( 10 Pfennig� Anzeigenpreis: DicfiebengefpallencKolonelzriletoslet 80 Pfg...Meine Anzeigen", da» letlgednillte Worl 30 Psg.(zulSssig Z jetlgcdrulve Körle),)ede««eilere von IS Psg. EtcUengesuch« und Echlifsiellenanzeigen da» ersle Wart 20 Psg., jedes w euere Wo« 10 Psg. Körle über lö Buchstaben zählen für zwei Kone. Zeuerungszuschlag 20°,» Farrnlien-ilnzeigen, voillijche und gewerkjchafllicke Pereins. Sinzeigen SO Psg. die Zeile. Anzeigen jür die nächste Nummer müssen bis S Ufte nachinillags im Hauptgeschäft. Bcrlm 60.68, Ltndenstratze 3. abiegeben werden. Kcäffnrl von 8 Uhr ftüh bis 1 llhr abends. Reüaktioa: SV). öS» Linöenstratze Z. psernivrecher: Amt Morinpla». Str. lSI SO— 151 97. Sonnabend, den 21. September 1918. (Expedition: SU). öS» Linöenstraße Z. itzernsdrecher: Amt Morivplap, Rr. 151 90—151 97. Zcntralorgan der fozialdein okrati f eben parte! Deutfchlands. Hr. 260. 35. Jahr«. Bezugspreis: »terteIjährl.S.sOMl. inonatI.1.«0Mi. frei ins Haus, voraus zahlbar. Sinzeine Nummern 10 Piennig. Postbezug: Wonaliich, vom Postschalter abzuholen 1,80 Ml., vom Briefträger ms Haus ae- bracht 1.9s Mb Unter Kreuzband tüt Deutschiard und Oesterreich. Ungarn s.— Ml, für das übrige Ausland 6.50 Ml. monatlich. Leriand ins Feld bst direkter Bestellung monatl.2.— Ml. Postbeltellungcn nehmen an Däne- marl, Holland. Luxemburg, Echweden und dle Tchwetz. Stngetragen in die Post-ZeftungS.PreiSltsi«. Erscheint täglich. Telegramm- Adresse: »Sozialdemokrat Berlin". Deutfchlands Tfa- Hmerikas Nein! Amtlich wird gemeldet: Die gestern durch den kaiserlichen Botschafter in Wien überreichte deutsche Antwort auf die Friedensnote der k. und k. österreichisch-ungarischen Regierung hat folgenden Wortlaut: Der unterzeichnete kaiserliche Botschafter beehrt sich, auf die sehr geschätzte Note deS k. nnd k. Ministeriums des kaiserlichen und köiiiglichen Hauses und deS Acusicr» vom 14. d. M. folgendes zu erwidern: Die Aufforderung der k. und k. Rcgicrung an alle krieg- führenden Staaten zu einer vertraulichen, nnverdindlichen Aussprache in einem neutralen Lande Über die Grundprinzipien eines Friedensschlusses entspricht dem Geiste der Friedensbereit- fÄast und Bcriöhnlichtcit, den die verantwortlichen Staats- inäniicr deS Bierbinides und dir bcrnsenen Vertreter der verbündeten Völker immer wieder bekundet haben. Die Aufnahme, die frühere ähnliche Schritte bei unseren Gegnern fanden, ist nicht ermutigend. Die kaiserliche Re- gicrung begleitet aber den neue» Versuch, dir Welt drm von ihr erfehnicn gesicherten nrzd dauernden Frieden näher zu dringen, mit dem aufrichtigen und ernsten Wunsche, daß die von ticsem Ber- antwortiiiigsgefühl und edler Menschlichkeit eingegebenen Dar- lcgungeu der k. und k. Rcgicrung diesmal den erhoffte» Widerhall finden«ögrn. Im Namen der kaiserlichen Regierung hat der Unter- zeichnete die Ehre zu erklären, daß D e u t s ch l a n d bereit ist, an dem vorgeschlagene« Gedaneknans- tausch t e i l z n n e h m e«. » Dos Neuterburau erfährt: Da die österreichisch-ungarische. Note nicht an die feindlichen Regierungen gemeinsam, sondern an jede einzeln gerichtet ist, hält man es für n n w a h r s ch e i n- l i ch, daß eine gemeinsame Antwort von feiten der Alliierten gegeben werden wird. Die Haltung der verschiedenen Ententeniächte bezüglich der österreichisch-ungarischen Note sei durch die Erklärung verantwortlicher Minister der europäischen Alliierten und durch den Präsidenten Wilson mit genügender Klarhe.it dargelegt worden. Etwa gleichzeitig läuft folgende Meldung ein: Wien, 19. September. Der schwedische Gesandte i n Wien hat heute im Auftrag seiner Regierung dem öfter- reichlsch-ungarischen Ministerium den Text der Antwort der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika auf die Note der österreichisch-ungarischen Regierung vom 14. Sep- tember zur Kenntnis gebracht, welche der schwedische Gesandte in Washington dem Ministerium des Allswärtigcn iu Stockholm übcrmitelt hat. Der Text dieser Antwort lautet: Ich habe die Ehre, den Empfanq Ihrer Zuschrift vom 16. Sep- tember zu bestätlaen. mit welcher mir eine Note der österreichisch- uns.'.rischen Regierung mitgeteilt wurde, die einen Borschlag an die Regierungen aller triegsührciiden Staaten enthielt, dahingehend, diese mögen die Delegierten zu einer vertraulichen nnd unverbind- lichc» Aussprache über die Grundprinzipien eincö Friedens- schllisscS entsenden. Hierbei wurde vorgeschlagen, die Tele- gierte» z» beauftragen, einander die Auffassungen ihrer Regierungen über jene Prinzipien zur Kenntnis zu bringen, analoge Mitteilungen entgegenzunehmen, sowie offene und freimütige Anstlärungen über alle jene Punkte zu erdittcu und zu erteilen, die einer Präzisierung bedürfen. In E r w i b r r u n g hierauf bc- ehre ich mich, mitzuteilen, daß der Inhalt Ihrer Mitteilung dem Präsidenten vorgelegt worden ist, welcher mich beauftragt, Ihnen bekanntzugeben. Saß die Regierung der Bcreiiligtrn Staaten aus die Anregung der österreichisch-ungarischen Regierung nur eine Ant- wort erteilen zu können glanbt: Sie hat wiederholt und mit vollstem Freimut die Bcdin- gunqcn festgestellt, unter welchen die Vereinigten Staaten einen Friedensschluß in Erwägung ziehen würden. Sie kann und >v i l l sich mit keinem K o n f e r r n z v o r s ch l a g c über eine Angelegenheit befassen, hinsichtlich welcher sie ihren Standpunkt und ihre Absichten so klar dargelegt hat. L a n s i n g. * Diese beiden Meldungen, die Deutschlands Zustimmung zum österreichischen Konferenzvorschlag und Amerikas Ab- lehnung verkünden, bringen sachlich nichts Neues, sw entsprechen den offiziösen Ankündigungen, die von beiden Seiten gemacht wordcy sind, dem Sinne und zum Teil sogar dem Wortlaut nach. Tie unklare Fassung der amerikanischen Note verrät kein gutes Gewissen, sie sieht fast so aus, als ob man sich den Weg offen lassen ivollte, später zu erklären, sie sei eigentlich gar keine Ablehnung gewesen, obwohl sie gar nicht anders denn als solche wirken kann. Oesterreich hat formell eine Besprechung vorgeschlagen, Amerika sagt materiell, es könne sich nicht„mit einem Kon- serenzvorschlag befassen über eine Angelegenheit, hinsichtlich welcher sie ihren Standpunkt und ihre Absichten so klar dar- gelegt hat". Wenn Amerika auf diesem seltsamen Stand- punkt beharrt, so ist eine Friedenskonferenz überhaupt un- möglich, denn selbst mit einem dazu bereiten Gegner muß Jnfanteriekämpfe an der Bpernfront— Gefechte bei Gonzeancort und Epehy— Nene feindliche Angriffe zwische Somme und Omignon-Bach B e r l i n, 29. September 1918, abends. Am tlich. Bon den Kanipffronten nichts Neues. Amtlich. GroüeS Hauptquartier, A>, Sep- tember 1918. MTB) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht. Jnfanicrickämpfe nordöstlich von Bikschooie und südlich von P P e r n verliefen für uns erfolgreich. Ein Vorstoß der Englander nordwestlich von H u l l u ch wnrde abgewiesen. Bei »rilichcn Ualrrnehmungcn bei M o e u v r r s und a,n Walde von Havriucourt machten wir Gefangene; in Mocuvres sprengten wir zablreichc Unterstände des Feindes. Heeresgruppe B o c h n. Auf dem Schlachtfelde am frühen Morgen heftiger Feuer- kämpf. Starke Teilangriffr, dir»er Feind gegen G o u z c a u- eourt und beiderseits von Ephcy mehrfach wiederholte, wurden abgewiesen. Bayerische Regimenter nnd Preußische Jäger zeichnctctcn sich hierbei besonders anS. Einheitliche Angriffe richtete der Feind nach stärkstem Feuer am frühen Morgen und in den Mittagsstunden gegen unsere Linien zwischen Omignon-Bach und der Somme, Sie sind hier auch gestern überall vor unseren Linien gescheitert. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Nördlich der AiSne machten wir bei eigenen Unter- nrhmnngrn am Gehöft Vauralne und westlich von I o n y 139 Gefangene. Infolge nnsereS Artillcricfciiers, das daS Unternehmen westlich von Jony vorbereitete, kam ein beabsichtigter Angriff deS Feindes nicht voll zur Entwicklung und wurde ab- gewiesen. Heeresgruppe Gallwitz. Kleinere Borfrldkämpfc. Nebcr dem Gcfechtsfelde zwischen Maas und Mosel schoß das Jagdgeschwader 2 unter Führung des Oberleutnants Freiherr» von Bocnigk in der Zeit vom 12,-18. September 81 feindliche Flugzeuge ab, eS verlor selbst im Ltampf nur 2 Flugzeuge. Leutnant Bucchner errang seinen 39. Luftsicg. Der Erste Generalquartiermeistrr. Ludendorff. Ter österreichifche Bericht. Wien, 29. September. Amtlich wird vcrlautbart: Italienischer Kriegsschauplatz. Die Kämpfe an der venezianischen Grbirgsfront lebten gestern aufs ncnc auf. � Nördlich des C» l Jsabrlla und deS C o l R o s s o ge- lang es der Italienern vorübergehend in unsere Gräben einzu- dringen. Ungesäumt einsetzender Gegenstoß warf sie sogleich wieder hinaus. Westlich des Asolone nnd im Gebiet des Eol drl Orso schlugen unsere braven Regimenter italienische Anstürme in er- dittcrten Nahkämpscn zurück. Der Feind erlitt schwere Verluste. Vci Sandona scheiterte abermals ein feindlicher Uebergangs- versuch.» Westlicher Kriegsschauplatz. Bei den I. u. k. Truppen keine besonderen Kampfhandlungeu. Albanien. Geringe Gefcchtstätigkeit. Tie feindlichen Fluganlagen von V a l o n a wurden durch unsere Flieger mit Erfolg angegriffen. Der Chef de? GeneralstabeS. mcm doch schließlich darüber reden, wie die mit ihm schweben- den Streitfragen geregelt werden sollen. Die amerikanische Note ist darum inehr ein A u s w e i ch e n als eine Antwort. Die öesthießung von Netz. Metz, 29, September. Eine weitere amtliche Mitteilung, die in den hiesigen Blättern veröffentlicht wird, besagt: Nach kurzer Dauer hat der Feind die Fernbcichiepiing von Metz wieder ein- gestellt. Rund vierzig Schuh hat er in drei Tagen gegen die Stadt abgegeben. DaS schnelle Aushören der Beschießung danken wir unserer Fernariillerie. die dem weittragenden feind- lichen Geschütz da§ weitere Verbleiben in seiner Stellung verleidete. Der Kampf um Daku. Rückzug der Engländer nach Nordpersien. Die von Baku gemeldeten Ereignisse tvcrden nunmehr von englischer Seite bestätigt. Reuter erfährt: Die in Baku stehenden britischen Streilkräfte haben am 14. September die Stadt geräumt und sich nach Rordpersien zurückgezogen. Plumpe polizkiwirtschast! Berlin und Köln. In Berlin und fast gleichzeitig in der großen Metropole des Westens, in Köln, ist die arbeitende Bevölkerung in berechtigte, nicht geringe Erregung versetzt worden durch Eingriffe in ihre staatsbürgerlichen Rechte, die sich die Behörde in einer geradezu unbegreiflichen Verblendung gestattete. In Köln war man so gnädig gewesen, eine Versammlung zu gestatten, man hatte erlaubt, daß der Landtagsabgeordnete Genosse H a e n i s ch in ihr das Wort ergriff, als aber der Redner auf die innerpolitische Frage des Tages, die p r c u- ßische Wahlrcform zu sprechen kam, sprang der überwachende Beamte auf und erklärte, er dürfe nicht gestatten, daß der Redner über diesen Gegenstand spreche. Auf die Frage, was ihn zu diesem abenteuerlichen Verbot veranlasse, berief sich der Beamte auf eine geheimnisvolle höhereWeisnn g, ohne daß aus ihm herauszubekommen war, welchem Hirn dieser Einfall sublimer Staatsweisheit entsprungen war. Es ist zu hoch, um es fassen zu können! Der Kanzler redet über die Waylreform, der Vizekanzler redet über die Wahl- reform, alle Minister reden über die Wahlreform, die Kom- Mission des Herrenhauses gibt amtliche Berichte heraus über die Wahlreform, alle Zeitungen sind voll von der Wahlreform. Aber, wenn ein preußischer Landtagsabgeordneter, dem doch die Saclie nahe genug liegt, zu preußischen Landtagswählern über die Wahlreform reden will, wird ihm das verboten! Unwillkürlich erinnert man sich einer berühmten, aber wahren Geschichte aus der Zeit des S o z i a l i st e n g e s e tz c s. Ein Redner, der von dem Beamten unaufhörlich unterbrochen wurde, erlaubte sich, diesen darauf hinzuweisen, daß er doch nur zum Thema spreche, worauf die Staatsstütze schlagfertig er- widerte:„Ueber Thema darf nicht gesprochen werden!" Das ist es! Die preußische Wahlrechtsfrage ist das Thenia des Tages, über Thema darf aber nicht gesprochen werden. Noch unvorstellbarer, sofern das überhaupt denkbar ist, liegt der Berliner Fall. Eine Ersatzwahl ist ausgeschrieben, die Unabhängigen berufen eine Versammlung ein, die selbst- verständlicherweise gestattet werden muß, da ein Vcrsammlungs- verbot unbedingt zur N i ch t i g k e i t der zu vollziehenden Wahl führen müßte. Wie aber der Redner des Abends, Abg. H a a s e, das Wort ergreifen will, erklärt der überwachende Polizeihaupt- mann Scheuch diesem Redner sei das Reden verboten. Er wird darauf hingewiesen, daß sein Vorgehen ungesetzlich ist und daß die Flugzettel und Anschläge in denen Haase als Redner an- gekündigt ist, von der Behörde genehmigt sind. Tut nichts! Der Hauptniann bcrufl sich, ganz wie sein Kölner Kollege, auf eine „von oben" gekommene Weisung, ohne daß man aus ihm heraus- bekommen kann, wo der gro�e Unbekannte zu finden ist. Tct Einberufer, Adolf Hoffmann, begibt sich ins Polizeipräsidium, wird von einer verschlossenen Tür zur anderen geschickt und er- hält schließlich den tröstlichen Bescheid, es bleibe bei dem Verbot, er könne sich ja— beschweren! Die Versammlung wartet indes in größter Spannung aus das Ergebnis der Verhandlungen, sie erführt, daß es negativ ist, ihre Empörung findet lauten Ausdruck. Folge: sie Word aufgelöst! Es kommt sogar zu bedauerlichen Tumulten, nachdem der Polizeihauptmann aus noch imnier nicht aufge- klärten Gründen die Verhaftung Hoffmanns ansge- sprachen hat. Wir fragen: war es denkbar, war es menschen- möglich, daß die Sache einen anderen Ausgang nahm? Kein klügelnder Verstand hätte einen besseren Plan erfinden können, die Erregung der dichtgedrängten Versammlung künstlich zu steigern, als es hier durch die Kopflosigkeit der Behörde ge- schehen ist. Und was hat die Behörde— in i h r c m Sinne— sonst erreicht? Sie hat zwei gewaltige Schläge ins Wasser getan! Die Verhaftung Hoffmanns ist, wie von höherer Stelle be- schwichtigend mitgeteilt wird, zwar ausgesprochen, aber nicht ausgeführt worden. Hoffmann war gestern-- unbekannt wo, nach 24 Stunden ist er aber ungreifbar, weil er preußischer Abgeordneter ist. Ditto, das Redeverbot gegen Haase muß aufgehoben werden. Bleibt es aufrecht, so kann die Wahl kein Resultat geben, das vom Reichstag, nach seiner ganzen bisherigen Praxis, anerkannt werden könnte. Der Reichstag müßte die Wahl für ungültig er- klären, eine Neuwahl müßte stattfinden, und um diese gültig werden zu lassen, müßten alle Beschränkungen der Agitation für alle Porteien aufgehoben werden. Der begangene Fehler muß schleunigst repariert werden, wenn die zu vollziehende Wahl überhaupt noch Gültigkeit bekommen soll: das Rede- verbot, das gegen Haase nnd, wie es beißt, auch noch gegen andere Redner besteht, muß schleunigst aufgehoben werden! Ebenso steht es mit dem Kölner Verbot, über das Wahl- recht zu reden. Auch dieses Verbot ist unhaltbar. In ein paar Wochen schon kann das Abgeordnetenhaus aufgelöst{eirt, kakirl die jetzige Regierung oder ihre Nach. folgerin Neuwahlen ausgeschrieben haben mit der Parole: >,{5rür das gleiche Wahlrecht!" Wird auch dann noch den sozialdemokrati.schen Abgeordneten verboten werden, für das gleiche'Wahlrecht zu reden? Man sollte meinen, selbst in Preußen wäre dieS nicht denkbar! An Köln und in Berlin berufen sich die bedauernswerten ausführenden Organe auf eine geheimnisvolle höhere Macht, der sie ihre unmögliche Mission verdanken. Wer i st diese Stelle, die so kunstvoll alle inneren Gegensätze zu über- winden und eins geschlossene„innere Front" gegen sich herzustellen versteht? Mit ihrer Gssetzeskenntnis scheint es nicht weit bor zu sein, und ihr Verständnis für politische Wirkungen ist gleich Null. Herzhaft aber und unbekümmert tapert sie in die innere Politik hinein, wie sie— vielleicht auch? — in die äußere Politik hineingetapert ist. In der Wilhelm- siratze wischt man sich den kalten Schweiß ab und ringt die .Hände, kann aber nichts gegen sie! Wir würden unsere Pflicht versäumen, wenn wir nicht ein weithin sichtbares Warnungszeichen aufsteckten. Die Situation des Reiches ist, nach außen und innen, schwer genug, man braucht sie nicht noch durch kopflose Maßnahmen zu erschweren. Tie Bevölkerung, die durch Not an allem Nötig- sten, durch Leid, und Sorgen zermürbt, gerade aber in ihren besten Teilen im Punkt ihrer staatsbürgerlichen Rechte mit Recht sehr empfindlich ist, soll man nicht noch mutwillig vor den Kopf stoßen. Und andh die.„Staatsautorität" kann nicht das mindeste gewinnen, wenn sich mit großem Schneid erteilte De- fehle morgen schon wieder als undurchführbar herausstellen, weil die gesetzlichen und tatsächlichen Grundlagen für ihre Durchfiih, rung fehlen. Das ist das sicherte Mittel, aus der„Staats- autorität" einen Vogelschrcck zu machen, um den die Kinder tanzen. Tic jetzige Regierung oder ihre Nachfolgerin muß sich dar- über klar sein, daß sie von zwei Wegen einen wählen muß. Entweder kann sie versuchen, durch das System einer lückenlos geschlossenen, zum äußersten entschlossenen Diktatur die Lage zu retten, dann setzt sie alles auf eine Karte und spielt umihren K o p f. Oder sie muß in einer schwerbedrängten Situation ihre Zuflucht zur Freiwilligkeit, zu der mit durchschlagenden Gründen erzeugten besseren Einsicht des Volkes nehmen, und dann darf sie hoffen, durch F r e i h e i t zu erreichen, was durch Zwang nie zu erreichen ist. Wir brauchen nicht erst zu sagen, welchen Weg w i r für den richtigen halten. Nur das eine möchten wir hinzufügen: Noch schlimmer als die durchgeführte Diktatur ist das bloße Spielen mit ihr, ist ein System, das ein unsympathisches Wollen mit einem den Spott herausfordernde� Nichtkönnen der- bindet. Von diesem System haben wir eben jetzt in Köln und in Berlin zwei Proben erlebt. Es ist genug, allzuviel davon können wir nicht ertragen! Zranzösische Sozialisten zur 6urian4Tote Sembat gegen Lansing und Cllemenceau. Bern, 20. Scplcrnbcr.(Eigener Trahtbericht des„Vorwärts".) In der fcanzösischen Presse zeichnen sich in bezug auf die Haltung zu dem Vorschlage Bur'ians drei Richtungen ab: Die erste ist für glatte Ablehnung des Vorschlages; die zweite für Ablehnung von �Verhandlungen, aber für Vorlegung des Ententeprogramms; die dritte, die nur oppositionelle Sozialisten umfaßt, will die Ge- legenhcit zu Verhandlungen nicht versäumen. Zur zweiten Rich- tung gehört das„Journal des DebatS", welches betont, daß es un-- möglich fei, ohne Hinzuziehung von Vertretern der zukünftigen Staaten zu verhandeln, die durch Zerstückelung Oefterreich-Ungarns oder seine Umwandlung in unabhängige Staaten entstehen werden, wobei das„Journal des Tebats" die Möglichkeit äußert, daß in eine eventuell aus ihm konstruierte Föderation auch Gebiete ein- bezogen werden könnten, die in die heutige Monarchie nicht ein- bezogen sind. Hiermit wivd auf die a u st r o- p o ln i s ch e Lösung von Ententegnaden angespielt, welche in gewissen Entente- kreisen als Programm einer künftigen Einkreisung Deutschlands Anhang hat. Bemerkenswert ist, daß das„Jour- nal des Debat?" mit Bedauern betont, daß Italien bei der Aner- kennung der Tschechoslowaken und Südflatven nicht mittat. Der zweiten Gruppe gehören auch Organe der radikalen Bourgeoisie an, z. B.„Radical" und„Lhoner Progres", der.es einen Triumph der Entente nennt, daß Deutschland in der Payev-Rede Worte der Demokratie und Vernunft aussprach. Derselben Gruppe gehört auch die„Humanite" an, worin am Dienstag Deu- z e l l e I nach heftigen Ausfällen gegen die Heuchelei der Mittel» mächte zur Vermeidung des OdiNmS für Kriegsfortdauer eine g e- m einsame Ententeantwort forderte, welche nament- lich geheime Verhandlungen ablehnen müsse; wogegen Sembat am Mittwoch im Leitartikel entschiedenst gegen die Antwort Lansings und gegen die Rede ClemcnceauS polemisiert. Erster e sei höchst ärgerlich, da sie überstürzt und ohne vorheriges Einvernehmen mit den Alliierten erteilt sei. Zum ersten Male seit Kriegsbeginn habe eine Negierung einen entschlossenen, feierlichen Vorschlag zu Ver- Handlungen gemacht. Hierauf eine Antwort zu geben, sei nicht unnütz, sondern im böchsten Maße wichtig. Der Senat beschloß den Maueranschlag der Rede ElemenceaüS. Oesterreich und Deutschland werden sie auch(urfchlayen. Elsmenceau übernahm den deutschen Gedanken des SiegfriedsnS. Clemenceau, Lansing, Bal- four haben gesprochen, die Entente noch nicht. Wir fordern, das- sie spricht, vorher aber überlegt. Bemerkenswert ist, daß sogar Baren ne in der„H e u r e" die Burian-Note verführerisch, wenngleich nicht gefahrlos nennt und eine gemeinsame Antwort fordert. Hin- gegen wetteifert Compere- Morel in„France libre" mit den extremsten Ehauvinisten. Er zieht gegen einen Kompromißfrieden los uud erklärt, die einzige Werse für die Entente, mit Deutsch- land zu verhandeln, sei, das Wort ihren bewundernswerten Herr- lichen Soldaten zu lassen. Die chauvinistischen Töne Com Peres hängen damit zusammen, daß er sein Mandat roya- listischen Stimmen verdankt. Welche Tendenz der Artikel des„Avant!" zur Burian- Note hat, ist nur aus den Zensurlücken erratbar. Der Präsident des Budgetausschuss.es Peret macht einen Vorschlag über die Strafe, die Deutschland auferlegt werden soll. Er fordert im Exportateur francais" eine in zehn Jahren aufzubringende Kapitalssteuer von dem dreihundert Mil- liarden betragenden Nationalvermögen und außerdem eine Kriegs- entschädigung. Die mteralliievte Mrbeiterkonferenz unö ök ö'sterreichisthe �rieüensnote. „Keine negative Politik einschlagen!" London, IS. September.(Reuter.) Die Arbeiterkonferenz er- örterte zwei auf Rußland bezügliche Resolutionen, von denen die erste von dem belgischen, französischen, italienischen und serbischen, die zweite von dem amerikanischen Delegierten eingebracht war. Beide Resolutionen sprechen in gleichlautenden Ausdrücken den russischen Arbeiter« und sozialistischen Organi- sationen ihre Sympathie aus. Während aber die evste Resolution die Arbeiter der alliierten Länder vor den schweren Gefahren einer Intervention spolitik in Rußland warnt, vertritt die zweite die Ansicht, daß die alliierten Regierungen den Völkern Rußlands in rückhaltloser Weise erklären sollten, daß die bewaffnete Intervention in der Hoffnung er« folge, dem unheilvollen Einfluß der Mittelmächte auf die„so- genannte" Bolschewiki-Regierung entgegenzuwirken. Die Konferenz hat die Note eingehend erwogen und ist der Ansicht, daß die alliierten Regierungen keine nega- tive Politik einschlagen, sondern g"e m e i n s a m mit den Vereinigten Staaten mit gleicher Bestimmtheit und Klarheit ihre eigenen Kriegs ziele klarstellen sollten. Die Arheiterkonferenz hat auf Vorschlag des Vorsitzenden den Bericht über die österreichische Note ohne Ab« stimmnng angenommen. * In der Debatte über die österreichische Note sagte Gomvers nach einem weiteren Reuterbericht: Die amerikanische Delegation sei mit der Resolution nicht einverstanden gewesen, da sie es nicht für erwünscht erachte, irgendwie einen indirekten Einfluß auf die Handlungen der alliierten Regierungen auszuüben. Da aber eine Xlebereinstimmung über diese Frage in der Kommission bestanden habe, würde er und seine Kollegen jetzt die Beschließung der Mehrheit unterstützen. Merrheim von der Eonksäöration du trarail wandte sich gegen jene Wendung in der Beschließung, die behauptet, daß die österreichische Note den Stand- Punkt vertrete, die Habsburgische Dynastie innerhalb der Monarchie zu stärken. Er war der Ansicht, daß dies eine gefährliche Wendung sei, da jedem Friedensvorschlag der Zentralmächte durch die Entente mit der Behauptung begegnet würde, daß sie ein KriegSmanöver sei. Vandervelde war mit der Kommission bezüglich des von ihr geäußerten Zweifels an der Ausrichtigkeit und dem guten Willen der österreichischen Regierung einig. Thomas, der französische Delegierte, sagte, daß es eine gute Gewohnheit der Sozialisten in Westeuropa sei, den Regie- rungen hie und da einen Wink und einen Stoß zu geben. In bezug auf die schroffe Ablehnung der österreichischen Note durch Amerika sagte er, eS wäre gut, wenn die nwderen En- tentemächte jetzt eine ergänzende Antwort an Oesterreich gelangen lassen würden. Bezüglich der anderen Fragen, zum Beispiel der jugoslawischen, die von Wilson nicht be- rührt wurden, war Thomas der Ansicht, daß die Alliierten noch einmal deutlich auf ihre gemeinsame Stellungnahme hierzu eine Erklärung abgeben müßten., Mistral für Verhandlungen mit den deutschen Sozialisten. Bern, 19. September.(Eigener Drachtbevicht des„Vorwärts".) Im Leitartikel der„H u m a n i t e" kritisiert Mistral scharf die Haltung von Vandervelde, Brouckere, Henderson und Thomas, welche die Einberufung einer internationalen Konferenz wegen des Festhaltens der deutschen Mehrheit an ihrem Stockhol- m e r Memorandum ablehnen. Diese Genossen sind infolge ihrer früheren Gegnerschaft in der Konferenzfrage befangen. Tat- sächlich findet man in der Erklärung der deutschen Delegation eine Prinzipienerklärung, die den von London aufgestellten Bedingun- gen„Friede ohne Annexionen, strafweise Entschädigung, Selbstbe- stimmungsrecht der Völker" absolut entspricht. In bezug auf die Anwendung dieser Prinzipien bleibt als«in- zige ernsthafte Meinungsverschiedenheit die Elsaßfrage, aber auch aus der Erklärung der Mehrheit geht hervor, daß sie die Existenz dieser Frage anerkennt. Wir haben die Aufgabe, sie zu überzeugen. Jedenfalls sind die Neutralen mit den Ententesozia- listen einig über die Notwendigkeit, die Elsaßfrage gemäß dem Rechte zu lösen. Auch die deutschen Unabhängigen, mit welchen Vandervelde u. a. verhandeln wollen, nahmen nicht die Auffassung de? Londoner Memorandums über die Elsaßfrage an. Sie er- kennen Frankreich das Recht aus Rückforderung zu, verwerfen aber den Krieg als Mittel, diesem Recht zum Triumph zu verhelfen. Desgleichen machten die Bulgaren einen entschie- denen Vorbehalt gegen den Londoner Beschluß in der mazedonischen Frage. Trotzdem gehen Vandervelde und Thomas darüber hinweg, weil sie wissen, daß die Ententesozialisten nicht beanspruchen dürfen, alle Kriegsfragen mit vollkommener Kenntnis und Unparteilichkeit behandelt zu haben. T ho m a s lehnt die Konserenz auch wegen der Weigerung der deutschen Genossen, über die Schuldfragc zu debat- tieren, ab, aber London machte die Schuldfrage nicht zur Bedin- gung der Konfoenz. Jedermann weiß, daß man auf der Konferenz um die Schuldfrage nicht herumkommen wird. Aber jedermann begreift auch, daß die Sozialisten aller Länder vor allem sich mit dem Frieden und seinem Inhalt befassen und geschichtliche Fragen unterordnen müssen, worin einer dem anderen nichts vorzuwerfen hat. Die Stockholmer Erklärung zeigt, daß die deutsche Mehrheit den vollen Inhalt dieser Frage erkennt. Was aber'die Haltung während des Krieges anlangt, so scheint die Strenge der französischen Mehrheitler gegen die Deutschen übertrieben, da sie dieselbe regte- rungsfreu übliche Politik betrieben haben. Wenn die Mehrheitler der Ententesozialisten die Landesverteidigung und den Glauben an gutes Recht geltend machet können, so die der deutschen Sozia- listen desgleichen. Ueber all diesen Streitereien bleibt als Tatsache bestehen, daß die Sozialisten in Deutschland ebenso wie überall die einzige Partei md, welche frei von Verantwortung für die Entstehung des Kriege? ist, und daß sie ihr Möglichstes taten, um den Krieg zu verhindern. Sie predigten immer den Verständigungsfrieden und sind über die großen Friedensgrundsätze mit uns einverstanden. Daß eS So- zialisten mit gleichen Idealen unmöglich ist, sich zu versammeln, während die Regierungen, welche für den Krieg verantwortlich sind und entgegengesetzte Anschauungen haben, dies schließlich tun wer- den, ist ein Unsinn. Endlich ist es kindisch, eine internationale Ak- tjon zu lähmen, weil eine Gruppe über Sonderpunkte der Anwen- dung gemeinsamer Prinzipien abweichender Meinung ist. F ü r ch- ten wir die Debatte mit der�deutschen Partei? Das Werk der internationalen Konserenz wird auch dann nicht ver- geblich sein, wenn«ine Differenz über einzelne Punlte verbleibt. * Die Kritik des Genossen Mistral läßt erkennen, wie be- deutungsvoll die an anderer Stelle unserer heutigen Nummer abgedruckte Unterredung Eberts mit Troelstra gerade im gegenwärtigen Augenblick der Auseinandersetzungen in der Internationale sind._ Das neue ungarische Wahlgesetz. Budapest, 29. September. Das Amtsblatt veröffentlicht das mit der kömglichen Sanktion ver- sehene Gesetz über die Wahl der Mitglieder des Abgeordneten- Hauses. Der ruPsche Dürgertrieg. Die Ufaer Konferenzen der Gcgenrevolutionäre. Moskau, 19. September.(PTA) Zusammen mit der Reichs- konferenz wurde in Ufo der allaussische Handels- und Jndustviekon- greß eröffnet, bei dem die Deputierten aus Sibirien, Ural und dem Wolgaland zugegen waren. In der einleitenden Rede wies K r a- p o t k i n auf die Notwendigkeit einer Militärdiktatur in Ruß- land hin. Der frühere Staatsanwalt im Synod L w o w erklärte, daß dem Aufbau der Regierung das Eigentums- Prinzip zugrunde liegen muß. Die S o z i a l i st e n können als Macht nicht anerkannt werden. Der entlassene Minister der sibirischen Regierung, G r i s ch i n Al m a s o w, hat sich, wie ein aus Pensa angekommener Sowjetführer berichtet, dem Entlassungsbefehl nicht unterordnet und be� fahl, seinen Vertreter, General Iwanow, zu verhaften. Außer Gru -schin sind auch Michajlow und Serebrennikow entlassen. Die si- birische Regierung durchlebt eine scharfe Krisiz. Laut Petersburger Telegraphen-Agentur erhält sich in Moskau harwäckig das Gerücht, daß Ends August in Wkvdiwoswk General Ehorwat, der sich seinerzeit in Sibirien aufgehalten hat, verhaf- tet worden sei. Als Grund der Verhaftung wird angegeben, daß Chorwat die Absicht gehabt hat, die Sache zu verraten, für die er geivonnen worden war, und zu den Feinden überzugehen. Laut Stockholmer Meldung hat der Kosakenführec Seme« n o w, der bisher unabhängig von der sibirischen Regierung han- delte, in Tschita einen Vertrag unterzeichnet, wonach er sich gänzlich den Befehlen der sibirischen Regierung in Wladiwostok unterordnet. * Nach Meldungen Moskauer Blätter hat Lenin am Sonntag nachmittag zum ersten Male wieder das Krankenbett ver- lassen und den Besuch ZinnowjewS empfangen.— Von den verschiedenen Fronten des Bürgerkriegs meldet die Petersburger Tele- graphenagentuc eine Reihe von Gefechten, bei denen die Roten Garden teilweise zurückgehen mußten. Im Terekgebiet haben die Kosaken vorübergehend die Kaukasusstadt Wladikawkas besetzt, sich aber dort nicht halten können. Mit Hilfe des Stammes der Jnguschi ist eS den Sowjettruppen gelungen, Wladikawkas zurück- zuerobern. Dagegen haben an der Südwestfront die Kosaken mit bedeutenden Kräften die Offensive ergriffen und die Sowjettruppen zum Rückzug gezwungen.— Im Bezirk von Kasan haben Sow- jettruppen auf dem rechten Wolga-Ufer Tschulpachnma und Scha- langa.genommen. Auf dem linken Ufer setzen sie ihr Vorgehen in südöstlicher Richtung fort. In der Richtung der Norddüna ist der Gegner mit einem Kanonenboot und 19 bewaffneten Schiffen bis zur Mündung der Schuscheda vorgedrungen, wurde aber dann gezwungen, sich in-die Gegend der Mündung der Waga zu- rückzuziehen. Aus TschelabinSk und Damava wird, wie ans Stockholm ver- lautet, nach Wladiwostok gemeldet, daß die B o l s ch e w i st e n- truppen, die gegen Perm und K ungar zogen, geschlagen wurden. An den Kämpfen, die sich erst entwickelten, als die Bol- schewisten ziemlich schnell gegen Osten marschierten, beteiligten, sich Kosaken, Polen, Serben und Tschechoslowaken. Der Angriff w�rde von der Flanke etwa in der Richtung Sarapul auf Debessy O r ch a n s k ausgeführt. Die Bolschewisten zogen sich zunächst von der Station Jchaljo zurück, worauf auch doS Gros der Truppen weichen mußte. Eine Nachricht von Sowjetseite liegt noch nicht vor. N�ch einer Meldung der Ukrainischen Telegraphen-Agentur sind die Angriffe der Bolschewiki an der Zacizinfront zurück- � geschlagen worden. Im Choper Kreis im Dongebiet schlugen Kosaken die Bolschewiki auf breiter Front. Aus den Hetmun- und Atamanreichen. Kiew, IS. September. Di« Versammlung des Donheeres wurde am 13. September geschlossen. Eine Entschließung billigt die äußere Politik des Ataman Krasnow gegenüber den Mi t- telmächten, die auf der Befriedigung der beiderseitigen Jnter- essen beruhe, ohne das Tongcbiet in den Kampf für oder gegen Deutschland hineinzuziehen; sie begrüßt die Anbahnung gutdr Be- ziehungen zu der Ukraine und fordert die weitere Entwick- lung derselben: sie drückt die Sympathien für die Freiwilligen- a r m e e aus, mit der das Dongebiet gemeinsam die Bol- schewiki bekämpft und fordert die engsten Beziehungen zum Kubangebiet und die Bildung eines aus dem Don-, Kuban- und Terekgebiet und anderen Teilen Südost-Rußlands bestehenden einheitlichen StaatskörperS. Im Handelsministerium gehen laut Zeitungsnachrichten die Vorarbeiten für Handelsverträge mit Georgien, Polen/ Finnland und Weißrußland vor sich. Ein Erlaß des Ministers des Innern für die Post- und Tele- graphenverwaltung schärft ein, daß das Ukrainische die a l- leinige Amtssprache sei und bei allem Amtsverkehr allein angewandt werden müsse. Alle Beamten müssen das Ukrainische erlernen. Der Erlaß ist um so bedeutsamer, als gerade in letzter Zeit eine heftige Kampagne für die Einführung des Ruf- fischen als gleichberechtigte Amtssprache geführt wurde. Berlip, 19. September. Der Hctman Skoropadski ist von seinem Besuche in Deutschland wieder nach der Ukraine zurückgekehrt und in Kiew eingetroffen. Die Anfänge üer franZö'sisch-rusiischen Allianz. Ei» französisches Gelbbuch. Die französische Regierung hat, wie die„Frankfurter Zeitung" nieldet, am Donnerstag im Parlament ein Gelbbuch verteilt mit Aktenstücken über die Anfänge der ruisisch-französischen Allianz.' Man erinnert sich, daß Ribot im vorigen Jahre diese Veröffent« lichung als Antwort auf die Enthüllungen der Bolschewiki verflach. Das Gelbbuch enthält in der Hauptsache jedoch nur die militärische Konvention vom Dezember 1893, in der Frankreich und Rußland sich gegenseitig militärische Unterstützung zusagten für den Fall einer Bedrohung durch den Dreibund. Di« französische Regierung will aufs neue einen Beweis für den defensiven Charakler der Allianz erbringen, sie scheint aber nicht die Absichl zu haben, Dokumente zu veröffentlichen über die Entwicklung dieser Allianz im Laufe der Jahrzehnte, insbesondere seit dem Jahre 1904, von wo an die Allianz sich immer mehr zu einem Angriffsbund entwickelte. Neue Austauschverhandlungen in bor Schweiz. Am 23. Sep- iember beginnen in Bern unter dem Vorsitz der Schweizerischen Regierung Verhandlungen zwischen deutschen und ameri« konischen Delegierten über den Austausch, die Jnternie- rung und die Behandlung der beiderseitigen Kriegs- und Zivil- gefangenen sowie über die Entlassung und die Behandlung des Sa» nitätspcrsonals.> Tie„Großmutter der Revolution". Die sozialrevolutionäre Frau Breschko-rBeschkowSkaja, ist nicht, wie kürzlich gemeldet wird, gestorben. Aus Tscheljabinsk wird gemeldet, daß sie erkrankt ist. Hr. 260 ❖ ZS. Jahrgang Seilaae öss Vsrwäxts Sonnabend, 21. September 1Y1S Deutscher JugenSfürsorßetag. Der gestern in Berlin zusammengetretene Deutsche Jugend- sürsorgetag, einberufen auf Anregung des.Deutschen Vereins iür Armenpflege und Wohltäligkeil". ist sehr stark besucht. Vertreien sind Bedörden des Reiches, der Bundesstaaten und vieler Städte sowie eine graste ssahl von Vereinigungen für Jugendfürsorge: auch Vertreter von Behörden nehmen an der Tagung teil. Gegenstand der Verhandlungen ist: „Jugendämter als Träger der öffentlichen Jugendfürsorge im Reich". Am ersten Verhandlungstag übernahm Staatssekretär Lisco den Vorsitz. Die Reihe der Vorträge wird eröffnet durch Prof. Dr. K l u m k e r- Franksurl a. SR., der über„die Notwendigkeit des Ausbaues der öffentlichen Jugendfürsorge i m R e i ch" sprach. Zur Begründung der Jugendfürsorge dürfen wir, führte er auS, uns nicht auf vorübergehende Erscheinungen berufen, nicht auf die bevölkerungspolitischen Gesichtspunkte der Jetztzeit oder auf den durch den Krieg verursachten Notstand. Bei den ersten Anfängen der Jugendfüriorge hat keiner daran gedacht, dost wir zu wenig Kinder hätten. Das Treibende ist die Erkenntnis, daß die bisherigen Leistungen von Gesellschaft und Staat im Er- ziehungSwesen vollkomnien ungenügend sind. Nach dieser Richtung hin vollzieht sich jetzt vor unseren Augen die Snt- tvicklung der ganzen Jugendfürsorge. Die Notwendigkeit ihre? Ausbaues ergibt sich auS ihrer sehr schädlichen Zer- splitterung, aus ihrer durch Reichs- und Landesgesetze geregelten Verteilung auf die verschiedenen staatlichen und gemeindlichen Behörden und gemeindlichen Verbände. Zu wünschen ist ein einheitlicher Ausbau der öffentlichen Jugendfürsorge, wie ihn nicht die Landesgesetzgebung der einzelnen Bundesstaaten, sondern nur die Reichsgesetzgebung schaffen kann. Nur von einem Rcichsgesetz ist eine gründliche Besserung zu erwarten. Die Erzieherarbeil in der Jugendfürsorge wird bahn- brechend sein für Erziehungseinrichtungen, die einmal der Jugend des ganzen Volkes zugute kommen sollen.(Beifall.) In« der Besprechung ergriff als erster Redner der Reichs- tagSabgeordnete Genosse Heinrich Schulz das Wort. Ich sehe, sagte er, die Ursachen der zur Fürsorge nötigenden llebelstände in Mängeln unserer Gesellschaftsordnung. Als Sozialdemokrat erstrebe ich eine diese Mängel und Uebelstände be- ieiligende Gesellschaftsordnung. Nur vom Boden der beutigen Zu- stände kann man die Fürsorge als eine leidige Notwendigkeit anerkennen. Herauszuheben ist sie aber aus dem Bereich des Zu« fälligen und de« Almosenhaften. Sie ist eine Pflicht der Gefellschaft, die für die Opfer ihrer verkehrten„Ordnung" «inzutreten hat. Unter diesen Voraussetzungen must man dringend eine reich«gesetzliche Regelung sordcrn, die den Bundes- staaten gewisse Mndestfordcrungen für die Jugendfürsorge stellt. Die Regelung ganz den Bundesstaaten— z. B. dem preuhiscken Landtag, wie er heute ist!— zu überlaffen, ist unmöglich. fSlarker Beisall.)— Prof. Bartsch- Wien betonte gegenüber der öffent- lichen Jugendfürsorge die Erziehung durch die Familie.— Als Vcrtreter des Deutschen Lehrervereins wandte sich Rektor Höhne- Berlin gegen den ersten der vom Vortragenden aufge- stellten Leitsätze, dast nicht Erziehung im engeren Sinn, sondern Erziehungsauswahl und Erziehungsaufsicht das Wesen der Vor- mundschaft und der öffentlichen Jugendsürsorge überhaupt sei. Er schlug eine weniger mißverständliche Fassung vor. Im Schlußwort wies Professor K l u m k e r auf die Hemmungen hin, die selbst den Forderungen des Notwendigsten sich entgegenstellen. Was nützt im« ein Gesetz, wie es jetzt dem preußischen. Landtag vorgelegt wird, wenn die Regierung nicht die zur Ausführung nötigen Mittel gibt! Wenn sie die nicht geben will, so will sie das ganze Gesetz nicht!(Beifall.)— Ueber die Leitsätze wurde nicht abgestimmt. Ein Vortrag vom bürg behandelte Verwaltungsdirektor Dr. B l a u m- Straß- „Ein Reichögesctz über Jugendämter." Als Aufgabe der öffentlichen Jugendfürsorge bezeichnete er die Bewahrung jedes erzeugten Menschenlebens bis zur Volljährigleit vor sozialer Not und zu ihrem Teil die Heranziehung euieS leistungsfähigeren Nachwuchses des deutschen Volkes. Für dieses Ziel muffe man einen festen Träger haben, der überall vorhanden ist, der rasch und sicker arbeitet. Eine Behörde sei zu fordern. aber eine Behörde von anderer als der bisher üblichen Art: das Jugendamt. Sie müsse durch Reichsgesetz vorgeschrieben werden, weil eine für das Deutsche Reick in ihren Grundlagen ein- hcitliche Regelung der öffentlichen Jugendfürsorge nötig sei. Redner empfiehlt ein R a h m e n g e s e tz. Regeln soll eS hauptsächlich die A uf« gaben derJugendsürsorge im allgemeinen, ihre O r- g a n i s a t i o ii, die K o st e n v e r t e i l u n g. im übrigen soll den Bundesstaaten völlig freie Hand für ihre Ausführungsgesetze bleiben. Das Jugendamt bat mit der Fürsorge schon bei den Schwangeren einzusetzen, und seine Aufgabe ist dann die gesamte Jugendfürsorge von der Geburt des Kindes bis zur Volljährigkeit des Jugend- licken. Auch die Tätigkeit des VormundschastSgerichteS muß später einmal den Jiigendämlern, wenn sie sich bewährt haben, übertragen werden. Da die den Jugendämtern gestellte besondere Aufgabe uu- scren Behörden ungewohnt ist, so müssen Frauen zur Mitarbeit berangezogen werden. Jugendämter find für jede kreisfreie Stadt und iür jeden Landkreis zu schaffen: an ihrer Spitze steht die in Be- trackl kommende leitende Selbstverwaltungsbehörde. Zu einem neben ihr stehenden H a u p t a u s s ch u ß gehören Vertreter der Medizinal«, Schul- und Kuliusverwaltung, der VormundschastS- gerichte und als ehrenamtliche Mitglieder die Vertreter von Jugend« fürsorgevereincn, auch von Gewerkschaften und An- gestelltenverbünden. Hier sei. betonte Blaum, der Punkt, wo eS gelte, den Charakter des Jugendamtes zu bestimmen. Für dw Pflicht zur Ausübung der öffentlichen Jugendsürsorge soll nichl der Untersiiitz�ingSwohnsitz. sondern der Aufenthaltsort maßgebend sein. Der Vortragende schloß: Wir hoffen, daß die Reichsregierung sich unseren Wünschen nicht verschließen wird. Praktische Bevölke- rungspolitik treibt, wer die Jugend vor sozialer Not schützt. Es geschieht um des Besten willen, was wir haben: für unsere Kinder!(Sehr starker Beifall.) In der sehr ausgedehnten Besprechung wurden von dielen Redner» die Beziehungen des VormundschaftsrichterS zum Jugendamt erörtert und ziemlich einmütig seine Mitarbeit im Jugendami gefordert. Demgegenüber warnte Bürgermeister Luppe- Frailtsurl a. M., das Jugendamt sozusagen zum Vor- mundichaflSgerichi zu machen. Oberamlsrichter Dr. Herbst- Hamburg uulerllrich Dr. Blaums Forderung, Vertreter der Gc- w e r k s ch a f t e n in die Jugendämler hineinzunehmen. Daß auch Vertreter der L e h r e r i ch a s l hineingehören, betonte Lebrer Scherz- Magdeburg. Gegen Blaums Forderung, daß der Erlaß von Jugendfürsorgegesetzen in Blinde-Zstaaten vor einer r e i ck s- gesetzlichen Regelung möglichst vermieden werden soll, loandten sich mehrere Redner. Im Schlußwort hielt Dr. Blaiim daran fest, daß schleunigste Einbringung eines Reichsgesetzes die beste Löjung ist. Heule w.rd die Tagung sortgesetzt. GroßSerlln wie einer zu Stiefeln kam. Vor Schiihwarengeschäfton stehen täglichHnndcrtePolonäse, genau so wie vor Nahrungsmittel- oder Zigarrenläden. ES sei wieder eine Masse Stiefel eingetroffen. Die Leute harren draußen stundenlang. Einige werden ungeduldig:„Ja, gibt's bald was!" Da ruft eine Ladenfce schnippisch:„'s gibt überhaupt nuscht, dastanden?" Ein Herr läßt, als sich alle ärgerlich verkrümeln, doch nicht locker, Geht hinein: Ob er nicht ein Paar lederne Schnürstiefel kriegen könnte. „Nee. sind kcene da, die Rejale stehn ja leer. Det sehn Sie doch!" Er sieht nicht, mag nicht sehen. Meint nur. zur Ver- käuferin gewendet, vielleicht ließe sich doch ein Paar auf- treiben. Dabei schiebt er ihr einen Zwanzigmarkschein zu. „Na, ich will mal schauen." Sie verschwindet(denn unten im Kellerlager sind ja die Vorräte sorgsam aufgestapelt). Nach einer Weile kommt daS Fräulein wieder. Und sieh nur einer: der Herr kriegt, was er wünschte. Was die Stiefel kosten? ..«5 Mark." Mit dem Zettel geht er zur Kassiererin. Legt 45 M. hin. „Mein Herr, das stimmt nicht!" „O bitte sehr— genau!" „Wieso denn?" „Ganz einfach— das Fräulein dort hat ja schon Zwanzig weg..." Zwei perplexe Gesichter. Spöttisch lächelnd verließ der glückliche Besitzer neuer Trittlinge den Laden. Fuchsschlauhcit ist zu manchem gut, Wenn man sie nur besitzen tut. ek. Abonnenten Die Bczuge-Bcrtcllutigcti auf den„Vor- warte" find sofort bei der poft zu erneuern, wenn beim Vlerteljahrswecbfel In der Zustellung keine Unterbrechung eintreten foll. Der„Torwarte" kostet für dae 4. Vierteljahr 1918— Oktober- Dezember— 5,40 Mark, vom Briefträger Ine Raue gebracht 5,8z Mark. Vorwartö-Verlaci G.m.b.F). Ein unbenutztes Wöchnerinnenheim. Am Viktoriapark hat die Stadt Berlin vor wenigen Jahren die wunderschöne Hosmannsche Villa an der Kleinen Park« straße erworben. Da die Stadt nicht gleich eine Verwendung batte, so wurde aus Anregung des Mieterbundes Groß-Berlin ein Kinderhort darin untergebracht. Dieser wurde aber sehr bald wieder ausgemietet, weil das Rote Kreuz da« Hau» mietete. Mit sehr dedeutenden Kosten wurde das HauS vom Roten Kreuz für ein Wöchnerinnenheim eingerichtet. Bereits im Frühjahr war eS voll- ständig fertig und sollte seinem Zweck übergeben werden. Eine Leiterin war gewonnen worden. Ebenso sonstiges Personal. Von Monat zu Monat aber wurde die Eröffnung aus allerlei sonder- baren Gründen verschoben. Von Entbindungsheimen kommen dringende Gesuche, ob man endlich Wöchnerinnen ausnähme. Alle wurden rundweg abgelehnt. Warum?— Das ist völlig unerfind- lich. Nunmehr hat die Leiterin ihre Stellung zum 1. Oltober ge« kündigt, weil sie es nicht mehr länger mit ansehen kann, daß ihre Arbeitskraft und das Haus vollständig ohne Verwendung sind, wo doch schon ein halbes Jahr lang großer Segen hätte gestiftet werden lönnen. Wie lange das Haus noch unbenutzt dastehen soll, scheint ganz vom Gutdünken irgend einer Dezernentin im Roten Kreuz, daS anscheinend jetzt über sehr viele Mittel verfügt, abzuhängen. Kein Grund, sich zu beklagen? Der Berliner Magistrat äußert sich nochmals zu unserer wieder- holten Feststellung, daß die Zentralstelle für Kranken- ernährung von einer Schwangeren, deren Niederkunft nicht zu dem erwarteten Zeitpunkt eintrat, vor der Weiterbewilligung von Milch eine neue Schwanger schafrsbescheinigung forderte. Die Frau habe, lesen wir �da, die Zulagen für Schwangere zu zeitig � und zwei Monate länger erhalten, als sie ihr bestinimungsgemäß zustanden, somit habe sie„nicht den geringsten Grund, sich zu beklagen". Nein, in diesem Punkt hat sie zur Klage wirklich keinen Grund, aber dem Magistrat- wird hoffentlich nicht entgangen sein, daß hiervon im„Vorwärts" auch gar nicht die Rede war. Die Erwiderung des Magistrats geht mit keinem Wort daraus ein, daß die Frau infolge des Zwanges, eine neue Bescheinigung beizubringen, gerade in dem allerletzten Abschnitt der Schwangerschaft vierzehn Tage hindurch keine Milch erhielt, weil über dem Hin und Her von Briefen noch Zeit verloren wurde und die Entscheidung der Zeniralstelle sich ohnedies noch verzögerte. Das ist es, worüber die Frau sich be- klagt, sich mit vollem Recht beklagt— und da« festzustellen, war der Zweck der Veröffentlichung im„Vorwärts". Der Magistrat hat nicht einmal den Versuch gemacht, hiervon irgend etwas zu widerlegen. Er weiß, daß er nichts hiervon widerlegen kann. Berliner Lebensmittel. Für frische Fische haben noch die Abschnitte Clgj zur Entnahme von 1 Pfund Geltung. Ebenso gelten noch für Räucherwaren die Abschnitte E e und J i für je V9 Pfund. Bis Dienstag, den 24. September, wird an diejenigen Kunden, die in den Speiseseitlundenlisten der in den Bezirken der 72. und 210. Brotkommn'sion gelegenen Geschäfte eingetragen find, pro Kopf 126 Gramm Käse verteilt. Wie»venu ein Dieb beim Stehlen erwischt wird! Die Jagd auf Hamster scheint sich manchmal in einer Form abzuspielen, die doppelt erbitternd wirken mutz. Es ist schon traurig genug, wenn einer nach all den Mühen und Kosten so einer Hamsterfahrt die glücklich erbeuteten Lebensmittel sich weg- nehmen lassen soll und dann noch einen Strafbefohl in reichlicher Höhe zu erwarten hat. Um so mehr wäre bei der Beschlagnahme alles zu vermeiden, was als unnötige Schroffheit emv- funben werden kann.„Wie wenn ein Dieb beim Stehlen erwischt wird!" klagt uns einer derjenigen, die es kennen gelernt habcm. Wir müssen es uns Versagen, seine Schilderung der Hamsterjagd wiederzugeben, die er an einem der letzten Sonntage auf dem Bahnhof eines entfernteren Vorortes als Leidender miterlebt hat. Wer seine Beschwerde über die Art des Zupacken? deckt sich mit manchem, was uns schon öfter hierüber erzählt worden ist. Für die Auswahl dcr Personen, die mit der Hämsterkontrolle betraut werden, ist besondere Vorsicht zu wünschen. Ob die manchmal noch recht jungen Soldaten, die auf den Bahnhöfen dieses Amt aus- üben, die Geeignetsten dazu sind? An der Hauptsache wäre frei- lich nichts geändert, auch wenn die Hämsterkontrolle sich nicht in der wenig Umstände machenden soldatischen Art vollzöge. Ein Hungriger wird den Verlust der mühsam und teuer erworbenen Nahrungsmittel auch dann beklagen, wenn man sie ihm m i t d c m liebenswürdigsten Lächeln abnimmt. Wahlrecht der Militärpersonen. AuS Anlatz der bevorstehenden Reichstagsersätzwahl im ersten Berliner Reickslagswabikreise wird zur Beseitigung von Zweifeln daraus hingewiesen, daß die zum Heeresdienst einberufenen, dem Beurlaubtenstande angehörenden Miliiärperlonen nicht wählen dürfen, auch wenn ihr Name in der Wählerliste steht. Dagegen sind aus dem Heeresdienst e n t I a s s e n e Feldzugteilnehmer zur Wahl zuzulassen. Der Nachweis der Entlassung ist Sache der Feldzugteilnehmer; blotzer Urlaub aus dem Felde genügt nicht. Die ftfra« in der Armenpflege. Seit anderthalb Jahrzehnten können in Berlin den Armen- kommissionen der Sladt auch Frauen angehören, aber die Zahl dieser Armenpflegerinnen ist noch immer sehr bescheiden. Der letzt- erschienene Verwaltungsbericht über die Armenpflege, dcr das Vcr- wallnngsjahr 1316/17(1. April 1016 bis 31. März 1017) behandelt, weitz nur von 175 weiblichen Miigliedern der Armenkommissioncn zu melden. Da das vorhergehende Verwallungsjahr 1315/16 mit 174 weiblichen Mitgliedern abschloß, so ist diesmal fast gar kein Zuwachs zu verzeichnen. Unter den 175 Frauen, die am 31. März 1317 den Armenkommissionen angehörten, waren 168 Pflegerinnen und 7 Vorsteherinnen. Den 452 Armen- kommissionen, auf die diese winzig» Zahl weiblicher Mit- glieder sich verteilte, gehörten überhaupt 6333 Mitglieder an. 175 Frauen unter 6383 Mitgliedern bedeutet, daß unter je 133 Mitgliedern knapp 3 Frauen waren. Selbst die KriegSzeit hat den Armenkommissionen nicht nennenS- wert mehr Frouen zugeführt. In der oben mitgeteilten Gesanil- zahl der Kommisstonsmitglieder sind auch die vielen Männer mit- gezählt, die im Felde standen. Tatsächlich halten also die Armen- kommissionen viel weniger Mitarbeiter zur Bersügung. so daß gerade jetzt eine stärkere Heranziehung von Frauen sehr erwünscht wäre. Dabei ist aber zu beachten, daß jetzt die Frauen in großer Zahl den verschiedensten Körperschasten dcr Kriegswohlsabrtspflege angehören. Warum anderthalb Jahrzehnte hindurch die Mitarbeit der Frau in der Armenpflege auf einen so kläglich kleinen KreiS von Personen beschränkt geblieben ist, darüber schweigen die alljährlichen Verwaltungsberichle der Armen- direktion sich aus._ Die Kleidernot der Beamtenschaft. Der Vorstand deS Verbandes deutscher Beamtenvereine batte sich an die ReichsbelleidungSstelle mit der Bitte gewandt, bei dcr Sammlung von Allkleidern auf die Standes- und wirtschafilicheu Bedürfnisse der deutschen Beamtenschaft tunlichst Rücksicht zu nehmen. Von dem Rcichskommissar für bürgerliche Kleidung ist darauf ein Bescheid erteilt worden, worin es heißt: „Die Beunruhigung der Beamtenschaft über die von der Reichs- bekleidungsstelle veranlaßte Sammlung von Männerlleidern ist un- begründet und beruht aus einer irrtümlichen Auffassung dicier Maßnahme. Nach dem Inhalt des Rundschreibens der Reichs- bekleidungsstelle vom 18. April soll die Abgabe entbehrlicher Bekleidungsstücke eine freiwillige Leistung bilden. Niemand ist gezwungen, einen Anzug abzugeben. Die Aufforderung zur Ablieferung von Kleidungsstücken richtet sich an das ganze deutsche Volk, jeder soll sich nach Kräften daran beteiligen. Ich ver- kenne nicht, daß die wirtschaftlichen und Siandesintcresien dcr deutschen Beamten besondere Berücksichtigung verdienen, allein die geschilderten Verhältnisse zwingen mich dazu, mich an die Ge- samiheit des deutschen Volkes mit dem Aufruf zu wenden, alle entbehrlichen Kleidungsstücke abzugeben. Ick erwarte daher auch von dem Beamten, wie von jedem anderen deutschen Bürger, daß er nach Kräften die von inir angeordnete Sammlung unter- stützen wird und daß er nach sorgfältiger Berücksichtiguiig der öffentlichen Interessen prüft, ob ihm bei seinen Einkommens-, Ver- mögens-, Familien- und Lebensverhältnissen die Aboabe von Kleidungsstücken möglich ist." Zum Schluß spricht Geheimrat Beutler den besonderen Wunsch aus. daß eine Aufklärung aller Be- amten in diesem Sinne erfolgen möge. Gewerbegericht und Kaufmanusgericht in der KriegSzeit. In Berlin haben beim Gewerbegericht und beim Kauf- mannSgericht unter dem Einfluß der durch den Krieg verursachten besonderen Verhälinisse die Prozesse sich vermindert. Für beide Gerichte sind die über daS Jahr 1316/17(1. April 1911 bis 31. März 1317) erstatteten Jahresberichte erst jetzt vom Magistrat veröffentlicht worden. Beim Gewerbegericht belicf sich die Zahl der neu ein- gegangenen Klagen ohne die vor Abhaltung des ersten Termins erledigten in 1914/15 auf 13 353. in 1315/16 aus 3693. in 1316/17 aus nur 6133. Erst im dritten Jahr, das sich ungefähr mit dem dritten KriegSjahr deckt, kam es zu einer beträchtlichen Verminde- rung. Sie war gegenüber dem vorhergehenden Jahr iveit über ein Drittel. Von der Gesamtzahl des dritten Jahres entfielen auf die Kammern: I. Schneiderei und Näherei 1213, U. Textil-, Leder- und Putzindusirie 433, III. Baugewerbe 372, IV. Holz- und Schnitzstoffe 244, V. Metalle 1583, VI. Nahrung, Beherbergung und Erquickung 382, VU Handel und Verkehr 832, Vlll. Verschiedenes 582. Gegenüber dem vorhergehenden Jahr halten alle Kammern eine Verminderung der neuen Klagen, besonders Kammer I(von 3346 auf 1213) und Kammer II(von 1353 auf 438). Dcr Streit ging, wie immer, in den weitaus meisten Fällen um Zahlung rückständigen Lohnes und um Lohn» oder Entschädigungsansprüche wegen vorzeiliger Eni- lassung. Von diesen beiden Haupigruppen war diesmal gegenüber dem vorhergehenden Jahr die erste belrächtlich geringer inur 4056 Klagen gegenüber 7179). aber die zweile merllich größer l33vg Klagen gegenüber nur 2523>. In vielen Fällen wurden mit einer Klage zugleich mehrere Ansprüche geltend gemacht. Dem Kaufmann sgerichl hatte schon da? zweite Kriegs- jähr eine bedeutende Klagenverminderung gebracht. Sie dauerte im dritten fort, war aber nickt mehr so stark. Hier gingen in 1914/15, 1315/16, 1316/17 5226, S062. 2273 neue Klagen ein, ohne die vor Abhaltung des ersten Termin? erledigten. Streitgegenstand war auch hier hauptsächlich Zahlung rückständigen Gehaltes sim dritten Jahr 43gmal, im Vorjahr 8(32mal) und Gehalts- oder Entschädi- gungsansprüche wegen vorzeitiger Entlassung sim dritten Jahr 1S4omal, im Vorjahr 1831mal). Amtliche Papicrcrsparnis. Mehrere Tage, nachdem jedermann die Kundgebung Hindenburgs an Heer und Heimat und die Essener Kaiserrede in der Zeitung gelesen hat, werden beide Texte an allen Ecken und Enden in Grotz-Derlin und wahrscheinlich im ganzen Reiche öffentlich angeschlagen. Ja ist denn daL Papierspargebot aufgehoben? Die Einrichtung eines Wohnmigsnachweises hat der Berliner Magistrat beschlossen. Er soll sich auf Wobnungen aller Größen erstrecken. In Verbindung damit wird eine Polizeiverordnung den Meldezwang vermietbarer und vermieteter Wohnungen aus- sprechen. Feuerbestattung. Seit dem Jahre tg16 besteht im Friedhofs- bureau, Rathaus, Zimmer 104, eine amtliche Stelle zur Auf- be wahrung letztwilliger Anordnungen derFe n erbe st a t l u n g. Der Testator erhält einen Hinterlegungsschein, gegen dessen Rückaabe ihm die Urkunde jederzeit wieder ausgehän- digt wird. Im Todesfalle wird die Erklärung dem Inhaber des HintcrlegungsscheinS nach Vorlegung der Sterbeurkunde ausge- händigt oder auf Wunich dem zuständigen Polizeirevier übersandt. Gebühren werden nicht erhoben. Der Berliner Stadtverorducten-Bcrsammlung ist von dem Stadt» verordneten Barenthin und Genossen fU. S.) folgender Antrag unterbreitet worden:„Die Stadtverordnetenversammlung wolle be- schließen, den Magistrat zu ersuchen, zwecks Beratung über eine Besserstellung der städtischen Beamten und Angestellten eine ge- mischte Deputation einzusetzen." Radrennbahn Treptow..DaS Goldene Rad' gelangt am Sonntag zur Entscheidung. Das Feld, welches zur Entscheidung antritt, ist, was Zahl anbelangt, selbst in Friedenszeiten nicht er- reicht worden. Die Nennen beginnen bereits um 3 Uhr. Eharlottenburg. Stadwerordnetenversaminlnng. Die Er- günzungsivahlen zur Stadtverordnetenversammlung, die im vori- gen Jahre um ein Jahr vertagt worden sind, sollen nun- mehr in bkicm Jahre stattfinden. Als Termin ist fest- gesetzt: für die dritte Abteilung: Montag, den 11. November, von 11 bis 7 Uhr, für die zweite: Dienstag, den 12. November, von 11 bis 3 Uhr, und für die erste Abteilung: Mittwoch, den 13. No- veinber, von 11 bis 3 Uhr. HansbÄsitzer müssen in der dritten Ab- teilung gewählt werden im ersten, zweiten, vierten, fünften und siebenten Bezirk. Von den acht Bezirken, die zur Neuwahl stehen, sind fünf, und zwar der erste, zweite, dritte, fünfte und sechste im sozialdemokratischen die übrigen drei in liberalem Besitz. Nach der Vorlage des Magistrats sollen die Beamten, soweit sie kinderlos verheiratet sind, in Tarisklasse V eine einmalige Kriegsteuerungszulage von öll) M., in Tarifklaffe I V von 700 M., in Tarifklasse III von SOO M. und in Tarifklasse II von 1000 M. erhalten. Hierzu kommen für jedes Kind 1b Proz. der vorstehenden Sätze. Unverheiratete, die Familienangehörigen in geineinschaftlichein Hausstand Unterhalt gewähren, sollen wie Verheiratete ohne Kinder behandelt werden, sonstige Unverheiratete, soweit sie sich nicht in freier Station befinden, sollen 70 Proz., Un- verheiratete in freier Station 50 Proz. der Sätze für Verheiratete ohne Kinder, die im Heeresdienst stehenden Personen 75 Proz. der Zulage erhalten. Ten an städtischen Schulen auftrags- oder ver- tretungsweise beschäftigten Lehrpersonen soll die einmalige Kriegs- teuerungsgulage gezahlt werden, insoweit sie nach den staatlichen Grundsätzen den an den öffentlichen Volksschulen und an den staatlich unterhaltenen Lebranstalten beschäftigten Lehrpcrsonen ge- währt wird. Für die städtischen Arbctter, die laufende Kriegs- teuerungszulagen'in Form eines Kricg'slohnzuschlages beziehen, mit Ausnahme der Fencrwehrmannschaften, die wie Beamte behandelt werden, soll der Teuerungszuschlag mit Wirkung vom 1. Juli ab um 25 Pf., d. h. von 45 ans 70 Pf., für die Arbeitsstunde erhöht werden. Werter sieht die Vorlage auch TenerungSzülagen für die städtischen Ruhegchaltsempfänger und Witwen- und Waisengeld- empfänger vor, nicht aber für dbe Kriegshilfskräfte. Diese Per- sonen sollen vielmehr durch Erhöhung ihrer Besoldung mit Wirkung vom 1. Juli aufgebessert werden. Jlkrch längerer Debatte, in der besonders von sozialdemokratischer Seite die Gewährung von Teue- rungszulagen auch an die Kriegshilfskräft- wie überhaupt eine Besserstellung dieser Kräfte und eine Aufbesserung der Zulage für die Beamten der untersten Klasse gefordert wurde, hat_bie Stadtverordnetenversammlung die Vorlage einem Ausschuß überwiesen, Wilmersdorf. Nährgarnvcrtcilung. Bei der Ausgabe von Be- rechtigungsschernen für die Nähgarnverwertung gelten als Aus- weis für selbständige Gewerbetreibende nur der Steuerzettel (1918) oder Gewerbeschein, für Angestellte nur die letzte Quittung über gezahlte Beiträge zur Krankenkasse. Eine genaue Einhaltung der für die Entgegennahme der Berechtigungsscheine angegebenen Termine liegt im Interesse jedes Beteiligten. Reinickendorf. Gewährung von TeucrirngSzulage». Tie Ge- nieindevertretung wählte in ihrer letzten Sitzung den Fabrikbesitzer Dr. Kurt Kühnemann auf weitere 0 Jahre zum unbesoldeten Gemeindeschöffen. Die Entwicklung der Sparkasse— der Bestand der Sparguthaben erfuhr seit Neujahr eine Zunahme von 5 Millio- neu Mark— macht die Errichtung einer neuen Zweigstelle not- wendig, die am 1. Oktober in der Provinzstraße Ecke Pairkower Allee eröffnet werden soll. Die Gemeindevertretung stimmt dem Vorschlage zu. An Stelle des ausgeschiedenen Genossen Selke wählte die Vertretung den Genossen Zcising zum Mitglied der Schuldeputation. Zur Beseitigung der Müllkalamität wird die Be- reirstellung eines Müllabladeplatzes beschlossen. Tie Abladegebühr beträgt pro Kubikmeter 3 M. Infolge der ständigen Steigerung der Teuerung beantragte der Gemeindcborstand die Erhöhung vou bisherigen laufenden Teuerungszulagen und Gewährung einmali- ger Zulagen an die Angrstellien bor Gemeinde. Es wird u. a. be- schloffen, den Gemeindebeamten, Hilfs-ang-stellten und � Arbeitern eine einmalige Teuerungszulage nach den staatlichen Grundsätzen zu gewähren. Für die am 1. Oktober noch nicht ein Jahr bei der Gemeinde beschäftigten HilfSbureaukräfte und Arbeiter soll die ein- malige Teuerungszulage nach der Dauer der Beschäftigung berechnet werden,, so daß die seit dem 1. Januar Beschäftigten drei Viertel der Sätze, die seit dem 1. April Befchäfftgten die Hälfte und die seit dem 1. Juli Beschäftigten ein Viertel«rhaltm. Mnriondorf. Die letzte Gemeindovertretersthnng beschloß, tn Anbetracht der Teuerung den Polizei- und Vollziehungsbeamten zu ihrem Klsidergeld einen Zuschlag von 100 Proz. zu bewilligen.— Als weiterer Punkt war iste Zählung einer einmaligen Teuerungs- zutage an die Beamten, Angestellten und Hilfsarbeiter auf der Ta- gesordnung. Vom Gemeindevorsteher wurde befürwortet, den Satz, welcher den Etaattbeamten gezahlt wird, auch am die hiesigem B»- amtcn und Angestellten zur Auszahlung zu bringen. Vom Ge» meindevorftand wird vorgeschlagen, noch über diese Sätze hinaus- zugeben. Dasselbe wünscht ein Gesuch der Gcmeindebeamten. Ve- schloffen wurde, die Angelegen beit einer Kommission zu überweisen. Bis zur Regelung soll an sämtliche Beamten, Angestellten und Hilfsarbeiter ein Vorschuß in Höhe der gezahlten Summe für die Staatsbeamten mit dem Grundbetrag von 250 M. und ein Mo- natsgehalt für Verheiratete, und 70 Proz. dieser Summe für Le- dige zur Auszahlung gelangen. Für Kinder wird 10 Proz. Zuschlag gewährt, Friedrichshagcn. Lebensmittel. Auf Abschnftt 127 der blauen Lebensmittelkarte gelangen je 100 Gramm Suppenmischung und auf Abschnitt 11 der grünen Lebensmittelkarte für Jugendliche je 100 Gramm Suppen zum Preise von 22 Ps- zur Ausgabe.— In der Kriegsküche ist ein großer Posten Weißkohl abzugeben. Soziales. Ein sozialpolitisches Programm des RclchSversichcrungsamts. Als solches dürfen wir wohl die zwar nur kurzen, aber inhalt- reichen Ausführungen des Präsidenten des Rcichsversicherungs- amts, Dr. Kaufmann, ansprechen, die dieser auf einer Kranken- kasscntagung am 28. August tn Coblenz machte. Schon auf der vorjährigen Tagung des Verbandes Deutscher Ortskrankeniassen hatte Dr. Kaufmann die Aufgaben geschildert, die an die Kranken- lassen als die mit den breiten Massen eng verbundenen und von ihrem vollen Vertrauen getragenen mächtigen Förderer der Volks- gesundheit heranircten werden. Die Bekämpfung der drei großen Feinde der Volksgesundheit, der Tuberkulose, der Trunksucht und der durch den Krieg verderblich vermehrten Geschlechtskrankheiten, die Beseitigung des Wohnungselends, die Sorge für Mutter, Kind und Familie werden dabei in erster Reihe stehen. Nunmehr redet er einer Gemeinschaftsarbeit aller Versiche- rungs träger das Wort. Schulter an Schulter mit den Krankenkassen würden be! dem Werke der Erneuerung und Vermehrung unserer lebendigen Wert- quellen Berufsgenossenschaften und Landesversicherungsanstalten die Hände rühren. Ihnen allen wird beratend und führend das Reichsversicherungsamt zur Seite stehen. Der Krieg habe aber gelehrt, daß nur durch straffes Zusammenfassen aller Kräfte und nur durch ihre zielbewußte Ausnutzung Großes geleistet werden könne. Auch in der Arbeiterversicherung würden sich die Aufgaben der Zukunft nnr dann befriedigend lösen lassen, wenn anstatt eines nicht selten planlosen Neben- und Gegeneinanderarbeitens mit seinen bedauerlichen Reibungen, Kräfte- und Zeitverlusten Kran- kenkassen, Bernfsgenossenschaften und Landesvarsichernngsanstalten geschlossener als bisher vorgehen. Entbehrliche Aufwendungen an Geld und Arbeitskraft durch organisatorische Zersplitterung mütz- ttn vermieden werden. Der geschichtliche Werdegang der deutschen Arbeitcrverficherung, bei dem die drei genannten Gruppen von Versicherungsträgern zeitlich nacheinander ins Leben traten, habe in de-r Reichsvcrsichc- rungsordnung noch stark fortgewirkt. Hier könne der Gesetzgeber dVe Zukunft, ohne die Grundlagen der bisherigen Organisation verschieben zu müssen, vieles ausgleichen. Bis dahin lasse sich auch im Verwaltungswege manches verbessern. Verheißungsvolle Anfänge lägen schon vor, so in den vom Reichsversicherungsamte veranlaßten Vereinbarungen zwischen Berufsgenossenschasten und Krankenkassen wegen Durchführung eines wirksamen Heilverfahrens in den ersten 13 Wochen nach dem Unfall, an die Annäherung der Krankenkassen und Landesversicherungsanftalten bei der Tuberkulosebekämpfung. der Einrichtung der sich erfreulich entwickelnden neuen Beratunas- stellen für Geschlechtskranke und bei der Wohnungsfürsorge, an die schwebenden Vsrhandlungen über ein Abkommen zwischen Kranken- lassen und Lmidesversichcrungsanstalten wegen Beschaffung von Zahnersatz und über ein gemeinschaftliche? Vorgehen aller Versiche- rungsträger, um unter der neutralen Flagge des Roten Kreuzes die Arbeit tn weitestem Umfang als Heilmittel für unsere Friedens- iiwaliden nutzbar zu machen. Wieviel mehr wäre durch einen noch engeren Zusammenschluß zu erreichen, besonderZ für Krankheits- und Unfallverhütung, für die Ucbcrwachung der Kränken und Rentenempfänger, für eine großzügige Arbeitsvermittlung, für die Ausgestaltung des Hcilver- jährcns durch gemeinsame Kliniken, Genesungsheime usw., durch einheitliche Abkommen mit Krankenhäusern, Apotheken, Bandagisten usw., und durch gemeinsame Verträge mit Aerztekammern, ärzt- lichen Standesvcreinen und Fachärzten. Geeignete Einrichtungen für ein solches Hand- in-Hand-Arbeiten der drei Versicherungsträger ließen sich unschwer schaffen. Etwa durch gemeinschaftliche Geschäftsstellen, je nach der Lage der ort- lichen Verhältnisse, bei einer Landesversichernngsanstalt, Berufs- geiwssenschaft oder Krankenkasse oder an eine Erweiterung des Auf- gabcnkreises der vor einigen Jahren gebildeten örtlichen Vereinigun- gen berufsgenossenschaftlicher Verwaltungen, die schon mehrfach aus sich heraus mit den örtlichen LandesversichcrungSanstalten und Krankenkassen Beziehungen angeknüpft haben. Auch ein nicht bloß gelegentliches Zusammengehen der Versicherungsträger mit der Aerzteschaft, an dem es heut« teidcr fehlt, wäre Wohl bei diesen Geschäftsstellen zu erreichen. Was Dr. Kaufmann hier anregt, hält sich ja ganz im Rah- men des nach der Reichsversicherungsordnung schon heute Mög- lichen. Es sollte uns freuen, wenn eS erreicht würde. Erreicht wüvdc, namentlich auch unter stärkerer Heranziehung der Arbeiter- schast selbst, die nicht nur Objekt der Fürsorge sein will, wie es namentlich in der Unfallversicherung der Fall ist, sondern selbst- tätigen Anteil daran haben will. Mas Dr. Kaufmann hier in Anregung bringt, hätte auch, wenn es eine Aufgabe der zukünftigen Gesetzgebung berührt, von ihm auch ausgedehnt werden müssen auf die Träger der Angestellten- Versicherung. Hoffenilich verschließt sich der Präsident des Reichs- versichcrungsamtS der Tatsache nicht, daß die Loslösung der Ange- ftelltenversicherung von der Arbeiterversicherung ein schwerer Fehler Wendung«! von Geld und Arbeitskraft durch organisatorische Zer- splitterung bedingt, die wir uns in Zukunft ittcht mehr gestatten können. Militärjuristische Geheimwissenschaft. Kriegsbeschädigte wie auch Witwen, Eltern und Kinder von Ge- fallcnen bedürfen heute des Rats und der Hilfe, weil sie sich durch die Militärvettvaltung in ihren Rechten benachteiligt fühlen, mag es sich um Rentenansprüche oder andere notwendige Fürsorge handeln. Zu immer größerer Bedeutung haben sich mit der Dauer des Krieges alle Vrrsorgungsfragen enttvickelt, so daß heute und künftig das Schicksal von Millionen im Volke in irgend einer Form von den Bestimmungen der Mitttärversorgnngsgefetze, ihrer � Anwendung und Au-legung, abhängig geworden ist. Sehr häufig haben nun leider die in erster Reihe zur Beratung der Beteiligten berufenen amtlichen Stellen nicht verstanden, sich das Ver- trauen zu erwerben, daS in allen Fällen die unentbehrliche Vor- auSsctzung bildet. Daher suchen die Bedrängten in größerer Zahl die Rechtsauskunftsstellen der Gemeinden, Gewerkschaften, der KriegSbefchädigtenvereine, die Sprechstunden der Aerzte, NechtSan- wälte und Zeitungsredaktionen, in der Hoffnung auf, dort Hilfe und Rat zu finde-!?. In vielen Fällen geschieht dies mit bestem Erfolge. Leider begegnet jedoch häufig der wirksamen Unterstützung der Hilfsbedürftigen, die allein oft nicht die Gewandtheit besitzen, um selber den richtigen Weg für ihr« Ansprüche zu finden und sich durchzusetzen, ein Hindernis. Der Krieg hat zahllose Lücken in unserer mikidärtschen Ver- sorgungsgesctzgebung aufgedeckt, zu deren Ausfüllung seit Jahren mannigfaltige Erlasse und Verfügungen deZ KriegsmrnistcriuinS und anderer Dienststellen mit grundlegenden Bcstttnmungen über die Auslegung und Durchführung der Gesetze ergangen sind und stets ne-u ergehen. Diese Ergänzungen sind mir teilweise ver- öffcntlicht, ei» anderer Teil dieser sehr wichtigen, für alle Rat- erteilung unentbehrlichen Verfügungen wird als Dienstvor- sch r i f t behandelt und der Oeffentlichkeit nicht zugänglich gemacht. In großem Umfange ist dadurch die RechtSkenntniS zu einer Geheim- wissenschaft geworden. Wir fragen, aus welchen Gründen? Ein stichhaltiger Grund läßt sich dafür nicht anführen. Es ist in dringendem öffentlichen Interesse geboten, daß die Erwerbung gründlicher Rechtskenntnisse auf diesem weiten Gebiete allen in Frage kommenden Personenkreisen ermöglicht wird, damit berechtigte Ansprüche nicht verspätet gestellt werden oder verloren gehen und unberrechtigfe Ansprüche nicht unnötig erhobeä werden. Eine Schädigung dienstlicher Interessen kann mit der Per- öffentlichung dieser Verfügungen nicht verbunden sein. Nur eng- herziger Bevormundungsgeist und eine längst überholte Militär-. bureaukratische Auffassung, die die große Bedeutung der für alle Kreise des deutschen Volks wichtigen Lebensinteressen von Kriegs- teilnehmern oder ihren Hinterbliebenen verkennt, kann hier Ge- hcimhaltung wollen. Breiteste Oesfentlichkett der von den Bchör- den angewendeten Grundsätze wird den Antragstellern und der Militärverwaltung selbst viel unnütze Arbeit und Schreiberei er- sparen, und mancher wird im Kampfe um sein vermeintliches Recht vor Enttäuschung bewahrt bleiben. Deshalb muß der Ruf nack? schleunigster umfassender Publikation der auf dem Gebiete der Militärversorgung und Hinterbliebenenfürsorge wie auch hinsichtlich sozialer Maßnahmen zugunsten der Kriegs- beschädigten bereits ergangenen und künftig ergehenden Erlasse und. Verfügungen von allgemeiner Bedeutung erheben werden. Genosienschaftsbelvegnng des Auslandes. Die ungarischen Konsumgenossenschaften haben sich auch wäh- rend des Krieges günstig entwickelt. Im Jahre 1917 wurden 320 neue Konsumgenossenschaften errichtet, und nur fünf gingen ein. Vom Anfange des Krieges bis Ende des Jahres 1917 wurden 430 neue Konsumvereine errichtet. Das Konsumgenossenschaftsivesen umfaßt 350 000 Familien und 2 Millionen Familienmitglieder. Die größte Filiale der„Hangha"-Zcntrale, der„Haushalt", zälilr 10 500 Mttglieder und machte einen Umsatz von 12 500 000 Kr. Tie Konsumgenossenschaften erzielten einen Umsatz von über 100 Millio- neu Kronen, die Zentrale.(„Hangya") selbst einen solchen von 83 Millionen Kronen. Die französische Groheinkaufsgesellschaft, das Magasin de Gros. kann über einer erfreuliche Entwicklung berichten. Der Abschluß der ersten acht Monate des laufenden Geschäftsjahres(Juli 1917 bis Mai 1918) ergab einen Umsatz von rund 22?4. Millionen Frank, d. h. um 8� Millionen Frank mehr als in der gleichen Periode des Vorjahres. Nachdem das M. d. G. vor kurzem erst eine Pro- duktionsgcnosscnschaft der Schokoladenarbeiier und Zuckerbäcker in der Umgebung von Paris übernommen hatte, erwarb es jetzt eine Konservenfabrik in Bordeaux. Die Fabrik ist gut eingerichtet, die Fabrikate des Hanfes Wohl bekannt. Allerdings ist das M. d. G. auch nicht von unangenehmen Vorfällen verschont geblieben. Gclcgent- lich einer großen Feuersbrunst in Nantes wurde auch das dortige Zentrallager des Nk. d. G. völlig ein Raub der Flammen. Nur die Buchführung konnte gerettet werden. Infolge der kriegerischen Ereignisse des laufenden Jahres mußten die Schuhfabriken des M. d. G. in Amiens und Lillers und Fougeres verlegt werden. Tie Fabrik in Lillers war erst wenige Jahre vor dem Kriege neu erbaut und eingerichtet worden. Da Lillers in der Feuerzone liegt, so dürfte für die Erhaltung der Anlage wenig Ausficht vor- handen sein._ Fürsorge für kricgsbeschädigte Auslandsdeutsche. Auch unter der großen Menge Dontscher. die bei Ausbruch des Krieges aus dem Auslände zu den Fahnen geeilt sind, hat der Krieg manches Opfer gefordert und manchen so betroffen, daß er nur mit stark geminderter Arbeitskraft zu seiner Familie und zu seiner früheren Tätigkeit zurückkehrt. Jbuen allen, den Hinterbliebenen der Gefallenen und den iriegsbcschädigten Deutschen im Auslände muß eine besondere Hilfe und Fürsorge zuteil werden. In gleicher Weife wie die sich über da? ganze Reich erstreckende amiliche bürgerliche Kriegsbeschädigtensürsorge diese Aufgabe iür die im Inlands ansässigen Kriegsbeschädigten übernommen hat, sind im Auslände besondere Organisationen für diese Zwecke bereit? begründet oder in der Bildung begriff«!, oder es lassen sich die bereits vor dem Krieg bestel?enden deutschen Hilfsvereine die Un- tersiützung ihrer durch den Krieg betroffenen Landsleute angelegen sein. Ter RöichsauSschuß der Kriegsbeschädigtensürsorge sucht überall ein« enge Arbeitsgemeinschaft mit diesen Hilfsorganisatio- nen herbeizufübren, um dadurch die Arbeit und die Erfahrungen der im Reich bestehenden Einrichtungen auch für die T-eut scheu im Ausland nutzbringend zu machen. Am dringendsten hat sich das Bedürfnis nach einer Kriegsbefchädigtenfürsorge naturgemäß in den Ländern geltend gemacht, in denen besonders viele Deutsche ansässig sind. So hat sich bald nach dem Kriegsausbruch eine besondere Organisation in der Schweiz, der Hilfsbund für deutsche Kriegerfürsorge in der Schweiz, gebildet und auch in Oesterreich ist in dem Reichsdeutschen Hilfsbund in Oesterreich eine solche Or- ganisation entstanden.__ Maschinen ohne Schutzvorrichtung! Man schreibt uns: Mit großem Interesse las ich Ihren Ar- tikel:„Maschinen ohne Schutzvorrichtung" in der Beilage zu Nr. 214 Ihrer Zeitting. Ich kann die Ausfilhrnngen des Herrn Urban aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Die Erklärung für diese Erscheinungen ist sehr einfach. Das Großkapital hat sich im Ver- ein deutscher Maschine nbauanstalteu eine so einftnßreiche Verrre- tung geschaffen, daß nicht einmal die Interessen der mittleren und kleinen Fabriken, viel weniger noch die der Arbchher zur Geltung kommen. Der Geschäftsführer segelt vollständig im Fahrwasser des Großkapitals. Dos gebt schon daraus hervor, daß im Vorstand des Vereins nnr Großindusttielle sind. Nach außen hin und der Ne- gierung gegenüber wird aber immer mit der Miene des Bieder- manne? bewnt, daß man die Lebensinteressen der gesamten Industrie vettrete. Der Verein hat jetzt bei der Ausstellung der Normal-llnfallverhütungSvorscheisten alle Vorschriften für eine bes- sere Ausgestaltung für erhöhten Schutz zunichte gemacht. Der einzelne ist wirtschaftlich �zu schwach, um gegen den Stachel zu locken. Ich selbst bin Jnisiisttieller; meine Arbeiter haben meinen Betrieb als mustergültig angesprochen. Ich kann es aber nicht wagen, gegen den Verein aufzutreten, weil maiH mir die Aufträge entziehen würde. Es wäre daher segensreich, wenn Sie sich dieses Vereins etwa? mehr annehmen würden. Er bedeutet eine greisbare Gefahr für unsere Gesamtwirtschaft, die nur gedeihen kann, wenn Arbeiter und Unternehmer auf ihre Rechnung kommen. Die Entwicklung wird immer gefährlicher insofern, als sich der Verein neuerdings den Mantel der Wissenschaft leiht, um seinen ?n öen öetritben fragt heute jeder seinen Kollegen oder seine Kollegin, ob sie schon den„Vorwärts" halten. Wenn nickst, fordert er sie auf, ungesäumt den folgenden Zettel auszufüllen: Name Beruf------- Wohnort_ Straße?---- Stock_ Bei wem?_ bestellt ab 1. Oktober den„Borwärts" zum Preise von 1,80 M. per Monat frei ins L>aus. Diesen Zettel wolle man ausgefüllt an die Äaupt- erpeditlvn, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, senden. örBeiterfeinMicficn Bestrebungen einen abjektiven Anstrich tzu geben. Die Anfänge zu einer gelben Jngenieurvereinigung sind deutlich sichtbar. Man sammelt zurzeit für diese Zwecke Geld in der In- dustrie. Ueberall die gleiche Erscheinung: Die Wissenschaft wird zur Hure des Geldsacks. Genchtszeitung. „Staatsanwalt König" stand gestern unter der Anklage des Diebstahls vor der 3. Straf- kammer des Landgerichts l. Der Arbeiter Robert Lange hat seiner- zeit großes Auftehen durch den'genialen Trick erregt, durch den er aus dem Untersuchungsgefängnis zu entkommen wußte. Er ließ sich zu einem Untersuchungsrichter vorführen und fand Gelegen- heit, einen Abort auszusuchen. Als er geraume Zeit dort verweilt hatte, war der ihn begleitende Beamte durch einen anderen abge- löst worden, der den Lange nicht kannte und sich von ihm arg dü- Pieren ließ. Lange spielte plötzlich die Rolle des„Staatsanwalts König", herrschte den Beamten durch Erteilung von allerlei An- Weisungen an, wobei er erklärte, daß er den Auftrag habe, einer vorgekommenen Lotteret auf den Grund zu gehen: er schlupfte dann in ein augenblicklich leeres Zimmer eines Staatsanwalts, hieß den Beamten, an einer anderen Stelle seiner weiteren Be- fehle gewärtig zu sein und war dann bald verschwunden. Am nächsten Tage gmg bei der Staatsanwaltschaft ein Brief des An- geklagten ein, in welchem er sich für die freundliche Unterstützung bedankte, die ihm durch die Beamten geworden sei. Es dauerte eine geraume Zeit, ehe man ihn wieder eingefangen hatte. Später ist es ihm noch einmal gelungen, zu entwischen. Er sollte jetzt we- gen eines Pferdediebstabls abgeurteilt werden. Da sich sein Frei- heitsdrang schon wiederholt Luft gemacht hat, hatte man es für zweckinäßig gehalten, ihn gefesselt vorzuführen. Ter in allen Schlichen wohl bewanderte Mensch wußte die Verhandlung zu ver- eiteln, denn er benahm sich so merkwürdig— unter andern leierte er etwa ein Dutzend Namen als seine angeblichen Vornamen her, daß das Gericht zu dem Beschluß kommen mußte, ihn auf seinen Geisteszustand untersuchen zu lassen. Mus aller Veit. Eine neue spanische Krankheit. Bern, 20. September.„Progrös de Lyon" meldet aus Madrid daS Auftreten einer neuen geheimnisvollen Krankheit, die sich in ganz Spanien, besonders aber in der Madrider Garnison bemerk- bar mache. Madrid verzeichne bisher 4000 Fälle; die ersten Symptome feien die der spanischen Krankheit, die jedoch schnell in TyphuS umschlage. Eingegangene Druckschristen. Die aufgeführten Bücher können durch die Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, Lindenstraße 3, bezogen werden. (Die Anzeige der Bücher gilt jedoch nicht als Empfehlung.) Deutsche Sprachlehre» Von Dr. W. Hartnacke. Geh. 2,40 M.. geb. 2,80 M.— Die Organisation des Volksschnlwesens. Von Dr. I. van den Wpenbergh. Geh. 3 97!., geb. 3,60 M.— Mensch und Welt. Von Rudols Encken. Geb. 10 M., geb. 12 M.— Der Weltkrieg in seiner Einwirkung auf das deutsche Volk. Von Max Schwarte. Geb. 16 M. Verlag non Quelle u. Meh°r, Leipzig. Namur. Geb. 7 M., geb. 9 M. R. Piper u. Co., Verlag München. Der Babylonische Tnrm. Don Josef Ponten. Deutsche Verlags- anstatt. Siuttnart und Verlin. Was mutz Deutschland au Kolonien haben? Von Dr. Silbrecht Wirlh und Emil Zimmermann. 1,20 M. Verlag von Ludwig Ravenstein, Franksurt a. M., Wielandstr. 31. Tie Telinld der Entente. Von Leon-Hardt. Preis als Broschüre 1 M., als Broschüre 25 Pf. Geyer. Hilscher Co., Chemnitz. Lrganische Demokratie. Von ftelix Weltlch. Geh. 1,20.— Ein deutsches Herrenhaus. Von Kirrt Hillcr. 1,20 M. Der neue Geist, Verlaa Leipzia. Was will Wilson? Von M. I. Bonn. Verlag von Georg Müller, München. .Eöschele der Finkler und andere heitere Erzäblunaen. Von Vilbelm Schuhen. Geb. 3,50 M., geb. 5 M. Strecker u. Schröder, Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. Gebt barfnst l Von Adreas Nielsen. 1,20 M. Verlag„Kraft und Schönheit", Berlln-Steglitz. Livlnnd und Elsa?!. Von Professor Dr. G. G. Dehlo in Straß- bürg. 80 Pf. Verlag von Julius Springer, Berlin 1? 9. Linkstr. 23/24. Wie schuhe ich mich gegen Sirterienverkallung? Von Pros. Dr. C. Tönniges. Verlag von Hans Hedwig's Nachfolger, Kurt Ronniger, Leipzig, Periheftr. 10. Auf dem Dornenwege des Friedens. 1 M. VollSbund-Verlag, Wien I, Predigergasse 5. Drei Puppenspiele. Von Werner Wolff. 4M.— Weltmutation. Don C. H. Mcray. 10 M. Beide im Verlage von Rascher u. Cie. A.>G., Zürilü 1. Die Inden in Litauen. Von Leo Rolenberg. 1,50 M. Verlag der Neuen Jüdischen Monatshefte, Berlin, Französische Str 49. Sriefkasten der Redaktion. G. Wir haben Ihren Brief erhalten.— H. K. 98. Die drei russischen Parteien haben jede eine Organisation für sich. Die Sozialrevoiutio- näre sind Anhänger des Terrors, den die Menschewili ablehnen. Der Begriff„Linksradikai" ist schwankend. Wird er aus Richtung cn der deutschen Arbeiterbewegung angewendet, so ist wohl in erster Linie damit die SdartakuSgruppe gemeint. Der Unterschied zwischen dieser und der Gruppe Internationale ist unerheblich.— O. Beverloo. 1. Eine Abfindungssumme kann gezahlt werden bei Bedürftigkeit. Der Antrag ist bei der Gemeindeverwaltung zu stellen. Im immobilen Zustand beträgt der Sold 57 w!., im mobilen Zustand 63 M.— H. 8. 1881. Der Nachbar kann Ihnen selbstverständlich verbieten, über sein Grundstück zu geben. Wenn er es Ihnen bisher gestattet hat. so hat sich daraus für Sie kein Rechts- anspruch gegründet.— W.!>t. 18. Sie müssen sich bei der Polizei melden.— Stockholmer Str. 30. Es kommt aus den Vertrag an, den Sie unterschrieben babcn. Jedenfalls haben Sie danach ein Werk zum Preise von 53 M. bestellt und sind daher an die Zahlung gebunden. Eine Zurücksendung würde Ihnen nur unnötige Kosten verursachen, da die Firma gegen Sie mit Erfolg klagen kann. — E. B. St. 10. Die Scheidungsklage muß durch einen Rechtsanwalt eingereicht werden.— O. M. 44. Sie haben leineriet Anspruch aus daS Kind, sondern nur die Verpflichtung zur Zahlung der Unterhaltungskosten. — Armierungssoldat. Wenn bei Ihrer Frau durch Arbeitsverdienst mindere Bedürftigkeit als vorliegend erachtet wird, so kann ihr die städtische Unterstützung versagt werden.— E. B. Suckow. 1. Die Mutter hat keinen Anspruch aus Auswandsentschädigung. 2. Sollten Sie an die Front kommen, so könnte Ihre Mutter ein Gesuch nm Ihre Zurückziehung ein- reichen. Z. Etappe.— K. S. 107. Darüber bestehen keine Verfügungen. Tabak ist eine freiwillige Zuwendung. Besonderes Entgelt bei Fortsall des Tabaks haben Sie nicht zu bcanlpruchen.—!t. H. 35. Die Kinder baden die Verpflichtung, der Mutter soviel Unterstützung zu leisten, wie zu ihrem Lebensunterhalt notwendig ist.—?l. O. 03. Der Antrag aus Austritt aus der Landeskirche muß an das zuständige Amtsgericht eingereicht werden. — W. 9t. 13. Kriegsunterstützung wird wieder gezabil, aber nicht zwei- mal die Rente.— St. L. 4. Landsturmpsiichtta. Dlmdbcit eines AugeZ.— P. O. Widerspruch würde zwecklos sein, Sie sind zur Zahlung verpflichtet� — A. B. 50. Wenn sich m den Vcrbältntssen nach Siugehung der Ehe nichts ändert, wird der Ehefrau die Unterstützung verweigert.— C. L. 374. Sie müssen ein solches Gesuch. daS Aussicht auf Erfolg hat, an das stellvertr. Generalkommando richten, dem der Truppenteil deS Sohne? untersteht.— P. 535. 33. Wenn der Bruder an den Folgen der Kriegsverletzung gestorben ist, f» können die Ellern, wenn er nachweislich für deren Unterhalt gesorgt hat, Elterngeld ieantragen. Sonst steht ihnen keinerlei Anspruch zu.— Metz 193. 1. Wenn mindere Bedürftigkeit vor- liegt, kann der Frau die Unterstützuna gekürzt werden. Ist nach Ihrer Meinung ihr die Unterstützung zu unrecht yekürzt, so kann sie Beschwerde beim Bezirkspräfidenten m'Streßburg einreichen. 2. Micwntcrstützung kann sie nur dmrch die Kommune erhalten. 3. Unterstützung sür den ein- gezogenen Sohn wird cS in diesem Falle nicht geben. Der Antrag wäre bei der Gemeindeverwaltung zu stellen. 4. Armenuntcrstütznng für Ihre Mutter würde von der Gemeinde Ihres Wohnortes nicht gezahlt. Sie ist unterstntzungsbiu.'echtigt nur dort, mAssic setzt ihren Wohnsitz hat. 5. Zu- nächst durch ein Gesuch an den DntlKior der Anstatt.— 31. F. 43. Eine Beschwerde gibt es dagegen nicht, da Sic keinen Anspruch aus Löhnung haben. 2. New. 3. Das können wir nicht bestimmt sagen, aper jedensalls bedarf es dazu nur guter Kriedensscisi und lauwarmen Wassers. Wasserstandsnachrichtcn der LandeSanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. WetterauSllchten für da? mittlere Norddentfchland bis Sonntag mittag. Kühl, zeitweise heiter, aber sehr veränderlich, mit öfter wiederholten im Bwnenlande meist geringen, an der Küste stärkeren Rcgcnsällen. vi reirtion Max Reinhardt. Deutsches Theator. 7 Uhr: Faust I. Sormt.21/,: Fuhrmann Henschel Kammersplcle. 8 Uhr: Hanneies Himtnolfahrl. Stg. 2ilt Uhr: Eine glück). Ehe. Kleines Schauspielhaus. Uasanonstraße 1, Portal 5. 7 Uhr; Zum ersten Male: Arbelt. VoSksbühne Theater am Bülo-wplatz. Direktion Friedrich KayCler. 7-/, Uhr: Haß für llail. Dir. C.Meinhard— R, Bornauer. Theater � Königgratzer Str. S Uhr: Erdgeist. Komödienhaus 8 Uhr: Die fünf Frankfurter. Berliner Theater 7"U.: Blitzblancs Blut. Casino»Theater. Lothringer Str. 37. Tägl.'1,8 U.: Der neue Schlager W» Mi Ml«ll! Berliner Posse in 3 Akten. Vorher erstkl. Spezialitäten. U.a.: Oreie Linds Menschenaffen. Sonnt. 3'l,: Ein fidales Huhn. Theater der Frieörielia Ecke Friedrich- u. Iiiniensir 7'!, Uhr. Tägl.: Nord. 8650. Kaiserplaiz 3, 1 Tr. Ein lust. Stück m. Musik v. Laufs. v. MSIIendorff. Georg. L. Holms. öonntag 31/, Uhr: Jagend. Walhalla-Theater. •'is Uhr: Donauiiebchen. Ifrianon-Theater Bhf. Friedriohstr.Ztr. 4927. 2391 Heute 8 Uhr zum 391. Male: Der Eehe«s«cbaler. Heute'1,4 Uhr, kl. Preise: heb nee wlttehen. Morgen'1,4 Uhr. kl. Preise; Jnhvnnisfcncr. Mittw.'/jlkl. Pr.: Rotkäppchen. �giisSsbach- LiciitspieBo nm Bayerischen Plate. Täglieh 8 u. SV. (Sonnt. 4, 6 n. 8'/,): Berlins FIlm-IBensation „Der Siegende 1 Roilander. Fihndichtg. u. Spiel- I leitg.: Hans Neumann.| Vorh.: Tanzaufnahm d. M.Zimmermann- Ball.| | Sämtl Platze numeriert Vorverk. Wertheira und Thaaterk. 11—1. Theater für Sonnabend, 21. Sept. Neues Operettenhaus .uhr: Das sOße Mädel. Mg. 81/.: Der Soldat der Marie, Centml-Tfaeater uyIt: Die Rose vob StanM Dentsehen Opernhann z.rm.; Der efeerae ieilanil Frledrtch-Wilhelmst. Theater 7'/. Uhr: Ilmmerl. (Dreimäderlhaus II. Teil.) Kleines Theater p/. uhr: Der Einsame. Komische Oper 7V-: SftoiwaMM Stg. S'l,: SchwarzwaldmSdel. l-nstsplellmiifk Die spatiisehe Fliege. Metropol-Theater u�DieFaseliingslee Palast-Theater Mer Sfralatier Fistog. KeftiidenE-Theater 7./. Uhr: ßer pp Uf. Schllier-Th. Chart. 3 Uhr: Wilhelm Teil. UZ- Uhr: Ffsprer vob Kireiifell Thalia-Theater r�OiiterilerlilieBMBilß Theater am Nollendorfplatz 7 Uhr: Theater des Westens Die lästige Witwe mit Guido Thielscher. Wallner-Theater uhr: M ßaheniehts, TEiQates* s&m CCöttlaaases* Toa* Leitung: Direktor Ferdinand Wagner. Täglich TVs Uhr: Die große Variete-Schau. Texte der Vorträge von Hermann Frey, Musik von Franz Schmldt-Hagcn. Origin&lentwiirfe der Dekorationen von Heinrich Zille. Dirigent der Komponist. Mitwirkende: Anna Müller» Lincke, Willi Lilie, Hugo Roussel, Tine Trautmann, Robert Wiese. V.orverkaul bei A. Werth eim und an der Xogeskasse von 19'/.— Ist, Uhr und ab 5 Uhr._ am Strausberger das griiSte and schönste p|ai2 ||RIENT Konzert-Gafe-Kakrett in Berlin 0 Jeden 1. und 16. des Monats neuer Spielplan. Hermann Torf— Olli Christian!— Oskar Rieek— Lea Florenz— Arthur Zahle— Hilde und Erno. | Die gute ülaslb. TankOnstler-Konzert(10 Solisten). Anfang»n Wochentagen 7'/. Uhr, Sonntags 4 Uhr. Kabäret��oU -------- Bunte Vorträge------------ Splcllolt® rom 18.— SO. September: Alois Kraemer, Hermann Torf, Elsa Wulften, Karl Braun, Max Laurence, Otto Mücke, Amalie LengloB, MScke-Brann. Täglich xwei Kapellen. Tägl. 71/,. Sonnt. S'/.u.l1/, Das großartige Zum Schluß: Oberon. Große phantastische Wasser-Hantomime in 5 Akten nach Wielands Oberen. Daraus besonders hervor- zuheben: Die großen Sturzwellen. Vorverk. an der Zirkuskasse ohne Aufgeld. Die Direktion bittet, nur an der Zirkuskasse oder bei Wertheim zu kaufen. PHpollo-' Friedriohstr. 218 Dir.: James Flein. 7'l, Sonnt. 31/, n. 7'/, September- . tSenMatlonen! gstiherlock Dölme der mexikanische Ausbreoherkönig. f-eb. Porzellan, Eläta Belmonte, die span. Schönheit, und weitere Sensat. Vorverkauf an der 1 Tagesk. 10—6 Uhr. Sonnt. B'/j Uhr jeder Erwachs. 1 Kind frei! j Anfang wochent. 7, Sonntag nachm. 4 Uhr. Kottbuser Damm 95 moÄusss MWW ' straÄ0' NÄTIlML-THE&TER iÄ, Dar groß« Operettenerfolg I Pp|giz0?iiieljea Musik von Walter Bromme. Sonntag 3'/,:, Mäuschen." KL Preise. Vorverk. v. 10 U. Rose-Theater. S'l, Uhr; Die sieben Raben. uf.uhr�asürEiÄFföaiis. Reiolishalien-Theater. Allahendlich 71/, Uhr u. Sonntag nachmittags 3 Uhr: SleMtt'SAm. Naohmittags ermaßigte Preise! Nur bis Sonnabend, d. 28. Sept. in Berlin tägl. v. 19—6 Uhr zahle ich besond. hohe Preis- sür ausgebranchte 196/17' Alte Gebisse?" auch für den gewöhn!. Platwzahn OM— 1 M., Platin-Stiltzah« .... Hotel WW Bahnh. gegenüber. I Rrnu E. Willig, Hamburg. SenuMcher für alle Sßhulen Keukoniis "Ä ßScklmrötschei1 Buchhandlung Kcnhlilln, Prinz-Handjery-Straße 1, Ecke BergstraHe. -----------*--------- artflschle wird vielfach durch Alaunstein übertragen. Verwenden Sie nur Acteum-LSsung. Eine Wohltat für die Haut,-/i PI. 3,59, wo nicht erhältlich durch Hyglena, Franhfnrt a. 91. Der behördii&b pehmigte Mobr'sche gibt allen Speis»n ei not krt/tigen Fleischgeschmacx und ist deshalb an allen fleischlosen Tagen in jeder Familie unentbehrlich. Dosen Vr Pfund netto Mk. S.2S, Vs Pfund Mk. 2.90, V« Piund Mk. IchO.„Ohsena" ist unbeschränkt haltbar und in den meisten Geschäften der Lebensmittelbranche käuflich. 137Z* BszugsqueüeHsrzeiM Benlla' Drooen, Farben: Fleleoh' u. Wuratv». ÜfitSE&BiaiiKEgilr.feSij KoEonSalWaren Streit tiar Str. 57 Neu eröffnet! MeMchtsW früher«llasser Etr. 35, befindet sich jetzt Neanderftr. 32, nahe Eöpenicker«trasse.. 1V19L' Frau Ernschte Zsirngebisse, Platin. Gr. 7.89. ka uft' Fr an Wagner, Kaiierstr. 18 I l?UexanderpIatz) schönen jungen 111/7 Pfund 35 Bs. empfiehlt DelikatessenhauS Käftner, Berlin, Potsdamer Strafte IIS(naheLützowstraße). kASbela»e»»gktie ! llfists t Tb 07! | VViKdS A Id. i Bszucg�Dsiisn-G§fz«}cni3is Berfin-Ostea !* Bttltor, Eier, KS.e; yjMÄ .....'(ÄVbSS�atiäsmjn müd isc-a- etoereisk. NtaRer._ kkx DifereahSKser saa ifliambnioetW-resh-iS»! fltsifljtz Eill-Slr-ja- 11.Tura.-'.M.»il. i»/» Zloßwurst W.M verkaust 111/19 Rachtigal, Wassertorstr. V5. ! SevlsehölolöLlSD! Mitteilung, über Ansiedlung, Anstoll. usw. vers. kost], Ver- eini/j. d. Freunde kol. Siedig. Berlin W, Rosenhelmer Str. 28. SWMll'W"«-" sucht Schwab, CipentckerSIr. 74. ftim MmÄs UN Borverkauf billiger: UBMn,"St" Cruntwaidstr. ES, in* 2. Geschäft: Eck» Bayerischer Platz. 281/19* ZpSÄKlMUt Sc. med. IVaedDcke* Haute, Ham-, Geschlecht«!.. BlaiHntennehr. Frlsdrishstr, 18T-188(«. rcilS stattgesunden. Ferner verstarb amlS.Scp. stcmber der Kollege gernhsrd Seskjer, > Rcichcnberger Sirahe 14«. B�u l< Die Tinascherang findet j am iüimflderch, von 21, Tes». s tcniber, vorm. 11 Uh� im rrematarinm Oerichtstrat« s stall. Ferner verstarb amlZ.Vch»- l lcmber der Kollege M Pssehe, | Grün thaler®tr. 68, BrcheW. Die Beerdigung findet a« ! Montag, den 23. Eeptemder, l nachmittags 8 Uhr, aus dem i �ophien-Kirchhos rn der I Freicnwaider Etratze statt. ! Ehre ihrem Andenke«: Um rcgeBctciligimg ersucht 1 73/19 Die Ortsverwaltunß. ?lm Wontag, den IL. Sep- tember 1918, verstarb unser Mitglied Ate passier Grimmstraste 29. Die Einäscherung findet am Wontag, den 23 Sept., nachmittags 2 Uhr, im Kre- matoriunt Gerichlstr. 37/38 statt. 301/3 Friede seiner Asche! Spezialant I>r. med. Haschö, Frledrichstr.SOsVabttabnij. Bedaiidl von Syphilis, Haut. Harn-, Frauenleiden, spez.: wron. Fälle. Schmerzlose, türzeste Behandig. ohne B-ru-sstörung. Alutunterjuchung. Wäst. Preise Teilzahlung. Sprechstunden 11 bis 1 und 5— 8, Sonnl. 11— 1, aa® flaue 18. an die Firma Ernst Eimke wendet sich der kluge und sparsame Eadfahrar. denn dort erhält er die bekannte Patent- rEmi- vuIf-Bereifung, deren Vorzüge sind: Elastischer Lauf wie auf Gummi.— Leicht, dauerhaft. geräuschlos.— Verdeckte, schmutz- froie Lagerung der Feder.— Von jedem in 10 Minuten aufzulegen.— Allseitig anerkannt.— Illustrierte Beschreibung u. Preis von der Firma Ernst Eimke, Abt. 2, Halle a. S. 3, Georgstr. 15.* Die Befanntmachung de? Oberkommandos in den Marken Setreffend Bestandserhebung, Beschlagnahme und Höchstpreise von Weiden, Weidenstöcken. Wcidenschienen, Weidcnrinde, Weiden» stübeif, Weidensbitzen, Weidcnstrauch, Weidenabsall, Kopswciden und Nat«rr»hr(Glanirohr, Stuhlrohr usw.) tritt am LI. Sep> tember ISlS tn Krast. Nie»»kiftSndige amtliche Bekanntmachung ersolgt an den Anschlagsäulen und in der.Norddeutsche» Allgemeinen Zeitung". (m. 1. 1. ii. n. uns.) da»! Sl. September 1918. Ter Polizetprüstdent. JMA KktMteilll'Vkliiaii. ZZerwalUinafifiellr Berlin HSsiSzeit von 9—1 Uhr und von 4—7 Uhr. N 54. Linienstraste 83—85 «Bfl «eichist Telephon: Amt Norden 183. 1S3Y, 1987, 9714. Montag, den 23. September 1918, abends 8 Uhr, im KewertschaftShauS, Engclnser 15(Saal 1): ZrMSksn-?srZ2mmwng der Metallformerund Berufsgeuoffen Tagesordnung: 1. Unsere Lohn- und Arbeiisbedingnngen laut auf. genommener Statistik. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Da in dieser Versammlung genaue Angaben über die Der» hälwifse in unserer Branche gemacht werden, muß jeder Kollege anwesend sein. 118,10 Die Ortsverwaltung. im. Qaten: Cr. FraHkfoftsr Slraße 141p jiiiisi�LilnvaUäenslraßeS, i Möbel aut Kretlit■ oAer t5ar. �Ein-undZwei-Zimmer-Einrichtungen� Bunte Küchen. Ws ÜEinzel-MUfoel jeder irlü am bililffwi Preisen. Lieferung frei Haas, auch nach answärts, Xsi.pwUwih. wird t» liahlusf genommen. Möbel.Beiser Lcrthrlnger Straße 67 tief.rt auf bequemste Teilzahlung and gegen bar bürgerliche Wohnungs-Einrichtungen zn mäßigen Preisen und in allen Preislagen. Große Answahl komplett anfgesteUter Wohn-, Schlaf-, Speise- und Herrenzimmer in jeder gewünsclxten Holz- und Stilart. Einzelmöbelst ficke und farbige Küchen 1 Besichtsgang erbeten, da lohnend.] lsrmut- Obst- ein Preis einschließlich Flasche und Steuer Invaliden- I f».„ol, Friedrich- Straße 164 � s ndüull; straße 11. � S'°m. 4,70 MIM Cohn Im Osten: Gf.?FiMK5llFt0F Stf. 58 im Norden: Badstrasse 47-48 MöbehKredit an jedermann. Geringste Anzahlung, kleinste Abzahlung. Spezialität; l- 1. 2-Zimer-Eiflrichtunsien einzelne Möbel, farbige Küchen. Grosse Auswahl komplett aufgestellter Schlaf-, Wohn- und Speisezimmer. Riesen- Auswahl— Billigste Preise Sehr kulante Bedingungen and größte UUckBlehtnahme. Ct3E~ Elefernng trcl Haas.-WlsZ Liefere auch nach auswärts., Kriegsanleibe und SparkasscnbQcher nehme gern als Anzahlung. Beete Felle, gedlejene KOrschnerarbelt, kurz und lang: 1200, 1600, 1800, 2260, 2800 cbw Hit Pilitep b, Hnusp EIS. an! pMN. Mb- Mtaeai Füll er! 375, 460 naw. PrachlkoEtüme 185, 190 usw. Impr. Seidei mäntel 225, SSO usw. Stoff- und BeldeerSoke LS, 85, 115, 126 uew. Westmann, L Geschält: Berlin W, ffiohrenstraße 37 a. 2. Geschäft; Berlin SO, Gr. Frankfurter Straße 115. Sonntags geschlossen. jsZM'üi-Zst: Hen|j"i Brunnenstr. T Eiag, ffkiMsüMg Z8 PUialo Osten: U riHale Sätlan: B Filislo Wester: Frnkfarter Alles 350 j! Muser Danjai 103 llChaillig.,Sc!!arrefis!r.5 Vom. hJotfmngs- In jeder gewünschten Holz- und Stilart, preiswert und gediegen Stilgorschte Spelseziinnier, ßerrenzimnie?, ioiinziniiiior ScIilQlzlßiiner. eisgante Salons, farbige Hachen In reicher Auswahl: Weisslackierte Schlafzimmer, Töchterzimmer, Dielen- Möbel, Polster-Möbel, Einzel- Möbel. NOBEL für Pensionate, Villen, Landhäuser Kunden In gesichert. Position gewähre ich auf Wunsch Teilzahlung gegen Zahlung einer entsprechenden Anzahlung und bequeme monatliche oder viertel jährlJlateozahl ung sSSI Gelegenheitskauf nur so lange Vorrat reicht reich. Schlafzimmer, w�xfi�rm�M�n r Ifnphon Sußersfc stabil, mit Friedenslaek läUbUCU, gestrichen, von 375 M. an | SlubeneinriehtuDgen, 70Äit Einzelne Schränke, Vertiko, Ruhebetten zu sehr billigen Preisen.— Großes Lager— g!®- Lagerung bis Oktober kostenlos"®® Auf Wunsch Zahlungserleichterung. JMaugebauar, Charlotten barg, Wilmersdorfer Str. 128, 1, Kein Laden. Spezialarzt Or. med. Laabs beh. schnell, gründl., mögl schmerzlos u. ohne BerusSftör. Leschlectitskrsvkheit., geheime baut-. Harn-, Frauenieiden, Schwäche. Erprobteste Methoden Harn- und Blutuntersuchung. künindlt' 31136 Bahnho, MüliySir. ov 30, Alexanderpl Str. 10— In. 5— 8. Sonnt. 10— 1 Pelz' Kragen, Mußen, Mäntel! 1 gegen bar od. erleichterte j Zahlungsweise. Pelzhaus Äbueo,| Leipziger Sir. 58, l. V AikohotTrTBotrfenkw V Frasiz Abraham 5igit.H«isln«-c.R6mertrsiik-KelI. C.IIB»tl>l«ir.8t, y«rii«p.Kg»t.U79e < Bä.�e-Anota'ten» [eistisl-ii Aa«!|"beeA8".». Oiana-oedÄMd«. Passage- Bad Refenn-Bad, Wiener Str.<6. 4 Enelatabrlkan f Timner�EssIg L grhjE'tnoh!| ir 4�5SS5Br3!!S535jS531g«i iragepeiiotzoi empfiehlt mialltitsiHere |• entas Bange«. Bezugsquellen- V erxeiclifiis Erschein: 2 mal wächentlich._ IUntenstehMde_Geachäftc_emj>feMen�� < Bandagen. Bummlw. R. Bank«, Stralauer Str. H. A. E. Lange, Brunnenstr. 164 4 Bädter- a. Konilitoreia~fi Otto Wo'.ff, Treptow. Krallst. 14 < Butter. Clor, RS»« V I Wilhelm Gobel| 25 elgeae FUlalaa. B | ßSÄ HiBi| J 48 eigent ittailg«»tkfiFtt_g g Kurz-,Weia-,Woliw.,Trikolag. R HenaaanMeyar.atHrslbsünTgt.»L Mündigner ßrauliays Berlin und Oranienburg Weissbier, C. Breiiiiaapt, Palicad«DAtr. f7 Ttl.Kfit. 2IS1,M8S wtt.lltiabawjipd.» 8®Ä.£iiSi Mf Eck« � Prin»ca-An—. < IMShmascitSnci» � Gollnowstr. S8 Nähmaschinen Bellmann, E., ÄS Singer Nähmaschinen Lädaa t» all— Stadtteüea. d Flalach- u, Wnratw.» Otto Kongel. Alte Jaeobetr. 28. d" Eiicn, SVahlv.', Wr.ffcn.Wtriti.» Carl Jung, Stromitr.»1. Rihlnaan.P�Uällerst.Mb.K.Seeat dTTflte, WBtien, relxwaren� av__JLAM ET Kottbueer- ««»»»>', E-a DamiaiWl». � MaiiihnwaiuiiBeii» jBcthKe, Georg, SÄ lltdiUs. Elbertr.JI, Iiiitr-Pritir. Str. I«, Wumtr. II), FrialtUtr. Sl 1 Trctuv. Griti-StrU««t Gaege,OttoChV�"' FJ.MfKcL'eT�S. 4 Oatihar. IWwohaHlknp R Bchah ort, Cari XhUa.Bergsti.US Hel&rei IC. Bolle iBemnHMÄ� Ältestar and grSsater KUchwirtachaftllcher - Orossbetrleb----- 4 Ptectogr- Apparate R II llltTArM so- Kottbuser Str. i. Hl, mmeilii auchGelcgenheitskf. 4 Weine, LlkSre, Pruchttäfte b 1 33®lia.s| i 60 Filialen in allen Stadteilen.| IHerni. meyer&co, �'| ci55üYerhii&stell.Sr;-Berl| Röig Hrsfii Geld-Lotterie Zieiiiing25.J!6.,S7.1SI.!ept.i(.J. 15957 Geld|ewiRne bar ohne Abzug zaklbar= Ji 560000 100000 50000 loseUH-'Ä�r veraeneet auch gegen Nechn. die EnuptveraandstBlla für Bote- Kraus- Loae Alexander Thomas Altona bei Hamburg. BESEIfP28ldl«l8 Iforstw-lgbatati Bbreitestr. 67, Sifr. i» 14. 1' i c i.»1* 4« r:.•«tr■ 1. j| | Saus- nad KOeben�VfClo' Hermann Finck IsrEfrai."! JlrerBt.U"!,. Als-Po' wmmm unxraldcrqt.S". >.,foniy»|tei»g. schmiederast. Marktl6,gegr.lS59. Bsziisssjiiöllfln-i'spzsicßnis Ceplin-SSilan Flalach* u,*¥n retwar.| Paul liief, Ffiesesstf. "ÄscriS Ä?»., RCiloitfa� ch.Mxl!,�slWzgz!.zsg be uhpän,■Nrniwaroii-bÖ 08. reneltc, KotthnkDamn NM reeÜ,»aerkaant blH.st tZZM |C. Dittmannl Borlinerstr. ii QWUd- Ocflairel- Ftscho.l Spezialarzt | Dr. med. Kr.cben für Geschlechtskrankheiten, Haut-, Harn-, Frauenleiden, nervös. Schwäche, Beinkranke. Behaaidhmg schnell, sicher u.schmerz- los ohne Berufsstörung in Dr. Homeyer&. Co. konz.Labor. f. Blutunters., Fäden im Harn usw. FriElriclBtr,ai,!.„;op.1k !!Wlf.M.W�' Spr. 10-1 u. 5-8, Sonnt. 10-1. Honorar mäßig, a. Teilzahl. Separates Damenzimmer. StadtgruDdstlick, zirfa 62 Morgen, bei Tuch ei ge- legen, mit neuen massiven Ge- bäuden, fompl. Invent., bei 15 000 M. Anzahlung sosort billig verfäuslich.. 20352 Grundstock, zirfa 66 Morgen, einschl. 12 bis 14 Morgen gute Wiesen, mit gut erhaltenen Gebäuden und Inventar, im Dors und an Chaussee geleg., allershalber bei 6000 M. Anzahlung sehr billig verfäufiich. T. Jankowski, Tuchel, Westpr., Konitzer Str. 18. rm-rnmrttr ir wtomu iww-j Gesichtshaare u. alle häßL Körperhaare vernichtet sof. schmerz!, u. radikal ,0ep!Ia>oP durch Abstorben d. Wurzeln allmählich und für immer. Gar. unschädl. M. 3.—, verst. 4.— und 6.— M, Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstr. 4. Frisch geschlachtetes, jeites Eggigeliön-HeisLii N« empfiehlt Delikatessenhaus Kästner, Berlin, Potsdamer Straße 115 snaHeLützowslraste». mr' Günstigste Bezugsquelle aller Art Pelzwaren. Echto Skunksgarnitur M. SJ75. Große Auswahl.[* J. Knoblauch, aa55�1: iStfliijflJicjfii, Kmiicheii.-- lebendig und geichlachtet, in großen u. ll. Posten abzugeben. Aussuhrgenehm. vorhanden. D. Dargacgswabk, Hoch> Da?«- Stübla«. Westpreugen. Kleine Landwirtichast. 16-/, Morgen Acker und Wiese mit Fischer eiberechtigung sosort wegen Einziehung zum Mititür zu verpachten oder zu verlausen mit voller Ernte und totem und lebendem Inventar. 263/9 Kliestow b. Trebbin, Torsstr. 19. I Nr. 260— 101S Unterhaltungsblatt öes vorwärts Sonnabenö, 21. September Die Zlucht über öen pruth. Von Wolfgang Müller. Vorsichtig schlich ich inich bis zum Rande der Felder und spähte zum Flusse hinüber. Kein Posten war zu sehen, die Straßen waren wetrig belebt, nur aus den Feldern arbeiteten Bauern. Vis zum Pruth hatten wir von der Höhe des Berges etwa einen Werst zu- rückzulegen. Doch«ruf dieser Strecke war kein Baum, kein Strauch, der uns Deckung hätte bieten können, nur direkt am Flusse zogen sich Gärten h-in und standen kleine Gehöfte. Das Ufer selbst war schwer zu übersehen, denn hier wucherten wilde Hecken und Büsche, und in diesen mochten wohl die Posten versteckt sein, bon denen der Grieche sprach. Die Sonne stieg höher und höher, und immer unbarmherziger traten uns ihre Strahlen in den dürren Kukuruzstauden. Tin quä- lender Hunger machte sich bemerkbar, und der Durst peinigte uns entseßlich. Ein paar Schweinsmelonen, die neben uns lagen, waren holzig und unaenießhar. Wir rissen ein paar Maiskolben ab und versuchten, mit den rohen Körnern unsere Magen zu füllen, doch 'der Durst blieb, und die Hitze wurde immer unerträglicher. Gegen zwölf Uhr mittags standen wir vor der Wahl, wagen oder umkommen: denn unser« Glieder waren schwer wie Blei, und der ganze Leib brannte uns wie Feuer. Also los! Keine Patrouille war zu sehen. Nur wenige Menschen auf der Straße und aus den Feldern. Schnell zog ich Hemd, Unterhose und alles aus, bis auf meine schwarze Rubaschka(russisches Oberhemd) und meine dunkle Oberhose. Die Strümpse waren zu fest an den Wunden meiner Füße angetrocknet, als daß ich sie hätte herunterbringen können. Alles ließen wir in dem Maisfeld liegen und dann ging eS im Sturmschritt direkt ins Tal über die trockenen Wiesen zum Pruth. Die Fcldarbeiter sahen uns verdutzt nach, einige riefen uns an. doch wir liefen weiter. Jetzt hatten wir die Häuser am Pruth erreicht; da war eine.leere Hütte, ohne Tür und Fenster. Wir liefen hinein und von da durch den verwilderten Garten in die Büsche am Pruth. Kein Mensch war zu s�cn. Nur im Garten «ebenan arbetteie ein Weib an einem Wasserbagger, der von Fug- ochsen gedreht wurde. Vor uns siel das User senkrecht über drei Meter tief zum Wasser ab, das schnell und reißend dahinfloß.— Ein Sprung in die Tiefe und im nächsten Augenblick wurden wir vom Wasser fortgerissen. Ein krampfhaftes Stoßen und Schwiin- men begann, und die Strömung hals kräftig nach. Noch einige tüch- «ige Stöße, und wir kletterten, über und über von Schlamm und Wasser triefend, am senseitigen Ufer empor. Ungeachtet der Disteln, die unsere Füße zerstachen, liefen wir aus zwei Hirten zu, die. träge in der Sonne ausgestreckt, ihre Rinder hüteten. „Sind wir in Rumänien?" riefen wir auf russisch, doch sie per- standen uns nicht. Erschreckt waren sie ausgesprungen und wollten uns davonlaufen. „Romcrnia, Romania?" wiederholten wir, sie gewaltsam fest- hottend, aus den Boden deutend. Da verstanden sie unid antwor- »eten: „Di. da, Rornänia, Rörnänia." Jetzt wußten wir, wir waren frei. Ein Glücksgefühl, wie ich es niemals schildern kann, erfüllte unsere Brust. Immer und immer wieder mußen uns die Hirten versichern, daß wir auch wirk- kich in Rumänien waren. Der plötzliche Umschwung war zu groß. Vor wenigen Tagen noch in Gefangenschaft, die abenteuerliche Flucht, vor einer Stunde erst von neuem verhastet, sollen wir jetzt stet, vollkommen stet sein?— Anfangs wollte üdS der Gedanke nicht in den Kopf. Doch als wir nach kurzer Rast den Weg zum nächsten rumänischen Torfe einschlugen, da faßt- uns ein ungeheurer Jubel. Da begriffen wiv erst, was wir geschafft, was wir geleistet hatten. Unter Hunderten, die die Flucht vergeblich versucht, waren wir vielleicht die einzigen, denen sie geglückt war; und nichts konnte uns mehr unseren Sieg entreißen. Meine Gedanken eilten im voraus zu meinen Eltern, zu mei- nem Regiment. Mit Stolz sagte ich mir, daß ich die Schmach meiner Gefangennahm« getilgt und eine Leistung vollbracht hätte, wie sie wohl unter gleich schwierigen Umständen nur sehr wenige vor mir vollbracht halten. Wir beschlossen, sofort nach dem nächsten Dorfe zu gehen, um dort bei der Bürgermeisterei unsere sofortige Ueberfübrung zum nächsten deutschen Konsulat zu verlangen, denn mit unseren sechs Rubeln, die wir noch in der Tasche hatten, krank, zerlumpt und halbnackt, wie wir waren, auch noch Rumänien zu durchwan- dern, das war uns nicht mehr möglich. Wir waren daher sehr zu- frieden, als uns ein paar rumänische Bauern, die mit ihren großen, weißen Lchsen Holz ins Dorf fuhren, erlaubten, daß wir uns ans ihre Wagen setzten, und uns einige Backpflaumen und etwas Mainaliga lMiUskuchen) gaben, die uns köstlich mundeten. Voll kindlicher Freude betrachteten die Rumänen Mtchali's Brille, die man ihm unbedingt abkaufen wollte. Für dreißig Bant knöpften sie ihm seinen Geldbeutel ab, der ebenfalls eine riesige Freude unter ihnen hervorrief. Eistig schwatzten sie aus uns ein, während wir glücklich aus unseren schwankenden Wagen saßen und mit Sehnsucht über die Berge starrten, die uns noch von der Het- mat trennten. . Langsam rumpelten unsere Ochsenwagen in das Dorf ein. Männer und Frauen kamen aus den Häusern und sahen uns neu- gierig an. Die Kinder liefen sohlend hinter uns her und wir be- trachteten das als die erste Huldigung, saßen, eine furchtbar schlechte Zigarette rauchend, stolz hoch oben auf unseren Reisigbündeln und ließen uns von der Sonne die nassen Kleider trocknen. Rings um uns standen nette, weiße Häuschen und Getreideschober, lagen große Haufen reifer Arbusen und hellrot leuchtender Paprika. Und zwischen all diesem standen die Zigeuner in ihren malerischen Trachten, den buntgestickten Tüchern und riesigen schwarzen Hüten. Ich bedauerte sehr, daß ich keinen Apparat bei mir hatte, um all diese prächtigen Typen festzuhalten. Schildern läßt sich das ja gar nicht, wie- es aussah, als wir zwei Flüchtlinge nur mit Hemd und Hose bekleidet, vor Nässe triefend, hoch oben auf unseren Ochsenwagen so in das Zigeunerdorf einfuhren. Bald war das Gemeindehaus erreicht. Der Dorfschulze, die Schreiber, Gendarmen, alles drängte sich zur Türe, um uns zu sehen. Siegesgewiß kletterten wir von den Wagen herab und humpelten in das Haus/ wo wir in die Gerichtsstube geführt wurden.- Ohne weitere Umstände setzte ich mich sofort auf das be- qucme Ledersofa und ließ durch einen Juden, der deutsch verstand, dem erstaunten Bürgermeister verkünden, daß wir Deutsche und Mis Rußland entstohen seien. Zunächst wünschten wir ein gutes Frühstück, einen ordentlichen Schnaps und dann sofort zum näch- sten deutschen Konsulat gebracht zu werden. ..Wenn Sie hungrig sind," sagte der-Jude,..können Sie ein Stück Brot bekommen.— Was aber das deutsche Konsulat betrifft, so kommen Sie einen Tag zu svät." Und dabei nahm er von dem Tische ein großes, weißes Telegramm, aijf dem in fetten Lei- kern stand: „Rornänia intra in rasboi."(Rumänien ist in den Krieg ein- getreken.X_ und nach der Festung Besancon gebracht, wo man ihn als der— Spionage verdächtig einlocht. Nach den Peinigungen mehrmonatlicher Hast mutzte er endlich freigesprochen werden und er wurde nach Korsika gebracht, bis er nach dreieinhatbjähriger Gefangenschast krank und mit weißen Haaren die Heimfahrt antreten durste. Die Wurstigkeit des Erzählens, gemischt mit dem elementaren Witz des Feuilleto- nisten, läßt im Kontrast das für den Menschensreund unsagbar traurige Gesamtbild noch entmutigender erscheinen. Franz Riklin, Fmvress tonen aus England. Rascher u. Ko., Zürich. M. 1,60. Von der anderen Seite: die Fahrt durch Frankreich und Eng« land, geschildert durch einen Scktweizer Oifizier, Mitglied der neu« tralen Ausiauschkommission. Es ist kein Bericht, vielmehr das innere Eriebnis des Krieges in den Haupt- und Erappenstädten, an den gastlichen Tafein der Westländer, im Gefangenenlager und während deutscher Lustangriffe. Starke Bildkraft, eigener, gnter Stil und Kulturempfinden, das tröstet... Leutnant Udet, Kreuz wider Kokarde. Jagdflllge. Verlag Gustav Braunbeck, G. m. b. H., Berlin W 35. Die Praxis der Menschenjagd. Der Verfasser trat als 17« sähriger Gymnasiast bei Kriegsansbruch ins Heer ein und hat wohl — ich weiß nicbt genau— vor kurzem sein 40. Flugzeug abgeschossen. Gelassenheit. Wagemut, Geschicklichkeit, Unbekümmeriheit sind in ihm. Das militärische Quentlein Ehrfurcht vor der Gewalt des Todes auch. Ein Pann stürzt aus dem Himmel— schade drum! Hand an die Mütze. Nur der Zeit gilt die Träne der Scham, die für tüchtige Männer keine bessere Sendung hat. a. z. Kriegsbücher. A n 5 Rußland entsloben, in Rumänien ge« sangen. Von Wolfgang Müller(König-Carol-Verlag, Bukarest). Preis 2 40 M. Ein deutscher Offizier, frisch, unentwegt, Praktiker des Krieges »nd von Stnndesvorurieilcn fast weniger als der Durchschnitt be- fangen; wenigstens weiß er sich ibrer geschickt zu entbalten. Bei einer Patrouille wird er von Kosaken gefangen, ins Innere Rnß- lands gebracht, wo er schließlich in einem Gefangenenlager im hohen Norden eine bleibende Statt findet. Seine Schilderung der an Wcchseliällen reichen Fabrt ist mit gleichiniitiger Objektivität gegeben, er vergißt über dem Traurigen, der Roheit, die ihm be- aegnet sind, nicht die Lichtblicke von Gutmütigkeit und Menschlichem beim Feinde. Es ist nicht weniges letzterer Art und weist wayr- baitig die Zwiespältigkeit der„russischen Seele" auf. Flucht- versuche, geglückte' und verfehlte, legen ihm den gleichen Gedanken nahe, die Kunst der Verhältuisse bietet ihm Aussicht. Al« tatarischer Lump verkleidet, wagt er die Fahrt. Gemkireir die er mebr als einmal streift, Leistungen bis zur Grenze des Möglichen erleben wir mit der Svannung. die plastische Darstellung vermittelt. In Rumänien trifft der Flüchtling— am Tage nach der Kriegserklärung ein. (Dielen Abschnitt des Buches geben wir als Probe.) Erst der Waffenstillstand befreit ihn aus dem Elend des rumänischen Lagers.— Ein Stück Abenteurertum, dessen Voraussetzungen dein Boden abendländi'cher„Kultur", auf dem sie noch möglich sind, nicht zur Ehre gereichen., Viktor Auburtin. Was ich in Frankreich er- lebte.(Rudolf Mosse, Buchverlag, Berlin LW 68.) 1,60 M. Ein zweites Gemngenenbuch— das eines Zivilisten, eines Zeitungsschreibers vom guten Schlag. Er blieb als Berichterstatter ves„Berliner Tageblatt" in Paris bis zum Tage der Kriegs- erklärung in den Sielen, im Vertrauen auf das„humane" Verhalten der französischen Bebörden gegen den fremden Gast. Ans der Fahrt nach der Schweizer Grenze im Automobil wurde er aufgehalten Kgl.Schauspkechaus:„Dieversuchung öes Diogenes.� Ein Akt von Schmidtbonn. Laicht uwd gefällig schlingt sich das neue Stückchen Schmidt- bonns um einen spielerischen Einfall. Der alte griechische Weise Diogenes, der, in seiner sagenhaften Tonne die äußerste Bedürf- nislosigkeit als Weg zum Glück und zur Freiheit predigte, tritt in dieser Komödie zugleich als Apostel einer unbekümmert derben, alle Bedenken der Zivilisation verachtenden Sinnlichkeit auf. In seinem Hohne über das modisch schwächliche galante Getue erinnert er an den Mordskerl Herkules in des jungen Goethe übermütiger Farcez Götter, Helden und Wieland. Ein Häuflein junge Nachtschwärmer aus Korinth treiben im Walde, wo der Philospoh in seiner Tonne nächtigt, ihr Wesen. Unter mächtigem Gelächter hat Diogenes von seinem Berg den Tänzen und den Küssen-des Stutzerbölkchens zugesehen. Die schöne Jno schlägt vor, durch eiue Fopperei den Grobian nach Gebühr zu strafen. Ein zweites Faß wird neben dem Diogenes herange- schleppt. Darinnen harrt sie seiner Rückkehr aus dem Walde. Er merkt natürlich gleich die Absickst. Gutmütig plaudert er von sich und von den Mädchen, die zu ihm hinaus gekommen, sein Leben einen Sommer lang mit ihm zu teilen. Sie hätten es noch nie bereut! Nun wendet sich das Blatt. Neugier und Eifersucht er- wachen in dem Fräulein, und als sie endlich den erbetenen Kuß erhalten hat, weiß sie, daß sie bei ihrem Muttersöhnchen von Bräu- igam nicht bleiben wird. Ihre Eitelkeit versucht die übernommene Nolle durchzuführen; sie ruft den Schwärm herbei. Doch nur, um sich dann in die Arme des Diogenes zu werfen, der seines Sieges sicker, ruhig auf sie wartete. Triumphierend zieht das seltsame Pärchen die Tonne vor sich rollend, ab. Ein lustig zugespitztes Schlußbild, das seinen Eindruck nickt verfehlt. Herr Jannings, der hier zum ersten Male im Schauspiclhause auftrat, traf den Tön sehr glücklich nach des Dichters Absichten. Der nicht irur den Putz, sondern auch Reinlichkeit als Menschentorheit verachtende Zy- niker kam charakteristisch prägnant heraus. Und doch blieb der Zauber, den er auf das Mädchen ausübt, glaubhaft. Ein Gepräge wildwüchstger freier Kraft und geistig überlegener Besonnenheit lag über der Gestalt. Fräulein Steinsieck war eine anmutige Verfucherin. Das Ganze unterhielt in anspruchslosem Tone. Eine Neustudierung von Kleists zerbrochenem Krug, in welchem Jannings den Dorfxjchter Adam mit soviel strotzend munterer Natürlichkeit ausstattete, daß man an dem nichtsnutzigen Uebel- täter beinahe Wohlgefallen fand, schloß den Abend. dt. Notizen. — Ernst von Wilde nbruchs nachgelassenes Drama „Ermanarich der König", eine mit Theaterschwung be« handelte Staatsaktion der gothischen Geschichte mit den bei ihm üblichen polnischen Tendenzen, wurde im Dresdener Schauspiel« Hause zum ersten Male gegeben. g6j llodZ. Das gelobte Lanü. Roman von W. St. R e y m o n t. Max erwiderte nichts, und Karl musterte ihn mit Gering- schützung don allen Seiten und belächelte seine auffallend ele- gante Kleidung. Ms Anka an sie herantrat, begrüßte Wilczek sie unter- tänig, wurde ganz rot vor Freude, als sie ihn zum Essen ein- lud, und bedankte sich laut, ganz laut, damit es auch die Vorübergehenden hörten: „Leider geht es nicht, meine Schwestern sind näntlich auch alle hier, und da mutz ich mit ihnen bleiben. Es tut mir aufrichtig leid, daß ich nur ein solches Vergnügen entgehen lassen mutz. Vielleicht ein andermal." „Wollen wir jetzt zu Pfarrer Simon gehen?" fragte Anka. „Ich begleite die Herrschaften," sagte Wilczck,„ich mutz ihn auch begrüßen." Langsam schritten sie über den Kirchhof, in dem dicht ge- drängt das Volk herumstand. Gruppen von Bauern und Bäuerinnen in grellen Kopf- tüchcrn und Wollröcken grüßten sie untertänig, aber die Mehr- zahl der Menge, lauter Fabrikarbeiter, die die Feiertage bei ihren Familien verbrachten, stand regungslos da und tvarf den.Fabrikanten� herausfordernde Blicke zu. Nicht ein Hut wurde vor Karl gelüftet, obwohl er in vielen Arbeitern Leute aus seiner früheren Abteilung bei Buchh-Iz erkannte. Bloß zu Anka traten oft Frauen heran und küßten ihr die Hände. Karl folgte ihr und stieß die Menge mit den Augen auseinander, Max schaute neugierig herum, und Wilczek, der als Letzter folgte, sprach einige laut und gnädig an: „Wie geht'S euch? Wie geht'S euch?" Er drückte die ihm entgegengestreckten Hände und erkundigte sich nach der Beschäftigung der einzelnen, nach den Kindern, nach der Gesundheit. Fast alle grüßten ihn und blickten ergeben und stolz zu ihm auf. Sie kannten ihn ja alle noch aus jenen Zeiten, als er sich hier mit ihnen herumbalgte und das Vieh hütete. „Die kennen Sie ja alle," sagte Max, als sie in den Pfarrgarten traten. „Ja, natürlich, das ganze Städtchen liebt Herrn Wilczek und ist stolz auf ihn," erwiderte Anka. Pfarrer Simon bewohnte unten im Kloster einige Zimmer, frühere Klosterzellen. Die Fenster gingen auf einen großen, sehr sorgfältig gepflegten Obstgarten. Der Pfarrer war soeben durchs Kloster aus der Kirche zurückgekommen und empfing die Gäste niit größter Herzlich- keit in einem kleinen Ecksaal. Ein lilagrüner Ton, von den blühenden Fliederbüschen und dem Grich des Gartens füllte den Raum. Den Eintretenden flutete eine feuchte Kühle ent- gegen. „Wie geht's dir, Stachu? Warum warft du gestern nicht bei mir, du Schelm?" „Es ging nicht, meine Schwestern trafen ein und ich kam gar nicht aus dem Hause heraus," entschuldigte sich Wilczek und küßte dem Pfarrer die Hand. „Kennen Sie den Pfarrer schon lang?" fragte Max, sich zu Wftczek wendend. „Von Knidhett an. Die ersten Buchstaben hat er mir beige- bracht, und die ersten Prügel Hab' ich von ihm mit dem Pfeifenrohr bekommen. Und zwar reichlich." Er lachte. Unterdessen brachte der Pfarrer verschiedene Leckerbissen und Schnaps und stellte alles auf dem Tisch auf. „Ein Gläschen von diesem Weichselschnaps, meine Kinder, meine Liebsten, bitte, Herr Karl, Herr Baum, Stachu, bitte. Sechs Jahre ist er alt, süß wie Met, und diese Farbe, schaut nur her, die reinsten Rubine." Er lief wieder hinaus und kehrte mit einer großen, bauchigen Flasche unterm Arm zurück. „Sie haben da Vorräte, Herr Pfarrer, deren sich die beste HauSfrau nicht zu schämen brauchte," sagte Karl höflich. „Das hat alles deine Anka gemacht. Du brauchst nicht zu erröten, Mädel, brauchst dich nicht zu genicrcu. Nichts Hab' ich gehabt, mein Verehrtester, rein gar nichts, früher! Ja. ja I Anka, das ist Gold." (Dtzrührt umfaßte er ihren Kopf mit beiden Händen und küßte sie auf die errötende Stirn. „Die Herren können noch etwas dableiben, ich muß jetzt das Mittagessen richten," sagte Anka und ging. Auch Wilczek verabschiedete sich und lies nach Hause. Sein jüngster Bruder hatte ihn abgeholt. „Ein prächtiger Junge," meinte der Pfarrer, als Wilczek weg war. „Eine richtige Lodzer Kanaille," bemerkte Karl. „Sie urteilen zu scharf. Ich muß doch meinen Zögling in Schutz nehmen. Von Kindesbeinen an kenne ich ihn. wird's schon zu was bringen, mein Verehrtester. Ein stählerner Wille, schlau, findig, aber ein gutmütiger Mensch, au seilten Angehörigen hängt er mit allen Fasern." „Was ibn nicht stört, sich über sie lustig zu machen." „Das ist schon so eine trotzige Natur. Er spottet über sie— freilich ist das nicht schön— aber man kann da nichts sagen, weil er sie doch unterstützt und ihnen allen hilft. Na, jetzt müssen wir wohl zum Essen, Fräulein Anka erwartet uns gewiß schon ungeduldig. Gehen die Herren nur voraus, ich muß noch auf einen Sprung zu Pater Liberatus." „Das ist ja ein wunderbarer Mensch, euer Pfarrer .Simon, nie in meinem Leben bin ich so einem begegnet. Die Gutmütigkeit und die Güte selbst," staunte Max. „Weil man in Kurowo mit der Gutmütigkeit die besten Geschäfte macht, besonders, wenn man noch das Priesterkleid trägt. Versuch doch mal hier vom Schwindel zu leben." „Du sprichst ja wie Moritz." sagte Max unwillig. Der Pfarrer hatte sie, seinen Nock mit beiden Händen hochhebend, bald eingeholt. Vor dem Herrenhaus trafen sie schon Zajonczkowski an, der dem alten Borowiecki sehr eifrig etwas erzählte. „Da ist ja der Schlingel!" rief der Pfarrer.„Wie geht's dir. mein Lieber? Warum warst du nicht in der Kirche? Hast du denn deinen Pfarrer schon ganz vergessen, wie?" „Fangen Sie nicht schon wieder an. Ich bin sowieso heute schon schlecht aufgelegt," brummte Zajonczkowski ärgerlich. „Bitte zum Essen, meine Herren," bat Anka, auf die Schwelle tretend. Bei Tisch schwiegen alle. Anka ließ ihre traurigen Blicke zit Karl schweifen, der ganz vcrstuniint war, Max musterte die beiden. Zajonczkowski und der Pfarrer ivaren mit dem Essen beschäftigt. „Es ist wohl daS letztemal, daß wir so gemeinsam in dieser Gesellschaft bei Tisch sitzen, in Kurowo," fing endlich der alte Borowiecki traurig an. „Wir können aber doch auch in Lodz einmal so zu- sammenntzen. Ich nehme an, daß sowohl der Herr Pfarrer wie Herr Zajonczkowski uns in Lodz einmal besuchen werden," meinte Karl; bald �npfahl er sich, um mit Max seine Sachen (Forts, folgt.) zu packen. r Verkäufe r L«ihhauS Rosenthal«, Tor, Linicnsirciße"OSli, Ircfc Siefen» cholerftroßc, nur 1 Treppe, laufen Sie Pelzkragen, Muffen, Skunks, Nerz, Alaska, Blau- füchfe und alle anderen Pelz- arieu, Tafchenuhren, Brilleulen, Silberiafchen, Alpakatafchen, neue Herrengarderobe. HÖH* Bclzgarnituren! Pfandleih- bans, Schönhauser Allee IIS (Rinä-, Hochbahnhof). Groß- Berlins fpottbilligste Einkaufsauelle! Skunkskragen, Alaska. füchfe, Siotsüchfe� Blaufüchse, 'Kreuzfüchfe!' Sommerpreise! Ilhreulaoer! Silberiafchen! Be- quemste yahrverbindung! Fahr- geldverWiung!__ Tlionopolfrage und Arbeiterklaffe von Heinrich Cunow u. a. Dürfte bald im Vordergrund der politischen Erörterungen stehen. Preis gebunden h,—, brofch. 4,— M. Vorwärts- Sortimeuts-Buchbandlung, Lin- tenftraße 3. Laden._* I Möbel. Cohn,, Große Franliurterstraße 58, im im Osten, Pelzgarniturenl RiefenauS- Wahl, extrabillig! Hochele- gante Alaskafüchse Kreuzfüchfe, 1 Norden Badstraße 47/48, lic Blaufüchse, Notfuchfe, Fuchs- muffen, Skunkskraßen, �ltis- garnituren! Silbertaschen, Brillanten! Tafchenuhren! Nicht irren! Nur 8Kb Pols- damerftraße 8Kd, altbekanntes Pfandleibhau?._ ggfl* Pfandleihhaus. Hermann- platz 6. Massenauswahl! Pelzfachen! Skunkskragen. Skunks- muffen, Alaskafüchse, Notfuchfe, neue Herrenpaletots. Herren- anzöge, Teppichverkauf, Uhren- verkauf. Passende Festgefchenke! ■___ Illttk" Leiterhandwagen, jede Größe, Kastenwagen, starke Eisen- reifen, gute Holzarbeit, Holz- räder, Auswahl. Schmiede, Landsbergerstraße 19.__ 70ll* Pelzteilzahlnng. Kausen Sie Ihre Pelzkragen und Muffen schon jetzt zu noch billigen Preisen bei sehr bequemer Zablweife. Briefe erbeten Pelzwarenfabrik KalliZ. Berlin; NW. 87, 11511» Holzräder! aller Größen, Leiterwagen, eigenes Fabrikat, billig. Weidlich, Brunnen- straße»x____ 107S» Pelzwaren jeder Art, Reise- muster werden auch einzeln billig abgegeben im Engros- geschäft, Heiligegeiststr. 38, I. AiK» Skunksstolas, Muffen, Mar- der, Nerz, Alaska-, Blau- und Kreuzfüchfe, Herren- Gehpelze, Wagen-, Äeisepelze, jetzt sehr billig.— Damenkostüme, Her- ren-Garderobe in großer Aus- wähl, flerner in Lombard gewesene Uhren, Ringe. Brill an- ten, silberne Taschen, bekannt billig. Beleihung jeder Wert- fache im Leihhaus, Moritz- platz 58»._«150/1* feit auf Kredit au jedermann bei kleinster An- und Abzahlung - ganze WohnunAseinrichlungen und einzelne Mobelftücke sowie farbige Küchen-Einrichtungen in bester Ausführung, Befichti- gung meiner Möbel ohne jeden - Kaufzwang gern gestattet. Kriegsanleihe und Sparkassen- bücher nehme gern als An- Zahlung, Größte Rücksicht bei Krankheit und Arbeitslosigkeit. Lieferung frei Haus. Liefere auch nach auswärts._ 166«* - Möbel-Groß, Groß« Frankfurter Straße 141, zweites Ge. j schüft: Invalidenstraße 6, Ecke Ackerstraße, liefert stets zu bil- ligen Preisen gute Möbel gegen bar oder bequeme Teilzahlung, Kriegsbeschädigte erhalten Ra- , batt. Anzeige mitbringen, - Wert 5 Mark.____ 142«* ' Stühle, Tische für Bureaus, Hotels, Kaffees, Kantinen, Pri- bäte billigst. Lombardhaus, Alte Schönhauferftraße 20. 180«* Möbel-Rath liefert in großer I PlauiuoS, billigste Oclcoe«. Auswahl komplette Wohnung?- 1 heiten, 950,— auswärts. Gcitmrfitminpn sowie reizende ÄffitneAfetiJimttnfi. 5Rti»s«htmtn& Leiterwagen, Kastenwagen, Karren liefert billig. Großes Lager. Wagner,* Cöpenicker- straße 71._ 121«* Holzräder aller Größen, Sandleiterwagm. Kowalski, Schmidftraße 43._ 3215b* Blaufuchs- Alaskagarnitur, hochmodern, verkauft billig Weißler, Charlottenburg, Uh- landstraße 14, rechter Seiten- flügel III.(Savignyplatz) Küchen, Bettstellen. Ber- tram, Brunnenstr. 36. 183K* Pelzgarniturenl Riesenauswahl! Werbilliast! Hoch- elegante moderne Fuchskragen! Alaskafüchse! Blaufüchse! Sil- bersüchfe! Rotfüchfe! Kit- füchfe! Skunkskragen! Jltis- garnituren! Müssen! Silber- laschen! Uhrenverkauf! Einfeg- nungsgefchenke! Leihhaus! War- jchauerstraße 7._____ aus„Tip Top", Turm- straße 38, verkauft Blaufüchse, Alaskafüchse, Kreuzfüchse, Zobel. füchfe sowie elegante Pelz- garnituren von 150 Mark an. 176K* Pelzwaren, große Auswahl in Alaska-, Blau-, Silber-, Rod>, Kreuz- und Zobelfüchsen von 75 Mark an, sowie Skunks, auch Kanin usw. von 30 Mark| an: Glück, Flensbnrgerstr. 19a, 1. Etage, Ecke Lessingstraße lim Hause Dresdner Bank),! übahn Stadtbahn Bellevue. 89«* Pelzgarniturenl Alaskafüchse, Moisüchse, Pelzkragen 67,50, ,75,—. Muffen 67,50. Gün- stiges Angebot! Pfandleihe, "'Brumtenstraße 47., 90«* , Forel, Pros. Die sexuelle �Arane. Volksausgabe 5,00 M. Buchhandlunfl Vorwärts, Lin- denftraße 3. Laden.* Laube mit Stallnng in Trep- tow verkauft Lubing, Ratibor. straße 20. 112/8 »gowe, Nußbaum Kleiderschränke, Vertiko, Ankleidefchränke, Trumeaus, Waschtoiletten, Umbauten, Moquettesosa, reizende farbige Küchen. Große Ans- wähl, billigste Preise. Möbel- Haus Osten, nur 30, Andreasstraße 30.___ 169«* Möbelkredit. Komplette Woh- nungs-Einrichtnngen. einzelne Möbelstücke sowie farbige Küchen. Geringe Anzahlung, bequeme Abzablung. Kredit- Haus Lilisenstadt. Eöpenicker- straße 77/78, Ecke Brücken- straße, nahe Bahnhos Janno- witzbrücke.�_ 72«t Küche und Wohnzimmer zu- sammen für 1850,— Mark, keine Kriegsmöbel. Möbelfabrik Sieböy, Gnersenaustraße 93/94.' 1K5K* Plüschgarnitur, Bettstelle, Spiegelspind, Tisch, Wasch- toiletien billig zu verkaufen. Kleinschmidt, Auguststraße 66, vorn II links. 183« Einrichtungen sowie reizende moderne Küchen bei bequemer An- und Abzahlung. Räch, 44, am Oranien- 138«* Kücheneiirrichiung, Kleiderschrank zu verkaufen bei Lu- kowski, Kiautschoustr. 15. Bon Eifasserstraße burger Tor. 5 Uhr ab. 3255» chwechtenpianos, Biesepianos. Duhsenpianos, Jbqchpianvs, Perzineipianos, Trautwein- Pianos, Blüchnerflügel, Bech- steinflugel, Dupsenflügel, Stein- Wegflügel, Gebauhrflügel, Schleipflugel. Krüger, Neue Königstraße 31 lAlexanderplatz). ___ 220/7* Mohn-, Schlafzimmermödel, Büfett verkäuflich. Würzburg, Schmidftraße 7a, IV. 3258b Ausstellung modernster Küchen, farbig und lasiert, in allen Preislagen! Besichtigung er- wünscht!„Berliner Möbel- Haus" M. Hirschowitz, nur Südosten, Skalitzerstraße 25. __________ 146K* Zwei Bettstellen mit Ma- tratzen zu verkaufen Ruppiner-- straße 4, 1 Treppe links.+197 Borzüglich erhaltene Schlafzimmermöbel mit reinen Roß- Haarmatratzen, eichenen Bücher. schrank usw. verkauft zwischen 4—6 Uhr nachmittags Straßer, Große Frankfurterstr. 145, IV. 3244b Konzertzither verkauft Graes«, Petersburgerstraße 19.+57 Wandermaudolino, Wandergitarre 45,—. erstklafsige 85,—, Konzertlaute 125,—, Künstler- 1 laute 200,—, Unterricht 8,— ; Monatshonorar(zehnstündige , Schnellkurfe), Lrchestergeige mit : Etui 65,—, Solistenvioline I 125,— verkauft Ernst, Oranien. � straße 166, III. 156«* Platiuabfällel Gramm bis 7,80! Zahngebisse! Ketten! Ringe! Mililärtressen! Glich- strumpsasche! Filmabfälle! höchst- zahlend, Schmelzerei, Merall- Einkaussbureau, Deberstr. 31. Telephon Alexander 4248. 261* Tanzschule Kohl, Rosenthaler- straße 12. Sonntag, Dienstag, Sonnabend Anfäugerkurfe. +131* LgaamsBiEa Friedenspiano, hochelegantes schwarzes, 1950,—, Schmechten- Nußbaumpiano, schwarzer Stutzflügel 1800,— verkauft Ernst, Oranienstr. 166, III. 156K* Lacke bis 20,00, Bleiweiß, sowie sämtliche Malerartikel kaufen Gebrüder Borowski, Gneisenaustraße 5.(Rollen- dorf 2379.).__• Leitungsdrähte. Kabel, Litzen kauft Bramhorst, Holzmarit- - straße 17. Alexander 2473. i_________ 96K* Zahnqebifse! Platinabfälle, 7,80, Ketten. Ringe. Bruch- abfalle, elektrische Materialien, Filmabsälle, Zelluloid laust Silberschmelze Cbristionat, Cö- penickerstraße 20a(gegenüber Manteufselstraße). � N7/3* Kaufe Stoff, Futter, Garn, Rolle 11,— Mark. Eigenbedarf. Gergeld, Palisadenstraße 5, II. Königstadt 1187. 106/12* Dauerwäsche reinigt, ver- kleinert und repariert Born., Reichenbergerstraße 7. 78«* ! Friedenspreise! Friedensware. Hunderte gebrauchter Fahr- »�»»»jtünrU'umente Harmonium, neu, gebraucht,! räder aller Gattungen, sowie verkauft billig, Harmonium- Rennmaschmen, Dezetrader. Epielapvarat mit 500 Noten 1 auch Ersatzbereifung. 50,—, 95,—. Berger u. Eo., Oranien-! 60.—. 70,—. Fahrradlager, straße 166, III. 156* Weberstraße 42. Xsukgesucke Spiralbohrer kaust Hecht, Beusselstraße 3 IGefchäflSzeit 2 bis 7 Uhr). 1S9K* Film- und Zelluloidabfälle alte Wachswalzen Schallplat- ten, Hartgummi usw.(Flaschen nur bei Lieferung ins Hau«) kauft zu höchsten Preisen Mai- thäus, Berlin, Alte Leipziger- straße 21. 176K* Möbelgesuch. Piano, Vertiko, . Schreibtisch, Kleiderschrank. Preisangabe! Reimann, Möck- ernstraße 7l. III. 321 vb* Piano oder Flügel sucht von i Privatleuten Konzertmeister ; Lipczinski, Friedenau, Benuig- j senftraße 26, II.(Preisanqabe.) l57K* Flügel oder Piano kauft j vrwatim Ernst, Oranien- straße 166, III. Preisofferte erbeten._____ 157«* Klavier eventuell Flügel, auch Tafelklavier kauft Jan- czak, Lüneburgerstraße 7, Gar- tenhans IV. Preisangabe er- wünscht.___ 157«* Ein Esel, Füllen, zu kaufen gesucht. F. Roblich, Burg Dorf, Spreewold._ 183« Spiralbohrer, alle Abmessungen kaufen laufend Pawlick u. Schultz, Maschinenfabrik, Prin- zenallce 42/43. 181K* Bora�, Wachse, Bleiweiß, Terpentinersatz, sämtliche Lacke, Emaillelacke und ähnliches kaust ständig, höchste Preise zahlend Wolter, Thaerstraße 6, 191«' der Annahme von Anzeigen für die nächsteNummer um 5 ühr nachmittags in der Sauplexpedition, Verliii EW.ss, Qndenstraße 3. biiille. per Gramm bis 7,80 Mark, Ketten, Ringe, Bestecke, llhren- Tafelaufsätze, Tressen photrgraphische Rück- stände, Papiere, Glühstrumpf. asche, alte Zahngebisse, fal- petersaures Silber, deren Ruck- stände und Gekrätze, Film, und Schildpattabfälle ufw. kaust Platin- und Silberschmelzerei Broh Berlin. Cöpenickerftlraße 29. Telephon: Moriyplatz 3476. Eigene Schmelze, direkte Ber- Wertung. Geschäftszeit von 9-1 und 3-6 Uhr. 171* Elektrische Leiwngsdrähie, Zeitungspapier, Roßhaare kauft Schermer, Langestr. 19.+175*| Unterricht. Mandolinenspiel, Lauten-, Gttarrenspiel, Dreimonatskurse zur Perfekten Ausbildung 8,—- Monatshonorar(zehnstündige. Schnellkurfe). Lehrinstrumente billigst. Klavier- Violinen- Schnellkurfe. Ernst, Oranien- straß�lüll�IIT_ 156«* Tanzunterricht Grupe, Ad- Zl miralstraße 18o(„Märkischer> Hos"). Oktober beginnen Tanz.' lehrkursr. Moderne Tänze, Schnell-Lehrkurse, Sonntons- kurse, Donnerstagskurse. An- Meldungen vorher Sonntags 3—6 Uhr erbeten. 111/20 Erglifche» Unterricht für Anfänger und Fortgeschrittene. sowie deutiche und französische Stunden erteilt G. Swientv, Charlottenburg, Stuttgartervlatz 9. Gartenbaus rv.• Photograph, tüchtiger, mit allen einschlägigen Arbeiten genau vertraut, suchen sofort A. Jandorf u. Co., Belle- Alliance-Straße l/2. Mel- düngen von 9— 12 Uhr vormittags oder 5— 7 Uhr nachmittags in der Personal-Verwaltung, 4. Stock. 153« Fahrstuhlführer und Heizer suchen sofort A. Jandorf u. Co., Charlottenburg, Wilmers- dorserstroße 113/119. Mel- düngen im MafchinenHans. 153«* Maschinenmeister für gute dauernde Stellimg gesucht /Heeresliesenmgen). Marlin u. Jonske, Hollmannstraße 16. _ 32485 Setzer. Setzerivuen für dauernd gesucht(Heeresliefe- rungen). Martin u. Jon-le, Hollmannstraße 16. Z247b Gloserlchrliug für Kunst- glaserei verlang! Petersburger- straße 7.__+58 Gesellen auf Kehlenkiepe» stellt ein Paul Korch, Weißen- see, Langhansslraße 4.+95* Korbmacher auf 98er suckit Aossenerstraße 4._ 32576 Tischler auf weiße Möbel imd Innenausbau sucht M. H. Wegner, Schöneberg, Mühlen- straßeSa._ 112/7 Noten. Damen, welche flott vom Blatt spielen können, er- Halten sofort Anstellung. Mel- düngen von 84!/— 10, 12—1-6, W&-H7 Uhr. A. Wertheim, Ro�enthalerstraße 27/31 und Königstraße 31/32._ 166K* Kohleuprefferlnne», Wicklerinnen, Löterinnen, Arbeite- rinnen, für Batteriefabrikation gesucht.„Hoka" G. m. b. H., Berlin SO. 26, Kottbuser User 29/40. �+175* Lehrmädchen für Kontor und Lager verlangt Max Löwen- beim, Hut- und Mützenfabrik. Raupachstraßo 13.__ 23606 Lehrsräuleii» für den Per- kauf per 1. Oktober gesucht. Papierbandlung, Markgrafen- straße 8.____ 32436 Arbeiterinnen auf Drillinge mit Metallbeschlägen montieren sucht Zossenerstraße 4. 3256b Schnittebauer auf Zieh- und Stanzwerkzeuge werden lausend gesucht in angenehme Dauerstellung. Nur wirllich erstklasfigo und selbständtn arbeitende Leute wollen sich melden. Angebote mit Lohnforderung, Miiiiärverhällm« ufw. an Wwsll Hermann Engelhardt, 20562* Saalfeld, Thür. Maurer, Arbeiter»»s Frauen stellt ein Bergmann Elektr. Werke, Roscnthat. Zu melden bei Polier Voigt. Reiniekandorf- 187/70+ ÜuiomobiT-Monteurej aber mit selbständig arbeitend. für Heereswage» gesucht. 20S3L* „LiAVH", Stralau, Tannelstr. 8637. im Altorvon 14— 16 Jahren zur 1531.* sofox-t �esnebt, Meldungen in unserer Personal-Verwaltung im IV. Stock. A. Jandorf&Go. Belle-Alliance-Str. 1/2. Gr. Frankfurter Str. 113. Brunnenstr.!9/2l. Kottbuser Damm 1. Charlottenbnrg, Wilmersdorf. Str. 118/119, Betriebsarbeiterinnen, Heimarbeiterinnen zumBenagein von Eriatzsohlen u. Abfatzflecke geg. Stücktohn stellt sofort ei» C. Pose, Erfatziohlen, jSchlesifche Str. 30. 3. Ausg. III. Kohltnpressmn. SlS jabrik. Siantenbuifllr. 72)73. Erstklassige 3250b VeilzeWMll und Werkzeugdreber stellt ein Julius Kräcker G. m.b.H., Neulölln, Pflügerstr. 18._ SfiMfri«. Ä! fabrik, Brandenburgilr. 72/78. Binderinnen für lünfU. Blumen suchen B. Hchtvarz A Co.. * Kommandantenstr. 12/13. Kartonnagen« arbeiterinnen, geübt auf bessere Kteinkarlons, finden sofort in u. miß. d. Haufe Beschäftigung. Kartonnagen- fabrik. Marsiliusftrafte ÄS. MmSWe« Erlernung der Blumen- und gantasiefabri- kation sucht Karl Kriener. Kommandantenstr. 8/4. zur binderet Lehrmädchen für Lager und Expedition sucht Karl Kriener, Komman danten straße 3—4. Per- fetter für «rb tere hartzerkl.-Mühle» : Schlosser sofort gesucht. HIllig,Mafch..Fabr.,Nostlzftr.30. Tiiditige Zimmerlevte und Arbeiter für Baustelle Spandau und Elektrizitätswerk Neukölln sofort gesucht. Zu melden 8'/,— 1 und 3—7 Uhr. Karl Brandt, W9,Schellingstr.7 Mchlüfl« Cuvrtiftraste Elektromonteure selbsländige, und Hllfsmon- tenro verlangen 228/2 Gebauer& May, Drahtzieher iehen von Fein- kupserdrähten verlangt sofort WiimerSdorser Str. 39. Tischler. tüchtige, und Stellmacher ver« langt bei 9uündiger Arbeitszeit „tzisl". kfgjiellet'-fslzi'ill. Rarlln 0 34, Warschauer Str. 59. Banarbelter u. Kranen sos. verl. Bohnsdorf bei Grürau, Fabrik Riedel. Baugcf ch. A.Kuthe, Pol. Geffert._ 220/U Perfekten Kartonzuscbneider verlangt 3392* «artonsabrik, MnhIenstr.SS siiedtze MMm Wohlgethan, Dresdenerstr. 57. für hydraulische Preßanlage sofort gesucht von 228/1 W. Perifz& Co,, Kommanditgesellschaft, Berlin- Tempelhof, Industrlestr. I— 5, verlaugt Zeltreichelt, Stralauer Str. 52. Mooligiiikos aus Näh- Maschinen- Reparaturen, eventuell Kriegs- beschädigte verlangen 7131 Ackermann& Moth«, »iüblenflrafie 31/31. Sclilosserr»a verlangen 7131 Ackermann& Moths, Mühienftraße 31/32. Tinnfoi- a. tzluSbilse, vi. tlaus- BUzjitl, mann.Kotlbus.User35 ItzElizeiiZiiliiülliilm od. Tischler s. Fabr. in dauernde Stell, sucht Boftmann, Gottsched. slraße 21, v. II. Meld, abends 6. ZllllWIN. iofdiiiKiiiiitieitn werden eingestellt Alex. Hcrman, G. m.b. H, Berlin-Tempelhos. 112/2* Kaiser-Wilbelm-Straße 10—11. empfohlene SeWinaseliiDen- txuch Kriegsbeschädigte stellt ein 19952* Wilhelm Drrnalcke, S 14, Kommandantenstr. 66. Tücht. Tischler für Propeller und Möbel sucht J. C. Pfaff A.-«., Masthachufer 48/51.* Lagerbursche jüng. Arbeiterin für JnstallationSlager gesucht «aehAenverk, Schiffbauerdamm 15. 20262* I Immkm. Ratiitzpatzef, Steindeekenwölber a» 1 für dringende Kriegsbauten sofort gesucht. Etfenbetonbnn Hellmuth u. Krüger G. m. b. H.. ! glleo Körnerslr.17.Krs 9963 Zur Anfertigung von Musterkörben erfshreiier Nerkmeiitef ---i- junger Korbmacher sofort gesucht. I Mittöllteutsctu Korbwaren-Gesellscliatt, Bttlow- istraBe«2 meie AozOl SMDe tz SAmMr auf Hulelfenarbeiten sofort und später verlangt 1212 Alex. Hermati, G. m. b. H., Berlin\ 20. Pankstr. 2». MWmei, Janenpnhet ZlWeWIlW Mm stellt iofoct ein für dringende Kriegsbauten 32396* Richard Wersch el A Co.. Bin-Wilmersdorf, Kaifernllee iS«. (Melden bis 9 und von 3—8.) Bildhauer in und außerm Sause verlangt L. Petrt, Möbelsabrii. Waldemarftr. 52.* kür den„Vorwärts" vrerden eingestellt in folgenden Filialen Fahrstuhlführerin stellt ein 20461.| Personalbureau Schaperstraße 34. nopl]n. Prinzenstr. 81. Markusgtr. 36. DCrilU. Petersburger Platz 4. Lausitzer Platz 14/15. Imraanuelkirchstr. 12. Linden- straDe 3. Greifenhagener Straße 22. Wilhelmshavener Straße 48. Bluinenthal- straße 8. Hof park, Stolpmann. Schöneberg! Meiningei Straße 9. Charlottenburg ISesenheimer Str. t Steglitz! Bernsee. Mommsenstr. 59. ■Ilmersdorf; Meldezeit von 11 bis l'/j Paul, Mathil- denstroße 5. Neukölln! Siegfried-str. 28/29. Ober-Seböneveide; Falkenberg: GarteD,t,ldt' Licbtenberg: IT Weißensee: Tüchtige Monteure für elektrische Licht- und Kraitanlagen sofort gesucht.* Sscbseimeric, Schiff bauerdamm 15. iBslm»iiiiiireÄ£ nach Lindau sofort gesucht. L037L* Meldung SchifTbauerdamra 13. Str. 10, für Alt-Glienicke. Wartenberg-Straße 1 Ält-Boxhageo 56. Wasielewski, Berliner AUee IX. Tempelliol:"• Uhr und 4'/, bis 7 Uhr. iür Transmission und Vorgelege j[ oerlangen 1971.* ! Ehrich& Graetz, Berlin SO 36, i Klaenstr. 00 4, Abt. 82. iOMMWOOOOWOOOOOO— KrässTransportarlieiter Eürich& Graetz, Berlin SO 36, verlangen I9TL* IRlseaatr. OO 4. Abt. 82. Die üeutsche Sozialüemokratie und öie sozialistischen Zrieüensverhanölungen. Eine Untevredung Troelstras mit Ebert. Troclstra teilt den niederländischen Blättern mit. er Kode am vori-ren Freitag mit dem Vorsitzenden der deutschen sozialdemokratischen Partei. Cbert. eine Besprechung in Frankfurt a. M. gehabt. Das Resultat der Besprechung finde man in folgender Antwort, die Ebert auf verschiedene ihm vorgelegte Fragen gegeben habe. Ebert sagte: „Es ist anzunehmen, ixjtz die Beratungen im preußischen Herrenhaus in der nächsten Woche zu Ende gehen. Wenn diese Beratungen, wie ich annehme, nicht zum gleichen Wahl- recht führen, und die Regierung darauf den preußischen Land- tag nicht auflöst, so werden wir indie schärf st eOpposition eintreten. Wegen Brest-Litowök verweise ich auf die Erklä- rungen Schcidemanns. die in dem Bericht über die Konferenz mit Troelstra im Haag niedergelegt sind. Von einem bedingungslosen Festhalten an unserem Stockholmer Memorandum kann keine Rede sein. Ich hade bereits im„Vorwärts" erklärt, daß wir bereit find, auf einer internationalen Konferenz uns aus den Boden des neutralen Memorandums des holländisch- skandinavischen Komitees zu stellen, d. h., daß wfr m i t Ausnahme der belgischen und clsafj-lothringifchcn Frage das Memorandum zu dem unseligen machen. In der belgischen �rage besteht zwischen uns und dem neutralen Memorandum lediglich . eine Meinungsverschiedenheit wegen des Schadensersatzes. Dies ist jedoch«ine Frage, die man auf mündlichem Wege zu erledigen suchen muß. Unseren Standpunkt in der elsaß-Iothringischen Frage müssen wir ausrecht erhalten, aber es ist selbstverständlich, daß wir bereit sind, unseren Standpunkt bei den Erörterungen näher zu begründen." Troelstra empfing von der deutschen Parteileitung gestern die Ermächtigung, diese Antwort zu verösfentlichen. Troelstra fügt hinzu: Um die Bedeutung dieser Erklärung recht zu begreifen, muß Näheres zu dem Bericht über Brest-Litowsk mitgeteilt wer- den. Er enthält die Erklärung, daß die deutsche Sozialdemokratie die schärfste Opposition führen werde, falls die deutsche Regierung ein Anerbieten über den Frieden zu verhandeln, aus dem Grunde verweigert, weil auch die im Brestcr Friedensverträge enthaltenen Punkte von neuem bei den allgemeinen Friedensverhandlungen besprochen werden sollen. Ich verweise im Zusammenhang hier- mit auf die Erklärungen Eberts im„Vorwärts" vom 6. September, in denen es heißt, der Frieden im Osten sei für die deutsche Sozialdemokratie' nicht unabänderlich, und allge- meine Friedensverhandlungen dürften unter keinen Ulyständen an dieser Frage schutern. Das gilt nicht allein von dem Frieden von Brest-Litowsk, sondern im allgemeinen von dem Frieden im Osten, wozu auch der Friede von Bu- karest gehcht. Die große Bedeutung in der Erklärung Eberts liegt tn der Tatsache, daß die deutsche sozialdemokratisch« Mehrheit die Lösung, die das holländifch-skandinavifche Komitee in verschie» denen Fragen gibt, wozu auch die nationalen gehören, übernimmt. Wegen Belgien ist ein Vergleich des deutschen mit dem neutralen Stockholmer Memorandum nötig. Das deutsche Memorandum knüpft die Anerkennung der Unabhängigkeit Belgiens an eine Bedingung, die stets als eine Beschränkung der Freiheit Belgiens auf internationalem Gebiete aufgefaßt wird. Das Stockholmer Memorandum will von keinerlei einzelnen Be- dingungen etwa? wissen. Die Erklärung der deutschen Partei, die nur in der Schadensepsatzfrage von dem neutralen Programm ab- weicht, ist also ein großer Schritt nach vorwärts. Die deutsche Partei weist in ihrem eigenen Memorandum im allgemeinen jede Wiederherstellung von Kricgsschäden durch die eine oder die andere der kriegführenden Parteien zurück und macht auch für Belgien keine Ausnahme, im neutralen Programm dagegen wird die Rege- lung der von Deutschland zu bezahlenden Schadensersatz- l« i st u n g e n auf Grund der Erklärung Bethmann Hollwegs vom 4. August 1914 an das Haager Schiedsgericht verwiesen. Jetzt erklärt sich die deutsche Partei� bereit, in diesem Punkte mit den Parteien der Internationale einen Vergleich anzustreben. Troelstra schlicht: Für die Möglichkeit eine,r internationalen Konferenz kommt es vor allen Dingen auf den Annäherungswillen der Teil- n e h m e r an. � Die deutsche Partei gibt einen Beweis ihres Annäherungswillens, noch bevor die Unterhandlungen be- gönnen haben, indem sie im allgemeinen den neu- tralen Standpunkt übernimmt, indem sie für Belgien große Konzessionen macht, in der elf aß- lothringischen Frage bereit ist, ihre Haftung näher zu begründen, und indem sie über das preußische Wahl- recht und über den vorübergehenden Charakter des F.r i e- dens im Osten Erklärungen cchgibt. die auf die gleiche Linie gestellt werden können, wie die Resolution des fran- zösischen sozialistischen Kongresses über eine neue eventuelle Paßverweigerung der französischen Regierung. Hiermit ist mne breite Grundlage für die sozialistischen �riedensunterhandlungen gelegt. Die Schiacht am 15. September. Beeckitt, 20. September. sWTB) Ten am 18. unter schweren Verlusten zusammengebrochenen Durchbruchchversuch zwischen Eambrai und St. Ouentin haben die Engländer und Franzosen am 19. September im nördlichen Teile de? Angriffs- front nicht wiederholt. ES kam lediglich zu starken Teilang�ffen. Am Morgen wurden die Engländer südwestlich LillerS Gnislain abgewiesen. Um 11 Uhr versuchten sie im Abschnitt Ep e h y— L c m p i r c unter starkem Tankcinsatz vorzugchen. Nach- dem eine größere Anzahl TankS vernichtet, machten die übrigen Kehrt und die englische Infanterie flutete in ihre Ausgangsstellung zurück. Am Nachmittage scheiterten Teilangriffe bei G o u z c a u- c o u r t. Ein Angriff, der sich am Gauchc-Walde vorbereitete, wurde von dem zusammengefaßten deutschen Artillcriefeuer zerschlagen. Tcilvorstöße nordöstlich Margcourt blieben im deutschen Maschinengewehr- und Jnfantcriefcuer liegen. Bei um 7 Uhr 1Z abendS wiederholten starken Angriffen zwislhcn Epehy und L c m p i r e konnten die Engländer sich lediglich in einem vor- springenden Stellungstcil nordwestlich Lcmpire festsetzen. Auf dem südlichen Teil der Angriffsfront pom O m i g n o n-� Duck) bis an die Somme gingen Engländer und Franzosen nach starkem um ö Uhr morgens einsetzenden Feuer zu geschlossenem Angriff, vor. Von dem deutschen Artilleriefencr bereits in der Ent- Wicklung gefaßt, wurde die feindliche Infanterie auf der ganzen Front unter empfindlichen Verlusten in ihre ZluögangSstcllnngcn zurückgeworfen. Um 12 Uhr mittag? schickten die Engländer und Franzosen von nettem tiefgcgliedcrte Angriffswellen'vor. Wiederum wurden alle Angriffe abgeschlagen. Mit Handgranaten stießen deutsche Sturmtrupps dem weichenden Gegner nach, säuberten die Widerstandsnester vor den deutschen Linien und brachte» Gcfan- gene und eine größere Anzahl Maschinengewehre zurück. Bei Essigntz-Grand gelang es, die deutschen Linien zu verbessern. Zwischen Ailette und AiKne stieß ein zwischen 6 und 7 Uhr vorgetragener«igenek Angriff westlich Jon? mit einem fran- zösischen zusammen. In hartnäckigen Kämpfen wurden die Fran- zoscn zurückgeworfen. Englischer Heeresbericht vom 19. Sepie m b er abends. Weitere Berichte bestätigen die Schwere des feind'lichen Gegenan- griff- am 18. September nachmittags nördlich Trescault und die Größe der den feindlichen Divisionen, einschließlich der 8. bran- dcnburgischon Division, zugefügten Verluste. Heute fand ein Ge- focht im Abschnitt östlich Epehy sowie in der Nachbarschaft von Gomzeaucourt statt, wo wir nördlich des Gauchewäldes Boden gewannen. Von der übrigen Schlachtfront werden neue örtliche Gefechte gemeldet. Die Zahl der von uns in den gestern begönne- nen Operationen nordwestlich St. Quentin gemachten Ge- fangenen übersteigt jetzt 19 999. Wir erbeuteten ferner 89 Geschütze. Französischer Bericht vom 13. September abends. Im Laufe des Tages haben unsere Truppen ihre Angriffe in der Gegend südwestlich von St. Quentin sortgesetzt und ihre Erfolge trotz hartnäckigen seinlichen Widerstandes erweitert. Wir haben ConteScou'rt überschritten, welches vollständig in unserer Häwd ist und haben Castles eingenommen. Mehr südlich haben wir unsere Linien bis an die Ränder von Benay vorgeschoben. Auf den Abhängen westlich von I o u Y machte der Feind einen neuen erfolglosen Angriff. Unsere Truppen haben alle Versuche vereitelt, dem Feinde schwere Verluste zugefügt, ihren Vormarsch fühlbar fort- gesetzt und an hundert Gefangene gemacht. Deutsche' Handstreiche ö st l i ch der Maas, in der Gegend von C h a m b r e t t e S und in den V o g e s e n waren ohne Ergebnis. Amerikanischer Bericht vom 19. September. In der Woevre-Gegeud unternahmen unsere Abteilungen einen er- folgreichen Vorstoß in die feindlichen Linien und machten 18 Ge- fangene. In den V o g e s e n wurde ein feindlicher Angriffsver- such unter Verlusten abgewiesen. Erbitterte Kämpfe bei Dojran. Der bulgarische Generalstabsbericht vom 18. Sevtember meldet von der mazedonischen Front: Im oberen Sku mbitale Patrouillengefechte. Bei Bratindol und östlich der H ö he 19 6 9 wurden starte feindliche Stoßtrupps durch Feuer zerstreut. Oestlich der Eerna besetzten unsere Einheiten ohne vom Feinde gestört zu werden, die neuen ihnen angewiesenen Stellungen, in denen sie sich einrichten. Ein feindliches Bataillon wurde südlich H u m a durch Feuer zerstreut. Das Artilleriefencr war beiderseits zeit- weise heftiger aus beiden Seiten des DojrqnseeS. Im Laufe des Tages entwickelten sich südlich und westlich von Dojran erbitterte Kämpfe. Nach überaus kräftiger Artillerievor- bereitung, bei der der Feind über 269 999 Granaten verschiedener Kaliber verschoß, griffen drei englische und zwei griechische Divisionen in dichten Mnffen an. Es gelang ihnen, an mehreren Stellen in unsere vorgeschobenen Stellungen einzubringen, sie wurden aber durch unverzüglidben Gegenangriff unserer tapferen Infanterie, die tn ausgezeichnetem Zusammenwirken mit der Artillerie arbeitete, an allen Punkten zurückgeworfen und ließen eine große Zahl Getöteter und Verwundeter auf dem Schlacht- feld zurück,'lieber 599 unvcrwundete Gefangene, Engländer und Griechen, sowie eine große Menge Waffen und anderes Kriegs« material blieben in unseren Händen. Gleichzeitig mit diesen Ope- ratiouen rückte eine griechische Division im Nordosten des S e e S gegen unsere Stellung vor. Nachdem sie sich genügend genähert hatte, wurde sie unter un/er Artillcriefeuer genommen und mit großen Verlusten zerstreut, wobei sie Gefangene in unserer Hand ließ. Französischer Orientbericht vom 18. September. Am 17. und 18. September dehnte die Oricntarmee der Alliierten ihre an 'beiden vorhergehenden Tagen errungenen Erfolge in weitem Maße auS. Die bulgarischen Divisionen, die sich an der AngriffSsront befinden, fluten in Unordnug aus die Eerna zurück. Unsere in der Verfolgung begriffenen' Truppen stechen an der Eerna auf einem Teile ihres Laufes. Sie haben sich der Bergzonc von Djurov Kemen und Chazerna bemächtigt, den Fluß Nelachichuze Überschriften und die Gegertd von Rozden durch- schrttlen. In der Gegend dos Doirar.-eseeS gingen englisch. griechische Truppen gleichfalls zum Angriff über und faßten trotz erbitterten Widerstandes in der ersten.feindlichen Linie Fuß. Eine große Zahl von Gefangenen ist bereits in ihre Hände gefallen. Der Angriff dauert fort._ Wiederbeginn der llanötagsarbeiten. Das Damoklesschwert der Auflösung. Das preußische Abgeordnetenhaus, das eigent- lich nur bis zum 20. September vertagt ist, wird seine erste Voll- sitzuna, einem Besdjluß des Aeltestenausschusses zufolge, erst am 22. Oktober abhalten. Auf die Tagesordnung soll eine Interpellation des Zentrums gesetzt werden, die die Regierung anfragt, welche Maßnahmen sie zu ergreisen gedenkt, um die brennenden Fragen der Bauland-, Baustoff- und Geldbeschaf- fung sowie der benötigten Arbeitskräfte für das Wohnungswesen zu lösen und die Wohnungsnot besonders im rheinisch-westfäli- schon Industriegebiet zu mildern. Maßgebend für den Beschluß des Aeltestenausschusses ist in erster Linie der Umstand, daß ausreichender Beratungsstoff nicht vorliegt. Unerledigt sind nur Vorlagen von untergeordneter Be- deutung, deren Beratung in der heutigen Zeit kaum Interesse beanspruchen dürfte. Die großen Vorlagen, die Novelle zun, Steuergesstz und die sogenannte Kurland-Vorlage wird dem Landtage nach Mitteilung der Regierung erst Anfang November zugehen. Ein zweiter Grund für die Hinausschiebung der Sitzungen ist in dem Stand der Wahlrech tsbera- tungen im Herren Hause zu erblicken. Man will mit der Wiederaufnahme der Arbeiten so lange warten, bis das Schicksal der Wahlrechtsvorlage im Herrenhaus wenigstens einiger- maßen geklärt ist. Wie die Situation augertblicklich liegt. ist anzmiehmen, daß die Kommission des Herrenhauses, die be- kamitlich zwei Lesungen veranstalten will, vor Ende der ersten Oktoberwoche mit ihren Arbeiten nicht fertig wird. Das Plenum des Herrenhauses würde� frühestens Mitte Oktober zusammentreten und, da upd) der Verfassung die Wahlrechtsvorlage nach Ablauf von drei Wochen nochmals beraten werden muß, so wird, falls die Re- gierung sich nicht noch vorher zur Auflösung des Landtages ent- schließt, derNovemberherankommen, ehe das Herren- baus endgültig zu der Vorlage Stellung genommen hat. Man hält es in Abgeordnetenkreisen nicht für zweckmäßig, an kleinere Arbeiten heranzutreten, solange das Damoklesschwert der Auflösung über dem Haupt der Abgeordneten hängt. Sehnte ds Stellvertreter Capelles. Der Staatssekretär des Reichs- Marine- amtes von Capelle ist heute beurlaubt worden. Sein Vertreter ist Vizeadmiral von Behnke. Behnke war bis 1915 Chef des Admiralstabes, befehligte ein Geschwader und wurde in der Skagerrak-Schlacht verwundet: ILgenöämte? als Volkssache. Die von dem deutschen JugendfürsorFetag zusammen mit der Gesellschaft für soziale Rewrm veranstaltet« öffentliche Kund- gebung für Juaendfünocge fand gestern im großen Saal« des LehrervereinshaufeZ unter sehr starker Beteiligung statt. In drei eindrucksvollen Referaten lv linde die Not der Jugend beleuchtet lun5 d'eö Rus nckch wirksairfs* Ähhllse erhoben» Der Ju- eist Prof. Dr. Neubecker sprach von den Eltern als"bzn Hüter» öffentlichen Gutes, die nicht in erster Linie Rechte, sondern Pflichten haben. Er forderte, daß Jugenderziehung zur Sa che des Volkes wird und daß die reichsgesetzliche Regelung der Jugend- fürsorge unter Schaffung von Jugendämtern einen Anfang dazu macht. Reichstagsabgeordneter Wissel schildert die verderblichen Einwirkungen des Krieges auf die Erziehung der Jugend, die deut- sicher als se die Notwendigkeit des Ausbaues der Jugendfürsorge uns vor Augen rücken. Die Jugendämter, in denen die Jugendfürsorgebestrebungen zusammengefaßt werden sollen, sind ein Schritt vorwärts auf diesem Wege. Aber damit sie segensreich wir- ken, müssen sie im Volk wurzeln, und die Anschauungen der arbeitenden Schichten zur Geltung kommen lassen. Fräulein Dr. B ä u sti e r sprach über die Stellung der Frau zu dM Jugendämtern und in ihnen. Hier könne die Frau ihre zum Gemeinsinn gywei- tete Mütterlichkeit walten lassen. Die Versiimmlung nahm eine Entschließung an, die die Ueberzengung ausspricht, daß die große Not unserer Jugend durch Vereinheitlichung und tatkräftigen Ausbau der gesamten Jugendfürsorge wirksam bekämpft werden muß. Sie begrüßt es a�s bedeutsam;» Fortschritt, daß die preußi- sche Regierung die Errichtung von Jugendämtern vorsieht, hält aber trotzdem eine reichsgesetzliche Regelung für unbedingt notwendig. Sie verlangt, daß die Jugendämter als Angelegenheit des. gesamten Vollkes nach den Grundsätzen der Selbstverwaltung ausgebaut und daß, alle DevölkerungSschichten zu tätiger und der- antwortlicher Mitarbeit herangezogen werden. Auch muß die Arbeit der Jugendämter von dem Gedanken der Volkserziehung geleitet sein und darf nicht Gesichtspunkte der Wohltätigkeit und der Armenpflege in den Vordergrund stellen. Krach im gelben Ebener verband. Schwere Anschuldigungen gegen den Vorsitzenden Adorf. Am 2t. und 22. September hält der»Verband wirtschaftlicher Vereinigungen Kriegsbeschädigter für da? Deutsche Reich", Sitz Essen, einen Verbandstag in Kassel ab. Wir baben uns in letzter Zeit auf Grund uns zuteil gewordener Mitteilungen mehrfach mit dem Gebaren dieses Verbandes und seines Vorsitzenden Adorf zu befassen gehabt. Herr Adorf hat in Berichtigungen und Droh- bliesen unsere Enthüllungen zu entkräftigen gesucht. Jetzt er- fahren unsere Angaben und noch vieles ander« eine ungeahnte Be- stätigung. Den Delegierten des Kasseler Verbandstages ist eine vertrau- Ii che Anklageschrift gegen den Borsitzesden' zugegangen, die geradezu unglaubliche Mitteilungen über das Treiben dieses gelben KriegsbeschädigtenorgarnisatorS enthält. Hinter der Schrift stehen nicht weniger als 21, zum Teil große Ortsgruppen des Verbandes aus Rheinland und Westfalen. Das gegen den Vorsitzenden und seine HslferZhelfer im VerbandZvorstand zusammengebrachte Material hinterläßt einen vernichtenden Eindruck, dabei haben die Verfasser der AnNagefchrift mit ihren schwersten Vor- würfen, die sie erst mündlich auf dem Verbandstag vorbringen wollen, noch zurückgehalten. Finanziell herrscht im Essener Verband ein noch größerer Wirrwarr. alS wir ihn bereits dargestellt haben. Trotz intensiver Bettelei bei den Unternehmern hat der Verband in kurzer Zeit 26 999 M. Defizit gemacht, wozu der große persönliche Aufwand deS Vorsitzenden auf Reisen, sein hohes Gehalt und die luxuriöse Aus- stattung seines Bureaus nicht wenig beigetragen haben. Um dem Ver- band aus der Klemme zu helfen, hat Adorf mit einem Berliner Agenten namens Donner einen Halsabschneidervertrag getätigt. Nach dem Vertrag sollte der Agent u. a. für den Verband sammeln gehen und dafür außer seiuep Auslagen noch volle 59 Proz. der eingehenden Gelder alS Provision erhalten. Vor der Betteltätigkeit dieses Agenten hat die amtliche KriegSbefchädigtenfürsorge der Rheinprovin, bereits eine ö f f e n tli che Warnung erlassen müssen, und momentan soll, wie wir hören, die Angelegenheit Adorf-Donner die Staatsanwaltschaft beschäftigen. So groß Adorfs persönlicher Aufwand war. so wenig kümmerte er sich um die Besoldung seiner Mitarbeiter. Sie erhielten monate« lang weder Gehälter noch Auslagen. Einem Angestellten namens Husemann erklärte Adorf, daß er ihm das Gehalt erst zahlen 'würde, wenn er ihm gewisise Kassanotizen und Ab- s ch r i f t e n' von Briefen, die er sich gemacht hatte, aushändigte. Diese Abschriften betrasen die Beziehungen deS BerbändcS zur Firma Krupp! ES ging u. a. auS ihnen hervor, daß der erste Schrift- führer des Verbandes namenS Zeller im Einverständnis mit Adorf für die Firma Krupp Kriegsbeschädigte ausspioniert hatte I Obwohl Husemann die Schriftstücke aushändigte, hat er bis heute nicht sein Gehalt.... Bei dieser Gelegenheit wollen wir auch das Nähere über dre 50 000 M. mitteilen, die Adorf von der Firma Krupp zur Finaij- zierung des Verbandes erhalten hat und deren Empfang er bestreitet. Das Geld ist durch den Justiz rat Wandel in Essen zur Auszahlung gelangt. Der Ausgang der an Adorf gezahlten Summen geht aus den Büchern der Firma Krupp herbor. Adorf hat sich über- dies, als er seinen Posten bei der Firma Krupp aufgab, um mit dem anderlhalbfachen G-Halt Geschäftsführer des Essener Verbandes zu werden, von der Firma Krupp auf alle Fälle eine p e r s ö n- liche Sicherstellung aüsbedungen. Nach diesen Feststellungen dürfte Herr Adorf endgültig für die Oeffentlichkeit erledigt sein._ Dreihundert Proz. am Staat verdient. Zu dieser Notiz vom 14 September teilt uns Herr Reichstagsabgeordneter Karl Diez Konstanz mit, daß er vor dem SchlichtungSausschuß Kempten die von unS zitierten Aeutzerungen nicht getan habe, da sie— nach seinen Kenntnissen— mit den Tatsachen im Widerspruch stehen würden. Es handelt sich um die Angabe, wonach die Zep- pelinwerke Schtvimmer im Herstellungspreis von 1b 999 Mk. für 89 999 Rk. an die Reichsverwaltung geliefert hätten, Letzte Nachrichten. Motono t- Amsterdam, 20. September. Wie aus Paris gemeldet wird, ist der ehemalige japanische Minister und frühere Gesandte in Paris, Motono, in Tokio gestorben. Luftpostverbindung Kopenhagen-Berlin. Kopenhagen, 29. September.„Extrabladet" zufolge steht die Gründung einer dänischen Luftverkehrsgesellschaft zur Einrichtung eines regelmäßigen Postdienstes mit beschränkter Personenbeförderung bevor. Es sind folgende Routen in Aussicht genommen: Kopenhagen-Be�sin, Kopenhagen-London, Kopenhagen- Göteborg, Kopenhagen-Christtania. Das Gründungskapital ist aus 3 Millionen Kronen festgesetzt. �Tie inneren Wirre« Chinas. BasehJlO. September. Reuter berichtet aus Shanghai unter dem 11. September: Der chinesischen Presse zufolge habe der britische Gesandte in Peking, Sir Jordan, der chinesisdjen Regierung die Vermittlung Großbritanniens und der Vereinigten Staaten von Ayierika in.den inneM Wirren Chinas angeboten. OewsxffchBsbewWns Tieilstprämien oder Wohlfahrtsschwindel? Noch immer haben die Unternehmer in dem Abschluß von Dienstprämienverträgen mit ihren Arbeitern ein Mittel gesehen, die letzteren an den Belrieb zu fesseln und sie so an der Ausübung de» Koalitionsrechts zu hindern. Eine Bestätigung dieses alten Ersah« rungSsatzes in der Arbeiterbewegung bietet ein Dienstprämienvertrag, mit dem die Firma Karl Freudenbcrg G. m. b. H. in Weinheim, eine der gröstten Lederfabriken Deutschlands, ihre Werksbeamten und Arbeiter zu beglücken im Begriffe ist. Der Firma sind in den vier Kriegsjahren durch Hecresaufträge reichliche Gewinne in den Schoß geflosien, in- dessen die bei ihr beschäftigten Arbeiter nur mit Brosamen ab« gespeist wurden. Kein Wunder, daß die Langmut der Arbeiter ein Ende hatte. Sie, die bisher sich nie um die Organisation ge- kümmert hatten, strömten dem Lederarbeitcrverband nunmehr zu, um mit dessen Hilfe eine Verbefferung ihrer Entlohnung erreichen zu können. Die Firma sah endlich, daß sie eine Ausbesserung der Löhne vornehmen mußte; sie tat aber, um die Arbeiter und Ar- beiterinnen der GcwerkschaftSorganisalion für die Zukunft wieder zu entfremden, noch ein übriges und stellte dem Arbeitspersonal eine Tienftprämie in Aussicht. Eine solche Dienstprämie ist sicher etwas BerloekendeS, wird doch im§ 1 des besonders dazu ge- schaffcnen Dienstprämienvertrages allen Wer�beamten, Arbeitern und Arbeiterinnen, sofern dieselben fünf Jahre im Betriebs tätig waren, eine Prämie von 1200 M. in Aussicht gestellt. Die Freude über diese.hochherzige' Zuwendung wird jedoch stark herab- gemindert durch den§ 2 des genannten Vertrages, wonach die Aus« zahlung der Prämie erst nach weiteren fünfzehn Dienst- fahren erfolgt. Es muß also jemand erst zwanzig volle Jahre für die spendable Firma arbeiten, bevor er in den Genuß der Dienstprämie gelangt. Ein Hohn auf die Freudenbergsche Wohltätigkeit aber ist gar der 8 3 des Vertrages, worin geltend gemacht wird, daß der An« spruch auf Zahlbarkeit der Prämie erlischt, wenn der Arbeiter auS einem die sofortige Auflösung des Arbeiisverhältnisses rechtfertigenden Grunde von der Firma entlassen wird oder wenn er seiner« seits aus dem Arbeitsverhältnis ohne Einhaltung einer vierwöchent« lichen Kündigungsfrist ausgetreten ist. Wird also der Arbeiter in- folge mangelnden Wohlverhaltens kurz vor Ablauf der zwanzig Jahre von der Firma zum Teufel gejagt— Gründe bieten sich be- kanntlich bald—, so fallen die Voraussetzungen für den Bezug der Prämie fort. Der ganze Prämienvertrag bedeutet für die Freudenbergschen Arbeiter nur ein schimmerndes Blendwerk, durch das sie um die Freiheit ihrer Entschließung und die Möglichkeit, mit Hilfe ihrer Berufsorganisation sich beffere Lohn« und Arbeitsbedingungen zu erkämpfen, betrogen werden sollen. Die Lohnbewegung der Militärcffektengiirtler. Die Forderungen(Erhöhung des Stundenlohnes der Gürtler um 80 Pf., der Arbeiterinnen um 15 Pf. und Aufbesserung der Akkordpreise um 25 Proz.s sind den Arbeitgebern eingereicht worden. Die in den einzelnen Betrieben geführten Verhandlungen hatten aber— wie die Kommission in einer Gürtlerversammlung am Donnerstag berichtete— ein durchaus unbefriedigendes Ergebnis. Die Arbeitgeber wollen den Gürtlern nur 10 Pf., den Arbeiterinnen nur 5 Pf. Zuschlag zum Stundenlohn gewähren und die Akkord« preise nur um 5 Proz. aufbesiern. Dabei machen sie noch die Ein- schränkung. daß Gürtler, welche einen Stundenlohn von 1,50 M. haben, überhaupt keine Lohnzulage erhalten sollen.— Dieser Bericht der Kommission rief in der Versammlung den lebhaftesten llnwillen hervor.. Man war entrüstet über daS geringe Entgegenkommen der Arbeitgeber, welches einer Ablehnung gleichzuachten ist. Mehrere Redner bestanden auf sofortiger Arbeitsniederlegung. Schließlich wurde aber auf Anraten der Kommission die Leitung des Metall« arbeiterverbandeS beauftragt, die Forderungen beim Verband der Metallindustriellen zu vertreten. Tie Arbeiter der Gelbmetallindustrie beschäftigten sich in ihrer Versammlung am Donnerstag sehr ein- gehend mit dem Vorschlage der Vereinigung der Beleuchtungs« körperfabrikanten, der die Einsetzung eines paritätischen Ausschusses wünscht, welcher in künftigen Fällen, wo Lohnforderungen gestellt werden, verhandelt, damit Konflikte in den einzelnen Betrieben vermieden werden. Der Vorschlag der Fabrikanten war die Folge der letzten Lohnbewegung. Nachdem die Versammlung daS Für und Wider erwogen hatte, stimmte sie dem Vorschlage zu und wählte die Mitglieder für den paritätischen Ausschuß. Die Notlage der Lehrlinge� eine Frage der Uebcrgangsordnung. Mit diesem Tbema befaßte sich das Leipziger Gewerkschaftskartell in seiner letzten Versammlung. Nach einem Vortrage von Lüttich wurde folgender Beschluß gefaßt: „Das GewerksSaslSkartell lenkt die Aufmerksamkeit aller der- jenigen, die zum Schutze, zur Erziehung und zur Ausbildung der Jugendlichen berufen sind, vor allem aber der Behörden auf die ganz unhaltbaren Zustände im Lehrlingswesen. Die Ausbildung vieler Lehrlinge ist während der KriegSzeit völlig ungenügend gewesen und die Entlohnung steht häufig in gar keinem Verhältnis zu den Leistungen des Lehrlings sowohl als zu dem, waS der Lebensunterhalt erfordert. Die noch in verschiedenen Berufen übliche Abforderung von Lehrgeld ist unzeitgemäß, denn sie hindert befähigte Jugendliche, sich einem ihnen geeigneten Berufe zuzuwenden. Eine Verkürzung der jetzt oft unnötig langen Lehrzelt tvürde bei sachgemäßer Ausbildung des Lehrlings dazu beitragen, recht bald einen tüchtigen gewerblichen Nachwuchs zu sichercrn, deren Ge- werbe und Industrie nach dem Kriege dringend bedürfen. Schließlich ist mit Beschleunigung eine allgemeine Regelung der Frage der Beendigung de« L-hrverhältniffe« herbeizuführen bei solchen Personen, die infolge ihrer Einberufung zum Militär die Lehrzeit unterbrechen mußten. Eine anderweire gesetzliche Regelung de« LebrlingSwesen« unter Wahrung sozialer Grundsätze und unter Berücksichtigung der ver- änderten Zcitverhältniffe ist dringend geboten. Schon jetzt aber ist eine schärfere behördliche Ueberwachung des Lehrlingswesens und amtliche Einwirkung auf die Handwerksmeister in der Richtung nölig. daß eine volle berufliche Ausbildung gesichert, eine zeitgemäße Entlohnung gewährleistet und mit unzweckmäßigen und veralteten Anschauungen aufgeräumt wird.' Was ist Kohlenmangel im Sinne der Bundesrats- Verordnung? Ein intereffanter Rechtsstreit, der sich auf die Bundesrats« Verordnung vom 31. Januar ISlS stützt, wurde vor der Kammer 5 des Berliner GewerbegerichtS verhandelt. Die besagte Verordnung bestimmt, daß Arbeiter in kriegswichtigen Betrieben, wenn sie in- folge von Koblenmangel feiern müssen, Anspruch auf Erstattung von '/in des Lohnausfalles haben. Auf diese Bestimmung berief sich der Kläger, ein Former der Firma Ludwig Löwe u. Co., der einen Lohnausfall einklagte, der dadurch entstanden ist, daß es zeitweise an Kok« zum Schmelzen de« Gußeisen« fehlte.— Der Ver- treter der beklagten Firma vertrat den Standpunkt, die erwähnte BundetratSverordnung sei auf diesen Fall nicht an- wendbar. denn sie könne sinngemäß nur auf Koblen und Koks bezogen werden, die als Feuerungsmaterial für Dampskeffel und zum Heizen der Arbeitsräume dienen. Schmelzkols für Gießereien sei kein Heizmaterial, sondern Arbeitsmaterial, ebenso wie Eisen. So wie ein Mangel an Eisen keinen Anspruch auf Erstatt»ng de« LohnauSfalle« bedinge, so gebe auch der Mangel von Schmelzloks leinen solchen Anspruch. Das Gericht entschied, die genannte Verordnung sei auch auf Schmelzkoks anzuwenden, denn sie mache keinen Unterschied Hinsicht- lich der Verwendung der Kohle. Der Kläger habe deshalb An- spruch auf Erstattung von'/10 seines Lohnaussalles. Ans dem Kriegsausschust für die Metallbetriebe Grost-Berlins. Von der Firma P. in Spandau rufen 18 Dreher den SchlichtungSauSschuß nach§ 13 des H. D. G. an. Es wird fest« gestellt, daß die Firma den Drehern Abzüge an ihren bisherigen Alkorden gemacht hat und neue Akkorde so festsetzen will, daß die Dreher einen bedeutend geringeren Verdienst haben, wie bisher. Als Grund zu dieser Maßnahme erklärt die Firma, daß sie für die Spandauer Königlichen Betriebe arbeitet und ihr von dort sowie auch vom Kriegsamt über die hohen Verdienste der Arbeiter lebhafte Vorwürfe gemacht seien. Diese Einwirkungen hätten der Firma Veranlassung gegeben, die Verdienste herabzusetzen. Die Arbeiter erklären, daß die bisherige Verdicnsthöhe, die 5— S M. für die Stunde betrage, eine Folge überaus intensiver Arbeitsleistung fei. Hinzu komme noch, daß die Arbeiter als besonders tüchtig an- zusprechen seien und sich ans Grund ihres technischen Können? außerordentlich vorteilhaste Arbeitsmethoden verschafft haben. Nach- dem noch ermitlell wurde, daß die Akkordsätze, die die Firma bis- Ker gewährt hat, mindestens in gleicher Höhe bei den staatlichen Werkstätten bestehen, ergeht ein Schiedsspruch dabin, daß der SchlichtungSauSschuß die Herabsetzung der Akkordsätze ohne Zu- stimmung der Arbeiterschaft für nicht gerechtfertigt erklärt. Wenn eine Verständigung mit der Arbeiterschaft nicht erzielt wird, hat die- selbe Anspruch auf den Abkehrschein. Der Mechaniker R. von der Firma L., Großgörschenstraße, hatte Beschwerde erhoben wegen Verweigerung des Abk-hrscheiiis. R. behauptet, wegen Krankheit in dem Betriebe nicht weiterarbeiten zu können. Noch Einreichung der Beschwerde, und nachdem der Arbeitgeber Kenntnis von der Klagesache erhalten hatte, ist N. von dem Arbeitgeber geschlagen worden. Im Termin selbst konnte die Sache nicht verhandelt werden, weil die Firma sich durch vorherige Erteilung des Abkehrscheins der mündlichen Verhandlung entzogen hatte. Der Mechaniker R. von der Firma S. u. H. verlangt den Ab- lehrschein. In der Begründung führt der Kläger aus, daß ihm einmal der Weg zu weit sei. Er arbeitet in SiemenSstadt und wohnt in Neukölln. Ferner habe er des öfteren Differenzen mit dem Meister gehabt. Und obwohl er als Einrichter von der Firma reklamiert sei, habe ihn dieselbe längere Zeit als Dreher be- schäftigt, wobei er einen Verdienst von 2.80 M. erzielt habe. Dann sei er als Einrichter zu einem Stundenlohn von 2 M. beschäftigt worden und erst nach längerer Zeit habe er 2,10 M. erhalten, wo« hingegen ihm bei Beginn dieser Tätigkeit ein Berdienst von 2,30 bis 2,10 M. versprochen sei. Jetzt soll er nun wieder als Dreher arbeiten. Damit ist Kläger nicht einverstanden. Er wünscht viel- mehr als Einrichter beschäftigt zu werden, da er auch schon vor seiner Einberufung mehrere Jahre als Einrichter gearbeitet habe. Er führt den Nachweis, daß er bei einer anderen Firma 3,50 M. für die Stunde verdienen könne. Da im ersten Termin eine Verständigung unter den Spruchmitgliedern des KriegSauSschusscs über den Antrag des Klägers nicht zu erzielen war, wird die Sache in einem weiteren Termin unter Leitung eines unparteiischen Vor- sitzenden verhandelt. Es ist das erste Mal im Kriegsausschuß für die Metallbetriebe Groß-Berlins, daß bei einer Beschwerde eine» einzelnen Klägers die Klageiachc unter Vorsitz eines Unparteiischen verbandelt werden muß. In dieser zweiten Verhandlung wird dem Kläger mit Stimmenmehrheit der Abkebrichein zuge- sprachen, da die Gründe zum Aufgeben der Beschäftigung aus- reichend sind. 10 Modelltischler der Firma I. M. W. Wittenau verlangen eine Verdiensterhöhung von 20 Pf. pro Stunde. Der bisherige Ver« dienst beträgt 2,20—2,30 M. Die Sache ist bereits mehrmals ver- handelt loorden, und da auch in diesem Falle keine Verständigung unter den Mitgliedern des SchlichtungsausschusieS erzielt werden konnte, wurde die Sache erneut unter dem unparteiischen Vorsitzenden verhandelt. Trotzdem wurde ein Schiedsspruch nicht gefällt, weil auf Einwirkung des Vorsitzenden die Firma sich freiwillig bereit er- klärte, eine Zulage von 10 Pf. für die Stunde rückwirkend vom g. August ab zu gewähren. parteinachrichten. Eine lebhafte Auscinaudersctzuug über die Politik der Partei entspann sich in der letzten Ver- sammlung des Fürth er Wahlvereins. Rcichstagsabgeordncter Genosse S e g i tz referierte über die Verhandlungen im Reichstage. Der Redner erläuterte die wachsende Kriegsschuld, die neuen Steuern, die Ergänzung des Wchrpflichtgesetzes, den Ost- frieden mit Rußland, den mit der Ukraine, mit Rumänien und die Stellung unserer Fraktion zu diesen Fragen. Bezüglich der Zu- stimmung zu den Kriegskrediten betonte Segitz, daß ,m Falle der Sprengung des MehrbeitSblockes im Reichstage die Annexio- nisten die Oberhand gewinnen könnten. Zudem haben die RegierungSvertreler den" Fraktionsvorsitzenden E b e r t und S ch e i d e m a n n die Versicherung gegeben, daß die Politik des Verständigungsfriedens im Sinne der Reichstagsmchrheit vom Juli 1017 durch den Amtsantritt deS Staatssekretärs v. Hintze keine Veränderung erfahre und daß die Versprechungen innerpolitischer .Neuorientierungen', insbesondere bezüglich des preußischen Wahlrechts, eingelöst werden. In der Diskussion betonte Genoffe Dr. Adolf Braun: Man könne nickt sagen, daß man von dem Wirken der Partei befriedigt sei. Seien dock selbst in der Fraktion eine ganze Reihe Richtungen vorhanden. Dabei sei die merkwürdigste Erscheinung die große Indolenz, die in der Partei um sich greife. Der Reichtrag befinde sich in einer ähnlichen Lage wie zur Zeit der BiSmarck-Politik, w« ein bürgerlicher Abgeordneter den Au«spruck tat: Hunde sind wir j« dock! Heute ring« sich die Er- kenntni« durch, daß der Krieg militärisch nicht beendigt werden könne und daß zu deffen Liquidation nicht solche Leute, wie sie seit dem t. August an der Spitz« der Regierung ständen, berufen sein können. Nun halte man die Parteien für gut genug, um die»in- gebrockte Suppe auszulöffeln. Wohl wünsche kein ernsthafter Mann. daß daS deutsche Volk zugrunde gehe, aber die Sozialdemokratie dürfe nickt die Verantwortung für die Politik mit übernehmen, denn man habe sie nach ibrer Meniung nicht gefragt und erst recht nicht nach ihrer Auffaffung gehandelt. Landlägsabgeordneter Gen. End res sagte, wenn Deutschland nach Lage der Sache in einem Verteidigungskrieg stehe, so bleibe nichts übrig, als die Kriegs- kredite zu bewilligen. In einer Zeit, wo es sich um Sein oder Nichtsein des deutschen Volkes bandle, dürfe man sick nicht in den Schmollwinkel stellen, sondern müffe positive Arbeil leisten. Genoffe S ch e r z e r meinte, die von den verantwortlichen Stellen bisher betriebene Politik sei ein Faustschlag iuS Gesicht der Sozialdemokratie und damit der gesamten Arbeiterschaft gewesen. In äbn- lichcm Sinne sprachen sich die nachfolgenden Diskussionsredner aus. Genosse Dornberger hob hervor, daß die Regierung den An- ichluß an die Sozialdemokratie nur dann suchte, wenn die Kriegs- läge ungünstig war. Die Sozialdemokratie müsse nun endgültig verlangen, daß die gegebenen Versprechungen in der iuneren und äußeren Politik eingelöst werden, andernfalls feien die äußersten Konsequenzen zu ziehen. Beschlüffe über politische Richtlinien wurden in der Versamm- lung nicht gefaßt. Der Mitgliederstand der französischetl Partei. Die schwache Seite de« französischen Sozialismus war feit jeher der geringe Einfluß des OrganifationSgedanlenS auf die Massen. Die Organisation hat nie der Stärke der Parteivertrewng in der Kammer auch nur annähernd eirtfprochen. Nach dem Bericht, den der Parteisekretär Louis Dubreuilh an den Parteitag erstattet hat, wurden im Jahre 1015 21333, 1013 fast ebenso viel, nämlich 21852 Parteikarten abgesetzt. Das Jahr 1917 brachte eine leichte Steigerung auf 28083. Dagegen wurden bis 31. August d. I. be- reits 31151 Karten verkauft. In den ländlichen Bezirken stagniert die Partei, während sie in den Zentren der Kriegsindustrie ihren Milgliederstand vermehren kann. Wie wenig verwöhnt die Franzosen in dieser Beziehung sind, ersieht man daraus, daß die Bericht- erstatter den Zuwachs von diesen paar Tausend als„notable pro- gression"(als„einen bemerkenswerten Fortschrill') bezeichnen. Znöuftrie unö hanöel. Die Flucht der Kapitalisten auS dem Vaterland. Eine erkleckliche Zahl von Kapitalisten sucht ihr Geld in Sicherheit zu bringen, weil sie die Entwertung der Bank- noten, den Zugriff des SteuerfiZkus und schließlich politische Unannehmlichkeiten fürchten. Diese Leutchen kaufen nicht deutsche Kriegsanleihe, sondern— argentinische, chilenische, brasilianische, merikaniftye, ja selbst serbische und rumänische Renten, mögen sie gut oder schlecht sein. Seit dem 18. Juli herrschte auf dem Exotenmarkt andauernde Hausse. Ein anderes Mittel heute, da die Anschaffung fremder ZahlungS- mittel zum Schutz der bart mitgenommenen deutschen Wäh- rung unter strengster Kontrolle steht, ist die Ausgabe von Schuldverschreibungen durch GessUchaften, die nach einer Reihe von Jahren in fremder Währung fällig werden. An- geblich soll damit auskändisches Kapital zur Anlage in Deutschland veranlaßt werden. In Wahrheit werden die'e Schuldverschreibungen aber in Deutschland abgesetzt und ihre Käufer haben das Glück, das Valutarisiko auf den Schuldner abzuwälzen, der mcmchmal, aber nicht immer, in schwer ver- ständlichem Optimismus von ihm nicht abzuschätzende Ge- fahren eingeht._ Ter Ruf nach höheren Braunkohlenpreisen. In der AufsichtSratSsitzung der Jlse-versbau-Aktiengesellschaft, Grube Ilse, teilt« der Vorstand mit, daß die HerstellungÄosteu in der letzten Zeit dauernd stark geivachsen seien. Di« erst mit dem 1. September dieses Jahres eingetreten« geringe Erhöhung der Verkaufspreise konnte hierfür um so weniger einen Ausgleich schaffen, als ein erheblicher Teil dieser Prei«erhöhun>fl für Aut- Besserung der Löhne aufzuwenden ist. Es muß daher schon heute für daS lausende Geschäft Sjabr, in dem daS erhöhte Aktienkapital zum ersten Male in voller Höhe an dem Ergebnis teilnimmt, mit einem Rückgang der Dividende gerechnet werden, deren Höhe jedenfalls 20 Proz. nicht überschreiten wird. � Es ist durchaus notwendig, der im Kriege wahrlich nicht benach. teiligten Industrie zu Gemüte zu führen, daß ein Krieg keine Bürgschaft für höchste Dividenden auf ewige Zeiten ist. Zum Schutze des TabakgcwerbeS. Die ArbeitSgememschast zum Schutz des Tabakgewerbcs schreibt unS, daß sie in einer Eingabe an das Reichswirt- fchaftSamt folgende Gedanken»ertreten hat: Die in Deutsch- land vorhandenen Tabakvorräte sind nach den Mitteilungen der Deutschen Zentrale für KriegSlieferunmen von Tabvkfabrikaten nur noch so groß, daß sie mit dem Ende des JabreS aufgebraucht und die Zigarrenfabriken zur SchUeßung gezwungen fein werden. Auf irgend welche erheblichen Zufuhren aus dem Auslande darf wohl kaum gerechnet werden. Die Zigarrenfabrikation ist bisher eine blühende Industrie gewesen, die besondere Bedeutung für unsere Volkswirtschaft schon deswegen hatte, weil sie noch immer den Cha- raktcr eines typischen Mittelftcmdsgewerbes bewahrt hat. Liegen die Betriebe erst einmal still, so wird es für den größten Teil ihrer Inhaber sehr schwer, wenn nicht gar unmöglich sein, sie wieder aufzubauen. Weiter haben in der Zigarrenindustrie mehr als 200 000 Arbeiter Arbeit und Brot gehabt. Die bodenständigcn Arbeiter, die in der Zigarremndusfti« noch den Vorteil des Lebens auf dem Lande und des ZufammnchanyeS mit dem Lande und der Landwirffchoft behalten haben, werden bei der Stillegung der Be- triebe zum größten Teil gezwungen fein, sich andere Beschäftigung zu suchen und in die Städte abzuwandern. Deshalb mutz ülleS versucht werden, die Ztgarrenherstellnng wenigstens so lang« auf- recht zu erhalten, bis der deutsche Tabak aus der Ernte deS Jahres 1018 verarbcitungSrcif ist. Zu diesem Zwecke bitten wir, die be- stehenden Bestimmungen dahin zu ändern, daß spätestens vom I.Oktober d. I. ab das Kontingent für sämtliche Hersteller gleich- mätzig auf die Hälfte dcs derzeitigen Kontingents herabgesetzt und verboten werde, Zigarren bzw. Zigarrillos herzustellen, die mehr als 4 Kilogramm für 1000 Stück Rohtabakvcrbrauch beanspruchen. Wir vermissen in der Eingabe die Uebernahme einer Bürg- sistaft dafür, daß für die mächtig erleichterten Zigarrcn auch nur medrigere Preise gefordert wrrdch», So ßürd verdient! Der Reingewinn deS Stahlwerks Rich. Lindenberg Akt.-Gcf.. beläuft sich auf 3 603 905 M. gegen 3 031 301 M. im Vorjahre. Es wurde beschlossen, der Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 25 Proz.(wie i. V.) und einer Vergütung von 150 M. pro Aktie lgeacn 100 M. i. V.) auf das von drei auf vier Millionen Mark erhöhte Aktienkapital vorzuschlagen und. einen Betrag von einer Million Mark zur Verfügung einer künftigen Generalversammlung behufs Ausschüttung einer Sondervergütung zurückzustellen. Im AuffichtSrat sitzt Walter Ra t h e na u, der gelegent- lich Kapuxinaden gegen den Kapitalismus hält. Wie das Excmpcl aber zeigt, weiß er mit dem Staate«uSzezaichnet Geschäfte zu machen._ liine neue französische Kriegsanleihe wird jetzt, nachdem die Fochfchen E-iefe da» Vertrauen zu der Arm»- wiederhergestellt haben, zur Zeichnung aufgelegt. Die ZeichnungSbedingunngen sind noch nicht b-kwnnt. ES wäre das erst die vierte französische Kriegsanleihe. Die erst« war im November und Dezember 1015 als"„SiegeSanleihe" aufgelegt worden. Sie wurde mit 5 Proz. Zinsen ausgestattet und zu 88 Proz. emittiert. D'e zweite, vom Oktober 1916, glich ihr, sie kam zu netto 87l/0 Proz. heraus. Die dritte, die im November und Dezember 1917 ausgegeben wurde. war Iprozcntig und wurde zu 68,60 Proz. aufgelegt. Alle An- leihen war unbegrenzt. Die Zeichnungen auf die erste betrugen 13175 Millionen, diejenigen auf die zweite 11353 Millionen und die auf die dritte 14 750 Millionen Franken. Di« Aufnahme layjjftijiiger Anleihen ist also in Frankreich weit hinter Deutschland zurückgeblieben. Dafür sind— nicht zum Vorteil seiner Volkswirtschaft— die schwebenden und Auslands- schulden weitaus größer. ifreireligtöse Gemeinde. Sonntaa. den 22. Sevt. früh 10'/, Udr, findet im Berliner Stadthaus, Eingang Klosterftraße, unsere Jugendweihe stalt. Festvortraa: Herr Ernst Däumig. Kinderchor. Künsllerkonzert. Eintritt: Erwachs«« 30 Pj., Kinder 15 Pj.— Nächste Jugendvorlcjüng am 13. Oktober, S Uhr. rourifteuverein„Die Natnrfrenude«, Ortsgruppe Berlin. Sonntag, den 22. September, 7 Uhr, in den PharuSsalen, Müllerstr. 112: Herbstsest. lHvtfielder-Qrchester. Böhmisches Terzett, Gesang. Herr Friedr. Morst, Rezitation� Eintritt: 75 Pf. LerantworlUch sür Politik: Erich Suttucr, Berlin: für den übrigen tet! de» Blattes: Alt«» Scholz, Neukölln: für Anzeigen: Tseodor Glocke, Berlrn. Verlag: VorwärtS-Verlag 0. nr b. H., Berlin. Druck: BorwürtS-Buchdruckerel und LerlagSanttalt Paul Singer u. To. in Berlin. Lindenstrabe S. Htrrz» X Oettogc»ad«nterhaltnngSdlatt.