Ar.STS. SS. Jahrg. ve,»,»»re«Sl »terl«qSdrub.«0«l.«on-rtl URttt. frei Int Hau»,»otou» wtObot-tin jflnf »ummftn 10 üinmift. Cofthejug: ESonoliHS Dom öoitlijoltrt abzuholen ILO Mi.»am BrlelkSger m« Hau» ae« brach!>.s« MI linier Kreuzband>ür Deunchlar d und Oellerreub. llnaarn MI. Ihr da» übrige ilu»Iand b.SO ML monalitdi Srriand m» i>oI6 der dlreile, Sellelluna monail 2,— Mi. voildeilellunge» nehmen an Düne, Marl. Holland Luxemburg. Schweden And dl» Schwei» Singerragen in dt« tioll-!etlung»-Vrei»Nile. Seicheinr täglich. reieoramm-«Idresfe: .Gozraldemobral Oerli*'. Verliner Volksblakk. astjrtnenerct�t XestedengespalteneNolonelzeiiekollet 80 Pfa.„kleine Anzeige»-, da» sellgedruckle Sari 80 Ptg lzulüsstg i sellgedruckle Worte). iede» weilere Wort 18 Psg. Slcllengeluche und Schlafslellennnzergen da« erste Aarl 20 Psg. ied«» weitere Wort 10 Pig. Warle über>8 Suchfladen zühleu sür iwel Sorte Ieuerung»j>lschlgg 80»,» gamillen.Rnzcigen. oaUNiche und aewerltchailllch« Berel»». Anzeigen 70 Psg die geile Anzeigen rLr die nSSiie Hummer mllilen di? Z Uhr nachniillag« im HauvtgekhSsi Serlin SW 0S. Lu'.denllratze 8. ab'egeben werden. tSeüIInel von 8 Uhr irllh hi» 7 Uhr abend». �entrslorgsn der rozialdemokratifchen parte» Dcutfcblandg. Rcöaftien: cK>. 68, Liaöenstrahe Z. Dsrartveecher: Arnr MortAV'.aH, Ltr. llit»v— 15197 €xpcdUten: SV). 68»£lndenfttaße 3. Hsrniveecher. Nmi Mo>-,Uvl>»», 9tr. 151 90— 151 97. ?tir den ® F s dj � w v«Ä x&r v« w&& a � ö � o deutsche Rote an Aillon.- Die neue Regierung per dem Reichstag. Berlin, 5. Oktober. Tie durch Vermittlung der Spruch der Weltdemokratie anKimehmen. Doch restlose Nnterstützuug deS deutschen Volke? zur VoranSsetzm Berlin, S. Oktober. Tie durch Vermittlung der Schweizer Regierung an den Präsideute» Wilson über- mittclte Rote hat folgenden Wortlaut:„Die Deutsche Regierung ersucht den Präsidenten der Bereinigten Staaten von Amerika die Herstellung des Friedens in die Hand zu nehmen, alle kriegführeuden Staaten von diesem Ersuchen in Kenntnis zu setzen und sie zur Entsendung von Bevollmächtigte« zwecks Aufnahme der Verhandlungen einzuladen. Sie nimmt das von dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika in der Kongrcstbotschaft vom K. Januar ti)I8 und in seinen späteren Kundgebungen, namentlich der Rede vom iS7. September aufgestellte P r o g r a m m als Grund- läge für die Friedensverhandlungen an. Um weiteres Blutvergießen z« vermeide«, ersucht die deutsche Regierung, den sofortigen Llbschluß eines allgemeinen Waffenstillstandes zu Lanve, zu Wasser und in der Luft herbeizuführen. Max Priuz von Bade«, Reichskanzler. Wie der Reichskanzler in seiner Rede bereits an- gedeutet hat, steht die Türkei im Begriff, einen gleichen Schritt zu tun. *» * Die neue Regierung Deutschlands hat durch die Ver» nnttlung der Schweiz an den Präsidenten Wilson das Ersuchen gerichtet, die Herbeiführung eines dauern» den Weltfriedens im Sinne seines Pro» g r a m m s in die Wege zu leiten, sie hat sich zu Friedensver- Handlungen auf Grundlage der vierzehn Punkte vom 8. Januar und der Rede Wilsons vom 27. September bereit erklärt. Diese Note weltgeschichtliclier Bedeutung ist in der Nacht vom 3. aus den 4. Oktober abgegangen und muß sich in diesem Augenblick schon in den Händen Wilsons be- finden. Das ist das Weltereignis des 5. Oktober, das unter den furchtbarsten aller Kriege tatsächlich den Schlußstrich setzt. Die Vor besprechungen über die Einleitung der Friedensver- Handlungen können sich vielleicht noch eine Weile hinziehen und in dieser Zeit können die Flammen des zusammenbrechen- den Weltbrandes noch einmal hoch emporschlagen, doch würde durch solches Versäumnis nur unnütz Blut vergossen, an dem Ergebnis des Weltkriegs nichts wosentliehes mehr geändert werden. Wird der Vorschlag der deutschen Regierung, wie er ist, angenommen, so wird der Waffenstillstand ans allen Kriegsschauplätzen die unmittelbare Folge sein. .Die Ansprache des ReichStagsprästdenten, di« unter den fetzigen Verhältnissen einer Regierungshandlung nahe zu setzen ist, hat die Lage, die sich jetzt am Ende des Krieges er- gibt, klar genug gekennzeichnet. Ihr Inhalt läßt sich knapp dahin zusammenfasten, daß der Bund der Mittel- mächte im Verfall begriffen ist, während die gegen uns vereinigten Weltmächte noch fest zusammenstehen, und daß die langsame Rückwärtsbewegung unserer ungebrochenen West- front trotz aller Zuversicht in ihre unerschütterliche Widerstandskraft mit Sorge betrachtet wird. Die Mitteilungen, die der neue Reichskanzler in seiner Rede machte, find als Schlußfolgerungen dieser Sachlage anzusehen. Oder genauer ausgedrückt: die wenig gün- stige Kriegslage hat im Reiche endlich jener Richtung zum Durchbruch verholfen, die von Anfang an den Schutz der Freiheit des deutschen Volkes als ihr einziges Kriegsziel betrachtet hat. Hätte diese Richtung, deren Kerntruppe die deutsche Sozialdemokratie ist. zu deren Vorkämpfern aber auch der neue Reichskanzler zählt, von Anfang an dos Staats- rüder in Händen gehabt, so hätte sich der Abschluß des Krieges voraussichtlich schon früher,:n günstigerer Kriegslage, herbei- führen lassen. Wenn jetzt die unleugbare Gefahr besteht, daß die Durchführung ihres Weltfriedensprogramms dem Reich schmerzliche Opfer auferlegen wird, so liegt die Schuld bei jxnen Einsichtslosen, die den Berständigungsfrieden mit der Parole des Siegfriedens bekämpften und sich lieber als von den eigenen Volksgenossen von den Gegnern über den verhängnisvollen Irrtum ihrer Auffassung belehren ließen. Nur ein innerlich erneutes Deutschland konnte sich dazu verstehen, zur Schlichtung des blutigen Völkerstreits den Spruch der Weltdemokratie anzunehmen. Doch will der Begriff der Weltdemokratie richtig verstanden sein. Eine ungeheure Mehrheit der Völker hat sich gegen das deutsche Volk vereinigt, und dieses ist bereit, die Mehrheit anzuerkennen. Wahre Demokratie im Staat und zwischen den einzelnen Staaten ist aber nur dort, wo das Recht de? Einzelpersönlichkeit nicht durch den Mehrheitswillen verge- waltigt wird. Die Rechte der Menschen sind das Grund- gesetz der Demokratie i m Staate, die Rechte der Völker das Grundgesetz der Demokratie zwischen den Staaten. Menschenrechte und Volksrechte können durch Mehrheitsbe- fchluß nicht aufgehoben werden, ohne daß die Demokratie sich selbst negiert, jede durch Mehrheitswillen vergewaltigte Einzel- oder Volksperlönlichkeit bat um der Demokratie selbst willen die Notwehrpflicht der Verzweiflung. Eine loyale, von wahrhaft demokratischem Geist erfüllte Durchführung des amerikanischen Weltfrie- densprogramms würde, wie wir im Lauf der Jahre unzähligemale auseinandergefetzt haben, für das deutsche Volk kein Nachteil, sondern ein Vorteil sein. Kein höheres Ziel kann das deutsche Volk locken, denn als freies Volk unter freien Völkern einer sicheren, von neuen Kriegsleiden ver- schonten Zukunft entgegenzugehen. Ist die Erreichung des Zieles gesichert, so sind, wie hier gleichfalls schau unzählige- male gezeigt worden ist, alle anderen Fragen Streitpunkte zweiten Ranges. Der Friedensschluß kann dann dem Volks- gefllhl wohl Wunden schlagen, er wird aber die Kraft in sich tragen, diese Wunden zu heilen. Hat die demokratische Friedenspolitik Wilsons im beut- sehen Volke keine Gegner mehr, oder wenigstens nicht mehr solche, die ihr schaden könnten, so darf die Gegnerschaft, die sie im Ententelager selbst hat. in dieser kritischen Stunde ! nicht übersehen werden. Der Widerstand, den unsere Armee im Felde leistet, gilt in keiner Weise mehr der Weiddemokratie, er gilt nur noch ihren Gegnern, den Imperialisten des Aus- lands, und solange diese noch nach der Zerschmetterung des deutschen Volkes schreien, darf er nicht erlahmen. Den Arbeitern, die wissen, was ei heißt, einen Streik abbrechen, braucht kaum näher auseinandergesetzt werden, was es heißt, einen Krieg abbrechen. Man geht nicht l eher in die Werkstatt, als bis zwischen den Vertretern beider j Teile eine Einigung zustandegekommen ist, man macht Schluß, wenn der Streik abzubröckeln beginnt, aber man vermeidet es, in aufgelösten �msen zur Arbeit zurückzukehren. Das- selbe gilt vom Krieg. Wird er abgebrochen, dann heißt es, mit geschlossener Front in den Frieden gehen. Heißt es, die kurze Spanne Zeit noch aushalten, bis die Einigung erzielt ist, heißt es, Disziplin und Ordnung wahren bis zum letzten. Daß den Russen die moralische Kraft dazu fehlte, | war ein Verhängnis, und aus ihrem Fehler wollen wir lernen. � Die Auflösung der russischen Disziplin hat erst den vor- übergehenden Sieg der deutschen Jmverialishen zur Folge ge- habt. Die Auflösung der deutschen Disziplin würde nur einem gegnerischen Imperialismus zu Hilfe kommen, der nicht so leicht vergänglich wäre. Nachdem der Neichstagspräsidcnt Fehrenbach dem Friedens- schritt der deutschen Regierung die Billigung des Reichstags ausgesprochen hatte, hat der Abg. H a a s e namens seiner Frak- tion dasselbe getan. Das berechtigt zur Zuversicht, daß kein Mann und keine Frau im Volke daran denkt, der von der Re- gierung unternommenen Aktion in den Rücken zu fallen. Wenn Haase in dem deutschen Friedensschritt weiter eine nachträgllckx Rechtfertigung der von ihm und seinen Freunden betriebenen Politik erblickt, so befindet er sich fteilich im Irrtum. Die Tatsache ist doch festzuhalten, daß die erste Regiernngs- Handlung während des Krieges, die den Beifall der Unabhängi- gen findet, von der ersten Regierung unternommen worden ist, in der Sozialdemokraten fitzen, daß diese Handlung sofort nach dem Eintritt der Sozialdemokratie in die Regierung erfolgt ist. Haase hätte also alles tun müssen. waS er konnte, um der politischen Vertretung der Arbeiterschaft, der Sozialdemo- kratie, so rasch wie möglich zur Macht zu verhelfen. Er hat das G e g e n t e i l davon getan, und daS war sein politischer Irr- tum gewesen. Der neue Reichskanzler hat denn auch offen ausgesprochen, daß er seinen großen Schritt erst unternehmen konnte, nach- dem Vertrauensmänner der Arbeiterschaft zu den höchsten Aemtern im Reiche gelangt waren. Diese einfache Feststellung dokumentiert den Charakter der deutschen Soziab demokrafie als der kämpfenden internationalen Friedend Partei Deutschlands auf die vollkommenste Weise. Wenn der Erfolg das Werk krönt und wenn sich das deutsch? Volk alsbald als Mitglied eines freien Völkerbundes i m Frieden wiederfindet, dann kann die Sozialdemokratie auf ihr Werk mit Stolz zurückblicken. Sein Gelingen aber hat die restlose Nnterstützung de? deutschen Volke? zur Voraussetzung. Eine unklare Gcfühlspolitik von rechts, die die N o t w e n d i g- keilen der Zeit verkennt, und eine unklare GesühlSpolitik von links, deren Ungeduld den Erfolg nicht erwarten kann, würden es in gleicher Weise gefährden. Dies auszusprechen ist notwendig, obwohl unS in diesem Augenblick nichts ferner liegt als Lust am Streit. Der ersehnt: Zeitpunkt rückt greifbar nahe, in dem die Deutschen mit Franzosen, Engländern und Amerikanern wieder Frieden schließen werden. Und da sollten wir deutschen Arbeiter ein- ander an die Kehle fahren, weil wir über die Frage, wie der Krieg am besten zu beenden sei, zeitweilig verschiedener Mei- nung gewesen sind? Bald werden sich die Gefängnisse öffnen, die volle Freiheit der politischen Meinung wird hergestellt sein, und man wird Volksgenossen, die auf anderen, nach eigener Ansicht verfehlten Wegen das Wohl des Ganzen gesucht haben, nicht mehr als„vaterlandslose Gesellen" ächten und verfemen! Zugleich wird der Uebergang zur Friedens- Wirtschaft die Arbeiterklasse vor die ungeheuersten Probleme stellen, die nur un Geiste deS Sozialismus, der sozialen Solidarität gelöst werden können. Der Auf- Hebung der politischen Rechtsuntcrschiede zwischen Menschen und Völkern muß die Aufhebung der gesellschaftlichen K las s c n u n t e r s ch i e d e folgen. Diese Aufgabe wird die ganze Hingebung der Arbeiterklasse ersördein. Drum laßt in werdender neuer Welt unnütz Erinnern, vergeblichen Streit be- graben sein!_ Die KeichstagsMung öes S. Oktober. 132. Sitzung, Sonnabend, 6. Oktober 1918, nachmittags b Uhr. Am BundeSratStische: Reichskanzler Prinz Maxvon Baden, hinter ihm stehen Scheidemann, Gröber, Bauer. Neben ihm v. Payer, Dr. Solf,». Roedern,#, Stein, Dr. Fried- berg, Drews usto. Präsident Fehrenbach: Seit wir am Ib. Juli voneinander geschieden sind, haben sich Trcignisse zugetragen, die uns Sorge bereiten. Unser« West- arme« ist nach einer stürmischen Offensive in die Defensive und eine langsame Rückwärtsbewegung überncganaen. Seit Wochen stürmen immer neue Scharen unserer Feinde und ihrer zahlreichen Hilfsvöltcr gegen den von unseren tapferen Truppen(Beifall) gebildeten Wall. Wir sind der festen Zuversicht, daß es auch in Zukunft den feindlichen Angriffen nicht gelingen wird, diese SchutzrocHr zu durchbrechen, dank dem Heldenmut der Söhne aus allen Gauen des Vaterlandes, die das Beivußtsein stählt, dort auf fremdem Boden Herd nnH Heimat zu verteidigen. Den tapferen Kriegern gilt unser Gruß und der heiße Dank des Bater- landc».(Lebhafter Beifall.) Im Osten haben di« Heere unserer verbündete« Bulgaren und Türke« schwere Niederlagen erlitten. Bulgarien ist ans dem Vicrbuude ausgeschieden und hat mit seinen Gegnern einen Waffenstillstand geschlosie«. Im Innern hat Graf Hertling die erbetene Entlassung aus dem Amte des Reichskanzler» erhalten, nachdem er dasselbe nicht ganz ein Jahr verwaltet hatte. In hohen Jahren ist er dem wiederholten dringenden Rufe des Kaisers gefolgt, und hat, vom Vertrmmn der Mehrheit des deutschen Volkes getragen, eine politisch« Neiiorientiernna in die Weg« zu leiten versucht. Ucber- gangSzeiien tragen� in ihrem Schöße immer Schwierigkeiten: sie sind auch dem Grafen Hertling nicht erspart geblieben. Da er sie nicht mehr meistern konnte, schied er; aber hoch soll es seiner poli- tischen Weisheit und seinem vaterländischen Sinn angerechnet werden, daß er die neuen Wege, die er selbst nicht mehr begehen konnte, anriet und ebnete. Der ReichMaa wird dem vornehmen, liebenswürdigen Wesen, der abgeklärten Weisheit und dem hohen Pflichtgefühl de? Grafen Hertling immer warme Anerkennung und ihm selbst ein treue« dankbares Angedenken bewahren. vor«n» steht st, mannigfacher Veränderung eine neue Regierung, an ihrer Spitze als Kanzler Sein« Hoheit PrinzMaxdonBa» den Ei« werden es mir nicht verdenken, wenn ich der Mann aus dem badischen Volk auf dem Präsidentenstuhl, dem Sproß des badischen Fürstenhauses am Reichskanzlerplatze di« wärmsten Heimat- lichen Gefühl« der Genugtuung und Freude ausspreche. In Ba- den hat der Onkel unseres jetzigen Kanzlers das Wort gesprochen. daß es keinen Gegensatz gebe zwischen Fürsten- und VolkSrecht; in anderen deutschen Landen ist der gleiche Ge- danke in die Worte gefaßt worden, daß der Oberste im Staate sein Erster Diener sei. Bon der neuen ReicbSleitung erhoffen wir zuversichtlich, daß sie in steter inniger Fühlungnahme mit dem Volke und nur auf dos Wohl des Volkes bedacht, ihres hohen und schwie- rigen Amtes walten möge.(Lebh. Beifall.) Eine neue Zeit ist im politischen Leben deS deutschen V0IZ0S angebrochen. ES ist selbstverständlich, daß manche Kreise im Hinblick auf lue Groß- Jakv tict Kctgcmprrtjci}, Fhfcnt bewein krWH. ss so. iCar abs(chnenö gegenüder�chelu Wir erhoffen Von den Leistungen der nentn Zeit tijw Mtfoljnenbe und klirrende Wirkung. Idre zGÄburtZjtätte ist geheiligter Loden: ba4 SchUzchifeld und der DchützengraÄen, die Hein: ische ArbeitSsväite. wo jede? deutsche Mann ohne Unterschied alles, Eue und Mut, dran gidt für de» �atcrlanded Rettung.(Beifall.) Der llkrrme des neuen Kt a n z l e r S hat einen guten K krieg in der gaq,«« Welt.(Bei- .fall.) Seine freiheitliche Tenkungsart. sein hnuiisaer Sinn, sein /öertrauen zur Menschh üt, daZ er auch in diesen KriegZjahren glicht verlor, sind solide>?'>r-undlagen seönc? künftigen Wirksamkeit. (Beifall.) Bielen im Kriege schwer Heimgesucht cm, Vortvun» Feten unld Gefangenen, ist er tu warmer Teilnahme nahe» .gekommen und lkv. sich dadurch Dankbarkeit nicht hlotz im .eigenen Bolf:, sondern auch bei den Feinden erworben.(Bei- fall.) Da? Wird seinen«u-f den Frieden und die Versöhnung der Böller gerichteten Nestrebungen fördk-rlich se.n.(Beifall.) Möge Gottes Segen auf der Nrheit der neuen Neg'ieriii� und tdr» Nteichstagcs ruhen I(Lebhafter Beifall.) Das Haus triit darauf in die Tagesordnung ein. Ein- ztger Punkt der Tagesordnung ist: Entgrgennachme von Mittel- stungen des. Herrn Reichskanzlers. Präsident Fehrci-t-ach erteilt d«m Raichsranzkee da» Wort. Reichtkanzlrr Prinz Max von Ladrn: Gemäst dem kaiserlichen Erlaß vom 30. Sepieinber hat« das Deutsche Reit,}«in« grundlegende U m g« st a l 1 n n g seiner politischen Leitung erfahren. NlZ Nachfolger des um fein Vater- chand aufs Höchste verdienten Grafen oon Hertlinq bin ich von Seiner Majestät dem Kaiser an die Spitze dar neuen Regierung ibcrufen worden. Es entspricht dem Wesen der nunmehr de. uns eingeführten Negicrungsiveise, daß ich dem Reichstage ohne Verzug vor der Oeffeirtiichkeit die Grundsätze batiege, nach che neu ich mein verantwortun-gSschwere» Amt zu führen gedenke. .Diese Grundsätze sind, bevor ich mich zu der Uebernahm« der Kanzlcrgeschäfte entschlvsfen, im Einvernehmen mit den derttfln- cheten Regierungen und mit de» Fiihreri, der Mchrhuitsparteie» chieseS-Hcchtn Hauses festgelegt worden. Sie enthalte» mtihin nicht nur mein eigenes politisches GinübensbekenntttiSU sondern auch da? ixrS-tvcit überwiegenden Teiles der deutschen VMsvertre- hunz, also der deutschen Nation, die den Rrichipag auf .Grund de» allgemeinen, gl« üben und geheimen Wahlrechts noch ihrem Wunsche zusaniw, angesetzt hat. . Rur die Tatsache, dtrtz ich die U-Kerzertgurrg und de« Willen der NIehrdcit de* Volke» hinter mir weist, hat nrir die Kraft gegeben, in de? schweren .und ernsten Zeit, die wir miteinander erleben, die Leitung der Reichs, resckmfte auf mich zu nehmen. � Die Schultet eines einzelnen wären zu schwach, mn allem die ungeheure Verant- pvorttung'tragen zu rönnen, die der Regieruirg in der Gegen- )vart zufällt. Nur wenn das Volk em der Bestimmung seine» .Geschicks im weitesten Umfange tätigen Anteil nimmt, die Ber- antwortlichkeit sich also mit auf die.Mehrheit fdnet frei erwählten politischen Führer erstreckt, kann der leitende Staatsmann seinen plnteil an ihr im Dienste de» Volkes und BaterlaudeZ mit Zu- persicht überncklimeu. , Der Entschlust, ldie? zu tun, ist mir blonder S dadurch er- heicht.rt tiwrden, oast in der neuen Regierung auch mastgebende VertnmenSmönner der Arbeiterschaft zu dm höclrsten Acmtern im Reiche gelangt sind. Ich sehe darin die sichere Bürgschaft dafür, d-atz die neue Regierung von dem /festen Vertrauen der breiten Massen de» Volke»' getragen ist, ohne besten uderzeugungstreiw Gefolgschaft jhr gmtje» Handeln von vornherein zum Mistlingen verurteilt wäre. WaS ich heute hier ausspreche, sa.re ich also nicht nur in pneinem Namen und in d.rn meiner amtlichen Mitarbeiter, son- Hern auch im Rainen de» deutschen Volke». Das Programm dee M e h rh e i tßp art ri»», ans die ich mich stütze, enthält zunächst ein Vekenntn!» zu dee Nnt- wort der friiheern Neichsrrgicrung auf die Note beS Papste» von 1. August 3917 und die bedingungslose Zustlmmun, ,v»er E»t. schlirßung drS SlrichStageS vom IS. Juli desselben JahrrS. E» bekundet ferner dir Bereitwilligkeit, sich einem allgemeinen Bunde der Völker auf Oirund der Gleichberechti- gung aller, also der Starken und Schwachen, anzuschliehr«. Dir Lösung der viel umstrittenen belgischen Frage sieht es in der völligen Wiederherstellung Belgien», insbesondere seiner Unabhängigkeit und seine» GebietSumsangrS. Auch eine Verständisnn,»ber die EntschädignngSfrage soll angestrebt werden. Die bisher geschlossenen Friedensverträge will da» Programm zn keinem Hindernis für den»llgrmrinen FriedenLschlnst werden lassen. Es strebi im besonderen an, bah sich in den baltischen Ländern, in Litauen und Polen, alSbald auf breiter Grundlage Volksvertretungen bilden. Da» Anstondekommcn der dazu nötigen Voraussetzungen wollen wir ohne Ber««» durch die Einführung von Ztvilvrrwaltungrn fSrdcr«. Ihre Berfaflung und Ihre Beziehungen zu den Nachbarvölkern solle« jene Gebiete selbständig regeln. In der inneren Politik habe ich durch die Methode, in dm sich die RegimrngMldung voll- zog. klar« und feste Stellung genommen. Aus meinen Vorschlag sind die Führer der MeheheitSparteien zu meinen unmittelbaren Ratgebern beruien worden,-tctne Herren, ich war der Ueberzeugimg. dast die Einheitlichkeit der ReieltSleitunq nicht nur gewährleiftet werden sollte dncch die bloss schwnatische Pvticizugehöriakeit der einzelnen Rechcrunas- Mitglieder, son-bern ich hielt für fast noch wichtiger d,e Eitcheitlich- keil der Gesinnung. Von diesem«rsichlSpnnkte Rn ich ausgegangen, auch lm der Wahl meiner Mitarbeiter, die nicht dem Parlament angehören. Ick? habe das grosst« Getvickst darauf gelegt, daß die Mitglieder der neuen ReichSleltnng auf dem Standpunkt de« Recht»- frieden» stehen, unabhängig von der Kriegslage, dast sie sich zu die- fem Eiandpuuft auch ösfentlich bekannt baden in einem Zeltpitnkt, Zw wir auf dem Höhepunkt unserer militärischen Erfolge Meine Hemm?, ick, bin überzetigt. das? die Art, w der setzt die Reichsleitung unter Mitwirkung d«S Reichstag»«bildet worden ttt. nicht edva» Vorübergehende» darstellt, enid dast im Frieden eine Regirrung nicht wieder ge- bildet werden kann, die stck, nicht stützt auf den Reichstag und die nicht au« ihm fitkrende Männer entnimmt. Der Krieg hat un» über da» alte, vielfach zemsiene Parteileben hinausgeführt, das eS so sehr erschwerte, einen einheitlichen, entschlossenen, politischen Willen zur Durchführung zu bringen. Mehrheitsbildung heistt po- litifche Willensbildung, und ein unbestreitbares Ergebnis he? Krieges ist. dast in Deutschland zum eisten Mal gross? Parteien sich zu einem festen, einheitlichen Programm zusammengeschlossen haben und damit in die Lage gekommen sind, da» Schicksal des Volke» von sich auS mitzubestimmen. Dieser Gedanke wird niemal? erlöschen,(Beifall links und im Zentrum), diese EiiMncklung nie. mal» rückgängig gemacht werden.(Erneuter Beifall lim? und fM Zentrum.) Dabei verkraue ich, dast. solange Deutschlands Geschick von Gefahren umbrandct ist. auch die austerhalb der Mehrheit flehenden Volkskreise und deren Vertreter, die nicht der Reichs- leitung angehören, alle? Trennende zurückstelkn und dem Vnier- lände geben. waS ihm heute gebührt. Diese Entwicklung macht eine Acnderung unserer Verfassung»- rechtlichen Vorschriften im Sinne des KeiiferUchcn Erlasses vom 80. September erforderlich, die e» erinöglicht, dast diejenigen Mit- glieder de» Reichstag», die in die Reichsleitung eintreten, ihren Sitz im Reichstag bebakten.(Bravo link» u. t. Zentrum.) Mn« enkfpttffende Sorkage kst dem SundeSrvk M>«gangen unb wird Ihrer Boschinstfassung unverzüglich unterbreitet ioeröen.(Er- rie uier Beisall.) Mein« Herren! Bleiben wir eingedenk der Worte die der Kaiser com 4. August 3S34 gesprochen hat und di« ich im Dezeml-er vorigen Jahre» in Karlsruhe in die Worte fassen durfte: Wohl gibt es Parteien, Ober eS find alle» Deutsche.(Beifall.) tlnier dem Zeichen diese» ltaiserworteS muh sich auch die völkische Entwick- lung in dem führenden, deutschen Bundesstaat Preusten vollziehen (lek'hafte Zustimmung tinkS) und die Botschaften des Königs von Preusten, di«, »«» demokratische Wahlrecht versprechen, schnell und resilrS erföllt werden. OLeMakter Beifall links.) Die preustische WahlreckckSfrage ist bei der überragenden Stellung Preustens«nie teuisck>e Frage(Zustimmung links unD im Zentrum), und ich zloeifle nicht, dost auch die Bundesstaaten, die in der Entwicklung ihrer oerfaisungSmästiaen Zustände noch zurückstehen, dem preußischen Beispiel eulschlossen folgen wer- den.(Beifall links.) D»bei haste ich unerschütterlich fest an den föderativen Grundlagen des Reiches, als eines Bund«»- ftvates, dessen einzelne Glieder ihr inneres verfassungSleben in voller Selbständigkeit bestimmen, ein Recht, auf das auch LilseH Lothringen vollen Ansuruck, bat.(Beifall links und im Zentrum.' Die Selbständigkeit und Vielseitigkeit des Leben» in den einzelnen Bundesstaaten, da? enge treue Verhältnis, das jeden Deutschen mit seiner Heimat und seinen LandeSherrn verbindet, sind die Eiie Ifen, aup denen die unbeschreibliche Kraft, die Vaterlandsliebe und jDpfersrmdigkeit des deutschen Volkes während des ganzen Krieges geflossen sind.(Lebhafter Beifall.) Durch die ganz« Kriegszeit haben sich die Klagen hindurch. gezogen über di« Handhabung des vclagerungSzustende». Sie haben trennend und verbitternd gewirkt iwd die freudige Mitarbeit an den schweren Aufgalen der Kriegszeit gehemmt. lSehr richtig!) Bis auf weite r«S können, wie das Beispiel aller krieg- führenden Staaten lehrt, die austererdentlichten Machtbefugnisse nicht entbehrt werden, di« der Belagerungszustand verleiht. Aber e? muh ein enge» Verhältnis zwischen dem Militär und den Zivilbebörden hergestellt werden, das es ermöglicht, dast in allen, nicht rein militärischen Angelegenheiten, also besonders cuf dem Gebiete der Z e n s n r. des Vereins- und V e r s a m m- lungswefens, die Gesichtspunkte der zivilen VerwaltungS- behörden moügcbend zur Geltung kommen und daß die Entschei- dulkg letzten Endes unter die Verantwortlichkeit de» Reichskanzlers gestellt wird.(Lebhafter Beifall links und im Zentrum.) Z« diesem Zweck nckrd ein Befehl des Kaiser? an die Militär- befehlshaber er«hen und die Kaiserliche Verordnung vom 4. Dezember 1916 unverzüglich entsprechend ausgebaut werden. Mit dem 80. September 1918, dem Ta« de» Erlasse», beginnt eine neue Epoche in Teutschland» innerer Geschichte.(Beifall links und tm Zentrum.) Tie innere. Politik, die damit in ihren Grund- zügen vorgezeichnet ist, ist von entscheidender Bedeutung für die Frage über Krieg und Frieden.(Sehr richtig!) Die Stoß- kraft, die die Regierung in ihren Bestrebuneten um den Frieden bat, hängt davon ab. hast hinter ihr«in einheitlicher und fester, unerschütterlicher Volkswille stecht. Nur wenn die Jeirtde fühlen: das deutsche Volk steht geschlossen hinter seinen verantwortlichen Staatsmännern, nur dann können Worte zu Taten werden. lVeifall links.) Die deutsche Regierung wird bei den FrkedeitSvee- Handlungen dahin wirken, daß tn dir FriedenSverträgi Vorschriften über Arbeitcrschntz und Nrbkiterversicherun» aufgenommen werden.(Beifall links und tm Zentrum) welche die vertragschließenden Regierungen vervHichten, in- ren Ländern binnen einer gemessenen Frist' ein Mindch-nah elriKartige» oder doch«lrichwert>iier Einrichtungen zur Sicherung von Leben und Gesundheit sowie zur V e r s o- g v n y d e Arbeiter bei Krankheit, Unfall und Invalidität zu' sen. Ick reck. na?>ch der Vorbereitung aus den sachkundigen iü a t der L r b et te r- verbände sowohl wie der Unternehmer. Solaug« noch deutsche Volksgenossen in Gefangenschaft sind, werde ich mich um die warm« Fürsorge für ihr Wohl mit allen Kräften bemühen.(Alkseitiger Beifall.)' Auch der in unserer Gefangenschaft lebenden Feinde werde ich mich in gerechter Weise fürsorgend annehmen.(Erneuter Beifall). Mein« Herren! Ich bin übe-rzeugt, daß diese? Programm, von dem ich nur die Grundzüge dargesicllt habe, den Vergleich mit allen fremden RegicrunkSgrundsiitzen uuShiilt. Noch näher auf Einzelheften einzugehen, scheint mir heute nicht angebracht. Tie Beratungen, die wir vor dem Zustandekommen der neuen Regie- rilng gepflogen haben, sind zwar selbstverständlich viel mehr in die Tiefe gegangen, als ich O, neiner knappen Zusammenfassung der wichtigsten Punkte heute hier wiederzugeben vermag. Ich glaube aber andererseits auch, dast dem Hohen Haufe jetzt gar nichts daran gelegen ist, meine Auffassnng dieser Nebendinge kennen zu lernen. Da? Entscheidende ist. wenn ich die Lage richtig erfasse, meine Auskunft über den allgemeinen Geist der neuen Regie- r u n g. Denn jeder, der diesen richtig versteht, kann ohne weitere? daraus folgern, wie die Reichs'cnung sich zu den schwelenden Ein- zelfragen stellt. Ich bin ja auch selbstverständlich gern bereit, dein Reichstage darüber bei spateren Gelegenheiten noch genaueren Aus- schluh zu geben. Von uumfttelbarer Wichtigkeit sind jetzt die Folgrningr«, die die neue Reichsleitung in der kurzen Zeitspanne ihres bisherigen Daseins praktisch ans der Lage, die sie vorfand, und auS der Nutz« amocndung ihrer politischen Grundsätze aus diese Lag« gezogen bat. Mehr als vier Jahre deS blutigsten Ringens gegen eine Welt von zahlenniästig überlegenen Feinden liegen hinter uns; Jahre voll schwerster Kämpfe und schmerzlichster Opfer. Ein jeder von unS trägt seine Narben, nur allzuviele sogar noch osiene Wunden— sei es im verborgenen Grunde der Seele oder an seinem opferbereit für die deutsche Freiheft auf dem Cch-lacktfelde preisge- gcbenen Körper.(Sehr wahr!) Trotzdem aber sind wir starken Herzens und voll von zuversichtlichem Glanbens an unser« Kraft, entschlossen, für unsere Ehre und Freiheit und für da» Glück unserer Nachkommen auch noch schwerer« Opfer zu bringen, wenn r» unabänderlich ist.(Stürmischer Beifall.)-Mit tiefer, Heister Dankbarkeit gedenken wir unserer tapferen Truppen, di« unter glänzender Führung wäbrend des ganzen Kriege? fast Uebermenschlichr» geleistet haben und deren bisherige Taten sicher verbürgen, dast unser aller Schicksal auch fernerhin in guten zu- derlässigen Händen bei ihnen liegt.(Ledhafter allseitiger Beifall). Im Westen tobt seit Monaten eine einzige ssurchtlvt?« men- fcheitmtrtdfnde Schlacht. Dank dem unvergleichlichen Heldentnni unserer Armee, da» aiS unvergänglichst» Ruhmesl'lati in der Ge- schichte des deutschen Volke? fortleben wird für alle Zeiten, ist d i e Front ungebrochen. Dieses stolze Bewuhtsein läßt uns mit Zuversicht in die Zukunft sehen. Das Lrkeöeneangebot an WUson. Gerade weil wir von dieser Gesinnung und Ucbcrzeiigimg beseelt sind, ist f» aber auch nttferc Pflicht. Geimhbcft darüber herbei m- führen, dast dos opfervolle blutige Ringe» nicht einen einzigen Tag bi» ftbet den Zeitpunkt hinaus geführt wird, wo un» ei» Abschlitst de« Kriege» möglich erscheint, der nnicre Ehre nicht berührt. Ich habe deshalb auck nicht erst bis nim hemigen Tage gewartet, rve ich handelnd zur Förderung de» FrirdenSgedankenS ciiigrisf.(Beifall.) Gestützt auf daS GinverstitndniS aller dazu be- rufcncn Stellen im Ncich und anl die jjnstimmttnfl der Ncincinsam mit uns handelnden Bundesgenossen habe ich in der Nacht zum kl. Oktober durch die Bermittluni, der Schweiz an den Präsidenten der Bereinigte» Staaten von Amerika eine Note gerichtet, in der ich ihn bitte, die Herbeiführung des Friedens in die Hand z« nehmen nnd hkerz« mit allen kriegführenden Mächte« in Verbindung zn treten. sBewcgnng.) Die Note trifft schon heute oder morgen in Washingtom ei«. Sie richtet sich an den Präsidenten der Vereinigten Sraate», iveil dieser-n seiner Kongretzbotfchaft vom 8. Jaanar und in seinen späteren Kundgebungen, besonders auch in seiner Nein Horter Rede vom 2i. September, ein Programm für den allgemeinen Frieden aufgestellt hat, das u-ir als Grandläge für die Verhandlungen an- nehmen könne«. Ich habe diesen Schritt auf dem Weg« zu dar Erlösung nicht mir Deutschlands und seiner Verbündeten, sondern der g« s o nt- te n, seit Jahren unter dem Kriege leidenden Menschheit auch des- halb getan, weil ich glaube, daß die auf das künftige Glück der Völker r 7 ieten Gedanken, die Herr Wilson vertritt, sich völlig mit den allgemeinen Vorstellungen in Einklang befinden, in denen sich auch die neue deutsche Regierung und mit ihr die weit überwiegend.e Meh! Veit unseres Volke» bewegt.(Zustimmung bei der Mehrheft.') Wo? mip selbst betrifft, so können meine früheren, vor ein«» anderen vorcrtrcis achallenen Reden bezeupen. daß sich in der vor- stcllung, die ich von einem künftigen Frieden hege, keinerlei Wandlung in mir vollzogen hm. seitdem ich mit der Führung der N-ichdgefchärte becrustragt, worden bin.(Zustimmung.) Was ich will, ist ein ehrlicher, dauernder Friede für die gesamte Menschheit, und ich glaube daran, dast ein solcher Friede zugleich auch der festeste Schutzwell für die künftige Wohlfahrt unseres cige. neu Vaterlandes wäre.(Beifall link» und im Zentrum.) Zwifcheu den nationalen und de» mternationaleu Pfiichtgeboten sehe ich deshalb mit Sw, 3»(t auf den Friede« keinerlei Nnterschicd.(Sehr richtig! links.) Da» Entscheidende liegt für mich ausschließlich darin, daß diese Gebote von allen Beteiligte« mit derselben Ehrlichkeit als bin- dcnd anerkannt und geachtet werden, wie das von mir und den an» deren Mitgliedern unserer neuen Regierung gilt.(Beifall links.) So seh« ich denn mft der inneren Ruhe, die mir mein Gewissen als Mensch und ol» Diener unseres Volkes verleiht und tue sich zu- gleich auf das feste Vertrauen zu diesem großen, treuen, jeder Hm- gebung fäbigcn Volk und seiner ruhmvollen Wehrmacht zründet. dem Ergebnis der ersten Hrnidhrug entgegen die ich als leitender Stv-.ftSmann des Reiches unternommen habe. Wie otefeS Ergebnis auch ausfallen möge: ich weih, daß es'Deutschland fest ent- schlössen und einig finden wird, soivohl zu einem red- lichen Frieden, der jede eigensüchtige Verletzung fremder Rechte von sich weist, aiS auch zu dem Endkampf auf Leben und Tod, zn dem imsrr Bvlk ohne eigenes Verschulden gezwungen wäre, wenn die Antwort der mit nn» tm Kriegr stehende« Mächte auf unser An- gebot von dem Willen, un» zu vernichten, diktiert werden sollte. (Lebhaste Zustimmung.) Kein Zagen befällt mich b« dem Ge- danken, dah dieses zweite Ergebnis eintreten könnte� denn ich kenn« die Größe der gewaltigen Kräfte, die auch jetzt noch in un- serem Volle vorhanden sind, und ich weih, dah die unwiderlegliche Ueberzeugunsp um gar nicht» weiter als um unser Leben als Ra» tion zu kämpfen, dies« Kräfte- verdoppeln würde.(Ledqafter Bsk- fall.) Ich hoffe ober um der gesamten Menschheit willen, daß der Präsident der Vereinigten Staaten unser Angebot so auf» nimmt, wie wir e. S meinen. Dann wäre die Tür zu einem laldigen ehrenvollen Frieden des RrchrrS und der versdhunn», sowohl für unS wie für unsere.Gegner geSjfnet.(Lebhafter stür- mifcher Beifall.) Präsident Fehrcnbach: Die hrchbedcutsameu Ausführungen de? Re:chl!kanzleS"Sa<-di«'-—sm innere und äuher« Politik werde» Gczie»stmch eingehender Erörterungen in unserer, näuüicn«itzungstagen sein. Aber auf das Friedens-/! gebot der neuen Regierung an den Präsidenten der Vereinigten Staaten Nordamerika» gestatten Sie mir, ein kurzes Wort anzufügen: Frieden! Ein großes hoffnnnpSreicheS Wort. Es würde die Erlösung der Menschheit auS jahrelange» dualen bringen, unsere Frctnen und Kinder würden diesen Frie- den vor allem begrüßen und auch unsere Soldaten werden die Rück- kehr in di« Heimat begrüßen, wenn sie durch hart« Kämpfe einen wirklichen Frieden der Verständigung die Wege geebnet haben, der allein die Garantie der Dauer in sich birgt. DaS deutsche Volk blickt mit Stolz auf sein kampferprobtes Heer und auf seine Ma- rine, die seit über vier Jahren unser Vaterland gegen feindliche Uebermacht verteidigen. Da? deutliche Volk beklagt tief und empfindet auf? schmerzlichste die Wunden, die nicht nur draußen an der Front, sondern auch bei ur.S in der Heimat geschlagen worden sind. Aber ebenso wie jeder einzelne Soldat an der Front, so ist auch jeder Deutsche daheim bereit, für sein Vaterland, wenn es gefordert werden sollte, jedes Opfer zu bringen.(Bravo!) Ich möchte wünschen, dast solche Opfer nicht gebracht werden müssen, denn daS deutsche Volk wünscht den Frieden, nicht den Krieg.(Sehr wahr!) Ebenso wie alle anderen Völker sehnt eS den Frieden herbei, der diesem furchtbaren Blutvergießen ein Ende bereitet. Deshalb begrüßen wir den uns mitgeteilten Schritt der Regierung der uns ein«, wenn auch noch unbestimmte Aussicht aas den Frieden eröffnet. Im Namen des deutschen Volkes und des Reichs- tags, dessen groffe Mehrheit mit diesem de- dentungsvollen Lchritt der Regier, mg einverstanden ist, erkläre ich, das; wir das Friedens- angebot billigen«ud uns zn eigen mache». (Lebhaftes Bravo!) Meine Herren, ich glaube, annehmen zu dürfen, dah dm Fraktionen vwmnehr zunächst das Bedürfnis haben, sich in einen Meinungsaustausch über die Rede des Herrn Reichskanzler» rn den Fraktionen selbst zu unterhalten. Ich schto� Ihnen des hall? vor, sich zu vertagen und den B r ä s i d e rt ihn zu er m ä ck- t i g e n, die nächste Sitzung einzuberufen, sobald die Verhältnisse eS erfordern. Abg. Har.se(U. Soz.): Namens mernor Fraktion widerspreche ich diesem Vor- schlag de? Präsidenten und becriftragr. die Debatte über die Erklärungen, des NeichSkanzlerS zu eröffnen und zu diesem Zweck eine Sitzung ans nächsten Montag anzuberaumen. TchS Waffen still st andsangebot und da? Ersuchen um Ein- leitung sofortiger Friebensverhandlungen aus Grundlage der Wil- sonschen Erklärungen sind von welthistorischer Bede»- t u n K. Wir sind mit diesem Schritt rinverstundcn, denn wir halten ihn für ein« Rechtfertigung der Stelfliug, die wir von Beginn dc? Krieges an eingenommen haben.(Sehr wahr I bei den N. Soz.) Laben wir doch, unbeirrt durch die Kriegslage und frei von nationalistischem Denken, stets den demokratischen Frieden gefordert.(Sehr wahr! bei den U. Soz.) Dieser Friede ist nur gesichert, wen» das interna iional« Proletariat seine Herbei- f ü h r u n g in die Hand nimmt. Zu dm Diplomatie fehlt un» das Vertrauen. Aufgabe der Volksvertretung wäre es fl« diesem historischen Augenblick, da das alte System abdanken muh, auf da-? künftige Geschick des deutschen Volkes entscheidenden Ein- sluh zu üben und die Souveränität de? Vo'HeS zur Geltung zu bringen,(zschr wahrl bei den U. Soz.) Abg. Sryda(Pole): Wir Polen widersprechen ebenfalls der Vertagung und beantragen,.sofort eine Diskussion über'die Erklärungen des Reichskanzlers zu eröffnen. Diese Erklärungen, insbesondere das Friedensangebot der Regierung, tu welche» sie Nr. 275 ❖ 35. Jahrgang 1 Sonntag, ö. Oktober 191 8 'Zur Wsdl in Berlin X Jeimann gegen tzoffmann. Bcbc! und Singer als Zeugen. Km Berliner.Mmeilungebicm' der Ur.nbbänpigen packt Adolf H o f f n> a n n nochmals die unsauberen Angriffe gegen den sozial- demolranichen ReichSlagSkandidaten für Berlin I, Genoffen Hugo Heimann aus, die an dieser Stelle schon zurückgewiesen sind. Um aber seinen Unwohrdeiten endgiiltig den Hals ab- zudrehen, seien hier zwei Zeugnisse angeführt, die wohl auch die unabhängige Arbeiterschait gelten laffcn wird, nämlich das Zeugnis von Paul Singer und A u g u st Bebel aus der Zeit der Machenschaften, die Hoffmann schon INIV und!9U gegen Genossen Heimann anzettelte. Beide sprechen für Helmann gegen Hotsmann. Hoffinmiu hat versucht, das Verhältnis zwischen Heimann und Paul Singer in zweifelhaftem Licht erscheinen zu lassen und gleichzeitig dem Eenoffen Heimann für die Niederlegung seines LandtagsmandateS unsaubere Motive zu unterschieben. Beides widerlegt der nachstehende Brief Paul Singers, den dieser aus Anlaff der MandalS- niedcrlegung HeirnonnS geschrieben hat. Er lautet wörll'ch: Berlin, 27. L 10. »Mein lieber Hugo. nach unserer gestrigen Unlmedung, über die ich noch lang« und ernstlich nachgedacht habe, fühl« ich mich in ine'nem Gewissen gedrängt— ehe der entscheidende Schrill getan ist—, Sie zu btlien, die Situation noch einmal zu prüfen und zu überlegen, ob nicht doch eine längere Beurlaubung— für die ganz? Session— der definitiven Mandarsniederlegung vorzuziehen ist. Ich bezwecke mn dreier Anregung nur, daß Sie sich noch einmal in oller Ruhe prüfen sollen, ob Sie nicht— wenn sich Ihr Ecsundh.itszustand gebessert hat— etwa Reue darüber empfinden werden, während der laufenden Legislatur- Periode die Tärigkert im Abgeordnetenhaus nicht wieder auf- nehmen zu können. Ich bin mir nicht sicher, ob Sie diesen Gesichtspunkt bei Ihre,» Emichtub genügend in Betracht gezogen hoben und dieie Verlegenhctl ist Anlag dieser Zeilen. Ich weiß, daß ich Ihnen vielleicht durch meine Anregung eine unruhige Smnd« bereite— iir�eS scheint ed Niir geboteil, Ihnen meine Ansicht nicht vorzu- eiinjalien. Mit herzlichen, Händedruck stets Ibr Paul Singer/ Dieser Brief eines vertrauten Freundes, der, wie die familiäre Anrede ergibt, doch sicher in seinem Schreiben nicht« bemäntelt härre, ist ein durchichlagender Beweis, daß es wirklich Gesund- heitSrü cksichlen waren, die Gen. Heimann IVll zur Mandats« niederlegung veranlaßten. Wenn Hoffmann fetzt den Gen. Heimann verdächtigt, er fei in Wahrheit gar nichr krank, sondern feige ge- Wesen, so straft ihn heute Paul Singer aus dem Grabe heraus mit diese« Briese Lügen.— Als sich dann nach Singer» Tod die Frage der Mandatsnachfolge in Berlin IV erhob, soll sich nach den Verdächtigungen Hoffmann» Genoffe Heimann in aufdringlicher und unansiändigei Weise um die Nawsolge Singers beworben haben. Gegen Hoffmann führen wir da» Zeugnis August Bebels an. der unter dem 23. Februar 1311 au Genoffen Heimann folgen« deS lchried: »Darf ich Ihnen einen Rat geben, so senden Sie efire Erklärung. ganz ähnlich der beiliegenden, an die Leitung de» vierten Wahlkreises efn. Ich betrachte ein« solche Erklärung als da» Ei des ColumbuS. Sie umgeben damit die ganze persönliche Seite der Sache und machen es Ihrem Gegner unmöglich, Sie Person- lich anzugreifen. Sie find mit einem Wort au» dem Schmutz heraus. Ich kann beut« noch nicht in den Reichstag gehen, bin also bis zum Abend zu Hauie. Mit freundl. Grüßen an Sie und Ihre verehrte Frau Ihr «. Bebel/ � Wer und wa» in dem Briefe mit dem„Schmutzt gemeint ist, doS wird Adolf Hoffinonn am besten wiffen. Sollte er sich hier schwer von Begriffen zeigen, so wollen wir daran erinnern, daß Bebel sich unter Freunden noch drastischer ausgedrückt hat. Als Hvffmann seinen Streit gegen Heimann vom Zaune diach, sagte Bebel im Freundeskreis folgendest Er habe Besorgnis um Hei» mann, denn»ein anftändtger Mensch ist gegen einen unan- st ä n d i g e n immer im Nachteil. Dem rollenden Dema« gogenpathos eines Hoffmann ist Heimann nicht gewachsen/ An dieses von Bebel mit Verachtung gekennzeichnete Dema« gogenpathos erinnern wir uns, wenn wir jetzt in dem von den Unadhänzigen verbreiteten und von Adolf Hotsmann unter- zeichneten Wahlslugblatt über Genoffen Hermann die Be- merkung le en, er sei ein»millionenreicher Hm*. Genau so hat ja wohl der Reichs verband zur Bekämpfung derSozial- de mo krat ie jahrzehntelang gegen August Bebe! und Paul Singer gc» hetzt. Von Genossen Heimam, kann dabei dasselbe wie von Paul Singer gesagt werden. Er war wohl von Hause aus begütert, aber wa» davon der Arbeiterbewegung zugeflossen ist, da» würde Adolf Hoff- mann selbst am besten bezeugen können, wenn ihn sein Gedächtnis nicht immer gerade da verließe, wo die Wahrheit seinem»rollenden Demagogenpathos* im Wege steht. SoAwlösmokratzschL Wahlervsrfammlung m öerim» In der überfüllten Versammlung im großen Saal des Lehrer- dereinsbause» sprach am Freitag als erster Redner Genoffe David. Er führte aus: Tie überlebten He rrschaftsetnrickstungen brechen zusammen; auch die Stunde des alten Preußen hat geschlagen, ein neues Deutschland soll erstehen. Früher wurden die Regierungen dem deutschen Volk«„geschenkt*, jetzt liegt die Bildung der Regierung in der Hand der VolkSoertretungl Keine Partei wollte in dieser Lage den Reichskanzler stellen; darum brachte die Mehrheit dem Prinzen Max von Baden das Vertrauen entgegen. Sr hat seit einem Jahre den Kampf geführt gegen gewisse mächtig« Herren. Die Beweise dafür sind uns erbracht worden. Das hätte nicht genügt, wenn er nicht das Programnr der Wchrheit— wie wir wissen, aus i n n e r- st er NeberzeugUna— angenommen, die Bildung einer Negierung mit Einschluß der Rechten abgelehnt und sie nur unter Beteiligung der Sozialdemokratie bilden zu wollen erklärt hätte. Alle äußeren Einflüsse wurden abgewiesen. Die neue Regierung ist eine Volk»- regierung, ihre Minister hängen nicht an der Gnabenstrippe, sie stehen fester. Tie Illusionen unserer Alldeutschen sind zerflossen, aber vergessen dürfen wir nicht, daß eS auch drüben Jmpe- r i a l i st e n gibt. Jetzt muß Politik der nüchternen Tatsachen ge- macht werden. ES wird sich bald zeigen, daß di« neue Regierung jede annexionisnschr Illusion zurückweist.(Lebhafter Beifall.) Sie wird sich zum Bund der freien Völker bekennen, der sich auf den Willen zu der Macht stützt, die jeden Friedertcrecher niederhält.(Beifall.) Der Krieg ist kein Mittel zur Austragung internatio» naler Konflikte, er hat bankrott gemacht. Nach einer Darlegung unserer Ger,enwartSforderungen auf in- nere Freiheit und äußere Gerechtigkeit, forderte Genoffe David zur Wahl des Genossen Heimann auf, der aus reinsten Gründert, aus tiefstem sozialem Pflichtgefühl auch diese Bürde übernehmen wird. (Langandauerttder stürmischer Beifall.) Dann ergr-sf Genosse Giebel daS Wort. Der Redner gab einen geschichtlichen Ueberblick, worin er nachwies, daß die Ange- stelltenschott in jeder Situation von den bürgerlichen Parteien i m Stich gelassen worden ist, daß eS ihnen nur darauf angekom-� men ist, sie für die Wahl einzusaugen. Die Fortschrittliche Volks- Partei ist im höchsten Grade uitzuverläsiig. Der Handclskammertag unter Präsidentschast Dr. Kampfs hat sich erst im Frühjahr gegen paritätische Kammern ausgesprochen. Auch der jetzige Kandidat der Fortschrittlichen Tolkspartei hat als Vorsitznder dcs Kalif yndikats bewiesen, wie schroff er den Jnteresien gegenübersteht. Der Angestellte, würde sich an sich und cm seinen Kindern versündigen, wollte er einem Vertreter der so- genannten freien Wirtschast seine Stimme geben. Als dritter Redner sprach Genosse Hei mann. Die Sehn- sucht nach Beendigung der Menschenschlächterei wird immer stärker und ist zn der Erkenntnis gekommen, daß die Um- Wandlung Preußen-Dcutschlands von einem Obrigkettkstaat in einem VolkSftaaat eine Vorbedingung des Weltfriedens ist. Wer wünschte nicht, daß noch hcntc ein Friede«uf der Grundlage be3 internatloualen Ss- zialialiSmnS geschlossen würde. Die Vorbedingung dazu ist, daß die Regierung von ihren Völkern diesem Ziele zugetrieben werben. Die Politik der Unabhängigen sieht aber nicht das Mittel dazu; sie be° schränkt sich aus Verneinungen und Zerstörungen, deren größter Erfolg die Spaliung der deutschen Arbeiterschakt ist. Die deutsche Sozialdemokratie fordert den Verständigungsfrieden auf gerechter Grundlage prinzipiell Und aus sittlicher Ueberzeuguiiz.(Lebhafter Betfall.) In der Debatte sprach zuerst ein Unabhängiger so lange, bis ihn seine eigenen Parteigenossen dringend veranlaßten, sein kon- stiseS Gerede abzubrechen. Als Genosse Fischer versuchte, einige der vorgebrachten Redensarten ans ihre Stichhaltigkeit zu� unter- suchen, schien es, als sollte das über ihn von den Unabhängigen verlangte»Redeverbot* zur Anwendung gebracbt werden; es scher- terte an der Unlust der Versammlung, sich als Plattform für die Schreier gebrauchen zu lassen. Erst kurz vor zwölf wurde die Versammlung, nach der mit Bei- fall aufgenommenen Aufforderung, Eugen Ernst'S Hugo.Heimann zu wählen, geschlossen. Ein Hoch auf den unabhängigen Kandidaten starb in den Windeln. Ein klägliches Geständnis. An dieser Stelle haben wir gcbrandmartt, baß die Unab- hängigen seinerzeit die polizeiliche Auklöiung der sozialdemokratischen Wählerversammlung im LebrervereinSbau» mit einer Beifalls. salve begrüß! haben. DaS Berliner»Mitteilungsblatt* der Un- abhängigen wirst uns deswegen»Unehrlichkeit* und noch Gröberes vor. Wird die verächtliche Handlung nun etwa geleugnet? O nein, das»MtieilungSblatt" gesteht sie zu und sucht sie nur durch folgende Worte zu beschönigen: »ES war Gennzt-iang, daß Fischer nicht reden durste, nicht die Freude über die polizeiliche Auflösung/ Nun ja, die Freude, daß Fischer nicht reden durste. Daß ibn nämlich«in Polizeihauptmann,«in Organ deS Be- lazerungSzu stände», da» in diesem Fall allerdings gleichzeitig auch ausführende» Organ der Unabhängigen Krakeeler war, am Reden verhinderte! Neber diese polizeiliche Vergewal- lignng F r« u d e zu empfinden, hält das»Mitteilungsblatt* für erlaubt und angebracht. Damit ist das Niveau de» undtmo- lratikchen Empfinden« gelennzeichnet, aus da» die Unabhängigen herabgesunken find. \" vom WohnungSvcrband. In der gestern im Berliner Rathaus abgehaltenen Sitzung über die Gründung eine« Groß-Berlmer WohnungsverbandeS wurden die Beratungen bi« auf wenige Tinzclbistimmungcii� zu Ende ge- führt, lieber diese soll zunächst eine Redakiionskommission befinden, welche die endgültig« Beschlußfassung nach Stellungnahme der öe- teiltgten Magistrate vorzubereiten hat. Die Endsitzung wird am Eonnabend, den U. Oktober, ftciliffnden. Tlufsorderung an Vaulustige. Der Berliner Magistrat beabsichtigt, unter Voraussetzungen, die durch Säulenanschlag am DienSrag, den 8. Okiober, noch bekannt gegeben werden, die Föiderung des Aufbesserns leerstehender Klein- ivohnungen bis zu zwei Stuben und Küche, des Teilens größerer Wohnungen, de» Einbaus von Dachwohnungen, unter Umftfinv'r auch von Kellerwohnungen sowie endlich de» Umgestaltens leerstehender gewerblicher Räume. Hiem sollen unter noch näher fest- tusetzenden Bedingungen Zuschüsse gewährt und wenn möglich, auch Baustoffe sichergestellt werden. Baulustigen wird»»verbindlich an- heimgestcllt, einschlägige Anträge an das Wohnungsamt der Stadl Berlin, C 3, Schicklerstr. 13, zu richten. KrkegSnrbeit der TchulZngend. Die kriegswirtschaftliche Sammeltätigkeit her Schulkinder wird begründet mit der harten Notwendig- 103) !»»?. Das gelobte tlanö. Roman von 2B. S t. R e y m o a t. .Was hast du? Warum weinst du?" „Ich weiß eS nicht. Ich weiß es nicht,' erwiderte sie, und immer heißer flössen die Tränen über ihr Gesicht, und immer tiefere Seufzer erschütterten ihre Brust. Karl trocknete ihr die Tränen, küßte sie, suchte sie zu beruhigen, es hals aber nichts. Sie weinte wie ein weh- leidiges Kind. Anfangs beunruhigte es ihn, später aber wurde er ungeduldig. Seine leidenschaftliche Aufwallung verschwand spurlos bei diesem Träuenausbruch. Er saß jetzt kühl neben ihr, aufS äußerste erregt über diesen hysterischen Anfall. Endlich beruhigte sie sich, trocknete die Tränen, besah sich in einem kleinen Taschenspiegel, setzte ihren Hut zurecht und begann leise, auf sein verfinstertes Gesicht blickend: „Bist du mir bös, Karl? Entschuldige. Siehst� du, ich konnte eS nicht aushalten, ich konnte es nicht... So lange habe ich auf dich gewartet, so lange Hab?' ich an diesen Augenblick gedacht, wo ich dich treffen würde, so gefreut habe ich mich... Weil ich mich sehr unglücklich fühle, Karl. weil ich mich sehr unglücklich zu Hause fühle... Nimm mich doch weg von dort, töte mich, wenn du willst, laß mich aber nicht zu ihnen zurückkeckren I" rief sie und ergriff ver- zweifelt seine Hände, versenkte ihren Blick in seine Augen, Erbarmen und Rettung erflehend. „Beruhige dich, Lucy. Du bist aufgeregt, nervös und weißt gar nickt, was du verlangst.* „Ich weiß es, Karl, ich weiß eS. Dich will ich haben. Ich halte es mit ihnen da nicht länger aus, ich halte eS nicht aus!* rief sie leidenschaftlich. „Wie soll ich dir helfen?' sagte er ungeduldig, und ein harter Schatten des Zornes schimmerte in seinen grauen Augen. Erregt sprang sie bei seinen Worten auf und blickte ihn lange an. voll Entsetzen und Furcht, als ob sie einen Ab- grund vor sich sähe. „Du bist heute sehr aufgeregt, sehr gereizt. Mußt dich beruhigen. Lucy/ flüsterte Karl und bemühte sich, seiner Stimm? einen zärtlichen Ton zu geben.„Hat man dir zu Huuse etwas getan?" .Ob man mir etwas getan hat! Täglich quält man mich fürchterlich, heute ist aber die Tante auS Czcnstochau gekommen und jammert den ganzen Tag. daß wir keine Kinder haben. Hörst du. Karl? Die ganze Familie grämt sich deS- halb, und immer werfen sie es mir vor. immer... Er sagte mir, er würde sich von mir scheiden lassen, weil er sich vor den Seinigen meiner schämen müsse. Heute haben sie be- schlössen, die Tante solle mich nach Brody bringen, zu einem Wunderrabi, der dem abhelfen soll../ „Bist du darauf eingegangen?* „Die können mich dazu zwingen... Ich kann mich doch nicht wehren, weil sich niemand meiner annimmt.. Ich muß einfach...' Sic flüsterte leise, biß die Zähne in macht- loser Ohnmacht zusaiuinen und blickte flehentlich zu ihm auf, als ob sie voil ihm Rettung verlangte. Karl aber wurde nur immer unruhiger und sah nach der Uhr. „Weißt du, sie haben mir gedroht, wenn ich nicht darauf eingehe, dann werde ich geschieden, und sie werden mich in einem kleinen Städtchen unterbringen! Hörst du! Sie werden mich weit von dir weg bringen, und ich würde dich dann nie mehr... nie... nie mehr sehen../ In einer plötzlichen, betäubenden Singst, daß sie ihn für immer verlieren könnte, warf sie sich ihm in die Arme, er- griff seine Hände und bedeckte sie mit Küssen. „Jetzt müssen wir aber gehen. Die Musik beginnt schon im Bark, es kommen immer mehr Menschen her, und man kannte uns sehen.* „Möge man unS sehen. Ich liebe dich, Karl, und kann es vpr der ganzen Welt kühn ausrufen, daß ich dich liebe. Was kümmern mich die Leute, wenn du nur bei mir bist/ „Wir müssen aber den Schein wahren." „Und was würdest du tu», wenn ich so eines Tage? zu dir käme und für immer bliebe?" fragte sie lebhaft, und glühende Flammen des Glücks unistrahlten ihr Gesicht. „Ein Kind bist du und iveißt gar nicht, was du redest... Da? sind ja wahnsinnige Gedanken..." Er blickte sie kühl und scharf an und sagte es mit einer so herben Stimme, daß sie erzitterte, seinen Arm loßließ und verlegen und beunruhigt neben ihm herschritt. Obwohl er ihr beim Abschied mit möglichst zärtlicher Stimme seine Liebe beteuerte, ging sie verschüchtert von ihm und warf ihm aus der Ferne traurige Blicke nach. Karl schrill die obere Allee hinter der Menagerie hinauf, um nicht Bekannten zu begegnen, verlangsamte aber seine Schritte, als er Horn und Kuma vor sich erblickte. Sie hielten sich bei den Hände» und fangen im Gehen leise ein Lied. Kam« hielt ihren Hut in der Hand, ihr Haar flattert. und schimmerte goldig unter den Strahlen der Abendsonnee Auf einem Hügel blieben sie stehen und blickten auf die Stadt herab. Karl schritt auf einem Seitenweg an ihnen vorbei und fuhr eiligst in die Stadt. Horn verabschiedete sich von Kama und ging nach Hanse. Er war sehr unruhig, denn MalinowSki, mit dem er zusammen wohnte, und an den er sich während der Monate, wo er auf eine Anstellung wartete, sehr gewöhnt hatte, war seit drei Tagen nicht nach Hause gekommen. MalinowSki war noch nicht zurück. Eine gähnende Leere lag über der Wohnung, und man sah an allem, daß hier die Rot hmdurchgeschntteu war. Horn hatte sich mit seinem Vater überwörfen. Er schickte ihm kein Geld mehr, um ihn so zur Rückkunft� nach Warschau zu zwingen. Er hatte sich verrechnet, sein Sohlt trotzte und beschloß, sich mit eigenen Kräften fortzuhelfen; unterdessen lebte er von Darlehen, von Kredit, vom Verkauf seiner Möbel, seines Geräts und von der Liebe zu Kama, die feine Seele mit einem Nebel umgab. süß wie der Juniabend, der jetzt über der Stadt einbrach, in tiefer Stille und im Schein der in abgründigen Tiefen funkeln- den Sterne. Horn beschloß, den Fremid in der Stadt zu suchen. Schon deS öfteren war MalinolvSki so geheimnisvoll ver- schwunden, war dann immer blaß und aufgeregt wieder- gekommen und hatte nie gesagt, wo er gewesen war. Noch nie war er aber so lange wie diesmal«usgeblieben. Horn suchte verschiedene Bekannte auf. bei denen er M> linowSli anzutreffen hoffte, niemand hatte ihn aber in den letzten Tagen gesehen. Zu seinett Eltern wollte Horn nicht hingehen, um sie nicht zu beunruhigen. Es kam ihm in de» Sinn, ob MalinowSki nicht etwa bei JaSkulskis wäre, wo er viel verkehrte. JaSkuISkiS wohnten ietzt in einer der neu entstehenden Straßen zwischen dem Bahndamm, dem Walde und den Scheiblerschen Fabriken, in einem hölzernen, halb eilige- fallenen Hause. Es ging ihnen jetzt bedeutend besser, weil der alte JaskulSki beim Bau der Borowieckischen Fabrik fünf Rubel wöchentlich verdiente und die Frau eine kleine Viktualietlhandlung aus Rechnung eines führte, wofür sie freie Wohnung und zehn Rnvel möttklMss ÖBßhn. QwtUolflU fett, eile irgendwie bcrluccf&ttren Rohstoffe auszunutzen. Kann das darüber hiuwegtrösten, dajj die Sammelei leider die Er- Ziehungsarbeit der �Schule stört und schädigt. Es wird freilich bastriuen, dag der Schaden so sehr grob sei. Hervorgehoben wirb, dieser Hilfsdienst bring« dem Schulkind sogar manchejt Gewinn an Kenntnissen und iotkne zur Belebung des Unter- i l cht s 6 e i t r_ci g c n. Den günstigeren Einfluß der kriegs- wirtschaftlichen Sammeltätigkeit auf Kind und Schule dazutun, ist Zweck einer Ausstellung, die das Institut für Er. Ziehung und Unterricht zusammen mit dem Kriegs- n u s s ch n tz für S a m m e l- und H e l f e r d i c n st verc>,n- .staltet. Zeigen soll sie nicht nur, wie die größtenteils von Schul-- lindern gesammelten Avfallstosfe und Wildsrüchte verwertet wer- den. Sie soll auch auf die Beziehungen hinweisen, die zwischen der Sammeltätigkeit und dem Unterricht sich schasssen lassen und oft sich gang von selbst ergeben. Wir sahen die Ausstellung, die in dem Hciin des Instituts für Erziehung und Unterricht /Berlin, Potsdamerstr. 120) am heutigen Sonntag eröffnet wird. gestern bei einem Vorhesuch. Die durch sie gebotene Bckhrung über die Voiwcrtung der gesammelten Stoffe, des Altpapiers, der Knochen, der Obstkernc, des Altgummis, der Kaninchenfelle, der Metalle, der Faserstoffpflanzen usw., ist so ersckstipfend, wie Jiwan sie nur wünschen kann. Daneben bringt sie eine Fülle von Beiträgen zur Beantwortung der naturwissenschaftlichen, technischen ui�d volkswirtschaftlichen Fragen, die sich dem Lehrer und dem Schüler bei der Besprechung der Sammelgüter und ihrer Verwertung ausdrängen. Dem Lehrer bietet sich da eine Gelegenheit, dem Unterricht neue Lehrstoffe Zirzusühren, die dem praktischen Leben entnommen sind. Er wird .seine Schüler belehren zum Beispiel über den Oelgehalt der Obst- kerne und dessen Ausnutzung in der.Maigarineerzeugung, über die Gewinnung der Nesselfaser und ihre Bedeutung für die Volts. Wirtschaft, über die Verwertung der Knochen zur Fettgewinmimg und zur Seisenerzcngung. Ter Lehrer, der mit seinen Schülern dem Warum und Wozu der Sammeltätigkeit nachgeht, wird auf alle diese Fragen antworten müssen. Die Ausstellung liefert ihm mit ihren mikroskopischen Präparaten, ihren photographischen Aufnahmen, ihren graphischen Tarstellungen ein reiches Material. \tT' Eine Zufluchtstätte für Mutter uud Kind. , Der Vaterländisch« Frauenverein hat für Ii n-Süden in der Nähe des Kreuzbergs auf dem Villengruud- .stück Kleine Parkstraße 16/17 ein Mutter- und Säug- liugSbeim eingerichtet. Die Eröffnung, die sich hauptsächlich )oen Koffer hineingezwängt worden. Er konnte sie nicht gang fassen. Ein Fuß reichte heraus, so daß der Deckel nicht völlig schloß. Auf die Leiche waren noch abgetragenes Unterzeug und Lunipeu ge- packt. Mitteilungen, die zur Zlufklärung des Verbrechens dienen können, sind an Kriminalkommissar Dr. Grünberg zu richten. Dazu wird noch weiter mitgeteilt: Der Händler Müller war schon mit Zuchthaus bestraft. In seiner Stube gewährte er ständig Obdachlosen Unterschlupf. Vor 4 Wochen war seine Schwägerin zuletzt in der Wohnung. Auch damals waren � wieder obdachlose Leute da. Müller äußerte zu ihr, sie brauche nick.t mehr zu kommen, er wolle mit einem Bekannten aus eine Hamster- fahrt gehen. Zu der Zeit soll er mehrere hundert Mark gehabt haben. Seitdem hat die Schwägerin ihn nicht mehr gesehen. Der große Rohrplattenkoffer war Eigentum des Ermordeten. Er nahm ihn stets mit, wenn er mit Leuten auf das Land ging, die dort Beziehungen hatten. Die A x t lvar nach den Bekundungen der Angehörigen nicht Müllers Eigentum. Es ist eine kleine Axt mit zwei Einschnitten zum Ausziehen von Nägeln ans Kisten und dergleichen, einem größeren und einem kleineren. Der kräftige eichene Stiel hat drei Einkerbungen, wahrscheinlich irgendein Zei- chen. Es handelt sich also um ein nicht ganz alltägliches Werkzeug. Neben Müllers Zimmer liegen noch zwei Stuben, die auch bewohnt sind, eine nach hinten und eine nach der Seite Ihre Insassen haben von dem Verbrechen nichts bemerkt. Kirchenaustritt. Alles Wissenswerte hierüber findet man auf den Kirchenaustrittssorinularen mit Anleitung zum Austritt aus der Landeskirche(im Königreich Preußen), die in allen Papier- Handlungen Groß-BerlinS für 5 Pf. zu haben sind oder durch die Expedition unseres Blattes auf Wunsch zugesandt werden. Beschlagnahme von Ferngläsern und Objektive». Am gestrigen Tage ist eine Bekannunachung betreffend Beschlagnahme von Ferngläsern sowie von Objektiven für Photographie und Projeknon in Kraft getreten. Die Gegenstände dürfen zu ihrem bisherigen Zweck weilerverwendet werden. Ihre Veräußerung und Lieferung ist je- doch nur beschränkt zulässig. Der Wortlaut der Bekanntmachung ist bei den Landratsämtern, Bürgermeisterämtern und Polizei- behörden einzusehen. Die Front opfert Blut und Gesundheit. Wer Rriegsanleihe zeichnet, opfert nicht». 4£r erfüllt nur eine Pflicht, die ihm noch dazu gut verzinst wird. iLs darf nicht sein, daß sich ein Deutscher dieser leichtesten aller Rriegspflichten entzieht. Der Wert des Wertlosen. Der Kriegsausschuß für Sammel- und Hclferdieust jKnegsamt) hat im Teeraum de« Warenhause« T i e tz eine Ausstellung veranstaltet von allerlei Erzeugnissen aus Abiall- und Rohstoffen, die inx Interesse der Kriegs« und Volks« Wirtschaft durch freiwillige Sammlung aufgebracht wurden. Er- staunlich ist, was ans Abfall und werllosen Gegenständen für nütz« liche und notwendige Dinge entstanden sind. Aus dem aus« gekämmten Frauenhaar werden Treibriemen für Maschinen, au§ Brennesselstengeln feste Soldatenhomden gearbeitet, aus Knochen werden Feti, Seife und Leim gewonnen? Kaninchenfelle geben Leder und feines Pelzwerk und io wird noch vieles andere zur Wieder« Verwendung nutzbar gemacht.— Die Ausstellung ist von 9—7 Uhr unentgeltlich zugänglich. Die Gesanglehrer höherer Lehranstalten und die Massenans- führungen. In der September-Sitzung des Vereins der Gesang- lehrer an den städtischen höheren Lehranstalten zu Berlin, zu der auch die Gesanglehrer der anderen höheren Schulen Groß,Berlins geladen und zahlreich erschienen waren, nahm die Versammlung einstimmig eine Entschließung an, wonach sie Massenaufführungen von Chören höherer Schulen(wie die im Zirkus Busch) aus päda- gogischen Gründen im allgemeinen nicht billigt, in den zu billigenden Ausnahmefällen aber es als Sache der Gesang- lehrerschaft ansieht, die zur Veranstaltung gehörigen Maßnahmen zu treffen. Im Zoologischen Garten kostet an diesem ersten Oktober-Sonn- tag der Eintritt 50 Pf. während des ganzen Tages, für Kinder die Hälfte, ebenso für das Aquarium. Von 4 Uhr nachmittag« ab Konzert. Einen räuberischen Einbruch verübte eine achtköpfige Bande in der Nacht zu Sonnabend in der Ros entHaler Str. 13. Dort hat die Damenkonfektion von Paul Leventhal im Erdgeschoß einen großen Spaden. Die Räume, die sich anschließen, ziehen sich bis nach dem Hose hin. Das Grundstück steht nachts unter der Obhut eines Wächters der Wach« und Schließgesellschaft. Als der Mann bei einem Rundgang von dem hinteren Hofe wieder nach vorne kam, wurde er plötzlich von einen ganzen Bande überfallen. Man knebelte ihn, schleppte ihn im Vorderhause nach dem dritten Stock hinauf und steckten ihn dort in einen Rapm. Während nun zwei Mann mit gezogenen Revolvern bei ihm sitzen blieben, gingen weitere sechs daran die Löwenthalschen Räume auszuplündern. Die Bande schafft« mit einem Fuhrwerk für 300 000 M. Seidenstoffe, Blusen, Kostüme und Röcke weg. Mordversuch eines Dienstmädchens. Um sich an ihrer früheren Disnstherrin zu rächen und sich gleichzeitig Geldmittel zu ver- schaffen, hat die 21jährige Ella Baum aus Rathenow einen Mordversuch gegen die Ehefrau des Kaufmanns W o h l g e m u t h, des Inhabers der Bahnhofswirtschaft in F r i ed r i ch s h a ge n, geplant. Die Baum war im vorigen Jahre einige Wochen bei Frau Wohlgemuth in Stellung gewesen, hatte sich aber mehrere Diebstähle zuschulden kommen lassen und war deshalb zu Gefäng- nis verurteilt worden. Nach Verbützung dieser Strafe legte sie sich abermals auf den Diebstahl und erhielt wieder Gefängnis. Während die B. die Strafe in Breslau verbüßte, faßte sie den Plan, sich an Frau Wohlgemuth wegen der Anzeig« bei der Polizei zu rächen. Zu diesem Zweck fuhr da? Mädchen, als es am 1. Oktober aus der Strafanstalt Breslau entlassen wurde, sofort nach Berlin. Gegen Abend des 2. Oktober schlich sich die Baum in die Wohnung der Frau W. in Friedrichshagen ein, während letztere in der Bahn- hofSwirtschoft tätig war, und bersteckte sich unter dem Bett. Als die Bahnhofswirtin sich gegen 11 Uhr in das über den Schank- räumen befindliche Schlafzimmer begeben hatte, bemerkte sie zu ihrem Entsetzen plötzlich unter d-nn Bette eine menschliche Hand hervorstecken. Frau W. riß sofort das Fenster auf und rief laut um Hilfe, während sie durch das Fenster auf die darunter befind- liche Veranda zu klettern versuchte. Hieran versuchte sie die Baum zu hindern. Frau W. vermochte sich jedoch los zu macheu. In diesem Augenblick kamen zwei Polizeibeamtc hinzu, die die Hilfe- rufe gehört hatten. Ihnen gelang es. die Baum festzunehmen. Bei dem Verhör gab die Verhaftet« zu, daß sie die Absicht gehabt habe, Frau Wohlgemuth zu ermorden, vor allem, um sich an ihr zu rächen. Erst in zweiter Linie habe sie dabei die Absicht gehabt. sich das Geld, das sie bei Frau W. vermutete, anzueignen. Die B. wurde dem Amtsgerichisgefängnis Cöpcnick zugeführt. Ein tödlicher Unfall ereignete sich Freitagabend im Zirkus Busch. Dort war der 17 Jahre alte Arbeitsbursche Anton Kucharezhk au« der Palisadenstraße 84 aus dem Schnürboden -Man soll öie Stimmen wägen.../ Wenn rn»n cli« Stimmen wägen wollte, O je, wo tieimann bleiben lolttek Was der rausbefltzer bat hinten dran, Wiegt mehr alt» wie ein Arbeitsmann. beschäftigt. In einer Pause fiel er von der obersten Galerie de» Bodens auf die Bühne hinab und verletzte sich so schwer, daß er bald darauf starb. Schöneberg. Lebensmittel. In der nächsten Woche werden ausgegeben: 100 Gramm Weizengrieß auf Abschnitt 63, 1 Pfund Zwiebeln auf Abschnitt 68 der Groß-Berliner Lebensmittelkarte und ein Ei auf Abschnitt 52 der Schöneberger Eierkarte. Schluß der Ncueintragung in die Zuckerkundenliste am 8. Oktober. Neukölln. Lebensmittel. Vom Sonnabend, den 5. Oktober, ab bis Dienstag, den 8. Oktober, werden in den städtischen Vev- kaufsstellen auf die Oktober-Vollmilchkarte A I für Kinder im ersten Lebensjahre 500 Gramm Kinderger st enmehl, auf die Oktober-Vollmilchkarte A II für Kinder im zweiten Lebensjahre 500 Gramm Kinderger st enmehl und eine Büchse Malzextrakt abgegeben. Der Verkauf von 1 Pfund Frisch- fisch auf?lbschnitt 1T2 der Warenbezugskarte, ist Pfund Heringen auf Abschnitt 130 und ü Pfund Räucherivaren auf Abschnitt 134 wird fortgesetzt. Die Wochcnmenge an Kartoffeln beträgt 7 Pfund. Für diejenigen Personen, welche sich in die Hausliste zur Be liefe- ruug mit Wintervorratskartoffeln eingetragen haben, werden list Zentner für jede Person, für die eine Be- stellung abgegeben ist, verteilt. Der Preis beträgt ab Vcrteilungs» stelle 8,75 M. je Zentner, frei Keller oder Erdgeschoß 9,50 M. je Zentner. Di« Belieferung beginnt in etwa 8 Tagen. Die Kar- toffelmeuAe von list Zentnern ist für die Zeit vom 9. Dezember 1918 bis 13. April 1919 bestimmt. Tie Verieilungsstellen und der bestimmte Zeitpunkt der Lieferung werden demnächst bekannt» gemacht._ Lichtenberg. Die Eingemeindung von FrievrichSfelde be- schlösse». Eine außerordentliche Stadtverordnetensitzung bcschäf. tigte sich am Freitag mit der Eingemeindung von Friedrichsfelde. Stadtverordnetenvorsteher Danneberg wies eingangs der Bor- Handlungen auf die besondere Wichtigkeit der Vorlage hin und be- tonte, daß Lichtenberg, sofern die Eingemeindung tatsächlich er- folgt, eine räumliche Ausdehnung erhalt, die der Hälfte des Areals von Berlin glaichkommt. Stadtverordneter S h ach t e l erhob Bedenken wegen der erbeblichen Vorteile, die nach dem Vertrage der Gemeinde Fviedrichsfelde zugewendet werden. Diese Beden» ken seien um so berechtigter, als der Kreis wahrscheinlich«-ine nicht unerhebliche Entschädigung bei dem Ausscheider, von Friedrichsfeld« beanspruchen werde. Seine Fraktion habe aber wegen der Bedeutung, die die Eingemeindung für die Zukunft Lichtenbergs habe, die Bedenken zurückgestellt. Redner erwartet aber, daß dar Kreis seine Ansprüche in angemessenen Grenzen holten werde. Genosse John betonte, daß die Eingemeindung die zukünftige Eni- Wicklung Lichtenbergs ohne Zweifeil günstig beeinflussen werde. Er hoff«, daß auch die Regierung ans dieser Erkenntnis heraus dem Zusammenschluß der beiden Gemeinden keine Schwierigkeiten be- reiten, sondorn im Gegenteil nach Möglichkeit die Wege hierzu ebnen werde. In ähnlichem Sinn« sprach Stadtverordneter Höver von der MittelstandSpartei und ebenso W i tz k e von den Unabhängigen. Tie Vorlage gelaugt« hierauf einstimmig zur An- nähme._ Werßensce. Lebensmittel. Auf die Abschnitte 60 und 61 der allgemeinen Lebensmittelkarte entfallen insgesamt 200 Gramm Grieß(Pfund 48 Pf.) und auf Abschnitt 64 100 Gramm Graupen(Pfund 44 Pf.) Tie Entnahme kann am 9. und 10. Oktober erfolgen. Sie mutz in dem Geschäft stattfinden, in dem sich der Inhaber der Lebensmittelkarte zum Beziige von Nähr- Mitteln angemeldet hat. Vom 5. bis 7. Oktober können in der Verkaufsstelle E a s e l e r st r. 2 für Kinder im Alter bis zu 2 Jahren die auf sie entfallenden Nährmittel(500 Gramm Zwieback oder Kindergerstenmehl) entnommen worden. Bei der Entnahme eines der vorbezeichneten Nährmittel ist in allen Fällen als Ausweis die über 1 Liter lautend» Vollmilchkarte vorzulegen. 500 Gramm Zwieback kosten 2 Mk., 500 Gramm Ki:»- dergerstenmchl 76 Pf. — A»S der Gemeindevertretung. Einmalig- Teuerungszulagen in Höhe von 500— 1000 M. wurden ua-cb den staatlichen Gnnnd- s ätzen den Beamten bewilligt. Unverheiratet« erhalten 50 Proz. der bewilligten Sähe, wenigstens jedoch 350 M. Für Kinder bis 13 Jahren werden 10 Proz., jedoch höchstens 50 Proz. gewährt. Ten Hilfsarb eitern und Arbeiterinnen wird ein Monatsgehalt gewährt, und zwar die Hälfte im Monat Oktober, die�andere Hälfte im Monat April 1919, um diese bis dahin bei der Stange zu behalten. Den Arbeitern wird ebenfalls eine einmalige Teuerungszulage ausgezahlt, und zwar das Monatsgehalt nach den Friedenslöhnen. jedoch nicht untor 200 M. Außerdem nahm die Vertretung nach einem Vorschlag des Gameindevorstandes noch einen Antrag an, wonach Lehrer, Beamte und Angestellte, welch« Ueberstundcn in dem bisherigen Umfange verweigern, von der Teuerungszulage aus- geschlossen werden. Ten nebenamtlich beschäftigten Lehrpersonen soll die Stundenvergütil-ng von 2.50 M. auf 3 M. k-rhöht werden. Für die Zukunft soll diese Vergütung wie folgt geregelt werden: im 1.— 3. Jahre der Beschäftigung 2,50 M., vom 3. Jahre 2,75 M. und nach 6 Jahren 3 M. für die Stunde. Die Gemeinde hat üch mit einem.Kapital von 200 000 M. an der von der englischen Ge- fillschaft übernommenen Gasanstalt Oberspree G. m. b. H. beteiligt und hat hierzu vier Vertreter in die Gesellschasterversammlung zu entsenden, darunter auch Genosse T a u b m a n u. Für da? Renn- babngebäude wurde ein neuer Beba-uu-ngsplan genehmigt, es soll auf Antrag unserer Genossen versucht werden, von der Besitzerin ein genügendes Gelände für Schulzwecke unentgeltlich zuriickzu- stellen._ Britz. Lebensmittel. In der Woche vom 7. bis 13. Oktober gelangen in der Veitaufsstelle der Gemeinde zur Ausgabe: Auf die Berliner Lebensmittelkarte: Abschnitt 62: 150 Gramm Nudeln; auf die Britzer Lebensmittelkarte: Abschnitt 52 und gegen Vorlage der Milchharte für Kinde-r bis zu 2 Jahren: 1 Pfund Kinder- gerstenmehl, Abschnitt 53 und gegen Vorlag« der Bezilgsbesckeinl- gung, auf welche Toseninilch verabfolgt wurde, 5 Pakete Milch- vulver für Personen von 70 Jahren und darüber, Abschnitt 54: 2 Prund Mostrich je Haushalt, und auf Abschnitt 55: Soude-rzu- teilung.____ Friedrichshage«. Lebensmittel. Aus AT-schnift 129 der blauen Lebersmittelkarte gelangt je 150 Gramm Grieß zum Preise von 15 Pf. zur Verteilung._ Groß-Serlmer parteinachnchten. Hroß-öerlin. Mittwoch, den 9. Oktober, abends 8 Uhr, finde» die regel- ntSsiigen Mitgliederversammlnngr» und Parteiveranstaltnnqen statt. Wichtige Mitteilungen über die gegenwärtige Lage macht es den Parteigenossen zur Pflicht, anwesend zu sei». Die Be- kanntgabc der Versammlungslokale erfolgt in der Dienstag- Nummer deS.Vorwärts". BildungSarbcit. Am 10. Oklober beginnt eine BortragSserie deS Genosse» Molkenbubr über. die Geschichte der deutschen Sozialdemokratie in folgender Reihenfolge: 1. Donnerstag, den 10. Oktober: Die Vorläufer der Bewegung bis 1862. 2. Donnerstag, den 17. Oktober: Von Lassalle bis 1870. 6. Donnerstag, den 24. Ottober: Von 1870 bis zum Sozialisten» gesetz 1878. Donnerstag, den 31. Oktober: Unter der Herrschaft de» Sozialistengesetzes. 5. Donnerstag, den 7. November I Der Sturz des Soziallste»» gesctzes und die Partei bis zum Susbruch des Weltkriege«. 6. DonnerZtac� den 14. Novemker: D!e neueren vor/z Uhr, bei Zimmei mann. Eberöstr. 2ö: Frauenleseabend. Genossin B o h m- S ch ii ch spricht über Bevölkcitmgspolitik. Lichtcrfelde. Dienstag, den 8. Oktober, abends SVz Uhr, bei Drägert, Hindenburgdamm 45: Vereins- Vers»m in l u n g. Genosse B a r t e l vom Par teivor stand spricht über: Unsere politische Lage. Aussprache. Stellungnahme zur Kreis-Generalversammlung und Wabl von Delegierten. Ernährungssragen. Vereinsangelegenheiten.—.Vorwär:s"-Leser sowie sonstige Gäste willkommen. Röiltgental-Zepernick. Donnerstag, den 13. d. Mts., abends KUz Uhr, findet bei Marx. Rönigenlal. Bärwolfstraß«, eine Zu- sammenkunft der Parteigct.ossen statt. Auch die.Vorwärts*-Leser sind hiermit eingeladen._ Theater der Woche. Die Erstaufsühriingen der lommenden Woche: Residcnz-Theater: Diens» tag„Hoiel Stadt Lemberg".— Volksbühne: Mittwoch„Kirschgarten".— Kleines Theater: Mittwoch:„Mt-?iürnberg".— Lessing-Theater: Tonners- tag„Marquis v. Kcith".— Theater in der tlöniggrätzerstratz«: Sonn- abend„Rosmersholni". Bortobühne: V. 8. 11.„Mah für. Maß". 7., 14..„Merlin" IS.. IS.. 13.. Sirichaarten".— Ägl. Dpernhaas: 6.„Vicletta", 7.„?nt", 10., 11., 13. „Marquis von Keith".— Kleines Schauspielhaus: 6., 8., 9., 10., 12., 13. „Frühlings Erwachen", 7.„Weibsteusel", 11. 14. Keine Borstellung.— Königgrätzer: 6.. 7., 8.. 10.. 14.„Hauch im All". 9., 11.„Erdgeist", 12., 13. „Rosmersholm".— Kleines: 6.„Liebelei", 7., 8., 11., 14.„Der Einsame", 9., 10., 12., 13.„Alt-Nürnberg".— Schiller Charlottcnburg: 6., 9� 11., 12., 14.„Der siebente Tag", 7. 10.„Pfarrer von Kirchseid", 3.„Volks- seind", 13.„Alt-Hcidelberg. Täglich: Berliner:„Blihblaucs Blut".— Reüdenz:„Der junge Zar", abends 8:„Hotel Stadt Lemberg".— Wallner:„Graf Habenichts".— Trianon:„Der gute Nus".— Künstler:„Hutmacher Sr. Durchlaucht".— Westen:„Lustige Witwe".— Lustipielhaus:„Spanische Fliege".— Rollen- dors:„Drei alte Schachteln".— Zentral:„Rose von Stambnl".— Thalia: „Unter der blühenden Linde".— Komische Oper:„Schwar�waldmädel".— Metropol:„Faschingsfce".— Neues Operetlenbaas:„Süße Mädel".— Palast-Thealer am Zoo:„Stralauer Fischzug�.— Friedrlch-Wilhelm- städtisches:.Hannerl".— Theater in der Friedrichstadt:„Kaiserplatz 3". Srief?slften üer ReSaktion. T. 18. Erhallen, vielen Dank.— Ottburger. Besten Dank I Können Jbren Beitrag wegen Raummangels leider nicht bringen.— Unterstützung. Jbre Frau würde bei einem Umzug nach hier die Unter- stützung von Strasburg weiter bekommen. Sie erhält aber leine Miel- Unterstützung und auch keine kommunale Unterstützung.— Et. B. 5. Ja. Verwundung. DaS Verwundetenabzeichen bei zweimaliger Verwundung ist ickwar».— H. St. Aeldpoft 33. Sie erhalten aus Antrag Urlaub. Den Antrag kZnnen Tie selbst stellen. Die Nnterstlltznng beträgt IM M. monatlich. Aus Mietiuiterslühung hat sie keinen Anspruch.— Partei» genösse. Eine bestimmte Zusicherung darüber löniien wir Ihnen nicht machen, wir halle» aber Ihre Befürchtung siir unbegründet.— H. P. la. Sie tonnten ein solches(Besuch an das Generalkommando einreichen, dem Ihr TruppenteU untersteht. Die Versetzung zu einem sächsischen Truppen- teil werden Sie nicht erreichen.— 9t. 9t. 284. Nur die Kricgsznlage wird kapitalisiert. Sie würden 3060 M. erhalten.— A. L. 107. Die Auszahlung der Erbschasl kann sich wegen Festsetzung der Erbsckastssteuer verzögern. Eine Erbschastssteuer kommt bei dem belrefsenden Betrag in Frage, deren Höhe richtet sich nach dem Grade der Berwandtschast der Erben zum Erblasser.— B.®, 14. Ihre Entziehung zum Heeresdienst kann nicht erfolgen, wohl aber d:e Anweisung zur Lazarcttbcaandiung, der Sie sich übngcns nicht eniziehen sollten; sie liegt doch schließlich in Ihrem eigenen Interesse.— 21. V. 10«. Entzieht sich unserer Kenntnis. Wasserstandsnachrtchten der Laubesanstalt für Gewüssertunde. mitgeteilt vom Berliner Welterbureau. Montag mittag. Kühl, zeitweise heiter, jedoch überwiegend bewölkt, im Biimeiilande nieist geringe, an der Küste etwas stärkere Regensälle, blr.9' Klciderrocl» «u«'«ct.ivurKoii z A Art WolWoff...'*■' l'" Ni. 95 Kleiderrock, vn.i»i. lys nn •:hw. 4/ollrip« BERLfN C Spandauer Str. 16 Korsette | OSufcn ♦ Meiöer ♦ Hlonfd| : fü? Domen und Klnder in großer fluswcchl- . gPifre Oeaigcber KFiögsteiineüiner. wmiZ. Ostens Soä II SE} Ä Tanzweisen ait.r zeit. Ciäre Oux laey JCieseiliausen rn S 5 UoutKClien Oiieruhminoii � Ltg.: BaUettinstr Mary Zimmermann. Verst, BÜitiiner-Orch. Kart. M. 2— 20 d. Bote& Sock, Wcrthelm u. Theaterk. aut modefarb. 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Seilage öes Vorwärts Sonntag, H. Oktober 191$ wer trägt öie Kosten öer �ugenöfürsorge? Der dem Abgeordncicnhaus« vorgelegte Jugendfürsorge-Ge- schentwurf läßt'oie Frage, wer denn die Kosten der erweiterten Hirgendfürsorge tragen soll, ganz unberücksichtigt. Nur für die Ilnrerstützung einer unehelichen, Minderjährigen wird die Kosten- frage in den 8Z 34, 36 gcrcgelt. Danach soll der Landarmenver- band, also die Provinz, zu dieser Unterstühung verpflichtet, jedoch zugleich auch berechtigt sein, sosern es sich nicht um«in landarmes Kind handelt, vom Ortsarmenverband des Unterstützungswohnsitzes zwei Drittel seiner Kosten zurückzufordern. Von dieser verein- zelten Regelung abgesehen wird die Kostenfrage ganz übergangen. Ganz stillschweigend wird vorausgesetzt, daß icder Kreis auch die Kosten der Jugendfürsorge trage. Was wird die Folge sein? Die, baß nur-jene Kreise etwas Ersprießliches leisten, die neben dem guten Willen auch die Mittel haben, nicht nur den formalen Vor- schriften des Gesetzes, sondern auch seinem Geiste zu entsprechen und damit den vom Gesetz aufgestellten Borschristen auch wirklichen Inhalt, schaffendes Leben geben können. Dabei �sall doch die Fürsorge für weit über«ine Million unehelicher Kinde« von Grund au? umgestaltet werden; der Armenpflege wurden neue Aufgaben zugewiesen. Die Armenverbände sollen bei hilssb.dürftigen Min- derjährigen auch Aufwendungen für die Erziehung und die Vor- bildung zu einem Berufe machen können. Nur machen können, nicht machen müssen. Erst ganz leise wird damit die Auffassung angedeutet, daß zur Lebensnotdurst nicht nur da? notwendigste Essen, ein Schutzdach gegen die Unbilden der Witterung, Bekici- dung und schließlich ein Weg gehört, sondern auch die Erziehung und die Ausbildung zur Ausfüllung eines Platzes im fpäteven Leben. Wie oft wird wohl von dieser Bestimmung G. brauch gemacht werden, oder genauer, wie wenig wird sie angeivenbet werden, wenn die Aufbringung der Kosten hierfür den Kreisen überlassen bleibt? Nielleicht wird eS in den finanziell günstig ge- stellten Kreisen der Fall sein. Und in den anderen? Da wird diese Bestimmung des Gesetzes nur auf dem Po- pier stehen bleiben, ihr kein Leben«ingehaucht werden. Daß damit— rein volkswirtschaftlich betrachtet— unzählige K'rafte unerschlossen und Schätze un«rhob:n bleiben, ist klar. Jahr für Jahr waren in Preußen rund 200 000 Kinder zu versorgen. Und ihrer werden mehr werden. Welcher Verlust für die Gesellschaft, wenn die hier gegebenen Entwicklungsmöglichkeiten menschlichen Könnens uwzenützt bleiben. Wir vis inen, daß zum mindesten genau so, wie bei der Für- sorgeerziehu ng der Staat zwei Drittel der Kosten der Jugendfürsorge auf seine Kasse zu übernelnnen bat. Hier ist einer der Punkt«, ei e durch das kommende Iieichsfürsorgegesetz klar gestellt werden müssen. Und zwar dahingehend, daß der einzelne Bundesstaat die Kosten der Jugendfürsorge zu tragen hat. Den Kreisen bleiben deinn noch die Verwaltungslostcn der Jugendfürsorge. Die wird der Kreis zu tragen haben, da es sich doch auch um seine An- gelegenheit bei dcr Jugendfürsorge handelt. Will man ihnen aber die gesamten Kosten, auch die durch die Durchführung der Jugend- fürsvrge ertvachsenden auferlegen, werden sie nur ausnahmsweise diesen Aufgaben gewachsen sein. Wir kommen also zu dem Er- gebiris, daß der Staat die Kosten der Jugendfürsorge zu trugen haben wird, damit nicht nur neu« Paragraphen geschaffen werden, denen das plustere nde Leben fehlt, di-e hier erforderlichen Ausgaben kommen dem Staate indirekt wieder im reichen Maße zugute. Na- türlich nicht betrachtet in dar Zeitspanne eines einzelnen Jahres, sondern im Zeitraum eines Meusthenlebuis. ■.liMaBlggll---------___ UL!.�» ei Verkaufen und Versteigerungen aus geständen der Äeeres- und Marine- Verwaltung� die furRriegszwecke nicht mehr gebraucht werden� kann die Zahlung an Geldes Statt durch Hingabe von Kriegsanleihe geleistet werden. Diese Vorschrift erstreckt sich auf alles� was zur Abgabe an die Bevölkerung frei wird, also insbesondere auf Pferde� Fahrzeuge und Geschirre; Feldbahngerät, Motor- lokomotwen und Kraftfahrzeuge nebst Zubehör; Futtermittel und sonstige Vorräte; land- wirtschaftliche Maschinen und Geräte sowie Werkzeug; Fabrikeinrichtungen mit den zu- gehörigen Maschinen und Geräten; Eis en, Stahl und andere Metalle; Holz und sonstiges Vau- Material; Webstoffe und Rohstoffe aller Art. Käufer, welche die Bezahlung in Kriegsanleihe leisten, werden bei sonst gleichen Geboten bevorzugt. Die Kriegs- anleihe wird zum vollen Nennbeträge ange- rechnet und bis zur Höhe des Kauf- oder Zuschlagpreises in Zahlung genommen.— Als Kriegsanleihe in diesem Sinne gelten sämtliche 5�o igen Schuldverschreibungen des Reichs ohne Unterschied sowie die seit der Z. Anleihe ausgegebenen 4V2ybigen auslosbaren Schay- anweisungen. Also: XXut die Kriegsanleihe, nicht der Besitz baren Geldes, bietet Sicherheit dafür, daß der Landwirt und der Gewerbetreibende das, was er braucht, aus dem freiwerdenden Rriegsgerät erwerben kann. Kksoudtres An�tbat in illhllNMtttl Mark � Eiche! 1 Schrank, llteilig. Ansicht mit Aristass plas. Hutboden, Stange, geschliffene verglosung l Waichloilelte mit Kristallspiegel und Marmor 2 Nachtschränk«»tt Marmor 2 Bettstellen 2 Palentböden 2 Steil. Auflege-Matratzen m. 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Faaanenstraße 1, PortaJ 5. S'/a Uhr: Wetterleuchten. T'/a Uhr: Frühlings Erwachen. Montag 3 Uhr: Weibsteufel. Volksbühne Theater am Bülowplat«. Direktion Friedrich Kftyßler. 3 Uhr nachm. für den Verband der Freien Volksbühnen: Merlin. Abends 7'/, Uhr: Maß für MnÖ. wwiZ der FrÄlteß Sonntag, den 6. Oktober, nachmittags 21/, Uür: Deutsches Opernhaus: Martha. Nachmittags Z NHr: Volksbühne: Merlin. Schiller»Theater Charl.: Hans SonnenstöherS Höllenfahrt. Lessing-Th.: Perlcberg. Eine Partie Piquet. Künsiler-Tb.: Der Blaufuchs. Siefidenz-Th.: DyckerbottSErben. Nachmittags 31it Uhr: Theater des Westen»: Dle Dollarprin�essin. Äb en dS TL Uhr: Volksbühne: Montag: Merlin und Mah für Matz. Wslhaha-Thester. U/.UHr: 3 Uhr: Die Prinzessin vom Nil. Theater für Sonntage 6. Oktober. Neces ßperettenhaüs d'/jUhr: Der Soldat der Marie. 7>/.übr; Das süße Mädel. Centrnl-Theater /» Uhr: Die Bßse m StaifcJiI. Deutisch«"« Opernhsn« uhrJßltoKErziiuüieD, Frlcdrich-W Ubcimst. Theater 3 Uhr: Der Troubadour. v/aUhr. Hamierl. Kleines Theater 5*1, Uhr: Kitcbclcl. 8 uhr: Liebelei. Komlache Oper 3lf4 Uhr: SchwarzwaldmSdet. rioU.:'' liustaplelhau« S'/a Uhr: So'n V.Tndlhnn«l uhj: Die späöisEiie fliese. Metropol-Theater 3 Uhr:"Wiener Blut. t�DieFasehiiigsiee Palast-Theater 8 Uhr: Der Stralauer Flschzus. �;Der StratoFischifii Theater L d. Königgrätzerstr. 71/, Uhr: Hnuch Im All. Kachm. 3 Uhr: Erdgeist. KomAfHenhann. 7": Die tanzende Nymphe. Km. 3*1, Uhr: Die Zarin. Berliner Theater. 7 1« U■ Blltzblane« Blut. Nm. 3 Uhr: Die tolle Komless. Casino- Theater. Lothringer Str. 37. Tägl.'/,S U.: Ein großer Tkeatei erfolg t Berliner Possen-Schlager her Re«tdan«-Ttaeater 3 Uhr: Dyekerpotts Erben. 7*/« uhr: Oer jßsie Zar. Mehlller-Th. Charl. 3: Hans SonnenstSB. HBIIenfahrt 7*1, Uhr -De? sietote Tag. Thalla-Theatop 3 Uhr: Chnrley« Tante, uhrDuterilertteDilenLinde Theater am Nollendorfplatz S-i-Uhr: Immer teste dnrffl 7 Uhr: Theater de« Weatcn« Die iustip Witwe mit Guido Thielscher. 3*1, U,: Die Oollarprlnzessln Wallner-Theater 3*1, Uhr: FrBhlingslutt. 7'/. uhr Gral BafeeBiclits. Kükük Idchtaplele Große Franklorter Str. 28. Der Verschwender Gr. Schauspiel mit Gesang. Usw. Mroehentags S Uhr. Sonntags 3 Uhr. Vorher da» neue Ottober-Progr. Gesang, Akrobatik. Hnmar t Sonnt. 3'!,: Ein tidelee Hohn. teter Der FrieDrlcfiM. Ecke Friedrich- u. Linienstr 7'l, Uhr. Tägl.: NorcL 8650. Kaiserplatz Z, I Tr. Ein lust. Stuck m. Musik v. Laufs v. MSIIondorff. Georg. L. Holms. Sonnab. n. Mittw. 3*1,: Hansel und Grete! im Znubervrald. Sonntag 3'),; Goldene Spiegel. J a. d. AudreanstraBe Gp.FrailIartEPStP.28. Heute' PMg 2 Vorstellungen 2 3*1, Uhr: Kleine Freie«. Kind. d. Hälfte! 7*1, Mir Trnde Hesterberg Inge I�aury Tegeniseer Bauorn-Vheater Die IIoHenhnlipr sowie der neue Oktober-Splelplan*. 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Vorverk. v. 10 Uhr nnunterbroch. klUHmiHMHUHttHd U.T U.T U.T gurfürtteadamm U.T Nollendorlplay UJj PolaNegri(UT Die Augen der Mumie M§ U.T ÄiretHtMenbanim Emst X�üfepitscla Der Fat! Rosentopf U.T Jl»Brtilwtft>lat u: UT Ossi Osswaßda loh möchte kein Mann sein U.T Hut. rtn Linden U.T Ktezanderplatz Hilde Wörner Der siebente Kuss U. i Frtedrichlirab« U.T Wemderosweg HviOkSW Der teutclswalztr Stuart Webbs 23. Abenteuer Ü.T Merltjplatz U.THasinheldd Ü.T Schftoeberg Valdemar Pfiiander Der ewige Rausch U.T Rftnnfrotorlerfttat!» Heinrich Scbroth Des rollende Hotel Joe Deebs neuestes Abenteuer Theater am Kottbuser Tor KottbuserSl 6. Leit,: Ferdinand Wagner. Tel: Moritzip.l48t-t! Täglich 7*1, Uhr: MF* Die große TBHI Variete- jlasstattnnp• Schau. Ueber jLOO Mitwirkende Hauptrolle: Anna Mliilcr- Uncke. ■■ Rose-Theater, Sanntag, den 13. 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Am 1. Oktober 1918 starb im Lazarett der Herren. mabschneider. Kollege. Richard Bonisch geb. 6. 9. 70. Am 3. September 1918 starb im Lazarett der Milttär- >chncider, Kollege Otto Monte geb. 22. 4. 76. Am 11. Juli 1918 starb im Lazarett der Militär. chneider. Kollege Karl Tcdteberg geb. 27. 7 84. Am 23. September 1918 starb im Lazarett der Militär- onneider, Kollege Hermann Rosenthal geb. 15 11. 75. ; 62/u Die Ortsverwaltnng. Am Donnerstag, den 3. Oktober, oerstarb nach lurzcm j Krantsein ganz plötzlich und völlig unerwartet unser lieber Kollege, Mitglied unserer Subtommission deS Arbeiter. ausschusses und deS Konsumvorstandes, 34356 Alfred Boesei im 39. Lebensjahre. Einer unserer Besten ging mit ihm dahin und sein! Andenken wird bei uns stets m Ehren bleiben.! Die Beerdigung findet am DienStag, den 8. Oktober, nachmittags 3'/, Uhr, von der Halle des Gcmeindcjried- hojcs in Steglitz, Bergstraste, ans statt. Nuhe sanft i» Frieden! Die KoZIezen der Firma Optische Anstalt C. P. G5rz, D Friedenau und Filialen. Allen Freunden. Tönnern und Bekannten die traurige Mitteilung, dast mein lieber Mann, unser lieber Vater, I Schwiegervater und Grostvatcr, der Bülstenmachermeister Äupst Leue nach einem rastlosen, arbcitSi eichen Leben in der Nacht vom 3. zum 4. Ottober nach kurzer, schwerer Krankheil sanst eutjchlasen ist. K1A zlie trauerndtn Htntkrbltebenrn. i ö»eutlchek MetZlIarbelter- Verband. Verwaltungtetella Berlin. Den Mitgliedern zur Nach- I richt, dast unser Kollege, der Schlosser Fraoz RequaH I Dunckerstr. 78, am 8. Dt« | tober gestorben ist. Die Beerdigung finde! l am Montag, den 7. Ot- lobcr, nachmittags 2'/, Uhr, von der Leichenhalle des EiiaS-.Kirchhoses in Nieder- sschonhausen- Nordend, aus l statt. !41/S uJ3R» Nachruf. Den Mitgliedern sernn zur Nachricht, dast unser Kollege, der Mclpantter SzalraMlH > Neukölln, Pflüget itr. 73. an I r9. Seplembcr gestorben ist. fiehrc ihrem Andenken Ute Ortsvei-wattung. Allen Freunden und Bcr- j war, dien die lierlraurige f Nachricht, dast unser-ia- ziger. keiggeliebler. Hofs. »ungsuoller Soon. der s Schütze 60A s Gninsil im Atter von 19 Jahre» i 1 Monat am>8. September � diesem nt ctzlichc» Bötker- lin. cn durch Etntchlagen s einen Mriie zum Opjer ge '£ i-urdcn ist. ij Dies zeigen an in Iics!len> j Schmerz r eine liest ctrüblc» t Ellern i 44»vald Gruner«,! zurzeit Lazarett, n- bil Frau| Berta gcb Grade Wenn Liebe könnte Wundci! tun und Träuen Tote welken sann dllrsie Dich, geticblci st Sobn, nicht tühieErde decken % Ml trage nur: Wai um'<\ Doch diele Antwort bi-id>! iiumm Eivtg beweint von Deinen untrösttiche» Eitern. öer ihn gekannt, weist was s wir vertieren. iaaMMBnaBaaMMona Den Mitgliedern ferner! ur Nachricht, dast unser J Eollege. der Schlosser Uiili ÄÜmann I Fmmanuelkirchstr. 11, am j j 3. Oktober gestorben ist. Die Beerdigung sindet! I am Montag, den 7. Oktober,! j nachmittags 3'/, Uhr. von der j Leichenhalle des Markus« l.Kirchhoscs in Wilhelmsberg- > Hohen-Schönhausen aus statt I Den Mitgliedern serner s s zur Nachricht, dast unser| | Kollege, der Schleifer Ernst Schröter Posen er Str. 18, am 3. Ok- | lober gestorben ist. Die Beerdigung findet j I am Montag, den 7. Oktober, s nachmittags 2'/, Uhr. von dei! Leiwenhallc des Markus« Nirchdoses in Wilheimsberg- Hohen-Schönhausen aus stall\ Den Mitgliedern serner iur Nachricht, dast unser ötollcge, der Giestcreiarbciter Ems! SileeK Admiralstr. 18 o, am 3. Ol- f lober gestorben ist. Die Beerdigung findet tam Dienstag, den 8. Ol- ! lobcr, nachmittags 3 Uhr. ! von der Leichenvalle dee \ neuen Jakobi-Kirchhojes in erHermanniliastc au» statt Rege Beteiligung wird er- warlet. Leuttcher i Cranzportarbeiten'erbanll. j Bezirksoerwalt. Grost-Berlin j Nachruf. Den Mitgliedern zur Nach. ! i ichl, daß unser Kollege, der l �Hausdiener 63/20 j Josek kossmsnn ! am 27, Septeniber im Aller von 52 Jahren verstorben ist. Den Mitgliedern ferner zur ! Nachricht, dast unser Kollege, | der Autosührer Ernst Nendsuer ! am 27. September im Atter I | von 55 Jahren verstorben ist. s Ehre ihrem Andenken! Die Bezirksverwaltung. I Allen Kollegen und Be- kannten die Trauernachricht, dast mein lieber Mann, unser! guter Vater, der Schmelzci Ernst �teeK nach kurzem, schwerem Krau- 1 lcnlager ani 3. Ottober im\ 55. Lebensjahre sanst ent- Ichlajen ist. 3442b s In tiefer Trauer Wwe. Amalie Mees« j und Kinder. Die Beerdigung findet am! Dienstag, 8. Oktober, nachm. I 3 Uhr, von der Halle des I neuen Jnkobi« Friedboss, j Hermannstraste, auS statt. ■tat Hierdurch allen Verwandten/ I und Bekannten die lies- ! traurige Nachricht, dast unser i ! inniggrlieblcr, herzensguter 1 und unvergeßlicher Sohn, I I Bruder und Bräutigam, der\ \ Flugzeugführer Waller Schalk am 2. 10. aus dem Flugplatz j Elscnmübie hei Voten töd- lich abgestürzt und bald da« raus im Lamrett verschieden! ist. und zirar im blübcndcn! Aller von 21 Jablcn. Du gingst zu srüb dabin.\ als eine Biüte, die der! Sturm geknickt. Wenn Liebe i töiinle Wunder tun und| Tränen Tote wecken, so l würde dich ganz sicherlich nichl kaite, schwere Erde decken. Zinbe sanst, du lieber Sobn, bis rinstmals wii uns wiederscbn. Dies zeigen in unendlich großem Schmerze an August Schall und Frau. als Eltern. Ernst schal k, als Bruder Ella Strinicke, als Braut Berlin SO. Cöpcnickerstr.l76 Die Beerdigung findet am j Sonnlag. den 6. Oktober nachm. 4 Uhr. aui dem! Eiuen-Friedhos in Pole»! statt. 3.156b Als Ovfei des Weltkrieges verstarb am 26 September 19:8 im Lazarett infolge seiner Perwundnng der Unteroifizier tUchard Neumanu Fnh des Eiselne» Kreuzes II. Klasse -m Aliei von 22 Jahren Um nill Teilnahme bitten Karl Neu an» u. Fru» alS Eltern. Walter als Br uder, zurzeit in engliicher iSesangenschajt, Hans als Binder, Erna Reumaun geb. Nedls als Schwägerin. eil Else Böhm als Braut Bcrl-n-Schöncvcig. Merieburger L.rane 6. Wer ihn g.lannt. wenz. vas wir verlo'en 7-5 qus prima Vollsfoffen, moderne Formen Pelar-fu�ier-Masilel mit allen Arten Pelzfufler, Pelzkragen u. Pelzbesätzen, - Mantel nur allerbeste Cyalitäten D. Levin Gegenüber dem Lnkergrundbahnhof ÄcmSvoigteiplah. r/ltanz plötzlich und uncr. � � wartet starb zu Frank- s fürt o. M. im 31. Lebensjahre j inein lieber Sohn, unser guter Bruder, der Schristgiester kudoll Grosse. Dieses zeigt im Nanicu j I aller Hinterbliebenen tiej- ! betrübt an 3447b s Berlin, 2. Oktober 1918. Franz Grosse. Am 8. Oltober verstarb! j plötzlich injolge Lungen- s cntzündung mein lieber! j Mann, unser guter Sohn,! ' Ichwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, der> I Tischler 3441b[ Alfred Boesei | int 40. Lebensjahre. Im Namen aller Ange- hörigen Tic irauerndc(Sattin Frida Boesel geb. Schulz. Die Beerdigung findet am I \ Dienstag, den 8. d. Mts.,| nachmittags 3V, Ubr, von| | der Leichenhalle des Steg- litzer Gcmeindesriedbofes, i Bergstraste, aus statt. Mpe. Für die vielen Beweise herz- iicher Teilnahme bei der Be- ei digung meine? lieben Mannes, unsere? guten Vaters am 30, Sep- tember sage ich allen Verwandten und Freunden, den Partcige- I Nossen und den Kollegen und Herren Chess der Firma Singer iKCo,, auch für die reichen Kranz, spenden nieinen innigsten Dank, Im Namen aller Hinterbliebenen Frau �gsig Boroczinski und Kinder. 56« Danhragung. Für die liebevolle Teilnahme und reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Gatten i-139 Max Szafranski sage ich allen Beteiligten meinen herzlichsten Dank, Neukölln, 3, Oktober 1918. Witwe Martha Szafraoski geb. Bernhardt, Pflllger st raste 73. Plötzlich und vollständig s ! unerwartet entschlies sanst> am 4, Oktober meine i»mig- relicbie Frau und Herzens- I gute Mutier Luise Henkel geb. Rossiu». In ticsslrm Schmerz I-'i-nnz Henkel und Sobn ilwaiöl, Ebarioltcnburg, Tauroggcner Slraste 46. Die Beerdigung findet am ! 8 Oktober nachm. 2.30 von l der 5�olle des Luisenfried« i boscs. Fiirslenbrunncr Weg. ! auS statt. 3449b Speiistam Dr. med. Hasche, Friedrichstr;90 ÄS Sebandl. von Syphilis. Haut. Harn-. Frauenleiden. Ipez.! chron. Fälle. Schmerzlose, lürzcstc Behandlg. ohne Bcrussslörung. vlutuntersuchung. 2>läst. Preise Teilzahlung. Sprechstunden 11 bis l und 5— 8. Sonin 11— l. sr (iünstigstc Bezugsquelle aller Art Pelzwarcn. Echte Skunksgarnitur M. 275. Große Auswahl.[* ). 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S. 1121) Allgemeine Bestim» niungen sür diese Wieder- Herstellung vom Kaiserlichen Anssichtsaml für Privatoersiche- rnng am 7. September 1913 genehmigt worden sind. Druckslücke der Allgemeinen Bestimmungen find in den Zahl- stellen zu haben. 287,11 Der Vorstand. Spezialarzt Dr. med. l.aabs deh. schnell, gründl., mögt. schmerzlos u. ohne BerusSsiör. Bsichlechiskrankhslt. geheime tiavt., Bern-, Ereuenleiden, Schwäche. Erprobteste Methoden Barn- und Blutuntersuchung. Kfiolgstr. m, ihr. 10— 1«'— 8 Sonnt 10— 1 � 100 bunte Postkarten schöne Köp'e, Liebess., Land. chait ulw. kä. 4, n. Empfang zu bczahien.Jnteress. Bücher. VOln-dÄ. einsdg. M. 1 Voreinsendung. J�hQuenzel�mhur�BA�A Echte Pelzmünt-l auf Bnikat-Seid« 1500, 1800, 2400 usw M-Sostome 21. 1 2/5. Clster aus Ja Stüffpn 165,£50 nsw lwpi �eide 26f. usw fttoR-Rö ke H'rrbbt-QuÄÜt&reQ best� Slo fe. 68 usv. Seidenröcke 85. 160 usw. 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Der Gintritt kann nnr den eingetragene» Mitgliedern gegen __ Vorzeigung der brannen itegitimationSkarte gestattet werden. Evsunelung 6unvK Lsusns'ivFF kirn änrebanz natüriiabsz, vSIIir nnsebäclljvbs» Hoilvsrkabron obn» jochs Benüasxäraug bei Nervon- und Stoffwechselkrankheiten jeder Art, wie Gicht, Rheuma. Adorverkallcung, Magen- und Darmleiden, Zuckerkrankheit Leberleiden, Schwächezuständen, Herzleiden sowie Lungen- und Halsleiden.— Verlangen Sie kostenfrei ausführliche ärztliche Broschüre.* Dr.(»ebhard& Cle, Kerliu 117 Potsdamer Str. 104. (Zexr. 1895. zu SommernPreisen I flntlliph KGrschner- t0i. «. wuillicw, meisten. dlpL37. jetzt Kommand&nten=Straße 23. Damen-Pelzmäniel, Herren-Gehpelze In großer Auswahl. Aulo-Pelze. Pelzwaren in allen Arten am Lager. Annahme von Umarbeitungen. uaL* 8chaltcrkragen, Pelerinen, "Vi'eiü- Füchse, Kreuz-„ Alaska-„ Silber- ,, felzwarea � Kragen».�luffeny� Kanin Btck. mm.»� � I c«mm r /in Alaskafucbs Silberfuchs 130 , 190 Preisw. Lager in r % isräer-D. 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Wunder «er Astronomie und andere« nedst ts weiteren AdbUdungen. von allem heutigen Erdenelend durch ein mute», uasttigemütze» Stnaofnstein, da» _ allen Menschen ungeahnte» Giück bringt Jnhatt»au«zug: Der Weltfriea.— Fürsorg« für die heimtehrenden Nrieger. — Grunozllge einer neuen Staatseinrichtung.— Der Staat sahst jedem Menschen ein artireichende» Gehalt aus Leb«u»z«tt.— Nur täglich dreistün-ixe Ardeitizeit Illr alle.— Mehr Lebeuasreudeu für jung und alt.— Ehe»der freie Liebe and Natur- che.— Das Heiraten der Mädchen wird immer schwieriger.- Mit Einführung der Naturebc wird«i besser.— Frauenemanzlvatiou.— Naturgemähe Linde: er, iehuug. Vermeidung von tomtheit und Siechtum aller Art und viele» andere mehr. Infolge ehr günstiger Aufnahme de, Kuchmhalt» Ist auf Wunsch»teter Leier ein« Ltga gegründet worden dt« diese naiurgemätzeu Lorschiäg« zu oerbreiten and gwimtrllichen sucht Männer und Frauen, welche der Ltga beitreten wolle». tmen die» schon erreichen, wenn ste die htcr empfohlenen zwei Bücher beziehen nnd sich ai» Mitglied anmelden. Auch ohne Bezug von Büchern tan» man»t» Mitglied beitreten. Aufnahmegebühr vortättfig nur Z M. Brei» je 4 IUI Porto je 20 Pf. Zu beziehen durch Bilz' Eanatorta«, Dreaoen.Nodedeui Btlj' Verlag. Leipzig, n. alle Buchhandi. Anrfllhrl. Pralpeki frei. QKZÄWtZrWcKez-� MGMBMW Jördepn und rauoheiL* nup s GARBATY. Speztolarzt 1 Dr. med. Kceben für F | Gstchlochtskrankheitan,| i Haut-, Harn-, Frauocleldan,{ ■ oenrBs. Schvjächa, Bein-{ kranke. Behaadlung; j schnell, sicher u.schmerz- ! los ohne Berufsstörrmg f 1 in Dr. ISomeycr«& Co.| j konz.Labor. f. Blatuntors.,[ | B'&den im Harn usw. f iRöniistr.Ä�iÄ'l ] Spr. 10-1 u. 5-8, Sonnt 10-1.| j Honorar rnklilg, a. 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Allgemeine Berliner Qmnlvus-Akt.-Gesellschaft. 22ÜliL* flTfTn((.�g4rrtHo IQ. r ZivS Friedensprogramm des Präsidenten Wiffon ÄS gc-etgnet- .Grundlage für die Friedensverhandlungen angenommen bar, sind ziach unserer Auffassung Takiachen von solch w e l t h i st o r i s cd e r Ilragweite, dasi unmöglich der Reichstag ohne sofortige eingehend« Diskussion darüber himseggehen kann.(Zu- Kimmung bei den iL Soz.s Ich will nur hervorheben, dah unter den Wilsonschen Fr-.edenSbedingungcn sich insbesondere auch die befindet, dasi ein unabhängiger polnischer Staat errichter werben soll, der alle polnischen Länder mit eigenen Meeresküsten umfaht. Indem die deutsche Negierung auch diesen Punkt zur Grundlage von Friedensverhand- tunaett akzepliert, erkennt sie zum ersten Male an, dast die Be» strebungen der polnischen Nation auf Bereinigung aller polnischen KandeSteile zu einem unabhängigen Staate berechtigt sind. sSehr wahr! bei den Polen und Unruhe.) Präsident Fehrenbach: Tie Wort�, die ich dem Abg. Haale .«nigegengebalten habe, gelten für Sie noch in erhöhtem Mage. Ich bitte, sich zur Geschäftsordnung kurz zu fassen. Abg. Seich«(Pole)(fortfahrend): Ich komme sofort ans den Zusammenhang dieser Tatsachen(Heiterkeit) und auf die Gründe, die für eine Diskussion sprechen. Ällseiiig wird das Vedürfnis .für«inen dauernden Frieden anerkannt. Der Reichstag rmist es pls seine Aufgabe betrachten, die Bedingungen für einen solchen dauernden Frieden unverzüglich klarzulegen. Deshalb erscheint uns eine sofortige eingehende Erörterung der Kanzler- rade unbedingt novvendtg.(Bravo! bei den Polen.) Abg. Eberl(So, 3.): Der Ernst der Stunde gebietet der Volksvertretung, alles zu tun, waL den Frieden fördert.(Sehr wahr!) Wir haben durch den Mund des Präsidenten zum Nichdruck bringen lassen, dah wir dem Friedensschr�t, den die Rcichsleitung unternommen hat, u n- sere Zustimmung geben. Nun wird die Aufmerksamkeit und da? Interesse unseres Volkes und der ganzen Welt daraus ge- richtet sein, welches Ergebnis dieser Schritt hat.(Sehr richtig!) Ich glaube, all« die, die es ernst meinen mit dem Frieden, dürfen nichts tun, was geeignet ist diesen Schritt zu gefzhrdeu. Der Vorschlag des Herrn Präsidenten sagt nur, daß unsere VerHand- lnngen auf einige Tage ausgesetzt werden, um»sehen zu können, welche Wirkung d«c Friedensschritt der deutschen Rc- gierung auslöst. Ich bin fest überzeugt, brausten in unserem Volke wird jeder einzelne verstehen, das« das Interesse des Volkes gebietet, nun alles zu tun, um den Frieden herbeiznfLhrru.(Leb- hafte Zustimmung bei der Mehrheit.— Unruhe bei den U. Soz.) Der Vorschlag des Präsidenten wird hierauf gegen die Stimmen der U. Soz. und Polen angenommen. Schluß: 5'/» Uhr. Der geschichtliche Tay. Es war gestern seit dem 4. August der größte geschichtliche Tag des deutschen Reichstags. Die Sorge, von der Präsident Fehren- dach in seiner einleitenden Rede sprach, ließ freilich freudige Stim- urungen nicht aufkommen. Aber über der Versarnmlung, die in dunklen Massen das ganze Haus von den Abgeordnetensitzen bis zu den obersten Rängen füllte, lag die feste Zuversicht, daß es nun zu Ende geht und daß unser Volk den schweren Aufgaben der kom- meniden neuen Zeit gewachsen sein würde. Die Rede des neuen Reichskanzler» läßt in jedem Wort den überzeugten Anhänger einer freiheitlich.n inneren Eni- Wicklung und eines auf Demokratie gegründeten Weltfriedens er- kennen. Ter neu« Mann der neuen Zeit führt sich als ein Mann fester S,ichl:chkoit und nicht der kling.nden Rodensart ein. DaS rednerische Pathos liegt ibm nicht, und die Bedcukun- 5.«t Worte giningi ihn, sich eng an seine Aufzeichnungen zu halte». Zum ersten- mal spricht«in Kanzler, der«n« erdrückend« er Volks- Vertretung geschlossen hinter sich weiß, die» und G« gut Teil sachlicher Nebereinstimmnng läßt auch bei der il r,>-' hörbare« Widerspruch nicht aufkommen. Als ein schlichter M> n steht Jxt Prinz" vor uns, während seine Rede anS einem dunkel gefärbten Legan hervorströmt, nicht als Herrenmensch, der in Kommando- ton das Recht einer angeborenen Autorität verkündet. Hinter ihm stehen dir neuen Staatssekretäre, die Genossen Scheide mann und Bauer, die ZentrumSabgcordneton G r ö- der und Erzberger, neben ihm sitzen die bekannten Gestalten v. lPaher und der Kolonialstaatssekretär Dr. So l f, der seit gestern auch dem Herrn m Hintze die schwere Bürde des Auöwär- tigen Amtes abgenommen hat. Dann Iriedberg und andere altbekannte Gestalten. Tausend Blicke heften sich an die neuen Männer, denen der schwer« Beruf geworden ist, unser Volk au? seiner furchtbarsten Zeit einer besseren Zukunft entgegenzufiihren! Nach dem Reichskanzler ergreift wieder der Präsident das Wort, einer der besten Sprecher des Hauses. Namen? des Reichstages billigt er dcn� von der Regierung unternommenen Friedensschritt und schlägt dem Reichstag vor�ihm die Einberufung der nächsten Sitzung anheimzustellcn. Dem widerspricht Haas«, der die nächste Sitzung auf den Montag festlegen will, und der Pole Seyda, der die sofortige Aufnahme der Debatte fordert und auf die Bedeutung hinweist, die die Annahme der 14 Punkte Wilsons für den Osten Preußens haben kann. Mit überzeugenden Worten weist Genosse E b e r t nach, daß es das Gebot der Stund« sei, die Wirkung der Aktion abzuwarten und sie nicht in vorschneller Debatte zerflattcrn zu lassen. Gegen die Unabhängigen und die Polen wird nach dem Borschlag des Präsidenten beschlossen. Kaum eine Stunde dauert die Sitzung, aber Stunden vergeben, ehe drinnen die Gruppen sich löse«, die das große geschichtliche Er- «ignis besprechen, und draußen die Massen, die das Haus umlagern und zu denen rasch die Kunde von den Vorgängen drinnen ge- drungen ist. Spät verlöschen die Lichter in den Fenstern, aber viele Augen werden in dieser Nacht offen geblieben sein. Deutsch- land hat gesprochen. Deutschland wartet auf Antwort! Was wirü Amerika antMorten! Rotterdam, 5. Oktober. Trr Washingtoner Komspon- beut der»New Nork Evening Po st", der manchmal über die Ausfassunz der Regierung genan unterrichtet ist, weist darauf hin, daß der Prastdcnt Wilson nicht nur in seiner letzten Redc, sondern auch in serner kurzen Antwort auf die F r i e d e n s n 0 t e B u- r i a n S sorgfältig vermieden hat, etwas zu sagen, was das deutsche Volk zu der Auffassung verleiten könnte, daß er einen Ausrottungs- krieg beabstchtige oder einen Frieden erstrebe, der dir berechtig. te» Wünsch» des deutschen Volkes vmilcln würde.— Nach dem republikanischen„Philadelphia Ledger- hofft man allge, mein, daß die Alliierten die Einladung Wilsons an»thmen. Das Blatt schreibt, die Vereinigten Siaaten wünschen nicht, die Leitung in die.Hand zu nehmen, aber es gilt hier eine sehr ernste praktische Arbeit. Amnestie. In unsorm Leitciufsatz ist schon angedeutet, daß die im Zuge defindliche Umwälzung der äußeren und inneren Ver- höltntsse auch die Befreiung derer mit sich bringen muß. die während deß Krieges wegen ihrer politischen Ueber- jeugungen u. den Kerker gekommen sind. Wir möchten für heute mir dem Wunsch Ausdruck aeben, daß dieses notwendige Ereignis sich so rasch mie möglich vollziehen möge. Eines freien Staates, der Deutschland seil dem heutigen Tage sein will,-st es unwürdig, in Zuchthäusern und Gefängnissen Männer und Zrauen zu beherbergen, deren ehrenhafte Ge- sinnung von aller Welt anerkannt ist. Ein friedliebendes Deulschland kann Menschen, die ihr? leiden'chqstliche Ariadens- liebe in Kcnslitt mit den bestehenden Gesehen gebracht hat, nickt als ä. rbrecher behandeln. Es soll verimedeu werden, in diesem Zusammenhang Namen zu nennen, um nicht den Anschein zu erwecken, als ob Unbekannte dieses Aktes der Gerechtigkeit weniger würdig wären als Männer, deren Namen in aller Munde sind. Zu den Unbekannten mochten wir ganz besonders auch die Opfer de s.Ja n u a r st' re i ks zahlen, wieder nicht, um andere zurückzusetzen, sondern um einem Gefühl der Solidarität Ausdruck zu geben, das bei der Leitung dieses Blakfetz nur allzu verständlich ist. Bekanntlich hat es an einen: Haar gehangen, daß mich zwei Nedakteure des „Vorwärts" Schicksalsgenossen jener„Landesverräter" geworden wären. Unser Wunsch, nicht nur sie, aber ganz besonders a u ch sie. so rasch wie möglich wieder in Freiheit zu sehen, wird uns daher von keiner Seite verdacht werden. Erneute Angriffe gegen Hooglede und Noeselure— Starke Kunipfe«ut Le CateZet, Beanrevotr, Moreossrt und«m Tamenlveg— Oeftiich von A!eims rück- wärtige Linien bezogen— Amerikanische Argonnenangriffe. Berli» b. Oho der 1918, a de»> d. Amtlich. Nördlich vou St. O. uentin und tu der Chi m 0 a g 11? wurden heftige feindliche Nngriffe abgewiesen. Ebenso ist zwischen den Li r g v n n e n und der Maas t.?r mit starken Kräften fortgesetzte Ansturm der Amerikaner gescheitert. Amtlich. Großes Hauptqnitrtitr. Berlin, 5. Oktober 1918. Westlicher KriegSschanhIaft. Heeresgruppe Kronpriu» Slvpprecht. In Flandern würben erneute Anxriffe deS Feindes gegen H 0 0 g l c d e und R 0 c§ r l a r e abgewiesen. Gegen unsere neuen Liuicn östiiii, von Arinentidre» ist der Feind über Boiö Grcnirr— FsurncS— WiuglrS und über die Bahn dicht östlich von Leus gefolgt. Bor C a m b r a i zeitweiiiz auflebende Artillerietätigkeit. Heeresgruppe Bsehn. Der Engländer setzte»ciderscitS oon L e Catelrt sei»« starken Angriffe fort. Er nahm Lc Eatrlct. Die Höhen nörd- lich und östlich der Stadt wurden gehalten. Der in Bean- t e 0 v! r eindringende Feind wurde im Gegenstoß wieder ge- warfen. Nördlich von St. O. n e n t i n griffen die Franzosen zwischen Seguchart nnd M 0 r c 0 n r il an. In L e S d i n ck und Biorcouet saßl-n sie Fuß. LeSdios nahmen wir wieder. An der übrigen Fron- und südlich von St. Quenti« scheuerten die feindlichen Augriffe vor unlcren Linien. Heeresgruppen Deutscher strvnpriaz ' und G a l l w i tz. Frimzose»»nd Italiener griffen erneut I« TeitvorstZßc« und im einheitlich geführten Auzriff unsere Stellungen nuf dem Rücken«nd ai> den Hängen de» yhemia des DamrS zwischen Ailctte und Aisnc an. Schleswig-Holsteinische und Würtlcmbergische Regimenter brachten die Anqriffe zum Scheitern. An der Aisue und Kaualfront sehr reg« ErkündnugS- tätig.cit, O e st l i ch von Reims haben wir in vorletzter Nacht unsere vordere Stellung zwischen P r u n a y und St. Marie ä P Y 00m Feinde unbemerkt geriiiimt und r ü ck- w ärtige Linien bezogen. Der Feind ist gestern über Pruuay— Tontricn— St. Svuplet gefolgt. Auf dem Schlacht.elde ,a der E h u m? a z n e nahine« wir im Gegenangriff die noch im Besitz de« Feindes»erdliebenen Teile deö Höhenzuges nordwestlich von G 0 m in e P t» wieder. Nach stärkster Fenervordeeritung griff der Feind beiderseits der von Somme— Py nach Norde» führenden Straße in dreiter Front an. Unter schweren Verlusten für den Feind sind seine Angriff« geschritrrt. Lrandrirliiirger und Schlcswig-Holstetner, Garde- Füsil irre, Pommersche, Badische und Rheinische Rcgimeutcr zeichneten sich bei Abwehr des FeiudeS besonders aus. Beiderseits der AiSnr Artivcrielauips ohne Infanterie- tätigkeit. Zwischen den Argonnen»nd der MaaS hat der Amerikaner gestern erfolglos angegriffeu. In Seit Argonnen»nd am Ostcande des Waldes sching württcmbergische Landwehr seinen mehrfachen Ansturm ab. O c st l i ch der A i r e stieß er bis i» dir Höhe von Exer m. out vor. Der Ort selbst, der vorübergehend verloren war, wurde wiedergrnoinmcn. Beider- scits von Geöncs wiesen badische, elsaß-Iolhringische und wcst- fälischc Regimenter jeden Ansturm vor ihre» Strllungru ad. Bc- sonders schwer waren die amerikanischen Angriffe, die sich beider- seits der Straße Montsaucon— Banthev ille gegen das Wasdgelände südlich von Cunel richteten. Wo der Feind vorübergehend in unsere Linien eindrang, warf ihn so- fortiger Gegenstoß wieder zurück. Das Jufantcrie-Htegimriit 4ö8 zcichncte sich hierdci besonders aus. Auch auf dem äußersten linken Flügel des AngriffSfrldcs habe» bahcrische Reseivc-Regi- menter ihre Stellungen voll behauptet. Der lkräfteeiusatz des Amerikaners bei seinen gestrige., Angriffen an Panzerwagen, In« fanterie und Artillerie war außerordeiillich stark, sein« blutigen Verluste waren außergewöhnlich hoch. Bei Abwehr feindlicher Panzerwag«« zeich. nett» sich besonders aus; In Flandern Leutnant Becker vom Feldartillerie-Zirgimtnt 16, die 3. Batirrie vom sächsischen Fußartillerie-Regimrnt 19 unter Leutnant Postrenecki, Bizeselstwebel Witt der 2. Batterie vom FußartiUrrie-Bataillou l27, Oberleutnant v. Glas und Leutnant Encker der 9. Batterie des dnye:ischeu Feldartillerie- Regiiuents 8. In de? Eharnpazne und an der Maas Leutnant Riilaffen und Stehli» vom 4. Gardr-Feldartillerre-Regimmt, Leutnant Schacfer vom Arldartillcrie-Negimeut 104, Uuterossizier Rackowaki von der Mineuwerscr-Kontpagnic 173, Leutnant Grothe vom Feld- artilleric-Rrgiment 229._ Wir schaffen in den beiden letzten Tagen 63 feindliche Fkug- zeuge ab. Leutnant Baeumer errang seinen 49. und 41. Lustsieg. Der Erste General?,, artiermeister. Ludeudorff. Der Verlust von Damaskus, K 0 n st a n t i n 0 P r l, 5. Oktober. Hrcresbericht vom 3. Ok- tobcr. An der Palnslinasrout herrschte Ruhe. Der Feind ist bis- her nicht über TainaStus hinaus vorgegangen. Auf den anderen Kriegsschauplätzen ist die Lage unverändert. der Natlsnalitatensturm im östsrrslchijHeZJ Nsichsrat. Viktor Adler über das Ereignis in Deutschland. Die VerhmiMungen des österreichischen ÄbAeordneterchauseS über die Regierungserklärung und über die FrtedenSanträge gieichen dem mächtigen Aufsprengen eines lange gesperrten VenttlS. In allen Reden ist Stoß und Sturm. Die alte Form de» Staat» soll aus den Fugen, weil sie die Kräfte, die sich in ihr drängen, bedrückt und unfrei macht. Eine neue erweiterte Form soll aus der ertdtich berstenden Hüll« heraus. Die rebellische, haßvolle Auflehnung des Tschechen Staue k ent» feffelte auch weiterhin deutschnationale Proteste. P ach er wies Staneks Schmähungen verächtlich ab und sagte dann: Di« Deutschen Oesterreichs verlangen ihr Recht aus Selbst- besttmmung und Selbswerivallung wie die übrigen Völker und stellen fest, beg von tschechischer Seite unter dem Schlagwort Selbst- bcstimmung Eroberung und Raub getrieben werden, indem 3>j Millionen Deutsche in den neuen tschcchoslowakiscken Staat auf- genommen werden sollen. Tie Deutschen in Oesterreich wolle« Ordnung«nd Brot. WennderStaatnicht hilft, dann werden die 19 Millionea Deutsche in Oesterreich zur Selbsthilfe greifen. Leidenschaftlich schlug D a s z y n s k y los. Er erklärte mit dem preußischen Militarismus muffe auch der alte österreichische Bureauokratismus und der magharischr Föderalismus versintc«, Dieselben Verhältnisse, wie sie für den Waffenstillsiand mit Bul- garien maßgebend seien, herrschten auch in Oesterreich. ES sei Zeit, daß man dem Beispiele Bulgariens auch in Oesterreichs folge. (Beifall bei Sozialdeuiofraten und Tsche sehen.) Alle Völler hättstt ihren Willen zum Frieden kundgLtau. Der Redner fragte: In welchem Sinne ist Berlin unser Verbündeter? Es ist nicht unser Verbündeter, es ist euer Verbündeter, euer H el- fers Helfer zur Bedrückung und Beherrschung der Völker. In Bezrünidung de? polnischen FriedenSantrageS verwies DaszhnS ky sodann auf die Hoffnungen, mit denen Polen in den Krieg gezogen, und erklärte, daß diese Hoffnungen infolge kleinlicher Schikanen zunichte gemacht worden seien. Er er- innertc an die Verhaftung d e s G e n e r a l SP i l s u d S k i, an den Prozeß in MarmoroS Sziget, cm die Behandlung Polens in Brest-Litowsk und bemerkte: Will man von den Polen Liebe, Anerkennung und Dank, will man, daß Polen ruhig den Nacken unter den preußischen Fuß beuge? Nicht einmal die Konservativen im Polenklub wagen jetzt, sich mit den deutschen Vertretern an den Konferenztisch zu setzen. Mit� einer Macht, die gegen alle Völker ist, wollen und werden wir über das Schicksal unseres Volkes nicht verhandeln. Di« Deut- scheu regieren genau s 0 in Polen, wie der Zar in Warschau regierte. Dieselben Spitzel, die für die russische Ochrana in Warschau gearbeitet baden, arbeiten nunmehr für die kaiserlich deutsche Fekdpolizei in Warschau. Die Polen hätten nicht dnS Verlangen, ihre Folgen innerpolitisch hier gelöst zu sehen. ES seider größte Erfolg, daß sich gestern die Parteien d e S Polen- klubs dazu entschlossen, der ganzen Welt zu sagen, daß sie eine einseitige Lösung der Polenfrage ableh- nen, nud daß die Bereinigung aller Polen zur Nnabhängigkeit auf dem Wege eines internationalen'Weltfriedenskongresses auSge- sprochen toerde» müsse.(Lebhafter Beifall bei den Parteigenossen.) Die politische Wichtigkeit seines Antrages liege darin, daß damit die aufirp.psluische Lösung vrrurtellt werde, und daß die Polen ihr Streben auf ein gscinigteZ unalchösu giges Polen richteten. Alle Nationalitäten Oesterreichs schickten für ihre Forderungen Redner vor. Auf die Wendung der Dinge in Deutschland ging Viktor Adler ein. Er führte aus:.In Deutschland lehrt die Not beten. Es ist das neben der russischen Revolution wohl m e r k!o ü r di g st e Ereignis, daß sich in Deutschland heute ein Ministerium gebildet hat unter dem Vorsitz eine» Prinzen aber mit dem gehörigen Einschlag von einem halben Dutzend Sozial- demokrateu. Die deutschen Sozialdemokraten, die das getan haben, bringen damit ei» riesiges Opfer, sie habe» sich nicht dazu gedrängt, Minister zu werden, aber haben geglaubt, ihre Hilfe bieten zu müssen, um daZ Steuer umzudrehen, um es im Moment der Not mit in die Hand zu nehmen und zur Vernunft, zum Recht und damit zum Friede» zu lenken. Das ist ein deutliches Zeichen für di« Aemolratiflerunz Deutschiands. Wenn hier mit reichlicher Neberhebung und Selbstgefälligkeit über Deutschland und über das deutsche Volk geredet wurde, so ge- hört das zu jenen Exzessen, die schließlich in so aufgeregten Zeiten begreiflich sind. Das deutsche Volk draußen ist über derartige Singriffe nicht erhaben, sondern sie treffe» es einfach nicht. Aber die Völker sollten nicht das Pech haben, daß ihre Vertreter den erste» Moment, tvo sie hier so frei von der Leber weg reden können, dazu benutzen, um ihrerseits ein Unrecht zu begehen, je mehr sie ge- kränkt wurden durch preußischen Uebermut, durch Redensarten auch hier im Haufe von Leuten, die mit Hilfe der preußischen Bajonette hier alles durchsetzen wollen, um so mehr sollten sie empfinden, wie unangebracht taktlos und schädlich es ist, in derselben Art fortzufahren." Der Weg, der die Gesundung deS Zusammenlebens der öfter» reichischen Völker züm ertragreichen Zusammenarbeiten anreizt, ist von der gestern veröffentlichten sozialdemokratischen Resolution ge- wiesen worden. dt'L Entente unö öie österreichische Krage. Born, b. Oktober.(Eig. Drahtbericht de».Vorwärts*.) Der Artikel de»„Temps* über die R-de HussarekZ zeigt eine auffassende Mäßigung gegenüber Hussarek, dem er hauptsächlich Unbestimmtheit vorwirft, ist aber von äußerster Schärfe gegen Tisza. Ueberhanpt scheint die Entente entschlossen, bei der öfter- reichischen Frage die Front vornehmlich gegen Ungarn za fehrqu Diese Richtung unterstützen auch die Jrvedentiste» mild Albert Thomas. die vulgaren räumen öie besetzten Gebiete. Lugano, 5. Oktober. Nach einer amtliche» Meldung auS Saloniki räumen die Bulgare» überall die besetzten Gebiete und ziehen sich nach Bulgarien zurück. Die Serben besetzten k u m a n 0 va und die Grenzlinie Obozno— Malechv—. Tzrini. Genf, S. Oktober. Stach einer Athener Depesche d-s.ProgreS de Lyon* hat am 2. Oktober die Besetzung Ostmazedo» niens durch griechische Truppen begonnen. Die Per- waltüngSsiäbe unter Leitung des Ministers deS Sleußeren Ractiva» sind bereits nach dorthin abgereist. Oesterreichs Zrleöensnote. Wie», 5. Oktober. Ter österreichisch-ungarischr Gesandte in Stockholm ist gestern vom Minister des Aeuszcrn telegrophisch beaustragt worden, die königlich schwedische N e g i e r u n g zu ersuchen, am 4. diese folgende Depesche an den Präsidenten Wilson gelangen zu lassen: Tie östrrrcichi'ch-nngarische Monarchie, welche den Krieg stets nur als B c r t e i d i g u n g s k a m p f geführt und wieder- holt ihre Bereitwilligkeit bekundet lmt, dem Blutvergicsirn ein Ende zu machen und zu einem gerechten und ehrenvollen Frie- den zu gelangen, tritt hiermit an den Präsidenten der Bereinig- ten von Amerika mit dem Antrage heran, mit ihm und seinen Berbüudelcn einen sofortigen Waffenstillstands zu Lande, zur See und in den Lüften abschlichen und im un- mittelbaren Anschluß hieran in Verhandlungen über einen Friedcnsschlns: einzutreten, für welche dir 14 Punkte der Botschaft des Herrn Präsidenten Wilson an den Kongreß vom 8. Januar 1918 und die vier in der Rede des Herrn Präsidenten Wilson vom 12. Februar 1918 enthal- tencn Punkte als Grundlage zu dienen hätten, wobei auch auf die Ausführungen des Präsidenten Wilson vom 27. Septem- ber 1918 Bedacht genommen wird. Kaiferiichs? Edoß an l�eer und Klotte. Berlin, 5. Ortober. Amtlich. Der Kaiser hat nach- stehenden Erlag an das Deutsche Heer und die Deutsche Marine gerichtet: An das Deutsche Heer und die Deutsche Marine l Seit Monaten stürmt der Feind unter gewaltiger Kraft- anstrengung fast ohne Kampfpause gegen Euere Linien an. In wochenlangem Ringen, vielfach ohne Ruhe, müßt Ihr ausharren und dem an Zahl weit überlegenen Feinde die Stirn bieten. Darin liegt die Größe der Aufgabe, die Euch gestellt ist und die Ihr erfüllt. Truppen aller deutschen Stämme tun ihre Schuldigkeit und verteidigen auf fremdem Boden heldenhaft das Vaterland. Hart ist der Stand Meiner Flotte, um sich den vereinten feindlichen Seesbreitkrässten gegenüber zur Geltung zu bringen und in unermüdlicher Arbeit die Armee in ihrem schweren Kampfe zu unterstützen. Mit Stolz und Bewunderung sind die Augen der Heimat auf die Taten des Heeres und der Marine gerichtet. Ich sage Euch Meinen und des Vaterlandes Dank. Mitten in das schwerste Ringen fällt der Z u sa m m e n- bruch der mazedonischen Front. Euere Front ist ungebrochen und wird es weiter bleiben. Ich habe Mich im Einvernehmen mit unseren Verbün- deten entschlossen, dem Feinde nochmals den Frie- den anzubieten. Doch nur zu einem ehren- vollen Frieden werden wir die Hand reichen, das schul- den wir den Helden, die ihr Leben für das Vaterland gelassen haben, das schnlden wir unseren Kindern. ObdieWaffen ruhen werden, steht noch dahin. Bis dahin dürfen wir nicht erlahmen, wir müsicn wie bisher alle Kraft daran setzen, unermüdlich dem Ansturm des Feindes standzuhalten. Die Stunde ist ernst. Aber wir fühlen uns, im Vertrauen auf unsere Kraft und Gottes gnädige Hilfe stark genug, unsere geliebte Heimat zu verteidigen. _ gez. Wilhelm I. B. WMrechtsvorlage im Herrenhaus. Der WablrechtZcnipschutz des Herrenhauses'beendete am Sonn- abend die erste Lesung aller drei Vcrfassungsvorlagen. Die zweite Lesung soll am Donnerstag, den Ib. Oktober, beginnen. Schaffung eines Reichsarbeitsamts. WTB. meldet: Die nächste Nummer des Reichsgesetzblattes vird folgenden kaiserlichen Erlaß enthalten: Auf Ihren Vortrag bestimrae Ich, daß die sozialpolitischen Angelegenheiten des Reiches, die bisher zum Gcschäftstreiz des Re ichSwi r tscha ftsam ts gehört haben, fortan von einor besonderen, dem Rolchslanzler unmittelbar unterstellten Zeirtralbehörde uirtr dem Namen Reichsarbeitsamt bearbeiter werden. Die au? diesem Anlaß erforderliche Verteilung der Geschäfte und Beamten des NeichZwirtschaftsaMtß baben Sie vorzunehmen. Großes Hauptquartier, den 4. Oktober 1918. Wilhelm. An den Reichskanzler Prinz Max von Baden. sende Kri-MmemmgSdezSye nach»rfcch vom». Jnnt»18 de- Zagen haben, wird ein außerordentlicher einmaliger KriegsteuerungSzuschutz, der au» dem GruNdzuschuß und dem Kinderzuschuß besteht, gewährt. 2. Der Grund Zuschuß besteht auS: a) einem ßststehenden Grundbctrage von ZOO Vi. für solche, die nicht Anspruch auf freie Verpftog-ung haben oder keine Entschädigung für die Feldkost erhalten, lbv M. für solche, die Anspruch auf freie Verpflegung haben oder die die Ent- schädigung für die Feldkost erhallen; b) dem Monatsbetrage der rewr-vn, um 39 M. geküßten Dienstvergütung. Die Summe von a und b beträgt zinsammen für die ohne Anspruch auf freie Verpflegung mindestens 459 M., höchstens 950 M, für die mit freier Verpflegungg mindestens 490 M., hoch- stens 909 M. 3. Der Kriegszuschuß beträgt für jedes zu berücksichtigende Kind 10 v. H. der Summe aus einem Grundbetrage von 259 M. und dem Monatsbetragc der reinen, jedoch um 39 M. ge- kürzten Dienstvergütung, mindestens jedoch 19 v. H. von 5 99 Mark, böch stens von 1999 M. 4. Kinderlos Verheiratete erhalten nur den Gvundzuschuß. Unverheiratete 79 v. H. des Grundzuschulscs. 5. Dir Personen, die am l. September 1918 neu eingestellt sind, find vom Bezüge des einmaligen Kriegsteuerungszuichusses aus- geschlossen, desgleichen die, die nach dem 1. September 1818 bereits ausgeschieden sind, oder die gekündigt haben, oder denen gekündigt worden ist. 9. Aus soziale Fürsorgerinnen, die laufende TesierungSbezüge erhalten, findet dieser Erlaß auch Anwendung; von der reinen Dienstvergütung sind ihnen jedoch anstatt 39 M. zwei Drittel des Wohnungsgeldzuschusses der betreffenden Tarisklasse abzuziehen. 7. Verrechnung fällt den Fonds zur Last, aus denen die Vergütungen gezahlt werden. 8. Im. übrigen sind die Ausführungen im Erlaß vom 4. Eep- tembe? 1913 maßgebend. 9. Hinsichtlich der übrigen Angestellten und der in der Etappe folgt besondere Bestimmung._ GewechchHzbelvWns Ter Bertrag mit dem Kgl. Proviantamt und die Löhne der Arbeiter. Der KriegScmsichuß, Unterabteilung für daS Handels-, TranS- und Verkebrsgewerbe halte sich mil folgender L o h n st r e i t- ' zu beicväiiigen: Die Speicverarbeiler der Firma Artur forderten eine Lohnerböhung von 1,59 auf 1,75 M. pro Die Firma et kannte diese Forderung»n Rücfsichl auf vie vort lache Frank! Stunde. Mißmut beim SimÜe der Landwirte. Eine Schimpfkundgcbung. Als Gegner der parlamentarischen Volksregierung meldet sich sofort der Bund der Landwirte. Sein Ausschuß hat eine Entschlie- ßung gefaßt, deren Niveau durch folgenden Wsatz herabdirigiert wird: Statt alle? daranzusetzen, um die gesamten Kräfte, da» Dun und Sinnen des deutschen Volkes allein diesem Fiele zuzuführen und es so stark zu machen, um diesen Kamps um Sein oder Nicht- sein zu bestehen, bat die D e m o k ra t i e die Zeit dieser ernstesten Not des Vaterlandes benutzt, um ihre eigennützigen Ziele zu verfolgen, und bat dadurch zur Schwächung unserer in- neren und äußeren Front beigetragen. Weiter verlangt der Bund der Landwirte eine.kraftvoll« vec- fassungsmäßige Monarchie' und Beseitigung der.sozialdemokvatischen Zivcmgswirtschast' gemäß dem Antrag R o e s i ck e. Dabei fällt die Bemerkung: Es ist widersinnig, auf der einen Seite dem Volke weitgehende politische Rechte zu geben und gleichzeitig diejenigen Stände, auf welchen sein Dasein und seine Kraft zum Durchhalte» beruht, in unerträgliche Fesseln zu schlagen. Bescheidenheit ist eine Zier. Tie Tonart der„Deutschen Tageszeiwng". Am Freitag schrieb die.Deutsche Tageszeitung' zu der Bildung der neuen Regierung, unsere Feinde hätten„einen großen unbluti- gen Sieg im Innern Deutschlands' errungen. Am .Sonnabend überschreibt sie eine Rotizz„Prinz Max— beliebt in F e i n de sfl a n d." Die» ist.dasselbe Blaft. daS. solange noch die Hoffnung einer Koalitionsregierung winkte, von der Notwen- digkeit einer fest geschlossenen Front im Innern schrieb. Wenn die Konservativen nicht mitregieren, mag auch die innere Front zum Teufel gehen! Eine NeichSstrlle für Kricgerfürsorge. Der ReichSbunb der KriegKbesch«digten und ehem. Kriegsteilnehmer bat heute dem Reichstaqspräsidium, den Führern der Reichstagsfraktionen und dem Reichskanzler eine dringende Eingabe um Schaffung einer Reichs stelle der Kriegerfürsorge überreicht. Unter Berufung auf den kaiserlichen Erlaß vom 39. September 1913. der dem deutschen Volle weitestgehentde Beteiligung an den ReichSgeschästen zu sichert, fordert er für die Neuorganisation der Reichsbeborden auch ein Reichsamt für Kriegerfürsorge. dessen Leitung in die Hände von Persönlichkeiten gelegt werden''oll. die das Vertrauen der Beteiligtcn in weitestem Umfange besitzen und aus der ständigen Fühlungnahme mit ihnen und ihren Organisationen Anregungen und Kräfte zzur Durchführung dieser großen Aufgabe schöpfen. Zu den Aufgaben der neuen Reichsstelle sollen in erster Reihe gehören: Fürsorge für KriegSberckxrdigte, Fürsorge für Kriegsteilnehmer, Fürsorge für Kriegerhinterbliebene, Fürsorge für die Familien der«inbcrufenen .Mannschaften.__ Letzte Nochrichten. Suchomlinow gcflüchket. HelsingforS, 4. Oktober. Der über die russische Grenz« nach Finnland entwichene Suchomlinow ldcr zaristische Kriegs- minister, drssrn schwerer Schuldantcil am Kriegsausbruch pro- I zessualisch fcstgestcllt wurde), ist nach mehrtägigem Aufenthalt in I. Den aus Annahmebedingungen und auf Vertrag beschäftigten Wiborg in Hclsingfors eingetroffen und bat die Erlaubnis erhalten, Personen d.x Heeresverwaltung die am 1. September 1918 lau-! sich einige Tage hier aufzuhalten, bis dir Weiterreise geordnet ist. herrschende Teuerung und die schwere Arbeu, welche die Arbeiter— m Fiage kommen 25 Mann— zu leisten haben, an. erklärte sich aber außerstande, dieselbe zu bewilligen. Die Arbeiter riefen des- Salb den ScblichtungSaussäniß nach§ 13 des Hilfsdienstge'etzes an. Vor dem«usicbuß begründete der Vertreter ver Firma den ab- lcbnenden Stanopunkr wie folgt:.Nach Ausbruch des Krieges babe die Firma mit dem Kgl. Proviantamt ein Abkommen getroffen. laut welchem sie dem'elben ihren Speicher während der Dauer des Krieges zur Versügimg stellt und dementsprecvend auch die Lager- tätze inkl. der damit in Verbindung stehenden Fubrlosicn und Ab- iragegebühren für dieie Zeit vereinbart worden sind. Niemand Hobe damals voraussehen können, daß sich der Krieg über vier Jahre hinziehen würde und daß in Rücksicht auf die nach und nach cinaetrelene Teuerung die Lohnsätze in dem Maße wie bisher ae- 'cheben. in die Höhe gehen würden. Dessen ungeacklet hgbe sie bisher die berechtigten Forderungeu ihrer Atbeiter erfüllt. Wieder- volle Verhondlungen mit dem Proviantamt zu dem Zwecke, die Lagersäve den Zeuernügsvelhältnissen entsprechend zu erhöhen, der- liefen erfolglos weil daö Kriegsministerium au dem mit der Firma abgeschlossenen Vertrag festhält. Auf den Hinweis der Firma, daß die Arbeiter den Abkehricheitt verlangen, falls ihre Fordminge" nicht bewilligt werden und für den jetzigen Lohn geübte Speickerarbeiler nicht zu haben sind, er« üärie das Kriegsministertnm. daß in diesem Falle der Firma ge« nugend Soldaten zu? Verfügung gestellt werden würden. Es kam dann schueßlich nach langen Verhandlungen doch noch eine Einigung zustande, indem sich die Firma bereit erklärte, den Lohn um 5 Pf., d. h. von 1,50 M. auf 1,55 M zu erhöhen. In Rücksicht auf die hier� geschilderte Situation nahmen die Arbeiter diese« Zu- peständnis an, da etwaige Maßnahmen ihrerseits nach Lage der Verbältnisie eine Aussicht aus Erfolg nicht haben konnten. Auf die Anfrage de? Vertreters der Firma, ob der KriegSaus- schuß in der Sache nickt etwa? unternehmen könne, wurde darauf bingewiefen. daß dies nicht angängig sei. Der Ausschuß sprach jedock feine Verwunderuna über die Stellungnahme deS Kriegs« Ministeriums in diesem Falle aus und wies darauf hiu, daß viele ähnliche Vertrüge, welche kür die Dauer des Krieges abgeschlossen wurden, in Rücksicht auf die durch die lange Dauer deS Krieges bervorgsrniene prekäre Lage abgeändert worden sind: er riet in diesem Falle vielleicht daS MieteinigungSamt in Anspruch zu nehmen. Zu einer imposanten Versammlung hatten sich die Arbeiter und Arbeiterinnen des K g l. F e» e r« Werkslaboratoriums zu Spandau vereinigt, um Stellung zu der neuen Lohnordnung zu nehmen. Der große Saal des Reuen StadliheaterS war bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Obmann des ArbeiterauSschnsseS erstaltete den Bericht, aus dem hervorging, daß die Durchführung der neuen Lohnordnung gerade in diesem Betriebe besondere Schwierigleiten macht. Von einer loyalen Auslegung kann auf kemen Fall gesprochen werden. In der Diskussion kam ein lebhafter Unwille zum Ausdruck und der ArbriterauSschuß wurde beauftragt, nochmals mit der Betriebs- direktion Über die Beschwerden Rücksprache zu nehmen, und wenn die Direktion nicht das gewünschte Entgegenkommen zeigt, soll der Arbeiterausschuß Beschwerde beim SchlichtungSausschuß erheben. TeuerungszuwgLn in den Setrieben h'esresverWaltung der für die auf Annahmebedingungen und auf Vertrag beschäftigte Personen der Heercövcrtvaltung. Eisenbasinerbewegung in England. Ans Bern wird uns geschrieben: England ist an einer großen wirtschaftlichen Krise mit knapper Not vorbeigekommen. In letzter Stunde ist der Ausgleich zioischen der Regierung und dem Ber- band der Eisenbahner zuwege gebracht worden. Die Ver- Handlungen brachten den Arbeitern Zugcstäiämisse. die für dxn neuen Geist, der in der Kriegszeit in der organisierten Arbeiterschaft ein- gezogen ist, charakteristisch ist. Das Kompromiß enthält nämlich folgend« Punkte: 5 Schillmg Zulage fiir Männer und Frauen über 29 Jahr«; 2,0 Schilling für Jugendlich« beider Ge- schlechter; Zusage der Regierung, mit größter Beschleunigung ein Komitee einzuberufen, das die Gleichstellung der Man» ner. und Frauenlöhne studieren soll; Gleichstellung der Bureaubeamten mit den Arbeitern; Ausarbeiwng eines Scheiiias von automatischen Lohnerhöhungen im Zusammen- hang mit der Verteuerung der Lebensmittel. Gleichzeitig mit dem Eisenbahnerverband hat der Verband der Lokomotivführer und Heizer eine parallele Bewegung be- gönnen. Hier sind die Ausg'eichsverhandlungen noch nicht abge- schlössen. Zum Vergleich mrt anderen Landern erwähnen.wir, daß die Gebaltszulage für erwachsene Arbeit« seit Beginn des Krieges nun- mehr tuf 30 Schilling wöchentlich, das sind 129 Prozent, gebracht worden ist. Dabei ist die Teuermig in England mit der in Deutschland nicht zu vergteirhen. SetaithootUtoi kür Bolttff:«rtch Rurtitte, Berlin i für den adrigen Teil dt« iHaticV WfTld Scholz, Neukölln, für Anzeigen Theodor Glocke, Berlin. Verlag: VorwärtS-Vtrlas». ur 6. iPctlin. Druck Vorwärl».?u»drucktrei und VerlagSanstall Puul Singer a. So. in Verltn. Ltndtnstrabt Z. Hitrzu 3 Betlagt». rfPejißeieu Damenhüte Sammeihandhüie an�arn. mod. formen lÖrZS* 19,25 Ungarn. Filzhüte und farbig 26.50 Haar-, Velours und Sammethüte in rr.od- Form. u. färb, zu mäuiRen Preisen I Sammeihihe.._A in modernen tomen 44 50, O/.l/U Garnierte Üamenfilzhüte 27.50 Garn Sammethüte 31.50,45.50 Garnierte Haarfiizhüte•• 52.50 Tut Partikel Paradies-, Krön u.Stang.-Reiher Glatte und gemusterte Bänder in Rroßei A tswanl Spitzenschleier mii Bordüre, senwarz.. tJ-lft', 4.0tf Phantasie- Bandosi. 75, 3.5j), 5.25 Straußlederkränze.. 3.25, 5.50 Handschuhe Damen-Lederhandschuhe G!ac<£ schwarz, mit 4 Druckknöpf. 4>90 Glace weiß, mit 2 Druckknöpfeu 4 00 weiß, mit schwarz. 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