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Wie diese zunächst ausfällt, ist natürlich nicht mit Sicherheit vorauszusagen: Aber bei sorgfältiger Abwägung alles Für und Wider kommt man doch zu dem Resultat, daß die Tage der Kanzlerschaft Hertlings gezählt sind, daß diese Reise den wahrscheinlichen Entschluß der Amtsniederlegung in sich birgt. Würde Hertling zurücktreten, so wäre die Krisis damit noch nicht gelöst, wohl aber ihrer Lösung freie Bahn geschaffen. Der springende Puntt ist noch immer die Frage .einer Koalitionsregierung. Eine solche wird nun— scheinbar— von allen Seiten gefordert. Aber in rechtsstehenden und auch gewissen mittel» parteilichen Kreisen faßt man dieses Problem als ein rein ä u ß c r l i ch- m e ch a n i s ch e s, fast möchten wir sagen als ein nur-dekoratives auf. Es sollen eben aus jeder Partei soundso viel führende Persönlichkeiten in die Regierung eintreten und damit fertig. Wie diese Personen zusammen arbeiten, was die neue Regierung tun soll, darüber schweigt man sich aus.- Aber zwischen den Zeilen erkennt der Leser die Erwartung, daß in der bisherigen Weise fortgc- wurstelt werden und im Prinzip alles beim alten bleiben soll. Die neuen Persönlichkeiten haben weiter keine Rolle, als die Verantwortung für den künftigen Rcgierungskurs, der dem bisherigen gleichen soll, auf eine größere Anzahl von Parteien und Schultern verteilen zu Helsen. Sehr naiv und nüchtern findet sich dieser Gedanke in der von der national- liberalen Reichstagsftaktion angenommenen Entschließung aus- gedrückt, wo es heißt: Eine engere Verbindung zwischen Regierung und Volksver- tretung ist herzustellen durch Eintritt weiterer Vor- trauensmänncr derjenigen Parteien in die Regierung, die bereit sind, die Verantwortung für die Regierungsgeschäfte mit zu übernehmen. Wer erinnert sich da nicht an jenes bekannte Inserat:„Ge- selligkeitsverein nimint noch weitere Mitglieder auf." Solche P a s s i v m i n i st e r, die nichts in die Regierung mitbringen als den Wllcn, den andern die Verantwortlichkeit abzunehmen, können aber unmöglich irgendwelchen neuen Geist und Schwung in die Politik bringen, so willkonunen sie denen auch sein mögen, die die Verantwortung für die vor dem Krieg und bisher während des Krieges betriebene Politik vor dem Volke zu tragen haben. Daher ist es auch zu verstehen, daß sogar die„Deutsche Tageszeitung" in ihrer Freitag-Abend- Ausgabe gegen den Eintritt von Sozialdemokraten in die Rc- gierung grundsätzlich nichts mehr einzuwenden hat— nur dürsten diese natürlich keine Bedingungen stellen I Gegenüber der Vorstellung solcher Passiv minister, die nur Verantwortung tragen sollen, stellt die Sozialdemokratie die Fordcrimg von Aktiv ministern auf, deren Ausgabe es ist, mit Energie und Klarheit eipe neue Politik einzuleiten. � Was die rechtsstehenden Parteien fordern, läuft auf eine bloße V e r- längerung der bisherigen Frontlime heraus. Wir aber wollen keine Verlängerung der Front, sondern einen Front- Wechsel, eine Richtungsänderung der Front auf der gesamten Linie. Da kommt man uns denn mit dem nachgerade schon lang- weilig gewordenen Vorwurf des„Partciegoismus", die einen in heftiger, die anderen in salbungsvoll dozierender Form. Zu den letzteren gehört die„Köln. Ztg.", die— vielleicht offiziös inspiriert— in die Wort ausbricht: Die Entscheidung steht jetzt bei der Sozialdemokratie; der Entschluß wird die Probe darauf abgeben, ob ihr dieses g e- meinsame Vaterland höher steht als ihre die Minder- heit des Volkes sich einigenden Parteibestrebungen, und die Verantwortung für ihre Entscheidung imd alle Folgen, die daraus unserm Vaterland entstehen, werden sie treffen. Darauf erklären wir kurz und klar: Wir sehen gar keinen D i e n st für das Volk und das Vaterland darin, daß wir eine Politik verantworten helfen, die nach unserer Ueber- zeugung unverantwortlich ist, deren völlige Verfehltheit und Verderblichkeit jeder Tag jetzt mehr und mehr ostenbart. Wenn ich in einem Postwagen sitze und sehe, wie der Führer vom Wege ablenkend auf einen Abgrund zufährt, so tue ich den Insassen des Postwagens auch nickt den geringsten Dienst, wenn ich neben dem Kutscher auf dem Kutscherbock Platz nehme und vielleicht noch pro kormu zwei Finger an den Zügel lege: aber im übrigen den Wagen in der bisherigen Richtung fort- fahren lasse. Das Platznehmen auf dem Kutscherbock hat stur dann Zweck, wenn ich dem Führer die Zügel aus der Hand nehme und den Wagen auf den Weg zurück- lenke. So fassen wir unsere Verantwortung auf und sind stcher, vom Volke hierbei verstanden zu werden. Auch dex Vorwurf der„Gennania", wir trieben»eine Ringen von Bpern bis zur Maas— Scheitern feindlicher Angriffe— Ein- brnchsstellen nördlich Arras- Cambrai, zwischen Snippes und Aisne— Monte- fancon geräumt. Berlin, 28. September 1318, abends. Amtlich. Westlich von Cambrai» in der Cham- p a g n c und westlich der Maas sind schwere Angriffe des Feindes gescheitert. In Flandern sind zwischen Diksmuide und der Lys englisch- belgische Angriffe im Gange. Amtlich. Großes Hauptquartier, 28. Srp- teinbcr 1S18. �WTB> Westlicher Kriegsschauplatz. Der Engländer greift in Richtung auf Cambrai und siid- lich davou an. Der Franzose setzt i» der C h a u, p a g« c, der Amerikaner östlich der Argonncn seine Angriffe fort. Teilvorftöße und Teilangriffe zwischen Ypern und der S c a r p e sowie zwischen A i l e t t e und Aisne begleiten die großen Angriffsopcrationen des Gegner?. Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und B o r h n.'> Der Feind, der zwischen A p e r n und der Scarpr i an mehreren Stellen gegen unsere Linien vorstieß, wurde abgc- wiesen. Zu beiden Seiten und zwischen den von Arras und Pcronne aus Cambrai führenden Straßen brnchen 16 englische und kanadische Divisionen»ach heftigem Feucrkampf zum Angriff vor. Beiderseits von M a r q u i o n, zwischen M» e u v r c s und Graincourt, sowie zwischen Ribrcourt und Billers Guislain brach der erste Ansturm des Feindes vor unseren Linien zusammen. Bei Jnchy stieß der Feind auf Bourlon, bei Havrincourt auf FleSqui eres vor. Es gelang ihm im Berlaufe der Schlacht, diese Einbruchsstcllcn zu erweitern und uns nördlich der Chaussee Arras— Cambrai bis zur Linie Voistz lc Berger— Haynecourt zurückzudrücke u. Südlich der Chauffee war am Abend nach Wechsel- vollem Kampf und nach erfolgreichen Gegenangriffen die L i n i r Politik des Biegens oder Brechens" berührt uns nicht. Jetzt ist wahrlich keine Stunde für Halbheiten. Das eben war der Fluch unserer bisherigen Regierungspolitik, daß sie das Not- wendige und Neue zwar erkannt und gepredigt, aber aus aller- Hand Rücksichten stets nur halb getan hat. Und wenn es kurz vorher in der„Germania" heißt, das sozialdemokratische Mindestprogramm enthielte ja manche weitgehende Forderung, aber auf dem Wege der Verständigung„werde sich schon eine beruhigende Lösung finden lassen", so liegt darin das Zuge- ständnis, daß im Grunde unser Programm das durchaus dem Augenblick entsprechende ist. Und gerade der Umstand bestärkt uns in dieser Auffassung und widerlegst den Vorwurf des Partei- egoisnius, daß immer weitere, unserer Partei gänzlich fern- stehende Kreise den Grundcharatter unseres Programnis, die Forderung eines völligen Sh st cm Wechsels, als richtig anerkennen und hierin die Hoffnung für die Zukunft Deutschlands sehen. Der Systemwechsel ist und bleibt die Grundbedii�un-g für jede Beteiligung der Sozial- dcmokratie an dU Regierung, und wer sich mit diesem Gedanken nicht vertraut machen will, der möge sich erst gar nicht um Verhandlungen bemühen. Freilich sind zur Stunde schon Bestrebungen im Gang-, die einen Systemwechsel von vornherein unmöglich machen wollen. Die„Köln. Ztg." polemisiert in dem schon zitierten Artikel sehr heftig gegen die Aufhebung des Artikels 9 der Reichsversassung, die mit ein Kernstück der sozialdemokratischen Forderungen bildet. Dieser Artikel, wonach niemand gleich- zeitig Mitglied des Reichstages und des Bundesrats sein kann, war auf verfassungsrechtlichem Gebiet bisher das schwerste Hindernis gegen eine parlamentarische, aus den Parteien un- mittelbar hervorgehende Regierung. Die„Köln. Ztg." vcr- gleicht die Verfassung mit einem alten Eichbaum und behauptet, den Artikel 9 aufheben, hieße„die Axt an die Wurzel des Eich- baums legen". Wer in dieser ernsten Stunde keine andere Parole auszugeben weiß, als die,„nur um Gottes willen keine Verfassungsänderung", dem fehlt wirklich jedes Augen- maß für den Charakter welthistorischer Situationen. Doch leider fehlt dieses Augenmaß auch an bedeutend wich- tigeren Stellen. Wie wir aus guter Quelle erfahren, hat das preußische Ministers um beschlossen, im Bundesrat gegen d i e Aufhebung des Artikels 9 zu stimmen. Bekanntlich genügt das preußische Veto, um eine entsprechende Vorlage zu Fall zu bringen. Diese Hal- tung ist um so auffälliger, als im Reichstag eine große Mehrheit für die Aufhebung des Artikels 9 gesichert ist. Außer den Sozialdemokraten und Fortschrittlern haben sich so- ebm diö Nationalliberalen offiziell' für die Bourlon- Wold— Ribccourt«ehalten. Bor unseren Stelluiigrn zwischen Ribecourt und Billcrs Guislain sind alle Angriffe deS Feindes gescheitert. Zwischen E p e h tz und B e l l i c o u r t schlugen wir starke Angriffe englischer und amerikanischer Divisionen ab. Nach Ab- schluß der Kämpfe war der Feind überall in seine Ausgangs- stcllunge», bei Lcmpire über diese hinaus, zurückgeworfen. Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und G a l l w i tz. Zwischen Ailrtte und Aisne wurden Teilangriffe des Gegners östlich von B a u x a i l l o n und westlich von I o u y abgewiesen. In der Champagne setzte der Franzose, östlich der Argonne» der Amerikaner unter zeitweisem Einsatz frischcr Divi- sioncit seine starken Angriffe fort. Der Franzose konnte in seine» mehrfach wiederholten Angriffen zwischen der SuippeS und der Aisne nur wenig Boden gewinnen. Am Abend standen wir in der Linie Auberive— südlich von Sommc-Py— Gratrcuil— Bouconville— Wald von Ceruay im Kampf. Die Angriffe der Amerikaner östlich der Argonncn kamen südlich der Linie A p r e m o n t— C i e r g e S zum Stehen. At o n t- fancon wurde infolge drohender Umfassung geräumt. Die über Montfaucon und östlich davon vorbrcchcnden Angriffe scheiterten vor unseren neucn Linien. Franzose» und Amerikaner erlitten auch gestern wieder schwere Verluste._ Wir schössen gestern Z3 feindliche Flugzeuge ad. Leutnant Rumcy errang seinen 45., Oberleutnant Lverzer seinen 44., Leutnant Bacumer seinen 35. Lustsieg. ff.!' Der Erste Generalquartiermrister. Ludendorff, Der österreichische Bericht. Wien, 28. September. Amtlich wird verlautbart: An der italienischen Front keine nennenswerten Kampf- haudlnngcn. Auf dem albanischen Kriegsschauplatz haben unsere Truppen westlich deS Ochrida-SceS in einem von de« Bulgaren übernommenen Bcrteidigungsabschnitt feindliche Angriffe ab- geschlagen. Der Ehef deS General st abcS. tikels 9 erklärt und sicher würde auch ein großer, wenn nicht der größte Teil des Zentrums mit der Linken stimmen. Das preußische Ministerium lädt mit seinem Entschluß eine schwere Verantwortung auf sich. Denn es ist von doppelter Bedeutung, weim in entscheidender Situation der dringend notwendige Fortschritt wiederum an preußischer Gegnerschaft scheitert. Dies zu derselben Zeit, in der das Herrenhaus seine volle Unfähigkeit erweist, sich selbst auch nur in bescheidenster Weise den Forderungen einer neuen Zeit anzupassen. Wenn jetzt den Regierenden Einsicht und Entschlußkraft zu innerer Umkehr fehlt, so bedauern wir das— nicht im Interesse unserer Partei—, sondern im Interesse des deutschen Volkes, das die Folgen hierfür zu tragen haben wird. Wir werden in jeder Weise für den rechtzeitigen Sieg der besseren Einsicht kämpfen. Können wir ihn aber nicht erreichen, so werden wir in keinem Fall den mit Blindheit Geschlagenen die Verantwortung für ihr Tun abnehmen.- t t'-.f. Die nationalliberale Reichstagsfraltion hat sich in ihrer letzten Sitzumg mit der politischen Lage beschäftigt und ist eimnütig zu nachstehender Entschließung gelangt: Der Ernst der Zeit erfordert die Zusammenfassung aller Kräfte und den Entschluß, möglichst weite Kreise aus einem gemeinsamen Boden zu vereinigen. Hierfür stellt die nationalliboräle Reichstagsfraltion folgende Richtlinien auf: I. Innenpolitik. 1. Eine engere Verbindung zwischen Regierung und Volksvertretung ist herzustellen durch Eintritt weiterer Vertrauens- männcr derjenigen Parteien in die Regierung, die bereit sind, die Verantwortung für die R egier u n g S ge s ch ä sie mit zu übernehmen. Zu diesem Zweck müssen die Artikel 9 Satz 2 und 21 Absatz 1 der Reichsverfaffnng aufgehoben werden. 2. Die Einheitlichkeit der ReichÄeitung ist dadurch sicherzu- stellen, daß eine ständige Beteiligung der Staats« sekretäre an der Führung der Geschäfte und an der Gesamtpoliti! gewährleistet u-nd dtzrch geeignete organische Einrichtun- gen, insbesondere durch gemeinsame Sitzungen und Beschlußfassun« gen, geregelt wird. Auch zwischen der Reichsleitung und den der« antwortlichen Militärbehörden muß«ine Einheitlichkeit hergestellt werden. 3. Wir verlangen eine den politischen und wirtschaftlichen Anforderungen der Zeit entsprechende durchgreifende Re« form des Auswärtigen Amtes und des auswärtigen Dienstes...i- �..... i'i-ö'.-1 j < Wir erSa'rfcn-ine schleunige Regelung des preußischen Landtagswahlrcchts gemäß der Regierungsvorlage. t>. Mi't dem Wegfall der Kriegsnotwendigkeiten muß nach kürzester UebergcrngSzoit die staatliche Zwangswirtschaft ein Ende nehmen. S. Tie Regelung der mit dem Belagerungszustand zusammenhängenden Fragen, insbesondere der Zensur und deS Vcr. fammlungSrechts, hat durch ein Reichsgesetz zu trfolgen, dessen Vorlegung beim Wioderzusammentritt deS Reichstags wir erwarten. 7. Die Regelung der Staatsform von Elsaß- Lothringen ist ein« innerdeutsche Angelegenheit, die Entscheidung ust alsbald zu treffen. 8. In den besetzten Gebieten des O st e nS soll die militärische Verwaltung in eine Zivilverwaltung überge» leitet werden. Die staatlichen Einrichtungen dieser Gebiete sind derart auszubauen, daß allen Kreisen der Bevölkerung die Be» teiligung offen steht. II. Außenpolitik. 1. Wir erklären, in Ikbereinstimmung mit der Reichsleitung und der Obersten Heeresleitung, daß wir einem Frieden mit unse- ren Feinden auf der Grundlage der Unversehrtheit des Reichsgebiets und der Rückgabe der deutschen Kolonien zustimmen. Die Wiederherstellung der politischen Und wirtschaftlichen Unabhängigkeit Belgiens erfordert die Siche. rung einer wirklichen Neutralität und die Wahrung de? kulturellen und innerpolitischen Selbstbesti mungsrechts des flämischen Volkes. 2. Die durch die Friedensverträge mit Rußland, festgestellte LoSlösung der östlichen R a n d st a a t e n von Rußland, die dem Willen ihrer Völker entspricht, bildet die Grundlage für ein wirtschaftliches Zusammenwirken und für die gegenseitige Siche- rung dieser Staaten und des Deutschen Reiches. Eine den Wünschen beider Teile entspvechende enge politische, wirtschaftliche und mili- tärische Verbindung deS Baltenlandes und Litauens mit Deutsch- land ist baldigst durchzuführen. Der Weltfricdensvertrag darf diese Ergebuiste nicht gefährden. 8. Wir treten ein für die tatkräftige Beteiligung Deutschlands an jeder einen dauernden Frieden fördernden zwischen st aat- lichen Vereinbarung. Daher begrüßen wir den Ge- danken des Völkerbundes, der künftige Kriege durch ständige Schiedsgerichte sowie durch gleichzeitige und gegenseitige Begrenzung der Rüstungen verhüten soll. Jeder W i r t s ch a ftS k vi« g mutz ausgeschlossen sein. Mit einem Völkerbund ist er ebenso unvereinbar wie irgend- welche Beschränkung der Freiheit der Schiffahrt ans dein Meere. Diese Entschließung ist innerpolitisch eine Halbheit. Die Fmge eines Systemwechsels wird nicht berührt. Es wird ferner zwar eine reichsgesetzliche Regelung des Bclagerungs- zustandes und der elsaß-Iothrmgischen Fmge verlangt, aber über den sachlichen Inhalt dieser Regelung scheint sich die Partei mit sich selbst nicht eins zu sein. Die nervöse Hast, mit der die Aufhebung der staatlichen Zwangswirtschaft gefordert wird, beweist den starken Einschlag kapitalistischer Interessen. Das außenpolitische Programm zeigt noch immer keinen deutlichen Bruch mit den bisherigen imperialistischen Tendenzen der Partei, wenn diese auch eine Abmildenmg erfahren haben. Tie Unabhängigkeit Belgiens wird nur ausgesprochen, um nach. her durch die Sicherung einer wirklichen Neutralität und die Flamenpolitik verklausuliert zu werden. Das unbedingte Fest- hasten an der jetzigen östlichen Regelung, an der der Welt- snedensvertrag nichts ändern soll, rückt eben diesen Welt- friedensvertrag in weite Ferne. Bis neue Französische Offensive zwischen Feims und Maas 1 - mu/maßi tüshengefronfWfib/n/ScÜ*78 free � Q S/ssonne Tsy Chaumorrf-Porctenß k�ff 'ITSUi Leo?. "Wiry ' Chefrau Fbrc/'eir* Cor'jsnf Reihe:,7 �>0� �B�orthk�IdiiMile oeaurnont ] rencfres& 'aiagnt -/e Chesne ßuz�ncy je- XiVouziers' -s Ä i» H 'cntmii- 0Stenä/ 'tJJiry /es Seims,, demmepy eerru . Qße/rjej yrjtr Vo�rme/on •ranüpre %Nonifauconyi.' ± 3D q Ä-. OamriUers fe0 0m WJ m er onguion -emch Tdh'rt ?ne/fhss, nAtgonn Epcr!%'~Wir? is\m. ■sudämps� kmi Vermont en Arg. f— oerrtteis �Swppes �, . M . ra/rnfi vV> 0 .-1_ Dommprti�rgjmtg Jßou!!� Jr™'1 0 ocUmJ"* Confk * A%r/ 4 ♦"iäi ,1'"" ii\ Jhä!onss.M. _ Q_ i�QShryy Z/ihewl m Sulgariens Angebot abgelehnt. Kein Waffenstillstand, aber Besprechungen. Die Verbindung zwischen Bulgarien und den Mittel- mächten ist keineswegs unterbrochen, aber gleichwohl verhielt sich gestern der Draht sehr wortkarg in bezug auf die Friedensattion, die Deutschlands Bundesgenosse unternommen hat. In der Hauptsache blieb man auf Reutermeldungen angewiesen. deren wichtigste besagt, daß der Oberbefehlshaber der Entente in Saloniki das Waffenstillstandsangebot Malinoffs abgelehnt, sich dagegen bereit erklärt habe, i n Besprechungen mit der Delegation einzutreten. Der Mitteilung, daß bis Freitag abend die bulgarische Friedensdelegation Sofia noch nicht verlassen hat, steht ein französischer Funkspruch entgegen, wonach eine bulgarische Ab- ordnung erklärt, daß sie von dem französischen General Franchet d'Esperss empfangen worden sei. Der Geneml habe der Ab- ordnung erklärt, daß er die bulgarische Vorschläge seiner Re> gierung weitergeben werde. Dazu wird vermutet, es handle sich um verschiedene Delegationen, von denen die von der Re- gierung Malinoffs beauftragte anscheinend die feindlichen Linien noch nicht passieren kannte, während Sendlings bul» garischer Generäle mit dem Feinde bereits in Verhandlungen eintreten konnten. Beachtenswert scheint die mit Bestimmt- heit auftretende Meldung, daß der amerikanische Geschäfts- träger in Sofia die fein-ölichen Linien bereits passiert und nach Saloniki abgereist sei. Zwischen Bulgarien und den Ver- einigten Staaten haben die diplomatischen Beziehungen bisher ungestört weiterbestanden. » Wie«, 27. September. Das..Fremdenblatt' schreibt? Wie in hiesigen politischen Kreisen verlautet, hat die Niederlage der bulgarischen Armee in Bulgarien selbst große Erregung Hervoogerufen. Es heißt, daß die Negierung Malinoff aus diesen Verhältnissen vielleicht die politischen Konsequenzen ziehen wird. Im Verlauf einer Besprechung mit bei ihm erschienenen deutfchnationalen Mitgliedern des Ausschusses der österreichischen Delegation für auswärtig« Angelegenheiten erklärte Minister dcS Aeußern Graf Burian, daß trotz der Ereignis se in Bulgarien die Gesamtlage nicht allzu kritisch beurteilt zu werden brauche. Auf weitere Anfragen von Tele- gierten betonte Graf Burian, daß Oesterreich. Ungarn in vollem Einvernehmen mit Deutschland vorgehen werde. Das Bündnis zwischen Oesterreich-Ungarn und dem Deut- scheu Reiche bleibe nach wie vor fest und unerschütterlich. >» London, 27. September. Reuter erfährt: Balfour und Bonar Law haben London verlassen, um mit Lloyd George, »er auf dem Lande weilt, über die Entwicklung der Lage in Bul- garten zu beraten. Rücktritt der Regierung in Wladiwostok. Amsterdam, 28. September. Die„Times" erfahren, daß 'lle Mitglieder der Regierung in Wladiwostok zurückgetreten wd. Der Grund hierfür ist nicht bekannt. � Jochs neuer Vurchbruchsverfuch. Telegramm unseres Kriegsberichterstatters. W e st f r o n t, 27. September. General Fochs neuer Durchbruchsversuchzwischcn Reims und Verdun hat die Zerreißung der gesamten Mitte der deutschen Westfront zum Ziel. Ocsilich des Argonnen- waldcs greift die 1. ameritanischc, westlich des Argounenwaldes die 4. französische Armee an. Ter neue amerikanische Angriff soll offenbar genau so wie der letzte bei St. Mihiel die Festung Verdun von der deutschen Umklammerung freimachen und die bisher eingeschnürte Maasfcstung zur offensiven A u s f a l! st e l l u n g g e st c n d i e v o n Äc e n und Luxemburg hiutcr die Mitte der deut'chcn Westfront sührenden strategischen Bahnen umschaffen. Gleichzeitig mit dem amerikanischen Bor- stoß östlich der Argonnen soll der französische Angriff westlich der Argonnen die deutschen Linien so weit zurückwerfen, daß die deutsche Argonnen front ins Wanken gerät. Der neue Fochschc Plan ist zweifellos großzügig und geschickt crsvnucn. Verbunden mit den unentwegt weitergehenden eng- tischen Angriffen gegen Cambrai und den französischen gegen den Chemin des Domes stellt der neue, seit gestern im Gange befindliche Angriff die schwerste Belastung der Westfront während des ganzen ftricgcs dar., Ter amerikanische Jnfantcrieangriff brach gestern morgen um ö Uhr nach starker Fcnervorbercitung mit Gas und Splittern auf 3l) Kilometer langer Front gegen die Linie Vanquois— Forgcs lvS. Durch. Nebel begünstigt drang der Gegner über die Cheppv-Höhen von Cuiry und den Wald von Forges bis ungefähr zur Linie Montfaucon--Sivrv vor. Hier hielten deutsche Reserven ihn in rückwärtiger Stellung auf. Die so entstandene Beule reicht zwar 8 K i l o m e t e r tief in die deutsche Front hinein, wird aber von den Maas- linien im Osten und dem Argonnenwaldc im Westen gcfähr- lich flankiert. Nichtsdestoweniger dreist der Amerikaner nach den letzten Meldungen auch heute mit stärksten Kräften weiter an. Die deutschen Gegenmaßnahmen müssen abgewartet werden. Oestlich der Maas sind alle französischen Versuche, den amerikanischen Gewinn hier auszubauen, am Widerstände der deutschen und österreichischen Truppen blutig gescheitert. .Im Argonncnwalde selber haben sich bis jetzt nur Teil- kämpfe abgespielt. Zwischen Reims und den Ar- gönnen und in der Champagne ist der französische Parallelangriff auf der ganzen, 50 Kilometer langen Durchbruchsfront völlig mißlungen. Nur auf schmalem Räume drang der Gegner über das deutsche Vorfeld lsinauS. Ter kühne Versuch, das Berggeländc von Moronvillers zu durchstoßen und die deutsche Reimsstonl nach Westen aufzurollen, wurde verlustreich abgeschlagen. Starke Tankangriffe in Gegend Somnic Py zersplitterten in unserem Feuer. Tie westliche Hälfte des Fochschcn An- griffs ist somit kläglichzusam menge bro che n. Ter amerikanische Vorstoß zwischen dru Argonnen und der Maas bleibt ein Teilerfolg deS Verbandes am gestrigen Tage. Doch besteht keine Gefahr, daß er sich zu irgend- einem der von Foch geplanten strategischen Erfolge auswächst. Dr. Ad. Köster, Kriegsberichterstatter. der Vurchbruchsangriff am Ireitag. Berlin, 28. September.(WTB) Den g r o ße n e ng l i sch e n Durchbruchsangriff auf Eambrai, den auf dem rechten Flügel frische amerikanische Verbände unterstützten, leitete am 27. September, ö Uhr morgens, dreistündiges schwerstes Artillerie» feuer von Sauchy-Tauchy bis Gouzeaucourj ein. Um 8 Uhr ging die englische Infanterie in 80 Kilometer Froni'ZMite iiefgegliedert zum Angriff vor. Südlich der Straße CambNri— Bapaume begleitete eine große Zahl von Panzerwagengeschwadern den, Sturm. Erst nach wiederholten Angriffen erkämpfte der Engländer in Rich- tung H o u r l o n und FleSquiereS Raum. Am Nachmittage erneuerten die Engländer ihre Anstürme. Auch nördlich der Straße Bapaume— Cambrai fuhren jetzt dichte Scharen von Panzerwagen vor. Auf dem rechten Schlachtflügel gingen die Deutschen unter hartnäckigen Kämpfen in die im Heeresbericht genannte Linie zurück. Im Zentrum brachen vor dem Dorfe G r a i n- c o u r t alle englischen Angriffe blutig zusammen. Erst als die Engländer Anneux genommen hatten und von Norden her umfassend angriffen, gaben'die tapferen Verteidiger von G r a i n. eourt ihre Stellungen auf. Weiter südlich scheiterten Vorstöße aus Flcsquieres heraus. Ribecourt ging verloren und wurde wiedergewonnen. Beiderseits Gouzcaucourt griffen die Engländer um L Uhr vormittags an. Hier wurden jic blutig zurückgewiesen. Ebenso scheiterten alle Angriffe der Ameri- kaner zwischen Epehy und Bellicourt. Tie vorübergehend verloren gegangenen Fermen TouboiS und Oucnnemont wurden im raschen Gegenstoß zurückerobert. Die französischen Angriffe zwischen Ailette und A i S n e wurden nach kurzem, aber äußerst heftigem Artilleriefeuer vorgetragen. Sie wurden in erbitterten! Nahkampfe abgewiesen. Auch zwischen VeSle und SuippeS waren französische Teilangriffe vergeblich. Die den ganzen Tag über fortgesetzten französisöhen Angriffe in der Champagne brachten den Fran- zosen nur geringen Geländegewinn ein. Ihre Verlufte, vor allem durch da? deutsche Maschine ngewehrseuer, sind, wie alle Gefangenen bestätigen, äußerst blutig. Auch die Einbuße an Tanks ist empfind- lich. Ter amerikanische Angriff östlich der Ar- gönnen begann um 11 Uhr vormittags. Es wurde bis in die Nacht hinein erbittert gekämpft. Ein entscheidender Erfolg blieb den Amerikanern trotz immer wiederholten Angriffen versagt. * Französischer Bericht vom 27. September abends. Im Lause des 27. September haben die französischen Truppen, unier- stützt von Tanks, neue Fortschritte gemacht und aus der ganzen Nngrisssfront den Widerstand der Deutschen gebrochen, die ver- geblich ihr Vordringen aufzuhalten versuchten. Trotz mehrerer heftiger Gegenangriffe gewannen sie Gelände zwischen Aube- rive und«te. Marie-a-Py. Im Osten vom Somme-Py überschritten die Franzosen die Eisenbahn von C Hallerange in einer Breite von vier Kilometern und drangen in nördlicher Richtung mehr als zwei Kilometer vor. In der Gegend nordöstlich von Ta h u r e nahmen sie das stark verteidigte Widerstands- zentrum von Gratrcuil, sowie das Tors selbst. Weiter östlich ist Montaine-en-Dor- m o i S in ibre Hände gefallen. Auf dem rechten Flügel haben die Franzosen ihre Linien bis 1 Kilometer südlich von Bouconville vorgetragen und den Wald von L'Echelles und Cernay erobert. Seit gestern beträgt der Vormarsch an einigen Stellen t acht Kilometer. Die Zahl der Gefangenen an diesen beiden' Schlachttagen übersteigt zehntausend. Eine erhebliche Menge Material wurde erbeutet. � Englischer"Bericht vom 2 7. September abends. Teile unserer 1. und 3. Armee unter den Generalen Hörne und Bhng griffen heute morgen vor Tagesanbruch auf breiter Front in all- gemeiner Richtung auf Cambrai an. Trotz der großen Stärke der feindlichen Stellungen, insbesondere im nördlichen An- grifssabschiiitt, wo iier Nordkanal und der Offene Grund, der nach dem Feinde zu abfällt, unser Vorrücken äußerst schwierig machten, wurden alle Ziel« erreicht. Auf unserer äußersten Rechten nahmen die amerikanischen Abteilungen eine Reihe von Schützengräben und befestigten Höfen, die die äußeren Befestigungen des HctuptteileS der H i n ld e n b u r a li n i« südwestlich Le Catelet bildeten. Weiler nördlich nahm die.ö. Division Beaucamp und säuberte zusammen mit Lanoashiretruppen von der 42. Division den Hügel- rücken von Beaucamp, welcher nordostwärtS in der Richtung Marcoing verläuft. Im rechten Zentrum brachen Garden und Truppen der 3. Division Sei 6. Korps unter General HalSane durch die feindlichen Verteidigungsanlagen östlich Havrincourt, nahmen das Dorf Flesquieres und besetzten den Bergvor- sprung, der östlich vom Dorfe auf Marcoing verläuft. Auf ihrer- Linken wurden schottische und Marinetruppen vom 17. KorpS, nach- dem sie die Linie des Nordkanals östlich und südöstlich von M o e v r e s gestürmt hatten, zuerst durch die Verteidigungsanlagen von Grainconrt aufgehalten. Indem sie dieses Dorf von Norden flankierten, nahmen sie Ancux und nachdem die 57. Lancashiredivision durch das 1. KorpS bindurchgozogen worden war, wurde die Front vorgerückt. DaS Dorf Graincour: wurde genommen, und unser Bor- marsch wurde weiter fortgesetzt bis C a n t i n g und Fontaine- Notredamc. Im linken Zentrum griffen kanadische Korps unter General Curri« die bewaldeten Höhen deS BourlonhügebS an und drängten über diese Linie vorwärts mit Anterftützung der 11. englischen Division und machten beträchtliche' Fortschritte in Richtung auf Raillencourt und Naynecourt. Unser weiteres Vordringen zu beiden Seiten der Straße Arras— Cambrai wunde durch eifrige Unterstützung seitens des 22. Armeekorps unter Genera! Godley südlich und nördlich von den Flüssen Sensee nnd Scarpe kräftig unterstützt? die 56. Londoner Division dieses Armeekorps überschritt den Nordkanal, griff in nördlicher Richtung an vnd nahm Saaichh-le-Estrce und Sauchy-Couchy. Nördlich vom Scarpefluß auf dem äußersten linken Flügel der Engländer vollendeten schottische Truppen die Einnahme von Arleur-en-Goh«lle und einer deutschen Grabenanlage bei diesem Dorfe. Das vollendete Zusammenwirken der Kommandeure benachbarter Truppenteile verschiedener Größe und zwischen In- fanterie, Artillerie, Tanks und Luftstrntkräftcn und die von allen Ranastusen entwickelte Tapferkeit und Befähigung bat abermal» die Erringung eines vollen Erfolges mit verhältnismäßig geringen Verlusten ermöglicht. Unsere Truppen haben heule mehrere tausend Gefangene und viele Geschütze eingebracht. Amerikenischer Bericht vom 27. September. Nordwoft- licki von Verdun setzt die rri'te Armee ihre gestern begonnene Unter- nel?mung fort? die Orte Charpentry, Very, Epinonville und Jvoiry wurden genommen und wiederholte Gegenangriffe des Feindes an der Major Caneron-Ecke durch Truppen aus Ohio, New Jersey, Maryland, Virginia, Oregon, Washington, Colorado. Wyoming und Montana abgewiesen. DaS erbeutete Kriegsgerät schließt über hundert Geschütze ein, darunter zwölf schweren Ka- liberS, sowie viele Grabenmörser und Hunderte von Maschinen- gewehren. Die Anzahl der Gefangenen übersteigt achttausend, dar- unter hundertfünfundzwanzig Offiziere. Chile besetzt die internierten deutschen Schiffe. Santiago de Chile, 26. September. Reuter- Meldung. Die Regierung hat den Seebehördcn besohlen, alle in chilenischen Häfen internierten deutschen Schiffe m i t b e- waffneten Kräften zu besetzen. Tie Besetzung geschieht, weil Chile annimmt, von deut, scher Seite könnten die Schiffe zerstört werden. Rtaman Krasnow wiedergewählt. Tie Nationalversammlung deS Tongebiets hat KraSnow mit 234 Stimmen zum Ataman des Tongebiets gewählt. Auf den Gegenkandidaten BogajewSki entfielen 70 Stimmon, 33 Stimm- enthaltungeni. 1?r. 26$ ❖ 35. Jahrgang 1. Seilage öes vorwärts ■j Sonntag, 2�. September 1�1$ GeoMerün Beifall bei öen UnabhängßgeK. Als Poli�eihciuptmann Schenk die sozialdemokratische Wählerversammluna in Berlin I am 25. September auf- löste, Ilaischlcn die Unabhängigen begeisterl Beifall. Aufgelöst!— Der Hauptmann Schenk Hat den Helm sich aufgestülpt. Dumpfes Schweigen.— Plötzlich rülpt Beifall. Klatschen, Hutgeschwenk Bei den Unabhängigen. Zwar: das Wortverbot für Haase Hat sein Gegner repariert: Wird auch e r nun cujoniert, Dreht man schadenfroh die Nase Bei den Unabhängigen. Freiheit, Recht?!— Ein kleiner Dämpfer War der Polizei-ApplajiS I Sehen so sie wirklich aus, Die berühmten„Freiheitskämpfer" Bei den Unabhängigen?! E. R. „Papierknappheit". Vor einigen Tagen wandten wir uns gegen da? amtliche Durchgehaltenwerden der Schundliteralur in einer Zeit, wo sich das beste literarische Unternehmen mit lächerlich geringen„Rationen" behelfen mutz. Vor uns liegt ein neues Dokument, da? feine Existenz einer erbarmungswürdigen Toleranz der Papierverteilungsstelle verdankt. CS heitzt»Der Weinkenner" und ist eine Monatsschrift für Weinvertilger. Wir wollen uns eine kleine Durchsicht des HefteS gestaticu. Leitartikel:»W c i n s o r g e u". Mensch, der du oft in- grimmig oder neidisch nach den Höhen des Lebens blickst, auf denen heute die Kriegsgewinnler wandeln— siehe zerknirscht: auch diese haben Sorgen. Nicht um Kleider, um Schuhe, um Geld— um Wein der. wie der Artikel so schön sagt,»mit Recht ein Gegenstand des täglichen Bedarfs ist". Nach einem weiteren hundertdreitzigzeiligen Stoßseufzer über die Weinsteuer bebt ein langatmiges Feuilleton an:»Noch einmal das Lied vom lSö7cr". DaS ganze schöne zeitgemäße Lied wird hingesetzt mit seinen acht Strophen, deren letzte lautet: »Trum, ihr lieben Freunde und Zechgenosien,— ja! Laßt uns trinken den Wein unverdrossen— ja! Solang' zum Geschäfte— ja! Noch reichen die Kräfte;— ja! .,: Denn droben in Abrahams Schoß Macht keiner den Pfropfen mehr loZ!*:,J So geht der feuchtfröhliche Dusel poetisch und prosaisch über ein Dutzend Seiten fort, der sich auf gutcrletzr noch zur Freß« s e l i g I e i t steigert: .... Wo, umhüllt mit ros'gem Specke, Unter grünen Weinlaubs Decke, Goldgelb, bulterichaumgeboren Zarte, junge Hühner schmoren. ».... Und ich schwelg' mit vollen Backen, Zarte Sckädellnochen knacken, lluter leckerem Gelüste Schwinden schnell die fleisch'gen Brüste." DaS schmeckt bester, lieber Leser, als das Wasser, was dir im Munde zusammenläuft! Die Verlegerin dieser„Monatsschrift", die Schnapsfirma Ph. Brand u. Ko., Berlin L�V. 63, kennt ihre Leute, denen mit solchem Geschreibe die VerdauungSzeit angenehm Vertrieben wird. Die Soldaten in den Lazaretten aber, deren Lektüre immer knapper wird, können Vor Langeweile an die Decke spucken. Die Papierverteilungsstelle können sie doch nicht erreichen. iMiiH In Beii i. Zur Reichstags-Ersatzwahl int ersten Berliner Reichstags- Wahlkreise findet heute S o n n t a g, den 29. September, früh L Uhr, Flugblattverbreitung statt, zu welcher um rege Beteiligung der Parteigenossen und-genossinnen er- sucht wird. Tie Genossen treffen sich an folgenden Stellen: l. Wahlkreis, Teltow- Bceskvw und Niedcrbarnim bei Glane, KommanÄantcnstr. 88; H. Wahlkreis bei Schirm, Charlottcnftr. 6/7; Iii. Wahlkreis bei Schulz, Parochialstr. 36; !V. Wahlkreis bei Schmidt, Am Zirkus 16; V. Wahlkreis im Nosenthalcr Hof, Rosenthaler Str. 12; VI. Wahlkreis im Restaurant Müller, Brückcnallce 14. Das Zcntraltvahlbnreau befindet fich Lindenstr. 3, im Bczirkssckrctariat Grofi-Bcrlin. Adresse: Th.�fischer, Berlin SW 68, Lindenstr. 3, Telephon: Amt Moritzplatz 364. „Schutzunwürdigkcit" des Mieters. Ten Mieterschutz erweitert die neue B u n d e s ra t s l?e r- o r d n u n g, über deren wichtigste Punkte der„Vorwärts" be- richtet hat.� Richtlinien für die M i e t e i n i g u ngs ä m ter sind nicht aufgestellt worden, aber ein die Ausführung der Verordnung betreffender Erlaß des Staaistommistars für das Wohnungswesen gibt auch den Einigungsümterir einige Winke. Er leitet sie ein mit dem Grundsatz:. „Bci Handhabung der neuen Bestimmungen werden Be- Hörden und Einigungsämter stets bestrebt sein müssen, unter verständnisvoller Würdigung' der Schwierigkeiten, die die gegen- lwärtige Lage sowohl den Mietern wie den Vermietern auferlegt, zu einem gerechten Ausgleich der beiderseitigen iFnterepen zu gelangen. Der Ausdruck„Verordnung zum Schutze der Mieter" darf nicht dahin gedeutet werden, als liege es im Sinne der ge- setzlichen Bestimmungen, stets Entscheidungen zugunsten der Mieter herbeizuführen." „Gerechter Ausgleich der beiderseitigen Interessen" ist die Aufgabe jedes Einigimgsamts, das verstshk sich von selber. Aber gegenüber den„Interessen", die ein Hanswirt geltend machen kann, werden die Miete inigüngSämter sich manchmal vor ein schwie- riges Stück Arbeit gestellt sehen. Vor das Elnigungsamt gehört nicht nur die Kündigung, durch die der Hauswirt eine Mietesicige- rimg herauszudrücken suckü. Auch wenn er kündigt, weil ex einen „lästigen" M i e t e r k o s werden will, tann das Einigungs- amt angerufen iverden. Darüber sagt der Erlaß: „Ist der Mieter nicht schutzwürdig, so wäre es unbillig, ihn dem Vermieter weiter zur Last fallen zu lassen, selbst wenn der Mieter anderweitig eine Wohnung nur schwer zu finden vermag. Tie Zurückweisung der Anträge des Mieters ist namentlich da geboten, wo er durch ständige Verstöße gegen die Hausordnung, unsittlichen Lebenswandel und dergleichen berechtigten Grund zur.Kündigung gegeben bat." Also auch durch„ständige Verstöße gegen die Hausordnung" kann man„berechtigten Grund zur Kündi- gung" twben und dann dem Mieteinigungsamt als„n i ch t s chn tz- würdig" gelten. Hier bitten wir unsere Leser, einmal ihr« Mietverträge hervorzuholen und den Paragraphen über die Hans- orduuug durchzusehen, deren Bestimmungen>oohl so ziemlich in allen Verträgen dieselben sind. Man verstößt gegen die Haus- ordnung, wenn man z. B. vor dm Haustüren, in den Höfen, auf den Treppen und auf den Fluren umhersteht oder sitzt, wenn man in der Wohnung die Wäsche reinigt und zum Trocknen aufhängt, wenn man Haus-, Nutz- oder andere� Tiere irgendswelcher Art hält, wenn man Blumenbretter anbringt usw. usw. Im»Vor- ivärts" wurde vor kurzem ein skandalöser Vertrag niedriger ge- hängt, der sogar die sofortige Auflösung des Mietverhältnisses ausbedang für den Fall, dag Kinder des Mieters auf dem Hof oder auf den Fluren spielen würden. Gewiß muß Ordnung in jedem Mietbause herrschen; das ist mehr nock> im Interesse aller Mieter als des Eigentümers. Aber die Dehnbarkeit der Hausordnungsvorschriften gibt dem.Haus- Wirt die Möglichkeit,„ständige Verstöße" als V o r w a n d zu einer Kündigung gegen einen Mieter zu benutzen, den er aus andere Weise nicht los werden kann. Es wird Ausgabe der Mieteinigungs- ämter sein, alle von Hauseigentümern gemachten Versuche u n- berechtigter Ausnutzung der Hausordnungs- Paragraphen aufs schärfste zurückzuweisen. Sie wer- den, um den Schickanierungsgelüstcn von Hauswirten zu begegnen, den Begriff der„Schutzunwürdigkeit" des Mieters so eng wie möglich zu fassen haben._ Wann beginnt die neue Heizperiode? 1 Bis aus weiteres gilt in dieser Bezichiing die Anordnung des Kohlenverbandes Grotz-Berlin vom 24. April d. I., wonach der Betrieb von Zentralheizungsanlagen bis zum 1 5. O k t a b e r zu unterbleiben hat; doch kann der Kohlenverband Groß-Bcrlin, falls die Witterung ungewöhnlich fallt werde sollte, für den Wiederbeginn der Heizung einen anderen Zeitpunkt festsetzen. Im Vorjahre war, wie erinnerlich, gleichfalls das Hcizverbot bis zum 15. Ok- tober ausgedehnt worden, doch brachte der Oktoberanfang so kalte. Tage, daß das Verbot schleunigst ausgehoben werden mußte. Um so mehr, als das Verbot nur für Meträume galt, während i n be- hördlichen Gebäuden wacker geheizt wurde. Es wird daher von dem Witterungsverlauf der nächsten 14 Tage abhängen. wann die Genehmigung zum Betrieb der Sammelheizung erteilt wird. In seiner Verordnung vom 24. April d. I. bat der Köhlen- verband Groß-Berlin bestimmt, daß die Zimmerivärme in Mict- rämnen mindestens 17 Grad Celsius von 9 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends zu betragen hat. Geographicstunde im Kino. Ein Lehrfilm„Die Alpen" wurde gestern im Theatersaak der Urania(Taubenstraßej in einer isondervorfiihrung ge- ladenen Gästen zum ersten Male gezeigt. Im Auftrage des„Zen- tralinstituts für Erziehung und Unterricht" bat Prof. Dr. Felix Lampe ihn aus Beständen d�s Bild- und Filmamts zusammengestellt, soweit sie sich für diesen besonderen Zweck eigneten. Es handelt sick. e Professor Lampe in seinem Vortrag ausführte, um einen Versuch, die Schule und das Licht spiel m i t- einander z u verbinden."Dem Lichtspicl soll dieser Bund eine Veredlung bringen, für die Schnle aber wird von ihm eine Belebung crlvarict. Geographieunterricht im Kino war es, was uns da geboten wurde— ein so anregender Gcographiennicr- richt, daß die Veranstaltung trotz ihrer ungewöhnlich längen Dauer von 2!4 Stunden alle Teilnehmer bis zw.n letzten Augenblick fesselte. Land vnd Leirte der Alpen sahen wir in Bildern, die zum Teil vom Luftballon und vom Flugzeug aus ausgenommen waren. Tie Technik des Films ermöglichte es, Landkarten zu zeigen, aus denen die Gebirgszüge, die Fliißläufe, die Eisenbahnlinien vor unseren Augen entstanden. Ucber Natur und Menschenwerk de- lehrte uns der Film, über die Lage der.Alpen, Ve Baustoffe der Berge und ihre Formen, die durch. Schnee und Wasser bewirkten Veränderungen und Zerstörungen an ihnen, die menschlichen Sied- lungep, die Verkehrsmittel, die Tierwelt. Tie aus der Vogelschau gemachten Aufnahmen gewährten Einblick in die großartige Hoch- gebirgslvelt mit ihren von ewigem Schnee l>edeckten Gipfeln und ihren von wilden Gießbächen durcksiosten Schluchicn. Wenu die (äeograhie, wie Professor. Lampe ausführte, nicht ein Mosaik von Einzelheiten bieten, sondern aus einer Fsille von Eindrücken ein Gesamtbild entstehen lassen soll, so kann gerade der Film ein Nierwolles Hilfsnmltel für sie werden. Gerade das bewegte Bild ist, so> wenig auch seine Unrast zu dem Wesen des Lernens zu passe» scheint, vortrefflich geeignet, zu der Tätigkeit� des Sam- m eins und Verschmelzcns von Eindrücken an zu- leiten. Ter Film„Tie Alpen" wird als„Lchrsilm" bezeichnet. aber damit soll nicht gesagt sein, daß er nur ans die Schuyllgend berechnet ist. Er ist reich an Anregungen auch für Erwachsene und befriedigt das Bedürfnis edler Unterhaltung. Ter Beirssißgziii den bei der Sondervorführnng das aus Erwachsenen zusammcnge- setzte Publikum spendete, war verdient. Berliner LcbenSmitkel. In der Woche vom 39. September bis 6. Oktober wird als Er- satz für Fleisch Weizenmehl ausgegeben, und zwar für Er- Wachsens 259 Gramm und für Kinder 125 Gramm. Die Ausgabe erfolgt in Berlin auf den an der Berliner Flcischkartc befindlichen blaugraucn Bezugsabschnitt 1 und gegen Vorlegung der Lebens- mittelkarte bei dem Händler, bei dem der Anmeldeabschnitt Nr. 94 der Lebensmittelkarte abgegeben worden ist. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Wer den Abschnitt 64 nicht angemeldet bat, kann den Bezugsabschnitt 1 der Berliner Flcischkarte bei der Ab- Loöz. 192s Oos gelobte Lanü. Roman von W. St. R e y m o n t. „Wenn sie auf ihren Gütern sitzen und sich amüsieren könnten, dann gäbe es sicher in Lodz keinen einzigen Polen." „Mögen sie doch kommen! ES gibt ja viele Stellen... für Hausmeister, Portiers, Kutscher, diese Sachen machen sie gut, dafür sind sie Spezialisten, aber lvozu wollen sie sich in Sachen reinmischen, die sie nichts angehen, wozu sollen sie uns das Geschäft verderben?" „Auf Wiedersehen, Herr Rat. Ich danke Ihnen, daß Sie mich darauf aufmerksam gemacht haben." „Ich denk's mir so, Herr Mauritius. Sehen Sie, alle unsere Leut', das ist ja Vieh. Sie schauen nur. wie sie heut ein Geschäft machen könnten, um am Sonnabend gut essen und sich ausschlafen zu können! Was machen Sie also?" „Ich werd' noch sehen. Borowiccki hat also keinen Pfennig Kredit bei Ihnen?" „Ich wollte doch nicht alle unsere Fabrikanten wegen ihm verlieren!" „Ein Koniplott!" flüsterte unwillkürlich Moritz. „Wie heißt Komplott? Was reden Sie? Das ist bloß Abwehr. Wenn es ein anderer wäre und nicht Borowiecki. dann würde man ihm leise aus den Kopf treten, und er würde schon rasch verrecken. Aber Sie Wissen ja selbst, was Borowiccki für Buchholz bedeutete, Sie wissen selbst, was er für ein Färbe ntechniker fft! Na, dann wissen Sie auch, daß man an ihn glaubt, daß er Beziehungen hat, daß er auf den Märkten bekannt ist." „Das stimmt alles, aber es kann ihm gelingen!" schloß Moritz und ging ins Kontor hinter die Schalter, zu Wilczek. „Herr Wilczek, der alte Grünspan möchte Sie sprechen, wenn möglich gleich." „Ich könnte es Ihnen sagen, wovon er mit mir reden will! Sie können ihin ausrichten, daß ich es gar nicht eilig habe, den Platz zu verkaufen, weil ich ihn brauche." „Wie Sie wollen!" warf Moritz zurück und ging hinaus. „Ein Komplott!" dachte er, als er die Piotrkowcrstraße betrat. Er versank so in Gedanken, daß er Sigismund Grünspan nicht bemerkte, der ihm vom Wagen aus zuwinkte. „Erkennst du deine Bekannten nicht mehr, Moritz!" „Ach, wie geht's dir— und auf Wiedersehen. Ich Hab' kcme Zeit." „Ich wollte dir nur sagen, du möchtest Sonntags rüber- kommen. Weil Mela zurückkommt." „Sitzt sie denn immer noch in Florenz?" „Ja, niit Rosa. Verrückte Frauenzimmer. Rosa lang- weilt sich, und in Mela hat sich ein italienischer Fürst verliebt und soll hier nach Lodz ihr nachkommen." „Wozu?" „Er will sie heiraten. Rosa schrieb es." „Unsinn." „Ein authentischer Fürst!" rief Grünspan und knöpfte seine Uniforni auf. „So'nc Firma kannst du dir in jedem italienischen Hotel kaufen." Sic verabschiedeten sich. Moritz hatte es sehr eilig. Er ging in die Fabrik, wie jeden Tag. Er liebte es, sich an dem Anblick der vor seinen Augen emporwachsenden Mauern zu ergötzen. Heute schritt er ganz langsam. Die Worte Großglücks drückten ihn. Er überlegte hin und her, obwohl er die Befürchtungen des Bankiers für übertrieben hielt. Mit prüfenden Blicken schaute er sich die Schilder der unzähligen Läden an. die Aufschriften auf den Häusern, die vielen Namen auf den Balkons, an den Wänden und Fenstern der Häuser. Hotel Lindeubaum, Chaskiel, Jta Aronsohn, Joseph Remberg usw., lauter jüdische Namen, hier und da mit deutschen durchsetzt. „Alles unsere Leist'!" dachte Moritz mit einer gewissen Erleichterung. Ein geringschätziges Lächeln umspielte seine Lippen, wenn er einen polnischen Namen auf dem kleinen Schild eines Schusters oder Schlossers erblickte. „Großglück ist verrückt," dachte er, dieses Meer von jüdischen Häusern, Läden und Fabriken mit seinen Blicken umfangend. „Das ist eine verrückte Manie bei ihm." Fröhlich blickte er vor sich hin und dachte nicht mehr an Großglücks Be- fürchtungen wegen der Polonisiernng von Lodz. Jetzt, wo er uin sich herum die Macht des Judentums sah. wußte er, daß nichts und niemand sie brechen könnte. Vor allem aber nicht die Polen! Nein, er wollte nicht mehr an die Befürchtungen des Bankiers denken. Aber das Komplott gegen Borowiccki beunruhigte ihn doch sehr. ES war ihm zwar gleichgültig, ob Borowiecki etwas verlor, er selbst war ja aber bei dem Geschäft engagiert, und nur diese Seite der Fnbrikangclegcnheit interessierte ihn; er selbst ging ungern auch nur ein Risiko ein, und er fühlte jetzt, jene, die das Komplott geschmiedet hatten, würden nicht locker lassen. „Das ist kein Geschäft!" dachte er. und erst jetzt wurden ihm die Ursachen der verschiedensten Hindernisse klar, auf die sie stießen. Jetzt verstand er, warum der Unternehmer, der die Maurerarbeiten ausführen sollte— zurückgetreten war. Jene hatten ihm die Ausführung verboten! Die Baupläne wurden ihnen bemängelt und die Be- willignng wurde hinausgezögert. Auch das war jenen zu verdanken! Die Baupolizei störte sie in der Arbeit und Zwang sie, die Wände stärker zu bauen. Auf die Denunziation jener hin, natürlich! Deutsche Rheiu-Firmcn tveigcrtcn sick. ihnen die Maschinen auf Kredit zu liesern. Auch das hatten jene angezettelt I Und endlich die falschen, gemeinen und dummen Ge- rüchtc, die über Borowiecki in ganz Lodz umliefen und die ihren zukünftigen Kredit schon jetzt untergruben? Wer ver- breitete sie?' Die Leute von Großglück, Schaja und Zucker. „Das ist hundertmal kein Geschäft. Die fressen ihn ja auf." Moritz' Gedanken wurden immer trüber. Als er aber in die Straße einbog, in der die Fabrik lag, begann er schon Mittel und Wege'auszudenken, wie er von dem Geschäft zurücktreten könnte. Er suchte nach einem anständigen Vorwand, weil er mit Borowiccki nicht definitiv brechen wollte. III. Die Gebäude der Meißnerschen Fabrik, die Borowiecki gekauft hatte und jetzt für seine Fabrik umbaute, standen in einer Seitengasse der Konstantinstraße: es war die Gegend der ganz kleinen Fabriken und kleiner selbständiger Werk- stätten, jetzt schon ganz abgestorben,— die Großindustrie hatte sie getötet. Die Straßen waren krumm, nicht gepflastert, elend und schmutzig. Die Häuser waren vor Alter schief und versanken langsam in dem sumpfigen Boden, als ob die Größe der Müllerschcn Fabriksbauten und die riesigen Schornsteine der anderen Fabriken sie erdrückten, die wie ein dichter, steinerner Wall ringsum schwankten. (Forts, solgt.) SilfTTVM# w-**.-g-a r.i. j rifl M it• 1 ■ gOeiEy olTiU�v�UIUg(Ttt CSBcSI' 250 Gr«nm Weizenmehl bc seilu,� fut Händler vorlegen. trägt 1« Pf. Die Brotmenge wird vom ZV. September ab auf 1X0 Gramm feftgvfetzt. Der ProiS darf im Mernverkauf bei Schwarzbrot im Gewicht von 1950 Gramm 108 Pf, bei Weißbrot im Gewicht von 1950 Gramm 108 Pf. und bei Antnkrnbroi nn Gewicht von 1950 Gramm 134 Pf. nicht übersteigen. Für frische Fische haben noch t»e Abschnitte Gg zur Entnahme von 1 Pfnnd Geltung. Obanso gelten noch für Räucherwaren die Abschnitte Ee und Ii für je>4 P furch. Bis Mittwoch, den 2. Oktober, wird an diejenige« Kunde«, die in den Speisesettkunbenlisten der in den Bezirken der 112. und 113. Brotkommission gelegenen Geschäft« s Filialen, Verkaufsstellen) eingetragen sind, pro Kopf 125 Gramm Käse verteilt.— Bis Donnerstag, den 3. Oktober, wird an die Einwohner der in den Bezirken der 110., HS., 117, IIS, ISS, 182.. 19S, 200, 226. und 229, Brotkommission gelegenen Geschäfte pro Kopf 1 Stück dänischer Weichkäse otfif 135 Gramm Käs« anderer Jvt bedoilt. � Der«eae Posttarkf. U« 1. Oktober tritt der neue«rhöhbe Tarif für''den Post° und Telegraphenverkehr in Kraft. Die alte Fehnpfennigmarke kommt wieder zur Geltung, wen» auch nur i» OrtLderkebr. Alle Briese biö zu 20 Gramm kost« hier 19 Pf, int Fernverkehr 15 Pf. Für Briefe über 20 bi» 25»»ramm hat«an im Ortsverkehr 15 und im Fernverkehr 25 Pf.»n zahlen. Postkarten kosten im Orts- verkehr 7)4 Pf. und im Fernverkehr 10 Pf. Drucksachen«S 50 Gr. 5 Pf, 50 bi« 100 Gramm 7)4 Pf, 100 bis 250 Graun» 15 Pf, 250 bis 500 Gramm 25 Pf.«d darüber hinaus SS Pf. Pakete kosten bi» 5 Kilogramm»ei 7»«bmeter Snkfernung 40 Pf. Der letzte Tarif hat als» nur» Jahae Telinng gehckbt.. «elimn»»»ber«wanenvorhS»»«.«e«bg�e ihrer Meldungen über Somwnvochänge»sw. noch rückpänlng« BetrvebS. in Haber, Bchörd« ustv. Berlins»erdon anfgefordert. zur Der. meidung von Woitenvwgen ihi e Meldebogen»ungehrud an das Statistische vmt der Stadt Berlin. Poststr. 1«.«chzufeuda». Kein«chrewschnec a»»rw«S»estmgr«» i«»«akreich wch«! Wie festgestellt wurde, liefert di» fnmMsche.8«?wr an deutsche KrüxiSgefangene gerichtet« Sendungen v«,«rchischeievenwl»rref. papier und unbeschriebene» Postkarde« deutsche»«nd� osterrerchi- schon Ursprungs nicht«ehr«ms. D« gleichen Behandlung unter. liegen auch Schreibhest«. NvktMcher»nd derg�ich�Um«rofxre Menge» vo» Papier nicht»unöti« dem de« ks chen Wtitschas«Üben zu entziehen, ist«nordnang»«troffen Oßonbtn, daß oBc derartigen Sendungen kiinskig nicht mehr d»f»>ü»«t weiden. Damenpu».»iih««esr»st»»»,>«e»«ch. tnch de« b«. stehend«» Neteiielimmze!» maakch. da Re Kästelt geungend durch Kundenordette» Mr«ern-airng st«»» k«»n..... D« B»rter«it»»»« Ecke der Friede«, und Lemdsberg« Straß« ftchr ein ZÄdbwoyeu der Lini« 10 st, dar Krakgung«ist» de» Beiwagen e»«S AugeS der Linie»1. Bei dem Iusammenpra» wurde der angefahrene Bm- wagen aus den Schienen geworfen, mehre« Fensterscheiben nrntben zertrümmert. Zwei Fahrgäste erlitten schwere innere Verletzungen und' mußten«ach einem Krankerchmls« geschafft werden. Secks ander« Personen klagte» über Schmerze«» kownte» sich ledoch von der Unfallstation«»«ach khren Wcheiungen begeh«. Ei« schwere»«nhestchlNDchstck««Watte sich Frettag voMMW bei der Firma v. Manhewmr. stdiedeavallstr. 6/7. TIS der HouS- diener Wiedebach, der mit dem Fahrst»hl»ach dem zweiten Stock fuhr, dort aussteige» wollt-, setzte sich der Fahrstuhl plötzlich nach abwärts in Beweg«»» Wiedebach wurde erfaßt und zwischen Stuhl und Rahmen so vnAücklich gequetscht, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Wie u«»««tgeteitt wird, soll d« Fahrstuhl schon längere Zeit reparaturbetzürftiD gewese« sttt«. Tharlettenbnrz. Heb»tti«iUel. Z» der Mzhe txm SO.&ep- tember bis 6. Oktober gelangen«rr Ausgabe: alv Ersatz für Fleisch 250 Gramm Weizenmtthl«» Preise vo» 16 Pf. an«e Inhaber der Vollfleischkarte und 125 Gram« Weizenmehl zu» Preise von 6 Pf. auf die Sinderffeifchkarte. 7 Pfund Kartoffel» auf Ab. schnitt 40 g. Diese Abschnitt« Verl«»« mit Ablauf d«» 6. Ok- tober ihre Gültigkeit. 126 Gvaau» Kuhkäfd(Pfund 2.74 M.) v»m 30. September bis 2. OkwV-r einschl. auf die Stzttfefetstkarte in de« in den BsziSr» der 7, S.«nd 19. BrotlonmuMo, gelegenen Geschäften. 1 Stück Dänischen Weichkäft(0L5 M.) i» de« in den Bezirke« der 11, 16., 14, 30, 22.»nd 26. Brvttommisfio» geleae«' «e« Geschäften, ebenfa» vom«. September bis 2. Oktober einschl. Auf die allgemeine Snoß-Äerliner Setz«»« ittelkarte wenden verteilt: 150 Gramm 2tr«nPen I0JO 9t.)»»f»dschn. 62 vom 26. Erp- tember bis S. Offober. 199 Gramm Weizengrieß(Iv Pf.) auf Ab. schnitt 63 vom 3. bi» 12. Ottober, 360 Gr«mn Kunsthonig auf Ab- schnitt 67 vom S. bis 12. Oktober. A»f die rote Nahrungsmittel» karte werden verauSgobt:% Pfund Stäuchertvare und Strömlinge auf Abschn. 201 sowie auf Abschnitt E e und I i der Berliner Be» zugSkarte. Adschn. 1S6 sawie die Lbschntti« Dd der Berliner Be- zugskart« behalten ihre Gültigkeit und find dorzugStveise zu be- diene». Auf letzte««»schnitte darf jodach n«r H Pfmw abgegeben werden. Je 1 Pf«» frische G»r- oder?l»hffsche auf»bschn. 209 sowie auf«schnitt O» der Berliner B�gSkarte. A«f die Haas" haltung-bezuaeikmrkt ff» Aharlotwad»« kommoa Mir Veeteiueag: «itrocknetze«pfelspalten oder Döreobstanschung auf Abschn. ö vom 30. Septomber bis S. Oktober, j« nach Borrat, für klone Hau». Haltungen% Pfund«nd für«roß» Haushaltungen l�h Pfund. Die Preist find fefarende: Getmckwte Apfel spalten% Pfund 2,49 9t., IM. Pfund SM M, DSrrvbsdnisch«n« fÜ Pfund 3,75 Vff, IM Pfund»,25 Mi. Puddingpulver auf Sbschn. C von» 6. bis 12. Oktober für gr»ße Ha»Shal««ngen d für klein« Haushaltunge» 3 Päckche». Die Preist fi»!> folgende: 1 Päckche» a 65 Gramm 22 Pf., a 45 Gramm 90 Pf. I»»tonat Otticker werden a» die über 70 Iah» alten Personen»nd Kinder bi« zu 2 Iahren«in» maliz je PfuNb Zwieback verabfolgt.« ?k««Mk». WteaSmMtt. lU Pfd. viarmelad» wird ttn Laust der nächste» Woche a»s«schnitt 57 der allgemeinen Leben«. mittellarte abgegebr». MS Ersatz für die ausfallende Fleischmeng« werden auf Bezugsschein 1 der Bollfleischkorte 250 Gramm Weizenmehl und auf Bezugsschein 1 der Kinderkarte 126 Gramm Weizenmehl in den Geschäften abgegeben, in denen die Eintragung auf Grund der neue« Kofonialwareuümde«» liste erfolgt ist Frühweißkehlsauerlohl wird i««wer Menge von 2 Pfd. je Kopf auf Abschnitt ISS der WarenbezugSkart» bei de« Händlern verkauft, Set denen die Eintragimg zum K-rtoffel. Sezug erfolgt ist. Der verkauf von Näucherivare» auf Abschnitt 123 der WarenbezugSkart« wird mi» dem 50. September geschlossen, t»»« l. Oktttber«b erfolgt die Abgabe von Räucherwaren auf «»schnitt 164. ßfftr de»«erkmef von frischen Zischen»leibt Ab« schnitt IL»»orläußg»och i« Kraft. Der HeringSveukanf auf Ab« schnitt 136 wird gege» Ende der«och« fortgesetzt werde». Kar« tosfeln werdea wie bisher i« einer Menge von 7 Pfd. abgegeben. , Nachanmeldungen auf Wintervorratskartoffel» werden«och bis � zu» 2. Oktober bei den zuständig«»»rotkommisfiqnea entgegen« 7 tz,..7 5?/■■ �......___ i V' SchlltteSerg. ZchleiiSmittek. WS MS t. WkkoStt? finb«S vor. onmeldung statt für 100 Gramm Weizengrieß auf Abfchn. 63 der Groß-Berliner Lebensmittelkarte. Ausgegeben werden in der nächsten Woche 250 Gramm Kunsthonig auf Abfchn. 67 der Groß' Berliner Lebensmittelkarte»nd all Ersatz für dal fortstllense Fleisch 250 Gramm Weizenmehl auf den Bezugschein Nr. 1 der Reichsfleischkarte.._ Steglitz. Massenklindiguuge» voa Laubenkokomsten. Eine Lokalkorresponbenz meldet:.Unter den Laubenkolontsten in Steglitz hat das vorgehen der Gemeinde gegen die Pächter von Schrebergarten auf dem Gemeindegrundstuck an der Bismarckstraße große Aufregung hervorgerufen. Der Gemeindevorstand hat nämlich einer sthr große« Zahl von Laubenkolonisten dal Pachtland ge- kündigt- Hierbei handelt es sich aber nicht um ein rücksichtsloses Borgehen deS GemrindevorstandcS gegen Landenkolonisten, die sich «ichtl�zuschulde» haben kommen lassen, sondern darum, daß durch diest Maßnahme Mißstände beseitigt werden sollen. Die betreffen» de» Laubenkolonisten, denen die Kündigung zugestellt worden ist, sollen«ach den Festftellungea der Gemeindebehörde Wucher mit Pachtlaud und Erzeugnissen getrieben haben. ES find Lauben auf- gekauft worden, um fie mit erheblichem Nutzen weiter zu veräußern und das gezogene Gemüse und Obst ist zu Preisen abgegeben wor- de«, die dre festgesetzten Höchstpreise sehr bedeutend übersteigen. Die Wiederhokrmg derartiger Borkommnisse soll durch eine entsprechende Abänderung der Pachtverträge unmöglich gemacht werden." Wie weit die Meldung zutreffend ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Tirtztvw. Lebensmittel. Außer den üblichen Rationen werden vertritt: Ms Ersatz für Fleisch auf die Fleischkarte für Erwachsene 250 Gramm, für Kinder 125 Gramm Mehl, auf Abfchn. 62 der ' Berliner Lebensmittelkarte 150 Gramm Nährmittel, an" 1 der Treptower Lebensmittel bare: 1 Pfd. Zwiebeln. Auf chn. 48 der Zuckerkurie des Kreises Teltow für die Zeit vom 1. bis 15. Oktober 375 Gramm Zucker, auf Abfchn. 23 der Zusatzzucker. karte de» Kreise» Teltow für Monat Oktober für Kinder vom I. bÄ 7. Lebensjahre 1H, 1«nd% Pfd. Zucker, auf Abschn. AI inck A II der Milckikarte für Monat Oktober für Kinder im 1. und 2, Lebensjahr 1 Pfd. Haferflocken. Flußfische auf Abschn. 118, Räucherwaren auf Abschn. 138 der Treptower Lebensmittelkarte noch Eingang der Ware». Gemüseg-rotzverkanf Montags, Mitt- wochl u«d Freitags i* der Zeit von 9— 12 und 3— 6 Uhr in den Bürgerküchen Bvuchestr. 75 und Banmsihulenstr. 79/80. Britz. LeVenSackttel. Ja der Woche vom 80. September bis 6. Oktober gelangen in der Verkaufsstelle der Gemeinde zur Ab- «be auf die Berliner Lebensmittelkarte, Abi'chn. 67: % Pfd. Marmelade. Abschn.«: 100 Gramm lose Suppen. Auf die Britz«? Lebensmittelkarte verde« Verkält: Ab» schnitt 46: 2 Pakete Puddingpulver oder 100 Gramm lose je HanOholt. Abschn. 48: 100 Gramm Lorbeerblätter je HauShatt, Ab- 50:% Pch. Heringe je Person in Haushaltung«, bÄ vier ., en, Abschn. 61: Eonderzuteilung. Freihändig gelangen in ber BerkaufSstelle Knochen brichwürfrimass«. Dörrgemüse. Fischklbße «nd Schmterfrifenerfatz zum verkauf. Ans Abschn. 8 der Eier- karte wird«tu Ei verabfolgt. Die Teuer«ngSzulnzr. Durch den stellvertretenden Borfitzenden, Syndikw» Rosenthol, ward« in der letzten Gemeinde- vertretersitz nng mitgeteilt, daß die Regelung de» FriedhofSgriandeS zunächst dadurch a-löst fei, daß ans dem Friedhof in der Goethe» straße verfallene Grabstellen neu belegt werden. Die Annahme besteht, daß dadurch da» Gelände»och auf zirka drei Jahre aus- reiche« wrrd. Die Schritte zur Erwerbung neuen Friedhofs- geländel werbe» fortgofetzt. Der schon«nnwl beanstandeten Friedhofsgebührenordnuny ist wiederum vom jtreiSauSschuß die Genehmigung versagt worden. Es soll nunmehr der Beschwerde weg fefchritte* werde». Die Einführung der PflichtfortdildungS. schule für Kaufleute konnte nicht beraten werde«, weil gerade die Gemeindcverordnetr«. welche eine« Bortrag deS Direktors Schenk gewünscht hatten, w der Sitzung fehlten. Zu der Gewährung einer ei» maiigen Teuerungszulage an die Lehrer, Beamten und Ar- britrr der Gemeinde hat der Finanzansschuß beantragt, den Lehrern und Beamten die Zulage i« der gleichen Höbe zu zahlen, wie fie der Staat zahlt; den Hilfskräften und Arbeitern je ein Monats» geholt bzw. den viereinholbfachen Wochenlohn. Genosse Pawlo- wrtsch wie auch Neumann(U. S.) wendeten sich mit oller Entschiedenheit gegen diese Differenzierung. Die bürgerlichen Ge- mrindevertrrter konntze« sich jedocl) nicht dazu aufschwingen, den niedriger Entlohnten da» gleiche zu bewilligen wie den besser Be. zahlten. S» wurde beschlossen, den Lehrern«nd Beamte« die staatlichen Satze, den HilfSaügestellten und Arbeitern 175 M. plirS einem Monatsgehalt bzw. einen vierrinhalbfache« Wochenlohn zn zahlen. Der Antrag, 200 M. plus Wachen lohn oder Monatsgehalt wurde sogen die Stimmen der dritte» Wtrittmg und einer burger. kichen Stimme abgefeimt. Di« Ledigen erholte« 70 Proz. der Satze, die erst kürzere Zeit Beschäftigte« 50 Proz. Die Pflegesätze der im Mädchenheim»«tergebvaSte« Pfleglinge werden von 20 auf 25 M. erhöht. Auch die Preise für Armensärge werde« von 26 auf 24 R. erhöht. Der Magistrat vo» Potsdam hat an den Gomrinvevor stand da» Ersuche« gerichtet, sich a« der Herausgabe eine» gemeinsame« Adreßbuches zu beteiligen. Die Vertreter» sitzung stimmt de» zu unter der Bedingung, daß ein erheblich niodwgerer Zuschuß geleistet werden soll, als gefordert ist. Die Firma Ore« stein u. Koppel will ihre Fabrikanlagen vergrößern- und ersucht die Gemeinde u« lleberlassung von Stratzengelände. Wen» die Fabrik i« der geplanten Weise vergrößert wird, dann würde die Ahorn» und Garienstraße in einer Sackgaffe enden. Zu. nächst kann eS sich«ur um eine grundsätzliche Zustimmung handeln, da die näheren Abmachungen zum Ten der Kompetenz der Rc- gierung unterstellt sind._> Groß'Serliner parteinachrichten. Sroß-SerUa. Am 10. Oktober beginnt eine Vortragsserie de« Genosse» Mvlkenbuhr über die Geschichte der deutsche» Sozialdemokratte w folgender Reiheufvlge: 1. Donnerstag, de» Ist. Offober: Die Vorläufer der Bewegung bis 1062. st. Donnerstag, den 17. Oktober: st. Donnerstag, de» 24. Ottover: gesetz 1878. 4. Donnerstag, den 8L Ott ober: Sozialistengesetzes. «. Donnerstag, den 7. November: Der Swrz des Sozialisten» ftsetzeS«nd die Partei bis zum Ausbruch des Weltkrieges. ZonnerStag, den 14. November: Die«eueren Vorgänge. Die LorirSge Verden gehalten im Berliner Arbeiter« Jugendheim, Lindenstr. S. Beginn pünktlich S Uhr abends. DaS Eintrittsgeld für alle Lorträge beträgt 1,20 M. Eintritts« trittskarten find bei den Parteifunktionären und im Bezirkssekre- tariat, Lindenstr. 3, zu haben. Gegen Sinsendung deS Betrages verde» die Eintrittskarten den Teilnehmern auch durch die Post zugestellt.__ von Sassall- bis 1670. Bon 1870 bis zum Sozialisten- Unter ber Herrschaft de« "SB., i. �Kinder her FtenW,?.„GluMW Ehe', s.. 6...SSeiterhausen', Z., S.„Roßmerlholm.— Lesfing: �Mein Nachbar Amcise, 30., 7.„Lieb?", i.„Peer Gvnt".— Kleines Schauspielhaus: 29., I., 3., 5., 6.„Fruhlinq-. erwachen", 30., i. Geschlossen, 2., 7.„Weibltcufcl".— Königgrätzer: 20., 1., 5.„Erdgeist", 80., 2., 3., 6., 7.„Hauch im W", 4.„Schwestern und der Fremde".— Komödienhaul:„Fünf Frankfurter", 30.„Schrittmacher", 5., 6., 7.„Die tanzende Nympbe".— Schiller Charlottenburg: 29., 1., 4., 5., 8.„Siebente Tag". 30., 3., 7.„Pfarrer von Kirchseld", 2.„Volksfeind".— Urania:„Auf Helgoland zur Kriegszeit". Täglich: Berliner:„Blitzblauel Blut".— Kleines:„Der Einsame". 4., 5., 8.„Alt-Nnrnberg".— Residenz:„Der junge Zar.— Wallner: „Graf Habenichts".— Trianon:„Der gute Ruf", 4.„Lebensschüler".— Künstler:„Hutmacher Seiner Durchlaucht.— Westen:„Lustige Witwe".— Lustspielhaus:„Spanische Fliege".— Rallendors:„Drei alte Schachteln". Zentral:„Rose von Stambul".— Thalia:„Unter der blühenden Linde".— Komische Oper:„Echwarpvaldmädel".— Mctropol:„Faschingsfee".— ReueS OperettenhonS:„Das süße Mädel".— Palast-Theater am Zoo: „Stralauer Fischzug"._ Alis aller Welt. Die Diebe der Kreml.Juwrlen verhaftet. M o I k a u. 26. September(PTA) Der Miliz in Saratow ist es gelungen, die Teil- nehmer an dem Millionendiebstuhl auS der Patriarchensakristei im Kreml zu Molkau zu verhaften. Wie eS sich herausstellt, wurde dieser Diebstahl von einer Bande vorbestrafter Individuen aus- geführt. Bei einer Haussuchung in der Wohnung der Diebe fand man gegen 1000 Brillanten, Perlen, goldene Ringe mit Smaragden und Brillanten, Goldketten, Kreuze, Opale von 20 Solodnik Ge- toidjt,_ Smaragde mit dem eingravierten Bildnis des Apostels MaihäuS und Goldklumpen im Gesamtgewichte von 86 Pfund. Der Wert der gestohlenen Schätze beträgt über 10 Millionen Rubel und wurde fast vollständig wiedergefunden. Fugenöveranstaltungea. Slrbeiter-Jngendheim Lindenstr. 3. Heute, Sonntag, abend! Uhr, E i n f u h r u n a! a b e n d für die schulentlassene Jugend. Da! Programm besteht aus Feftvortrag, Gesang, Musik und Rezitation. Der Eintritt ist für Schulentlassene und deren Eltern frei. Giur Jugendkonferenz für Grost-Berlin findet am Sonntag, den 6. Oktober, vormittags 9 Uhr, im Jugendheim, Lindenstr. 8, statt. Tages- ordnung: Vortrag des Genossen Korn: Die bürgerliche Jugendpflege; deS Genossen W ei m an n: Unsere praktische Winterarbeit: Aussprache hierüber. Mit dieser Konserenz soll unsere Wwterarbeit eingeleitet werden. Es Ist daher das Erscheinen aller JugendauSschutzmitglieder und Funktionäre deS Vereins Arbeiterjugend notwendig. Auch die örtlichen Partei- vereine werden gebeten, Vertreter zu entsenden, da sich die Konferenz mich mit dem Wiederaufbau der Jugendbewegung in den Orten, in denen fie während de< Krieges eingegangen ist, beschäftigen wird. Sriefkastea See Reüaktion. Robert 709. Sie müßten dann die Zuriictgabe der Ringe durch Klage erwirken.— L. 83. 1868. Darüber besteht keine Verfügung. Sie müssen dann zunächst die Einwilligung Ihres Truppenteils haben.— Alt» Pensionär«5. Soweit wir unterrichtet sind, hat eine solche Erhöhung nicht staUgesmiden.— Metz 162. In dem Falle müßte Beschwerde beim Militärbmeau de! Magistrats, Berlin, Klosterftr. 68, eingereicht werden.— Bolschewik. Das erste Zeichen bedeutet dienstfähig, Plattsui:- an läge, dte zweite Ziffer ist keine Krankheitsbezeichnung.— Jeldgrau 200. Versuchen Sie, durch Rücksprache mit dem Vorgesetzten festzustellen, als was Sie gemustert find.— Streittrage. Zur Heirat kann der Betreffende nicht gezwungen werben, wohl aber zur Zahlung einer Entschädigung. — 4>.•£>. 50. Sie werden den vertrag zum Jahre t92t kündigen können unter Einhaltung der KündigungSsrist, die Sie aus dem Jahre er- sehe« müssen.— B.». 5«. Die Kinder der Brüder find mit erb- berechtigt.— Laudsturmm. IIS. Landlturmpflichtig, herzleidend und Krankheiten der UnterleibSorgane.— v. Wendt. DaS Gesuch hat wenig Aussicht aus Erfolg. ES wäre an das stellvertretende Generalkommaudo u richten, dem der Truppenteil de« Betreffenden untersteht.— L. 1. S. S. Wenn Sie eine eigene Wohnung uehmen, find Sie zur Polizei- lichen Meldung verpflichtet. Der Name de« Ehemannes braucht in die Ge- schästSfirma nicht eingetragen p» werden.— G. F. 1. 1. Ja. 2. Für die erste Einschätzung lag noch kein voller Jahresarbeitsverdienst vor. Sie könnten deshalb»u dam gegenwärtigen Einkommen eingeschätzt werden. Der zweiten Ewschätzung mußte das Ankommen des Borjahres zugrunde gelegt werden. 3. Ja. 4. Die Zeit wird Ihnen nicht als BeitragSzeit angerechnet. 6. DaS entzieht sich unserer Kenntnis. Das kommt auf die dortigen landrätlichen Bestimmungen-an. 6. Ja.— R. W. 59. Rein. — Streits rage. 1. Der Ort ist nur mit der Eisenbahn vom Anhalter Bahnhos zu erreichen. 2. Eine solche Verfügung besteht nicht.— G.®. A. 10. 1. Da tn diese« Falle den Wirr ein Verschulden trifft. find Sie zum Ersatz der Scheibe nicht verpflichtet. 2. DaS kommt aus die Schwere der veleidtgnng an, jedenfalls aber werden Sie nur zu Geldstrafe verurteilt.— 91. R. 31. Sie können deshalb Steuerermäßigung be- antragen. Ob ein Zahntechniker das angegebene Gehalt haben kann, ent- zieht sich unserer Kenntnis.— A. Z. Die Zulage wird bei Strashast nicht gewahrt.— W. S. 4. Anspruch aus Löhnung für den Vermißten besteht mcht. Sie kann gewährt werden bei vortiegeuder Bedürftigkeit. G. L. 12. Ihr Mann kann die Arbeitsstätte nicht ohne iveitereS ver. lasten, er würde ohne Abkehrschetn sich strafbar machen und außerdem anderwärts keine Arbeit finden. Wird thmjjer Abkehrschein verweigert, so muß er die Entscheidung deS dortigen Schlichlungsausschuises anrufen. WafferstandSnachrtchten der SandeSanftalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. SSetteranSstchte» für da« mittlere Rorddentfiülnnv vis Montag«ttttag. Zettweije heiter, jedoch kühl und veränderlich, öfter Regensälle. Theater See Woche. v-lttbühne: 30., 2.. 3., 7.„Merlin", 1., 4.. S.„Maß für Maß".— OpernhaaS: SS., 3., 5.„Tannhäuser", 30.„Rosenkavalier, 1.„Aazken- ««',«.„Carmen", 4. �sideli,"«..Bioletta", 7.„Fledermaus".— K,I. GchemFtÄfemS:« 1, 4. 6. Versuch»»« de» Dwgenri. 36.„0»itz»t»". 1.„Peer Stzut", 8.„Meine Frau, die Hosschauspielerin, 5. � Heimat", 7.„Nathan.— Deutsches OperühauSt 29.„Waffenschmied" 30., 4. Eiserner Heiland", l.„Hugenotten, 2.„Goldene Kreuz, Ballett, 3. «e Helena". B. �ohengrin", 8. �ofimannS Erzählungen" 7..Fidelis", nttschlrii 1.. K B., 7. JS&i*'. 30.„LÄtrte Leichnams 2.. 6. JKtSr&utr. 4 �auft r.- Kammettviele: 38.. ch. M SÄÄ-'t. Gehen Sie zu Ihrem Uachbar, geben Sie ihm dieses Blatt zu lesen und raten Sie ihm, den olgenden Zettel sofort ausgefüllt an die Expedition des .Vorwärts", Berlin LW 68, Lindenstr. 8, einzusenden! Name. Beruf. Wohnort. Straße?. . Stock. Bei«em? bestellt ab I. Oktober den„Vorwärts" zum Preise von 1,80 M. per Monat frei ins Äaus. 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Billigste, foete Preise. Bekanntmachung. Um eine möglichst rasche Erledigung der zu dem UinzugStermin sich häufenden Anträge auf Inbetriebsetzung neu ausgeführter oder zeitweise nicht benutzter Anlagen trotz des augenblicklich herrschenden Personal« mangels zu erleichtern, wird auf die folgenden Bestimmungen hingewiesen, deren Jnnehaltung im Interesse eines geordneten Geschäftsganges uner- läßlich ist. 1. Die Inbetriebsetzung einer Anlage ist erst zulässig, nachdem die ver- bindliche Anerlcnnung unserer StromlicserungSbedingungen durch unter- schristliche Vollziehung eines. Amneldesormulars crjolgt ist. Die In- tlallatcure sind in der Lage, derartige Formulare ihren Austraggebern zur Vcrsügung zu stellen. Besonderer Wert mutz aus genaue Bezeichnung (Firma, Stand, Berus oder dergl. und Adresse des AusiraggeberS) gelegt werden, da nicht sachgemätze llnterschristcn zu grotzeu Irrtümern und Ver- zögcrungcn Anlatz geben tonnen. L. Verhandtungen über die zu stellende Sicherheit erfolgen am zweck» mätzigsten mündlich in unserer tammarrmschen Abteilung(Kautionsbureau. Berlin NW 6, Schlfibauerdamm 22) in der Zeit von 3 Uhr vormittags bis 12'/, Uhr nachmittags. Auskünstc über die Ausfüllung der Anmeldeformulare sowie die Anwendung der Spczialtarife werden werftäglich in der Zeit von 8 Uhr vormittags bis 6 Uhr, an Sonnabenden bis 3 Uhr nachmittags, in unserem Ausstellungsraum, Schissdauerdamm 22, Erdgeschoß, und außerdem in unseren Verkehrs-Abteilungen, Marianncnstr. 3/10 und in Lichtenberg, Prinz-AIberi-Stratze II, erteilt. 3. Die Antrage aus Prüfung und Inbetriebsetzung elektrischer An« lagen sind durch die mit den betreffenden Arbeiten beauftragten Jnstalla- tionsfirmcn unter Benutzung der hierfür vorgehaltenen Vordrucke an uns zu richten, jedoch erst dann, wemt die betreffende» Anlagen auch tatsächlich tu belriebssertigem Zustande sich befinden, d. h. wenn Beleuchtungskörper, Aoparate und Motoren gebrauchsfertig angeschlossen find. Der Abnahme- 'MM"' oder, soweit möglich, telephomsch dem tennin wird alsdann schriftlich Antragsteller bestätigt. Für Arbestsgänge unseres Personals, die infolge nicht rechtzeitiger Fertigstellung der Anlagen ergebnislos sind, ist eine Entschädigung von M. 10.— von der antragstellenden Lnstallslionssirma zu Kisten. Berlin, den 27. Sepiember 1318. 118/12 Städtische Elektrizitätswerke Berlin. <7 o n i n x. P a s s a v a n t. Fclzim r Mtm abzugeben. (Umartieitunsjen preiswert.) Briefe erbeten Pelzwsrenfabrik Kallis, Eerlin iW ßl. 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Zuckerkrankheit usw.— Freiwillige, briefliche und mündliche Zlnerrennungen früher behandelter und geheilter Patienten, die an- gaben, vor der Behandlung in unserer Anstalt ander- weiti« ohne Erfolg behandelt werden zu sein: 1. Frau M. Richrcr, Berlin-Moabit, Watdstr. 33. Lungen- leiden, Blutarmut. Rerveuschwäche geheilt.— 2. Herr Georg Heinrich, Baumschutenweg, Baum- schulenstr. 2g It. Lungenleiden geheilt.— 3. Frau E. Blödorn, Eopenick. Aug.-Viktcriastr. 21. Herz-, Leber- und Nierenleiden iviederholt gebessert.— 4. Herr St. Ensle. Restanr., Eharlottenburg. Hullen- straße 12. Ehronifcher Mittelchrkatarrh geheilt.— 5. Herr W. Purfche, Berlin-Adlershof, Helbigstr. 29. Ben Magengeschwüren u.Tarmkatarrh geheilt.— 6. Frau M. Fafke, Berlin, Ncllendcrjstr.40 l. Rheumatismus u. steife Tchnlter geheilt.— 7. Herr E. Ehrhardt,nii äk Co., BerUnSW lt.Keniggrä tzcrSi.73 f Biesdorf-Süd � Kau l»«lorf-Sii 35. Jahrgang 2. Beilage öes vorwärts Sonntag, 2H. September 1�8 Der Außenhandel unter dem Sowjetregime. Der Kongreß der Volkswirtschastsräte hat auf Antrag S3 r o n s k i s folgende Leitsätze für die künftige Gestaltung des russischen Außenhandels angenommen. Die Leitsätze enthalten mchts absolut Neues, fassen aber die kriegswirtschaftlichen Maß- nahmen verschiedener Länder zu einem einheitlichen, durch- dachten und in seiner Konsequenz radikalen System zusammen. <3ie sind— und darin offenbart sich die Erfahrung der Re- gierungspraxis— auch keineswegs doktrinär. Sie suchen z. B. den privaten Handel nach Möglichkeit einzuschränken und zu überwachen, schließen ihn jber für alle Zwecke nicht aus: Es vollzieht sich eine Wesentliche Neugestaltung de» Außenhandels. Nicht eine Jagd nach neuen Absatzgebieten und Märkten, sondern die Versorgung der eigenen Volkswirtschast mit den notwendigen Bedarfsartikeln ausländischer Herkunft ist die Aufgabe der Außenhandelspolitik eines jeden Landes im Kriege und für die Uebergangszeit geworden. Die Handelspolitik Rußlands vor dem Kriege zielte dar- äuf ab, die Ausfuhr von landwirtschaftlichen Produkten zu er- leichtern, gleichzitig die Einfuhr von Jndustrieerzeugnissen im Interesse der sogenannten„vaterländischen" Industrie zu hem- men. Die Rohware wurde in unbearbeitetem Zustande ausge- «führt, d. h. unter den ungünstigsten Bedingungen für Rußland. Di« Getreideausfuhr war nicht eine Folge der Entbehrlichkeit von Ueberfchüssen, sondern sie entsprach nur der Staatssäckelpolitik. Die gesamte Ausfuhr war also nicht durch unseren Reichtum an Naturschätzen bedingt, sondern durch Mängel; nicht durch den Reichtum— fondern durch die Armut. Ter Krieg und die Revolution haben die Stellung Ruß- lands auf dem Weltmarkt wesentlich verändert. Künftig wird Rußlands Außenhandel die Steigerung der Einfuhr von Jndustrieerzeugnissen fProduktionsmitteln) erstreben müssen, um die Neuorganisierung der Volkswirtschaft zu ermöglichen, und die Verminderung der Ausfuhr von Rohwaren und Lebensmitteln. Die nächstliegenden Richtlinien des auswärtigen Warenver- kehrS sind: a) Sicherung der wichtigsten Zweige der Rohstoff- und be- arbeitenden Industrie, Fabrikation von landwirtschaftlichen Maschinen, vor allem aber Sicherung des Eisenbahnverkehrs, der landwirtschaftlichen, Tcxtil- und der Leder und Holz verarbeitenden Industrie. d) Einschränkung der Einfuhr von Mas sende- darfsartikcln. c) Einfuhrverbot für Luxusgegenstände und Artikel des persönli che n Bedarfs. Vorüber- gehend soll die Einfuhr von Lebensmitteln für den Massen- verbrauch gestattet werden. Ter Leitsatz der russischen Ausfuhr ist der Warenaustausch. Die Erzeugnisse, die dem Ausland verkauft werden, werden in der auswärtigen Valuta berechnet und das Ausland muß eine Ver- pflichtung übernehmen, entsprechende Mengen eigener Erzeugnisse einzuführen. Der russische Ausfuhrplan für das nächste Jahr sieht eine Ausfuhr hauptsächlich folgender Produkte war: Holz, Flachs, Hanf, Borsten, Schmieröl, Rohleder, Felle, Tabak und Me- tolle. Als Zahlungsform für die eingeführten Produktionsmittel können gewisse Konzessionen in Gebieten dienen, die noch nicht erschlossen wurden, unter der Bedingung, daß die sozialistische Gesetzgebung für die Konzessionäre obligatorisch bleibt und daß die Regierung an der Ausbeute unbedingt teil- nimmt. Tie vorhandenen Methoden(Zoll-, Protektionspolitik usw.) sind für die Entwicklung der Voltswirtschaft nicht zweckdien- ltch genug. Das Konzessionssystcm überläßt die Initiative dem Privatkapital, das sich doch nicht nach den Bedürfnissen, sondern nach den Spekulationszielen richtet. Tie Regulierung soll vom Gesichtspunkt der gesamten VolkswirtschasiSorganisafion erfolgen. Die„Nationalisierung" des Außenhandels bedeutet, daß die Warenzufuhr auS dem Auslände nur den tatsächlichen Volksbedürf- nisscn, die von VolkSwirtsckaftsämtern festgestellt werden, ent- sprechen darf; daß die Zahlungen für die Einfuhr von denselben Aemtern der Wirtschaftsrcgulierung geleistet werden; daß die Vor- mittlungsgcbühren und die Verdienste des Handelskapitals auf ein Mindestmaß herabgesetzt werden, das höchstens eine staatliche Kom- missionSgebühr zuläßt. WaS die okkupierten Gebiete oder die s e l b st ä n- digen Staatsgebilde, die früher einen Teil des russischen WirrschaftSganzen darstellten, anbetrifft, so beruht die Handels- Politik auf gemeinsamen wirtschaftlichen Jnterssen. Eine Zoll- union ist eine unumgängliche Lebensbedingung der interessierten Parteien. Eine rasche Lösung dieser Frage wird den Uebergang zur FricdenSproduktion in Rußland sowohl als auch in Polen, in der Ukraine und im Baltikum, erleichtern. Bis zur Abschließung geeigneter Verträge soll ein direkter Warenaustausch mit den selbständigen oder den besetzten Gebie- t e u gepflegt werden— unter der Bedingung, daß die eingeführ- tcn Erzeugnisse der Bevölkerung wirklich zugeführt werden. Um die Nationalisierung des Außenhandels ungehindert durch- zuführen, sollen die Einkaufsmethoden ausgenutzt werden(staat- liche, öffentliche, private). Tie Monooolisierung des Einkaufs, fachgemäß geordnet, muß als Leitsatz gelten. Um den Schmuggel zu unterbinden, soll«ine Kontrollvcrwaltung geschaffen werden. Tie auswärtigen Bestellungen, einschließlich die der Militär- ämter, müssen im Rat für den Außenhandel zusammengefaßt werden. Insbesondere sollen folgende Fragen behandelt werden: 1. Valutav'erteilung, 2. Tonnage Verrechnung, 3. Scefrachtversiche- rung, 4. Aufspeicherung, 5. Handelskredit, 6. Zoll. Bemerkenswert ist, daß, wenn auch die herkömmlichen Mittel des Protektionismus verschmäht �werden, das ganze System doch auf eine Entwicklung der Wirtschaft unter staat- lichem Einfluß, also auf den vollendeten Protektionismus hinauslaufen. Steht dieses Streben trotz seiner stark national- wirtschaftlichen Färbung mit den Forderungen der internatio- nalen Arbeitsteilung im Einklang, so läßt sich voin sozialistischen Standpunkt kaum ein Einwand erheben. Ferner verdient hervorgehoben zu werden, daß die Ein- fubr von Produktionsmitteln mit Konzessionen bezahlt werden ■soll, für deren Ausbeutung offenbar die gemischtwirtschaftliche Unternehmungsform geplant ist. Das Angebot-einer Zollunion wird in dem von Deutsch. land besetzten Gebiete sicher nicht ohne Befriedigung anfgc- nommen und vielleicht auch politisch gewertct werden. Industrie und Handel. Schwarze Tage an der Börse. Die Berliner Börse Hai an diesem Wochenende ihre schwer- sten Tage seit Kriegsbeginn durchlebt. Die Nachricht von dem Fviedcnsgesuche Malinosfs kam wie ein Blitz aus heiterm Himmel. Daß etwas im Südosten nicht klappte, war wohl bekannt. Aber an Bulgarien dachte niemand, die Sorgen galten Rumänien. Im Frieden hat es an der Börse immer zwei Parteien gegeben: Eine, die nach oben, und eine, die nach unten spekulierte. Der Haussepartei stand die Baissepartci oder Kowtermine gegen- über. Im Kriege hat das' aufgehört, einmal, weil die börsentech- nischen Voraussetzungen für eine Baissepartei fehlten und dann, weil die ständige Auftvärtsbewegung der Kurse die Lust genommen hatte, nach unten zu spekulieren, wo die trotz der besonderen kricgs- mäßigen Verfassung der Börse möglich war. Das Fehlen einer Baissepartei hat sich jetzt sehr be- merkbar gemacht.' Die Baissiers geben an Tagen steigender Kurse Ware, um sich an flaueren Tagen billiger einzudecken. Sie hemmen dadurch die allzn stürmische Aufwärtsentwicklung der Kurse, aber sie treten auch in kritischen Augenblicken als Käufer auf und setzen damit dem Kurssturz gewisse Grenzen. Infolge des Fehlens der Baissepartei gab es also keine Käufer, und so kam es, daß die Kurf« um 40, 60, ja 100 Proz. hinnnter- purzelten. Am Sonnabend begannen Jntenventionskäufe, die vielleicht schon am Vortage am Platze gewesen wären. Sic boten ein Gegengewicht gegen die überdies nicht zahlreichen frei- willigen und zwangsweisen Exekutionen, die manchen Wert- Papiermärkten ihren Stempel aufdrückten. Es zeigt sich, wie richtig es von der Reichsbank gewesen ist, vor einem Vierteljahre im Ein- vernehmen mit dem Preußischen Handelsminister auf eine Ver- ringernng der Börsenkredite hinzuwirken, deren bereitwillige Gc- Währung allzu große Risiken einschließt. Infolge der erwähnten Jnterve-ntionskäufe und der beruhigen- deren Nachrichten auS Bulgarien konnte sich im weiteren Verlaufe der Sonnabendbürse eine Befestigung durchsetzen, die sich zwar nicht in beträchtlichen Kurserhöhungen, aber doch darin äußerte, daß auf dem erreichten wesentlich niedrigeren Kursstände Käufer auftraten. Reichliche Zeichnungen auf die Neunte? Die Monatssitzung des Zentralausschusses der Rcichsbank wurde vom Präsidenten, Exzcllanz Dr. Havenftein, geleitet. Der Präsident verwies auf die günstige Entwicklung des Status der Reichsbank und hob insbesondere die Zunahme des Goldbestandes der Bank hervor. Weiterhin betonte der Präsident, daß die Zeichnungen auf die neunte Kriegsanleihe einen reckst günstigen Verlauf nehmen, und daß auch unter Berücksichtigung der großen Schatz an- wcisnngskäufe die Aussichten für den Erfolg der Anleihe sehr befriedigend seien. AuS dem Berliner Wirtschaftsleben. Bei der A.-G. für Anilinfabrikation(Agfa) in Berlin-Trep- tow, welche die ganze Filmindustrie mit Rohfilms versorgt, soll laut Lichtbildbühn� die gesamte Erzeugung beschlagnahmt werden. Nur ein Drittel von dieser werde in Zukunft der Fndustvic überlassen werden, während die übrigen zwei Drittel für amtliche Werbefilms in Anspruch genommen würden. Ter ordentlichen Generalversammlung ver Reinickendorf— Licbcnwaldc— Groh-Schönebeckcr Eisenbahn A.-G. in Berlin lag der Geschäftsbericht für 1917/18 vor. Wie Direktor � Regierungsbaumeister a. T. Wcigel berichtete, ist die Zahl der Züge auf Ver- anlassung der Aufsichtsbehörde weiter vermindert worden. Gleich- wohl hat der Personenverkehr eine wesentliche Steigerung, und zwar von 881 9ö7 im Vorjahr auf 1 373 996 cvfahren, während im Güterverkehr durch verminderte Holzverfrachtung ein Rückgang von 465 913 aus 309 854 Tonnen zu verzeichnen ist. Obwohl die Ausgaben später gestiegen sind, hat die außerordentliche Zu'nahmc des Personenverkehrs um fast 56 Proz. einen günstigeren Abschluß wie in den Vorjahren ermöglicht. Die Rücksicht auf den Zustand der Bahnanlagen und der Betriebs/Nittel mache es jedoch crforder- lich, eine entsprechende außerordentliche Rücklage für Unterhal- tungsarbcit-en vorzusehen. Da für das neue Geschäftsjahr mit erhöhten Ausgaben zu rechnen sei. erscheine die Stellung eines größeren Vortrages gerechtfertigt. Tie Bctviebseinnahmen stellen sich aus 1 127 579(im Vorjahr 884 308) Mark, die Betriebsaus- gaben betrugen 838 010(im Vorjahr 708 836) Mark. Unter Ver- mchnung der Rücklagen für den Erneuerungssonds und den Spezialrescrvefonds verbleibt ein Ueberschuß von 292 871(im Vor- jähr 117 715) Mark. Es wird vorgeschlagen, auf die Stamm- aktien Lit. A eine Dividende von 3 Proz.(im Vorjahr 0) zu zahlen, 70 000 M. wie erwähnt für die später auszuführenden Untenhaltungs- arbeiten zurückzustellen und 20 553 Mark neu vorzutragen. Die Aktien Lit. B bleiben wieder di vi den den los. Die Versammlung er- teilte Entlastung. Wie der Vorsitzende. Landessyndikus Geh. Re- gierungsrat Gerhardt, mitteilte, ist eine weitere Ausge- staltung der Bahn in Aussicht genommen, doch sind die Vorarbeiten hierfür noch nicht soweit gediehen, daß Midteilungen gemacht werden können._ Tic Vicheinfuhr aus der Ukraine. Tie„Wiener Arbeiterzeitung" gibt genaue Zahlen über die Vicheinfuhr au? der Ukraine. Da dieser Import sich im Verhältnis von 3 zu 2 auf Deutschland und Oesterreich verteilt, so ist die deutsche Einfuhr unschwer zu errechnen. Die Aufbringung von Vieh aus der Ukraine, um die sich die Teutsch-fcsterreichifche WirtschaftSzenbralc und die militärischen Auf- brmgungsstellen bemühten, hat bisher 250 000 bis 300 000 Stück Rinder ergeben, die in einer monatlichen Durchschnittszahl von 20 000 bis 25 000 Stück zur Verladung gelangt sind. Davon ent- fielen 60 Proz. auf Deutschland, während 40 Proz. auf Oesterreich- Ungarn kommen.. Der starke Qualitätsunterschied unter den auf- gebrachten Rindern beeinträchtigte wesentlich den Wert deS Auftriebes. Der österreichische Markt, der die Zivilbevölkerung zu der- sorgen hat, zog aber aus diesem ukrainischen Import von Rindern keinen Nutzen. Durch eine Reihe von Verpflichtungen, die Deutsch- land gegenüber zu erfüllen waren, sank der Anteil Oesterreich- Ungarns auf 33, schließlich auf 25 Proz., und da Ungarn den gleichen Anteil hatte, kamen auf Oesterreich 16)4 und dann 12)4 Prozent der emgeführton Rinder, die ausschließlich dem Heeresbe- darf zugewiesen wurden. Die neueste Vereinbarung, die in der Ukraine abgeschlossen wurde, soll den monatlichen Rinderimport auf 50 000 Stück erhöhen, wenn sich keine Schwierigkeiten in der Ab- lieferung durch die Züchter einstellen. Auf Oesterreich-Ungarn würden in diesem Falle etwa 20 000 Rinder im Monat entfallen, doch wird auch diese Zufuhr der Zivilbevölkerung nicht zugute kommen. ES sei nochmals hervorgehoben, daß dieser erhöhte Im- Port durchaus nicht sichergestellt ist, da die Unlust, freiwillig be- stimmte Mengen abzuliefern, immer größer wird und das Requi- sitionsverfahren aus begreiflichen Gründen nicht'zur Anwendung kommen dürfte. Aufgetrieben wurden ferner 300 000 ukrainische Schafe, die aber in einem Zustand einlaingten, der zu dem An- kauf für den hiesigen Makt nicht einlud. Die Schafe wurden zum Teil dem Militärbedarf zugewiesen, zum Teil blieben sie in Ungarn, wo ihre Auffütterung erfolgt. Als Kompensation wurden 30 000 ungarische Schafe Oesterreich zugewiesen. Die Aufbringung von Schweinen aus der Ukraine ist bisher nicht gelungen und es ist fraglich, ob in absehbarer Zeit die dahinziolenden Bemühungen Erfolg haben werden. Dagegen dürfte die Aufbringung von Schweinefett und Speck gelingen, wenn nicht die Preise, die gefordert werden, ein Hindernis bilden. Die Saison für den Speck- und Fetthandel beginnt im Oktober und dauert bis zum Februar. Große Hoffnungen auf den Import von Speck und Fett aus der Ukraine zu setzen wäre jedoch verfehlt. Die österreichische Viehvcr- wertnngsgesellschaft hat bisher auch 7000 ukrainische Pferde für den österreichischen Bedarf aufgebracht, die an die einzelnen Landes- stellen abgegeben wurden. In Schlachtpferden hat sich ebenfalls ein bescheidener Handel entwickelt, der indessen in der Bedarfs-e dcckung fast gar nicht zur Geltung kommt. Tie Segnungen des „freien Handels" konnten in der Ukraine an Beispielen genügend erkannt werden. Schafe werden im Wege des freien Handels in Verkehr gebracht und durch gegenseitiges Ueberbieten haben die Händler die Preise fabelhaft in die Höhe getriieben. Ebenso verhielt es sich mit Speck, der von 135 Rubel für das Pud auf 500 Rubel getrieben wurde. Im allgemeinen werden für absehbare Zeit die ukrainischen Importe für den österveichifchen Markt und die Zivil- bcvölkerung keine Bedeutung haben. Gerichtszeltung. Der Lebenslauf eines Verbrechers. Der jetzt vor dem Schwurgericht verhandelte Prozeß gegen die Drucker und Vertrsiber der in so großen Massen in Verkehr ge- brachten gefälschten Brot- und Fettkarten ist gestern so weit ge- diehen, daß mit der Vernehmung der einzelnen Angeklagten be- gönnen werden konnte. Den Hauptteil der Verhandlung nahm das Verhör des Hauptangcklagten, Kaufmanns Andreas Worwoda in Reinickendorf, in Anspruch. Dieser trug sehr schwülstig und in mög- lichst gewählten Worten seinen Lebenslauf vor. Danach ist er nur bis zur dritten Klasse der Gemeindefchule gekommen und darin als Arbeits- und Laufbursche tätig gewesen. Er war aber ein Tauge- nicht?, brannte eines Tages nach Hamburg durch, um� zur See zu gehen. Er wurde wegen Bettclns aufgegriffen und zu seinen Eltern zurückgeschafft. Bald darauf brannte er aber wieder durch, trieb sich arboits- und obdachlos umher, lebte vom Betteln, unternahm zu- nächst kleinere und dann größere Diebstähle und Einbrüche und wurde s. Z. in Frankfurt a. M. zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt. Dann zeigten sich bei ihm Anzeichen von Verfolgung�- und Größen- wahn, u. a. bildete er sich ein, er sei ein Prinz. Aus der Straf- anstalt entwich er mit gestohlenen Kleidern und verübte neue Straf- taten. Er wurde wieder aufgegriffen und wiederum zu 2_ Jahren Gefängnis verurteilt. Infolge vollständigen geistigen Zusammen- bruchs wurde er zunächst in die Irrenanstalt Hcilsberg und dann nach Herzbergc übergeführt, wo Geisteskrankheit bei ihni festgestellt wurde. Nachklänge rer Zeit wurde er als„gebessert" zu den Eltern entlassen. Er arbeitete aber wieder nicht, ging in die weite Welt, lebte vom Diebstahl und würde schließlich wieder nach Herzberge gebracht. Von dort kam er nach der Anstalt Buch Dort will er selbst eingesehen haben, daß er geisteskrank sei und habe versucht, sich weiter zu bilden. Nach sechsjährigem Aufenthalt in der Anstalt wurde seine Entmündigung aufgehoben, weil er nach. Ansicht des Medizinalkollsgiums als geheilt und gesund anzusprechen sei. Er fing dann einen Straßenhandel mit Obst und Gemüse an, betrieb darauf einen Kärtoffcihandel im großen mit Pferd uns Wagest und wurde, nachdem er diesen Erwerb wiederum aufgegeben hatte, bis zum?lnfang des Krieges humoristifcherTanz m c I t r e. Als solcher bezog er ein Monatsgehalt von 300 M. Bei Kriegsausbruch stellte er sich freiwillig zur Einstellung in das Heer, wurde jedoch nicht angenommen. Nachdem er einige Zeit in einer Fabrik für .Kriegsbedarf gearbeitet hatte, übernahm er selbständig Kriegs- lieferungen, indem er Wäschebeutel für Tornister herstellte und auch Sattlerarbeiten verrichtete. Er will ein? ganze Anzahl von Arbeiterinnen beschäftigt und größere Geldsummen gespart haben. Auch einen' umfangreichen Handel mit Weihnachtsbäumen hatte er ein- gerichtet und dann eine Klcinviehzucht betrieben. Wegen Futter- mangels mutzte er sich wieder nach einem anderen Erwerb um- sehen; er wollte sich wieder irgendwie an der Kriegsindustrie be- tciligen, und es schwebte ihm die Verbindung mit einem Mechaniker bor, mit dem er eine Firma zur Herstellung von Flugmaschinen be- gründen wollte. Da traf er zufällig mit dem Zeichner Richard Schulz und dem Arbeiter Karl Dienemann zusammen, den er s. Z. in der Irrenanstalt Dalldorf kennen gelernt hatte, und so reifte dann der Plan der Einrichtung einer Geheimdruckerei zur massenhaften Herstellung von Brotkarten. Diese geheimnisvolle Tätigkeit bildet nun den Gegenstand der Verhandlung. Neben Woiwoda sind der Zeichner Richard Schulz, der Buchdrucker Alfred S a n d v o ß, der Buchdrucker Friedrich Rumpf und dessen Ehefrau als Hauptbeteiligte angeklagt. Auch gegen Karl Diene- mann ist Anklage erhoben worden; das Verfahren gegen ihn mutzte jedoch borläufig eingestellt werden, da er geistig zusammen- gebrochen ist._ Das leere Bett. Ein großer Zeugenavparat mutzte vor der 4. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts aufgeboten werden, weil zwei Konto- ristinnen eines Molkereiunternehmens, die zu einer erkrankten Mit- angestellten geschickt worden waren, mit der Nachricht zurückkamen, sie hätten das Bett der angeblich erkrankten Kollegin leer vorge- funden. Eine der beiden Gehilfinnen war sogar dreimal im Hause der fehlenden Angestellten, der die Klage erhebenden Buchhalterin Edith H., konnte sie aber niemals sprechen. Die Mutter der Klägerin erklärte der Abgesandten, die kranke Tochter schlafe; ein andermal hatte sie nach der Angabe der Mutter kurz vorher einen frischen Umschlag bekommen. Die beiden jungen Mädchen, dir auch als Zeuginnen vernommen wurden, wollen aber durch das Fenster der im Erdgeschoß gelegenen Wohnung gesehen haben, daß niemand im Bette lag. Die beklagte Gesellschaft erhob darauf den Einwand der Simulation; sie verweigerte nicht nur der Klägerin das verdiente Gehalt, sondern sie verlangte auf dem Wege der Widerklage ein be- reits gezahltes Monatsgehalt zurück, weil sie durch das eigenmächtige Fortbleiben des jungen Mädchens geschädigt sein will. Die umfangreiche Beweisaufnahme fiel völlig zugunsten der Klägerin aus. Der behandelnde Arzt bestätigte, daß er die Pa- ticntin in hohem Fieber in ihrer Wohnung angetroffen hatte, die Pförtnersfrau hatte den Arzt in die Wohnung hineingehen sehen, und die Mutter des jungen Mädchens bekundete unter Eid, daß ihre Tochter vom Tage ihres Fehlens an acht Tage lang fest im Bett liegen mußte und die ersten Tage ständig im Fieber lag. Das Ge- richt hielt nach diesem Ergebnis die Angabe der beiden Konto- ristinncn, sie hätten Fräulein H. nicht im Bette gesehen, nicht für auSschlaggeebnd. Von der Straße aus durch das Fenster ließen sich doch nicht so sichere Feststellungen nach dieser Richtung hin machen, als daß sie durch die anderen sicheren Bekundungen von Zeugen und Sachverständigen nicht als widerlegt angesehen werden könnten. Das Kaufmannsgc nicht verurteilte aus diesen Gründen die Be- klagte anlÄ-asgemäß zur Restgehaltszahlung und wies deren Wider- klage kostenpflichtig SttlMKMMkltMNbM. «_ YcrwaltnngiiBteHe Berlin. Dem Andenken unserer im Felde gefatteneu l und verstorbenen Kollegen gewidmet. Kuvllx ttgNS, Arbeiter, geb. SV. S. 86 zu Berlin. EcBca�dt, Msx, Dreher, | geb. 19. 12. SO zu Charloticnburg. 1 Engest Fritz, Dreher, geb. 25. 9. 90 zu Keula. iHomann, Bernhard, Arbeiter, geb. 15. 8. 95 zu Berlin. Jacobsohn, Ernst, wafihinnrtom| geb. 19. 6. 96 zu Genua(Italien). Kühner, WaGter, Schlosser,' j geb. 24. 9. 88 zu Berlin. Mayer, Karl, Schmied, geb. 25. 2. 82 zu Hohenfelde. | Meiling, Paul, Kernmacher, geb. 20. 4. 84 zu Berlin. Meinhardt, Wilhelm, Bohrer, j geb. 9. 10. 87 zu Berlin. I Ritter, Paul, Arbeiter, geb. 24. 6. 81 zu Pilzen. Schutze, Paul, Maschinenbauer, geb. 2. 9. 85 zu Weixdorf. Thum, Robert, Arbeiter, geb. 5. 11. 88 zu Berlin. Tribisch, Franz, Schloffer, geb. 8. 5. 95 zu Liebenau. Zeidler, Willi, Maschinenschlosser, geb. 23. 3. 92 zu Pankow. Ehre ihrem Andenke«! ! iig/i? Die OrtSverwaltuug. MW iwpoMeHn-BetMi. Bezirk Groft-Berliu. Folgende Kollegen sind im Felde gefallen: Lninv Baden, Hochbahuarbeiter. Karl Blume, Packer. Julius Bohlken, Industriearbeiter. Otto Böttcher, Kohleuarbeiter. Gustav Brieseraeister,?Är.e° Wilhelm Dahlmann, Straßenbahner. Paul Dobberschütz, Lagerarbeiter. Karl Hirschberger, Geschäftsdiener. Ernst Kußmann, Geschäftsdiener. Ernst Leiter, Geschäftsdiener. Gustav Maibauer, Geschäftsdiener. Gustav Nicolai, Geschäftsdiener. Otto Porth, Industriearbeiter. Wilhelm Prestel, Straßenbahner. Karl Reuter, Markthallenarbeiter. Karl Seifert, GeschSftschauffeur. Franz Sommerfeld,«rbeitskutscher. Robert Scholz, Straßenbahner. Oskar Schultze, Industriearbeiter. August Stürmer, Straßenbahner. Georg Winter, Straßenbahner. Ehre ihrem Andenken! 63/17 VI« Be-IH»»I«ltnnc:. Ifaoh vierjähriger Teilnahme an den Kämpfen im Westen ist nunmehr aueh unser verehrter Juniorchef, Herr Paul Dimmick Leutnant der Reserve in eineiq Pionier-Regiment ein Opfer des Weltkrieges geworden. Er fiel am 2. September im blütfenden Alter von 27 Jahren. Wir beklagen tief den Verlust eines liebenswiftdigen Menschen, dessen lauterer Charakter ihm bei allen, die ihn gekannt, ein bleibendes Gedenken sichert. 3367b Das Personal der Firma Maurer& Dimmick. EetCanö dettWgWWMiMMtt i und venvliudkeu Berufe, Berlin. i Unseren Mitgliedern machen wir bierdurch bekannt, daß folgende Kollegen als weitere Opfer des Krieges zu | verzeichnen find: Friedrich Kind, Steindrncker, gefallen am 24. August 1918, durch Granate. Walter Schüler, Ch-migraph, gefallen am 23. August 1918 durch Kopsschuß. Kurt ligner, Ch-migraph, gefallen am 26. August 1918 durch Granatvolltrcfser. Richard Steuer, Chemigraph, gefallen am 14. September 1918 durch Granate. Wir werde« ihnen ein ehrendes Andenke« dewahren! Die Ortsverwaltung. 108/20 ZtntralvcrbanJ der Röttcbcr, GleinHQfer.1. Hilfsarbeiter Deutfctfiands. Zsikiale Berlin. Den Mitgliedern zur Nach- richt, daß unser Kollege Ernst Frank am 22. September ge- storben Ist. Ehre seinem Andenke«: Die Beerdigung findet am Montag, den 30. Sep- tember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des St. Andreas- und Markus- Kirchhofes in Wilhelmsberg aus statt. 22/4 Um rege Beteiligung er- sucht Ter Borstand. lleütlcder Bauarbeiter-Verband. Verein Berlin. Bezirk Südost. Am 24. September starb unser Mitglied, der Hilfs arbeiter Stull Die Beerdigung findet am Montagnachmittag 4 Uhr aus dem Thomas-Kirchhos in der Hermannstraße statt. Am 25. September starb daS Mitglied, der Maurer Vildelm Ilmpel Die Beerdigung findet am Montagnachmittag i'l, Uhr auf dem ThomaS-Ktrchhof in der Hermannstraße statt. Berlrk SchSneberg. Am 25. September starb daS Mitglied, der Stukkateur Willi Schulz Die Beerdigung findet am Montagnachmittag 4 Uhr auf dem Gemeinde-Friedhof »Blanke Hölle" statt. Ehre ihrem Andenke«: Um rege Beteiligung er- sucht 141/3 Borftnnd. Verband der Sattler und Portefeuiller. Ortsverwaltung Berlin. Als Opfer des Weltkrieges haben wir folgende Mit» glieder verloren: Förchtegott Dennert . 22 Jahre alt Karl Gürtler 20 Jahre alt Karl Wendtlandt 24 Jahre alt Ehre ihrem Andenke»: 158/8 nie Ortsverwaltung. Allen Kollegen und Be- kannten die Trauernachricht. daß mein lieber Mann, unser guter Vater, Schmie- g'er- und Großvater, der Schriftjeherinvalide Eduard König nach kurzem, aber schwerem Krankenlager am 26. Sep- tember im 79. Lebensjahre sanft entschlafen ist. In tiefer Trauer Ww. flllsabeth König und Angehörige. Die Einäscherung findet morgen Montag, nachmittags 2 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. oeulscher Cransportarbeitervcrband. Bezirksverwalt. Graß-Berlin Den Mitgliedern zur Nach- rlchl, daß unser Kollege, der Packer Richard Borozinski von der Firma Singer u. Co., Leipziger Straße. am 21. September im Alter von 59 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenke« k Die Einäscherung findet am Montag, den 30. Sep- tember, vormillags 10 Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstr. 37, statt. 63/18 Um rege Beteiligung ersucht 0!e Bezirksverwaltung. Schmerzliches Gedenken _____ zum 37. Wiegenfeste meinem lieben Manne, dem Unterosfizier 3230b Hermann Theophil lgesallen am 21. März 18 im Westen) in tiefer schmerzersüllter Trauer Hartha Theophil und Angehörige. Allen Borwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser lieber Sohn, Bruder, Enkel, Schwager und Bräutigam, der Unteroffizier Erich Dortschack Jnh. d. Eis. Kreuzes 2. Kl. alS Opfer deS Weltkrieges am 20. 9. 18 im 30. Lebens- jähre durch Granatsplitter getötet wurde. 96A lulius Dortschack und Frau. Paul Wagner und Frau geh. Dortschack. Witwe Auguste Dortschack. Elisabeth Haby. Du warft so gut, Du starbst � zu srüh, Wer Dich gekannt, hergißt Dich nie. Für wen mußt Du Dein junges Leben laffen? Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Filiale GroB-Berlin. Den Mitgliedern geben wir hiermit Nachricht vom Tode des Kollegen Karl Miersch vom Wasserwerk Berlin. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 30. September, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Georgen-Kirch- hoses am Königstor aus statt. Um rege Beteiligung bei der Bestattung des Kollegen ersucht 33/5 Die Ortsverwaltung. M L f IL I unzen kauft Ball, HOnzenliiilg., Berlln.Wllhelnislr. 46/41 Allen Verwandten und Bekannten die traurige Nach- richt, daß mein lieber un- vergeßlicher Mann, unser anter Sohn, Schwiegersohn, Enkel, Bruder und Schwager. der Sanitätssoldat bei den schweren Kämpfen im Westen durch Volltreffer am 15. August 1913, kaum 8 Tage im Feuer, noch nicht 28 Jahre alt, fem junges Leben lassen mußte. In tiefer Trauer Frau Else Klingauf geb. Oppenborn. Karl Klingauf und Frau, als Eltern. Otto Oppenborn und Frau, als Schwiegereltern. Witwe Emilie Klingauf, als Großmutter. Artur Klingauf, Erich Klingauf, als Brüder, zurzeit im Felde. Elisabeth KrauS geb. Kling- aus, alS Schwester. Georg KrauB, als Schwager, zurzeit im Felde. Rodert Oppenborn, als Schwager, zurj. iGomifon In der Blüte des LebenS, In der Jugend Krast, Hat ihn der Ted dahin- gerafft. Mit der Sehnsucht im Herzen nach seinen Lieben, Mit der Sehnsucht im Herzen ist er geblieben. Dem Auge fern, Dem Herzen ewig nah. Berlin, im September 1918. Cotheniusstr. 12. sl95A killen- und Mäusebaziilen mit Witterung. Eine Röhre tötet 75 Mäuse dder 25 Ratten. Per Röhre 1.80 M.. 3 Stück 5 M. A. Weyerstall, Wiesdors, Rh. Nach langem Leiden der- starb am 25. Sept. unsere innigftgeliebie Tochter und Schwester Eiisahelh Gesehe im blühenden Alter von 17 Jahren. Dies zeigen liesbetrübt an Die trauernden Eltern nebst Bruder, z. Zt. in Riga. Die Beerdigung findet am Montag, den 30. September, nachmittags 3ft, Uhr, von der Leichenhalle deSGeorgen- Friedhofes, Landsberger ■'IlW nna Allee, aus statt. 113/3 Lpezislsrzlt Dr. med. Haedlcke* Haut-, Harn-, Geschlecbtsl.. Blutuntersuchg. Friedriohsip, 187-1 ES(a. d. Mohrenstraße, üntergrdb.) 11-1, 5-7, Stg. 11-1. Danksagung. Allen, die unserm guten Bater, Groß- und Schwiegervater die letzte Ehre erwiesen haben, den Kollegen der Firma Hartmans und dem Verbände der Sattle: und Porteseuiller, auch sür die herrlichen Kranzspenden unseren herzlichsten Dank. 3340b Im Namen aller Hinterbliebenen E. Gerntb, Reichenberger Str. 74. Soeben erschienen: Die Nervosität Bekämpfung und Verhütung der Nervenschwäche. Auf Grund d. neuen Forschungen der med. Wissenschaft gemeinverständlich dargest. von Gr. me j.. Rlatz. Gegen Einsendg. v. 2,75 M. od. Nachn. 25 Pf. mehr zu bez. von J. Bauer, Hygiene- Verlag, Frankfurt a M. 8, Mainzer Landstr. 110. Mehl abgäbe als Ersatz in der dritten fleischlosen Mache. Aus Grund der Anordnung des Herrn StnatssefretärS de» KriegsernährungSamtS vom 22. Juli 1918— A. II 633 918— sowie der Anordnungen des Herrn Staatskommissar« sür Volks« ernährung vom 29. Juli 1918— VI d. 2372 und vom 20. September 1918— VI C. 2779— wird sür Berlin folgendes angeordnet: In der Woche vom 30. September bis 6. Ottober 1918 wird als Ersatz für Fleisch Weizenmehl abgegeben. Auf jede Berliner Fleilchtarte sür Erwachsene entfallen 250 Gramm, aus jede Berliner Fleischtarte sür Kinder 125 Gramm Weizenmehl. II. Das Weizenmehl ist gegen Abtrennung des an der Berliner Fleischkarte befindlichen blaugrauen Bezugscheins 1 und gegen Vorlegung der Lebensmittelkarte in der Woche vom 50. Sep- tember bis 0. Oktober lOldi ohne Voranmeldung bei dem Händler zu enlnebmen, bei dem der Anmeldeabschnitt Nr. 64 der Lebensmittelkarte abgegeben worden ist. Wer den Abschnitt 64 nicht angemeldet hat, kann den Bezugsabschnitt Nr. 1 der Berliner Fleischtarte bei der Abteilung sür Nährmiltel, Burgstr. 3, zwecks Zuweisung an einen Mehlhändler vorlegen. in. Der Preis für 850 Gramm Weizenmehl beträgt IS Pf. IV. Militärurlauber, die aus Grund eines zwei- bis vier- tägigen Urlaubs im Besitz der Hälfte des Bezugscheins 1 sind, können 125(«ramm Weizenmehl aus diese Hälfte beziehen. Urlauber mit einer Urlaubsdauer von 5 bis 7 Tagen erhalten auf ihren Bezugschein 250 Gramm Weizenmehl. Binnenschiffer erhalten aus die zwei Fleischabschnftte, die vom Wasserbauamt als.Eriatz für Fleilch- kenntlich gemacht sind, in den zur Abgabe von Wehl an Binnenschiffer zuaelasienen Geschäften 250 Gramm Weizenmehl. Diejenigen Personen, die ihre Fleischkarte gegen einen Be- zugschein aus Nähnniitel umgetauscht haben, erhalten auf den an dem Bezugschein befindlichen Wochenabschnitt �Bezugschein 1) und gegen Vorlegung der Lebensmittelkarte 250 Gramm (Kinder 125 Gramm) Weizenmehl. V. Zuwiderhandlungen gegen diese veftimmungen werden ge» mäß Kh 75, 80 der ReichSgetreideordnung für die Ernte ISIS vom 29. Mai 1918 und der Magiftratsverordnung vom 9. Februar 1917 nebst Nachträgen bestraft. Berlin, den 27. September 1918. Magistrat der Kömgl. Haupt- uud Uestdemstadt. Wermuth. Zu 11 785»r. 1. Verordnung über Brotmenge und Brotpreise. Aus Grund der§§ 58 und folgende der Reichsgetreide- ordnung für die Ernte 1918 vom 29. Mai 1918(Reichsgesetzblatt «eite 435) wird sür den Bezirk der Stadt Berlin angeordnet: Artikel I HZ 3, 6 und Artikel n§ 1 der Verordnung de« Magistrats vom 9. Februar 1917 werden wie solgt geändert: 1. Artikel 18 3 erhält folgende Fassung: Jede Brotkarte enthält Abschnitte, die insgesamt über ein Gewicht von 1950 Gramm lauten. Die Brottarte und ihre einzelnen Abschnitte find nicht übertragbar. 2. Arttkel 1 K 6 Absatz a) erhält folgende Fassung: Brot darf nur im Gewicht von 1950 Gramm her- gestellt werden, Absatz d> fällt weg. 3.' Artikel* II§ 1 erhalt folgende Fassung: Der BrotprelS darf im Kleinhandel nicht übersteigen: bei Schwarzbrot im Gewicht von 1950 Gramm 103 Pf. . Weißbrot... 1950. 108, . Krankenbrot... 1950. 134. Bei Abgabe deS Gebäcks in Testen dürsen BruchteiS von Pfennigen als volle Pfennige gerechnet werden. n. Die Magistratsverordnung über Brotmenge und Brotpreijd vom 10. August 1918 wird«uffgehober. Diese Verordnung tritt mit dem 30. September 1918 in Krast. Berlin, den 27. September 1918. Magistrat der Kömgl. Haupt- und Kestdeuzstadt. Wermuth. Zu 11 515 Br. 1. Zeitungs-Ausgabestellen nnd Jnseraten-Annahme. Zentrum: A'l b e r t H a h n i s ch, Ackerstr. 174, am Koppenplatz. Geöffnet ton 11—1)4 und von 4%— 7 Uhr. 2. Wahlkreis: S. und SW.: Gustav Schmidt, varwaldstr. 42, an der Gneisenaustraße. Geöffnet von 11— PH und von 4V.— 7 Uhr. 3. Wahlkreis: St. Fritz. Prinzenstr. 31, Hos rechts Part. Geöffnet von 11— ll)h und von 414—7 Uhr. m 4. Wahlkreis: Osten: Robert Wengels, Markusstr. 36. Geöffnet von 11— 1)4 und von 4)4—7 Uhr.— Karl Melle. Petersburger Platz 4 lLaden). Geöffnet von 11—1�4 und von 4V4— 7 Uhr. 4. Wohlkreis: Südosten: Paul Böhm, Lausitzer Platz 14/15. Ge- öffnet von 11—1/4 und von 4/4—7 Uhr.... 5. Wahlkreis: Leo Zucht, Jmmanelkirchstr. 12(Hos). Geöffnet von 11—1)4 und von 4)4—7 Uhr. 6. Wahlkreis(Moabit): Joseph, Wilhelmshavener Straße 48. Geöffnet von 11— 1!4 und von 414—7 Uhr. Wedding: I. Hönisch, Müllerstr. 84a, Ecke Utrechter Straße(Laden). Geöffnet von 11— 1)4 und von 4'4— 7 Uhr. Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt: A. Wolgast, Wattstr. 9. Geöffnet von 11— 1V4 und von 4'4— 7 Uhr. Gesundbrunnen: Fischer, Bastianstt. 6(Laden). Geöffnet von 11 bis 114 und von 4)4—7 Uhr., Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Greisenhagener Straße 22. Ge- öffnet von 11— 114 und von 414— 7 Uhr. Adletohos: F e y e r st e i n, Bismarckstraß« 82. Alt-Gllinick«, Fallenberg: Salzmann, Falfenberg, Eartenpadtskr. 10. Baamschulenweg: Karl Köpke, Kiefholzstr. 179. Benmu, Röntgental, Zepernick, Schönow. Schönbrück und Buch: Heinrich Brofg. Bernau, Mühlensw. 5(Laden)...____ Ge< Biesdorf: W. Danneberg, Biktoriastraße 11. Bohusdorf: Horlemann, Genosienschastsbans.Paradies'. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sesenheimer Straße 1. öffnet von 11— IH und von 414—7 Uhr. Eichwald«, Schmöckwitz. Zeuthen, Miersdorf: Oskar Mahle, König- straße 51. Frcdcr:: er! Weiershagen: Usfenwasjer, Petershogen. Friedenau, Steglitz, Siidende: H. Bern je«. Steglitz, Mommfenstr. 59. Friedrichshagen, Fichtenau, Rahnsdorf, Schöneiche, Klei«- Schönebeck: Ernst Werkmann, Friedrichshagen, Köpenick« Straße 18. Grünau: Franz Klein, Friedrichstr. 10. Johannisthal: Max G o n s ch ur, Porkstr. 23. Karlshorst: Frau Sachse, Junler-Jörg-Str. 7 II. Kaulsdorf: Fr. H i m p e l, Bülowstraße 21. Königs-Wusterhausen, Wildau, Ricderlehme, Schenkendorf: Friedrich B a u m a n n, Luckcnwalder Straße 5. Köpenick: Emil W i ß l e r, Kicyer Straß« 6(Laden). Geöffnet von morgen« 7 Uhr bis abend« 3 Uhr. Lichtenberg I, Friedrichsselb«, Hohenschönhausen: Otto Settel, Warten- bergstraße 1(Laden). Geöffnet von 11—1)4 und von 414— 7 Ubr. Lichtenberg ll, Rnmmelsbnrg. Stralau:«. Rosenkranz, Alt-Box- bogen 56. Geöffnet von N— ll4 nnd von 4'4— 7 Uhr. Mahisdors: Frau Strauß, Lindenstraße 11 Mariendorf, Marienfelde: Auguft Leip, Chauffeestr. 29. Renenhagen: Johann Hübscher, Schmidtstraß- 14. Renkölln: M. Heinrich, Neckarftr. 2(Laden). Geöffnet von 11— Iii und von 4)4—7 Uhr. Renkölln-Britz: Rohr, Siegfriedstr. 28/29. Geöffnet von 11—114 und von 444—7 Uhr. Riederschöneweide: Wilhelm Unruh, vrückenstr. 10, II. Rowawes: Karl Krohnderg, Eisenbahnstr. 10. Oberschöneweid«: Ida Freidank, Btemarckstr. 25. L Pankow. Riederschönhausen. Nordend. Broaz..v«chh»lj, Blankenburg: R t ß m a n n, Pankow, Muhlenstr. 70. Reinickendors-Ost. Wilhelmsruh und Schönholz: P, Gurfch, Provinz- straße 56 iLaden). Schöneberg: Wilhelm Böumler, Meininger Straße g(Laden). Geöffnet von 11-114 und von 4�4-7 Uhr. Spandau, SiemenSstadt: E. Stahl, Spandau, Marschallstr. 10 Tegel. Borfigwalde. Wittenau, Waidmannsluft. HermSdors, Hohen-Reue«. darf. Birkenwerder. Frei« Scholle und Reinickendorf-West: Paul Künast. Borfigwalde. Räulchsir. 10. Geöffnet von 11-114 und von 4�—7 Uhr. Teltow: Pfeifer, Havelftr. 2. Tempelhof: R u d. U e ck e r m o n n. flaifcr-ffiilhelat-ettafc« 74. Treptow: Rod.® ramenz. Kiefholzstr. 412, vorn 1 Treppe. »-,ßei>,-«: WasielewSkt, Berliner Allee II. WilmerSborf. Halenfe«, Schmargendorf: Paul Schubert. Wilhelm»- aue 27. Zoffeu: T r o e m c l. Wasieistraße 4. Sämtlich« Parteiliteratur sowie alle wissenschaftlichen wer!« werden geffefert. Sonntag» find die Ausgabestellen»«schloß«». bTH&Jiff m�Eörnhardt. Dcatschea Theater. S'/j Uhr: Fuhrmann Henschel. 7'/, Uhr: Clavlgo. Htg. 7: Der lebende Leichnam. Kamm erspiele. 2'/»: Der Besuch a. d. Elysium. Kam. 7Vj Uhr: Die Richtige. ilontar 7l/j Uhr: Kinder der Freude. Kleines Schauspielhaus. Fasanenatraßo 1, Portal 5. S'/jUhr: Eine glückliche Ehe. V'/a Uhr: Js'eu einstudiert: Frühlings Erwachen. Montag: Keine Vorstellung. TauentzicnstraSe 20» Leipziger Strafee 64» Friedrichsfrafee 179» Oranienstraße 47a» Königstraße 34» Möllerstraße 3a Volhsbüline. Theator am Bülonjlatz. Direktion Friedrich Kavßler. V1/, Uhr: Mo3 für Raß. Montag 7';, Phr: Merlin. TSSlrfrSiS Sonntag, den 29. September, nachmittags 2V, Uhr: Deutsche? Opernhaus: Fidelio. Nachmittags 3 Uhr: ZZclkSbübne: Merlin. Schillcr-Thealer CbarL: HanS SonnenstötzerS Höllensahrt. Lcsfing-Th.: Perleberg. Eine Partie Piqnet. KünsUer-Tb.: Der Blaufuchs. Refidenz-Th.: DhlterpottSErben. Nachmittags 3>/« Uhr: Theater deS Westens: Die Dollarprinzeffin. Abends 7-/, Uhr: Volksbühne: Montag: Merlin und Dlatz für Mag. Tdestsr für Sonntag:, 29. September. Neues ßperattenhsus Gentrai-Tbeatcr uhr: iie iüse W Staffibiil. Deutsche» Operuhaus ' uhr Der WatecbiiM Friedrich-W ilhelmst. Theater 3 Uhr: Sinfonlo-Konrert. 7l/i Uhr:»»üllgk'I. Kleines Theater 'M Uhr: lilebelei. 'v.uhr: Der EiDsame. Komische Oper 31/« Uhr: Schwarzwaldm'del. T'U.: Scfewä'zwaltelsl. liustspielhans SV, Uhr: So'n Windhund uhr: Die spanisebe Fliege. Metropol-Theater Die Fasehiugsfee 'V. Uhr: Palast-Theater 8 Uhr: Der Stralauer Fischzug uhr:0er Slralayer Fiscliziig, 3'/, Uhr: Oer Soldat der Marie. 7';, Uhr: Wer zuerst kommt, Das süße Mädel. Kesldcnz-Theater 3 Uhr: Dyckerpotis Erben. 'V. Uhr: BerjüBieZar. Schlller-Th. Chart. 3: Hans Sonnenstöß. Höllenfahrt 'V. u.: Der sieließta Tag. 3 Chi: Charlcy» Tante. JhrDiitertlErliilitieatienLißilE Theater am Nollendor'platz S'/iUhr: Immer feste druff! 7 Uhr: Theater des eetens S'l, U.: Die Oollarprinzessin. Uhi mit u.: uio uuüai(jr iiueüüiU. i; DielGsüpeWilwe mit Guido Thielscher. Wallner-Theater 31/. Uhr; FruhiingKlnft. 'V. Uhr: GrEl DMM. Theater i, d. Königgritzerstr. 8 Uhr; Erdgeist. {Im. 8: Straße nach Steinaych. Komüdlenhaus. 8U.: Fünf Frankfnrter. h'm. 3'/. Uhr; Die Zarin. Berliner Theater. 7» U.; BUtzblanos»int. JCm. 3Uhr: Die tolle Komtess. Casino-Theater. Lothringer Str. 37. Tagt.'/.8 U.: Der neue Schlager UM HU Ml UM! Berliner Bosse in 3 Akten. Vorher erstkl. Spezialitäten. U.a.: Lrete Lindstdenschenaffen. Sonnt. 31/,: Ein fideles Huhn. Theater der FmiinÄM. Boke Friedrich- u. Linionstr 7'j. Uhr. Tögl.: Kord. 8650. Kaiserplatz Z, I Tr. Bin lust. Stück m. Musik v. Laufs. v. Möiiendorff. Georg. L. Holms. iSonntag 31;, Uhr: Jagend. ML Beut« BW S VewstelluMgcn 3 31/, Uhr: Kleine Preise, Kind. d.HSlfte! T'l, Uhr 12 Spezialitäten 12 Rauchen gestattet! I'Apollo-1 Friedrichstr. 218 Dir.: James Klein. 7'U Sonnt. S'/.u.T'/.S September- Sensationen! Sherloek Holme« der mexikanische Ausbreohorkönig. f.cb. Porzellan, H.lta Beimonte, die«pao. Sahflnhait, und weite»* Sene«. Torrerkauf an der Tagesk. 18— 6 Uhr.| Sonnt S'j, Uhr jeder j Uiwa�.lKittdfrejl! Rose-Theater. 3: Tochter des Herrn Fabricius. 7'/, Uhr: W DlÄMMW. Walhalla-Theater. w- Mmwmw. 3 Uhr: Die Prinzessin vom Nil. Theater am KottbuserTor. Kottbuser Tor 8. Leit. Ferd. Wagner. Täglich 7'/, Uhr: Die Große Varietb-Schau. Dekorationsentw. Heinr. Zille.— Anna Müller-Llncke. Vorverk. KP/,— l1/, u. ab 5 ü. sowie bei Wertheim. Ädmiraispalast. Heute 2 Vorstellungen 4 u. T3/. Uhr. |D!b Prinzessin ton Tragant j Wer ist die Schönste? Sajdah. Gr. Militär- Konzert. IK«»• Tj M Kinder Aqua � dieHälfte. Zoo ab 6 Uhr CO bzw. SO Pf. Aquarium. e®e®e»ee6*®eeeoee KUKUK Lichtspiele 28(ir.MiiiftefStr.28 a. d. Andreawatrmße Bassermann Vater u. Sohn. Fern Andra Stürme im Herbst d.leSens. Wochentags 5, Sonnt.!! Uhr. ' I2S nätionäl-theater�äl�: 83, 87, 88, 11. 19, 1, 2, 8, 4, 6, 45, 49. 22, 46, 41, 36, 37, 28. (üntergrundb.: Inselbrücke.) Der große Operettenerfolg! FHsizeiiliefoe. Musik von Walter Bromme. Sonnt. H'lt:, Häuschen", in erster Besetzung.(Kl. Pr.)' Vorzngskart.u. Bons liegen nicht in d.Gesohäftslok. aus. Vorverk.: l

as QM der Medicl mit Maria Fein Erich Kaiser-Titz ftuc sürstendamm r 0s? T�MfQiSWSli2©y. Stuart Webbs 23. Abenteuer mir Srnst Reicher U.T Halen Heide Das Buch der Tränen U.T Friedrichstr. � Döi rollende üofel Joe Deebs neuestes Abenteuer Regie: Harry Riol Joe Doabs.... Heinrich Schroth U.T Weinberg» U.T Morihplap U T Schönel erg Minuten zu spAt mit Mia May U.T Unt. d. Linden, Wetnberaswed, MorthPL, Remickendoseritrade Paul Heidemann Sein eigenes Bagräbstia PT Uclxtspleie In dar Soncordia, fewdreasmla». 04. 22. Abenteuer des berühmten Detektivs Stuart Webbs= Ernst Reicher sowie das übrige glänzende Programm put D jn®ara und Erfclt Kaiser- Tlts, Großes Orchester. Beginn 5 Uhr nachm. Oranien-Palast Oranionstr. 40— 41 Konsert-Kaffes (Oranionbrücke) Kabarett. Jorry Balten— 9 Mernans— Max Wardlxfl ■ Klane WHcy— Terka Semmsloff— KSthchen Erben j 1 Gr. Kupelle Dirk van Erp.�> 1. Stock Weinkiause mit Barbüfett. ""Tlachm. 1 Kind freiT""" In beiden Vorstellungen: Das großartige Pragram Zum Schluß der Nachm.-Yorstellnng Zum ersten Male Märchen-Pantomime Hansel Md Gretel mit dem allerliebsten Blumenballett. Zum Schluß der Abend- Vorstellung Obeposi" Große Wasser- Pantomime in 5 Akten. Daraus besondershervorzuheben: Tanz der Elfen auf den Wasserrosen. Konzertdlrekt. Robert Sachs, W 50. Ptallbarmonle, Freitag, den H. Oktober, 7'/, Uhr: MAXIMILIAN WARDEN. Karten 1,50—10 M. bei Bote n. Book, Wertheim. R1ENT das größte and. sehäuste Konzeri-GaMabaruit in Berlin 0 Jeden 1. und 18. des Monats neuer Spielplan. ['ermann Torf— Olli Chrisfiani— Oskar Rick— Lea Florenz— Arthur Zahle— Hilde und Brno. Die gute Mnsik. Tookünstler-Konzert(10 Solisten). Anfang an Woohentagen?'/, Uhr, Sonntags-l Uhr. JS' Trianon-Theater ghf. Frledrlohstr.Ztr. 4927, 2391 Nachm. 1/24 U., kl. Preise: Johnnnisfcacr. Abends llß zum Z. Male: Der gute Ruf von Hermann Sudermann. Ida Wüst. Franz Schönfeld. Bruno Kästner. Adolf Klein. Mathilde Brand. Emma Oebner. Hugo Flick. Regio: Emil Lessing. Mittw.'/,4: Hänsel b. Gretel. Donnerst.'/s4; Rotkäppchen. Freitag>/,4;'Schn06wittchen. Sonnab. ll3i: Hänsel und Gretel. iReichsbailen-Mer. Heute nachmittag 3 Uhr und abends 7'/, Uhr: Stettiner Singer. Nachm. ermäßigte Preise. Germania-Prachtsäle. Chaussoestr llO. Jed.Sonntg.: Pant Mantheys luftige Säuger und Konzert. Ansang des Konzerts 5>/� der Vorstellung 6'/, Uhr. NMfll! ÄST besten und billigsten 220/2* Gesnndheits.Einlegesohlen D. N. W. M. Sch. bestellen. Elastisch, wann, hall. bar. Keine Papve mit ansgekleb. ten Haaren I Schnellste Bestel- lung ersorderlich, da Vorrat bald geräumt. Schubgröste an- geben. Preis 1 Paar 1 Mark, Nachnahme und Porto 50 Ps. (wird nur einmal abgegeben). 5 Paare 5 M. Inkl. Porto usw. Bersandhans Margot A. III Berlin-Zehlendorl,(Äeorgenstr. 7 INarsn- kaus IANDERSI am Bahnhof Wcddhtf. •rtlMs(Um | dkstt». Ksttoiheekphthi j Damen- and Herren- Garderobe. 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Gaebert, Berlin C, Sophiensir. 22'22a Werkzeugmacher zum sofortigen Eintritt getncht. �Vvl«»& Sameh, Berlin- Wilmersdorf, Babelsberger Str. 41. 115/18* 115/19' WEaschinenschlosser sowie Werkzeugschlosser zum sofortigen Eintritt gesucht. A tianiek, Berlin- tVllmers tz a eingezogen. Serbischer Heeresbericht vom 2 3. September. Die Serben nahmen den sehr wichtigen Punkt Eltkamen und zogen in Jstip ein. Serbische Kavallerie zog in Kochane ein. Viele weitere Deutsche und Bulgaren wurden gefangen genommen. Insgesamt rückte die Kavallerie seit Beginn der Offensive 130 Kilometer vor. Im Berner„Bund" erklärt Stegemann: An der mazedonischen Front sind genügend deutsche Verstärkungen'zur Stelle»und können diese aus Flanke operieven, so ist Mazedonien und die strategische Wiederaufrichtung der Bulgaren ebensogut möglich, wie dies bei de» Italienern in Venetien der Fall war. Französischer Orientbcricht vom 26. Sepie mber. Die alli- ierten Armeen setzen ihren Vormarsch nach Norden unablässig fort Sie haben die V a r d a r b a h n und die Linie Mona st ir-� Prilep— Gradsko vollständig frei gemacht. Durch einen kühnen Streich nach Osten zu haben englische Streitkräfte die bulgarische Stadt S t r u m i tz a genommen. Die serbische Kavallerie ist von I st i p aufgebrochen und hat sich der Stadt K o c a n a be mächtigt. Die serbischen Armeen haben Kabinai nördlich von Jstip erreicht. Sie greifen die Stadt V o l e s an, welche von einem Bataillon deuischer Jäger und aufgelösten bulgarischen Truppen verteidigt wird. Die alliierten Streitkräfte in Prilep haben den linken Flügel der bulgarisch-deutschen Armee auf die Gebirgsgegend westlich von Kr usch ewo zurückgeworfen. Die italienischen Truppen sind bereits in der Nähe dieser Stadt eingetroffen. Arbeitskammern für Angestellte. Extrakabinen für das bessere Publikum? Die„Nordd. Allgem. Ztg." schreibt: Der Gesetzentwurf betr. Arbeitskammern für Angestellte (A n g e st e l l t e n k a m m e r n) ist im ReichSwirtschaftsamt so weit gefördert, daß die Beratungen darüber mit den Jnteressentengruppen demnächst beginnen können. Es ist Aussicht vorhanden, daß dieser Gesetzentwurf dem Reichstag während der nächsten Wintertagung vorgelegt werden kann. Damit würde einem Wunsche des Reichs» tags und der Angestellten entsprochen werden. Die Fassung dieser offiziösen Notiz läßt nichts GuteS erwarten. Denn die einzig vernünftige Lösung ist die Eingliederung von An- gestelltenabteilungen in die allgemeinen Arbeits kammern. Die Schaffung besonderer Angestelltenkammern läßt vermuten, daß im ReichSwirtschaftsamt der alte Kastengeist»och nicht überwunden ist, ja daß man dort darauf ausgeht, ihn noch höher zu züchten. Die organisatorische Sonderstellung der Angestellten wäre ein wahrer Hohn auf die tatsächliche Entwicklung der Berhältniffe während des Krieges, die zu einer durchgreifenden Proletari« s i e r u n g der Angestellten geführt hat. Die Angestellten hätten jedenfalls mehr Verständnis dafür, daß man sie anständig bezahlte — man denke nur an die vorgestrige Versammlung der Bank- beamten!— als für eine gesellschaftliche Extrawurst, die ja doch nur eine Atrappe ist: Pappe, nicht Fleisch! Neue Kampfe in Palästina. Konstantiuopel, 27. September. Tagesbericht, Palästinafront: Auf unserem rechten Flügel haben sich neue Kämpfe entwickelt. Mesopotamien: Am. Tigris vorfühlende feindliche Kavallerie wurde durch unser Feuer abgewiesen. Bon den übrigen Fronten nichts Neues. Der spanische Marineminister Miranda ist zurückgetreten. Die Ursache des Rücktritts ist anscheinend ein Kompetenzstreit zwischen den Militärgouverneuren von Cartagena.„Temps" will wissen, daß der Rücktritt auf einen Beschluß des Ministerrats zurückzu- führen ist, wonach die Hafenverwattungen Offtzieren des Land- Heeres überirageTi werden sollen. Der Zwang zur Zwangswirtschast. Norwegens Erfahrung. Nach einem Bericht der„N. A. Z." über die skandinadische Arbeiterkonferenz in Kopenhagen führte dort der norwegische Genosse Lian u. a. folgendes aus: Die schwierigen Ernährungsverhäliniffe trugen stark dazu bei, die Unruhe zu vermehren. Anfangs huldigte man in Norwegen der Doktrin, daß eS nur darauf ankomme, den Handel in Gang zu halten. Man unterließ deshalb alle Rationierung, bis man plötzlich im Januar zu äußerst knappen Brotrationen überging, während gleichzeitig die Kartoffeln ganz verschwanden. Die Erfahrungen sind in allen Ländern der Welt die gleichen. Nirgends hat sich das Grundgesetz der kapitalistischen Wirtschaft, das Gesetz vom freien Spiel der Kräfte, aufrechterhalten lassen. Würden wir den Versuch machen, zum freien Handel zurückzukehren, so müßte er bald wieder abgebrochen werden, und die Zwangsbewirtschaftung begänne von neuem unter noch weiter verschlechterten Verhältnissen! Das gefälschte Flugblatt. In letzter Zeit ist, vornehmlich in Süddeutschland, ein Flugblatt„Preußenherzen hochl" ver». breitet worden, das nach den Unterschristen vom„Preußen-Bunde" und dem„Bund der Kaisertreuen" zu stammen schien. Eingehende' amtliche Feststellungen haben nach Meldung des.WTB ergeben, daß das Flugblatt gefälscht ist, und daß weder die beiden genannten' Vereinigungen noch die beiden Unterzeichner mit diesem Machwerk das Geringste zu tun haben. So geht, es nicht' weiter! Zu meinem unter dieser Ueber- schrist am Donnerstag. vom„Vorwärts? veröffentlichten Artikel bitte ich noch bemerken zu dürfen, daß durch die von der Redaktion für notwendig erachteten Kürzungen die Darstellung der Vorgänge in Saarbrücken eine falsche Beleuchtung bekommen hat. Besonders wird der Einwand ganz verwischt, daß es sich um zwei ver- schieden e, mehr als zwei Monate au se i na,»vtlVr- liegende Vorgänge handelt. Zur Vermeidung etwaiger späterer „Berichtigungen" möchte ich das ausdrücklich feststellen. _______ Konrad Haenisch. Letzte Aackrickttn. Oesterreich sucht einen Konferenzort.-, Amsterdam, 29. September. Aus dem Haag wird amtlich ge- meldet: Der vorläufige Geschäftsträger von Oefterreich-Ungarn hat am 23. September im Auftrage seiner Regierung den Minister des Auswärtigen AniteS in Kenntnis gesetzt, daß seine Regierung mit Genugtuung sehen würde, wenn die Residenz Ihrer Majestät der Königin Wilhelmine für die Abhaltungen von Besprechungen der- art zur Verfügung gestellt würde, wie in der von der kaiserlichen und königlichen Regierung an alle kriegführenden Regierungen ge- richteten Note vom 14. September d. I. beabsichtigt ist. Auf diesen Schritt hin hat Minister Graf C ä l i c e folgende Antwort gegeben: Di« niederländische Regierung hat sich bei der Handhabung der Neutralität nicht nur von Erwägungen, die aus- schließlich auf die eigenen Interessen des Landes gerichtet sind, leiten lassen, sondern es ist ihr von Beginn des Krieges an daran gelegen gewesen, ihro neutrale Stellung der Gastfroiiheit gegen die Krieg- führenden dienstbar zu machen. In Uebereinstimmung mit dieser unverändert von ihr befolgten Richtschnur ist eS der niederländischen Regierung angeenhm, zu erklären, daß ihre Majestät die Kömgin sich jederzeit als glücklich erachten würde, die Gast- fteiheit ihrer Residenz zur Verfügung von Zusammen- künften zu stellon, welche beide Gruppen dort albzuhalten wünschen; da sie glaubt, daß sie auch die Regierungen der anderen kriegführenden Länder nicht ununterrichtet über de» von Oesterreich- Ungarn unternommenen Schritt und die darauf gegebene Antwort � lasse» darf, hat die Regirrung den niederländischen diplomatischen Vertreter in diesen Ländern telegraphisch gebeten, die betreffende Regierung über beides in Kenntnis zu fetzen. Protest gegen Ausschluß Herdas. Genf, 28. September. AuS Paris wird berichtet: Herve erklärt in der Humaniie, gegen den Ausschluß aus der Sozialistenpartei die nicht im Parteireglsment vorgesehene Berufung einzubringen. Kniserlingk t MÜn ch en, 28. September. Der k n r l S n d i s ff, e Dichter Eduard Graf Kaiserlingk in München, ist, 63 Jahre alt, g e st o r b e n. Einige Dramen, einige Werke erzählender Kunst, mit ciiudrin- gendem Blick und teilnehmendem Herzen der Wirklichkeit abgewon- nen, hat Kayserlingk der deutschen Dichtkunst geschenkt. Sein T-rama„Frühlingsopfer", das aus mancher deutschen Bühne zur Aufführung gelangte, entstandst» der besten Zeit deutscher natura- listischer Kunst, ein Stück Volksdichtung auS litauischer Dörflichkeit erschaut, lieblich durch«ine Mädchengestalt.und durch eine Bauernburschen figur zugleich voll derber Kraft, an deren rohem Zugreifen zarteres Leben zerbricht. 4000 Thphusfälle in Madrid. Genf, 28. September. Einem Telegramm aus Madrid zufolge sind dort biK jetzt 4000 Typhu Serkranku ngsfälle festgestellt warben, GewerkschMsbewElmg Die Hannoversche Arbeiterschaft zur Ernährungssrage. Die Vertreter der Arbeiterschaft von Hannover und Linden, die Funktionäre des Wahlvereins, der dem Gewerkschaftskartell an- geschlossenen Verbände, der Arbeiterausschüsse, des Hannoverschen Konsumvereins und Lindener Haushaltsvereins sowie die Mitglieder wichtiger örtlicher Lebensmittelverteilungskommissionen waren am Mittwochabend versammelt, um Aufklärung über den Stand der Ernährungsverhältnisse entgegenzunehmen und ihre Verbesserungs- forderungen vorzubringen. Das stellv. Generalkommando, die königl. Regierung, die Stadtverwaltung Hannover und die Lindener Stadtverwaltung hatten Vertreter entsendet. Das Referat hatte Reichstagsabgeordneter Genosse Robert Schmidt sBerlin) über- nommen, der dem parlamentarischen Beirat des KriegsernährungS amtes angehört. Der Leiter der Versammlung, Genosse Pabst, bedauerte, daß es wegen der Saalverhältnisse, insbesondere der Verweigerung der Stadthalle durch Stadtdirektor Tramm, nicht möglich sei, der Ge » samtarbeiterschaft die Teilnahme an der Versammlung und die Bekundung ihrer tiefen Mißstimmung und heißen F r i e d e n s s e h n s u ch t zu ermöglichen. Nach iVsstündigen, sehr instruktiven Ausführungen des Ge- nassen Schmidt, in der besonders die Ansicht einer Anzahl Partei- und Gewerkschaftsgenossen, als hätten unsere Vertreter im Beirat des Kriegsernährungsamts die Interessen der Arbeiterschaft nicht energisch genug vertreten, widerlegt wurde, erfolgte die einstimmige Annahme nachstehender Entschließung: „Die Versammlung fordert mit aller Entschiedenheit, daß von der Regierung Matznahmen ergriffen werden, die geeignet sind, die Lebensmittelversorgung zu verbessern; sie erhebt Protest dagegen, daß es trotz der öffentlichen Bewirtschaftung der wichtigsten Nahrungsmittel dem Wohlabenden möglich ist, infolge hoher Preis- geböte sich besser zu versorgen und damit eine Benachteiligung der minderbemittelten Schichten herbeizuführen. Die Versammlung verlangt die strenge Durchführung in der Erfassung der Nahrungsmittel. Sie lehnt deshalb alle Ver- suche, den freien Handel wieder in Tätigkeit zu setzen, entschieden ab, da diese Maßnahme nur geeignet wäre, die Preistreiberei noch mehr zu fördern, als es gegenwärtig schon geschieht, und die Ver- sorgung ganz in Frage stellen würde. Vor allem ist die Verteilung von 10 Pfund Kartoffeln pro Woche und Kopf der Bevölkerung durchzuführen, da mit der gegenwärtigen Kartoffelration nicht aus- zukommen ist. Die Versammlung wendet sich entschieden dagegen daß die fleischlosen Wochen im ganzen nächsten Wirtschaftsjahr durchgeführt werden, weil sie im Hinblick auf unsere Viehbestände diese Einschränkung nicht sür notwendig hälr., Dringend fordert dann die Versammlung eine bessere Berück- fichtigung in der Zuteilung der Nährmittel, besonders für Kinder Kranke und schwächliche Personen. Im übrigen ist die Versammlung der Ueberzeugung, daß uns nur ein baldiger Friede, der die wirtschaftliche Selbständigkeit Deutschlands sichert, die in der Bevölkerung so dringend ersehnte� Besserung bringen kann."_ Ein weiteres Erstarken der Gewerkschaften hat die jüngste der von der Gc ne ralko mnrissio n vorgenommenen , Erhebung ergeben. Danach zählten die ihr angeschlossenen Zentral- verbände> ohne die Verbände der Chorsänger und Deutschen Eisen- bahner am Schlüsse des zweiten Vierteljahres zusammen 1 369 799 MitWed'är, darunter 362 617 weibliche, gegen 1 336 S19 am Ende des vorigen Vierteljahres. Es vermehrte sich die Mitgliederzahl feit den: ßl. März um 33280 und seit Ende des Jahres 1917 um 10508 5. Die Verbände der Bergarbeiter, Burcauangestelltcn und Sattler und Portefeuiller haben den Bestand der Mitglieder vor dem Kriege gegenwärtig bereits überschritten. Die christlichen Gewerkschaften 1917. Auch die christlichen Gewerkschaften können für das Jahr 1917 eine erhebliche Zunahme buchen. Die Zähl ihrer Anhänger stieg von 178 900 im Jahr 1916 aus 2 9 3 1 8 7 am Ende des letzten Be- richlsjahrcs; das bedeutet eine Zunahme von 64 Proz. Es wird berichtet, daß der Aufschwung in der Mitgliederbewegung auch im laufenden Jahre angehalten habe, so daß zurzeit mehr als 379 000 Mitglieder vorhanden feien. Die Gesamteinnahmen stiegen von 3 231432 M. im Jähre 1916 aus 4 720 292 M. im letzten Jahre. Das Gesamtv er mögen betrug am Ende 1917 9 902 536 M. gegen- Über 8 850 536 M. im Vorjahre. Militarisierter Betrieb und Hilfsdienstgesetz. Vor einigen Tagen brachte der„Vorwärts" einen Bericht aus einer Sitzung des Kriegsausschusses für die Metallbetriebe Groß- Berlins, wonach einem Schlosser, der in einem militarisierten Be- -trieb beschäftigt ist, der Abkehrschein zugesprochen war. Auf Grund dieser Entscheidung erhielt der Kriegsausschuß folgende Verfügung des Oberkommandos: Oberkommando in den Marken. Sect. K. I c Nr. 107 666. Berlin W. 10, den 25. 9. 1918. Biktoriastr. 25. Wie bekannt, habe ich durch Verordnung vom 7. August 1918, Sect. O. Nr. 280 067, den Betrieb der Waffenfabrik der Deutschen Waffen und Munitionsfabriken in Wittenau unter militärische Leitung gestellt. Dabei habe ich allen in dem Betriebe beschästig ten Personen verboten, ohne Zustimmung des militärischen Leiters die Arbeitsstelle zu wechseln. Wie mir gemeldet wird, hat der militärische Leiter den An- trag des in der Wassenfabvik beschäftigten Schlossers...... auf Stellenwechsel abgelehnt. Dessen ungeachtet hat der Kriegs- ausschuß aus den Antrag des.... eine Sitzung auf Donners tag, den 19. d.'M., anberaumt und im Anschluß daran den Ab- kehrschein erteilt. Das war unzulässig, da meine auf§ 9b des Gesetzes über den Belagerungszustand beruhende Verordnung vom 7. August für die Dauer der.MliLarisierung des Betriebes die Bestimmungen des Hilssdienstgesetzes über die Erteilung des Abkehrschetnes durch den Schlichtungsausschuß außer Kraft setzt. Ich verbiete daher in Zukunft dem Kri-egsausschuß für die Metallbetriebe Grotz-Berlins die Abhaltung von Sitzungen, in denen über die Angelegenheiten von Arbeitern militarisierter Betriebe verhandelt werden soll. Ich ersuch«, den Eingang dieses Schreibens zu bestätigen. Der Oberbefehlshaber in den Marken. gez. von Linsingen, Generaloberst. An den Kricgsausschuß für die Metallbetriebe Groß-Berlins, Berlin, Schlegelstr. 2. Ein Beisitzer des Kriegsausschusses sendet uns zu dieser Ver- fügung folgende Bemerkung: Das Oberkommando ist auf Grund des Wortlauts des§ 9b des Gesetzes über den Belagerungszustand zu dergleichen Verfügungen wohl berechtigt. Ob diese Stellung aber dem Sinne des Gesetzes über den Belagerungszustand, besonders des Z 9b, entspricht, ist eine andere Frage. Der Begriff des§ 95 ist genau so dehn- und auslegbar, wie in früheren Jahren der Grobe-Itnsug-Paragraph. Man kaun die Frage aufwerfen, wer von beiden Instanzen der größtmöglichsten Ausnutzung der Arbeitskraft mehr gedient hat. Der Kriegsausschuß wollte mit seiner Entscheidung einem Mann zu einer Stellung ver- helfen, in welcher er seine Fähigkeiten in höherem Maße verwen- den konnte als bisher; das Oberkommando hält dagegen, indem es sich auf die fonuellen Bestimmungen des Gesetzes über den Belage- rungszustand beruft, einen Mann auf einem Platz, wo er seine Fähigkeiten nur zum Teil ausnutzen kann, lieber die formelle Seite des Gänzen läßt sich nur schlecht eine öffentliche Diskussion führen. Deshalb ist die ganze Angelegenheit einem Mitglied des Hauptausschusses des Reichstags übergeben. Da der Hauptausschuß zurzeit gerade tagt, dürfte hier die beste Gelegenheit sein, über diese Frage eine Auseinandersetzung herbeizuführen. In dem gestrigen Bericht über die Vorsammlung der GeWerk- schaftsvertreter ist, wie Genosse Adolf Cohen mitteilt, ein Fehler insofern enthalten, als nicht Herr von Waldow gesagt hat, er glaube schon lange nicht mehr an den Ukraineschwindel, sondern einer der anderen leitenden Herren des Kriegsernährungsamts. Zwang zur Arbeitsannahme in Rustland. Einer Moskauer Meldung zufolge verbietet das Volkskom- missariat für öffentliche Arbeiten den Arbeitslosen, die Arbeit zu vorweigern. Ein Arbeitsloser, der in der Arbeitsbörse registriert ist, hat kein Recht, die ihm in seinem Fach vorgeschlagene Arbeit zu verweigern, falls die Bedingungen dieser Arbeit nicht von dem durch die Berussgenosscnschaft festgesetzten Tarif abweichen. Soziales. Zwifchenfestsetzung der Ortslöhuc. Aus Grund des§ 3 des Gesetzes über die Ermächtigung des Bundesrats zu wirtschaftlichen Maßnahmen hat dieser wiederholt, zuletzt durch die Bekanntmachung vom 3. Juli 1916, die Frist ver- längert, welche für die erstmalige Festsetzung der Ortslöhne nach § 151 Abs. 1 der Reichsversicherungsordnung gilt. Nach§ 151 waren die Ortslöhne zunächst bis zum 31. Dezember 1914 festgesetzt. Alle vier Jahre sollte eine Neuregelung stattfinden. Daraus ist nichts geworden, der Bundesrat hat vielmehr in der erwähnten Bekannt- machung 3. Juli 1916 die Frist, die schon am 31. Dezember 1914 ablaufen sollte, verlängert bis zum Schlüsse des Kalender- jahres, das dem Jahve folgt, in dem der gegenwärtige Krieg be- endet wird. Nun sind die Ortslöhn« aber von jeher weit hinter den tat- sächlich erzielten Löhnen zurückgeblieben, was bei den Leistungen der Träger der Arboiterversicheru'ng ins Gewicht fällt, soweit sie von den"Ortslöhnen bestimmt wurden. Während des Krieges haben sich diese Unterschiede noch gewaltig vergrößert und es brachte die Bekanntmachung des Bundesrats vom 3. Juli 1916 eine nicht zu rechtfertigende Benachteiligung der Ver- sicherten mit sich. Um hiev etwas ausgleichend zu wirken, sind ver- schiedentlich Zwischenfestsetzungen der Ortslöhne vorgenommen worden, wie� sie nach§ 151 der Reichsversicherungsordnung zulässig sind. Hierzu will ein Erlaß der Minister für Handel und Gewerbe und für Landwirtschast, Domänen und Forsten vom 2. August 1918 weiter anreizen, der folgende� Wortlaut hat: Von der allgemeinen Noufestsetzung der Ortslöhne gemäß 8 151 Abs. 1 Satz 1 RVO. unterscheiden sich die Zwischensestsctzun- gen(8 151 Abs. 1 Satz 2) grundsätzlich nicht durch ihren räumlichen Geltungsbereich, sondern nur durch ihre Geltungsdauer. Wie be- reits in dem Erlasse vom 17. August v. F.— III. 5035 M. f. H.— IA. Ia. 12 043 M. f. 8,— ausgesprochen ist, schließt die Bekanntmachung voist 3. Juli 1916(RGBl. S. 658) Zwischenfestsetzungen nicht aus. Alle währenb der Geltung dieser Bekanntmachung von den Oberversicherungsämtern vorgenommenen Ortslohnfestsetzungen stellen sich als Zwischenfeftsetzungen dar. Diese können sich auch auf den ganzen Bezirk des Oberversicherungsamtes erstrecken, wenr allenthalben ein dringendes Bedürfnis nach einer alsbaldigen Neu- regelung der Ortslöhne hervorgetreten ist. Gleichmäßige Zuschläge zu den jetzigen Ortslöhnen können indes nicht in Frage kommen, da die Sätze den örtlichen Lohnverhältnissen, die nicht überall gleich sein werden, angepatzt werden müssen." Die Ortslöhne werden von den Oberversicherungsämtern fest- gesetzt, die vorher die Vorstände der beteiligten Versicherungsan- stalten zu hören hat. Auch die Versicherungsämter haben sich nach Anhörung der Gemeindebehörden und der Vorstände der beteiligten Krankenkassen gutachtlich zu äußern. Sparsame Bauweise. In der Gegend des Münchener Waldsviedhofs will Architekt Franx Börtge Kleinhäuser errichten, die einschließlich Tachstuhl in Eisenbeton gegossen werden. Die Häuser werden in Reihen und Rücken an Rücken gestellt. Der Garton', der zwei Drittel der Bau- fläche ausmacht, liegt vor jedem Hause. Es sollen zwei Haupt- formen hergestellt werden mit je zwei AbWandungen, Frontbreite 6,5 zu 6 Meter und 8,5 zu 6 Meter. Die Haushöhe beträgt bis zum Dachgeschoß 6,6 Meter. Die Dächer werden mit Ziegeln gc- deckt. Die Leitungen für das Gas, Wasser und Licht liegen nickt im Straßcnkörper, sondern werden unter der Hausdoppelreihe selbst, in einen Kanal gemeinsam verlegt, wodurch sämtliche Anschluß- lcitungen wegsallen und viel Geld erspart wird. Auf einen anderen Weg, Kleinwohnungen billig herzustellen, wird in einer von der Heimkultur-Verlagsgesellschaft m. b. H. Wiesbaden herausgegebenen Broschüre„Des Kriegers Weg znm eigenen Heim" verwiesen: auf den Lehmstampfbau. Es wird hier in zweckmäßigerer Forin auf die Bauweise unserer Vorfahren zu- rückgcgriffen. Tatsächlich finden sich ja beute noch Lehmbauten, die Jahrhunderte alt sinh» Wenn sie nicht mehr besonders ein- ladend aussehen, so hängt das wobl weniger Mit dem Material zusammen, aus dem sie entstanden sind, als mit der Vernachlässi- gung, mit der sie behandelt werden, dienen sie doch, wenn sie über- Haupt als Wohnstätte dienen, doch dazu jetzt den Acrmsten der Armen. Daß sich auch im Lehmstampfbau ansehnliche Klein- bauten herstellen lassen, davon legt das erwähnte Heft Zeugnis ab. Nachgerühmt wird dieser Bamveise. daß sie 40— 70 Proz. Ersparnis an Kosten des Mauerwerks zuläßt. Das würde allerdings ganz erbeblich ins Gewicht fallen. Nur darf dabei nicht vergessen werden, daß auch hier unter Umständen das Billige das Teuere sein kann. Jedenfalls bedürfen alle diese neuen Methoden eingehender Prüfung. Zeigt sich dabei, daß sie vorteilhaft sind, würde es ver- kehrt sein, des Althergebrachten wegen sie uicht anzuwenden. Wohnungsfürsorge in Stettin. Di>c Stadtverwaltung Stettins hat beschlossen, zur Behebung der Wohnungsnot eine G. m. b. H. für Herstellung von Wohnungen für die minderbemittelte Bevölkerung zu billigen Preisen ins Leben zu rufen. Die Stadtgemeindc soll dabei aber die Führung des Unternehmens in den Händen behalten, weil sie berufen ist, den Gesichtspunkten des öffentlichen Nutzens und der Gemeinnützigkeit stets den Vorrang vor privaten Jnteressen-Bestrebungcn zu sichern. Zu dem Zwecke wird die Stadt von dem auf 200 000 Mark festge- setzten Kapitäl 101 000 Mar! übernehmen und in dem Aussichtsrat von den geplanten 16 Stellen 9 besetzen. Ferner wurden 6800 Mark zur Einrichtung von Wohnungen in älteren Gebäuden bewilligt. Ebenso bewilligten die Stadtverordneten 300 000 Mark zum Ankauf von Ziegelftoinen für den Kleinwohnungsbau. Weitere 200 000 Mark sollen später noch bewilligt werden. Eingegangene Druckschristen. 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