Nr. 363. 38. Jahrg. Bezugspreis: SielteIjahrl.S,40MI. monaU. 1,80 Kl, frei WS HauS, voraus zahlbar. Einzeln« Nummern 10 Mennig. Postbezug: Monoltlch. vom vosrschalicr abzuholen L80 Kt, vom Bries irlig er ms Hau» ge> bracht 1,34 Ml. Unter Kreuzdanb mr Deurschlard und Oeslerrerch. Ungarn 4.— Mi, sür daS übrige Ausland b,S0 MI. monatlich. Versand in» ffelb bei direkter Pestellungmonail.2,— Mi. Postbeslellungen nehmen an Däne- mark, Holland, Luzemburg, Schweden und die Schwei,. Eingetragen in dt» Poll-lieitUngS-PreiSIist«. Erschein» täglich. Telegramm- Adresse: »Sozialdemokrat Berlin'. Berliner VolktSblnK. Anzeigenpreis: Tie Nebengespalten»«olanelzelle losl et 80 Ptg.„itleine«»zeigen-, das fettgedruckte iZort So Psg.(zulässig 2 settgedrucklc Wortes, iede» weitere vorl lb Psg. Stellengesuche und Kchlasstellcnanzetgen das erste Wort 20 Psg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Worte über 16 Buchstaben zählen sür zwei Worte. Teuerungszuschlag 20»/» Familien-Anzeigen,»olitische und gewerlschasUlcbe Berlin»- iinzeigen 60 Big. die Zeile. Anzeigen sür die nächste Nummer müssen bi» Z Uhr nachmittag» im Hauptgeschäft. Berlin SB. 63, Lindenstrahe 3, aSiegeden werden. Geöffnet von 3 Uhr srüh bis 7 Uhr abend». Zentralorgan der fozialdemokrati fchen Parte» Deutfchlands. Neöaktion: Ew. SS» LinüenNraße 3. Hernivrecher: Amt Moridplat», Str. IS» Sii— 1151 97. Expeüitiou: EM. SS» Linüenstraße 2. Hernsprecher: Amt Moritzpla«?, Nr. 151 90—151 97. Sozialdemokraten in die Regierung? Bedingungen des Die ReichStagSfraktion und der Parteiausschuß der deutschen Sozialdemokratie haben gestern in gemeinsamer Sitzung, aber getrennter Abstimmung mit 55 gegen 10 und 25 gegen 11 Stim- men beschlossen, den Eintritt von Parteigenossen in eine etwa neu zu bildende Regierung unter folgenden Bedingungen zu billigen: 1. Uncingcschränktrs Bekenntnis zu der E n t s ch l i e ß u n g des Reichstags vom 19. Juli 1917 mit der Bcreitschasts- erklärung, einem Völkerbund beizutreten» der auf der Grundlage der friedlichen Behandlung aller Streitfälle und der allgemeinen Abrüstung beruht? 2, vollkommen emwandfrric Erklärung über die b l l g i s ch e Frage, Wiederherstellung Belmens, Verständigung über Ent- schädigung, ebenso Wiederherstellung Serbiens und Monte- ncgroS? 3. die Friedensschlüsse von Drest-LitowSk und B u k a- r e st dürfeil kein Hindernis sein für den allgemeinen Friedensschluß? sofortige Einführung der Zivilver- waltung in allen besetzten Gebieten, bei Friedensschluß sind die besetzten Länder frei zu geben, demolratische Volksver- tretungen sind alsbald zu begründen? 4. Autonomie Elsaß- Lothringens, für alle deutschen Bundesstaaten allgemeinesuud gleiches, ge- Heimes und unmittelbares Wahlrecht, der preußische Laudtaß'ist aufzulösen, wenn nicht das gleiche Wahlrecht unverzüglich aus den Beratungen des Herrenhaus- auSfchufseS hervorgeht; 5. Einheitlichkeit der ReichSleituug, Ausschaltung unverantwortlicher Ncbenregicrungcn, Be- rufung von Regierungsvertretern auS der Parlamentsmchrheit oder aus Personen, die der Politik der Parteimchrheit ent- sprechen? Aufhebung des Artikels 9 der Reichsverfassung? die politischen Veröffentlichungen der Krone und der Militärbehörden sind vor ihrer Veröffentlichung dem Reichskanzler mitzuteilen? K. sofortige Aufhebung aller Bestimmungen, durch die die Versa m ml ungs- und Preßsreiheit eingeschränkt werden, die Zensur darf nur auf rein militärische Fragen angewendet werden(Fragen der Kriegsstrategie und-taktik, Truvpenbcwcgungen, Herstellung von Kriegsmaterial, Ein- richtung einer politischen Kontrollstelle für alle Maßnahmen, die auf Grund dcS Belagerungszustandes verhängt werden, Beseitigung aller militärischen Jnsti- tutionen, die der politischen Beeinflussung dienen. Jene Parteien und Truppen, die den demokratischen Fort- schritt und den Verständigungsfrieden grundsätzlich ablehnen, werden naturlich schnell bei der Hand sein, diese Bedingungen als für die Mittclparteien unannehmbar zu verwerfen. Das entspricht ihrer Taktik, und das würden sie zweifellos auch tun, wenn die Bedingungen noch viel bescheidener wären. Eine sachliche Prüfung ergibt indes, daß das aufgestellte Minimal- Programm ganz dem Gedanken einer parlamentarischen Koalitionsregierung entspricht. Eine sozialdemokra- tische Regierung, die sich auf eine rein sozialdemokratische Mehr- heit stützt, würde selbstverständlich ein Programm aufstellen, das die wirtschaftliche und sozialpolitische Reorganisation ankündigt und in bezug auf den demokratischen Fortschritt— wir denken beispielsweise an die Verhältniswahl und das Frauenwahl- recht— ein gutes Stück weiter geht. Es handelt sich wirklich um einMinimalprogramm. Das geht schon aus der Tatsache hervor, daß kein Teilnehmer der Sitzung seine Forderungen etwa als zu weitgehend kritisierte. manche aber es als nicht weitgehend genug verwarfen. Auch wenn die bürgerlichen Parteien auf dieses Programm eingehen, wird der Eintritt von Sozialdemokraten in die Regierung ein großes Risiko und eine harte Belastungsprobe für die Partei bleiben, ein schweres Lpfer, das sie der Allgemeinheit darbringt! Das Wort haben nun die bürgerlichen Mittel- Parteien. Sie werden sich von der Presse der Rechten nicht einreden lassen, daß ihre„Unterwerfung"— wie das beliebte Schlagwort nun einmal lautet— verlangt wird. Im Gegen- teil! Eine„Unterwerfung" unter fremde Meinung würde keinen Boden für eine gedeihliche Gemeinschaftsarbeit er- geben. Zwischen den angenommenen Bedingungen und ihrer Erfüllung würde dann das verhängnisvolle„Wie ich es ans- fasse" stehen, das sehr bald zu den schwierigsten Auseinandersetzungen führen müßte. Nein, nur dann ist ein gedeihliches Zusammenarbeiten möglich, wenn sich die freien lieber- zeugungen beider Seiten zu Uebereinstimmung über die Richtlinien des gemeinsamen Kurses vereinigen. Wir wissen sebr genau, daß auch viele Mitglieder der Fortschrittspartei und des Zentrums den Anschauungen huldigen, deren Niederschlag die von unseren Parteikörperjchasten aufgestellten Forderungen bilden. Ob sie stark genug sind, um eine tragfähige Brücke für die genieinsame Arbeit herzustellen, muß die nächste Zukunft erweisen. Die sozialdemokratische Partei hat gezeigt, daß sie in jeder Beziehung dazu bereit ist, ihre Pflicht am Ganzen zu erfüllen, und sie hat auch gesagt, wie sie das Gebot dieser Pflicht- erfüllung auffaßt. Im Interesse unseres Landes und unseres Volkes müssen wir wünschen, daß das sozialdemokratische Minimalprogramm recht bald Regierungsprogramm wird. Käme jedoch keine Einigung zustande, so würden wir, ohne den bürger- lichen Parteien aus ihren abweichenden Ueberzeugungen einen Vorwurf zu machen, feststellen müssen, daß der Plan einer rein parlamentarischen Regierung de? Frieden? und der nationalen Perteidiaung»dm cm jenen abweichenden Anschauungen der bürgerlichen Parteien gescheitert sei. Volk und Geschichte würden dann zu entscheiden haben, wer von beidön Teilen das Gebot der Stunde erkannt, wer den richtigen Weg gewiesen hat. Das deutsche Volk b r a u ch t die Sozialdemokratie und wird sie auch noch später brauchen. Darum hat unsere Partei das Recht, daran zu denken,' daß sie sich nicht vorzeitig v e r braucht, nicht nur im eigenen Interesse, sondern auch, was allein für sie ausschlaggebend sein kann, im Interesse des ganzen Volkes. Der ParieiauSschuß und die Reichstagsfraktion traten am Montagvormittay im ReichStagZaebäude zusammen. Der Bor- sitzende Ebert wies bei der Eröffnunxi der Sitzung auf die außer- ordentlich schwerwiegende Bedeutung der zu pflegenden Erörte- rungen und der zu fassenden Beschlüsse hin. lieber die politische Situation berichtete Genosse Scheidcmann. Er bezeichnete als das einzige Erfreuliche in der Entwicklung der letzten Zeit, den vollständigen Zusammen- bruch des großschnäuzigen Alldeutschtums, Wenn die Regierung Vertrauen nach außen gewinnen will, muß sie es zu- nächst nach innen gewinnen; hier sieht es aber sehr schlecht ans. Ich weise nur hin auf die Handhabung des Belagerungszustands- gesetzeS und der Zensur und auf die Art und Weis«, wie die Re- gicrung bei der W a h l r e ch t s k o in ö d i e zugesehen hat, ohne zur Auflösung zu schreiten. Di« Beschwerden darüber, daß in der Ver- waltung andere Einflüsse maßgebend sind als die Zivil- vegierung, wollen nicht verstummen. So ist ein Erlaß des Kriegsministers ergangen, wonach Versammlungen verboten werden sollen, in denen für eine Verständigung auf Grund- läge der Friedensresolution des Reichstags Propaganda gemacht wird. Wir haben beim Reichskanzler hieregegen energisch pro- testiert. Die Regierung ist gegenüber diesen Einflüssen viel zu schwach gewesen, sie hat alles Mögliche zugesagt, aber nicht die Kraft aufbringen können, um es durchzusetzen. Man ist sich in der Reichs- tagSmehrheit ziemlich klar darüber, daß ein solcher Zustand die Er- reichung des Friedens erschwert, Schcidemann gab dann vertrau- liche Auskünfte über die Verhandlungen der letzten Zeit und sprach sich u. a. dafür auS, daß dir Nationalliberalen nur dann in die ReichstagSmeHrHeit zugelassen werden können, Ivenn sie sich restlos auf den Boden stellen, den die Mehrheit der Fricdensresolution für den richtigen hält. Wie sollen wir uns nun zu einer neuen Negierung stellen? Daß wir der jetzigen Regierung kein Vertrauen entgegenbringen, haben wir durch Ablehnung des Etats bewiesen. Sollte unsere Beteiligung an der Regierung in Frage kommen, so erscheint uns die Aufhebung des Artikels ö'der ReichSverfassung, wonach niemand gleichzeitig Mitglied des Reichstags und des Bundesrats sein könne, als eine der unumgänglichsten Voraus- setzungen. Im übrigen glauben wir, daß Mitglieder unserer Partei in dieser ernsten und schweren Zeit wohl in eine Regierung ein- treten könnten, die den Frieden herbeiführen könnte oder, wenn dieser nicht zu haben ist, di« nationale Verteidigung organisieren muß, natürlich unter ganz bestimmten Bedingun- gen. Im Vergleich zu der jetzigen Situation war all unsere Ar- beit vor dem Kriege geringfügig. Ob eine parlamentarisch zusammengesetzte Regierung den Frieden herbeiführen kann, wissen wir nicht. In einer solchen Regierung könnten wir natürlich ganz anders arbeiten, als wenn wir nur draußen ständen und kriti- sterten. Auf der andern Seite würden wir eine furchtbare Verantwortung zu übernehmen haben. Aber in einer Situ- ation, wie der jetzigen, dürfen wir uns der Verantwortung nicht entziehen, wenn auch nur di« Spur von Wahrscheinlichkeit da ist, daß wir dem Morden ein Ende bereiten könnten. Ob eine solche Spur von Wahrscheinlichkeit vorliegt, das würde ich glatt be- jähen, wenn die Sozialisten'des feindlichen Aus- lande» dieselbe Politik machten wie wir. Aber davon bin ich leider nach all unseren Erlebnissen nicht überzeugt. Auf unsere Friedensinterpellation von llllö hin taten die Sozialisten der En- tenteländer nichts, das Friedensangebot von 1916 und die Friedens- resolutcon von 1917 wurde m 4 Hohn und Spott aufgenommen und auch noch ebenso die Burian-Note. Wir wissen allerdings zu wenig von den französischen und englischen Genossen, aber nach alledem, was wir bisher von ihnen erlebt haben, ist unsere Hoffnung sehr mäßig. Wir müssen also immer, in der Hoffnung, daß die Sozialisten dort doch etwas anderes tun, damit rechnen, daß vir uns voll- ständig auf unseren«igenen Boden stellen und die Berantwortnn« voll übernehmen müssen. Uebrigens waren wir immer dann, wenn unsere militärische Situation am glänzendsten war, in heftigster Opposition, weil wir befürchteten, daß diese Situation ausgenützt werden könnte, um die anderen besonders � zu schädigen. Aber dar- aus ergibt sich für unS, daß auch wir uns zu wehren haben auf! äußerste, damit eS uns nicht so geht. Wir haben also die nationale Verteidigung zu organi sieren, s o- lange der Frieden nicht zu haben ist. Im Auslande behauptet man. mit der deutschen Regierung nicht verhandeln zu können, weil sie unselbständig und ihr Per- halten zweideutig sei. Leider kann man sich im Auslände auf gewisse Beispiele dafür berufen, so auf Vrest-Hit,w»k und a»i da» Verhalten tu der Wuhli-echtSsra»»- Man sagt im Aus- lande allerdmg» emb, daß der StsictMag nriefa vi» Macht hade, zu tun, loa»«r wolle, denn wenn« diefc Macht ha«», dann müß:e er mindestens die Macht haben,«in« Regierung einzusetzen, die daS will. Wir fordern prinzipiell vollständige Dtmokratisierung. Eine von dem demokratisch gewählten Reichstag bestellte Regierung würde eine SolkSregierung sein, der wir grundsätzlich zustimmen müßten. Vom reinen Partei- standpunkt aus erscheint es sehr zweifelhaft, ob die Partei gc- Winnen kaün, wenn Mitglieder von ihr in die Regierung eintreten, Zweifellos wird jeder Tag neuen Verdruß, neue Anklagen und Verleumdungen bringen und uns die Verantwortung für Dumm- heiten aufhalsen, an denen wir unschuldig sind, aber höher als alle Parteiinteressen muß unS das Schicksal unseres Volkes, das Leben unserer Soldaten stehen, di« draußen im schwersten Kampfe liegen, wo wir vielleicht die Möglichkeit hätten, den Krieg zu Ende zu bringen. Nach verständiger Erwägung allen Für und Widers glaubt der Parteivorstand, Ihnen eine glatte Ad- lehnung, sich an der Negierung allenfalls zu beteiligen, nicht emp- fehlen zu können, aber jedenfalls die Teilnahme abhängig zu machen von der Erfüllung bestimmter Bedingungen Eine wirkliche Pablamcntarisierung kann sich natürlich man darauf beschränken, daß nur Staatssekretär- und Mimsteirposten mit Abgeordneten besetzt werden, sondern eS müssen auch in andere höhere Verwaltungsstellen Abgeordnete kommen, sonst ist eS unmöglich. die dicke Mau>er der Bureankvatie zu durchvrochen, und nickst nur im Reiche, sondern auch für Preußen mit seiner Junker- Verwaltung ist daS umimgänglich wichtig.(Zustimmung,) Entfchmrng des hsut.i>gen TgS wird von unabsehbarer weite nicht nur für die Partei, sondern für•daS ganze Reich fein. Ueiberlcgen und erörtern Sie diese Frage gründlich! In der darauf einsetzenden sehr lebhaften Aussprach» forderte Hoch die Ergänzung der Forderungen dahin, t-aß zum deutschen FriedcnSprogramm die Stockholmer Denkschrift der beut fchen Sozialdemokratie gemacht und daß öffentLche �nedenSi'er- Handlungen gefordert werden.— Heine betonte die Nottvendigkeit, durch ein festes bindendes Programm der Mehrheft zu verhindern. daß einzelne bürgerliche Abgeordnete dieser Parteien etwa frei einer Aenderung der militärischen Lage wieder aunexionistijche Rdensartcn machen. Jedenfalls ist eine Vorbedingung de» Fri» denS, daß wir von einer Einmischung in die innere Politik Belgiens absehen, daß der Prinz von Hessen auf seine Thronkandidatur verzichtet und daß Politck tr«ib-nde Militärs zurücKu rufen werden. — BeimS-Magdebuirg bezweifelte, daß trotz der brennenden Not- wendigkoit die Herrschenden in Preußen die Bedingungen der Sozialdemokratie selbst jetzt noch erfüllen werden. Nach dem Ver lauf der vier Kriegsjahre könne man ihnen zuirancn. daß sie bis an den Rand des VerhänginifseS gehen werden.— Neble besprach die Stimmung im Volke, wobei er u. a, darauf hinwies, wie sich der absolut« Mangel an Politisierung MiscreS Volkes jetzt räche,— Mecrfcld betonte die Notwendigkeit, militärischen EinmischungS- gelüsten in die Politik und die Berivaltung einen sich-ven Riegel vorzuschieben.— Cohen-Reuß wies darauf hin. daß eine Verftändr- gung mit den französischen Sozialisten durch Erklärung Elsaß- Lothringens zum selbständigen BnndeSstaiat angestrebt werden müsse, und daß es dringend notwendig erscheint, den Brest-LitowS- kcr Frieden noch während des Krieges zu revidieren, da sonst auf dem allgemeinen Friedenskongreß England und Frankreich sich als die Retter Rußlands mit Erfolg aufspielen würden.— Haberlanff berichtete, daß die Genossen am Niederrhein sich gegen den Eintritt von Sozialdemokraten in die Regierung unter den bekannten Be- dingungen nicht absolut ablehnend vergalten.— Leincrt gab der Forderung nach Einführung de? gleichen Wahlrechts für alle Bundesstaaten durch den Reichstag den Vorzug vor dem Verlangen nach Auflösung des Landtags, die eine Neuauflage der Wahlrechts- komödis nicht unbedingt verhindern würde.— Dr. Quarck erklärte als das Gebot des Augenblick» die Beseitigung der Militär- Herrschaft. �. In der NachmittagSsthung lief ein?lntrag Hoch emi Der Eintritt von Parteigenossen in die Regierung kann mir dann in Betracht kommen, wenn die Mchrhettsparteien und Regierungen sich öffentlich ausdrücklich und unbedingt auch für die Forderungen festlegen, die in der Erklärung unserer Vertreter für die internationale sozialistische Friedenskonferenz in Stock- bolm enthalten und in den Verhandlungen mit dem'Genossen Troclstra berichtigt sind, Ebert vertritt den Standpunkt, daß wir keinen Zweifel daran lassen dürfen, daß ein Frieden um jeden Preis unter koinien Ilm- ständen in Betrocht kommen kann, sondern daß vir alle de? Setzt« {wrim setzen müssen, um die gebotenen Lebensinieresssn des Lcmdcs und des Volkes zu vertreten.(Sehr richtig!) Zur Sache selbst erklärt er, daß es für den Eintritt in ein Ministerium nur zwei Wege gäbe, entlveder wir. stellen ein Mi n i in a l p r o g r a>n m auf, oder aber ein Maximalprogramm. Beim Minimalprogramm muß man prüfen, was möglich ist, und da darf man nicht vergessen, daß man in einer Koalition mit bürgerlichen Par- i c i e n operiert und auf dem Wege der Verständigung das durch- setzen muH, was notwendig' ist. Dann müsse man daraus Rücksicht nehmen, daß wir in Deutschland mit dem Zentrum zusammen- zuarbsiten gezwungen sind. Bezüglich des Wahlrechts bedeute d!i ,vorderung die Auflösung des Abgeordnetenhauses, wenn aus der Kommission des Herrenhauses nicht das gleich.« Wahlrecht heraus- tommt. Payer habe ihm erst jevt wieder erklärt, daß Herlliug, wenn nicht baldigst auS dem Ausschuß des Herrenhauses das gleiche Wahlrecht herauskommt, zur Auflösung schreiten wolle. Wolle man das Zentrum für das gleiche Wahlrechl haben, dann gehe eS eben ohne Sicherungen in der. Schul- und .".ultnrpolitik nicht ab. Auch' im übrigen seien die Bedingungen, die der Vorstand vorschlage, Wohl durchdacht und den Verhält- rissen entsprechend, lieber das Völkerrecht werde eine Verständigung mit den übrigen Parteien und der Regierung möglich sein, wenn man bedenkt,' daß man dm Bogen micht überspannen darf, dann wordc man nicht Forderungen ausstellen dürfen, die Verband- lungen von vornherein zum Scheitern zu bringen. Wolle nmn jetzt keine Verständigung mit den bürgerlichen Parteien und der Regierung, dann müsse man allerdings die Tinge laufen lassen, aber niemand könne dvch der Meinung sein, daß solche Zustände >vie in Rußland ftci uns wüinschenswert sind. Wir müssen uns im Gegenteil in die Dresche werfen und sehe«, ob wir genug Einfluß bekommen, um unsere Forderunyen durchzusetzen. lBravol) Südekum schließt sich im allgemeinen den Änsführnngen Eberts an. Von der Stimmung dürfe man sich nicht leiten lassen, wenn auch die Stimmung ein Moment sei. allerdings nur eins, aber nickt das ausschlaggebende. ES komme setzt nicht darauf an, ein möglichst weitgehendes Pragramm aut�uarbeiden und den anderen Parteien und der Regierung mit dem Kommando: Vogel friß oder stirb! norzulcgen, fcmdern die Fordsvungen durchzuführen. Das werde 'einen Sindruck aus das Ausland nicht verfehlen. Die Vcrant- Wartung für die weitere Entwicklung liege ausschließlich beim ssentrum.— Heinrich Schulz: Wörde man Deutschland auf moder- ner Grundlage aufbauen, so werde man damit Friedensströmungen in den feindlichen Ländern stärken. Er glaube deshalb, daß man durch eine Beteiligulinz an der Re.gieruug-dem� Frieden-'nützen werde.— Landsberg ficht für jetzt nicht die Möglichkeit, durch den Eintritt in das Mimstori um einen wesentlichen Teil unserer poli- tischen Grundsätze durchzusetzen. Er ist deshalb dafür, daß wir uns jetzt zu einem deiswtigen Experiment nicht verfteien, sondern abwarten, bi? uns b e s s e r'e B e d i n g n ng em gestellt werden. Pens trat dafür«in, unter den vorgeschlagenen Bedingungen an der Regierung teilzunehmen, da man sich nicht beiseite stellen' und selbst ausschalten dürfe, gerade im Hinblick auf die Möglich- "citen künftiger VerwicSungen.— Keil unterzog das Regime Bertling einer schcrrfcn Kritik. Der Reichskanzler habe die Verpflichtungen, die er gegenüber der Reichstagsmehr b ei t bei seiner Ernennung eingegangen sei, in keiner Weise erfüllt.— Auer- München untersuchte die Frage der Stärke der Partei und gab die Anregung, die wichtige Fraae der Beteiligung an der Regierung «er E n t s ch e r.d u n g d e s P ck r t e i t a g s zu unterbreiten.— Ein Antrag BeivtS-Löbe-LandSbero lautet: "..Fraktion und ParteiauZschutz halten die Beteiligung der Sozialdemokratie an der Regierung zurzeit nicht für tunlich." Otto Braun vom Parke ivorstand wandte sick nachdrücklich da-' gegen, daß die Partei in der jetzigen Situation durch Beteiii- guirg au der Regierung die Mitverantwortung übernehmen i oll und besprach besonders eingehend den Stand der preußischen .chahlrechtsfrage, wobei er gleichfalls das Verhalten der Regierung auf das schärfste kritisierte.— Vogek-Nürnberg schloß sich der An- euckz. einen Parteitag emchiberusen, an.— Löbe-BreSläu er- Aärtc. sich gegen die Teil na h.m« a\\ der Regier u n g. in. der fetzigen Zeit. Bevor(vir- uns an der. Regierung beteuie.m,. müßten wir die Gewähr haben., daß unsere Forderungen durch- geführt werden.— Emme! forderte schärfste Präzisierung dieser Forderung«».— Taraus verlas Ebert die vom Fraktionsvorstand inzwischen nochmals formulierte� Bedingungen. ' David polemisiert gegen Landsberg und führt ans daß die Annohme der vorerwähnten Bedingungen durch die Mehrheits- narlxten des Reichstags und das Zustandekommen einer Regierung auf' dieser Grundlage bereits die Demokratisierung und Ae V o l k s r e g i e r u n g in Deutschland bedeute. Wir haben selbstverständlich den politischen Grundsatz zu verfolgen, daß man nicht die ganze Festung auf einmal nehmen kamt, sondern zunächst eine erreichbare Bastion erstürmen, um von ihr auch weiter zu operieren. Wenn in der Ärbeiterschoft eine schwere Stimmung lerrscht, so ist sie hervorgerufen durch den inneren Stillstand. Darum keine Passitestische Politik,"'cht ein Beifeitb s. en wie die Unabhängigen, sondern ein aktivistisches Sprnngauf für die Demokratie! Unter Zurückziehung de? vorhin erwähnten Antrag? Beims- Löbe-Lnndbberg wird folgender Antrag von den gleichen Antrag- stellern«ingebracht: „Die vom Vorstand in Aussicht genommenen Bedingungen .genügen der Fraktion und dem Parteiau. äuß nickst für eine Bcieiligkmg der Sozialdemokratie an. der Regierung." Geck teilt mit. daß in Süddeutschland eine große Erbitterung über Preußen herrsche, nickt über das preußische Volk, wohl aber über die Junker- und.Militärkaste._ Hiermit schloß die Debatte. Ji� seinem Schlußwort erklärte Ebcrt: Wenn w'r un» auf den Standpunkt stellen wollen, daß dos agitatorische Interesse der Partei für uns allein� maßgebend sein mü sitz, dann müsse man die ganze Sache ablehnen. Wenn man aber die Situation auszunutzen suchen wolle, zugunsten un- serer demokratischen Verfassung�einrichtungen, und wenn man «taube, daß der Zusammenbruch unseres Landes, d. h. auch der Zu- sammenbruck unserer Volkswiriühaft und unseres Wirtschaftslebens. der Partei nickst gleichgültig sein könne, dann müsse man ernstlich prüfen, ob wir das Wagnis aus uns nehmen können. Hierauf wurde.getrennt nach Körperschaften abgestimmt. Die Frage, ob man damit einverstanden ist, daß unter den vorgetragenen Bedingungen eventuell die Partei Vertreter in die Regierung entsende, wurde von der Fraktion mit 65 gegen 15 Stimmen, vom Ausschutz mit 25 gegen 11 Stimmen bejaht. Der Antrag Hoch wurde von beiden Körperschaften abgelehnt, von der Fraktion mit allen gegen S Stimmen, vom Partciansschuß mit J3- gegen 10 Stimmen. Der«Antrag Landsberg ist dadurch erledigt. Heber die Anregung, die endgültige Entscheidung dem Parteitag vorzubehalten, stimmte nur der Parteiausschuß ab. l5r lehnte die Anregung mit Stimmengleichheit 10 gegen 10 Stimmen) ab. Damit war die Tagesordnung erlotzigt. Die Königmache In Zinnlanö. finnische Regiernng gegen„Vorwärts". WTB verbreitet ein Telegramm des Auswärtigen Amtes in Finnland, das sich gegen unsere Ausführungen vom 17. September richtet. Es wird darin behauptet, daß die Finnen begeisterte Monarchisten sind, und bestritten, daß sich die dsutsche Heeresleitung in die Entscheidung eingemischt hätte. Von deutscher Seite sei kein. Druck ausgeübt, vielmehr erklärt worden, daß dies eine eigene- Angelegenheit der Finnen sei. Weiter heißt cS wörtlich: � Sie(die offiziellen deutschen Kreise) haben allerdings, als sie.apMiicklick) UmiZrsMsiUung befragt wurden, ihre An- Kämpfe bei Epehy— Feindliche Vorstöße gegen Hanmont B er l in, 23. September 1918, abends. Am tlich. Bon dcit Kampffronten nichts Neues. Amtlich. Grones H n n p t II u a r t i e r, 23. S c p- te m b er 1918. lWTB) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Ruvvrecht. Bei örtlicher lliitcrnchmnng südlich von Neuvc Chapelle machte» wir Gefangene. Die Artillerietätigkeit lebte-wischen D p c r n und, L a B a s s 6 e, beiderseits der S c a r p c und im Kanalabschnitt südlich von M a r q n i o n ans. Heeresgruppe Boehn. In den Abschnitten östlich und südöstlich von Epchp sowie zwischen O m i g n o n- B a ch und der Sommr nahm der Artillcrirkampf am Nachmittage wieder größere Stärke an. In- Failtenrnngriffc, die der Engländer gegen unsere Linien südöstlich von Epehy richtete, wurde» abgewiesen. Wie in den lciitcn Tagen zeichnete sich auch gestern die 2. Gardc-Jnfantcric- Tivision besonders an?. Während der Nacht hielt starke Feuer- tätigtest an; in nächtlichen Angriffen östlich von Epehy faßte der Feind in cinzclncn Grabenstücke» Fuß. Borfcldkäwpfe an der Oisc. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Zwischen Ailctte und A i s n c flaute die Gefechtstätig- keit gestern ab. ErknndnngSgcscchte in der Champagne. Heeresgruppe Gollwitz. Zwischen der EotcS Lorraine und der Mosel war der Artillcrickainps am frühen Morgen zeitweilig gesteigert. Ter Feind, der mit stärkercu Abteilungen gegen H a u m o n t, südlich von Damptvitoux und R e m b c c o n r t vorstieß und mit ErkundungSabtcilungcn mehrfach gegen»nserc Stellung heran- fühlte, wurde abgewiesen. Westlich der Mosel schoben wir unsere Linie etwas vor. Oberleutnant Locrzcr errang seinen 42., Leutnant Bacumrr seinen 31). Lustssez. Der Erste Generalquartiermcister. Ludendorff. Ter österreichische Bericht. Wien. 23. September. Amtlich wird verlautbart: Nichts Neues. Der Chef des General st abcs. ficht von den Borzügen der Monarchie nicht verhehlt, aber wie es sich jetzt gezeigt bat, ist dieser Umstand ohne Einfluß auf den Standpunkt derRepubliraner geblieben. Die Anhänger der Monarchie, die sick in der Hauptsache aus den Parteien der AEt sinnen und Schweden in ihrer Gesamtheit und einem großen Teil der Jungfinnen zusammmfetzen, erklärten ihren monarchischen Standpunkt schon im Frühling, che noch irgendwelche Verhandlungen mit deutschen Kreisen über diese Angelegenheit stattgefunden hatten. Es kann kein Zweifel darüber obwalten, daß gegenwärtig die überwältigende Mehrheit der Volksschichten, die im vergangenen Winter für die gesetzliche Staatsordnuiig kämpften, dem mon- archischen Gedanken anhängt. Was die Wahl eines de u t s ch e n Fürsten anbetrifft, beruht dieselbe aus dem Gang der Er::gn!sse und der Gewinnung� de? Volkes. Finnland hat seine Selbständig- keit durch Deutschlnuds Kämpf und kräftige Unteestützung Erhalten, und Teutschland hat Finnland seine Hilfe gewährt, als die Freiheit Finnlands im vergangenen Winter nochmals in Gefahr schwebte. Die Wahl eines denischen Fürsten zum König von Finnland ist also eine natürliche Folge dieser Tatsache. Ganz recht, die Monarchisten haben die Republikaner teils totgeschlagen, teils eingesperrt. Da dies zur Erreichung einer Mehrheit noch immer nicht ausreichte, sind sie zu den offiziellen Kreisen Deutschlands gelaufen und haben dann erklärt:„Deutschland i st mit uns. Deutschland will die Monarch i c." So kam die„monarchistische Mehrheit" zustande._ LansinAS halbe Swnöe. Bern, 22. Septembex. lEigener Drahtbericht des„Vor- lvärts".) Der„Manchester Guardian" kritisiert die Antwort Amerikas. Hie müsse in Potsdam Freude wecken. Deutsch- land werde nun sagen, daß Oesterreich sehen könne, daß ihm kein Entkommen möglich sei und daß es nicht mehr zögern dürfe, Verstärkungen an die Westfront zu senden. Es heißt, daß Lansing bitinen einer halben Stunde antwortete; das mochte für die Substanz der� Antwort binrejchen, aber hätte Lansing eine weitere halbe Stunde der Ueberlegung gewidmet, so hätte er gesehen, daß die Form hier kaum weniger wichtig ist als die Substanz. Wohl sei dc!> Vorschlag Burians unannehmbar, da die Alliierten nicht auf eine Konferenz gehen könnten, ohne zu wissen, ob der Feind die von den ÄllfterteninwesentlichenBestimmnngendargelegtenVedingnngen als Diskutierbasis annimmt. Aber nun können die Regierungen Deutschlands und Oesterreichs ihren Völkern sagen, daß Wilson Verhandlungen überhaupt verwerfe. Lamings halbe Stunde hat für Hindenburg mehr Wert als ein Armeekorps. Der„Manchester Guardian" weist darauf hin, daß Amerika übrigens seine Absichten keineswegs genügend klar machte, beispielsweise bezüglich Oester- reichs, wo nmn nicht weiß, ob es unter Autonomie Zer- schlagung oder Födcralisierung persteht. Ter„Manchester Guardian" folgert die Notwendigkeit einheitlicher Diplomatie. Tie amerikanischen Staatsmänner, welche in komplizierten Enropa-Affärcnimpermeidluh nnversicrt seien, hätten einiges zu lernen. Der„Manchster Guardian" publiziert alsdastn ein Gespräch mit Thomas, welches mit Vorstehendem fast gleichlautend ist. Darin heißt es: Oesterreich habe recht mit der Bemerkung, daß die S t a a t s- mann er aneinander vorbeiredeten. Die alli- ierten Regierungen müßten ihre Kriegsziele popula- r i s i e r e n und den Völkern verständlich machen. Duigarien für Durians Vorschlag. . Die Antwortnote der bulgarischen Regierung auf den öfter- reichifch-ungarischen Vorschlag hat folgenden Wortlaut: Herr Min: war! Die königliche Regierung hat mit lebhafter Befriedigung die Rote, vom 14. 0. aufgenommen, durch die Eure Exzellenz alle kriegführenden Staaten eingeladen hak, zu einem unmittelbaren Gedankenaustausch zu schreiten über die Mittel, dem Krieg ein Ende zu setzen und die Eintracht zwischen den in dem gegenwärtigen Weltbrand verwickelten Völkern wiederherzu- stellen. Diese Anregung entspricht vollkommen ebenso sehr den Be- strcbung.tei des bulgarischen Volkes wie den Ansichten seiner Re- gierung. Ich beeile, mich daher. Eurer Exzellenz mitzuteilen, daß Bulgarien bereit ist, Delegierte zu entsenden behufs Fühlung- nähme mik den kriegführenden Staaten und, wenn sich eine Möglichkeit bietet, behufs regelrechter Verhandlungen. Bulgarien ist um so geneigter, an Schritten teilzunehmen, d'e den. Zweck verfolgen, die Völker einem Einvernehmen näher zw bringen, das den Frieden herbeizuführen geeignet wäre, als es: n diesem Kriege nur Zln spräche erhebt, deren Grundsätze schließlich allgemeine Zustimmung gefunden Haiku. Treu dem demokratischen Ideal der Gerechtigkeit und der Freiheit, an das uns die Ueberliefernngen unserer Wiedergeburt, der Geist unserer politischen Verfassung und alle Hilfsquellen unseres öffentlichen Lebens binden, streben wir weder nach Eroberung von fremden Volks- stammen bewohnter Provinzen, noch nach Her- stellung einer Vorherrschaft über unsere Nach- b a r n. Unsere Kriegszicle fassen sich einzig und ausschließlich zusammen in der Festigung unserer Sicherung und in der Verwirklichung der Einheit unseres Volkes in ethnographischen Grenzen, die ihm die Geschichte zuge- wiesen hat und die durch aus der Entscheidung der Großmächte geflossene Akte in der Vergangenheit wiederholt sanktioniert wor- den sind. Diese Formel datiert nicht von heute. Jedesmal, wenn die Balkansrage zur Sprache gekommen ist, sei es vor dem großen diplomatischen Gerichtshof von Europa, sei es in den Beratungen der interessierten Völker selbst, hat sich Bulgarien unveränderlich auf d.n Boden der Nationalitäten gestellt. Heute wie gestern ver- langen wir nichts überlas binaus, was uns die tat- säckliche Ausbreitung unseres Volks st ammcs verbürgt. Indem wir die auf solche Weise formulierten Ansprüche un- icres Volkes verfolgen, haben wir das Bewußtsein, nicht bloß an der Schaffung einer billigen und dauerhaften Ordnung im euro- päisckcn Orient mitzuarbeiten, sondern auch unseren lopolen Bei- trag zur Gründung jener Gesellschaft der Nationen zu leisten, nach der die Stimmen der zivilisierten Völker immer gebieterischer rufen. In diesem Gedankengang glauben wir die vom Präsi- denken der Vereinigten Staaten von Amerika geäußerte Ansicht über die Notwendigkeit, die Konflikte der Balkanstaaten nach dem Recht der Nationalitäten zu regeln, ber- vorheben zu müssen. Nachdem die Verbandsmächte wiederholt öffentlich dem Gpanken des Präsidenten Wilson zugestimmt haben, hat Bulgarien allen Grund zu schließen, daß die lllegierungen dieser Mächte gegen seine An- spräche keinerlei grundsätzliche Einwände erheben können. Indem wir also die Ueberzeugung Eurer Exzellenz, daß zwischen den im Kriege befindlichen Staaten eine Annäherung möglich ist, teilen, hegen wir die Hoffnung, daß dar Schritt der k. und k. Regierung dazu dienen wird, das Ende des ungeheuren Krieges, der die Menschheit in Trauer versetzt, zu beschleunigen und die Organisation eines internationalen Lebens zu fördern, das auf den edlen Grundsätzen beruht, deren Heraufkunft die maß- gebend sie n Stimmen unter den großen Nationen gefordert haben und die triumphieren zu sehen, Bulgarien ganz besonders glücklich wäre. Kabinettskrise in Japan. Tokio, 22. September.(Reuter'.) Das Kabinett ist zurückgetreten. Der Rücktritt des Kabinetts Termichi wurde schon vor einigen Wochen angekündigt, und zwar damals in Verbin- dung mit Unruhen in den Reisgebicten. Wie alle Kabinetts- stürze der letzten Jahre wird aber auch diese neueste japa- nische Regierungskrise ihre Bedeutung ans dem gefährlich. verschlungenen Gewebe auswärtiger Ereignisse empfangen. Es konnte kein Quell der Stärke für das.Ministerium, das jetzt seinen Platz räumt, werden, daß Japan in der Jntcrventionsaktion, in dse es plötzlich halb willig, halb ge-' zwungen hineinglitt, immerhin ein nicht geringes Stück der politischen Handlungsfreiheit ausgab, die es sich bisher wäh- rend des Weltkrieges zu sichern gewußt hatte. In den chinesischen Angelegenheiten münzt sich aus, was Japau weggezahlt hat. Wenn Japans Ertrag des Weltkriegs in bezug auf Ost- asien sich bisher darin zeigte, daß es in Peking zur" Vormacht und England entsprechend an eine zweite Stelle zurück- gedrängt wurde, so läßt die letzthin eingetroffene Nachricht, daß England sich als Vermittler in den inneren Wirren Chinas gemeldet' habe, erkennen, daß Japans günstig ge- wordene Position nunmehr wieder empfindlich, bedroht ist. Der Einmischung der Alliierten in Ostsibirien ist die Einmischungin China logisch gefolgt. Eine Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur meinte letztbin, es verlaute noch nichts, wer dort die R o lss c d e s Exekutors übernehmen werde. Ist das japani'che Kabinett im Zu- sammcnhang mit den Auseinandersetzungen über die Be- setzung dieses Postens gestürzt? Ein pre�ebunö gegen Elemenceau. Bern, 22. September. Die französischen Zeitungen„Fronee Libre",„Bataille",„Heute",„Hmnanilo",„Journal",„Peuple", „Lanterne",.Vxritä",„Popnlaire",„Pays" und„Oeuvre" boben sich unter dem Namen„Demolratischer Presseverband von Pari?. der französischen Departements und Kolonien" zu einer Gruppe zusammenoeichlossen, die gemeinschaftlich gegen die untcx dem gegen- wäriigcn Zeusurrrgime mögliche Diktatur der Berleuvidung ankämpfen will. Es wird Schaffung von Rechtsparagrasihen zur Bestrafung der Verleumdung verlaugt. Es handelt sich bei diesem Pressebund also insbesondere um eine Organisation zur Erkämpfung der bürgerlichen Preß- sreiheit. Wie uns gemeldet wird, existiert ein Manifest, das aufs schärfste die Kriegszensur angreist, das Wort Ana- tole Frances:„Frankreich trägt eine Binde um die Augen und einen Knebel im Mund!" Abermals Attentate gegen Sowjet- mitglieZer. Maffenverhaftungen in Samara. Moskau, 21. September.(Meldung des Wiener k. k. Tel. Korr.-Bureaus.) Ans Mitglieder der Sowjetregiening sind wieder Attentate erfolgt, die neue R e p r c s s i v- M a ß- regeln zur Folge haben. » Moskau, 21. September. lPTA) In Samara nimmt der Terror der Gegenrevolunonäre zu, 1200(> Mann sind verhaftet worden. Unter den Verbafleien befinden sich 37 Frauen, Ehefrauen der verhafteten Bolschewiki. Von diesen wurden 16 Frauen er- schösse n. Die übrigen sind zum Strang ver- urteilt worden. Eingezogen wird ausschlietzlrck die arme Be« völkcrung. deren Hab und Gm gleickzeitig der Konfiszierung unter« liegt. Tie letzten Nachrichten melden, daß die Geistlickkeit sich Weigert, die erschossene» Soldaten der Noten Armee zu beerdigen Nr. 263 ♦ 35. Jahrgang Heilage öes Vorwärts Dienstag, 24. September 191 8 Eisenbahnkatastrophe in Vresöen-Neustaöt. 31 Tote, 59 verletzte. Sonntag abend 19 Uhr fuhr der Leipzig-DreZdener D-Zug kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof Dresdcn-Neu- stadt auf den dort haltenden Berlin-Wicner D-Zug auf. Mehrere Wagen des Berliner Zuges wurden zertrümmert. Bon den Fahrgästen sind 31 getötet, 3V schwer und 23 leicht verletzt. Dazu wird uns von amtlicher Stelle gemeldet: TaS Eisenbahnunglück, das sich Sonntag abend 19 Uhr 9 Minuten auf der viergleisigen Hauptbahnstrecks ?:ipzig-Dresden kurz vor dem Bahnhof Dresdm-Neustadt ereignete, hat sich leider als einer der schwersten Unglücksfälle herausgestellt, von denen bisher die Sächsische Staatseisen- bahnvcrwaltung betroffen worden ist. Der Vorgang ist nach den bisherigen Ergebnissen der amtlichen Erörterung fol- gender gewesen: Der von Leipzig über Döbeln nach Dresden verkehrende Personenzug 1513(fahrplanmäßig 9 Uhr ?8 Minuten in Dresden-Neustadt) erlitt am Einfahrtssignal de? Bahnhofes Dresden-Neustadt einen Lokomotivschaden, so daß er nach vollendeter Einfahrt liegen blieb. Dadurch kam der von Berlin kommende D-Zug 199(fahrplanmäßig 9 Uhr 88 Minuten in Dresden-Neustadt) vor dem vorausliegenden Block Nr. 39 zum Halten. Seine letzten Wagen standen in der Nähe der Brücke über den Niesaer Platz. Auf diese Wagen fuhr der aus Leipzig kommende V- Z u g 1 3(fahrplanmäßig 10 Uhr 08 Minuten in Dresden- Neustadt) auf. Darüber, wie es möglich war, daß der Führer des v-Zuges 13 in die vom Berliner Zug besetzte Blockstrecke einfuhr, obwohl die Strecke den unmittelbar nach dem Unfall angestellten amtlichen Ermittlungen zufolge ge- sperrt war. können erst die im Gange befindlichen weiteren Erörterungen endgültigen Aufschluß geben. Die Geschwindig- keit de? Leipziger Zuges war zwar schon infolge der Warn- stellung des Vorsignals etwa? ermäßigt worden, jedoch noch groß genug, um eine verhängnisvolle Wirkung auszuüben. Bon dm Reisenden de? Leipziger Zuges find glücklicherweise nur wenige, und auch diese nur leicht verletzt worden, dagegen sind im Berliner Zuge, von dessen Wagen mehrere vollständig zertrümmert wurden, 31 Reisende getötet und 3 0 schwer verwundet worden. Als leicht verletzt sind bisher 29 Personen ermittelt worden. Die Namenfeststellung ist noch nicht beendet. Die Dresdener Feuerwehr und der Eisenbahnhilfszug waren nach ganz kurzer Zeit zur Stelle, mehrere Aerzte traten sofort in Tätigkeit, ebenso leisteten Beamte der städtischen Wohlfahrtspolizei wertvolle Hilfe. Die Unfallstelle wurde von Polizeibeamten und durch die vom Generalkommando befohlenen Mannschaften abgesperrt. Die schwer Per- n>undet«n� wurden sofort in Krankenautomobilen in das Friedrichsstädter Krankenhaus übergeführt. Bei der Schwierig- keit des RettungswerkeS konnten die letzten Verwundeten leider erst um y28 Uhr morgens geborgen werden. Bis jetzt konnten nur erst festgestellt werden als getötet: Frau Kapellmeister P e m b a u r- Dresden, Frau und Tochter des Lokomotivführers Gabler- Dresden, als schwer verwundet: Soldat Paul D eck wi r t h- Groß- Schönau bei Zittau, Schütze Erich S t a n tz- Dresden-Neu- stadt, Soldat Äarl Lütz aus Klötschen, Garnisonverwaltungs- inspektor K ä st n e r- Dresden, Frieda Schuster aus Lühlap, Major Koch- Magdeburg, Sergeant Sander- Dresden, Johanna Gründel-Friedrichshagen, Direktor Ronnecke-Berlin, Anna Berlin aus Schweden, Zigarrengeschäftsinhabcr Karl H ö r e z- Dresden, Reinhard Seifert-Dresden, Packer Richard Bern- h a r d- Dresden, Beamter Berthold K e k s ch- Berlin, Kauf- mann Hugo Her mann- Dresden, Vizewachtmeister von Croyn- Berlin-Grunewald, Karl S o b e I- Berlin, Zivilingenieur Georg Ludwig und Frau- Berlin. Tegel. Ullrich v. Beyrink- Potsdam, Frau Rellin- Dresden, Baumeister S ch ü m i ch e n- Dresden, Frau Direktor Reh-Leschwitz, Helene Ort- mann- Dresden, Georg Ley» Dresden, Frieda M ä- diger- Dresden. GroMerün Wvhnungsmangel und Mieterschutz. Zur Bekämpfung des WohnungSmangelS und zur Erhöhung de» Mieters�utzeS sind gestern zwei neue Bundesrats- Verordnungen beschlossen worden. Sie werden in aller- nächster Zeit veröffentlicht und treten dann sofort in Kraft. Aus dem Inhalt wurden uns beim Staatskommissar für das Wohnung?- wescn durch Ministerialdirektor Conze einige Mitteilungen gemacht. Die Verordnung über Maßnahmen gege n den Woh- nungS mangel bringt nicht die sogenannte Zivileinquarbierung, die mancher Inhaber einer allzu reichlichen Wohnung befürchtete. Aber sie will den unter den jetzigen Verhältnissen unerträglichen Zustand beseitigen, daß ein Hauseigentümer eine Wohnung ab- sichtlich leer stehen läßt oder sie sonstwie ihrer Bestimmung entzieht. Die Gemeindebehörden werden ermächtigt, für unbenutzte Wob nungen eine Anzeigepflicht anzuordnen. Als un- beu-.itzt gelten nur Wohnungen, die wirklich leer stehen. Der Ge- danke einer WohnungSrationisrung ist abgelehnt worden. Wob- nungen von Personen, die ins feindliche Ausland gezogen find, gelten als unbenutzte. Die Gemeinde selber darf die unbe- nutzten Wohnungen erfassen tintd ihrem Zweck zuführen, indem sie Wohnungsuchende an die betreffenden Eigentümer weist. Kommt eine Einigung zwischen ihnen nicht z: stände, so entscheidet daS Mietoinigung-amt. Wenn der Woh- nungsuchende nicht Einspruch dagegen erhebt, gilt hiermit der Vertrag als geschlossen. Die Gemeinde kann anordnen, daß Räume, die bis 1. Oktober 1918 als Wohnungen vermietet waren, nicht ohne ihre Erlaubnis zu anderen Zwecken verwendet werden dürfen. DaS richtet sich bauptsächlich gegen die KriegSgescllschafden, die manch- mal ganze Wohnhäuser ausmieten. Versagt werden darf aber die Erlaubnis nur dann, wenn daS MietoiniyungSamt zustimmt. Für Abbruch von Wohngcbäuden oder von Teilen solcher kann die Ge-, »winde eine Genehmigu ngspf licht einführen. Sie kann, wenn nötig. � auch die Herrichtung von Räumen für Wohnzwecke ausführen. 1 WZHlerversammlung in öeriin I. Eine öffentliche WLHlerverfammlung, einberufen von der Sozial- demokratischen Partei, findet Mittwoch, den 25. September, abends 8 Uhr, in Havcrlands Festsälen, Neue Friedrichstraße 35, statt. Referent ist der Kandidat der Sozialdemokratischen Partei, Stadt- verordncten-Borstchrr-Stcllvcrtreter Hugo Hei mann. Das Wahlbnrea» der Sozialdemokratischen Partei befindet fich Lindenstr. 3 im Bezirkssekretariat Groß-Bcrlin. Adresse: Th. Fischer, Berlin 8W 68, Lindcnstr. 3, Telephon Amt Moritzplatz 364. Zum Schutz der Mieter wird die Mieterschutzverordnung vom vorigen Jahr fortentwickelt. Tie neue Verordnung schafft Klar- heit darüber, daß man das Mieteinigungsamtbeiallen Kündigungen, nicht bloß bei solchen mit Mietsteigerungeu, anrufen kann. Dasselbe gilt für Mietverhältnisse, die ohne Kündi- gung vereinbart sind; eine Umgehung des Mieteini gungSamts wäre also hier wicht mehr möglich. Die Anrufung des EinigungSamtS mutz„unverzüglich" geschehen, doch ist keine bestimmte Frist fest- M n der Froni gili die Tai. Oie Tai der Keimai heißi: Kriegsanleihe zeichnen! gefetzt. Wichtig ist, daß die bisher oft von schikanösen Wirten der- weigerte Erlaubnis für AbVermietung durch das Einigungsamt ausgesprochen werden kann. Auch bei Neuvermieiungen kann Zuständigkeit de? Einigungsamts angeordnet werden, falls nach Meinung der Zentralbehörde in dem be- treffenden Gebiet besonderer Wohnungsmangel herrscht. Wo diese Voraussetzung angenommen wird, kann die Gemeindebehörde für Vermietungen zu höherem Preis als zu dem bis 1. Juni 1917 gezahlten die Anzeigepflicht einführe,!. Hält sie den neuen Mietpreis für zu hoch, so legt sie die Sache dem MieteinigungSamt vor. Dieses kann die Miete selbst dann, wenn die Parteien sich für einig erklären, auf eine angemessene Höhe herabsetzen Der Staatskommissar für das Wohnungswesen hat durch Erlaß an die Regierungspräsidenten noch einige Winke darüber gegeben, wie die Verordnung auszuführen ist. DaS Wort „zum Schutz der Mieter" sei nicht so aufgefaßt, daß immer zu ihren Gunsten entschieden werden müsse. Bei Beurteilung einer Miei- steige rung sei auf die Mehrung der Hausunkosteu, aber auch auf die Lage de« Mieter» Rücksicht zu nehmen. Wegen Kinder. r« i. ch t u m S dürfe keine Familie schikaniert werden. Di» Zentralbehörde kann für Bqstrke mit d»f anderem Wohnung». mangel anordnen, daß überhaupt nur mit Erlaubnis des MieteinigungSamt» gekündigt werden darf. Ein« entspreche nde Bestimmung trifft auch Verträge ohne Kündigung. Darin liegt eine Art GenehmigungSzwang, der aber im übrigen abgelehnt worden ist. Ministerialdirektor Conze betonte, daß der Staatskommissar für das Wohnungswesen sorgfältig erwogen hat. ob neben den Interessen der Mieter auch die der Hauseigentümer genügend be- rücksichtigt sind. Andererseits glaube er, daß die Einräumung weitgehender Befugnisse an die Gemeinden, wie sie durch diese Verordnungen festgesetzt wird, besonders segensreich sein werde. DaS wird, meinen wir, sehr davon abhängen, welcher Geist dieGe mein deVerwaltungen erfüllt.� Nur zu oft herrscht da die Anschauung, daß die Grundeigentümer die wichtigste Stütze der Gemeinde seien. Daß die Gemeinden die meisten dieser wahrhaftig nicht weitgehenden Maßregeln nur treffen„k ö nn e n", nicht müssen, ist ohnedies sin bedenklicher Mangel._ Vollversammlung der Berliner Handwerkskammer. Die Handwerkskammer, die gestern im Landeshause zu einer Vollversammlung zusammentrat, stellte u.a. zur Hebung und Förde- rung des handwerklichen LehrlingSwesenS folgende Leit- und Richtsätze auf, deren Befolgung sie den Lehrberren dringend empfiehlt: 1. a) die in den einzelnen Handwerken bisher übliche Lehrzeit soll unter Berücksichtigung des erreichten AuSbildungsgradeS mit Genehmigung deS Vorstandes der Handwerkskammer mehr als bisher gekürzt werden; b> besonders soll den in Kriegsbetrieben mit praktischer Arbeit beschäftigt gewesenen Jugendlichen die dort verbrachte Zeit je nach Lage der Verhällnisse ganz oder zum Teil auf die Lehrzeit angerechnet werden: o) die gleiche Vergünstigung ist denjenigen Lehrlingen zu gewähren, welche ihre Lehrzeit wegen Einberufung zum Heeresdienst nickit zu Ende führen konnten und nach ihrer Entlassung vom Militär weiterlernen wollen. S. Eine den Teuerungsverhältnissen und der Geldentwertung angemessene Erhöhung des Kostgeldes(Lohnes) ist eine unerläß- liche Notwendigkeit. Die Vollversammlung empfiehlt daher. daS Kostgeld(den Lohn) un, mindestens 196 Proz. zu erhöhen. Dabei empfiehlt sich eine besondere Berücksichtigung der unter Ziffer 1 Buchstabe b und o bezeichneten Personen. 3. Zur Durchführung der Maßnahmen unter Ziffer 1 ist besonders darauf zu achten, daß durch die Beschäftigung der Lehrlinge mit untergeordneten und häuslichen Arbeiten deren Au«- bildung nicht beeinträchtigt wird. 4. Den Lehrherren wird dringend empfohlen, die Kosten für die Einschreibung der Lehrlinge in die Lehrlingsrolle der Innung oder der Hand« Werkskammer, der Gesellenprüfung sowie der Fach- und Fort- bildungS schule zu übernehmen und dies im Lehrvertrage fest- zusetzen.._ Die Standesschule ein Rührmichnichtan! Den Abbau der Vorschulen in Groß- Berlin an- zubabnen. halte die Berliner Stadtverordnetenversammlung im vorigen Jahre den Magistrat ersucht. Durch Verhandlungen mit den Bororten sollte Berlin daraus hinwirken, daß die Groß-Berliner Gemeinden in dieser Frage sich auf ein gemeinsames Vorgehen einigten. Jetzt muß der Magistrat den Stadtverordneten mitteilen, daß in einer Besprechung mir Vorortvertretern eine Einigung über die Abs-baffung der Vorichulen nicbt zu erzielen war.„Es besteht," sagt er in einer Vorlage zur Kenntnisnahme,„insbesondere in den we st liche n Vororten keine Neigung zu diesem Schritt, und iu absehbarer Zeit dürfte keine AuSsicbt auf Verwirklichung eines gemeinsamen Vorgehens bestehen." DaS läßt sich denken, daß besonder? die von Wohlhabenden bewohnten Vororte des Westens ihre Vorschulen nicht aufgeben wollen. Ge- rade dort gedeiht diese als Standes schule anzusehende Schul- einrichtung am üppigsten, weil die Wohlhabenden für ihre Kinder die Volksschule ablehnen. Die Beliebtheit der Borschule gründet sich zum Teil auch darauf, daß ihren Zöglingen der Uebergang auf höhere Lehranstalten sehr viel leichter als den Bolksschülern gemacht wird. Von ihr könnte man fast sagen: Sie schafft freie Bahn jedem— Untüchtigen._ Doppelte Fleischration der Selbstversorger. Entsprechend der vom 1. August ab erfolgten Verringerung der wöchentlichen Fleischmenge für die versorgungSberechtigte Bevülke- rimg hat der Staatssekretär des KriegsernährnngSamtS durch Wer- ordnung vom 20. September auch die Sätze für die Selbstversorger festgesetzt, so daß ein Selbstversorger in Zukunft 400 Gramm Schlachtviehfleisch, gleichviel welcher Art. oder Wildbret in der Woche für sich verbrauchen darf. Die Neuregelung tritt nur dem 25. September in Kraft. Für Hausschlachtungen. die vor diesem Zeitpunkt vorgenommen sind, verbleibt eZ bei den bisherigen An- rechnungsvorjchriften. Berliner Lebensmittel. Wer vom 1. Oktober ab seinen Zucker von einem anderen Kleinhändler als bisher beziehen will, muß die Anmeldung bis zum 23. September einschl. bewirken. Die Kleinhändler sind ver- pflichtet, die Konlrollabichnitte derjenigen Zuckerkarten, mit welchen ein Wechsel des Kleinhändlers vorgenommen werden soll, den Be- zugsberechtigten herauszugeben. Diese Kontrollabschnitte sind den- jenigen Klciiihändlerir, welche vom 1. Oktober ab Zucker liefern sollen, zil übergeben. K ä s e v e r t e i l u n g. Bis Sonnabend, den 23. September, wird an diejenigen Kunden, die in den Sveisefettkimdenlisten der in den Bezilten der 103., 191., 204. und 213. Brolkommiinon gelegenen Geschäfte eingetragen sind, pro Kopf 125 Gramm Käse verteilt. Kleine Aufrage. In Berliner und Borort-Zeitungen findet man schon seit längerer Zeit folgendes Inserat: Kautabak, belgisch, kein Ersatz, Rolle 1,50, wieder m jedem Quantum abzugeben. L.'S Restaurant, Lankwitz u)w. Ist der Preis von 1,50 M. für eine Rolle Kautabak normal oder wucherisch? U. A. w. g. Ter Ruderberein„Vorwärts- veranstaltete am Sonntag sein diesjähriges Abrudern. verbunden mit einem Dauerrudern. Unter reger Beteiligung seiner Mitglieder und der Rudervereine„Freiheit" und.Kollegia' gingen insgesamt 13 Boote über die 10.5 Kilomeier- Strecke Oberschöne- weide— Müggelschloß. Die Ergebnisse der Wettsahrt waren solgende: 1. Einer mit Steuermann: 1. R.-V.„Freiheit"; Zeil: 61 Min. 03 Sek. 2. Doppelzweier: 1. R.-V.„Vorwärts"; Zeit: 55 Mm. 44 Set. 3. Riemen- vierer für Ansängen sHerren): 1. R.-D.„Vorwärts"; Zeit: 52 Min. 33 Sek. 4. Riemenvierer für Damen: 1. R.-V.„Vorwärts"; Zeit: 60 Min. 20 Sek. d. Doppelvierer jür Damen: 1. R.-V.„Vorwärts"; Zeit: 53 Min. 22 Sek. 6. Doppelvierer jür Herren(Senioren): 1. R.>V.„Vorwärts"; Zeit: 46 Min. 20 Sek. Im Rose- Theater geht am heutigen Dienstag zum ersten Mole Hebbels„Maria Magdalena" in Szene. Dio Hauptrollen sind Besetzt mir den Damen: Martha Krull, Nanny Mietzke, und den Herren: Hans Hellmuth, Bernhard Rewitsch, Otto Rejclg, HanS Hark. Regie: Otto Glacjer. Beginn: nachmittags g'j< Uhr. Ein Berliner Schutzmann als Schlcichhändlerhäuptling verhaftet. Auf dem Bahnhof Paulinenaue wurde dieser Tage eine aus sechs Perionen bestehende Gesellschaft festgehalten, die einen riesigen Reise- korb durch die Perronsperre zu schaffen versuchte. Der Bahnbeamto bemerkte jedoch, daß durch den Korb Blut hindurchsickerte. Nach Oeffnung desselben fand man ein halbes Rind. Die sechs Personen ivurden nun verhaftet und gaben an. daß sie bei einem Bauern eine Kuh gekauft und on Ort und Stelle abgeschlachtel hätten. Die eine Hälfte des Fleisches wollten sie nach Berlin schaffen, die andere Hälfte hatten sie vergraben, um sie dann später abzuholen. Da? Haupt der Bande ist ein Berliner Schutzmann. Ter Detektiv als Erpresser. Ein Kaufmann aus Berlin W�er- hielt einen Brief, der ihn deS Vergehens gegen einen gewissen Paragraphen des Strafgesetzbuches fälschlich beschuldigte. Ter Schreiber drohte ihm an, daß er seine Verfehlungen in seinem ganzen Bekannten- und Geschäftskreise verbreiten werde, wenn er ihm nicht sofort 1000 Mark zukommen lasse. Der Kaufmann ging zu einem Detektiv. Der Leiter dieser Anstalr war krank, sein Ver- treter aber begann seine Tätigkeit damit, daß er sich einen große» Vorschuß geben ließ. ES dauerte nicht lange, da erhielt der Kauf- mann einen mit der Maschine geschriebenen Brief, der ihm eine Anzeige bei den Slrasbebördeu ankündigte, wenn er nicht 1000 M. an einer bestimmten Srelle niederlege. Auch mit diesem Briefe ging der Mann zum Detektiv. Der erbat und erhielt einen neuen Vor- schuß, und forschte, wie er versicherte, fleißig weiter nach, bis die Kriminalpolizei ihn wegen einer Straftat selbst festnahm. Zur Ausklärung dieser Straftat beschlagnahmten die Beamten auch seine Papiere. Dabei fanden sie zu ihrer Ueberraschung den Eni- wurf zu dem zweiten Erpresserbriefe, den der Kaufmann erhallen hatte. Der Detektiv hatte die von einem anderen eingeleitete Erpressung statt sie aufzuklären, kurzerhand fortgesetzt und auch schon einen dritten Brief fertig. Nach seiner Entlarvung wurde auch der Schreiber des ersten Briefes von der Kriminalpolizei ermittelt._ Wilmersdorf. Lebensmittel. Fortgesetzt wird bis einschl. Frei- tag, den 27. September der Verkauf von 50 Gramm Teigwaren (Wasserware) und 50 Gramm Morgentrank auf Abschnitt 61 der Groß-Berliner Lebensmittelkarte. Ferner gelangen in der Woche vom 23. bis 29. September zur Ausgabe: auf Abschnitt 57 der Groß-Berliner Lebensmittelkarte V, Pfund AuSlandSmarmclade und auf Abschnitt 62 derselben Karre 150 Gramm Graupen. Auf die Abschnitte 10 und 11 der roten Haushaltungsbezugßkarte kann in der Zeit vom 24. September bis 12. Okrober je ein Drieschen Süßstoff entnommen werden.— Bon Mon- tag. den 23. September an berechtigt zum Bezüge von'/, Pfund Heringen oder frischen Fischen bezw. ili Pfund Räucherwaren außer dem Buchstaben L der grauen Bezugskarle für Einzelpersonen auch Buchstabe der grauen BezugSkacte für Einzelpersonen(8. Ausgabe). Buchstabe A der grauen Bezugskarle für Einzelpersonen verliert mit Ablauf deS 21. September feine Gültigkeit. Für die Wocbe vom 23. bis 29. September dürfen auf die Hauptkartoffelkarte 7 Pfund Kartoffeln entnommen werden. Mariendorf. HeringSvrrkauf. Die Gemeinde verkauft Salz- Heringe auf die Nrn. 10 001—15 000 im Gemeindeladen Chaussee- straße 87 und auf die Nrn. 15 001—17 000 und 1—3000 im Ge- meindeladen Cbauffeestraße 283. Auf die Nrn. 3001—8000 gibt es Heringe bei Schwarzbach, Chaussecstr. 36. Der Verkauf für Süd- e n d e«st im Gememdeladen Steglitzer Straße 24. Vertauf ist auf die Nrn. 2001—3500 und Nr. 1—2000. Auf jede Lebensmittelkarte entfällt ein Hering(55 Pf). Der Verkauf findet in obigen Läden bis zum 26. d. M. statt. Wer die Ware bis zum 30. d. M. nicht abholt, verliert da? Bezugsrecht. Britz. Lebensmittel. In der Woche vom 23. bis 29. Sepieber gelangen in der Verkaufsstelle der Gemeinde zur Abgabe auf die Groß-Berliner Lebensmittelkarte, � Abschnitt 01, 50 Gramm und 50 Gramm Suppen, auf die Britz er Lebens- mittel karte, Abschnitt 42, 1 Pfund Mostrich für Haushaltungen bis 4 Personen, 2 Pfund Mostrich für Haushaltungen über 4 Personen; Abschnitt 43 1 Pfund Scholle in Gelee, je Haus« Haltung, soweit Vorrat; Abschnitt 44 100 Gramm Puddingpulver. je Haushaltung, soweit Vorrat; Nbschnilt'45 10 Stück Bouillon- würfet oder 100 Gramm Knochendrühwürfelmasse, je Haushalt: Abschnitt 46 Sonderzuteilung. Aus Abschnitt 7 der Eierkarre wird ein Ei je Person verabfolgt(Auslandsware). Lichtenberg Nähgarnbezug. Von Sonnabend, den 21. bis Mittwoch, den 25. Sepiember, findet die Voranmeldung zum Be- zuge von Baumwolliiähfäden auf Abschnitt 274 und von Leinen- Nähzwirn, Strick- und Stopfgarn auf Abschnitt 275 der Lichten- berger Lebensmittelkarte statt. ES entsallen ans je 2 Personen eine Rolle Baumwollnähsäden und auf je 3 Personen entweder ein Wickel Leinennähzwirn oder 2 Wickel Stopfgarn zu je 5 Gramm oder 10 Gramm Strickgarn. Ein Anspruch auf Bezug einer Be« stimmten Sorte der letztgenannten 3 Warenarten besteht nicht. Ab- schnitte, deren Zahl unter 2 bczw. 3 oder einem vielfachen von 2 beztv. 3 bleibt, werden nicht berücksichtigt. Einzelpersonen oder Familien mit weniger als 3 Angehörigen müssen sich mit anderen Personen zusammenschließen, um an dem Bezüge des. Garns teil- nehmen zu können. Die Anmeldung hat in dem durch besonderen Anschlag kenntlich gemachten Geschäft zu geschehen, in dem der An- meldende später das Garn kaufen will. Reinickendorf. Lebensmittel. In den amtlichen Verkaufsstellen gelangen ab 21. September je 250 Gramm Hülsenfrüchte auf die Septemberabschnitte der Kinderkarten L. C und D zur Ausgabe. «ZrtterauSstchten kSr daS mittlere Norddentlchland dtS Mittwoch mittag. Ziemlich mild, überwiegend bewölkt mit weit- Mrbreiteten, stellenweise starken Rcgensällen, dazwischen zeitweise aus- kia-°nd-_ Srkefkaften öer Neöaktion. Kottbus 1«S3. I.Ja. 2. Sie könnten ein Gesuch an das General- kommando richten.— Etsbeth. Der Ehemann wird die Ebelichleit des Kindes anscchten und dadurch erhält es schon nicht seinen Namen.— 3t. S. 10. Bis zu 21 Jahren.— I. 64. Nein. — P. 76. 1. und 2. Während der Militärzeit sind Sie von der Staats- steiler befreit, wenn Ihr Einkommen nicht 3000 M. beträgt. 3. Nein. 4. Ja. 5. Für die Zeit Ihrer Krankheit mühten Sie von der Steuer be- ireit werden. Mahnen Sie wegen Jstrer Reklamation noch einmal.— (?. M. 74. 1. Sie werden in Anbetracht der jetzigen Zeit den Wirt z« der Reparatur nicht zwingen können. Sie könnten nur kündigen zum Ab- laus des Vertrages. 2. Eine Stiftung dasiir ist uns nicht bekannt.— Willi. 1. Wenn Nachlaß vorhanden ist, können Sie daraus Anspruch zur Deckung der Unterhaltungskosten erheben. 2. Ja. 3. Für uneheliche Kinder werden Renten nicht gewährt. Die Unterstützung wird aber weiter gezahlt.— I. B. 53. Die Sache kann nicht verjährt sein, mahnen Sie beim zuständigen Landrat um Zurückgabe der Sachen.— P. V. L. 6. Wenn Sie über 800 M. Jahreseinkommen haben, sind Sie auch als Kriegerwitwe zur Zahlung der Staatsftcuer verpflichtet.— Eine Reklamation um Freistellung wäre zwecklos. Waflerstandsnachrichten der LanbeSanstalt für Gewässerknnde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Sozialdernolirzt. Verein Beriin Ii. Am 1. September 1918 fiel im Westen unser Ge- nosse 208/6 Hugo Biester. Ehre seinem Andenken k Her Vorslsnd. r Verb-uil! der Gemeinde' und Staatsarfceiter. U Filiale Gro8-Berlin. Den Mitgliedern geben wir hiermit Nachricht vom Tode des Kollegen WM PFeiizel von der Reichsdruckerei. Ehre seinem Zlndcnken l Die Beerdigung findet am Dienstag. den24.SePiembcr, nachmittags Ist- Uhr, von der Halle des Markus-Kirch- hoses in Wühelmsberg aus statt. Um rege Beteiligung bei der Bestattung deS Kollegen ersucht 33i3 Die Ortsverwaltung. — nrnirTnTTr"1""'-nn"■T" veuticher Buchbinder-Verband. (Zahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern zur | Nachricht, daß unsere Kollegin imia Reiße plötzlich an Blutsturz ge- starben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 21.Sevtembcr. nachmittags 4'/, Uhr, auf dem neuen Luisen-Kirchhos in Neukölln, Hermannstraße, statt. Zahlreiche Beteiligung er- wartet• 23/1 Die Ortsverwaltung. Veuttcher Craiisportarbeiterverband. BczirkSvorwalt. Eroß-Berlin Ten Mitgliedern zur Nach- Vicht, daß unser Kollege, der Hausdiener 03/t5 Franz Füllert j von der Firma D. Lewin, j Hausvogieiplatz 13, am 21. siepicmbcr im Alter von ! 52 Jahren verstorben ist. ! Ehra seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am ! Donnerstag, den 26. September, naiii mittags 3'/, Uhr, j von der Leichenhalle des i Belri- Kirchhoses, Berlin, �Friedenstr. 81, aus statt. Die ßezirksverwaltung veuttcher iiietaiiardeiier- Verband. Venvaitiuigsstelle Berlin. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Kollege, der Schlosser Robert Paeseler Greifenhagener Straße 6, am 19. d. Mts. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! 118/13 Die Ortsverwattung. (fVCU die und Be- kannten bie traurige Nach- richt, daß meine liebe Frau, die liebevolle Mutter meine? Kindes, Frau Narida Hodapp geb. Batime am 20. Sevtcmber 1918 nach langem, schwerem Leiden imllltervonllllJahrrn 'antt cntschlascn ist. Das Begräbnis findei�am Mittwoch, den 23. September, nachmittags 4 Uhr, aut dem Georgenkirchhos in Weißens«, Rölckcstr. 142/50, statt. 32866 Im Namen der trauern- den Angehörigen Karl Hodapp. Berlin-Treptow, Becrmann- siraßc 9a. Aln Freitag, den 20. Sept., verschied an den Folgen einer langwierigen Kranlheit nach der Operation unsere innigstgclicbtc, einzige Tochter, Schwester und Schwägerin Emmi im Zllter von 30 Jahren. Dies zeigen Im tiessten Schmerz an Paznch u. Frau Emma geb. Teicherl. Walter Paznch u. Frau Gertrud geh. Kaufimann, Richard Painch(zurzeit im Felde), Berlin, 22. September 1918. 0 34. Torcllstr. 3. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 25. Schit., nachmittags 3'/, Uhr, von der Halle des Petri« Kirch- hoses, Friedcnstr. 84, statt.' 112/20 Von Beileidsbesuchen bitten wir höflichst abzusehen. Verband der Galt- und Lchanliwtrte veutkchiandz. Zahlstelle Berlin. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nach- richt, daß der Kollege JLußU8l Härtung, Rigaer Str. 91, Bezirk 3, am 18. September verstorben ist. Ehre keinem Andenken! 73/20 l»e Ortsverwaltung. Vollcs- FcjerBesIaöungs- i Breill SroS-Berlinl Am Donnerstag, den 19. September, verstarb unser Mitglied Paula Richer Weißensee, Gartenstratze 15. Die Einäscherung findet am Dienstag, den 24 Sep- tember, mittags 12 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße 37/38 statt. 301/7 Friede ihrer Asche! Nach schweren Leiden ent- schlies sanft am 21. Sep- tember mein lieber Mann. der Metalldrücker 113/9 Franz Hempßl im Alter von 57 Jahren. In tiefer Trauer kenn/ Ikempel, geb. Ewald. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 25.September, nachmittags 4 Uhr, aus dem Heilig-Kreuz-Kirchhos, Ma- riendors, Eisenacherstr., statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herz- licher Teilnahme bei dem Hin- scheiden unserer heißgeliebten linvergeßlichen Tochter und Schwester 195A Emmy sagen wir allen Freunden und Verwandten unseren herzlichsten Dank. Familie Heinrich Krnse. Willhenowslr.lO. Danhfagung. Für die vielen Beweise innig- sler Teilnahme sowie sür die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung unseres liebe» Vaters sagen wir deu Kollegen und Kolleginiien der Firma Ferdinand Schuchard, Runge- straße 9, unier-n herzlichsten Dank. Geschwister Staub. Neukölln, Fuldastr. 24. 3232b Spezialarzt Dr. med. Liwahs betz. schnell, gründl., mZAi. schmerzlos u. ohne BerujSftor. QeschlechtskraRkhelt., geheime Haut-, Harn-, Frauenleiden, Schwäche. Erprobteste Methoden Parn- und Blutuntersuchung. Hoipir. m«sa. Svr. 10— In. s— 8,6onnt.lO— 1 Spezialarzt Dr. med. Hacdicke* Haut-, Harn-, Geschlechtsl.. Blutuntersuchg. Friedrichstr, 187-188(a. d. Mohrenstraße, üntergrdb.) U-l, 6-7, Stg. il-1. Spezialarzt Dr. med. Haschd, Friedrichstr, 80 ÄÄ. Behandl. von Syphilis, Hant- Harn-, Fraiienletden, spez.: chron.Fülle. Schmerzlose, kürzeste Behandlg. ohne Berussftörung. Bwtuntersuchung. Maß. Preise Teilzahlung. Sprechstunden 11 bis 1 und 5— 8. Sonnt. 11— 1. Unterricht im Bearbeiten sämtlicher Steuerarten bis zur Selb- ständigmachung erteüt, auch brieflich, nach leicht faßlicher, eigener Methode Kgl. Treuer- sekretär a. D. Ponsar, Char- lottenburg, Goethestraße 87, Pension Schönseld. 2087L Zeder �.rt preiswert tirelZe �n�wakl iiFiii.I.V Brnnnensitraßo 7, | Nähe Kosenthaler Platz. Teilzahlung gestattet.* VNFTvWZtS Erwerbs- K&glkhheh'en Weiel die nlciiste Zukunft Eine tick greifende Änderung unseres gesamten! Wirtschaftslebens, ein gewaltiger Auf-! »chwung unserer Industrie n. des Hau»| dels steht bevor, und es werden überafl j geschulte Kräfie gesucht sein. Angehörige technischer Beruf« u. Handwerker aoßea nicht versäumen, tlrre Kenntnisse und Fertigkeiten der kommenden Zeit ancroassen, um teil- zunehmen an den wirtschaftHcben Erfolgen, die naturgemfiß da» Ergebnis de» gewaltigen Ringens sein müssen Das beste Mittel, rasch und gründlich. ohne Lehrer, durch einfachen Selbst Unterricht eine gründliche Ausbildung In technischen Wissenschaften zu er werben, sind die technischen Selbst- unterrichtswerke„Syst.Kornack- Hachfeld". 80 S. starke Bro schüre kostenlos. Bonness l HacWeld, Pofsdai» Postfach 167 Zahngebisse, Platin,®r. 7,80, kauft* Frau Wnffner, Kaiscrstr. 18 I(Alexanderplatz) ieicUstagswaS)! In Berlin!. gsii!s Mittwoch, den ÄF. September er., abends 8 Uhr, in Haverlands Festsälen, Neue Friedrichstr. 35: OeMI. Walilerversamtnlung, veranstaltet von der fozialdemoltratiicben Partei. Referent: Der Kandidat der sozialdemokratischen Partei, Stiidtverlirdnetellvorßeher-SteLvertreter Hugo Helmann. 204/2_ Das Wahlbomitee. I. St.: Engen Ernst. Llndenstr. 3. Bekanntmachung eit hierdurch zur öffentlichen Kc Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß bei der städtischen Bolksbadeanstalt Bnrwaldstrafie am Diens- tag, den 1. Lklobcr 1918, mittags 12Nhr, der Betrieb für warme Wannen- und Brausebäder wieder ausgenommen wird. Badewäsche und Seise können nicht verabfolgt werden, müffcn also mitgebracht werden. Die Anstalt ist: Montag bis einfchließlch Freitag von 12 Uhr mittags bis 7 Uhr abends Sonnabends„ 12„,„ 8, Sonntags von 8 bis 12 Uhr vormittags sür den Betrieb geöffnet. Berlin, den 19. September 1918. Deputation für das städtische Turu- und Badeweseu. Dr. R c i m a n n. ßMgMMN Bei den gewaltigen Kämpfen im Westen haben die Hunde durch stärkstes Trommelscuer die Meldungen aus vorderster Linie in die rückwärtigen Stellungen gebracht. Hunderten unserer Soldaten ist das Leben erhalten, weil Hunde ihnen den Meldegang abnahmen. Militärisch wichtige Meldungen sind durch Hunde rechizeitig an die richtige Stelle gelangt. Obivohl der Nutzen der Meldehunde überall bekannt ist, eignet sich Schäfer-ünnd�M�MWB����W����W Nottweilcr, Jagdhunde, Lconbcrger, Neufundländer. Bernhardiner Doggen und Kreuzungen aus diesen Rassen, die schnell, gesund, mindest 1 Jahr alt und von über 50 cm Schultcrhöhe find. Die Hunde werden von Fachdreffcurcn in Hmideschuten ab- gerichtet und im Erflebenssalle nach dem Kriege an ihre Besitzer zurückgegebei,. Sie erhalten die denlbar sorgsamste Pflege. Sie müssen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Die Abholung erfolgt durch Ordonnanzen. 'Also Besitzer.- Eure Hunde in den Dienst de? Baterlandes! Die Anmeldungen für Kriegshund- und Meldehundschulen an Inspektion der Nachrichtentruppen, Berlin-Halensce, Kur- sürstendamm 152, Abteilung Kriegshunde, richten, 228/4 IX. jtoitsehe Kriegsanleihe-VersieheninB I j von M. 1000,— bis M. 10 000,— 1 Keine ärztl. Untersuchung! ! Kein Kriegszuschlag! Keine Nachzahlung! * Nähere Auskünfte, Prospekte und Antragscheine kostenlos. DER ANKER MsEfeaft LLebens-ii. Renten-Versichernnp in Wien i Direkti on für Deutschland: Berlin W 8, Mohrenstraße 8. Mitarbeiter zu günstigen Bedingungen gesucht.! Gibt es eine Auferstehyng der Toten? Gibt es einen Gott? Diese höchst aktuellen, viel besprochenen Fragen behandelt die soeben erschienene Broschüre: Gibt es einen Gott oder gibt es keinen? Zwei tiefgründige Schriften, für jedermann lesenswert. Versand erfolgt per Naohn. v. M. 1,10 franko v, Verlage; M Malzt. agsTS Cfrk Haben Sie„ M FßßbEseliweiM � empscblc nach Maß passend gearbeitet. Btiilzoiniagen sowie Brnebbandagen aller Art, Leibbinden, itutz- korsctts usw., Ariikel zur Gc- sundheiis- u. Ztrankcnpflcge.• Pollraannjonltaoiö, BerUn BT. I-othringer Str. 60, Lieferant für Krankenkassen kanten, besuchen Sie, bitte den*„ Pelzwaren---F verkauf Haokescher Hof. HasenttalerStrJ/Tl. � Streng reelle Ee-! dlenung. Giinstiga j Gelenenheits-Kaute. p«ÄMSi 3"fs h'äs Dr. n:cd. Keeben für Gesohlschtskrankheiton, Haut-, Harn-, Frauenieidar., nervSs. Sch-kScHa, Bsin- kranke. Behandlung schnell.siohcr u. schmerzlos ohne Berufsstörung in Dr. Homeyer& Co. konz. Labor, f. Blutunters.. Fäden im Harn usw. | gogenüb. iiPanoptik. . MHWgssr Spr. 10-1 u. 5-8, Sonnt. 10-1. Honorar mäßig, a. Tcüzah! Separates D.imemiimmer. ilf arßüi des W büj All dilliiiiv leidet u. d Jan am Wellie. Inhalt: Reis zur Liebe u.Ehe. Herrenrechi.— Eiler- sucht— Untreue— ManneS- krasl.— Svinber-egen.— Dinge, die ma» nicht sagtee. Pastor Schmidt schreibt im ii „Correspondeiit": Eins der ernstesten Bücher, die ich go- lesen. Die Bilder, die der| Veriasser entwirst.' greisen an Herz und Gewissen.— Preis Mk. 1,80. MAdehen, die man nicht heiraten soll. Zeitgemäße Anik.ürung. u. Warulingcii m.liÄbb. Das wichligste Buch sür Männer. Preis 1,50 M. Beide Bücher zus. geg. Poreinsend. Porto- frei, Nachnahme 25 Ps. mehr. Orania-ye:!.0-?jiie rburr; 92 Spezialarzt Dr. aied. Reiaiiarill, PstsäKrsWlWiai Sydliists. Harn-, Frauenleidan, BlutuntersuciNHigen. Modernstes crsolgvciHsLHeUversahrcn. Teilx. Siehe48 seit, stark. Bro s ch.0,60si>l., nach außerbalb verschlussen 1 M. sermal- vbst- ein Preis einschließlich Flasche und Steuer...... M. �"""'"'■J.F.Rauct!/''16"" 4,76 Straße 1G4, if straße 11. Nur bis Sonnabend, d. 28. Sept. in Berlin lägt. v. 10— 6Ubr zahle tch besond. hohe Preise sür ausgebrauchte 106/17* Alte Gebisse pro Vi. auch für den gewöhnl. Platinzahn 0.50—1 1—2 M., Piaiili'-Plattenzabli 3— 4 M. M., Platin-Stislzah» W Melall-Gebisse bis 150 T-t. Platin- Absälle, Brcnnstistc, Schmucksachen Gramm 8 Mark im Hotel Nordischer Hof, Jnvalidenstr. ir-tj j>. Stetiiner Bahnh. gegenüber. Iran C. Willig, Hamburg. Rerlw: A Biiac�n für den„Vorwärts" werden eingestellt in folgenden Filialen Neilkölln: Siegfriea-Str. 28/29. ßber-Sehöne weide: Falkenberg: Prinsenstr. 31. Markusstr. 36. Petersburger Platz 4. Lausitzer Platz 14/15. Immanuelkirchstr. 12. Lindenstraße 3. Greifenhagoner Straße 22. Wilhelmshavener Straße 48. Blumenthal- straße 8. Hof part., Stolpmami. Schößeberg: Meininger Straße 9. Chariottenburg. Sesenheimer Str. 1. Steglitz: Bemsee. Mommsenstr. 59. Wilmersdorf: �'"SsiLb«.. Meldezeit von 11 bis 1'/, Uhr und 4'/, bis 7 Uhr. Paul, Mathi]-| denstraße 5. Salzmann, Gartenstadt- str. 10, für Alt-Glienioke. Lichtenberg: �flÄ�n k Treptow: GtameBZ> Kiefiolzsitr. 412. Temnelhof: Kais er- Wilh elm-Straße Ueckermann. 74, Olie WW BsniKl kann jeder SrieWnW? zkichM durch Abschlust einer MWilWe-IMemZ. Niedrige Prämien. Hohe Gewinnanteile. Genaue Berechnungen kostenlos durch die MiSk keSnlAerWkMN-HM w VM uucv'VCsriiiiZU!» üi iia 10, Kronprinzen-Üfer 18. 20812 FOS»! mit dem weil unhygienisch. Verwenden Sie nach d. Ilasieroti Acleum- Lösung. Erfrischend, stark desinfizierend.'It Fi 3,50, wo nicht erhältlich, durch Hygieno, Fronbfurt a. H, tit. 2HZ— Unterhaltungsblatt öes Vorwärts Dienstag, 24. September 3m Augenblick öes /ZbstueZes. Von Franz Hauser. Heber die Empfindungen beim Absturz sind in weiten Kreisen vielfach recht eigentümliche Anschauungen vertreten, zumeist recht mrichte und phantastische Vermutungen. Man glaubt vcrschicdeut- lich immer noch, daß während des Absturzes aus großen Höhen blitzschnell sein ganzes Leben kaleidoskopartig in der Gedankenwelt des Fallenden vorüberzieht, daß ihm die Bilder von besonders lieb- gewordenen Personen vor Augen stehen oder er sogar ihre Stim- men zu hären meint. Andere wieder nehmen an, daß in den Sekunden des Falles alle Gedankenwelt ausgeschaltet ist, und der Abstürzende in einer Art Bewußtlosigkeit aus den Hohen in die Tiefe geschleudert wird. Allerdings wird nach einem wirklichen Absturz kaum noch einer der Beteiligten in der Lage sein, die Gc- danken zu schildern, die ihn in diesen so lang erscheinenden Sekun- den bewegten, weil eben Abstürze zumeist auch Todesstürze sind, aber von denen, die absturzähnliche Unfälle überstanden, wissen wir einiges zu erzählen, woraus zu erkennen ist, daß all die Vermutun- gen in weiteren Kreisen über die Empfindungen während des Absturzes— man möchte sagen: glücklicherweise— unzutreffend erscheinen. Das freie Herabstürzen des menschlichen Körpers aus großen Höhen ist vielfach bei Ballonbcobachtern mehr der Fall als bei Fliegern, die ja zumeist noch im Flugzeug verbleiben, wodurch die Fallgeschwindigkeit begreiflicherweise vermindert wird, wenn nicht gerade die Insassen des Flugzeuges aus demselben herausgeschleu- dcrt werden. Der Ballonbeobachter aber hat nach seinem Absprin- g?N vom Korbrande einen größeren Luftraum hi n durchzufallen, ehe sich der zusammengehaltene Fallschirm voll enifaltet, und die Geschwindigkeit des Sturzes bis zu einem gleichmäßigen Schweben dadurch herabgemindert wird. Wer auch selbst tu den Augenblicken diese? anfänglichen Durchfallens verliert nach den gemachten Be- obachtungen der Betreffende in keiner Weise die Besinnung, viel- mehr verfolgt er noch im Falle genau die Vorgänge auf der Erde, trifft in aller Ruhe Vorbereitungen zum Landen auf dem Boden und hat keinerlei ungewöhnliche Empfindungen; daß die Ballon- beobachter während des Absturzes vielfach eine bequemere Lage des Umschnallgürtels bewerkstelligen, die Handschuhe an- und ausziehen, die Brille vor Wrildlandungen hochschiebcn können,— dies alles sind Handlungen, die erkennen lassen, daß in diesen Augenblicken volle Ueberlegung vorhanden urid keinerlei unausklärliches Arbeiten der Phantasie, vielmehr Nüchternhett und kühne Berechnung aller Möglichkeiten zu beobachten sind. Ja, van einigen Ballonbeobachtern wird sogar das Gefühl des Hernicderscnkens als ein angenehmes und befriedigendes erklärt, auch die Sekunden des anfänglichen Durchfallens lassen ruhige Ueberlegung nicht vermissen, man be- obachtet vielmehr scharf das langsame Sichentfalten des Fall- schirme?. Allerdings sind hierbei die Fallgeschwindigkeiten wesentlich andere als die eines abstürzenden oder im Sturzflug befindlichen Flugzeuges. Oftmals muß ein Frontflieger im Luftkampfc einen Sturzflug mit voller Motortourenzahl anwenden, um sich der Uebermacht seiner Gegner zu entziehen oder nach einem zeitweisen Ausweichen wieder neue Angriffe einzuleiten. Und gerade während eines, solchen Sturzfluges, bei den? man eine Stundengefchwindig- keit von 240 Kilometern und mehr erreichen kann, ist die Gedanken� «clt des Fliegers besonders scharf konzentriert, kann von einer Störung des Bewußtseins in keiner Weise die Rede sein. Die hier- bei entwickelte Fallgeschwindigkeit ist eine solche, daß man von ab- siurzähnlichen Empfindungen sprechen kann; und hierbei zeigt eS sich so recht, daß der Geist des Fliegers besonders scharf in diesen Augenblicken arbeitet, daß für gemütvolle Lebensbilder und Er- innerungen die Gedankenwelt keinen Raum hat. man vielmehr in aller Ruhe die Möglichkeiten in den Augenblicken der Gefahr be- denkt, gewissermaßen unwillkürlich, in der Notwendigkeit der Selbst- «Haltung. Einen Mangel an Nerven bedeutet es, wenn ein Flieger diese Pflicht der Sclbsterhaltung durch unnützes Draufgängertum in aussichtslosen Situationen oder durch unruhiges und unsicheres Arbeiten ersetzen wollte. In jedem Flieger hat sich eben eine Energie herangebildet, die auch in den Augenblicken des Absturzes nicht versagt, vielmehr seine Gedanken einzig und allein der Frage zuwenden: Wie bekomme ich die Maschine wieder zum richtigen Arbeiten? Es gibt zahlreiche Beispiele, nach denen Ueberlebende nach einem Absturz über die während der grauenvollen Augenblicke be- obachteten Empfindungen berichten. In einzelnen Fällen hat der Beobachter sich als Flugzeugführer betätigt, nachdem sein Fleug- zeugführer erschossen war, infolge des Anschnallens nicht auf die Steuerung siel und diese nicht behinderte; trotz der rasenden Ge- schwindigkeit des Abswrzes gelang es dem Beobachter, über die Leiche seines Führers hinwegzugreifen, die Steuerung zu erfassen und ein Wiederaussangen des Flugzeuges und eine wenn auch ver- unglückte Landung zu erreichen. Aber auch andere Fälle sind be- könnt, in denen Flieger trotz zerschossener Hände und schwerer Bauchschüsse das Flugzeug aus eigenem Terrain»zur Landung brachten, nachdem es anfangs eine absturzähnliche Geschwindigkeit gezeigt hatte. Verschiedentlich kommt es auch vor, daß ein Flieger erst einige Zeit nach dem Luftkampfe die hierbei erlittenen Ver- letzungen infolge des ausströmenden Blutes bemerkt, während dieser Zeit ruhig weiter geflogen ist und selbst nach zeitweisem Aussetzen des Bewußtseins infolge des Blutverlustes immer wieder sein Flugzeug zum richtigen Arbeiten bringt, bis es den Heimat- Hafen erreicht hat. In letzter Zeit wurden in englischen Blättern Bilder verbreitet, wonach ein englisches Flugzeug, dessen Flugzeug- führcr und Beobachter im Luftkampf gefallen waren, noch etwa 50. Meilen weit allein geflogen sei, bis es gewissermaßen selbsttätig nach Erschöpfen«des Benzinvorrates sich zu Boden senkte; bei einem gut stabilisierten abgewogenen Flugzeug ist die Möglichkeit hierfür durchaus gegeben, wenn die Steuerfähigkeit desselben nicht behin- dert ist, doch wird in diesem Falle von einer glatten Landung selbst- verständlich nicht gesprochen werden können. In Fliegerkreisen besteht auf�Geund der gemachten Erfahrungen durchaus die Ansicht, daß der Flieg« beim Absturz— soweit es sich nicht um schwere Schußverletzungen und starken Blutverlust handelt— mit vollem Bewußtsein in die Tiefe stürzt und vielleicht erst beim Aufschlag getötet wird. Persönliche Erinnerungen lassen die Richtigkeit dieser Ansicht bestätigen. Bei einer schweren Sturz- lawdung, die ihren Grund in dem zerschossenen Höhensteuer hatte, war stets der Gedanke ausschlaggebend: Wie verhalte ich mich beim Aufschlag? Und die hierzu gctroffensn Vorbereitungen— Hochschiebcn der Elasbrille, Hochziehen der Beine, krampfhaftes Fest- halten am Steuerrad und-tzin gewisses Mitfedern des Körpers beim Aufschlag— sind Zeichen idafür, wie ruhig und sicher der Geist in solchen Sekunden arbeitet, daß ein Ausschalten des Bewußtsein? durchaus nicht der Fall ist.?loch stärker zeigt sich dieser Umstand bei einem sogenannten Abrutschen der Motorstärken Maschine,— wobei diese in unglaublicher Geschwindigkeit berunterwtrbelt: alle? Denken des Fliegers ist daraus gerichtet, die Maschine Wied« zum Auffangen zu bringen, die Steuerung nach allen Richtungen hin zu versuchen, durch ruckweises Betätigen des Gashebels eine Ver- ändcrung in der Absturzgeschwindigkeit zu erzielen, bis sich endlich ein Nachlassen dieser rasenden Geschwindigkeit, ein Gefühl de! Baumelns, bemerkbar macht und das Flugzeug sich säst wie durch ein Wunder fängi. Allerdings sind auch die Fälle nicht vereinzelt, in denen sich ein Flieger über die Empfindungen während des Ab- srurzes und die Vorkommnisse vor demselben spät« keine Ermne- rungen machen kann; möglich, daß Beeinträchtigung der Gehirn- täilgkeit, Rervenchock, dazu beigetragen haben, diese Erinnerungen vollständig au? seiitem Gedächtnis zu verwischen. Wenn nicht gerade schwere Verletzungen eine gewisse Bewußt- losigkeit zeitigen/ so kann gesagt werden, daß bei Abstürzen die Gedankenwelt des Fliegers keinerlei phantastische Erscheinungen. sondern vielmehr kühle Berechnung aller Mögl:chkeiten, ein sicheres Arboiten von Geist und Energie zeigt. Es heißt eben hierbei: die Augen offen und die Nerven ruhig zu halten; so viele, fast Todes- stürzen gleichende Unfälle haben infolge dieics Umstandes doch noch dank des wohlüberlegten Vorgehens des Fliegers einen glück- lichen Zlusgang genommen. Saku unS seine»Schwarze StaSt'. Die Erdölstadt Baku, die die Engländer jetzt„geräumt" haben, liegt in einer trostlosen öden Gegend; von Pflanzenwuchs ist nicht die Rede, mitleidlos brennt die Sonne im Sommer mit tropischer Glut aus den nackten Boden nieder, und schon aus der Ferne macht sich das Erdöl, dem die Stadt ihren gewaltigen Aufschwung ver- dankt, bemerkbar: der fade Gestank erfüllt weit herum die Lust; nähert man sich dem eigentlichen Erdölgebiete, so ist der Boden feucht und klebrig von Erdöl, ja alles, was man in die Hand nimmt, fühlt sich speckig vom Petroleum an. Troy dieser Trosi- losigleit ist Baku nicht vollkommen ohne Reiz; besonders von der Wasierseite her gewährt die Stadt, die amphitheatralisch aufsteigt, einen ganz reizvollen' Anblick, namentlich abends. Prot. C.KellersZürich) hat die Halbinsel Apscherou, auf der die Stadt der Bohrtürme steht, einmal folgendermaßen beschrieben: Aus der Ferne gesehen, machen die Taufende von Bohrtürmen etwa den Eindruck eines Zypressen- Wäldes, mehr in der Nähe glaubt man einem mit Obelisken be- deckten Felde gegenüberzustehen. Auch anderen Reisenden hat sich angesichts der zahlreichen Türme das Bild eines Waldes, manch- mal sogar eines verbrannten Waldes, aufgedrängt. Die Stadt Baku selbst stellt ein merkwürdiges Gemisch von Morgenland und Abendland dar. In mancher Hinsicht wirkt sie ge- radezu ainerilaniscb. In unglaublich kurzer Zeit hat die eingeborene Bevölkerung vor ihren Augen allerhand fremde Dinge aus dem Boden wachsen sehen: erstaunlich breite Straßen, wie sie die großen Städte des Westens haben, ganze Häujsrviertel aus riesigen Stein- bauten bestehend. Warenlager, große Jndustriewerke, Straßenbahnen, Gasleitungen, Wasserleitungen, elektrische Anlagen— all dies haben die westlichen Techniker und Kaufleute geschaffen. Fnnütten der abendländisch eingerichteten Stadt liegt, westlich von der ehemaligen Festung und noch heule zum großen Teile von einer hochragenden Mauer umschlossen, die an die 805 Jahr» alt ist, die Tatarenstadt. In ihrer Mitte steht auf einem Hügel der alte Khanspalast und der Bazar, in dem hie. Erzeugnisse des östlichen Kinistgcwerbes seil- geboten werden. Diese Tatarenstadt ist vollkommen asiatisch. Keine drei Kilometer südöstlich vom eigentlichen Baku liegt Tschorny Gorod, die Schwäre Stadt, die Stätte, wo das Erdöl verarbeitet wird. An der Stätte der Erdölgewinnung selbst finden sich nebeneinander noch die alle Art des Hand- beiriebes, bei dem die grünlich-icktvarze Erdölbrühe mit Eimern ge- schöpft und ans Büsseltuhrwerken fortgeschafft wird, und die Ge- winnung durch moderne Bohrtürme; in der Schwarzen Stadt ober werden ausschließlich die Errungenschaften der Technik angewandt. Ein Netzwerk von Röhren schafft das ungereinigte Erdöl in die „Schwarze Stadt". Hier wird e? in linübersehbaren Reihen von Kesseln durch Desiillalion in Gasolin. Benzin, Petroleum usw. zer- legt. Der Betrieb hat eiue so ungeheure Ausdehnung, daß nran förmlich Verivirrt wird. Einen aiigenehmcir Gegensatz zu dies« Glätte de? Lärms und Gestanks bildet die„Villa Petrolea" der Nobelwerke und ihre Umgebung am Mceressirand, ein Erholung?- ort für die Angestellten der Petroleumwcrke. der mühsam der Natur abgerungen ist. Es ist der Gortenbouknnst gelungen, hier am Meere einen berrlichen Park mit prachtvollem Baumbestand aus dem Boden zu zaubern._ Stesötmenns Stiefel. In unseren Tagen, wo die Schuhe einem jeden so viel Sorgen bereiten, dürfte es angebrachr sein, an eine Schuhgeichichte zu erinnern. die Karl Schurz in seinen LebeuSerinnerungen erzählt. � Es war 1850, als der Revolutionär noch in PariS lebte. Dort war er iiitt dem Schriststeller Dtrodtmann befreundet gewesen, mit dem er sogar eine Zeitlang ein Zimmer gereill hatte, bis beide ein- sahen, daß sie ihrer Uiiordentlichkeit wegen auf einem so engen Räume nicht beisammen bleiben könnten. Sie blieben aber gute Freunde, und eines Tages erschien Strodtmann mit einem un- gewöhnlich ernsten Gesicht bei Schurz.„Ich habe nur crir Paar Siiefel," sagte er.„Einer davon ist noch ziemlich gut, aber der andere, siehst du," und dabei deutete er auf seinen rechten Fuß.„der andere geht ganz aus den Nähte». Hast du nicht einen Stiesel übrig, den du mir leihen kannst?" Schurz besaß in der Tat noch ein zweites Paar, aber von diesem war der eine Stiefel ebenfalls schon schadhaft. Da der andere noch brauchbar war, ftelll«« ihn seinem Freund zur Vcrsügunj. Als dieser sofort den Anstansch vornehmen wollte, stellte cS sich heraus, daß die beiden brauchbaren Stiefel— der von S.trodtma»« und der von Schurz— zwei verschiedenen Moden angebörten, in- dem der eine an den Zehen zugespitzt, der andere breit abgeschnitten war. und daß zudem beide flrr den linken Fuß berechnet waren. Diese unglücklichen Umstände störten Strodtmann durchaus nicht, und er ging mehrere Tage lang in den beiden linken Stieseln, von denen der eine spitz, der andere breit war, ruhig umher, bis sein eigenes Fußzcug die nötige Reparatur erfahren hatte. Notizen. — Im 2. Konzert der Freren Volksbühnen lSonntag. den 20. Sept.. mittags 12 Uhrj werden Frau Wando LandowSka jCcmbalo und Klavier) und Prof. Emil Prill(Flöte) alte Pastoralmusik zum Vortrag bringen. — I in L e s s i n g- M u s e u in liest Donnerstag Ferdinand Gregor! Dichtungen„aus der Jugendzeit". Volkstümliche Lied« neuerer Meister singt Anne von Ledebour. — Ibsen wieder in Mode. Im Theater in der König- grätzer Htraße werden in dieser Spielzeil Else Lehmann-und-Irene Triesch wieder gemeinsam unter einer künstlerischen Leitung ivirken. Es gelangen zur Aussührung:„Wenn wir Toten erwachen".„Die Stützen der Gesellschaft",„Rosmersholm" und„Die Wildente". Loöz. 07) Das gelobte Lanü. Roman von W. St. R e y m o n t. „Ftagen Sie, bitte. Max. ob ich auch nur eine Stunde Zeit für mich übrig habe. Von fünf Uhr früh bip ich auf den Beinen bis spät in die Nacht. Bist ja ein Kind, Anka, schau mich doch mal an." Sie blickte zu ihm auf. In ihren Augen lag aber Trauer, und die Lippen zuckten nervös. „In zwei Wochen komme ich wieder, gut?" sagte er rasch, um sie zu trösten. „Gut. ich dänke dir. Aber, wenn die Fabrik darunter leiden sollte, dann verzichte ich schon lieber auf den Besuch. Ich werde auch die Sehnsucht ertragen können. Es ist ja nicht das erstemal." „Aber das letztemal, Anka. Der Monat vergeht rasch, und dann..' „Und dann?" „Tann werden wir schon immer zusammenbleiben. Bangt es meinem goldigen Kind davor?" fragte er zärtlich. Verzückt irrte sie wie im Traum mit ihren Augen über die weiten, grünen Kornfelder. „Sind wir schon da?" flüsterte Anka, als sie den Wagen und die Pferd? auf der Chaussee erblickte. „Schade, daß wir schon da sind," sagte Max traurig. Die riesige rote Sonne senkte sich in der grauen Himmels- fläche über den Wald herab und goß rötliche, violett um- ränderte Nebel über die Felder. „Na also, fahrt mit Gott! Laßt euch noch einmal um- armen. Jungen?. Herr Max, Herr Baum, Vcrehrtester, lieb haben wir Sic gewonnen, wie einen Unsrigen." „Vielen Dank. Ich muß gestehen, daß ich noch nie im Leben in einer so netten Gesellschaft gewesen bin. Vielen Dank für Ihre � Gastfreundschaft, vergessen Sie mich bitte nicht...!" „Max Baum, eine solide Firma, gewährt sechsmonat- lichen Kredit," sagte Karl lachend und verabschiedete sich von allen. Max verstummte. Er war wütend und so verwirrt, daß er Anka� mindestens zehnmal die Hände küßte, den alten Borowiecki umarmte und auch dem Pfarrer die Hand küßte, >vas diesen so rührte, daß cr ihn auf die Stirn küßte und segnete. Sic fliegen in den Wagen, der im Trab davonfuhr. Max schaute sich lange nach der hellen Gestalt Ankas um, setzte sich, als sie in der Ferne verschwand, und sagte ärgerlich:„Du mußt mich aber auch immer lächerlich machen." „Um dich zu ernüchtern. Ich mag es nicht, wenn sich einer init meinem Weine berauscht, und dazu noch in meinem eigenen Haus." Beide verstummten. M. „Habt ihr Sonntags bei Malinowski gespielt, Blumen- seid?"' „Ja, ich crzähl's gleich," erwiderte Blumenfeld und ging zum Schalter, um einen Kunden abzufertigen. Stach Wilczek streckte sich schwerfällig und ging ans Fenster, um auf die Straße herauszuschauen. Die Piotrkower- straße hallte vom alltäglichen Lärm wieder. Die riesigen Lastwagen polterten so kräftig auf dem Pflaster, daß die mit einem Messingnetz bedeckten.schalterscheibcn, an denen sich die Kunden drängten, erzitterten. „Was habt ihr gespielt?" fragte wieder Wilczek. Blumenfeld fuhr sich mit der mageren, nervösen Hand über das goldblonde Haar, und seine blauen Augen musterten einen kleinen Juden, der in der Mitte des Kontors sich nach allen Seiten herumdrehte. „Rechts ist die Kasse!" rief Blumenfeld, sich zum Schalter hinausbcugend.„Ein Stück ans der Cis-Moll-Sonate von Beethoven haben wir gespielt.. Es ging so gut, wie noch nie. MalinowSki war..." „Blumenfeld, Konto Eichner und Peretz?" rief man ihm von einem Ende des Kontors zu. „Vier, siebzehn, sünf. Bis zu sechstausend belastet," ant- wortete Blumenfeld rasch, nach Prüfung des Registers. „Dann versuchten wir das, was ich vor kurzem kompo- niert habe er summte leise vor sich hin. „Blumenfeld an? Telephon." Er brach ab und lief sofort hin. Als cr zurückkam, warteten schon zwei Kunden vor seinem Schalter. Sobald sie abgefertigt waren, begann er Posien in ein großes Buch einzutragen und klopfte die Melodie seiner Komposition unwillkürlich mit dem Fingern auf den Tisch. „Hast du' lange daran geschrieben?" „Ein Jahr beinahe. Komm' Sonntags herüber, dann kannst du's hören, alle drei Teile. Zwei Jahre meines Lebens würde ich hergeben, wenn ich das Werk von einem guten Orchester ausgeführt hören könnte. Das halbe Leben würde ich hergeben." Wilczek begann jetzt auch zu schreiben. Ein leises Flüstern erhob sich im Kontor, Witze flogen von Schalter zu Schalter, manchmal platzte ein Gelächter"los und verstummte, sobald die EingangStür krachte, oder da3 Telephon klingelre, oder die Teegläser klirrten. Die Angestellten tranken nämlich für gewöhnlich im Bureau ihren Tee, den sie sich über einer Gas- flamme in der Ecke deS Kontors kochten. „Still, meine Herren, der Alte ist vorgcfahrcn!" erklang eine warnende Stimme. Sofort verstummten alle und blickten ans Großglück, der aus dem Wagen gestiegen war und sich mit einem Herrn unterhielt. „Kngelmann, suche heute um Urlaub nach. Der Alte ist gut gelaunt, cr lacht," flüsterte Wilczek seinem Nachbar zu. „Gestern sagt' ich's ihm- schon. Er meinte: nach der Bilanz."» „Herr Stcimann, erinnern Sie ihn heute an die Grati- fikation." Großglück trat ein. In allen Schaltern erschienen die Köpfe der Angestellten und verneigten sich demütig. Tiefe Stille herrschte im Kontor, nur von dem Zischen der Gasflamme unterbrochen. Der Portier nahm Großglück den Hut ab � und half ihm ehrfürchtig aus dem Mantel. Der Bankier rieb sich die Hände und sagte, den pechschwarzen Backenbart mit einem Finger glättend: „Meine Herren, ein große? Unglück ist passiert." „Doch nicht dem Herrn Rat, Gott verhüt's?" fragte eine erschrockene Stimme. „Was ist denn passiert?" fragten alle, Beunruhigung heuchelnd. „WaS passiert ist? Ein großes Unglück, ein sehr großes Unglück," erwiderte Grotzglück mit weinerlicher Stimme. „Haben wir auf der Börse verloren?" sagte leise der Prokurist der Firma. „Hat man dem Herr Rat die schönen Amerikaner ge- stöhlen? „Reden Sie kein dnmmeS Zeug, Herr Kalmann." Ter Bankier wurde ernst. „Aber, was ist denn passiert, Herr Rat. Mir wird schon ganz schlecht." flehte Steinmann. „Na, abgestürzt ist er...!" /(Sorts. soIßU Chaiselongurs 90,— ait, englische Bettstellen, Patentinatrat. »cn, Auflazematratzen. Tape- Waller, Etargarderstrox« .1.______ WSST5 PiandltiMsus, �enwantt» pla? C, MrisienmiLwahl! Ycl»- sacheii! SkunkSkrogen, SkunkZ- müssen, Alaskasüchse, Notfüchse, neue Hrrrenvalcrotü. Herren- cinzüge, Teppichoerlnuf, Uhren- rnsaus. Passende F-sigeschenke! loia" Leitcrhandlvazens jede Größe, Kostenwagen, starke Eisen- reifen, ante Holzarbeit, Holz- »öder, Auswahl. Schmiede, Lands bergerstrahe J.9,_ 7 OK» Pelzgarnituren! Riesenaul- wahl! Allcrbilliast! Hoch- elegante moderne Kuchskragen! Alaskasüchse! Blausüchse! Sih -----_ bcrfüchsc! Notsüchse! fuchse! Skunkskragen! Iltis- garnituren! vkuffen! Silber- taschcn! Uhrenverkauf! Einsogt Kit- Pelzteikzahluitg. Kaufen Sie ffhre Pelzkragen und Muffen schon jetzt zu noch billigen Preisen bei sebr bequemer Zahlweise. Briefe erbeten Pelzwarenfabrik KalliZ Berlin ytW. 87.____ UM?« dkahmaschinen! Mngerbobbin, Adler, Echnellnähcr, kleine, große, wie neu, billig, Re- paraturen prompt. Kastory, Kottbuserdamm 6. vorn hoch- parterre. 63K» LeHhauS BlUcherstraß« 10. tobe Beleihung Verkauf von rillanten, Silbertafchen, gol- dene,- silberne Uhren, Arm- banduhrcn, Ketten, Ankauf jeder Wertsache._ 15651* yelzwareu, große Au« wähl in Alaska-, Blau-, Silber-, Rot-, Kreuz, und Zobelfiichsen von 75 Mark an, sowie Skunks, auch Kanin usw. von 60 Mark an. Glück, FlenZburgerstr. 19», 1. Etage. Kcke Lefsingstraße (im Haufe Dresdner Bank», »ahn Stadtbahn Bellevue. S9K« nungSgefchenke! Leihhaut! War- fchancritraße 7.� Pelzzaruitnre»! haus, Schönhauser Allee 115 Groß- ''!*■ ka» süchse, Rotfüchse�' Blaufüchse, Krenzsüchsc! Tommerpreisc! Uhrenlaqer! Silbertaschen! Be-- quemfte �ahrverbindung! Fahr- aeldvergutung!___»«K* Grotjahn, Tie hvaienische Fordcning. Ein Buch über gesundheittmäßige Lebenkfüh- rung.(Blaue Bücher.) Preis 2,— Mk. Buchhandlung Vorwärts. Lindenstr. t. Laden. Holzräder! aller Größen, Leiterwagen, eigenes Fabrikat, billig. Weidlich, Brunnen- straße 96. 107L* Teppich«, Bettvorleger, Di- wandecken, Tischdecken, Tüll- storeß. PotSdamerstraße lOZ, Fischer.__ 1165?* Leihhaus Rojentbale: Tor, Linienstraße 3051t, Ecke Rosen- thalerftraße,� nur 1 Treppe, fltn, _ larnituren! AlaSkasüchse, Rotfüchse, Pelzkragen 67,50, 75,—. Muffen 67,50. Günstiges Angebot! Pfandleihe, Brunnenstraße 47.___ SSK* Peljware»! Wollen Sie Pelzwaren noch billig kaufen, müflen Sie in den„Blauen Basar" laufen. Kaiser-Wil- Helm-Straße 16, am Bahnhof lllexanderplatz.___ 86K* Wintermäntel 85,— an, Mo- dellneubeiten, Flaulchulster, Tuchmäntel. Modcllkostüme. Kallweit, Charlottenburg, Eis- «arcksiraße 59, II._ 161K* Pelzwaren jeder Art, Reise- nrufter«erden auch einzeln billig abgegeben im EngroZ- geschäft, Heiligegeiststr. 38, I. 90fl* EkunkkstolaS, Muffen, Marder, JJetz, Alaska-, Blau- und Kreuzfüchfe. Herren- Gehpelze, Wagen-, Reisepelze, jetzt sehr billig.— Damenkostüme, Her- füchfe und alle anderen Pelz- orten, Taschenuhren, Brillanten, Silbertaschen, Alpakataschen, neue Herrengarderob«. 1Z0K* Eleoant« Kostüm«, Dame«- mäntel, Damen Ulster, Damen- rocke, Blusen, Herrenanzüge, Zvlrschenan.tüg«. Wintervaletot«. Ulster, Pelzsachen. LSwentbal, Neukölln. Berlinerftr.<1. 1ZK* ren-Garderobe in großer Auswahl. Ferner in Lombard ge- Wesen« Uhren, Ringe, Brillan- ten. silberne Taschen, bekannt billig. Beleihung jeder Wert- fache im Leihhau», MoriP- >la, 55»..AI 50/1* ht. Ein Buch für Anfänger. Mit zahlreichen Illustrationen. 1 Mark. Buch- Handlung Vorwärts, Linden- straße 2(Laden). Duu-zkorren und audere TranSvortgcräw liefert billigst ob Lager Wagner, Eöpenickcr- straße 71._______ 1811?» Echuhhau«„Tip Top", Turm- straße 38, verkauft Blaufüchse, Alaskafüchse, Kreuzfüchse, Zobel- füchfe sowie elegant- Pelz- garniwren von 150 Mark an. 176K* Kanarienhähae, Kanarienweibchen. Gabriel, WeinbergSweg 22. 112/2 Wintermäntel, Seiden- und Regenmäntel, Kostümröcke, teils mit kleinen Fehlern(Reife- wüster), sehr preiswert bei Rückmann, Goethcstraße 80, Hochparterre. Kein Laden! +128» Pelzwaren und Muffen in Kreuztuchs, sowie Weiß-, Blau-, Silber- und Alaska- füchfe, ferner Skunks, Marder, Iltisse. Ohne jeden Zwischen- Handel in meiner Werkstatt. Beer, Köllnischer Fischmarkt 1, zwischen Breitestraße und Städtischer Sparkasie. Repa- raturen schnell und preis- wert. 151K» Möbel- Cohn, im Osten, Große Frankfurterstraße 58, im Norden Badstraßs 47/13, lie- fert auf Kredit an jedermann bei kleinster An- und Abzahlung ganze Wohnungseinrichtungen imd einzelne Möbelstücke sowie "" fiü' farbige bester üchen-Einrlchtungen in ester Ausführung. Bcsichti- ung meiner Möbel ohne jeden Kaufzwang gern gestattet. Kriegsanleihe und Sparkassen« bücher nehme gern als An- zahlung. Größte Rücksicht bei Krankheit und Arbeitslosigkeit. Lieferung frei HauS. Liefere auch nach auswärts. 166K* Möbel-Rath liefert in großer Auswabl komplette WvhnungS- Einrichtungen sowie reizende moderne Küchen bei bequemer An- und Abzahlung. Rath, Elsasserstraße 44, am Oranien- burger Tor. 138K* Möbel-Groß, Große Frankfurt er Straße 141, zweites Ge. ichäft: Invalidenstraße 5, Ecke Ackerstraße, liefert stetZ zu bil« ligen Preisen gute Möbel gegen bar oder bequeme Teilzahlung. Kriegsbeschädigte erhalten Ra- batt. Anz-lge mitbringen. Wert 5 Mark. 142K* Möbelgeschäft, 28 Jahre bestehend, verlauft jetzt Belle- alliancestraße 14» noch zu billigen Preisen, solange Borrat riicht, Speisezimmer, Herren- zimmer, Schlafzimmer, mo- dem Küchen. Speisezimmer, Eiche, 1250,—, Schlafzimmer 950,—, Küchen MO,—, einzeln« Nnkleideschränk«, Ruhebetten, Bettstelle», Tische, TrumeauS, Teppiche, Kronen spottbillig, verliehen gewesene, zurück- gesetzte Möbel bedeutend«n- gesetzte term Preis. Sicheren Leuten Zahlungserlcichterung. 26K» Küche und Wohnzimmer zu- stimmen für 1850,— Mark, keine Kriegsmöbel. Möbel- sabrik Siebekh, Gneisenaustraße 92,94. 165K* Rieseupelzlager aller erdenk- lichster Pclzarten jetzt sehr preis- wert PotSdamerstraße 42, Eck- Stcglitzerstraße. Sommer- preise. Nur echte neue Pelz- waren in jeder Preislage. Großer Posten echter Pelz- garniwren, Fuchssasson, aus Seide gearbeitet, Garnitur Mark 98L0. Ein Posten echter Felle, schwarz und farbig, zum Aussuchen Stück Mark 9,75 an. Gelegenheitskäufe in vielen an. deren Ware». Wegnerleih- Haus, PotSdamerstraße 43. 1068* Gefunden! haben Brautleute, daß man durch reellen Möbel- einkaus viel Geld spart! Ich empfehle meine enormen Vor- röte gediegenster Speise-, Her- reu-, Schlafzimmer, Kücken, Polster- und ErgänzunaSmöbcl zu niedrigen Preisen. Ständig Gelegenheitskäufe! Besichtigung führt zum Kauf!„Berliner Möbelhaus" M. Hirschovitz, im Südosten. Skalitzerstraße 25. I46,K* Küchen, Bettstellen. Ber- tram, Brunnewstr. 36._ 1835?* Stuben» und Küchen einrich- tung sehr billig. Möbelschatz, Brtinnenstraße 160, Eingang Anklamerstraße._ 245/4* Vertiko verkauft Schmidt, Taborstraße 20. 3267b Gelegenheitskauf! Dunkel- cichen-Herrenzimmer, moderne Ausführung, Bibliothek mit Tujaeinlagen und schwerer Schnitzerei, gediegener Diplo- «tat, komplett mir 2620,—. Besichtigung wirklich lohnend! Möbelhaus Osten, nur An- drcasstraße 20._ 1695? MSbelverkauf. Komplette WobnungZeinrichtunaen, Einzel- möbel, moderne Küchen. Große Auswahl. Teilzahlung ge- stattet. Möbelhau? Luisen- ftadt, Köpenickerstr. 77/78, Ecke Brückenstraße, nahe Jannowitz- brücke. 86K* Eiserne Kinderbettstelle zu verkaufen. Kurt. Petersburger- straße 20. Eingang Zorn- dorferstraße.+58 Sleidersvindcn, WSschespind 90,—, Bettstellen, Matratzen 70,—, Chaiselongue, Sofa 60,—, Kücheneinrichwng 200,—, Schlafzimmer 1400,—, Speise- zimmer. Sellin, Garten- straße 26.+98* Musikinslrurnente PianoZ auf Teilzahlung und zur Miete. Pianohandlung, Göbenstraßs 10». 51K* Grammophone spottbillig, echtes, gekostet 140,00, für 45,—. Teicke, Fürstenstraße 8. +76 Friedenspreise! FriedenSware. Hunderte gebrauchter Fahr- rädcr aller Gattungen, sowie Rennmaschinen, Bezeträder, auch Ersatzbereisung. 50,—, 60,—, 70,—. Fahrradlager, Weberstraße 42.« 805? ■■+ii.msiij.iji Platin, 7,60 pro Gramm, Zehngebiss«, Ketten Ringe usw., Brillanten, Perlen, Färb- steine, Uhren kauft Juwelier tuß, Seydelstraße 32, Ecke pittelmarkt. 1845?» Platinabfälle! Gramm bii 7,80! Kahngcbissel Ketten! Ringel Militärtressen! Glüh- strumpsasche! Filmabsälle! höchst- zahlend, Schmelzerei, Metall- Einkaussbureau, Weberstr. 21. Telephon Alexander 4243. 261* Spiralbohrer kauft Hecht, Beusselstraße 3(Geschäftszeit 2 bis 7 Uhr). 1395?* Spiralbohrer, alle Abmessun- gen kaufen laufend Pawlick u. «chultz, Maschinenfabrik, Prin- zenallee 42/43._ 1815?* Platinabsälle, per Gramm bis 7,80 Mark, Ketten, Ringe, Bestecke. Uhren. Tafelaufsätze, Tressen, photrgraphische Rück- stände, Papiere, Glühstrumpf. asche, alte Zahiigebisse, jal- petersaures Silber, deren Ruck- stände und Gekrätze, Film, und Schildpattabfälle usw. kauft Platin- und Silberschmelzerci Broh Berlin, Cöpenlckersttraße 29. Telephon: Moritzplatz 3476. Eigene Schmelze, direkte Ver- Wertung. Geschäftszeit von 9—1 und 3-6 Uhr. 171* Lacke bis 20,00, Bleiweiß, sowie sämtliche Malerartikcl kaufen Gebrüder Borowski, Gneisenaustraße 5.(Rollen- dorf 2379.)* Film- und Zelluloidabfälle alte Wachswalzen, Schallplat- ten, Hartgummi usw.(Flaschen nur bei Lieferung ins HauS) kauft zu höchsten Preisen Mat- thäuS, Berlin, Alte Leipziger- straße 21.__ 176K* Wachswalzen. Schallplatten — Diktierwalzen— auch zcr- irochene große, per Stück bis 1,20 Mark. Zellulöidabfall— >latinabfall, Gramm 7,70 M. . olzbrandstifte. Zahngebisse, mich zerbrochene. Salpeter- saures Silber. Hartgummi- abfall— Glühstrumpfasche kauft jeden Posten Metall- schmelze, Alte Jakobstraßc 138 (Ecke Hollmannstraßei. 2> 2605?* Borax, Wachse, Bleiweiß, Terpentinersatz, sämtliche Lacke, Emaillelacke und ähnliche? kaust ständig, höchste Preise zahlend, Wolter, Thaerstroßc 6. 191K» Spiralbohrer, Werkzeuge, Schmirgelleinen kauft Hieplcr u. Co., Charlottenburg, Horst- weg 8/9, Hof 1 Treppe. 1825k* Pappschere, einvserdigen Elek- troinotor sucht Korn, Lands- bergcrstraße 72._ 1835?» Zahngebisse! Platinabsälle, 7,80, Ketten, Ringe, Brnch- abfälle, elektrische Materialien, älmabfälle, Zelluloid klaust Christionat, Co- (gegenüber 117/2» Tanzschule Kohl, Rosenihaler- straße 12. Sonntag, DienStaz, Somwbend Anfängerkurse. +131* ilberschnielze penickerstraße 20» Manteuffelstraße). Kaufe Stoff, Futter, Garn, Rolle 11,— Mark. Eigenbedarf. Gergely, Palisadenstraße 5,11. Königstadt 1187.__ 106/12* Kaufe Garn, Rolle 11 Mark, Stoff, Futter zu höchsten Prei- sen. Eigenbedarf. Sommer, Jnvalidcnstraße 151. Norden 6732. 109/14* Kanarienhähn«, Weibchen kaust ständig Logelhandlung, Schillstraße 9. 8270b* Piano sucht Zucker Char- lottenburg, Leonhardtstraße 5. Wilhelm 492. 113/8* Kaufmännisch« Privaischule von Hugo Strahlendorsf, Benth. straße 11. Am 4. Oktober be- ginnen Handelslehrgänge für Damen und Herren, vormittags 9—2 oder nachmittags 3—8 Uhr. Anmeldungen ledcrzeit. Lehrpläne kostenlos. I. Damen- Halbjahres- und JahreSlehr- gange verbunden mit prokti- fchen Ucbungen zur AuSbil- dung als Buchhalterin, Ge- schäftSstenograPhin, Stenoth. pistin, Bureaubeamtin, Kor- respondentin, Kassiererin. II. JahreSlehrgänge für junge Leute, die sich für den kauf- männisch cn oder einen ähn- lichen Beruf vorbereiten wollen. III. Viertel- und HalbiahreS- lehrgänge für Herren, die sich zum Buchhalter, Kassierer, Kontoristen oder Geschäfts- stenographen ausbilden wollen. IV. Tage?- und Abendunter- richt in jedem kaufmännischen Fach nach freier Wahl, sowie in Kurzschrift(Stolzc-Schrey), Maschinenschreiben, Schö» schreiben Dentslb, Englisch, französisch. tederzeit. Anmeldungen 122K« Englischen Unterricht für Anfänger und Fortgeschrittene. sowie deutsche und französische Stunden erteilt G. Swienw, Charlottenburg, Stuttgarter- vlatz 9. Gartenbaus it.• Tanzschule Friedrich, Michaelkirchstraße 39. Täglich An- fängeriurse. Schülerkurse. Kin- derkurse. 19K* Kaufmännische Privatschule von Georg Grunow, Belle- Alliance-Straße 106. Ansang Oktober beginnen' neue Drei- monatSlchrgängc, Halbjahrs- lehrgänge, zur Kontorausbil- dung. Ausbildung in Schön. ! reiben, Maschineschreiben, ! Stenographie, Buchführung, : Rechnen, Schriftverkehr, Weck- i selkunde, Richtigschreiben. Ln- > Meldungen jederzeit. 3271b* Versckiectenes Daucrwäsche reinigt, ver- kleinert und repariert Born, Reichenbcrgerstraße 7. 78K* Kunststopserei Große Franks surterstraße 67._ 685?* Darlehu, 6 Prozent Teilrückzahlung, aus Hypothekenbrief« 5 Prozent gibt Bankverein, Charlottenburg, Wilmcr?- dorfer Straße 163. 40K* Schlafstelien Schlafstelle für zwei anständige Damen bei Wagner, Schliemannstr. 19, vorn III. +56 Schlosscrlchrling verlangt Geldschranksabrik, Rykcstraße 2. 10ZK» Fahrstuhlsührer und Heizer suchen sofort A. Jandors u. Co., Charlottenburg, WilmerS- dorferstraße 118/119. Mel- dmmen im Maschinenbaus. 153K* Schlosseriehrlinge verlangt Kunst- und Bauschlosserei. Rigaerstraße 98.___.+58* Pautinenmacher angcnenschuhc. straße 53. auf Ge- Brunnen- ItZ/l i; ArbeitSbursche», Arbeits« mädche», jüngere, sucht Ein- legesohlen-Fabrik Adolf Maaß, Alte Jakobstraß- 109. 3Z79b» Fahrstuhlwärte: ftlchen so- ort?l. Jandorf u. Co., Große „rankfurterstraße 113. Mel- düngen ini MaschinenhauS. 153K Stepperin auf Militärschuh- werk. Brunncnstr. 53. 113/2 Anständige junge Mädchen für leichte Botengänge und leichte Lagerarbeitcn verlangt Rosenthal, Schönhauser Allee 6-7. 3280& cuchtige AeriiZleugmaches. Spezialisten ans Schnitte und Stanzen, verlangt fll3/7» tzVvrk-ionLkr'-br'ltc Ascklol, Stettiner Str. Z8. Werkzengdreher, Schloffer, �TNrlchler für Exzeuterpresien, Spritzerinnen ß* s«rficrcret; Arbeiter, Arheiterinnen, Lanfmädchen stellt sofort ein 5. friLLsr Kdt.-lZes., xc>30L* Berltn-Oberfchöneweide. werden sofort eingestellt. Ms Berliner Slraßenbairn. jgoos Schönhauser Allee 128. Ackerstraße 3—4, Mariusstraß« 7. Liandenburgltraße 70—77. Kreuzbergstraß« 16—20. Osener Straß« 1. Reinickendorf: Pankower Allee Nr. 62-63. ' Nieder-Schinhausen, Kaiser- Wilholm-Str. 41—42. Hohenschönhausen, Degener- Ziraße 22-27. Weißcnsce, Bernkastler Str. 80. Lichtenberg, Siegsrtedstr. 30—35. Treptow, Elsenflraße 111—114. Neulölln, Köllnische M»e 1—10. Britz, Gradestraße 4—17. Tempclhos, Kaiscrin-Augusta« Straß«. S vi 5neberg,BeIzIger S tr. 14—16. Lichterselde, Hindenburgdamm Nr. 67—70. Wilmersdorf, Destsäsische Straße Nr. 73-76. Eharsoltenburg, Spandaucr Straße 22. Eharloltenburg, Wiebestraße 30. Tegel, Schloßstraße 10—11. rrnil rsvlunZch ftadfaltrer Bue&äruckerei ¥orwlrls, Llndenslraße 3, 4. Hof links pari. 2085L Schlosser und Schmiede sowie Hlifsseiilosser ailer AH werden eingestellt. 20292* Brass& Hertslet, BepHn-Marienfelde. »m NMK Oeipgsmnteui für Berlin sofort. 113/10 Kufsat?»- Uiiefenstahl, Kursürstenstr. 143. Mk. MlerMM aus Ladeneinrichtungen nach Zeichnung verlangt 2067 L Simnm, (gelernter Schlosser) für Ge schoßpresseret, welcher Kenntnisse im Pressen von Geschossen hat, zum sofort. Antritt gesucht von Periii& Co., Kommanditgesellschaft, Bln.-Tompelhof, Jnduftriestr. 1-5 für Dreherei, beschäftigt mir der Fabrikation der leichten Spreng- niine, sofort gesucht von W. Peritz& Co., Kommanditgesellschaft, Bln.-TempelHof, Jnduftriestr. 1-5 empfohlene ieparateiire, KriegsK-digt- st-llt ein 19952» TVilkoim Dpenslcke, S 14, Kommandanlenstr. 66. iittroehiii für unsere eigene Werkstatt sucht ALPINA Deutsche Uhrmacher-Genossen- 32755 schaft, 3lm Köllntschc« Park 1. Geschäftszeit von 8—'/t5 Uhr. NeliMMdi) suchen Nemak SS Silber, Echirmsabrik, Lindenstr. 71/72. Zum baldigen Antritt wird ein A.skonsni gesucht, der in der Lage ist, Kausmuster von Oelen, gelten, chemisch en und Erd-Farben, aus Reinheit und Brauchbarkeit zu untersuchen. 281/13 Angebote mit GehaltSsorde- rnng an Gustav Ruth, Che- mische und Lackjabnken, Wandsbek bei Hamburg, gelbste. 136. Mtlp Laprglaser sofort verlangt. 32816 Johannes Griihke, Berlin, Ritterstr. 26. tiirätito cogeMMimiei! erhalten sofort Anstellung. Meldungen von 10—11 und 4-5 Uhr. 166L Wertheim®;h.; Lüneburger Sir. 329/333.' ElfenbemarbeUer für Stockgrifie suchen 82856 Bemak A Silber, _ Lindenstr. 71/72.____ Tischler sstr Bücherschränke U.Schreibtische verlangt Klammer, Möbelsabr., Gr. Frankjurt.Str. 16 Boiierer unS poiiererinnen sucht Pianofabrit Otto Marquardt. Lichtenberg, Sieg- sriedstraße 202. 113/4 Klempnoriedrllnxe, Sohn achtbarer Eitern, welcher da? Klempnerbandwerk erlernen will(Werkstattklempner), wolle sich melden bei Lust. Winkle« liokll., Gr. Frankfurter Str. 86. Arbeiter und 20782* Arbeiterinnen sucht zu sofortigem Antritt J. D. Riedel, Aktiengesellschaft, Berlin.Brft», Riedelstr. 1-32. TSehtine Heizungsmonteure stellen ein[20822* fiietsclisl& ieüüelierij G. m. b. II, S 42, Brandenburgstr. 81. BaflÄer oöer Paelier verlangt Goldleiftenfabr». Rcicheiiberger Str 88. 114,'t SpISlKvi' gesucht Dittmann. Berlin-Weißense«, Berliner Allee 40. 3283b BmeiieM mit guten Zeugnissen über gleich- artige Stellung sucht[20802 Union Baugelellschaft auf Aktien, Martgrasenstrage 76. mit Kolonne für größere Ar- betten sofort gesucht. 3254b» H. Cirarnikow A Co., Charlottenhu rg, Hardenbergst. 25 Kartonnagens arheiterinnen, geübt aus bessere Kleinkartons, finden sofort in u. auß. d. Hause Beschäftigung. Kartonnagen- sabrik, Marsiiinsstrasze S3. Leimerinnen aus Photorahmen suchen Hack A Hey, 20312* Wallstrabe 57. im Alt er von 14— 16 Jahren zur 153L* ErlemongUnfeM sofort zfesuoht. Meldungen in unserer Personal- Verwaltung im IV. Stock. AJandoif&Go. Belle-Alliance-Str. 1/2. Gr. Frankfurter Sir. NZ. Brunnsnstr. 19/21. Kottbnser Damm 1. Charlottenburg, Wilmersdorf.Str. 1 18/119. MmsMoa für den ganzen Tag in dauernde Beschäftigung suchen 3274b Bchrend SS Loew enstein, Lindenstr. 38. Solilen-Mecim in und außer!N Hause sucht Lederstanz-Gesellschaft. 327 8b Pu'-tkamerftr. 19. trhcilei'jnllell suchen Otto H Uller A.-G., Reichenbergor Straste 104. AntcseiiseliwelSepianeB' |üt schwache BleSe verlangen Otto HUNer A.-tS», Glogauer Srr. 6.* Frauen, kräftige, zum Flasch-njvülen u. für Kellerarbeiten, verlangen HoeUel A Vetter. Obstvcrweriuugs Fabrik, Alexanderstr. SS. jSOSSL ScSilossLZ' l'ransportarbeitet' stellt sofort ein 20791,* H. Frister Akl.-Ges., Bcrlin-Oberschönewoidc. Schlosser, Presser««d Warmmacher stellt ei» Xiinderpreötverh 6. H. Speck, Lützolvstraste Ä. 20Z4Z Arbeiterinnen, auch Jugendliche sofort gesucht. 1131/11 Arbeitszeit von morgen? 7 Uhr bis nachmittags'l,o Uhr. Villeroy& Boch, NSt. Nrm-e°Konserv.. Kruke». Lichterfelde-Lft, Lankwitzeo Str. 13, 2 Minuten vom Babubof. Fahrgelegenheit: vom Potsdamer Ringbahnhoi mit elektr. Fernbahn über Forckstr., Papestr., Südende, Lanlivitz nach Lichterseid e-Ost. Das neue polnische KabmeÄ. Warschau, 23. September. Tie Warschauer Presse bringt die Mitteilung, daß K u ch a r z e w s k i sich entschlossen habe, die Leitung des Kabinetts zu übern m e n. „Kurzer Polski" berichtet, daß Kucharzewski Sonntag vor- mittag dem Regentschaftsrat seine Zustimmung zu der ihm an- gebotenen Mission erklärt habe. Der Regentschastsrat wird die Kandidatur Kucharzewski den Zentralmächten zur Bestätigung vorlegen. e)ie Rekonstruktion des Kabinetts ist noch in dieser Woebe zu erwarten, worauf die Einberufung des Staatsrates erfolgt. „Kurjer Warszawski" erfährt, daß nur Landwirtschafts- minister Tzierbiai und Justizminister Higersberger erseht werden sollen. Auch sei der Rücktritt des Direktors der Heeres- komnussion, des Prinzen Radziwill, wahrscheinlich. lieber die Konferenz Kudimzewskis mit dem Volksklub mel- d ü„Przeglad Poranni": Obwohl auf dem Gebiet der sozialen fragen die Ansichten Kucharzewskis sich viel gemäßigter er- wiesen hatten als die des Volksklubs, nahmen die Vertreter des Klubs gegenüber dem künftigen Premierminister eine Wohl- wollende Stellung ein. Behielten sich jedoch in einzelnen Fällen freie Hand vor. Auch wurden gewisse Wünsche bezüglich der Zu- sammensehung des künftigen Kabinetts vorgebracht. Von besonderer Wichtigkeit wird sein— worüber noch nichts gemeldet wird—, welche Stelle Prinz Radziwill, der Unterhändler in Berlin und Wien, in der neuen Regierung einnehmen wird. Daraus werden iich leicht Rückschlüsse auf die Politik Polens gegen- über den Mittelmächten ergeben. Dk Schlacht m pa!äftma. Türkische Frontverlcgung auch am Jordan. Äsnstantiiwpcl, 21. September. Die schweren Kämpfe an der Palästinafront dauern fort. Die Engländer sühren ibren Angriff mil besonderem Nachdruck zwischen Küste und der Eisenbahn. Zur Verkürzung unserer Front gehen unsere Kräfte auch östlich der E i> e n b a h n nach tapferer Abivehr aller feindlichen Angriffs be- sehlsgemäß in n e u e Stellungen nördlich ihrer bis- b c r i a e n Linien. Sonst nichts Neues. KlUistantinopek, 22. September. Tagesbericht. An der Palästina- iront vollziehen sich unsere Vewegungen, die wir auch am Jordan eingeleitet haben, in voller Planmäßigkeit und Ordnung! unsere Nachhuten leiste» überall tapferen Widerstand. Aus einem in. der Nacht vom 21. zum 22. September an der anatoli'chen Küste erschienenen feindlichen Flugzeuggeschwader wurde ein Flug- zeug be: Kartal durch unter Maschmengewehrfeuer abgeschossen. Tie Insassen, ein englischer Hauptmann und ein englischer Ober- leutnant, sind gefangen. Ein zweites feindliches Flugzeug fiel bei Art Bllrnu in unsere Hand. Auf den übrigen Fronten keine Er- eignisse von Bedeutung. Englischer Heeresbericht aus Palästina vom 20. Septem- b e r. Der feindliche Widerstand ist überall zusammengebrochen, ausgenommen aus dem linken türkischen Flügel im Jordantale. liwer linker Flügel machte eine vollständige Drehung ostwärts von Dah und erreichte die Linie Jdia— Aaka— Bahnabzweigung Messadieh, auf beiden Seiten der Bahn und die aus dem Westen nach Nablus zu laufenden Landstraßen. Unser rechter Flügel cmg durch schwieriges Gelände gegen erheblichen Widerstand vor, und erreichte die Linie Khan— Iibalt VA englische Meilen(2 Kilo- meteri nordöstlich von Al Mugheir es Sawieb zu beiden Seiten der Straße Jerusalem— Nablus. Im N o p d c n drang unsere Reiierei durch das Gebiet von Arweddon vor, besetzte N a z a r e t h, Asul« und B e j s a n und samuielte aufgelöste Massen feindlicher Truppen und Transporte aus, wie sie vom Süden her anlangten. Alle Wege zur Flucht, die dem Feinde offen gestanden hatten, mit Ausnahme der Furten durch den Jordan zwischen Beisan und Jisr ed Tamich waren so für ihn verschlossen. Oestlich vom Jordan hatten arabische Streitkräfte des Königs von HedschaS zahlreiche rstörungen ander Eisenbahn von Deraa ausgeführt und verschiedene! wichtige Brücken einschließlich einer über lden Jarmak waren ze r st ö r t worden. Engtischcr Heeresbericht aus Palästina vom 22. S e p- i e m b e r. Am� 2l. September 9 Uhr abends schwenkte die In- '.in erie aus unserem linken Flügel mit dem Drehpunkt zu ihrer Lücken bei Bir-Afur, fünf engtische Meilen(9 Kilometer) Ost zu Nord von Tuüeram. Sie hatte die Linie Beisdejan, fünf Meilen südöstlich Nablus— Samaria— Bir-Afur erreicht, indem sie den Feind westlich der Straße Jerusalem— Nablus vor sich her in die Arme unserer südlich von Jenin und Beisan operierenden Kavallerie trieb. Andere feindliche Truppenkörper suchten vergeblich in das Jordantal in Richtung Jisr-ed-Tamie zu entkommen, das noch von unseren Truppen gehalten wurde. Diese Truppenkörper erlitten schwere Verluste durch unsere Luftstreit- träste, die sie andauernd mit Bomben und Maschmengewehrfeuer aus geringer Höbe beunruhigten. In der Nähe des Sc e s T i b e r i a s halten unsere Kavallerieabteilungen Nazareth und die Bahn- und Straßeiiübergänge über den Jordan bei Jisr-ed-Damie. Achtzchntauseud Gefangene sind gezählt und 120 Geschütze zu- sammengedracht. Zwischen lterna und LVaröar. Sofia, 22. September. Bulgarischer Heeresbericht über die Operationen vom 21. September. Vom S k u m b i bis zur Cerna war des beiderseitige Artilleriefeiler an mehreren Punkten zeitweise sehr heftig. An der östlichen Cerna warfen unsere Einheiten mehrere serbische Abteilungen durch einen Gegen- ang.'isf zurück. Im Winkel zwischen der Cerna und dem Wardar dauern die Kämpfe mit großer Erbitterung an. Nachdem im Laufe der!>-zten Tage heftige englisch-griechische Angriffe gegen unsere Stellungen am Toiransoe durch tapfere Truppen au? T o r o st o l und S i st o v o blutig abgeschlagen worden waren, bot die Kampftätigkeit an dieser Front an Stärke abgenommen. Im Strumatale Patrouillenzusammenstöße im Vorgelände. FranzSsischor Orientbericht vom 2 1. S c p t e m b e r. Im Lause des 20. September brachen die französisch-serbischen Armeen < f dem Droschewisko-Massiv den ernsthaften Widerstand der durch deutsche Truppen verstärkten bulgarischen Nachhut. In imsimtzung ibres Erfolges überschritten sie in nördlicher Richtung der Vezrcr und erreichten gegen Morgen Demir Kapu.� Ter Feind führt zahlreiche Zerstörungen gegen Gradsko zu und in der Wardar- und Toirangegend aus. wo er Bahnhöfe, Munitionslager und Flugparks in Brand gesteckt hat. Tie Zahl der Gefangenen und dei erbeuteten Geschütze erhöht sich. Tie serbischen Truppen be- mäed. igten sich insbesondere einer vollkommenen Montagetruppe i d einer Batterie Kaliber 10,5 Zentimeter. Tie Flieger setzten t>'iterhin den feindlichen Rückzugskolonnen zu. In der Gegend l der Cerna heg nun der Feind sich zurückzuziehen und die alliierten Truppen nahmen Chaniste und Orle. In der Gegend nördlich und nordöstlich des Dzenamassivs setzen die französisch- griechischen Truppen in Verbindung mit den serbischen Armeen ihren Vormarsch fort. Italienischer Bericht vom 22. September. Im Cerna- Borcn begannen unsere Truppen im Zusammenhang mit der all- gemeinen Offensive der Verbündcicn gestern ihren kraftvollen Por marsch nach Norden und bemächtigten sich der ersten feindlichen Stellungen, Die Zeutschen U-Soote an Amerikas Küfte. Bern, 22. September. Die amerikanischen Blätter von Mitte August berichten tagtäglich über erfolgreiche Operationen der deutschen Tauchboote an der Küste von Amerika. Sie scheinen es besonders wegen des Brennstoffmangels der Ententeländer nament- auf nach Europa bestimmte Petroleumdampfer abgesehen zu haben, aus denen sie gewöhnlich vor der Versenkung den eigenen Oel bedarf ergänzen.„New DorkTimes" vom 20. 8. erfährt amtlich, daß die Tauchboote zwei Kabelverbin- düngen z e r st ö r t e n, und zwar bei Beginn der Operationen ein amerikanisches nach Westindien, ferner Mitte August ein französi'ches nach Westindien. Beide seien inzwischen ausgebessert worden.„Evening Post" vom 21. 8. berichtet, daß ein Tauchboot den amerikanischen Dampftrawler Triumph kaperte, ihn mit einer Besatzung, Kanonen und Funkenapparat versah und daß Triumph dann aus den Neufundlandbänken bis dahin drei Fischerboote zerstörte. Alle Zeitungen bringen die sensationelle Geschichte, wonach der Kapitän des versenkten amerikanischen Schiffe?, der auf dem Tauchboot gefangen gewesen sei, kurze Zeit darauf in einem New Dorker Wirtshans den Offizier des Tauchbootes wiedererkannte, der offenbar in einem Fallboot gelandet war, um Informationen zu sammeln. Nach einer anderen Geschichte sagte ein Tauchbootoffizicr den gefangenen Amerikanern, daß er zwei Tage vorher ein New Dorker Theater besucht habe. Er zeigte die Abschnitte einer Eintrittskarte mit dem entsprechenden Datum vor. Kriegsfteuern in Amerika. Washington, 21. September. Das Repräsentantenhaus hat mit 350 gegen 7 Stimmen die Einkommensteuer- Vorlage angenommen, die 1699 Millionen Dollar ein- bringen soll. Die Vorlage geht jetzt an den Senat. Staatssekretär v.Stein über Uebergangs- Wirtschaft. Kein Wirtschaftskrieg nach dem Kriege! Der Staatssekretär des Reichswirtschaftsamtes v. Stein hielt an die Bremer Handelskammer gestern eine Ansprache, in der er sich entschieden gegen den Wirtschaftskrieg nach dem Kriege aussprach. Würde er aber kommen, so würden die Deutschen auch hier ihren Mann stehen. Der Staatssekretär ging dann auf Fragen der Kriegs- und Uebergangswirtschaft ein, die er nach dem Schema „einerseits— andrerseits" behandelte. Die wirtschaftlichen Zwangs- einrichiungen seien unbeliebt, aber notwendig gewesen. Ein nicht zu beseitigendes Mißverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage habe das regelnde Eingreifen des Staates erzwungen. Sei der Markt wieder offen, so daß vom freien Spiel der Kräfte wieder ge- redet werden könne,„dann sollen diese Kräfte sicher nicht gehindert werden, dem allgemeinen Besten zu dienen". Mit schrankenloser Freiheit des Einzelnen gehe es freilich auch dann nicht. Es handele sich um Fragen der Massen und der Form, über die man sich„unter verständigen Leuten verständigen" könne. Die RückVerwandlung des Feldheeres in ein Arbeiierheer stelle den Staat vor große Aufgaben. Soziale Probleme von ungeheurer Größe warten hier der Lösung, von denen ich nur an Arbeitsnachweis und Arbeitslosenfürsorge, an Lohnfragen und Arbeitsbedingungen erinnern will. Welche Umwälzung wird es allein bedeuten, wenn die heimkehrenden Feldgrauen wieder die Arbeitsplätze begehren, die inzwischen von Frauen ein- genommen worden sind. Behörden, Unternehmer und Arbeiter werden zusammenwirken müssen, um diese Umstellung so zu be- wältigen, daß der innere Friede nicht gestört wird. Herr v. Stein sprach dann auch über die große Bedeutung der Arbeitskammern, in denen sich die Erfahrung von Unternehmern und Arbeitern vereinige, sagte aber nicht, wie eine Einigung über diese wichtige Institution zwischen Reichstag und Regierung zu erzielen sei. tzdfferich- entbunden. Berlin, 23. September. Wie WTB meldet, ist Staats- minister Dr. Helfferich seinem Antrage entsprechend von dem Auftrag der Wahrnehmung der diplomatischen Ver- tretung des Reichs bei der Regierung der russischen födera- tiven Sowjet-Republik entbunden worden. Auf Wunsch des Reichskanzlers hat er sich bereit erklärt, seine frühere Tätigkeit wieder aufzunehmen und die Zusammenfassung der wirtschaftlichen Vorarbeiten für di�Friedens- Verhandlungen weiter zu sühren. Daß Herr Helfferich ab und zu entbunden wird, liegt ja im Wesen seiner vietseiligen Tätigkeit; dem Volke aber wäre lieber, er wäre endlich verschwunden. Denn wenn er bei seiner jetzigen Täligkeit dem Frieden ebenso„vorarbeitet", wie er das in Rußland zusammen mit dem General H o f f m a n n getan hat, dann werden wir ans Friedensverhandlungen lange warten können. Eine nachträgliche Frage: �Was konnte der Staatssekretär des Auswärtigen eigentlich für einen Mann fürchten, der, wie sich doch deutlich zeigt, von keiner Mackt der Welt umzubringen ist?! �lbbau öer Zwangswirtschaft? Teilweise Freigabe des Eierverkaufs. Bor Monaten hatte, wie erinnerlich, der Abg. Rösicke den An- trag gestellt, einen Abbau der Zwangswirtschaft detZestalt vorzu- nehmen, daß man jedem Erzeuger aufgibt, eine bestimmte Menge verschiedener Arten von Lebensmitteln zu liefern und ihm dann gestattet, den überschießenden Teil freihändig zu verkaufen. Vom Reichstag, den Vertretern der Verbraucher und den Vertretern der Städte ist damals dieser Antrag sehr lebhaft bekämpft worden. Es wurde dagegen eingewendet, daß bei Annahme des Antrages d a S ganze System der Rationierung erheblich leiden könnte. Was damals abgelehnt wurde, scheint jetzt durchgeführt werden zu sollen, ohne daß eine neue Stellungnahme der in Be- tracht kommenden Körperschaften erfolgt wäre. Eine Lokalkocre- spondenz verbreitet darüber folgende Mitteilung: Der preußische Staatskommissar für Volksernährung hat eine Verordnung erlassen, worin es heißt: Die im laufenden Wirtschaftsjahr bei der Sammlung der Eier in Preußen bisher erzielten durcki schnittlich befriedigen- den Ergebnisse schaffen die Möglichkeit, Erleichterun- gen der öffentlichen Sierbewirtschaftung eintreten zu lassen, die dringenden Wünschen sowohl der ländlichen wie mich weiter Kreise der städtischen Bevölkerung entgegenkommen. Ich bestimme daher: Geflügelhalter, die ihre Ablieferungsschuldigkeit an Eiern für das Wirtschaftsjahr 1918 erfüllt haben, dürfen weitere aus eigener Geflügellvirtsckaft gewonnene Eier sUeberschußeier) un- mittelbar an Verbraucher zum Kleinhandelshöchstpreis frei ab- fetzen. Ueberfchußeier sind bei Ablieferung an die Sammel- stellen oder Aufkäufer dc§ Kommunalverbandes mit einem Zu- schlag von 10 Ps. je Ei zum jeweiligen ErzeugechöchstpreiS zu ver- guten. Diese Bestimmungen gelten bis zum 31, Januar 1913. Bestätigt sich diese Meltrnng, dann liegen die Dinge so: der! Reichstag, die Städte und die Verbraucher lehnen ein Eingehen auf den Antrag Rösicke ab, sie bekämpfen ihn lebhaft, da sie eine nachteilige Wirkung für die Rationierung befürchten. Der preußische Staatskommissar für Volksernährung fühlt sich aber veranlaßt, den Wünschen der Landwirte nachzugeben und nun doch die bekämpften Maßnahmen durch- zuführen! Die Verbraucher müssen diese Berücksichtigung der agrarischen Interessen wie einen Faustschlag ins Gesicht empfinden und den Eindruck gewinnen, daß ihr« Interessen in den maßgebenden Er- nährungsstellen sehr arg vernachlässigt werden. Es wär wünschen?- wert, wenn sich der Ernährungsbeirat schleunigst mit der ganzen Angelegenheit beschäftigte. Er lernt noch immer! Helsingsors, 21. September. Minister Hielt, der am 19. von einem Besuch bei dem Prinzen Friedrich Karl zurückgekehrt ist, äußerte sich sehr befriedigt über den Besuch. Der Prinz bereite fich mit Ernst und großem Interesse auf seine Aufgabe vor und habe bereits mit dem Studium der finnischen Sprache sowie von Finnlands Geschichte, Geographie und Staatsrecht begoimc». Wenn Prinz Friedrich Karl statt aus den Büchern aus den Zeitereignissen lernen wollte, so— hörte er auf zu lernen! Irrjmnstöne. Angesichts der Regierungskrise schlägt ein Teil der rechts- stehenden Presse Töne an, die an der Zurechnungsfähigkeit ihrer Urheber zweifeln ließen, wenn dahinter nicht daS erkennbare Streben stände, den totalen Zusammenbruch der all- deutschen Politik durch hysterische AuSbrriche zu verbergen. An der Spitze dieses Tobens sieben der„Bund der Kalter» treuen" und der«Preußenbund". Ihre Kundgebungen entziehen sich der Wiedergabe, hier vteibt wirklich nur die Aliernaüve: Unzurechnungsfähige oder— schlimmeres! Die„Deutsche Tageszeitung" überschreibt ihre« neuesten Kampsartikel„Unsere C a t: l in a r i e r", und die„Deutsche Zeitung" nennt PayerS Stuttgarter Rede ein„politisches Ver- brechen". Tie„Berl. N. N." haben es aus Mitlerderregung abge- sehen, sie sammern laut, daß die Rechte„an die Wand gequetscht" werde— wer weint da nicht?—, sie zetern über„tyrannische Par» teiherrschaft" und„krasseste Parteidiktabur". Nun wissen wir'S end» lich: Die Alldeutschen wollen das deutsche Volk vor Tyrannen und Diktatur retten! Leider klappt m diesem Punkte die Regie nicht. Denn die „Deutsche Tageszeitung" ruft zu derselben Stunde nach einem Diktator: »In Deutschland ist vieleichi der größte Mangel das Fehlen eines solchen Mannes mit den erforderlichen Vollmachten. Wäre er da, so würde es mit dem Deutschen Reiche anders ans- sehen und alle Sorge und Herabstimmung vor froher und fester Zuversicht verschwinden und viele eingebildete Größen im June- reu, wenn auch vielleicht fauchend und vergeblich sich wehrend, auf ihr« natürlichen Dimensionen zurückgeführt werden." Und, o Ironie der Weltgeschichte, auch der„Deutschen � Zeitung" kommt plötzlich die Erleuchtung, daß wir den Wilson, Lloyd George und Clemenceau(hat diese nicht die De- mokratre hervorgebracht?) keinen gleichwertigen Staatsmann cnt- gegenzusetzen hätten! In diesen Treibereien darf natürlich auch der schwerindustriclle „Lokal-Anzeiger" nicht fehlen, der sich bereits auf die Defai- t i st e n- I a g d macht. Das wackere Schcrlblatt hat deutsche De- faitistenverschwörungen— es schreibt„defai tistische deutsche Kreise" — im Haag und in Kopenhaaeu entdeckt, wobei plötzlich der Name des Grafen Brockdorff-Rantzau genannt wird— natürlich ganz ohne Absicht! Die„Deutsche Tageszeitung' wird«och massi- ver: im Lager ver Reichstagsmehrheit„stehew und arbeiten unsere Feinde".„ Natürlich wird auch daS übliche Geheul über den„Machthunger und„Parteiegoismus", die„Unersättlichkeit" der Sozialdemokratie angestimmt. Die„Deutsche Tageszeitung" schmeißt bereits mit der Anklage der„Preisgabe des Vaterlandes' um ,:ch. Den Herren kann nur erwidert werden, daß die jetzige Situ- ation am allerwenigsten verlockend aussieht, um etwaigen„Mach!- Hunger" zu stillen. Für die Sozialdemokratie gäbe e? vom Partei-- standpunkt gar nicht? Bequemeres und Günstigeres als denen, die die Verantwortung für das Vecqangenc tragen, auch die Verant- Wartung für das Kommende zuzuschieben. Wenn sie die Frage einer Beteiligung an der Regierung nur erwägt, so kann gerade in diesem Falle nichts als die aufrichtige Sorge um Fort- bestand und Zukunft des deutschen Volkes das treibende Motiv sein._____ die Nationalliberalen für die Negierung. Die nationalliberale Reichstagsfraktion hielt am Montag nachmittag eine Fraktionssitzung ab. Wie die„National- Zeitung" berichtet, steht die Fraktion nach lvie vor auf dem Standpunkt der Negier ung Hcrt- ling-Friedberg-Payer und sieht keinen Grund, rn ihrer Haltung eine Aendcrung vorzunehmen. Namentlich ist sie der Ueberzeugung, daß die Angriffe gegen den Reichs- kanzler an der Haltung der Zentrumsmchrheit scheitern werden.— Das letztere bleibt abzuloarten. Bundesrat, Mieterschutz und WohmmgSmangcl. Berlin, 23. September. In der heutigen Sitzung des Bundesrats wurden die Entwürfe a) einer Bekanntmachung über Aendcrung der Be- kanntmachung zum Schutze der Mieter, d) einer Bekannt- machung über Maßnahmen gegen Wohnungsmangel angenommen. Noch rinmal: Dreihundert Prozent am Staat verdient. Die Zeppelinwerke Lindau teilen uns mit: Die in mehreren Zeitungen im Anschluß an eine Sitzung des Schlichtungsausschusses in Kemp- ten verbreitete Nachricht von hohen Kriegsgewinnen unserer Ge- fellschaft beruht leider ans einem Irrtum. Die Angabe, daß der Verkaufspreis für Schwimmer, deren Selbstkostenpreis IS(300 M. betrüge, 60 000 M. fein soll, ist leider irrig. Er beträgt nur 16 000 M, Leste Nockn'ckten. Untcrdrückten-Empfang bei Wilson. Washington, 22. September.(Reuter.) Ein Komitee zur Ver- tretung der unterdrückten Nationalitäten Oesterreich-Ungarns wurde am Fveitagnachmittag vom Präsidenten Wilson im Weißen Hause empfangen. Zugegen waren Professor Masaryk, der Präsident des tschcchoslowakischsti Nationalrats, Jgnaz Pade-- r e w s k i als Bcrtreier de? polnischen NationalauSschusses sowta Vertreter der Jugoslawen Rumänen und Italiener. Masaryk er» zählte Wilson von dem Vertrauen, daS diese Völker auf ihn setzten. Ihre Hoffnung auf die Zukunft liege bei ihm. Padcrewski betonte, Oesterrcich-Ungarn sei keine Nat.on, nicht einmal ein Staat, son- dern einfach eine bankrotte Fnrma. bankrott an dem Vertrauen der Welt und seiner eigenen Völker. Der Präsident sprach un- formell und in sympathischem Sinne über Amerika? Haltung gegenüber den unterdrückten Völkern, nicht nur Oester-! reich-Ungarns, sonder» per ganzen Welt. GeNWHWbevMung Die Lohnbewegung öer Staatsarbeiter beenSet. Nach NcHcriNindung großer Schwierigkeitvn ist in den Span- dsirer Staatsbetrieben zwischen dem Kriegsamt. Waffen- und MunitionsbeschaffungSamt und den Arbeiteraüsschüssen doch noch «ine Verständigung über die neue Lohnordnung erzielt worden. Bekanntlich hatten die AribettorauSschiisse den Schlichtungs- ausschuß angerufen, weil sie mit den Lkkordabzügen nicht einver- standen waren. Der SchlichkmgSaus-schuß hatte in einem Schieds- spruch erklärt, daß zwischen Wumba und den ArbeiKrausschüssen erst einmal direkte Verhandlungen stattfinden müssen, und erst wenn diese zu keiner Verständigung führen, sollte der Schlichtungs- auZfchutz erneut zu der Frage Stellung nehmen. Der gleich« Wunsch ist ja auch von der Massenversammlung der StaatSarbeitcr im Mrkus Busch geäußert worden. Wumba bat nun diesem Verlangen entsprochen, und es hat anck eine Ver- bandlung stattgefunden, an der neben Vertretern des Wumba die Obleute der Arbeiterausschüsse, je ein Vertreter der Angestellten- ausschüsse, die Vertreter der Orgamsationon und die Vertreter der Institute teilgenommen haben. In dieser Verhandlung wurde nun eine Verständigung dahin berbeigesührt, daß für die Arbeiter der Lohnklasse B. 1 der Stundenlohn um 10 Pf. auf 2,20 M. erhöht wird. Für die Arbeiter der Lohnklasse B. 2 trat ebenfalls eine Erhöhung um 10 Pf. aus 1.80 M. für die Stunde ein. Die Klasse B. 3 wurde geteilt, und die Gruppe a erhält eine Erhöhung um 20 Pf. auf 1,ö0 M., die Gruppe b eine Erhöhung um 10 Pf. auf 1,30 M. für die Stunde. Die beiden Lohnstusen für Arbeiterinnen erfahren ebenfalls «ine Erhöhung um 10 Pf. auf 1,10 M. bzw. SS Pf. Außerdem wurde zugestanden, daß diese Zeitlohnsähe gemäß der alten Lohnordnung von 1904 um 15 bis 20 Proz. erhöht werden sollen, wenn cS sich um Betriebsarbeiten handelt, die ihrer Natur nach nicht zur Ausführung im Stücklohn geeignet sind und daher im Zeitlohn ausgeführt werden müssen. In diesem Falle wird den handwerksmäßig ausgebildeten Arbeitern ein Zuschlag bon 13 bis 20 Proz. zu den Zeitlöhnen gewährt. Die Stücklohnklassen wurden nicht erhöht, bleiben also nach der Verfügung vom 27. Juli in Kraft, jedoch werden die Akkord- abzüge rückgängig gemacht und den Akkordarbeitern die abgezoge- nen Beträge rückwirkend vom 1. März d. I. ab nachgezahlt. Auch bezüglich der Vorarbeiter wurden vom Wumba ent- sprechende Verbesserungen zugestanden, deren Aufführung im oin- zelnen zu weit führen dürfte. Nach dieser im Wumba stattgehabten Verhandlung nähmen die gesamten Arbeitcrausschußmitglieder und Funktionäre der Organi- sationen zu diesem Ergebnis Stellung und beschlossen, dieser neuen Lohnordnung nunmehr zuzustimmen. In der Entschließung wird zum Ausdruck gebracht, daß die gelernten Arbeiter, die seit lange angestrebte Verbesserung nur zum geringen Tril erhalten haben, daß aber trotzdem auch diese Arbeitergruppen der Lvhnordnung zustimmen, weil für die am schlechtest gestellten Arbeitergvuppen und insbesondere die unge- lernten Arbeiter wesentliche Ausbesserungen erfolgt sind. Dieser Entschließung der Arbeiterausschußmitgliödcr haben die inzwischen stattafeundenen Betriebsversammlungen ebenfalls zu- gestimmt, und damit kann die ganze Angelegenheit als erledigt angesehen werden. Es hat sich inzwischen herausgestellt, daß noch einig« Unstim- migkeit-n in den einzelnen Instituten bestehen, jedoch ist in der Verhandlung im Wumba ausdrücklich erklärt worden, daß die Be- triebsleitungen die neue Lohnordnung loyal auslegen sollen, so daß erwartet werden kann, daß auch diese zurzeit noch bestehenden Differenzen in zufriedenstellender Weise ihre Erledigung finden. 240 MM) Mark Lohnnachzahlung. In der Oberlausitz waren in den Baumwollwebereien die Ar- bester schon seit langem mit ihren Verdiensten unzufrieden. Auf Drängen der dort vorhandenen Arbeiterorganisationen kam eZ wegen der Lohnfrage zu Verhandlungen mit den Höchst- leistungSbetrieben. Tie Arbeiter waren durch Abgesandte des Deutschen Textilarbeiterverbandes und des christlichen Textil- arbriterverbawdeS vertreten. Es handelte sich um Heeresarbeiten, für die von den maßgebenden Stellen gewisse Mindestlöhne bean- fprucht worden waren, und eS machte große Schwierigkeiten, dem einzelnen Weber die in 15 Monaten von ihm auf mehreren Stühlen gewebten Meter zu berechnen und danach festzustellen, was er an Lohn zu wenig erhalten habe, zumal verschiedene Artikel zu ver- zeichnen waren, auf die infolge schlechten Materials schon Zulage gewährt worden war und die von einer Nachzahlung ausgeschlossen wenden sollten. Die daran beteiligten Weber wären also von der Lohnerhöhung und Lohnnach�ahlung ausgeschlossen gewesen, wenn 'nicht eine andere Regelung getroffen worden wäre. Diese Regelung besteht darin, daß den Webern pro Woche 2 M., den anderen 1,50 Mark, den Jugendlichen 1 M. gewährt wird. Die Löhne der An- gestellten wollen die Firmen aus ihre Kosten wöchentlich um 2 M. erhöhen. Die Nachzahlung beträgt für die Weber in den Neugecs- dorser Betrieben 158 M., für die anderen Arbeiter 110 M.. für die Jugendlichen 75 M., für die Angestellten 160 M. Im ganzen wer- den etwa 240 000 M. nachzuzahlen sein, die in'den Taschen der Unternehmer geblieben wären, wenn keine Organisationen vor- Händen gewesen wären, die sich der Sache angenommen hätten. Einmalige Teuerungszulagen sind den städtischen Bureau- bilfsarbsitern und Hilfsarbeiterinnen in Spandau bewilligt. Die Stadtverordnetenversammlung ging über den Antrag des Magi- strats erheblich hinaus und bewilligte folgende Beträge: nach drei- monatigsr Beschäftigung Verheiratete 200 M.. Ledige 150 M., nach 1— 2jähr. Verheiratete 300 M., Ledige 200 M.. nach 2—?jähr. Ver heiratete 400 Mk., L.dige 275 Mk., über 3jähr. Beschäftigung Ver- heiratete 500 Mk., Ledige 350 M. parteinachrickten. Eine Kundgebung für den Völkerbund wurde am Sonntag bon der Sozialdemokratie im städtischen Gürzenichsaale zu Köln veranstaltet. Ter Andrang war stark. Reichstagsabgeordneter Meer seid sprach unter stürmischer Zu- stimmung der großen Versammlung. In demselben Jahre hatten während dcs Krieges Fuhrmann. Bacmeister und Tirpitz geredet. Meerfeld zitierte Stellen aus ihren Kölner Reden, die bewiesen, wie gründlich die Herren borbeiprophezeit haben. Aucki in Köln seien die Alldeutschen nun mäuschenstill geworden. Mit Reden. die noch vor etlichen Monaten Beifall gefunden hätten, würden sie in Köln vor keine Versammlung mehr treten können._ Unter brausender Zustimmung forderte Meerield die Demokratisierung Preußens als Vorbedingung für den Völkerbund. Im Rbeinland sei der Preußengeist nie heimisch geworden.— Es traten zahlreiche Personen der Partei bei. Von einer Broschüre des Genossen Haenisch:„Im neuen Deutschland" wurden 1000 Stück verkauft. Ein sozialistischer Senator in Altona. Im Juli d. I. wurde Genosse T b o m a S mit großer Mebrheit zum unbesoldeten Senator gewählt. Verschiedene Bürgerlickie legten aus formalen Gründen gegen die Wahl Protest ein. der jedoch von der PrätentaiionSkommission einstimmig abgewiesen wurde. Die bürgerlichen Protestler, die sich mit dem olhlehnenden Bescheide nicht zufrieden gaben, machten nunmehr ihren Ein'pruch beim Regierungspräsidenten in Schleswig geltend. Der Regierungspräsident hat aber nunmehr auch den Einspruch endgültig abgewiesen. Genosse H. Thomas, der seit mehreren Jahren Stadtverordneter ist, erste sozialdemokratische Senator in Altona. ist der Inöustrie und kanöei. Zölle«nd Währung. Eine äußerst wichtige Verordnung hat die österreichische Regierung erlassen. Nach dem geltenden Zolltarifgesetz müssen die Zölle in Gold gezahlt werden— das hatte bis zum Kriege wenig Bedeutung, weil eben die von der Oesterrvichisch- Ungarischen Bank ausgegebenen Noten(Banknoten) so viel Wert wie Gold, eigentlich Zeichen für Goldgeld waren. Nun hat die Regierung mit einer Verordnung bestimmt, daß fortan die Zölle statt in Goldmünzen in Banknoten gezahlt werden können. Aber man wird da die Banknote nicht als Goldan- Weisung nehmen, sondern es wird ein Aufschlag eingchoben. der„nach Bedarf von Zeit zu Zeit" festgesetzt werden wird. Er ist bis auf weiteres mit ILO Proz. festgelegt worden; das hsißt. daß man fortan, wo man nach dem Zolltarif 10 Kronen in Gold zu zahlen hätte, in Banknoten 25 Kronen zu zahlen haben>vird. Praktisch bedeutet das einfach eine Erhöhung der Zölle um h u n d e r t f ü n f z i g Prozent! Im Augenblick wird das dielleicht praktisch keine große Bedeutung haben, weil die Zölle auf die meisten Lebensmittel überhaupt aufgehoben sind und die Einfuhr von Luxusware verboten ist und sonst nickst viel eingeführt wird; das hebt aber die Bedenklichkcit der Maßregel natürlich nicht auf. Sachlich besagt es, daß die Regierung die Minder- Wertigkeit der sogenannten Banknoten— das in Wahrheit nur ein gemeines Papiergeld ist— selbst bekräftigt: was früher einen Wert von 25 Kronen enthielt, ist jetzt nur 10 Kronen wert! Ein russischer Kupfcrtrust. Mit der Nationalisierung der Tula schon Kupfcrwalz- und der Koltschuginschen Kabelwerke taucht vor dem Obersien Volks- Wirtschaftsrat die Frage c.ner richtigen Organisation der Kupjer- Industrie der Republik aus. ljjs ist nach der PTA die Bildung eine? nationalen Trusts vorgesehen welch: r die gesamte Kllpscrindustrie auf dem Wege der Nationalisierung aller Kupserwalz- und Kabelwerk« vereistigen soll._ BcrichtS'estung. Ter Fall v. Eberstein. Der Schweineschleichhandel auf dem Dominium Düppel, dem Prinzen Friedrich Leopold gehörig. durch den prinzlichen Administrator Ernst v. E b e r st e i n unter- lag der Nachprüfung der 1. Straflammer deS Landgerichts II. v. Eberstein stand seinerzeit vor dem Schöffengericht Berlin-Lichter- felde unter der Beschuldigung, forigesedt Schlachtschweine, dic nur an die von der Landcszentralbehörde mit der Viehabnahme bcauf. tragten Stellen verkauft werden dürfen, an Privatpersoncn ver- kaust zu haben und dabei die Höchstpreise erheblich überschritten zu haben. Mit Herrn v. E. waren auch der Schlächter Otto Haseloff, der den Verkauf von zwölf Schweinen an den Schweinemäster Anton Grucze vermittelt hatte und der Schlächterb Gustav G r i e p, der dem Grucze Geld zu diesem Kauf vorgestreckt hatte, angeklagt. Entgegen den auf Geldstrafe lautenden Amrägen des Staatsanwalts hatte das Schöffengericht Berlin-Lichterfeld« die Angeklagten zu Gefängnis verurteilt.— Gegen dieses Urteil hatten die Verteidiger Bei-stung eingelegt.— Die Beweisaufnahms erstreckte sich zunächst auf 5 Fälle, in welchen an diese und jene Privatperson Schweine aus dem Rittergut Düppel verkauft wor- den sind. Es handelte sich dabei um die Erörterung der Frage, zu welcher Zeit diese Verkäufe stattgesunden haben, ob sie über 120 Pfund wogen und ob es sich um Schlachtschwein« oder Futter- schweine handelte. ES konnte nicht völlig aufgeklärt werden, wann die Schweine gewogen und wann sie gekauft sind. Was die an Haseloff verkauften 12 Schweine betrifft, so behauptete v. Eberstein unter Bestätigung durch Haseloff, daß diesem nicht Schlachtschwcinc. sondern Zucht schweine verkauft worden seien. Wenn unter den von ihm ausgewählten Schweinen sich auch einige kastrierte bcsan- den, so könne er nicht dafür, denn die Abnahme sei in seiner Ab- Wesenheit erfolgt.— Staatsamw.-Assessor H ö l p hielt eS für zweifelsfrei, daß es sich um den Verkauf von Schlacht schweincn und nicht von Zuchtschwstnen gehandelt habe. Es rechtfertige sich auch eine schwere Strafe, da solche Schiebungen sehr gefährlich seien, denn sie sowohl wie die Geheimichlachtungsn seien schuld daran, wenn unsere Fleischversorgung so schlecht ist. Zu Hnnderttausenden gehen daraus bczügliche?lnzeigen ein, und wenn Verwalter großer Güter nicht einmal vor solchen Echte- Hungen zurückschrecken, s o grenze dies an Landesverrat. weil dadurch unsere innere Front ins Wanken gebracht werden kann.— Der Gerichtshof bob das erste Urteil aus und verurteilte unter Freisprechung in allen übrigen Fällen v. Eberstein in dem einen Haseloffschen Falle zu 3 000 M., Haseloff eben- falls zu 3 0 0 0 M., Grucze ud G r i e v zu je 1500 M. Geld- strafe. In diesem ein n Falle hielt da? Gericht eine Ueberschrei- tung der Höchstpreis« für vorliegend. Bus alier Welt. Schwere Epidemien in Spanien. Beru, 22. September.„Nouvelliste de Lyon" meldet aus Madrid: Der Unterstaatssekretär des Innern gab eine Erklärung ab, daß der Gesundheitszustand sehr wenig befriedigend sei. Die Grippe sowie die Fieberepidemie dehnten sich sehr schnell aus._ Rückführung von Leichen Gefallener. Die Rückführung von Lcichcn Gefallener wird gestattet für ven Westen schon jetzt, für den Osten vom 1. Oktober an. Auch die Rück>ükrung von Leichen Gefallener aus Mazedonien ist nunmehr erlaubt: die vom ilalienischen Kriegs- schauplatz, aus der Türkei, aus der Ukraine und aus Finnland ist bis auf weiteres nicht zulässig. ?ugenüveranftaltungea. Berein Arbeiterjugend. Abt. Ncnkölln. Morgen abend 8 Ilfjr im Jugendheim. Berliner Straße 86/87: B o r t r a g des Herrn Bau- m e i fl c r:„Erlebnisse in Amerika". B-rantwertlla fflr B-Iitit: Erl»«uttner, Berlin: Wi den lwrlzen Teil des Blattes: Slfred esol», Neul�lln: wr Anzeigen Tdcodar tzllockc, Berlin. Bering: BorwürtS-Deriag®. IN b. H.. Berlin. Druck. BorirärtS-Buckidruckerci und BerlagSanNali Baul Cinger u. To. in Berlin. Lindenfttahe Z. Hierzu 1 Btllanr und UnierholwngSdlatt. Direktion Max Keinhardt. iJcjttsoli«"« Tliealer. 7 Uhr: Macht der Finsternis. liaisitnorspSi-lc. Vli Uhr. Eine gliickliche Ehe. Kleines Scbauspielbaus. Fosanenstraße 1, Portal 5. T/jU.: Wer Weibstcnfel. Volksbühne Theater am Bülowplatz. Direktion Friedrich Kavßler. 71 3 Uhr: IlaL tiir Maß. Dir.C. Meinhard— R. Bernauer. Theater iKöniggratzer Str. 8 Uhr: Epßsrelst. Komödienhaus 8 Uhr: Die fDnf Frankfurter. BeriluerTheater 715 U.: Blitzblttnen BInt. Trianon-Theater Bhf. Friedrlchstr.Ztr 4927.2391 Heute 8 Uhr zum 394. Male: Oer lifbensxchiUep. Morg. ftjlfcl. Pr.: Rotkäppchen. Sbnnah.'1,4 Uhr. kl. Preise: Schneewittchen. Sonntas:'(,4 Uhr. kl. Preise: Johannlftleaer. National-Theater. J;,8 Cöponickor Str. 68.'I,S Oer Kroße Operettenertolg! PrSeisestliebe- Musik von Walter Brouime. Sonntag 3','.: Häntichen. Theater der FrieWstalt Boke Friedrich,- u. Liniensfcr 7*1, Uhr. Tägl.: Nord. 8650. Kaiserplatz 3,! Tr. Ein lust Stück m. Musik v. Laufs. v. Möllendorff. Georg. L. Holms. Bossfs�; S'st Uhr: Jugend, Theater für Dienstag, 24. September* Neues Operettenhaus, Tv.uhr: Das süße Mädel. Central-Thcnter Chi: Die Hose vco Stambol. UeatBche« Opernhaus 7 Uhr.- Oer eiserne Heiland. Friedrlch-Wilhelaisi. Theater :>/. uhr: Hannerl. Kleines Theater 7',. uhr: Der Einsame. KomlMche Oper TV- SdiwarzwaMdel. LiaBtspielhaa« Die spaniseiie Fliege. Metropol-Theater u7�: Die Faschingslee Palast-Theater �..DerStralaßer Fiseliziig. Resldcnc-Theater tu uhr: Oer junge Zar. Schtller-Th. Charl. u�': Pfarrer von Kirelileil Thaila-Theatcr 7V, pntftn rinn hüih Theater am Nollendoriplafz 7 Uhr: In der Theater des Westens uhr*: Die lustige Witwe mit Guido Thielsoher. Wallner-Theater Tl, Uhr: M ßallMlS. Theater am Kottbuser Tor Kottbnscr Straße O. Leitung: Ferdinand Wagner. Jgfr Neue Kunst im neuen Rahmen. Täglich Tl, Uhr: Die große Variet£>Schau mit Heinrich Zille's Originalentwürfen der Bühnendekorationen: Alt- Berliner Weihnachtsmarkt.— Stralaner Fischzug.— Kaschemme.— Freibad usw. Unter Mitwirkung von Anna Iffilllcr-I-Incke sowie des königl. rdederländ. Hofballettmeisters Otto Jaekel mit seinem Ballett-Ensemble. Texte von Hermann Frey. Musik von Franz Sehmidt- Hagen. Dirigent der Komponist. Außerdem: Willi Idlle, Hngo Honssell, klno Trantmann, Hoher* Wiese sowro erst- Massige Schaunummern. Vorverkauf bei A. Wertheim und an der Tageskasse von 10'/,— 1'/, Uhr und ab 5 Uhr. W« CoMCordlia, lindiregsgtp. 64. ■P"««»-.«kto.-«»'•■»•»••••••••». 1»; Vis ICsimaiSosen Ein Schicksalsbild in 6 Akten mit Leontine Künliberg und Max Rabeck in den Hauptrollen. Herrliche Gesangseinlagen und.das übrige glänzende Programm mit Eva Speier und Theodor Loos. Großes Orchester. Beginn 5 Uhr nachmittags. JBüscK Tägl. VI,. Sonnt. 3>/,u.7-,, Das großartige PrograRim. Zum Schluii; OberoD. Grolle IlSSer-mtoe in 5 Akten Daraus besonders hervorzuheben: Die großen Sturzwellen. Rose-Theater. Gastspiel-Ensemble Otto GISser 3ä/4 Uhr: Maria Magdalene. ~'l, Uhr; Das Dreimäderlhaus. Ädmiralspalast. Die Prinzessin von Tragant. Wer ist die Schönste? Hajdah. 7'/, Uhr. Walhalla-Theater. Ttz, Uhr: Donauliebchen. Reichshallen-Ihsater. Allabendlich 7l/t Uhr und Sonntag nachmittags 3 Uhr: j�peililig]� Rauchen gestattet! Friodrichstr. 218 Dir.: James Klein. |?-/. Sonnt. 31/. u. 7' Soptoinber- �enNationen! 5 8hcplock Holmes der mexikanische Ausbrecherkönig. Ijeb. Porzellan, Rita Relmonte, die span. Schönheit, I und weitere Sensal. Vorverkauf an der Tagesk. 10—6 Uhr. : Sonnt. S'/j Uhr jeder | Erwachs. 1 Kind frei 1 i Casino- Theater. LoIHrmger Str. 37. Tägl.'ftS U.: Der neue Schlager log Ml W> Met! Berliner Posse in 3 Allen. Vorher erft'l. Spezialitäten. U.a.: 6 reis Linds Menschenaffen. Sonnt. 3'/.: Ein fidelet Huhn. SDRDK Lichtspiele Berlin O, ü Große FtoiKiiPter Str. B a. d. AndreaHatrnSe Die Glocke Mit großem Gesang. Maria Fein Kaiser Titz im Drama 3)as Sdehuild. Anfang 5 Uhr. 3., Teüz. wöchcntl. I M. Plomben 1.50. Galdir.- krönen 18 M. Zahnziehen m. Einspr. hßchst an schmerzlmd. Uinarb.schlechta.Gebisae, Ilep. ZahnarrtWolt sot Potsdamer Sir.Sb. Hoohb. Sproohz. SKI.*