Ur. 281* 38. Jahrg. Bezugspreis« 8 lettetiMru 6,40 SRI. nronafl.t»«*«. frei in» H-x».»>«rauS,ahlI>-li.Stn�In« «Ummern 10«fennla- P«itde,ug» äüuaamd), vom OoMchalter ufjubolen ).8C aHl. Horn Mtlejlriflet«»Hau» ze- kracht l.g< MI. Uni« lkreuzdand fiit Deullchiar d und Oeilerreich- Ungarn »,— Sit. fflt da» fldriae«u«land 6,60 MI. manatit*-"erlernt in» Fei» »ei direkter Bellelluna rnonalt.«,— Mi. 8o!tbe!le0unaen nebrnen an Dün» mark. Holland. Luxemburg. Schwede» «Nd die Schweiz.»Ciaeirogen in»k �«si..>ellung»-8ret»Nft», «rlchetni täglich. relegramm. ildreg« .Sozialdemokrat Bcrlt»�, Vevlinev VolKsblatk. (l0!>ksnnlg� AuzeigeuprelS» DleHeSengelpalteneKoionelzellekoslet 60 Pfg.„kiielne Zlnzeigen", da» teitgednicüe Wort 80 Mg. lzulSjsig S lertgetaickie Worte), jede? weitere Wort 16 8fg. Etellengeluche und Lchlalltellenanzeiaen das erste Wo« 20 P'g.. iede» wettere Wort 10 Pig. Wone über 16 Lach'laden zählen für zwei Sorte. leneningSjnifmitig SOO/o. Familien-Anzeigen. polnische und gemerisch ältliche Verein»- Anzeigen 70 Vlg die Zeile. Anzeigen iitr die nächste Summet müssen Di« 5 Uta nach mittags im Hauptgelchäft. Veri.ir EW. SS, Liudenstrahe S, abieaeben werden. SeSflnet von« Uhr irSh bis 7 Uhr abend». ZintraXovgxn der fozialdemofirati feben Partei Deutfcbtanda. Keöaktion: EW. 68, Linöenstraße 5. Aernldrecher!«mt Moetppla», Str. 1»1»0— liil»7. kxpeütttou: EW. 68, Änöenstraße 3. Siernlvrerlier:»mr Moritzplatz, Nr. IS1 90— Ißl 97. / Grey für den Völkerbund. Wilsons fragen und die deutsche Antwort. Die amerikanische Note ist im Laufe des gestrige» Tage» im amtlichen Text in Berlin eingetroffen. Die deutsche Antwort wird im Lau.e des heutige« Tages fertiggestellt werden. Der Bundesratsausschutz für auswar. tige Angelegenheiten tritt heute vormittag zusammen. Äe Veröffentlichung dürfte für heute abend oder morge« früh zu erwarten sein._ Konferenzen beick Präsidenten Wilson. Washington, 11. Oktober. Associated Preß meldet, daß Präsident Wilson mit General March und La». sing konferiert habe. Man erfährt, daß der Präsident z u Unterhandlungen bereit sein werde, sobald Prinz Max von Baden auf die gestellten ffragea geantwortet habe. Man müsse aber gut verstehen, daß der Präsident nicht die Absicht habe, mit Deutschland eine Reihe fruchtloser diplo- matischer Brspvechunge» zu beginne«. Konferenzen im Ententelager. L o n d o», 11. Oktober. Lloyd George, Bona» Law, Lord Robert Cecil und GcneralstabSches Watso» sind heute nacht aus Frankreich zurückgekehrt, wo sie eine Konferenz mit Clemev- c�"..O»lond-i,'lsichnn und Konmno und den. M/»rinebehörden der Alliierten batteu._ Srep über Zrkeöen und Völkerbund. London, lt). Oktober.(Reuter.) Lord Grey hielt heute in einer Bersammkung in der Central Hall von Westminster eine Rede, in der er Wilsons Politik eines Bundes freier Na- tionen unterstützte. Nachdem der Arbeiterministe- BarneS, der den Vorsitz der Versammlung führte, darauf hingewiesen hatte, daß kein Völkerbund möglich sei, bis der preußische Mi» litarismus entwurzelt wäre, begann Grey seine Rede damit, daß eines der Ziele der Verswnmlung sei, die Re» gierung bei der tatsächlichen Führung des Krieges zu unter- stützen. Der Hauptzweck der Versammlung ergebe sich aber aus der sehr bemerkenswerten Rede deS Präsidenten der Vereinigten Staaten(Beifall) vom 27. September, in der er einen ausdrücklichen Appell an die Alliierten richtete, zu erklären, ob Wilson in seiner Deutung der entscheidenden Fragen des KriegoS oder in seiner Ansicht über die Mittel, wo- durch eine Regelung erfolgen könne, eine irrige Anschauung ver- tritt. Kurz darauf sprach B alfour in demselben Sinne»nd eben hat Barnes gchprochen. Das sind im gewissen Sinne Antworten an Wilson. Grey ftchr fort: Unser Zweck heute abend ist, klarzustellen, daß wir alle darin übereinstimmen, daß jene Erklärung über dir ent, scheidenden Fragen des Krieges auch die unfrige ist, und daß wir an bwfe Methode,»in« Regelung diosor Fragen zu erreickM, für die Wilson so ernst eintritt, glauben.(Boifall.) Natürlich mutz die amtlich« Antwort auf eine Frage von so groher Wichtigkeit vom Premierminister gegeben werden.(Beifall.) Wilson verlangt Einigkest der Verbündeten und für dies« Einigkeit werden die Verbündeten sorgen. Der Friede ist in Sicht, aber noch nicht in greißborer Nähe. Jeder Mangel an Uateostützung der Regierung, jede Uneinigkott unter den Berbündeton, alles, waS Deutschland Hoff» nun g' auf eine RemiS- Partie gäbe, würde di« S« ch e des Friedens zurückweichen lassen. Während keine wirk- liche Aussicht, einen wirklich guten Frieden zu sichern, vernachlässigt werden darf, müssen wir doch bodsnken, was für»in Unding eS fein würde, wenn wir nach Boginn der Frioden«k»nfeo«ng und in dem Glauben, daß der Kriog irttn zu Ende sei, herauSfstnden, daß di« militärischen Machthaber Deutschlands noch rnnner die wirklich maßgebenden Leute seien, und datzderganzeFriode, wäh. rend er diskutiert wird, von den Männern unter. graben wird, die den Krieg begonnen haben und deren politische Stellung zum Kriege sich niemals geändert hat. Das mutz um joden Preis vermieden werden. Deswegen halt« ich Wilsons Antwort für ein« entschieden« und verständige Antwort. Die deutschin Kanzler erschienen auf der Bich»« in den lotzton paar Monaten wie flüchtige Phantom«, wir wissen nicht, woran wir uns YMlchStich der Autorktgt, die hinter jede,,»i«s«tn«n sieht, zu haßton habon. Wir mässon uns bot RoichS» tagSrofoirrtion vom Juki lSl? orinnorn. Di« mtkßtidrifche Sage Sndoote sich zu Deutschland» E�wstvn. Da» vagobuiS waron die Verträge»o« Brest. Sit, wSk und Bukarest, ein« deuBich« Verspottung der NetchStogSresnlution, da sie ihren Zweck erfüllt hatte. Wilsons Antwort entwickelt die Klarheit und Vorficht, die absolut«forderlich ist. Grey lehnte den Ged-anken ab, daß d« Völker- buad ein B»»b d-sx MTlt-sxteg sein soll,«n bis SS- ptematie einer besonderen Gruppe pcm Nationen aufrechtzuerhalten, ebenso den Gedanken, daß der Plan eines Völkerbundes als Ersatz für eine erfolgreiche Beendigung des Krieges erwartet werden könne. Der Völkerbund müsse seinen Ausgang von einem erfolgreichen Abschluß des Krieges nehmen (Beitzall). Grey stimmte Wilson zu, daß der Völkerbund nicht jetzt gebildet werden könne Trotzdem müsse sein Apparat im voraus vorbereitet werden. Er fuhr fort: Der BMerbumd muß beim FHede« gebildet werden, sonst ist die Aussicht, datz er jemals gebildet wird, gefährdet. Des- wegen sollte die Regierung durch die besten Geister, über die sie verfügen kann, einen Plan entwerfen, damit diese Ding« geklärt sind. Nachdem Brey über die fiskalischen Fragen und diei Frage der Abrüstung gesprochen hatte,«rklärj« er: Wilson hat wiederholt darauf gedrungen, daß der Völkerbund ein Bund sein müsse, in den auch Deutschland aufgenommen werden kann. Wir dürfen keinen Sorwand finden, Deutschland an» einem Grunde auszuschließen, alZ datz jedezu dem Bundegehörige Regierung ein freies Volk repräsentieren mutz,«nd- schlössen� die Ziele deS Bundes in aller Aufrichtigkeit auszuführen. Wilson hat wiederholt erklärt, datz man keiner Regierung vertrauen könne, die nicht die Beglaubigung vorweisen länn«, daß fi« das Vertranen de» Volkes hinter sich habe, uiü» diesem Volk und niemand anderem veraniw örtlich sei. Der Völkerbund müsse«in« A-uts r liä i und internatie n a l e Macht darstellen, durch di-s z. B. Fälle erledigt werden könnten, wo eine klerne zurückgebliebene Nation sich gegenüber einer stärkeren Nation weigert, ein Unrecht wieder gut zu machen. ES würde das Entstehen internationalen Argwohns und Eifersucht der- mieden werden. Der Völkerbund könnte auch wenig organisierten Ländern tochnrschen Beistand leisten, wie den Seezoll dien st i n C h i n a, wogegen jetzt große Hindernisse in der internatioinrlen Furcht und Eifersucht bestehen.. Grey schloß: Es ist unmöglich, eine absolufe Sicherheit zu erlangen, aber der Völkerbund, wie er von Wilson entworfen ist, würde die Aussichten auf Sicherheit erhöh en und die internationalen Beziehungen auf ein höheres Niveau heben als jemals. » Grey sagt, daß der Krieg nicht als ein? RemiSpcrrtie enden solle. Wenn das nicht heißt, der Krieg solle mit dem Unterwerfungßsieg von Völkern über ander« Völker, sondern vielmehr mit dem Sieg eineS Prinzips über ein anderes ihm feindliches Prinzip enden, dann sind wir mit ihm emverstanden. Der englische Staatsmann bekennt sich, nicht erst seit heute, zu dem Prinzip einer freien Volker- gemeinßchaft, innerhalb derer unparteiischer Rschtsspruch. nicht blutiges Waffenglück die letzte Entscheidung fällt. Er bekermt sich als Gegner des Prinzips, das die Zukunft der Welt nach militärischen Machtentsckkeidungen bilden will. G»ey darf aber nicht Abersehen, daß da« von chm ver- kündete Prinzrp auch in seinem Land« und in Frankreich entschiedene Gegner hat. Sie sind für seinen Sieg in diesem Augenblick gefährlicher als die früheren Be- Herrscher Deutschlands, in denen das Ausland mit Recht Der- troser der Machttheo*!«, aber mit Unrecht ihre einzigen er- »sickt. Der Giog, den Grey sticht, usiod also mehr als auf den Schlachtfeldern im eigenen Land« zu gewinnen sein. Die Rechte des rnßtjchen revolutionären Kriessrates. Moskau, S.(Oktober.(Rosta.) Die Leitsätze des revokukiimAoen KriegvrawS, die in der Sitzung d«s Zentral-Exetuttv-AuSschusseS vom 30. September angenommen find, haben folgenben Inhalt: 1. Der revoluttonär« KviegSrat der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjet-Republik ist Vi« höchst« Kriegsmacht im Lande. All« Kräfte und Mittel des Volke» werden diesem re- voluttonären KcieySrat für die Verteidigung der Grenzen der Sow- jetrepubtik zur Verfügung gestellt. Alle Sowjet, nstitti tionen sind verpfttchtvt, di« Forderunge» de» Russische» KriegSrate« vor allen andoren zu begutachten und zu erfülle«. L. Der revolutionär« KriegSrat übernimmt die Recht« de» Kollegiums de» KrtegSvolkSkommtssaciat», dessen Mitgli*«dr auch dem Rate angoybren. 8. Me KriegKsichstutionen sind dem revolutionären KviegSrat it m?deeot. 4. Der Volkskommissar deS Krieges sst Vo«-- sitzender des reveltionäaen KriegSrate». S. Der Obsrkommandierends ist in allen Fra- gen de» strategischen Handelns vollkommen selb- ständig. Same Befehl« werden von einem Mitglied des Kalle- gnrms g egongezeichnet. Im übrigen genießt der Oberkomman- dmsttde die Rechte eines KollognumnitgltedeS.____ vie MSeutschen spielen mit öem Zener. Am Donnerstagabend hat sich in Berlin ein seltsames Schau- spiel zugetragen: Eine Gruppe Mldeutscher versammelte sich am Könrgsplatz vor dem Eisernen Hindcnburg, um dort unter freiem Himmel für die Fortsetzung des Krieges und gegen die Friedensarbeit der deutschen Regierung zu demonstrieren. Pa- triotische Lieder wurden angestimmt, Ansprachen gelialten und alle Mittel zur Erhitzung der Stimmung angewendet. In den Ruf„Hindenburg, rufe unS, wir folgen dir" klang die Versammlung aus. Aus der alldeutschen Presse klingt unverhohlene Freude durch, daß man der Polizei mit dieser unangemeldeten Ver- sammlung unter freiem Himmel ein Schnippchen geschlagen habe. Es ist nun gewiß auffällig, daß von der Polizei, die bei jeder Kundgebung der Ärbeiterfchaft stets in scharen auf dem Platze ist, hier niemand zu sehen war, aber diesen Erfolg miß- gönnen wir den Alldeutschen- nicht. Wir Sozialdemokraten haben ja selber das Recht auf die Straße oft und kräftig für ims in Anspruch genommen und auf demselben Königsplatz und m dem angrenzenden Tiergarten in den Zeiten der Wahl- rechtskämpfe wacker demonstriert, während wir Herrn v. Ja- gows Polizisten nach Treptow geschickt haften. Der Unterschieb ist nur, daß auf unseren Ruf damals Himderttaujende kamen. während die alldeutsche Demonstration mit wenigen hundert Teilnehmern durchaus nicht imposant verlief. Freilich muß bei dieser Gelegenheit daran erinnert lver- den, daß die Herren, die am Donnerstag auf dem Königsplatz den Belagerungszustands in die Schranken forderten, dieselben sind, die sich seinerzeit nicht genug über das„ungesetzliche" und„re- beilische" Vorgehen der Sozialdemokratie entrüsten konnten. Wir nehmen gern zur Kenntnis, daß sie nur so lange Hüter der Ordnung und Gesetzlichkeit waren, als sie sich Herren des Staatswesens glaubten. Mit dem Augenblick, da sie sich de- pojsediert fühlen, ist ihnen die Gesetzlichkeit Wurst, sie pfeifen Plötzlich auf Ordnung und Polizei. Wie gesagt, wi rnehmen das zur Kenntnis und ziehen unsere Schlüsse daraus. Aber in höherem Maße als die mehr oder minder rechtliche Grundlage des Vorgangs interessiert uns seine sachliche Bedeu- tung. Die„Deussche Zeitung" kündet an, daß sich derartige Demonstrationen in nächster Zeit noch öfter wiederho- len sollen. Wie wir erfahren, wird der Schauplatz einer der nächsten sogar eine Kirche, die TrinitatiSrirche in Charlottenburg, sein. Wir wissen nicht, wer das Gotteshans zum alldeutschen Versammlungslokal hergegeben hat, erwarten aber nähere Ausschlüsse darüber, ob die nächste sozial- demokratische Versammlung ebenfalls dort stattfinden darf.— Jedenfalls ist die Tätigkeit der Alldeutschen in jeder Weise auf- fällig. Man sucht mft allen Mitteln die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und die Bolksstunnumg zu erhitzen. Unwillkiir- Kch denkt man zsrilck an jene Trupps, die in den ersten August- tagen 1S14 Stmßen und Lokale d-urMegen, Firmenschilder mit Frsmdn»«rten d«n»sisrten, Leute von fremdländischem Aussehen verprüsefte» uff. Kten Zwoifel, di« UMeutschen Pinnen etteaS. Und was sie Plan«,, ist nicht wo« ig. Ein paar Tage vMwen sie über den Verlust ihrer Ptecht fass«»ASk»S, jetzt suchen sie das Verlorene wi«t>eo»«g«winnen. DaS Ziel der H«veg,nlg ist ganz klar: die BolkSregierunjz s»ll gestürzt und eine Dikta- tur zur Fortführung deS Krieges errichtet werden. Auf diesen Plan deutet der gesamte Ton der all- deutschen Presse, darauf deutet ihr Treiben m der Oeffentlich- keit hin. Einen Fingerzeig gibt«ich die auffällige Betonung des UmstandeS in der alldeutschen Presse, daß unter den De- monstranten am Hindenburg sich zahlreiche Offiziere in Uniform befunden haben. In alldouttchen Kreisen hält man die Volksregienrng offen- bar für schwach und glaubt, sie durch einen Putsch beseitigen und damit die Friedensverhandlungen durch- kreuzen zu können. Vielleicht wartet man in jenen Kreisen nur auf ein bestimmtes Signal. Es gibt ja noch manche Stelle im Reich, die sich mit dem neuen Kurs nicht befreunden kann. Wir find weit entfernt, gegen dies alldeutsche Treiben die Polizei zn Hilfe zu rufen, die sich ja auch am Mittwoch nicht hat sehen lassen. Aber selbst wenn sie zur Stelle wäre, würden wir ihr abwinken. Eine VslkSregierung kann und darf nicht unter dem Schutze deS PolMiMel» ststz-m. Air a p p e l l i c- ren gegenüber den alldeutschen Machen- schalten an die Wachsamkeit do» Volkes. Das Volk muß die BolkSvegierimg schützen. ES gist, gegen jeden An- schlag von alldeutscher Seite gewappnet zu sein. Ein Vorgehen, wie es durch die Demonstration am Mittwoch angekündigt ist, muß das Boll bereit und zumSchutzc der neuen Frei- he U ewtjchloj.j�-u siudeu. Jeder alldeutsche Borsich, baZ. m akke Regimmk MeSer berzustellett, muß SN 8eM SnksiNoffmm Widerstand des Volkes und namentlich der Arbeiterschaft scheitern. Die alldeutschen Reoolutionsspieler aber mögen folgendes bedenken: Das deutsche Volk hat sich ihnen gegenüber bisher außerordentlich nachsichtig erwiesen. Lebten wir in Frankreich kein Zweifeh daß heute schon das ganze Land von dem Rufe widerhallte:„Zur Verantwortung mit den Schuld i genl Vor Gericht mit denen, die uns in Friedens zeiten den Krieg als Jungbrunnen und Erlösung gepriesen haben, vor Gericht mit denen, die bei Kriegsausbruch jubelten, und denen die Kriegserklärungen gar nicht schnell genug folgen konnten, vor Gericht mit denen, die mrs über die amerikanische Gefahr täuschten und mit aller Macht den Schritt erzwangen, der uns die Feindschaft dieses Hundertmillionenvolkes mit allen ihren Folgen eintrug!" Das deutsche Volk denkt ruhiger. Seine Gedanken find zunächst nicht auf die Bestrafung der Schuldigen, sondern auf die Liquidierung der jetzigen Situation gerich- tet. Sieht es sich darin aber durch die Hetzarbeit derer gestört, die alle Ursache hätten, im Hintergrund zu bleiben, muß es da- bei noch„Schmach"- und„Schande"-Rufe seitens der Urheber des Unheils einstecken, bemerkt es sogar, daß diese minieren und intrigieren und den Sturz der zivilen Gewalt, der ersten in Deutschland, die das Vertrauen des Volkes hat, anstreben,— dann könnte es endlich auch einmal mit dieser Ruhe und Geduld ein Ende haben. Das Volk hat zu der Friedensarbeit der jetzigen Regierung volles Vertrauen, umsomehr, als es weiß, daß alle entscheiden- den Beschlüsse von ihr allein ohne jede Beeinflus- sung dutch andere Stellen gefaßt werden. In diesem Zustand wünscht es keine Aenderung, und jeder Versuch, vergangene Mächte wieder in den Sattel zu heben, wird auf den erbitterten Widerstand der breiten Massen stoßen. Gefterreichs Auflösung. Rücktritt des Kabinetts Hussarek. Wien, 10. Oktober. Dem„Fremdenblatt" zufolge teilte Ministerpräsident Frhr. v. Hussarek heute den Parteiführern mit, daß das Kabinett entschlossen sei, zurückzutreten. Ministerpräsident Frhr. v. Hussarek berief heute mehrere Parteiführer zu sich und eröffnete ihnen, daß sie gegenwärtig Wien nicht verlassen sollten, da Berufungen zum Kaiser bevorständen. Man bringt dies mit einem möglichen Kabinettswechsel in Zusammenhang, der Name Lammasch steht immer mehr im Vordergrund. ★ Die Ereignisse in Oesterreich sind eine Auswirkung der Vorgänge auf dem Balkan, in Kleinasien und an der Westfront. Bestrebungen, die gestern noch als„ententistisch" galten, gewin- nen die Oberhand, das Wilsonprogramm für Oesterreich setzt sich durch. Zeichen dafür die Nennung des Völkerrechtslehrers Prof. Lammasch als vermutlichen Chef der neuen Regierung, die symptomatisch bleibt, auch wenn der künstige Ministerpräsi- dent Graf Sylva Tarouca oder anders heißen sollte. Die große Auseinandersetzung der Nationalitäten hat be- gönnen. Keine will mehr den Staat, so wie er ist, anerkennen. Oesterreich-Ungarn ist gewesen. Natürlich wird sich an seiner Stelle etwas anderes erheben, aber wenn es auch den alten Namen behielte und wenn auch die alte Kaiserkrone als Orna- ment darüber schwebte, so wird es doch etwas ganz anderes sein. Es ist, wie wenn im Herbst die Samen in gemeinsamer Kapsel reifen: sie wachsen, pressen einander, schließlich aber wird die Hülle gesprengt. Die Völker Oesterreichs konstituieren sich auf der Basis der nationalen Autonomie neu und wollen über ihr künftiges Nebeneinanderleben miteinander verhandeln. Ungarn will sich dieser Zersetzung entziehen, von der magyarischen Vor- Herrschaft retten, was noch zu retten ist, und will sich zu diesem Zweck von Oesterreich trennew Nur die Personalunion soll bleiben, d. h., das Oberhaupt der Familie Habsburg soll neben dem Titel Kaller von Oesterreich auch den eines Königs von Ungarn führen dürfen, der Kaiser von Oesterreich nennt sich außerdem auch noch König von Jerusalem. Es ist unwahrschein- lich, daß er in einem viel anderen Sinne Kaiser von Oesterreich und König von Ungarn sein wird. Um Titel und gesellschaft- lichen Rang wird kaum gestritten werden, der Name Monarchie, d. h. Herrschaft des Einen, wird nur noch ein historischer Be- griff sein. Diese Umwandlung Oesterreichs ist an sich zu begrüßen. Es erheht sich aber in dissein Augenblick die sorgenvolle Frage, wie ein derart in Umbildung begriffenes Staatswesen die schwierigen Aufgaben der Demobilisation, den Uebergang in die Friedenswirtschaft lösen soll. Die österreichischen Völker werden erneut aus dem Schmelztiegel des Weltkrieges hervorgehen, ober die Leiden, die sie in diesem Läuterungsprozeß erfahren sollen, sind, fürchten wir, noch nicht zu Endel Demokratie im deutschen Verband.— Teilnahme der Sozialdemokraten! Wien, II. Oktober. Der Obmann der deutsch-böhmischen Ter- rinigung hat den beutsch-böhmischen Sozialdemokraten mitgeteilt» daß die dentsch-böhmische Bereinigung dem Stand- punkt der sozialdemokratischen Partei Rechnung trage, wonach an dem geplanten gemeinsamen deutschen Ausschutz nur Abgeordnete deS allgemeinen Wahlrechts teilnehmen dürfen. Uebrigens hätten die Mitglieder deS Herrenhauses auf die Teil- nähme verzichtet. Die Sozialdemokraten antworteten, dntz sie bereit seien, an der Beratung der deutsch-bähmischen Abgeordneten teil- zunehmen, deren Zweck vor der Hand eine Aussprache zur Oricn- tierung über die Lage i» Deuts ch-Böhme» sein würde. Die Entstheiüung ües französischen Soziaiisienkongresies. Tagesordnung Longuet angenommen. Genf, 11. Oktober. Am Donnerstag erfocht die Minori- tat auf dem Sozialistrnkongreß einen glänzende» Sieg, da die Tagesordnung Longuet mit 1528 Stimmen gegen 1212, die auf Renaudels Tagesordnung entfielen, angenommeu wurde. Starke fewdNche Angriffe östlich Cambrai und St. O/nentin— Neue rückwärtige Linien zwischen Aisne und St. Etienne— Amerikaner-Angriff östlich der Maas— Nene deutsche Truppen südlich von Nisch. Lerli», 11. Ott-ber 1918,«dend». Amtlich. Bor«uferen neneu Stellunge» östlich von Eam- brai und St. O-uentin und auf beiden Maasufern sind feiudliche Angriffe gescheitert. Nordöstlich von Cambrai haben sich erneut Kämpfe entwickelt. Amtlich. Große? Hauptquartier, deu ll. Ok- t-ver 1918. Westlicher Kriegsschauplatz. Südwestlich von D o n a i fetzte der Feind zum Angriff gege« den Trinquigr-Abschnitt südlich der Scarpe an. Kanadische Regimenter, die über S a i l l y hinaus vorzubrechen versuchten, wurden unter schwersten Verlusten zurückgeworfen. An der Schlachtfront östlich von Cambrai und St. Ouenti» sind stark Angriffe deS Feindes gegen unsere neuen Stellungen»ud ihre im Borgclände belaffenen Bortruppen gr- scheitert. Der Feind stand am Abend etwa in Liuie Raves — S t. B a st— auf den Höhen westlich von SoleSmeS und L e C a t r a u, westlich der Linie St. Souplrt— Baax — R u d i g n y— A i s o n v i l l e und auf dem Wrstufer der Oise zwischen Origny uud La Fere. Teilangriff« des Gegners bei B e r r q a» B a r au der Ais»«, ander Suippes und au der Arnes wurden ad- gewiesen. Zwischci» St. Etienne und der AiSnc haben wir unsere Truppe« in rückwärtige Linien, beiderseits von Grandprö auf das Nordufer der Airr Plangemäß vom Feinde ungestört zurück- genommen. Auf dem westlichen M a a s u f« r setzt« drr Feind erneut zn starke» vergeblichen Angriffen beiderseits der Straße Charpentry— Romague au. Auf dem östlichen Maasufer griff der Amerikaner tagsüber mit starken Kräften zwischen Sivry und de« Haamont-Walde an. Brandcnbnrgische, sächsisch«, rhei- nische und öfterrcichisch-ungarische Regimenter schlugen im harten Kampf alle Angriffe des Feindes ab. Das österreichisch-ungarische Jnfanterie-Rrgiment Nr. 5 unter seinem Kommandeur, Oberst- leutnant Popelka, zeichnete sich hierbei besonders au». Im Monat September wurden an der Westfront 773 feind- liche Flugzeuge, davon 125 durch Flugabwehrkanonen, und 95 Fcffelballonr vernichtet Hiervon find 45V Flugzeuge in unserem Besitz, der Rest ist jenseits der feindlichen Linien er- kennbar abgestürzt. Trotz der vielfach großen zahlenmäßigen Uederkgenheit des Gegners haben wir im Kampfe nur 107 Flug- zeuge verloren. Der er, olgreiche Kampf in drr Luft schuf die Grundlage für das tatlräftige Eingreifen unserer Flieger bei dem Kampf ans der Erde. Durch Ausklärung bei Tage und bei Nacht, durch Bombenangriffe gegen militärisch wichtige Ziele im feindlichen Hinterlande und durch Angriff auf dem Schlachtselde mit Maschinengewehren und Wurftmncn haben sie Infanterie und Artillerie überall wirksam unterstützt. Trotz hartnäckiger Angriffe des Feindes auf unsere Fcffelballonr, bei denen wir 193 einbüßten, konnte der Gegner unsere sich rücksichtslos ein- setzenden Beobachter an ihrer erfolgreichen Tätigkeit nicht hindern. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Auf de« südöstlichen Kriegsschauplatz neu eingetroffene Truppen stehen in der Gegend südlich von Nisch in Ge- fechtsfiihlung mit Serben und Franzosen. Drr Erste General guarti er« rister. _ Lndeuberff. � Der österreichische Bericht« Wie«, 11. Oktober. Amtlich wird»rrlantdart: Italienischer Kriegsschauplatz. An de» GebirgSsrontr» vielfach Kämpfe von Siche- rungS- uud Erkundungsabteilungelt. Balkan-Kriegsschauplatz. Der Uebergang über de« S k»« b i blieb der italienischen Reiterei auch gestern verwehrt. P r i z r e n und P r i st i n a wurden durch unsere Truppen geräumt. Aus den Höhen nördlich von LeSkovac stehen deulsche Bataillone im Kamps mit den Serben. Hinter der Armeefrout mehrfach Banden- kämpfe. Westlicher Kriegsschauplatz. Unsere Regimenter bei Berduu bestanden auch gester» erfolgreiche Abwehrtämpfe. Der Chef de» Generalstabe». Die Zrieöensauffasiung üer französischen Sozialisten. Ter„Temps" ist unzufrieden. Lern» 9. Oktober.(Eig. Drahtbericht deS.Vorwärts'.) Der .Temps" nennt den Beschluß des Parteitags einen Fehler. Die Tatsache, daß das Einvernehmen so leicht erzielt wurde, beweise, daß die sozialistische Auffassung vom Frieden, sowohl diejenige der Mehrheit wie der Minderheit, für eine gerechte und deuerudr Lösung gefährlich sei. Wenn C a ch i n gestern sagte, wir leben in einer angstvollen Stunde, so stimme das für Deutschland, aber nicht für Frankreich, das jetzt nur die Freude d«S glänzenden Sieges kennt. Genf, 11. Oktober..P o p u l a i r e" begrüßt mit Freuden Wilsons Antwort, durch die die Friedensverhandlungen tatsächlich begonnen haben; obwohl die reaktionäre Presse Wilsons Antwort äußerst kühl aufnehme und der.Temps" melancholych auf das Fallen der Rüstungswert« hinweise, sei ein nener wichtiger Schritt zum Frieden geschehen. Bemerkenswert ist die Haltung der Sozialisten, besonders Cachins, der auf dem Nationalbongreß sich gegen die Kriegsziele aussprach, die die Zertrümmerung der Donaumonarchie fordern. Oesterreich sei als mäßigendes Element eine europäische Notwendigkeit. Zranzösisihe Chauvinisten zu Wilsons Antwort. Lee«, 9. Oktober.(Eig. Drahtbericht des.Vorwärts'.) Das .Ecko de Paris' setzt seine verdeckte Offensive gegen Wilson fort und schreibt: Ob zwar er an dem Krieg gegen Bulgarien nicht teilnahm, gab ihm unser Ministerium loyal die Bedingungen des dem König Ferdinand bewilligten Waffenstillstandes bekannt. Der Präsident der Bereinigten Staaten ist nicht der Mann, uns in der Angelegeicheit, welche unsere nationalen Interessen hervorragend angeht, Gegenseitigkeit zu verweigern. Hingegen schreibt die.Libre Parole': An Wilson allein ist man herangetreten, folg- lich wird er allein antworten, wosern er es nicht für angezeigt hält, die Alliierten zu befragen und an der Entscheidung teilnehmen zulassen; aber diese Befragung scheint wenig wahr- scheinlich, weil sie zwecklos ist. Die.Homme libre' schreibt: Wilsons Prinzipien diskutieren heißt nicht sie annehmen. Alles hängt davon ab, ob unsere Feinde Meie Prinzipien bedingungslos annehmen. Dazu ist kein Waffenstillstand not..Petit Journal' wünscht, daß die Poilus begreifen, daß nur noch einige Monate Heldenmut notwendig sind. Aehnlich äußert sich die ganze Chauvimstenpreste. Das.Echo de Paris' weist den Waffen- stillstand ab, weil die S liierten sonst um die Hypothek kämen, welche dl«»efetz«»s de» GeBieteS der Feinde darstellt. B i V i a n i sagte dem Ausfraget der.Information', daß von einer Autonomie des Elsaß nicht mehr die Rede sein könne. In die juristische Falle eines Referendums lasten wir uns nicht einsaugen. ♦ Bern, 11. Oktober.(Eig. Drahtbeoicht des.Vorwärts.') Es fällt auf, daß der vom Auswärtigen Amt informierte Mitarbeiter des.Eclair", Albin, noch am Mittwoch schrieb, daß entgegen um- laufenden Gerüchten eine identische Antwort Wilsons an Deutschland, Oesterreich und die Türkei gehen werde. Wilson werde natürlich die französischen, englischen und italienischen Gr- sichtspnnkte berücksichtigen, und er sei auf das genaueste unterrichtet, daß Paris, London und Rom die gegebenen Garan- tien als ungenügend ansehen. Die Parlamemartsierung Deutschlands sei eine Komödie. Das deutsche Volk müsse ürgschaften bieten, daß es sowohl die Denkweise wie die er fa s s u n g s so rm änderte. Nach einer Genfer Nachricht meldet„Libre Parole", daß Wilsons Nichtbeantwortung der österreichischen und türkischen FrieHensnoten mit beruhigenden Erklärungen zusammenhänge, die Wilson von beiden Kabinetten erhalten habe. Italienische Note zur Antwort Wilsons. Rom, 19. Oktober. Die„Agenzia Stefan," veröffentlicht folgende Not« zur Not« LanstngZ: Di« erste An-twort der amerikani- scheu Regierung ist so wie die ganze Entente sie er- wartet hat. Die Bedingungen, mit denen die Note den Vor- schlag Deutschlands und seiner Verbündeten beantwortet, sind ein klarer Beweis für die Absicht einen gerechten und dauernden Frie- den herzustellen. Es ist jetzt Sache der Mittelmächte, durch Tatsachen zu beweisen, daß sie bei ihrem Vorschlag eines Waffenstillstandes von jenem guten Glauben durch- drungen waren, von dem Wilson die Möglichkeit der Durchfüh- rung der Verhandlungen bis zu einem günstigen Ausgang abhängig macht. In Erwartung Pesten müssen wir uns fest an die leitenden Grundsätze der Entente halten und ein« neue Probe des be- wunderungswürdigen moralischen Wider st andes ablegen, dessen sich Italien in den ernstesten und verwickeltsten Augenblicken feine? nationalen Lebens fähig gezeigt hat, eines Widerstandes an dem allezeit die hinterlistigsten Manöver gescheitert ind. Die Regierung ist sich ihrer Pflicht bewußt, im vollkommensten Einvernehmen mit ihren Alliierten vorzugehen, und ist sicher, so den einmütigem Willen der Nation zum Ausdruck zu bringen. Nach einer Berliner Blättermeldung aus Lugano vom 11. Oktober fanden in vielen Großstädten Friedenskund- gedungen statt. In Mailand und anderen Städten verließ die Arbeiterschaft die Fabriken, worauf der Präfekt einen flam- Menden Aufruf zur Wiederaufnahme der Arbeit erließ und zum Mißtrauen gegen das feindliche Friedensmanöver auf's rderte.„Adanti" und„Stampa" wurden seit mehreren Tagen nicht mehr ins Ausland gelassen. Gestern endlich traf der„Avanti" von Montag ein. Die ganze erste Seite mit dem Kommentar des Friedensangebotes ist von der Zensur in ein weißes Meer mit einigen schwarzen Textinseln ver- wandelt worden.„Sccolo" wirft entrüstet die Frage aus, wer im_ Volk das falsche Gerücht verbreitet habe, daß der Krieg seit dem letzten Sonntag beendigt sei. Dilüung ües neuen türkMea KabmeN�. Amsterdam, 11 Oktober. Reuter meldet aus London: Hier ging der Bericht ein. daß I z z e t Pascha die Bildung deS neuen türkischen Kabinetts übertragen worden sei. Bisher wurde Tewfik Pascha als der Mann genannt, der das neu« Kabinett bilden sollte. Jzzet Pascha wurde als Nachfolger Entver PaschaS im KriegSministerinm, das er schon früher ver- waltete, bezeichnet. Keiner von beiden steht im Rufe, daß er mehr zu England als zu Deutschland halten werde. Die.Franks. Ztg." nennt Jzzet einen tüchtigen, politischen Umtrieben durchaus fern- tehenden Militär. In der Konstantinopeler Presse wird die Einberufung des Kabinetts für den 19. Oktober mitgeteilt. Der„CbronoS" will aus bester Quelle erfahren haben, daß die türkische Regierung keinen Entschluß vor dem Zusammentritt des Parlaments fassen werde. Bulgariens waffensiillsianüsvertrag. Saloniki, 19. Oktober.(Reuter.) Unter Hinzurechnung von Tausenden von Gefangenen, die bereits während der siegreichen Offensive in Mazedonien gemacht wurden, Übergaben sich 95 999 Bulgaren den Alliierten in Uebeeeinsthmnung mit der Klausel deS militärischen Abkommens, wonach sich alle bulgarischen Truppen we st lich von UeSküb als Kriegsgefangene zu ergeben haben. Sofia, 19. Oktober.(Bulgarische Telegr.-Agentur.) Die Leiter der englischen und französischen Militärmission Oberst Trousson und Oberstleutnant Meywood haben begonnen, mitz dem Direktor der Eisenbahn und dem Kriegsminister wegen betz verschiedenen Bestimmungen de? Waffenstillstandsabkommens zu beraten._ Ein Sn'ef Iswolskps zu den Halkanfragen. Bern, t9. Oktober.(Eig, Drahtbericht des.VorwärlS'.).Ds« bats" veröffentlicht einen Brief Jöwolslys. der besagt, daß 1903, als Baron Aehrenthal bei der Zusammenkunst mit Jswolsky in Buchlau Oesterreichs Entschluß, Bosnien zu anneklieren, wobei er sich auf geheime Abmachungen auf dem Berliner Kongreß stützen konnte, mitteilte. Jswolsky. einen europäischen Kongreß o r s ch l u g, auf dem Rußland eine seinen Jnleresien entsprechende Lösung der Meerenqensrage fordern würde. Aebrenlhal ging auf die Konserenz ein. über deren Ort er sogar diskutierte, und s a g r e zn, daß die Annexion nicht überstürzt werden iolle. Er brach jedoch die Zusage unter der unwahren Behauptung, Rußland und Jlalien bälten carte blanche gegeben. Als Jswolsky dann in London die Meerengen- frage aufS Tapet brachte, begegnete er dem Einspruch Englands, daS es mit der neuen türkischen Regierung nicht ver« derben wollte. In Glossierung deS JswolSkybriefes, der jedenfalls beweist, daß Jswolsky im Prinzip aus die Annexion Bosniens eingehen wollte, bemerkt.DebatS", Jswolskys Plan, die Freiheit der Handels- schiffahrt durch die Dardanellen unter internationale Kontrolle zu stellen und den Kriegsschiffen der Schwarzmeerstaaten die Durch- fahrt zuzugestehen, zeige eine Lösung an sür die Meerengenfraxe sowie für die Frage von Konstantinopel und was von der europä« iichen Türkei übrig bleiben werde. Das Eintreten der.Döbals' für die Erhaltung der europäischen Türkei ist derzeit bemerkenswert. Kr. SS? ♦ 3S.?ahrgaas ssr�s Zur Keichstagsersatzwahl im I. öeriiner Wahlkreise. Die Reichttagsersatzwahl für den verstorbenen Abg. Tr. Kaempf ist auf Tieustttg, den Oktober, festgesetzt worden. � Die Kahldandlung beginnt um tv Uhr vornrittagS und wird um 7 Uhr nachmittags Pünktlich geschloSen. Eine besondere amtliche Einladung zur Wahl durch Zustellung von Karten erhalten die Wähler nicht. Jeder, der sein Wahlrecht ausüben will, nmß sich mit entsprechender Legitlinalion versehen. Jeder Wähler hat sein Wahlrecht in demjenigen Wahl- dezirte auszuüben, in welchem er zur Zeit der Aufstellung der Wählerlisten wohnte — d. i. das letzte Drittel des Monats Augnst 1918.— Zur Beseitigung von Zweifeln weist der Magistrat darauf hin, datz die zum Heeresdienst einberufenen, dem Beurlaubten- stand angehörenden Militärpersonen nicht wählen dürfen, auch wenn ihr Na nie in der Wählerliste st cht. Dagegen sind aus dem Heeresdienst entlassene Feld- zugsteil nehmer zur Wahl zuzulassen. Der Nachweis der Entlassung ist Sache der Feldzugstcilnehmer; bloßer Urlaub aus dem Felde genügt nicht. Der I. Wahlkreis umfaßt die Wahlbezirke 1—18 und 881—663, welche gebildet sind aus chen Stadtbezirken 1—28 und 283— 281 o, und von Stadtbezirk 114: Kleine Kurstr. 9. Niederwallstr. 24 und 25, Spittelmarkt 14 und 14»; mit Ausschluß von Alercnderstr. 18 �Stadtbezirk 3). Kleine Prösi- dentenslr. 6 und 7 und Neue Promenade 9 und 18(Stadt- bezirk 5); ferner scheiden ans: Kurfiirsrenplatz, der Nordwest- lichc Teil des Tiergartens, begrenzt im Süden von der Charlottenburger Chaussee und im Westen vom Spreewcge, Zeltcnallce(Stadtbezirk 283), Bellevueufcr, der nördlich der Charlottenburger Chaussee zwischen dem Großen Stern und der neuen Weichbildgrenze belegene Teil des Tiergartens, einschließlich Schloß und Park Bcllevue(Stadtbezirke 284 A und B). Keberficht de? Wahlbezirke des I. Berlincr Reichs- tast�vahlkreises mit Angabe der Wahllokale. Stad-.b. 1. Wdhlbii. 1. Bischofstr' 8-11 und 13—26, iwrgstr. 1—11, HslligcLeiststr. 23—33, Hoher Stemweg, Jeden srr. 1— 11 und B5— 60, Kö'.iigstr. 1—24 und 41—09, Marieutirchlws 5— 11, Molken str. 8 und 9, Nikoloikrrckiplah 1—3 und 32—14, Postsir. 1—15 und 21-31, Kl. Poststraße, Probltstreßc, Rathaur'traße, Slebersir. 3— 18, Spandauer Straße 12— 18 und 22—30(1370,. WahNelal: Poststr. 29 bei«ttte. Stadtb. 2. Wohlde,, i. Eieroasse, Gr. Jüdeichof, Mtdenstr. 12— 54, Klcüoesrr. 47— 59, Am»roeel, Motkemnaitt, Pdollcnstr. 1— 7 und 10— 12, Mühlcndannn 3, MboiaitirchPlatz 4— 11, Parruhiakstraße. Poftpr. 16— 20a, Zlvlandrrfcr von, SWitwbttnsni bis pir Kl. Stralauer Straße, Spandauer Stodße k>— El, Stralauer SNfcßt 15—46(2472). ., Wahll»t,lz Landreo WrißtaicAtttbca. Stralau« Straße Si/ST. Stadtb. 3. Wablbe� S. Neue siriedrichstr. 1—17 und 83—109, Gr». nerstr.— Ostseite von der Ctadivahn di- zur Neuen Friedrichstraße, Klosterstr. 32—46 und 60— 78, KLuigstr. 26a, Rolandufer von der Kl. Stralauer Straße bis zirr Neuen Frietnichslraße. Schicklerstr. 4— 11, Stcder» straße 1 und 2, An der Slrolairer Brücke, Slralaue? Straß« 1— 14 und 47— 58, Kl. Stralauer Straße. Boltaerestursic von der Neuen Friedrich- straße bis zur Stadtbahn, Warsensi-raße(3108). Wahlotal: Stralaucr Str. 3/6 bei vrandrnbur». Alceanderstr. 18 wählt sür den IV. Berliner Wahlkrets, Wohl- bezirk 267. Stadtb. 4. Wahlbez. 4. Brsckofstr. 1 und 27/28, Nene Friedrichstr. IS- 42 und 65— 82, Gontnrdstraße, Grunerstraßc— Westseite von der Stadtbahn bis zur Neuen F,iedrichsiraße, Kaiscr-Wilheloi-Str. 10—15 und 41— 40, Kolandegajse, Klosterstr. 1, 2, 4—81 ,md 7b— 101, Kvnigstr. 25/26 und 27— 40, Marionkirchhes 12—23, Nene Gaste, Panvrcnuastraße, Roch. strassc 7— 14, Spandaucr Brücke 1—3 und 10—16, Stadtbahnhof Alexan- ocrplah(1770). Wahllvlai:„Haverlaiid» Festsäle", Rene Friedrichstr. 35. Stadtb. 5. Wahlbez. 5. Bischofftr. 12, Burgstr. 12— SO, Neue Friedrichstr. 43— 6-4, Hinter der Garmscnckirtye, Heideriuttersaste, Heiligegeist- gaste, Hciligcgeistssr. 1— 22»nd 84— 52, Karser-Wilheun-Ttr. 1— 9 und 50—62, Klostr>s,r. 3, Maricnlirchhof 1— 4, Neuer Markt, Kl. Präsidenten- straße hinter Nr. 7»nd Zirkus Busch, Rosenstraßc, Spandaner Str. 1— 11 und 31—42, Stadtbahnhof„Börse", Stadtbahnbogen Nr. 148, St. Dols- gangstraße(20121. Wal>4le?nl:„Zum Schnkth««-. Bisch-Str. Ii. .Kl. Präsidcntcnstr. 6 und 7 und N«te Promenade 9»nd 16 ge- hören zun, Wahlkreis V, Wahlbezirk'iß2. Stadtb. 6. Wahlbez. 6. Visit«straße, vrüderstraße, Fried richZgrachl 51— 62, i lertraudtenftr. 1—7, Kl. GemauMensrr. 2, Am Lnstgarten, Mon- bijoubrückc von der Mitte des Laiiscs des Kupsergrabens bis zur Mitte des Evreelanfes, Monbisoustr. 3, Am MtklsteAgroben, Miisemnkimel, Musemn Sonnabend, 12. Oktober I�IS straße, Kl. Äujcunrs«»oße, Neumimsaaste, Pernplich, Scharrenstraße, An der Schleuse, das Könial. Schloß, Sevlvßfreibeit, Schloßplay, Spreestraße, Stlldtbahnboyeu Nr. 109—170, An der Stechbahn(2387). Wahllokal:„Culmbachcr Bierhaui", Friedrichsgracht 55. Stadtb. 7. Wahlvez. 7. fllschcrbrücke, Fischerstraß«. Friedrichsgracht 1— 16, Köllnischcr Ftschmarkt, Kollnische Straße, Mnhiendamm 1 und 2 einschl. Schlcuscngebaude und Mühlcnivcg, Schorusteinscgergaste 1—3 und b— d(äGOO i. Wahllokal: Fischerstr. 24 bei Hoppe. Stadtb. 8. Wahlbez. 8. Friedrichsgracht 17—50 flkrtrmtMm straße 8—27, Kl. Gertraudtenstr. l und 3-— 5, Grünstraße, Petriftraße, Ritter- gaste, Roüitraho, Schornsteiitsezzoogaste 4(1902). WahAola! Roßstr. 6 bei Sasse. Stadtb. 9 und 10 und«in Teil von 144. Wahlbez. 9. Adlerstraße, Do- roibcenstr. 83—65, Falkoniergaste, Am Festungsgrabcn, Französische Str. 33b— LOa, Hinter dem Cilcßhause, Hausvogt eiz Iah, Ho!;gar»ens!>aße, Jä- getstr. 32—44, Kl. Jägerstraßt, Jcrusalemer Str. 20—24, An der Kam- maudantur, Kreuzstraße, Ku'.str. 1— 26 und 30— 61, Kl. Kurstr. 1— 8 und 10—12, Alte Leipziger Straße, Mvhrenstr. 37»— 40, MollcrSgaste,?!ied«r- legüraße, Niederwallstr. 1— 23 uud 26— 39, Oderwalkstraße, Obertöastcr» straße!0— 14, Raul-shof, Schinkelplah, Toubenstr. 23b, Untcnvasterstr. l—!!», Wcrderscher Maikt, Wcrderschc Aloscnstraße, ZOcrdci straße. Am Zenghanse, Hinter dem Zenohause, Plaß am Zeughaus«, Tie Könsgsnache Utld von Stadtbezirk 14l: Kl. Kurstr. 9, Niederwallstr. 24 und 25, Epit- telmarkt 14 und 14»<3001).' Wahllokal: Friedrichs- Werdersch« Oberrealschule. Niederwallstr. 13, Aul-. Stadtb. 11. Wahlbez. 10. Behrenstr, 26a— 29 uud 30— 49, ijcharlotten- straße 35— 41 und 43— 47, Dorotheenstr. 81— 82, Friedrichstr. 82—92 und 151— 102, Karser-Franz-Ioseph-Blay, Kl. Kirckaasse 4, Unter den Linden 25—47, Lindcngai'e, Aiarkgrascnftr. 44— 45, MMelstr. 1, 5— 25 und 43— 06, Rosmarüistraße, Unlversitätstr. 6— 3(1900). Wahllolal:„Alexandra-Hotel", Mittelste. 16/17. Stadtb. 12. Wahlbez. 11. Bauhosstraße, Charlottcnstr. 42, Dorotheen- straße 1— 15 und 73—81), Friedrichstr. 93—104» und 137— 142, Gcorgen- straße 1— 17» und 28— 48, Hegclplaß, Am Kupfcrgraben, Mittelstr. 2— 4,: Monbtjoubrücke von der Straße Am Kupfcrgraben bis zur Mitte des Lau. ses der Ichlcrcn, Monbijoustraße von der Straße Am Kupferarabcn bis zur Mine des Laufes des leytercn, Priuz-Fricdrich-Karl-Straße, Prinz- Louis-Fcrdinaub-Straße, ReichStagsuser 17— 19, Stadtbahnhos„Friedrich' straße", Etadtbahnbogen?ir. 177— 205, Universitätstr. 165, Weidendamm (33971. Wahllokal: Dorotheen ItadttscheS Realghmnastum", Toroiheenstr. Ii,> rechter Ausgang 1 Trepp«, Zimmer U. t Stadtb. 13. Wablbez. 12. Dorotheenstr. 16— 22 und 58—72, Flicd- richstr. 143—150, Öieo.acnstr. 19—27, Mitlrlstr, 26—29 und 38— 42, y!cu» stöbt. Kirchstraße ausschließlich Nr. 19, ReichStagsuser iö— 16(11{&. Wahllokal: Kgl. Französisches Gymnasio-n, ReichsiaLSuser 6, 1 Treppe liulö. Wahlbez. 13. Bunsenstrohe, Torolhceitstr. 23— 57. Mittelstr. 30— 37, Reichstagsplah, plcichstagsuscr 4— 14, Schadowstr. 1»— 13, Schlüterstea, Sommcrstr. 3— 10, Nene W-llielmstr. 1— 8 und 9—16(1835). Wahllokal: Torotheenstädt. Wemeindesaal, Mittelstr. 28, Hos. pt. Stadtb. 14. Wahli-ez. 14. Behrenstr. 1— 26 und 50— 72, Ludapester Str. 21 und 22, Französische Str. öl und 65— 68, Friedrichstr. 163—165, Kaisergalerie, Kanonier/r. 21—23, Kleine Kirlhgassc evtl. Nr. 4, Unter den Linden l— 24 und 48— 78. Manerstr. 29— 33, Kleine Mauerstraße, Neu- städtilche Kirch str. 19, 2'ariscr Pico, Schadowstr. 1»nd 14, Eoninierstr. 1. und 2, Wilhclmstr. 67» und 68— 70!),?!ene Wilhelinslr. 8a und 86, Pl«H vor dem Brandenburger Tore(2689). Wahllokal:„Skv n", Behrenstr. 24. Cladtb. 15. Wahlbez. 15. Behrenstr. 29», Charlottcnstr. 32a— 34 und 48—60, Französische Str. 20—83» und 34— 49a, Friedrichstr. 65a— 81 und 166— 185, Gciidarmenii.arkt(der Deutsche Dom, der Französische Dom), Hedwkgsrirchgasse, Jägerstraße 15— 31 und 45— 62a, Hinter der katholischen Kirche, MarkgrasenUr, 38—43 und 46— 47, Mohrenbrücke, Mohren Pc. 17 bis 37 und 41-451, das Kgl. Schauspielhaus, Schillerplasi, Tanbenstr. 11 bis 40-rkl. 23b(23401. Wahllokal:„Deutscher Dom", Eingang Toubenstr., SißuugSsaal. Stadtb. 16 und 17. Wahlbez. 16. Charlottenstr. 22»— 32 und 61—72, Friedrichstr. 56-65 und 186—199, Jerusalciner Str. 14—22 und 25—41, Kraechenstr. 4— 33 und 44— 71, Kronenstr. 14—60, Leipziger Str. 27— 50» und 80—103, Markgrafen str. 28—32 und 48—54(1896). Wahllokal: Krausenstr. 8 bei Ruperir. Stadtb. 18 und 19. Wahlbez. 17. Französisch« Str. 1—19, 50 und 52—64, Jözerstr. 1—14 und 63—76, Kanonierstr. 1—20 und 24— 45, Krausenstr. 2—3 und 72— 77, Kronerrstr. 1—13 und 61— 76, Leipziger Str. 19 bis 26 und 101—112, Mauerftr. 8—28, 34—51, 51—68 und 76—77, Moh- renstr. 6—16 und 62—64 Taubcnstr. 1— 10 und 41— 54(3056). Wahllokal:„Zur Hält?", Tanbenstr. 7. Stadtb. 20. Wahlbez. 18. Budapcsier Str. 15—80. Kclserhosstraße, Königgrätzer Str. 120—129, Leipziger Platz, Leipziger Str. 1—18 und 113—137, Mauerstr. 52- 60 und 69—75. Mohrciistr. 1—5«nd 65—66, Boßsteaßc, Wichelniplatz. Wilhelmstr. 57—67 und 71-81, Zietenplatz(2180). WahAokal:„Weihenstephan-Palast", Jägerstr. 15. Stadtb. 283. Wahlbez. 661. Rlsenstraße, Beethovenstraße, Fürst-Lts- marck-Straßc, FriedenSallce, Herwarthstraße, Hinderstnstraße, Königs- Platz. Krvnprinzcnnser, Moltkostraße, Gr. Querallee zwischen Zeltenalle« und In den Zelten. Reich jtagsuser 1—-3, Richard-Wagner-Straße, Roon- straße, Siegesallee nördlich der Eharlottenburger Chaussee, Simsonstraße, In den Zellen(L80Z). Wahllokal:„Spreezelt", Richard-Waguer-Eir. 10. Kursiirftenplatz, Zellenallee gehören zum Wahlkreise Zeltow-Bees- kow-Storkow, Wahlbezirk 833. Stadtb. 2°>4 A. Wohld. 662. Claudinsstraße, Flensburger Str. 4«lud 5 und 30, Hulsteiner Ufer 15 und 16, Klopstockstr. 16— 35, StadtbahnbvWR 422—423(2768). Wahllokal:„Restaurati»« Belle»« r", Fiensbirrgei Str., Stadtbahn. böge» 411. Bcllevncufer. Schloß und Bark Bcllevue gehören zum Wahlkreise Tel tow-BecSkow-Storkvw, Wahlbezirk 883. Wahlbez. V6Z. Brückenallee 1— 35, Stadtbabnb-'f Bellevue, Flensimr» ger Str. 1—3 und zwischen Klopsto.kstraßc und Brückenallee, Holsteiuer Bf« 17—29, Stadtbahnbogen 411—421(23161. Wahllokal:„Reftanrant Frauke", Bröckrnallee 20. Stadtb. 284». Wahlbez. 664. Altonaer Straße, Brückenallk« 36, Cuxhaveuer Str. 4— 11, Hanlaplatz, Klopstockstr. 12— 15 uud 36— 39, Leniuastr. 6—9 mid 46— 48, Schleswig« User 3—12, Stadtbahnbogen 440 bi« 4!®(2324). WahZloital: 13, Nealfchule, Schleswig« Ufer 14, Lehrerztmm«, hochpr. rechts. Wahlbez. 66Z. Bachstrcß«, Üuphaven« Str. 12—17, Flotowstraße, Schleswigpr User 1—8, Siegniunds Hos, Stadtbahnbogen 459—487, Wegelh. straße c.'B".. Wahllokal: Hirnbelsir. LI bei Lorenz. Wahlbez. 666. Chorlottenbof, Cnphaven« Str. 1— Sa»nd 18—81, Höndelstraße, Joscf-Havdn-Straßc, Klopstockstr. 1—11 und 40—59, Lcssing- straße 1—5 und 49—58(2603). Wahllokal:„Eharlattenhof", HZndelKr. Stadtb. 884 0. Wohlde� 667. Flensburg« Str. 6—14, Hofftet«« Ufer 5—14, Zessin gstr. 19—31(2245). Wahllokal: Flensburger Str. 10 bei Doldi». Wahlbez. 668. Borsigfreg von Schleswigcr Nf« bis zur Mitte der Spree, Flensburg« Str. 15— 29, Holstein« Ufer 1— 4, Lcssingstr. 10— 18 und 32— 45, Schloswiger Nser 15—17, Stadtbah�ibogen 424— 439(2330). Mahlolal:„Psifserd«ger vierqaelle", Flensburger Str. 16. »« m Purtesgenossen und GefinnungSfrcunde! Benutzt die kurze Zeit, die»nS bis zum Tage der Wahl nach bleibt, um unter de» Wählern des I. Kreises eifrig für die Wahl deS sozial- demokratisäsen Kandidatr», des SÄ-MMkl-slkU ßW öeifflBnn zu wirken. Genossen»nd Genossinnen, die sich für den Tag der Wahl noch z«r Mitarbeit zur Berfügulig stellen wollen, werden gebeten, sich zu meiden im Zentral- Wahlbnreau, Th. Fischer, Berlin SW 68, Liudenstrasie 3, Telephon: Moritzplatz 364. Agitiert«nd helft mitarbeiten! Jeder tue seine Pflicht! GroMerlw Der hölzerne hinüenburg spricht: Ich, der ich an nichts Böses dachte, ward gestern plötzlich jäh umringt, wobei man stark in Hurra machte, dah mir's noch in den Ohren klingt. Ich nehm' daS tolle Phrasenhageln den guten Leuten nicht so krumiz»; warum soll man nur mich vernageln, nicht auch das liebe Publikum? Nur meine ich zu solchen Mätzchen: Was ist dem Vaterland genützt, wenn einer sich sein Geifcrlätzche« mit Redensarten vollgespritzt/ P«»lch«ii W i rtschu f t sgeschi cht c geben. DaS Proletariat erlvachte zuerst als Klasse, a;z c5 sich um die Früchte seinar revolutionären Kämpfe betrogen sah. Trotz all der Schlagworte bon Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit war e? von: Wahlrecht aufgeschlossen. Die schlimmste Leidensgeschichte des Proletariats begann aber mit der Entwicklung der Industrie un neuuzehuten Jahrhundert. Billigkei! war die Waffe, mit der sich das Produkt einen Markt erwerben sollte, des- wegen wurden Frauen, Greise und Kinder m die In/dustrie mit hmeingerissen. Grauenvolles Glend war die Folge. Das!var der BcHen, aus dem die �verschiedensten GrsellschaftSshsteme der B a- stoeuf. Owen, Saini Simon, Fourier entstanden. Wenn man heute über diese Pläne der damaligen kommunistischen Apostel lächele, so solle man doch bedenken, daß sie mit ihren Vor- schlügen immer bon der Gesellschaftsform ausgingen, die zu ihrer Zeit bestand. Als Cab e t 1840 sein Buch„Die Reise nach Jkarien" herausgab, ma-Oie es auf die Arbeiter einen starken Eindruck. Ebenso das:.n demselben Jahr erschienen« Werk ProudhonS »Was ist Eigentum in welchem er zu dem Ergebnis kommt: ..Eigentum ist Dietstahll" In Frankreich erlangte Blanqut einen(frosten Einfluß auf das Proletariat Blanqui glaubte durch Verschwörungen und einen kühnen Handstreich die kapitalistische � Gesellsrbaft stürzen zu können. In Deutschland fand der Schneider. i geselle Wilhelm W e i t I i n a einen großen Andang. In seinem Buche„Garantien der Harmonie" legte er ein vollständiges System der anzustrebende» Gesellschaftsordnung medez. Leidenschaftliche Ankläger dec bestehenden Gesellschaft waren damals auch viele Dichter und Philosophen. Der Russe Michael Bakunin verfocht in strengster Form die Ideen des Anarchismus. Ihm trat sehr bald Karl Marx entgegen, der Anfang April 1848 xtriammon mit Engel» ein Flugblatt herausgab, das als erstes Programm der deutschen Sozialisten zu betrachten ist. Um diese Zeit begann in Dentschlowd die Verfolgung der Kommunisten. Am 19. Mai 1849 wurde die„Neue Rheinische Zeitung" verboten. Im Fahre 1851 wurde gegen zwölf Leiter des Kommunistenbundes An. klage erheben, die nach vihjäbriger Untersuchungshaft mit schweren Strafen endete. Di« Herrschenden fürchteten die kleine Schar der Kommunisten und so erliest 1854 der Bundestag ein Gesetz für all« Staaten des deirisrOcn Bundes, dessen§ 8 lautete: »Im Interesse der gemeinsamen Sickferbeit verpflichten sich sämteiebe Bundesregierungen serner. die in ihren Gebieten etwa noch bestehenden Arbeiter-Vereine oder-Berbrüderivngen, welch« politische, sozialistische oder kommunistische Zwecke verfolgen, binnen L Monatn aufzuheben und die Neubildung solcher Per- bindungen bei Strafe zu verbieten." Da? war da? erste Sozialistengesetz! Die Arbeiter zogen sich nunmehr in die Bildungs-. Gesangs-, Turn« umd Hand- wcrkerverctne zurück und das politische Leben wurde erst wieder lebhafter durch den italisirischen Krieg im Jahre 1859. Damals versuchte die Fortschrittspartei die Arbeiter zu gewinnen, dock, machten diese sich von deren Eriifluh bald wieder frei. Im Jahre 1859 erschien im Verlag von Franz Duncker in Bertin der erst« Teil des für unsere Partei auSsihlaggebenden Werke? von Karl Marx»Zur Kritik der politischen Oekonomie". Tie Bedeutung des Werkes aber wurde von den Arbeitern erst später gewürdigt. + Am Donnerstzvg, den 17. Oktober, abends 8 Nbr, suchet im Berliner Jngcndbeim(Lindenstr. 8, II. Hof links lll Treppen) der zweite Vortrag statt, und zwar über den Zeitabschnitt»Von Lassalle bi, 1870". W--- Zunahme der Trippeerlrankunge«. Die Zahl der an Grippe Erkrankten ist noch dauernd Steigen begriffen. Sämtliche Erost-Berkiper Krankenhäuser sind to überfüllt, dast einzelne nur noch ganz schwer Kranke auf» nehmen können. In den Vororten sind bereits mehrere Schulen geschlossen worden, die Schließung einiger Berliner Schulen steht für den Anfang der kommenden Woche bevor- Die Allgemeine Berliner OrtSironkeu lasse wird in den nächsten Tagen die Zahlen der Erkrankungsfälle öffentlich bekannt geben. Was sich die Grosse Berliner versagen must. Die Orlsgruppe Berlin des ReichSbundeS der Krieg,- beschädigten und ehemaligen Kriegsteilnehuier hatte sich im September an die Diraßenbahngcsellschaften gewandt mit dem Ersuchen, den schwerbeschädigten Kriegs» invaliden eine PreiSermästigunsi für die Fahrt zur Arbeitsstätte zu bewilligen, wie sie bereit«:n Hamburg, Dresden, Köln, Kassel, Düsseldorf und anderen deutschen Städten eingeführt ist. Mit einer rühmlichen Ausnahme(Teltower Kreisbahnen» habei: alle Straßenbahnen eine ablehnende Ant» wort gegeben! Interessant ist der Bescheid der„Großen Berliner". Sie läßt mitteilen, daß bei den besiehenden niedrigen Tarisen kaum die Selbstkosten gedeckt werden(!); sie müsse sich daher zu ihrem Bedauern versagen, die Fahrpreisermäßigung zu bewilligen. Die bedauernswerte Große Berliner! Sie möchte herzlich gerne die traurige Lage der Kriegsbeschädigten lindern helfen, aber leider ist sie dazu nicht imstande. Dabei hak sie eben erst die Tarife um ein ErilecklicheS erhöbt. Seelenruhig stecken die Altio- »äre die neuen Gewinne in die Tasche; den Kciegsinvaliden den bitteren Kampf um» Dasein durch ein kleines Entgegenkommen zu erleichtern, müssen sich jedoch die Herren.zu ihrem Bedauern ver« sagen". Au» K S l n und Düsseldorf wird soeben berichtet, datz den Beinamputierte» und den übrigen Boiuverletztcn völlig freie Fabrt auf den Straßenbahnen gewährt worden ist. In Berlin bat die.unauslöschliche Dankbarleil" nicht einmal bi, zum Ende des Krieges vorgehalten., Ter NuttSgerichtSrat alS Hanswirt. Sine sonderbare Klage schwebt beim Amtsgericht Berlin-Mitt«. Bei einem Hauseigentümer W und er m a ck e r hatten auf seinem Grundstück H a i c n h e i d e 74 zwei»Schwestern B ü r ck l e i n zum Okiober 19!8 eine Wohnung für jährlich 1L00 M. gemietet und am 5. Juki einen Mietsvcrtrag iogleich aus zwei Jahre abgeschlossen. Eist himeraer kamen:vncu Bedenken, ob diese Ausgabe nicht über die Kraft ihres Geldbeutel» geben würfe, und ste kkatcn daher den Hauseigentümer um Aufhebung de» Vertrage,. Herr Wnndcrmachrr ging darauf ein, stellte ab:r die Bedingung, daß ihm ein Abstand von 200 M. gezahlt würde. Die Miete» rinnen legten ihn, sofort 60 M. auf den Ti'ch und verpflichteten sich durch ichriftliche Vereinbarung vom 7. Juli, die übrigen 140 M. bi« zum L. Juli zu zahlen. Wegen dieier 140 M., die sie dann schuldig blieben, schritt Herr Wundermacher zur Klage. Er bestand auf seinem Schein, und sein Prozeßvertreter tat das auch noch in der Verhandlung am 9. Ot- tobcr, obwohl der Kläger die Wohnung»um 1. Oktober ander» w e i t i g v e r in: e t e t hatte. Daß er sie zu geringerem Preis als 1200 M. habe losichlagen müssen, wurde tn dem Termin nicht be« hauptet. Der Prozsßdertreter der vorklagten Schwester» führte an,. bor der jetzt herrschenden WohnungSliiapphezt sei die Forderung eines Abstandsgeldes überhauvt unnötig gewesen. Früher halw mancher Hauswirt e>n Abstandsgeld Verlangl, wenn er in Auf» Hebung eines Miclsvertragcs willigte, beute aber werde jeder sein« Den beiden Mieterinnen sei diese Lage de, Aus der Geschichte der Partei. Die Vorläufer der Sozialdemokratie. Am Donnerstagabend fand im Berliner Jugendheim der erste Vortrag über das Thema»Di« Geschichte der deutschen Sozialdemokratie" statt. Genosse Eugen Ernst wies kurz auf Zweck und Ziele der Veranstaltungen hin. Sodann be« handelte Genosse Molkenbuhr den ersten Teil der Vortrags-- folge:„Die Vorläufer der Bewegung bis 180 2." Marx und Engels— so führte er aus— haben durch ihre> wissenschaftlichen Thesen bewiesen, daß die ökonomischen Verhältnisse i Wohnung leicht Io8, die Grundlage des politischen Lebenö sind. So sind auch die Wirt» j WohnungSmarkteS nicht bekannt gewesen, darum hätten sie auf die schaftlichen Umwälzungen die Triebfeder der Partei. Wollte man Forderung eingehen zu sollen geglaubt. Die Beklagten macheu also e:ne Geschichte der Partei darstellen, dann stützte man rme 1 geltend, datz die Verein baruug über di» 140 W.»ach f 108 BGB. nichtig fei, und behasten sich auch Rfirfsordernng der schon gezahlten 60 M. vor. Der Paragraph Handell davon, dafc ein Bertrag, der gegen die guten Silken verstöjzt, keine Geltung hat. Es wurde auch zur Sprache gebracht, daß der Hauswirt selber I u r i st u n d zwar Richter ist. Der die Verhandlung führende Richter fragte, ob es nicht besser sei. eine Einigung zu versuchen. Er weinte, daß er zu diesem Zweck vielleicht den Kläger selber iverde laden müssen. Der Vcrtreier des klagenden Amtsgerichtsrals Wundermacher zeigte keine Neigung, auf einen Vergleich einzugehen. Schließlich vertagte der Richter und setzte einen neuen Termin auf Mitte November an. Mit einem beredten Blick auf den Vertreter des Klägers fügte er hinzu:.— falls nicht bis dahin ein Vergleich zustande gekommen ist.' Strompreiserhöhung und Sparmasznahmen. i_ In dem soeben erschienenen 1. Verwaltungsbericht des Städ- stischen ElektriAitätstoerks Steglitz, den der Direktor Rehmer Icrstattet, werden Mitteilungen übet die Wirkungen der Kohlen- spatmaßnachntem auf die Stromerzeugung gemacht. Es heißt dort: d-D-nS wirtschlaftkiche Ergebnis des abgelaufenen Rechnungsjahres hnuß als traurig bezeichnet werden. Die durchschnittlich»m 'ßo ißcoz. erhöhten Strompreise toaven weder in der Lage, die Irückläufige Richtung des Ueberschussos auiszuhalten noch erheblich abz-ubronlsen. Hätte man die Sic. gerungen der Kohlenpreise und Lohne, vor gllen Dingen aber die einschneidenden Verordnimgen des ReichSkommissvvs für die Kohlender teilung über Einschränkung im Elektrizitätsverbrauch ahnen können, so hätte man sich Wohl kaum mit einer verhältnismäßig geringen Strompreiserhöhung begnügt. Dies« Sparmaßnahmen mögen ja einigen wenigen überlasdeken Elektrizitätswerken Deutschlands angenehm gewesen sein, im«llgomeincn ist aber eine ins Gew'icht fallende Köhlen- Wenge nicht erspart worden irnd kann auch nicht erspart wer- den. Dor Verbrauch der Elektrizitätswerke an Kohlen ist im Ver- lxiltnis zig deutschen Kohlendecke derart gering, daß bei voller Erreichung der verordneten Einschränkung nur 0,1 Proz. der Kohlenförderung für andere Zwecke frei wird. Erreicht ist llediglich eine Mindererzeugung an Munition, eine Verarge- >rung der Bevölkerung lmter Vernichtung der bis dahin -immerhin noch leidlichen Wirtschaftlichkeit der Stromwerke. Diese sind fast durchweg kommunales Eigentum, wo sie es nicht sind, sind die Gemeindnn mindestens durch Gewinnanteil am Ergebnis der Werke beteiligt. Der Mindergewinn muß durch Steuern ausgebracht wenden und belastet somit die Allgemeinheit. Die Ge- hneindcn haben bereits sehr hohe Lasten zu tragen, nngehouire .neue Aufgaben tyid Lasten flehen noch bevor. Es ist Pflicht der Staats- und Reichsrygierung, die bisherigen Einmahmeqnellen den «Gemeinden zu«rihalten und wenn möglich zu erhöhen und die zu erlassenden Verordnungen eingehend äbzmoäqen, ob der Erfolg das .Mittel heiligt. Es erübrigt sich hier näher auf die Verovdnmrgen bezüglich SparmaßMhmen i:n Gas, und Elettrizitäts'oerbrcruch toinzugehen; die öffentliche Meinung Hai ihr Urteil längst vor- nichtend gefällt. Für uns bedeuten diese, Verordnungen einen -Verlust von rund lllll 000 M." Auch für Steglitz ist eine weitere .StrvmpreiSeckhöhung in Aussicht genomntan worden. Honigschiebunffe«. Die Imker find, wie bekannt, verpflilbtet worden, als Gegen- gäbe für den ihnen zur Bienensütterung überwiesenen Zucker gewisse Pflichtmengen von Honig an die amtlichen Honigsammelstellen ab- zuliefern. Diese Ablieferung erfolgt aber vielerorts so ungenügend. daß die Belieferung der Krankenaitstalten, Lazarette und dergleichen auch in bescheidenstem Umfange gefährdet ist. Wenn auch die un- gewöhnlich schlechte Honigernte hierbei mitwirkt, so entziehen sich doch nicht wenige Imker ihrer Ablieferungspflicht, um den Honig anderweit zu erheblich höheren Preisen zu verkaufen. Um dies nach Möglichkeit zu verhindern, wird denjenige»» Imkern, die ihre Honigvflichtmeuge nicht abliefern oder hiervon mcht durch Eni- fchelduag der HonigvermittelungSstelle ganz oder teilweise befrei! stno. der Bezug von Bieuenzuck'er in diesem und ersorberlichenfulls <>;:•) im nächsten Jahre gesperrt werden. Käjwerteiknng. Bis Dienstag, den IB. Oktober, wird an die- jenigen Kunden, die in den Speisefettkundenlisten der in den Be- zirken der 22.-23., 8S., 40.. 48.— 51, 174., 201, 222., 325. und 239. Brotkommission, und bis Mittwoch, den 16. Oktober, der w den Bezirken der 29.-34, 36, 38, 39, 41.-43, 49, 52.— SS, S3, 76, 178, 197. und 223. Brotkommission gelegenen Geschäften eingetragen sind, pro Kopf ein Stück dänischer Weichkäse(Gervais« masse) oder 125 Gramm Käse anderer Art verteilt. Nnadhängige Anträge. Di« Stadtverordneten Barenthin u. Gen. (Unabhängige) haben der Berliner Stadtverordneten- Versammlung folgenden Antrag unterbreitet:.Wir beantragen: Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen im Interesse der Berliner Bürgerschaft, welche infolge des BelagernngszustandeS und durch das HilfSdienstgesetz ihrer staatsbürgerlichen Rechte beraubt und durch die geltende Städte« ordnung in der Selöstverwaliung beschränkt ist, in einer an den Reichskanzler zu richtenden Petition zu fordern: 1. Amnestie für alle wegen politischer Vergehen und Verbrechen Verurteilten, 2. Ans» Hebung des Belagerungszustandes, 3. freies Vereins- und Ver- sammlungsrecht, 4. Freiheit der Presse, 5. Aufhebung des Hilfs- dienstgesctzes, 6. Reform der Etädteordnung zwecks Einführung einer wahrhaften Selbstverwaltung.' Zur bevorstehende« Personen ftandSaufnahme. Den Befltzern be- wohnter Grundstücke oder deren Stellvertretern ist gesetzlich die Pflicht auferlegt, der mit der Personenstandsaufnahme betrauten Behörde— in Berlin die Steuerdeputation des Magistrats Aot. II — die auf dem Grundstück vorhandenen Personen mit Namen, Be« rnfs- und Erwerbsvrt, Geburtsort. Geburtstag und NeligionS« bekenntnis, für Arbeiter, Dienstboten und Gewerbegehilfen auch den Arbeitgeber und die Arbeitsstätte anzugeben. Die gleiche Verpflich« tung liegt den Haushaltungsvorständen ob hinsichtlich der zu ihrem Hausstande gehörigen Personen einschließlich der Unter- und Schlaf- slellenmieter.— Im Hinblick auf die am 15. Oktober stattsindeude PersonenstandSaufnahme für das JeranlagungSjahr 1919 wird er- neut auf die gesetzliche Vorschrift hingewiesen und darauf aufmerk« sam gemacht, daß die Nichtbeachtung obiger Bestimmungen mit Strafe bedroht ist. Postwertpaketsperre. Infolge der von der Eisenbahn verfügten Gütersperre hat sich ein so großer Andrang von Wertpaketen im Postverkehr gezeigt, daß die zur Verfügung stehenden Absuhtmöglich- ketten und Lagerräume in Berlin und in den größeren Vororten wichst mehr ausreichen. ES ist daher eine Sperre für solche Postwert- pakete ans dem Reich verfügt worden, die für. Berlin und die größeren Vororte bestimmt sind, damit zunächst die dort bereits eingetroffenen Pakete bestellt werden können. Die Sperre ist vorerst mrr für drei Tage(10. bis 13. Oktober) ausgesprochen. vezugSauswcise über Nähgar«. Der Magistrat Berlw weist darauf hin, daß in der Zeit vom 12. bis 15. Oktober an die ordnungsmäßig zum Bezüge von Nähgarn angemeldeten g e w er b- lichen Berarbeiter durch die ÄuSfertigungSstelle iür Bezugs- schein« BezugSauSweise über Nähgarn ausgegeben werden. Der Mieterb««d Groß-Berlin hat beschlosseu, mit möglichster Beschleunigung allenthalben in Groß-Berlin Gruppen zu gründen und eine Landesorganisation der Mielerschaft für Preußen ins Leben zu rufen. In einek Eingabe sind die maßgebenden Stellen im Reiche dringend ersucht worden, die Mieterichutzbestimmungen unverzüglich allgemein auf die Neuvermietunaen auszudehnen. Einstiinmtg hat der Bund beschlossen, Groß-Berlin als einheitlichen Wirtschaftsbezirk zu betrachten und die Regierung z» bitten, sie möge die für sog. NolstandSgemeinden erlassenen Vorschriften für de« Bezirt den Groß-Berlin in Kraft setzen. Sk« drrfster Ranbüberfnkl tewit« gestern nachnrstlag m der BrannSberger Straß« 8 verübt. In dem Damen- und Herrenkleider- geschäft von W. Klopp erschien sin junqec Bursche und bat den Inhaber thnt doch einen Zwanzigmarkschein zu wechseln. Als der Ria nn diesem Wunsche nachkam wird sich bückte, schlug der Bursche plötzlich auf den Schneidermeister ein. Er traf ihn am Kopf, doch scheint er nichl erheblich verletzt zu sein. Auf die Hilferufe des II Überfallenen ergriff der Räuber die Flucht und entkam. Er wird als ein etwa 20jghriger Bursche beschrieben, der 1,65 Nieter groß und blond war; er hatte ein bariloses Gesicht und trug einen braunen weichen Hut und«inen braunen abgetragenen Iackettanzug mit blau und weiß kariertem Kragen. Auf die Ergreifung deS Täters ist eine Belohnung von 300 M. ausgesetzt. Trotz eifriger Nachforschungen konnte er bis gestern spät abends noch nicht ermittelt werden. � Ein Stenographieanfänger kursnS der Stenographischen Gefell- ischaft Stolze-Schrey beginn: am 16. Oktober, abends 7 M Uhr. in der Luijenstäbtischcn Oberrealschule, Dresdener Str. 113, Die Unterrichtsstunden finden jeden Mitttvoch abends von 7K— 9M Uhr statt und u>erdcn von geprüften Lehrern der Stenographie geleitet. Nach beendetem Kursus wird den Teilnehmern in den Fort- 'bitduugs- und Diktatkursen Gelegenheit zur weiteren Ausbildung geboten. Die Beteiligung an diesen Kursen, an Prämien- und Wettschreiben sowie die Benutzung der über 1500 Bände zählenden Wucherei— stenographischen Unterhal rungsschriften, fach- und 'ustssenschaftlichen Werken— ist außer dem Mitgliedsbeitrag kosten- frei. Die Aufnahm- von stcnographiekundigen Damen und Herren, in die Diktatabteilungen kann jckdcnzeit erfolgen. Anmekdungcn werden zu Beginn des Unterrichts in der Schule oder von dem Lehrer der Stenographie Robert Klinger, N., RheinSberger Straße 62, entgegengenommen. DaS Ende der Fünfundzwanzigpfeunig-Nickel. Der Bundesrat Hai die Einziehung und dir Außerkurssetzung der Fünfundzwanzig- Pfennigstücke aus Nickel zum 1. Oktober 1918 mit einer Frist zur Einlösung bei den Reichs- und Landeskassen bis zum 1. Januar 1919 beschtossen. Der Sportvark Treptow bringt an diesem Sonntag den neuen Kriegsmeister Krupkat an den Srart. Er trifft auf Pawke, Kukchkow und' Nettelbeck. Diese vier Fahrer bestreiten ein 10-, 20- und 50-Kilometer-Rennen. Für die Treptower Flieger ist die Meister- schaft von Treptow vorgesehen. Zwei Flieger-Rennen für die Amateure vervollständigen da« Programm. Lichtspiele Nene Philbarnt-nie.»er Fll».»«s Midche« Warenhaus' wird auch die nächste Woche noch gezeigt. SchZnebev». Die Veranstaltungen für B-lkSunterhaltung durch die Stadt beginnen Sonntag, den 13. Oktober, nachmittags 4 U h r, in der Aula der Hohonzollernschnle, Belziger Gdr. 48. Mit- wirkende sind: der M-ngeweinsche Oratorienvevein, Dirigent Fritz Krüger; die Opernsängerin Lisa Dinge- Schenk (Sdpran); Frl. Elsbeth H e rr l i ng- B ra n d i s(Violime); Frl. Getrud Immohr und Herr Otto Linstedt(Klavier). Der Prei» für CnntrrttSkanden beträgt 3b Pf. Kanten find an der Abendkasse zu haben.__ Krei» Tekto«. Der Kreistag tritt Donnerstag, d-N 84. Ottobx, vormittags 11 Uhr, im Kreishause zu einer Sitzung zusammen, ans deren Tagesordnung neben den erforderlichen Wahlen die Bervilli- gung einer einmaligen KriegSteuewiingSzulag- und Beihilfe, die Gründung der Siedlungsgesellschaft m. b. H. im Kv-i; e Teltow und der Berich: über den Erwerb der Anlagen der Eng- tischen Gaswerke stehen. Dem Kreistag wird ferner Vorlage über die mittelbar« Beteiligung der dem Ltormälgasv ertrage beigetretenen Gem-einden des Kreises am Gewinn und der Verwaltung der Deut. scheu Gasgesell schaff-unterbreitet werden. — Schnelle Ablieferung von Brotgetreide erforderNch. Der Borsitzende des Teltower KreisauSschusseS, Landrat v. Achenbach, weist darauf bin. daß eS zur ordnungsmäßigen Durchführung dar Brotvcrsorgung unbedingt erforderlich ist, mögliichst große Mengen von Brotgetreide und Gerste so schnell wie möglich abzuliefern. Die Ortsbehörden sind ersucht worden, mit allen zu Gebot« stehen- den Mitteln darauf hinzuwirken, daß die Ablieferung der ausge- droschenen Früchte in weitestgehenden: Maße sofort erfolgt. Feucbt berniteteS Getreide kamt natürlich erst dann verladen werden, wenn e§ durch geeignete Behandlung versandfähig gemacht ist. Die schlew, nige Ablieferung empfiehlt sich, um später Zwangsmaßnahmen zu frcxTiici b'Cn. — Gründung einer S i eb l ungSgesellsch aft. Die vom Kreistag zur Prüfung der Wohnungsfrage eingesetzte Vorkommission ist zu dem Ergebnis gekommen, baß eine wirksame Tätigkeit auf diesem Gebiete nur durch eine mit größeren Mitteln ausgestattete Sied- lungSgesellschaft entfaltet werden kann. Diese Gesellschaft soll in Form einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit einem Stammkapital von 4 Millionn M., die in Stummeinlagen von mindestens 10 000 M. zerlegt werben, gegründet werden. Der Staat hat sich bereit vrNärt. Stammenilazen in Höbe von 1,2 Millionen M. zu übernehmen. Ferner ist der Staat gewillt, der Gesellschaft ein Verkaufsrecht auf fiskalische Gründstücke zu rewähren. Ter KreisauSschwß schlägt vor, Stammestnlagen in Höhe ion 1 Million zu zeichnen. Der Restbetrag von 1.3 Millionen soll durch Gemeinden, gemeinnützige Vereinigungen und Pivatlewte aufgebracht werden. Von dieser Seit« liegen bereits Zeichnnngs- erklärungen in Höhe von% Million vor. Die Tätigkeit der Gesell- schaft soll gemeinnützig sein und hauptsächlich der Förderung der durch den Wohnung saufwand besonders belasteten Teile der Bevölkerung des Kreises dienen. Sie wird ihre Aufgaben im wesentlichen durch die Unterstützung der Gemeinden in gemein- nützigen Vereinigungen, durch Vermittlung von Darlehen rmd Hypotheken und durch Aufstellung von Bau- und Siedlungsplänen, sowie endlich durch Fürsorge für preiswerten Bezug von Bauswffen zu erfüllen suchen. Das Unternehmen soll trotz seiner Gemein- nütziqkevt nach kaufmännischen Gnundsätzen geführt werden, so daß im Gesamtergebnis eine ausreichende Verzinsung der Stammeinlagen gewährleistet wird._ Steglitz. Einmalig« Teuerungszulagen. Nachdem die Ge- merndevertretnng in der September-Sitzung den Gemeinde b e a m« t e n ein« einmalige Teueritnaszulage bewilligt.hatte, berlangis ein Antrag der sozialdemokratischen Fraktion ein gleiches für vi« Kriegs Hilfskräfte und Gemeindea r b ei t en. Dem ist nun- mehr der Gemeindevorftand nachgekommen und hat der Gemeinde- Vertretung folgende Vorlage gemacht: Die Kriegshilfskräfte erhalten, sofern sie mindesten? ein volles Jahr lang beschäftigt find, eine einmalige Tenerungs- zulage von 100 M. GurtdOedrag und ein Monatsgehalt(einschließlich Funktions- und Teueru ngszickäge). Sind die Beteiligten nach nicht ein volle? Jahr bei der Gemeinde tätig, so ermäßigt sich der nach obigen Grundsätzen errechnete Betrag entsprechend der� Anzahl der vollen Wesckäftigungsmonate nach dem System der Zwölfielung. Die Gemeindearbeiier erhalten unter den gleichen Voraussetzungen ebenfalls 100 M. Grnndbetrag und einen Monats- lohn(Tagelohn und Krieasbeihilf«— obne Kriegslohnzuschlag— mal 26 Tage) bis zum Höchbetrage von 300 M. Die Zahlung soll am 15. November in einer Summ? erfolgen. Die hierzu erforderlichen Mittel belaufen sich aus rnnd 138 000 M. Ferner beantragt der Gemeindevorstand die Einrichtung ekner Zentral-KriegSküche(an Stelle der bisherigen fünf Einzelküchen) in. Räumen der Städtischen Badeanstalt und verlangt dazu den Betrag von 50 000 M. Man hofft hierdurch die jährlichen Betriebskosten um 22 000 M. vermindern zu können. Pankow. TrnernngSznlagen nnb NahrungSmittelverforgung. In ihrer letzten.Sitzung beschloß die Gemeindevertretung, den für die Tauer des Kriege? angenommenen Bureauhilfskräften und ständigen Gemeindearbeitern auf die kom- wende einmalige Teuerungszulage einen Vor- schuh in der Weife zu gsvährtzn, daß denselben nach Über ein- � Mriger Befchäskiynng bei der Gemeinde, sowe» e« sich rtrn Verheiratete handelt, 225 M., Ledigen 150 M. und Ledigen unser 13 Jahren 75 M. ausgezahlt weiden sollen. Genosse Schmidt wies bei dieser Gelegenheit darauf hin, daß es Aufgabe der Ge- meinde sei, der durch di« Kriegsverhältnisse geschaffenen Notlage in weitgehender und von Engherzigkeit freier Weife Rechnung zu tragen und den Kreis der mit einer Teuerungszulage zu Bedenken- den nicbt lediglich auf die mehr als ein Jahr beschäftigten Bureau- Hilfskraft und ständigen Gemeindearbeiter zu beschränken, sondern allen bei der Gemeinde Beschäftigten, auch wenn sie weniger als ein Jabr tätig se-rn, die lo notivendige einmalige Beihilfe zukommen zu lassen Bürgermeister Stawitz versprach, bei der endgültigen Regelung und Festsetzung der Teuerungszulagen— die mit tunlichster Beschleunigung erfolgen soll— diese Anregung weitestgehend zu berücksichtigen.— Außerhalb der Tagesordnung nahm Genosse Schmidt Veranlassung, Beschwerde gegen die zurzeit außerordent. lich mangelhafte Nahrungsmittclversorgung Pankows zu führen. Es müsse von den maßgebenden Stellen des für die Belieferung zuständigen Kreises Niederbarnim mit allem Nachdruck verlangt werden, daß Pankow als ein Gemeinwesen mit einer Seelenzahl von annähernd 60 000 nicht in derselben Weise bewertet w'erde wie etwa ein in der Hauptsache Ackerwirtschaft treibendes Dörflein des Kreises In der lebhaften Aussprache konnten die mit der Pan- koirer NabrungSmittelverteilung betrauten und an die Kreiszu- teilungsfielle gebundenen Organe leider keine Besserung in Aus- ficht stellen, obwohl allseitig die derzeitige Nahrungsmittelzuteilung als durchaus ungnügend Bezeichnet wurde. Reinickendorf. Eieranmeldung. Anmekdeabfchnitl 14 detz Eierkarte ist bei den zugelasseinen Eierverkaufsstellen, ausgenommen bei Grauel, Provinzstr. 109, bis einschließlich 12. d. M. zur Abtrennung vorzulegen. Der Verkauf beginie! am 15 und endet am 19. d. M. Auf jeden Abschnitt wird ein Ca zvi-i Preise von 61 Pf. abgegeben.'_ Groß-Serlwer Parteinachrichken. Lichtrrsclde. Die letzte Mitgliederversammlung nahm zunächst ein Referat d?S Genossen Beutels über.Untere politische Laae' enl- gegen. Danach referierte Genosse Wenzel über Ernäbrungs- fragen, wobei daS von uns mitgeteilte Verfahren der Poledomer Bezirt? stelle für Obsi und Gemüse lebhafte Entrüstung hervorrief. Beschlossen wurde sodann, die vereinSver'ammlungen auch ab- wechselnd>m Osten abzubalren. und beim Gemeindevorstand zu beantraoen, die Lebensmittelbekanntmachungen auch im.Vorwärts' zu veröffentlichen. Spandau. Eine recht ersreuNche Mitglirderzunahmr konnte in der letzten Mitgliedcrveriammliing bei Entgegennahme de§ Quartals- berichteS festgestellt weiden. Um eine weitere Stärkung der Organ:- farion zu bewirken, soll eine Hausagitarion vorgenommen werden. An Stelle deS zum Heeresdienst einberufenen Genosien Fiedlichuster wurde Genosse H. Richter zum 2, Vorsivenden gewählt. Sodann referierte Genosse Stahl über:.An der Schwelle des Friedens'. Ferner wurde beschlossen, im Wimerhalbjabr ein Smsomekonzert und nach Aufhebung der VersammlungSbeschränkungen eine große öffentliche politische Kundgebung zu veranstalten.' Zum Schluß wurde eine große Anzahl neuer Mitglieder aufgenommen. ?ugenüveranftaltungen. tzkebeitcrlugendhei« Lindenftr. 3. Sonntag abends pünktllch 6 Uhr Literarischer Abend. Vorwagender: Herr Zickler.— Di« Heim Wanderung fällt mit Rücksicht auf die Jngendlonferrnz aui. «»gemetue Kraut««- nnb Sterbetasse der �oietallarbewer. pfiliale 7. Heute, abends L Uhr, bei Sachje, Ltndower Str. 26, Mit- gliederveftamuilung. i»re«rei,g»ie Viewria» e. Sonntag, den 13.. �HormMagS» im, Pappelallr« 15/17; Neukölln, Jdealkafino, Wcichlelstr, 8; Oderschöneweide. Wilhelminenfw. 43, bei P. Vamp, Freireligiöse Vorlesung. tG/, Uhr Kleine Frankfurter Sw. 6: Vorwag von Herrn Dr. Bruno Wille: Neue Lcdensgcsialtung. Gäste willkommen. vriefkaste« der Reöaktion. M. tz?. 100. 1. Der Feldwebel kann Ihnen nicht verbieten, bah Sie Kameraden den.VorwanS' geben; führen Sie dagegen Beschwerde. 2. Eine solche AusfuhreriaubniS werden Sie wohl nicht bekommen es würde sich emviehlen, mit dem Transport vorläufig zu warten. 3. Die Erlaubnis zur Abwanderung mutz die Braut von der dortigen Behörde haben, und ebenso die Erlaubnis zur Zuwanderung nach hier.— »«»UetffiOMbSnachickchte« be* Landesauftalt ffir«ewSfferkunbe. mitgeteilt vom Berliner Wettrrbureau. Sonntag mitrag. Ziemlich mild, zeitweise beiter, jedoch überwiegend bewölir und meist geringe, nur im westlichen Küstengebiete etwas slärlcre Regensälle. Iii— ii»iiiininiiaBigaaaM—— mn— BigjaaBCTMaanaB ersckeint im„Vorwärts"der Stellen- KeiFbgx, fä* Nachweis. Änter vielen Angeboten im„Vorwärts" mit seinem ausgedehnten Verbreitungsbezirk WlSezchlke Sleilmg. Aöonnementspreis monatlich 1,80 Mark frei ins Äaus. Diesen Zettel wolle man ausgefüllt an die ödaupt- cxpedition, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, senden. Name- Beruf--- Wohnort- f bor« 1 Straße?- j Seitenfl J Treppen- l Ouergeb. J Bei wem?____ bestellt ab 1. November den„Vorwärts" zum Preise von 1,80 M. per Monat frei ins Äaus. Nr. m— 1*J$ Unterhaltungsblatt öes VsrWärts Sonnabend, 12. Oktober Tonis Schickfalstlerchen. Tpisoden aus dem Leben eines Kupferschmiedes. Nacherzählt van Robert Grötzfch. UL Maries Traum stimmte nicht. Toni hatte keinen' Verband, sondern die Feldmütze auf dem Kopse und stak bis an die Stiefel- strippen im polnischen Schlamm. Wenn er an den Schutzschildern des Schützengrabenwalls vorbei schielte, sah er ein braunes, breiiges Erdmeer, das hundert Meter ostwärts von einem anderen Erdwall begrenzt wurde. In den Schiehlöchern lauerten Gewehrläuf«. Da- hinter bewegten sich die Pelzmützen sibirischer Schützen. Vor kaum zwei Wochen hatte er aus der Westseite des europäischen Kampf- Platzes gelegen. Dort leuchteten rote Käppis hinter den Erdhausen. An Toni? zerknülltem Kragen saß der Gefreitenknopf. Auch Karl, der im selben Graben lag und im Unterstand„Zur grünen Laus" auf einer heiseren Mundharmonika blies, hatte den silbrigen Knopf. Denn der HaupKnann war sehr zufrieden mit den beiden. Sie wußten auch, daß die Nntcroffizierstressen für sie sckwn bereit lagen. „Es wären monatlich über dreißig Mark mehr in die Hand", sagte Toni zum Karl, als ihre Kompagnie in nebliger Frühlings- nackt abgelöst wurde und mude auf die Quartiere eines polnischen Dorfes losmarschierte. Ihre jungen Gesichter waren von einer sckwackstoppligen Kraus» eingerahmt. Schleckt« Zigarren qualm- ten gcuu an den Nasen vorüber. Mit der Unt>erosfi.zierslöhnnng würde man sich bessere leisten können. Volle, schwere, mit weißer Asche. Dumpfe Kanonenschüsse lockerten sich auS fernem Dunkel. Da» polnische Dorf lag lichilos in der Nacht. Die sekdgrrmsn, lshm- bedreckten Trupps warfen sich auf die Diehlen der llwsfen Holz- buden und schnarchten hinüber in einen bleiernen SMafs Panje- Gezeter und Kindecgewhnmcr klang in Tonis Träum«. Erst am nächsten Morgen merkten er und sein« sechs Kameraden, daß sie die Holzhütte mit zwei Familien tetllen. Drei Tage später ging ein Jucken und Kratzen und Scharre» durch die Kompagnie„Die Krabbelchen sind da", lachte der dick« Unteroffizier Morschak und rieb sich den Buckel am Türpfosten seines Quartiers, daß die Wandbretter wackelten. Im Sonnen- schein der HauSe-ngänge hockten muskulöse Grenadiere, hatten die Hemden vom Leibe gerissen und ließen spähende Blick« durch die blähte jagen, lieber die Felder her schütterte Kanonendsnner durch die Luft. Tont saß auf der Fensterbank, breitet? daS Hemtz über die Knie und fluchte. In den Händen zitterte grimmig« Unruhe. Di« Blicke stierten über die Nase hin und liefen auf beweglichen Punkten zusamm.n. Dunkle Ahnungen glommen in den Augen. Denn was da vielfüßig im Hemd krabbelte, da» war kein Tierchen mehr, das waren ganze Läusefamilien, die ihren Nachwuchs herdenweise auf die Weide trieben. Ueber seinen langen Lew hin feuerte ein höllisches Jucken. Matte? Unbehagen lastet« in Kops und Bein und Arm. Draußen stiefelte Karl über die lebm krustige, zerfahren» Straße. Frisch gebürstet und di» rötliche Mahne straff gekämmt.. Die Mütze saß flott und unbekümmert auf einem Ohr. Nicht mal ein Jucken fühlte er, der Glückspilz. Durchs Fenster schimmert« Tonis frierender Buckel. Braun- rote Flecke waren über das Weiß der Haut varstreut. Karl hauchte lachend gegen da» Fensterglas, aber der Unter- offizier Morschak, der drinnen am Tische mit zwei Grenadieren sichele, und ein hauShoh.S Eichelsolo in der Hand hielt, machte einen langen HalS, legte die Karten zur Seite, hing dt« Nase über Toniö Flecke und meint«:„Det gibt doch nicht etwa'n bisken KraÄielchentyphuS 1*' Am Tpämachmittag marschierte die Kompagnie in den Schützen- grab.n zurück. Nur Toni fehlte. Auf dem Bocke eines polnischen Wagens, dicht«m den Train- kutscher geklemmt und in«in« Deck« gewickelt, ratterte er dem La- zarett entgegen. In seinem Kopfe hämmerte und stach ti, in den Eingewerden wühlte bohrende Usbelkeit. Der Ostwind schnellt« das Geknatter wütender Maschinengewehre auf harten Wellm her- über, klopft« gegen den fiebernden Kopf, trug die raschen Takte der Gewehre in fein Blut. » Toni war ein kräftiger Jungs. Feste Sehne« hielte« den knochigen Körper zusammen. Seine westscMche Mutter hatte idm derbes Bauernblut mitgegeben. Damit zwang er auch das fleckig« Fieber nieder. Aber eine lange Schwäch, blieb. Die hieU ihn mit schlaffer Umarmung im Bett de» Lazaretts fest. Freundliche, hellgekleidete Schwesterm gingen lächelnd zwischen den Pette« einher, und Tonis Nachbar, der kranke Man, war ein kurzweilkger Bursche voller Schnaken und Spähe. Doch in TomS spitzgewordenem Gesicht hatte sich ein nachbenstuh-charter Zug eingegraben. Der ließ sich auch durch Witze nicht so leicht heraus- wischen. Unter seinem Kopfkissen lagen zwei Briese. Der eine trug eine weiche Handschrift. So weich, wie sie eben nur Mari« Kaspar in Kniephausen schrieb. An seinem � Umschlag hingen die Spuren zweier Kriegsschauplätze, denn er war weit herumgereist. Der andere war kurz: einen schönen Gruß auS dem Schützengraben, und die Russen würden immer gemütlicher, und Karl hätte die UnterossizierSborte am Rocke. Ja, das war nun mal ein Glückspilz, dachte Toni. Wohl be- korncks, mehr Löhnung, gute Zigarren, gemütlicheren Dienst, wohl bekomm'«. Karl. Ich, der Toni, könnte dcrs alles auch haben, wenn» auf der Welt nicht solch niederträchtiges Mdhzeug gäbe, solch ver- fllLtes, solch nichtswürdiges. Dar sidele Ulan im Nebenbett verwickelte die Schwester in seinen neuesten Svaß:„Wer ist unser schlimmster Feind? Der Franzose, der Engländer oder der Russe?" „Tie Laus", warf Toni dazwischen. Und das war sein« felsenfest« Ueberzcugung. Selbst der Kosak war sichtbar, kämpfte mit den gleichen Waffen, unter den gleichen Umständen wie der Gegner. Aber die BauS kroch ihren Mann von hinten an, unsichtbar, schlei- cheud, bei Nacht und Nebel, herdenweise. So konnte sie sich einst in Tonis Schreibheft einschleichen, konnte ihn znm Narren der garnen Sckule machen; so war sie ans dem Heu über Marie her- gefallen, um dem Toni ein gutes Mädel zu verekeln; so hatte sie ibn an einem Winterabend vom Bett hinweg glatt in einen Stall gesckmisen, und jetzt brachte sie ihn um die Unterofsizi-erStressen, wollte fl>nt an? Leben und schmiß ihn durch einen Masscmangriff mifs Ksankernlager. Was waren dagegen Franzosen, Engländer, Russen? Toni fühlte das erstemal in seinein Leben über den ganzen Körper hin, was baffen heißt. Was es beißt, einen Erbfeind zu . ficckm. Der s einige war die Laus. Zu welchem Zwecke- gabS solch Vveh�oug überhaupt? Wozu war eS nütze, wenn alles im &ck»n ftinen Sinn haben sollte, wie daheim der Kantor immer ge- lehrt b«tte. Er zog Maries Brief hinterm Kopfkissen hervor� ließ die Blicke wiedwc»tnmal ans den weichen Zeilen ruhn, senkte die Lider, sah «n Mädchen mit gesunden Backen und weißer Schcitelbahn im ichtvarKen Haar. Ach, wenn er jetzt hätte einen festen Kuß drauf drücken stxrnen! Wenn er doch damals nicht tvegen diesen ver- fluchten Krabbelchon davongelauisen wäre! Er schämte sich dieser Flucht wie ein«« Feigheit vorm Feind«. Hätte nicht gerade er in jener Stunde mannhaft zu Marie stehen müssen? Jawohl, gerade er. » Echaae Straßen vom Lazaiest entkernt liegt«in kleiner, vier- eckiger Matz wie ein Loch, zwischen alien Judenhäusern; sie drän- i gen das Viereck zusammen, in dessen Mitte der polnisch« National- 1 beld Sobieski aus verwittertem Steinsockel chront. Er hat das : Bein kühn vorgestreckt und weist mit geschwungenem Degen in eine holprige Gasse. Am Ende der Gass« hockt eine vym Kriege stummgemachte Fabrik. Fetzt webte dt« Flagg« des Roten Kreuzes vom Dache, am gewölbten Tor aber hing ein großes Holzschild mit weithin ficht- barem Biibc: e? zeigte auf rotem Grunde ein riesengroße«, un- gezieserhasieS Infekt, das alle sechs Beine von sich streckte und einen D»lch im lstücken trug. Davunter ein VerS, der kurz verhieß, daß in disfsm Hause auslebe der Menich, absterbe die Laus. Sin»« Tages, als die Sonne warm aus Sobteskis steinernen Schädel b»cmnte, steuerte Toni mit langem Schritt durch das ge- wÄbie Tor. Sein Gang wie» die frühere knochig-schwer« Stramm- hcit noch nicht ans Aber zu leichter Garnisonarbeit langte«s, darum hatte er sich freiwillig zum Dienst in der Entlausunas- anstatt gemeldet. Noch keine Woche lang hantierte Toni in der San i ern ngsabtetlnng, da wußte der Anstaltsinspektor: solch einen Mann hatte m noch nicht im Berriebe gehabt. Der tat keinen Dteetst, der ging mit wilder Freude ins Zeug. Dem schien eS ein Vergnüge« zu sein, jedes Wäschestück und jede» Koppelzeng, daS aus dsn y»»ß«i Kesseln zurückkam, noch einmal mit scharfen, übor di« Nase stechenden Blicken abzusuchen. Stand Toni vor den gewaltigen Heißlnstkesseln, in deren glühenden Leibern das Ungeziefer herdenweis« zu Tod« röstete, dann lobte grimmig« Freude über sein abgemagertes, blondflaumiges Gesicht. Die Kameraden ulkten oft über den langen Kerl, der nicht müde wurde, ncne Methoden zur energischeren Bekämpfung de? UngOziefers auszuhecken und umständlich auszukramen. Er konnte fraudig und hell auflachen, wenn er durch die holprige Gasse kam nd den mächtigen Dolch im Rücken des GezieserS sah. Manchmal jedoch, wenn«r Tuch und Leder scharf nachprüfte, nebelt« ein Flimmern vor seinen Augen. „Sie müssen Erholungsurlaub nehmen. Mann", knurrte der Arzt,..st« sind noch nicht wieder ganz in die Höhe." So kam Toni auf die stählernen Stränge, di« schnurstracks in die Heimat liefen und auch nach Kniephaufen abbogen. • Man kann nicht sagen, daß Kniephan-sen durch den Krieg be- beutender»enwnden war. Herr Lehrer Wacker verspielte nach wie vor im Dfttewechskat. Dem Bürgermeister hatte inzwischen di» Ratsfcltemnotd einen Buben geschenkt. Meister Habedank aber war wieder auf die Bein« gekommen. Die eherne Zeit schien in den alten Knochen verborgene Kräfte geweckt zu haben. Marie hatte sich just eine saubere blaue Schürte vorgebunden und mahlte Kafjee, als Toni mit hartem Tritt in der Zkuchc austauchte. Ohne einen Ton zu reden, zog er den schwarzhaarigen Kopf langsam an sich und küßt« ihn. Dies geschah vor den Augen deS Bäckers KlauS. Da langte auch ihr entblößter Arm nach Tonis Hals, denn sie gehörie nun einmal zu den Kupferschmieden. „So. so, der Toni," schmunzelte der dicke Klaus, bändelte ver» legen an seiner weißen Schürze und suchte nach vernünftigen Bemerkungen.„Der Toni. Und Unteroffizier iS er auch schon bald." „Konnte ich längst sein, wie der Karl, wenn"— in der Grenadierstimme kratzte ein schorfiger Klang—.wenn nicht des verdammte Ungeziefer--" „Karl?, machte Marie gedehnt,„Karl?" Und dann erfuhr Tom, daß die Russen den Schützengraben seiner Kompagnie in die Luft gesprengt hatten. Keiner war davongekommen. Auch Karl nicht.___ Sturmbühne. Unter„Expressionismus" berstehl man die Kunstrichtung, di« in ihrem Schassen nickt den Umweg über die Naturnachbildung macht, sondern das, was sie sagen will, direkt durch die unmittel- bare Sprache der ihr eigemümlichen Kunstmittel zum Ausdruck bringt. Ein expressionistischer Maler, der z. B die Stimmung eines Sonnenunterganges wiedergeben wollte, würde nicht das Bild einer Landschaft mit uniergehender Sonne malen, sondern er würde durch eine Komposition von Farben und Linien, die an sich gar nichts Gegenständliches darzustellen brauchten, jene Stimmung' direkt zu erzeuge» suchen. Wie der expressionistische Maler allein durch Linie und Farbe, der expreisionistische Plastiker allein durch die Form wirken will, so beschränkt der expreisionistische Poet sich ausschließlich auf die reine unmittelbare Wirkung des Wortes, das von allen Verstands« mäßigen, logischen oder graminatikalischen Verbindungen loS- gelöst ist. Die Anhänger de? Expressionismus sind der Meinung, daß durch die direkte Sprache der reinen Kunstmittel— Linie, Farbe, Form, Wo,t— mächiigere Eindrücke erzielt werden können, als durch den Itniweg über die Naturnachbildung. Sie stützen sich da- bei auf das Beispiel der Musik, die von altersber stets expreistonistisch gewesen ist, indem sie keine Naturbilder nachzuahmen iucht, sondern [ich auf die unmittelbare Wirkung ihres reinen KunstmittelS, des TonS, verläßt und dadurch lieser in die Seelen dringt al» irgend ein« andere Kunst. Erpressionistische Musik bat eS also schon immer gegeben, eine expressionistische Malerei, Plastik und Poesie gibt eS seit etwa einein Jahrzebnk. Dagegen war eS bisher noch nicht versucht worden, die Grundiätz« des Expressionismus auch auf die V ü h n e n k u n st anzuwenden. Dieser Aufgabe har sich ein KreiS von deutschen, holländischen und dänischen Künstlern, Dichtern und Kunstfreunden unterzogen, der sich vor etwa einem Jahre zu dem Verein . S l u r m b ü h n c" zutammenschloß. Sein Ziel ist, ein Bühnen- kunstwerk zu schaffen, das keine Menschendarstellung oder irgend- welche Nalurnachbiidunq gibt, sondern ansschließlich durch daS nach rein künstlerischen GestchtSpunkren organinerte Zusammenwirken von Farbe, Linie, Licht, Form, Bewegung, Wort und Ton in die Seele de» HörerS und Zuschauers dringen soll. Ein Versuch von revolutionärer Kühnheit, der. mag er gelingen oder nicht, in jedem Fall unzweifelhaft geeignet ist, der gesamten Bühnenkunst neue Wege zu erschließen. Di« ersten Aufführungen der.Sturmbühne" werden nächste Woche im Rünstlerbaus in der Bellevuestraße stattfinden. Sie bringen August StrammS„Sancta Susanna" und sind ausschließlich für die Mitglieder deS Vereins bestimmt. ES besteht aber die Absicht, eine Aujahl späterer Wiederholungen der Vorstellung einer breitereu Oeffentlichkeir zugänglich zu machen. Die Mitgliedschaft der„Sturm bühne" ist zu erwerben durch den Vorfl�enden Dr. Jobn Schikowski, Charlottenburg, Scharrenstr. 11, oder durch die 2. Geschäftsstelle des Verein», Berlin W 9, Potsdamer Str. 134a. Notizen. -— Musik. Bei dem Meyerbeer-Abend, der im Schillersaal Charlollcnburg nächsten Sonntag abend ö Uhr statt» findet, hält den einleitenden Vortrag Dr. Leopold Schmidt.— In dem zweiten SonntagSkonzerl deS Blüthner-OrchesterS am 18. Ok- tober, abends 7V, Uhr, im Blüthner-Saal spielt der Konzertmeister Nicola» Lambinon dos Violinkonzert D-dur von Beethoven. — Karl Marx-Denkmal. Die Verwirklichung deS vor einigen Wochen angekündigten Planes, im Sowjetrußland den Vor- iümpfern des Sozialismus Denkmäler zu errichten, beginnt mit einem Denkmal für Karl Marx, da« in Moskau bereits am Jahrestage der O.ktoberrcvolution enthüllt werden soll. Loö� llSs Das gelobte �anS. Roman von W. St. Reymont. „Wenn Sie's wissen, dann können wir ja die Gache kurz und schnell erledigen." sagte der Fabrikant geringschätzig. „Gut. Was geben Sie für den Bauplatz, den Sie so notwendig brauetzen?" „Ich bniuch' ihn gar nicht! Ich würd' ihn nur dvShaltz kaufen, um diese abscheulich? Hütte abzureißen und die Bäume zu fällen. Das stört mich, ich kann da von meiner Wohnung aus den Wald nicht sehen." „Ha, ha, h«I" „Sie haben ein sehr angenehmes Lachen, ein gesundes Lachen," bemerkte Grünspan und konnte seine Ungeduld kaum noch zähmen.„Aber ich Hab' keine Zeit, Herr Wilczek." Er stand auf. „Ich Hab' auch keine. Muß zur Bahn." „Und unser Geschäft?" „Na— waS geben Sie?" „Ich liebe es, alles schnell zu erledigen. Ich geb' Ihnen für diesen Misthaufen zweimal so viel, als Sie dem Bauern gezahlt haben," rief er rasch und bot Wilczek die Hand zum Einschlagen. „Ich habe keine Zeit. Herr Grünspan. Sie scherzen. glaub' ich" „Ich geb' Ihnen fünftausend Rubel, im, abgemacht s" „Ich danke Ihnen verbindlichst für Ihren Besuch, ich Hab' es aber wirklich eilig. Meine Wagen warten auf mich ous dem Bahnhof." „Mein letztes Wort: zehntausend Rubel, gleich bor aus den Tisch, nu i Abg«n«cht?" Gr e»griff MUzeK Ha»»d und schlug ein. „Ich Hab' wirklich kvine Zeit zu Spielereien.', „Herr Wilczek. das ist eine Dieberei l" Grünspan sprang entsetzt ein Paar Schritte zurück. »Herr Grünspan. St« find nicht ganz wohl k* .Empsehle mich." »Aas Wiedersehn!" warf Wilczek hin und blickte mit einem befriedigten Lächeln dem Fabrikanten nach, der wütend die Zigarre auf die Erde warf»nd schnell durch den Garten davonging. Seine Kaftanschöße flatterten wie Flügel, schlugen gegen die Bäume und blieben an den Stachelbeer- büschen hängen. „Dn kommst schon wieber I" Wilczek rieb sich freudig die Hände. VT. (Sm hohoS, in steinerne Säulen gefaßtes, vergoldetes Mfonaister trennte die Fabrik Schaja MendelsohnS von der Straße. Dahinter breiteten sich grüne Rasenflächen aus, die grell schimmernde Beete amarantrot blühender Päonien ver- zierten. DaS.Honpigebäude der Fabrik erhob sich rückwärts. Eine vierftocff-ge Niesenmasse aus ungetünchtem Ziegelstein. An den Ecken ragten mittelalterliche Bastionen mit vielen Flanken empor. Hinter de« großen Prachtvollen Einfahrtstor, da» sich seitwärts im Gitter befand, stand das Hauptkontor. Mit einer gewissen Schüchternheit betrat Horn den Warteraum und setzte sich, nachdem er seinen Namen und sein Anliegen auf ein spezielles Formular, das ihm der Portier vorlegte, eingetragen hatte, und wartete bis die Reihe an ihn käme. Der Raum war vollgestopft mit Kunden. Durch die offene Tür, die in» Kontor führte, sah man in dem trüben, gelblichen Gaslicht an die hundert gebückte Köpfe und lsintcr bieten eine Reihe enger Fenster, die auf die düstere«, roten Fobrtksmouern gingen. Auf de« Hintergrund der dunklen, holzgetäfelten Wände standen schwarze Schränke in Reihen— wie Sarkophage. Ein scharfer Geruch noch rohem Garn und Chlor durch- s&tetase die steckige, schwüle Lust. SMc bewogten sich automatisch, gingen auf Zehenspitzen. sksisterten halblaut, bloß das mächtige, ferne Brausen der arbeitenden Fabriken rüttelte an den Mauern und ließ die Gasflammen flackern. Ju der Mitte deS Warteranm» stand eine Gruppe Vau Bürgern. Sie unterhielten sich halblaut und achteten nicht auf die graue Menge, die auf den Bänken saß, im Schatten der Schränke sich verbergend und in den tiefen Fensternischen, — auf die große Menge der Leute aus den verschiedensten Gesellschaftsklassen, die hier nach Arbeit suchten. Sobald die Tür ausging, die ins Arbeitszimmer Schajas führte, sprang die Menae umvillkürlich von ihren Plätzen auf und spähte mit vor Srwartung fiebernden Augen ins Innere de» Zimmers, wo die Millionen herrschten. Die Tür schloß sich rasch und geräuschlizS, und die Menge fiel wieder zurück, gedankenlos durch die Fenster auf die rosigen Akazicnblüten starrend, hinter denen man die Umrisse des Mendclsohnschen Palais sehen konnte. Es glänzte in der Junisonne mit dem Gold der Brüstungen, der Palkone und großen Fmster. Jeden Augenblick öffnete der Portier die Tür zum Arbeitszimmer und rief einen Namen. Der Betreffende sprang auf und folgte eiligst, im Fieber der Hoffnung, dem Rufe, oder war es einer von den in der Mitte Stehenden, dann riß er sich von der Gruppe loS und schritt langsam, ohne sich zu beeilen. Jeden Augenblick kam aus dem Arbeits- zimmer irgendein ernster Künde heraus, irgendein großer Kaufmann, der mit der ganzen Ehrfurcht, die man dem Gelds schuldig war, bis zur Tür geleitet wurde— und jeden Augen- blick schlichen sich auS dem Arbeitszimmer armselige Gestalten. die, ohne jemand anzublicken, blaß und schwankenden Schrittes eiligst hinausliefen. Jeden Augenblick huschten durch den Warteraum der- schiedene Beamte und Fabrikangestellte und verschwanden im Kontor. Durch die Tür de» Arbeitszimmer» konnte man daS un- deutliche Gemurmel der Gespräche vernehmen, manchmal hörte man daS Klingeln des Telephons, und manchmal er- klang dicht hinter der Tür die heisere Stimme Schajas selbst, dann verstummte alles, wie bersteinert. Im Kontor und im Warteraum. Man hörte bloß daS Zischen der Gasflammen und das Sepotte» der Wag««, die w die Fabrik einfuhren lLorts. folaU (mblctU-Ttoflge*. 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Branchenangeiegcnbeilen. 153/10 OOS- Ville zurzeit in der Mililärbranche brichäsilglen Arbeits- kräjle sind dringend zu dieser Versanlniiung eingeladen. £>io Brauoiirnleltuiig. MfiSselCohn im o«f>« Gr. Prankfnrter Str. 58 im worden: Bad�trasse 47-48 an jedermann. Geringste Anzahlung, kleinste Abzahlung. SpeslalltBt; 1- n. 2-Ziinnier-Einris!it«n«eii einzelm» imü'vpI, farhiro UfiR(]ß Grosso Auswahl komplett aufgestellter Schlaf-, Wahn- und Speisezimmer. Rieten- Auswahl— Billigste Preise Sahr kulant« Bedlngunnon and erttfite HUckalcbtnahme. WM- Eileferan-: Ire! Hans. Liefere auch nach auswärt». Kriegsanleihe and Sparkassenbücher nehme gern als Anzahlung. rlKöbel-Gross-e ».>«- lir. Franlilurler Siralie Mi!? Mi~.i.�..,|QTaii(iensifalle 5, äl.® ■ 500 Mark Anzahlung m genügen i— m Kauf einer kompl. Wohnungseinrichtung. 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Oktober gestorben ist. j Die Beerdigung findet[ heute Sonnabend, nach-! mittag« S'/i Uhr don der i Icichenballe de- Gemeinde- l Friedhofe« in Borsigwalde! aus statt. Den Mitgliedern ferner i ,ur Nachricht, dasi unser j Kollege, der Schlosser Ksr! ElFselit Weberstr. 10, am 9. Ollober gestorben ist. Di« Beerdigung findet am Sonnabend, den 12. Oktober, vormittags II1/« Uhr, von der Leichenhalle d-s Markos- Kirchhofe» in Hohen-Schön- hausen auS statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung wird er- wartet. U9/S Die OrtSvcrtvaltung. niillli] BlWl llj......... Spezistarzt H Dp. med. Kc,cb«'n für Qatehlechtskrankhslien, jHsut-, Harn-, Frauenleiden,) | nervös. Schwache, Bun-' kranke. Behandlung | schnell, sicher u.sohmerz- I los ohne Berufastöning in Or. HoraoyercbanhL vonTyphiliS, Hau,. Hnrn», Kraueuteiden, spez.i chron. Fälle. Schmerzlose, kürzeste Bshandlg. ohne BeristSstörung. Bimunteriuchung. Mäh. Preis- Oeilzahlung. 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'~ eu: U i f«» w a s s« r, Petershagen. ödende: H. Berns««, Steglitz. Monnnfenstr. VL. Friedrichshagen. Ert Grönau: Johannisthal» Maz Gonschur, Parkstr. L3. Kazishorst: Frau Sachse. Junker-Jörg-S». 7 11. Kanksdorf: Fr. H i m p e l, Bülowstraßc 21. Königs-Wusterhausen, Wildau, Niederlehme, Schenkendorf: Friedrich B a u m a n n, Luckcnwalder Straße ö. Köpenick: Emil W t ß I e r, Kretzer Straße v(Laden). Geöffnet von morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr Lichtendem I. Friedrichsield«, Hohenschönhauien; Otto Settel. Warten- dcrgffraße I(Laden/. Geotinet von II— IM» und von 414—7 Uhr. Lichtenberg II. NummelSdura, Stralau: A. llloientranz. BIt-Boz. Hagen 56. Geöffnet van II— Ist» und von 414— 7 Nhr. Mahssdors: Fran Strauß, Lindcnstraße U. Mariendorf, Marienselde: August L e i p. Ehausieestr. Lg. Neuenhagen: Johann HLbscher, Schmidtstraß- 14. Neukölln: M. Heinrich. N-ckarstr. E(Laden). Geöffnet von 11—114 und von 444—7 Uhr. Neuköllu-Britz: Rohr. Eiegfricdstr. LS/W. Geöffnet von 11—1)4 und von 414—7 Uhr. Riederichoueweid-: Wilhelm Unruh. Brückenltr. 10. U. NowaweS: Kart Krohnberg, Eisendahnstr. 10. Oberschönewetde: Adelheid Paul, Mathildenftr. 5. Pankow, Niederfchönhaus-n. Nordend. Frauz.-Vuchhol� vl-nkeuburg» R i ß m a n n, Pankow, Mühlenstr. 70. Reinickendorf-Lst. Wilhelmsruh und Schönhol,: P. G u r I ch Provin». straße 56(Laden). Schöaeieeg: Wilhelm Böumler, Meimnger Straße S(Laden), Geöffnet von II— IH und von 4V— 7 tlhr. Spandau, Si-menSstadt: Max I a h n k e, Spandau, Strcitstr. 25. I. Tegel. Borsigwalde, Wittenau, WaidmannStuft, Hermodsri, HoheneNeucn» darf. Birlenwerd-r. Freie Scholle und Reinideiidori-West-, Paul K t e n a st. Boriigwaldc, Räuschstr. 10. Geöffnet von 11—1)4 und von 4)4—7 Uhr. Teltow: P t e i f e r. Haoelftr. 2. Tempelhos: Rud. Ueckermann.«aiier-Wilhelm-Straße 7A Treptow: Rod. Gramen,,«iefholzstr. 412. vorn 1 Trepp«. Weißensee: Wasielewski. Berliner Allee 11. Wilmersdorf, Halenlec, Schmargendorf: Paul Schubert. WHürtm». aue 27. Jossen: T r o e vi c 1, Wasserstraße 4. Sämtliche Porteiliteratur sowie alle wilfenschaftlichen Werke werden geNefert. eosntsg» find die Ausgabestellen gefchlofles. Panik in Noxöfrankreich. �Telegramm unseres Kriegsberichterstatters.) W e st f r o n t, 10. Oktober 1S18. Die englische Beschießung von D o u a i und C a m b r a i kmt unter den Bewohnern der übrigen durch feindliches Feuer bedrohten französischen Frontstädte panische Schrecken erzeugt. Seit mehreren Tagen befinden sich Hunderttausende von Greisen, Frauen und Kindern der nordfranzösischen Industriestädte flüchtend auf den Landstraßen, die nach Belgien führen. Alle Ermahnungen, daß die Städte zum Teil gar nicht bedroht sind, erweisen sich fruchtlos. Versuche, die Bewohner, wie im vorigen Frühjahr, heil durch die Feuer- zone zu ihren Landsleuten zu bringen, sind an strikter Ab- lehnung gescheitert. Die deutschen Behörden sind trotz gutem Willen außerstande, die Bewohner von Großstädten, wie Lille und R o u b a i x, ordnungsgemäß abzutranspor- tieren. Schon heute ist das Elend der zum Teil ohne Obdach wandernden Flüchtlinge groß; falls nicht über die Fronten und Landesgrenzen ein Abkommen getroffen werden kann, droht diesen Unglücklichen eine Katastrophe. Dr. Adolf Köster, Kriegsberichterstatter. Wolffs Bureau gibt gestern bekannt: Die Flucht der französt- scheu BevöRerung aus den dem englischen Feuer ausgesetzten französischen Ortschaften hat in Erwartung der Beschießung auch auf Lille und die Nachbar st ädte Lilles übergegriffen. Die Zahl der Flüchtlinge geht tn die Taufende. Di« deutsche Oberste Heeresleitung ist bemüht, das Los der Flüchtlinge nach Möglichkeit zu lindern und bereitet weitere Schritte zur Durchführung dieser Bestrebungen vor. Berlin, 11. Oktober. Am 10. Oktober wurfbe Senat besonders lebhaft beschossen. Unter der Wirkung der englischen Brandgranaten entstanden zahlreiche Brände. Ebenso lag auf der lOlb Kiloemter hinter der Front liegenden Stadt D e n a i n am Nachmittage schweres Feuer. Das englische Fernfeuer erstreckte sich auf den ganzen AbschnittDoua i— E ambrai und erfaßte zahlreiche bisher verschont geblieben« Ortschaften. Be- sonders schwer litten die nahe der Front liegenden Städte So- I e s m e s und Le Cateau unter englischem Feuer. Jorüerungen öer polnischen Linken. Wird Pilsudski freigelassen? Die Vertreter der liniken Gruppen, welche in der Ver- ständigungskommission der polnischen Unabhängigkeitsparteien zu- sammcngeschlossen sind, gaben gestern dem Regentschaftsrate die Er- tlärung ab, daß sie mit der Regierungsbildung unter folgenden Voraussetzungen einverstanden sind: Di» Regierung muß in ihrer Mitte eine radikale Mehrheit haben. Pilsudski und die politischen Gefangenen werden freigelassen. Die Zivilvecwaltung geht in die Hände der polnischen Regierung über, Versammlungsfreiheit wird gewährt, die Zensur aufgehoben. d:e Requisitionen eingestellt, die Lebensmittelausfuhr verboten. Die Llkupationsgrenzen werden aufgehoben. Sollt« der Regentschaftsrat dies nicht durchführen können, so gehen die gesamten linken Gruppen zu schärfster Opposition über. Bezüglich der Freilassung Pilsudskis dementiert„Przeglad" zunächst das Gerücht, daß er bereits unterwegs nach Warschau sei. Das Blatt verzeichnet eine Anfrage der deutschen Behörde beim Re- gentschaftSrat, ob er die Freilassung Pilsudskis wünsche, und die Zusicherung, daß seine Bemühungen berücksichtigt würden. Der Regentschaftsrat habe die Anfrage bejaht.»Nowa Gazeta' gibt fl&eöxröcr&ctimg uni- be-c Wxüi/ct'ÄuStocxul, Prinz R a d z i w i l l nur die Freilassung von drei Gefangenen forderte. Reichstagszusammentritt am Mittwoch. Berlin, 11. Oktober. Die nächste Sitzung des Reichs- tages findet am Mittwoch, den 16. Oktober, ein Uhr, statt.__ Giesberts und �außmann. Wie die„N. A. Z." erfährt, steht die Ernennung deS Abg. Gies Berts zum Unter st aatsfekretär im Reichs- a rb e i t s a m t bevor.— Giesberts ist Vorstandsmitglied des Gesamtverbandes der christlichen Gewerkschaften und gehört der Zötttrumsfraktion des Reichstages an. Nach Meldungen anderer Blätter ist beabsichtigt, den Fort- schrittlichen Neichstagsabgeordneten Konrad Haußmann alS vierten Staatssekretär ohne Portefeuille(also Mitglied des engeren Kriegskabinetts) zu berufen. Eine Ernennung ist bisher nicht bekanntgegeben._ Die sozialdemokratischen Vertreter in der Regierung. Wie die„S. K.' mit Bestimmtheit hört, scheidet NnterstaatS- sekretär Dr. August Müller aus dem Kriegsernährungsamt aus. An sein Stelle tritt Neichstagsabgeordneter Robert Schmidt, der sich schon bisher im Ernährungsbeirat des Reichs- tags betätigt hat. August Müller tritt als Unterstaatssekretär in das Reichswirtschastsamt über, für das zuerst Robert Schmidt vor- gesehen war. Die Wahlrechtsvorlage in der Herrenhaus- kommisiion. Beseitigung der Zlltersstimme— Herabsetzung der Aufenthaltsdauer auf K Monate— Abbau der„Sicherungen". Der amtliche Sitzungsbericht vom Freitag, den 11. Ok- tober, besagt: In der heutigen Sitzung der Wahlrechtskom- Mission lagen die in der letzten Sitzung, angekündigten A b- änderungsanträge vor. Sie wurden bei 18 Stimm- enthaltungen im ganzen angenommen. Danach ergeben sich gegenüber den Beschlüssen der ersten Lesung folgende wesentliche Abänderungen: Die Alterszusatz stimme fällt, die Aufent- Haltsdauer für Wahlauslllning von einem Jahr wird a u f 6 Monate beschränkt. Die Forderung der dreijährigen Staatsangehörigkeit wird be- leitigt, ebenso die Wahlpflicht; die Wahlaus- schließungsgründe werden eingeschränkt; die für Ver- leihung eines weiteren Abgeordneten erforderliche Ein- wohnerzahl von 250 000 wird auf 200 000 ermäßigt; die Verhältniswahl wird in einer Anzahl g r o ß st ä d t i- scher Wahlkreise eingeführt und kcmn im Wege der Gesetzgebung ausgedehnt werden. Das Herrenhaus wird in semer Zusammensetzung insoweit ge ä n d e r t, wie in der ersten Lesung beschlossen; außerdem treten 16 Vertreter der Arbeiter und 8 Vertreter der Auge stell- Ten hinzu, während die Verireiung des Grundbesitzes' verringert wird. Der mirnenis clausns wird wieder auf 150 erhöht. Die kulturellen Sicherungen verbleiben in der vom Abgeordnetenhaus beschlossenen Form. Das Etatrecht des Herrenhauses wird gegenüber den Beschlüssen der ersten Lesung eingeschränkt, so daß in diesem Punkte im wesentlichen die Beschlüsse des Abgeordneten- Hauses wiederhergestellt werden. » Die neuen Beschlüsse der Herrenhauskommifsirm entsprechen einem Kompromiß, das in den letzten Tagen zwischen Ver- treiern der Naiionalliberalen, auch der Nationalliberalen des (bekanntlich umgeschwenkten) rechten Flügels, der Fortschrittler. der Sozialdemokraten und des Zentrums des Abgeordnetenhauses unter Hinzuziehung von Vertretern der Linken de? Herrenhauses be- sproche» wurde und zu einem vorläufigen Ergebnis ge- führt hat. Für das gleiche Wahlrecht ohne jede Zusadstimme sowie für die Beseitigung der Forderung einer dreijährigen Staatsangehörigkeit und einer mehr als sechsmonatigen Aufenthaltsdauer in der Gemeinde ist eine Mehrheit gesichert. Das gleich« gilt für die Beseitigung der Wahlpflicht und der vom Abgeordnetenhause neu eingefügten Gründe für den Ausschluß von der Wahlberechtigung. Auch über die Zusammen- setzung des Herrenhauses in einem den agrarischen Ein- flutz erheblich schwächenden Sinne ist völlige Uebereinstimmung erzielt worden. Diese vom demokratischen Standpunkt ans nicht zu unter- schätzenden Vorteile können allerdings nur erkauft werden mit dem Preis der Sicherungen auf kulturellem Gebiete. Das Zentrum will von diesen Sicherungen aus keinen Fall lassen. In der nächsten Woche werden die Fraktionen de? Abge- ordnetenhauseS, die an den Verhandlungen beteiligt waren, zu- sammentreten, um zu den Vorschlägen, mit denen sich auch die Re- gierung einverstanden erklärt hat, Stellung zu nehmen. Vom Verlauf dieser Sitzung wird das endgültige Schicksal des Reformwerkes ab- hängen. Die sozialdemokratische Fraktion tritt unter Hinzuziehung des Parteivorstandes und des Geschäftsführenden Ausschusses der preußischen Landeskommission am Sonnabend dieser Woche zu- sammen. Bemerkt sei noch, daß die Parteien sich auch darüber einig find, daß bei Gelegenheit der Reform auch der Artikel 78 der preußi- schen Verfassungsurkunde, der dem Artikel 2 der Reichsverfassung entspricht, fallen muß. Für Parlamentarisierung. Aufhebung des§ 21 Absatz 2 nicht des§ 9 Absatz 2 der Reichsverfassung. Amtlich wirb bekanntgegeben: Am 8. Oktober 1918 hat, wie schon kurz gemeldet, der Bundesrat beschlossen, dem Entwurf eines Gesetzes zuzu- stimmen, das mit der vor wenigen Tagen eingeleiteten P a r- lamentarisierung im engsten Zusammenhange steht. Danach soll zunächst Artikel 21 Absatz 2 der Reichs- Verfassung aufgehoben werden, der bestimmt, daß Mit- glieder des Reichstages ihren Sitz verlieren, wenn sie ein besoldetes Reichs- oder Staatsamt annehmen. Dann soll im Gesetz über dieStellvertretungdesReichs- k a n z l e r s vom 17. März 1878 der zweite Satz weg- fallen, wonach außer dem allgemeinen Stellvertreter nur die Vorstände der ober st en Reichs b«Hörden für den Umfang ihres Geschäftskreises zu Stellvertretern des Kanzlers ernannt werden dürfen. Endlich soll dem ersten Paragraphen desselben Gesetzes von 1878 der Satz zugefügt werden:„Die Stellvertreter des Reichskanzlers müssen im Reichstag auf Verlangen jederzeit gehört werden.' Die dem Entwürfe beigegebene amtliche rf■' Begründung. lautet folgendermaßen: Durch Erlaß vom 30. September hat der Kaiser seinen Willen dahin kundgetan, daß das deuische Volk wirksamer als bis- her an der Bestimmung der Geschicke des Vaterlandes mitarbeitet und daher Männer, die vom Vertrauen des Volkes getragen sind, in weitem Umfang an den Rechten und Pflichten der Regierung teilnehmen. Die Kaiserliche Botschaft sieht damit eine enge Verbindung zwischen Reichsleitung und Reichstag vor, die nur hergestellt wer- den kann, wenn Mitglieder des Reichstags zugleich der Reichs- leitung angehören. Daher wird Artikel 21 Abs. 2 der Reichsverfassung geändert werden müssen, wonach Mitglieder des Reichstags ihren Sitz verlieren, wenn sie ein Reichs- oder Staaisamt an- nehmen. Diese Vorschrift ist als Schutz gedacht gegen einen etwaigen Mißbrauch der Aemterhoheit zum Nachteil für die Unabhängigkeit der Volksvertretung. Der Gedanke, der einer vergangenen Zeit entstammt, wird jetzt vielfach als veraltet und überflüssig angesehen. Den Absichten der Kaiserlichen Botschaft würde allerdings Genüge geschehen, wenn die Bestimmung bestehen bliebe und lediglich eine Ausnahme für den Eintritt von Reichstagsmitgliedern in die Reichsleftung ge- macht würde. Es empfiehlt.sich aber die gänzliche Aufhebung der Vorschrift, weil sie im Zusammenhange mit dem Gesetz über die Zusammensetzung des Reichstags und die Verhältniswahl in großen ReichZiagswahlkreisen vom 24. August 1018(Reichs-Gesetzbl. S. 1079) insofern zu unerwünschten Ergebnissen führt, als die in BerhältniSwahlkrcisen gewählten Mitglieder des Reichstags, die durch die Annahme eines Reichs- oder Staaisamts ihren Sitz im Reichstag verlieren, nicht die Möglichkeit haben, ihn in ihrem bis- herigcn Wahlkreis wiederzuerlangen, da nach§ 15 des angeführten Gesetzes beim Ausscheiden eines sin einem Verhältniswahlkreise ge- wählten Abgeordneten der nächstberechtlgte Bewerber ohne Ersatzwahl an seine Stelle tritt. Nach§ 2 Satz 2 des Gesetzes über die Stellvertretung des NeickMkanzlers vom 17. März 1878 können außer dem allgemeinen Stellvertreter nur die Vorstände der obersten Reichsbehörden für den Umfang, ihres Geschäftskreiscs zu Stellvertretern des Reichs- kanzlexs ernannt werden. Die Zahl der obersten Reichsbehörden ist eine beschränkte. Daher wird der gesetzliche Rahmen für die Stellvertretung des Reichskanzlers zu erweitern sein, damit die Möglichkeit geschaffen wird, Stellvertreter des Reichskanzlers zu bestellen, die nicht Vorstände einer obersten Reichsbehörde sind. Die einschränkende Bestimmung im§ 2 Satz 2 des StellvertrctungS- gesetzes, die hiernach aufzuheben sein wird, ist geschaffen worden, als sich die Aemterorganisation des Reichs noch in ihren An- sängen befand, und ist für die bisherige Entwicklung rich- iunggebend gewesen. Sie wird jetzt entbehrt werden können; denn wie bisher werden auch in Zukunft Aemier für Stellvertreter des Reichskanzlers nur auf Grund des Reichshaushalts. also unter Mitwirkung von Bundesrat und Reichstag, geschaffen werden können, und die Vertretungsbefugnisse der verschiedenen vom Kaiser zu ernennenden Stellvertreter werden, soweit hierfür nicht der Reichshaushaltsplan maßgebend ist, durch Anordnungen des Kaisers oder Reichskanzlers gegeneinander abzugrenzen sein. Mtt einer Streichung des 8 2 Satz 2 des Stellvertretungs- gesetzes verlieren im§ 1 dieses Gesetzes die Worte„nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen" ihre Bedeutung und sind daher zu streichen. Die verauttvortlichen Milglicder der ReichSleiÄurg sind bisher stets Mitglieder des Bundesrats gewesen. DaS entspricht bezüglich des Reichskanzlers dem Artikel 15 der lieichsver- fassung, bezüglich seiner Stellvertreter einer ständigen UcS-ing. die schon um deswillen nötig war, weil die Stellvertreter des K-ftchs- kanzlcrs nach Artikel 9 Satz 1 der Reichsverfassung nurinihrer Eigenschaft als Mitglieder des Bundesrats jeder- zeit das Wort ergreifen dürfen. Dieser Uebung steht bezüglich der Stellvertreter des Reichskanzlers, die in Zukunft Mitglieder des Reichstags sein werden, der zweite Satz der eben erwähnten Ver- fassungsvorschrift entgegen, wonach niemand gleichzeitig MitglieddesBundesrats und des Reichstags sein kann. Eine Aufhobung dieser Bestimmung kommt nicht in Frage, weil dadurch ein für den Aufbau des Reichs wesentlicher Grund- s a tz im Artikel 5 der Reichsverfassung verwischt werden würde, wonach Bundesrat und Reichstag sich als die gesetzgebenden Körper- schaften des Reichs unabhängig von einander und gleichberechtigt gegenüberstehen. Mith-n wird durch einen Zusab zum Stellvenre- tungsgesetz, wie ihn Z 2 des Entwurfs vorsieht. Vorsorge zu treffen sein, daß die Stellvertretor des Reichskanzlers jederzeit das Wort ergreifen dürfen, auch wenn sie nicht Mitglieder des Bundesrats sind. Sn Ermächtigungsgesetz für die Ueber- gangswirtschaft. Beibehaltung der staatlichen Zwangswirtschaft. Dem Reichstag ist der Entwurf eines Gesetzes über die Er« mächtigung de« Bundesrats zu wirtslbaillicben Mas- nahmen für die llebergangswirtstboft gemäß den Veftplüfien des Bundesrats znaegangen. Der Entwurf mntaßt drei Paragraphen. § 1 ermächtigt den Bundesrat, diejenigen gesetzlichen Maß« nahmen anzuordnen, welche sich zur Regelung deS NebergangeS von der Kriegswirtschaft in die Friedrnswirt'chaft als notwendig er« weisen. Diese Maßnahmen sind dem Reichstag bei seinem nächsten Zusammentritt zur Kenntnis zu bringen und auf sein Verlangen aufzuheben. Gemäß'§ 2 ist vor dem Erlaß grundlegender Anordnungen dl« Zustimmung eines an» 15 Mitgliedern bestehen- den Ausschusses einzuholen, den der Reichstag auS seinen Mitgliedern wählt. Z 3 bestimmt, daß das Gesetz außer Kraft tritt, sobald die Uebergangswirtschast als beendet angesehen werden kann. Der Zeitpunkt wird durch Kaiserliche Verordnung und Zustimmung de» Bundesrats bestimmt. Die Begründung der Vorlage beginnt mit der wichtigen Fei!- stellling, daß die wirtschaftliche Lage Deutschlands bei Friedens- schluß eine alsbaldige Aufhebung der gebundene» Wirtschaft unter Wiederauinahme der Friedenswirtschaft in ihre» bis zum Kriegs- anSbruch beschritten«! Bahnen und unter Zulassung der freie» Be- tätigung aller Erwrrdsstände ausschließt. Damit ist das Geichrei der kapitalistischen Jnteresienlenorganiiationen auf sofortige Aufhebung der Kriegswirtschaft bei Friedensschluß und Wiederherstellung der freien Konkurrenz abgetan. Für die llebergangSwirlschaft reicht das ErmächligungSgesetz vom 4. August 1914 nicht mehr auS, da eS nur.während der Zeit deS Krieges" Geltung hat. Weiter umschreibt die Begründung näher daS im Z 2 festgelegte Mitbestimmungsrecht des Reichstages. Der milbc- stimmende ReichStagSauSschuß ist dem Hilfsdienstausichuß nach« gebildet. Der Reichstag wird bei der Annahme deS Gesetzes darauf zu achten haben, daß der Bundesrat nicht wieder«ine ähnliche unkontrollierbare Vollmacht erhält, wie durch das ErmächtigungS- geietz vom 4. August 1914; er wird daher aus die sicherege- setzliche Fundierung seines Mitbestimmungsrechts besonders bedacht sein müsse». Aufgehobener Ausweisungsbefehl. Me f-inerzeU-mftgtJrilt trofT-y W hri«(Rräfiti Dreubera(nrS Grund«ilrtärischen fflcfebls Berlin verlassen und in ei-nem kleinen Ort der Mark Brandenburg, Ausenthalt nehmen müssen. Gegen diese» AusenthaltSbeschrän- kungSbefehl hat Gräfin Treuberg durch ihren Verteidiger Rechts» rmwalt Fritz Grünfpach Beschwerde beim ReichSmrliiärgericht er- hoben. Neue Ermittlungen ergaben die völlige Unhallbarkeit des gegen die Gräfin erhobenen Verdachts. Jwfoige hiervon iwirö« der Ausweisungsbcsthl wieder aufgehoben, noch bevor da» Reichs- Militärgericht über die Beschwerde entscheiden könnt«. Eine verurteil«»». Die Stuttgarter Strafkammer verurteilt den württembergi schen Lan-dtagSabgeordneen Hoschka, welcher der linksradikalen Gruppe angehört, wegen Verbreitung eines Spar- takuS-FlugblatteS zu zwei Monaten Gefängnis, die durch die er- litten« fünfmonatige Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Lette Nachrichten. ßrankreicks Geheimverträgr vor dem französischen Parteitag. ver«, 11. Oktober.(Eig. Drahtbericht de».Vorwärts'.) Auf dem französischen Parteitag dauert« die Debatte über die allgemeine Parteipolitik fort. Longuet verteidigte de» Standpunkt der Miirdcrheitler, welche die Komprom ißresotution ablehnen, und griff die Mehrheitler an, welche die international« Aktion lähmten und der Regierung die Paßverweigerttug erleichterten. Longuet verlas einen Brief des Hauptmanns Sadoul, Mit- gliedes der Militärmission m Rußland, an Romaim Rolland, der die Intervention der Entente als auf Niederwerfung der russischen Revolution gerichtet kennzeichnet. Ein Zwischenfall trat ein, als Faure, der Redakteur des .Journal im Peupte', auf die imperialistischen Bestre- Hungen der Ententeregierungen hinwies, welche die Stellung der deutschen Parteimehrheit gegenüber der Internationale erleichterten, und Thomas kritisierte. Thomas erwiderte: Nachdem er auf seiner Rußtendresse den Gcheimvcrtrag Doumergues kennen gelernt habe, habe er sofort an de» Ministerpräsidenten ge- schrieben, daß der Vertrag die ministerielle Solidarivät bvcche, und daß er die Regierung verlassen würde, falls dar Bertrag aufrechterhalten bliebe. Hierauf s« die Kammer- debatte eröffnet worden, die zu einer klären Ablehnung des Imperialismus geführt habe. Nach Annahme der betreffenden Tagesordnung habe der Mutisterpväsident cm Thomas geschrieben, daß er seine Mitarbeit im Ministerium fortsetzen könne, der Ver- trag Doumcrgue könne als Nichtezistcnz betrachtet werden. Bezüg- lich de» Briefes an Prinz Sixtus erklärte Thomas, daß er ihn erst zugleich mit dem Publikum kenne» gelernt habe, aber mit Hinblick auf die versprochene Geheimhaltung billige, daß der Chef der Regierung den Ministern dir darin enthaltenen Vorschläge verschwiegen habe. Di« Vorschläge hätten kerne ernsten Friedenschancen gcboten. Auf Longuets Widerspruch entgegnete Thomas, daß es sich um unoffizielle Besprechungen gehandelt habe, die das Land keines. wegs verpflichteten. C a ch i n meinte, Oe st erreich habe damals einen Sonderfrieden gewollt, wozu Englaad geneigt gewesen sei. Aber Frankreich habe Widerstand ge- leistet. Die weitere Diskussion über diesen Gegonstand wvvde aus den Punkt der Tagesordnung.Auswärtiges' vertagt. GewerffchaflzbewMNg Etwas von der Tätigkeit der Arbeiterausschäffe. Bekanntlich gebört zu der Tätigkeit der klrbeiterauSschüffe auch. darüber zu wachen, daß den Arbeitern die für fie bestimmten Lebensmittel in vollem Umfange zugewiesen werden. Bei dieser Tätigkeit wird de» öfteren festgestellt, daß die Be- triebe die Zahl der Empfangsberechtigten zu hoch angeben, und daß das Mehr der so erhaltenen Lebensmittel einen Weg geht, der nicht als zulässig betrachtet werden kann. So in letzter Zeit auch bei der fstrma Lindner u. Ko., Berlin-SBilmerSdorf. Durch die vom Arbeiterausschuß veranlaßt« Rev'fion des Be- triebes ist festgestellt worden, daß der Betrieb in mehreren Wochen für zirka sünfzehii Arbeiter zuviel Lebensmittel angefordert hat. Was mit den überschüssigen Lebensmitteln geschehen ist, konnte nicht festgestellt werden, jedenfalls haben die Arbeiter davon nichts erhalten. Dies« Feststellung scheint den Inhabern de» Betriebes nicht an- genehm gewesen zu sein, denn die ArbeiterauSschußmitglieder habeit sich seitdem über die ihnen widerfahrene Behandlung beschwert. Eines TageS geschab dann das von den Arbeiterausschnßmitgliedern bereiiS voraus Geahnte, es trat, Arbeitsmangel* ein und die Firma sah sich zu ihrem.Bedauern* genötigt, das ArbeiterauSichußmilglied zu entlasten, das hauptsächlich zur Feststellung der Unregelmäßigkeit bei dem Bezug von Lebensmitteln beigetragen hat. Die Entlastung des ArbeiterausschußmitgliedcS ist natürlich nur ein Zufall, und es darf beileib« nicht angenommen werden, da« sei deshalb erfolgt, weil daS Arbeiterausschußmitglied in bezug auf die Unkorreklheit der Firma nicht beide Augen zudrückte, sondern seine Pflicht tat und der zuständigen Stelle davon Mitteilung machte.' Ergebnislose Tarifverhandlungen im LederanSrSstmtgS- gcwerbe. Am Dienstag, den 8. Ottober, tagte nn Gebäude der Berliner Handelskammer unter dem Vorsitz des ShndifuZ Herrn O. Meyer da? Tarifann des LederausrustungSgewcrbeS. Der Verband der Sattler und Portefeuiller sowie der christlich« Lederarbeiterverband hatten Anträge auf Erhöhung der jetzigen Teuerungszulage gestellt und außerdem stand eine Regulierung der Arbeitszeiten und Matz- nahmen bei Entlassungen im Falle der Einschränkung in der Rüstungsindustrie zur Beratung. Obschon die Unternehmer im Reiche fast durchgängig die Wünsche der Arbeiter als berechtigt an- erkannt hatten und einen dahingehenden Spruch des Tarif- amtes erivarteten, zeigten sich die Vertreter der Unternehmer- orgamsationen durchaus ablehnend und erklärten, nur Familien- Vätern mit mehr als zwei Kindern eine geringe Aufbesserung auS eigener Tasche zahlen zu wollen. Sofern die Arbeitervertrcter weitere Forderungen hätten, sollten sie erst eine Entscheidung der auftraggebenden Behörden herbeiführen, wonach den Fabrikanten die aufgewendeten Summen aus Reichsmitteln wieder ersetzt wür- den. Die Unternehmer traten mit der Behauptung auf, datz die Be- Hörden gar nicht an eine Lohnaufbesserung denken, sondern sich mit dem Abbau der Löhn« beschäftigten. Diesen Ansichten trat von den anwesenden Behörden der Vertreter des Kriegs- Ministeriums und des BeklsidungS-Beschaffungsamtes entgegen; nicht an einen Abbau der Löhne, sondern an eine V e r b i l l i- gung der Beschaffungskosten sei im Ministerium gedacht worden. Tie Arbeitervertreter lehnten diese mehr als minimalen sse ab und erklärten, daß es nicht ihre Ausgabe wäre, ei den Behörden die Rückvergütung zu erwirken, und verlangten, ehe die Frage der Rückvergütung und di« Unterstützung durch die Arbeitnehmerorganisationen geprüft werde, ein« Festlegung der Zugeständnisse durch das Tarrfamt. Die Unternehmer beantragten eine Entschließung des Tarifamtes in dem dargelegten Sinne, die jedoch vom Vorsitzenden abgelehnt wurde, da es sich um eine ein- leutnant Gnäfe betonte, datz der voigefchlagene Weg der Unter- nehme? kein Resultat zeitigen könne, und stellte sich auf den Stand» Punkt der Arbeitervertreter, zunächst die möglichen- Zugeständnisse rn fest« Form zu bringen und dann die Frage der Rückvergütung und der einzuschlagenden Wege zu prüfen. Da die Unternehmer auch nach eindringlichem Zureden des Vorsitzenden sich auf nichts anderes einließen, wurden die Beratungen ergebnislos abgebrochen. Genau dasselbe Resultat zeitigten di« Beratungen in der Frage der ArbeitSzsitregulierung. Durch ungleichmäßig« Ver- teilung der Aufträge werden zum Teil erhebliche Ueberftunden g«. macht und auf der anderen Seite finden Entlassungen statt bzw. wird verkürzt gearbeitet. Der allmähliche Abbau der übermäßigen und die Einführung der vertraglichen Arbeitszeit ist daher ein Ge- bot der Notwendigkeit. Ebenso die Festlegung von Bestimmungen im Falle der Einschränkung in der Lederausrüstungsindustrie. Auch hier lehnten die Unternehmer jede» Entgsgenkonnnen, bindende Beschlüsse zu fassen, ab und berücksichtigten in keiner Weise die Warnungen, daß alles getan werden müsse, um Beunruhigungen in ArbeKerkreisen zu vermeiden. Die Arbeiterorganisationen haben nun beschlossen, ihre Forde- rungen dem Kriegsarbeitsamt zu überreichen. Vereinbarungen in der Kartonindustrie. Der Buchdlnd», verband hat mit den Berliner Kartonfabrikanten «ine Vereinbarung abgeschlossen, wonach den Arbeitern und Arbeite« rinnen der Bezugbranche vom 1. Ollober ab eine Erhöhung der Teuernngszulage bewilligt wird, und awar für Zuschenider»nd Ritzer pro Tag l,25 M, für Lohnarbeiterinnen pro Stund« S Pf, für Attordarbeilerinnen pro Siunde 8 Pf. Diese Zulagen— die außer den bisherigen Bezügen gewährt werden— find auch in den Fällen, wo die Arbeitszeit auf Anordnung der Ceschäslsleitung ver- kürzt wird, fllr die volle Arbeitszeit zu zahlen. In einer Branchenversammlung am DonnerStag wurde festgestellt, daß die vereUbarlen Zulagen von einzelnen Fabrikanten nicht in vollem Umfange ausgezahlt find. Besonders ist die» der Fall gegenüber den ArDeitemren, die sich in der Beriretnng ihrer Interessen lässig zeigen und sich auch wohl nicht darum kümmern. was sie zu beanspruchen haben. ES soll natürlich dahin gewirkt werden, daß die Zulagen ohne Ausnahme gezahlt werden. Die in den Zigareltenfohriken beschäftigten Karlonarbeiterinnen erhalten zwar die den Tabakarbeiterinnen gewährten Zulagen, aber e« beslebr leine Vereinbarung, welch« die Zigarelienfabrikanten verpflichtet, den Karlonarbeiterinnen die Zulage zu gewähren. Die Versammlung beschloß die Einleitung einer Bewegung, welche �as Ziel hat, eine den heutigen TeuerrmgSverhällnisten entsprechende Lohnaufbesserungen für die Zigarrettenkartonarbeiterinnen mit den �abrikmrlen zu vereinbaren. MO V.l 9tu ZM thnt■nm Innen sttwHS hat der TIvser« Verband zu beklagen. Richard Babiel ist in Boldap im Alter von 64 Jahre» gestorben. In der Sturm» und Drangpertode der Organisation hat Babiel da» Fachorgan der Töpfer geleitet nnd bi» zum Jahre 18gh war er Hauptkasfierer de» verbände». In Berlin belleidete er später noch wiederholt Vertrauensämter in der Organisation»nd auch in der Partei fungierte Babiel mehrmals als Stadtverordnetenkandidat. Die Organisatt»» der Gärtner hat auf dem westlichen Kriegs- fchauplatz das dem Hauptvorstande angehörende Mitglied Wilhelm Huhnholz verloren. Die.Allgemeine Deutsche Gärtner-Zeitung* widmet dem Toten, der trotz wirtschaftlicher Sorgen fich stetS durch treue Pflichterfüllung für die Interessen seiner Organisation auS- gezeichnet, einen ehrenden Nachruf. Gleichfalls im Westen fiel Gustav Törmer, der als Organisator in Westdeuischland für seine Be» rufSorganisation Wesentliches geleistet hat. Ein lid jähriger Kutscher. Der Mangel on Arbeitskräften zwingt den Unternehmer oft, jugendliche Arbeiter an verantwortungsvollen Stellen zu beschäftigen. Daß man aber an die Zuverlässigkeit und Gewissenhaftigkeit junger, kaum der Schule eniwachsener Jungen nicht dieselben Anforderungen stellen darf, die erwachsenen Arbeitern gegenüber mit Recht gestellt werden können. daS sieht mancher Arbeilgeber nicht ein. Der Fuhrunternehmer Kaufmann beschäftigte einen 1b jährigen Jungen atS Attischer und zog ihm von seinem 80 M. betragenden Wochenlohn 20 M. ab, weil dem Jungen«in« Lein«, die er bei seiner Arbeit gebraucht hatte, abhanden gekommen war und er ste nicht wieder heranschassen konnte. DaS Gewerbegericht, au da» fich der Junge wandt«, verurteilte den Beklagten zur Zahlung de? ab» gezogenen Betrage«, weil bei einem Wochenlohn von 80 M. eine Aufrechnung überhaupt nicht zulässig ist. 10« Proz. TeuermigSzulagt i« der Herrenkonfektion. Zu der in der gestrigen Nummer de«.Vorwärts*«nter obiger Ueberichrift veröffentlichten Notiz teilt un» der Gewertverein der Schneider. Schneiderinnen und verwandten Berufsgenossenrrw cjdi/e n« t fcrtz'()■« u w urcq:"ti.'i uneiti"rt» u to e.'"'~ Der Polier und vier Arbeiterinnen klagten also beim Berliner Gewerbegericht mit dem Erfolge, daß die Baufirma verurteilt wurde, den Arbeiterinnen die verbrannten Kleider mit je 100 M. zu ersetzen. Die Klage de« Poliers wurde abgewiesen, weil da» Gericht annahm, ihn treffe ein Verschulden an dem Brande, denn er habe den schadhaften Zustand des Ofens und die Gefährlichkeit des Heizen? am fraglichen Tage gekannt, ohne die Firma wie es seine Pflicht gewesen sei— zur Abstellung des Mißstandes zu veranlassen._ Partemachrichten. Die neue politische Lage in der Partei war Gegenstand einer sachlichen und interessanten Debatte ans einer Bezirkstonferenz für Ostsachsen, Der Sekretär Genoste Kühn betonte, die Partei bringe mit ihrem Eintritt in die Re- gierung zum Ausdruck, datz sie in schwerer Zeit olles zu tun bereit sei, um die Leiden des Volkes zu mildern. ReichStagsabgcordneler Genosse Schmidt meinte, er sei nicht prinzipieller Gegner des Eintritts, doch hätten ihn der Zeitpunkt und di« Bedingungen veranlaßt, dagegen zu stimmen. Er wünsche jedoch im Jnleieffe der Partei und des gesamten Volkes, daß dos Experiment gelinge. Genosse Si udermann verwies darauf, daß, wenn sich die Partei in dieser Situation abseits gestellt hätte, eine solche Haltung in Arbeiterkreiien nicht verstanden worden wäre. ES hätte mit Recht gesagt werden können, die Sozmldemokralie hätte uns im Augenblick größter Not im Stich gelassen. Reichstags- abgeordneter Dr. Gradnauer bemerlie, die Sozialdemokratie habe immer auf dem Standpunkt der schrittweisen Eroberung der politische« Macht gestanden. DaS geg»,twäriige Programm bedeute eine vollständige Umwälzung im BcrsastungSleben. An ferner Spitze steht die Forderung nach Frieden und daher sei es nötig gewesen, die alle Regierung als da« schlimmste FriedenShindernis aus der Welt zu räumen. ReichStagSabgeordnetei Krätzig ermähnt, daß bezüglich des allgemeinen, gleichen Wahlrechts in Sachsen die Arbeiter mit aller Energie auf die Erfüllung der Forderung der ReichSregierung dringen müßten. In der Regierung haben wir zu zeigen, daß wir es besser machen können alS�die bisherigen Vertreter. Im gcgenivärtigcn Augenblick gelte es, ruhig und entschlossen schriliwe>se die politische Macht an un» zn reißen. um vor allem auf dem für die Arbeiterkchast so wichtigen wirlschaft- lichen Gebiete unseren Einfluß geltend zu machen. Der Verlauf der weiteren Debatte zeigte im allgemeinen Einverständnis mit den Entschlüssen unserer Vertreter. Insbesondere meinte Reichs- tagSabgeoldneter Buck, in gesährlichen Situationen müßten Abgeordnete und Führer der Partei den Mut der Person« lichen Verantwortung in sich tragen, sonst stünden ste rrM a« Me rechten Männer an ihrem Platze. Wenn wir mit unserem Eintritt in die Regierung warten wollten, bis die bürgerliche Regierung als unfähig abtritt, dann würden wir vor einem Trümmerbausen stehen und könnten nicht» mehr für die Arbeiterklasse retten. Die verdiente Anerkennung. vor einigen Tagen erschien in einem unabhängigen Blatie er» „Gedichl*, in welchem der Versuch gemacht wird, das Eintreten unserer Genosten in die Regierung auf materielle Beweggründe zurückzuführen. Das unabhängige Erzeugnis hat der alldeutschen Presse so gut gefallen, daß sie es sofort abdruckt. Die Sudelei hat rasch die verdiente Anerkennung gefunden. Eine erhebliche Steigerung ihrer Abonnentenziffer kann die.DreS» dener VolkSzeilung* verzeichnen. Obwohl sie a», 1. Oktober den AbonnemenlSpreiS um 20 Pf. erhöhen mußte, ist in den ersten Tagen dieses MonalS eine Vermehrung um. annähernd KZOO eingetreten. Die Steigerung hält noch an. Eine besondere Agitation für Wer- bung neuer Leser ist nicht entfaltet worden. Iugenöberatungsstellen. ff nter Bezugnahin««ruf unsere mehrfachen Ausführungen zur Jugendfürsorge sendet uns Herr Dr. Sauer, Archivar der Dresdner Bank, die nachfolgenden Zeilen. Wir können uns mit der An- regung durchaus»inverstanden erklären. .Di« Hilfe ist di« beste, die entweder ganz vorbeugt oder doch wenigsten» verhübet, daß ein noch kleines Unglück sich zu einem großen auswächst. Wer der Jugend helfen will, muß der Gesamt- heet der einzelnen Jugendlichen selbst helfen wollen, und zwar bei- zeitea mit Rat und wo nötig tatkräftiger Vermittlung. Wenn daS Kind erst in den Brunnen gefallen ist, kommt die Hilfe zu spät. Diesen so naheliegenden Gedanken in großzügigster Weise in Gestalt von im ganzen Deutschen Reiche zu schaffenden JugendberatungZ- stellen in die Tat umzusetzen, habe ich schon kurz vor Kriegsbeginn angeregt nnd schlage ihn;etzt erneut vor. Schon im Feieden gab es zahllose Fälle, in denen rat- und haltlos geworden« Jugendliche beiderlei Geschlechts weder aus noch ein wußten, weil fie niemanden hatten oder zu haben glaubten, an den sie sich uan Rat oder Hilfe hätten wenden können und so dem Unglück direkt in die Arme liefen. Der Krieg hat diesen Zu- stand verschärft. Die Väter sind vielfach gefallen, die Müller ge- werblich tätig, da sind JugvntBcratungSftellen doppelt nötig. Wohl hat man vor einiger Zeit Elternabende und Etternberatung ein- gerichtet; will man aber den Kranken selbst heilen, darf man nicht indirekt den Gesunde» behandeln. Die Nottvendigke-it der FugendbenatungSstellen ist schon ISI-t von Lehrern, Direktoren, Waisenräben und Personen aller Klaffen anerkannt. Ein Fachmann, LS Jahre Leiter von Jugendabteilungen im Untersuchungsgefängnis, schreibt spontan, daß mancher jugend- liche Gesetzesbrecher hätte gerettet werden können, wnn ihm zur rechten Zeit der rechte Berater zur Seite gestanden hätte. Ein Beispiel: Die Zahl der Strafsachen gegen Jugendliche betrug allem in Preußen 1914: 61000, 1916: 116 000, 1917: 189 183. Di« Beratungsstellen, die an vorhandene Jugend- oder Wohl- fahrtSämter angegliedert werden, aber auch durchaus selbständig bestehen können, sollen Schülern aller Schulsysteme, Lehrlingen und jugendlichen Arbeitern bis zur Mündigkeit offen stehen, die auf die Möglichkeit der Bcratnng umd Hilfe, auf die Name.» der Berater für die mäwnl'che und Beraterinnen für die weibliche RmvbalZihsbjr wägenSwert wäre die Beratung nach Art der eines Schiedsmannes. Dies hätte das Gute, datz die Jugendlichen in der Nähe ihrer Woh- nung selbst beraten werden könnten. Die Errichtung der Stollen, ursprünglich als Vereinsform gedacht, nimmt zwecks Erzielung von Erfolgen, die ungeahnt groß sein werden, am besten der Staat in di« Hand. Er besetzt sie Haupt» oder viel besser ehrenamtlich mir zuverlässigen, welterfahrenen und gütigen Persönlichketten— deren Gewinnuing durch Aufruf an die Bürgerschaft aller Stände erfolgt, — denen die jungen Menschen sich ohne Scheu. anvertrauen, können. .Kein bureaukratisches Schreibwerk dabei, möglichst ohne Namens- nennung kommen und gehen können, wenn der Name nicht selbst zwecks Hilfegesuehs genannt wird. Vielfach bedarf e» ja nur eines gütigen verständigen Zuspruchs; eines Hinweises, daß den Mutigen noch die Ruinen tragen, selbst wenn die Erde birst, um die Augen wieder glänzen zu machen und oin Leid wie einen überstandcnen Schiffbruch, um mit Ibsen zu reden, anzusehon. Der dem preußischen Abgeordnetenhaus vorliegende Entwurf betr. Jugendämter müßte die Errichtung von Jugendberatungsstellcn am besten obligatorisch vorschreiben. Am besten wäre eine Reichs- behörde für Jugenbfragen(in Oesterreich besteht ein Ministerium für soziale Jugendfürsorgel), die u. a. auch die Tätigkeit der Be- ratungsstellen überwacht. Sie mag dann auch periodisch etwa einzu. fordernde kurze Angaben über Zahl und Art der Fälle bearbeiten und veröffentlichen. Hairp stäche ist zunächst aber die baldige Er- richtung solcher Beratungsstellen.* SpHiales. Rentenzulagen. Nach einer im ReichsverstcherungSlNnt gefertigten Zusammen- stellimg sind an R ontenzu lagen durch die P»st und die. Sonder- anstalten der Jnvaiidenversiclx'rung in den Mannten Februar, März und April 191» g»zahlt worden 7»I? 672,» 302 772 und » 317 136 M., und zwar als Zulagen zu Jnvaltdenrrnten(monat- lich 8 M.) 7 214 485, 7 538 952 und 7 514 488 M., zu Krankenrenten (monatlich auch 8 M.) 475 296, 526 904 und 559 880 M., zu Witwen- renten(monatlich 4 M.) 206 450, 228 036 und 234 0 40 M., zu Witwenkrankcnrcnten(monatlich ebenfalls 4 M.) 7432, 8280 und 8728 M. v«ranln>->rtNl» für BoNttl:«et« Sutmci, verttn: fflj d«, adrigen Teil de» Blatte« Alfred Echot,. NeuiwUn. für Aloisen Tchood« Mwfe, Berlag: Borwtr�-Berlaa G. m b. H.. Berlin. Druck Borwzwö-Bwddrucksret und BerlagSantta» Baut Nnger ir. In B«r«n Swd-nfwoße 3. Hier,» 1 BcU-g- an» UnKtOaltm-fl«�« Iths gesammelte Romane 1. Abteilung: Kofluft. I In Ungnade./ Stern des Glücks./ Jung gsfwit/ Der Majoratsherr. 2. Abteilung: Polnisch Blut. I FrühlingS- ftürme./ Die Negimentstante./ Komödie./ Bon Gottes Gnaden- 4. Abteilung: Die Bären von Äohen-Esp./ Am Ziel. I Zm Schellenhemd. I Frieden./ Jedem das Seine- Wir liefern jeöe Abteilung gegen Monatszahlung von 4 M. ÄS fl. Wollbrück � Co», Huchhanülung, Berlin,(dramenburger Str. 59 woMeckkonto zos,?). Z. Abteilung: Gänfeliesel./ Nachtschatten./ Äazard./ Der verlorene Sohn./ Ungleich. n'' �'c- z ti X. "2-.? zL.?. iglSi�iSto?� fiSxS £.C— »S'-i1-!!! »4 o 9 x-«>.'N£1 1�1"|l � 25- gi � ,>z; BS-Ät? Lsj *, ,,-~..,