 2. DiSkusfion. Ttclluugiiahme dazu. 3. BcrbandSangelegenheircn. ZM- Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Zur besonderen Beachtung 1 In dem Bericht der Kom- Mission sind äußerst wichtige Punkte über die augenblickliche Lage unserer Branche enthalten, welche eS unseren Kolleginnen und Kollegen zur Pflicht machen, für regen und zahlreichen Besuch der Versammlung Sorge zu tragen. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. 118/3_ Tie Ortsverwaltung. 1000 Kiltlststopserei Große Frank- furterstraße 67. 68«» rmmuumiminniHtuimitMHiiniiiummiiiiianiuiimiiuiu tOir&bt octzcCtt Mm lllffhe Hötöc Schefielnröße M. 3,75, Zentner- sibfec M. 5,75, dito mit Deckel M. 6,—. PAtversand von Probelörben sofort. 17bL» Uat7»Or Berlin, ik»slgsanlagen aus eine Tiefe von drei Meilen eingedrungen waren. Links im Zentrum nahmen die 74. Veomanrvdivision und andere von Truppen aus den Lstgraficharten und aus London gebildete Divisionen Templeux-le-Guerard, Rousson, Epehy und Perzieres lüÄ drangen ebenfalls zu großer Tiefe vor. Nördlich Perzieres griff die 21. Division den Abschnitt an, den sie am 21. und 22. März niit aroßer Tapferkeit verteidigt hatte. Nachdem sie ihre alte Front, die Gräben mit dem als Vaucelette-Farm bekannten festen Stüh- Punkt genommen und einen feindlichen Gegenangoisf abgeschlagen hatte, stieß sie über eine sengkische) Meile über diese Linie hinaus vor, wobei sie einig- hundert Gefangene machte und eine vollstän- dige deutsche Batterie mit Bespannung erbeutete. Auf unserem linken Anarifssflügel nähmen andere englische und walisische Trup- Pen den Rest der Hockffäche südlich Gouzeaucourt. Sie erreichten die kkrtsausgänge von Villers-Guislain und nahmen den Gauche- Wald. Mehr als 6999 Gefangene und eine Anzahl Maschinen- gemehre wurden von unseren Truppen im Laufe dieser erfolgreichen Unternehmungen eingebracht. # FranzUslscher HeereSVerlcht vom?8. Te'pkemver a v e n d S. Im Laufe des Tages machten unsere in Verbindung mit der.bri. tischen Armee operierenden Truppen Fortschritte in der Gegend westlich von St. Ouentin zwischen Holnon und Essignh- le-Grand. Auf einer Front von 19 Kilometer schoben wir trotz erbitterten feindlichen Widerstandes unsere Linien durchschnittlich 2 Kilometer vor, erreichten die westlichen Ausläufer von Francilly und Selency und eroberten den Savhwald und Fon- taine-les-Elercs. Weiter südlich halte» wir die Südränder von Contescourt und haben uns Essigny-Ie-Grand genähert. Wir machten einige hundert Gefangene. Nördlich' der Aisne setzten wir unser Vorrücken östlich Jouy fort. Der Feind unter- nahm starke Gegenangriffe auf der Hochfläche östlich von Allemant. Die Wiederaufnahme der Offensive durch unsere Truppen brachte den Feind zum Weichen und brachte neuen Boden- gewinn und 139 Gefangene ein. Versenkungen. Berlin, 18. September. Im Sperrgebiet um England wuvden von unseren U-Booten 29 999 B.-R.-T. der- senkt. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Davis amerikanischer Botschafter in London. Washington, 19. September.(Reuter.) John W. Davis, Generalanwalt der Vereinigten Staaten, ist zum amerikanischen Botschafter in London ernannt worden._ Polizei gegen öas Recht der Reichstagswähler. Auflösung einer Wählcrversammlung der Unabhängigen. Gestern abend sollte im LehrervereinshauS eine Wählecver- sammlung der Unabhängigen stattfinden, um zur bevorstehenden Ersatzwahl in Berlin I Stellung zu nehmen. Als jedoch der Ein- berufer. Landtagsabgeordneter Adolf H o f f m a n n, noch einer kurzen Ansprache dem Reichstagsabgeoodneten Hugo H a a s e das Wort erteilen wollte, erklärte der überwachende Polizeileutnant, daß er Auftrag habe, Haose als Redner nicht zuzulassen. Der Versammlung bemächtigte sich angesichts dieses ungesetzlichen Eingreifens der Behörde naturgemäß große Erregung. Hoffmann begab sich in das gegenüberliegende Gebäude des Polizeipräsidiums, um eine Aufhebung der ungesetzlichen Maßnahme zu erzielen, kehrte jedoch unvercichteter Dinge zurück. Die Aufregung steigerte sich, als der Polizeilciutnant eine weitere Ansprache Hoffmanns unter- brach, indem er die Versammlung für aufgelöst ei- klärte. Später sprach der Leutnant aus nicht ersichtlichen Grün- den die Verhaftung HoffmannS aus, was einen argen Tumult zur Folge hatte. Gegen diese Vorgänge mutz von jedem Parteistandpunkt aus>> die aller schärf st e Verwahrung eingelegt werden. Ein derartiger Eingriff in die Freiheit einer Partei während einer Wahlbewegüng ist unerhört und gesetzwidrig. Daß er Wirkungen haben muß,' die den von der Behörde beabsichtigten geradewegs entgegengesetzt sind, ist eine Sache für sich. Gerade die Parteien, die mit den Unabhängigen im Wahlkamps stehen, haben am meisten Grund, den entschiedensten Protest gegen ein derartiges Vorgehen zu erheben. Der freie Kampf der Meinungen soll entscheiden, die Polizei hat sich nicht einzumischen. Tut sie es dennoch, so soll sie wissen, daß sie a l l« geschloffen gegen sich hat. Darf in Preußen vom Wahlrecht gesprochen werben? Polizeikommissar gegen Reichskanzler. Der Reichskanzler, der auch der preußische Ministerpräsident ist.„steht und fällt" mit dem gleichen Wahlrecht. Der preußische Polizeikommissar verbietet, von diesem Wahlrecht überhaupt zu reden I Gewiß ein Zustand, der komisch, blamabel. entwürdigend ist, ein Verhältnis, zu dessen genauer Kenrizeichnrntg die Sprache kaum einen Ausdruck kennt. Aber wir leben in Preußen unter diesen Zuständen und Verhältnissen. Es scheint, daß eS in Preußen Stellen gibt, die zur Manisestierung ihrer Wahlrechts- Feindschaft den Belagerungszustand mißbrauchen. In einer Versmnmlnng in dem Kölner Vororte Kalet kam der Redner, der Landtagsabgeordnet« Genosse Haenisch, auch auf die Wahlrechtsfrage zu sprechen.' Kaum hatte er diesen wunden preußischen Punkt berührt, als auch schon einer dazwischen- fuhr— nämlich der die Versammlung überwachende Polizei- kommissar. Er„untersagte" dem Redner, von dem preußi- schen Wahlrecht zu reden und berief sich, als der Redner über dieses Vorgehen sein Erstaunen ausdrückte, auf eine„Anordnung der Behörd t". Alle Vorstellungen, daß weder dem Redner, noch dem Einbe- rufer eine entsprechende Mitteilung zugegangen sei, nützten nichts. Der Versammlung bemächtigte sich eine gewaltige Erre- g ung, die sich in kräftigen Rufen entlud. Die scharfe Kritik des Redner» an den preußischen Regierungsmethoden fand stürmische Zustimmung der Versammlung. Wir fragen: Wer ist die„Behörde", die der preußischen Re- gierung bei ihrem Kampfe um daS gleiche Wahlrecht glaubt in den Arm fallen, die die feierlichen Erklärungen des Kanzler? nnd des Vizekanzler? glaubt Lügen strafen zu müssen?! Die �Uöeutschen bitten um einen harten Winter. Bekenntnis des Generals z. T. v. Liebert. In einem Leitartikel der alldeutschen„Tägl. Rundschau" leistet sich der General z. D. v. L i e b e r t folgenden Satz: Wir können den Himmel nur bitten, daß der Winter recht lang und fcharfwerde, damit den blutdürstigen Angelsachsen die Freude am Kriegführen vergeht. Der naheliegende Gedanke, daß ein Winter, der für die Engländer lang und scharf ist. für unsere Soldaten ukid für unser Volk nicht kürzer und nicht milder ist. scheint diesem scharfsinnigen alldeutschen General z. D. nicht gekommen»zu sein. So merkwürdig ist die Philosophie von beuten, denen der eigene Bedarf an Heizung, Polstermöbeln. Nahrung und warmer Kleidung für einen harten und langen Winter gc- sichert ist.__ Hesehliches Nachtbackverbot. Der Bundesrat hat den Entwurf eines Gesetzes über die Arbeitszeit in den Bäckereien und Konditoreien veröffentlicht, aus dem wir folgendes hervorheben: In allen gewerblichen Bäckereien und Konditoreien müssen an den Werktagen all« Arbeiten mindestens von 9 Uhr abends bis 6 Uhr morgens vollständig ruhen. In der gleichen Zeit müssen in Gast- und Schankwirischaften, Speiseanstalten aller Art(Pen- sionen, Heilanstalren, Fabrikkantinen), Warenhäusern, Mühlen und anderen gewerblichen Betrieben alle Arbeiten und Vorarbeiten ruhen, die zum Herstellen von Bäcker- oder Konditorwaren dienen; dies gilt auch für Bahnhofswirtschaften. In den Anlagen,� in denen die retjflmützigs tägliche Arbeitszeit der Gesellen, Gehilsen, L.hrliuge und sonstigen gewerblichen Arbeiter 8 Stunden aus- schließlich der Pausen nicht überschreitet, kann die Ruhezeit um 19 Uhr abends beginnen und auf S Stunden verkürzt werden. den gewerblichen Bäckereien und Konditoreien im Sinne deS Gesetzes gehören auch die Bäckereien und Konditoreien von Kon- sum- und anderen Vereinen. Die Vorschriiten finden auch auf die Anlagen zum Herstellen von Zwieback, Keks, Wskuit, Honigkuchen, Lebkuchen, Waffeln oder Matze Anwendung. Die von der Landeszentrale bestimmten Behörden können auf Antrag für ihren Bezirk oder für Teile desfelben widerruflich eine Verschiebung der Lage der neun- oder achtstündigen Betriebsruhe um höchstens eine Stunde genehmigen. An Sonn- und Festtagen—§ 10öa Absatz 2 der Gewerbeordnung— darf in Bäckereien und Konditoreien höchstens von 5 bis 9 Uhr vormittags gearbeitet werden. Außerdem dürfen nach 6 Uhr abends— an zwei umnittelbak aufeinanderfolgenden Sonn- oder Festtagen nur am zweiten Tage nach 6 Uhr abends— während einer Stunde Arbeiten vorgenommen werden, die zur Wiederaus- nähme des regelmäßigen Betriebs am folgenden Werktag not- wendig sind. Das gleiche gilt für alle Arbeiten und Vorarbeiten, die in den sonstigen obengenannten Betrieben zum Herstellen von Bäcker- oder Kondiwrwaren dienen. Bon drei unmittelbar auseinanderfolgenden Sonn- oder Fest- tagen gilt der dritte Tag als Werktag. Die Landeszentralbehörden können für das Staatsgebiet oder für einzelne Bezirke die Arbeit an Sonn- und Festtagen noch weiter, als es durch Absatz 1 und. 2 geschehen ist, einschränken oder ganz untersagen oder von bestimm- ten Bedingungen abhängig machen und das Herstellen leicht vcr- derblicher Konditorwarcn an zwei weiteren Stunden außerhalb der Zeit des Hauptgottesdienstes gestatten. Das Erfreuliche an dem Entwurf ist, daß der Bundesrat mit der Nachtarbeit in den Bäckereien und Konditoreien, sowie in den anderen Betrüben, die Backwaren herstellen, aufzuräumen be- absichtigt. Wir stimmen aber der„Deutschen Bäcker- und Kon- ditoren-Zeitung" darin bei, daß der Entwurf manche berechtigte Wünsche der Gehilfen unerfüllt läßt. Sie bemängelt, daß die Forderung des Zehnstundentages in allen Betrieben ohne Wechsel- schicht unerfüllt geblieben ist und daß den Bäckereien von 5— 9 Uhr morgens die Sonntagsarbeit wieder zugestanden wird, was uin so mehr«ine Beeinträchtigung des freien Sonntags bedeutet, als auch Sonntags nach 6 Uhr abends eine Stunde für solche Vor- arbeiten freigegeben ist, die zur Wiederaufnahme des regelmäßigen Betriebs am fokgenden Werktage notwendig sind und auch außer- 'dem den Landeszentralbehörden— die übrigests auch weiter« gehende Einschränkungen der Sonntagsarbeit anordnen können— das Recht gegeben wird, das Herstellen und Austragen leicht ver- derblicher Konditorwaren für zwei Stunden Sonntags zu gestatten. Mit Recht bemängelt das genannte Blatt auch, daß der Bundesrat den Großbäckereien recht sehr entgegengekommen ist, da die Vorschrift, daß in den Betrieben, in denen die regelmäßige tägliche Arbeitszeit des Beschäftigten 8 Stunden, ausschließlich der Pausen, nicht überschrcnren, die Ruhezeit erst abends 19 Uhr be» ginnen und auf acht Stunden verkürzt werden kann. Hier liegt die Gefahr vor, daß eine Verlängerung der Arbeitszeit Platz greifen kann, ganz abgesehen davon, daß in den großen, fabrik- mäßig arbeitenden Betrieben»eins Verkürzung der Ruhepause durchaus nicht notwendig ist._ Der Deutsche �ugenöfursorgetag, der heute in B e rli n zu seinen Beratungen über die Jugendämter zusammentritt, hatte gestern im Stadthaus eine Begrützungs- Versammlung unter Vorsitz des Bürgermeisters v. H o l l a n- der- Mannheim. Aus den Ansprachen der Vertreter von Be- Hörden sei hervorgehoben, daß der Vertreter des preußischen Justiz- Ministeriums, Wirklicher Geh. Oberregierungsrat Dr. Stäuber, an der Justizverwaltung einen„gefunden Fortschritt" rühmte, Ivie er sich z. B. bei den Jugendgerichten bekundet habe. Es sprachen unter anderen noch für die Stadt Berlin der Stadtschulrat Dr. Reimann, für das preußische Ministerium des Innern(und zugleich für das preußische Unterrichtsministerium) der Geheime Oberregierungsrat Schlosser, der das preußische Jugendgesetz dem geforderten Reichs-Jugendgesetz vorziehen möchte, als Vertreter des österreichischen Ministeriums für soziale Fürsorge der Ministerialrat Dr. B a r ts ch, der auf die Fortschritts der Jugendfürsorge in Oesterreick hinwies und aus buudesge- nössisch-waffenbrüderlichen Empfindungen heraus die Geistes- und Kulturgemeinschaft der beiden Reiche betonte, für das sächsische Justizministerrmn Amtsgerichtspräsident Dr. Becker, der den Er- folg des in der Jugendpflege zum Durchbruch gelangten Grund- satzes:„Nicht Strafe, sondern Erziehungl" feftstellre. Der Vorsitzende von Holland er drückte die Hoffnung aus, daß Mich auf dem Gebiet der Jugendfürsorge man vom Landesgesctz zum Reichsgesetz kommen werde. In längerem Portrage behandelte UnivcrsitätSprofessor Dr. Alohs Fischer-München „Gemeinschaftsarbeit und Persönlichkeits- pflege als Grundlagen und Formen der Fürsorgetätigkeit". Er bezeichnete als Kern der Tagung die Anerkennung, daß die Jugend- fürsorge nicht nur Pflicht sozial empfindender Menschen und Vcr- eine, sondern gesamt- staatlich. gesellschaftliche Aufgabe ist. Die Jugendfürsorge steche heute ungefähr an dem Pulikr, an dem nach dem 39jährigen Krieg der Unterricht stand, der erst nach und nach aus einer Privatangelegenheit zu einer Staatsan- gelegenheit wurde. i iß ItMt Nachrichten. „Der österreichische Vorschlag bleibt aufrecht." Wien, 19. September. Eine amtliche Verlautbarung äußert sich zu dem aus dem Auslande vorliegenden Meldungen zu der öslerrcichisch-ungarischen Note, die Ablehnung könne kaum mehr zweifelhaft sein. Eine offizielle Antwort auf die Note des Grafen Burian liege bisher allerdings nicht vor, und da- her könne in eine Erörterung der Gründe, welche die Entente- cegierungen zu dieser Haltung bestimmt haben, im gegenwärtigen Augenblicke noch nicht eingetreten werden. Nur von der Seite Mr. B a l fo u r S liege bisher eine ausführliche Behandlung der österreichisch-ungarischen Anregung vor. Gerade seine Argumen- tation sei aber bereits ein Beweis dafür, wie richtig der Vor- schlag des Ministers des Aeußeren die Situation erfaßt hatte und wie nur ein Eingehen auf dessen Gedankengänge die bis heute allseits herrschende Verwirrung der Geister zu meistern vermöchte. Wenn die Frisdensfrage von Balfour— und das Gleiche gilt für die hierüber im französischen und amerikanischen Senat geführten Debatten— unter dem Drucke der großen Schlag Worte und aufgepeitschten Leidenschaften besprochen wird, dann kann sie aller- dings keine gedeihlichen Fortschritte machen. Die Verlautbarung geht alsdann näher auf Balfours Aeußerungen ein und schließt mit der Bemerkung, daß der Vorschlag der österreichisch- ungarischen Regierung aufrecht bleibt. Scmbat gegen Clemenccau. Genf, 19. September. In einem Leitartikel der„Humanite" bezeichnet Sembat die Ablehnung der Wiener Note durch den Prä- sidenten Wilson als einen vorzeitigen Schritt. Er ver- langt eine gemeinsame Antloort der Alliierten, damit die Entente nicht der Vorwurf treffe, an der Verlängerung des Krieges schuld zu sein. Die Rede des Herrn Clemenceau im Senat ist nach der Ansicht Sembats so ungeschickt, daß die Mittelmächte wohl ein Interesse daran hätten, den Wortlaut dieser verunglückten Rede durch Maueranschlag bekanntzugeben. Schifsölinie Braila— Sewastopol. Berlin, 19. September. Als erster Dampfer der neu ein- gerichteten Linie Braila— Sewastopol geht voraus, sichtlich am LI, September Zar Ferdinand von Braila ab. GewerffchchsbewWMlg biß Lohnbewegung üer Säcker Serlins. Die Leitung des Verbandes der Bäcker und Konditoren bat die auf Abschluß eines Tarifvertrages gerichteten Forde- rungen den drei in Frage kommenden Arbeitgeberorganifationen zugestellt. Eine von ihnen, die Freie Vereinigung der Bäckermeister Berlin und der Vororte nahm gestern abend in ihrer Generalversammlung Stellung zu dieser Angelegenheit. Alle Red- ner erklärten sich zwar für den Abschluß eines Tarifvertrages, doch meinten sie, die Forderungen der Gesellen würden nicht in voller'Höhe bewilligt werden können, weil die behördlich fest- gesetzten Mehl- und Brotpreise den mittleren Betrieben nur einen mäßigen, den kleinsten fast gar keinen Gewinn abwerfen. Aus weiteren Ausführungen ging hervor, daß sich unter den Bäcker- nie istern das Bestreben geltend macht, unter Hinweis auf die Lohn« forderungen beim Magistrat eine Erhöhung des Brotpreises zu beantragen. Schließlich wurde folgende Resolution einstimmig an- genommen: **..Die Versammlung beauftragt ihren Vorstand, dahin zu wir- ken, daß zwischen der Gesellenorganisation und den BSckerinnun- gen, sowie der Freien Vereinigung der Bäckermeister und der Ver. einigung der Vrotfabrikanten ein tarifliche? Verhältnis abgeschlos- sen wird. Sollten wider Erwarten die Bäckerinnungen und die Vereinigung der Brotfabrikanten ein solches Verhältnis nicht wol- len, so soll der Vorstand sehen, daß eS zwischen der Gesellenorganisation und der Freien Vereinigung der Bäckermeister zu einem Tarifvertrage kommt." Die Werkstättenarbeiier und«arbeiterinnen der Hoch- und Untergrundbahn halten an ihre« Forderungen fest. In einer überaus stark besuchten Versammlung in Bsekers Festsälen nahmen die Werlstättenarbeiter und-arbeiterinnen der Hoch- und Untergrundbahn zu ihren gegenwärtigen Verdiensten Stellung. Bereits vor längerer Zeit hatte der Arbeiterausschuß im Auf« trage der Beschäftigten die Forderung gestellt, daß die gegen- Wärligen Stundenlöhne um L5 Pf. erhöht werden sollen. Die Di- rekiion hatte diesem Antrage nicht entsprochen, sondern die Teue« rungszulage, die bisher für die Handwerker 24 M., die Arbeiter 10 M. und für die Arbeiterinnen 10 M. monatlich betrug, für die ersten beiden Gruppen um 12 M. und für die Arbeiterinnen um 8 M. ab 1. Juli erhöht. Dieses Entgegenkommen genügte den Arbeitern nicht, und sie beschlossen, an ihrer Forderung von 26 Pf. für die Stunde Lohn- crhöüung festzuhalten. Dielen Antrag sollte die zuständige Organisation, der Metall« arbeitervcrband, durch Vermittlung des Oberkommandos in den Marken zur Anerkennung bringen. Eine dementfprechende Eingabe ist, wie Siering vom Metallarbeiterverband mit- leilte. am 2. Juli an das Oberkommando eingereicht worden, aber cin Ergebnis konnte in der kürzlich stattgehabten Besprechung noch nicht festgestellt werden. In der Versammlung machte sich über diese Verschleppung der Sache eine autzerordenilichgroße Mißstimmung gel- t e n d. und die Organisation wurde beauftragt, dem Ober- kommando erneut mitzuteilen, daß die Arbeiter nunmehr auf eine Entscheidung dringen, und daß sie weiter unter allen Umständen an der gestellten Forderung von 25 Pf. für die Stunde festhalten. . Der Höchstverdienst der Handwerker beträgt zurzeit eiuschließ- lich aller Teuerungszulagen 1,50 M. kür die Stunde, für die Ar- bester 1,37 und für Arbeiterinnen 0,79 M. Teuerungszulage der Rahmenvergolder. Die Rahmenvergolder hatten eine Erhöhung der TenerungS- zulage um 30 Pf. für die Stunde gefordert. Durch die Erfüllung dieser Forderung würde der Stundenlohn, der sich vor dem Kriege auf 70 Pf. belief und während des Krieges durch mehrfache Zu- lagen auf 1,70 M. gestiegen ist, auf 2 M. steigen. Die Vertretung der im Holzarbeiterverbande organisierten Vergolder bat mit dem Vorstand der Vergolderinnung verhandelt und zunächst ein Angebot von nur 20 Pf. erbalten, da? in zwei Zeitabschnitten mit je 10 Pf. gewährt werden sollte. Nachdem die Vertreter der Arbeiter dies Angebot mit aller Entschiedenheit abgelehnt hatten, machten die Arbeitgeber unter Vorbehalt der Zustimmung ihrer Mitglieder daß Zugeständnis, am 1. Oktober und am 1. November je 15 Pf. Zu- läge zu gewähren. Inzwischen hat die Arbeitgeberversammlung diesem Angebot zugestimmt. Am Mittwoch nahm eine Branchenversammlung der Vcrgolder Stellung zu dieser Angelegenheit. Die Branchenleitung empfahl die Annahme des Abkommens, da ja die Forderung von 30 Pf., wenn auch in zwei Abschnitten, erreicht worden sei. Außerdem sei auch für Montagearbeitelt eine neue Vereinbarung zustande- gekommen. Danach wird bei Arbeiten außerhalb der Werkstatt, aber innerhalb der Grenzen des Vorortverkehrs da? Fahrgeld und eine Zulage von täglich l,30 M, bei Arbeiten, die weniger als einen halben Tag erfordern, eine Zulage von 15 Pf. für die Stunde gewährt. Bei Arbeiten außerhalb der Grenzen des Vorortverkehrs, die ein auswärtiges Uebernachten erfordern, wird eine Zulage von mindestens 7 M. täglich gewährt. Die Versammlung stimmte dem Abkommen zu. g Kindern. Dies wurde als höchst ungerecht und völlig zweckwidri kritisiert und die Leitung des Bundes deutscher Telegraphenarbeiter, Borarbeiter und Handwerker ersucht, mit aller Tatkraft für die Hinaufsetzung der Höchstgrenze einzutreten. Endlich kam zur Sprache, daß eine Reihe von Hilfsarbeiterinnen. die in den letzten Monaten ihre Tätigkeit kür die Verwaltung kurze Zeit— höchstens eine Woche— unterbrochen hatten, z. B. um den verwundeten Ehe- mann im Lazarett zu besuchen, von der Verwaltung als„vorüber- gehend ausgeschieden" betrachtet worden sind und dadurch nach deren Ansicht das Anrecht aui die einmalige Teuerungszulage ver- loren habiin. Auch hiergegen will die Bundeslestunz vorgehen. Die Mitgliederzahl des Ledcrarbcttcr-BcrbandeS stieg von 5150 am Schluß des ersten Quartals auf 8794 am Schluß de? zweiten Quartals. Der Zuwachs cm Mitgliedern beträgt demnach 614. Der Gelamibestand�in Verbands- und Lokalkassen ist von 272 739,81 M auf 284 971,07 M. gestiegen. Der Verband der Hut batte am 3ch August 1918 insgei 2251 männliche und 6397 weibliche Mitglieder. fanden sich 2963 Mitglieder. und Filzwarcnarbeitcr und-Arbeiterinnen iJml 8648 Mitglieder; davon waren Beim Militär bc- WaS die Telegraphenarbeiter an der Teuerungszulage bemängeln. Zu der einmaligen Teuerungszulage, die von der Reichspost- Verwaltung den.Lohnempfängern" gewährt worden ist, nahm eine zählreich besuchte Versammlung der Telegraphenarbeiter. Hand- werker, Hilfsarbeiter und Hilfsarbeiterinnen Stellung. Es wurde anerkannt, daß die Verwaltung bestrebt gewesen sei. diesmal etwas zu unternehmen, was den Arbeitern usw. ihre schwierige Lage wirk- lich zu erleichtern geeignet ist. Bemängelt wurde aber, daß durch die Auslegung, die seitens der Ober-Postdirektion den vom Reichs- Postamt erlassenen Bestimmungen gegeben worden ist, den ledigen Arbeitern und den Verheirateten, die bis zu zwei Kinder zu versorgen haben, eine Einbuße verursacht worden ist, die zwischen 20 und 30 M. beträgt. Als ganz unverständlich wurde es weiter bezeichnet, daß die Höchstgrenze für die Teuerungsbeihilfe auf 500 M. festgesetzt worden ist. Dies bat nämlich zur Folge, daß die Bäter von vier. fünf, sechs und sieben Kindern, die bei den laufenden Teuerungszuschlägen entsprechend besser gestellt sind, nicht mehr an einmaliger Teuerungszulage erhalten, als ihre Kpllegen mit drei Parteinachrichten. Bon einer erfreulichen Anfwärtsbewegung der Partei- orgauisatiou konnte in der in Neusalz abgehaltenen Kreiskonferenz für den Wahlkreis Grünberg-Freystadt berichtet werden. Tie Konferenz beschloß einstimmig eine Erhöhung der 14tügigen Bei- träge auf 25 Pf. für Männer und auf 15 Pf. für Frauen. Die .Gleichheil" soll lünftig obligalorisch und unentgeltlich an die Gc- nosfinnen abgegeben werden. Durch Herausgabe von Wahlfonts- marken soll ein Wahlkampsfonds geschaffen werden. Ueber die politische Lage sprach der Abgeordnete de« Wahlkreises, Genosse Davidsohn. Seinem mit Beifall aufgenommenen Vortrage folgte nach einer regen Aussprache die Annahme zweier Resolutionen. In der ersten wird gegen die alldeutschen Kriegs:reibereien Slellung genommen und für einen baldigen Verständigungsfrieden ein- getreten. Die sozialdemokratische RcichStagsfraktion wird beauftragt, bei der Reichsregierung darauf hinzuweisen, daß die Zuweisung von Lebensmitteln für die Bevölkerung Niederschlesiens weil zurück- steht hinler der Versorgung anderer Bezirke. Weiler wird protestiert gegen die unzulängliche Renrenversorgung der Kriegsbeschädigten, der Kriegerwilwen und-Waisen, und schließlich die Auslösung" des Landtages verlangt, wenn derselbe sich der Einführung des gleichen Wahlrechts widersetzt. In der anderen. Entschließung äußert die Kornerenz die Erwartung, daß die ReichSlagSfraition vor der Abstimmung über Kriegskredite unter Berücksichtigung der Politik und Haltung der Reichsregierung noch peinlicher als bisher prüft, ob sie den Krediten zustimmen kann. verantwortlich fvr Politik: Srich Snttntt, Berlin: für den adrigen Teil de» Blattes: Alfred Schol», NeulflUn: kür Antigen: Theodor Berlin. Verlag � VorwärtS-Verlag G. nr 6. H., Berlin. Druck: Porw2rts-< �.�de�ckerci VerlagSanktait Paul Singer u. Co. in Berlin. Lindsiifttube o. Hier»» 1 Beilage und UuterhaltuixiSblatt. Dirskdion Nax lioiovnräi!. üdsutacl««;» Theater. 7 Uhr: Jfai-la Stuart. fcjonnab. 7 Uhr: Fauat I. Kanuncraplele. VI, U.: Schelterhaufen. Kleines Schansplelbans. Keine Vorstellung. Sonnabend 7 Uhr: Zum ersten Male: Arbelt. Volksbuhne Theater am Bülowplat®. Direktion Friedrich Kayßler. VI, Uhr: Herltn. Dir.C.Meinliari!— R. Bernauer. Theater dlKöniggratzerStr, 7ff,: Der Bauch Im All. Komödienhaus 8 Uhr: Dia fflnf Frankfurter. Berliner Theater 7,SU.; Blltsblanea Blut. Casino- Theater. Lothringer Str. 37. Tägl.'/.8 U.: Der neue Schlager Ml! Ut ml Meiler! Berliner Posse in S Akten. Vorher erfttl. Spezialitäten. U.a.: Grote linds Menschenaffen. Sonnt. S1/,: Ein fjdeles Huhn. Mlei�U"KöWM. Koke Friedrich- u. Linienstr 7'U Uhr. T5gl.: Kord. 8650. Kaiserplatz 3, 1 Tr. Ein lust Stück m. Musik v. Laufs v. Möllendorff. Georg. L. Holms. Sonntag 31/, Uhr: Jnicend. Walhalla-Theater. 7»/, Uhr; Donauliebchen. Theater ffir Freitag, 20. September. Neues Operettenhaus 7'/, uhr: Das sOße Mädel. Stg. 3*/,: Oer Soldat der Marie. Centrai-Theater üü: Sie Rose m Stanboi. Dcutrches Opernhaus 7 Uhr: Fideüo. Friedricb-Wllbelmst. Theater 7'/, Uhr: Hannerl. (Dreimäderlhaus II. Teil.) Kleines Theater v/, utr: Der Einsame, Komische Oper n Stg. 8'/«: Schwarrwaldwidal. 7'/. Uhr: Linstspleihans Die spanisebe Fliege. Metropol-Theater ü�DleFasehingsfee Palast-Theater u�Der Stralaiier Fiselzug, Besldens- Theater 7'/. vhr: Der junge Zar. SehlUer-Th. Chart. Uhr: Pfarrer von MeW. Thalia-Theater 7ff. Uhr: Theater am Nollendorkplatz Zum 360. Male: 7 Uhr; Theater des Westens �Dieinslige Witwe mit Guido Thielscher. Wallner-Theater Mrr: � RMMK. Trianon-Theater Bht. Friedriohgtr.Ztr. 4927.2391 Heute 8 Uhr zum 390. Male: Der KiCbensKchtiler. Morgen ll,i Uhr, kl. Preise; bictaneewlttchen. Sonntag st,4 Uhr, kl. Preise: Johanntsfcner. Allabendlich; Lebensschüler. Pitieisbach Lichtspiele am Bayerischen Platz. Ab heute täglich 6 u. 81/, (Sonnt. 4, 6 u. S1/.): j Berlins Film- Sensation ! lÄNiTlOMiL-THEATER Äfe. i! 1'/jS Der große>/,»][ Operettenerfolg! Pr inzenliebe. i Musik von Walter Brommo. ' Sonntag 81/,:„Mauoohen." KI. Preise. Vorverk. v. 10 U. Theater des Westens. Ab Sonntag, den£2. September: Jeden Sonntag nachmittag JV�Uhr zu kleinen Preisen: Die DolBarprinzessin Operette in 3 Akten von Leo Fall. Täglich Qr.Nachmittags-Konzert im 219/19» Kaffee Zielka Equitable-Palast, Friedrichstraße 50;60, Ecke Leipziger Straße, ausgeführt von der Kapelle des 2. Garde- Regiments zu Fuß unter pcrsttnl. Leitung d. Kgl. Musikmeisters Herrn MaX Graf. Anfang 3V2 Uhr. Beste Getränke zu mäßigen Preisen. 01'Ib eivco.*j JBusdv Tägb VI,. Sonnt. 3',,u.7-/, Das großartige Varietä Theater am Kottbuser Tor Leitung; Direktor Ferdinand Wagner. Taglich VI, Uhr; Die große Variete-Schau. Texte der Vorträge von Hermann Frey, Musik von Franz Schmidt-Hagen. Originalentwürfe der Dekorationen von Heinrich Zille. 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Die neuen Aktien sind von einer Bankengemoinscbaft mit der Verpflichtung übernommen worden, den Aktio- nSren der Gesellschaft ein Angebot zu machon derart, daß mit einer Frist von mindestens zwei Wochen auf je zwei alte Aktien eine neue Aktie von nom. M. 1000,- bezogen werden kann. Nachdem der Erhöhungsbeschluß und gleichzeitig die erfolgte Durobführnng am 6. September ISIS in das Handelsregister eingetragen worden sind, fordern wir namens der Bankengememschaft die Aktionäre hiermit auf, das Bezugsrecht unter folgenden Bedingungen auszuüben: 1. Die Geltendmachung des Bezugsrechtes hat bei Vermeidung des Ausschlusses vom 16. bis 30. September 191 8 einschl. zu erfolgen. Dasselbe kann ausgeübt werden: bei der Commerz- und Oisoontg-Bank in Berlin, Hamburg, Kannover, Leipzig und Kiel, oder bei der Nationalbank für Deutschland in Berlin, oder bei dem Bankhause Wiener Levy d Co. in Berlin, und zwar provisionsfrei, sofern die elten Aktien nach der Nummernfolge geordnet ohne Dividendensch einbogen mit einem doppelt ausgefertigten Anmeldeschein, wofür Formulare bei den vorbozeichneten Stellen erhältlich sind, am Schalter während der üblichen Geschäftsstunden eingereicht werden, kooweit die Ausübung des Bezugsrecnts im Wege dei Korro- spondeez erfolgt, werden die Bezugs.stellen die üb- hohe Bezugsprovision in Anrechnung bringen. Die alten Aktien werden abgestempelt zurückgegeben. 2. Der Bezugspreis von 810•/, sowie der Sohlußschein- stempei sind bei der Anmeldung in bar zu entrichten. 3. Die Aushändigung der bezogenen neuen Aktien erfolgt nach Ablauf der Bezugsfrist bei derjenigen Stelle, bei welcher die Anmeldung erfolgt ist. Berlin, den 14. September 1918. C. Lorenz Aktiengesellschaft. Held. 2DS6L