Ur. 309. 33. Jahrg. Bezugspreis, Bt«ttenfl6tl.5,40IlH. monatl 1,80BH, frei In« Hau». vorauSzahwar.Tinzeln« Kümmern 10 Vseniüg. Polldezug: Monatlich, vom PolUchaller abzuholen l.AZ Mi., vom BrlelttSger m? Hau» ae« bracht 1.9t Mt. Unter Kreuzband sie Deutlchlard und Oesterreich- Ungarn Mi. filr da» übrige iw»land 6,50 MI. monatlich. Sersand In» Feld bei dlretter Bestellung monatl.,.— Mi. Postbeslellungen nehmen an Däne» mari. Holland. Luxemburg. Schwede» und die Schwei,. Singetragen w die P«'t-sjettung»-Brei»lts«e, Erschein« täglich. reiegranun- Rbrefle: »Sozialdemokrat Berlin", 1»fllrt Verlinev VolktsblÄkk. ( 10 Pfennig) NnzeigeupreiSt DiestebengespalteneKolonelzeNekoget 80 Pfg.»Kleine Anzeigen-, da» fettgedruckte Wort SU Pfg.(zuISsslg 2 fettgedruckte Worte), fede» weitere Wort 15 Pfg. Stellengesuche und Echlafstellenanzetgen da» erste Wort 30 Pfg.. jede» weitere Wort 10 Pfg. Worte fibcr 15 Buchstaben zählen sttr zwei Worte. Teuerung»,!, ichlog 30»/» Famiüen-Rnzeigen. potitische und gewerifchafttiche Per ein«- Sinzeigen 70 Pfg. die' geilt. Anzeigen für die nächste Kummer müssen bi» Z Uhr nachmittag» im Hauptgeschäft. Berlin SW.SS, Ltndensiratze 3, ab legeben »erden. Geöffnet von 8 Nhr früh bi» 7 Uhr abend». Zcntralorgan der foztaldemokrattfcfeeii Partei Deutfcblands. Neöaktion: SM. S8» Änüenstraße Z. ZVernivrecher: Amt Moritzplatz» Str. 1S1 SV— 151 97. Sonnabend, de« 9. November 1918. (Expedition: SM. 68, Änöenstraße Z. Fernsprecher: Amt Moritzpla«, Rr. 1V1 90— 1kl 97. l>ie«lentkebe freibeitsbeppegung. die Kaiserfrage vor der Entscheidung. Kurzer Aufschub! Ueber den Stand der Kaiserfrage am gestrigen Abend unterrichtet in kurzer und erschöpfender Form folgendes Flugblatt, das vom Parteworstand und der Reichstagsfraktion ausgegeben wurde: Arbeiter! Parteigenossen! Gin Teil der gestern von uns aufgestellten Forderungen ist von der Regierung und den Mehrheitsparteien erfüllt worden. Das gleiche Wahlrecht für Preußen und alle Bundes- staaten auf Grundlage dar Verhältniswahl soll ohne Verzug durch RetchSgesetz»ingeführt werden. Die sofortige Parlamentarisierung der Preuhi- schen Regierung ist gesichert, ebenso die Verstärkung d«S sozialdemokratischen Einflüsse» in der Reichs- regierung. Die Einberufungen zum Militär find rückgängig gemacht. Noch nicht erledigt ist die Kaiserfrage. Unsere Forderung auf sofortigen Rücktritt deS Kaiser? und Ver- zicht deS Kronprinzen wurde aufgestellt unter der Voraussetzung. daß der Waffenstillstand heute mittag abgeschlossen sein würde. Diese Voraussetzung hat sich nicht erfüllt, weil die deutsche Dele- gation infolge äußerer Hindernisse heute vormittag im feindlichen Hauptquartier nicht eintreffen konnte. Der Abschluß des Waffenstillstandes würde aber gefährdet durch unseren Austritt aus der Regiernng. Deshalb haben Parteivorstand und ReichStagSlraktion die gestellte Frist bis zum Abschluß de» Waffenstillstandes verlängert, um erst das Aufhören des Blutvergießens und die Sicherung des Friedensschlusses her- beizuführen. Sonnabendvormrdtag treten die Vertrauensmänner der Arbeiter erneut zusammen. Arbeiter! Parteigenossen! E» handelt sich also nur um einen Ausschub von wenigen Stunde«. Eure Kraft und Eure Entschlossenheit verträgt diesen Aufschub. Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und die RcichstagSfraktiou. Heute mittag erwartet man den Kurier mit den Waffen- stillstandsbedingungen in Berlin. Morgen dürfte der Waffen- stillstand unterzeichnet werden. Dann ist die augenblickliche Hemmung, die sich der schnellen Lösung entgegenstellte, weg- geräumt. Der Reichskanzler hatte nach dem Ultimatum der Sozialdemokraten seine Demission angeboten, die abgelehnt wurde. Auch ohne sie wäre die Volksregierung durch den so- fortigen Austritt der Sozialdemokraten zusammengebrochen, und dann wäre niemand dagewesen, der den Waffenstillstand hätte unterzeichnen können. Jeder Tag Krieg kostet nutzlos und zwecklos Tausende von Menschenleben. Darum hat die Sozialdemokratie in den kurzen Aufschub eingewilligt. An dem Ergebnis, das mit großer Be- stimmtheit zu erwarten ist. wird nichts dadurch geändert. In den Hansastäotea, in zahlreichen Städten Mitteldeutsch- lands ist die Bewegung siegreich. Bayern und Braunschweig sind zu Volksrepubliken erklärt, der Herzog von Braunschweig hat für sich und seine Nachkommen auf den Thron verzichtet. Welcher Siegeslauf der Bewegung in den wenigen Tagen seit Kiell Kiel wirtte vorbildlich in jeder Beziehung. Ueber- all galt es als Regel. Verluste von Menschenleben zu ver- ineiden, und überall, soweit wir sehen, arbeiten, wie in Kiel, wo Genosse Noske als Marine- und Stadtkommandant seines Amtes waltet, die beiden sozial: st ischen Richtun- geneintr acht ig zusammen. Es gilt jetzt, die Bewegung in den unblutigen Formen,:n denen sie sich bisher vollzogen hat, zum krönenden Abschluß zu bringen und dann die brennenden sozialen Fragen, vor allem die Ernährungssrage in die Hand zu nehmen. Dazu sind wir auf gutem Wege. Versuche zu Gegenmaßregeln, die nick'- im Ein- Verständnis mit der Regierung, also von Unverantwc ichen auf eigene Faust unternommen werden könnten. Werder iaum zur Ausführung gelangen können. Sie könnten nur namenloses Unheil anrichten, an dem Endergebnis aber nichts andern. Das ganze Volk muß wissen, daß de. Erfolg dieser Versuche unweigerlich zur Wiederaus- nähme deS Krieges und zum völligen Ruin Deutschlands führen müßte. In dem Augen- blick, in dem an der Spitze des Reichs keine Volksregierung mehr, sondern eine kaiserlich- militaristische Regierung stände, wäre die wichtigste vom deutschen Volk angenommene FriedenSbediygung hisfäklig geworden, und die Waffenstillstands- Verhandlungen. Amtlich. B e r l l n» 8. November. Die deutsche Waffen- stillstandSkommissiou ist gestern mittag auS dem Großen Hauptquartier nach den französischen Linien abgefahren. Die Kommission besteht ans dem Staats- sekretär Erzberger als Vorsitzendem, dem Gesandten Oberndorff, Generalmajor von Wintcrfcldt, Kapitän zur See von Vanselow. — Als z w e i'j'e Staffel fuhren um 3 Uhr nachmittags ins Hauptquartier der Heeresgruppe deutscher Kronprinz: Major Düsterberg, Major Brinckmann, Major Kriebel, Major von Böttcher«ud LegationSrat von LerSner. » Stmbvn, 7. November.(Aeutach Der erst« V»« l ort, der Admiral Sir Rofelhn WemyeS wird al» Vertreter der bri« tischen Flotte den Waffenstillstandsverhandlungen beiwohnen. Entscheidung binnen Srei Tagen geforöert Keine vorläufige Waffenruhe. Berlin, 8. November. Amtlich. Die Waffenstillstands- bedingnngen sind unseren Unterhändlern mitgeteilt worden. Ihre Annahme in ihrer Gesamtheit wird bis Montag verlangt. Ter Inhalt ist im Hauptquartier und in Berlin «och nicht eingetroffen. Amsterdam, 8. November. DaS Bureau Radio teilt mit, daß die deutsche» Bevollmächtigten Freitag morgen im Große» Hauptquartier der Alliierten die Bedingungen für den Waffenstillstand mit der dringenden Auf forderung erhielten, sie binnen 72 Stunden, die am Montagmorgeu nm 11 Uhr französischer Zeit ablaufen, an zunehmen oder abzulehnen. Der deutsche Borschlag zum sofortigen Ab s ch l» ß einer vorläufige« Waffenruhe wurde vom Mar- schall Foch abgelehnt. Der Text der WaffenstillstandSbediugnnge« wurde in das deutsche Hauptquartier durch Kurier geschickt. die Friedensverhandlungen wären damit ge- scheitert. Darüber muß jeder Volksgenoffe aufgeklärt werden, dann find Wahnsinnsstreiche der Reaktion unmöglich. Die Entscheidung des Kaisers in kürzester Zrist zu erwarten! Berlin, 8. November« Der Kaiser, welcher von dem Reichskanzler über die Gesamtlage genau unterrichtet ist, hat den Prinzen Max von Baden gebeten, einstweilen die Ge» schäfte des Reichskanzlers weiterzuführen, bis der endgültige Beschluß deS Kaisers erfolgt. Dieser ist in kürzester Frist zu erwarten._ WTB. Sapern Volksrepublik! Einigung beider sozialistischen Richtungen. München, 8. November. lEig. Drabtbericht de»»Vorwärts') Heute früh ist hier die Republik ausgerufen worden. Die Garnison hat sich dem Arbeiter-, Soldaten- und Bauernrat unter- stellt, ebenso die Polizeidirektion. Sämtliche staatliche Einrichtungen find in seiner Gewalt. Die beiden sozialistischen Richtungen haben sich vollständig geeinigt, um die neue Ordnung sicherzustellen, vauernbund und Fortschrittler zeigen gewisse Neigung, sich anzuschließen. Die Bewegung trägt keinerlei partikularistische Tendenz, sie ist im Gegenteil durchaus reich streu und will die Republik, die ja auch in Deutschösterreich schon auf dem Marsche ist, für ganz Deutschland. Die neue Regierung setzt sich folgendermaßen zusammen: Präsidium und Aeußere«: Kurt EiSnrr, Kultus: H»ff»ann- KaiserSlautern, Militär: Roßhaupter; Inneres: Auer; Verkehr: Frauendorfer; Justiz: Timm; Finanzen: Prof. Edgar Jaffö, soziale Angelegenheiten: Unterleitner. DaS Präsidium deS Parlaments besteht auS Eduard Schmib- München, Schröder(Dauernbund) und Prof. Ouidd«(Bollspartei, vorbehaltlich Zustimmung sein« Arakiion)., Folgende Proklamation ist erlassen worden: Volksgenossen I Nach jahrelanger Vernichtung hat baS Volk die Machthaber gestürzt und die Regierung selbst in die Hand genommen. Die Bayerische Republik wird hierdurch proklamiert. Oberste Behörde ist der von der Bevölkerung gewählte Arbeiter-, Soldaten« und B a u e r n r a t der provisorisch eingesetzt ist bis eine endgültige Volksvertretung geschaffen werden wird. Er hat gesetzgebende Gewalt. Die ganze Garnison hat sich der republikanischen Regierung zur Verfügung gestellt. Generalkommando und Polizeidirektion stehen unter unserem Befehl. Die Dynastie WittelSbach ist abgesetzt. Hoch die Republik! Der Arbeiter- und Soldatenrat. 5turt Eisner. Eine zuvor»rkNffove Proklamation kündigt ein« konstituierende Nation«kversamml«mg an. El« führt au»: Di« Erhebung Bayern» diene d»m Äwnt. Deutschland für einen Frieden des Völkerbunds vorzubereiten, bevor die feindlichen Heere eindrängen und das Zurückfluten der demobilisierten Truppen ein ChooS herbeiführen. Die Offizier sollten unangetastet bleiben, sofern sie sich den neuen Behörden unterstellten. Die Bauern würden für die Versorgung der St�ts durch Lebensmittel sorgen. Der Umschwung sei rasch, leicht und friedlich, ohne Blutvergießen vollzogen, und auch weiter müßten Menschenleben heilig bleiben. Diese in der Nacht zum 8. November erlassene Proklamation schließt mit folgenden Sätzen: Der Brnderlrirg der Sozialisten ist für Bayern beendet. Auf der revolutionären Grundlage, dir jetzt gegeben ist, werden die Arbeitermaffen zur Einheit zurückgeführt. Es lebe die Bayerische Republik, es lebe der Frieden, es lebt die schaffende Arbeit aller Werktätigen! Der Polizeipräsident erläßt folgende Bekanntmachung: Ich verpflichte mich, bei der Ausübung des Sicherheitsdienstes den Anordnungen des Arbeiter« und Soldatenrates München Folge zu leisten. Sofern ich dieser Verpflichtung nicht nachkommen kann, muß ich mir das Recht des Rücktritt» vorbehalte«. München, S. November.- Der Königliche Polizeipräfident. v. Beckh. Das Hauptquartier des Arbeiter- und Soldatenrates befindet sich im LandtagSgebäude. Es scheint sich zu bestätigen, daß fich der Umschwung in Bayern ahne jede» Blutvergießen bollzogen hat. Preußische Truppen, die im letzten Augenblick zur Unterdrückung der Bewegung herangezogen wurden, ließen sich ohne Kampf ent- w a f f n e n. RegenSvurg, 8. November. Mg. Drahtbericht de»»Vorwärts'.) Bevölkerung und Garnison haben die Nachricht von der Verkündung der Volksrepublik in München mit großer Begeisterung airfge- nommen und sich der Bewegung angeschlossen. /luch Württemberg schon Republik! Nach sehr bestimmt auftretenden Nachrichten sollen sich in Württemberg ähnliche Ereignisse abgespielt haben wie in Bayern- Einzelheiten stehen noch auS. Nach WTB handelt«S sich jedoch um unbegründete Gerüchte. öraunsthweig Volksrepublik. Abdankung des Herzogs Ernst August. Braunschweig, 8. Novbr.(Eigener Drahtbericht de».Vorwärts'.) Eine völlig unblutige Bewegung hat hier zur Abdankung deS Herzogs geführt. Die Bewegung begann gestern abend mit Versammlungen. Heut« früh wird in allen größeren Betrieben die Arbeit eingestellt. Die Garnison schloß sich sofort an. Unter ihrem Voraniritt zogen heute morgen viele Tausende mit roten Fahnen vor das Residenzschloß, in dem sich der Herzog, die Herzogin sowie die Kinder de» Prinzen Max von Baden befanden. Bewaffnete Matrosen drangen in da» Schloß ein, holten die herzog- liche Fahne herunter und hißten die rote Flagge. Bahnhöfe, Post und sämtliche AmtSgebäude wurden besetzt, die Gefangenen befreit. DaS Polizeipräsidium wurde durchsucht, und den Beamten wurden die Waffen abgenommen. Für Margen ordnete der Arbeiter- und Soldatenrat die Wiederaufnahme der Arbeit überall, mit Ausschluß der MnnitionZbetriebe. an. Der Herzog erließ eine Kundgebung, die da» gleiche Landtagswahlrecht in Aussicht stellt (siehe unten), konnte damit aber die Bewegung nicht zum Stillstand bringen. Heute 7 Uhr abend« erschien eine Deputation deS Arbeiter- n«d SoldatcnrateS im Schloß und legte dem Herzog Ernst August ei» Schriftstück vor de» Inhalt«, daß er für fich«nd seine Nachkommen auf de» Thron verzichte. Nach kurzer Bedenkzeit unterzeichnete der Herzog. DaS Schrijtsttick wnrde»an de» Minister» gegengezeichnet. Er«ichialt die Crlinibl'.is, noch riilige Togo in Vrannschwoiz z» bleiben und crhält dann frricS Geleit nach Schloß Blankenburg. NachiMltagS 3 Ubr kam eS in W o l f e n b ü t t e l zkl einem blutigen Zusamnienstoß. Zwischen Artillerie und Braunschwciger Soldaten wurden scharfe Schüsse gewechselt. Wohlfahrtsausschuß in Frankfurt a. M. Frankfurt a. M, 8. NoDember.(Eig. Drahtbericht des.Vor- IvärtS"). Hier i» Frankfurt ist der k o nr u, a n d i e r e n d e General zurückgetreten. Bei der Zusammenkunft der beiden Parteien, der Fortsckrittler und Sozialdemokraten, des sogenannten WoblfabrtsausschusseS, an der auch die Gewerkschaften, der Polizeipräsident, das siellpertretende Generalkommando sowie die beiden Bürgermeister teilnahmen, wurden folgende Beschlüsse gefaßt: t. Die v c r h a ft e t en M a tr o se n auS Kiel werden frei- gelassen. 2. Den Soldaten wird zugebilligt, einen Soldatenrat zu wähle n. 8. Die Polizei enthält sich jeden Eingriffs in politische und militärische Angelegenheiten. 4. Ten Soldaieu ist der Besuch von politischen V er- s a m m l u n g c n gestattet. 5. Morgen mittag 12 Uhr werden sämtliche Betriebe zum Besuch einer M a j s e n d e m o n st r a t i o n stillgestcllt. 6. Polizei- und Militärbehörden unter st ellen sich den Anordnungen des WohlfahrtSauS- s ch n i s e s. Die Militär« und Polizeibehörden haben sich mit diesen Forderungen einverstanden erklärt. Heute abend finden in sämtlichen Kasernen die Wahlen zum Soldatenrat unter der Leitung der Partei und der Gewerk- s ch a f t e n statt. Die Wahlen zum Arbeiterrat werden morgen vorgeuommen. Die Bewegung in Frankfurt ist absolut ruhig verlaufen. ES i st kein Blut geflossen. Die unabhängigen Sozial- oemokralen veranstalten heute abend eine Versammlung, man glaubt, daß sie der Bewegung beitreten, sich an den Wohlfahris- auSschuß wenden und eine Mitvcrtretung im Arbeiter- und Soldaten- rat verlangen werden._____ Ausbreitung öer öewegung in Deutschlanö. Hannover— 5töl»— München— Brannschweig— Magdeburg. Der amtliche Berickt vom 8. November meldet: lieber die Iln- ruhen im Reiche wird von zuständiger Stelle folgendes mitgeteilt: Die Ausstandsbewegungen haben sich weiter ausgedehnt. Es sind ravon unter anderem in Mitleidenschaft gezagen: Hannover, •i ö l n, München, Braunfchweig und Magdeburg. Hiermit ist jedoch noch nicht gesagt, daß diese Städie ganz in der Hand der Aufstündischen sind. Die Nachrichten sind naturgemäß nicht zuverlässig und sind widerspruchsvoll. In Hannover ist z. B. ein Teil der Garnison fest in der Hand ihrer Führer und wehrt sich e n t s ch l o s�s e n gegen die Bewegung. Aehnliche Ver- Hältnisse scheinen rn Magdeburg, Köln und München vor- znliegen. Bom Industriegebiet sind die Meldungeil noch nicht klar, es scheinen aber Versuche vor- -riliegen, au eiiizelncn Orte» Arbeiter- und Soldaten- rate zu bilden. ES zeigt sich jetzt ein gewisses plan- mäßiges Vorgehen. Ueberall dasselbe Bild! Aus den Hauplzentren Kiel und Hamburg sind im Lause des gestrigen Tages luimcr lvieder t Züge mit bewaffneten Matrosen und Aufrührern in das Land entsandt worden. Diese versuchen in den wichtigsten Städten sich sofort der VerkchrSzenlren zu be- mächtigen und die Kommandostcllen anfzuheben. Dann wird unter Heranziehung lichtscheuer Elemente, uüter denen sich eine ganze Reihe Fahnenflüchtiger befindet, versucht, die Truppen zu ver- 'cuchcn, indem ihnen vorgespiegelt wird, daß es sich gar nicht um eine revolutionäre Bewegung handele, sondern um militärische Reformen. Bei in a n ch e ir T r tl p p e n i st der Versuch gelungen, bei anderen hat er energischen Widerstand gefunden. An zahlreichen Stellen ist bereits durch entsprechende Vorstellung von Entsandten oer Regierung ein gewisses Einlenken erreicht worden. Die ganze Bewegung geht— bei aller Untlarheit in Einzelheiten— offenbar von Rußland aus, wobei die bisherige Berliner Ver- trsiung der ril'sischen Sowjetrepublik ja nachweislich mitgewirkt hat. Wie die russische Regierung selbst zugegeben hat, hofft sie sich dadurch zu halten, daß auch in Deutschland und demnächst in ganz Europa die bolschewistische Idee nochmals zum Ausflammen konmien. In dem Bewußtsein, daß das deutsche Volk in seiner Raffe für die bolschewistischen Ideen nicht zu baben ist. wird plan- mäßig versucht, die Unzufriedenen und nach Möglichkeit Teile der oewaffneten Macht allmählich auf die schiefe Ebene zu bringen, in- dem man sie zunächst durch noch terroristische Reform- Vorschläge in Wideripruch mit ihren Pflichten unv mit der bc- siegenden VolkSregicrung zu bringen versucht. Allmählich sollen die Leute dann weiter gedrängt werden bis zu dem bolschewistischen -iadikalismuS, wie dies in einzelnen Fällen bereits klar erkennbar ist. Die Verrührten und Mitläufer sind sich nicht im mindesten be- 'mußt, zu welchen verhäiignisvollen Folgen eine bolschewistische Be- wegung in Deuischland notgedrungen führen muß, Ivo die Volks- .rnährung bisher nur mir einer fein gegliederten Organisation durchführbar war. Tie'Bewegung i« Magdeburg. Magdeburg, 8. November.(Eig. Drahtbericht d.„Vorwärts".) Hier ist heute morgen die Bewegung ausgebrochen. Sie begann damit, daß Teile des Artillerie-Reginicuts sich bewaffne� auf die Straße begaben, mildere Kasernen aufsuchten, sie zum Anschluß ver- anfaßten und die Militärgefängnisse öffneten. Sämtliche Militärgefangenen wurden befreit. Auch aus dem großen Justiz- gk'ängnis wurden alle Insassen herausgelaffcn. Die zunächst führer- . s? Bewegung gelangte gegen Mittag' in einige Ordnung, für dir beide sozialdemokratische Parteien die Führerschaft übernahmen. s wurde ein Arbeiter- und Soldaten rat gebildet, der «ich zu gleichen Teilen aus Vertretern der beiden sozialdemokrati- scheu Parteien und aus Vertretern der Soldaten zusammensetzte. ..'s wurde die Forderung formuliert und dem Generalkommando überreicht. Tic Offiziere wurden auf den Straßen von den Sol- rtcn zunächst ihrer Achselslücke und ihrer Waffen beraubt. Tic Soldaten drangen auch in da� Generalkommando ein und ver- anlahten dort die Offiziere, ihre Degen abzulegen, einschließ- iich des kommandierenden Generals. Rachmitiays fand auf dem Domplatz eine große Ver sei mm hing statt, au der Taufende von Soldaten und Arbeitern teilnahmen. Die Arbeiter oaben die Arbeit in den Rüsiungsbe trieben niedergelegt. Forderungen wurden aufgestellt, die ungefähr den Kieker und Bremer Forderungen entsprachen. Die Forderungen wurden abends dein kommandierenden General unterbreitet, der sie zu einem aroßen Teil annahm. Die Offiziere de, General- 'ommandoS stellen sich zu Be r w a l tu n gs z w e cke n zur Verfügung des Soldatenrates. Es wird eine Kom- Mission von Offizieren aus dem Generalkommando gebildet, die Der deutsche Rückzug zwischen Schelde und Maas— Nachhntkämpse— Teilkämpfe östlich der Maas. Berlin, 8. November 1918, abends. Amtlich. An der Westfront ruhiger Tag. Amtlich. Großes Hauptquartier, 8. November 1918. Westlicher Kriegsschauplav. Ter Franzose, der sich nordöstlich von O n d e n a a r d e erneut auf ö st l i ch r m S ch e l d e« f c r srstscütc, wurde im Gegenangriff wieder über den Fluß gcworsen. Zwischen d e r S ch e l d e und der MaaS haben wir die Bewegungen in letzter Nacht planmäßig wcitcrgcjülirt. Bor unseren neuen Linien entwickelten sich Nach- hntkäm pfe, die südlich der Straße Balencienucs— Möns, an der Sainbre, nördlich von AveSneS und auf den Maashöhcn südwestlich von Tedan größeren Umfang aniiahnie». Sic endeten, überall mit der Abwehr des Gegners. Der Feind stand am Abend östlich von B a v n i— nördlich von Av r S n r s— östlich von La Capelle— südwestlich von H i r s o n—südlich von Signy— L' A b b n q e, bei P o ix Vcrron und auf den MaaShöhen südwestlich von S c d a n. O c st l i ch d c r M a a s Tcilkämpfe in dem Waldgeländc westlich von B r a n d c v i l l c. Der Erste Generalquartiermcister. G r o e n e r. iilber militärische Angelegenheiten gemeinsam mit dem Arbeiter- und Soldatenrat Besprechungen pflegt. Die öffentliche Ruhe ist nicht erheblich gestört, der Bahnver- kehr ist zum großen Teil eingestellt, er wird aber morgen wieder aufgenommen werden. In einigen.Kasernen, Bekleidung?- und Proviantämtern hat die Zivilbevölkerung zum Teil P l ü n d e- rungen vorgenommen. Der Soldatenrat, der allgemein aner- kannt wird u-nd dem sich auch das Polizeipräsidium zur Verfügung gestellt hat, hat die Ordnung für die Nacht und die nächsten Tag« organisiert. Patrouillen ziehen durch die Stadt, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. Unter den Forderungen, die gestellt sind, be- finden sich auch allgemein politische, u. a. die der sozialen Republik und allgemeinen Demokratisierung Deutschlmids und der Bundes- ftaaten, ferner die Vereidigung der Armee auf die Verfassung. Oldenburg. Oldenbnrg, 7. Nobeinber. Heute mittag fand hier eine große Versammlung siait, die von den sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten geleitet wurde: sie verlief im all- gemeinen ruhig. Es wurde ein Soldatenrat ge- bildet und dann fand ein großer Umzug durch die Stadt statt, ohne daß Unruhen dabei vorgekommen wären, weil daS Militär sich in allen Teilen zurückhielt. Große �cile der in Olden- bürg liegenden Regimenter beteiligten sich nickt ai�der Kundgebung. Die sozialdemokratischen Leiter hielten streng auf Ruhe n n d Ordnung. Hannover. Hannover, 7. November. Nachdem sich heute morgen die Sol- baten und Pkatrosen des Bahnhofs und der militärischen Ver- waltungSgebäude bemächtigt hatten, herrschte tagsüber Verhältnis- mäßig Ruhe. Der vorläufige Arbeiter- und Soldatenrat hatte nachmittags nach dem Klagesmarkt eine Versammlung einberufen, in der die Reichsiagsabgeordneten Brey mid Fischer Ansprachen hielten und die Menge zur Aufrechtcrhaltung der Ruhe und Ordnung ermahnten. ES wurde beschlossen, sofort in Verhandlungen mit den Militär- und Stadlverwaltungen zu treten. Zu Zusammenstößen kam eS nirgends. Wilhelmshaven. Bremen, 6. November. Die„Weserzertung" schreibt: Nach Berichtenastskroisen gegen sich gesät hat. Llopü George gegen eine Irieüenskonferenz üer sozialistischen Internationale. Rotterdam, 7. November..Nieuwe Roiterdamsche Courant' zufolge erfährt der Londoner Korrespondent deS.Manchester Guardian', daß die Frage, ob eine internationale Arbeiter« und Sozialistcnkonferenz gleiibzeitig mit der Friedenskonferenz ab- gehalten werden solle, dem Premierminister vorgelegt wurde und daß Lloyd George sehr dagegen ist. Es ist fast sicher, daß die Regierung für eine solche Konferenz keine Pässe erteilen wird. Die Wahlen in üen vereinigten Staaten. Amsterdam, 5. November. Aus Washington wird gemeldet: Die„Assoc'aied Preß" teilt mit: Nach den bis gestern mittag vor- li�enden Stimmen sind die Republikaner wenigstens der Hälfte der Sitze im Senat und einer entschiedenen Mehr- Veit im Kongreß sicher. DaS Gesamtresultat der Wahlen vom Dienstag ist jedoch noch nicht vollständig bekannt. Michigan und Idaho ist sich noch bezüglich der Wahlentscheidung zwischen dem republikanischen Kandidaten Henry Ford und dem Senator Nugger von Idaho im Zweifel. Die Demokraten melden klein« Verluste an Stimmen gegenüber dem republikanischen Kandidaten. Der frühere Gouverneur Goading zweifelt an den Ausgang der Wahl zwischen Senator Fall(Republikaner) und Walton i Demokrat) im Staate Neumexiko. Man glaubt an eine Wiederwahl von Fall. So würden dann die Re p u b l i k a' r n a t o r e n gegen 46 für die Demokrater mpf hervor- treiÄi. Solange jedoch in Michigw Entscheidung gefallen ist, ist über das endgültig-,»t nichts zu sagen Die Lage im Reprafentanten.' folgende: Republikaner 238, Demokraten 184 Si bhcmgiger und 1 Sozialist komme». Die Bertrauenslcutc treten morgen vormittag noch einmal zu einer Sitzung zusammen. Durch einstimmige Wahl ist ein aus 16 Per- sonen bestehender Aktionsausschusi eingesetzt worden. Linsingen geht! Wie wir hören, hat der Oberkommandierende in den Marken, Generaloberst v. L i n s i n g e n, gestern in später Abendstunde seinen Abschied eingereicht. Damit tritt zunächst nur der Chef des Stabes, Oberstle-utnant v. d Berge, an die Spitze des Oberkommandos. Es handelt sich darum, nicht nur Personen, sondern auch Einrichtungen und An- Ordnungen zu beseitigen. Eine unhaltbare Verhaftung. Der Parteisekretär der Unabhängigen, Ernst D ä u m i a, ist gestern mittag um 1 Uhr an der Marschallbrücke festgenommen worden. Die Festnahme erfolgte anscheinend auf Anordnung des Oberkommandos in den Marken. Mastenrücktritt preustisiher Ministee. Berlin, 8. November. Tie Herren Staatsminister Drews, Schmidt, von E i s e n h a r t und H e r g t haben ihre Eni- lassung erbeten, auch hat der Herr Staatsminister von Waldow erneut seine Verabschiedung nachgesucht. Das Abschiedsgesuch des Herrn Staatsministers von Vreitenbach liegt bereits seit längerer Zeit im Kabinett. Zur Groß-Deutsthlanö! Folgender Aufruf geht uns zu: An unsere Mitbürger! Wir halten für erforderlich: sofortigen Zusammentritt einer Nationalversammlung aus allen deutschen und deutschösterrcichischrn Gauen, die sich dem neu zu begründenden Großdentschland an- schießen wollen.(Sobald der Zuiamimentritt der Deutschen Nationglversammlung erfolgt ist, übernimmt er vom Reichs- tag und Bundesrat die Leitung aller Geschäfte.) Hauptaufgaben der Deutschen Nationalversammlung sind: I. Fmedeusschluß; II. Volk Sern ährnng und Uebergangswirtschaft; III. Bestimmung der Verfassung von Großdeutschland nach In- halt und Form. Wir fordern unsere Mitbürger auf, sich unserer Kundgebung in der Press« und in Versammlungen anzuschließen und den sofor- tigen Zusammentritt der Deutschen Nationalversammlung durch Wahl von Vertrauensmännern vorzubereiten. Zustimmungserklärungen zu der Forderung der Deutschen Nationalversammlung sind zu richten an Dr. Leo A r o n s, NW. 23, Brückon-Allce 3. Demobilmachungsfragen. Am Freitag fand im Reichswirts schafisamt sine Sitzung über Groß-Berliner Demobilmachungsfragen statt. Oberbürgermeister Mermuth schilderte die ganzen bevorstehenden Aufgaben sowie die bisher getroffenen Maßnahmen. Im Lause der Verhandlungen wurde die Notwendigkeit hervorgehoben, in aller- kürzester Frist die Bekanntgabe der Richtlinien für die Erwerbs- losenfürsorge herbeizuführen, ferner die Zuführung� der Heeresentlassenen in ihre alten Arbeitsstätten unter weitgehendem Ausbau der Arbeitsnachweise, die Ueberleitung der Heeresbestände an Rohstoffen, Halb» und Fertig- erzeugnissen für Bekleioung zum bürgerlichen Be- darf, die Schassung besonderer Reserven, um die Versorgung der Großstädte sicherzustellen, endlich die Bereitstellung fern Baumaterialien. Die Vertreter der Industrie crklärien sich bereit, unter Zurückstellung des Verdienftmomentes für die weitgehende Ein- stellung der Arbeiter zu sorgen. Sämtliche anwesenden Gemeinden erklärten sich entschlossen, in engem Einvernehmen miteinander in einer freien, die eigene Initiative am rechten Ort ermöglichenden Weise zu arbeiten._• Geschichte— keine Greuelgesthichten! Was sich dieser Tage in einer Reihe von deutschen Städten abspielt, daS gehört, man mag dazu stehen, wie man will, der Geschichte an. Es sind Vorgänge von ungeheuerer Trag« weite und von einer Bedeutung für die Zukunft, die nicht abzu- sehen ist. Mag die Bewegung hier oder dort über daS Ziel hinausgeschossen sein, zweifellos steckt ein gewaltiges Quantum polililchen Idealismus in ihr und das Blut, das dabei geflossen ist, war nicht schlechter als das der Schützengräben. Dieser Siandpunkt muß betont werden gegenüber Versuchen der reaktionären und bürgerlichen Presse, aus der großen G e- schichte eine Anzahl Greuelgeschichten zu machen. Der amtliche Bericht vom 7., der vont„Vorwärts' bereil? kritisiert wurde, hat leider den Anstoß hierzu gegeben, indem er seinen Mangel an tat- sächlichem und posilivem Inhalt unter einer Fülle sensationeller Einzelheiten gruseligen Charakters zu verbergen sucht. Ganz ähn- lich ist auch der amtliche Bericht vom 8. mit seinen Herabsetzungen und Verdächtigungen ausgefallen. Das Gejammer über»ruifische Einflüsse' namentlich ist kindisch, das ist die Neuauflage der .Polen, Juden und Franzosen' von 1843. Möge die Regierung schleunigst dafür sorgen, daß diese Stilübungen eines unreifen Leutnants aus amtlichen Berichten fortbteibenl Tie kehr unliare Geschichte von den zwei in Hamburg angeblich getöteten Frauen ist für die reaktionäre Presse das Signal. Die .Deutsche TageSzcilung' die wegen unserer zwei Millionen Toten des Weltkrieges niemals mit der Wimper gezuckt hat, schreit über diese 2 Frauen Schmach und Schande auf das deutsche Volk. Dabei kennt niemand in Berlin auch nur den ungefähren Hergang der Sache, niemand weiß, wem diese Tat zur Last fällt(falls sie sich überhaupt ereignet bat). Die»Deuiiche Tageszeitung' aber tobt: .Die Anarchie, nicht die Revoluiion, erhebt ihr Haupt, b l u t- triefend, lasterhaft, alle tierischen Instinkte ent- feflelnd'. AuS den.herrlichen Blaujacken' von gestern sind heute in der„Demichen Tageszeitung'„Pöbel' geworden. Denn:»nicht das Proletariat, der Pöbel hat gesiegt'. Gibt es eine Heuchelei, die größer wäre? Wir dürfen nicht vergessen: die Lerne, die hier entsetzt aufschreien, sind die gleichen, die uns den Krieg als ein reinigend sittliches Stahl« b a d deS Volkes gepriesen haben. Was aber würden selbst noch viel schlimmere Vorgänge in Hamburg bedeuten gegen die un- geheuere Verrohung und Verwilderuug, gegen die«nillioneufacheu Greuel des Krieges?! Was die reaktionären Blätter treiben, ist einfache Stimmungsmache, um Angst zu erzeugen. Genau so hat man schon 1848 und 1789 operiert. Aber indem wir diese Heuchelei erkennen, erwächst der Ar- beiterichaft auf der anderen Seite die Pflicht, diesem Treiben keinerlei Nahrung zu geben. Was auch immer kommt, eiserne , Disziplin und Besonnenheit ist notwendig, Unterdrückung aller licht- 1 scheuen Elemente, die in der jetzigen unruhigen Zeit im trüben fischen möchten. Mag die Umwälzung in Deutschland, wie wir hoffen, einen ruhigen Eharakier tragen! Immer soll der Verlauf so sein, daß er der Arbeiterschaft und den Soldaten vor Gegenwart und Zukunst zur Ehre gereicht._ Gilöung von wolmtmgsverbänöen. Der Bundesrat bat am Donnerstag eine Verordnung über die Bildung von Wobnungsverbänden beschlossen. Dieser Ent- Wurf gibt den Gemeinden, Gutsbezirken und Gemeindeverbünden das Recht, sich zur Vorbereitung und Durchführung von Not- matznahmen zur Bekämpfung des WohnungS- mangels mit staatlicher Genehmigung zu Wohnungsvcrbändcn zusammenzuschließen. Erfolgt ein solcher Zusammenschluß nicht, obwohl die Landeszentralbehörde ihn für notwendig hält, so kann die letztere den Zusammenschluß anordnen. Sie bestimmt nach An- hörung der Beteiligten die nähere Gestaltung des Wohnungsver- bandes, insbesondere seine Verfassung und Verwaltung sowie die Regelung der Aufbringung des Geldbedarfs. Die Verordnung soll mit ihrer Verkündung in Krakt treten und bis spätestens 31. März 1924 Geltung haben. Einen früheren Zeitpunkt de? Außerkrafttretens zu bestimmen, ist dem Reichskanzler vorbehalten. Die Verordnung bezweckt, die Durchführung von Notmaßnah- men auf dem' Gebiete des Wohnungswesens in Gemeinden, welche wirtschaftlich öder räumlich zusammengehören, zu erleichtern, ins- besondere zu verhindern, daß ein Gegen- und Neben- einandcrarbeiten einzelner Gemeinden unter Kräfte- und Geldvergeudung stattfindet. Für die Bildung eines Wohnungsverbandes kommen in erster Linie die Gemeinden von Groß-Berlin in Frage. Hier haben schon seit Monaten Verhandlungen über den freiwilligen Zusammenschluß stattgefunden, die aber leider zu einem Ergebnis nicht geführt haben, so daß die Landeszentralbe- Hörde auf Grund dieser Verordnung nunmehr sich vor die Frage gestellt sieht, den Zusammenschlust anzusrdncn. Es ist über nicht ausgeschloffen, daß auch in anderen Gegenden des Reiches ein derartiger Zusammenschluß sich als notvoendig erweisen wird; deswegen erschien es angebracht, die gesetzliche Grundlage für einen solchen Zusammenschluß im Wege einer Bundesratsverordnung zu erwirken. Oberost setzt Scheidemann und Bauer ab. In Wilna erscheint als offizielle Armeezeitung der 10� Armee die„Wacht im Osten", die io deutsch ist. daß sie statt November„Nebelung' sagt. DaS Blatt ist schon öfter von uns zitiert worden, weil es ganz im- gescheut alldeutsche Propaganda in der Armee zu machen suchte. Jetzt muß es den Aufruf der neuen Volksregierung abdrucken, der ihm sicher in Ton und Inhalt gar nicht genehm ist. Aber die Armeezeitung weiß sich zu rächen: Unter dem Nulruf stehen die Unterschristen sämtlicher Staatssekretäre, aber die Namen vou Scheidemann und Bauer sind fortgelanenl— Selbst hier zeigt sich noch die passive Resistenz deS Militarismus. Industrie und Kandel. Schließung der Börse. Der Börsenvorstand hat beschlossen: „Mit Rücksicht auf die im Eisenbahn-, Post-, Telegraphen-»ttd Tclcphonverkchr eingetretenen Störungen» die eine ordnungZ- gemäße Feststellung von Börsenpreisen verhindern, hat der Börsen- vorstand beschlossen, heute, am 8., und morgen, am 9. November, eine Börsenversammlung nicht stattfinden z« lassen und die Börsen- säle geschlossen zu halten. Wenn der Börsenvorstand am Montag keinen neuen Beschluß faßt, findet an diesem Tage Börse statt." Ein Mitarbeiter dar„Pol. Parl. Nachr.' hatte eine Unter- redung mit dem Direktor der Dresdner Bank, Herrn Herbert Guttmann. Auf die Frage nach den Gründen der Börsen- schließung und dem Verhailien des Publikums antwortete Direktor Guttmann: „Die Berliner Börse ist eine deutsche Börse und bietet ein voll- kommenes Abbild des gesamten geschäftlichen Lebens des ganzen Deutschen Reiches. Berlin ist heute von allen Verbindungen ab- geschnitten. Ließe man die Börse weiter funktionieren, würde sie zu einer lokalen Institution herabsinken, gewissermaßen Inzucht treiben. Das widerspricht ihrem eigentlichen Beruf. Aus dem Publikum liegt kein starkes Angebot vor; eS sieht den Ereignissen ruhig und gefaßt entgegen. In Finanzkreisen ist man allgemein der Ansicht, daß kein Anlaß zu einer Panik vorliegt und die gesunde Vernunft die Oberhand gewinnen wird. Letzte Nachrichten. Eine Deputation öer Regierung begibt sich ins Hauptquartier. Die Staatssekretäre Dr. S o l f und v. Waldow sowie der Chef des Geheimen Zivilkabinctts v. Delbrück sind in der letzten Nacht ins Hauptquartier abgereist. Volksbewegung in Polen. Krakau, 8. November.(Hollandsch Ntenwsbureau.) Nach hier eingelaufenen Meldungen aus Warschau nimmt die Lage in Polen eine ernste Wendung. Unter Führung von DaszynSki und Witus ist ein Direktorium des polnischen Volke? gebildet, welches die Regierung antreten will. Das Direktorium hat eine Kund- gebung erlassen, in der der Rcgcntschaftsrat für abgesetzt erklärt wird. Die Bewegung im Reich.— Köln. Berlin, 8. November. Aus Köln liegen Meldungen vor, daß der Arbeiter- und Soldatenrat die Kontrolle über alle Soldaten übernommen hat. Die Bahnhofskommanidantur und alle militäri- schen Wachen sind durch den Gouverneur zurückgezogen worden, der heute mit dem Arbeiter- und Soldatenrat verhandelt. Zu Zusammenstößen ist es bisher nicht gekommen. Die Bahnhöfe sind durch den Arbeiter- und Soldatenrat besetzt. Die Amerikaner in Sedan. Der amerikanische Bericht vom 7. November nachmittags meldet: Gestern 4 Uhr nachmittags haben sich vorgeschobene Truppenteile der 1. amerikanischen Armee des auf dem Westufer der Maas gelogenen Teiles der Stadt Sedan bemächtigt. Die Brücke, welche über die Maas, zu dem anderen Teil der Stadt führt und die von feindlichen, aus dem Rückzpz befindlichen Truppen überfüllt war, ist zerstört worden. Die Stadt ist in Brand gesteckt und die Eis en bahn brücken sind ebenfalls zerstört worden. Die wichtigste Seitenverbindung zwischen Metz und den deutschen Truppen, welche noch Frankreich und Belgien besetzt halten, ist gegenwärtig dank der Erfolge der amerika- nischen Armee abgeschnitten.__ Die VerkehrSschwierigkciten. Amtlich wird mitgeteilt: Nachdem der Eisenbahnzug- verkehr auf den von Berlin ausgehenden Dtrecken ganz oder zum größten Teil bis auf weiteres eingestellt ist, man- gelt es an ausreichenden Befördcrungsgelegenheitcn für die hier zur Post gelieferten Wertsendungen. Die Annahme von Geldb riefen und Wertpaketen seitens der Postanstalten in Berlin und den Vororten ist deshalb vorläufig n«t«r» sagt worden. GroßSerlln Das Serliner Straßenbilö verriet auch am gestrigen Freitag äußerlich so gut wie nichts von den weltgeschichtlichen Ereignissen, die sich inner- halb seiner Mauern abspielten, und von den Stimmungen und Leidenschaften, die die Seelen der Einwohner bewegten, erschütterten und berauschten. Nach dem unerforschlichen Rat- schluß des Oberkommandos war Berlin von aller Verbindung nrit der Außenwelt abgeschnitten, und so konnten denn die sattsam bekannten Nachrichten aus„sicherster Quelle" unbe- hindert kursieren, und die wahnsinnigsten Gerüchte fanden gläubige Ohren. Wenn die Militärbehörde etwa die Absicht gehabt hat, beruhigend auf die Bürger einzuwirken, so darf man ihr das Zeugnis nicht verweigern, daß sie mit der völligen Isolierung Berlins die denkbar wirkungsvollste Maßregel ergriffen hat. um diesen Zweck zu vereiteln. Auch sonst war es das M i l i t ä r und n u r das Militär, das dem äußeren Bilde Berlins gestern ein vom gewohnten abweichendes Gepräge gab. Die zum Schloß führenden Straßen waren mit Mili- törposten besetzt. Auch auf dem Dache des Schlostes selbst er- blickte man Soldaten, und man geht wohl nicht fehl mit der Vermutung, daß hier in Bereitschaft gehaltene Maschinen- g e w e h r e des Wirifes harrten, um einem unbotmäßigen Volk die letzten Grüße des scheidenden Militarismus zu übermitteln. Obgleich der Schinkelplatz abgesperrt war, standen während der Mittagsstunden zahlreiche Neugierige in der Nähe der Kommandantur umher, wo sich um 12 Uhr die ist Groß-Berlin auf Urlaub weilenden Offiziere dienstlich zu melden hatten. Die Herren erschienen zum Teil in feld- marschmäßiger Ausrüstung. Was a. v. und g. v. war, wurde nach Angabe seiner Adresse entlassen, was k. v. war, wurde zurückbehalten. Als schließlich auch S a n it ä t s- Mannschaften und Krankenschwestern in der Kommandantur verschwanden, erkannte das Publikum mit Befriedigung, in wie humaner Weise die Militärbehörde auf sein Wohl bedacht ist. In den Abendstuniden bewegten sich größere Menschen- mengen durch die L i n d e n. Es war aber kein Publikum, gegen das man Geschütze aufzufahren pflegt, sondern die ele- ganten Pflastertreter der Tmientzienstraße hatten ihre Per- darningspronumade gestern hierher verlegt, um bei eventuellen historischen Ereignissen zugegen zu sein. Es gab aber nichts dergleichen, und die Sttmmung war im allgemeinen gedrückt und dumpf. Wesentlich munterer ging es am H a l l e s ch e n T o r zu, als einige mit Jägern und Maschinengewehren beladene AutoS ihren Einzug hielten. Herausfordernde Kampfgesänge tönten von den Lippen der jungen Krieger, die, wie einer von ihnen dem Publikum mitteilte, zu jener Truppe gehörten, die einst in F i n n la nd die Rote Garde nieder- g e— kämpft hat. Am späten Abend sind dann an einzelnen Stellen, z. B. in der Krnppstraße, am Alexanderplatz und in der Dorotheen- straße, Maschinengewehr- und Artillerieabteilungen auf- gefahren, doch sind uns trotz dieser militärischen Maßnahmen Nachrichten von irgend welchen Ruhestörungen bis zum Re- daktionsschluß nicht zugegangen. * Berlin, 8. November.(Amtliche Meldung.) Die gestrige An- ordnung über die Einstellung des Prsivattelegramm- und Fernsprechverkehrs ist aufgehoben. Wegen Bahnsperre und Papiermangel mutz der.Vorwärts' vorläufig in vcningeriem Umfang erscheinen. Auch die Jnserale müsien Herne entfallen. Einen Antrag auf Eingemeindung sämtlicher Bororte hat die unabbängige Fraltion der Berliner Sladtverordnetenversammlung eingebracht. Tie Milchlieferung stockt, und um wenigsten? die kleinsten Kinder und die Schwerkranken zu versorgen, ist für heute folgende Be- lieferung angeordnet worden: Auf die.Ä-Kaiten 1li Liter, auf die ■BI-Karten'/s Liier, auf die BIl-Karien'/e Liter, auf die>/, Liter» Kranlenkarten llt Liier, auf die 1 Liter- und% Liter-Krankenkarten iowie auf die Korten für werdende Mütter die»ollen Mengen. stür den Ausfall wird den Kindern im b. und S. Lebensjahre Lz Pid. Näbrmiltel tHofei flocken, Krietz, Graupen) verabfolgt. DaS Nähere wird alsbald bekannt gegeben. Ter Verkauf von Mohrrüben und Zwiebeln beginnt heute in den Bezirken der Brötkonimiffioncn Nr. ILO bis 133, 15l bis 163, 168 bis 170, 173, 17ö. 182, 18ö, 187 bis 190, 198, 205. 207. 211, 215, 233, 236, 237 und 241. Neukölln. Lebensmittel. Vom Sonnabend, den 9., bis Mitt- woch, den 13. November, dürfen in den städtischen Verkaufsstellen auf die Vollmilchkarte A I fröre Farbe) und A ll flila Farbe) 500 Gramm Kindergerstenmehl entnommen werden. Pankow. Verkauf von Zwiebeln. Den mit dem Verkauf von Speiiekartoffeln betrauten KteinhandelSgefchäfien find Zwiebeln zum Verkauf überlasten worden. Auf Abschnitt 76 der Groß-Berliner Lebensmittelkarte entfällt ein Pfund<32 Pf.) FriedrichSfclde. Lebensmittel. In den nächsten Tagen erhalten Kinder vom 3. bis 6. Lebensjahre je ein Pfund Malzextrakt <2 20 M.f. Kinder im 2. Lebensjahre erhalten je ein Paket Hafer- mebl<35 Pf.) gegen Bezugscheine, die im Einwohner-Meldeamt, KarlShorst, Dönhoststr. 81, bzw. Friedrichsteide, Wilhelmftr. 1, ausgegeben werden. Als Ausweis ist die Haushaltungsliste vorzulegen. NowawcS. Lebensmittel. Es werden ausgegeben: 1 Kalkei auf Abschnitt 26. 100 Gramm Grietz aus Abschnitt 21 für Jugendliche. Die Waren sind heule und morgen in Empfang zu nehmen. Groß-Serllner partelnachrlchten. 48. Kommunalwahlbezirk. Sonntag, den 10. November, vormrnags 9 Uhr, findet für den 48. Kommunalwahlbezirk eine Flugblattverbreiinng statt. Die Mit- glieder werden ersucht, zu der angegebenen Zeit im Zentralwahl- bureau bei LewandowSti, Seestr. 104, Telephon: Moabit 3102, zu erscheinen. SIllgrweine Fawillensterbekafse. Sonntag, den 10. November: Zahl- und Ausnahmklag von 3—« Uhr im Rcltauranl ISerichlstr. iLtI3, am Sonnabend, 16. November, in Witdau(Wildauer Hos) von 3-4'/, Uhr. Zlltgomeine Krniikrii- und Srrrbetaffe»er ivtetallarbetter. 68. a.(S. Hamburg.) Filiale Berlin 4. Heute abend 8'/, Ubr Mitgliederversammlung beiR. Heinrich, Gr. Franlsurter Str. 30. Ge«innansj«s der 12. Preußisch'Siiddentschc« (•ä?8. Könialich Preußischr«) Kiass-nlotterie In der VormittagS-Ziehnng wurden Gewinne über 240 Mi. gezogen: 2 Gewinne zu 10 000 MI. 27912 6 K-Winne zu 5000 Mi. 151211 178240 212402 73 Aew'time zu 3000 Mk. 25937 40317 42032 44466 48903 65740 64309 73491 76557 78203 80633 8784B 92051. 942S4 107258 107561 107836 109684 110576 128326 184295 135957 138120 147283 1.632S2 172637 176850 188891 191884 19427» 196989 203728 207113 207473 208128 209219 214967 221151 228039 114 Gewinne zu 1000 Mk 8159 9594 23551 26630 86998 37075 39507 43145 62095 62564 65620 68755 69890 70048 71284 73240 61132 83166 84262 86738 86761 89205 86279 90673 91256 91365 100722 110207 112805 121396 128531 135726 136242 138473 140497 144690 146252 146369 149638 160172 151611 169968 163816 170200 170844 173559 176337 177722 178982 132125 185435 196206 216794 224288 226592 227674 228917 228 Gewinne MI 500 Mk. 475 1405 4607 6153 6372 11636 18358 19770 229)2 23925 28760 28803 31100 31124 82392 33491 34304 35513 37610 42160 43133 44813 45818 47281 60173 52205 54973 56145 56535 61178 62669 658.31 66288 67942 70131 70416 70757 71652 72410 72473 75006 76900 77612 79519 80060 80700 81103 91599 91649 91984 95480 995113 100728 103927 108411 107406 111554 112101 113240 114524 118196 119541 119583 119840 126628 134403 139396 140989 142429 145098 147176 147385 146836 151562 154834 166042 167065 158653 159355 169797 159912 162929 164272 163573 172357 172866 17a829 177747 178706 180950 182028. 182399 185163 187260 188776 189281 191087 191750 193245 195906 198241 198350 203909 205707 209868 210133 211768 214512 216460 216996 222718 222750 230612 232349 In der Nachmittags«Ziehung wurden Gewinne über 210 Mk. gezogen: 6 Gewinne zu 15 000 Mk. 27765 33778 156504 4 Gewinne zu 10 000 Mk. 154560 172199 8 Gewinne zu 5000 Mk. 25470 77087 99891 139084 58«-Winne zu 3000 Mk. 7930 9577 41168 60330 57648 60370 72072 87731 90170 98140 96267 106094 106218 107394 118464 122153 124167 126752 137507 145155 156458 168868 164274 177384 184892 197247 214935 217906 230944 164 Gewinn« zu 1000 Mk. 2227 11198 11508 11733 12848 16667 16627 16526 20749 21765 21052 26739 31471 31694 39626 46749 49879 61062 54422 54268 55086 57332 62417 62426 63531 66748 74070 76882 77114 77719 81427 81992 81993 87982 89700 90263 97438 97747 98917 103320 105920 108647 112136 115417 115631 116460 117221 121790 123838 124188 130403 131431 133088 137564 138904 150230 152177 158023 160538 170222 171913 178403 181776 183174 183866 190605 198223 200041 204090 206285 207096 207347 207619 210882 212114 221199 224961 229095 230316 232886 233910 162 Gewinn« zu 600 Mk. 5012 8861 15842 19005 22573 23764 24744 25702 30101 30619 32493 38197 40392 42291 49984 50369 51785 55289 55757 59139 67978 69484 76132 77873 82208 82645 88700 89405 90338 90508 91864 96844 98805 107673 109794 114380 115728 118280 119919 121372 122879 126502 126826 128451 128829- 181631 134018 136819 140077 140101 140874 144447 144874 145349 145731 151 149 152306 152757 157847 169172 161138 162948> 63647 165488 168575 168827 169547 177742 185248 197682 200636 201665 207862 2140Ö0 218770 221224 226022 230473 230625 233279 233499 verantwortlich für Poimt: Erich Sanne», Berlin: wr den übrigen Teil des Blattet Alfred Schot». Neuwlln. für Anjeigen Tdeodbr SltoSe, Berlin, vertag: BorwSrtS-Ncrlag Öl. rn d. H.. Berlin. Druck.BorwSriS-Buaidruckeret und verlagSanIIalt Baut Singer u. So. In Berlin Lindenftrabe 3. Direktion Max lieinvardt. Deutsches Theater 7 Uhr: Fanat X. Kammerspiele S Uhr: Schcltephanfcn. Kleines Schauspielhaus Fasanenstraße 1, Fortal 5. 7»/, Uhr: Uesponetersonale. Volksbühne Theater am Bülowplata. Direktion Friedrich Kayßler. 7'/, Uhr; Jlnß IUp itlaS. Lessing-Thealer. Direkt.; Viktor Barnowsky. T'/j UV: Der Marquis von Xeith. ötg.: Der Marquis von Keith. ßeiitselies Künstler-Ttieater. Allabendlich 7'/, Uhr: lVachtbeicnchtang-. Aafordtetaoiiü;. Theater d Königgrätzerstr. 7'/4 Uhr: Itosinergholni. Komödienhaus 'lt8 ü.: Dio tanzende Nymphe. BerlinerTheater 7 Uhr: Sterne, die wieder leuchten. Casino-Theater. Lothringer Str. 37. Tägi.>/.8 ll.: Nur noch bis 11. November der»rjolgreiche Posfen-Tchlager »Uli Mi miii miedet! Dienst.. 12. Nov.. zum 1. Mate: Tie goldene Priicke. Sonnt. 3'/,: Der Taugltng. Theater her Frieslriehstaitt. Ecke Friedrich- n. Limenstr 7"/, Uhr. TägL: Nord. 8650. Kaiserplatz 3, 1 Tr, v. Möllendorff. Georg. L. Holms Sonnabend u Sonntag 81/,: Hansel u. Grete! im Zauberwald. Theater iür Sonnabend, 9. November.; JEnstaplelhans Central-Thenter uhr: Bie Ecse m Stunhiil. Oeataches Opernhaa« 7 uhr: Eugen Onegin. Friedrlch-Wilhelmst. Ibeater 7'/, uhn Banneii. Kleines Theater s üv: Alt-Nörnberg. Komlnche Oper TV-Seöwarzwaliiiiiäilel. Stg 3'/.! Schwarzwaldmädel. Metropol-Theater \o: Die Fascliinssfee Neues Operettenhaus 7*/, uhn Das sOßc Mädel. Stg. 3ll,: Der Soldat der Marie. Palast-Theater 3*/. Uhr: Phiiotas. Der zerbrochene Krug. uhr: Der Stralauer Fisehzug. Tl. Uhr: : Die spasische Fliege. Resldens-Tfaeater 7',. vhr- Liiii Grün. Hchiiler-Th. Chnrl. 3 Uhr: Wilhelm Teil. '•i. Hamiei. HITIONIL-THEITER_ CüpenickorStr. 68. Tägl. 71/,! 5 Min. Jarmow.-Br. Ganz Berlin spricht von; fdsizegiiieSse. Operette von Walter Bromme. SonnlrK 3'/, Uhr: Studentenliehchen lOperotte.'i Vorvk v. 10U. nnunter brechen Thalia-Theater SV.; Reise ins Schlaraffenland. uhr: Batsr(UiBhenlLiDde. Theater am Nollendorfplatr S'/.Uhr: Kabale und Liebe. 7 Uhr; Ct� in der Concordia, Andreasstr. 64. > Kosc-Thcatcr Sonntapf. den 10. Nov. naohnnttags 3 Uhr: Oper in vier I Akten von[ Flotow. Clrcu«"53 JOMSCll, TS�l. 71/,. Sonnt. 3V,u.7»/t Katzensprung ans d. Zirhasknppel. Die besten Drabtseilkünstier 3 Veras sowie das übrige grolle Zirkus Programm. Zum Schluß; „Oberon" Phantastische Wasser-Pantomime Sonntag 31/, Uhr: Httnsel und Gretel. Theater des Westens 4 Uhr; Aschenbrödel. 71'« uhr: Die lustige Witwe mit Guido Thielscher. Wallner-Theater ti, uhr Gral Babenielits, Sonnt. S1/. Uhr: Frühlingsluft. Walhalla-Theater. Uhr: Aupst der Starke. Rose-Theater. 3>i, ü.: Kchneewittehen. 7'/, Uhr: Gastsp. d. Friedr.- Wilhelmstfidt, Theaters: Das Di-eimHdcr liiaus. Trianon-Theater 8h!. Frledrlohstr. Ztr. 4027.239t Nachm. 4 Uhr, kl. Preise: Bäusei und Gretel. TigUch acht Uhr: Der gute Ruf von Hermann Sudermann, Ida WUst. Bruno Kastner. Emma Debner. Hugo Flink. Gania. Schönfeld Tollen. Sonntag 4: iohannlsfeuer. Jlittw. 4: Hänsel und Grctet. Donnerstag 4: Rotkäppchen. Schlcßbrauerei Schöneberg 122—123 Hauptstr. 122-123. Täglich Gr. Etiren-Ringkämpfe u. a. Weltmeister-Ringer Hans Schwarz vorher das hervorragende Varletö-Programm. Kassen-Eröffnung 7 Uhr. Der Film zur richtigen Stunde: Ferdinand Lassalle. AnfanK: Wochentags 5 Ubr und 8'/, Ubr. Kabarett Tivoli --------- Bunte Vorträge--------- Splclfolee vom 1.— 15. Kovember: Carla Brand, Anor Zable, Harry Sänger, Anni Wilkens-Schulhof, Alois Kracmer, Schwestern Lflck, Paul König, Vettori? Kracmrr-Wolff. 1 ftgllrh zwei Kapellen. Anfang wochent. 7, Sonntag nachm. 4 Uhr. Kottbuser Damm 95 Henry Bender Gisa Kolbe Otto Röhr Hnmörist am Flügel sowie der Grolle bunte November-Spielplan 12 Kinislkfäile 12 Ädmiralspalast. Die Prinzessin von Tragant. Wer ist die Schönste? Aajdzi'.i. Tl. Uhr. Friednchstr, 218 Dir.: James Klein. 7'it Sonnt»'/, u. 7» J Die Well Kükük Lichtspiele Große FranLter Str. 28, a. d. Andreasstratlc. Ernsl Reicher als Detektiv Stuart Webs in Der Teufelswalzer. Anfang 6 Uhr. Speziaiam Dr. med. I.aabs beb. tchncll, grünbi., mögt. IchmerztoS u. obne Beruisftor ässohlechtskrankhelt.,. geheime Kaut-, Harn-, Frauenleiden, Schwlche. Smobteite Vlctbebeti Harn- und Blutuntersuchung. KSöigstr. M mlÄ. ~br: 0— In t—« Sonnt. 10— 1 ÄÄll SpeziaUrzt Deutfcfttr filttallarbellcr' Verbard Verwaltunqsstelle Berhr. Den Milgliedeti: zur Nachricht, bar, unser Kollege der Schteiscr August Bachmann, Görlitz er Str. 89, gestorben ist. Dt- Beerdigung findet beute Sonnabend, den 9 No- vemver, nalbmittags t Ubr. von der Leichenballe des Einmaus-KiribboteS in Neu- lölln, Hermannstratze, euä statt. Rege Beteiligung wird crtGriet. Den Mitgliedern zur Nachricht. boB iinserc Kollegin. die Aibeiterin Fsiöua Svliuh. Hochiliatze 22. am 6. Rovbr. gestorben ifi. Die Beerdigung findet am Sonnlag, den 10. November, nachmittags 3 Ubr, von der Leichenhalle des neuen PauiS-KirchboseS in Plötzen- jee aus stalt. Rege Beteiligung wird erwartet._ Den Mitgliedern serner zur Nachricht, da» unsere Kollegin, die Arbeiterin Fsiella Imbryczkowski, CotbennlsfiraBe 14, am 4 November gestorben ist Die Beerdigung findei am Montag, den II.Novembei, nachmittags 3 Ubr. von der LeichenhaUe des Aui ernehungS. Kirchhofes In WeiB-nsee.LlchtenvergerStr. auS statt. Sdre ihrem Rndenke«: Rege Betelligung wird erwart et. Die Drisverwaltung Große YanetA-Äus- stattunesschau in vielen Bildern mit Santa Söneland Ernst Lubitscl) usw. Sonnt. 3';, Uhr jeder | Erwachs. 1 Kind frei 1 1 I Reichstiaüen-Tlteatsr. Allabendlich 71/, Uhr und Sonntag nachmittags 3 Uhr: Stetliner Sänger. Nachmittags ermiS. Preise! Dr. med. WockeBfon WNddW.IfisÄ:»:,?. fOrSyphllis.Ham-u. Frauenleiden Blutuntersuchungen. Sohneile, sichere, tohmerziose Hellung ohne BerutssMnmg. Teilzahlung �pezialarzt Dr. med. Hascht, C-' birelt am gdtbabnh. 1 meiden, Ii erzioie, ■.. rulS. anmg. Mätz. i- Spr. 10—1 . 11— l.• Zum Sterbetage unseres gelieblenSobnes und Bruders, des Musketiers Emst Leulner. Und wieder brach der Tag heran, voll Kummer und voll Schmerz, der Dich uns raubte, unicrn Stolz, jo jung, so schön, so start. UnS ist es so, als lebtest Du, nur fern von uns, so lern; e« wird auch.ewig bleiben so, wir. hatten Dich lo gern. 81SI Seine Eltern und Geschwister.