Nr. 307. 35. Jahrg. «ezugSpretS, »ie«»NSHci.b.40Ml. monaü l�OHl, frei in» Hau«.»arauSzabwai Einzeln» Nummern lv Mennig. Poll berug: Monai.üb.vom PoMchaller abzudolen 1J>C JXt. Dom Brlelträger ms Hau« ge- brachl>,S4 Ml linier KreuzDand iüi Deutichlai d und Oesterreich- Ungarn «.— Ml. kür da» übrige HuSianb 6,50 Ml. monatlich iieriand ins Feld bei drrelter Keltelluno monail 2.— Mb Poitdekiellungen nebmen an TSne- märt. Holland Luremdurg, Schweden und die Sldweir. Srnaerraoen rn die lLe't-lieimnas-'Lreislist«. Erschein, täglich. Zeiearamm. Adresse: »Eozialdemo.'rat Berlin� Verlinev VolKsülctkt. �10pk«nnlg� AnzetgenvretS: DleNebengcspallencKoIanclzeilskaslei SO Psg.„Kleine Slnzeigeu". dcä setigesruckle Wori 30 Pfg. lzulSssig i seligedruilis JBorle), rede« weiters Wort 15 Psg Ttellennesuche und Gchlassiellsnanzeipen dgs«sie PZort 20 Psg.. iedc« weitere Wert 10 Psl}. Worte über 16 Buchilaben-Shlen für iraei Worts TeuerungSznschlag 30».» Familien-ilnzetgen. veiitiiche und gewsrlschaitliche Vereins- ilnzeiaen 70 Psg die Zeile. Anzeigen iiir die nächste Nummer müssen bis Z Ul». nachmittags im Haudlgeschüst Berlin EW. 63. llindenstratze 8, ab leqeben «erden. Gesssnei von° Uhr srtih bis 7 Uhr abends. Zcntralorgan der foziatdemokrati ftben Parte» Deutfchlanda. Redaffion: EW. 68, ffndentttagc Z. Sfernfirrerfiet:«mt MoriSPln». Str. 151 90— 151 9T. Donnerstag, den 7. November 1918. Expedition: EW. 68» Lindenshaße Z. Üernivrecher:»mt Dtorivvlatz, Nr. 151 90—151 97. Das Ende des Weltkriegs. Eine neue �ste Wilsons. Beschluh der NeichStagSfraktion und deS Porteiausschusses. Reichstagsfroktion und ParteiauSschub der Sozialdemo- kretischen Partei haben gestern in geineinsamer Sitzung sol- genben Beschlust gefastt: Fraktion und Partciausschust fordern, dah der Waffenstillstand ohne jeden Verzug durch. geführt wird. Die Fraktion und der Parteiausschust for- dcrn weiter die Amnestie für militärische V e r- g che n und Straffreiheit für Mannschaften, die sich gegen die Disziplin vergangen haben. Sie fordern die unverzüg- liche Demokratisierung der Regierung sowie der Verwaltung PreusicnS und der anderen Bundesstaaten. Die Reichktagsfraktion und der Parteiausschust beauftragen die Parteileitung, dem Reichskanzler mitzuteilen, dast Fraktion und Parteiausschust den von der Parteileitung indcrKaiserfrage unternommenen Schritt entschieden billigen und unter st ützcn und eine schnelle Regelung dieser Frage erwarten. Berlin, 6. November. Die deutsche Delegation zum Abschlnst eines Waffenstillstandes und zur Aufuahme der FriedeuSverhandlnngen ist heute nachmittag von Berlin»ach dem Westen abgereist. Die Abordnung besteht auS General v. Gündell, der militärischer Delegierter auf der Haager Friedenskonferenz war. dem früheren deutschen Militärattachö in Paris. General d. W i n t e r f e l d t, dem Kapitän V a n s c l o w. dem Grafen Oderndorf und dem Staatssekretär Erzbergcr. Die Zufaminenkunst mit den Gegnern dürste am Freitag erfolgen. Paris, 5. November. lHavas.) Der Oberste Kriegs- rat in Versailles hat gestern seine Arbeiten mit einer vollen Verständigung zwischen allen daran teil nehmenden Mitgliedern abgeschlossen. Der letzte Schuß im Weltkrieg wird wohl in dieser Woche noch verhallen. Die deutsche Negierung hält Wort, sie macht Frieden. Dieser Frieden wird h a r t sein für das deutsche Volk, wie die folgende Note Wilsons zeigt, aber er ist not- wendig geworden, nachdem die wahnsinnige Gewaltpolitik der früheren Machthaber elend zusammengebrochen ist. Die Entente hat von den vierzehn Punkten Wilsons einen gestrichen und einen neuen hinzugeiügt. Gestrichen ist der Punkt über die Freiheit der Meere, da sich offenbar das siegreiche England die Seegewalt nicht aus der Hand nehmen lassen will. Hinzugekommen ist ein Punkt, der von Deutsch- land verlangt, daß eS für alle Schäden, die der Zivil- bevölkerung der Verbündeten durch den Angriff Deutschlands zu Lande, zu Wasser und in der Lust zugefügt wurden, Entschädigung leiste. Bei den Frievensveri andlnngen wird die Höhe dieser Sntschädigungen ziffernmäßig sestge- stellt werden, und die Geßner werden dann Gelegenbeit beben, zu überlegen, ob sie ein Interesse deran haben, Deutschland wirtschaftlich zugrunde zu richten. Der Gedanke, als Ergebnis des W-ltkriegS ein»erhungernde?. verwilderndes Volk zurückzulassen, muß sie bei ruhiger Ueber- legung schrecken. Denn Staatsbankerott, Auflösung und RevanchepatriotiSmuS sind ansteckende Krankheiten. Würde dem Völkerbund, der auf der Friedenskonferenz begründet wer- den soll, ein von vornherein zu hoffungsloscm Siechtum ver- urteilteS Glied eingefügt, so wäre der TodeSkeim in daS Ganze gelegt..... � Solche Erwägungen könnten dazu führen, daß die dem deutschen Volk vorzulegende Kostenrechnung hinter den Befiirch- tungen, die man zunächst hegen muß, wesentlich zurückbleibt. Dahin, nicht nur im deutschen, sondern im Solidarintercsse�dcs Völkerbundes zu wirken, wird eine Aufgabe der deutschen Fr:c- densdelegation sein. Das gleiche Solidarinteresse wird geltend gemacht werden müssen, wo es sich um die Regelung der e l s a ß- lothringischen und der polnischen Frage handeln wird. Auch in ihrer veränderten Fassung entHallen die vierzehn Punkte Wilsons nicht nur Passiven, sondern auch wertvolle Aktioen für daS deutsche Volk, die nicht ihren Händen ent- gleiten zu lassen eine weitere Aufgabe der deutschen Friedens- dclegation sein wird. Die Staaten sollen sich in ihren Handels- beziehungen gegenseitig auf dem Fuß? der Gleichheit behandeln, wodurch jeder Wirtschaftskrieg nach dem Kriege unntöglich wird. Die Rüstungen sollen ellgemein auf das niederste mit der inne- ren Sicherheit zu vereinbarende Maß herabgesetzt werden, womit jede gegenseitige Bedrohung und die Notwendigkeit neuer Mill- Mahnung des Reichskanzlers an das deutsche Volk. Berlin, 6. November 1918. Amtlich. Präsident Wilson hat heute auf die deutsche Note ge- antwortet und mitgeteilt, daß seine Verbündeten den 14 Punkten, in denen er seine Friedensbedingungen im Fannar dieses Jahres zusammengefaßt hatte, mit Ausnahme der Freiheit der Meere z u g e st i mm t haben, und daß die Waffen still st andsbedingungen durch Marschall Foch mitgeteilt werden. Damit ist die Voraussetzung für Friedens- und Waffenstillstandsverhandlungen gleichzeitig geschaffen. Um dem Blutvergießen ein Ende zu machen, istdiedeutscheAbordnungzumAbschluß des Waffen st ill st andes und zur Aufnahme der Friedensverhandlungen heute ernannt worden und nach dem Westen abgereist. Die Verhandlungen werden durch Unruhe und diszi- plinloseZ Verhalten in ihrem erfolgreichen Verlauf ernstlich gefährdet. Ucber vier Jahre hat das deutsche Voll in Einigkeit und Ruhe die schwersten Leiden und Opfer deS Krieges getragen. Wenn in der entscheidenden Stunde, in der nur unbedingte Einigkeit des ganzen deutschen Volkes große Gefahren für seine Zukunft abwenden kann, die inneren Kräfte versagen, so sind die Folgen nicht abzusehen. Aufrechterhaltung der bisher gewahrten Ordnung in freiwilliger Manneszucht ist in dieser Entscheidungsstunde eine unerläßliche Forderung, die jede Volksregierung stellen muß. Mag jeder Staatsbürger sich der hohen Verantwortung be- wüßt sein, die er in Erfüllung dieser Pflicht seinem Volle gegen- über trägt. Ter Reichskanzler Max Prinz von Baden. tärlasten wegfällt. Durch daS Verbot geheimer diplomatischer Abmachungen soll der Frieden dauernd gesichert werden. Damit beginnt für Deutschland und die Welt eine neue Zeit. Sie fordert ein gründliches Umdenken auf allen Ge- bieten. Heer und Flotte sind bisher durch die Notwendigkeit der Landesverteidigung zusammengehalten worden. Im Kampf gegen eine Welt haben unsere Volksgenossen in Waffen hre Ausgabe glänzend gelöst. Jetzt aber haben sie ein Recht darauf, als gleichberechtigte Staatsbürger bebandelt zu werden. An die Stelle deS Begriffs der kriegerischen Disziplin tritt der Begriff der g e s e l l s ch a f t l> ch e n O r d n u n g, die erfordert, daß jeder Mann den richtigen Platz im wirtsckxcktlichcn Leben findet. Diese gesellschaftliche Ordnung»u diesem Zweck auf- rechtzuertzalten oder mquschaff-n, fordert das Interesse des Volk?« selbst. Folgen, die sich für die Mannschaften au» der kriegerischen Disziplin ergeben haben, müssen beseitigt werden. Darum for- derte die sozialdemokratische NeichStagSfraktion und der Partei- ausschuß in dem oben wiedergegebenen Beschluß volle Am- nestie für militärische Vergehen. Die Demokratisierung im Reich und in den Bundesstaaten vom Haupt bis zu den letzten Gliedern steckt noch in ihren ersten Anfängen. ES muß in b e s ch I e u n i g t e m T e m p o weiter- gearbeitet werden, wenn die Demokratie, die einzig mögliche dauernde Regierungsform, das nötige Gleichgewicht erholten soll, um im Sturm der Zeit zwischen Klippen von rechts und links hindurchzustcuern. DaS erfordert aber auch eine schnelle Regelung der Kaiserfrage. Die Fraktion und der PartciauSschuß haben sich gestern nachdrücklichst zu dieser Auffaffung bekannt und die Parteileitung beeuftragt, dem Reichskanzler eine ent- sprechende Mitteilung zugeben zu laffen. Im Interesse der äußern wie der innern Politik darf der entscheidende Schritt nicht länger hinausgezögert werden. Deutschland darf sich eincS einzigen ManneS wegen weder die Friedensverhand- lungen erschweren noch im Bürgerkrieg zerfleischen. Der Krieg. der dem Volk so unsagbare Ovfer gekostet hat, fordert nun auch ein Opfer von diesem cmen Mann, der mit seinen sechs Söhnen unversehrt heimgekehrt ist. Er wird immer noch bange nicht der Bedauernswerteste unter den deutschen Familienvätern sein, wenn er dieses notwendige Opfer leistetl Der ersehnte Frieden ist znm Greifen nahe. Aber daß die Zeiten deswegen doch verflucht ernst sind, weiß jedermann. Sie fordern von denen, die für die Zukunft deS Volkes die Ver» antwortung tragen, klare Ueberlegung und festen Willen. An der Wasserkante haben sich Ereignisse abgespielt, die i» aller Welt Munde sind, wenn auch noch ein zusammenhängen- der, erschöpfender Bericht über sie fehlt. Keiner, dem dis Gedanken der neuen Zeit aufgegangen sind, wirdsichinsei» n e m Empfinden von den Massen trennen, er wird es auch dort nicht tun, wo er nicht jedcS einzelne Vor» kommnis zu billigen imstande ist. Keine Furcht darf ihn be- schleichen, und keine andere Richtschnur darf es für ihn geben als das Wohl deS Volkes selbst, dem er mit seiner freien Ueberzcugung dient. Wir stimmen als Sozialdemokraten anS ganzem Herzen dem Satze zu, den wir in einem Aufruf der „Schleswig-Holsteinischen Volkszeitung" finden:„Was die Ar- bester und Soldaten wollen, ist nicht das Chaos, son- dern die neue Ordnung, ist nicht die Anarchie, sondern die soziale Republik." Um nichts anderes handelt es sich für uns als darum, zu dieser ersehnten neuen Ordnung einen Weg zu finden, der nicht über Berge zerschmetterter und verhungerter Proletarierleiber führt. Wir wollen, da das entsetzliche Blut- vergießen draußen endet, kein neues Blutvergießen drinnen, und wir wollen nicht tiefer ins Hungerclend hinein, sondern endlich auS ihm heraus. In diesem Sinn faßt die sozialdemokratische Partei in der gegenwärtigen schweren Zeit ihre Aufgabe auf, und sie weiß sich in dieser Auffassnng von Millionen arbeitenden Volksgenosse» unterstützt. Sie weiß auch, daß die Arbeiter müde sind der Anfeindungen, mit denen die eirHelnen politischen Gruppen inner- halb der Bewegung einander bedacht haben, daß sie vor ChaoS und Anarchie in ihren eigenen Reihen zurückschrecken und ehrliche Verständigung zu den gemeinsamen Zielen der neuen Ordnung wollen. Nicht Terror, sondern Freiheit! Nicht Diktatur, sondern Demokratie! Nicht stümperndes Experimentieren am lebendigen Leib der Gesellschaft, sondern planvoller auf wissenschaftliche Erkenntnis und vraktische Er- fahrung gegründeter Aufbau einer neuen sozialistischen Wirt- schaftsordnungl Das ist der 5kurS, den unser Parteischiff steuert, und den cS trotz Sturm und Wvgendmng festhalten wird, weil nur in seiner Richtung glückliches Friedensland liegt. Frieden, Freiheit, Brot! Der Frieden kommt, die Frei- heit kann uns keiner wehren— verzeßt nicht das Brot! die Stellung der Entente Zum Wilsonprogramm. Note LanfingS an die deutsche Negierung. Staatssekretär L a n s i n g hat in einer Note vom 5. November durch Vermittlung des schweizerischen Geschäftsträgers ber deutschen Regierung Mitteilung zukommen lassen, die nach hier eingegangenem Funkspruch folgendermaßen tautet: In meiner Note»o« 28. Oktober 1818 Haie ich Ihnen niitgeteilt, daß der Präsident seinen Notenwechsel de» mit de» Vercinisteu Staaten verbundenen Regierunzrn Übermitteft hat, mit dem Anheimstelle», falls diese Regier, istze» xexrigt sind, de» Friede»»u den angegebexc» Lkdi«gu»e-»»»d Grundsätzen herbeizuführen, ihre Militärische» Retgrocr n«d die der Vereinigten Staate« zu ersuchen, den gegen Deutsch- land verbundenen Rcgiernngen dienötigenBedingun» gen eines Waffenstillstandes zu unterbreiten, der die Interessen der beteiligte« Belker in vollem Maße wahrt und den verbundenen Regierungen die nnbcschränkte Macht sichert, die Einzelheiten des von der deutschen Regierung an- genommenen Friedens zu gewährleisten und zu e r z w i n- gen, wofern sie einen solchen Waffenstillstand vom militäri- schen Standpunkt für möglich halten. Der Präsident hat jetzt ein Memorandum der alliierten Regierungen mit Bemerkungen über diesen Notenwechsel er- halten, das folgcndermaficn lautet: „Die alliierten Regierungen haben den Notenwechsel zwischen dem Präsidenten der' Vereinigte« Staaten und der deutschen Regierung sergfältia in Erwä- gung gezogen. Mit den folgenden Einschränrnnge,, er» klären sie ihre Bereitschaft zum Friedensschluß mit der deat» schen Regierung auf Grund der FriedenSbedingungcn, die in der Ansprache deS Präsidenten an den Kongres? vom 8. Januar 1818, sowie der Grundsätze, die in seine« späte- ren Ansprachen niedergelegt sind. Sir müssen jedoch darauf hinweisen, daß der gewöhnlich sogenannte Betriff der Freiheit der Meere verschiedene Auslegung fBeftimmungen?) einschließt, von dencu sie einige nicht«mnehuien können. Sie müsse» sich feelfWö Mtt B«*r» �tA-nstü«d bettn Eintritt in die Frie» d««Sk»»fere.»!>>»»Ue Freiheit dorbchaltcn. �re«er tz«t der Pr«fihcnt in dcn in seiner Ansprache e* kc* S»K3ttS k»« 8. Iarnar 1Ü13 nikderpclea.ten Frie. k«nSbe1ki»�Lns-n erklärt, dnh die besetzten Gebiete nicht nur xeräumt und defrrit, sendrrn auch wiederhergestellt werdez«ttsseu. Tie kiliierten Regierunge» sind der Ansicht, dns* Iber de« Ei»» dieser Bedingung kein Zweifel bestehen dzirf. Eie derfiehc» darunter, d a st Teutschland für «lledvrchseineKnftriffezuLand, zuWasser und i« der Luft der Zivilbevölkerung der Alliierten und ihren! Eigentum zugefüg- tr» Schade« S r s« tz leisten sol l." Ter �5 resident hat mich mit der Mitteilung beauf. tragt, dast er«it der im lebten Teil des angeführten Memo- randn«? e»th,ltenen«uSlegung einverstanden ist. Ter Priisident hat mich serner beauftragt, Sic z» ersuchen, der deutschen Regierung mitzuteilen, das??)! a r s ch a l l F o ch von der Regierung der bereinigten Staaten und den alliierten Regierungen ermächtigt werden ist, gehörig beglaubigte Vertreter der deutschen Regierung zu enip. sauge« und sie von den Waffenstillstands. bedingungen in Kenntnis zu setzen. Die SoWjswsrtretung aus öeriin abgereist. ? c r l i Ii, 6. November. Amtlich. Tie russisch- diplo- matische Vertretung ist heute früh mit Sondcrzng nach Ruß- land abgereift. Die spanische Botschaft dementiert die gestrige Notiz, das, sie i t Anteressen der Russen in Deutschland übernehmen würde. Zkie öe? rujsisthen Sotschaft. lTeutfche �x«testi«»te in MoSkau.— Zeitweiliger Abbruch der Veziehungen. Mi A.'ischiuß«n d�ie vreisnisse, die zur TuSweisii.ng deS Herr» Joffe mi Berli» führten, hat der deutsche General» to»'«l in MoSkeu Sluftrach erhalten, der russischen Regierung cinr tt o t« zu überreichen,«us der wir folgend« Absütze her- vsrstedeu:' „IC.: Leserlich: Recherung hat schon zu wiederholten Nele» d«Ge».!!&. nfpruch erheben müssen, daß durch Kund» «edn»,««»iifsischer amtlicher Stellen entgegen den Abmachungen l» Artikel» de» Brest er Friedensvertrages eine iixzuläfsite A<« t« t i o n gegen deutsche Staats- ei»r,chtu»<«n»ee»i«k>en wird Sie sieht sich nickt länger in der Vw?, fi«h«»f y riefte �egen die Agitation zu beschränken, die Uicht nur mite Bt?ketzu«D her genannten Vertragsbestimmungen, s»»otr«l«uch sine» schweren Verstoß segen die elementarsten Ge- de» BZiterrecht» bedeutet. Als die SowieteeHierunx nach Abschluß des Friedensverträge» «Ire dipis««chikche Newretung in Berlin errichtete, wurde der er- n««»t« mUP.i&t Be»»?lm-ichtrsste Herr Joffe auSdriiiklich auf die d« Vermeidung jeder agitatorischen U»d!»r»ME«»dist«sch«>> Dätigke, t in Deutschland hin» tewi«?««. Gr«rwiberie darsuf, er kenne dcn Artikel 2 -es Vsester Artede««t'ertrwgies und wisse, daß e» ihm alz Ver- : re»»c man frswi�B AeOierung obliege, sich nicht in die inneren A-jiSÄqNWte«««»umischen. Herr Joffe und die >1»!»»»i.eest>eltite» Ocfttit bstrn sich infolgedessen hier der Rück- stcht«»» vi» veltoeme«» fu erfreuen gehabt, die erterritorialen freOchw» V'w»e««»pen tf0ft:'äKT üblich sind. Da? entgegen- gebrach«« ttti**aeu isi teHtch e�tävsckt worden. Schon seit oiikkrtr.weit nifte sich, Wch die russische diplomatische Vertretung durch mtimu* Veiiirifcc«u Kewissen, auf den Umlturz der staat- liche» Och««,« Deudscht««d stinirrbeitendsn Elementen und duach Kswsext««, sicher Elemente im Dienste der Vertretung a« der««ftst»�ls»>fchen Vemegung in Deutschland Interesse nabm. Duoch Awischenfskl, der sich am 4. d. M. ereignete, bat sich ßr»«M»jeFe»t. daß die russische Vertretung durch Einführung !>c»|Ffci|fiSwhe*«st ITv.ffttfcarurige» zur Revolutiim unter Der» st in»», d«««xPf—e.sdst�en Kurierprivileg» an dcn Umsturz- hifctktmrm s«««r tiitigen Anteil nimmt. Infolge der '"«srtziiijt»,»««er«er r'� amtlick'en Crväck de» gestrigen rufsi- sä«, fomn* pelösisen Kisten auf dem Transport ist festgestellt Ward«,, daß»>>fe Ce»idt»»«en in deutscher Sprache ab- o-f�w«d � ibw« Inhalt zur Verbreitung in D«t>. tschl««» besti««te Flugsckriften enthielten." Neiter protestiert die R»tf dagegen, daß dk russische Rc- ssi-ru«a trotz«»«r K?st««teilisse« Versickierur-gen nichts getnn leb-!!. UM die Scht!»i<»e» an der Ermordung de? Grafen Mir- b«ch de? Bestrasun« MiMifüheen. Die deutsche Regierung er- bebt regen tiefe Vertrags- und Dolkerrechtsver- lehunr??.«ie perlemgü. daß Bürgschaften gegen die stiort- setzunz der bisher betriebenen Agitation gegeben und die Mör- der detz Graben Varhaä) bestraft vwiden: .B>4 t» dem ifeitpcnkt. an dem diele Forderungen erfüllt sind,»iß U« OoUfri J* Regierung die Regiorung der Sowset- vnpAiit»cht'che«. ihn dststomatiscken und sonstigen amtlichen We»«e»»c«ist! Dsutsäztsnd zurückzuziehen. Sie wird in giricher Sffivis« die»inlichen deutsch« Vertreter in Rußland fiir dist« 8*it abberufen." Ok txHi einem DkitKvgSbtnbt gebrachte Meldring von einer bstzorflehewdMl DwrchsucsNmg der r«ssllchen Botschaft ist nach de».ist. ist. K." mv.utreffsnb. Die Erterritorialität de» Bot- sch�tzse-bazst)� wird aeich wach Ast reit« der Botschaft gewahrt weiH«?. Bot f»M«r Zlbeeiie b«t Herr Mfte. dem unabsicinffie?« ist r*Mhm4itkr*'« ttmt ie« Clfae(•!«, der sich in der B« tschast «usshiest,«n Peket z«r Berwehning anvertrauen zu dürfen. das nach stiner kefrimmten Bersichenmg nur Geld. Beträge hur die Getemgene«fürs»rge und das Rote Kreuz, cnthislt. Diese ErserubniZ wurde ihm erteilt.- Ciemenceau über ösn WaffenstlUftanö mit Deutsthlanö. Pari», S. November Kammersitzung. Präsident DeSchanel KtHrüßt« in ausführlicher Rede die siegreiche Enfwicksting der Sache �er Alliiert«. P i ch o n schloß sich ihm an und erflärte, Italien fsween gi*hek»t»«im dusch dce vrobe-ung der r«r»s Irre» »Mwirklicht. F-NM'reich werde sn«« n»«i»n»le Jwte�ltät sich««, wt» twe»«fMMM, Ut imtttkrsn&t*. kut«. SUmenssca tu*»* di« S« f f» n st s llst«» d»- frtliK«Miic«K« tt«estetrsich. chfnbsnwnch«»«ifsll.) »•e Ned»«««chte SfHWhmf«« von den ErgeKniss«, ds« in»«. allst enten»ateS Ks« VerfwiZle» und sagte, baß dem A«stec von Twutschii«td die unumgänglichen Stüren zur Forssntznng hei Ätieoss Der ol—sk Rat von SerfsilloS hat die MastwsssiLftasdSbsdsnanngen für Dcnbfckstand Nachlttttstefechtc zwischen Scheide und �ise— Rückverlegungen zwischen Cii s und Maus— Kämpfe»Nif den östlichen Manshöhen— Abschlage» der amerikanischen Angriffe. Berlin, 6. November, abends. Amtlich. Heftige Angrisse nordöstlich von V a! e o c i e n n e S, bei Bavav und bei Aulnove an der Eambrc konnten die Durchführung der zwischen Schelde und Oisk eingeleiteten Bc- weguiigeii nicht hindern. Von der Life bis zur Maas keine größere« Kämpfe. Auf dem O st u f e r der Maas erneute Angriffe der Amerikaner: östlich Tun konnten sie etwa? Boden gewinnen, im übrigen sind sie gescheitert. Amtlich. Großes Hauptquar.tiel,v. Novemtcr 1918. Westlicher KricgSschauplay. Heeresgeuvve Kronprinz Rupprecht. Jiifnnterirkänipfe in der S ch e I d e» N i e d e r u n g. Aus dem Zchlachtfelde z w i s ch c n der Schelde und der D i i c hoben wir iins vom Gegner abgesetzt. Der Feind, der geßeru noch sjärkslem Artillerie'««« seine Angriffe wieder ausnehme» wallte, stieß auf geräumte S cllungrn. Ä:i seinem weiteren Vorgehen wurde er durch unsere Nachhure« in Einzelkämpfe vcrw-ckelt, die i m Wilde von Mormol und südZstlich von Landreeie» größeren Umfang annahmen. Der Feind stand am Abend westlich ve» Vnvni, am Ostrande des Töaide von Mormal, östlich von Landrccics und östlich von Guise. Auch zwischen der Oije und der Maas haben wir größere Vcwegiingcn durchgcsiihrt. Der Gegner ist im Laufe des Tages gcielgt und hat westlich der Aisne die ollglmcine Linie Marle— Dizy lc Gros-ssclh er» reicht. O e st l i ch der Aisne standen wir mit ihm nördlich von .L e Chesne und westlich von Beanmont in Gciechts- fühlnng. Stärkere Angriffe des Feindes bei Braumoul und Letannc wurden abgewiesen. Südlich von Dan stieß der Amerikaner anter heftigem Feuer- schütz über die Maas und drang in die Waldungen uns dcn ö st- lichen Maashöhen zwischen M i l l h und B i l o s n c S ein. Das sächsische Jäger- Regiment Nr. 7 warf in her Mitte der Kampf- front aus Fontaines vardringenden Feind zurück nnd nahm dcn Epinop-Wald wieder. Die Käaipsc fanden aus dem Kamme der östlichen Maashöl-cn ihren Abschluß. Aus dem Ostufer der Maas schlugen brandenburgische und sächsische Regime»!« erneute Angriffe der Amerikaner aus den Höhen östlich von Sivry und in dem Walde von Etrahe ab. Wir schössen am 4. November 45 feindliche Flugzeuge ad. Oberleutnant Volle und Leutnant Kocnucckr errangen ihre» 35. Luitsieg.' Der Erste Generaluuarti«meifte,. -£ r c i- n er..__ festgestellt. Die BedwiHungen diese» Waffenstillstandes sind Mon- tag an Wilson abgegangen, der sie, falls er sie billigt, der taiser- lichen und demokratischen Regierung zur Kenntnis bringen wird. (Heiterkeit.) Es wird dann genügen, daß Deutschland sich an Marschall Fach wendet.(Beifall.) Der Geist. in welchem dieses letzte Takument verfaßt ist, ist derselbe wie derjenige, dem die drei anderen entsprungen. sind.(Anhaltender Beifall.) Die Bedingungen sind unS durch Wilson selbst empfohlen worden. Für den Fall, daß die Feind- seligkeiten wieder ausgenommen werden sollten, sei der Ziveck der Entwaffnung des Feindes, soweit sie nötig fein würde, im Falle bösen Willens oder des WortbruchZ seitens des Feindes eine Wiedevaufnahin« der Feindsetigke ten zu verhindern. (Beifall). Clcmenccau fügte hinzu, daß eS ihm unmöglich sei, ihm, der als letzter Unterzeichner des Protestes von Bordeaux gegen die Ablösung von Elsaß-Lothringen übrig geblieben sei(die ganze Kammer erhebt sich und bricht in Beifall aus), daß eS ihm unmög» lich sei, in der Stunde, wo der Frieden, der vielleicht nicht so nahe sei, wie manche unter ihnen glaubten, der aber von jetzt an sicher sei, nicht denjenigen zu huldigen, die ihn angeregt und die unge» heure nationale Aufgabe fortgeführt hätten, die sich in diesem Augenblick erfülle. Gambetta, der der Vertcidiger des französischen Gebietes war, mit dem Elcmenceau m Bordeaux für die Fortsetzung des Kriege» stimmte, der 50 Jahre hindurch nicht auf- hörte. Clemenceau lädt da» Parlament ein, seine neuen Pflichten nach dem Kriege in» Auge zu fassen. Wir wollen den Krieg, sagte er, für einen Frieden der Gerechtigkeit und des Recht? mit den notwendigen Bürgschaften. Wenn man die Schrecknisse gesehen hat, die von den Deutschen in umscren von ihrem Einfall betroffenen Ge- bieten begangen wurden, so ist es anmöglich, diese Bürgschaften nicht zu fordern. Die Menschheit wäre ihnen ausgesetzt, wenn sie solche Greuel nochmals sehen sollte. Da» wollen wir nicht.(Beifall.) Clemcnecau ging näher mif die Pilichten nach dem Kriege ein. Nachdem wir un» de» Kriege» würdig ge- zeigt haben, sagte er, werden wir un» de» Frieden» würoig zeigen müssen. Auö unseren Verbündeten haben wir un» unlösliche Freunde gemacht. Wir haben Freunde au» unseren alten Feinden, den Engländern, gemacht, die Wunder auf den Schlachtfeldern in Frankreich und in Flandern verrichteten.(Beifall.)— Pichon und DeSchanel haben gesagt,«a» wir Jtali"*,•erlie» u«d de» j u u ß t n von uns befreite» Völkern zu saresi. Hain». Ich spreche ir.chz»ou htm Vatkinigjen Staaten, die alte treu»»« si»d, die wir schon la»»«» »nd die wir l»diglich»iedei�esuwte» Haie». Dem Viind»i» i« Kriege«t«f auch ei» uaerschtitterlich?» Vü»hni» im Fei« de« folge». («ebliesstar V-ifall.) Die Vötter Haie» i"-riffen. daß sie alle soli- varis» find. De» Krieg Hai«» wir schon gewonnen, vielleicht werden wir auf den Friede« noch einig« Feit warten müssen, aber da» Geschick unserer Völler ist festgelegt. klewenoeau rief alle Franzosen zur Einigkeit im Frieden wie im Kriege auf. E» ist unser Ruhm, sagte er, ein idealistische» Voss zu sein. Frankreich stellt die ideale Ausfassung dar, e» führt den grotzey Kreuzzug der Gerechtigkeit.(Anhalww- der Beifall.) Der öffMtlich« Anschlag d»r Rad« wurde baschkossen. Hefangenenaustauftb mit Zrankreicb. Wie vor«nig« Zsit in dar Pvssse rnitgeieKl wirrte, ist der Au»tausch d»r mechr at» II CToitaie Ixicgflgef ärgeren deutschen und srs-gastschO« H ear«Oongohsr»gar am 15. C&ebtc wiedsr«ifganern» wttm wtthtm. Jm- B«»uch»g»ng dar»ngshdichen,»»ich« die Rückkehr dar Ihrig»«»»t d»g»«ifl iaher itagadutt awvart««, sai gesagt, daß dar �»»tausch sich v«llk»«»en regelmäßig»allzieht. I« jadar«ach, waffa«»wai Zig-«st»mW IM« deutschen| kriagsgalwnganan lUla«afsigt«Mti»wd ZV-weaschasten«»autschiand om. Van deutscher Seatr gosch-abr faShsiaarsttÄdlich»llack, i«m trotz der Gnppe und der in dar Lchegssess-ältnisse« bagchmdaten Schwierig!»« ton den ruhigen ZStauf da» Austausche« zu sicher u. »er nächste O'ffiziaaMgaMSgout wind«kwa Matt«?dov«nk>« dt dar Schochg«ntvaffen. ds? ökutsck-?ng!is'ch» österrcickier und Tich-choiloivaken de« ve> senkt- n GroßlanipsichifteS „Tiribus Unitis", ungetähr dreibrmderl Mann, mir de, Ei'enbabn in Wien ein. wo sie vorläufig in einer ltaicrne uniergevrach» wuiden. Tic Zmückgekehrlen boten, da sie nui das nackie Leben reltelen. ein V'.lb de» Jommei«. Unter ihnen hefi> bei firti auch der letzte Kommandant der österreichisch-ungaritcken Flotte. Koniec- admiral Horlby. Zwi'chen Mostar und Montenegro sind über 100 000 ölierreichilch- ungarische Soldmen veriprengl. die aus den Tiar.Sxori in die Heimat warten. Wien, b. November. Der Korrespondent d«.Neuen Wiener SooblaueS* meldet aus Vudapest: Während in Budapest die gröiile Ordnung und Nube herrichte, lommen au» der Provmr ernste Nach- richten. In vielen Genmirben der Kleinen K a r p a i b e n hat der verbctzle Pöbel die Behörden wegaejagt. Ueberall i-'ird die Prokiainalion de» slowakischen NanomttraleS verbrellel«rti den Gemeinden an der ungarischen Grenze werden die ungarischen Ettihlrichter und Nonne weggejagt, in Südungarn ist e» zu Un- ruhen lm vergw-rte Resckitza gekommen. Deutschland auerkennt Tentschösterreirh. Da» Präsidium de» Staatsrates eerössentlicht folgende Mit- teilung: Der deutiche Botschaster«ras Wedel stattetr dem Staatssekretär sär Aeußere« Adler eiueu vetiich ah imb teilte ihm mit, daß die deulsche«egierung die«oi,»itnierung der deuiich- österrrichischcn Rc,irr«ng zur Kenntnis genommen habe. Staatssekretär Adler erklärte, die reutichöftcrreichische Regierung werde mit allen ihr i«r Verfllguug stehende« Mitteln den ersordrr- lichen Schutz der in Drutschässrerrich wrilendr» Reichsdeutschen sich angelegen lein lassen. „«« lebe bie tschech»sl»»akische Repnblik". Die„Rene Farn Presse" meldet an« Prag: Kramm», traf mit den sibrigen tschechische» Delegierten an« der Schmei, in»r«g ei». I« bei. Skr«;««»er«k«»k»fArde er v»n eincr riessOe» Mc»schk»me»ge psirrnisch tegräßt. v»:n Balkon»es?«h»bo'S» gebäudeS hielt Kr»m«r«g ei»e«aiprache. in dee er sagte, daß tri«« Macht der Welt mc. imstande sei, dem tschechischen Solke daS au» der Hand zu nehme», wo» cS besitze. Die Rede pang in den Ruf au»: ES lebe die tschechoslowakische Republik! Nach der Fe.hrt durch die festlich geschmückte Stadt hielten« Kramarrz und andere Delezicrkc aui drm Weuzelplatz neuerlich An.l sprachen. Spät abends berichtete« sie im RntionalauSschuh über Vit Ergebnisse der Schweizer Reise. TschechcA u«d DemtschböhMen. Prag, 6. Au» DsthaAantwifw>»er'«n»t«t, daß Km- nrang*:t» bet Schweiz die Ztificherung mitbmishbe, baß tUtmem>««, getmkt tew tschechoslow-stischar Staate zufallt» soll. kd»J Organ dar Partei Klostm,„�»«»e schraiist: Mir daß««, di« Psilsttzt, mit den»« u t sch« n in Hißwen und Mähren zn»« r h a n da In. wifian. d«ß unsar St«»t daoarnd nnr dar», gastchert saw famn, mann stch beide Ration«» in ihm»nfrird»» fthlan. »rstvn, e. R«»«a»bar. Di« Mebglliadar da« deutsche» A»- meinderate» haäwn gast»,« chrc Mandat« niodar gelegt, meU ich»! er bei der klaßaagech« dar»dadt an dt« bfchachisch«»de'giamWag unerhörte, demüt-gende Pedingungen gestellt mtw- den,»uch von dar V�tß»n»«Wge ossär« Sa»alt gagan da» Rat» hau»«nd die Wcharigen«mmrader dar Vre.bmaowatAmg geübt wurde. Hj. 307 ❖ 35. Jahrgang SWerffchosisbewAung Teurnngszalage iu der Kriezsmetallzeseüschsft. Z'i aroxer Zahl waren Ms Anzcstelllen der KrieflSmetaN- gc''eli!cha!t gcsierii im.ilbcinA»ld"»crsammelt. Sie halten vor länqeier Zeil Sei»er Direktien die kitöhnnr; der Te>irun«Z�ulanen »««iiiragt. Darüber ist ivieverbolt im SchlichiungSauSsSub ver- »«ndelt. aber keine Verständigunft erzielt worden, larauf bat der GchlirdtnngSauSickus; unter»en, Borsttzenden de» Unparteiischen. SiagistratZrat v. Sevulz, einen TÄiedSiprnch ßefäklt. welcher beiagt: An lind für sich sind»i? einkoinmen der Slnftefteßten»nizeinesien. aber mit Rückstcht darauf, dasf seit»er letzien AufSesicrunc; eine länaere Frist veistrichcn ist und die Kosten der LcbeuSdal'.ung seitdem xeitieaen sind, wird die T e» r u n z S z u l a g e für L e d i a e von tü Proz. oder mindesten» SO W. auf mindestens 40 M. und für V e r b e i r a t e> e von 7ä Prozent oder mindestens SO M. auf m i n d e st e n S SO M. monatlich und die Kinderzulage von 1? auf?ü Prozent erhöht.— Die Veriaminlunci erkannte an, dasz sie die Aufbesserunn des Einkommen! der tatkrüstizzen Minmrkiinzz der Ancieftelllenverbände zu veidanlcn hat, erklärte sich mit dem Gttied»>pruch einverstanden, obgleich er die Wünsche der Angestellten nur-tum Teil be'riedigt, und beschloß, der Direktion durch den Zugestellt nousschnh die K ü n d i q n n g d e S g e i a m t e n P e r» so n als überreichen zu lasien, fall» die Direktion nicht bis zum 20. d. Dkis. bindend erklärt, dag sie d�e durch den Schiedsspruch feitgesctzle TeurungDzulage am 1. 12. auszahlt. t ee? vorwärts Donnsrstag» 7. November 1$:" �Versammlung der EisenbahnbetriebSarbeiter. Der Deutsche Eisenbahneiverbaud Kalte ain Dienstag eins »sieiitllche Beriamntlttng der von der Eisenbalmverwaltlmg be- schä'tigten?elrlcbs- und Oberbauarbeiter eiitbeiusen. Der starke tVülch sowie die Elimmimg der Versammlung zeugte» datür, dag der sreiseweikschaftliche Gctst, der unter den Werkstattarbeitern der S's-nbabn dank der Tätigkeit»es visenbahnerverbande» weil«».?- gebreitet lst, auch i» de,- kSeihe« der betrieb!- und Oberbauarbeirer Wurzel aefatzl hat. Die Tage»ieier Arbeileraruvpe schildert» der Llekerent K, tz u r. Die?»»n- im» Nr»ei!«»er»ältnifsi sin»»esenl- lich ungünstiger»I»»ei den kiseubahnwerkflaltarbeitern. Kchon iin Frieden,«l» die Werkslaitarbeiter eine lO stündige NibeltSzeii hatlen. muflten»ie VetriedSarbeiler l>. 14 ja nicht selten Stunden «rdeilen. Inzwischen sind dicke Verhältnisie nicht bester, sondern »«er noch ungünstiger gewolden. Dazu kommt, daß da» Betriebs- personal auch an jedem an sich dienstfreien Sann- und Feiertag sich zi-r Arbeit bereit ballen mug und»sobald es die Betricbslntiliig wünscht, SonntogSarbeit leisten muß. Dakür erdalten die Betriebs« «- bester zwar den sogenannten durchgebruden Lobn, das heißt, sie bekommen den Toaelohn für 36S Tage im Fahr, aber trotzdem ist ihr FadreSemkommen erbeblich geringer ol-J »a« der Werksiattarbeilcr mir 300 Arbeitstagen im Fabie. Auch Über dienstliche Vehandliiug der Betriebea: beiler werden lebhafte Klagen erhoben und die V-rsorguilg mit LebenSmilleln durch Sondcr.zuweiiung gibt Anlog zu vielen Beschwerden. Die Betriebs- «rbeilcr fordern Gleichstellung nnt den Werkstallarbeitern. Sie können wie der kkkeferenl zum Schluß betonle— diese Forderung iiiir duichsetzen, wenn sie sich dem Deutschen Eisenbabuer- veiband, der einzigen Organisalio». welche die Jnieressen der Eisen- bahner energisch vertritt, attschließen, Nachdem sich einige Redner in demselben Sinne ausgesprochen iatten, wurde eine Rcsolulion einstimmig angenommen, welche er» kläit, daß die BetnebS- und Oberbauatbciler den vom Deutschen vtienbahnerverband dem Mintster eiitgereichten Forderungen bei- tre en Verkürzung der Arbeitszeit, Erhöhung der Grundlöhne, kbletchstelliin, der BeiriebSbandwerker und Arbeiter mit den Hand- werlern und Arbeitern der Halivrwerkstätten, Abschasiuiig der «kkordarberl. Eiköhung der Renten, besonders für die Allvensionäre. Wetter sagt die Reialiition. dag die Vcriammelien mit allen strüsien für die Stärkung des Deutschen ElienbahnerverbandeS einzutreten versprechen, um durch diese Organiialian die Forderungen wirksam zu unterstützen._ ffierinipcc Lohn— unzuverlässige Arbeitskräfte. Eine Arbeiterin, die für einen Stundenlohn von SO Pf. bei der Firma Wolfram beschäftigt war. halte Stäbe von sehr werlvollem Metall während verschiedener Stadien der Bearbeitung von einer Slckle nach der andereir zu tragen. Für gewönultch mußte sie die glübenden Stäbe aus einer Platte an einen Ort tragen, wo sie »blühlten. kfinmal erhielt»ic Arbeiterin den Auftrag, einen bereits abgekühlten Stab mit der Hand, also ohne lluterlage weiter zu bc- fördern. Sie faßte den Stab s» ungeichickl an. dag er ihr au§ der Hrn» siel und in Stücke zerbrach. Die Firma machte der Arbeiterin deshalb einen Lohnabzug von 32 M., wogegen die Arbeiterin das Berliner Gewetbsgnitbt anrief. Hier wurde die Firma zur Zahlung verurteilt mit der Begründung: An sich ivürde die Klägerin, da sie grob fahrlässig gehandelt habe, zum Schadenersatz herangezogen tverden lönnen. Im vorliegenden Falle fei aber auch die Firma nicht.schuldlos an dem Schaden, denn für einen Stundenlohn von 10 Pf. könne sie iliiter den heutigen Veihältnisien keine besonders zuvcrlä'sige Arbeiterin erhallen. Würde die Firma einen Lohn gezahlt hgben, kür den man eure zuverlässige und sorgfältige Ar- bell erwarten könne, dann würde die Klage der Arberlerin«b- gewiesen worden sein._ partsmachrichten. Treisng- bis vierzigtausend Menschen versammelten sich in Magdeburg auf dem großen Fest- und Spielplatz, wo von errichteten Tribünen die Genossen Landsberg, Beim? und Pens zu den Massen sprachen. Sie rechneten mit dem alten System der Militär- und Polizeinracht ab und schilderten das neue Deutichlaiid der Demokratie und Freiheit, wie eS das werktätige Volk selbst gestalten soll. Massciidemonstratiouen für die Politik der Partei. Unier imgeheucrem Zulauf der Bevölkerung fanden am 3., 4. und ö. November Beriammlungen statt, in denen Reichstags- abgeordneter Wels in Senftenberg. Finsterwalde und F ü r st e n w a l d e a. Spree referierte. Die Erregung der Berg« arbener des Laimtzer KohleiuewerS fand in Senfrenberg in stürmischen BeiiallSklindgebunzeii und der einstimmigen Annahme einer Resolution ihren Ausdruck. F i n st e r w a l d e hat eine iolche Masten ver i'ammliing noch nicht erlebt. Alle Schichten der Bevölke- rung waren unter den weit über 2 S 0 0 Besuchern der nur 15 000 Einwaöncr zählenden Stadt verlreten, nachdem am Tage vorher eine Neranstaltung, die durch Telegramme an den Kaiser und Hindenmug gegen den Rücktritt de» Kallers und kür die Fortsetzung ees Krieges durch die sogenaniile.nationale Verleidigiing" von ganzen 16 Personen besucht war. Wie hier wurde in Fürsten- Walde die einmütige Zustimmung der Bersammelien zur Politik der Partei festgestellt, linier der 3 0 0 01 ö p i i g e n Menichennienge befanden sich auch die Mitglieder der Uiiabhängigen. Deren Leitung baite vorher auf ihre Frage die Zusicherung freier Ans- 'ptache erhalten. Sie störten die Versammlung rndeS durch keinerlei Zwtichenruf und meldeten sich auch tiotz wiederholler Ausiolderung nicht zum Wart, so daß die inipotunle Kimdgebuna zu einer durch nichts eingefchränkien Demonstration für die deutsche Sozialdemo- lralie wurde.>_ Aus dem Dunkel der Neumark. Nach jahrelangen Kämpfen mit der Polizeiverwaltung und dem Sandraisaint gelang es nmerrn Genosien. am Sannlag im größten Saale der Kreisstadt Königsberg- Neumark eine prächtige Versammlung abzuhalte». Bereits eine Stunde vor Begliin der Bcr- sammlimg war der Saal überfüllt. DaS Referat des Genoiten Richard S ch m i d t- Berlin über die palitische Lage fand stürmische Zustiiiiiminfl. Die Ausführungen eines bürgerltchen DiSkuisions- redners im Sinne der Vaterlandspartei fanden keinen Resonanzbaden. Ein großer Teil der Vetsammelten meldete ihre Mitgliedschust zum Wahlverem an._ Ucbcr Abdankung darf nicht gesprochen werden. In Halle a. S. beschäftigte sich eine glänzend besuchte und verlaufene öffentlich- Versammlung mit dem Thema Volks- regieruug un» Frieden. Als Refcrewt ging Genosse Ad. Thiele daraus ein, wievrel unS zu ezeit noch an einer Volks- rcgierunfi fehlt. Die erfolgten Verfassungsänderungen seien, nur der erste Anfang, wicht da? Ende der Demokratisierung. Mit ficht- licher Teilnahme folgte die Versammlung den Äussührungen, die den Nachweis führten, daß der Militarismus durch den Krieg völlig bankerott gemacht und daß er die Wehrfähigkeit. nicht gehoben, sondirri geschmälert habe. Unter Anerkennung de? Rechts auf Re- volution warnte Redner dringend vor voreiliger Anwendung dieses letzten Rechtsmittels der Bedrückten. Die AuSsühcungcn fanden außerordentlichen Beifall. Eine der Bedingungen, unter denen die Genehmigung dor Versammlung er- folgt war, lautete, es dürfe nicht die Abdankung der Hohenzollcrn gefordert werden. Ter Vortragende fand sich mit dieser Vorschrift in einer Weise ab, daß die über- schäumende Heiterkeit der Versammlung geweckt wurde. Die Dis- kusston gestaltete sich lebhaft und endete mit Annahm� der Forde- rung, daß die Demokratisierung aus' die Einzelstaaten»ld die Kam- munalverwaltrmgen auSgodehnt und restlos durchgeführt werden müsse._ Große Fortschritte in Köln. Der Sozialdemokratische Verein für die beiden Kölner Wahl« kieise hat während de? MonatS Oktober 1200 neue Mitglieder ge- Wonnen. Die große Mehrheit sind Arbeiter, aber auch Privat- angestellte, Beamte un!' ireie Berufe sind zablreick! vertreten. DaS Parteiblatt hat in einem Monat über 10 0'>0 neu? Bezieher gewonnen. Da eS an Papier fehlt, mußte der Siraßenverkailk derart einoeichränkt werden, daß für einzelne Nummern der.Rbetnitchen Zeiiilitg* 1—2 M. bezahlt werden. DaS Paiteiblall mußte am 1. November mitteilen, daß eS weitere Bezieber einstweilen nicht mehr annehmen kann. An freiwilligen Beiträgen für die Partei sind während de! Oktober rund 5000 M. eingegangen. ZnSuftriz unö kanösl. Die Börsen in den Sturmtagen. Die Berliner Börse war am Mittwoch im allgemeinen kräftig erholt. Die Käufer waren offenbar beiltrob, daß sich die Entente mit den berühmten vierzehn Punkten Wilsons im allgemeinen begnügt halte, und glaubten deshalb, ihrem OpiimiS« mus die Züael schießen lassen zu dürfe», bezw. Deckungen vor« nehmen zu müssen. Die Wiener Börse stand bei Beginn unter dem Druck von Abgaben für böhmische Rechnung. Noch den siarlen Steige« rungen der Börse des Vorlage? übten diele Verkäufe eine um so schärfere Wirkung auZ, als Nachfrage fehlte und der Markt daher wenig aufnahmefähig war. NuS dem Berliner Wirtschaftölcben. Die Einnahme der Großen Beriincr Slraßcnbahn und der von ihp mitvcrwalieten Bahnen betrug im Oktober lOlg abzüglich Ver« kehrksteuer vartäufig 8 881 180- M. lOltober 1917 endgültig 7 610 209 M.). olio im Jahre 1918 mehr 1 370 971 M. Seil der Einfühlung des neuen TarissystemL Hut das Unternehmen folgende Grnuahmen erzielt: 1918 gegen das Vorjahr M. Mai...... 8 994 770 Juni...... 8 320 053 Juli...... 8'■50 570 August..... 9 105 389 September.... 9 122 130 Oktober..... 8 831 180 M. — 2 9)7 404 2 423 311 2 401 400 2 832»-49 — 2 234 583 -- 1370 971 ©Opiates. Eine Konferenz von Frankfurter Arbeitervertretern faßte eine Entschließung, in der die angebahnte Demokratisierung »er Verfassung begrüßt und von der Parteileitung ecwartet wird, unbeirrt dem souveränen VolkSstaat zuzusteuern. Des weiteren sei jede? Hindernis zur Erreichung eines Friedens zu beseitigen, sobald e? nicht freiwillig dem Druck der PollSmassen weiche. Die Frankfurter Arbeiter werden ersucht, von unüberlegten Schritten Abstand zu nehmen, da dadurch die Sache der Demokratie geschädigt werden kann. Sollten es die Umstände erfordern, dann würden die Ver- ! trapenSmänner der Arbeiterschaft das Signal zum Kampf geben, der dann organisiert geführt werden müsse..Jetzt heißt eS jedoch, i alle Kräfte anzuspannen, um den vollendeten Sieg der Demokratie � zu ermöglichen._ Notizen. — I n der Volksbühne wird die Aufführung von s Schillers..Wilhelm Teil" mit Friedrich Kayßler tu der Titel« rolle vorbevcitet. — Vortrag. Donnerstag, den 7. November, spricht Herr Gumbcl über unsere Zeit im'M o n> st e u b u n d, Pschorr-Haus, Tauentzienstr. 13 I. — D r. Max Deri muß seinen für den Verband der Freien Volksbühnen angesetzten Vortrag rm Kunstgewerbewuscum:..Die Malerei im 19. Jahrhundert" von Sonnabend, den 9., aus Sonnabend, den 16. November, verlegen. — Der Kampf der Schauspieler. Am Sonnrag, den 10. November, vormittags 10 Uhr, wird im Oberltchtsaal der Philharmonie eine nichiöffentlickte Veesammlunz der sämtlichen Berliner Bühnenangehörigen stattfinden. L0ÜI. Das gelobte£and. Roman von 23. St. R e y nr o n t. ?f»ritz lächelte spöttisch über das geängstigte Gestcht Großgliick». „Beruhigen Eie sich ein bißchen, ja, gleich, gleich, ich habe hier Kölnischwasser, ich werd' Ihnen die Stirn ein- reiben.' Er feuchtete ein Taschentuch an und wollte eS Moritz au? dt» Stirne legen. „Lassen Sie da«, ich vin»oSkomnie» ,-sund und bei Sinnen." „DaS freut mich riessz. Oott der� Verechte, af. af I Nie haben Sie mich erschteckt, das wird mich meine Gesundheit kosten I»der«ie sind witzig. Herr Moritz, ha. ha, ha! Einen so anzu'ützren I Ich muß Ihnen offen gestehen, daß ich'» geglaubt»ade. Ha. ha. ha! DaS ist ja ausgezeichnet. Kli geben Sie aber mal da? Geld her. Die warten schon aus mich in»er Kaffe. Sehr witzig, ausgezeichnet, ha, ha, ha!.- „Ich hab's nicht, ich hab'S Ihnen doch schon gesagt, daß ich e» mir geliehen habe." ..Wie heißt geliehen? Nu. was is', waS iS'. daS is' G'watt über Die Welt I Das is' Dieberei I Raub am hellen lichten Tag■" schrie Großgiück und sprang auf ihn zu. Moritz umktammerte bloß den Stock fester und blickte ihn kühl an. „Herr Blumenfeld, lassen Sie da§ Telephon verbinden mit die Paüzei!" schrie der Bankier ins Kontor..Ich werde anders mit Ihnen reden I Du Dieb I iZch laß dich im Kri- mtnal verfaulen, ich werdt- dich nach Sibirien schicken, in Kelten legen!" „Etill sind Sie. sonst steckt man Sie in? Loch für die Beleidigungen, und mit der Polizei brauchen Sie mich nicht zu schrecken... Wo sind die Beweise, daß das Geld, das Sie mir in einem Scheck auf Leipzig gaben, Ihr Geld ist und nicht meins. waS fragte Moritz kühl. Der Bankier kam zur Besirniung. fetzte sich und blickte Moritz lang an; mit einem unsagbaren Gefühl ohnmächtiger Wnt blickte er ihn an und einem solchen Leid, daß ihm die Tränen in die Augen stiegen. „Geh, Anton, ich brauch' nichts mehr. Im Gefängnis wird er zur Besinnung konimen," fügte er leiser, mit gc- brochcner Stimme hinzu. „Reden Sie nicht so dummes Zeug, da? laß ich mir nicht länger gefallen. Reden wir doch wie Menschen zu- einander." „Und ich Hab' Ihnen so geglaubt, ich Hab' Sie so für meinen Sohn gehalten, wie Heißt Sohn, für Sohn und Tochter zusammen, und Sie haben mir so'ne Schurkerei angetan, s»'ne Schurkerei I Aber. Herr Moritz, Gott kann Sie urasen, da» tut man einem Freiin» nicht an,»er Ihnen ganze Dreikigtauseud anvertraut hat.. „Reden Sie mir nicht den Kopf voll. Ich had' von Ihnen dreißigtausend Mark unbefristet geliehen, weil ich ein große» Geschäft machen will. Ich werd' Ihnen einen Schuldichein ausstellest, ich wer»' es sogar vielleicht einmal zurückzahlen. jetzt aber ist da«»eld schon im Umlauf. Reden wir freund- schastlich." Moritz wurde ungeduldig. „Sin Dieb sind Sie und kein Freund! Geben Sie daS Geld her!" schrie Großglück wieverum, vom Leid gepackt, stürzte sich auf einen Revolver, der in der halbgeöffneten Schublade des Schreibtisches lag, warf die Schublade aber gleich zu, schloß sie ab. steckte den Schlüssel in die Tasche und sprang im Zimmer herum, fluchte, schimpfte, und sprang wieder mit geballten Fäusten aus Moritz zu. Dieser saß aber ruhig, mit dem Stock in der Hand, lächelte spöttisch und be- aaun, als der Bankier sich etivas beruhigt hatte, ihm seine Pläne vorzutragen. „Ich bin dreißig Jahre alt. Man muß etwas an- fangen... Ich hab einen guten Plan, aber kein Geld. ÄaS wollen Sie? Bon der Agentur kann man leben, aber keine Kapitalien sommeln, und ich lebte ja sowieso von Kredit; wenn ich alles liquidieren müßte, hätte ich rein ein paar tausend Rubel Schulücn. Jetzt komm' ich aber durch. Sie haben mir Geld geliehen, da will ich Ihnen auch erzählen. wozu ich es brauche. Borowiecki ist umzingelt. Bargeld hat er keines mehr, er zehrt noch vom Wuchcriredit; ich geb' ihm das Geld... Bei irgendeiner Gelegenheit tret ich ganz ins Geschäft ein und werd' es schon so einrichten, daß er bloß noch der Direktor seiner Fabrik sein wird. Ich Hab' einen guten Plan. Er hat in seiner Fabrik vierzigtausend Bargeld, daS kann man von ihm nach und nach einkassieren, in ein.. zwei Jahren geht er blank raus. Ich Hab' alles überdacht und kann Sie versichern, daß es gelingen wird." Moritz sprach ruhig und bekräftigte seine Ausführungen durch eine Reihe von Ziffern und verschiedene tückische Pläne. Schurke- reien und Betrügereien, mit denen cr Borowiecki vernichten wollte. Er sprach lange, erschöpfend und ganz offen. Der Bankier beruhigte sich immer mehr, schon glättete er mit dem Finger seinen Backenbart, schnüffelte mit der Nase,«l» ob er schon daS Aas spürte, von Sem er auch etwa» abbekommen sollte, blinzelte mit den Augen und lächelte. Der Schurkenplan riß ihn immer mehr mit. er vergaß ganz, daß diese Kampagne mit seinem Geld geführt werden sollte, er bejahte alle» auS vollem Herzen, warf manchmal ein Wort hin, manchmal einen Nebenpian, den Moritz im Nu ausflug und vervollständigte, in seinen Hauptplan auf- nahm und weiter ausbaute, immer ruhiger und immer ver- traulicher sprechend. Großglück trank ein GlaS Waffer. öffnete das Fenster und schrie den Leuten, die mit Wollsäcken vollbeiadene Lastivagen au§ dem Lager hinausfuhren, zu: „Wartet im Hof I" „ES regnet ja. die Wolle wird naß." „Warten, hab' ich gesagt, Lump I" Er schlug das Fenster zu, blickte auf den trüben Himmel und begann rasch etwas zu schreiben. Moritz verstummte und versank in den Anblick der Wagen, die der Regen immer mehr durchnäßte; endlich sagte er ruhig: „Die Wolle wird nicht viel an Gewicht zunehmen, scheint mir, dje Säcke sind ja ganz neu." „Sie sind zu... pfiifig," erwiderte der Bankier und ließ Decken über die Wolle breiten. „Ihren Later hab' ich sehr' gut gekannt," begann Groß- glück wieder und bot Moritz höflich eine Zigarre an.„Ein kluger Mann, bloß eine dumme Pleite hat er gemacht. Wenn einer Pech hat.. Er wollte eine Sentenz aus- sprechen. Worts, folgt.) sind immerhin noch vechMnks, mäßig leicht zu beschassen. Und da sie Sei uns auch noch in recht vorteilhaften Preislagen erhälitich sind, so werden sie in verstärktem Maße als M'faiz für die so teuren Kleider und Kostüme oevorzAst. Glesante Bluse Srdpe de chin« in verschiedenen Farben mit hübschem Stickerei- muster. Moderne Halspasse mit Zältchenver. lieruag M. 60.50, faiafhnl« 33 AMWest?!-"?«13 fta Ä«»>d,W«e» Z*:m Ototm V*ntrat-TU»»ter ab'; Sis Ilm iss Sttttei. I irektion Max Reinhardt.] rsießter SÜr DoNNSl'StSA, 7. NoVCIllber. Dcutsclies Theater 1 Uhr: tiamict. Kamnifirspiele 7«;, Uhr; Oer Brate. Kleine» Sckan�pielhflai FaianenntraJe 1, l'ortid 5. 7'/, U1»r: Phfcdra. Volksbühne Theater am Bülowplot*. Direktion Fris-Jriek liayßlsr. Vj, Uhr: KewMI# der Lieba. Lesslii-Tljealer. Direkt.: Tiktor Barnowskyt VI, U.; Der Bar�ai» von Ksith. Troitae: i»eer üyi-t. ktäm Msr-Ttetör. idlaoendlioli VI, Uhr: Kaeh*>eiec�t«ng. _ Anierateh B«je- Tüester Königgrilzßrslr. VI, Uhr; Kn»meratii«Iin. Komödienhaus *1,8 U.; Die taniandi Nymphe. BerilnerTheater T Uhr: «H««vlirtier leKotaten. Casino- Theater. «eterwjrr Sk*. Zt,>; 8 Arar nach WS 11. Reeemeec her e-»»i>�r in».«»Ji MrtR! Anw*!., lt. ¥!•».. jW« 1. Male: Mir galkfHe»tück-e. »>/,!»er»e»«li»A. »rBtookra Oxanrn-rBBa 7 Uhr Z.Zb.ii.: Das soldena Kreuz.— Hiaraul Ballett. Frledrlcb-Witfeeimst. rbeaier vi, uhr: Rannerl. Kleines Theater u�ÄSVSDrBberg. Komiachc Oper 7'!�. ScItfinwtoleL S'l,; Eehwarzwaldintiial. Uhr: UniatasetolhaBh : iie PWl�s Files?. Metropol-Theater � Die Fsschlngslee mit Friizi Massary. Hccss ßpercttsnhaos 7«,, uhr: Das slBfi Mädei. Stg. 81/,: Der Seldat dar Marl« Palast-Theater ßer Stralaßer Flscliziig. RealdenB-Thvater ti. Lllli Grün. Schiller-Th. Chart. ti, uhr. Ramlel. Thalla-Thnatrr VI,: Unter der bifihenden Linde. Sonnabend S'/jUhr: Die Reüe int SchlaraMeniand. Theater am Nellendon|lati 3'l, Uhr: Kabale und Liebe. TU kr: Theater doa Warnt--na Tl. Uhr: Big W-|jtf8 mit Quide Thielacher. Waüner-Theater T\.uhr Brtl MvÄlZ. Sönr.t. ¥/, Uhr: f rbhlinf alaft. gor FfZStMM. üeka Priaalrich-*. Uiniaa�w 7*1, Uhr. TifL: Nerd,»SM. Kaiserplatz 3, Hr.! v. MfilloiidsrH. fiourg. L. Kaimt Sonnaband a. S»BO»ac VI,: Hanaal u. Graiai Hm iarlierwsll National-Theater. Vi, Okpanickar Str. AI �l|, iiar gratia rrinzeniiebe. Bwnt.»'t,: Et« danOaUahoboi». | Alinheniiiljh 7lif Uhr nad' ] Sanntag nacbmltlsgt S Uhr; j StstHner Singer,| Naehmittay» armll Pralsa!! 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Mi« ldKüKt«Kdexleu l/s k!« e»4»isrwiHn»g '' 7/.'vi-.-- Sinkt Karte«. | Tanksagnug. ! gür dl-»ielcn?k- ? weise herzlicher Teil- i nähme t«r dem.Hin ! fiheiden meiner tlcden | jfrou sage ich«Den ?er»a»bt«N luid Bc .'»Site», mtdesandel- Heirn Harseit für die ' uostreiezen k?or!e am s(Ki.-che der«nifchlafer neu heiqlichsten Daul. Karl Meysr, Berlin, Lützowür. 7. ''.* W.i?■* Statt jeder besonderen Mitteilung. Nach ktintcm, schwerem Leiden entschlief sanft nm 16 Oktober in Simmem an den Folge* dar Qrippa*»»ar mnigsr-f»liabtar Sohn D?. Cciri Unding ü in 36 Labasajahra. 1* ttafataxa SakatsE icrlis-lf ilmaradaif, Jfi'ajtr Pia»» t, Bia Bial�aharnsjr ksb rsf TTonaak da« T«r- «t»rkna* im silar SbiOa»ta-rtjefamd»«. Ta* BailwdakMaakas kiMa* daskasd shmrehss, Msx BatHng und Frau. brert�nd«er Gemcindc- nad Susturheiter. Frtisle tr»l-Berlin. Den Zhitstllkd-in geben wir hirrier-t Nachricht vom Dade det! Kaklegen ElTisl Heumann |»SM Catwerl Cichtcr.berg. vecrdigimg nm Freiing. I de* t. Noneinber, nach. j(wntred'/jS Uhr, von der � z�ast« des iZikmeinde-Fried. ! b»sr« L'.chlenberg in der ■«anrihslrase(Ärugstcje) I*7)4. |«lbre srineut Slndctttcn! Um rege Beteiligung Sd ,»er?efi»Itnng der Kollegen f wird elfncht. 33,14 Di« Qrttverwaltu»«. SertZltiemdllsZt. veleln llcrlin>'i.«»m Geichtswage, USA A« g Nasember»er-! ichie» nach'langem, schwele», k »wen mein« liebe Fraa � uusaee liebe, treufargenb« s ! Mnttar, Lchweildr, Dan-e' xchwägerrn u»»»ratzmn'.t-r >3.«»« knm Szjmsnski ge» Warsci i;a S4. Uebendjahr». Km fiiH»« Beilei» bitte: s Ter tiesbetriidte tbatle uebst Stndeni Änti'nl».«ertru». Ktl!», Dvra ai» Dtchtar, «termin aA«»»» iDhdin tri Cihmanffl **» katzn«e hard. Dw veerdigung finde: l beule Dmrncrdlag, nach- '>u UagS s Uhr, von der : Leiche!,»alle de» slädtifchen -i zaae»,»�. Stank» Halle, „an« i,»tl. | Vetw-Tchenebera, tUSert. 1 krage If. SpeziaUrzI Dr. med. Reinhardt, bjrhhlll», Htr»-, Fniuoalclbtn. »letuntaeinodungan. Modernstes »rsalgreich't. Hkllverfahren. Deilz. 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Dom deulscböslerreichischen SlaalSamre für Heerwesen ergebt f»Igende Kundmnidung: Alle Perionen des deiiischösierreichtichen ZlolionalnälenbekenntnisieS, deren �riedeuSouseiitballSoi! vor dem Kriege na-bweiSbar im Deutschen Reiche lag. töimen dorthin irurückkehren. vergliche MarschbercchngungSdokumenie erteilen im Einvernehmen mit den bevollmächtigten reichSdeut'chcn Etcllen Leuinanl a. D. Emil T?cy§ und Fäbnrich i. d. R. Waller Heller. DaS AmtSIokal beim Devollinöchtigten des Pieuhischen KriegSministeriumS ist Noienturmstraste 27. Vorgenannte sind ,ur Zeichnung der Marschdokumente au! Befehl des dentichönermchischen EiaatSamteS für Heerlveien berechtigt. Der Nnterstaais ekretär Dr. Julius Deutsch M. Si. für den Bevollmächttgten des Preuszifchen Kriegsministeriums Kundt, Major. Noch nicht! Die Korrespondenz Wilhelm meldei: Die Nachricht von der bevorstehenden Auflösung des Ho'ilaateS und der Eullgjsuiig der Garde» entspricht nicht den Tatsachen. Llopö Oeor�e über öie Pariser verhanöiungeK. Amsterdams 6. November. Im Untcrhzuie erklärte Lloyd George über die Bedingungen des Wo f f e n st i l l- sta n d eS mit Oe st erreich folgendes: Ich will Ihnen gern über die Berichte Mitteilungen macken, die ich über die Kon- serenzen der Alliierten geben kann, die während der letzten vier Ta�ze in Versailles stattgefunden haben, wie auch über die wichtigen Ereignisse der vergangenen Wache. Ten Konferenzen wohnten die Minister, welche Frankreich, Italien und England vertreten, Oberst Housc, der den Präsidenten der Vereinigten Ztaaten vertritt, sowie Offiziere der Teemacht der Alliierten und Vertreter von Jalxm. Belgien, Serbion, Griechen- land und der Bschechostowakcn bei. Lloyd GeorgeZ erste Mif- teilungen betrafen die dollständige Ausschaltung der Türkei. Er fügte dem hinzu, dah die Bedingungen dieses Waffenstill- standes und die Umstände, unter denen er unterzeichnet wurde, bereits bekannt gemacht worden seien. Tie B e d i n- funge« berauben Teutschland nicht nur seines ostlichen Bundesgenossen, sondern sie geben den Alliierten auch die Macht im Schwarzen Meere in die Hände, dessen Beherrschung von vitaler Bedeutung für den weikeren Verlaus des Kriege? ist. Zu Ve- g'.nn der vorigen Woche wurde uns während der Tagung der Konferenz bekannt, dast die Oberbefehlshaber der österreichi- schen Arme? einen Unterhändler an General Diaz entsandt hätten, nm sich die Bedingungen bekannt geben zu lassen, unter denen die Alliierten einen Waffenstillstand bewilligen könnten. Nach kurzer Besprechmig mit den militärischen und maritimen Beratern wurde der Oberst? KriegZrat sich über die an Gene- ral Tiaz zu entsendenden Bedingungen einig. Lloyd George gab darauf diese Bedingungen bekannt. A S q u i t h erklärte hierauf in kurzer Ansprache, das! daS Unterhaus mit Zu- friedenheit Lloqd Ge«r»ez Bekanntmachungen gefolgt sei. Der der Fren vom Seibft- beftkmmungsrecht öer Nationen. Zenhtn, 6. November. iReuter.) UnierhanS. Die iris-b-n Nationalisten brachten einen Antrag ein, bah England vor Beginn der Arirdtnzverhandlungen die irische Frage in Uebcrclnstinimung mit den Grundsätzen Wilsons lösen soll. Der Staatssekretär für Irland, S h o r t t, setzte auseinander, daß, wenn es fehlgeschlagen sei, eine Regelung zu erreichen, dieser M i st e r f o l g in eben solchem Matze den Jrländern selb st wie den Englän- dern zuzuschreiben sei. Jede von Irland erreichte Rege lung, die der Ulstetfrage Rechnung trüge, würde vom Parlament un-d dem Lande bereitwill g angenommen werden. Bonar Law erklärte im Verlauf einer kraftvollen Rede, der Antrag schliche die Ansicht ein, dah die? eine Frage sei, welche die Friedenskonferenz ein Recht haben würde zu behandeln. Ich bestreite da?. Da? ist eine innere Angelegenheit, die das britische Reich und die briltsch« Regierung in Ordnung zu bringen seit einer Generation und noch jetzt bereit sei,-und Mar nicht nur nach Recht und B'vigkeit, sonder« in einer in jedem Sinne edelmütigen Weis« gegenüber Jrlwad. Nicht ein Mann unter Hunderten in England würde den Gedanken ertragen, tatz die Ordnung dieser Angelegenheit von jemand autzerhalb de» Reiches diktiert würde. Man scheint zu vergessen, datz di« Schtrierigkeiten nicht zwischen Grotzbri- tem«ien und Jrl«n>d bestehen, sondern eine Folg« von McinungS- Verschiedenheiten zwischen.den Jrländern selbst sind. Jedes all- gemeine Abkommen in Irland würde von Grotzbritannien schnell angeaommen. aber der naiionalistische Gedank« der Eelbstbc- fiimmung besteht darin, datz der Rest von Irland sich ihren Wün- sche« unterwerfen soll. Infolgedessen liegt die wahre Schwierig- Seit in der Frage: Sind die englische Regierung oder doZ englisch««vif bereit, ll l st« r zu zwingen, eine Regelung der-Frag« gegen seinen Willen anzuneh- «en? Ich verzweifle nicht«n einer Regelung, aber el kann feine F»r« der Gekbft»er»«lt»ng für zun» Irland einschließlich Ulster gefnnde»»erd«», die nicht in der Hauptsach« die Zustimmung Ulster» sichert. Da» ist keine Unmöalich- keit. wenn»an stch dem Prefclem«rrf dem richtigen Weg: nähert. Aber da» Bvlk diefe« Lande» wirb sich nie überzeugen lassen, datz »ein Teil der Jrländer einem anderen Teil, der den gleichen An- sprach auf Rücksicht hat. seinen Willen aufzwinge« wird. Lenden, S Revember.(Reut«) UnierhauS. Der naiiona- listiiche Antrag wurde mit gegen 115 Stimmen abgelehnt. Ein? Angabt von Liberalen und Miialietern der Arbeiter- Partei stimmten mit den Rationalist-n. öolsti-ewististbapotenlkmscke Dorfe?. Hnngcrnde Dorfarme auf dem StzevoiutionSfcst. PeterStorg, S Nevember. Fum RevolutionSfest hat die Peter«- fraraer Reeierung 1SOOO sogenannte Dor'arme nach Petersburg kommen lallen, um sie für die Sowjet-Regierung zu eewinnen tin» dann zur Prepaganda auf dem Sande zu benutzen. Weven� der Schwere der fürchterlich»« Hunger»net wurden z r»«« g»« weif» betendere stelenlrnittel gerammelt und(Cr die Dor'armen bereit gestelt, damit dies» den E ndr»/ reichlich»orhantencr vorritte und herrlichen Leben» unter der Verwaltung der«ladt ?eier«b,irg bekammen fallen. Tai'ächlich stehen aber chie armen vaner und vauerusrauen. die in überfüllten Fügen, zum Teil auf Trittbrettern und Puffern, durch Nacht und Wind angereist kamen, jetzt in Peieriburger Siratzen in langen Reiben um dor den dazu bestimmten Lakalen stunden- lang ans EffenauSzadc zu warte«. Poiemkin, der Güustking Katharina? H.. verstand seine Schaustellungen wenigstens so geschickt zu arraugieren, das; die gute Kaiserin auf die von ihm gestellten Bilder eines glücklichen Volkes jedesmal hereinfiel. Den Bolsciiewisten sehlt felpst die Poteuikinsche Regieknnst. Ihr Orgamsations- vermögen ist so gering, daß sie nicht einmal denen, denen sie ihre Herrschaft von der besten Seite zeigen wollen, daS wirk- liche Elend Rußlands unter der Volscheivistenherischaft ver- heimlichen können._ Entladung öes hoUanöischen Gberbsfehis- Habers. Haag, 6. November. fKorrespondenzbüro.) Der KriegSminister hat heute in der Zweiten Kammer mitgeteilt, datz der Oberbefehls- Häver der itanv- und Seestreitkräfte noch heuw um seine Ent- lassung ersucht hat. nachdem der Minister ihm mitgeteilt hatte. datz er bci aller Würdigung seiner vortrefflichen Eigenschaften al- Mensch und als Offizier der Ansicht sei, datz General S n i j d e r s sich nicht imstande gezeigt hat, den modernen militä- tischen Geist zu erfassen. die Lage an öer Wasserkante. Amtlicher Bericht. Berlin» 6. Novenibcr. AbondS. lieber die Lage in Kiel er- fahren wir von zuständiger Stelle folgendes: Ter militärische Schutz der Ostsee durch die Ma- rinc ist lückenlos hergestellt. Alle auslaufende» Kriegsschiffe führen die Kriegsflagge. Tie, Bewegung unter den Matrosen und Arbeitern ist in ruhigere Bahnen zu- rückgckehrt. Die Mannschaften der Garnison bemühey. sich, O r d- nungswidrigkeiten entgegenzutreten. Es er- folgt allmählich allgemeine Ab g a b e der Waffen. Privat- Häuser und Geschäfte bleiben eben ig wie Lazarette und Kranken- Häuser unbehelligt. Die Banken sind fast alle in Betrieb. Die Verpflegung in den Kasernen und auf den Schissen wird in der bisher gewohnten Weise durchgeführt. Die Lebensmittelversor- gung der Zivilbevölkerung ist noch nicht gestört. Tie B e- triebe sind-noch im A u s st a n d. Tie Bevölkerung ist ruhig. Berlin» ll. November, abends.(Nichtamtlich.) In Ham- bürg sind die Betriebe a u s st ä n d i g. Es ist zu D i s z i- plinlosigkeitcn und gewaltsamen liebergriffen gekommen. Gleiches wird aus L ü b e ck gemeldet. Abgesehen von Aus breitungen in einigen Werken ist Privateigentum nickst beschädigt oder angetastet worden. Die Bevölkerung ist nicht gefährdet. Eine Warnung des Oberkommandanten in d?" �tVv Berlin, 7. November. Bekannt ni ach nng. In gewissen Kreisen besteht die Absicht, unter Mißachtung gesetzlicher Bestimmungen Arbeiter- und Soldaten- r ä t e nach russischem Muster zu bilden. Derartige Einrichtungen stehen mit der bestehenden Staatsordnung in Widerspruch und gefährden die öffentliche Sicherheit. Ich verbiete auf Grrmd des Z 91, des Gesetzes über den Belaaerungsznstand jede Bildung solcher Vereinigungen und die Teilnahme daran. DerOberbefchlshaberin den Marken. von Linsingen, Generaloberst. (Bemerkung der Redaktion des„Vonvarts": Es würde uns richtig scheinen, wenn die öffentliche Gewalt in diesen ernsten Tagen r c st l o s in die Hand der Zivilbehörden gelegt würde.)_ öer öeutsch en �ahrxänge 1 S7S/71 Wie Wolffs Bureau vom Kriegsministerium hört, sind Anordnungen getroffen, daß die Jahrgänge 1970771, soweit sie nicht an Kampfhandlungen beteiligt sind, unverzüglich in die Heimat zurückgezogen werden. Die Irauen im Dentstbianö. Mit der TageZovdnung„Die Frauen nn neuen Deutschkemd" vernnstatteten soziaideinolratische und büracrsiche Frauen am 4. November eine große Kundgebung in den Sophiensälen in Berl.n. Wie stark da? Interesse für die Forderungen der Frauen gegenwärtig die Bevölkerung bewegt, zeigte der Andrang zu dem 2000 Menschen fassenden Saab der di« Abhaltung einer Parallel- vcrsammlung notwendig machte. Unter dem Vorsitz von Frau Marie S t r i t t- Dresden, die auf den Zweck der Kundgebung gerade im gegenwärtigen Augenblick hinwies, beleuchteten Frau MarieJuchacz. Berkin und Frau Dr. R. K c m p f- München die Notwendigkeit, auch die Frauen durch die Erteilung voller poli- tischet Rechte in die allgemeine Deniokratisierung Deutschland» ei»zu beziehe«. Nach den Referaten erklärten i-n kurzen An. sprachen Vertreter untz Vertreter n»en zahlreicher Körperschaften ihr« Zustimmung zu den ausgestellten Forderungen, u. a. d«r „vu�> deutscher Yrauenvereine' igr. Adele Berensson), der sozial. demokrattsche Parteivorstan» ftR d. R. Hermann Müller), die Frauen der fori schrittlichen vslkkpartei lFr. H. Ledermann), die Generalk»mmissi«n der Gewerkschaften Deutschland»(Fräulein Gertrud Hanna), die Deutsch« Gesellschaft für Mutier, und KindcSrechr(Frau Adel« Echreiber-Äreger). der Bund für Mutter. schütz(Frau Hamburger), der verein zur Förderung der Sittlich� keit(Dr. Ida marie Solllmann); außerdem sprachen die Reich». Schulz und Sinkovich. Land.agSabgeordneter Hänisch, Pastor Francke und eine Reih« anderer Redner und Redne- rinnen. Frau Meta Ouark-Hammerschlag erklärte das Einver- ständn-» der gesamten bürgevlichen und sozialdemokratischen Frauenwelt der Stadt Frankfurt a. M. mit den erhobenen Forde- rungen. Au» Nürnberg und Hamburg meldete die Frauenbewegung ihr voll?» Einverständni» mit der Forderung rwch Gleichberechtigung an. Käthe Kellwitz erklärte schriftlich, datz sich der Frauen. Kunst. verband der Fraucnstimmrech,t»b«tpegting zugehörig fühlt und mit •cht da» tzassiee und aktiv« Frauenwahlrecht fordert. In der ebenfall» überfüllten, een Frau Minna Gau er geleiteten Parallelversammlung begründete Feau Reg ins Deutsch die Neiwendizkeü de» FrauenssimmrschiS t««llg», mein-», Frau vebm-EchuB«ml den vedürfniss»« der»rbüte»- den Frauen. I» beide» Versammluaga»»»«d« f»lg»«d« R«s»- lutian einstimmig«ngeaemm«, »Hi« am 4. Naevmbec litä in der«mainsam»eoemFelteoen Versammlung de« s»gialdemekren Frauen Veutfchland», de» dautsebe» Ret«k>Zteerba»da« für Frmienssimmracht und de» deut. schen Frau«nstimmeecht»b,»be» in den Totzbiensälen in Berlin «niwsenden Frauen und Männer erklären die pelitifche Recht- Usigkei» der Frauen für uneereinbar mit einer demskiatischen Ncgiernnz. vn allen Frage» wirtschaftlicher, sezialer und pell- tischer Natur im gleiche« Matze bewiliAt wie dw Räu»«, in allen Fragen des eigenen Geschlecht, de? häuslichen mib Familienlebens die in erster Lime Sachverständigen, haben sie in gleichem Matze wie die männlichen Volksgenossen an den Lasten für die Gesamtheit zu tränen. Es geht daher nicht an, ihnen als dem größeren Te.I de? Volkes in einem Volksstaat die entsprechenden Bürgerrechte zur Mitöeratung und Mitbestimmung in allen öffentlichen Angelegenheiten noch länger vorzuenthalten. Nicht nur um der Frauen, sondern um des gesamten Volke? willen fortern wir daher in dieser harte» Prüflings- zeit unserer Heimat da? Wahlrecht für die Frauen in Reich, Staat und Gemeinde."_ Sofortige Parlamentarisierung in besten. In der Sitzung der Zweiten Kammer teilte der Beri: er statter Abgeordneter Reh mit, datz die Vertrauensmünnerverjammlung der Parteien einstimmig beschlossen habe, n:it der Porlanientari- sserung der Rezierung sofort zu beginnen und diejenigen Bestim- mu ugen de» Wahlgesetzes und der Verfassundsurkunde, die dieser im Wege stehen, auszuheben. Danach brachte der Verfassungsaus» schütz zwei hierauf bezügliche Initiativanträge ein» die ein- stimmig angenommen wurden. Au? tZeuorönunfl in Glösnburg. Au» Oldenburg wird uns geschrieben: Da die Verlesung der Thronrede persönlich durch den Grotzbirzog erfolgte, ein sonst nicht dagewesener Vorgang, so erwartete man allgemein wichtige Em- schlösse der Regierung und eine sehr weitgehende Neuordnung. Doch die in der Rede angekündigten Reformen«nttäuschrcn selbst bis in dt- Reihen der Zentrumsfraktion. Die Versprechungen waren sehr allgemein gehalten und ließen jeden positiven Inhalt vermissen. Ein Ausruf unseres LandcSvorstrmdeZ hatte vor einigen Tagen weitest« gehende Reformen, besonders in der VerfassungZwage, und die Auf- Hebung der Gefindeordnung gefordtrt. Vor allem aber oerlangt die Sozialdemokratie die Abschaffung der noch immer bestehenden Alterkzusatzstimme im LandbagSwahlrecht. Ein entsprechender An- trag ist in den nächsten Tagen zu erwarten. Sicherungen der sächsische« Grenze. Dresden, 6. November. Amtlich wird versichert, in absehbarer Zeit sei nicht zu befürchten, datz die T s ch e ch o s l o w a k e n als Kampstruppe an der sächsischen Grenze erscheinen. E? seien jedoch Grenztruppen aufgestellt morden. um etwaige» Eindringen von Banden abzuwehrcn. Die Bäckermeister brauchen einen„Nimbus". Die„Germania". Zentralverband deutscher Bäckerinnuiigen, sendet un? eint Zuschrift mit dem verheißungsvollen Titel:„Ter Kaiser mutz bleiben." Darm heißt es:„Fällt der Kaiser fort, ist der Nimbus weg."— Auf den Nimbus würden wir gern verzichten, wenn uns die Berliner Bäcker- meister statt dessen endlich besseres Brot liefern würden. Aufgehobene Zensurschikane. Wie wir erfahren, bat daS Oberkommando in den Marken durch Erlaß vom 4. November alle gegen d. n Bund Neues Vaterland bestehenden Verfügungen auf- gehoben und den Polizeipräsidenten von Berlin angewiesen, alle beschlagnahmten Schriftstücke freizugeben. Freiherr v. Stein. Die Meldung von einem bevorstehenden Rück- tritt dce Freiherr» v.Siein w ro von der.Kölnische» Volksztg." b« steiiten._ t&tt Flieger über München. München, 6. November. Drei Flieger, deren HobeitZad-eichen infolge des Nebels nicht festgestellt werden konnten, sind aus s ü d- ltcher Richtung über München nach Nordosten geflogen. Wo siegelandct sind, steht bis jetzt noch nicht fest. Austzcbung der Tüssesdorfer PTA-Filmle. Die Düsseldorfer Filiale der Petersburger Telegraphen- Agentur ist aus den gleichen Gründen wie die Berliner Niederlassung des �ilftituts ausgehoben worden. Frirdenörrde Ltird Robert Genie. Haag, 6, November.(Hollandsth Nienwsbüros.) Aus Lon- don wird gemeldet: Bei einem Festessen der amerikanischen Jonr- nalisten hielt Lord Robert Cecil eine Rede, in der er sagte: Wenn eine gerechte» dauernde Lösung von uns Selbstgchorsam, Selbst- kontrolle und Selbstverleugnung fordert, dann müssen wir bereit sein, uns diesen Forderungen zu unterwerfen. Wir sind nicht mit irgendwer Hoffnung auf Gebietserweiterung oder Vertst ehrung unserer Macht in den Kvirg gezogen, wir sind dem Krieg beigetreten, um den größten Anschlag ans inter- nationale Gerechtigkeit zu verhindern. Wir müssen dafür sorgen. datz unsere Ehre frei bleibt von jeder Besudelung und wir müssen sie bis zum End« de? Kampfe? hochhalten. Wenn lvir einen dau- ernden Frieden zustande bringen, mutz dieser Gerochtigkoit zur Grundlage haben und darauf müssen wir ein Gebäude errichten» neuer internationaler« Art der Gerechtigkeit, im Geringeren wie im Höchsten, daZ die Heiligkeit der internationalen Verträge sichern wird und die internationale Zusammenarbeit an d:e Stelle internationaler Konkurrenz stellen soll ES mutz der Keim für ein neues Hyftcm gelegt werden« da» ein Segen für unsere Nackstommen werden soll. 51«»»«« de, Deutsche»««3 Vola. Wien.« Revembac. fHollantzsch AneuwSbürs,.) Wr Uebergab« d« Vtarin-behSrden von Pola an»en Mfleierfche« Nationalrat wurde der deutsch« Unterseeboot- Stütz- Punkt Pala aufgelöst. Offisier« und Jngenisur«. Untereseeboat» «annschaften und Arbeiter der Werften, zusammen mehrer« tausend Persenen traten die Heimreise über Laibach und Pillach nach München an. Der Abtransport hat mehrere Eisenbahwzüg« umfaßt und erfolgte so ruhig, daß auch alle? persönliche Eigentum mitgenommen werden konnte. Ein« Bergung des Rohn'.atorials und der-Masthinen-Ersatzteile war nicht möglich. Dagegen ist kein einzige» deutsches Unterseeboot in die Hände der Südflaws«: gefallen. In Laibach winden der ZKarinemannschaft von den süäflawischen Behörden all« Waffen und Munition mit per Begründung abgenommen, der neue südslawische Staat befind« sich i« Krieg« mit Oesterreich. N«,der«i»gen dcK rufsissh?« Pt—ttzsÄtzkS. Wrshinzton, Neven-S-r. Draiile». Der Direkter»k» rnffl- scheu Jnfeemeii-�SbureM:«.«. I. T--k, wurde durch die rnfsifch- «»tschafi»Nmächtizt. zu mMre«, patz 880 Nillienen Rubel russischen»« l i» e». di« p«e Belschawiften in?et.e»üueg an sich geneinnz«« httw«. pnrch p« Regieeung den•«»* in Oiächwe» hett gebracht stich.%»t«ach flett zwei,»ritt«!»er Re» serv« p«, russischen Schatze» Snde de» Jahre» l«17 p«. al? die Bolschewift in Pctersb-.rrg die Herrschaft erlangten, Die Beffehewift schickten«tf nach Kasan und später nach Astrachan. Agenten per Reßiernng een Omsk»«»«chtigtau {ich de»«albe»«ch bracht«« es wach Lacht. Weiterer Anebau der SchulgesundheitSpflege trurde i» einer Gitzunq des.Berliner Verein? iiir SriiulgefundheitS- Pslege� gefordert. Nenlickmldirellor n. D. Pros. K e m s i e s er- öüerle in ieinein Vortrage die Au'gaben. die der TÄulgeiundbeiis- Pflege für die Zeit noch dem Kriege gestellt sind. Mcbr ol? je wird «o nötig sein, den Keslindkeitluchung?versabrcn sei noch ganz primitiv. Bernhard hält sür nötig, dah der Schul- arzt nrchl nur Rat gibt, sondern auch die B e h a n d I u n g über- n r nr m l In Berlin ist es bisher so gewesen, doh der Schularzt dre Eltern kraul bcsrindeircr Kinder auf d'e Notwendigkeit ärzilicher Behandlung hinweist für die dann die Eltern selber zu sorgen haben. Äehcimrat Prof. Dr. Czeruy, der Direktor der Uurversität?- K'iiderkliuik, der nn Srelle des versiorhenen Prof. BaginSlri zum Vorsitzenden des Vereins gewählt wurde, verlangte von den Schul- ärzteu mehr Eingehen auch auf dos Seelenleben des Kinde». MicteittizungSämter und Mietefteigerungen. Der SlaaiSkommiffar kür das Wobnungsweren stellt in einem Nunderla� ausdrücklich fest, das; der Mieter das bloste Verlangen des Venrrietcrs nach höherem MielzinS, solange der Mietvertrag nicht gelöst ist, ohne weiteres zurückweisen kann. Will der Vcrnueler sein Verlaugen nach bödercr Miele durchsetzen, so muh er kündigen. Da nun die Kündigungen der Nachprüfung und, falls Anordnungen nach§ 6 der Mieicrichiiynerordnung für Noi- standsbezirke ergangen find, logar der Voiprüfiing deS Eini- g» iig 5 a m t e s unterliegen, so ist damit den Acmtern ein Einflus; «nf die Eestailung der Mieten eingeiäumi. Bei der Prülung der Mieteucigerungeu wird in erster öieihe der sachliche Wert der Wohnung zugrunde zu legen sein. Dabei wird meist von den ssricdcnsmieten in der Wei'e ausgegangen werden können, dag dem Vermieter für die Sleigening der Hhvolhekenzinien die erhöhten Nufwendungen für die Instandhaltung der Gebäude uiw.. ein bin« reichender Aufschlag zugebill'gt wird. Die Rück ficht an' die periön- lichen und wirtschaftlichen Teibälln'sis der Parteien ist zwar nicht anger acht zu lösten, sie dark aber nickt allein ouSichlaggebend sei». Besonders ist daraus Rücksicht zu nedmen, doh nicht Familien wegen Kinderreichtums WobnungSschwierig« keilen ausgesetzt werden. Ander'eirs kann eS z. B. nicht als Aufgabe der Mieteinigungsäinter angesehen weiden, die Bc- friedigung hoher Wohnungsausprüche zu erleichtern, die von Mietern vermöge ihrer Wohlhabenheit gestellt werden. Warteude Kriegsbeschädigte. Wo bleibt die T e u e r u n g S z u l a a e für die Knegsbe'chä- digten? ES ist etwas Schönes um die.Vorfreude', aber feit ka»n von ihr keiner werden. Weih man an den.zuständigen Stellen', wie einem Kriegsbeschädigten mit ieiner kargen Rente in dieler TeiierungSzcit zu Mute ist? Von einem, der bisher vergeblich auf die Auszahlung der Teuerungszulage gewartet bat. dringt ein Not- schrei zu uns. Der Bedauernswerte hat durch einen Kopischuh ein Auge eingebüßt und mich das Gehör last völlig verloren io datz er ganz erwirbsunlähig ist. Die Vollieute. mit der er entlasten wurde, ist für ihn und seine Familie zum Sterben vielleickr zu viel, aber zum Leben zu wenig Er wartet mit Schmerzen ans die Zulage, die er io dringend nölig hat. Wer will es ihm verdenken, Lah er ungeduldig wird?__ Nur für Zahlungsfähige! Dem Antrag auf Erteilung eines Bezugschein» für Kranken- nabrung, z. B. sür Milch, ist ein Aiztzeugii'S beizugeben. Dah Mitolicdcr von krankcnkostcn solche Zeiigniste nicht als Kosten- leiitung erhallen, scheint immer noch nicht hinreichend bekannt zu sein. Immer wieder erregt es Bei wunderung und Unwillen, dah Kasicnntltglieder ihren Aerzte» die Zeugnisse aus eiaener Tasche bezahlen müssen. Die Aerzte berufe» si.ü daraus, dah die AuSlerligling dicier Zeugnisse auS dem Llabmcii ibrer vertraglich übe>>iom>nen»ii Kaiicnarzipflichten heran?- fälll. Und die Kastenvor stände haben keine Möglichkeit, die Aerzte zu zwingen, dah sie den Vorteil der ihnen oünstigen Rechtslage nicht auZnntzcn. Dieses Verhalten der Kassenärzte da» viele .lfkm'senmit« lieber nickt verständl'ch finden, ist im.Vorwärts' schn öfter erörterr worden. Wir haben auf die Gefahr hingewiesen, dah die Sonderbezahlung der Arzizeugniste den Bezug v»ii Krankcnnahrung zu einem Vorrecht der Zahlung»rähi« g e r e n werden läht. Ein Kranler, der Milch haben wollte, schreibt unS, dah sein Kastenarzt ihm für daS Zeugnis S Mail abverlangte. Di? Zentralstelle für Kraukencmähning gewährte ihm dann nur Vz Li er Milch täglich, so dah die Koste» deS ZeugnistcS eine lehr erhebliche Verteuerung der ihm in so geringer Menge bewilligten Milch bedeuten. Da er irrtümlich annahm, dah die Aeizte keine Sonderzohliing fordern dürlnn, beschwerte er sich bei seiner Kasse. Sie aiitworiete ihm, die Kassenärzte seien nur verpflichtet, Zeugniste für L> e i l nr> I t e l unenigeltlich auszustellen. Dah die Milch kein Hcilnti'.iel, sondern wohl gar Luxus sein toll, will dem Kranken nicht einleuchten. Er wird cS kaum als Trott einvsindcn. zu hören, dah er viel? Leidensgefährten hat. die alS Kastenmitglieder »ie er die Zeugniste haben bezahlen mästen. Dock er kann nach Pen Glück lagen, dah er überhaupt Milck gekriegt hat; denn nur zu oll wird iratz Einreickuna de» Zeugnisse»— aar nichi» bkwilli,t. Wir wiederhale»»i« seban siiiber i«.Barwärtt'«ultestetzie Fard». ritia. dah die Kasten»er Zeu«ni«au«lerti,un, nichi dem JInlr«, steller anfiedirdet. sandern»«» der' Gemeinde mitlbernommen werde«. Da» wäre»ine durchaus folgerichtige Weiierbildun» de» Grundsätze», dah Bezug- scheine gebührenfrei erteilt werden sollen. Bei dem jetzigen Zustand muh>o mancher Unbem'tielte von vornherein auf die ihm nöiige Krankennahrung verzichten und sie zahlungSsähigeren Leuten über- lassen._ Berliner Lebensmittel. In den Bezirken der Braikammilstonen Nr. Illo— 150, 183. 131, 183. 109.>!«. 217, 2.-4 281, 282. 181. 24.3 und 245 beginnt der Verfallt der Mohrrüben und Zwiebeln Freitag, den 8 Nav. Die Bezngsberecht'gien wallen bei dem 5iIeinhSndler, bei dem die Voranmeldung erfolgt ist, Nachfrage halten. Kaffee-Ersatz anmelden.' Die Anmeldefrist für die Abgabe deS BeliellahschnitteS Nr. 13 der Knffee-Er'atzkorte beginnt am Sonn'ag. den 10..»nd läull am Dannelsiag. den 14 November ab; die Ware auf Abschnitt 16 wird vom 6. Dezember ab erhältlich iein. Bersorgunst mit Wintergemnse. Die Restkisstelle für Gcmüie und Obst schreibt: Die deutsche Gemüiecrnte geht zu Ende. Noch kommen zwar reichlich Weih- kahl und Rote Rüben(Beeten) auf die Märkte. Das wird aber»nr nock kurze Zeil dauern. Deshalb benutze jeder und besonders jede Hausfrau die jetzt gebotene Gelegenheit. Es kann nickt dringend genug emp'oblen werden: Schnerd et mö g. lichst viel W-ihkohl selbst eini Macht Rote Beeten in großen Meusev ein! Wer rechtzeitig Weißkohl und Rote Beeten einlegt, wird besonders in den letzten schtvierrgen Wintermonalen und namentlich beim nach st en Frühjahrsanfang den Nutzen davon haben. Wie spare ich Bricsumschläg?? Die mehrmalige Verwendung derselben Biiefumichiffge war im Postverkehr bisher nur dann zu- lässig, wenn sie zuvor umgewendet waren. Neuerdings läht indes die Post gewöhnliche Brixsicnduiigen in ickon euimal bci.ütz.cn Um- ichlägen auch dann zu. wenn dze erste Ausschri't auffällig durch- kreuzt ist Die zweite Ajmcbmt mutz aber dann so angebracht iein, dah jeder Nngewitzbeit vorgebeugt und die Stempelabdrmke ord- nungsgemnh angebracht werden können. Für die zwciie Aufschrift kann auch die Riiik'eue der Nmichläqe benutzt werden. Ferner kann die Allfickriftseite der Umschläge vor der ersten Verwendung durch einen senkrecht zur Längsrichtung verlaufenden Strick in zwei Ab- ichnitte zerlegt werden. Die erste Ausschrift bleibt dann auf die rechte Hälfte der Aufichlisiseite beichränkt, so dotz die linke Hülste iür eine zweite Ausschritt frei bleibt. Die Deutlichkeit der Aus- schritten darf hieiunter aber nickt leiden. Sbne iveileres können Umlchläge mit derselben Adreffe Wiederboll verwendet werden. Der BorwärtS-Kalender 1919 ist erschienen. Sein Inhalt weist die gewohnte Vielsenigkeii auf. Tie Grütze des Abreihblocks io- wobl wie auch der Taqesziffern ist uuverLndert. die Hestnna der Biälter einwandfrei. Zu beziehen ist der Kalender für M. 2.50 diirck jede Parteibuchhandlung oder direkt von der Borwälls-Buch- druckerei, Berlin SW 68, Lindenstr. 3. Neber„Tie Krieosbeichädigten nnd der Staat" spricht am Frei- tag, den 8, abends S1/» Uhr. im Oberlichtiaal der Philharmonie Genosse Erich ftuttner. Zu dem Vortrag, dem sich eine ireie Aus'proche anschliehen soll, sind die sich mit der Kriegs- beschädtgrenfrage befassenden Stellen eingeladen. Ter Eintritt ist frei. Eine NuSstellung sparsamer Baustoffe veranstaltet der Reicks- verband zur Fördenina spaisamer Bauweise mit Unleistützliiig des Kriegkamis und des NeichSw'itsäia'isamiS vom 16. November bis 22. Dezember in den Ausstellungshallen am Zoologischen Garten. Wintergarten. Im Mittelpunkt deS November-ProgrommS stehen Hemtz Bender und Giio Kolbe, die mit ibrer Duo- szene.Mäuschen' die'Zuhörer in heiteiste Stimmung verletzen. Da? humoristische Gebiei wird noch gepflegt durch Liio Röhr. der als Komiker am Flügel die Lacher auf seine Seil? bring'. Sehr elegante und graziöse Leistlingen bieten die vier EiSlänfer Iaincziks mit ihren Tänzen au' der Kuiisleisbabn. Besonderen Beitoll fand ein Apackentanz. Lebhaft applaudiert wurden auch oie von Morues in weirgen Minuten madell'erten Köpfe der neuen parlamenlarischen Regierung, unter ihnen Scheidemann und Dr. David. Auch die übrigen Programmniimmern, ans denen wir nach die Geschwister Birken eder in ihrem Drahtieilakt hervor- heben wollen, verdienen unterschiedslos volles Lob. Im Tauentzien-Polatt komm! Freltaq der Film.Colomba' zur Uraufführung. Aufnahmen aus TifliS und Charkow ergänzen den Spielplan. Ein Rauber und Einbrecher, der 21jährige, aus Russiich-Polen stammende Monteur Gustav Illner, der am 15 September in Sietiin eine Kontoristin in einem Geschäitslokal übeifalleii hat und 38 000 M. geraubt haben soll, ist in Pankow verhaftet worden. Eharlottenburg. Stäbtische Uebergarrgswirtschaft. Die von den stödtischgn Körperschaften EbarlottencknirgS für die Demobilisierung und die Uebergana-'Wirtschaft eingesetzte besondere Deputation hat zur Bcrawng der erforderlichen Maßnahmen eine Besprechung mit Vertvctern von Industrie und Gewerbe abgehalten, in der volle Uobereinstimmung über die Aufgabe der UebergangSw-rtschaft und di« Notwendigkeiten einer engen Zusammenarbeit zwischen Industrie und Stadtverwaltung erzielt wurde. Für d-e Beratung der weiteren Matznahmen wurde aus Vortretern aller Gewerbezweige ein Aus- schuh eingesetzt. Sämtliche Industrie- und Gewerbezweigc Ebar- lsttenburgS haben sich bereit erklärt, die früher bei ihnen beichäf- tigten Kriegsteilnehmer wieder in ihren Betrieben aufzunehmen und gleichzeitig für eine Weiterbeschäftigung de? jetzigen A Arbeiter- standes Sorge zu tragen. Di« Arbeitgeber werden durch Umstellung und'Schaffung von ÄrbeiiSgelegenheit die Nnieinstellung und die Weiterbeschänigung ihrer Arbeiter sickern. Bcsoiidere Beachtung verdient di« Erklärung, dah die Ebarlottenburaer Betriebe während der UebergangZ.zeit im Interesse dsr Arbeitsbeschaffung den Ge- sichtSpunkt deS GeschäftSgewinneZ zurückstellen und bei Bildung von Lagerbeständen auch die Gefahr de? KonjunkturverlusteS tragen wollen. In öezug auf d>e Rohstoffbeschaffung wurde gegenüber den Reicks- und Staatsbehörden die Fordemng erhoben, die lautenden Austräg« nicht plötzlich einzustellen und die Verteilung und Zu- Weisung der R»hmat:rialien bereits vor Erledigung der KriegSauf- träge durchzuführen. — Lebensmittel. In der Woche vom 6. bis einschliehlich 12. No- vember sind auf die 14 Abschnitte 10a— 10g der grünen Charlottenburger Kartoffelkarte 8 Pfund Kartoffeln zu entnehmen. Diese Kartoffeln sind nicht für den laufenden Bedarf bestimmt, sondern dienen zur Schaffung eine? Bestandes, der in der Woche in An- spruch zu n«h»e, sein wird, die der Maßistrat bestimmen wird. Lichtenberg. VollStümliche Nnterhaltungsabendc nnd Theater- Vorstellungen, veranstaltet vom Ortsausschuh für VollSunterhaltnng, sollen in nächster Zeit arrangiert werden. Die nächste Vorstellung findet bereits.am 11. November in Kerns Festsaal. Türr'chmiMtratze, statt. Eintrittskarten zu 2. 1.50 und 1 M. in den mit Plakaten be- legten Buchhandlungen und d«n Varteisvebitionan bei Seickel und Rosenkranz. Do im OrtSauSschnh rr.rch die Arbesterschaft vertreten ist. so kann allen G«nossen und Geuessinnen der Besuch dieser Ver- anstaltungen empfahlen»erden. Cövenick. Die Stadtverardnetenwablen finden für die 3. Ab- teilung vom Montag, den 11., bi» Mittwoch, den 18. November, statt. E» Mühle« die Wähler der virstadt und Dammvarstadt am M aar tag tm Stoditheater, di« der Kietzer Varsiabt cm Dienste im Nesisurant tietfch«, Dorotheenstr. 1,'mb die der Cölnische« Sa?- si«dt am Mitzweck im Schlahrestaurant, Berliner Str. 1 Wablzelt ist«n allen drei Wahitaaen van 6 bi» 714 Uli* abend». Kandidaten der Parxi stn» gemäß Beschlutz der letzten Wahlversammlung Mechaniker Paul Herb st. Handler Karl N i e k e. Gastwirt Heinrich Jungklau«, Gastwirt Karl R c ck ze h. Lieichs- tivgSabaeordneter Sermann Käppler, Gemerkschaftsange. itellter Otto Nickel. Für die Ersatzmahl an Stelle' deS GcnSllen Blum Schlaffer G u st a o H e i d b e ck. Di- Namen sind in der Rcihenfalge zu nennen, wi« vorstehend aufgeführt. Mariendorf. Verkauf von Atv'ebeln. Di« Gemeinde verkaust Donnabend, den 3. d. M., in den drei Gemein-deläden während der VerkaufSstundcn 8 bis 1 und 4 bis 7 Uhr auf Abschnitt 76 der Grotz-Berliner LrbcnSmittelsirrt« 1 Vfund Zwiebeln l32 Pf.). Ein Anstellen ist nicht nötig, wer! genügend Wave vorbanden ist. Lichterfclde. Beitritt zu den Sicdlungsgescllschaften. Auch die Gemeinde.Lichterfclde ist der Siedlungsgesellschaft im Kreise Teltow und der Wohnungsfürsorgegesellschaft Märkische Heimstätte der Provinz Brandenburg mit einer Einlage von je 10 000 M. durch Beschluh ihrer letzten GememdevertreiMitzung b-ig- treten.— Zu WeihnachtSs penden für die Truppen wurden 8000 M., zur Unter- stützung hilfsbedürftiger KriegSlnuterbliebener für«in halbes Jahr 800» M. bewilligt.— Zur Erweiterung d«S GemeindefttedbofZ an der Lange Strohe wuroe der benachbarte, wenig benutzte Friedhof her Hauptkedeltenanstalt und ein weiteres GrrnMtück angekauft, so dah der Friedhos auf weitere 10 Jahre ausreicht.— In geheimer Sitzung gewährte die Gemeindevertretung d-n KriegShilfSkräftcn, Boten und Arbeitern der Oie mein de ein« einmalige Teuerungszulage von 50 bis 200 M. je nach der DeschäftigungSdauer. Da die Bc- amten und Lehrer der Gemeinde Lichterfelds im Vergleich mit anderen Vororten gehalllich schlechter dastehen, eine allgemeine Neuregelung der Gehälter aber jetzt nicht angängig ist, bewilligte ihnen die Gemeindevertretung außer der bereits gezahlten Teue- rungSzulage zum Ausgleich noch eine besondere Zuwendung von 200'M.__ Bernau. Stadtvcrordnctencrsatzwahl. Durch die Mandatnieder- legung deS Genossen Pohl ist eine Ersatzwahl zur Stadtverordneten- Versammlung für die 3. Abteilung notwendig geworden. Dieselbe findet Sonntag, den 17. November, statt. Kandidat der Sozisldems» kratie st der Seidenwirker Ferdinand Grapenthi». llnfere Genossen und Gesinnungsfreunde werden ersucht, für di« Wahl Grapenthins eifrige Propaganda zu entfalten, da auch di« llnabhängigen einen Kandidaten aufstellen. So u ntcg,den10. November, nachmittag; 4 Uhr, findet rm Lokale„Borussia'(Inhaber Rotwald) eine öffentlich» Wählerversammlung statt, zu welcher lebhaft« PcOpagavoa ■fu rnetfalten ist.__ GroA-Herliner parteinachrichten. Hroß'Serlin. Heute abend 8 Ubr sindel im Jugendheim. Lindenstrahe 3, die fünfte Fortsetzung der Vonräae über„Die Gesck'ckte der deuricken So-ialdemokiai>e' statt. Genosse Moikenbuhr wird folgendes Tbema bebandeln: „Der Sturz des Sozialistengesetze? und die Partei bi? zum Ausbruch de? Weltkriege?.' Einlriltskarlen sür neue Teilnehmer sind noch am Saaleinganz zu haben._ Gencktszeitung. Gaunerstreiche mit Hilfe von Kriminalschutzlcutcn scheinen jetzt in Groh-Berlin an der Tagesordnung zu sein. Ein Fall dieser Art beschäftigte dl« 7. Strafkammer de§ Landgerichts l in einer Anklage gegen den Bäckermeister Piktor Wolhnetz, wegen Beihilfe zum Amtsvergehen und Hehlerei, sowie gegen die beiden Kriminalschutzleute Friedrich Dröscher und Franz Schimkat— zwei viele Jahre im Dienste stehende Be- amte— wegen Nötigung unter Mißbrauch ihrer A�mtSgewalt und passiver Bestechung. Der Haupt» schuldig« bei der Inszenierung dieses Gaunerstreiches, der jetzt erst 13 Jahre alte HaiidlungSgehilf« Äarku« Weih, ist gum Militär eingezogen; da» Perfahren gegen ihn ist abgezweigt worden.>r wurde gestern als Zeuge vernommen und hat sein« Schuld.zugegeben. Dstser Markus Weih hatte zufällig bei einer Frau Grünbaum groß« Warenmengen gesehen, die zweifellos auf den Betrieb ein-» Schleichhandels hindeuieten. Er hatte ferner gehört, dah der An» geklagte Wolynetz in der Lage sei, mit Hilfe von Kriminalbeamte» prwatrechtl'che Ansprüche durchzusetzen. Zu ihm ging Weih und klagte ibm sein Leid: Er habe an Frau Paula Grünbaum für 26 000 M. Ware verkaust, die Grünbaum habe ihm aber die Ware nicht bezahlt und weigere sich, ihm die Sachen, die er im einzelnen bezeichnete, herauszugeben. Von alledem war kein Wort wahr. Weih bat den Wolhnetz, ihm durch die ihm bekannten Kriminal- beamten zur Wiedererlangung„seiner Ware' behilflich zu sein und setzte für ihn eine Belohnung von 300 M., für die Beamten eine solche von 3000 M. aus. Wolhnetz erklärte sich bereit, die beiden Beamten dazu zu bewegen, die Herausgabe der Sachen zu de- wirken, und Dröscher war gleichfalls sofort dazu bereit, berlangre aber die 8000 M. für sich allein. Schimkat wurde dann veranlaßt, auch bei der Sache mitzuwirken. Dröfcher utid Schimkat begaben sich in die Wohnung der Frau Grünbaum in der KrauSnickftrahe, legitimierten nch als Kriminalbeamte und erklärten. eine Haussuchung nach Schleichhandelsware vor» nehmen zu müssen. Sie liehen sich den dort lagernden Vorrat an Garnen, Stoffen, Gummi, Loder, Saccharin usw. vorlegen und er- klärten die Ware sür beschlagnahmt, wobei Dröscher noch etwas von sofortiger VerhaftungSmöglickkeit äußerte. Di« Ware wurde zu Wolhnetz gefahren. Weih hatte gleich einen Käufer mitgebracht und verkaufte diesem einen Teil der Sachen für 1230 M. Er behauvrete aber, es fehlten noch Seidentaft, Crepe de Chin« und 1650 Garn- rollen. Dröfcher verabredete infolgedessen mit Weih, nochmals zu der Grünbaum zu gehen. Zuerst ging Dröfcher allein und teilte der I G. vertraulich mit, dah die Sachen noch nicht nach dem Präsidium . geschafft seien und man ihr noch helfen könnte, wenn sie 7000—8000 | Mark flüssig hätte. Er erklärt« weiter, TagL darauf mit Weih wiederkommen zu»ollen. Frau G. merkte nun aber, dah an der Sache erwas faul sei, und als Dröfcher und Weih bei ihr erschienen, wußten sie nicht, daß ein von Frau G. benachrichtigter Kriminal- I schiitzmann im Nebenzimmer sah und ibre Unterhandlungen mit anhörte. Weih wuvdc festgenommen und gegen alle drei Nngeklagte Anzeige erstattet.— Die Angeklagten behaupteten, datz sie Sic An« '»ahcn des Weih geglaubt und nur bezweckt hätten, chm zu seinem Eigentum wieder zu verhelfen.— Schimkat ist nach sachvcrsiän- . diqem Gutachten ein geistig stagk minderwertiger Mensch.— Da» Gericht verurteilte Wolhnetz zu 2 Jahren, Dröscher zu 4 Jahren und Schimkat zu 2 Jahren Gefängnis und je 5 Jahren Ehrverlust._ Bi!6 ßiSer well. Eisenbahnunglück in Ungarn. KO Soldaten tot, 150 schwer verletzt. Wien, 5. November. Die Blätter melden auS Budapest'. Um 10 Uhr abends ging von Steinbruch ein Personen- z u g mit Soldaten iu die Heimat ab. Tie Wagen waren überfüllt, die Soldaten saßen auf Treppen. Dächern und Puffern. Vor R a k o s entstand ein Achsenbruch. durch den der Zug in der Vi Ute auseinander- gerissen wurde. Die vorderen sechs Wagen fuhren i« raiender Geschwindigkeit vorwärts, diei d«v»n entgleisten und gingen in Trümmer. Die n«chr»llendkn W«gen stürzten übereinander. AuS Budapest trafen al«pald RettnngSgcsellschaft»nd Polizei ein. Bisher wurden s e ch z l z Tote und 150 Schwerverletzte geborgen. Sehr viele Soldaten verunglückten durch einen Sprung aus dem Fenster._ «lLafferstandsnackrtckten der vandeeanstalt kür GcwSffertunde. mitgeteilt vom Bei liner Kcllerbuieaii. ?z>eilera»»Sft