Ar. T98. 35. Jahrs« «vezugSpret»» flterteft5öt..5#4C üRf. monatl IJtOfBti frei mS vauS. vor«uS�ahcdar.Stn»eln» Ztummern lv-i�ennifl. Hollde�ug: L)iona'-tch� vorn voMchaiier ad�uhole� Z.8c. DU.Vom Briefträger mS HauS ge« bracht t,v4 Ml llntek Kreuzband»ür Dear�Äla? d und Oeslerre'ch- Ungarn 4.— M!..«ür das übrige Ausland 6,50 mt monat ich �erfand ms Feld detbrreftct BeUcOunn aionail 2.- 2RL HosLdestellunqen nei/mer an Düne» mar:, volland Luremvurg. Schweden und die SSweu Etliaetragen tn dte to'"!»> eirmiuS»V retSttst«. GrichrlNl täqlich. �»tearamm. üdrefi«: .Goztaldemotrar Ber Vevlinev Volksblntt. (rapZsnnig) kazetgenyretS» Di«�»be»geIpaIleneNllIonelzciIe?oN«t 80 Vlg AnZicig-ll-. da« fetl�edruillk Won SU Hig.(�ulflfftg 2 fetlgcbnifiir Worte), icde« wcilere SEon 1B 1!(g SIelIrngewchi und Srftlafflcaenanjtigtii das erl'.k Won 2V Big. i«dis weitere Wort>0 Ps«. Worte über 15 Ziitchitaden zäbien litt iwei Worte Teueningsztisctilnq SO»/» (jamilitn-anjetgen. ootttische und gewetücdatiuche Vereins> Anzeigen 70 Bfft die Zeile ilnzetgen iür die nöitiste Siummer mlliien di» 5 II 6t nachmitiaas im ßaustgeftfifift Berlin SW. SS. Binde, tilratze 3. ab leaebeu wetden. KcBijnet Bon= llhi srüh di« 7 Uhr abend». Zentralorgan der rozlaldemofcratl leben Partei Deutfchlande. Redaftton: Ew. HS. LtnSenstrafie Z. McrnifrotNcr, Mm: Morttepla«. Str. 151 S0- 1R1 9T. Dienstag, den£9, Oktober 1918. ExpeSition:&W. öS» �inSenstrahe 3. Ufernfüreit«*: Amt Mortvvia«), Str. 151 HO— 15! 97. Ftabsburgs Hbfatt. Ocftcrreich-Ungarn erbittet Sonderfrieden. Der Minister des Acusteren Graf Andrassy hat am Sonata? den östsrrLichisst)-ungarisck)en Gesandten in Stockholm beaustragt, die Königlich Schwedische Regierung zu ersuchen, der Regierung der Vereinigten Staaten nachstehende Antwort auf deren Rote vom 18. d. M. zu übermitteln. In Beantwortung der an die östcrrcichisch-ungarische Re- gicrnng gerichteten Rote des Herrn Präsidenten Wilson vom IS. d.�M. und im Sinne deS EntschlusicS ded Herrn Präsidenten. mit Oesterrcich-Ungarn abgesondert über dir Frage deS WnsfenstillstandeS und des Friedens zu sprechen, beehrt sich die österreichisch-ungarische Regierung zu erklären, dah sie ebenso »nie den früheren Kundgebungen des Herrn Präsidenten auch seiner in der letzten Rote enthaltenen Aussasiung über dir Rechte der Völker in Oesterrcich-Ungarn. spe- ziel! über jene der Tschechoslowakeu und der Z u g o s l o w a k r n. zustimmt. Da sonach Oesterrcich-Ungarn sämtliche Bedingungen an- genommen hat, von denen der Herr Präsident den Eintritt in die Verhandlungen über den Wassenstillstand und den Frieden abhangig gemacht hat, steht nach Ansicht der österreichisch. ungarischen Regierung dem Beginn die'er Verl)andl.ingrn uichts mehr im Wege. Tie östrrrcichisch-ungarische Regierung erklärt sich daher bereit, v h: d a s E r g?!> n i 5 a» d e? r r V c» h a n d- v z«» abzuwarten. in Verhandlungen über einen Frieden zwischen Oesterreich- Ungarn und den gegnerischen Staaten und über einen sofortigen Waffenstillstand an allen Fronten Oesterreich- Ungarns einzutreten, und bittet den Herrn � Präsidenten Wilson, die dies- fälligen Einleitungen treffen zu wolle». « Nibelungentreue— Nibelungennotl Wie in grauer Bor- zeit der Necken hochgemute Schar an der Tbeisi von dem Schwert und Dolch der Hunnen gefällt wurde, so verblutete sich deS neuen Deutschlands blühende Jugend und beste Mannschaft zur Rettung des DonaurcicheS, dessen innere Schwierigkeiten und Halbheiten den Stein ins Rollen gebracht haben. Die Bitte um den Sonderfrieden ohne Rücksicht aist„daS Ergebnes anderer Verhandlungen" stellt die k. u. k. Regierung, die heute für niemanden mehr spricht als für die Dynastie. Die D e u t s ch ö st e r r e i ch e r haben die Ahscndung einer eigenen Note an Wilson beschlostcn, die Tschechen haben de- rcits eine Friedensdclegation in die Schweiz entsendet, die nach neueren Meldungen ein Häuschen weiter gegangen, nämlich nach Paris gereist sein soll; die Südslawen werden von Dr. Trumbic bei der Entente repräsentiert: die Polen haben sich schon längst über Gens und Lausanne ins feindliche Lager laufende Verbindungen geschaffen: und die Magyaren ver- langen stürmisch die Auflösung aller„Gemeinsamkeiten", um sich eine eigene Vertretung bei der Friedenskonferenz zu schaffen. Tie k. n. k. Regierung spricht also, um diesen gewichtigen Tat- bestand festzuhalten, nur für di? Dynastie: in ihrem Namen ist die Kapitulation angetragen worden, ist um den Wafsenstill- stand gebeten worden, ohne das Ergebnis der deutschem Ver- Handlungen abzliwarten. Kein Wunder, daß d'e ganze Welt glauben wird, die k. u. k. Regierung habe sich mit einem Fusz- tritt gegen einen sterbenden Löwen einen gnädigen Frieden er- kaufen wollen. Dieser Frieden wird— das; die Note deutlich genug— die Wünsche der Tschechen und Siiestawen voll befriedigen. Im Namen des Telbitbestimmungsrechtes haben diese Völker ihre Klagen vor den Gerichtshof der Welt getragen. Kaum zur Macht gelangt, pfeifen sie auf das Selbstlx'stimuiungsrecht der Völkor in allen Tonarten und werden nicht müde, neue An- sprückv auf Grund der Siedlimgsverhältnissc der Völkerwande- rung zu stellen. So wenden sich die„N a r o d n i L i st y" scharf gegen eine Angliederung Deutschböhmens an das Deutsche Reich. Das Blatt sagt: Wir gestatten nicht, dasi auch nur eine Spanne Bodens von dem tschecho-slowakischen Staat losgelöst werde. Die Tschechen werden den deutschen Bürgern alle Gs- reckitigkeit widerfahren lasten. Hochverräter kann der tschechisckie Staat aber nicht dulden. Wer nicht loyaler Bürger sein kann soll Grund und Boden verkaufen und hingehen. wohin er will. Das aqrarisckie Abendblatt„V e c e r" fordert sogar die Einbeziehung Niederösterreichs bis zur Dona» einschließlich Wiens in den tschechischen Staat mit der Begründimg, daß die Tsckiechen in Niederösterreich keine Insel bilden können, weil das ietzige Niederöstcrreich früher böhmisches Gebiet gewesen sei und die Mehrzahl der Bewobner Wien? direkt oder durch ihre Eltern aus Böhmen und Mähren stammen. Desgleichen fordert da? Blatt den Anschlnn Preußisch- Schlesiens als imtrernibaren Teil des nationalen Programms. Vor wenigen Monaten noch verherrlichte die tschechische Presse den Hochverrat. Heute erklärt sie die Berufung der Deutschösterreicher auch daS nationale Selbstbestimmungsrecht gegen den noch gar nicht bestehenden tcschechischen Staat als Hochverrat! Diese brutalen Drohungen zeigen, was von den Schwüren zu halten ist. die die Tschechen jetzt zehn- mal am Tage leisten: daß sie die Rechte der deutstchcn Minderheit heilig halten werden. Das ist das Lied des Wolfes, der das Schaf fressen will. Der von der k. u. k. Regierimg vorgeschlagene Sonder- frieden will bewußt die Deutschösterreichcr den Tschechen opfern, um dadurch zugleich die Tschechen festzuhalten und die Entente durch das Opfer eines völlig slawisierten Oesterreichs gnädig zu stimmen. Deutschland und Deutfchösterreich werden nicht untergehen. Deutschland hat die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges über- standen und die Demütigungen der langen?.eit überwunden, in der es ein geographischer Begriff war. Tie Tschechen stelbst sind das beste Beispiel, daß die Völker- ewig sind, sich immer von neuem siegreich erheben und die blutigsten Verfolgungen über- stehen. Die Hussitenkriege, die Reformation, die vcrnewertcn Landcsordnungen, die Verfolgungen noch dieses Krieges haben ihre Renaissance nicht verhindert. Und sie wollen das deutsche Siebzigmillionenvolk in Stücke reißen? Arme Toren! Sie selbst werden die Balkanisierung Oesterreichs, die Verstümmelung des nationalen Selbstbestimmungsrechts, um das sie eben noch mit zäher Tapferkeit gerungen, bitter bereuen! Aber noch ist es nicht soweit. Die Tschechen find von drei Seiten von Deutschen umgeben, die sie nicht von der Landkarte blasen können. Innige wirtschaftliche Beziehungen gehen her- über und hinüber. Viel kann geholfen werden, wenn die Tschechen in Berlin einen vorurteilsfreien, verhandlungs- bereiten Partner finden, der ihren Staat als vollendete Tat- fache innerhalb feines'ethnographischen Nahmen? anerkennt und frei von allem provinziellen Geiste in ihrem Gedeihen seinen eigenen Nutzen findet. Und genau so ist die Deutsche Regierung aller Rücksichten in der Herstellung eines neuen besseren und gesünderen Verhältnisses zu dem Südslawenstaat und be- sonders Italien ledig. Die deutsche Politik kann auf neuer Grundlage mit diesen Völkern neue freundliche Beziehungen suchen— wenn sie selbst die Ideale respektieren, um die sie so lange und schmerzlich gerungen haben, gerungen auch gegen den Widerstand der ehemals in Deutschland herrschenden und nun abgedankten Klassen. Das neue Kabinett. Hofvat Sammasch ist zum Mi«sterprSfldeneen ernannt worden. In weite«« Handschreiben werden Gehet mva» Paul von Btttorelli ztmn Jirstigmrnrster, SektionSchef Richard Edler von Hampe zum U rrt errrch t»mt n cster, Universität sprofcssor Dr. Jgnaz Seipel gum MW ister für soziale Fürsorge. Professor an der Technischen Hochschu-le Dr. Josef Redlich zum Finanz- minister ernannt, und der SektionSchef Dr. Friedrich Freiherr vonLehne mit der Leitung de? LandeSverteidigungSmiiristeriumS betraut. Die übrige« Mitglieder des SadiaettS tzussarek dehattem ihre Portefeuille». Aufhebung der Vorzensur. Der Ssterreichische Minister de« Innern hat unter dem SS. Ol- tober die politischen Lentdesstellen beaustragt, die Verordnung, wo- nach da» dem Sinn« de» Z 17 de» Pressegesetzes entsprechend vorzu- legend« Pflichtexemplar eine bestimmte Frist vor Ausgab« der Druckschrist bei einer Behörde zu hinterlegen ist. umgehend außer Wirlsamkeit zu setzen. Dir periodischen sowie auch all« anderen Druckschristen werden nun einer Vorzensur vor ihrer Ausgabe in Hinkunft rnchl mehr unterzogen werden. Drutsch-tschechjsche Zusammenarbeit. Brünner Blätter melden: Anycsicht» der Schwierigkeiten der Lebensmittelversorgung durch den staatlichen ErnährungSdioiist beschlossen die deutschen und tschechischen Parteien Mähren« die Em- sctzung eines Volkse rnührungidirektooiumS au» Mitgliedern aller Parteien. Noch keine Lösung der ungarischen Mtnisterkrise. Wie die Blätter melden, verhcmdeüe Graf Michael Karo I y i Sonntag in Wien mit dem designierten österreichischen MinisterpräsideMen La m masch, doch konnte kein« Ueberrln- smntinrng erziel! werden. Auch soll angeblich Minister des Aeußer« Graf Andrassy Bedenken gegen die Betrautitny Zdnolyt» al» ungarischen M i n l sterp rüsid en ten erhoben hatten, weshalb die Er- nennung Karolyis unterblieben ist. Graf Krrolyi wurde gestern am Bahnhof von einer großes Menschenmenge empfangen und bis zu dem Klub der Kaiolytparte! geleitet, wo er eine An-! sprarbe an daS Volk hielt. Er erklärte, er habe Seiner Majestät � fein Programm unterbreitet, doch sei diese« nicht genehmig! wor- den. weshalb seine Ernennung zum Ministerpräsidenten nicht er- folgt set. Ter Kaiser hat Erzherzog Josef zum Homo Regiirs i König. ltchen Vertrauen sanann) ernannt und den Erzherzog damit betraut, mit den führenden Männern de? poiksti schon Lebens in Fühlung zn treten, um über den Weg zu verhandeln, welcher die Lösung der kllrise ermöglicht. /iuch Sie Türkei sucht Sonöersrieöen! Kvostantinopel, 28. vst-ber.(WTV von einem Privatkor rrfpondcnten.) Akschom meldete gester« von berufener Seite, daß offizielle Verhandlungen der Türkei mit der Entente begonnen hätten. Delegierte seien mit General TownShrnd abgereist. Dir Nachricht beschäftigt die hcntlge Presse und wird meist in anerkennendem Sinne besprochen. Viele geben sogar schon die Bedingungen bekannt. Tanin erklärt dagegen alle dcrwrtilgen Nachrichten, auch auS»fsiztSser Quelle, als reine B e r m u t u n- g e u. Es ist anzunehmen, daß eine amtliche Persünlichkeit der. artige Meldungen gegebr« hatte, um da» aufgeregte Publikum zu beruhigen. Wahr scheint»« sei«, daß L r r h a n d l»« g« u i«. offiziell eingeleitet sind. Eine feindliche GegenSnßeruetg ist gestern eingelanfen. Tanin erklärt, man könne nur versichern, daß tsit osfizt'rllrn Kreise hofsnunstsvokl gestimmt seien. Emige versichern, daß die feindlichen Bedingungen günstig seien und ein Abschluß bevorstehe. Andere erwarten tazelange Verhandlungen und glaube«, daß dir Bedingunge« schwer seien. Nach vorliegende» Acutzerungen scheint man zu wünschen, daß dir Meerengen geSsfuct werde« und die Flotte einfahre, ohne, bis auf ein« kleine Abteilung zu» Ueber- wackmiig der Demobilisatio«, eine La«d»«g zu««ter- ochmen. „Cemon" urunt die Bedingung der Bildoug etneS Gendarmerie- korpS zur Sicherheit sowie der Bestrafung gewisser Personen eine ungebührliche Einmischung iu türkische Angelrgenhette».„Eabah" erwartet ein Weiterkämpfen Deutschlands und begrüßt es, daß die Türkei ihr Schicksal von dem Deutschtands getrennt habe. Das Blatt verlangt gehässig ein sofortiges Ausschalten des deutsche« Militärs au« dem türkischen Heere, da die Feinde sonst nicht an dir Ehrlichkeit deS türkischen Friedenswillens glaubten. ..Jkdam" spricht für eine LoSISsung von dem Zentral» k»mit er und eine Nenorientierong der Komitee» Politik. Die verfaffungsänöerung Gesetz! Der Bundesrat hat dem Entwurf eiues Gesetzes zur Abänderung der Rrichsverfasiung in der vom Reichstage brschlössrucu Fassung zugestimmt. Damit hat die wichtigste Verfassungsänderung, die je seit Gründung deS Reiches beschlossen wurde, Gesetzeskraft erlangt. Kriegserklärung, Friedensschluß. Bündnisse bedürfen künstig der Zustimmung des Reichstags, der Reichskanzler kann nur im Amte bleiben, solange er das Vertrauen des Reichstags genießt, und auch daS Militärwcsen untersteht der demokratischen Kontiolle. Das persönliche Regiment ist zu Ende, Dcuischland hat eine demokratische Ver- f a s s u n g!_ Die pariser verhanökungen. Vcvorftchende Berösfcntiichung der Waffenstillstand?« Bedingungen. L o n d» a, 28. Oktober. Lloyd Georg««nd B a l- f o u r find in Begleitung von See- und Landosfiziereu nach Frankreich abgereist. Reuter erfährt, daß die Entente ihre Waffenstill- standsbedinguugen uicht eher veröffentlichen wird, als bis Teutschland auf die letzte Note Wilsons geautwortet hat. Der Veröffentlichung steht also nichts mehr im Wege. Allan bat sie stündlich zu erwarten. Mit so schnellen Schritten sind die englischen Kriegs- blätter allerdings nicht einverstanden.„Daily Mail" will erst ein Anzeichen baden, daß auch die deutschen Soldaten be- reit sind, ein„Opfer von irgend welchem militärischen Wert" zu bringen. Solch ein Anzeichen sei jetzt noch nicht vorhan- den. Und die„Times" meint, zunächst müßten jetzt die Deutschen an Fach und Beatty mit einem formellen Ersuchen um einen Waffenstillstartd herantreten, Diese Blätter die es bekanntlich mit dem Frieden nie eisig hatten, sehen offenbar ein, daß dem Waffenstillftayh diesmal höchstens noch Verzögerungen um wenige Tage an- geschwatzt werden können. » Genf, 27. Oktober. kEig. Drabtberickit deS.BoriDtirtSV) O b e r st H o u s e erklärte, daß seine Reise nicht mit dem Waffen- stiklstand zusammenhänge und er in dieser Beziehung leinen Spezialauftrag habe. Amerika befinde sich derzeit im Kriege, und an den Vorbereitungen habe sich nichts geändert. Die amerikanische Presie war während der ganzen Daner des Notenwechsels der getreue Dolmetscher allgemeiner Gefühle. Genf, 26. Oktober. sEig. Drabtbericht deS.Vorwärts'.) Der .Petit Pärchen' schreibt: Wilson überläfit es den Alliierten, ihre Haltung bezüglich der Friedens- bedtngungen festzusetzen. Dabei sind zunächst separate Be- ratungen der interessierten Kabinelte, hierauf gemein- same Beratungen ihrer berusensten Mitglieder vorauszusehen. Aber schon derzeit hat die Entente die höchst wichtige Vorkrage erledigt. Die verbündeten Regierungen beschäftigen sich seit Wochen mit den Klauseln zum W a f f e n st i l I st a n d. Ihre miliiärischen und Marineratgeber eiiischlieszlich derjenigen Amerikas vereinbaiten die Garantien, welche eine Erneuerung der Feindseligkeiten durch Teutschland ausschlietzeu. Dazu gehört offenbar die zeitweilige Besetzung der Festungen, Gebietsteile und Häfen sowie die Auslieferung des Kriegsmarine- Materials. Ans dem Artikel CachinS in der.Humanitä' geht hervor, datz die sozialisti'che Delegation von Clemenceau vergeblich eine öffentliche Erklärung über das Friedensprogramm verlangte. Cachin erklärt, datz Wilson jetzt dieselbe Forderung stelle. Der inspirierte Pariser Korrespondent deS.Journal de Geneve' weist auf die Dringlichkeit für die Alliierten hin endlich eine präzise konkrete diploniatische Einheitsfront einzurichten. ES ist in dieser Richtung noch viel zu tun, und sonderbar ist, dah immer eine unendliche Zeit notwendig ist, um die allmiöligsten Werkzeuge zu schmieden. « London, 27. Oktober. Reuter meldet auS Tokio vom 25. Oktober: In amtlichen Kreisen wird Wilsons Antwort an Deutschland uneingeschränkte Bewunderung gezollt. Dss Nan!feft gegen ö!e französischen Chalwimften. Genf, 27. Oktober.(Eig. Trahtberickt deS„Vorwärts".) Tie Beratungen der sozialistischen Partei und der Konföderation der Gewcrksckaficn ergaben gegen die Stimmen der Zimmer- waider den Beschlutz, mit der„Coalition republicaine" und der Liga der Dlenschenrechtc ein gemeinsames Manifest gegen die Chauvinisten herauszugeben. Havas meldet, das Manifest billige Wilsons Antwort an Deutschland in warmen Wonen. pr sofortige Einberufung öerilnternatkonale Uebe.r die neuen Schritte der schwedischen.Sozialdemokratie zur sofortigen Wiedercinberusung der sozialistischen Internationale teilt B ranting im Stockholmer„Socialdemokraten' u. a. folgen- dd�Ätt: Der Gedankenaustausch zwischen Berlin und Washington hat in schnellem Tempo zu grötzcrer Klarheit über die Boraus- setzungen de? Weltfriedens geführt, nach dem alle Völker, die kriegführenden wie die neutralen, sehnsuchtsvoll ihre Hände ausstrecken. Mit zunehmender Deutlichkeit hat Wilson klargelegt. datz sein Programm vollständig und auf- richtig angenommen werden mutz und datz er nicht mit den bisber iclbstherrschenden Mächten verhandeln kann, die den Krieg ver- schuldet haben, solange noch eine Möglichkeit besteht, datz diese wieder als Herrscher über ihre Völker hervortreten. Und olleS deutet daraus hin, datz Deutschlands Volk für seinen Teil die entscheidende Wahl zwischen der früheren Kaisermacht und dem Frieden als gleichberechtigtes Mit- glied im Bunde der Nationen getroffen hat, während die Völler des anderen Kaiser st aateS in freier nationaler S t a a t e n b i l d u n g zur völligen Neuordnung schreiten. In den soziold-mokratischc» Parteien der nordischen Länder bat man Überall das Verlangen gespürt, datz sie auch ihrerseits alles tun sollten, um im reckten Augenblick so gut wie möglich die Kräfte zu unterstützen, die in der ganzen Welt für einen geordneten Rechts- zustand und einen dauerhaften Frieden arbeiten. Man hat Vor- Verhandlungen'über eine gemeinsame Erklärung an Wilson oder noch besser an beide Mächtegruppen geführt. Die letzte deutsche Antwort an Wilson scheine den Weg für eine derartige Aktion zu ebnen, und deswegen stelle der Vorsitzende der schwedischen Partei bei Branting den Antrag auf ein gemeinsames skandinavisch-holläudi- schcs Vorgehen. Bei der Schnelligkeit, mit der die Ereigniffe sich entwickelt haben, dürfte man indessen jetzt weitergehen können. Am 25. Ol- tober sandten wir deshalb ein Telegramm ab, man solle sofort die Einberufung der seil so langer Zeil angelündigten, aber wegen der aufgetauchten Schwierigkeiten immer wieder verschobene» inter- nationalen Sozialistischen Konferenz vorbereiten. Seit den Vor- arbeiten in Stockholm im Sommer und Herbst 1617 konnte die .Idee von Stockholm', wie sie genannt wurde, der Ee- danke auf Einberufung der Internationale, wohl für einige Zeit zurückgedrängt werden, da es schien, als ob der Geist des IinperialtSiniis den Geist des RecktS ersticken wollte. Aber der Gedanke und die Hoffnung sind nie aufgegeben worden. Niemand kann daran zweifeln, datz die sozialdemokra- tischen Parteien der Ententeländer, welche kürzlich in London daS Friedensprogramm des wesllerischen Sozialismus und der Demokratie bestäligt haben, sich vollständig Wilsons Forderungen a n s ch l i e h e n t es ist bei ihnen eine starke Stimmung dafür vorhanden, datz die Arbeiterklasse bald hei vortreten und ihr gewichtiges Wort dafür in die Wagschale legen möge, datz der Friede ein Friede des SiechtS und der Demokratie wird. Auf der anderen Seite haben die deutschen Sozialdemokraten(Mehr- hettSpartei) nunmehr als regierende Partei ihre Vorbehalte gegen Stockholm auigegcben und sich damit einverstondeu erklärt, datz, wie Prinz Map es ausgedrückt hat,»die Rechtsfrage vor unseren Landcsgrenzen leinen Halt macht.' Die größten Hinder- nisse einer rnternationalen sozialistischen Kon- fe� en z sind damit glücklich aus der Welt geschafft. Wir erwarte» i» den nächste» Tage» die Antwort TroclstraS. ES ,st unser innigster Wunsch, datz sich nunmehr keine neuen Hindernisse denen in den Weg stellen mögen. die trotz aller Schwierigkeiten«hrlich au dem Entschluß fest- Rückverlegung der deutschen Front zwischen Oise und Serre— Feindliche Angriffe südlich von Guise und südöstlich von Rethel — Groffe Schlacht östlich der Brenta— Die Piave vom Feinde überschritten— Einbruch bei Papadopoli. Berlin, 23. Oktober 1918, abends. Amtlich. Keine größeren Kämpfe. Südlich der Scheide, am Oise-Kanal und am So»che- Abs chnitt scheiterten heftige Teilaugriffe des Gegners. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 28. Ol- tober 1918. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Keine größeren Kampfhandlungen. Südwestlich von Deinze, östlich von A v e l g e m und bei A r t r c s(südlich der Scheide) wiesen wir feindliche Angriffe ab. Bei Säuberung einzelner Engländer- nester bei FamarS und Englefontaine machten wir Ge- fangen?. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. vebergangSversnche deS FeindrS über den O i s r- K a n a l bei T u p i g n y wurden vereitelt. Zwischen Oise und Serrr nabmcn wir in vorletzter Nacht unsere in dem vorspringenden Bogen zwischen Origny und La Fcrte stehenden Truppen in die Linie West- lich von Guise— östlich von Crecyv c n Verpflichtungen ein. welche sie nicht breckien darf. Aber das eigene Interesse dieser Völker ivic des Welt- friedens rät an. das Nationalprinzip nicht allzu streng anzuwenden. Diese Kleinvölker würden aus wirtschaftlichen Gründen den An chlnsz an Deutschland suchen müssen. Darum ist ihre Föderation rätlich, ebenso für die Balkanvölker. Eine völlige Selbständigkeit würde die Unterdrückung der nationalen Minderheiten herbeiführen. Dort, wo Völker durchein- ander leben, ist Friede und Gerechtigkeit in einem internationalen Statut unter Kontrolle der Mächte zu suchen. Man hüte sich neue Herde des Nationalismus zu schaffen. Sowjet-Nußlanö unö Trusi-�lmerika. Eine russische Note an Wilson. Tschitscherin hat am 24. Oktober an Wilson eine sehr lange Note gerichtet, die, allerdings unter stark ironischen Wen- düngen, Rußlands Einverständnis zur Beteiligung an der allge- meinen Friedenskonferenz ausspricht. Bezüglich der Räumung der besetzten Gebiete wird angefragt, wann die Entente Murmansk, Archangelsk und Sibirien räumen wollen. Es wird um nähere Auskunst über den Völkerbund ersucht, besonders darüber, ob er auch die Befreiung Irlands, Aegyptens, Indiens und der Philippinen bringen solle. Wie sollten die allgemeinen Kriegslasten aufgebracht werden, wenn nicht durch die Un- gültigkeitScrklärung sämtlicher Kriegsschulden, wie solle Belgien geholfen werden, wenn nicht alle sich daran beteiligen sollten, wozu Rußland gern bereit sei? Der richtige Völkerbund könne nur auf der Enteignung aller Kapitalisten beruhen, sonst würde er ein Völkeibund der Kapitalisten gegen die Völker werden. Weiter wird gefragt, waS Frankreich als Ersatz für die ungültig erklärten russischen Schulden verlange. Der Ton läßt aber nicht darauf schlie- ßen, datz ein Eingehen auf diese Vorschläge beabsichiigt wird. Zum Schluß wird nochmals um Antwort gebeten, mit dem Hinzufügen, daß Schweigen auch eine Antwort sei. Die rujsische ttorörepubttt unö Amerika. Genf, 26 Oktober.(Eig. Drahtbericht des.Vorwärts'. Der .Petil Pansien' meldet aus Archangelsk. Die Errichtung einer franko-ruisischen Legion, deren KaderS größtenteils aus französiicher Mannschaft und teilweise auS ehemaligen russischen Offizieren be- stehen. Der Korrespondent stellt fest, datz in der Truppe keine Zeichen des früheren revolutionären Geistes bemerkbar find. Weiter Ter österreichische Bericht. Wien, 28. Oltoder. Amtlich wird vrrlautbart: Italienischer Kriegsschauplatz. Inden Sirben Gemeinden blieb dir Knmpsiätigke't de? Gegners auch gestern auf einzelne Vorstöße beschrönkl, die abgewiesen wurden. Oe st lich der Brenta tobt auf 69 Kilometer Frontbreilr eine große Schlacht. Im Gebirge zwischen der Brenta und der Piave scheiterten wieder alle Anstürme des Feindes, mochten sie mit noch so starten Kräften geiührt worden sein. Die ind'.ich der F o n> a n a S e c c a an die Italiener verlorene Sterntupve wurde im Gegenangriff zu- rückerobert, wobei ein großer Teil der Besatzung in der Hand unserer Braven blieb. Nntcr unseren tapferen Truppen haben sich in diesen Kämykrn besonders ausgezeichnet die Jnfauterieregioienter Nr 7 sKla.gensurt), 39(Dedrrczin), 47(Marburg), 49(St. Pölten), 73(Jäger), 120 tWestgalizianrr), 139(Neues ungarisches Regiment), das ungarische Sturmbataillou Nr. 17, das kroatische Nr. 42, das W cuer Schüben- regiment 1 und daS kroaiischc Laudwchrrcgimcnt 28. Reurrlichc Anerkennung verdienen wieder die Artillerie und unsere Infanterie- und Schlachtfiieger. An der Piave bat nach hestigster Arliller-cvorbercilnng in der Nacht zum 27. der Ententeangriff eingesetzt Bei V.ild'obbiadene vermochten schwächere frindllchc Abteilungen das linke User zu gc- Winnen. Sie wurden zum größten Teile znrückgrdrnckt. Bei Bi« g o l i n» und P i d o r wurde» Ilebergangsvcrsuche durch unser Ab« wchrfeucr zum Scheitern gebracht. Abwärts von Vidvr gelang es dem Feinde, mit stärkeren Kräften den Uebcrgang zu erzwingen. Unsere Trupvcn warfen sich ihm im Gegenangriff entgegen. AbendS wurde bei den Dörfern Moriago»n» Scrnaglia gekämpft. Gcgcuüber drin Nordostfuße des M o n t e l l o blieben die Nedergangsvcrsuche der Italiener ohne Erfolg. Bon P a v a d» l i aus stießen die Engländer bis Tezze und San Polo di Piave vor. Die 2 bis Kilometer tiefe Einbruchsftelle wurde durch unsere um jeden Fußbreit Loden tapfer fechtenden Truppen in den Flauten abgeriegelt. Neue Kämpfe find feit beule früh an der Piave im Gange. Balkan-KriegSschanplay. Bei Alrssi» an der albauiichen Küste Nachyutenkämpf«. An der mittleren D r i n a kam es zn Zusammenstößcu zwischen Miseren SichernngStruppen und starken Banden. DaS Zurücknehmen unserer Truppen in Serbien erfolgte ebne Störung durch den Gegner. Die Gcfechtssühlung bestund gestern nur nördlich von Kragujevae. Der Ckief deS Grncralstabcs. meldet der Korreipondeni, datz der edemalige Fiuanimnuslei im KoaliiionSkadinetl. Nanhusäsin, nach Amenka abgeieist ist. um ökonomische und finanzielle Abmachungen der russischen Nordrepublik zu erzielen. Die Wahlen in Norwegen. stiicdcrlujje der Negierungspartei. Kristiania, 27. Okiober. Nach den jetzt vorliegenden Ergebnissen der StorthingSwablen aus sämitichen Wahlkr ilen bis an' die i nf enuernt liegenden nordnorwegischen Kreise gib! der voiiä lfige.u?» fall folgendes Bild:. Von im ganzen 126 Storrhiiigsabgeorlu m sind bisher endgültig gewählt 25 orv-si'ionelle Rech!?. varieilcr 16 megierungSparleiler plus 1 h-�e-nolrat � 12 Sozialisten. EntscheidunqSwahlcn müsien in 69 Kienen statt- finden. Da diese Enl'cheidungswablen nicht im deutschen Sinne Stichwahlen, sondern Neuwahlen sind, wobc, sämt« liche bisherigen Kandidaten erbeut und auch neue Kandidaien aufgestellt werden können, läßt sich ein bestimmtes Eiidergebii'.s mit Sicherheit nicht voraussagen. Oppositionelle Blauer berechnen, datz daS neue Siorting v o r a n s s r ch t I i ch z u! a n> i» e n g e i e tz t sein werde auS 49 oppositionellen Rechteparieilern plus 3 Witden, 55 ReqierungSparte'Iern pluS 2«rbetkerdemokraien und 26 So- zia listen. Da» bisherige Verhältnis war 2l Rechtspartei ler, 3 Wild«. 74 RegierungSpariciler. 6«rbeiterdcmokiaten und 19 Sozialisten. Da selbst das Regierungsblait Jnielligensiedler von den noch ausstehenden 69 Wablen r»» 33 Wahlkreise für sicher ausiehr, dürfte demnach die bisherige absolute Mehrheit der Regit- rungspartei ernstlich dedroht lern.» DaS Frauenwahlrccht in England. Nach einem Havas-Bericht aus London nahm das Unterlmus mit 27t gegen 25 Stimmen einen Antrag an, der einen Gesetzesvorschlag für die Wählbarkeit der Frauen in das Parlameiu fordert. Der finnische Eiscnbahnschaffner Jalos, der während der Roten �Revolution als Verkehrsmini stcr die finnische» Staatsbahnen leitet«, war von den gegenwärtigen Machthaber» zum Tode verurteilt worden. Dagegen erhoben die skandinavischen Arbeiter scharfen Protest. Insbesondere die schwedischen Eisen- bahner und TranSportarbeilsr drohten. Gütertransporte nach Finnland nicht mehr zu befördern, falls das Urteil vollstreckt würbe Jetzt bat das Obergericht für Staatsverbrechen in Hclsing- fors das Todesurteil gegen JaloS aufgehoben und ibn zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt. Auch dieses Urteil, das w-i« ein Todesurteil wirken kann, findet hoffentlich bald sein« Erledigung. Das amerikanische Flottenprogramm. Vor der Marinelom- Mission deS Repräsentantenhauses erklärte Staatssekretär Daniels, daß im nächsten Jahre für die Kriegs- und Handelsflotte 299 999 Offiziere und Mannschaften nöng sein werden. Die meisten davon würden bestimmt sein, Dienst auf den neuen Handels» schiffen zu nehmen, die sich nach der KnegGone begeben. Japan und der Bolschewismus. Der neue japanische Minister des Auswärtigen Baron U s ch i b a, der bis zum Ausbruch der Ok- toberrevolution japanischer Botschafter in l Petersburg' war, ioll nach einer Stockholmer Meldung den Abgeordneten der sibirischen Regierung erklärt haben, daß sowohl Japan wie die Alliierten so- fort nach Regelung der Friebensangelegenheit mit gemeinsamen Kräften zur Wiederherstellung der Ordnung und Ruhe in Ruß- , lcmd beitragen werden Die Vergewaltiger des Volkswillcns wer- den bestraft, und die Ehre Rußlands wird noch gerettet werden mnpen. Nikolai Nikolajcwitsch. Kiew, den 21. Oktober. Die von der russischen offiziösen Telegraphen-Agentur Rosta verbreitete Nack» rieht, der Großfürst Nikolai Nikolajeioitsch befinde sich in Kiew, ist unrichtig. Der Großfürst lebt im Schlosse Dalbcz in der Krim und hat seinen Aufentqalisort nicht verlassen. Tie ukrainische Vergewaltigung der russischen FricdenSdelrgier- tcn. Moskau, 25. Oktober. l.Rosta'.) Das russische Lebensmittel» versorgunysburean protestiert vor den Arbeitern der ga nzen Welt gegen die Gewaltakte, die die ufr,•.be Polizei gegen Mitglieder der russischen FricdenSdelegation verübt hat, und gegen die Verhaftung von Mitgliedern des Bureaus in Kiew. Dieftr Bruch deS internationalen Rechts hindert die Arbeiten des Bureau S, da? für die Verpflegung der russischen Bevölkerung zu sorgen bat und das bestrebt ist. einen regelmäßigen Warenaustausch zwischen Rußland und der Ukraine herzustellen. Ne.2HS ❖ Z5. Jahrgang zur Stichwahl für Heimann! dkenstag, 29.n seiner Person nicht weniger als db Auisichts- ratsstcllen industrieller Werke, seine Nominierung zum Neichs- tagskandidaten wurde g e g c n den Widerstand der wirklich demokratisch gesinnten Elemente in der Volks- Partei von den Hausbesitzern und deren Anhang durch- gedrückt. In der Hauptwahl erhielten die sozialdemokratischen Kandidaten beider Richtungen zusammen etwa ebenioviel Summen als der Fonschiittler. Bei festem Zusammenhalten aller sozialdemokratischen Wahler kann und muß daher der Sieg erfochten werden. Dagegen bedeutet jede Stimmentheltung praktisch nichts weiter als ein Ein- trete» für den Vertreter des Kapitalisinns, da besten Sieg gefördert wird, wenn ein Teil der Arbeiter- Wähler zu Hauie bleibt. Ter Einwand, daß Sozialdemokraten und Fortschrittler zuianimcn in der Reichstagsmehrheit sitzen und daher gleich- gültig wäre, wer von beiden gewählt würde, ist nicht stich- haltig. Denn innerhalb der Reichstagsmehrheit bildet die Sofialdemokratie das energischste und am stärksten vorwärts treibende Element. Je stärker die Sozial- deniokratie, desto größer ihr Einfluß aus die Mehrheit und deren Haltung. Arbeiter, laßt euch nicht irreführen von jenen A r- beiterverrätern, die euch veranlassen wollen» durch Stimmenthaltung einen Vertreter des auSb euterischen Kapitalismus in den Reichstag zu bringen. Für jeden, der vom Ertrag? seiner Arbeit lebt, für jeden Ar« bester, Angestellten, Beamten, Kleingewerbetreibenden. Hand- Werkel usw. muß am heutigen Tage die Parole lauten: und trage seinen Teil dazu bei. baß sie würdig und ruhig verläuft und für die kommenden Äufgabcn gesunde Grundlagen schafft. Eine altgemeine Volkszählung soll nach Anordnung des Bundesrats am Mittwoch, den 4. Dezember, vorgenommen werden Die Zählung wird in gleicher Weise wie im vorigen Jahre durchgesühri werden. Sw dient nur Natsttrichen und wstnchasstrchen Zwecken. Für die Durch- südrung der Zählung wird wieder uns die sieiwilllge Beteiligung geeigneter Personen als Zähler zurückgegriffen werden muffen. Wählt Heimann! Die neue Richtung der Fortschrittlichen Volks- Partei erläßt zur Stichwahl ewen Ausruf, der energisch gegen Herrn Kempner Slellung nimmt,.kempner habe das gleiche Wahr- recht in der Gemerude abaelehu'- d zur Zeit der mllstärnchen Cr- sol'gorirmVesten. z« fcm.R'.cht««# der Bolisportei gehört, welche die Fricdensresoluiion vom 19. Juli 1917 verleugnete. Deswegen sei es Pflichl oller wirklich demokratisch gesinnten bürgerlichen Elemente am Wahltag ihre Stimme für den sozialdemokratischen Kandidaten Hugo Heimann abzugeben. GroMerllu. * Der Geistige. Wißt Ihr, daß ein gewiss?? Pfempfert den„Vorwärts" spaltenlang bekämpsert? In einer Zeitschrift, dem.Äktiöuchen", riskiert er manches starke Tönchen. Wie er die Kunst sucht zu verbildern, sei unterlassen, hier zu schildern. Doch zieht der Mann auf seiner Wiese nicht Blumen nur. auch Wortgemüse. Um kurz zu sein: wir sind ihm gänzig zu sanft, zu zahm, zu schlapperschwänzig. Wir müßten pfcmpfcristisch werden in Toi: und Stellung und Gebärden. Er ist der Typ der Krastnaturen» der Anivalt aller Pferdekuren. Methode: Löwe, flieh, ich beiß dich! Natürlich meint er es nur g e i st t g. Er spricht auS einer Gnadenwolke der Weltweiöheit zu seinem Volke. Bon uns aus soll er weiter wüten-- Der Kausmann braucht Kartoffeltüten. _ Pa»lche«. Generalversammlung der Konsnmgenoffenschaft. Die beute abend im LshcervereinshauS tagende ordentliche Generalversammlung hat sich mit wichtigen Ausgaben zu be- s-bättigen. Der boffentlich bald zu Ende gehende Krieg gibt die Möglichkeit, das koniumgenoffenschastlickie Leben wieder reger zu ge- stallen und den Ausbau der Einrichtungen mit Nachdruck anzn« streben. Die Berliner Arbeiterschaft erwartet von ihrem Konsum- verein, daß er zu seinem Teil vazu beiträgt, die wiitichaflticbe» Scvwier'gkeiien verschiedenster Art. wie sie der Krieg gebracht hat und wie sie ,n der Uebergaugswirlschafl erst recht in die Erscheinung treten werden. nach Möglichkeit zu» guniten der kleinen Verbraucher zu mildern. Sehr viele Berliner Koniumgenoffenschaftler sind durch den Verlaus der Versammlungen im Vorjahr verärgert und beabsichtigen, der Versammlung fernzubleiben. Alle treuen und weit« sichtigen Genossenschaftler sollten dieser Verärgerung nicht nachgeben und angesichts der großen Aufgaben, die vom Konsumverein zu löi'en sind, er st reckt die General« veriammlung besuchen. Es bandelt sich darum, daß die ruhigen, besonnenen und zugleich arbestSsrcudigen Genoffen dafür sorgen, daß die lonsumgenoffenschastliche Organisation der Arbeiter innerlich nicht zerrüiiet. sondern im Gegenteil neu geflärki ans den augenblickiichcn politischen und wirischaftlicheu Unsicherheiten hervor- gebe. Wer es darum mit der genossenichaftlich-n Arbeit ernst nimmt, der geh« heute zu derGeueralverjammlung Berliner Lebensmittel. Die Stadt Berlin gibt demnächst fünf Pfund Mohr- rüben aui Abichnst:? der Städtischen BezuMarle, e l n Piund Zwiebein auf Abichmn 76 und ein Pfund A e p f e t aus Abschnitt 77 der Lebensmiltelkarie ab. Voranmeldung am 2 9., 3 9. und 31. Ollober in den durch Aushänge« ichiid aekenn zeichneten V e r k a u f« st e l l e n. Die Ausgabe der Mobnüben und Zwiebeln erfolgt im La»?e des November broikontmiisionsiveise. Die Verteilung der Arpfel war urtplünglich für Weihnachten in Aussicht genommen, mit Rück- 'r rrill, >cß es zum fr ieden kommt, der zcictme Rrtetteanleibe. Und wer will, daß der Frieden mörj- Uchs! gut wird, der- zcictme crj! recht Kriegsanleihe. Darum zeichne! ficht auf die geringe Lagerfähigkeit eines großen Teils der Ware wird jedoch mit der Abgabe, die sich au> mehrere Wochen ersticckcn w-.rd, schon jeyi beoonnen. Da da das Lost in vcrichiedeiisten Sorten und z» verschiedeiisten Preisen gel eiert wird, werden die jeweils zur Belieferung anstehenden Brotkommissionen auegelost, domil wird die vorzugsioie Belieferung der Einwohm-rchasi sichergestellt. Der Preis für die Aepfel wird bei jedei Belieierung bekanntgegeben, dre Mohrrüben kosten 16, die Zwiebein 32Ps. je Pfund. Weiterer Nückgang der Grippe. Von den 1463 Neuerkrankungen, die der Allgemeinen OrtSkrankenkaffe am Sonnabend gemeide' wurden, fallen 1991 nur Gnpve und 80 out Lungenentzündung. Die Zahl der Todesfälle betrug 34; davon an Grippe IS, an Lungenentzündung 10. Mit den Mängeln der Kohleuliefcrung beschäftigte sich die Gene- ralveriammiung bes»Verbände» der Vereine jc.bsländiger Hoiz- und Kohlenhändler von Berlin und Umgegend". Es wurde eine Reioluiion angenommen, in der eS u. a. beißt: »Es muß festgestellt werden, daß Zehnlausende von Zentnern Kohle aus Bahiipläyen lagern und zum Teil verwittern, während ein groper Teil des Kieinhande!» mdit in der Lage ist, se>ne>n der Kundeniiste eingetragenen Kunden mit dem»olwendigsten Brennmaleriol zu vcrieben. Die Generalversammlung erwartet, daß cS der Kohleustelle Groß-BerliuS gelingen wird, den Groß- Handel anzuhalten, die ihm zur Beiiesening überwiesene» Kohieiiabgabesiellen in jedem Monat gleichmäßig nach dem sest- gestellten Bedarf gu beliefern. Jede bevorzugte Belieke- rung einzelner Abgabestellen»ollie unter Strafe gestellt werden. wie es ja auch unter Strafe gestellt ist, Verbraucher über die je- werlig zur Belieferung freigegebenen Mengen mit Kohlen zu der« sorgen." Di« Konzerte itS Philbarnronischea Orchesters für Schüler und Schülerinnen der Overiiaffe der Gemeindeschulen und der Oberstufe der städtischen Ncatichiilen finden in diesem Winter« senrester am 6 November, 4. Dezember, 18. Dezember, 16. Jaanor 29. Januar. 26, Februar, 12. März, nachmittags 4 Ilbr, im großen Koiizerlsaalr der Philharmonie, Beruburger Srr. 22»/23, slart. Zum Raubmord in NculZlln wird mitgeteili. daß ein Lichtbild deS mutmaßlichen TäierS, de» angeblichen Einrichters Hermann Wirih im Neuköllner Polizeipräsidium besichtigt werden kann. Auf- gefallen ist eine Bebniichkeit dieies Verbrechen« mit dem Mädchen- mord in Staaken. Auch dort waren der ErdroffeUen, ebenso wie der Frau Henkel, die Hände geiesielt. Friedrichsfelde. Gemrindevertrefer-Grsaywahl. Die Ersertz- wähl für dr« dritte Ableilurig an Stelle des fortgezogenen Ge- meindeverrreterS Gamiin. findet Freitag, den 1. Novem- be r, nachmittags von 3—8 Uhr, im Lokal von Ulke, Schloßstraße, statt. Kandidat für unsere Partei ist der Genosse Gastwiri Fritz Haberland. Es wird ersucht, möglichst zeitig zur Wahl zu erschei- nen und sich mit euner Legidünation zu versehem. Charlottrnburg. Mahnahmen gegen den WohnungSmangel. Ein empfindücheir Mangel auch an mittteron und größeren Woh- nungen, hat sich wie anderswo besonders in Charlottenburg bc- merkbar gemacht. Während dort im Oktober l9t4 noch lI84.-d. h. 2,79 v. H. der vorhandenen Kleinwohnungen von 1— 2 Zimmern (außer der Küche), neben 997 gleich 4,21 v. H. ber Mittelwohunngen von 3— 4 Zimmern und 881 gleich 5,93 v. H. der großen Wohnungen von 6 und mehr Zimmern leer standen, ist bei ber Zählung im Mai 1918 der Stand der Leerwohnung«, auf 161 gleich 9,37 v. H. der kleinen, aus 66 gleich 9,28 v. H. der mittleren und 393 gleich 2,97 v. H. der großen Wohnnugen gesunken. Seitdem Hai sich die Lage des WohnungLmarkleS noch weiter verschlechtert, so baß zum letzten Oktober-Umzugstcrmin eine Anzahl obdachloser Familien von der Stadtverwaltung untergebracht werden muhten. Dabei hat sich bie Bevölkerungszahl, die im Oktober 1914 325 999 betrug, nn Juni d. I. auf 294999, also um rund 39 999 gleich 19 v. H., vermindert. Diese WohnungKnot ist in erster Linie darauf zurückzu- führen, daß nicht weniger als 3141 Wohnräume der verschiedensten Art, d. h. wenn man 3— 4 Räume auf eine Wohnung rechnet, etwa 1999 Wohnungen von Militärbehörden und KriegZwirtschaftsstellen in Anspruch genommen worden sind. Außerdem haben diese Be- Hörden und Stellen noch gewertliche und sonstige Räume von etwa 19 999 Quadratmeter Nutzfläche für ihre Zwecke mit Boschlag be- legt. Zur Milderung der hierdurch eingetretenen Schäden ist d-e Stadtverwaltung genötigt, alle verfügbaren Räume der Befriedi- gung de? Wohnungsbedürfnisses dienstbar zu machen. Sie hat deshatb auf Grund der BundeSratSverordnung über Maßnahmen gegen WohnungSmangel vom 23. September den Staaiskommiffar für das Wohnungswesen ersucht, ihr die in dieser Verordnung vor- gesehenen Ermächtigungen zu erteilen, den Abbruch von Gebäuden oder von Teilen solcher, wie auch dt« Verwendung von zu Wohn- zwecken bestimmten ooer benutzten Räumen zu anderen Zwecken zu untersagen, durch das EintgungSamt, falls zwischen dem Vermie- ter und einem von der Stadl vorgeschlagenen Wohnungsuchenden ein Mietvertrag nicht zustande kommt, einen solchen festzusetzen und den Vermieter unbenutzter Fabrik-, Lager», Geschäfts- oder sonstiger Räume zur Herrichtung als Wohnräum« zu verpftichten. Interessanter wäre es jedenfalls noch gewesen, wenn sich der Charlottenburger Magistrat in der vorstelzenden Mitteilung auch darüber ausgesprochen hätte, ob die Stadtverwaltung ebenso wie andere Groß-Bcrlincr Gemeinden neue Kleinwohnungen schassen will. Darüber können doch kaum Ztveifel besteben, daß die vorgesehene Flickerei zu einer umfassenden Wohnungsfiirsorge nicht ausreicht. Bisher verstand es die Stadt Charlotteniburg doch sehr gut, in sozialer Bez-ebung nicht an letzter Stelle zu marschieren. Sollte der Krieg mit seinen enormen ElendScrscheinungen etwa bei der dortigen Stadtverwaltung die entgegengesetzten Tendenzen zum Ausdruck kommen lassen? — Lebensmittel. Vom Freitag, den 1. November ab wird auf Abschnitt 76 der Groß-Berliner Lebensmittelkarte 1 Pfurod Zwic- beln(32 Pf.) in- den Gemüsegeschästen ausgegeben, in denen der Karteninhaber die Voranmeldung zur Winterversorgung mit Frischgemüse und Zwiebeln bewirft bat. Der Verkauf findet so lange statt, bis jeder die ibm zustehende Menge erhalten Rat. Vom Montag, den 28., bis Mittwoch, den 39. Oktober, wird an diejenige» Kunden pro Kopf 125 Gramm K u h k ä s e verteilt, welche in dis Speiscfettknndcntisten der n den Bezirken der Brotkomm issioi'esi Nr. 17, 18. 29, 31 und 32 und 125 Gramm Faustkäse pro Kopf vom Dienstag, den 29. Oktober, bis Freitag, den 1. November, an diejenigen Kunden, welche in die Speiscfeitkundenlisten der in den Bezirken der Brotkommissionen Nr. 25, 26 und 28 in Charlotten- bürg gelegenen Geschäfte eingetragen sind. Schöneberg. Erhöhung der Familicnunterstütznns. Auf Gnin,d der Bekanntmachung des Bundesrats vom 28 Sevtembcr 1913 be- treffend»Erhöhung der Unterstützung für die Familien in den Dienst eingetretener Mannschaften" bat der Magistrat beschlossen, daß die Erhöhung 5 Mark für jede Person und jeden Monat vom 1. November ab betragen joll. Neukölln. Lebensmittel. Der Verkauf von 169 Gramm Graupen und>59 Gramm Grieß auf die Abschnitte 31 und 63 der Lebens- mittelkart« wird fortgesetzt. Tie Gültigkeit de? Abschnittes 53 der Eierkarte, auf den t Ei entfällt, ist nochmalZ um 14 Tage Verlan- gert worden. Ter Verkauf von l Pfund Frischfisch auf Abschnitt 122 und Vi Pfund Räucherware auf Abschnitt 134 der Warcnbe- -ugskarte wird forlgesetzt. Von Donnerstag, den 31. d. M.. ab bis Sonnabend, den 9. November wird nochmals 1 Pfund Znre- beln(32 Pf.) auf Abschnitt 76 der Lebensmittelkarte abgegeben. Der Verkauf von WintervorratSlartoffeln im Bcz'rkAer 12. Brot- kommissiou ab VerteilungSstelle wird noch fortgesetzt. Lichtenberg. Lebensmittel. Außer den üblichen Mengen wer- den abgegebene Ohne Vovanm-cllning auf die beiden gleichlautenden Abschnitte 292 E in den durch Anschlag gekennzeichneten Gcschäf- ten: 1 Beutel Vanillin juckcr flO Pf.) bei gleichzeitiger Abnahme von l Päckchen Backpulver. Gegen Voranmeldung: Aus Abschnitt 7t der gemeinsamen Lebensmittelkarte: 169 Gramm Kunsthonig zum Presse von 22 Pf. In den städtischen Fisch hallen und bei den hiesigen Fischhändlern und Näuchern-nrengeschästen werden«Gac» geben: Auf Abschnitt 269 E. I, G K, der Lichtenberger LeduiS- mittelkart«: I Pfund Heringe. Abschnitt 291 E, I, G, K: Frische Fluß- und Seefische. Abschnitt 278 E, I, G. K:'A Pfund Räucherwaren und auf Abschnitt 279 E, I, G, K: Fischkonservcn. Wilmersdorf. Lebensmittel. In dieser Woche gelangen zur Ausgabe auf Abschnitt 69 der allgemeinen Groß-Berliner Lebens- mittelkarte 199 Gramm Grieß und auf che durch die Braikommissio- nen ausgegebenen besonder, n Bezugschein, für Kinder im 3. und., 4 Lebensmbre 1 Pch'ud Haferflocken'70. Pf) als Ersatz für aus- gefallene Milch Der Verkauf von A Pfund Heringen oder frische», Fischen bzw. Vi Pfund Räucherwaren auf die Mschnitie l? uno k« der grauen Vezugskarte für Emz-elpcrsonan wird fortgesetzt. Ferner sind von Montag, den 28 Oktober, ab auf die Sonderkartoffelkarle 8 Pfund Kartoffeln zur Weiteiaufsüllung der eisernen Ratio? zs entnebme». Vom 28. Oktober bis 2. November werden auf Ab- schnitt 76 der Groß-Berliner Lebensmittelkarte 1 Pfund Zwiebeln 132 Pf.) in demjenigen Gemüsegefchäfi abgegeben, in welchem der Bezugsberechtigte m die Kundenliste für den Kartoffelbczug ein- getragen ist._ Pankow. Lebensmittel. Im Laufe dieser Woche g?savge->. in den bekannten Verkaufsstellen zur Verteilung: Auf die allgemeine Lebensmittelkarte 199 Gramm Nährmittel auf Abschnitt 69(nach Ein, rang der Ware). Auf die Pankower Lebensmittelkarte: Räucherwaren, soweit solch« eingehen, auf Abschnitt 114 und 123. Zulugen für Kinder bis zu 2 Jahren: 699 Gramm Haferflocken für den Monat auf Bezugschein, für solche bis znm 1. LebcnSjabre 373 Gramm Zuckerzulage auf Abschnitt 2la, b und c, für solche im 2. LebcnSjabre 259 Gramm Zuckerzulag« auf Abschnitt 21s und b, und für solch« vom Beginn des 3. bis znm vollendeten 6. Lebens- jahve 125 Gramm Znckerzulag« auf Abschnitt 21 oer Zusatzzuckcr» karte vom 1. November ab. Auf Abschnitt 19 der Süßswffkarte wind ein Brief Süßstoff abgegeben. vriefkasten üer N?Kakt:sn. H. R. 3. 1,?a. 2. und 3. Mo. Ken Sie Ihren Anspruch aus Mrund de« ärztlichen Bcsundes beim Komp.-Führer geltend 4. Nein.— P. K. Wenn nach Ciiigedung der Ehe sich in den EiweibSperbäctniisen nichts ge- ändeit bat, wird llvlerilüynng veiwelgett. VesKwerde ist in Släalen zu- nächst beim Magistral bczw. beim Miiitärburea» und dann beim RcgieningS- vräsidenten zu jlidicn; in Landoricn zunächst beim Landrai und dann beim RegierungSpräsidenIcn.— gt. G. l eri en Fall mil Geiöncmis bcstiast weiden! hier handelt eS sich um cme» Ziückioll, der sicher mit GcjängncS bciirajt weiden wird, — Cr. 3. 100. Der Hauswirt ist verpflichtet, Ihnen die Lebensmittel« karten zuzustellen; nur wen» er Ste nicht zu Hauje antrifft, müssen Sie sich die jtarlen von ihm holen. BSasierstandsnachrtchten der Änndesanstalr kllr NewSfferknnd«. mitlicteitl vom Berltner Weiler buicau. Mittwoch mttrag. Zeiiwei'e nebelig, sonst trocken und ziemlich heiter, am Tage etwaS wärmer als am Dienstag, in der Nacht zu Mittwoch viel« jach Frost. SozIaldetroHrat. verein Berlin VI(S. P. D.). Hierdurch zur Nachricht.! daß unser treue» Mtlgiied. I der früäcre Abteilungsjührer j und Revilor j�kZoik 8cku!ie Schönwaldcr Ltrug« 5, am 23. Ctl ober verstorben Ist. Ehre irtiirm Andriiken! I Die Einäscherung finde!| am Doniicrdlaq. den 31. Ot. tobcr. nachmittags 2 Ubr, I im Krematorium(Bericht» itraite 37 statt Zabirciche Beteiligung er- wartet 22S/3 1 N«I» fisonme»»«!. I Vetted der Bnrfatianfcitellteo DeuticMahds. Onsgrupge GroB-Bertht. Unseren Mitgliedern zur i Nackrichi da'- unser Kollegr. I de(lranlenkasieuangesteiitc| Paa! Glrke nm 24. Ollober NN Alter! von 43 fahren verstorben ist. s tz'brc seinem Zindenken Die Beerdigung findet--n, i Mittwoch, den 30 Ollober.! nachniiXagS 4'i, Ubr aus j dem Arteddos in StabuSdors J statt. Zug 8.07 von Charlolten- burg. 47/4 1 Um rege Beteiligung ersuch! Tie lOrtcverwaliung. s i csw.-'-n»-» Ain 28. Oktober entochlief nach längerem Leiden [ unser lieber Kollege, der Bureauvomeher Herr �d®lf Oalrisig« Sein Andenken werden wir stets in Ebren halten Die Angestellten der Arbcittrannahme 3746b und des Lohnbureaus. Telcfunken. Nach kurzen, obe, ichwcren Leiden eiitichiies am 2t Oll meine tiebe. dcrzenSgute Frau, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Wirins im 64. Lebensjahre. Dies zeigt tiesbetrribt an Der trauernde Gatte Wilhelm Srall nebet Ver-mdtjn Die Einäscherung firrdet am Freitag, den I Nrwembe,. nachmiitagS 4 Uhr, im Krematorium M Berlin, Gericht' Gcrichtstr. 37/38, statt. Kranzspenden dankend verbeten. Dnnkiagnng. Für die rege Teitnah ne bei der Beerdi.iung unsere» iieae» Entschiajenen saacn wir allen Kollegen der Firma itlnerbach linieren herziichilen Dank Alwine KriiiririK'«. Kinder. 37ö5b Nause.iigr. 28. SeMel UxlMMkikel-?elSW!j.>sUI SterNint>>!nn�r»»ir» sz-rli».« e».t. Hinlrnhrtthe ua_ CR'"r"11 geb. WOnncbo 87bS6 Hlle meine Ortsstranken» It- sie der Stadt Berlin Unseren Kollegen zur j Nachricht, dah der Kollege ?dM\ Cirke am 24. Ott ob er im Altci von 48 Andren oeistoldcn ia. i tshre seinem Andenlen i Die Beerdigung findet am Mittwoch, der 8o. Otlober.| nachnililag» s'/t Uhr, uinr dem Fricdhos In SlahnSdorj j itait, Zug 3.07 von EdarloUcn. bürg Um rege veteittzung er»! iucht 270/.',| Der Anpestellten-AusschuB Oertand der Sanier und Portefeuiüer Ortsvcrwaimn, Berlin. Ten Kollegen hieinut zur j ! Nachricht, dag imscr Mit- j glicd, der Poriescuiller öesvkki'l! Weiscli; verstorben ttt (Pbrc seinem Andenken! � Tic vrerdiguirg findet am Mittwoch, den 30. Oktober. nachmittag» 4'/, Ubr. von der Lricheuh alle de» "iemcinde- Frieddose» tu AdlerSbos o»S statt Tie Orteverwaltung. Beullcher d Bnübinder-Oer&anl i»(Zahletcllo Barln.) iij Den M tgl cdern zur Nach- ff nchi, dag»njerc Kollegin i Charlotla Kßhntopp i nach furjm Kranleniager ■] verslorbeii ist. (Pbte tbrein Andenken! Die Per-, diglina findet i oeute DtrnSiag, den 28. Ol- -laber>918, nachmittag» | l'/j Udr, au' dem zweiten ichönebcrger Fnedhos jj - iBlante Hi-lle) statt. Zablt eiche Beictligirng wird erwaitet. 24/ B Die 0rls»erUa»u>ig L.rtesöciiKai'ZieiaKa/ar.eeiBec: est» feutlciscr > Cranspjrt.-'rbcitervertand. lltczirkZoerivall. GrpL-Bertl» Ten l'-tiglledern zur Nach- �i ichi, dag linier Kollege, der > Fndullrieai beit.'r ösrnkAsl! Lxnnz i oon dc, Firma Tiihssen» Co.. Berlm, Toriurasie. sam 26».tlober im iililei i von 58 zFad eu vei sloi bcn ist Girre seinem Andenken! Tie Beerdigung suidet am TicuSlag, den 29, Ok- ! tobcr. nachniutag» 4 Uhr 1 von der Leichenhalle de» .'Johannis- Kirchroje» w blötzcnsec an» statt. Um zahlreiche Beleiligung \ ersucht 64/13 Cie Bezlrksverwaltuno GKanrverein Cesümltirüriner Barmoale. 'Am 29. September fiel] unser lieber Sangesbriidcl, »er Gctrcite 57/20 j ÄrUiF Koßiniek im Alter von 26 zZahrcu at»| 7. Opscr liniere» Verein». Wir betrauern einen un- erer pfl.chllrcueilen Sange»- orübcl. Slunim ichläjt der Sänger.| Ter Ttorstand. tir Fener- de- [ � denket staünnjt. Silz Berlin. Gegr. ISOä Am 24. Oktober starben unsere Mitglieder Oskar Ott Schrutietzcr. EedwIgTauchert p-b RUBlcr. «Ibrc ihrem Andeuten! Tie Eiiiäidicrung de» erstercn hat am Montag Ii Treptow stattgesunden, die �s d-. leptereii findci-.m Mitt, wedi. nachviittcn» 3 Uhr, in der Gerichtstrahe statt. Um rege Bttr.üguns er- urhi 299; 8 Der Toratantl. m ( siäw Ais Opfer dc» Weittriege»! starb an, 26. Oktobe. l9id> aus seiii'Ni lang crschnleii itriaub an den Folgen eine,\ ichivri en Krankheil. die ei stch im Felde ziisczogcn balle. in einem diesige» vazarell j »liier einziger,- hossuung«- voller, lieber Sodn und\ Bruder der Kanonier Metzner | im Aller von 19',, Jahren. Die« zeigen an Die Iranernden Eikern 1 Jnlilib Menner u. Frau, 1 hbtli Meviiera« Sa. weiter, Dicfteiibachftr. 58. Die Beeidigung stndel am > Mittwoch, den 80. Ottobei. 1 nachmittag« 4»/, Uhr. am j! g dem Garnisoristledhos, Laien- " beide, statt. 3747! Lieder Willi, Dir den Frieden. uns der Schmerz Allen Fieunden und Be- ! lannlen die rraurige Nach- richl, dav meine Iteb«, aute \ Frau 134/4 Enima Schiflner geb. I'ndor I nach kurzem Leiden tm l Alter von 25 Jahren ianst > entilbiaien iil. Tic» zeigen tiesbetrüdr an I der Ebcman» - 2.ia»I Zchiffiier, Mnner. sGcichMlster, Tchwieger- elter» ! n. ssamtl e Stolzeudurg. Die Beerdigung findci am I ; Freitag, den l. November. I j iinchmilt ig» 3'/, Uor. von[ ! der Leichenhalle de»-kelri-I ! Kirltidoic» in der Frieden- 1 iirahe au» statt. Nach 20jäh>tger. treuer ! und gew ssenbasier Pftichl ersüllimo in unterem Bc iriebe soigte nach lurzcm Krankenlager ihrem vor zwe Tagen vcr torbenen Gatten I unsere Milarbkitcrin Anna Pardau. Ihr Andenken werden wir ! � itel» eh- cn. 79A Die Bccrdlqnng find i i morgen Mittwoch. nach- s m tiag» 3 Uhr. von bei Leiedenballc dc» Emmrn» ! Kirchhos-s in Neuiölln ! Hcrmannftrake. an» statt. Tie ZeitungSaudgabe- Istelle»es»ÄorwcietS«. Laufitzer Platz>4115. , Sage dierduich allen Frcun-; s den und Belannten. den Kollegen' ! lliid Kollegliinen der Firma H s , Gundclach A. m. b. H., insbc-, sondere dem Bureauperionai.! \ den Mieiein de» Hauie» Ring i bahnstraxe 18 und Deirn Du- ! poni sllr bie herz iche Teilnahme und trostreichen Worte bei der' Beiiattunq meiner lieben Frau ! Helene geb. Prehil meine» herzlichen Dank. Der lraucrndc Gatte W. Lambrecht- 3759b zurzeit im Felde. ! Allen lieben Freunden und Bekannien unlerc» guten treu- iorgendcn Bruder» und Schwa- ger», de» Schlosser» Em!! En-jeimann weiche ihn mit zur letzten Ruhe bcstalielcn. unseren ausrichligilen. i herzlichsten Danl. 3752b I 01» trauernden Geschwister.' vQFLQKMS Erwerbs- MSoUcähslter» ületei die nüchete Zukuntt. Eine Uei rreifende Änderung unseres gesemle wtrUchaftsIcheo«. ein gevjUtfer Aui Zabnoetiiss ■Biotin, Gr. 7.60. taust fruit orjnt'r. Kallrrnr 16 I CoiTr.nhorOlnlU Verwaltungsstelle Berlin..V 54, Ltniensiraste 83—85. Geschäftszeit von 9—1 Nbr und von 4—7 tthr. Tetepho-i i Amt Norden 18.',. 1:239. 1987. 9711. TonncrSlaz. den 31. Oktober 1918, abends 8 Uhr: Er�ncbesi-Vcrfammlung dcr Elektromontenre»nd Helfer Grvs;-Bcr!ins an Lokal von Klemeut- Zop./ienstr. 6. Tagcsordnnng: t. Vortrag über:»Lohnarbeit und Kopttol-. 2. Dt!-'-!!!0N. 3. Bc>id»- und Lronchenangl legendeitru. Zahlreiche» und pünktltche» Erscheinen ist unbedingt erfvrderllch. Donnerc-tag. de,, 31. Oktober 1918. abeudS 8 Uhr: Wr Versammlung"WD ailev in Klempnereien beschäftigten Kolleginnen uud Kollege« tn Hctnritys i estsälen, Gr. Fr..nkfurter Str. B0. 3 agesordnunz: 1. vorkrag dc» Kollegen Adolf 2. Disti on. 3. Bericht und N iiwahl o« �rand enkov-arlsfi«« Tie Wichtigkeit der Ti gesordnunq macht e» oster Kod-.rlr-iren und Kollegen zu, Pflicht, in dieser Versammlung zu erfcgeitien. --uch werden in dieser Veisammlung die Eintri! tskarlei: zrun Herbstvergnügen am 39. November auSgegeve>. ____ Dl« Cr-twvor Wi. I tmj-. Pelz�aren bei bequemer Zahlwelse Bei Btuisdiianff auf vorgeschrial cu« l'reise 10 Prozent NacblaC. KriegsanloOie wird in Zahlung z e-ioir mcn. Pelzwarenfabnk Kalüs Berlin JiW 87, Tile-Wardsuberg-Sirafte 11 nahe Bahnhof Ttergarcen. Tel. Moabit 7622/7623. �3 erma!- Pellin» sOB Obst- Invaiidon- j r Dniinli Friedrich- I ffS Straße F i JiöOLüi stratze 11. •chwtng unserer induit it v des iidi. ieii steht bevor, und es v. tfien übersr ßeschu-s Krörte glicht >-in. Angt iiö.igf. te:hri.Hcher Bei/ u. Hsndwert-ei sollen nicht versSum: ihre Kenntnisse und Heftigkeiten üi kommenden Zell«ruuj»45i' i. um tel. ruifehrren»n ten wifischsftBchts& '■»Igen, die nsttirweoiSS das Ergtbn! ies fevaff'cn Rinnen»«ein müssei: Das teste Mittel, ra»ch und gruiidlid- ohne Lehrer, durch einlachen SpIIwi nntcrrlchl eine gründliche AusbHdun; in techr.Uchrn'Vissenschcllt n e» werben,«ind die technischen Selbst nleir.vi.Uvhti. e n.�ci Inch'cJJ»4. 8t» S. starke Br« «chTtre ko.�te'»M. BcnnetJ s llochleld, PcUdiut I-»»,!».» ist 1 Warum liasWEibai tot| { leidet niüaar. am Weibe.' I Ii b a 1 1: Zielt zu> Licd- i> Ehe s>errriircchi.— E>ie>. iucht— Uiiti eue— Manne» frujl— Binder eaen.— Dmg«, die mau nichi sagt tc. Pastor Länudl ichrcibt im .Coi-re>pondr»i-: Ein» d r I ernstesten Bü i i-r. die ich ge- eic» Die Bilder, die de� Periastei eniiviist, g i er in Her» uud Gewissen. ! Preis Mk 1.80. Mädchen, die man nicht heiraten soll.' 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"Ööl läßt ganz Berlin ES 233' > linäEriiiite, TraueriiSle usw. kauft man Ecke Danziger Straße Kutiabrik itnci �sdslsaus Brenscheidt. (Umpressen 3 Tage») KOL NIMi'lsWG Bnfia-öiätKtftj. Bekanntmachung. I>. St ach trag zur Karsenlatzung vom 1./S. Ztovemlirr 1913. s Beschlossen in der Slhimg de» Kassenausschusses vom 26. Sep- tember 1918.) §!J0 Absatz 3 erhält folgende Fastung: Kranfcnqeld kr Höbe des halben Giundlohn» sllr jeden ArbeitSiaq. wenn die Krankheit den Perficherteii arbeilsunsähiz macht; c» wird vom vierten Krnn.'hciiSi ige, wenn aber die Arbeitsuntähigkeit erst ipäier eintritt, vom Tage ihre» Eiit- tritt» an gewährt. Nach sechs- monatiger Mitgiiedschail wird da» Krankengeld auch sür jeden rionn- und Festtag gezahlt. Dreie SatzungSäuderung tritt mit dem Tage der Vecössent- lichiing in Krast Beriin-Lichtenberg, den 27 Scvtember lStg. Der Kaisrnvorstnnd der Allst. Ortskrankenkakse Z'crlin-Lichlcnbcrg. Max Liodloff. 2. Vorsitzender. G. Budoe, Schristsührer. Genehmigt. Cdariotlrnburg, den 22. Okt. 1918. »ouigl. Odcrberstcheruugs- aml Ärosi-Bcrttn. von chvstlowsli. 270/6(L. S.) Plriaimherg. I.er Policatiuaer. Fichtetgebira»? man au» den Tagen c-er Kö.n. Luiic. 4 bi» 6 Taus. Geb. 7'Vi. Da» Buch legt niemand onbehtedigt au-t der Dand. Leiiag EI. Kr vier. kv'mstede! fvab,-. 280/ 13* ' iSi*"* lIklSSVlSSUi Lei feg m We-istiessv von M. Erzberger Staatssekretär und M. d. N. j Die Erzbergeischen AuSsllb- run'.en decken sich mit dem! ncu.RegicritiigSproqrllMm. i.'iede de» Neichslanzler»! oom 5 Oktober 1918./ 1 Zum Preis« von 3 M. z»> . eben in jeder gut-n Buch- J! ddlg. od vom Vertage aou j � ZieimarSobbing vrin.S«Si i bPSÄÄLrLi l itz?. ined. Kk.eben für j I GesohiecMsi;, ankhellon,| Haut-, Harn-, rrauenleider j | nervft» Schwüche, Bein- i kranke Behandlung j eohnelLsicber neehrnerz- I los ohne Berufestörung > in Or llomcyrr 4it Co. 1 konzJ�bor f Plutunters Fäden im Earn usw | gegenüb l» Panoptik. 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Terl� Stede48 2.eit.i!art.Broich.0,60DT, nach autzerbalb oerichlossen 1, A LpLUlÄMZt »I-. kZtOkl. llaerliekt»* Hant-, Kam-, Geschlechts I» Bintunbersuchg. Friedrlche'r, 187-148 ia. d. Öohrenstrnße, üntergrdb.) 11-1. 5-7. Stg 11-1. äpeziaiarzi I>p. med. L-iueba beb. schnell, gtflnbl., mSgl. schmerzlos u. ohne Beruf»'lor. GeschlsobiskrarKhelt., geheirse Haut-, Harn-, Fraueeleldso, Schwäche. Ervrodleste Methode« Harn- und Blutuntersuchurg. �Q�tr. U\li«lexand»p, Spr. 10— In. 5— 8. Sonnt. tO— 1 Spezialarzt Or. med. Hsaehö, Friedficfistr.90 ÄÄ AebonfiL oonSyvhilt«, f.outs Haru.. Frauenleiden, laejj chron. Fälle. Schmerzrose, kürze»« «händig, ohne BerujSstörirna. äutuvterlnchung. Mätz. Preis, .«stzahiung. Sprechstunde« 11 bist t tatst 5—6, Sonnt. U— i. Nr. 29$— 191$ Unterhaltungsblatt des vorwärts Dienstag, 29. Oktober tzSnöe. Bon Th. Thomas(Frankfurt a. M.), Das Schiebefenster, durch das die Gäste der Kriegsküche ihre 50 Pfennig für ein Mittagessen reichen, ist so klein, daß dn nur die Hände und ein Stück vom Aermel der sich Vorbetdrängenden sehen kannst. Alles andere bleibt ein Geheimnis, es sei denn, man will die Stimme noch als ein Teil dessen anerkennen, der seinen Beitrag für die öffentliche Verpflegung durch das runde Loch reicht. Nur Hände, hundert, tausend, viele tausend gleiten hier vorbei wie eine Wallfahrt der Arbeit, zarte und feine, schwarze und weiße, alte und jung«. Sie sind so vertraut wie Gesichter, sie reden ihre Sprache wie der Mund und erzählen wortlos viele Geschichten. Bestimmt genau nach zwölf Uhr taucht die Hand auf, die an- schsiuend an einer Stanzmaschine drei Finger verlor; die noch zwei vorhandenen haben fast die Gelenkigkeit der fehlenden htnzubekom- men; die vergriffenen Papierscheine werden mit überraschender Sicherheit vom Daumen und.steigefiuger regiert. Gleich hinterdrein schiebt sich ein« welke Frauenhand mit allen Ehrenmalen fleißiger Arbeit, die wohl schon sechzig Jahre gedient bat. Die Finger sind wie Stricke, ihre Schwielen reden von hartem Dienst. Nicht ein« Sekunde bleiben die ans Arbeiten gewöhnten zehn Geschwister ruhig auf dem Zahlbvett liegen, sie stnd in fort- währender nervöser Bewegung, streichen hastig und zitternd das Wechselgeld ein, als wollten sie ja nur nicht länger stören... Leichte, zarte, aber nicht gepflegte Hände erscheinen in der Seffnung. Die Nägel schwarz eingerahmt wie eine Traueranzeige, drei geschmacklose Ring« am Finger. Blaue Flecken verraten da? Schreibmaschinmfrcrnlein, ein Heft„Krieg und Liebe' ihre Dil- dung. In den unsauberen Händen Schmutz! i teratur, die Stimme ordinär: DurchschnittSware, falsche Erziehung.—.Der Nächste, bitte!" Eine link« Hand schiebt sich am Schalter vor; die rechte liegt irgendwo im Osten oder Westen begraben. Mit Staunen betrachte ich immer wieder, wie dieser Einhändige geübt ist, wie er dem Geld- beute! Scheine entnimmt, Karten ablegt oder Wechselgeld einsteckt. . Das alles mit einer Sicherheit, die verblüffend wirkt. Es ist, als ob die gciwc Beweglichkeit des verlorenen Gliedes in dieseZ über- S-ng. Eure große Zahl Frauenhände, die zwei goldene Ringe tragen, entrichten ihren Betrag; meist sind eS Kriegerwitwen, die ihr Liebstes hergegeben haben. Manche ist unter ihnen, di« bessere Tage sah, aber jetzt zwischen Fabrik und Kriegsküche ihren einsamen Weg geht, deren Hände sich nur schwer an das rauhe Material gewöhnten. Aha, da kommt mir auch wieder diese schwielige Vorderflosse zu Gesicht, die wie eine eiserne Zange zufaßt. Jeder Finger ist ein Dreschflegel, die geballte Faust wie«wn Dampfhammer, ein Bild urwüchsiger Kraft. Dabei immer reinlich gehalten, trotzdem dieses Greifwerkzeug schmutzige Arbeit verrichten muß. Nicht von allen kann man das hohe Lied der Sauberkeit fingen; etwelche kommen tvohl in Ermangelung von Zeit und ReinigungS- gelegenheit mit allen Rückständen des Arbeitstische» hierher, oft ist es nicht nur der Niederschlag von einem Tag. Nün treten einige Dutzend Leute an mit gelben, wir mit Safran gefärbten Fingern. Pulverarbeiter, deren Haut quittengclb ist. Wenn du ihr Gesicht sehen könntest, würdest du finden, daß sie auch dort, wie am ganzen Körper, stark gefärbt sind. dü;- pacx- jpfe'seme-PettschÄch-n-ftzgen fetzt in isr: Ccfftuntg. Rosige Nägel, jeder einzeln« wie mit dem Lineal geschnitten, zart die Haut, gepflogt die ganze Klaviatur, in der Hand ein Buch von Raabe..Besserer Mittelstand' lautet das Urtoil, im Kriege heruntergekommen, der Not gehorchend Kriegsküchengast. Si« findet Gesellschaft von solchen, die sich früher auch nicht träumen ließen. daß sie sich hier treffen würden. Ist auch weiter nicht» dabei; jeder Bürger hat ja Zutritt, viele müssen eS zeitlebens tun. Dies« Hände empören sich gegen den Blechlöffel, gegen die Literschüssel, gegen die Nachbarn, kurz gegen alles. Und müssen doch wieder und wieder kommen, wer! ihnen selbst die MittelstcmdSküchen zu teuer find. So wechseln die Hände fortwährend, trommeln nervös auf dm Tisch, wen« e» ein wenig dauert, beherrschen breit da» ganze Zahl- brett oder breiten triumphierend— dn glaubst die Finger lächeln zu sehen— ihr« Barschast aus. Daneben die, die sich vor sich selbst zurückziehen, kaum den Tisch zu berühren wagen. Dann die zitternden Hände des Greises, die wie zerknittertes Seidonpaprer wirke» oder andere mii Krankheiten behaftete. Kurz: der Menschheit ganzer Jammer wandelt als leben- diges, bebildertes Lesebuch liier vorbei. Du könntest dich ausbilden, die Schicksal« der Zeitgenossen, ohne ihnen ins Gesicht oder auf das, was ihnen aus den Aermeln herausschaut, zu sehen, einfach von den Händen abzulesen. Ich kannte einen allen Verwalter, der viel mit zwei feihaften Personen zu tun hatte, die mitunter ohne Ausweispapiere«inge- liefert wurden. Der ließ sich nur die Hände zeigen und fällte da- nach sein Urteil, ob er es mit einem Arbeitsscheuen zu tun hatte, oder mit einem, der der Arbeit nicht aus dem Wege ging. Er hat sich dadurch nicht selten die beste Auskunft verschafft. Am KriegsküchenschaUer kann man die gleichen Studien machen. ES wäre überhaupt besser, wenn man den Leuten mehr auf die Finger wie ins Gesicht sieht; die Augen können täuschen, der Mund kann lügen, die Hand indessen spricht«ine Sprache,„davon läßt sich kein Jota rauben". Schutzmaßnahmen gegen öie Grippe. Der Erreger der Gripp« befindet sich in den Almungswegen (also Nase, Mund, Kehlkopf, Luftröhre, von Kranken und von gesunden Bazillenträgein. Außerhalb des nienschiichin Körpers geht er wahrscheinlich sehr rasch zu Grunde. Er wird in der Regel nicht durch Be- rührung von Kranken und von deren Gebrauchsgegenstände» übertragen, sondern nahezu ausschließlich durch Einatntu'nfv Jeder Mensch verstreut nämlich selbst beim gewöhnlichen Sprechen einei: ganzen Nebel von feinsten Speichellröpfchen, die sich längere Zeit schwebend in der Luft halteir. Mit diesen Tröpfchen zusammen werden Bakterien aus dem Munde verstäubt. In höherem Maße ist die? natürlich beim Husten und Niesen der Fall. Unter den Mundbakterien, die von Kranken und Bazillenträgern verstaubt werden, befinden sich auch die Erreger der Grippe. Durch Einatmung werden diese Erreger aus Gesunde übertragen. Je dichter am Munde eines Sprechenden, desto zahlreicher sind auch die wie Geschosse berouSgeschleudetten Speichel« tröpfchen, die den Bakterien als Fahrzeuge diene»; dort ist also auch die Ansteckungsgefahr am größten. Hieraus ergeben sich folgende Ratschläge für Kranke und Gesunde: Beim Husten und Niesen halle dir ein Taschentuch vor den Mund. Beim Sprechen bleibe wenigstens einen halben Meter von deinem Gegenüber entfernt und dulde auch nicht, daß jemand beim Sprechen näher an dich heranrückt. In der Elektrischen oder ans der Plattform, im Tbeaier usw. unterhalte dich überhaupt nicht; lassen stch kurz« Besprechungen im engen Raum nicht vermeiden, dann sprich nicht' in deinen Nebenmann hinein, sondern an ihn vorbei' und wenn er sich beim Sprechen beharrlich dir zukehrt, dann wende das Gesicht ab. Wenn Ansammlungen vieler Personen polizeilich verboten find, dann liegen solche Maßnahmen im Rahmen des Gesagten. Besondere Gefahr entsteht, wenn viele Personen in demselben Räume lang« Zeit zusammen bleiben oder gar schlafen müssen, wie in Schulen oder Kci'einen. Beim Herrschen einer so weit oerbreiteten Krankheit, wie es zurzeit die Grippe ist, kann der Unterrickt in Schulklassen nur dann ausrecht erhalten werden, wenn e? möglich ist, die Schüler mindestens 1 Meter weit auseinander zu setzen. Es kommt dabei gar nicht darauf an, ob in der Klasse viele Schüler wegen Krankheit fehlen, weil der Verdacht besteht. daß gerade unter den Kindern zahlreiche leichte Fälle von Erlran- kungen vorkommen. Dann muß damit gerechnet werden, daß unter den Kindern besonders viel Bazillenträger find, die die KrankhetlS- erreger verschleppen. Bei der großen Zahl der Erkrankten und bei dem in der weit- aus überwiegenden Mehrzahl der Fälle leichten Verlauf der Krank- heit ist es nicht möglich, alle Kranken ins Krankenhaus zu bringen. Deshalb ist zu beachten, daß Personen mit leichter Grippe fast in demselben Matze ansteckend stnd, wieder Schwerkranke mit Lungenentzündung. Da der Kranke mit Lungenentzündung aber häufiger hustet, auch die Teil- nähme seiner Angehörigen und Freunde eher herausiordert, sei ausdrücklich betont, daß in» Krankenzimmer nur gehört, wer mit der Pfleg« zu mn hat. Krankenbesuch« sind zn der- bieten. Dem Kranken selbst ist im Interesse'einer Heilung wie in dem seiner Umgebung das Sprechen zu verbieten. Wenn der Kraule zu schwach ist, um jedesmal beim Husten ein Taschentuch vor den Mund zu kalten, wird empfoblen, ihm in Mundhöhe quer über das Bett ein Mundtuch zu spannen, an dem die Speicheltiöpfchen mit ihren Bakterien hängen bleiben und ankleben. Zum Schutze der Umgebung ist es unnötig, das Tuch etwa mit einer DeSinseklioiis- lösung zu tränken._ KiinftzuftänSs in Petersburg. Beunrnhigende Gerüchte über die Kunstzustände in Petersburg, die vielfach verbreitet waren, werden durch einen Petersburger Brief von Eduard Plietzsch an die Zeitschrift»Kunstchronik und Kunstmarkl" zerstreut. Danach gebe» selbst die eibiliertsten Gegner der Revolution zu, daß KerenSti, Lenin und Trotzkl für die Kunst- werke in Petersburg gesorgt haben. AuS der berühmten Eremitage ist nicht ein einziges Stück abhanden gekommen. Als man eine Beschießung Petersburg befürchtete, ivurden die Hauptwerke nach Moskau übergeführt, und weniger kostbare Stücke stehe» ver- packt in Petersburg. Die Eremitage soll übrigens demnächst wieder dem allgemeinen Besuche zugänglich gemacht werden. Die aroßen Privatsammlungen Slroganoff. Schuwaloff, Herzog von Oldenburg usw. wurden verstaatlicht. Privaihäuser, die wohl keine Galerie, aber werlvolle Bilder, Skulpturen und Kunstgewerbliches enthalten, wurden unberührt gelassen und als Museen eröffnet. Aetmlich Versuhr man mit den Zarenschlössern; Gatschina mit seinen vielen alten Gemälden wurde zu einem Museum gemacht. DaZ kilnsthistori'che Institut, das Graf Valentin Snboff in seinem PalaiS am Jl'aakplatz unterhielt, wurde verstaatlicht. Der Aufbewahrungsort der berühmten Rembrandtbiider deS Fürsten Juliipoff ist gegenwärtig unbekannt. Für Kunstwerke werden derzeit in Petersburg übertriebene Preise gezahlt. Diese enormen Preise und daS Ausfuhrverbot verhindern eS, daß wichtige Kunstwerke in größeren Mengen nach dem Auslande kommen. Das Sladtbild Petersburgs hat keiyen nennenswerten Schaden erlitten. Die Fassade der deutschen Votschaf! von PcterS Behrens, deren Inneres am Anfang des Krieges demoliert wurde, ist unberührt. Nur die beiden Rosselenksr, die dem Gesamteindruck de? Gebäudes ohnedies nicht förderlich waren, sind herabgestürzt worden. Die Leistungen der jetzigen Regierung für das Stadtbild erstrecken sich vorläufig auf die Errichtung einiger Denkmäler für Revolutionshelden. Gemüse aus Roten Ssetsn. Diese? Gewächs, auch Note Nahne und Note Rübe genannt, wird im größten Teil Deutschlands meist nur in Form von Salat oder Kompot gegessen. In den östlichen preußischen Provinzen allerdings>it auch die»Rote Veeten-Supve' von jeher eingebürgert, in Ost- und Westpreußen und Posen ist sie geradezu eine Art National« gericht. Ganz besonders wohlschmeckend und nahrhaft aber ist Ge- müse von Roten Beeten. Der Krieg nötigt uns, unseren Organis- muS noch immer inehr auf pflanzliche Nahrung einzustellen, als es bereits geschehen ist. Aber die pflanzliche Er- »ährungSweiie verlangt auch viel Abwechselung. Jedes neue nabrbafte Gemüssgericht ist dazu willkommen. Hier das Rezept für Gemüse von Roten Beelen: Gewaschen, weich ge- kocht, abgeschält und fein geschnitten oder noch besser fein gehobelt werden sie mit wenig Wasser, das den Boden de« Kochgefäßcs etwa 3 Zentimeter bedeckt, zum Aufwallen gebracht. Dann verdickt man fle mit etwas vvrher angerührtem Mehl oder Kartoffelniehl. oder mit 2— S fein periebenen rohen Kartoffeln»nd schmeckt das Gericht süß-sauer ab. Ein Zusatz von Aepfeln und Verwendung von Nelken oder andern Gewürzen, und Zucker eihöht den Wohlgeschmack. So zubereitet geben die Roten Besten ein vortreffliches und mich jetzt unter Berücksichtigung des Mangels an Fett und Fleisch leicht berstellbares, nahrhaftes Gemüse, das sich als Haupt- mahlzeit eignet.- Die Ernte an Roten Rüben ist in diesem Jahre außerordentll reich ausgefallen. Während stischsr Rotkohl nur bis Weibnc.chi.ti zu haben ist, kann die Hausfrau mit frischen Roten Beeten den ganzen Winter hindurch und bis in das späte Frühjahr hinein Essen bereite»._ Notizen. — Musitckironik. Die Gesellschaft der Orgel- Musikfreunde veranstaltet am Freitag, Vl2 Uhr, in der Bing- akademie ihr 2. ordentliches Konzert: Erstaufführungen von Händel, Bach, Rheinberger und Fährmann. — Professor Nikolai— russischer Bürger. Der Professor der Biologie Georg Nikolaj, der infolg« seiner kriegS- seindlichen Haltung in Deutschland Verfolgungen ausgesetzt war und dann nach Dänemark flüchtete, ist aus seinen Wunsch in den Verband der Sowseirepublik ausgenommen worden. Loöz. 128] Das gelobte 5anS. Roman von W. St Reymout. X. „Zwei Tags sind wir nun schon hier, und ich kann es immer noch nicht glauben, daß wir wirklich in Lodz wohnen," sprach Anka von der Veranda aus. „Und doch, es ist wirklich Lodz!* erwiderte der alte Borowiecki, der auf seinem Rollstuhl im Garten unter der Veranda saß und, die Hand gegen die Sonnenstrahlen vorhaltend. nach allen Seiten sich umschaute, nach den roten Fabriks- mauern und den in dichten Reihen stehenden Schornsteinen. Auf den Gerüsten von Karls Fabrik, die sich am Ende des GartenS erhob, ließ er seinen Blick länger haften und seufzte leise. „Ja. es ist Lodz,* flüsterte Anka und ging in die Wohnung zu dem CbaoS der hastig ausgepackten Möbel. Eiiliae Arbeiter, mit Matthias an der Spitze, stellten sie auf. Sie half beim Elnordnen. machte selbst die Vorhänge ans. unterhielt sich manchmal lebhaft mit Matthias, meist aber setzte sie sich ans Fenster und ließ ihre traurigen Blicke durch die Wohnung irrem Mit einer so seltsamen Trauer erfüllte sie das fremde Haus, die Reihen der frisch renovierten Zimmer, die noch nach Farbe rochen, daß sie schnell auf die große Veranda flüchtete, die sich um das halbe Haus herumzog; beruhigen konnte sie sich aber nicht. Ihre Augen, die an die endlosen Ebenen der grünen Felder und die blauen Wälder in der Ferne gewöhnt waren, an die Wonne der riesigen, unbe- grenzten Himmelsfläche, stießen sich hier an den Häusern, den Fabriken, den in der Sonne glänzenden Dächern, an dieser Stadt, die sie wie mit einem steinernen Ring von allen Seiten erdrückte, an diesem Lodz, von dem sie geträumt hatte.' es würde ihr die Erfüllung aller ihrer Wünsche bringen, und das sie jetzt mit tiefer, unerklärlicher Trauer, mit bangen und dunklen Ahnungen durchdrang. Sie kehrte in die Wohnung zurück, als ob sie sich ihrer Schwäche schämte, und unterdrückte nur mit Mühe die seltsamen Tränen einer grenzenlosen Sehnsucht, die ihre Augen füllten. "„Vielleicht brauchst du etwa?, Vater?' fragte sie von Zeit zu Zeit, sich aus dem Fenster beugend. »Nein, Anka, nichts, wir sind ja doch schon in Lodz, und in einer Stunde kommt Karl zum Mittagessen," erwiderte der alte Borowiecki laut, fast schreiend. Sie sollte nicht wissen, daß auch er wehmütig gestimmt war. Er versank in dem Anblick der schmutzigen Rauchschwaden, die aus der Müllerschen Fabrik aufstiegen. Die Luft war mit dem Geruch von gelöschtem Kalk und siedendem Asphalt durchsättigt, mit dem die Säle in Karls Fabrik gepflastert wurden. Ein Hustenanfall erschütterte ihn, er führte ein Taschentuch an den Mund und starrte auf den langen Steg, der durch den kleinen Garten zur Fabrik führte und von wunderbaren Zentifolien umrahmt und mit roten und Weißen Rosenblüten überschüttet war. „Kommt Karl noch nicht?* fragte Anka ans der Wohnung. „Nein, erst in einer halben Stunde werden die Pfeifen zu Mittag rufen. Anka l Komm mal her, Mädel!' Sie kam zu ihm und setzte sich auf die Lehne seines Rollstuhls. „WaS hast du, Anka? Was ist dir? Mut. Mädel, nur nicht sich gehen lassen. Da, schau her, das will ein tapferes Mädel sein I... Ho. ho I Du wirst es noch vergessen, daß irgendwo in der Welt ein Kurowo existiert. Sorge dich nicht, Kopf hoch, marsch I' Er sprach hastig, küßte sie. streichelte ihr den Kopf und begann rasend zu pfeifen und mit dem Fuß den Takt zu schlagen. Dann ließ er sich von Matthias in die Wohnung fahren, wies die Arbeiter an. schrie und summte laut vor sich hin und gab sich alle Mühe, daß Anka es hörte. Später neckte er Kama, die mit Frau Wysoeka zu Besuch gekommen war und bei der Einrichtung der Wohnung behilf- lich sein wollte, indessen aber nur Verwirrung stiftete. Sie koppelte nämlich die alten Hof- und Jagdhunde aus Kurowo, die in der Wohnung und im Garten mit herabhängenden Köpfen herumschlichen, zusammen und tummelte sich mit ihnen aus der Veranda. „Ein tapferes Mädel, diese Kama. Komm mal her. Schlingel, zu mir, laß dich umarmen," rief der alte Borowiecki, freudig lachend, küßte sie auf die Stirn und schob ihr das flatternde, feuchte Haar aus dem Gesicht. „Oho!" Herr Karl kommt Moritz," rief sie lustig.„Fräu- lein Anka I Herr Karl kommt mit dem schwarzen Moritz zum Essen." Sie lief ihnen entgegen, die Hunde folgten ihr und bellten nach alter Gewohnheit die Gäste an. Das Mittagessen wurde aus der Veranda gereicht. Moritz war heute sehr blaß, sonderbar nervös und sonderbar unruhig. Er gab sich alle Mühe, gesprächig und unter- haltend zu sein, neckte Kama, die sich schließlich nicht be- herrschen konnte und ihm mit gewohntem Ungestüm ein Glas Wasser ins Gesicht schüttete, wofür sie von Frau Wy- socka so auSgescholten wurde, daß sie unter Tränen um Ver- zeihung bat, heftig errötete, den Hunden pfiff und w den Garten lief. „Ein Prachtmadel! Schade, baß sie hier in Lodz so verkommen muß", bemerkte der alte Borowiecki. Die Mahlzeit wurde rasch beendet; auch den Kaffee tranken sie rasch aus und kehrten in die Fabrik zurück, weil die Kehlen der Pfeifen von allen Seiten ihren gewohnten Nachmittagsruf anstimmten. Als sie fort waren �und der alte Borowiecki sich zum Nachmittagsschlaf in den Schatten fahren ließ, setzte sich Frau Wysocka zu Anka und begann freudig erregt zu erzählen: „Ich muß dir sagen, daß ich mich wegen Mietschek schon ganz beruhigt habe. Zwei Tag? war er nicht zu Haus, er war in Warschau, gestern abend kam er zurück und sagte mir beim Mittagessen, ich könnte ruhig sein, er werde diese... Grünspan nicht heiraten, sie hätte ihn nicht haben wollen... Hörst du, Anka! Eine Grünspan will einen Wysocki nicht heiraten, meinen Sohn l Diese jüdische Unverschämtheit über- steigt alle Begriffe I So eine Krämerstochter... Meinen Sohn wollte sie nicht heiraten... Es ist ja gut so, eine Messe Hab' ich aus lauter Freude lesen lassen, aber dennoch kann ich ihr das nicht verzeihen... Wie hat sie es wagen können, den Antrag meines Sohnes abzulehnen... Eine einfache Jüdin!... Er hat mir ihren Brief gezeigt, in dem sie in der unverschämtesten Weise sagt, daß sie ihn liebt, ihn aber nicht heiraten kann, weil ihre Famifle den Uebertritt zum Katholizismus nie zulassen würde. Sie verabschiedet sich von ihm so zärtlich, daß ich herzlich geweint hätte, hätte ich nicht gewußt, daß eine Jüdin den Brief schrieb, und daß es sich um meinen Sohn handelt. Lies mal den Brief, Anka, erzähl' aber niemandem davon." Anka las lange. Der mit kleiner Handschrift geschriebene, vier Seiten lange Brief war so von Tränen erfüllt, von Liebe, Leid und Aufopserung, daß sie ihn nicht zu Ende lesen konnte und über Melas Schmerz zu weinen begann. Sie stirbt ja vor Schmerz... Herr Mietschek sollte auf nichts achten, wenn er sie wirklich liebt.. (Forts, folgt.) ÄSjT. WfdttBftfjttSftefflon. — 33. B 4.— HaSe sSaal«), den 37. Oktober 1918. FahrpliinKndcrung. ®cm 28. Okiober d. I. ob fallen wegen PerlonalmangelS infolge Grippe« Ertrantnngcn bis aus weiteres die Züge auS � D 47 W Leipzig ab t.04, Berlin an 3.51, und D 164 W Berlin ab 7.10 abdS., Leipzig an 10.13 abds. So lange V 47 W nicht verkehrt. hüll- 1) 0 idasfel— Erfurt — Äerlm wieder in Wittenberg (3.07/00).' 365/20 Holle t�aale), im Oktbr. 1918. Kgl. Eisenbahndircktion. VerKzvf in Jtesolsen an Prhwls. Heine vorzüglichen Spezialgetr&nke. ausgezeichnet dnroh Woblgeaohmaok, Aroma und Bekömmlichkeit, empfehlen eich ola angenehme, wänaende Getränke an kalten Tagen: GÜlhsporn Ta...•/i'IÄter- Flasche 4,20 M. */. a 2,(0„ »" 2,00 � Hlerw die Sleuer 1 M. pro LRer. Flaschen bitten tunlichst mitzubringen.-WW Hermann Föhrer lt&a«ptg'cschäft: Wrotie E'mnklacter S»tr. US. Aiederlnge: BamarSterstr. 147 L* Haeffo-GIOhsporn'/« n. 8/g Köniol. PreräcSe Klasssnlolterls ilanptziehtmg S. Nor. bis 4. Dezbr. Achtel-Lose 25 HL— Viertel-Losa 50 M.] HaibsLcse 100 M.— Ganze Lose 200 sota zs biboa VÄ(v-. Krflasr. sss.'Ät Berlin! Frledrichstr.lSS-SS, sr der Lsijziger: „ Teils. vrPchentl. 1 14. Plomben 1.50. Gokfin- "• krönen!8 fcl. Siahnxiehcn m. Einspp. hSchst an«chmerrlird. L'mnrb.rchleohts.Gebisse. Kep. 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Es stellt sich jetzt heraus, daß der Abgeordnete Dr. Nicklin zu seiner im Reichstag namens der Elsah-Lothringcr abge- gebenen Erklärung nur sehr mangelhaft autorisiert mar. Ursprünglich war eine Erklärung vereinbart, deren Wortlaut jetzt von dem Staatssekretär und Neichstagsabgeordncten Ha u tz veröffentlicht wird. Diese Erklärung beklagt zunächst, das; die Bevölkerung von Elsasz-Lothringen bisher unter dem B e» lagerungszustand nicht habe an den Erörterungen über die clsaß-lothringische Frage teilnehmen können. Weiter stimmt die Erkläung den U Punkten Wilsons zu. Dann hciht es: „Durch das striedensprogramm des Präsidenten Wilson ist die strrge der Annexion von 1871 wieder zur Diskussion gestellt. Die Völker und in erster Linie die Bevölkerung Elsatz-Lotlivin- gens haben dazu Stellung zu nehn.en. Sin Mandat z u einem Votum hierüber haben wir zur Stunde nicht. Wir glauben aber erklären zu könn:n. dah die Bevölke» rung EUab-Lothringens das SelbftbestimmungSrecht der ''ölker riielbaltlos anerkennt, auf welches sich die internationale 'elt geeinigt hat. und das; sie in der Anwendung des Grund- •yiS aus die Regelung ihrer eigenen siaatlickxtn Zukunft eine na- >che NechiSkardernng erblickt. Sie nimmt an. das; dieses Recht n keiner Seite mehr bestritten und dast von keiner Seite tflr die 'sinilire Neuordnung der Tinge ein? Lösung der elsah-Iothrin- -tischen Frage angestrebt wird außerhalb jeucs NechttgrnndsovcS. �lsah-Lotbringen ist zweifellos trüber ohne und gegen den Willen seiner Bevölkerung durch staatliche Gewalt Annexionen unterworken worden. Es fehlt El'atz-Lvtl, ringen die lückenlose historische Zugehörigkeit zu einem der angrenzenden Staaten- gebilde. seine wechsclvolle Vewngcnh.it, sein« sprachlick,« und völkische Eigenart, die selbständige Gesinnung seiner Bewobner lasten e? nicht von Natur und Gelchichie als zu etn-n integrieren- den Bestandteil eines Staatswesens geworden erscheinen. ES kann darum nur ein Plebiszit die sricdliche von niemand rveitor zu beanstandende staatlich? Eristenz Elias; Lothringen? fest be- gründen und damit einen Grundstein legen zum Bau des Völkerfriedens. Soll Eksch-Lothringen aukhören der Zankapfel zweier großer Nationen>u sein, soll cS aukhören, eine ständige Beidro- bnng des Weltfriedens zu bilden und auch im Frieden als nichts anderes zu gelten, als ein Glans aegen den Femd. dann darf ' ht Waffengewalt und Sieg allein über sein Schicksal entscheiden. Bevölkerung, der von Gott«? Gnaden und von Rechts wegen '• Land gehört, da? sie liewobnt, soll darüber enlschei- n, wie sie ihre staatliche Zukunft geregelt Ken will, und ihre Entscheidung soll unon�ztbareS Recht Räch einer von dem Eienosten Bohle, dem Reichstasts- abgeordneten für Straszbitrg. veröffentlichten Darstellung bat Ricklin, die Mwcsenbeit des Mg. Haust ausnützend, aus die ibm nahestehenden Abaeordneten eingewirkt und die erst be- schlollene Erklärung und eine zweite allgemeine Besprechung unmöglich gemacht. Die Erklärung wurde gegeben für die Ab- geordneten Gaegv. Levecane. Ricklin, Dr. Schatz und Tbumann. Wenige Taae vorher hatte Ricklin Rcichsbeamton gegenüber e i n ? ch t d c u t s ch e S Bekenntnis abgegeben und„Französ- linge" bei der Regierung denunziert. 5:ebkne,n diesem Spiel Liebknecht— Unabhängige fragen: Wer bedient sich wessen? Wer ist der Reiter i\nb wer ist das Pferd? Die Unabhängigen wollen die Aug- kraft des Namens Liebknecht für sich ausnützen, und Lieb- krnhk w'll die Versammsunaen der Unabhängigen benützen, um nir leine Ideen zu wirken, die nicht die Ideen der Un- abhängigen sind. lherade in diesem Punkt tut aber' vollste Klarheit not, und deswegen hätten wir gewünscht, dost Liebknecht sein Pro- gramm etwas deutlicher entwickelt hätte. Wir hoffen, ldost einer solchen Erklärung heute keinerlei Hindernisse mehr entgegenstehen und dast für den. der sie abgibt, keine Person- lifcon Kefabren bestehen Iedenstells löge es im politischen Interesse, die Freiheit der Diskussion von allen paragraphler- ten Fußeisen zu befreien. Unter Revolution kann man verschiedenes verstehen, und wir würden sehr gerne wissen, ob L'ebknecht und seine Anhänger darunter etwa die bolstbewistische Revolution der- stehen. Das würde bedeuten, dast zehn bewaffnete Männer oder mehr den Reichstag für geschlossen und an »einer Stelle Arbeiteraustchüste für die einzige politisch? Ge- Walt in Deutschland erklären. Wir möchten gerne wissen, wie sich die Unabhäncrigen zu ei nein solchen Programm stellen und ob sie in diesem Fall mit Kautsky gehen, der es ent- schinden ablehnt, oder mit Liebknecht, der es vielleicht— wir wissen es nicht oenan— annimmt. Wir wünschen, um es noch einmal zu sagen, dast die Diskussion in vollster Freiheit geführt wird, damit sich nie- marrd vfisfig hinstellen und lagen kann:„Ihr wistt schon. wie'ch es meine, aber Ihr wistt auch, worum ich es nicht aus- spreche." Das Risiko ist heute sowielo nicht besonders grost, denn ersten? wird hoffentlich keiner dafür eingesperrt werden, weil er stüne Meinung sagt, und zweitens würden wir So- zwldemokraten ihn best-mmt wieder berausbolen. Alto w" bitten klipp und Uar zu lagen, wie es steht. Jede Unfsta- heit in so lehenSwichstgen Fraaen ist eine Unehrlichkeitt der Unehrlichkeit machen sich die Unohhäncrigen schuldig wenn sie Liebknecht Weihrauch streuen, ohne le'ne Aufsastunaen zu teilen, obne leinen Spuren zu folgen. Der Personenkult, der nrit Liebknecht getrieben wird würde auf sosthe Weist geradezu zum widrioen Göpendienst werden, die Priester würden do? Volk zu einem Gott beten lassen, an den sie selber nicht glauben Darum bitten wir um Klarheit. Und um üe selber nicht schuldig zu bleiben, fügen wir hinzu: Wir achten Liebknechts persönl'chen Mut sweSholb andere freilich nicht feig? zu sein brauchen. Ein Genosse, der in der Bergmonnstraste Liebknecht entgeaentrot, wurde nstdergebrüllt obwohl gerade er sich im T'vnst der Arbeiterlache eine Untersuchung weaen Landesverrats zugezogen hcUte.l Für einen besonders klaren Koos. füV einen berufenen Politischen Führer haben wir Liebknecht nie gehalten. Sozialisten sind wir wie er, aber auch Demokraten und Gegner jeglicher Gewaltherrschaft, mag sie von wem immer ausgeübt werden. So! Und nun mögen die Unabhängigen sagen, wie sie zu Liebknecht stehen!_ �das Gereöe vom verteiSigungskneg�. Kriegspolitik des Generals Keim. Mit einer Schrcibwut ohnegleichen stürzt sich der von Eduard Bernstein im Reichstag eben erst abgefertigte General Keim auf die alldeutsche Presse, als könnte der militaristische' Ausammenbruch durch einen Artikelrcgen verhindert werden. Uebcrall„keimt" es, aber es sind nur alldeutsche Johannis- triebe, die sich emporrecken. Herr Keim will die Mitwelt überzeugen, dast die Schuld an der jetzigen Lage Teutschlands nur daher rühre, dast sich Deutschland immer noch nicht genug vom Militarismus Keimscher Färbung und seiner„Immer-fesie- drufs"-Politik habe leiten lassen. So wagt er in der„Täglichen Rundschau" unter der Ueberschrist Kriegspolitik" folgende Sätze: „Trkholb ist dieses ewiqc Gerede von Z?erteidigunz?krieg stets ein Zeichen falscher Ausfafsung vom Wesen deS Krieges, vom Geiste des Kriegs gcwescn! ES hat uns unendlich viel neschadet, weil es eine innerlich« Unwahrheit enthält, weil es jeder gesunden Kriegspolitik ins Gesicht Mögt und weil eS schließlich gerode ein politisches Schlagwort bei uns ge- worden ist, da? mit der Zeit den lriegerischen Geist deS Volkes und damit auch des Heeres lähmen mußte." In der„Deutschen Zeitung" emosichlt Herr Keim nach wie vor die„politischen Generäle" als die geeigneten Volksführer: .Die politischen Kreise der RcichSiagSmedrheit tragen die Hauptschuld daran, dast durch Zurückweisen oder zu späte Per- wirklichung der GSdanken jener.Politiken Generale' unsere Wehrmacht nicht die SöS« und Vollkommenheit schon im Frieden«reicht bat, die sie hätte erreichen können und müfien. Daß die Regierung daran mitschuldig ist. stöht sicher fest, aber fic bandelte leider eben mit unter dem Druck jener Kreise. Ich gehe sogar noch weiter und bin bereit, die Bebaup- tung unter Bewei? zu stellen, daß. wenn man aus jene jetzt giftig angefeindeten politischen Generale gehört hätte, der Krieg menschlichen Ermessens nach schon im Jahr« 1VI4 zu Ende gewesen wäre." Die Gedankengänge des Generals Keim sind ganz die jener bekannten Spiclertyven, die. wenn sie.Hab und Gut verspielt lwbcm. sich immer noch nicht überzeugen lassen, dast d a s Spiel an ihrem Bankerott schuld ist. sondern immer nur den Umstand verantwortlich machen, dast sie nicht noch höher und noch tollkühner gespielt haben. Jeder vernünftige Mensch weist natürlich, dast eine Steigerung unserer Rüstungen vor dem Kriege nach den Keimschen Grundsätzen automatisch eine min- destenS ebenso hohe Steigerung der Rüstungen bei unseren Nachbarvölkern ausgelöst, uns also keinen Schritt weiter gebracht hätte. Nein. Herr General, es galt nicht höber zu rüsten, sondern eine von Grund auf andere Politik zu treiben! Die Stichwahl in Derlin l. 5lm Vorabend. Gestern abend veronstalieie die Sozialdemokralffche Partei m den.Musiker-Festsälen' noch eine letzte Wählerversamm» lu ng. ReickitagSabg. Genosse Dvlfgang Hein« zeig« in seinem Vortrag, warum eS nötig ist, dast die Wähler einem Sozialdemokraten, unserem Genossen Hugo Hei» mann, ihre Stimme geben. Auf Heimonn wie« er hin tri» den Mann, der seit einer langen Reihe von Jahren mutig und treu der Sache des arbeitenden Volkes dient. Er scknldert« die nach diesem Kriege kommend« harte Zeil mit ihren schwierigen Aus- gaben, zu deren Läsung nur die Sozialdemokratie befähigt ist, weil die künftig« Wirtschast mindestens stark sozialistisch sein must. Die Beschaffung der Rohstoffe, die Unterbringung der Ar» beitsuckienden. die Ausnutzung der Bodenschätze, die Umgestaltuing der Geldwirtschaft, die Versorgung der Kriegsbeschädigten, der Kriegerwitwen und Kriegerwaisen— das alles erfordert sozio- listische Maßregeln, Nur wer sozialdemokratisch denkt und sozialdemokratische Grundsätze anwenden will, ist berufen, solche Aufgaiben zu lösen. Widerstand leisten müssen wir dem Verlangen nach schleunigster Aufhebung der Zwangswirtschaft, gegen die zu- stimmen mit den Junkern d:c Freisinnigen wütend Sturm laufen. Auch zu der politischen Neuordnung, die erst im Anfang steht, brauchen wir im Reichstag eine starke Sozial demo kr atic. Wir wallen ein neues Deutschland erstehen lassen, ein demokrati- schcs, ein s o z i a l i st i s ch es. Dazu bedarf es Männer, denen das Volk vertraut. Darum geben Sie, schloß Hein« unter dem lebhaften Beifall der Versammlung, Ihre Stimm« dem Kandidaten der Sozialdemokratie: Hugo Hei- mann. Zu einer Ansprache ergriff dann Genoss« Hermann das Wort. ES handele sich, führt« er aus. bei dieser Wahl uin die Be- kundung, ob die Mehrheit der Wähler einverstanden ist mit der Haltung der Sozialdemokratie, die bei der sich vollziehenden Umwälzung die treibcnd« Kraft ist. Die Sozialdemo- kratie war es, die den Stein der Demokratisierung in? Rollen brachte und ten Sturz der Junkerherrschaft herbeiführt«. Heimann wie» darauf hin, daß in der Wahlagitation die Unabhängigen ihren Kampf nicht gegen de» Freisinn, sondern nur gegen die Sozial- demokratie gerichtet haben. Auf den Appell an die Einsicht aller sozialistisch denkenden Wähler, mit dem Heimann schloß, an uv ortete die Versammlung mit stürmischem Beifall. In der DiLkafston wurde die Sinnlosigkeit des PcrhaltenS der Unabhängigen noch näher beleuchcet. Mit der Mahnung zur Pflicht- treuen Wablhilfe am heutigen Stichwahltage schloß Genosse Ernst die sehr stark besuchte Versammlung. Abteilung Hl gegen§laumacherei. .Mit Hindenburg gegen die Flaumachereil" so ist das neueste Flugblatt des Bundes der Kaisertreuen übcrschr' eben. Diesmal handelt e§ sich nicht um eine Fälschung der Entente, da- für bürg: der PreiS des Flugblattes— eS kostet 10 Pf.—, lenn die Entente wäi« vernagelt, wenn sie durch einen solchen PlciS der Verbreitung des Flugblattes Schranken setzen wo de. Der Text zerfällt in 7 Punkte und am Schluß des Flugbla.c:!.u führt man. dast der Bund de: Kaisertreuen«ine„Abteilung III gegen Flaumacherei" gegründet hat. Dieser soll jeder beitreten,.ohne dast er sonst irgendwie mit den Bestrebungen deS Bundes einverstanden zu sein braucht". Sogar.einsichtige Sozialdemokraten" werden zum Eintritt in Abteilung Hl aufgefordert.— Punkt 7 des Flugblattes lehrt: Wer feig und niederträchtig, vielleicht bestochen durch amerikanische» Gold, elende? Zeug erfindet, um Deutsch- land im Innern zu schwächen, der ist ein Schurke, nicht wert, sich Deutscher zu nennen. Noch besser ist Punkt 5. Da erfahren wir foleendcv: Deutschland, von unseren Feinden si, oft mit heuchler-schem Mitleid als geknechict bezeichnet, ist weit freier als sie. Der P a r l a m e n t a>,: s m u S ist n i e d e r g e b r o ch e n. in Frankreich wie in Italien, in Amerika wie in England, stinem Vaterlande.... Aus diesen Ländern der Sklaverei soll uns die Freiheit kommen? Welche Torheit! Die letzten Worte haben die Verfasser wohl gesetzt, um ihr eigenes Geschreibsel zu charalterisicrcn. Mit dem.zu sam menge. hrochenen Parlamentarismus" scheint eS doch nicht ganz zu stim- men. Wir wollen uns den Beitritt doch noch etwas überlegen. Konservative Einkehr! In der Oktobernummer der„Zeitschrift de? deutschen Land- wirtschaftSratZ" an dessen Spitze bekanntlich der konservative Präsident deS preußischen Abgeordnetenhauses Graf v, Schoeriw' LÄvitz steht, lesen wir unter der Ueberschrist::.I n S Stammbuch" folgenden wörtlichen Auszug crnS dem Buche„Die schweize- rische Bauernpolitik im Lichte einer höheren Lebensausfassung" von Dr. E. Laur: Tie Scl?weiz wird nach dem Mehrheitsprinzip re- giert. Die Stimme des geist- und kenntniZreicbsten Volkswirt- schasters wiegt in der Urne in cht mehr als die de? einfachen und ungeschulten Manne», dem vielleich: alles Verständnis und alles Interesse für öffentliche Fragen fehlen. Die Demokratie gibt aber nicht nur Rechte, sie bringl auch Pflichten. Wir vec- langen, daß sich jeder den vom Volke gutgeheißenen Gesetzen fügt. Wir belänivse» jrde Partei, welche an Spelle deS mit gesetzlichen Mitteln ausgedrückten VolkSwillcn» Drohung und Gewalt setzen will. Revolutionen sind da begreiflich, wo eine kleine Minderheit die Mehrheil regiert und da? Volk alles still. schweigend annehmen muß, was die Behörden zu verfügen als gut erachten. In der Republik und Demokratie hat eS für Revolutionen leinen Raum. Hm hm, dies« Belehrung der Herren, die bisher in dem Staats. gebilde..wo eine kleine Minderheit die Mehrheit regiert und das Volk alles stillschweigend hinnehmen muß. tvas die Behörden zu vrfügen als gut erachten," das Ideal ein«? Staatswesens erblick- ten, wirkt geradezu beängstigend. Immerhin, wenn die Herren vom deutschen LandwirtschaftSvac mit Dr. E. Laur, dem Sekretär des schjreizerischen Bauerntums, darin übereinstimmen, daß nur in der Republik und Demokratie kein Raum für Revo- lirtionen ist. und wenn sie enstlich gewillt sind, au« diese erfreu- lichcn Erkenntnis di« richt.ge Nutzanwendung für ihre politische Betätigung zu ziehen, dann könnten wir mit ihnen ein gut Stück Wegs zusammengehen. Also, ans Werk! S«n ObermilitärbesehIS- Haber(Kriegsministcrium) weiter, der nach der Kaiserlichen Per- ordmcng vom 15. Okwbcr 1918 zur NuSsiihrrrng des Gesetzes über den KrregSz-ilstand im Einverständnis mit dem Reichskanzler Ent- scheidung trifft ES wird daher erneut dringend empfohlen, alle Beschwerden auf Grund des Kriegszustand?» an den zuständigen Militärbefchlshabcr einzurcichen, da andernsallS nur unnütze Ben- zögcrungen in der Erledigung entstehen. Die Versicherung macht alles! verschiedenen Person»! ging dieser Tage ein Zirkular der Stuttgart-Berliner VersicherungS- Aktien-Gesellsckiaft zu, das die lockende Ileberschvift trägt.Auf- ruhrversichcrung!" In dem Zirkular wird daraus hinge- wiesen, daß die Gesellschaft ,.im Hinblick auf die gegenwärti- gen und möglichen künftigen Zustände" ein« Versicherung neu eingeführt hat. di« gegen„Schäden durch öffentliche Unruhen und deren Unterdrückung" Schutz gewährt. Lieb Vaterland, magst ruhig schn, Ich habe'nen Versichrungsschein. Der kommende schweizerische Parteitag, der am 80. November und 1. Dezember in Zürich siallsindet, soll sich fast mehr mit internationalen, als mit naiiom>>eu Fragen beschäftigen. Neben den laufenden Pcnleipeschäfien, vir Entgegen- nabme des JahresberichieS. des Belichte» der parlamentarischen Gruppe, des Berichte? der Z'mmerwalder Delegalio». kommt zur Verhandlung die Siellungncchme zur neuen von der BnndeSdcr- sanimlimg belchlossenen Kriegssteuer der Emleiiung einer Initiative für daS Frmiensninmrecht und der Beschlußfassung über die so- 'artige Erkämpfung deS Achtstundentage» für die ge'amie l'cdweiiercsche Arbciier'chast in Gemeinichast mit dem schweizerffchen Gcwetk'chaflSbunde. Das wichtigste Geschäst wird aber die Er- örterung folgenden PunkieS sein:.D'r Konstouetnen, die sich au» der beutigen internanonalen Lage für die fchwcizeii'che Arbeiteiichaft ergeben. Dazu wird in erster Linie der Bcrichl der Zimmerwaid�r Delegarion entgegengenommen werden und die Eiellnugnabme zu den Beichlüsien der demnächst stallfindenden neuen Zimmerwali cr Konserenz. Von der Geschäft-Meitrmg der sozialdrinokratfichen Pa-rei ist der Antrag yestelli worden, es solle von, Bundesroi die so'orrig« Demobilisacioir verlangt werden und dafür eine im Volk und unter den Soldaren intensiv« Ptopaganda zu entfalten. Der Antrag ist einstimmig angenomme» worden. Einstimmig faßte der Keiamtvorstand in einer kürzlich statt- gefundenen Sitzung den Beschluß, es lei an die sämtlichen Sektionen der Partei die Aufforderung zu richten, am Sonntag, 10. November, überall Versammlungen zur Feier de« Jabresraze« der sozialistischen Revolution in Rußland abzuhalten. In einer längeren Re'olution nimmt der Parteivorstand Stellung zur Halnina de? schweirerilchen Gesandten Odcer gegen- über der bolschewcstischen Regierung und bezeichnet dieielbe als einen groben Eingriff in die inneren Verhältnisse Rußland». GewerkschHÄMegung Ekn!gungsbestrebungen bei öen �nwattsangestellten. Am A. Oktober tagte ern« von sitnf Verbänden cürbernfene Berscmrmlung der AmValtsangestellten. lieber.di« Notlage der Angestellten und die Notwendigkeit einer starken Einheitsorgani- sntioii" neferierie der Bevollmächtigte Krüger vom Verband der Bursouangestellten. Er führte unter anderem auZ, daß nach dsm Kriege der Wiederaufbau unseres WirtschafiStebcniS nur möglich ist durch weitgehende Maßnahmen für den Schutz und die Erhal- tung der mcnichlichen Ardritskrast. Die Anivalt-sangestellten«nt- behiten bisher fast vollständig dieses Schutzes. Vor dem Kriege wurden geradezu Hungeriöhne gezahlt, die von einein Teil der Anwälte bei Ausbruch de» Krieges noch weiter herabgesetzl nwrden. In den Jahren ISIS und 1917 unternahmen die Verbände der AmvaUSsngestellten in Groß-Berlin gemeinsam« Versuche, allge- meine Teuerungszirlagen durehzu setzen. Diese Versuche halten mir bei einem kleinen Teil! der Anwälte Erfolg, während ein großer Teil sich ablehnend verhielt. Nach einer arn 1. Februar 1917 auf- genommenen Statistik hat den von 79 Burcauvorstchcrn. die schon vor dem Krieg« in ihrer jetzigen Stellung waien. einer 49 M. weniger Gehalt als bei Kriegsausbruch(189 3K. statt 229 M.), 7 hatten während des Krieges überhaupt keine Zulage bekommen. 4 nur insgesamt 19 M. usw. Verheiratete Bureauvorstcher er- hielten noch 1918 149 M., 159 M. und 199 M. Monatsgehalt ohne jede weitere Teuerungszulage. Trotz des vorgelegten umfang- reichen Zahlenmaterials bekamen es die Anwälve fertig, die Not- wendigkeit einer allgemeinen TouerunqSzulage zu bestreiten. Der soziale Ausschuß der Berliner ÄnwaltsangestellteiroerbäieS« ist in» folgedessen zu der lleberzeugung ge kommen, daß von dem gut- willigen Entgegenkommen der Anwälte nicht« zu erwarten ist. Aber die Angestellten sind zurzeii eben zu schwach, etwas zu er- reichen. Nur ein Teil gehört einer Organisation an, und dieser zersplittert sich in fünf verschiedene Organisationen. Man habe eingesehen, daß die früheren Gründe für die Zeriplnterung der Organisation nicht ukH: zu treffen. Man welle>n allen Verbanden dasselbe, und ein« Einigung sei wohl möglich Di« gemein- sam« Organisation muß männliche und weibliche Ange- stellte gemeinsam umfassen. Sie darf sich aber auch nicht auf die Anwaltsangestelllen allein erstrecken, sondern aus alle Bureau- angestellten, um so den Bestrebungen der einzelnen Kruppen größeren Nachdruck zu geben. Den Besonderheiten der Branche der Anwaltsangestellton kann durch weitgehend« Selbständigkeit innerhalb dcS Verbandes Rechnung getragen werden. Leider wer- den diese Notwendigkeiten noch nicht allseitig anerkannt da zur- zeit die Hauptvorstände dreier Verbände in Verschmeizunigsver- Handlungen stehen, um eine rciinc Anwalt Sang est elltenorgamsation unter Ausschluß der weiblichen Angestellten zu gründen. Auch die übrigen Verbände seien nicht zugezogen. Da» würde ein« neue gefährliche Zersplitterung bedeuten, würde eine Einiguitg auf| lange Zeit knuauSschieben. Die Ausführungen fanden allgemein � lebhafte Zustimmung. Bureauvorsteher Reinhardt vom Der»! liner Bureauvorstecher-Verein trat ebenfalls für di« Verschmelzung der Verbände ein. Jetzt sei die Zahl der Organisierten zu gering und ein« größere Macht könne nur ausgeübt werden, wenn ein i W- Bureauvorsteher E« l i g m a a n vom Wiesbadener Verband der RechtSanwallSangestellten hält den Zusammenschluß ebenfalls für notwendig. Viel 5draft und viel Geld würde für die gegen» seitigen Bekämpfungen der Organisationen verschwendet werden. Wenn die Berliner Kollegen sich für di« allgemeine Verschmelzung aussprechen, so muß diese Stimme gehört iverden. Wenn die Ver- bandsvorstände dann nicht wollen, dann werden die Berliner Kalle- gen sich über den Kopf d�r Vorstände hinweg ver- l schmelzen. Bureauvorsteher F r i t s ch e vom Verein der Bureau- beamten der Berliner Rechtsanwälte und Notare erklärt, daß sein Verein dem Verschmelzungsbeschluß ebenfalls beigenelen sei. Ein großer Verband kann mehr Einfluß ausüben als ein einzelner Verein. Auch er hält di« allgemeine Bureauangestelllenorganiiation . für notwendig. Der Leipziger Bureauangestellteii-Verband war benhj ädert, einen Redner zu schicken, hatte aber seine Zustimmung erklärt. ReichStagAabgeordnoter Giebel vom Verlumd de? l Burcauan gestellten begrüßt den Berliner Beschluß mit Freuden. Die AnwaltSangestelllrn seien fast ebenso rechtlos wie die Land- � arbeite? Ein« große Organisation kann gesetzliche Maßnahmen . erreichen, die bischer vergeblich erstrebt wurden. Die Anwalts- angestellten allein würben eine schlagkräftige Organisation nicht . bilden können und würde nach wie vor von der AnwaUSorgam- ; sation an der Nase herumgeführt werden. Der Berussstolz der ' AnwalbSongestcllten kann auch in einer gemeinsamen Bureauonge- stelltenorganlisation voll zur Geltung koumen. Alle Redner fanden lebhafte Zustimmung der Versammlung, dir sodann einstimmig folgende Entschließung annahm: .Die am Lö. Oktober tagende Versammlung der Anwalts- angestellten Groß-Berlin» erklärt sich mit den Ausführungen der Referenten einverstanden. Die unzureichenden EinkomiirenSveihält» msse der gwßen Mehrzahl der AmvaltSangestelllen erfordern drin- gend energisch« Maßnabmem zu ihrer Aufbesserung. Dx Ange. stellten werden den großen Ausgaben, dt« ihnen in der kommen- den Friedens zeit gestellt find, nur gerecht werden können, wenn ihmen eine ausreichend« Leben-Haltung gesichert ist. Andererseits können dem Berus der SnwaltSangestellten nur durch Zahlung aus- reichender Gehälter die notwendigen Angestellten«"halten werden Di« Veriammelten bedauern eS lebbaft, daß die große MehrzaM der Anwälte trotz der Gebuhrenerhöbung den Angestelltim in der ganzen KriegSzeit! kein? oder nur gang geringfügig« Zulagen gegeben haben. Wenn die Angestellten nicht imstande war«n. gegen daS mangelnde Enrgegenckom men der Anwälte anzukämpfen, so ist die Ursache hiervon in der Uneinigleit und in der unzulänglichen Organisation zu erblicken. Die Vorbedingung für ein« Besser- stellung der Angestellten ist daher der Zusammenschluß aller Kalle- ginnen und Kollegen und aller bestebenden AnwaltSangestelltenoer- bände und-vereine zu einet einheitlichen starken Bureaua ngestell- teuorgani sation. Die Versammlung erwartet von den Verbands. ieitunqen daß sie alles tun werden, wn baldigst eine völlige Ver- schmelz ung der bestehenden Verbände zustande zu bringen.' Werilverei«\m firmste der Alldeutschen 7 Vor einiger, Taaen erhiellen WerkvereinSmitglieder der Firma ZicmenS u. HalSke Wernerwerk. per Post Elnliiltslai len der Or,»- »riivve Berlin de» Alldeul�lben Verbandes zu einer narb dem Lehrer- »eretnsbante elnderufeiw» Verlanrmkrng, ans weliber Vorträge eine» Herrn Sch lasier Wahl aus Bremen über „Deutscher Ardeiler-Frirdru" und deS Herrn TencralsekretärS Stünzel übet „Deutsche Lebeusnstwendigkciteu* angekündigt waren. Diese überiandren LersammIungSeinIadungen erregten bei den betreffenden Arbeitern den Verdacht, daß der Voriland des Neri« I vereinS den Alldeutschen die Adressen semer Mnglieder zur Der» ; iügung gestellt hoben müffe. NichtMitglieder de» ZSerkvcrem» blieben nämlick von den Einladungen der Älldeuiichen verschont. AnS dem Adreßbuch können die Alldeuiichen nalürlich nichi eiirSien, i wer von den Arbe>rein Mugk'.ed de« Werkv.rems bei n. HalSke ist Em solcher Mißbrauch idre« Name»» hat in den Kienen der Werlvrreiniinilglicder eine gewiffe Enivöiung bervorgeruien. Denn viele unier ihnen sind nichi>m Grunde ihre» Herien» tt' it« alied de» Werkvereins,, sie gehorchen nur einem gewiffen Zw ig, nicht dem eigenen Triebe! unier keinen llmständen aber möchten sie sich zu einer ergebenen Truppe der alldeu schen Maulhelden siemp. in lasien Die Kricgsanshilfcn in der Tiefbau-BernfSgcnosseuschaft beklagen sich in einer an im» gerichieien längeren Zuschrift Übe» all-,ii niedrige Entlohnung. Wlederboti fei von den Au-Hilrsbean.l.n —>ogar von ielrbcn an veraniwortungsvollen Posten— eine d'.rn» gende Bilie um Teuerungszulage eingereicht ivorden. siel» wäre dieielde adgelebni worden. Nur einmal ie» vier Jahren Hab' es im Dezember 1917 eine einmalige Grailsilaiion gegeben! wer über drei Jabre dorl beichäjttgi war, habe 75 M. erhallen. Sctdein haben sich die Teueiungsverbäilniffe dl» zum tlnerliägii> en oe» steigert. Ne.ch.'r>n ollenihalben außerokdeiiil�che u»d lautende True» rungSzula.'.cn bewilligt werden, haben auch die KriegsauSviifen der Tieihau- Berufsgenoffenschasi rrneul»m Zuloaen aebeien. Der Erfolg war, daß ihnen schon setzt>m Ollober da» Weidiiacht: eld in Höbe eines MvnaiSgehalls auSrezablt wird. dam>! sie sich Feue» rung. Kleidung und LedenSmiliel tauien können. Hierbei sei de» merkt. daß die üngejiellirn mit Tagegeldern zwischen d'.-, bis siede» Mark bei wöchentlicher Zahlung und täglicher «ündigung angestelli flnö. M>l einem solchen Einkommen vermag sich heule aber kaum eine einzelne Perion, geschweige e.ne solch« mit Familie, über Wassel zu halten. Zreieii gar KraiilbeiiS» solle ein— wobei es keinerlei Eiilschädignng gibt— so lebri d-e Not lotorl im ichärfslen Matze ein. Daß die Tiesbaugenoffeiiichaft für ihre NuSb'liSkiälle viel medi tun kann, um ihnen über>dr kümmerliches Leben hmwe.tzuhel'en, wisse» die Änaestelllen Sie zahlt ihrem Tiieilor ein Gebalt. das das Vielfache denen anSmacht, wa» eine ÄushiIIShan erhält und die Berussgenoi>rn>chaf> bai b-» bei eine so an>ebnl!che Summe an Kriegsanleihe zeichnen tönnen, daß e» wirklich nicht daraus ankommen sollte, wenn sie auch ibrel notl-idenden Kriegsaiishilsen etwa» mehr gedenken w;r">- «kls M lilik EtikllWflftl (Nachdruck verbalen.) N:(fit der Gründung eine» neuen, übcrflü'sigen Vereins gilt dieser«uirus. sondern um wichtige Intel essen handelt e» sich. Tragen Sie nicht eine Brille, sondern einen Kneiier. Das ist zwar daS Gegenteil von dem. was fii�her die Aerzte anrieten abei Umitände ändern die Sache, und die Aerzte haben ihre diShertge Ansicht auch geändert. Fiiiher war die Brille dos vollkommenste AuaenalaS. besonders wenn eS daraus ankam. nick: nur einen Noibebeli kür alterSichwa»e Augen zil baben, sondern um komplizierte bauliche Fehler der Augen zu korrigieren. Nur die Biille batt� einen genügend festen Sitz bei ieder Arbeit oder lörperlichen Anstren» gungen. Nur die©kfi'et der Vr'lle paßten io oenau vor die Augen, daß diele bei richtiger Zu- lammen siellung der künstlichen Linien ungeiäh, dristelbe leisten konnlen wie normale, fehlerfreie Augen. Und nur die Brille wurde deshalb ver- ordnet. Der Kneifer war verpönt, und damal» mit Reckt. Er war bei der Arbeit unbequem, weil er 'ckleckt'aß: in'olgedefsen wurde er vieUach abgelegt, wo eS zur Schonung der Augen desirr ge- weien wäre, Gläfer zu tragen. Er fiel beim Lesen voinüber und ergab dann ein verzerrtes Bild und überonslrengte die Augen. Dt« Gläser hingen nach außen ieilwärt« herab. und auch, wo daS(bei einem beionder« breiten Nasenrücken) nur in geringem Maße der Fall war, paßten sie sich doch dem Abstände der Augen voneinander nicht an: die Pupille stand, statt ge» nau hinter dem Brrnnpuntte de» KtaseS, hinter dem oberen oder seuiichen Rande im« oft von dem einen Gla» weiter entfernt al» von dem anderen Hierdurch aber wurden wiederum die Äugen in eine unnarürliche. schielende Eielluna gezwunaen, waS Ueberanstrennung, schnelle Ermüdung. Rer- vositäl und Kopilchmerzen. besonders ober eine schnelle Verschlechterung deS Sehvermögen» ver- ursachte. Da» trifft heute alle« nicht mehr ,»! Der L o b m a n n- K n e i f r r sitzt bei der angestrengtesten körperlichen Tätigkeit io felrnnd sicher wie»ine gutpasiende Brille und ohne jeden lästigen Druck Er sitz! auch genau lo richtig und jeder Arzt. der ibn kennt, wird eiktäien, daß er gegenüber der Brille keinerlei Nuchicile, aber manche Vor- züge bat. So schreibt un» ein langfSbriger Br�llentrSaer: .Ich lieue mich sehr über den erhaltenen Kneiier. Ei sitzt iebr put diücki nicht und ist Hotz der scharfen Niimmei äußerst leicht. Ich werde nun wobl die Brille, die ich fett 89 Jahren trage. aan, ablegen und mich nur noch Ihres Kneiier» bedienen. Lehrer L. Herold, Gr.-Ujcschüy.' Frau Staatsrat Ada G.. Weimar, schreibt: .Nachdem ich mich an diese so lehr angenehmen. leichten Gläser mit der druckloien Mechanik ge- wöbnt habe, ist mir sehe andere vne'f»,or> nn- erträglich geworden.' Weitere freiwillige Zuichristen loutent .Mit dem Lobmann-Kneiser bin ich außer- ordentlich zilirteden. denn beim.Reiten' oder .Laufen' fitzi er völlig fest, wa» ein großer Vor- zug ist. Leutnant v. Berndt, z. Z. im Felde.' .vkib'nblichsten Dank für den Klemmer', er sitzt l» Ich habe mediere Klemmer getragen. ober ketner halte dieien guten Sitz, wie der von Ihnen gekautte. welcher biffer al« jede Biille sitzt. Kanonier D>> t 1 1 n, z. Z. tm Felde.' Der L o b m a n n- Kneifer ist die empteblen»- werteste zur Zeit existierende«onstruliion. und jeder, der sich jahrelang mit seinem alten Kneiier berumgequält hat.'st erfieul und beglückt über den dequemeren, testen und guien Eitz. lieraiirworilnt Ntr tzolitit tW« Sntmer ckerlin. kür den kdrigei! leu de» cklatles Wsrev tzili»!». Aeulelln. kür Aneetgen Tde-Vor Gtaa«. tzerkin Perlogi t-ortvtrts-jierlaa dt m b?. itzerlin prnit ckorwünS-'vu.l'vruckerei und VerlogSonklalt Bau! tzineer u So tn Berlin Cmbenftrafie 3. Sier»» 1 PtUage und ItnlcrtniintnqsDlatt ■'»>!»» i i-L.1.,,'. i», Ffii MilitäiS, Jäger. SvorlSicute und\m Bureau Tätige ist er ebenio unentbehrlich wie für Damen, welche Von ihm seines unauffälligen, eleganten und gar nicht enisicllenden AusiehenS wegen entzückt sind. Es werden nirn ollerband Kneifer als.orlbo- renirtiche' oder miter äbnlichen Benennungen an« geboten; dieielbrn dürfen aber nicht mir den patentierten.Lodmann-Kneis»' n' veiwechielt wer- den, die nur direkt von der AllejMeisgu's» stelle O r l h o z e nti i Fch e Kneif Zr- Ge i e! l» ich a i t m. b. H., Berlin, Potsdamer- Siraße t34». be>oge» wsrde» können. Man beachie genau die Hausnummer I3lg mit der Kknnmatke.Lobmann-Knerser', da däufi> da» durch Irrtümer voilommen, daß sich eni ganz in der Nähe und viel auffälliger gelegenes opii'che» ffleickiäft eine ähnliche Benennung beipelegi vrt. Die Orldozenirrsche Kneifer-Geieil- ichaft Berlin unieibält keine Nredei aaen oder Filialen, iontern Ii?eit nur direkt a> de.» Piibl'knm. Gründliche Biigenprüfnng wnd je er- zeit kostenlos gewährt, ohne jeden Jlouszwan'. Auswärtige Abnehmer werden gebeic». Pro- fpette 2 l.>» verlangen, und bekommen dann gietchzeiiig Miiteiliing,-welche Angaben eriorder» Iich sind, uin einen unter Garantie tadellos sitzen« den Lohmonn-Kneiier zu erdalten Dinzlition Max Reinhardt. Deutsches Theater 7 tThr; l-'anset 1. Kammerspiele Vi, ühr: Oer Erste. Kleines Schauspielhaus FaBanenstrnßo 1. Portal 5. 7'/, Uhr: FrChlings Erveachan. Volksbühne ll'heator nrn Bülownlats. Pir»ktion Friodrieh Kayßlor. Vi, Uhr: KirKcIjaurten. i,e»slns:-Theatep. Direktion: V:o'or Earrt-wsky. 79z Uhr: Mein Kerhbar Ameise Oeatsches Künstler• Theater. ih'z Uhr: I,3oit»c. Mittwoch zum 1 Malei Xacbtfoplenchtniia'. DreiGrotesicon v Kurt Götz. Vorher; AnT'stehans- Von Felix Selten. Dir. C. Kolwlard— N Bornauor. Theater � KöniggrSizfirstr. 'Iß. Der Kanch Im All. Konsödienhaus '!tS U.: Die tanzende Njmpha. BerUnerTheater 7"U: IIIitT.blBUOM ISiut. Casino- Theater. Lothringer Str. 87. Tägl.'Iß U: Nur noch wenige tiustnhilingen dcS Berlmer Possen-SchlazerZ kültil IllZil N! üllM! Poi ber das große O iwder-Droqr. JnVorb.: Tic golden« Brnete. Sonnt. S'l,: Ein fideles Mahn. --------------- i------ r.——-- fll, Koitiiuserst.SI/eit. F. Wagner Täglich VI, ühr: Die Grolle Variete-Schau. Doborarionsentw. Heinr. Zille.— Anna Mülier-Uncke. Vorverk. IO1/,— I1/, n. ab 5 II. sowie bei Wertheira. Theater für Dienstage 29. Oktober» Circu»« T&zfl. Vi,. Sonnt. S'l, n. Vi, Do» jrroße eqneemeohe PrüjfTaniia. Cflrtj-itÖlOll, Dreüraran. u. a. Punnch, das Akrobatenpferd >("«cbw. Carpfc, Nyinpheiispieie i. Ffeute. 4 Schw Kaiser, Jockei. Poppo» lustijre Aften- and Huncle-DrcitHuren. VoviHn der Mann mit den IUU) eisernen R.ppe-. sül OberonjäT Pnant. Wasser-Paniommie Rose-Theater. 7ß. Uhr: Oastap. d. Fnndr- w UheimstSdt. Thcators; Dan Dreimadorlhaon. Äpolio Walhalla-Theater. l1,. Uhr: August ösr Starke. Trianon-Thealer Shl. Friodriohstr.Ztr 1�27,2391 Tftgiich acht Ulir: Der gute Ruf von Hermann Sudermann, Ida Wüst. Bruno Kastner Emma Oebncr. Hugo Flink Gonia. Klein. Schönteld. Mittw. 4: Hansel und Gretel .Oonnerstn»; 4: Rotkünpchcn. Freitag 4: Sclineewittchen. Sonnab, 4: Hansel und Grete). Sonntag 4: Johannisfeuer. Theater öer frieitricdM. Roke Friedrich- n. Limenotr ?»,. Uhr. TSpl.: Nord. 8650. Kaiserplatz 3, 1 Tr. Ein mst Stück m Musik». Lauts «. KMIIendortt. Georg. L. Holms Honnabend n 8onntaep jrroJJe Opsreltencrfcig I Prinzeniiebe. Honnt. 3'/,: Studentcnllebchen. Kukuk l,i chtnpirle SroSe fruihirtef Sir. 23. i». tl. Anare ai,MC rmlir. 81s Donnerstag; fumiienmßllers fies'chen. Nacb iL Honitui von W.Keimbnrg. Anlang 5 Uhr. Universal. Briessteller 4,— Mart. Buchhandtung Borwär» Lindehltraße 8 tLadent 4 tth? I nadjtnillofl■ Treff 0 ■ l.rtat«' Woche t Tronic Hesterberg: ln|»e I.aorj TegerasegrSsüsrflilieater l>le iioaenknbpf* »owio der große aUIr iseDem sa &3 empfiehlt tn großer Äuswahl die Buch- Handlung Vorwärts SW 98. Lindenstr. Z. j Auch in densiluSgabe- fteüen der Zeitung zu haben. 10 BlSäl lllffonbcritra Milit. K o n z c Trf.-Bal. 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