Pt.28». 85.|«to. vez>»O»»rrt»» Stm*flftl)CLi.401Sl. monofl IJOSW, (tct In# Hau«. s diachl l.S« Mt ltnie« itreu�bans lür Deutlchlal b und Dellecteich■ Unaam «,— SRI. H1t bat fld'iae Ausland 6,50 MI. monatlich i'eriand tns Feld bei bitefin Bellelluno monatl 2.— Ml. SolibclteOunflen nebmen an rönt- mnrl, Holland. Luremdurx. Schweden »n» die Schwei« Tlnqenaoen m dl» Boll' iettunos-Breisliit». «telcheinl»äolich. Leteoromm. Adeeff«: ,8ojtaldtmofrat«erliK*. Verlinev Volksblakk. ( 1§ Pfennig} Sla,etsle«vret»» Die fiebengeldaliene tolonelzeilekvliei SO Big..Klein« Anzeigen-, das felifledruckle Wort 30 Pig.(zuISifig 2 fettge brückte fflocle). iebee weitere Won 15 Vsg. Etellengewche imb SchlaMellenanzeigen das etile Wort 20 Big.. iede« weitere Wort 10 Pia. Worte über>5 Buchltaben zählen ii-r jwe> Worte Teuerungszutchlag ZO»/» Familien-Anjeigen, votttiiche und aewerlichoMtche Vereins- Atljeiijcu 70 Pfg die Zeile. Anzeigen iür die nächste Nummer müssen bis 5 Ulli nachmitlags im Hauptgeschäft. Beriln 693.88. Lindenlirafte 8. abieqeben «erden. Seösinel von 8 Ilhr srüb bis 7 Uhr abends. Zcntraloröfan der fozialdcmohratifd�en partd Deutfchlands. Rcöcftion: SW. HS, LinSenstraße 3. Perniprochr?:«Mt Morrnnla«,»tr. ISl gv— Ik»! S7. Txpeüitioa: Ew. SS. Linöenstraße Z. UernlvreedeA:«in« MorrtzVIa«, Nr. 1S1«Y— ISI S7. Die Entente unü Gefterreich-Ungarn. verschiedene Strömungen. * Genf. 19. Oktober.(E'.g. Drahtbencht des„Vorwärts".) Falls das Auftreten der Karolyi-Partci den Zweck haben sollte. die Unversehrtheit des ungarischen Staates zu retten, so'scheint es verfehlt. Mitteilungen, die ich von inforniierter französischer und englischer Seite empfange, besagen, datz die Auflösung Ungarns zum unverrückbaren Programm besonders der Linksraöikalcn gehört, die sich auf Ungarns verhängnisvolle Rolle bei der Entstehung des Weltkrieges berufen. Im Gegen- sah zu ihnen stehen die am Quai d'Oisay Anhang besitzenden auch von den Klerikalen unterstützten i Gruppen, die ein als Bundesstaat reorganisiertes Oesterreich vorziehen, um den E i n- tritt Deutschö st erreichs ins Deutsche Reich zu verhindern. Dke Linksradikalen würden diese Vereinigung als Ersatz für Elsast-Lothringen und die polnischen Gebiete zu- lassen, um auf diese Weise die Möglichkeit eines guten Ver- hältnisses zwischen Deutschland und Frankreich zu schessen. Welche von beiden Richtungen die stärkere ist. läßt sich schwer entscheiden, da im Augenblick eine wilde Siegesstimniung berrscht und die imperialistische Beutemacherei die politischen Drähte zieht. Dle reacktwiiä« französische Presse versucht für die Er treue- rinig der deutschen sUeinstaatevei gegen ein demokratisches Deutsch- land Sriminung zu machen. Theodore de B a i n v i l l e schreibt in der„Artion franearsc" gegen di« deutsche Demokratie, weiche die VW'rkmrlp eit'.i'.'ssctn tnüthe. Eniaia--neh Amcrikr münden crwaS gewinnen, wenn eine bis nach Wien reichende Republik das.Kaiserreich ersetzte. In anderen rechtsstehenden Blättern kommt die Angst vor der Nückwirkung einer deutschen Um- wälzung auf die französischen Volksmassen zum Ausdruck. Sf a u- ras äussert in der„Action franeaif«* Genugtmmg über die Scn natserklärung betreffend die Wiedergutmachung der Schäden. Ein Zurückweichen vor dcui pazifistischen Gemurmel fA heute umdenk- bcrr. MarrraS ist nebenbei ein strammer Klerikaler, der für Schiedsgerichte unter Leitung des Papstes eintritt. '* London, 18. Oktober.(Reu der.) Da? Auswärtige Amt teilt nrik, dass das Gerücht, wonach die englische Regierung mit österreichischen Staatsmännern in der Schweig oder einem anderen Lande in Fühlung gewesen sei, unwahr ist. Noofevelt gegen Wilson. „Ncheimdiplomatie" und„schlaue Rhetorik-. Genf. 1ü. Oktober.(Eigener Drahtbericht des.Vorwärts".) „Daily Telegraph" lässt sich einen Artikel NoosevcltS im„Can- siis Sich Star" telegraphieren, der das Programm Wilsons heftig . angreift und betont, dass der Kongreß mit dem Präsidenten daS Recht, Verträge abzuschliessen. teile, und dass das Volk oberster Richter sei. WiiS bedeutet z. B. die Seefreiheit? Was Deutschland darunter verstehe, könne kein anständiger Amerikaner annehmen. Ebenso unklar sei die Formel über die Handels- frei heil. Wit müssen das Recht behalten, den Zolltarif nach � den Lebensinteressen unserer Mitbürger zu gestalten! Wenn der Völkerbund bedeutet, dass Deutschland, Oesterreich, die Türkei und daS heutige Russland in Amerikas Zukunft mit dreinreden dürren, so müssen wir das ablehnen. Bleiben wir doch mit unseren Verbündeten beisammen, bevor wir mit unseren Feinden in einen Bund treten. Die schuldhaste Unterlassung unserer Regierung, in den Krieg gcgen di« Türkei und Bulgarien einzutreten, stempelt unser Versprechen zum Eintritt in den künftigen Völkerbund zur Heuchelei. Man schicke 50 000 Mann nach Sibirien und errichte eine Front bis zum Westen des Ural. Die blosse Au- tonomie in Oe st erreich wäre ein Verrat an Tschechen. Süd- slawen, Italienern und Rumänen. Und bevor wir die Abschaffung der Geheimdiplomatie beschliessen, brauchen wir eine Erklärung, warum unsere Regierung dem Volk die Haltung Deutschlands gegen uns verheimlichte. Nie sahen wir noch eine solche Geheimdiplo- matie wie die unserer Regierung in den letzten fünf Jahren. Wir brauchen keine schlaue Rhetorik, die alles und nichts besagt. Clemenceaus größere Hoffnung. Nach einer Meldung der Agence HavaL ergriff C l e- menceau am Freitag in der Kammer nach einer rühm- dröhnenden Ansprache Deschanels das Wort. Er sagte: Zugleich mit dem Siege emsoUet eine grössere Hoffnung ihre Schwingen. Es ist uniere Pfl-cht, daiür zn sorgen, dass diese Hoff- ' nung, für die da? beste französische Blut vergossen wurde, durch uniere Regierung, unsere Kammern und durch das gesamte fran« zösssche Volk zur Wirklichkeit wird. Wir haben für unser Recht ge- kämpft und verlangen unser Recht in vollem Um- fange n, it den notwendigen Bürgschaften gegen einen neuen Angriff der Barbarei. Dieseö Recht «erden wir unsererseits nicht ausnutzen, um uns für die Unter. drückungen der Lergangcnheit zu rächen. DaS ist alle« Th» Gegner bei Kortrik über die LyS zurück' steworfen— Heftige Kämpfe zwischen Oise und Le Catean: Baznel zurück- gewonnen— Feindiiche Anstürme bei Ölizy und Grandprb: die Aisne stellen" weise überschritten. verli«, 18. Oktober 1918, abe»d«. Amtlich. In Flandern und ans dem Tchlachtfelde zwischen Le Catea« und der Oise ruhiger Tag. Nördlich von Laon sind feindliche Angriffe ge- scheitert. Nordöstlich von Vonziers haben sich Teile des Feindes aus dein östlichen Aisne-Ufcr festgesetzt. Von der Maas nichts Neues. Amtlich. Große« Hauptquartier, de« IS. Ol- tober 1318. Westlicher ZkriegSschanPlatz. Zwischen Brügge mid der L y s wiese» wir«ehrfache feindliche Augriffe ab. Nordöstlich von K o r l r i l warfen wir Teile des Gegners, die sich seit den letzten Kämpfen noch auf dem Ostuser der Lqs hielten, über den Fluß zuriick. Südwestlich von Kortrik wurden NcbcrgaiigSversuchc vereitelt. Ocstlick vo» Lille und Doiiai war der Feind gcsteru bis zur Linie Asrq— Templenve— FliSueS— Marquelte geiolgt. Zwischru Le Eatra». und der Oise dauerteu bie heftigen Angriffe de? Gegners an. SstdSstlich von Le Catea» t- oii-, er b's B u z u i°, im Zstnld? oou A u d t g n g bis»n dea Südeand von W a s s i g» h vor. An der übrige» breite» An» griffsfront ist der Ansturm deS Feindes vor und in unseren vorderste» Linien gescheuert. Baznel ivnrde im Sturm wirder» gmommen. Die bei und südlich von A i s o n» i l> e kämpfende» Truppe» schlugen auch gestern alle Angriffe deS FetndeS ob. In den Abendstunden und während der Nacht fetzten wir hier unsere Linie« vom Gegner ab. An der Oise find bei und nördlich von O r i g» y erneute Angriffe de« Feindes gescheiiert. Ä« der Aisne setzte der Feiud feine Angmffe»et Oltztz und Geandpr« fot.l und dehnte sie über L o n z t e e S nach Norden bis B o n e q aus. Bei B a» b y und bei F a l» i s e faßte er auf dem östlichen AisneAlscr Fuß. Seine Versuche, unter startcm Feneeschntz auf deu Höhen istlich der AiSne We ier vorzudringen, wurden durch Gegenstoß vereitelt. Zwischen Olizy und Grandxr« find erneute Angriffe französischer und vmcrikani- scher Divisionen vor»mserrn Linien gescheitert. Beiderseits der Maas mlirf drr Tag tri StörvngSsruer und tleinerc« In- fantrriegefechten. Der Erste Generalqnartiermeister. Lud endo rff. Der österreichische Bericht« Wie», 13. Oktober. Amtlich wird verlautdart: Italienischer Kriegsschauplay. Au zahlreichen Stelle» der Sebirgsfronteu sehr lebhafte Sr- kundungStöligkeU. Balkan-Kriegsschauplatz. Bor Miseren Linien aa der westlichen Moral»» habe» die verbündeten Truppen die Fühlung mit dem Feinde wieder aufgenommen. Nördlich von Nletsiaaeu wurden serbische Angriffe abgeschlagen. Weiter östlich brachten erfolgreiche Sturm- truppenunternehmeu Gefangene ein. Ter Chef deS Generalstabe«. rannet. WaS wir auf Grund diese» ReckitS tun werden— ein Wort geuflgt, um e» auszudrücken— das ist die Wiederherstellung de« gesamten Leben« Frankretch« auf allen Gebteten. Vor allem aber ist eS notwendig, daß die Befreiung Frankreichs eine solch« der Menschheit sei. Die Schlußsätze der Rede CleincnceauS werden in den Drahtungen verschieden wiedergegeben. Eine andere Faffung lautet:„Ein Wort genügt zu zeigen, was wir mit diesem un- serem Rechte tun werden: zuerst wird es unsere Aufgabe sein. in jenen nun wieder errungenen Gebieten das französische Leben wiederherzustellen." stdach einer weiteren Mclduug sagte Cle- menceau:» „Zu allererst wünschen wir die Rückgabe aller unserer Städte und ausser der Defretung Frank- reichS die Befreiung der Menschheit.* Eine Aeusserung. dass der Friede nahe sei. fehlt nach den vorliegenden Ve- richten in der Rede, die aber den mit Beifall begriissten Satz enthält: Die Schlacht dauert noch an. Der Lyoner„Nouvellist" berichtet, wie uns aus Genf mit- geteilt wird, von folgendem Zwischenfall, der sich während der Rede Clemenceaus zutrug. Barthou rief: Ei heben wir uns zu Ehren Frankreichs! Renaudel liess ein Murmeln hören und blieb allein inmitten seiner Gruppe sitzen. Unter den Deputierten des befreiten Norden, die nach Clemence.ni sprachen, befand sich der Bergarbeiter Goniaux aus Douai, der den 40 Rechtssozialisten angehört. Er erklärte namens der Bevölkerung, dass dies« die Züchtigung des Feindes wünsche. der gerade Weg. Die Linie unseres Willens ist klar vorgezeichnet. Wir wollen den dauernden Frieden, gesichert durch den freiwilligen Bund der Völker im Sinne Wilsons. Wir sind bereit, zur Erreichung dieses Ziels jedes Opfer zu bringen, das mit dem Sinn des Vrogramms verträglich ist, sind bereit, denen, die heute noch unsere Gegner sind, jedes Entgegenkommen zu zeigen, daL nicht von vornherein den Charakter des künstigen Friedens als eines auf gegenseitige Einsicht gegründeten Völkeroertrags aufhebt. Gegen die Verwirklichung dieser Absicht wenden sich jetzt die Kriegstheoretiker des Westens, die, ganz wie vordem die unseren, starr auf der Lehre beharren, ein Krieg müsse ansgekämpft werden bis zur völligen WchrloSmachung des Gegners. Es erheben sich gegen sie die M a ch t p o l i t i k e r. die. ganz wie vordem die unseren, den künftigen Frieden nicht völkerrechtlich für alle, sondern militärisch für sich selber sichern wollen, indem sie alle Machtvorteil? für sich in Anspruch nehmen und den Gegner zerschlagen, für Menschenalter jedes Wider- standes unfähig auf der Walstatt zurücklassen wollen. Wie der General Hostmann m Brest jeden Gedanken an einen Ver- söhnungsfrieden zerschlug mit dem Wort:„Wir sind die Siegerl", so hallt jetzt allen Stimmen deS Verstandes und der Verständigung üu Westen das Echo entgegen:„Die Siege: sind wir!" Wann immer die Flamme deS Weltkrieges zu erlöschen drohte, wurde pe durch die Reibungen der Nationalisp.us voa hüben und drüben aufs neue entzündet. Jetzt schlagen unsere entmachteten Machtpolitiker in den westlichen Spiegel. der nur ihr eigenes Bild zeigt, und häufen Worte der Vor- achtung auf jeden, der in ihre wirren Deklamationen nicht ein- stimmt. Ihnen fehlt jede Spur der Erkenntnis dafür, daß sie mit ihren Nedeusorteu bisher entsetzlich viel geschadet haben und mit ihnen auch heute nichts nützen können. Mit ge- rötete? Stirn und hochgezogenen Brauen fragen sie mm, was wir zu tun gedenken, wenn unsere Friedensbestrebungen scheitern sollten. Wir antworten darauf ruhig und einfach, daß wir dann weiter unsere Pflicht tun werden bis zu dem Tag, an dem der Frieden erreicht sein wird. Mit dem Geschrei, das hysterische Jungstauen beiderlei Geschlechts vollsühren, ist wahrlich nichts getan. Ludwig Frank gründete keinen Bund zur raschen Niederkämpfung Englands, sondern ging, ohne viel Lusizebens damit zu machen, an die Front. Und ebenso wie er handelten die Massen, die kämpften und arbeiteten, litten und entbehrten, ohne grosse Tiraden darüber anzustimmen, was andere dem Vaterland« schuldig seien. Darum lchitt daS Volk jede Belehrung und Ermahnung von feiten derer ab, die es inS Unglück stürzten, indem sie eS zwangen, mit unmöglichen Mitteln unmöglichen Zielen nachzujagen. Ganz anders als in den grossen Masten des Volkes, die daS Notwendige schweigend taten, Fehler erkannten, bekämpften und zu verbessern suchten, handelten jene engen Kreise, die jetzt wieder unter der Parole eines Kampfes um die Nationalehre die Führung an sich zu reissen versuchten. Die stehen ein Strohfeuerchen nationalistischer Begeisterung nach dem anderen an, die mit stinkendem Qualm alsbald wieder erloschen, zauberten ein Traumbild nach dem anderen an die Wand, bis die Wirk- lichkeit auch die letzte Illusion zerriß, und Wichten jeden Tag von einem gestrigen Phrasenrausch mit einem gründlichen Katzenjammer auf. Davon haben wir aber jetzt wahrlich genug! Nüchtern und besonnen wollen wir unsere Pflicht tnn für die Verteidigung, solange sie notwendig, für den Friede n, sobald er erreich- bar ist! Mit Aufmerksamkeit verfolgen wir inzwischen die DiS- kussionen im Lager unserer Gegner. Ueber die beiden Strö- mungen-n Frankreich, die jetzt miteinander ringen, unter- richtet ein an anderer Stelle wiedergegebcncS Telegramm un- seres Genfer Mitarbeiters. Sie verlaufen scheinbar ganz ähn- lich wie seinerzeit bei uns die Debatte über Russland. Sollen wir es erhctltcn, um e§ später einmal zum Freunde zu gewinnen, oder sollen wir eS zerschlagen, damit es unS später nicht mehr schaden kann? Wir deutschen Sozialdemokraten haben rm Kampf mn Russland— leider vergeblich— den Standpunkt vertreten, dass alle Hoffnungen auf dauernde Wehrlosmachung des Geg- ners eine nackte Utopie sind. Wir können ihn jetzt, da es sich um Deutschland handelt, aus noch befferer Kenntnis der Tat- fachen herans wieder aufnehmen. Die nationalistischen Macht- Politiker sind überall die schlechtesten Freunde ihres Volkes, auch in Frankreich. Der Gedanke, man könne durch diesen Krieg Frankreich so stark und Deutschland so schwach machen, dass Frankreich allein gegen Deutschland allern sichere Ueber- legenheit besäße, ist eine Kinderei. Kein Staat ist an einem Völkerbundstieden in höherem Masse interessiert als Frank- reich. Denn auch gexzen ein gedemi'itigtcs, amputiertes Deuttch- land würde Frankreich nicht stark genug sein, die Hilfe seiner fePgen SktMr&eten zu fSimot, Tku 5veutschkani � ber Revanche brächte baS schutzbebürftige Frankreich m ewige Abhängigkttt Von fremden Mächten. Die Franzosen f&ttnen ihre Zukunft nicht auf die schwankende Hoffnung aufhauen, daß in dreißig Jahren Ewgländer und Amerikaner noch einmal für sie fechten nvöden. DaS französische SJoSf ist Äs« i« gemm demfekbew Motze wie das deutsche daran interessiert, dein System des mochtpolitischen EgoiSmuS ein Ende zu bereiten und das System der Völkersolidarität an seine Stelle zu sehen. Frankreich braucht den dauernden Frieden mit Deutschland genau ebenso wie Deutschland den dauernden Frieden mit Frankreich braucht Die deutschen Arbeiter haben diesen Frieden schon lange vor dem Kriege gewollt. Sie waren zu schwach, ihn zu er- halten, sie werden künftig, rn einem demokratischen Deutschland, die Kraft dazu besitzen, wenn nicht der srvnzösische Na- tionaliSmus seinenr deutschen Gesinnungsbrirder und Wider- Part noch einmal tn den Sattel hilft. Unsere französischen Genossen aber möchten wir frage»: War es wirklich ein solches Kerbrechen van uns, daß vir von Beginn des Krioaes on für die Verteidigung unseres Landes eintraten? Welche Garantie konntet Ihr uns dafür bieten, daß im Falle unseres VersogenS nicht die Pläne der französischen Vermchtungspolitiker verwirklicht worden wären — d« rch unsere Schuld? W-ie wurden wir dann vor unserem Volke dagestanden haben? Hätte nicht ein solches Verhalten die Aussichten der Arbeiterbewemmg rn unserem Lande auf Jahrzehnte hinaus vernichtet? Begreift doch, daß wir in dem Kampf gegangen sind, nicht aus Haß gegen Euch, nicht au? flamrpfem Gehorsam vor den Macht hadern, sondern auS ehrlicher SsrgeumunferVolk. deren Berechtigung Ihr jetzt aus den rachesvrühenden Artikeln Eurer Ehauvi- nistevpresse erkennen dürft! Es ist keine oll?« große Nebertveibung, wenn man sagt, dassyente an den französischen Arbeitern, de» französischen Sozialisten die Zukunft der Welt hängt. AI» wir gegen den Frieden von Brefl-Lftowsk kämpften» ging die Welle des CkxmviniAmuS( über unsere Köpfe hinweg. Furchtbarer Schaden ist damit mrterm Vaterlaudc zugefügt worden. Wenn es jetzt den ftanzösischen'Arbeitern.nud Sozialisten ebenso geht, so droht der kommenden Generation eine gesteigert« Wiederholung der jetzigen Schrecken, während durch den Sieg des internationalen Gedankens ganz Europa in dreißig Iah- mt zu � einem blühenden Paradies verwandelt werden kann. Wir aber hierzulande wollen den Tatsachen irr» Gesicht sehen. Wir stehen gegen eine gewaltig« Nebermacht. Diesen Krieg werden wir nicht gewinnen. Wir kämpfen kirren Augen- blick länger als wir müssen,:tnb wir kämpfen nicht mn den Sieg, fondern mrt«neu Frieden, der nicht den Keim neuer Kriege in sich trägt. Deutschland soll— daS ist mrfer fester Wille als Sozialisten— feine Kri-e�sflagge für immer streichen, ohne ste das letztemal siegreich heimgebracht zu hoben. Do? ist ein« schwere moralische Belastrmgsprobe für jedeS Volk, und jene, die sie bis zur Unmöglichkeit des Ge- lingenS steigern wollen, nehmen eine lchwere Verantwortung mif sich. WehrloSkannkeinFriedenunSmachen, Sicherheit gibt auch dem Sieger nur ein Frieden, der alle entwaffnet und au? Feinden Freunde macht. Aber ein« Ge- fahr mich für ihn ist ein Frieden, in den sin Volk heimkehrt, um in der blutigm Geschickte der Vergangenheit?n lesen, daß die Besiegten von heute die Sieger von morgen sind I> nisses* bekennt. Bemerkenswert ist sei« fcharchw Ausfall gegen diel Die' Kohlen»»«. � � 1 � L��-ßentli� Betonung der I von Sonnabend ab erscheinen infolge der durch den Äoljlen» Notwe�i gkert,-c. alen vor einer Prefsi ou �schützen M mutzen, momgel heroocscrusenen Schmdrigkeiien m der Versorgung der F gegen 2 c u t f ch; a n 1> richten kann, Presse mit Rotarionspapier auf Grund einer Regierungsverfügung � hl sich Graf Vurt.rm a-s»fetcr UN Hanger des Bund- die österreichischen Blätver in erheblich beschränktem Umfange. Die Wendblötter dürfe« nur zweiseitig»scheine». Das erste tschechliche Kabiattt— t« Parts. DaS.Berwrr JntcUigenKlatt" meldet aus Pari?: Räch den Be- spreckungen mit den verschiedenen alliierte« Neuerungen wurde die provisorische tschcucho slotvaki schc Regierung gebildet, die ihren Sitz in Paris haben wird. Sie fetzt sich zusammen auS M a f a r Y l, Ministerpräsident und Kinanzminister, BeneS, Minister des Scn- tzern. S t e? a n i k, Kriegsminister. Di« tschechoslowakische Regie- rung beschloß, sogleich bei den alliierten Mächten ih« Geschäfts- träger und Militärattache anerkennen zu lasse». Gesterrejch-Utigarn vor öer Entftheiöung. Di? Nebe TiszaS hat in der ganzen Donmmwnarcksi-e, lebhafteste Bewegung ausgelöst, besonders bei den Deutsch- lifterrachem, die die Ungarn und allen voran den Grafen Tisza als Bundesgenossen im jftimpf für das Bündnis zu betrachten gewohnt sind. Sie müssen es mm erleben, daß derselbe Tis�a für die Schonung der magyarischen Oligarchie durch die Entente das Bündnis opfert. In den Delegationen antwortete Graf Burian auf eine Anklagered« des RuthenenführerS Wassilko und führte brchei miS: D» Zufkxch der bnkgarsscben Armee es« kctu Grhrtmnk», r>ct>er für«nv noch für Teutschland. Die Vntwlcklung tsteser Zu» stände birlxwrf, daß dir austrv-polnische Lösung bei ihm zur fften Idee geworden sei. Er erklärte: Diese Anschuldigung ist gänzlich vnbegrc-ndrt. Wenn die Fd-e der«dusiro-polin- schon Löftmg nicht mrr bei unS, sondern auch in Polen selbst aufgedancht ist und isserbreiwng gefunden hat, dämm war e« gewiß nicht an t>st«rr-rch-pniga rn, eine solche Bewearmg abzulei irn. Bei der drei fc«l»en Möglichkeit, wonach Polen entweder gänzlich unabhängig sein solle oder eine Hinneigmrg mehr zu'Oesterneich-Ungarst oder mehr m DcuUschlrmid suche, teilen wir den Evandpunst mn- geTumimen, daß da? polnische Volk bei feiner Entscheidung durcbau« jene Wabl treffen könne in cd solle, die seinen voylerwogönen Wsin- scheu ensspreche. IlnS lag eine Sorge ob. inid mit dieser Sorge habe ich mich nicht ohne Erfolg befaßt—, daß Paten bei dieser Ent- schctWng nicht unter eine Presston gesetzt werde.' Ich kann sagen. daß schon vor dem bulgarischen Zich nu mmbrnch zwischen uns und Deutschland da» Einvernehmen über die wesenlsichen Loben sinter- essen hergestellt war, die sowohl Aeuischland wie wir in unserem jetzigen empfindlichen BcehältniS zu Pc>len zu wahren hatten, und daß wir mit Deutschland einverstamden wavcn, nut den Bolen zu- sammen über die Zusunft�zu verhnndeln, ohne daß sie durch Drohun- gen und Versprechungen beeinflußt werde». D« Mnister wertete ch die vresser SertrSg, als ffcnem«rfveuNchen vspte« zur tnckmfctwng der KrteMage, als erfimMchos«sie» Dä-ntnwjm ter MSgltäKeit, Werhaupt zum strie- den zu gelangen. Die te-et»«>»tr.»tf»ne Regelnng aber habe er von Anfang»«»tcht Mr gtSckAch Sofort noch Abschluß de« ftriedenSbeetraDe« f»» tee Sstenntne« gekrunmen, daß die im Biester Derwlig f»stx?«eifftvn Sr»»«« t«i«e K«tz««nh(«lue« st ei«de« Im Osten gestawttl iwWttm Äezäzbch to4 BnchgUmstteg gn B»«tschia«d erklärte da? Mbnkfter, dnßarnie Zetcheude» Mißtranen«, wie WassM» watzezM»«««! habe. sond«rn im Vogen- teil Ackchen toststm Bretrown«,«eil Dantschnnd wcksc. daß« von Anfana am«im festet Änbiteff» tet NündniffeS«rrtt Teutschland g-mgte» ste. T«»stitester tetente«chiteßAch feig ausitetztige« und gswsppMestaS vteteote« ihr die da» er b«nte» stet . 0 ei �.- n beeviei e« de, Der Aitersg N«Wto», dem E?afe-n Buteon daS Mj- trauen cmS»ufprech«n, wurde abgelehnt! Tschechen und SüdslcUveu haften sich der Abstinmmng enthalten. Doch dürfte Graf Burions Position, wenn cmch der Sturz in offener Sitzpno ttetzMAcken pmxkL. lMt nuchr allM fest fein. 2fte TscheechrL»«st Ltesterrrtch. Lstte Nie» wrrst r-rA gelchveebe»: Die»»mittelbar« Wirkung de» K-sserliche» Ahnte- feste« wird vielleicht»icht groß sei«. Tor Tschechen �.....___,___________________ in-desonder- schalt« inchs Lirft zu haben, auf Unterhandlungen mit' diese, dem polnische«' Jmrvesse schädliche Potemlk müsse» wir uns �oien bleibt besetzt� Die Redaktion der„Polnischen Blatter* stellt uns von dem Material der demnächst erscheinenden Nummer folgendes zur Verfügung: Dir amtlichen Orgtauc der poforfchen Regiemrng haben wiederhost entschieden festgestellt, daß von amtlicher Seite keiner- lei Wünsche bezüglich der Aufrecht erhaltung der deutschen Besetzung Polens zum Ausdruck gekommen find. ll. a. hat auch dos Pressebureau deS polnischen Staatsdepartements im Haag dieses Dementi veröffentlicht. Es ist außerordentlich de- srembend, wenn den irgend einer unverantwortlichen Seit« in einem Telegramm vorn Haag im.Berliner Tagevlatt'. Nr. SW vom IS. Oktober, dennoch behauptet wird, daß der Regentschaftsrat ausdrücklich da« Perbteibeti der deutschen Truppen gewünschl Ijäbe. Gegen die Hineinziehung der obersten polnischen Stacrrsdehörde m de» andere» Völker» einfüge hen. Sie rechnen damit, auf der ivitrmtoirmlen Friepenskonfevenz an den Eirtrutemächten kräftige stötteaer ihrer Bestretmnycm zu haben und mehr herausschlagen zu ömten» als durch inneröstcrreichische Verhandirrnge». Such die «ndere» Völker werden aber scheoertich gesonne» sei»,«rrter der Führung«ÄtvT Regierunq zu verhanbeln, die da« Berttmwn auch wicht einet: einzige» Nation genießt. Infolge dieser Schwtewigkeite» wind aber der AcrsctzungSpnozetz imAier grüße» Forlschritte machen. Man etyählt sich, daß tschechische Abgeordnete dem Mi» niste rpräsidenten auf seine Frag«, wie sie sich zu Deutsch- Bäh wen sielte», ganz zynisch geantwortet härtrn, darüber brauchten sie jetzt nicht z« vorhandeln; sie würden darüber mit ihrem künfti- gen Nachbar» Deutschland«nterhrndeln. mit dem sie ja auch andeve Fragen, wir die Ekbe-Schiffahct us».»gel« müßten. D« K?vtzde«tsche&o«tKfc i» Orsterrrtch. Am kst. März Iststt sprach zu einet trgelstert« VcITteaenge im Hofe de» nieberösterretchi schen Stände Hauses an der Herv-rngasse zu Wien der junge Student Adolf F i s ch h» f Warte der Frei» heit Doutschöstemich«. I« den nächsten Mona»« arbeitete et den Gedanken des Bundesstaats freier Völker«rn!, der«r» die Stelle dcS alten Oesterreich treten sollte. AIS nach dem Siege der Rs- aktion die Soldaten den Kvemsierer Reichst-rg«u»einondens agtem war er ebc» baru«, diesem«««-» Oesterreich die Bunbotoersassuing zu geben. ES kam flWB,«f ftsrn WTO«st». 1882 erließe««wie Angahl freihvMcher deutscher Mä" t' Cinj!.r Programm, da«!*« Wioderauschprß der eheuwlt�. duu> schen Bunbeeländeir Oesterreich«» da» Deutsche Äc.ch forb.ite. Viktor Adler war unter den Verfassern, die nwtüebtzh nicht an das Bismarck sich« Fteich de» Sl�»aliftengesetzi.S, so �rvu au daS große deutsche Vc�k dachten. Es kam der Port erstreit st» Dmrsschssterreich. Er war» K>er- wnteden nnd twtter der Führung Piltot Adder« kämpfte das durch ihn geeint« Proletariat gegen die Ehamnenste», die feine Modem«. siftttirg verhir.bfiten. Auf ihrem Brünner Parteitag machte dte österreichische Soziotbrmok Kitte die Forderung de? demokratischen Natio«nckitäten-Bund>essiaat» zu der ihren. Aber noch ein paar Jahre— und sie ft«r feüst national auseiiionoctgcgc r.ge n. Und mm, nach all dem G-rsnen des Abenteuer», in da» die Beherrscher Oesterreich llngerns dte Völker h-memgefichrt, und nun, da alle« jafammenbiicht, was für die Elvi gleit gefügt sein sollte, nun stellt sich Dmuschöstermch unter sozialdemokratischer Führung auf seinen eigenen Bode«. Dort tagt die Konstituante am Montag. wo einst Adolf Fischhos sprach Linzer Programm nnd Beüraicr Programm—. wir sehen plötzlich die Brücke, auf der Deutsch- Österreich über den Abgrund in«ne fneie Zukunft schreitet Die Lüvflawe« gegen daS faif etliche Manifest. beschloß, der am DienSbag zusammentretenden Vollversa-mmlung de» Klub» nachstehenden Antrag vorzulegen:.Da» Manifest be- treffend die Föderalisterung Oestei reich» kann einc Arndcrung der Haltung des südslann schen Klub» nicht herbeiführen, der unvorrück- bar aa dem Zusammenschluß aller Slowenen, Kroate» und Serbe« in eine» souveränen Staate festhält Die«ngarlSndischen NnmSne« rSßte« sich. Der Mbgeordne« Alexander P a j d a(Rumäne) verlas im un- garischen A bgeorbae teu hau»«ine Erklärung de» Vollzugsausschusses der Nationalpartei der angarländischen Rumänen, in der es heißt, daß die ungarländischen Rumänen nicht die Berechtigung des ungarischen Parlaments und der ungarischen Regierung ancr- kennen, sich als Vertreter der rumänischen Nation zu betrachten und auf dcm allgemeinen Friedenskongreß die Interessen der ungarländischen Rumänen wahrzunehmen. Ministerpräsident Wekerle erhob Tinspruch dagegen, daß Ad- geordneter Vajda als Vertreter der gesamten ungarländischen Ru- mänen spreche nnd erklärte: Es ist wn« unerhört« Verdächtigung, kategorisch verwahre«. der Kampf um öie?!usteglmg öer Wiifonantwort. Ble HaltAng der französische« Toztalistenptest«. DaS.Journal du Paupte' nimmt sehr energisch Stellung ge- gen die Hetz- in der Ententepresse, di« lediglich auf Wilson einen Druck ausüben möchte, feine Bed-mgnnge» zu verschärfen. DaS Blatt hält es such fsir fraglich, ob die Abdankung des Kaisers oder irgettecine radikale Aeuderung in der Regierung, dir vom Auslände aufgezwungen werde, fv dauerhafte Folgen haben könnte, wie wenn ste vom deutschen Volk« selbst ausginge. Wenn ei Wilson gelinge, seine Stellung unbeeinflußt von de« Imperialisten und Rationalist«« zu b« ha» p- t« n, habe et nicht nur das Verdienst die Menschheit gerettet zu haben, dir dam llntergang infolge Erschöpfung bedroht sei, sondern auch deren Wtedevauftichtung ermöglicht z» haben. Paul M e u n i« r bekämpft in der.Berite' gleichfall» die ten« denziöse Auslegung der Antwort Wilson» durch die Ententepresse Wilson beabsichtige keineStoeg», sich in die inneren Angelegenheiten eines fteniden Staates zu mischen und habe nicht die Absicht über da« Schicksal der Hoheuzollern oder irgendeiner sonstigen Dtznastie zu entscheiden, aber er wolle wissen, mit wem er r» zu tun habe, wolle mit keiner souveränen Dynastie der» handeln, sondern nur mit Demokratien, die ihre» Schicksals Zerren sind. Er wolle da» völlige versihwtnde« der Geheimdtplomati«.- sonst»icht».... i Inzwischen hat auch die soziasistlsche Fratti«, de? Kam.«« zu Wilsons Antwortnote Stellung genommen. Au» Bern verlautet com Freitag:„Der soziaiistische DipaUrii« V c r c n a e, svatz der 41, die sich den KrtegSstaiidpunkt Elemeneeaa» angewöhnt haben, teiL im Evenemimt mit. daß die sozialistische Kammrigrnpp« zu einer außerordentlichen Sitzung von der neuen Parteileitung auf gestern einberufen wurde zwecks Erörterung der Antwortnote Wil- sonS, mit der die neue Mehrheit nur teilweis« einiggeht Barenne hofft, daß die Kammergruppe sich nicht von de« Standpunkt der neuen S�inderhcit beeinflussen lassen, sondern wie früh« voll- kommen auf der Wilsonschen Grundlage bleiben wird.' Neb« da? Ergebnis der Fraktionssitzung verlantck noch nichts. In der.Humanite" kommt aber eine optimistische Auffassung der Lage zum Ausdruck. Räch ein«.Nationalztg.'.Meld-ilng hat daS Blatt geschrieben, daß wahrscheinlich vi« deutsche Rote nach Washington-IS die vorletzte Phase der KriegSbespre- ch.u n g c n anzusprechen sei. Der Krieg»verde sich jetzt rasch seinem Ende zuneigen._ Bulgariens Beziehungen zur Entente. Dir parlamentarische Kvnrmissian de» sÄdflawischen Klubs iNulinoff gcgc« Verössentlickpang der Waffenstillstands» dokulnente. eofia, 17. Oktober.(Reuter.) Die«obranje«ahm heute ihre Titzimgen Wied« auf. Eine Jnterpellatto», die vv» der Feststellung ausging, daß die Auslandspresse die widersprechend- sten Urteile über die Ereignisse in Bulgarien und den Waffen- stillstand von S'aloniki sotrie üb« die Beziehungen Bulgarien« zu den Ententemächte» vertzrertet Hab«, stellte an den Ministerpräsidenten di« Fra�e. od er e«-e.cht für nötig fände, ei» diplomatisches Buch zu veröffentlichen, das di« AuSlandSmeinung über die Lag« in Bulgarien aufkläre» sollte. Malinvff erklärte in seiner Antwort, diese voneinander ganz verschiedenen Urteil« seien durch di« verschiedenen Gesichtspunkte zu erklären, auf die man sich stelle, sonne dadurch, daß die Verbindungen mit dem Auslände besonders schwierig seien. Seit zehn Tagen habe die Regierung nur hi« und da Nach- richten empfangen darüber, wa» man im Ausland« sage und schreibe. Der Ministerpräsident erklärte, er sei entschiedener Anhänger der offenen Diplomatie, aber bei dem gegenwärtigen Stande der Angelegenheit könne er nicht in die Veröffentlichung de» diplomatischen Bnche» einwilligen. Dieses letzte müsse Dokument« ent- manen und Slowaken unter behördlichem Drucke erfolgen. die Erklärung de» Abgeordneten Bckjda bezüglich einer besonderen Vertretung der«ngcnckändtschen Rumänen auf dem Friedenkkon- ZU bo�ustten daß dtese staot.frrundlicheu Kundgebu�en der Ri� I � de� Beröftetelichnng nicht allein von der bulgarischen Re- Slowaken unter behördl:ck«n Druck- erfolgen. ISaS| � � gQa ber z«, kommen- und dieser Tag sei nicht mehr fern— wo ein solche» Vorgehen, das .......*. V* �«•«.. �augenblicklich für das Land schädlich. sei, verwirflicht g«ß baffst, so muß ich dtese a» Ih&rnjwm btejin- j«ch wo m« d«. cnrop-'�i Kr. AI öffentlich behandeln heit rnrd doö urymftche»•te.vte�Mv�en. � Leber die Bezieh«�. Bulgartens zu den früher«. Gog. «steter«�Ptm Jrr!«n voann« bchmtetetb� di? Malwofl. d.ch dte Negtertnig au der Aiederher. «ckhme ber«Ss-t>fchen Ymitte Mon, wr! st e l ln n g d e r regelmüßigcn diplomatischen Bezie- zur Folg- habsn S«.ile. daß da»««Vckteuk x»oflcken Ungarn iwO}5u>aßen � den Mächten arbeite, die don W-ffenstill- seinen ntmänischen Staatsbürgern auf der Friedouskonmenz ent schieden torrben wird. Auf btefvr Fried«»« ivnsoeenz»«t em inter nationaler Grundsatz iMfafatU»erban. dar}«!>•»>and verpflnhtet seifte Ratwitatttächfl auf«ine bestimmt« Art zu bobanbvln. Dies« Grundsatz wi» st-r Iing»rr.«tonf«»erpflch-ivad ftfr, wie für«m- bere Staaten, die sich dem Bölkerbnnd anschließen. Damit ist aber nicht gesagt, daß die Friedenskonferenz sich in die inneren An- gelegenheiten der Staaten okm« schon und über die Regelung dieses Bedjä&uiZeS eigonznächttg cnstchsiden wird, stand unterzeichnet hätten; er hoff«, daß dies ihm in naher Zukunft gelingen wcrds. Gslschewismns a«cf stein Dakttzm. ES stellt sich hevauß, daß das Antschecste» Butgaviens«mS dem Kriege nicht so sehr durch die militärische Niederlage als durch die innere Revolution hervorgerufen worden ist. Im Laufe vieler Monate wurde in den Reihen der bulgarischen Trappen eine starke botfchswistvsehe Propaganda gsfühee, di« Nr. 2SY« ZS. Jahrgang Au?!vah! in öeriin I. Tie Unsbhängigen vor der Entscheidung. Man schreibt unZ: Das„Mitteilungsblatt� der Unabhängigen enthält in seiner letzten Nummer vom LI), d. M. noch keine Andeutung, welche Stellung die Unabhängigen in der Stichwahl zwischen tteutpncr und Hsiman» am 29. Oktober einzunehmen beabsichtigen. Diese SteHungncchwe wird lehrreich und interessant sein. Es entfielen bei der Hau hl Wahl auf die Unabhängigen lO.Sä Proz. aller abgegebenen Stimmen, auf unsere Partei 3G,40 Proz. Lei der letzten Wahl von 1912 tarnen aus je IM für� den� Freisinn abgegebene Stimmen im ersten Wahlkreis �8,5 sozialdemokratische. Am 15. Oktober brachte es die alte Partei allein trotz der Partei jpaltung und die dadurch hervor- gerufene Schwächimg nnserec Stoßkraft aus 73 Proz. der ab- gegebenen fortschrittlichen Stimmen. Ar s eigener Kraft hat aiw die alte Partei das frühere Verhältnis zwischen sozialdemotrati- schen»md fortschr ittlÄM Stimmen f a st g u f r echt erhalte n. S timmteu die Unabhängigen geschlossen für den sozialdemo» kratischen Kandidaten, so dürfte es nicht nur nicht gelingen, auch den letzten Berliner Kreis den bürgerlichen Parteien zu ent- reißen, sondern ein solcher Beschluß wäre auch als e r st c s A n- zeichen einer Wie de ran nölherung freudig zu bc- grüßen. Proklamieren sie dagegen Stimmabgabe gegen die Sozialdemolratie oder Stimmenthaltung— was prakti l ch auf dasselbe hinausläuft, da die Sozialdemokratie nur bei geschlossenenr Vor- gehenbeiderRichtungen siegen kann— und sichert sie dadurch jsimm Vertreter großkapitalistischer Bank- und Byndikatinteressen den Sitz gegen einen Sozialdemokraten, so zeigt sie klar vor aller Welt, daß sie nach wietz vor keine Politik zur Hebung aller minderbemittelten Schichten, sondern eine Politik der persönlichen Ver- arge r u u g und Verhetzung zu führen gewillt ist. Wögen die Unabhängigen beschließen, was sie für gut befinden� Unserer Partei wird— jetzt oder später— jede ihrer EntscheidunHe» zum Borteil gereichen. KeinvNer oder Heimann? — Welch denkender Arbeiter wird sich laNge von den Wort- kührern der Unabhängigen einreden lassen, daß das für die Jr- beiterinteressen genau d-aS gleiche fei! "k 29; die„S. Ä." witteUt, wird ein« Sitzung der Nnabhängigen am Dienstag zur Frone der Tüchwahl Stellung nehmen, und die Siichwahlparole ausgeben. * Da? Stimmt' mhült�ls �wische« der alten sozialdemolratischen •rrtä und den l'.nüvhängigzn,— 172Ö hozialdeinokra tische gegen lilS unabhängige Stimmen,— hat wieder einmal deutlich geze.gt, ime gering der tatsächliche Anhang d«r Unabhängigen in der Berliner Arbeiterschaft ist. DaZ unabhängige„Mittdlungsblatt" sucht über diese Tatsache hnstveWUtZuschen, indem es wieder einmal behauptet, daß in den �sozigldcnwkralischo« Stimmen zahlreiche Stimmen des Bürgertums enthalten seien. Im 1. Wahl- frei« wohnten nur wenig Proletarier., folglich hätten auch nur wenig protenrnschr Stimmen für Müller a begeben»erden können.* Diese VeriegenbeitsanSrade ist hinfällig. Bei den Wahlen des Jahres!Ll2 entfiel ein viel höherer Prozentsatz her Stimmen auf die Sozialdemokratie alz jetzt auf die Unadchängiaen allein. So haben im Januar 1912 bei der Hmiptwähl 40 Pro,), der Veriiner Lcveuemittel. Für frische Fische haben noch die Abichiiine Sx znr Entnahme von 1 Piund Geltung. Ebenso gelten noch sü:?läncherivarcn die ASfchnikte hlo und lli für je lk Püind. Den vor dem 1. Januar 1849 gedor-nen Perionen wird ein- malig ein? Flasche steritisterie dänische Milch von etwa Liier Inhalt gewähri. D e Bezugisoeine werden von den BrotkoiUntusionen düng vorzulegen. Die Gcschäsle find bei den Brolkommissionen be- 3k.agtssckrstza? Sdicfdcmftnn Uber die Krlegs- anlcibcs Seid pflkbtbcvl'uBt! J5elft unserem Lande! Gedenket der So? iaten und ihrer famüicn 1 Älsr Geld hat, der zeichne! 60 ift kein Opfer, fein Geld miln de! sicher zu fünf Prozent anzulegen. /%. iZuiC'!'�ctcscc \ i nur etwas uoer 19 Proz. der stimmen. Wo alio find ine ubrigeu !lv Proz. sozialdemolratis.! e Wähler geblieben?! Will das„Mittel- lnNgsblatt der 2tzelt erzählen, daß 1912 dreiviertel der für die So- zialdemokratie abgegebenen Stimmen im 1. Wahlkreis dem Bürger- tum entsiammien?! 1201 Lsöz. vklS ge'obtT teaüK. Roman von W. St. R e y m o n t. „Herr Nobert Keßler! Der seit einer Stunde Ihnen vorgestellt zu werden wünscht, Fräulein Aifka," sagte sstirowSki ironisch. Der kleine, stämmige Herr, dessen Kopf mit den kiesigen Ohren und dem spitzen, mit gelbem Haar bewachsenen Schädel in den Schultern versank und dem Kopf einer riesigen Fledermaus ähnlich war, begrüßte Anka ungezwungen, setzte sich neben sie, legte seine selfiitgen. mit roiem Haar bewachsenen Hände aus die Knie und bohrte sich mit den gelben, scharsen Augen in Ankas Gesicht mit solcher Ziidring- tichkeit, daß sie seinen Blick nicht ertragen konnte Und, auf- geregt nikd von seltsamer Furcht gepackt, eiligst wegging, ohne mit ihm ein Wort zu> Wechseln. „Sie ist schön, sie ist ungewöhnlich schön," sagte Keßler nach längerem Schneeigen zu Horn, der nchcii ihm saß. „Sic kennen sich da ja«m». Man weiß Las in Lodz." erwiderte Horn mit Üeach druck. Soschka MalinowSka kam ihm in den Sinn und die vielen Opfer aus den Reihen der Ar- betterinnen, die Keßler sich tyrannisch durch die Drohung her Entlassung aus der Fabrik gefügig machte. Keßler erwiderte nichts und wandte sich verächtlich von Horn weg m Bauuu der nervös und aufgeregt dasaß. Schön seit einer Stunde hatte er fortlaufen wollen— er konnte eS aber nicht Die Anwesenheit AukäS hielt ihn zurück. Im Talon war es unterdessen schon leer abworden; ganze Wellen waren vorbcsigestutet, hatten Frau Trawinötä beglückwünscht, hatieü sich die SalonS angesehen und waren wieder zurückgeflutet, i-nr einige Gaste waren noch da- geoliehcii, fast ausschließlich Polen, die Spitzen der lokalen Intelligenz, die nur dem Abfluß der. Millionen sich in die Mitte des SalonS vordrängten und die verlassenen Plätze einnähmen. Bon Fremden waren nur die Müllers noch da, weil sie näher mit TrawinSkiS verkehrten, Mela Grünspan und ihre Tante, die sie hei begleitet hatte und seit längerer �eit immer wieder laut fragte:„Mela! Hast du nicht nötig, heim- zugchen?" Mela konnte aber nicht weggehen, obwohl sie schon längst fortgehen wollte, weit die jchonuilgstosc» Suchelcicn von Frau kannt, sie werden amsi durch Sänlenanchlag veröffentlicht. Die Milch wird vom t. bis 9. November verobfotch werden. In den Bezirken der Biöikommissivnen oll bis 4?, CO. 84 bis 60, 174, 170,!98. 104 und 197 beniimt die Ausgabe von Weißkohl und gwiebetn AenSlag, den 32. Okiober. B>S Donnersiag, den 24. Oktober, wird an diejenigen Knuden, die in den Speisefett knndenifüeu der in den Bezirken der 9ö, 97, vis 104., 170., 191., ISS.. 31"., 316. nvd 330. Broikommiision ge- Hetzenich Geschäfte eiNztlragen sind, pro Kopf 129 Gramm Käse � vert-ikl.__ sHse Kripps. Bei der Allgemeitzen Ortskraiiisentäffe wurden Freltäg unter 184t Neüernänkungen 1 4 2 0 G r i v p e f a l l e und 4ö Lungen- entzündungen gemeldet. Von den Skerbefälleu sind 23 auf Krippe, 6 ans Lungenentzündung, 4 auf Herzleiden und einer auf Rippen- feller.i;m>dting zur kick'uftivren. In C h n r l o t t c n b n l g find wegen Ausbreitung der Krank- heit nun auch die Fach« und Forihtldungsschulen oeschloilen worden, auch der Magrsuai der Stadt Lichtenberg bat iänuliche Schulen j bis zum 1. November«efchlofsen. In O b e r s ch ö n e in e i d e hat sich der Gemein bevorstand veranlaßt gesehen, znoüchst sämtliche s Volksschulen zu schliefen. In Cöp eiti ck find außer Mehreren blcrneiildeichuien und einer höheren auch die beiden KortbildunoS- schule» geichlosien worden. Roch einem Bernd', ans Böhme» tritt im Dnx« Kohlenrevier nußer der Grippe auch die Rühr au?! uifolgedeffen ist ein erheb- s licher Nmkgang der Kohienförderüng eingetretene ES wurden die ' Schulen geschloffen, Lersammllingen, Theatervorstellungen usw. ver- boten. Budapest. Sämtliche Theater, KinoS und Nkrgnägungslokale werden vom 21. Oiiober bis 4. November geschlossen, Kaffee? und Gasthäuser um tv Uhr abends. Bern. Den französischen Leitungen zufolge nimmt die Gripp» In ganz Frankreich outzerordenliich zu. In Paris werden für die letzte Woche 700 Todesfälle ra�»iwrz,rt»ywüsnuH rrxrjry�? xnrttr. Whsocka sie wie Peitschenhiebe trafen. Sie faß die ganze Zeit über äus einem Platz und lachte und erzählte, wußte aber nicht, waS rntt ihr geschah. Ei» seltsam schmerzhaftes Fieber der Resigumio», des Abschieds don ihre» bisherigen Träumen und Hossuungen verzehrte sie. Wy sockt sprach öfters mit ihr, sie sah ständig seine liebe- vollen Augen, hörte seine Stlwme, die ihr leise Dinge er- zählte, welche gestern noch ihre Seele mit Glück erfüllt hätten, heute aber, jetzt nur immer tiefere Trauer und größeren Schmerz in ihr tvachricfen. Heute erst, in diesem hellen Salon, ahnte sie mit dem tiefen Instinkt der Liebenden» baß sie Wisocki Nie heiraten würde, daß sie ihn nicht heiraten durfte.... Und in den Augenblicken klaren BeiviißtscinS, in den Augenblicken des schmerzhaften Erkeunens der Unterschiede, die Tie trennte», erstarrte sie vor Gutsetzen und ließ den gläsernen Blick beumsstlos über die Gesichtet der Menschen schweifen, suchte nach den lächelnden, strahlenden Blicken Whsockis. als ob ste in ihnen dict Verneinung all' dieser Ec- danken finden ivollte. „Warum?" dachte sie schwermütig und wußte noch nicht genau, weShalb sie diese fürchterlichen Gedanken überfielen und ihr Herz mit dieser unsagbaren Bitternis überschütteten. Lediglich"das eine fühlte sie klar, daß die Welt des Geliebten, daß a!i' diese Kuroivskis, Trawinskis, Borowitökis. daß selbst all' diese Dinge, von denen sie sprachen, die Ideen, von denen sie sich hinreißen ließen— daß diese ganze, so geliebte polnische Welt— eine ganz älldere Well war, ihrer Welt ganz fremd; fremd wegen der gcwiffeu breit utnfiMnben Mach! der Gefühle, die sich nicht im ktreiZ egoistischer Dinge verschlossen, tut engen Kreis des Verdienens und deS ge- meinen Genießens. „So sind die Unsrtgen nicht... die Memmen 1" Sie blickte auf das zarte, vcroeijiigto Gesicht Trawinskis und dann auf Frau Wysocka, auf Nma und ÄNka, auf die vor- nehmen, von einem seltsamen Reiz umgebenen, halblaut sprechenden Frauen, und sah zugleich mit den Augen ihrer Seele ihr eigenes Haus, den Vater, die Smweficr», die Schwäger, und suhlte erst jetzt, bei dem unwillkürlichen Der- gleich, wie ekelhaft der Ton, die ganze Plattheit des Löbens ihrer Welt waren. Jetzt erst erkannte sie, daß sie sich zwischen ihnen immer fremd fühlen würbe, als Eindringling aus einer anderen Welt, daß man sie höchstens wegen ihrer großen Aitgist dulden miufcc. Sonntag, 20. GkSoberlOIS juim i— ii. miuiuuiiu■-■«uf iwjei ii aassMBMnnlM Verstorbene würde herabgesetzt. Leichenbegängniffc wurden unler- sagi. In Cierinom-Ferrond wurden olle öffeniiichen Bexiamni- Burgen sowie Anfirmmlungen auf der Straße verboten, sämrlicp.- Bergnügungslokale geschlosseir. Auch in anderen französische!: Städten sind äbül'ch« Maßnahpren»eits bereits ergriffen, teils ge- plant. Für Schulen, Pott und andere öffentliche Gebäude wurden umsasieirde Desmfekttöirsmatznahmen angeordnet. >}t* ♦ Mir der Ausbreitung der Grippe und ihrer Vekämpsimg hat sich auf Berarrlaftnng de? NeichSamls des Hnneen der Reichs- Geirind- heitSrai in einer am 10. Oktober abgevaüenen Sitzung erneut be< fahr. ES hat sich hierbei fvlaendeS ertzsveir: Nachdem die Grippe nach ihrem Aumereu inr Jim! rmd Infi d. st. wesentlich zurückgegann eu ivar. hat sie im Laufe de« Oktober Wieden stark zngenoirimeu. Die Zunahme erstreckt sich auf das ganze Neiche- gebiet. Die Krankbeil ist diesmal mir schwereren Erscheinungen verluiitbeir als vordem. Besonders bei jüngeren Personen verläul! die Krankheit ziemlich hetrig j treten Komvliiarionen. namerrtlrchi, Lungenentzündung hittzu, so ender sie nicht selten tödlich. Das Gerücht, daß es sich bei den neuerdings eingetreteneri rasch." Todesfällen um Lmigenpest bandle, ist hmfällig. Bakrerrologijche Unieritichungen, die in zahlreichen Fällen vorgenommen worden sind, haben mit Sicherheit ergeben, daß jene Annahme unbegrünber ist. Uebrigens ist das gehäufle Auilreten der Grippe rrich: nur rn Deüischland wahrznnehmen. sondern wird aus fast allen eurapäiichen Sraaten, ja selbst aus Südafrika berichtet. Da die Krankheit äußerst leicht übertragbar ist, sich rasch ein- imckelt und der Krankheitserreger zurzeit roeir verbreriel fit, siotzeu vo. beugende Maßnahm eu allgemeruer Art auf erbebliche Schwierig« keiretr. Die von der Oeffentlichleii dringend gefordert» Schließuim der Schulen rechtfertigt sich zweifellos da, wo unicr Schülern rmo Lehrern die.Krankheit herrscht oder wo nach Lage der Berbätttim durch die Schüler eine Einübleppung der Krankheit aus der Familie in die Schule zu sbesürchten sst � Aus Frmrlien, bei denen die Grippe herifcht, si'llici? Kinder nicht irr die Schule geschickt werden. Der einzelne Men'ch wird sich, da der Kranldeitsstoff vermulliä� durch den Mund oder die Nase Eingang in den Körper findet, zweck- mäßig dadurch gegen die Kcarrkheit zu schützen suchen, daß er sorg- sättig auf Reinlichkeit, bedacht ist, besonders vor dem stssen, sowie vor der Zubereitung der Speisen sich regelmäßig die Hände wäscht. Nach den, Raljchlag von erfahrenen Aerzien empfiehlt eS sich serner. täglich urchrmuls zu gurgeln, z. B. mir warmem Wasser, dem etwas Kochsalz zugesetzt ist seine Mffser- oder Teelöffelspitze auf ciu GlaS Walsers, Bei ält'ren Leuten, bei Herzschwachen und hei Lungenleidenden nimmt die Krai.kheil er'ahrungsgemäß nicht selten einen schweren Verlauf. Sie.>ollteii eS deshaid, wie übrigens auch jedermann. den seine Lebensweise und sein Beruf es gestatten, den Maüeuverlehi meiden, sich von Gelegenheiten fernhalren, wo sie mit vielen Menschen in nahe kö-perliche Berührung kommen oder von cm deren augehusiu werden können. Tritr. trotz aller Vorsicht, eine Eckrairkirng ein, so soll m'äu nicht die Krunkheil dinschleppeu. indem man der gewohirten Be- schäfiioimg weiter nachgeht. Man begebe sich vielmehr schon be' den ersten sieichcu deS Unwobsieius sFrostempfindmigen. Fiebei Kopfweh. Schmlpfeu. Husten, Abgsschlageuheir oder Gltederschmer alsbald ins Bett. Dies itt vor allem zur Schonung des Herzen: notw uidig. Machen die. Erich'einnngen es erwünscht. Ärztliche Hilfe zu- zuziehen, so verschiebe»ran dies nicht bis auf den Abend oder bis in di Nacht, weil die A-rzte gegenwärtig mit Verussgeichäflen überlawa siud, und weil die Verkehrsmittel besonders nacküs versagen, D: Behaudlungsiveise muß sich nach der Weisung des zugezogene. Arzies richten. Tie. rrenerdlngS ansgetamchten N-uhrichien über günsiige Ersistw die ruii öinom�iKieiksei um b-i Kdppe sl'MaiHt.. worden, sind nriiii mit Vorsicht aufgenommen werden. Weder genauere Anaaben uv. Eifahriliiger? liegen hierüber vor, so daß ein sicheres ilrieil uv. nicht abgegeben iverden kann. Auch steht das Serum»och nicht i größerer Menge zur Verfügung; es lassen sich daher Versuche dam.! noch Nickt anstellen. MiueUrmgen von Aefzteu ans den allerletzte» Tagen lassen übrigens die Amrtrhm« zu, als ob die Grippe ih'rei. Höhepunkt überschritten hat._ Ein Mittagschnchl in der Lungcnbeilsintte Veelitt rief unter den Pfieglingerr der Anstatt große Unzufriedenheit her- war. Es begllmd tu der Häuptsaehe aus einer wässerigen Suppe, in der einige Stücke von Kohl und Kartoffeln schwammen. Dazu gab es eine Flusche Bier, das man lxikanntlich auch schon lange nickt mehr als„NahnisigZmi.'ter ansehen kann. Im Speisesaal entsiai d lu.— i 4»-"---■-- 1-----'• „Rie. niel" rviederholte sie stolz und erhob sich vom Stuhl. Ureil die Tante sich rviederunt mit ihrer gedehnten, heiseren Stimme au sie wandte: „Mela, hast du nicht nötig, heimzugehen?" Sie raffte die ganze Kraft ihrer Stele zusammen, um von hier— aus dieser Welt— wegzulckufen und nie mehr zurückzukehren, und fühlte es� klar, daß es zug'rich der Ach sch'cd von ihreü lange Jahre hindurch gehegten Träume». daß es der'Abschied von ihren kühnen, aber so wunder bäreu Hossnungen sein würde. Trotzdem entschloß, sie sich. fortzugehen. Aus ganzer Seele liebte sie Wysocki,«htzte aber schon, daß sie seiner doch iviirde entsagen müssen und ihn nie mehr würde sehen dürfen. „Nie, nie!"»viederholte sie mit zusammengepreßten Lippen. Zu gut erinnerte sie sich au da? Schicksal ihrer Bokatru ten, die Polen geheiratet hatten, au die Demütigung selbü durch die eigctten Kinder, die den Müttern ihre Herkunsi varwarfen. an das Fremdsei» in ihrem eigenen Heim, den nächsten Angehöngen gegenüber. „Gehen Sie schon?" fragte Wysocki, Ihr den' Weg ver- tretend. „Ich fühle mich unwohl. Die Reise hat mich au gegriffen", entschuldigte sie sich, ohne ihn anzublicken, ans ällen Kräften das Schluchzen zurirckhaltend, das ihr Herz er schlitterte, und das Verlangen, bei ihm zu bleiben.* „�sch dachte, Sie würden bis zum Abend bleiben, mfi wir würden daNu zusammen zu Rosa gehen... Sie würde» mir bell ganzen Abend scheuten. Ich habe Sie doch ganze zwei Monate nicht gesehen." Er flehte leise und innig. „Ich weih... ick weiß... zwei Monate.. er- widerte sie, und solche Glitt überflutete ihr Herz, daß Tränen in ihi.eti grauen Augen crolärizten, lind das Herz heftig zu pochen begann. „Jetzt lvird es besser, jetzt sind wir ganz unter uns." „Um so mehr Nu iß ich iveg, um keine Dissonanz Herder- zurufen," flüsterte sie bitter. „Mela I" Vorwurfsvoll, aber so weich rmd herzlich hatte er das Wort ausgesprockeü, daß die Kräfte sie verließen, daß alle ihre früheren Esitichlüsfe spurlos verweht waren und nur das Gefühl eines große» Glückes, einer große», stillen Liebe ihr Herz erfüllte. tLorls. tolaLi fiarfe Errestuna, unb fdiTic�fiifi mtrStc sick ein Zug von viel- leicht hundert Pfleglingen auf den Weg zum Chefarzt, um diesem die Klage über dad gar zu dünne Kohlgericht vorzutragen. Ta er nicht anwesend war, zogen die Beschwerdeführer weiter zur Ver- toalturag. Inzwischen hatte man aber in der Küche davon Wind be- kommen, daß ein Sturm sich zusammenzog. Vorbeugend wurde von ihr aus der Verwaltuirgsdirektor angerufen und ihm gemeldet. daß nlan heute für das Mittagessen eine gewisse Menge von Kartoffeln, von. Grütze und von Kohl zu wenig verbraucht hatte. Alz dann die Beschwerdeführer bei dem Verwaltirngsdirektor anlangten und eine Abordnung zu ihm hineinsandten, konnte er ihr das bereits mitteilen. Den Pfleg- lingen drängt sich nun die Frage auf. wo denn die so erspar- ten Zutaten bleiben. In der Unterredung mit den Be- schwerdcsühvern gab der Direktor zu, daß überhaupt die Meng: der für die Anstalt gelieferten Nahwingsmittel nicht ausreicht, die Pfleg- liuge in der vorgeschriebenen Weise zu verpflegen. Warum aber sogar am Kobl gelpart wird, ist bei dem Gemüsesegen dieses Jahres ein Rätsel. Gemüse ist doch noch nicht rationiert, so daß wenigstens bwr es möglich wäre, den Psleglingeu mit etwas freigebigerer Hand den Tisch herzurichten. Scheut die Verwaltung die höheren Aus- gaben, die das erfordern würde? Tie Landesversichcrungsanstalt Bersin hat jetzt weit über 100 Millionen Mark Vermögen aus- gehäuft, das als Rücklage für außerordentliche Anforderungen die- neu kann und soll. Haben wir denn nicht jetzt eine Zeit, die außer- ordentliche Anforderungen au die Heil- und Pflegsanstalten stellt? Warum greift die Verwaltung nicht tu ihren reichlich vollen Ben- tel, damit ihre Pfleglinge etlvas weniger schlecht ernährt werden könnten?_ Die Stichwahl im h. Vcrliuer NeichstallswahlkreiS ist vom A'aglsti�t auf Dienstag, den 29. Oktober, in der Zeit von HO— 7 M)r angesetzt worden. Der Papier Mangel zwingt uns, die heutige Sonntags- beilagc ausfallen zu lassen. Sie soll an einem der nächsten Tagt nachgeliefert werben._ Neufestsetzung der Milchmeugeu. Cs sind vom 20. Oktober ab bis auf weiteres abzugeben: -0 auf die roten, mit einem Kreis und mit..AI* gekeiinzeickmeleu Milchkarten 1 Liter; b) auf die lila mit„All" gekennzeichneten Milchkarten'si Liter: c) auf die grünen mit„LI" und.Bll" gekennzeichneten Milchkarten je V» Liter: d) auf die braunen mil„C" gekeiinzeichneten Milchkarten 1li Liter Vollmilch. Auf Krankenkarte» und Sonderkarten ist die anfgedruckie Menge voll zu verabfolgen. Vom Bartholomäus- Kirchhof. Vor einigen Tagen �berichteten wir von einem peinlichen Vorfall, der sich am letzten Vonnabend bei einer Beerdigung auf dem Bartholomäus-Kirchhof zugetragen bat. Dieser Fall steht, wie unS ein« Zuschrift lehrt, leider»ichl vereinzelt da. Am 3. Januar d. I. habe» Leidtragende, die dort zu einer Trauerfeier versammelt waren, ebenfalls die Erfahrung »rächen müssen, daß die Beerdigung nicht statifinden konnte, weil keine Gruft gegraben war. Sie mögen, sagte ihnen der Kirchhosstnspektor. am nächsten Tage wiederkommen. Daß dann die Grus: ierliggestellt sein werde, konnte er allerdmgS nicht bestimmt versprechen. Ta zu jener Zeit tu nächster Näh? des Kirchhofes Militär eiuguartiert lag, dürfte Mangel an Arbeitskräften kauni die Schuld gettagcu haben. E? scheint mithin eine unverzeihliche Saumseligkeit seitens der KirchhofSverwaltung vorzuliegen. Der Schimdlerger Mord aufgeklärt. Freitag nachmittag meldete sich auf deni 33. Polizeirevier in Berlin der Gefreite Oskar K r e t s ch in a r und gab au. daß er der Mörder der Anna Winter sei. Er habe die Nacht bei ihr zugebracht und sie am Morgen infolge eines Streites erwürgt. Da er ohne Geld- inittel gewesen sei. babe er das Portemonnaie der Toten, das 10,4S M. enthielt, mitgenommen. Kreischmar, der sich seit einigen Tagen ohne Urlaub in Berlin aufhielt, ist, wie er behauplet, früher tve�en GeHirnverletzung in Behandlung gewesen. Ein nichtswürdiger Bubenstreich, der leicht verhängnisvolle Folgen bätte haben können, ist in der Galvanistraße in Charlottenburg ver» übt worden. Zwei etwa tljährige Schüler, die auf der Straße Laub zusammenfegten, steckten in jugendlichem Uebeimnt zwei ans der Straße hallende Fuhrwerke, die zusammen mil mebr als zwanzig Zentner Stroh beladen waren, in Brand. DaS Feuer grist mit ra'ender Schnclligkett»in sich und im Nu standen beide, mit Pferden beipannie Wagen in hellen Flammen. Die Feuerwehr, die alsbald zur Stelle war, konnte wenigstens die werlvollen Pferde in Sicher-_.--.... beit brinaen. Die Ladung selbst und auch die Wagen toilrden zum Eanderein, LI„Peer Gyut", 22.„Eolocrg", 23.„Meine Frau, die Hof- größten Teil ein Raub der Flaiiimen. Die beiden jungen Uebeltäter!�a»spiclerin,.4.„Qmtzows,-ü.„Helniai,_b.«Egmoni,:7.„Lcmcelot konnten festgestellt werden. Treptow-Baumschukcnwcg. Dienstag, den 22. Oktober, abend» pünktlich Uhr, in, Lokal von Eberl in Treptow. Grätzstr. 1: Generalverfaninilung. Tagesordnung:.Die Friedens« aiissichten". Referent: Reichsraasabgeordneter Rudolf W l s s e l l. Stellungnahme zur Kreisgeiieraiversammlung. Wahl von Dele« gierten, sowie eines Mitgliedes für den Ärcisausschuß. Theater Se? Woche. Volksbühne: 20., 23., 25.. 27.„Mas für Maß", 22.„Merlin', 2t., 2«., 26.„Kirschgarleii".— Jlgl. OPemhauS: 20.„Ztosinkavalier" 21.„Violetta", 22.„Fidelio" 23.„Margarete", 2t.„Rigolctto", 25.„Jüdin, 20.„Martha", 27.„Meistersinger".— Kgl. Schauspiethauo: 20.„Stella",„Lancelot und Ein Slraßcnräuber festgenommen. Als eine Rentnerin aus der Solniger Straße durch die Burgslraße ging, enlriß ihr plötzlich ein Soldat ihre silberne Handtasche im Werte von 80t) Mark und cnl- floh damit. Auf ihre Hilferufe eilten Passanten hinzu, die den Flüchtigen sestnahmen. Der Verhaftete, ein Gefreiter Karl Brandenburg, der von einer Gciieslingökompagnie nach Berlin be- urlaubt war, wurde der Kriminalpolizei übergeben. Einbruch in die Wohnung der Ermordeten. Während die Krimiiialpolizet»och eifrig bemüht ist, den Doppelmord an der Ziinlncrvcrmictcrin Frau Rühle und deni Geldbrieslräger autzu- klären, tsi in der Nacht zum Sonnabend in die Wohnung der Er- mordeten eingebrochen worden. Leute im Hauie hörten in der Wohnung ein Geräusch und überraschten drei Männer, die alles, waS sie mitnehmen konnten, bereits zusammengepackt hatte». Die Einbrecher ergriffen mit der Beute die Flucht. Ein Schutzmann, den die Hausbewohner benachrichtigten, verfolgte sie und es getang ihm, einen der Diebe sestzunehmeil. und Sandercin",„Der zerbrochene Krug".— Deutsches Theater: 20. „D-ntons Tod", 21., 23., 25., 27.„Clavigo", 22.„Faust I", 24.„Maria Stuart".— Kammerspiele: 20..Valer", 21., 23., 26..NoSnicrsholm" 24. „Scheiterhaufen", 25., 27.„Ter Erste".— Lesstng-Thcater: 20., 25.„Peer Gyut", 21., 22.„Mein Nachbar An-cflc", 23., 24,, 26., 27.„Marquis von Keitb".— Theater in der Kön-gzräyer Straße: 20.. 24., 27.„Roömersholm", 21., 23., 26.„Hauch im All", 22., 25.„Erdgeist".— Opernhans Char- lottcnburg: 20.„Tanuhänser". 21.„Eilenic Heiland", 22.„Freischütz", 23. „Goldene Kreuz". 24.„Troubadour". 25.. 27.„tlllöckchen des Eremiten", 26.„Fidelio".— Schiller-Zheater: 20., 21., 24., 27.„Der siebente Tag", 22.„Ein Volksfeind", 23., 25.„Pfarrer von Kirchfeld", 26.„Hamlet".— KteineZ Theater: 20., 21.„Liebelei". 23., 26., 27.„Alt-Zlürnberg", 22.. 24., 25.„Der Einsame".— Walhalta-Theat«: 20.— 23.„Donaulicbchen", 24. geschlossen, 25.— 27.„August der Storfc"! Täglich: Deutsches Kiinsitcr-Theatcr:„Liebe".— Kleines Schern- lpielhaiiS:„Frühlings Erwachen".— Komödienhaus:„Die tanzende Nymphe".— Berliner Theater:„Vlitzblaues Blut".— Residenz-Thcater: Hotel Stadt Lemberg".— Tbcwcr des Wcsiens:„Lustige Wi:wc". Charlottenburg. 125 Gr. Weich- oder Faustkäse werden von jetzt ab bis zum 21. d. Mls., an diejenigen Kunden verteilt, die in den Speise- fettkundenlisten in dem Bezirk der 3. Broltommission bczw. in den Bezirken der Vrolkommiisionen Nr. 1, 2, 4, 5. 6, 16, 21, 23, 24, 27 und 80 in Charlottenburg gelegenen Geschäften ein- getragen sind. Britz. Eingemeindung nach Neukölln. Die Gemeindevertre- tung loar am Tvnncrstag zu einer öffentlichen Sitzung zusammen- berufen, deren einziger Punkt der Tagesordnung lautete: Vertrag über die Vereinigung der Landgemeinde Berlin-Britz mit der Stadt- l gemeinde Neukölln. In der sehr eingehenden Debatte wurde all- seitig der Erwartung Ausdruck gegeben, daß die Stadt Neukölln die im vorliegenden Vertrag festgelegten Vereinbarungen in freund- schaftlichster Weise erfüllen werde. Erschließung des Britzcr Ge- ineindegcbietcs nach modernen städtebaulichen gesundheitlichen und sozialen Grundsätzen und Förderung des Wohnungswesens insbesondere des Kleinwohnungswesens wurde als besonders wichtig und notwendig erachtet. Neben diesem wurde als selbstverständlich vor- ausgesetzt, daß leiii Beamter oder Arbeiter bei der Uebernahme in seinen Gehalts- oder Lohnverhällnissen eine Benachteiligung er- fahren dürfe. Letztere Erwartung wurde dem Vertrage als Vor- aussetzung beigefügt und derselbe mit dieser einstimmig an- genommen._ Groß-Serlme? parteinachrichten. Schöneberg. Montag, den 21. d. M., abends 8'/s Uhr, in den Neuen Ralhaussäten sgroßer Saal): Mitgliederversamm- lung. Genosse Friedrich Bartels spricht über:»Die Demokratisierung Deutschlands und der Frieden." Besonders die.Vorwälts"-Leser sind eingeladen. LustspielhsuS:„Die spanische F:-rc",— Theater am Nollerrdorsplatz: „Drei alte Schachteln".— Tri: o..-Theater:„Der gute Nus",— Thalia: Theater:„Unter der blühenden Linde".— Theater der Friedrichitadt: „.Kaiservlatz 3, eine Treppe".— Palast Theater:„Stralaner Fischzug".— Kasino-Theater:„Man lacht mal wieder".— Aational-Thcater:„Prinzen- liebe".— Rose-Theater:„Dreimäderlhaus". Mus alle? W:'l. �ugzufammciistost. Köln. Auf dem Babnhof Uerdingen fuhr Freitag gegen 10 Uhr vormittags ein einfahrender Le ckitkrankenzug infolge falscher Lage der Weiche auf einen auSsabr.'iiben Güterzug. Sieben Soldaten und ein Zugbediensteter wurden n(■lotet, außerdem sieben Soldaten schwer. 2l leicht verletzt. Der Materialschaden ist erheblich. Die Schuld trifft nach den bisherigen Feststellungen in erster Linie den Weichensteller, weil er nicht auf die falsche Loge der Weiche achtele. Ein verschwundenes Schiff. Stockholm. Nach einer Meldung au? Snudsvall ist der klein« deutsche Segler Jnez, 250 Tonnen, mit Holzladimg auf der Reise nach Holland spurlos verschwunoe». Nachforilbimgen waren bisher erfolglos. Die Besatzung war acht Mann stark. Vriefkasten öer NeSa?!wn. W. St. I. Drei Monate vm- b-r Niederkunft crbalten die Schwangeren täglich'lt Liter Milch und auch eine Zutotzbrotlarte. Unter Einreichung einer Bescheinigung der Hebamme üt der Antrag an die Zentralstelle für Kranlencrnährung, Ziotzstraße, zu richten.—®. B. 18. 1. Nein. 2. Ja. WetterauSftcchten'Ür das mittler» Nordventtctiland d,» Montag miteaq. Ziemlich mild, zeilweiie alisklarriid, jedoch vorwiegend trübe und nebelig und im Küstengedicic meist geringe, im Binnenlande stärkere Regensälle. BERLIJ�I C Sfranclaugr Str. IS Gegründet 1815 BERLIN C Konigstr. 11-14 Korsette Korsett bu» buntem Stofl mit I Paar Haltern Korsett au« weißem Leinen mit I Paar Halt. K-OrSCtt a. niodeferb. Leinen mit I Paar Halt. 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Tagesordnung: 1. Die Organisation im Kampfe für beffere Lohn- und Arbeitodedingnngen während deo Krieges. Referent: Verbandsijor'itzciider Otto Str ei n e(Hamburg). 2, Dislufsion. Wir erwarten, daß unsere Kollegen zu dieser Versammlung dollzäblig erichcincn. Auch Nichtorganifierte haben Zutritt!'TfötQ 135/5 l>ie Ort»verivnltnn{t. Charlottenburg Eeratunssstelie tiif Ceschleclifs�anke, Die i:p:e6>stundcn der städlischen Bernlungsitelle für(Äe- schle,.!?krankc im Ebarlottenburger Kranlcnhaus. Kirch ür. Ig 20, finden sowohl sür itlänner wie für Flauen, nach �cschlechlcrn getrennt, rieriral wöchentlich, und zwar A/ontags und Donners- taas ron e— 9 Utir abends und Mitwochs und sonnabends von 12--t Uhr mittags stalt, Leralungsbedürstige werden bier unentgelllich untersucht und beraten: eine Behandlung findet Nicht itatt, 1422 l' v:,.« p__ ,, 3k-.'-f�Lr w dr2 Der vaulchiog« s.uo. Der Oat'cfi'ofler7. Der Aahrrndre»««»!»? 6 fflioD Schlosser- u. Schmiede- arbeilen 12 Mob Kanstschmiedereien l2 Der Schnneeemeister 8 7» Der ynsbeiGioa 87g Veiechue» d,«circhde 8. Die ffarmerei ig lknen u, LladttZS Die MeeoNSleberei 18. Die Melabdrcberei 12.70 Drehardottn Weetlellgstdhle>7. Die Werizeuae uu' Arbeitsoerlahren d, presse« LSlig, HerNeltung«o» Weltuwaen>818, Die Urd erei iZ2U MchaU- ichleifen,-polieren-lärben 7Lö Der S0. Der Malchmendaller 22,70 Pra'i Raiaeber>. M ilch-nendaner 10.85 Ma�chinenzeichnen 14,80 Die Malchiuenelomenle 8. Dle W»sserrSder u Turbinen 13 85 Die Wi»Slrailma:chmen 10 35, Die Mechanik 5 7», Mod Geirehrsobiitgllon 8 Ter Maschinist lg Der mod Heiinnasmonle>r ml' ModeUdand 13,75. Der mod Seher u. stesselwürtrr mli MadeNban» 17 20. EleltrlzllSlsvrariS 48,75 Dle®letirijii4i in Hau« u Gewerbe 3 70. Lcil'aden der ffilctirotcchnit 8.80 Elellr. Licht- u. ftrafiomagen 4. Tchmachstrom- Schal, nnaoichelnas 4. D,r K>mle»»»lograph!e 4 D'e ,ri>l<>ze>iglechnlt4 Das Buch.er Trstndungen lSLg. Das Manrerhandmerk 2770 Der Maurer 8 70 Der P.airermeli er 870 Dle Bautonstrutiio» o. Maurers 7 25 Der Sle lcherechner 4 Der vauisthrer 8 Das ,gi>nmeieiha»dldelt 27 5» D-r Zinimcrn'earer«70. Ter .Zimmermann 870 Die HolnonstlUkiianen d.g'mmermanno 3l,4g Dachaasiniliel'Ugen 8 Dach chi'iungen 8, Der Hol,- bau 1,70 Da« Hau« des Vstrqer? 12,.stimmermauns'wache 4 35. Die Bau- a, Nultbdl er lg, Der Hdlzdeiechncr 5 Der «chniltbol berechner 2,70 Der Bauralgeber 12 Die Baustanf l2, Formeln und TadeUen s, Balibauowelker 3 Bau- stostledre 8 70 Baulormlebre 4, Bautonstrullion- lehre>8 Festlatelt-lebrc mib staut u,35, Bau hdiz. Treppen 10,70. Bau stein Treppe» 10 Bauest Treooen lg. Der Tuirststeln l»»alt..gemenl u.-ps 8. Der Siutta'eur u» p er 14, Der Bildfoimer u Glpsg'eher 5�5 Teirazzo» Te-rrazzoinolait 7,35 Das Bailelt>3 45, Dle ijie«elfabrIka!iOll 17.35 Der Baugia-er 8 Der vlatN'che Ti'.chler 3335 Mod Baub-chlerei 18 Mr.l Bau i'chteraroelle» ig Der S-bremer 15, Der Laodlstchler-0, De Tllchleriauile 14 Die"ichierwertstan 7 35 Der Modelst stch-er 8. Der Mdbelistchtsr>3 35. Einlach» MSbet in mod Stil lg Mod M5bel lg Motel i Juqendstii 10. Mobei>, Rotole 8«lltdeustche'4 e,0st!che Zlinmer- mdoel 10. GelchniNle Mdde! 12 Mod.stiem u AlerinObel 10 Mos Hnuslüren><> Med, Tllren u. Tore>2 aaluchiei eu. bei-en votieren 8,7g Der Drechsler 15 Mos Drechilerarbelte» 15. Mod, Hoi-bildgauerarbellen 10 Die Laudiagerei 4 Dteseadrlkalion derRahinen u. Goldle'sten 7.35 Der s-eamacher lt. Da« B ege» ee» yol-es 4. Der Wagenlooruanl 15. Der Wagentasten u, lein Plan 9,36 Der stranwagenbau. mit Mosetlband 33, Der Sattler 18 70 Der Au omobit- u. Luitichiss'allter 7,36 Der moo Tapezierer u Dekorateur 12,70 Die Schule d Tapezierer« 14 Der Zimineldelor-.tteur 8.70 DerDeiorastous» u, Eiubenma er 7 Der SiaArrmaler 8 �arbeudai uiaaie i Hai«, u. Marmor maleiei 2>�5, 48 Blalt Monogramme 870, Mos La-t chrstten 870, Einfache isirn ea chris en 10 75, Bor agcn iür ,�irmenichrciber>2 Moderne Pialal- und Rettame'chrlilen 9 Technik dei Leimalerei 270 glrrichrstieu 12 Porzeilan- u. chlaomaltrel 9. Lactier- tunit 870 Der S'e'mntB 870 Das Tunkst eren 2,70 Der Marmor 875. Mod chrad-eil. stein« 8 u 8 u. 13.35 GreSdenk- matinlchrstien 875 S!rab°'ein!chrls>en 5 u, 8 Der Seifenkieier i l-'lloderne Seitcnon 12 Die lelien Oele>0. Die Nüchilgen Lei« 18 Di« stii'e und ttkebstosse 705 Dest!iiierruilst4 Die SptrstuSiabiilattva 133- Die Plans- od. Prebdele 2 Der SpirUusberechner 1.40. Der p,akti!che Bicrdra-.cr 20 Die Obst- u Beerenwewe». Welnbereilung und «elierwirischait lg,5g W"g aiirtkalion una Semdereitun-i 1 Altoholkiele Eelräiite 2 Der Bdtt.per ist Der stau- berechner 1.40, Rat. und Ktnsti Minrralwskter 8 Fabrikation d charftimeriemaren 4 Tabak- u Tabaklaorikale 18 Ztgaiettensaprikation 8 Die Lustkeuerwerrercl 4 Anserilg, kunstl Blumen 5,35 Das Flestchergeiverde 21 Die Aiestch- waren-, u, Wurslfabrikalion 8. BIcnrnzuchl 5 staninchenuichl 3 Nun- u. Sporigessilgettu, 1 8 70 Taubenzucht 12 Der «Ucheng aiien 8 Roienzllcht 7,86, Die Drainage>0 Dir B'denmettorauonen 30, Das Felda, essen 24, Mao Färderet 96 70 Die«leinsärverel 10 Vigogne- u Streichgarn>vuinerel 8,70 Die-Spmuerel 4 Färben d, Svimiiaieri, 4. Di« Schlichlerel 1278 Das Seiler., emerde 3. Mod. Lesenabrlkalion 8.70, Der Gerber 12 Herstellung deo lohgaren Leders 8. Dle Lederdand'chuhsabrilatton 20 Dle F-ibbekieiduuaSkunst 14 Die Zuichueidelanst(Herien, 167 1 Die ejulchneidekansl (Damenli», Lehrbuch der Damenschneiders 21 35. Mode-Puglach>7.15 Die«ürlchuerlunst 18.70, Das.rSitien der Rauch. waren 1« Dle Huimachertunil 8 Die Buchdruckerlunst 12 Der Wtchbwber 13. Der Sieindrucier>0,70. Lehrbuch d. Optil lS. Der Planosoriebau 15.35 Die mod Orgel 870, Das Harmouium 4,70 Der prakl, itoiibliar 96,85 Grones Baet- ist Siimpestenbuch 16, Zucteru-aren. Schololaueii und Lebluchen 4, Bonbantocheret 2.66. Die Bisdeui 11 35 ffiif- n.(alte Sllbipelien 5.35. Warm» sampesteu 4 40 Mehispesten 3 62-, 010«o» ettore-rezepte 886. GroheS Kochbuch 10,66. lUreiscinmachebuch 4. Dle Konieroen 6,35 ttomerpieim'g'er Nahrungsmittel 3,36 Die Paddingtüche 4. Die Frau als Hausstrstin 38,50 Die Ulchttge Hauefrau 49 50. Der Handwerker als«aufmanu 7,25 Der Lohicherechner 2, Rechen- heiter 336, Rechenstab 850 Bank- und Bbitenweien 10, Fachzeichnen lg Broibklions-eichemaiein.;»b Modelle 15. Hande'slehr« 3 Aeichenichule 660«larier-chule 5. Euler Don und seine Stlteu 6 Handbuch der Reklame 6 mdUlifl ii Pr f Stürze* n v-iuchem«. techn voedrauchsarl.ce! u. 1 Vt UU W nezepie UI«ä»«4 narircil Epeziwittil, ,«d«tr« enihilu da« deraomie«ert »Gche»>ich-Iechn'Iche Norschripem»0N«hemikor 1(1134 Besten. 1918 Lerttousormai Leiuenban» «onkurrenttö es gemelnoerstauoll sluekunttsdiich, dasd. ttenen zchnlans, ndiach-Inzubriuqen vermag, Unerscha sstch» Fund. u.»oldgrubeizirka» kg) SR. 42.26 gm peld tiasse u. 80«! Polio s, jedes Werk«orau« Wir iiefern auch u,> febr« andere Buch. Drrrtt zu beziehen o. T-. I-j>:1»«-»rv S Co., Berlagsbchhdlg.. Bsrlia S.F.14. Dresdener Sir. 0: K.\nd MS 2.95 ÄMT Emaille 2 Tasson init llritsriissön hflbsche KantenTersi�raiig...«••''' 1 KMzkMLks n. 1 Zucksr- S iiSiS hilb-iches PjeesBioster 2.05 i'lasdie.vierÖiRser und Tablett...... 4 Ka�e�csiier p°.-,»iia». mit hühechen KIr.dsrbildem «■ft*-:®- Porzellan mit Kracht- 0 q vcrzierun?.. Emaille I'.�Vi JUfTtji KttTH Pressmaster Emaille Porzellan, mit Goldrand...... 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Seilaae öes Vorwärts Sonntag, 29. Oktober 1915 Unö öie Krauen! Von Anna Bios. „Un>Ä ich bin nichts, als ein gefesselt Wcibl" Wieviel Frauen mögen das empfunden haben, bewußt ober unbczvußt, in diesen langen, langen Kriegsjahren, die so ungeheure Anforderungen gestellt haben an die Leistungs- sähigkeit, an die Spannkraft, an die Geduld der Frauen, der Frauen, denen nichts zu tun blieb, als zu arbeiten, zu dulden, zu schweigen. Sie mögen es empfunden haben, als gewitter- schwer und unheilvoll ine Kriegswolken über Europa hingen, jeden Augenblick gewärtig, daß der zündende Blitz, der furcht- bare Donnerschlag alle Elemente des Hasses und der Leiden- schaft entfesseln würde. Dem zermalmenden Rad der Welt- geschichte hätten sich die Frauen in die Speichen stürzen mögen, um es aufzuhalten in seinem rasenden Lauf, als es die Blüte des Volkes zu zermalmen begann. Ohnmächtig standen die Frauen, sie, deren Aufgabe ist mit zu lieben, nicht mit zu hassen, die an ewigen Frieden geglaubt hatten. Gefesselt standen sie und mußten zusehen, wie man ihnen ihre Männer, ihre Söhne, ihre Brüder vom Herzen riß, sie dem Tode weihte. Aber aufrecht standen die Frauen. Sie wollten helfen, die Schäden heilen, gutmachen, die der Krieg üben die Lande brachte. Da strömten die �Tau- sende von Frauen Herbei und boten sich an, zu Helsen, wo es mich sei, beim Pflegen der Verwundeten, bei der Linderung der Not, bei der Fürsorge für die verlassenen Kinder. Gar manche hat damals eine rauhe Abweisung erlebt, mußte mit ansehen, daß Geld, Titel, Rang oft mehr Ausschlag gaben, als erprobte Tüchtigkeit und Sachkenntnis. Sie standen bei- feite, die Abgewiesenen, und sie schwiegen. Es kamen die Tausende von Frauen, dieArbeitneh- m e n m u ß t e n, um ihren Kindern den Ernährer zu ersetzen. Wie Bettlerinnen wurden sie empfangen, demütig mußten sie sich das Recht auf Arbeit erbitten und wie oft mit Hunger- löhnen zufrieden sein. Hier wenigstens kam der große Um- schwung, als man die Frauen brauchte, als man sie heran- holen mußte, um überall die Arbeitsplätze auszufüllen, die die Männer verlassen hatten. Aber wer kennt' die Tränen der Scham und Verzweiflung, die gar manche Frau in jener ersten Krieaszeit vergossen hat, als ihr die Arbeit mir aus Gnade überwiesen wurde. Und selbst heute, da gut bezahlte Arbeit genug vorhanden ist, wie wird die schwerste, an- greifendste Beschäftigung, oft verbunden mit Roheit und An- maßring vonseiten der Vorsetzten, schweigend von den Frauen verrichtet, die immer noch die Fesseln, die dem Weibe jähr- hundertelang auferlegt waren, nicht abzustreifen wagen. Und die Schirm von Frauen, die in bitterer Kälte oder in glühendem Sonnenbrand vor den Lebensmittel- g e s ch ä f t e n standen und noch heute stehen, um ein Stückchen Butter, ein Pfund Fleisch, ein paar Aepfel oder einen Kraut- köpf zu erhaschen. Welches Uebernwß von Geduld müssen diese Frauen aufbringen! Sie sehen mit an, wie andere Frauen mit Seidenkleidern und Lederhüten spazieren gehen, die nicht säen und nicht ernten und doch gespeist werden. Die einen jammern, daß sie kein Brot, keine Milch, kein Gemüse haben," um ihre Kinder satt zu machen. Die andern geben Gastmähler, essen Kuchen und leben heute noch, als lvenn kein Krieg wäre. Die aber, die stundenlang unterwegs sein müssen, um nur das Notdürftigste an Lebensmitteln aufzutreiben, die mit ansehen müssen, wie ihre Kinder darben und frieren, >md das ist heute die lleberzahl der Frauen, sie schweigen und dulden, wenn sich auch ihr Herz empört gegen die Ungerechtigkeit. Und wenn sie reden wollten,' wer hört sie heute an? Gesetze werden gemocht, tief einschneidend in das Leben der Frau, Gesetze, die ihnen das freie Bestimmungsrecht über ihren Körper nehmen, die sie zur Mutterschaft zwingen wollen, ohne zu fragen, ob sie die Möglichkeit haben, gesunde Kinder ! zu gebären, ihnen eine gute Erziehung zu geben. Auch hier wurde die Stimme der Frau nicht zu Rate gezogen. Auch hier erwartet man ihre schweigende Unterwerfung. Und heute, werden auch heute noch die Frauen schweigend beifeite stehen? In allem Leid, aller Not, die dieser Krieg über uns brachte, kommt auf leisen Sohlen der F Heden gegangen. Es wird nicht der Frieden sein, den viele er- � bofft und erträumt haben, aber doch der Frieden, der allem | Blutvergießen ein Ende machen soll. Und dieser Frieden wird vom Volke selbst herbeigeführt. Heute verhandelt eine demo- ! kratische Regierung im Namen des deutschen Volkes und will i dem Volke mit dem Frieden die Freiheit bringen. Werden auch jetzt noch die Frauen schweigend beiseite stehen müssen und wollen? Sckwn einmal gab es eine Zeih, in der alle Traditionen über den Haufen geworfen wurden, in der das Volk sich sein Recht eroberte. Aber damals wurden bei dem Ruf nach Gleichheit die Frauen der- g e s s e n.„Frankreich, wo jetzt alles gleich ist," schrieb Theodor von Hippel, der tapfere Streiter für die Tleichberechti- gung der Frauen,„Frankreich ließ das weibliche Geschlecht unerlöst." Wohl hatte in der französischen Revolution eine Frau ihre Stimme erhoben. Olympe de Ganges rief in einer Adresse den Fromen zu:„Ist es nicht Zeit, daß auch unter uns Frauen die Revolution beginnt? Sollen wir immer verein- zelt sein? Werden wir nie an der Gestaltung der Gesellschaft tätigen Anteil nehmen?" Und sie begründete ihre Forde- rung mit dem berühmten Wort:„Die Frau ist frei geboren und von Rechts wegen dem Manne gleich". Aber der Kon- vent verurteilte die Frauen zum Schweigen, Vertrieb sie von den Tribünen, untersagte ihnen die Teilnahme an öffentliclien Versammlungen, sprach ihnen die moralische und physische Kraft ab, im Interesse des Staates Beschlüsie zu fassen, sie durchzusetzen und der Gewalt zu widerstehen. Mehr als jemals in der Weltgeschichte haben die Frauen in diesem Krieg gezeigt, welch ungeheures Maß an morali- scher wie physischer Kraft sie aufzubringen vermögen. Auch heute, in der Schicksals stunde des Volkes, schwei- gen sie noch. Sie warten der Stunde, da es Zeit sein wird, ihre Stinime zu erheben. In den Zeiten, die jetzt kommen, so ernst sie auch sein mögen, gilt es, aufzubauen, was zerstört wurde, gilt es Wunden zu heilen, die geschlagen wurden, gilt es vor allem ein Geschlecht heranzuziehen, das, an den harten Lehren dieses Krieges erstarkt, berufen ist, den Staat zu ver- walten, der ein Volksstaat werden soll. Das Volk aber besteht aus der Gemeinschaft von Männern und Frauen. Alle Frie- densaufgaben, die die Zukunft bringt, können nur mit Hilfe der Frauen gelöst tverden. Je größer ihre Anteilnahme sein wird, um so nützlicher werden sie auch ihre Aufgaben lösen als Frauen, als Mütter, als Staatsbürgerinnen. Deshalb: Hört ihre Stimmen, verdammt sie nicht länger zur Rechtlosigkeit! Gebt ihnen die politischen Rechte! Geeichtszeitung. Durch die Liebe zum Kinde brotlos geworden. In einen schweren Seelenkonflckt brachte ein unsozialer Arbelt» geber eine Fra» Malhilde W., die vor der 4. Kammer des Berliner KousmaiiüSgerichts Klage erhob. Frau W. balle es übernommen, eine Filiale siir den Kaufmann F r i e d r i ck, P i ck zu leiien, der in Erotz-Berlin 4? Slrumvirevaralur- Anstalten unlerbält. Die Klägeim. die mit ihrem fünfjährige» Kinde allein in der Weli steht, balle ihr Kind meist bei einer Nachbarin tagsüber untergebracht. Wenn dieie selber aber fortgehen mutzte, dann nahm Frau W. da? Kind mit in die Filiale. Als der Bellagte dessen gewahr wurde, untersagte er der Mutter strengstens, noch einmal ihr Kind in das Geschäft milzllbringen. und drohte ihr für den WiedcrbolungSsall die sofortige Entlastung an. EineS Tages wutzre die geplagte Frau wieder nicht, wo sie das Kind lasten sollte. Das etwas zurückgebliebene kleine Wesen allein zu Hause zu lassen, wagte fie rnchi, auch bat das Kindchen inständig!„Muili, geh' nicht fort. Last' mich nichl allem!" So nahm ste kurz entichlosten das Kind aus den Arm und eilte inS Gs'ckäft. Unglücklicherweise bekam auch bald darauf der Chef davon Kenntnis und sprach des- wegen die sofortige Entlastung aus. Die Folge davon war, datz die bedauernswerte Mutter krank wurde. Vor Gerrchl beitritt der Bellagte die Krankheit und hielt fein Verbot bezüglich Mitnahme des KindeS aufrecht. Kinder gehörten nicht in einen geschäftlichen Betrieb, so meinte er. Das Kaickmannsgericht kam wegen de? Einwände« der Krank- heitSstmulanoii zur Vertagung, erklärte aber dem Prinzipal, datz die Miinahme deS Kindes keineswegs«inen EnilassungSgrund bilden köniie. Der Sianddunkt des Beklaqien mag vielleicht in regulären Zeiten seine Berechiigung haben, aber nicht jeizi in der KriegSzeit. wo man den autzergrwöbnlichen Umständen Rechnung tragen mäste. ES sei auch nicht anzunehmen, datz Kundinnen an der Anwesenheit deS Kindes im Laden Anstoß genommen haben. Iugenöveranstaltungea. Slrbetterjugendhelm Berlin, Lindenstr. S. Der sür heute abend angesetzte Lichtbilderv ort rag mutz umliändehalber um eine Woche verschoben werden. Er findet nünincbr am nächsten«onntag, abend» 7 Uhr, statt. Die ausgegebenen Karlen behalten Ihre GiUIigtcit. Cöpeuilk. DaS Jugendheim befindet stch Schönerlinder Dir. Nr. 5 Hos Part, und ist vorläufig jeden Monlag nachm. von 4 bis 91/, Uhr ge- offnct. Heule nachmittag Eröffiiungsjeicr. Cer«taalsfekreiklr de» RelchsfchahamtS, Graf von Roebern, haste mst paHelsflKern de? Reichstag« eine Ausspräche fldcr ble KrlegSanlech». waren mll dem ZielchStaaspräsidenten Fehrenbach, vom Zenlrum ble Abgeorbneten Gröber und Trimborn, von den Soziolbem o» Iraten die Abgeordneten Ed ert und Scheidemann, von den Konservativen die Abgeordneten Graf von Westarp und lvletrich, von der Fortschrittlichen Volksparlei die Abgeordneten WI, wer und Flschbeck, von den Rationalllberalen die Abgeordnetcn Etresemann und �Llst, von der Oeuljcheu Fraktion dt« Adgeorbneten Fr«lhm von Samp und Schultz-Vromberg erschioney. Oer EiaakösekretZr des ReichsfchahamZs erklärke u. a. folgendes: „Man fragt nach der G-'cherheil der Anleihen. Die Anleihen sind gesichert, formell durch das Versprechen von Regierung und Reichstag; materiell durch das, was hinter ihnen steht, die Arbeits« und Steuertrast des ganzen deutschen Volles. Treffend hat man die deutsche Kriegsanleihe als eine Hypothek auf unser Vottsvermögen bezeichnet, llnser Volksvermögeu steht in der Hauptsache noch un« angetastet da. Das deutsche Vollseinkommen bkeket eins Gewähr dafür, daß auch der Jtnsendienst der Kriegsanleihen gesichert ist. Bundesrat und Reichstag sind gewillt, den eingegangenen Verpflichtungen gere ht zu werden, insbesondere für Deckung der Kriegs« aaleihezknfen in voller Höhe Sorge zu tragen. Bei allen Steuern, die noch kommen, wird der Besitzer von Kriegs« anleihe nicht schlechter gestellt werden wie der, der feiner Pflicht zur Zeichnung in dieser schweren Zeit nicht nachgekommen ist. Ich trete sogar dafür ein, daß derjenlge, der sein Vaterland in schwerer Zeit finanziell nicht im Stiche gelassen hat, bevorzugt werden soll. Die Kriegsanleihe ist eine Volksanleihe im besten Ginne des Wortes geworden, sie ist bereits jetzt in den Händen von Millionen zum großen Teil wenig bemittelter deutscher Reichsangehöriger, sie bildet den Grundstock des Vermögens ungezählter Sparkassen, Gensssenschasten, wohltätiger Stiftungen, die unseren Aermsten diensn. Und weil das der Fast ist, würde kein Parlament und keine Regierung es wagen können, durch gesetzliche Maßregel» an der Sicherheit ihres Zinsertrages zu rühren." Die Parteiführer des Reichstages erklärten ihre volle Usbereinstimmung mit der Auffassung, daß es weiter für Reichstag und Reichsreglerung erste Pflicht sein muß, den Zinsendienst der Kriegsanleihen in zugesagter Höhe mit allen Mitteln sicherzustellen, und daß der Besitzer von Kriegs« anleihe bei allen steuerlichen und sonstigen Maßnahmen keine Benachteiligung, vielmehr nach Möglichkeit eine Begünstigung erfahren soll. Für die Durchführung dieses Bestrebens bürgt schon die Tatsache, daß unsere Anleihen Volksanleihen im besten Sinne des Wortes sind, die sich zum größten Teil in den Händen von Millionen wenig begüterter Volksgenossen befinden. IköWl IffDllsriieiffnieröoBO, i' iSSSS JüjJ VerwnltancrKatelle flerlln. 1 G,», Berlin. **W Hnkatfe« enfem h» F?ld« und derstsrbene, Kollege« gewidmet. Lilce, �Vatter, ssrss«, tc*. IL IL 68 tu»«tt*. örabsch, Reinhold,»«««, gei. iL 12. 86)u»rotz-Lichterleid«. öries, Hermann,«chl-ffre, zeb. 4. 12. 86}« Bnlte, Hagen, Karl, Triette,, je6f 26. 8. 77 zi» Birtenwerver. Halm, Karl, Silbernrbettee, geb. 18. 7. 80 zu BeeS«. HenHeld, Hugo,«-»«»?««, geb. 27. 9. 88 zu Hoym t Anh. Kapphahn, Alex, Schi-sser, ged. 4. 11. SO z« PotSda«. Klemer, Alfred,»rfeett«, ■d. 23 8. 98 zu Berlin. Kröger, Willi, Schl-x«,, «et 16. 10. 87 zu Berit«. Koch, Otto, fiptrrtegaz sei. 8. 2. 99 zu Rtxdect. Langner, Georg, g-rtf«, zei. IL L 91 zn verlin. Neumann, Georg, Wf�««trnt, gei 13. 4. 81 zu Berti». Reich, Harry, Arbett», geb. 9. 8. 99 zu verlin. Rein eck, Bruno,«fr««, S«i. 17. S. 85 zu Berliu. Steddifl, Richard, Sei. HO. 11. 94 zu WtttcnberH«. Wegener, Max, Lchnntarbeiter, (d. Ml 4. 79|tt«näx. Wolf, Paul, Rrtehet, geb. 4. 2. 81 zu VerLn. Wulfert, Richard, Kernmacher xe». 17. IL 78 zu Vertln. Ehre ihrem Anden?e«!> Die(DrtSverwaWimg. DtüfKn wnMilteitn-Inb«». Brzirtilvertval> nn« Sroft-Berlt». N,lge»»t Kalleze« ßvd t»?«»« gefalle«: Adolf Bahlow, Zadustrieardett». Fritz Bergmann, TeschSftSdie««,. Franz Falkenthal, sioKntfch«. Max Fleran,«eschSstMene». Franz Hahn, s«»estri««»«u». Richard Hamann, 3in>«prit«rbeher. Erich Höhne, Geschsfts»ie««. Heinrich Islebe, Lageraevett««. Franz Köhler, J»dustrie«rdetter. Wilhelm Kremser, Gesch-fi-dte«». Wilhelm Krüger, SShoeaaedetter. Gustav Lehmann, Industriearbeiter. Johann Lübke, Straße»bah»er. Paul Medewitz, SeschSstSdiener. Karl Ott, Industriearbeiter. Ernst Paul, vierftchrrr. Georg Voigt, Sefchistsdte««. Friedrich Wegner, Gejchsftsdiener. Karl Werner, Müllschaffner. Paul Wolff, GcschSstSdieuer. Otto Ziemer, Speditiensstrbeiter. Paul Zimmer, Industriearbeiter. Eher ihrem Andenke« t VI« HivnlrlrGlvttnns. Sit» Berlin. Im 4er 17« cht toit 16.«ua 17. 4. St yer- j BUjflftcfcta baira militÄriacben Wachtdienci UBsar] tronas, Uabes Mitglied, der Xyin otrypaaetraer Franz Falke Kita Kiaiaboa im 4L. Leben sjahr*. Kit dtunLalung-osohlaCenea rlnf;«ine« tmaarer' SItesteii, rerdiontosten r.nd beliebtesten Mit- I glieder ron nns; volle 10 Jahre führte er bi»«nr| Einbernfnng treu nndgewissenhoft unsere Kasaen- geschafte und hat er sich dadurch wie auch j dureh eein kollegiales und iiebeswürdiges Wesen i die vollst« Achtung aller erworben. Er wird| uns«r.ver gedieh bleiben! Di» Beerdigung findet am Donnerst*«, den . 24. Oktober, 4'/, Uhr, auf dem Gamisonfnodhof [.S'i Haseaheide(um Terapeihofar Felde) statt. , rs," Um aU gsmeine Beteilignnr err ncht Dop VorstanA. In dar Naeh« vom 16 rast 17. Oktober kam nnser langjähriger Mitarbeiter, der Maschinensetzer Franz FaSka 103L «t Ausübung des rcilitäri sehen Dienstes auf noch unaufgoklSrte Weise ums Leben. Wir verlieren in dorn Dahin geschiedenen einen aufrichtigen und liebenswürdigen Kollegen und Mitarbeiter, der uns unvergeßüoh bleiben wird Er ruhe sanft in Frieden! Dk Qescfadftsieitung und das Persosal der„Vorwärts"-Buchdruckerei, veuttcher ' Cramrortaitrttermfiand. I SezirfäDertoalt Grotz-Verlw Den Mitgliedern zur Noch. \ licht, baK Hitler Kollege, der | Fohrstnhlführer Pasi GöDlhef n der Fkr.1« �llsfal- i Anzeiger' Limmeriii o�t. ! sm 16. Ukwber im Sil er\ \ von 87 Jahren verstorben ist.| S iZhre seinem Andenken! Die Beerdigung fltibrt j I out Montag, den 2L Df«} j lober, nochmitwgs 8 Uhr,| j von der Lcichruhrille des< I'.iinmaus-Ki ich hos es, Neu- kölln, vcrmannstrich« 129, i ruS statt. 64/81 vi« deeNÄer llllnsrdcttek-Vetdai'.d. Veeeiu Sariln. Bezirk Südost. Um 15. Ofiobet starb | unser Mitglied, der Putzer' UildelNkfodööork Ehre seinem Andenke»!< Di« Beerdigung findet\ j morgen Monlag, nachm.> ' 4 Hör,«es dem 8nu«au4> j Kirchhos ig der Hermann- 1 | srratze statt. Um rege BcbdNgnng er- i ! sucht>4 141/7 ! 64/« Der SZokstand. Dcrband der llnreauangefteflteB Dtutfd/lands. firttgropp« ve»« Sseiw. llnseren Mttgiiedern zur !'Nachricht, das, uns« lang. ! jähriges BerbandSmttglied. j der Kollege Nax Lvredarä! m 16. Otrober>m Sltcr von SS Jahren oerftorben ist. Ehre seinem Llndeuken! Die Beerdigung findet am Montag, den LI. ONober. iiachmittagd 4'/, Uhr, aus i dem®t. Slisabeth-Kirchhas, | Panlaw, Wallaulstrage 66, 1 statt Nachruf. ferner«erstarb am 14. Df< tober unser Mitglied, die | Jndustrieangestellte 47/1 �argarsie Böhme | im Aller van 29 Jahren. ] Ebre ihrem Andeute« 1 Die Ortdvcrwalning. Am 11. d. M. orrstetfit» unsere Mitglieder PaOi BwZst.GchrM�r u Hemsann Siebmaais Schneider. Ehre ihrem Andenken! Die Ttnäschernngen finden ! am Mittwoch, den 26. d. SR, I oonntttagt 9 and 10 Uhr. im Krematorium Gericki- \ strafe« statt Um zahlreiche vetellianng j ersucht«9/6 v»p V«p»l»»»nlr»»zr»i»g-. ?Hir die dielen Beweise dev> Itchäer Teilnahme beim Hin- scheiden«niete« lieben Vater«, Schwiegervater»,»irofeoatrr«, Schioager« imd Onkels & I h>> r t StolKecifoor« sagen wir bicrmtt allen Freun- den. Bekannten und vcrw-nidten, sowie � den Kollegen der Finna Gebr.Bolzani und den Genossen de! VI. Beritner Wahlkreises, Beztrl 800,«nsern herzlichsten Dank. 3640b Familie Srm SJolzenbarg, Neukölln, Anten gruberstr. 13. Walter Stolzcnhurg, z. F. t Felde. Arbsiler- Schwinini-Verein Rcrd. Hiermit de» Mitgliedern zur Nachricht, dafe unser «chwimmbnidcr Als Sedmidi l bei den Kämxisen im Westen! am 18. 9. sein junges Leben! lassen mugte. 287/ li,! Wir werden ihm rw ehren- de« Andenken bewahren. Der vorstand. 2 Nachricht, dafe unser Mi'' ! glied Kogllsl taaB am Mittwoch, den 16. Oktober| v erstorben ist. Ehre sei«cm»«denken! Die Beerdigung findet am Montag, den LI. Oktober, nachm. 4'/, Uhr, aus dem CdlisiuSkilchhos in N! arten dors statt. Um rege Beteiligung ersuch. 254/8 Der Vorstand. I stnittaikk .sietSÜsrdettkt- VekfiZnä. ikeewallungoarelli Serlia L Den Mttgiiedern zur Nach- Ü richt, dafe unser Kollege, A der Dreher f\ Ernst Borstel f: litn 15. Oiiobcr an Grippe l gestorben ist. Ehre seinem Andenken Die Beerdignng findet am Bcmmttfi, mw Ü» Okstor, »achmiivaa« S Utzc, rem feor '..'«cht«ho Sc deS asten BenüS. •llrchhete« in der Secstrafee aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. 119/18 VI« Orlsvorwattur.|. Allen Bekannten und Freunde» die traurige Nach- richt, dafe unser lieber, guter Sohn und Bruder, Schwager und Onlel, der Kanonier Karl Fulirmeister im Alter von 51 Jadren an den Folgen seiner schwc- reu Bcrumndui g am tl.Oll im Rcs.-Lazarelt zu Fried. berg in Hessen gestorben ist famltie Ä. FBarmslttsr, Sieichenberger Str. 74a. Die Beerdigung findet am Montag, den 2t. Oklober, nachm. 4'/, Uhr, auf dem hiesigen Gomnion-FriOddow IHascnheede) statt. 36871 Am 10. Oktober fiel in den Kämpfen im Weiten mein nrni« geiiedter Mai«, der Vater mrma* mafigm Ii». de«, der MuAeiiar ss/M Aldin Euhrmsnn In tiefer Trauer Frau�nns ruiii-msnn, Schtnebmg, Großgivschenfieatze 7. Danksagung. Für die vielen Beweise aus- richliger Teilnahme mid die ichönen Kranzspenden der der Beerdigung meine» lieben BatcrS und Schwiegervaters, des Arbeiter« August Winter lagen wir allen verwandten. Freunden und Bekannten, den kingestevlen. Arbeitern und Arbeiievtttnen der Firma Hirschhorn lowie Slibcrstem u. Aein- lraub, sümli. HmlSbewohneru, sowie dem Mcia llarbetterverband und dem Wahlvereiu unseren herzlichsten Tank. 86t8d Paul Licdhardt und Frau Klara geb. Winter, Reicheuberger Eirafee 32. UWG mmm IMWW. Für hie Beweise herzlicher Teilnahme nnd reichen Kranz- spenden bei der veerdigung Mieiner lieben Cousine Eifrieiie Eißmel sage ich allen Beiwandttn, Freun- den und Krermdimien, sowie den Kollegen und Kolleginnen der Firma Goliasch meinen herzlichsten Dank/ 82A Fr«. Gerircd Ifanisch, Neuterstr. 49. Brenniioiz, Rollen, kurzgeschnttten. Abgabe jeden Tag von ll£ Uhr ab, ICottlmscrdnmm 80.* Koeheiftaeken auf dem 4J»*kochei. aller Geheeka. Lokeewdster V«fkwtfn«n>t4L»l. Poaie 1t,— ist»rie. mnBoe X.— Mark. N» kMeen n den einschl. Geschäfte«, soust hei liorhbnck- Cüeisellacb. ih. b. 11. Herllii«14, Sebae�ienotarafie 76. S Aklstl. gktkitetk, modern tinymchti'tk«| f. ütnlinlötor. Kehandlllng� Moderne«, erprobte» Keileerfahren: Naturheilverfahrea, Elektro- und Licht-Heilmethode, die wissenschaftlich anerkannte und glänzend bewährte„Künstliche H5hensonnen"-Behandlung Rönigen-Behandlnng end-Untermehnng, Wasserhellver- (ahren. Pflanzen- und Krauter-Kuren und Bäder, Sauerstoffkuren, homSopathisohe und mechano-therapeulische Behandlung.— Nachweisbar gute und dauernde Hellerfolge bei sämtlichen Krankheiten, inneren und äuBeren, speziell chronischen, z. B. Lungen-, Hals-, Herz-, Magen-, Darm-, Leberleiden; Nervenschwäche, nervösen Koptschmerzen, allgemeiner Nervosität, allgemoiner nervöser Abspannung. Ischias. Gicht, Rheumatismus; sämtlichen Ausschlägen, Flechten. Wunden; Lähmungen, sowie Kinderlähmung, Stoffwechselkrankheiten. Zuckerkrankheit usw— Fre». willige, briefliche und mündliche Anerkennnnge» früher behandelter nnd geheilter Pattenten, die an- gaben, vor der Behandlung in unserer Anstatt ander- weitig ahne Erfolg bebandeit worden zu sein: 1. Frau M. NIchrer, Berlin-Moabit Waidilr. 33. Lunge». leiden, Blutarmut, Nervenschwäche geheilt.— 2. Herr Georg Heinrich. Baumichulenwcg. Baum. schuicnstr. 29 II. Lungcnleidcu geheilt.— S. Frau E» Blädarn, Eäpenick, Aug.-Viktariastr. 24. Herz-, Leber- und Nierenleiden wiederholt gebessert.— 4. Herr K. Ensle, Restaur.. Cbariottenburz, Hutten- strafee 12. Chronischer Miftelohrkatarrh gebellt.— 5. Herr BS. Pursche, Berlin-Adlershas, Helbtgsfr. 29. Bon Magengeschwüre» u.Tarmkatarrhgcbeili.— 6. FrauM. Zoske. Berlin, Nollendorsstr. 40 I. llistrifmatiSmnd n. steife Ichulfer geheilt.— 7. Herr E. Ehrhardt. Gr.-Lichter. felde. Rmgstr. 52». Chronisches Hnftgclenkletde« wiederholt erfolgreich behandelt.— 8. grau E. Ho- dorff, Berlin, Coibergcrstr. 23/79. Nerven- u. Knochen- hantentzüiidvng— vollständig gelähmt— geheilt.— 9. Herr Nayd», Berlin, Prinzen-Alle« 72/73. Bon Kopf- nnd Krenzschmerze«, trockener Brustfell- entzündung«uch Influenza geheilt.— 10. Frau G. Herzmann. Schöneberg. Feurtgstr. 6L Eiternde Jsiftel nach vlinddarmoperatio» geheilt.— 11. Herr E. Ritter, Frirdena«, Eponhoizstr. 56. von Knie- gelenkleiden geheilt.— 12. Fran A. Rohrmoser, Berlin, BreSiauerstr. 1. AlteS siinfzehnjährigeS Herz. leiden geheilt.— 18. Herr M. Auftner, Retntiken« dorf-West, Antonlenstr. 8. Ktekervereiternng geheilt.— 14. Frau H. Hagel, Sachsenhauien b. Oranienburg t M. Untcrl.-Blutnngen und Nervenleiden geheilt.— 15. Fran Ww. ffritidiler, Berlin, Marienburgerslr. 43. Tarmgeschwnlft geheilt.— 17. Herr Erich Bock, Berlin. Havelbergerstraße 15. Bon Nieren- nnd Blasenleiden, Waflersucht, allgemciuer grosser Schwache geheilt.— 18. Frau Restaur. Hering, Berlin, Schönhauser Allee 87. Bon Basedowlcher Kraukhrtt geheilt.— 19. Herr A. vrole, Bln�Drmvelhof, Friedrich-Wilheimstr. 14. Schwere« fikiickcnmartleidrn mit Lähmnng der Beine vollständig geheilt.— 20. Fran E. Popp, Bln.-Lichtenberg, Gärtnerftr. 10. von chro- ntscher Herzschwache»»d Verstopfung geheilt. — 21. Herr 91. Schladitz, Berlin, Caprinistr. LI. Bon SeflchtSiuPnS geheilt/ oorber mit Radium erfolglos behand elt— 22. Herr 91. HeUwig. Bln.-Borsigwaloe. Ernftftr. 25. Von Magengeschwulst, Verstopfung»ud Nervenschwäche geheilt.— 23. Herr Milchhändler Eckert, Berlin, Greijenbagenerstr. 26. von gichtilch-rhcumarischen Schmerzen In Bein und Fufegelenk geheilt.— 24. Herr Gastwirt C. Michaelis, C.harlottenburg, Wallstr.«7. Van chronischem Lederleiden und Gelbsucht geheilt. — 25. Frau M. Kuorr. Bln.-Lichteu berg. Scharn- weberstr. 62. Bon Herzschwäche, Leberanschwellnng und Magenkrebs geheilt.— 26. Sohn Paul dc� Weichensteller« Herrn Wilhelm Haffner. Bln.-SSesteiid, Beomtenhau». Bon schwerem Beinleide« geheilt. Bein sollte abgenommen werden. 243/16» ESZT'�Sriofllohe Original Anerkemnmgas von uns geheilter Patienten stehen im Wartezimmer der Anstalt auf Wunsch zur Einsicht ❖ Getrennte Behandlungsräume für i- Dameo und Herren I ♦ Sprech- and Behandlongszeit:<: 9— 1, 4— 7"/,.— Sanntag und Feiertag: 9—1. Tie ärztliche Anftaltsleitnng: vr». MSÄ. Kvisn, Arzt und Heilaujtaltsdesivrr Professor P. �SasteSsky graduiert»ud approbiert im Ausland HeHin SO. 16, Brückenstr. 10b am Bahnhot JannowltEbracSc«. Spezialarzt 1 l>r. med. 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SchMer-Tbcater Chart: Hans Sonnenstöbers Höllensahrt. Lesiing-Th.: Perleberg. Ewe Partie Piquel. Künstler-Th.: Der Blausuchs. Residenz-Th.: DyckerpottsErben. Nachmittags S1/, Uhr: Theater des Westens: Die Dollarprinzesfi». Wochentags Tl, Uhr: Voiksbübne: Der Kirschgarte». � Maß jür Mafi. �VLlhalla-IKsster. "llt Uhr: Donauliebchen, Theeler für Sonntag, 20. Oktober. üiHids Qpsrottentiaas 3'/, Uhr: Der Soldat der Marl«. 7',.Uhr: Das süße Mädel. Cedtral-Theater Uhr: - Die ßose m Stainlial. I>eutHche« Opernhaaa 7 uhr: TannSiäuser. Friedrlch.Wilhelmst. rbeetcr 3 Uhr: Violetta(La Traviata.) V1/, Uhr: Hanmcrl. Kleines Theater 3'/. Uhr; I.lehcIeL Liebelei. Ii KocniBcfao Oper 31/. Uhr: Schwarzweldmädet. 11 u.iSciiwanwalüisM (iasttipiclhaRa 31/,: Die blond. Mäd. v. Lindcnh. 7V, J- Uhr: L'ic uiono. i-.iaa.».-inuenn. ßle spMis?li2 füep. Metropol-Theater 'xo; Die Fasehisgsiee 3 Uhr: �Vierter Biut. Palast'Theater S'/jU.; Der Stralauer FitehztiQ. 7\ üh# jtrate Wch. ifi-Tleier. Direktion: Vlbtor SSrilowol;)>. 3 y,j Parlcberg-ParU« Piquel 7 Unf: Perr Oynt. Mont.: Mein Nachbar Ameise. Dienst.: Mein Naelibar Ämelse. ilittwooll atiin 1. Male: Der Marquis von Donnerst.: Marquis von KOltfl. Dreitogr: Prer ttynt. Sonnau.: Marquis von keilb. Üormtag: Marquis»dn kbilli. Slontag: Marquis Von Keittl. Beufseäßs ßüBStlgp-Tliistcr. 3 Uhr: Orr Biautachs. 7'/, Uhr: iJebe. Mont. u. fol�f. Tage: Ue»c. UeNldeaB-Ttaeatcir 3 Uhr: Oyckerpotts Erben. uh'r: Bßtel Stellt LEmbErß. tSchilior-Th. Chnrl. 3: Hans SannensteO. HBIientaNH 7*1. m.r:38f Stet8 1�1. Tha.iia,ThrH«rr 3 Uhr: Egon und seine Framn. mir: öulerilÄiii Ltede. Mitswoch 31/, Uhr: Rais« ins Sctilaraftenland. Theater am NotletdOrtpUlz 3'/. Uhr: Immer feste dnrft! T Uhr: Theater de« Wewten« 7i/f u�t fiie iostfe Sitwe mit Guido Thielsohar. Sfi, U.: Die Dellarprlnrsss in. �VsÜnsr-TheNter ul.u� M EaliosisSits. TJ, Uhr: Frflhlingtllnilt. Heate"■Jbtä 3 Tor«ti-Jlung;cn 2 i'l, utir; Kleine Preise, Kind, d.iraifte! 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Straßrndemonstrarionen, Lebensmiltelunruhen und ähnlichen Ausschreirungen bestraft sind, zur Begnadigung vorzu- schlagen, find, wie wir erfahren, allein in Preußen bisher schon 190 Personen, die zu Zuchtbaus. Gefängnis- und FeftungSstrnfe%»ernrteilt waren, auf dem Gnadenwege in Freiheit gesetzt worden.� Da?„B. Z.' folgert aus dem Wortlaut deS Amnestie- erlasses, daß eine Begnadigung Karl Liebknechts nicht unter ihn falle, da Liebknecht nicht von einem außerordent- lichen, sondern vom ordentlichen Kriegsgericht verurteilt worden ist. Wir wissen nicht, ob diese Auffassung zutrifft. An sich ist ja zu einer einzelnen Begnadigung nicht ein besonderer Erlaß notwendig. Aber wir betonen hier mit allem Nachdruck, daß eine Amnestie für politische Vergehen, die nicht auch Karl Liebknecht die Freiheit gibt, einen großen Teil der ver- söhnenden und befreienden Wirkung des Aktes verlieren würde. Die Amnestie Karl Lieb- knechtS muß schon deshalb mit aller Energie gefordert werden, weil das Urteil gegen ihn überhaupt nur als Ausfluß der Kriegspsychose zu erklären ist. Selbst die Personen, die es gefällt haben, werden durch den Verlauf der Ereignisse inzwischen wohl eingesehen haben, daß es von jedem Stand- puntt aus eine Unmöglichkeit war, einen Menschen deshalb zu 4'/, Jahr Zuchthaus zu verurteilen, weil er auf dem Pots- damer Platz gerufen hat:„Nieder mit dem Krieg, nieder mit der Regierung I' Schon viel zu lange hat das Gerechtig- keitsempfutden auf eine Korrektur dieses Urteils warten müssen._ Die Vereitelung Aes Zrieöens Üurch öen U-Doot-Krieg. Sin Beitrag zur Frage der Berantwortmrg. Der.Frankfurter Zeitung" wird von einer Beltzm-»« Hollweg nahestehenden Seite zu dem Artikel Schulze- Gävernitz». a. ge- schrieben: In Wirklichkeit trugen sich die Dinge tn jenen krtttsche» Tagen folgendermaßen zs: In den auf die Senatsbotschaft(22. 1. 1917) folgenden Tagen ließ Wilson Bernstorff durch einen Ver- trauensmann sagen, der Präsident wolle sich erneut bemühen, den Frieden znstandezubringen. Für diesen Zweck werde ti von besonderer Wichtigkeit sein. Genaueres über die deutschen Friedens» bedingungen zu erfahren. Das Telegramm BernsiorffS hierüber ging in Berlin am 28. Januar ein. Damals war der uneinge- schränkte U-Boot-Krieg bereits beschlossen nnd all« vor- bereitnngen für seinen zum 1. Februar festgesetzten Beginn ge- troffen. Ein Gegenbefehl war eine technische Unmöglichkeit. Bernstorff wurde umgehend hiervon verständigt und beauftragt, der amerikanischen Regierung bei der Uebergade der Rote zu sagen, daß die deutsche Regierung Wilsons Absicht aufs wärmste begrüß« und zur Förderung dieser Absicht die Friedensbedingungen dem Präsidenten zu eigener persönlicher Jnformatum bekanntgebe. DaS Friedensprogramm wurde in dem Telegramm an Bernstorff ein- gehend entwickelt. Bernstorff wurde ferner beauftragt, Wilson zu sagen, daß der eingeschlagen U-Boot-Krieg an» technische« Grün- den nicht abgcstovpt werden könne, daß aber die Reichsregierung bereit sei, Befehl zur Einstellung deS U-Boot-KriegeS zu geben, sobald«S Wilson gelungen sei, eine erfolgver- sprechend« Grundlage für die FriedenSverhand- langen zu sicher». Die amerikanische Regierung beantwortete trotz dieser Mitteilung die Eröffnung des uncingkschränkten U-Boot- Krieges mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Der Vorwurf der Zweideutigkeit gegen die deutsch- Politik kann daher nicht aufrechterhalle« werden, ebensowenig berechrigt ist der gleich- falls erhobene Vorwurf, daß die polltisch« Leitung.ander« ent- scheidend« Instanzen" nicht miterrichtet habe. Selbstverständlich war die politisch« Leitung auch über diese Vorgänge mit den mili- tärischcn Stellen in dauernder Fühlung. Dieser Depeschenwechsel ist in vollem Wortlaut auch den Mitgliedern de? HaupiauSschusseS de» Reichstages am 31. Januar 1917 in«ner Gehelmsitzung mit- geteilt worden.* • Auch diese Darstellung beweist nur, welch furchtbare Per- a n t w o r t u n g die Veranstalter de» uneingeschränkten U-Boot- Krieges auf sich geladen haben. Der U-Doot-Kricg ist also mit- ten in einen neuen Verständigungsversuch hinein- geplatzt, den Präsident Wilson trotz seines ersten MifzerfolgeS zu unternehmen sich anschickte. Damit ist erwiesen, welches Interesse Wilson damals an dem Zustandebungen de» Friedens hatte, und daß eS— aller gegenteiligen Behauptungen zum Trotz— nichts als der uneingeschränkte U-Boot-Krieg gewesen ist. durch den Wilson zum Kriege gegen uns veranlaßt wurde. Die Verantwortung trifft in erster Linie die alldeutschen Hetzer und Schürer, sie trifft aber auch die schwache Regierung Bethmann HollwegS, die sich von den Alldeutschen gegen ihre bessere innere UebcrzeugniP zu der Tat treiben ließ. Die Ent- schiildigiinaen verfangen nicht. Demi wenn am 28. Januar der auf den 1. F?l>ruar angesetzte uneingeschränkt« U-Boot-Krieg auS technischen Gründen nicht mehr abgestoppt werden konnte, waS bleibt dann noch von den deutschen Anklagen gegen Siichlomlinvw und Sassanow, die ja auch au?.technischen Gründen" die russische Mobilmachung nicht mehr rückgängig machen wollten sl �chWwöe!?atalos öee»Deutzen Zeitung". �Veweise" für sozialdcniokrcktischen Aunexionismus. Di? ,Dc»!sch» Zeiti-ng''»vrösffntsicht eine Seeff von Zitat«!, durch die tze den Noch»«» erbringen will, daß die Sobald« mokraiff ;n gewissen KriegSjeft«««ich annexianikttfch gewesen sei nnd dvber ebenso zur KriegSverlängcrunz beigziragen habe, wie sie selber. Tie Aitnte find z. T. gute VeSaunff mt»»nsarer S«««lu«ss«II- deutscher Falsch»«,««, z. T.»«weis»« sie nich««der da» Gagenteil drss»n, WaS sie tttvere» sollt«». Weich d«i erste Zitat au«.der„Chemnitzer Boltzsssimme" ist ein typischer Beleg für die alldeutsch« Zitiermeihobe. Die„Chemnitzer VolkSstnnme" hatte am 3. Januar 1917 unter denk Eindruck der alldeutschen Propaganda— u. E. in sicher verkehrter Ein- schstzlmg der BoWstnnmung— geschrieben, daß wohl eine Aichr- Fest de« Vokff» für Annepwnen fei, daß abec dve Goziaidemokrakie sich gleichwobl von dieser Stimmung nicht fortreißen lassen dürfe. Di«„Deutsche Zeitung" zillert von diesen Ausführungen nur den ersten Teil, die Schlußfolgerung aber läßt sie weg: es soll so aussehen, als habe sich d«„Chemnitzer Volksftimme" mit der AnnexionSstimmung einverstanden erklärt. Das Gegenteil ist der Fall! Auch der.Vorwärts" soll annexionistische Forderunge» anfge- stellt haben. Und warum? Wir schrieben am 16. Januar 1917 folgende»: „Hier in Deutschland hat man mittlerweile die Frage dis- kntiert, ob eS nicht besser gewesen wäre, wenn� auch die deutsche Regierung ihre Kriegsziel« bekanntgegeben hätte, und die Be- hauptung ist hervorgetreten, die Regierung hätte sich nur zu einem Programm ohne Annerionen bekennen müssen, um einen „Frieden ohne Sieger und Besiegte" zu erhalten. Diese Be- hauptung kann nach der ZehnverbandSnote an Wilson mch! mehr aufrechterhalten werden." Dies« Stelle bedeutet natürlich: auch wenn die deutsche Regierung klipp und klar sich auf den Boden des Friedens ohne An- nexionen gestellt hätte, so wären die Ententeregierungen hierauf nicht«ingegangen, da sie ihrerseits Annexionen haben Ivollten. Wir fordern die„Deutsche Zeitung" öffentlich auf, auScinanderzu- setzen, inwieweit wir durch diese Feststellung uns auf den Boden annexionistischer Forderungen gestellt haben?! Ein Mensch mit fünf gesunden Sinnen begreift das nicht, aber solche Menschen scheinen in der Redaktion der„Deutschen Zeitung' rar zu sein. Weitere Beweff« unserer„annexffnistischen" Gefinmmg sollen sein: Die Gen Scheidemann und Hermann Wendel hätten sich ent- schieden für da» Verbleiben Elsaß- Lothringens bei Deutschland ausgesprochen. Nun faßt man sich schon an den Kopf und fühlt sich versucht, einen Psychiater in dff Redaktion der „Deutschen Zeiwng" zu entffnden. In Frankreich wird man je- denfall» mit Freude hören, daß ein alldeutsche« Blatt in dem Ver- bleiben Elsaß-Lothringen» bei Deutschland ein«„annexwnistische Forderung" liegt. Eo baut sich da»„Material" der„Deuffchen Zeitung' zufam- men. Selbst der berüchtigte U-Boot-Erdmann, der u. W. zu irgend- einer linkSrvdikalen Gruppe gehört, fehlt dabei nicht. Die„Deutsche Zeitung' droht unS mit weiteren Enthüllungen. Nur zu! Die bis- herigen haben nur ein» bewiesen: Daß die alldeutsche Me- tbode de» Falschzitieren». S i n n v e r d r e h e n S und Beschwindeln de» Publik»«» die alte geblieben -ist._ Volksmknifter an Üle§?ont! Aber wer regiert dahei» t Die„Voss. Ztg.* setzt sich mit großem Nachdruck dafür ein, daß Redner aller Parteien, insbesondere ab« die neuen Volks- minister, Volksstaatssekretäre und Volksunterstaatssekrcläre an die Westfront gehen und dort den Truppen den wahren Stand der in- und außenpolitischen Dinge in aller Offenheit auseinandersetzen. Auf dies« Weise solle die engste Verbindung zwischen der Regierung der Heimat und den Kämpfer» an der Front geschaffen werde». Die rechtsstehende Presse ist über diesen Vorschlag ganz an» dem Häuschen, sie wittert etwas vom„Parlamentsheer" und„Pott. lisierung der Armee". Diese selben Blätter haben natürlich nie eiwa» dagegen gehabt, daß alldeutsche Schwätzer wie Max Bevrr und Konsorten die Westfront unter ihr Rederrommelfener nahmen und mit ihren AnnexionSphantafien moralische und„auf- munlernde" Wirkungen erzielten, die wir an � Hunderten von Briefen ermessen konnten, die nnS dem Felde zugingen, angefüllt mit Ekel über diese» schwülstige Maulhelden- tum. dem sich der Soldat wehrlo» preisgegeben sah. Wir zweifeln nicht, daß e» auf den Geist der Truppen ganz ander« einwirken wird, wenn diesen der Umschwung, der sich im Innern Deutschlands vollzogen chat,.klar gemacht wird, nnd zwar von Leuten, die hierzu beruffner find als gewisse Offiziere, die sich vor ihren Mannschaften über die„Lumpen Erzberger und Scheide« mann' entrüsten. Aber wir haben gegen den Plan der„Voss. Ztg." et» anderes Bedenlen:«Die parlamentarischen Minister und SlaatSiekretär« bilden nur die»bersten Spitzen eine« weuvrrzweigteu BerwaltuugSapparate», an dem sich noch fast Nicht» ge« ändert hat. Damit dieser Apparat in a n d e r m Geist« al« bisher arbeilet, werden sie die ganz« Kraft ihrer Persönlichkeit einzusetzen haben. Begeben sie sich auf AgitationSreiien, so ist zu beiürchten, daß inzwischen der Beheimrat alten Stil« die Leitung der Geschäfte an sich reißt und daß dami' die praktische Wirkung der Demokratisierung der Regierung großen« teils ausgehoben wird._ Di« PersammlungSanfllsungrn in Berti» I behandeln zwei Anfragen, die der Abg. Hackse(ll. äo».) im Reichstag gestellt hat. In den Anfragen wird die Auslösung einer Wähleeversammlnng und daS Verbot einer Frauen Versammlung geschildeot und im An- schluß hieran der Reichskanzler«eftogt. was er zu tun gedenke, um solche polizeilichen Eingriffe unmöglich zu machen. Grippe und Haffrflockrn. Eine Anfrage des Abg. Hoch(Soz.) cm den Reichskanzler macht darauf aiiftnerksam, daß es in den Gemeinden, wo die Gripp« herrscht, nicht immer möglich ist, die für den Krankheit�zilstcrnd erforderlichen Lebensmittel, wie z. B. .Haferflocken, mit der nötigen Schnelligkeit zn beschaffen. Dex Reichskanzler wird geftagt, was er dvgegen zu tun gedenke. - Lesste Nackrickten. Fortschritt des Frauenwahlrechts in Frankreich. Gens, 19 Oktober.(Eig. Drahibericht deS„Vorwärts".) Der Berichterstatter schlägt vor, die Frauen bei Gemeinde-, Bezirks- und Devcrrtemcntswahlen mitwählen zu lassen. Sie sollen für den Ge- meinderat auch wählbar sein, wenn sie da-S Alter von A! Jahren überschritten habe«. Di« werblichen Gemeii�veräte sollen aber«N Delegiert« zu den Senat«oehlen n4cht zr-Hflasse« weiden. , Lima» von Sanders in Vnlastina. London, 19. Okwber(Reuter.) lstalnstinnfrint: Fn der v�w- g!»N!ge»ian N»che machte« wir schnelle F»»tschr>tie, aiffm K-waVouff ist jetzt im Besitz von G o«» na» T r i p o I i. Die Türke« haben die Front südlich von Alleppo zuruchjonominen, ohne Mcherchand zu leisten und es scheint, daß sie ihn auch nicht beabsichtigen. An die» fem Platz ist ein« bedeutende Streitmacht unter Liman von Sanders, ungefähr 12 000 Scan» zu scharfem Widerstand«uf- geboten, SewerkschaflsbewMng 13. verbanöstag der Schneider. Vierter Verha7i!dlungstag. Die Generaldiskussion Wer das Statut war sehr aus- xcdehnt. Es herrschte ziemlich« Einmütigkeit darin, daß die Bei- träge wesentlich.erhöht werden müssen. Die Mehrzahl der Dele- gierten stimmte den diesbezüglichen Vorschlägen des Vorstandes zu. Auch erklärten sich die meisten Redner grundsätzlich für die Ein- führung der Arbeitslosenunterstützung. Geteilte Mei- nung herrschte lediglich über die srrage, ob der gegenwärtige Zeit- Punkt für die Einführung der Arbeitslosenunterstützung geeignet ist. Der Vorschlag des Vorstandes, die Vergütung der Zahlstellen ton 20 Proz. aus 15 Proz. herabzusetzen, stieß auf starken Wider- spruch. Berliner und auch andere Delegierte verlangten ein« an- der« Zusammenü'hung des Beirats. In namentlicher Abstimmung verwarf der VerbandStag mit 27 gegen 25 Stimmen die Einfüh- rung der Aobeitslasenninterstützung. Sämtliche Anträge zu diesem Punkt wurd-w einer.Kommission überwiesen. Ucber Instand>etzungS- und H eer«» n ä h a r b e i- te n referierte Gaule'dcr P l o o g-Leipzig. Er bebandelte die bis- hcrige Tätigkeit des Verbandes bei allen Militärarbeiten und be- sorach die dabei erzielten Erfolge, wie auch die Stellung der in Betracht kommenden Behörden. Dabei kritisierte er scharf das teil- weise mangelnide Entgegenkommen mancher Militärbehörden bei Erhöhung und Durcbführung der Lohubcstimmungen. Der Redner verlangte die Verteilung der?lrbeit, Festsetzung des ArbeitSbcdarfs und Hamdhaburig der AuSweiskarte nach einheitlichen Grundsätzen. Für die in militärnschen Betrieben Beschäftigten wird eine gleich- artige Behandlung der Lohnsragc angestrebt. Ferner wird»erlangt die Gewährung fort Familien beihilfc und Kinderzulagen in allen Betrieben und okme Rücksicht auf die Höhe des Verdienstes, sowie eine einmalige Teuerungszulage, wie sie die StoatSarbeiter er- halten. Der Redner unterbreitete ein« längere Resolution, in der die Forderungen im einzelnen aufgestellt sind und wonach der Hauptvorswnd beauftragt wirb, im Beirat für Hecresnäharbeiten »nd b« den Kriegsministerien, und die Gauleitungcn bei den Be» kleidungSämtern im Sinne der gemackstcn Vorschläge zu wirken und für deren baldige Anerkennung und Durchführung mit allen Kräften tätig zu sein.— Die sehr Icbbaste Diskussion bewegte sich im allgemeinen im Sinne der Ausführungen des Reserentem. Es herrschte Einigkeit darüber daß den JnstandSsetzungsämtern noch nach Friedensschluß eine große Bedeutung zukommen wird, und daß deShaw alles geschehen muß, um dort bessere Verhältnisse zu schaffen. Das würbe als um so notwendiger bezeichnet, wätl die Zustände in den JnstondsetzungSämtern im Vergleich zu denen m den BekleidungSämtern noch viel zu wünschen übrig lassen. Als ein großer Uebelstand wurde es bezeichnet, daß einige Aemter den Wünschen der Arbeitgeber Rechnung tragcno die Löhne möglichst niedrig bemessen, und daß bei der Ausschaltung van Arbeitskräften nicht überall die eigentlichen Berufsarbeiter berücksichtigt werden. Welch ungelzoure Summen durch die'Bemühungen der Orgcmi- sationSvertreter für die Arbeiter und Arbeiterinnen mit Hilfe der Schlichtungscnisschüsse herauSgebolt worden sind, ging aus den Mit- toilungen einer Anzahl von Rednern deutlich hervor. Es wurde der Wunsch auSgesprvchÄs, daß die Arbeiter und Arbeiterinnen hieraus Schlußfolgerungen ziehen und die Bedeutung der Orgoni- sation anerkennen mögen. Die Entschließung des Referenden fand einstimmige Annahme. « Der fünfte D e r h a n d l» u g S t a g begann mit einem Re- ferat deS VerbandScsdakteurS Joseph über die Regelung der Lehrlingsfrage im Schneidergewerbe. Der fachgetverbliche Nachwuchs im Schneidergewerbe habe, so- weft er die männlichen Lehrlinge betreffe, durch den Krieg einen starken Rückgang erfahren. Weiter habe die Rohstoffknappheit im Schnei de rgnwrbe und die Beschäftigung mit HeereS- und Jnstand- setzungSarbeiten die Jnnchaltung der vertraglichen Verpflichtung durch die Lehrmeister unmöglich gemacht. Es sei darum die Er- richtung von staatlichen und kommunalen Fachschulanstalten und Sckulwerkstätten zu fordern, um an Stelle oder zur Ergänzung der Me ister lehre die Ausbildung nachzuholen und zum Abschluß zu drin- gen. Um dtcse Ausbildung in geregelte Bahnen zu lenken, seien paritätische Berufsberatungsstellen einzurichten. Solange die Aus- bildung der Lehrlinge auf die Meisterlehr« beschränkt ist. stellte der Redner eine Reihe Forderungen auf, die er eingehend begrün- dete. Der Verbandstag stimmte«per Entschließung einmütig zu. Die Schneiderei in der UebergangSwirtschast behandelte jodann daS Vorstandsmitglied Sch a e r t l- Berlin. Er begründete eine längere Resolution, in der der VerbandStag u. a. forderte: Bis zum Wiedereintritt einer geregelten Einfuhr der für die Bekleidungsindustrie nötigen Rohstoffe die Freigabe der von der Heeresleitung bcschlaguahmten Vorräte an Stoffen, Tuchen. Wolle, Baumwolle, Flachs usw. für die öffentliche Bewirtschaftung. Ferner die weitgehendste Förderung der Herstellung und Verwertung der Ersatzfasern zur Fertigstellung der notwendigen Stoffe für die Be- kleidung der Zivilbevölkerung. Herausgabe der kür den Heeresdienst unbrauchbar gewordenen Kleidung an die Textilindustrie, damit die brauchbaren Fafcrn aufgekratzt und mit neuen Fafevn versponnen zu Stoffen verarbeitet werden können. Zur Zurücksühcung der aus dem Heeresdienst entlassenen Kollegen in das Berufsleben wird ge» fordert, daß alle aus dem Heeresdienst entlassenen Schneider mög- lichst in ihren früheren Stellen beschäftigt wenden. Von den Ar- beidgebern wird die Berücksichtigung der Forderung zum Tarifwesen erwartet, damit die Lohn- und ArbeitSverbälwisse in der Weis« ge- steigert werden, daß«S den Derufsan gehörigen möglich ist, bei tag- sich achtstünd iger Arbeitszeit einen Verdtenst zu erzielen, der ihnen bei den jeweiligen Preisverhältnissen ein gutes Auskommen ermög» licht, um die im Kriege verlorenen Körperkräfte wieder aufzubauen. In der Diskussion wurde die Notwendigkett der Beide- Haltung der heutigen Zwangswirtschaft betont. Es wurde darauf hinaewiesen. daß, wenn dei freie Handel wieder das Feld behaupte, solange es an Rohstoffen fehle, die besitzenden Kreise die Ware zu jedem Preise an sich reißen, und die unbemittelten Kreise sehr schä- digen würden. Weiter wurde der dringende Wunsch ausgesprochen, nach dem Kriege mit einer großzügigen Agitation fiir den Verband einzusetzen, um etwaigen Kämtren gewachsen zu sein, und zur Er- reichung dieses Zieles aus den Erörterungen in den Versammlungen das Trennende fortzulassen und das Einigende hervorzuheben.— Einen beiten Raum in der Debatte nahm auch die Forderung auf Beseitigung der Herstellung von Offiziersuniformen In den Beklei- dungSämtern ein. da durch die jetzig« Methode den freien Arbeitern eine schwere Konkurrenz bereitet wird.— Die Resolution Sehrt ertl(T langte zur Annahme. In vorgerückter Stunde trat der Verbandstag in die Spezialberatung dcZ StaiutS und der dazu gestellten Anträge._ TcuerungSzulaffe der Straßenbahner. Das Fahlpersonal der Großen Berliner Straßcnbabn forderte eine vom 21. Juli ab zu gewährende lautende Teuerungszulage von 50 M. monalliib. Verkürzung der tägliiben Arbeitszeit um eine halbe Slunde, Gewährung eines Aufschlages von 2 M. für die Dienstleistung an freien Tagen, Erleichleriingen bei der Abrechnung. Lieferung von zwei �Anzügen und zwei Mänteln lowie Beschaffung warmer Unterkleidung, Fußbekleidung und Handsckubcn für alle im Fahrdienst Beschäftigten. Diele Forderungen wurden der Direklion eingereicht und sie verbandelte darüber am Freitag mit einer Kommission der An- aestellten und der Vertretung des TransportarbelterverbondeS. Am Freitagabend erstattete die Verbandlungskommnsion einer stark besuchten Straßenbahnerversammlung Be' richt. Der Referent Riedel bemerkte, daß diele Lobubewegung die zweite im lausenden Jabre ist und die Teuerungsverbältnisie die. Angestellten zwangen, ihre Forderungen zu stellen, die von der Direktion nicht gerade günstig aufgenommen wurden. Die Bei Hand- lungen nahmen deshalb längere Zeit n Anipruch und dieBerbandlungS- kommi'sion hatte manche Sckiwierigkeilen zu überwinden, ehe es ihr ge- lang, annehmbare Zugeständnisse für diL Angestellten zu erlangen. Um die Hauviforderung einer monatlichen Teuerungszulage bewilligt zu erhalten, mußte leider auf die Verkürzung der Arbeitszeit sowie auf die Zulage für Arbeit an dienstfreien Tagen verzichtet werden. denn nur unter dieser Boraussetzung erklärte die Direktion, eine laufende Teuerungszulage bewilligen zu können. Diese soll 40 Mark pro Monat betragen und Pom 21. August ab gewährt werden. Wer alio am 21. Auaust hereitS im Dienst stand, erhält eine einmalige Zulage von 80 M. und vom 20. Oktober ab die laufende monatliche Zulage von 40 M. Wer erst nach dem 21. August in den Dienst der Straßenbahn getreten ist, erhält bis zum 20. Ol- tober eine Zulage von 1.30 M. pro Tag und von da ab die lnnfenve Monatszuloge von 40 M. Hinsichtlich der Erleichterung bei der Ab- rechnung sowie der Stellung von Kleidung und Schuhwerk hgt die Direklion befriedigende Zugeständnisie gemacht. Der Referent empfahl das. was die Drreitron bewilligt hat, zur Annahme. Er bedauerte, daß die Angestellten für diesmal auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten müssen, bemerkte aber, diese Forderungen würden zu geriebener Zeit wieder erhoben werden. Die Zulage von 40 M. sei immerbin eine annehmbare Lobnaus- bcsserung, um so mehr, als in diesem Jahre bereits eine Zulage von 30 M. bewilligt worden sei. Dieicn Erfolg bauen die Ttraßenbahnangestellten ihrer Organisation zu danken, die auch in Zukunft die Interessen der Angestellten mit Nachdruck vertreten werde. In der Diskussion, die ziemlich lebhaft war. wurde der Verzicht auf einen Teil der Forderungen von' einer Rednerin abfällig kritisiert. Sie betonte besonders, daß' die Verkürzung der Arbeitszeit und die Jnnebaltung der freien Tage eine Notwendigkeit sei, denn dem Fahrpersonal werde mehr Arbeit zugemutet al» es bei den durch die schlechte Ernährung geschwächten Kiästen leisten könne. Andere Redner und Redncrinnen traten dagegen für die Annahme der Zu- geständnisie ein, indem fie sich die Gründe dei Referenten zn«igen machten und betonten, man müsse zu den Vertretern der Organi- sation daS Vertrauen haben, daß sie mehr herausgeholt hätten, wenn mehr zu erreichen gewesen wäre. Schließlich nahm die Versammlung gegen etwa fünf Stimmen die Zugeständnisse an. Lohnvereinbarung für die Zimmerer. Bell de» ietzten Tavifverhandlungen im Berlin«? Baugewerbe kam es nur mit den Bauarbeitern(Maurer usw.), aber nicht mit den Znnmerern zu einer Vereiritxrrnaig, weil die Unternehmer die Lohnforderung der Zimmerer nicht bewilligen wollten. Nachdem die Tarifverharcdlungcn gescheitert waren, wollten die Unternehmer den Zimmerern nicht mehr zahlen, als den mit den Maurern ver- «inbarten Stundenlohn von 1,70 M. Die Zimmerer dagegen stellten auf den einzelnen Arbeitsstellen höhere Fordevungen in verschie- denen Fällen wurden dieselben bewilligt,:n anderen Fällen riefen sie Konfl-ift« hervor, die vor dem Kriegsausschuß verhandell und durch Schiedssprüche erledigt wurden. Es wurde dabei den Zimmerern mit Rücksicht auf ihren besonderen Aufwand für Werkzeuge und Arbeitskleidung ein Stiu.dvnlohn von 1,85 M. zugesprochen. Gestützt auf diese Schiedssprüche forderten dann die Zimmerer diesen Lohnsatz auch bei den Unternehmern, die weniger zahlten. Drei Vorgehen veranlaßt« den Verband der BaugefchäfK, mit dem Zinunercroerbcrnd neuerdings wieder Verhandlungen wegen Ab- schtuß eines Tarifvertrages anzuknüpfen. Bei den Verbandlungen. die kürzlich zum Abschluß gekommen sind, hatten die Vertreter des Zimmererverbandes einen Stundenlohn von 2 M. beantragt. Die Unternehmer bewilligten einen Stundenlohn von 1,00 M., der vom 19. Oktober 1918 bis 3l. März 1919 gelten soll. Ferner erklärten sich die Unternehmer damit einverstanden, daß da, wo bereits höhere Löhne gezahlt werden, Lohn Herabsetzungen nicht vergenommen werden dürfon und daß Neueinstellungen nur zu dem Tariflohn erfolgen sollen. Die Generalversammlung der Zimmerer stimmte dem Ergebnis der Verhandlungen zu und ermächtigte den Vorstand, auf dieser Grundlage ein neues Tarifverhältnis mit dem Verband der Baugeschäfte abzuschließen. Bemerkenswert ist, daß die mit den Zimmerern vereinbarte Lohnerhöhimg auch den Maurern und Bauarbeitern gewährt wer- den muß. denn das ist ihnen durch eine Klausel ihres Tarifvertrages ausdrücklich zugesichert. Das Qberkoinmando gegen eine« Anngenstreich. Bei der Kammer 5 des Berliner GewerbegerichtS klagte ein in der Manitionssabrik von I. C. Spinn u. Sohn beschäftigter Werk- zeugmacherlehrking auf Lösung des Lehrvertrages. Als Grund gab er an, er sei vom Oberkommando vierundzwanzig Stunden in Haft genommen worden, weil ibn die Firma wegen Spionage, allerdings obne Grund, angezeigt habe. Unter diesen Umständen könne ibm nicht zugemutet werden das Lehrverhältnis fortzusetzen. Auch werde er scklecbt behandelt und ungenügend ausgebildet. In der Verhandlung wurde festgestellt, daß der Lehrlina tatsäch- lich auf eine Anzeige der Firma bei der Potizeistelle des Oberkom- mandoS vierundzwanzig Stunden in Haft genommen war. Aber Spionageverdacht war nicht der Grund der Anzeige, sondern ein Jungenstreich der nicht den geringsten Schaden angerichtet hat. Der Lehrling brachte nämlich eine mit einem Zündhütchen versebene leere Giewehrpatronenhülse mit in die Fabrch und veranlaßt« einen Kameraden, durch einen Schlag mit dem Hammer das Zündbütchen zur Ervlosion zu bringen. Das gab einen schwachen Knall über den sich die beiden Jungen freuten, der aber den' dninmen Streich zur Kenntnis eines Angestellten bracht«, worauf die Firma Anzeige erstattete. � In der Verhandlung kam noch zur Sprache, daß der Lebrkierg früher einmal ein Schneideelfen, welches er schmirgeln sollte, in einen Schraubstock spannt«, wodurch das Eiken zerbrach. Diesen Vorgang hat die Firma als eine.mutwillige Zerstörung von Werk- zeugen' dem mititänkchen Leiter des Betriebes angezeigt, der den Jungen verwarnte. Auch dieser Fall ist dem Oberkommando be- kannt geworden und bat wohl bei der Beurteilung des Aufknallens de? Zündbütchens als erschwerender Umstand mitgewirkt.— Daß sich die Firma wegen solcher wirklich nicht schwerwiegenden Vor- gange an das Oberkommando gewandt hat. erklärte ihr Vertreter so: Der Lehrling hat ein ärztliches Attest, wonach er auS Gesund- heftsrücksichrcn ircht körperlich gezüchtigt werben darf. Da hiernach die Firma kein Mittel habe, um Ausschreitungen deS Lehrlings ent- sprechend zu strafen, so habe sie den Weg zum Oberkommando ein- geschlagen. Das Gericht erkannte auf Abweisung der Klage. Daß der Kläger schlecht bebandelt und mangelhaft auSgebrtdet werde, sei nicht erwiesen. Daß er wegen einer dummen Spielerei, die ganz ungefährlich war. von der ixirma beim Oberkommando angezeigt wurde, sei auch kein Grund zur Lösung deS Lehrvertrages. Tie Firma habe ja nicht seine Verhaftung gefordert, sondern den Fall dem Oberkommando mitgeteilt, damit es weiter« Schritte veranlasse. Ohne in die Befugnisse des Oberkommandos eingreifen zu wollen, sei das Gericht der Meinung, daß der Schritt, den das Oberkom- mando vcraulaßte, indem es den Kläger verhaftete, recht unange- bracht war. Ader die Firma sei nicht schuld daran. Mißachtung des KriegsernährungSamtes gegenüber dem Schiichtungsansschuß. Zu obigem in der Nr. 282 des»Vorwärts' vom 13. Oktober veröffentlichten Artikel erhalten wer vom KviegSernährungsiamt folgende Erwiderung: Für die Gehälter:»nd Teuevungszulagftn der Angestellten samt» licher Kriegsstellen und KriegSgescllschaften sind semierzsit von den zuständigen ReickzsressortS einheitliche Richtlinien gegeben ivorden, de« bestimmte Grenze» nach oben vorschreiben. Innerhalb dieser Grenzen ist den Leiter» der einzelnen KriegSgesellschaften. die als Arbeitgeber allein die Entscheidung über«ine angemessene Vezahlirng der einzelnen Angestellten habe» können, Freihe»r ge- lasse». Die Reichsressorts, deren Au sticht die Krieg Sgosellschaften unterstehen, sind nicht die Arbeitgeber der Angestellien; von einer selbsiverstänö' ichen VerpflichtuiZg des KriegSernädrungsaints, auf Grund des HilfsdienstpslichtgesctzeS vor dem Schl-ichtuugsaus schu ß als Arbeitgeber zu erscheine», kau» daher nicht wohl gesprochen werde». llebecdicZ wäre daS KriegScrnährungSamt auch nicht tn der Lage gewesen, selbständig in ei»« Abänderung der Bestiminu»- gen über Gehaltsfragen und Teuerungszulagen zu willigen, da die Regelung nur einheitlich unter de» beteiligten ReichSressortS abgeändert werde» könnte. Sine Mißachtung des SchlichtungsausschusseS und feiner Tätigkeit liegt dem KriegSernährungSomr vollkommen fern; es hat viel- inehr, um die Bestimmungen des Hit fsdie n stp flichlge setzes in mög- lichst weitem Umfange auf die ihm unterstellten JIriegKgesellschaite» anwendbar zu machen, dies« von vornherein zur Bildung von An- zestelltenauSschüssan angehalten, obgleich für si« der Tit. VII der Gewerbeordnung nicht gilt. Dr. K r u 1 1. verantniorMch(flc PeNttt Srtch ttettnn, SerltN! tto ten adrigen Xrtl de« Z-Iatle»«11 red SUiol». tteutelln. für anzeigen Theodor Glocke,■verUn. Verlag: Lorwäns-Verlag Ä m. d H., Verlin. Drml Vorwaris-Vuidoriickeret und LerlagSanltall Paul Elnger u. So. m Berlin, il'.ndenllrutze 3. Hierzu S Prilage». d.IPertßcim r Umarbeitung von Herren-, Damea- a KinderKIeMung aas zagegebenem Material in eigenen Werkstätten. Damenhüte Garnierte Filzhüte mit kleinen-- Fehlern, Bandgaraimi......"•/a Modern garn. Hute in» versch. Garnituren. CS,o\},«JO.üU Sammetbandhüte ungar. 15.50, 21,50 Filzhüte l» modernen Formen,. 26.70 Llnoa-Ersatzforracn...... 2.75 Hutgarniiuren Paradiesreiher m schwarz und« natur. in 2 Stielen gebunden... O.�O Stangenreiher 30 cm lang,. stiel 1.65 3S cm. Stiel 1.05, 40 cm. 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