Mr. WS. SS.fntyyg. »wreitlSdv.S.««l. omnma.. frei Int Hau«. dar«u»zahliS) ülQRtgswy'firtchi Wt Rebengespaltene Aoionelzelleiuflet HO Psa.„Kleine Anieigeu". da« fellgedruckle Wo« SU Psg. sziilcilsiz 2 fellgedrulile Worte), jede« meliere Wo« 1b Psg. Etellenaesuche und kchla sslellcnanzeiaen da« erste Wort so Pfg.. jede« weitere Wort>0 Pia, Warle über 15 Buchitaben zühlen für iwei Worte. TeuerungZzuschlag Z0«/> .UH«lnrde»«brne i Verlinev VolkSbwK. »Schste Nummer müssen bi« S Uhr. nachmiltao« im Hauvlgeschift. Berlin 6B.68, CinbenfItaBe 8, ab leg eben »erden,•cßtfhet von 8 Uhr früh bi« 7 Uhr abend«. ZcntraXorgim der rozfeldemokratffcbeii Partei Dcutfchlands. «MI Reöaktioa: SW. tiaüeastraA« 3» chernivrecher: Rot MortAPiatz. Äi. 151 90— 151»T, Montage de« 14. Oktober 1918. Cxptdifion: EW. SS» Lwöenstraße Z. Herusvrrcher:««» VtortHplatz. St«. 151 SV— 161' Die frtedcnsverhandlungeti nahe. Hnfprad�c des StaatsfehretSrs �anfing. 3f»fter5aw, 12. Cffcfc«. Dr»»RtfHJw fhiitt- bfltnfdK Cmnraut" jufolfit, mrldr«„Central Jlnof* an» New Kork vom Freitag: Staatssekretär Lansing- der gestern i» theologischen Seminar von Anburn sprach» erklärte» dasj die Friedensverhandlungen nah- feie», m»d daß es nicht gestattet werden dürfe, daß ein Seist der Rache die Beratschlagungen benachteilige. Solch eine Haltung von feiten der Alliierten wurde de» aufrichtige» Geist der Rechtschaffenheit, welcher wesentlich für dir Grundlegung eines dauerhafte« Friedens ist, erheb» lich schwäche». Wenn der Krieg gewonnen ist, darf das ameri. kanische Volk keine» erbarmungslose» Haß gegen diejenigen Fremden hege», die de, militärischen Diktatoren der Mittelmächte gedient haben. Es muß«in Unterschied zwischen den Herren und de» Diener« gemacht werden. ES scheint mir die Aufgabe derer zu sein, die aus die öffentliche Meinung Einfluß ausübe«, darüber zu wachen, daß diese Leidenschaft die Berwirllichnng de? Pläne M einer Reu» rrgelung und Ordnung de? Welt, wen« der Frieden wieder» hergestellt ist, nickst verhindert. Morgen Wahltag in öerlln l. Die deltnmstande haden«o» eine länger« vetrnchtnng über die bevorstehende Wahl in Berlin I nicht gestattet. An Großes steht jetzt ans dem Spiel. Rar in kurze» Worte» können wir sage»», warn« die morgige Wahl von gewaltiger Bedeutung ist. Sie soll das ersteNrteildeSLolkeS werde, SV« die Politik, die seit dem 5. Oktober eingeschlagen ist. Wer de» Frieden will, stimme für de» sozialdemokratischen Kandidaten! Jedem Sozialdnnokratrn muß das Herz höher schlage» bei dem Gedanken, daß die Möglichkeit einesSiegeS nahe ge» rückt ist, jeder muß sein Beste» tun, sie znr Wirklichkeit werde» zu lasten. Nichts tnt dem dentschen Volke heute nötiger«lS eine starke Sozialdemokratie. Zeigt, daß sie»och dorhanden und stärke? ist als je Mdor! * Ueber dm UnglstckSkandibat« der Norkschriktsp-neei. Herrn Kempner, braucht man nicht mehr viel Worte zu vertieren. Rur Sie eigenartige soziale Struktur des ersten Berliner Wahlkreises hat die Ausstellung einer solchen Kandi» datur möglich gemocht. Für die Fraktion der Fortschrittlichen Volkspartei wäre die Wahl dieses Mannes, der bisher ganz im privatkapitalistischen Erwerbsleben ausgegamaen ist und dem öffentlichen Leben ferngestanden hat. Sein Gewinn, um- dem ein Schaden. Wenn Herr Kempner durchfällt, wird das keine Niederlage des bürgerlich-freiheitlichen Gedankens fein, sondern mir eine nützliche Lehre für jene, die aus Angst vor dem Zorn der organisterten HauSagrarier einen Kandi» boten wieDernburg fallen liehe« und dafür Herr» Komp- »er auf den Schild hoben. �* Der Wcchltcmrpf der Unabhängige» ist zettweiKg wrrch per» f ö n l i ch« Methoden eines einzelnen Herrn«st das de.nkbar tiefste Niveau gebrückt worden. Jetzt eitirehrnea wir dem.Mittei-limg«- bkrti', daß Abg. Haast i»«wr-r Wählerverscmunlung erklärt haü der Kandidat der Sozialdemokvcrt«, wster Genosse Hugo Heimann. sei.ein Mann von persönlich«ntadeligem Charakter. Dar- über find wir und alle einig". Darüber ist man sich unier onftän- digen Leuten«verding» von vornherein einig wnd auch nie einen Augenblick im Zwei sei gewesen. Die Siänkereion de» Adolf Hoff- mann, die da».MiiteüungSbtatt'«och einmal drerttrrit, find damit erledigt. Da» Organ der.llnakchängigen' deräfsenKicht«lßerd«« cbm fachlich gehaltene Polemik Müller» gegen Heimann. Wie wenig aber Müller die wirkliche« politischen Eveigniff« tennt, geht daraus hervor, daß er zunächst die deursche Politik vor dem Kriege und den fogwldemokratische» Kampf gegen ste schildert«nd dann fortfährt: Wenige Tage später.<*m i. August, bewilligwn Ihre(Hei» mann») Anhänger, die hentige» Regierungssozia- listen, die Kredit« zur Führung des Krieges. Ich und die heute mit mir in der Unabhängigen sozialdemokratischen Partei ver» einigten Genosse« find diesem KriegStanmel nicht ge- folgt. Wir stand«, abseits.... Ist so etwa» überhaupt möglich? Weiß Müller nicht, daß die jetzigen Mitglieder der Fraktion der Unabhängigen am 4. August sämtlich für die' Kredite gestimmt haben und daß«in Teil von ihnen auch in der Fraktion d« Sache der Kvebitbewilligiuig mit Be- geisterung verföchte« hat? Ein Mann, dem so unglaubliche Dinge passieren, tut gut, sich zunächst noch ein paar Jahre ernsthaft mit politischen Dingen zu beschäftigen, vielleicht kommt später vi-nmai für ihn die Zeil, wenn er wicht mehr al» Kandidat der Arbeiterzersplitderung austritt. Der Tag und die Stunde aber gehöre» per Sozial- denlokratix und Ha»» Hximan»! Stümpft bei Le Este««««b»SebNch vee Oise.-Die rückgängige Bewegung zwischen Otse»nd Aisne.- Vergebliche Amerikaner« angriffe«srdöstlich Geanmont«— Nisch w Feindeshand. Brrft«, HL CMm, Krtne zrShere» Kainpshandlnnze», kmNdß. Greste» Htrnptgtmrt!«.! Westlicher«riegSschernplatz. HoeN.Ssr.pp,«..Aprinß«n»»»«,«. Am Katmlabschnltt teiderseit» von D»«»t»«ch«m West. ranbe ovn Douai ftrhen wir t« GefechtSftihlnnz mit dem Keind». Donai hat durch feindliche» ArtiNeriesener und Miegerbinnden erheblich gelitte». RordSstlich so» Sambesi habe» wie«»» in der«acht dem 11»um 12. Olteber vom Ftinde etwa» abgesetzt. Der steint ist gestern mittag gefolgt ntd stand nm Abenb tei»ve»« e» le See rnid ans de» Höhe»«mwest» lich«» S e l le- ll ser bei Santzaie«nd Hanffh Am frsthe» Märze» heftige,«rtilleeielamps belderseit»»«» st« Sat«««. Awlsche» Solrlme»»nd Le Sat«»» griff dar steinst mft staeken Kräfte»»n. S»«ewug ihm steiderseit»»»» Reueilltz t»«»- ser« Stellungen einzndeingr». Nnsrr durch stärkste Artillerie- Wirkung»orberei teter.«cernammsi ftl�rse �??aen, Erf>»iw »nd warf den steind wieder zurück. Ei« am Asteast hel Sri- astre erneut dorbrechenster Teilaugriff'wurde astgewtesrn, HeeeeSgeupp« Deutscher Krouprtug. Niedlich ste» Otse setzt» der»egn« zu stnrke» NuggH- f au stristerf ei is bau Saug Austtgutz,»stlich«m S»statu und stet«isanstille«». Bei unst»Srdlich bau Oetgutz sucht« er über die Oise tu«ufere Stell unge» eiuzudrtuzeu. Dt» Hauptlast de» Kampfes dm««» thüringische Megimeuter. Der steinst wurste Lsterall, teilweise i» hartem Nahkampf«ch im Gezeust»». abgewiesen. Ans de« Front»wkfchru Vis»»»st At»», W Gm steinst nnsrrm rockgängige» Bewegungen auch gestee» uue lau»- sam gefolgt. Er hatte am A brüst dt« Watdunge» von St.«»- but«. die Höhen»Irstlich der«tlette und«mif»,- taiur erreicht. Nördlich ste« Sietourne-Astschnitte« heck er sti» Linie ASsrld— Lu Bill«— Ava»»»— Perthes— Baug Cham- pagne— Banzier»»em mit schwnche« Kräfteu aberschritte«. Keiustliche Abteilungen, die fSdö stlich wm Bängter» Sst«, dt« AiSn« vorstießen, wurden gefangengenommen. Tellan griff, st«» Gegner» bei Trrmr» an der AiSne wurden ubgewtrsrn- Hrereggrupp» Gallwitz. Drffungriff« ste» ffeindeS auf dem W estufe» stru Muutz scheiterte». Einsteee Kämpfe hielte» tsgSSbrr östlich de« WwS Götschen dem OrM»nt-Wolde»nd dem W«vrill«»»«st- östlich vo« veannumt an. Ter Amerikaner, der»nter starke» Sräfterinfatz seine vergeblichen Angriffe immer wieder erueurrtr, wurd« von preußische«, sSchsischen, warttrmbcrgische»»«st öfter- retchischmugarischr»«egimrntrr» tu harte» Sumpft«uriicksr- HouuuOgrutzy« Huu«»««! st r« Hl. Bat rifvlgreichru KntrrueHmuugru westlich»m» Blaoepiek «ch«Irstlich de»«hrtu— Shonr-Kuu»»»«mV«» wir Gefangene. SüdSfflicher HpfegSsihtMpkich. Kämpfe in der Gegend von Nisch. Stärkere« VHgHffnt wichen»nsere Truppe« befehsggemäß ans die Höhe» nördlich der Stadt ans. Nisch wurde Pom Feind« besetzt. De»«est» GeneruluuurSrruwtftm. X XJCÖWX � Der österreichische Bericht. SSlrw, Ist. vkwster. Amtlich wird strrla-ickstuogr Italienischer KriegSfchaaylatz. Dft Gegner haste« stft Angriff» in de« S i»S«n Nu» mrlsste» nicht wieder«nsgenvmme». vrberull«ewShuffch» Kampstätigkeit. lvalran-KriegSschmrplatz. I« Albanien wirst der Rückmarsch befehlsgemäß foitzefetzi. Im Gebiete v-n Jpek macht sich starker Bandenzug fühlbar. Nisch«»rde»ach mehrtägiges hinhaltende» Sa- fechten dem Feinste überlasse«. , Westlicher KriegOfchanvlatz. Bei Sraumeut waren unser« Regimenter»strrmakS a» der Abwehr a»ertr«»ischer Angriffe erfolgreich beteiligt. Der Chef steS Grurealstabe». D!e Türke! wM öen Kaukasus räumen. Bafel, 13. Okwber. �„Frankf. Wie die Radio- I ftation der Sowjetaaentu? in Kiew nreldet, hat sich die Türk« ldevpit«klärt, des«mrkgwß m rütfmeiv Revaachepatriotismus. Bon de« Stimmen der Presse über die deutsch? Antwort a» Wilson find naturgemäß diejenigen der Oppositum am iuteresiantesten. Wir verzeichnen sie daritm ausführlicher, ca ft« gewissermaßen geschichtliche Dokument? sind. Die �Krenzzeitung" sagt, die Antwort habe wie ein «eller Blitzstrahl gezeigt, vor welcher Gefahr wir stehen.»Denn bei dem Ausgange des Krieges, dem wir hiernach jetzt ent> gegensehen, handelt es sich nicht rnchr darum, diejenigen Sicher- heiten festzuhalten, deren Notwendigkeit für Deutschlands Zu- kunst wir nach den Erfahrungen des Krieges erkannt haben f e» steht nicht nur in Frage waS wir im Osten erreicht hatten' aufs höchste gefährdet erscheint die Sicherheit deS heimischen Landes vor feindlichem Ein- bruch, die deutsche Ehre, die Unversehrtheit des Reiches in Elsaß-Lothringen und in der Ostmark, die wirtschaftliche Lebensfähigkeit Deutschlands." Das Blatt sagt dann Weiterl In den Tage« des Unglücks und der äußersten Gefahr gilt rs stft das deutsch« Kolk, die Würde z» bewahvein. Das Suche«»nch de« Schuldige» für den militärische» Rückschlag würde uirsruchtbar ««st wie anä wentgstenä scheinen will, nicht würstig sein. Die»Deutsche Zeitung" nennt die Antwort an Wilson„ein Do kument der Schande" und iffirechh '■WA Slaüven. daß auf oief« Ebunde tiesfior chärunaegÄig- Gkundc der Wiedmgcibmst folgte» wird, und wie«inst G ö a � j schriest muh dem llnglücksfriesten von 181st, der trotz aller Stege zu etaer politische« Rioderlage Dentschlvad» geführt hat:.Wie die Beadämesäube ein f»rtwährenst«S Zeichen unserer Echande ist, so sÄlc« im.Khei-twsche« Merkur' die forrwährend« ProtestaSsn des Bolkes yegea eiüeS Halbs und Schlechte wrefoeegedegt werten, damit die Nachwelt erkeune: dir Zeitgsnossenwuren damit nicht« t»verstun den." Die»Tägltche Randfchau" WerschrrSt tzreu Nr- Mol»Deutschlands Unterwerfung und klagt: Und wen« Wilson den Frieden trotz alledem«nd«klrdern wlchl drrrntttelt. wenn d« Entente neu« Forderungen, erhebt? Will man st«m noch wettsr wachgeden und au» Wilson» Hemd.Gnd« oder ßdbrt' auch weuter empfm�en, oder sich dann zur.nationalen verieftfigung" amfraffeni Nach dieser Peanckvoriung der Wilson- schon Anfrage? Am Montag wirst Wikfun üb« Krieg tnst Frieden enischeide». S« ist d« 14. Oktober, der Tag vr» Jena«nd Auerstedt. Er wind aburmai» ein schwarAer Tag in unser« Geschichte sein. An der.Dentschen Tageszeitung" heißt eS«nter da» Titel.Die deutsche Antwort— die deutsche Ehre": Die deutsche-Antwort legt tatsächlich, so weit sie eS nur irgend kann, bi« Zukunft de» Deutschen Reiche? und de» deutsch«, Reichs- gedeete» in die Hände de» amerikanischen Pmfidenteu, sie macht da» Reichsgebiet, damit die Elevwnfe und Grundlagenf. de» Deut- scheu Reiche»«nd feiner Einheit zu einer, iniernatianckle» Frage, baren für Deutschland«wgotive tntzemriioaafe Gutfcheiduny auf der Haust Regt. Wir«useverftit» gebe« die Hoffmeng noch nicht «ms, haß eine solche EnVvicklung der Dinge»och verhindert werde» wird, ehe dieser.Recht» friede" im Name» des Völ- kerbundcS«nst der neue» Zeit da» Reich zu gründe richtet. Deutsch- laust ist nicht geschlage«, wenn e» nicht geschlagen sein will; beut- sche» Gebiet preiszugeben ist mit der Ehre nicht ver- eiubar.'■| Die.Post" Werschrekbt ihren Artikel:.D i e D? m 2 t i- ßttwg deS deutschen Volkes" und meint:.So aut» wartet der Unterlegene dem Sieger 1" Und werter: 3Ja» imfere Demütigung so tief und traurig macht, ist ster Umstand, baß wir unsere mit ungeheure» Opfer» an Blut und Gut errungenen Erfolge schweigend aufgeben, den Fernsten alle Eroberungen lasse» und sedeugteu Haupte»«tbwarwu, wa» die Mi irrten gu beschließ«« für gut bestnste» wenden. Das Schicksal des deutschen Elsaß-Lothringen und der preußischen Provinzen Posen«ust Schlesien, vielleicht auch«och Wrstpreußen. ist in die Hand der Machthaber in Washington, Landvu, Paris, Rom und— Warschau gelogt! Diese Stimmen zeigen deutlicher als die Heeresberichte, was die Stunde geschlagen hat. Natürlich sind die zitierten Blätter einig in der Versicherung, daß der Friedensschritt der Regie- rung garnichtnotwendig gelvesen wäre. Sie befinden sich aber damit in Gegensatz zu der von ihnen bisher stets an- gebeteten Obersten Heeresleitung, die den Schritt der Regierung als durchaus notwendig und durch die Umstände begründet anerkennt. Der Krieg geht zu Ende, aber er geht in einer Weise zu. Ende, wie es kein Mensch im Deutschen Reich gewünscht hat. Sprechen auch wir es offen aus: ein solches Ende zu verhin- dem war das Ziel unserer Anstrengungen und Opfer diese ganzen furchtbaren vier Jahre lang. Es ist nicht gelungen, und wenn die„Kreuzzeitung" jetzt nicht nach dem Schülingen der militärischen Rückschläge suchen will, so kam, man ihr zu, igebeu. haß«S wichtiger ist. jetzt den Ausweg quS«suer«tchaft, Föten Logs zu süssen nnb kya, mfäbm w gsfanSa Ist, festen Schrittes zu betreten. Einen Frieden der Vernunft snd der Te» rechtigkeit heben wir stets gewollt. Wir haben gehofft, ihn erlangru zu können, wenn eS unS gelang, den tollwütigen Imperialismus im Innern niederzuringen, solang« noch ein m i l i t ä r i s ch e s G l e i ch g e w i ch t bestand. Daß die Weis- heit des stegreichen Gegners einen Frieden der Vernunft und der Gerechtigkeit herstellen werde, darauf hoben wir wis nie verlassen wollen. Aber wenn die Waffen zum Schweigen ge- bracht stmd, dann müssen wir mit Argumenten toeiter- kämpfen für das Ziel, das uns während des ganzen Krieges als einziges v»r Augen stand: für einen Frieden, der keinen Stachel zurückläßt, der alle Völker als Freie und Gleiche neben- cinanderstellt und durch seine Gerechtigkeit den Gedanken an neuen Krieg aus den Hirnen verbannt. Schon setzt äußern sich wie man gesehen hat, in Deutsch- land die Zeichen eines aufkeimenden Nevanchepatrio- t i s m n s, der die Wiedergutmachung des durch diesen Krieg verschuldeten Unheils von einem neuen Appell an die Waffen erwartet. Wir wollen und werden als Sozialdemokraten und Feinde des Krieges diesen Revanchepatriotismus bekämpfen, das Ergebnis des Kompfes wird aber in hohem Grade von der Gestaltung des kommenden Frieden? ab- hängen. Wenn diese? Frieden ein Frieden des Rechts sein wird, wie ihn Wilson verspricht, wird unser Kampf leicht und siegreich sein. � In dem Grade aber, in dem der kommende Frieden von diesem RechtSideal sich entfernt, wird unser Kampf schwerer werden, er wird vollkommen aussichtslos sein, wenn schließlich statt de? Rechts die Gewalt den Frieden diktieren •ollte.� Ja, schließlich wäre eme Gestaltung deS Friedens denkbar, die selbst aus Sozialdemokraten Revanchepatrioten macht. Die Anhänger dch: Gewalttheorie jen'eits der Grenzen werden daran? den Schluß ziehen, man müsse Deutschland so bändigen und für alle Zeit wehrlos machen, daß jeder Gedanke an Befreiung und Vergeltung im Keime erstickt wird. Die Ge- schichte lehrt, daß solche Gedankengänge utopisch find. Ein Volk wie das deutsche kann man nicht auf-die Dauer zum Sklaven der Welt vvsthen, auch die härteste Fessel wird schließ- lich gesprengt. Durch Gewalt läßt stch kein dauernd gesicherter Frieden errichten, sondern nur durch Recht und Vernunft. Das Schicksal der Welt wird in die Hand der Männer gegeben sein, die in nicht mehr ferner Zeft im Konferenzsaal wsanrmen treten, werden. Da? deutsche Volk wird für eine Vertretung auf dieser Konferenz sorgen, die nur«in Ziel kennen wird, das Fdeal des Völkerbünde?, des dauernd gesicherten Weltfriedens zu verwirklichen. Denen, die als Geg- iier dieses Ideals kommen oder die in dem Wahn befangen sind, es nicht durch Gerechtigkeit, sondern nur Zwang und Ge- ivalt verwirklichen zu können, wollen wir die Worte unseres Dichters entgegenrufen, deren Wahrheit den deutschen Unheil- itistern erst in diesen dimklen Tagen zu Bewußtsem ge- kommen ist: Es leben Götter. dieFenHochmuttacheit-* fürchtet sie, die schrecklichen! , Das freie Polen. Aendeenug der EideKfsrmel.— PilsudSN. Wie aus Warschau gemeldet wird, ist der polnische Fahneneiden Einvernehmen mit der deutschen Regierung w abgeändert worden, daß die Soldaten nur dem polnischen .ÄM...... der obersten Gewalt Polens die Streite schwören. Von den gefangen gehaltenen Polenführern sind Grads- k i und T h u g u t t entlassen, lieber die Entlassung Pilsndskis schweben zwischen dem Regenttchastsrat und den deutschen Behörden noch Verhandlungen.(Die Entlassung Pilsudskis ist doch nur noch«ine Frage der allernächsten Zeit, und je e h e r sie erfolgt, desto besser ist es. SJek d. V.) ' rS t f- � ■\* Der Umschwung*:'i in der franZojMen Sozwiistenpartr!. Das Auwachsen der fr ü Heren Minderheft der Partei, die zur Mehrheft geworden ist, kommt fortan natürlich auch in der Zusammensetzung deS standige« Zeiftralorgans der Partei, des großen VerwalftmgSausschusseS, zum Ausdruck. Die Richtung Renaudel ist überflügelt. Der Ausschuß besteht von jetzt ab aus 10 Regierung? so zw listen, 12 Vertretern der Gruppe Longrtet und zwei Kien thalern. Die Leitung der Partei- organisation ist cm eisen neuen Verwaltungsausschuß über- gegange«. I«„Popuilaire� Mrt Lsnguet mS, daß mm ein großes Propagaudawerk beginnen müsse, um,durch Stellung- nähme in der Presse, Abhaltung von Versammlungen und Verbreftung von Flugschriften den ChauvurisMUZ energisch zu bekämpfen. Um des. Friede»? ftÄlen ist sew!« jetzt nicht? nötiger als WS.-„ O Der ZZortlaift de« wiMgsten EnWeidung beS Paitritog# ftegt noch nicht vor. Die«rm Donnerstag angenommene Tazesord» nung der bisherigen Minderheit sagt nach einer Schwei- zer K. Z.-Mekdung, daß die Part« ihre Perbindung mit der Jnter- nationalen erneue« und jede Mitarbeit der BourgeoiAlasse zurück- messe. Sie berlanzt eine internationale Sozialisten- k o n f e r e» z. Sie erklärt, daß die Partei sich gegen jede Negie- rung stelle« müsse, die sich einer internationalen Zusamm«ckMrst entgegenftelle, und gegen jede Aegierirng der Reaktion außerhalb wie innerhalb hti LcmdeS. Die Partei ermächtigt ihre Beauftragten, zu handeln und je nach den Umständen all« in ihrer Stacht ste- henden Mittel anzuwende», einschließlich der Per- Weigerung der Kriegskredite. Die Part« brandmarkt die i« Rußland und Sibirien nntsrnmnme«« Aktion. Sie fordert für alle Biigar das Recht, ihr Schicksal selbst zu bestimme». In der Rachmtitagsfitzung stimmt« dar Kongreß dem Antrag Renandel zn, dar nach derselbe« Quell« sagt: Der Kongroß or- stätigt sein« Mrcsse an de« Präfidetiten Wils«««tii billigt die Antwort, die Lansing im Kamen des Präfidenten auf die Rote de? deutsche« Kanzlers erteist hat. Die fozia- listische Partei stellt mit Befriedigung diese erste ernsthafte Anwen- dung positiver öffentlicher Diplomatie fest. Sie stellt fest, daß nun eine Tiire offen steht für Verhandlungen zwische« de» Kric, führen- den fttr eine« frieden de? Recht«. Sie billigt die diplomatische« und militärischen Bürgschaften, die vom Präsidente» Wilson als Bs- dingung für»ine» Waffmsstillftond gefardert»milde«. Dieser Antrag wnrbe einstimmig angenommen mit Ausnahme der Stimmen der Kienthalec, die einen bedingungslose« Waffenstill- stand verlangt hatte». tAt Bern, 13. Oktober.(Eigener Drahtverlcht des.Vorwärts'.) Während die.Humanite' die Entscheidung des Parteitags unkom- mentiert laßt, begrüßt Ve�feuil im.Journal du Peuple' den Sieg dos Mnorität(dä Sie« der Jntrruationale. Ihre Mehrhsfi ' fei Sek», aS« werbe lvnchft» Z«»uitstckbe« Blatt wirb weiter g»- sagt, die Partei würde wieder«i«e Sektio« der Juter- national«. In einer Stunde der«ntsesselten Reaktion«nd der Kriegshetze bis zum Aeußersten verkündet die sozialiftische Partei ihr Friedenkideal, sie ordnet ohne Zögern die Interessen der Tschechossowaken und Südslavei, den Interessen Frankreichs und den allgemeinen Jnteveffen der Völker unter. Gerechtigkeit und Frieden haben dieselben Feinde. .Figaro' tobt, die sozialistisch« Partei sei fertig und habe jeden Einfluß auf den Frieben verlorer». Dagegen schreibt der „TemvS": Die sozialistische Aktion sei eine Gefahr, weil sie die Klasse über die Nation stell«. Di« Minderheit, welche ihren Sieg nur durch die Kienthalhilfe errang, gebe durch den Passus gegen die Kriegeverlängerung die Freiheit der Polen und die Rückkehr Elsaß- Lothringens preis. Sie fordere die Zusammenkunft mit de» deutschen Sozialdemokraten und gefährde durch Drohung und die Kreditweigerung die nationale Verteidi- gung; sie biete dem deutschen Imperialismus Rettung und drohe der»estliche« Demokratie mit der Revolution. Der Vorstoß für wternatlonaLe firbeitergefetzgebung. Neber das Eintreten deS Reichskanzlers für ein« internationale Arbsitevgesetzgebung sagt.Stockholm» Dagblad': Es nehme sich als natürlich« Sache aus, wenn man die ausgezeichnete sozialpolitische Gesetzgebung bedenke, mit der Deutschland dem übrigen Europa cm schönes Besspiel gegeben habe. Auch B r a n t in g hat den nun vo« deusscher Seite in Verbindung mit der FriedenSaktion unter- uommenen Schritt mit Anerkennung hervorgehoben. Er schreibt: .Der Reichskanzler geht der Entente mit gutem Bei- spiel voran, indem er die Forderung des internationalen Ge- Werkschaftskongresses in Bern annimmt. Noch keiner der führen- den Staatsmänner der Entente hat dieselbe Zusicherung hinsichtlich einer Forderung gegeben, welche der interalliierte Ge- Werkschaftskongreß in LeedS kurz vorher erhoben hatte, und welche auf dasselbe hinauslief, wre daS Berner Pro- gramm.'.Stockholms Dagblad tritt diesem Urteil bei und unter- streicht, daß die englischen Arbeiter und der Bernec Kongreß die erste offizielle Antwort auf ihren Appell nicht von den gelobten Ländern der Demokratie, sondern von jenem Deutschland erhielten, an dessen innerpolitischer Umgestaltung tot demokratischer Richtung die Presse der Kntentelander zwei fit«. die Schlacht in§?ankrekch. Die Flucht«ach Osten. Berlin, Ist. Oktober. Amtlich. Nachdem die Furcht vor der Be- schießung sich nunmehr auch der Bevöllermng von ValencienneS mitgeteilt hat und dort 30 000 Einwohner nicht mehr von der Flucht nach dem Osten abzuhalten sind, hat die deutsche Regierung sich er- neut a n die Schweizer Regierung gewandt. Die Schwei- zer Regierung ist gebeten worden, die französische Regierung von dieser Entwicklung unverzüglich zu verständigen und ihr vorzu- schlagen, im Jnteresseder Bewohner der norbftanzöfi schon Städte die Zusicherung zn geben, von einer Beschießung der große- ren Städte abzusehen und ihre Verbündeten ebenfalls dazu zu ver- anlassen. Auch sei di« deutsche Regierung dazu bereit, wenigstens -inen?V!l der Benärfenrn/j znin llebertritt in die feindlichen Linien zu übervederc, wofür allerdings besondere Ab- machungen von Front zu Front eeforderlich sein würden. Falls die französische Regierung auf unser« Borschläge nicht eingeht, kann die deutsche Regierung die Beiantwortung für die Leiden der Bevölkerung. die«ine Folge der vernichtenden feindlichen Beschießung aller größeren und kleinere« Ortschaften hinter unserer Front ist nicht übern« he n. Enzllscher Heeresbericht vom 12. Oktober abend». OerMch« Kämpfe fanden heute längs der Seile zwischen Le Caieau und G o l e» m e S statt. Stördlich SoleSmes wurden tagsüber nach dem Selle-Tal allmählich Fortschritte erzielt. Feindliche Nach- hüten wurden aus den Dörfern St. Vaast, St. Auvert, Villers en CauchieS, AveSneS le See vertrieben. Weiter nach Norden sauber- ten unsere Truppen daS Westufer des Sensee-KanalS zwischen A r l e u x und Corbehem. Beide Dörfer sind in unserem Be- sitz. Wir nähern uns dicht der Kanallinie im Westen von D o u a i. Im Abschnitte östlich von LenS nahmen wir Montigny, Harnes und An nah. An dieser ganzen Front fanden scharf« Kämpfe ort- sicher Art statt, in deren Verlause wir den deutsche» Nachhute» zahlreiche Verluste zufügten und Gefangene machten. Fra»zSsischee Bericht vom 12. Oktober abends. Die Schlacht in d»r Ehampagne, die am 2S. September ihre« An- fang«ahm, hat»«ch 17 Kampftagen mit einer völligen Niederlage des FvindeS geendet. Die viert« Armee bat den Ais ne-Bogen vollständig so?, gewacht imi bis heute 36 Orte wieder erobert. Hier wurden mehrer« tausend Zivilpenonen von dem Joche befreit, das sie seit 1914 erduldeten. Die Gesamtzifftr der von dieser einzigen Arm« seit dem erste» Einsetzen der Offensiv« in der Champagne gemachton Gefangenin beläuft sich auf 21 567, davon sind 499 Osfi- zisr«. Sie hat außerdem mehr als 800 Kanonen, 3600 Maschinen- geweh«, 300 Mtnenwerfer, mehrere hundert Eisenbahnwagen, eine große Menge Schießbedars und Gerät aller Art erheutet. Auf dem linke» Flügel der vierton Armee hat mcsere fünft« Armee den Feind auf seine« Rüchzuae ohne Rast vertolgt hat die R e t ou r n e überschnitten und sst um mehr«IS 10 Kilometer vorgerückt. Wir halt«««ieur tos ASsvld und ASseld la Bille. serner dr« Südränder v«, B r a n z h. Wir Haien den Uebergang über dt« Ai»»e b« Gianicvurt und Neuschatel erzwungen und u«S g«g«n den Nerz von PouvaiS vorgeschoben. Zwischen AiSne und Oise hat der energische Druck tlnsorer Truppen de» Feind zn einem neuen Rückb-ege» gezwungen. Seiner Aach- Hut an den Ferse» bleibend, sind wir bis an die Ailette gekommc«. die wir nördlich von Craosne besetzt halten. Amerikeuischer H«ere»bericht vom Ii Oktober abends. Oestlich der Maas haben sich Heft che Kämpfe in dem Saures« Walde entwickelt. Auf beiden Usern de» Flusses haben unsere Truppen ihr« Ziele erreicht. Die Gesamtzahl der in diesem Ab- schnitt seit dem 26. September gemachten Gefangenen beträgt 17«5». Das Todesurteil gegen Tom Moonep. Bcr», 12. Oktober.(Eig. Drahchericht des.Vorwärts'.) „Bataille' publiziert einen Slew-Dorker Bericht, wonach die Hin- richtuug deS Shndikalistc» T»« Moonep auf den IS. Dezember verschoben sei. Meoneh wurde 1915 in San Franziska wegen Teil- nahm« an einem Dynamitattentat bei einer kriegs freundlichen Demonstratio« verurteilt. Die Tampagne der.Jnduftrial WorkerS »f che World', welch« eine Anzahl Abteilungen der.Federation of Labour' unterstützte, bewirkte, daß Wilson persönlich bei dem kalifornischen Gouverneur intervenierte. Am 28. Juli fand in Washington eine Demonstration unter Teilnahme der Delegierten der ganzn Union für Revision des Urteils statt, welches durch die Zeugenschaft von Zuhälter« und Verbrechern zustande kam. Die .WorkerS'»vpellierten an die Organisationen der ganzen Welt. Ja Keisttonia«ch Amsterdam bereiten sich Kundgebungen vor. französische Truppen in Sofia. Lugano, 13. Oktober. Französische Truppe« besetzte« Sofia. Die Serben sind rn N i s ch eingerückt. Franzöflscher Orientbsricht vom 11. Okiober. Im Verlause des 10. Oktober fanden südlich von Nisch zwischen serbiscben Truppen und feindlichen Kräften, di« durch eme neue deutsche Dwiston verstärkt waren, heftige Kämpfe statt. Gegenangriffe. voic einem deutschen Alpenkorps auf dem linken Morawa» Ufer geführt, brachen mit großen Verlusten für den Feind zu« sammen. Oestlich von Morawa setzen die Serben ihr-n Vor- marsch auf der Höhe südlich von Nisch fort. Seit dem 15. Sep- tember haben einschließlich von Einheiten der bulgarisch. deutschen Armee, die in den Engpässen von Kecero und Kvlkandale eingeschlossen war und gemäß den Bedingungen de? Waffenstillstandes vom 30. September di» Waffen strecken mußten, die verbündeten Orientarmeen an die 90 000 Gefangene gemacht, von denen 1 000 Offiziere, darunter 5 Generale, zählten. Sie haben mehr als 1000 Kanonen aller Kaliber, Hunderte von Maschinengewehren und Mi neu Werfern und ungeheures Kriegsgerät aller Art erbeutet. Dir Donkosaken abermals gegen Zarizhn. Die Ukrainische Telegraphen-Agentur teilt mit, daß Donkosaken in Richtung auf Zarizyn von neuem den Don überschritten, zusammen mit der Astrachanarmee auf Zarizyn vorrücken und sich auf 15 Werst Zari- zyn genähert haben. Die Kriegsoperationen i» Ostasten. Amsterdam, 13. Ok- tober. Aus Wladiwostok wird gemeldet: Zwischen den Truppen Semenows, die von Blagowestsckwnsk aus marschierien und den Japanern, die sich von ChaborolvSk aus in Bewegung setzten, ist bei Kuchlevo eine Verbindung erzielt worden. Der geschlagene Feind flüchtet in nördlicher Richtung. 500 Ungarn, welche in Rich- tung nach der Mandschurei zu entkommen versuchten, wurden ge- ftmgengenommen._ Schung öe? sozkalAemokratischen Neichstagsfraktlon. Die sozialdemokratische ReichstagSsraktion tritt Dienstag, 2 Uhr nachmittags, zu einer Sitzung zusammen. Die Fraktion wird sich in sehr ernsten Beratungen mit wichtigen Fragen zu beschäftigen haben, und man wird nicht fehlgehen, wenn man ihrer bevorstehenden Sitzung eine be- sondere politische Bedeutung beimißt. fluch wir sinö Deutsche! Ein BekenntrnS der deutsch'österrcichischen Sozialdemokraten. Die Wiener„Arbeiterzeitung' schließt einen Aussatz über daS alt« und das neue Deutschland mit diesem Bekenntnis: Wir deutschen Sozialdemokraten in Oesterreich haben die ver» hängnisvolle Politik de? deutschen JmperialiSmnS leidenschaftlich bekämpft. Wir haben nicht auS Gleichgültigkeit für daS Schicksal deS deutschen Volkes, sondern»uS ernster Sorge um unser Volk jene Politik herrschaftslüsterne» llsbenrnrtS bekämpft, der jetzt, wie wir e» vorausgesagt haben, das deutsche Volk ins Unheil geflihr« Hab Aber so leidenschaftlich wir den deutschen Imperialismus bekämpft haben in den Tagen feines Sieges, so tief fühlen wir heutr mit unserem deutscheu Volke in den Tagen seine? Unglücks. Deutsicher denn je fühlen wir es heute, daß, wi«.Nürnberger einmal sagte, .kolorierte Landkarten deutsch von deutsch nicht trennen können'. Aber so sehr wir heute die ganze Größe d«S Unheils fühlen, das unser deutsche» Volk setzt betroffen hat, so wenig sind wir darum kleinmütig. Denn gerade die Demütigung deS Augenblicks kann zur Q« e l l e d e r stolzesten Erhebung in der Zukunft werden! Denn das deutsche Volk erkennt heute die große Lehre der furchtbaren Erfahrung. Es schüttelt heute die Herrschcsst jener Unseligen ab, die es ins Unheil gelockt haben. ES befreit sich beute von den trügerischen Idealen imperialistischen HerrschaftSstrebenS. ES beginnt, sei» Schicksal m seine eigene Hand zu nehme». So wird es ei»«ideer» Deutschland bcrnes, ein Deutschland, da» vielleicht weniger Oraabraffilomeker zählen wird als daS alte, daS keine Polen und keine Franzosen mehr beherrschen wird, da» aber frei sein wirb von Junkern und Schlot- baronen, frei vom Militarismus und Kapitalismus— jenes Deutschland, das, in einer S-tunde viel tieferer Erniedrigung, der große Fichte gettäumt hat: da» Deutschland der Freilzpit, gegründet auf Gleichheit alles dessen, was Menschenan!l>tz trägt! Das alte Deutschland, das heute besiegt ist, habe» wir bekämpft;»ach dem »euen Deutschland, da» heute wird, zieht»nS dir Sehnsucht. Den« auch wir sind Deutsche. Damit ist nicht nur in schönen Worten ein starkes, ur- sprüngliches Gefühl ausgedrückt, sondern vielleicht auch eine politische Wendung eingeleitet. Die Anhänger der unmora- tischen Eroberungen haben solange über„moralisdfc Eroberungen' gespottet. Uns will seinen, das neue Deutschland hat da einen ganz schönen Ansang gemacht, der es ermutigen sollte, aus der betretenen Bahn der mordischen Eroberungen fortzuschreiten._ Der neue Lhef öes Zivttkabinetts. Vizekanzler a. D. v. Delbrück. An Stelle des zurückgetretenen Herrn v. Berg, der im Einverständnis mit seinen konservativen Standesgenossen eine unheilvolle Rolle gespielt hat, wird, wie wir hören, der Staats- sekretär a. D. und frühere Stellvertreter des Reichskanzlers (unter Bethmarnt) Clemens v. Delbrück die Leitung des kaiserlichen ZivilkabinettS übernehme». Sckwanöe? Statthalter von Clsaß-Loth- ringen � tzauß Staatssekretär. Fr««kf»rt a. IL. Ottober. Di«.Frankfurter Zettung' mektet auS Berlin: Der Stvaßburger Bürgermeister Dr. Schwander h«t de» a« ihn ergangenen Ruf. Snnihalter von (Elsaß-Lothringen zu«erde», angensmwe». Gletchzeitig ist entschieden worden, daß der reichSlänbische Reichstags abgeordnete Hauß Staatssekretär i» der elso.ß-lothriugi schon Regierung wird. Eine Unterredung mit Dr. Krieüberg. DaS gleiche Wahlrecht«ud der frieden. Der Vizepräsident deS Preußischen Staatslninisteriums Dr. Friedberg erklärte in einer Unterredung dem Direktor Hollberg der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung": Sie fragen mich, warum wir uns in unserer ersten Note a« den Präsidenten Wilson gewandt haben. Die Antwort liegt sehr nahe. Erstens ist der Präsident Wilson derjenige unter unseren Gegnern, der in seiner Rede vom L. Januar und in seinen später«» Kundgebungen positive FriedeoSziele ausgestellt 9ai, während alle anderen sich dazn nicht bereitfinden fiefien, fon. detrn nur allgemeine RedÄvendungen gebrauchten. Hier war also ein Anknüpsungspuntt für eine wirkliche Friedensarbeit g«. geben. Zweitens aber kam in Betracht, daß die neu« deutsche Re- gkmng sich in e i n e m Punkte, und zwar indem wichtig st en, in voller Uebereinstimmung mit dem Präsidenten Wil- son befindet. Sie erstrebt einen Rechtsfrieden und weist jeds Art von Gewaltfrieden von sich, ebensosehr gegenüber den Ggnern, wie sie einem dem deutschen Volke aufgedrungenen Gewalt- frieden mit� Aufbietung der ganzen VolrZkraft Widerstand leisten würde. Die jetzige Regierung weist andererseits, dast sie mit diesen Zielen die große Mehrheit des deutschen Volkes hinter sich hat. DeS- halb bestätigt die Antwortnote auf die Wilsonsche Rückfrag« noch einural, dast sie die Sätze, welche der Präsident Wilson in seinen verschiedenen Ansprachen niedergelegt hat, annimmt, und sie tut das in dem Bewußtsein, Vertreterin der Mehrheit des deutschen VoKeS zu sein. Sie fragen mich ferner, was wohl den Präsidenten Wilson der- anlaßt haben könnte, die Frage auszirwerfen, ob der Kanzler nur für diejenigen Gewalten des?ieiches spricht, die bisher den 5krieg geführt haben. Di« Frage ist bei dem Oberhaupte eines großen demokratischen Staates nicht verwunderlich. Ihm liegt nicht nur daran zu wisien, ob die völkerrechtlich zur Ver- Handlung berufen« Autorität hinter dem Bekenntnis zum Rechtsfrieden steht, sondern ob dies auch die Meinung des deutschen Volkes ist, wie sie durch eine MehrheitSregse» rung zum Ausdruck kommen könnte. Dast diese Frage von der jetzi- ge« Iksgierung mit einem glatten I a beantwortet werden konnte, liegt aus der Hand. Tatsächlich haben wir setzt in Deutschland eine Regierung, die die Einwirkung des Volkes auf die Lenkung seiner Geschicke auf breitester Basis sicherstellt und gewillt ist, in jeder De» ziehung eine volkstümliche Regierung zu sein. Ich brauche zum Beweise dafür nur auf die Energie zu verweisen, die sie in der Lösung der preußischen Wahlrechtsfrage bewiesen hat. Sie hat eS vermocht, in kurzer Zeit die Einführung des gleichen Wahlrechts in Preußen, und zwar kampflos zu sichern. DaS ist die erste Fruckit ihrer Tätigkeit, und sie hat damit den Beweis geliefert, dast sie die Zusammenfassung aller Volkskräfte auf freiheitlicher Grund. läge als ihr Ziel im Auge hat. Eine derartige Tatsache sollte auch diejenigen im In- und Auslande überzeugen, die etwa annehmen sollten, dast es sich hier nur um eine vorübergehende Erscheinung handelt. Mit der Einführung deS gleichen Wahl- rechts in dem wichtigsten deutschen Bundesstaat können solche Bedenken ein für allemal als be- feit�igt gelten._ WoifgsKg tzeine über frieden und Amnestie. Am Sonntag sprach Genosse Wolfgang Hein« tn der Sing- akademie über die politische Lage. Er sagte u. a.: Wir leben in einer schweren Stunde, in der es um alles geht. Wir dürfen sie nicht von unserem nationalen Egoismus au? werten, sondern vom Standpunkte der Pflicht gegen die Menschheit. Das besser« Deutsch- land muß sich seiner Aufgaben besinnen und must aufräumen mit der Vergangenheit und ihren Mächten, denen eS sich zu willig unterordnete. Die Parlamentär isicrung wird die Grundlage sein für fruchtbar« Arbeij� Ein Anfang ist gemacht, aber eS sind noch Wege freizumochen: H e l f f e r i ch ist noch da, ebenso die kommandieren- den Generäle von Münster und Breslau. Der neue Amnestie- erlast erstreck sich noch nicht auf Liebknecht und die Soldaten. Die Propaganda im t)eere« Neue Flugblätter gegen die NegierungspokktK. Wie uns mitgeteilt wird, werden in der Annee noch immer von„Unterrichtsoffizieren" Flugblätter verbreitet, die in krassem Gegensatz zur Politik der Regierung stehen. Nie- mand kann etwas dawider haben, wenn die Soldaten dazu an- gefeuert werden, standzuhalten und sich tapfer zu zeigen, solange siber den Erfolg des eingeleiteten Friedensschrittes nichts ent- schieden ist. Wenn aber in solchen Ermunterungen der Feind, \ dem. wir unsere Friedensbereitschast erklärt haben, beschimpft und kategorisch erklärt wird:„D er Krieg geht weiter I", so ist das ein verderblicher Unfug, der sofort abgestellt«werden must. Solche Flugblätter— eines von dieser Art ist noch am 9. Oktober(I) bei der 84. Landwehrbrigade zur Verteilung ge- langt— können auch nur das Gegenteil ihres Zweckes erreichen. Sie bewirken das, was jetzt am meisten vermieden werden must, Verwirrung. Dem Unverstand, der aus solchen Flugichriften spricht, must jede Möglichkeit genommen werden, noch weitereu Schaden anzurichten. Arbeiterjngendkonferenz. Der Bezirkssugendausschust Grost-Bersin veranstoftets am gestrigen Tonn lag eine Konferenz der Jugendlichen seines Bezirks. Sie tagte im Jugendheim, Liudenstraße 3, und wurde eingeleitet i durch einen Vortrag des Genossen Korn über die bürgerliche �Jugendbewegung. Der Referent kennzeichnete diese Bewe- . oung als eine von Angehörigen der bürgerlichen Klassen in bürger- lichem Sinne geleitete Bewegung, die ihren Anhang m den Kreisen der proleiarischeu Jugend sucht. Eine derartige Beeinflussung kann sich die proletarische Jugendbewegung na:ür!ich nicht gefallen lassen. Der Redner erläuterte die organisatorischen Einrichtungen und die Bestrebungen der verschiedenen Gruppen der bürgerlichen Jugendbewegung und sagte zum Schluß, die proletarische Jugendbewegung sei entstanden im Zusammenhang mit der allgemeinen Arbeiterbewegung, sie könne auch nur im Zusmumenhaug mit ib». gedeihen und müsse deshalb auch in Zukunft d-iesen Zusammenhalt aufrechterhalten. Genosse W e i m a n» sprach über d i e gegenwärtige Si- tuation der Arbeiterjugendbeloegung. Er sagte unter anderem: Unsere Beniegung ist während deS Krieges bedeutend zurückgegangen. Die Zahl der örtlichen Jugendausschüsse sowie die Abonnentenzahl der„Arfeider-Jugend" ist auf etwa ein Drittel des Standes hinabgegangen, den sie vor dem Krieg« einnahm. Zum Teil ist das zurückzuführen auf die mit der Parteispaltung in Ver-, bindung stehenden Zersplitterungsbestrebungen der Jugendbewegung, die besonders in Leipzig. Berlin und Hamburg ihre Wirkungen ausgeübt haben. Hauptsächlich sind«S aber die allgemeinen Folgen des Krieges, welche den Rückzug der Velvegung, der sich über das ganze Reich ersnecki. verursacht haben. Die älteren Jahrgänge der Jugendlichen wunden zum Heere eingezogen, eS fehle deshalb an allen Orten an den leitenden Personen. Der Rückgang der Be- wegung ist jetzt zum Stillstand gekommen, ja in vielen Orten ist schon wieder ein bedeutsamer Fortschritt eingetreten In Viele- feld, Dortmund, MörS a. Rh.. Fretburg L B. hat unsere Bewegung beachtenswerte Erfolge aufzuweisen. Das ist von besonderer Be- deutuiig, weil in Rheinland- Westfalen die katholische Jugendbewe- gung das Feld beherrscht. Auch in Orten deS westlichen Westfalens haben wird Eingang gefunden DaS ist eine Folge der dort betrie- denen planmäßigen Aufklärungsarbeit, namentlich der Hausagitation— Unsere allgemeine Bewegung wird auch beein- flußt durch die verändert« Stellung, welche der Krieg den Ju- genÄlchen im Wirtschaftsleben zugewiesen hat. Schwere und verantivortungSvall« Arbeiten, tu« sonst nur von Erwachftuen ausgeführt wurden, werden jetzt von Jugendlichen geleistet. Dieser Zustund wird auch noch viel« Jahre nach dem Kriege anhalten. Aus ihn und seme Folgen müssen wir hinweisen und das öffent» lithe Gewissen stärken, damit den au» diesen Verhältnissen für die Jugend eutsieheriden Gefahren vorgebeinft werde. Die Be- sckäftigung Jugendlicher mit gesährUche>n Abbeiien bat schwere Opfer erfordert. Die Zahl der schweren Verletzungen jugendlicher Arbeiter ist von 2851 im Iah« 1Ö13 aus 3801 im Jahr« 1910 t stiegen. DaS zeigt urrs, wi« notwendig di« Forderung deS chutzes der jugondlichen Arbeitskraft ist.— Unsere Zentralstelle hat sich wegen Wiederherstellung der Jugendschutzbestimmungen an di« Regierung und an die sryialdemokraiische Reichstags. fraktion gewandt. Wir haben aber nur den Erfolg gehabt, daß der Reichskanzler den Regierungen der Bundesstaaten empfahl, die Schutzbestimnrungen nur in.zwingenden Fällen außer Kraft zu setzen. Nur die voll- Wiederherstirllung des Jugendschutzes kann uns helfen. Wir haben uns auch mit den für die Jugend in Betracht kommenden Fragen der UebergangSwirtschaft beschäf- tigt. ES ist zu erwarten, daß der Wiedereintritt der Heeresange- hörigen in das Erwerbsleben große Massen von Jugendlichen macht.- ijür-chiche muß-beizeiten Bsrssvge s-ktroffe-t werden Was wir nach dieser Richturig hin fordern, besagt ein der heurigen Konferenz vorliegender Antra«. Er lautet: .Die Konferenz der Jugendausschüsse Groß-verlin ersucht Irr« Zentralstelle, ungesäumt geeignete Schutzmaßnahmen für Jugendliche, die mit unseren erzieherischen Grundsätzen in Ein- klang stehest, für die Uebergangsiviitschaft vorzuschlagen. Hierzu würden vor allem gehöre«: Wiederherstellung und Erwetteessg de» gesctzktche» Aasend- sthmtzez. Resor« des Lehrlrngswesen». AuSbiN» der ArbeitSnackvveis« für Fugentzlsthe. Schaffung von Lehrstellenvermittelungd. und Be c uksOe cn- tunyS- sowie allgemeinen JugendcheratungSstellen. Unter kunftLgelegenheiten für di« zu. und abtvarSevnd« Fugend. RelchsWlrKschsstssteUen für Textilwirtfchast. Für die Uebergangswintschaft auf dem Textitgebisl ist durch die BundeSratSverordnung vom 27. Juni 1013 die Bildung von R e i ch S w i r t f ch a f t S st c l l e n für jedes F a s e r st o f f. gebiet vorFrschen. Die ReichSwirtschaftSstrllen bestehen aus Ver- treterversammlungen, deren Mitglieder aus Vorschlag der brteil>g!«n Verstände vom Reichsianzler ernannt wenden, und einem von der Vertretervrrsammlung zu wählenden Ausschuß Zu Vorschlägen sind der KriegSauSschuß der Deutschen Industrie, der sich hierzu mit den Fachverbändrii in Verbindung gesetzt bat. und der deutsche Jmdustri«- und Hindelstag. sowie der deutsche Handivcrksiammer- tag und die in Betracht kommensten Berufsverbände der Arbeiter und Angestellten aufgefordert worden. Auf Grund dieser Virschläge sind jetzt nach Anhörung der BundrS- regier iHi««« di« Ernennungen der Mitglieder der Vertreterver- seninihtng«« der ReicbiSwirtschiftsstellen vom Reichskanzler erfolgt. Der R-eichSkanzler lReichswirtschaftsamt) wird nvch im Laufe deS Okwvers und Roveurbers die Pertretervers am m l u n g zusammenrufen, damit di« Wahlen für den Ausschuß voll- zogen werden, wonach die ReichSwirtsckafttstellen ihre Tätigkeit auf- nehmen können. Vielfach geäußerten Wünschen entsprechend werden di« Vertreterversn-nimlungkn nicht all« in Berlin tagen, sondern nach anderen Ttädien berufen werden. So werden jedenfalls die Bertretecvcrsammlungen für Wolle und Ersatzspinn- st a f f e im Königreich Eachien, die für Baumwolle i« Badern stattfinden, auch Württemberg ist für Beitrete». Versammlungen j» Aussicht genommen worden. Wer weicht ve« Schmach? Harr Dr. S ch tele. der Leitsr der Istnzlich von uns besprochenen Versammlung der BaterlandSpartei, teill uns den genauen Wortlaut seiner Aeußerung über di« Heim- kehr der deutschen Fahnen mit, die in dieser Fassung nichts Krön- kendeS für die Armee emthält. Fo wie mir ihn besprochen, war der Ausspruch als wörtliches Zitat der.Deutschen Zeitung' entnommen, diese also war rs, di« ihm einen unsere Toldaten v erhöh nendon und kränkenden Charakter verliehen hatte. Terror gegen Terror. Moskau, 10. Oktober.„Jswesttjs" meldet, daß im Bezirk TscherSpoweg im Gouvernement Nowgorod der Organisator der Komitees der armen Bauern «rscklagen wurde, wormiffsin die Geiseln, der Bischof Warssanossi und die Aebtissin des Wieraswutschen Klosters S-eva- fina nebst acht anderen Personen erschossen wurden. Einführung der A rsteitSl os enversi cherimg für Jugendliche." Weiter führte der Redner aus. daß sich die Zentralstelle auch mit der Organisationsfrag« beschäftigt hat in dem Sinne, daß die noch in manch'en Orten bestehende lose Organisation, die früher mit Rücksicht auf damalige gesetzliche Bestimmungen nicht zu vermeiden war, jetzt in die Form fester Vareine übergeführt werden muß.| Der erste Diskussionsredner, ein auf dem Boden der Unvb- hängigen siedender Jugendlicher, vertrat die Ansicht, die proleta-| rische Jugendbewegung dürfe sich nickst in allgemeinen Bildungs- bestrebungen»r schöpfen, sondern sie müsse die vroletarische Jugend erziehen für die Anforderüiigen der für Deutschland anbrechenden neuen Zeit, die voraussichtlich bald über die bloße Parlamentari- sierung der Regierung hinausgehen werde. Von diesem Standpunkt aus hatte der Redner tnanchcS an den Ausführungen der Refe- renten aiuSzzusetzen. Ander« DiskussionSretmer, sowi« dir Referertten, innen Hein Versuch, die Methoden der Unabhängig?« in dir Ingen dbnoegun� einzu fuhren, mit Entschiedenheit enigegen. Sie betoirden,«S sei nicht Aufgab« der Jugendbewegimg. politische Propaganda zu treu den, sondern si« habe die Jugendlichen lediglich soweit zu bilden und aufzuklären, daß sie spater nach eigenem Ermessen ihren poli- tischen Standpunkt wählen können. Die Aufgaben der proleta- rischen Jligendbewegung würden besser erfüllt werden können, wenn nicht die Unabhängigen di« Zersplitterung auch in die Jugeichbewe- gung getragen hätten. Räch Schluß der Diskussion tintrde der von Wetmann begrün- dete Antrag einstimmig angeiwminen. MS Vertreter der Jugendlichen im Jugendausschuß Groß- Berlin wurden gewählt: Joseph. Weigert, Rüdiger, Kluge, Bartz. Richtet, Mshs und Frl. Labritzki. Punkten die historische Dkvenge vermissen(Bismarck nnd Lassalkes. Erich Kaisrr-Titz als Hauptdarsteller verdient einen großen Teil deS vcichge spendeten Beifalls. Ausgeschobene BerfassungSaktisn. Der Fachausschuß deS Bürger» Ausschusses Groß-Berlin für Städtebau, Wohnungswesen und Ver- kehr nahm eine von Dr. Dernburg eingebrachte Resolution an, in�der gesagt ist, es sei nötig, mit der Veröffentlichung des von dem Vürgerausschuß vorbereiteten Gesetzentwurfes für die Neuordnung der Verfassung Groß-Berlins zu warten, bis wir uns in den Frieden hineingefunden und die Ruhe und Ueberlegu-ig zu gesetzgebender Arbeit bei den Behörden und in der Bürgerschaft wieder eingekehrt sei. Nicht nur das Reich, auch Preußen stehe vor einer absoluten Neuordnung, und dabei würden viele der jetziaen Widerstände gegen die Bestre- bmigen des Bürgerausschusses Groß-Berlin weichen-. Die Resolution wurde angenommen. In der Mordsache Weber-Rüh! bringt die Kriminalpolizei in den nächsten Tage» einen Aufruf an den Säulen, in öffentlichen Ge- bänden. Schankwirtschaften und bei sonstigen Gewerbetreibenben zum Aushang. Er enthält eine Anzahl für die Sache wichtiger Ge- sichtspuntte. Auf diesen Aufruf, der sich insbesondere an Zimmer- Vermieterinnen richtet, wird im Interesse der Sache besonders auf- merksam geuiacht. Eine Revolverschicherei mft bösem Ausgang gast eS in der Nacht zum Sonntag in der Leipziger Straße an der Ecke der Wilhelm- jlraße. Hier geriet ein Kaufmann Fritz Gutjahr aus der Pots- damer Straße, der mit einem Herrn vom polnischen Adel bei Kem- pinSki stark gezecht hatte, mit dem Nachtwächter in Streit. Es kam so weit, daß der Wächter zum Lieoolver griff. Gutjahr wurde durch mehrere Schüsse in den Unterleib und die Lunge erheblich verletzt. Der Verwundete mußte sofort nach der Charite gebracht werden- Sportpark Treptow. Die gestrigen Radrennen standen im Zeichen der Fliegernuiisterschaft für Berufs, und Herrenfahrer. Die Meisterschaft für Berufsfahrer. gewann ihr Verteidiger, Abraham, wieder leicht vor Häusler und von den Herrenfahrcrn stellte Henfch den Meister. Ein Verfolgungsrennen zwischen Rütt und Lorenz entschied erivartungSgemäß Rütt zu seinen Gunsten. Die Dauerfahrer bestritten ein 23- und bt) Kilometcrrenn-en. DaS 2ö-Kiloiiietcrrennen wurde eine sichere Beute für Pcuvke und im öO-Kiloiueterrennen fe.erte Kuschtow einen UeberraschungSsieg, in- dem eS ihm gcla,ng, die weit besseren Fahrer Pmrke und Krupkat h irrt er sich zu lassen. In einigen gut besetzten kleineren Flieger- rennen kam�es ebenfalls zu recht lebhaften Kämpfen. Ergebnisse: Fliegermeisterschaft von Trepiow, 900 Meter: tt Abraham I Min. 14 Sek., 2. Häusler, 3. S awall I. 4. Krahner. — Meisterschaft van Treptow für Herrerrsahver, 900 Meter: 1. Henfch 1 Mm. 23 Sek.. 2. Genz, 8. Lüdertp.— Lb-Kilometer- rmnen: l. Pa-wke 21 Min. 87 Sek., 2. Krupkat 110, 3. Kuschtow 1090, 4. Wittig 2120 Meter zurück.— Verfolgungsrennen Rütt» Lorenz: Sieger Rütt in 9 Min. 13 Sek.(LI Runden).— b0-Kilo- meterrennen: 1. Kuschlow 43 Min. 45 Seft 2. Pawke 45, 3. Krupkat 1090, 4. Wittig 3320 Meter zurück.— Vorgabc-Hcrren- fahren. 900 Meter: 1. Jacke! 2 Min. 8 Sek.(SO). 2, Genz(20), 3. Riechau(00), 4. Schulze(100 Meter Vorgabe).— Prämien» fahren, 20 Bahnrunden: 1. Müller 9 Min. 32 Seft, 2. Fre.tvald, 3. Brockmüller, 4. Petri. Ck'arlottrnbvrg. Lebensmittel. Vom 14. bi» 20. Oktober ge- langen zur Ausgabe: 7 Pfund Kartoffeln auf Abschn. 42 a bis g der Kartosfelkarte. Diese Abschnitte verlieren mit Ablauf des 17. Oktober ihr« Gültigkeit. Auf die Allgemeine Groß-Berliner Lebensmittelkarte mit Aufdruck Charlottenburg werden 1 Pfund Zwiebeln auf Abschnitt 08 zum Preise von 32 Pf. ausgegeben. Auf die rote Nahrungsmiitelkarte werden verteilt:% Pfund Räucherwaren auf Abschnitt 201, sospie auf Abschnitt„Ee" und.Ii' der .Berliner Bezugskarte. Aln, Aitt 190 behält seine Gültiafeit. und ist vorzugsweise zu bedienet.-,' auf letzteren Abschnitt ooch nur je% Pfund abgegeben werden. Je l Pftind ftische>L>ce. oder Flußfische auf Abschnitt 200 sowie auf Abschnitt ,Cg" der Berliner Bezl�chkarte. 10 Pfund Weißkohl auf Abschnitt 211. Sauerkohl kann freihändig in den zum Verkauf zugelassenen Kolonialwaren- geschäften verkauft werden. Der Pfundpreis beträgt 42 Pf. In diesem Monal wird einmalig ausgegeben: an die Kinder bis zu 2 Fahren 1 Pfund Kin-dergerstemnehl und 1% Pfund Zwieback; an die über 70 Innre alten Personen 1% Pfund Zwiebaa; an die in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft befindlichen Frauen 2 Pfund Weizengrieß.__ NenfBlln. Lebensmittel. 100 Gramm Marmelade werden tm Laufe der nächsten Woche auf Adschniti 05 der allgemeinen Lebens- mittelkart« zur Verteilung gebracht. Die auf di« Abschnitte 42a biS g entfallenden 7 Pfund Kartoffeln müssen bis spätestens Mittwoch, den 10. d. M., entnommen werden. Zu diesem Zeitpunkt verlieren die genannten Abschnitte ihre Gültigkeit. In der Zeit vom 14. bis 20. d. M. hat eine Neuanmeldung zur Kundenliste zu erfolgen. Früh weißkohlsauerkraut kann auf Abschnitt 135 den WarenbezugSkarte noch bis zum 20. Oktober bei den Kleinhändlern rntnommen werden. Der Verkauf von l Pfund Frischfisch auf Ab- schnitt 122 der WarenbezugSkarte. tzh Pfund Heringen auf Ab- schnitt 130 und% Pfund Räucherware aus 134 derselben Karte wird fortgesetzt. 1 Pfund Zwiebeln können auf Abschn. 03 der allgemeinen Lebensmittelkarte in der Zeit vom 14. biS 19. d. M. bei den Genursehändlern entnommen werden. — Minna von Barnhelm. Die heulige Vorstellung im Zentrale theater, Kommandanlenftt. 57, beginnt vünlilich um 3 Uhr. Billetts 0 1,50 M. siich noch im Theater zu haben. � Die«Srivp« hat nach den vorliegenden Meldung«« ssee 23 Berlmer Ortskrankenkassen und de« S60 Fachkranke-nkassen weiter an Umfang zugenommen. Di« Krankmeldungen haben die Zahl von S0ö9 längst übersck'rittcn, ii-deS sind von diesen schon eine größere Zahl wieder als gesund gsmeldet. Die Zahl der Sterbafälle ist nach wie v»r in Gtaß-Berlin nicht«cheblich gsstiegen. Gm Grnnd zu« Beunruhigung liSKt n l ch t Vvr. �LgendveronstaZtungen. Gesnndbrvnnen: Heute. Montag, de« 14. Okloster, abends 8 Uhr, außerordentliche Mitgliederversammlung bei Georgi, Schwedenstraße 2. Gäste willkommen. WttternngsauSsichten für du» mittlere Nockdeutlchlaiid bis Dirnstag mittag: Vielsach neblig oder wolkig, bhiw erhestlichs Niederschläge. In den Tagesstunden nrild. Staatenbund oder Völkerbund. Ueber diese» Thema sprach am Sonnabend Eduard Bernstein in der Singakademie. Nach einer DarKgung der gesckichtlichen Entwicklung der Idee über- nationaler Organisation.zog er aus den Erfahrungen der Gegen- wart den Schluß, daß nicht ein Staatenbund, sondern nur ein Bund soziali st isch-demokratischer Völker den dauernden Frieden garantieren könne. Ferdinand Lassalle im Film. Im Taueutzienvalast wurde gestern zum erstem Male der Film»Ferdinand Lassalle" aufgeführt. Er V-rvntwortl. Wer öa» Abonnement auf Ke«»vor- wörts" noch nicht erueuert hat, muß sofort 2," M. an öen voLWärts-verlag G. m. b. y., öerlw Ew, i!lnöenste. Z, oöer an die bekannte» Busgabestellen elnfenKen, um sich Sie pünktliche Weiter- Ueferung für Monat November zu sichern. Wim- Dr. ssran» Tirdrrlch, Berlin-Frtedenaiu Itrr d übttgen ltelli(wi iv,T ai-itfvti* iwr ffiirfihin/i ein» r~Cnvtt/th!» g-iffiina Srrr fn, Teil de« blatte««lfred echol», NeutSliv! für An�elaen ttie-dor«locke, berlili. ,wUl oel-xr VUttW tt k» r mm l 1 II Ige I nrrtt IX' f t<1 Ii 1 e Lei, düng dar.!o- NorwSrw.Porlao G m b b. Berlin. Druck Norwarl«.','uck>drucker«t wotzl WQS Darjvelliui� iUL Uuegste betrifft, ouilg man auch an ernlgen i uud vtttagSaustall �",'1 Titian». Co. m Berlw. Lbu>«nstrabe». äeicOi di® sauberste Mutter iiSaozcntod i?feisirr»l,~-— Totlettc-Haarwasie» I ift der Gefahr ausgefegt, daß ihr Kind aus der Schule gelegentlich Angeziefer mirbringt. Sie kann es aber— Ungeziefer nebst Nissen— sofort durch Kopf- und Haarwasser Pfeifferol radikal beseitigen. Dabei schäumt nnser Haarwasser prächtig, reinigt die Kopfhaut von Schinnen, befördert den Haarwuchs und macht das Haar voll und locker. Flasche 1,50 Mark und 2,50 Mark, überall zu haben. S,50 9L he i�ü M., 3,— M. avd 1,75 R. ferol jur Haarpkteze, gegen Flasche».50 M. Schuppen und Schinnen Dlrvdtioo ifeji Keinhardt Deutsches Theater VI, CThr: Clartgp. Kammerspiele PI, Uhr; Die Richtige. Kleines Schaaspielbaas PaaanonBtraü» 1, Portal 5. _ Keine Voteteliong. Clreus'»y 'TSkT?'/,. Sonnt. 3 V, u. 7'/. tf srhin'sr Mann m't'le'' �HullUU, eisernen Rippen. Kopfläuier �MFLÜ!. Ppppoa lustig« AJfen- umi Hondo-Dreiuaren sowie da« dbr. Pro�Tamm. 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Fclbla TfWk-wer Pari LS, SS. rcldi�ck. Am -----[184/6* Hlan> v löhlich imb unerwartet fturb nn Sajatett ja Sedan mein lieber Raun. unser guter Vater, der Diorior Willi Sieseweuer »4 jct-irn in cnoiMit arogem Schmerz an die trauernde Kattin Anna Kiesemetrer nebst Kinder. KruiigeÄrbeiier und Schlosser gesucht. 188/4* Äßiswerk Cbsiüalii, QauSstrale. erziehen. Feder muß wlffen, daß man m« das Klück der Ede und Nachiommenfchaft kämpfen muß. Mein Werk: 888111 Der Kitmyf um Dos Glück der Ehe nnd Nachkommenschaft soll an dee Hand von anzü'iligen ve, spiele» ane M», ,'dru»eigr«, wie er iteoe gihd.in, vieidl und wodurch sie geschsidtgt nud zerrüttet wird. Anhalt: I. Siecht«nf LSahrheit und Wiste».— ll Si» vrrnlcht.teö?sra»t»leben.— III. Brut«- litS».— IV Plele Tchilderunaeu au» dem Leben, deren»vngik»nd Bkenllftlf jede» ergreifen.— V.«hnraktrrtstifdie»«eständnist einer fetngebil. delen Ära», dl« durch freveihafte kräfteverge«. diing fast zugrunde gerichtet worden und der Verzweiflung uahe war.— VI. Was die Kranen wissen muste».— V1L Frevel, durch die die ktafl gefchcdigl und veinichtel wird.- sorgen verhüten Sorgenkinder. Storchinärchrn und seine ftzolge». Haltung der«esundheit, des Shr treuesten Liebe in der Ehe.— X Zuilimmungserklarunge««nd dem Irelje. Die Sluffasfung de» freien, Menschen.— Der Segen bei BiffenS.— Nieder m« der Uliwlsiei'heil.— vewußle» Höherhinaus oder— i kammerische« Dasein und frühzeitige« Zerfallen. Unzählige fehrieben au« dem Felde. Hier»ur s wenige Zeilen eine« jungen Offiziers:.Ihre"Vorte sind wahr nu» stehen tu meiner Seele ttue in Marmor eingeiastene galdene Lettern.* Der Preis de« Wertes ist vorläufig noch 8 Mk. (Porto schon mit eiugcfchloffen, nur Nachnahme 20 i mehr). SpSler muß er au/ 3 M. erhöbt werden. AeskoUp-Verlag, Cannstatt 406. Teckstr. 14. HpesiniuosehSIt Ittr(Ihre«. Haehta leachteBd« IfiKI I M i 11 tär- Ankeruhr Ii Kl an eint asiiitstudren an. 17,10[ Häven einlach« präzise»onflrut- lion. sind ptafilfä) u zuaerlikfig I im lägl(Bebtauch. u. daher»ie j desievickien Uhren ütr da« grobe| ziudlilum geivorden: fit f.ns in j e.sen Seilen der deulichen Armee „«»ai erk Marine zur vdden Fricdens-Slnjbnn tltt ein Eigenheim durch verein»Hetuikultur», Wiedbadeü 258. Sahungen und Dnicklachen gegen RückpoN». Helmftältenbuch von Dir, Adigi für M. 8,40.__ l'M/ 9* Zähne m. echtem Friedenskautsehuk 4,- tl aaut-sM 5 Aahre Garantie,«wa nrn Zahiizte tze» m. Setäubung bc. Pegellung o. Sebtfsen gralvi Koldkronen o. 20 Si. an Spez. Zahnpraiis BalmLSSÄi RslÄ- oder König'Bonbon pro Pfund 1 Mark ■ronen« VIII. Kinder. — IX. Das - X. 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Sil— b4. ;&!&¥ e,...?Ä- Stratzenhändler für de« verkans de» ..Vorwärts" für Berlin«nd Borort« verlangt Havptrzstkdltio« des„Asrwärts", L;«dkvßr. 3. Werkzeuxllreker, kVer kzeuxscklosser, Zinriciiter nmi �rdeiterinneo M«i* verlangt Munitionsfabrik F. Gaabart, Verl in O 54, Sophienstr. SÄn. Bislüet, Zvillellun. SMmM sowie Schuhmacher zu Arbeiien nachsetzen sosott gelucht. SIL* Knkgslvirtschssts-Aktikkgtskttschsfi, I�ÄFlei' für Lechsche Nagelmaschine sofort verlangt «L» Knegsvirtslhasts-Mtnatsktischsst, straff« 56. gelZWSSSSM 8- YWMß§Z!I!ll für sofortigen Eintritt gesucht. 2237 L* Dsvic!(irove, 0. rn. d. THartvttcudnrg, Satieriu.Augufta Zlllee 86. vo» 10 Mau» für Kaffaden»«nd Juneuputz sucht �ckst-üesehschakt, Kerlin- �rieclevsa, _ Kaiser.Rllce«4._ Heereswerkstatt für Zugmaschinen, Berlin llorslywulde, Breltenbachstrasase 34, sucht tüchtige Schlosser und Stellmacher für Reparaturen von Lastkraftwagen. 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