Ur.NO. 33. Jahrg. Bezugspreis: S>erl«liibri.S.«0MI. monatl� l.ßvMl. frei in- Hau», dorau��ahibar. Einzelne Kummern 10 Piennig, Boltbeiug: Monaiuch, vom Polilchaller abzubolen 1JBC Mi, vom Brie! träger ins Haus ae- bracht l.St Mi ilnlei iireuzbanv für Deuilchiar d und Oeiierreich- Ungarn Mi. für das übrige Ausland 6,60 Mi. monatlich, üeriand ins fteld deidlrelter Beliellungmonall 2,— MI. Bosibellellungen nebmen an Däne- Marl. Holland. Luxemburg. Schweden und die Schweiz, irngerragen in dt« Cc't-'ieitunfls-BmSIlIte. Erichcini täglich. n i Zeiegramm- Adreff« »Eoztaldemotrat•öerün*. c Veelinev Volksblnkt. Zentralorgan der fozialdemokratlfcben Partei Deutfchlandö. lOPfeiünigJ Anzeigenpreis: TieliebengcsvalleneNoionclzcilekosiet 80 Pfg.„Kleine Zlnzci-zeu", das fctlgcdrucilc LZorl 30 Pfg. fzuiäisig 2 feltgedruliie Wor!e>, fed?» weitere ZSori lö Psg Slellengeiuche und Schlalsiellenanzeigen das eriie Wort 20 P!g.. icdes weitete Wort>0 Pia. Worie über 16 Buchiiabcn zählen iiir zivet Sorte Teucrungsztifching 30°» Famtiien-Anzctgen, oolilijche und gewerllchaititchc Lercins- Slnzctgeti 70 Ptg die Zeile. Anzeigen'itr die nächsie Nummer müssen die 5 Ulli nachmittags im Hauplgcschäst Serim KW. 08, Lindensirajze 3, ab iegeben werden. Geöfinci von 3 Uhr früh bis 7 Uhr abends. Neöaktion: ötD. 68, Linöenstrahe 3. »ernittrecher- Amt Moriuvlau. Str. lSl»v— lhil S?. Sonntag, den 10. November 1918. Expeüitton: SV). 68, Lwöenstraße 3. �erniprechee: Nnrr Moriuvlau, Rr. ISi l,'»I 37. An d ie deutsch en Kurger! Berlin, 9. November. Der neue Neichskanzler Ebert erläßt folgende Kundgebung an die deutschen Bürger: Mitbürger! Der bisherige Neichskanzler Prinz Max von Baden hat mir unter Zustimmung der sämtlichen Staatssekretäre die Wahrnehmung der Geschäfte des Reichskanzlers übertragen. Ich bin im Begriff, die neue Negierung im Einvernehmen mit den Parteien zu bilden und werde daher über das Ergebnis der Oeffentlichkeit in Kürze berichten. Die neue Regierttttg wird eine Bolksregiemsttg sein. Ihr Bestreben wird sein müssen, dem deutschen Volke den A'mden schnellstens zu bringen und die Freiheit, die es errungen hat, zu befestigen. Mitbürger! Ich bitte Euch alle nm Enre Unterstützung bet der schweren Arbeit, die unser harrt, Ihr wißt, wie schwer der Krieg die Ernährung des Volkes, die erste Voraussehung des politischen Lebens, bedroht. Die politische Umwälzung darf die Ernährung der Bevölkerung nicht stören. Es muß die erste Pflicht aller in Stadt nnd Land bleiben, die Produktion von Nahrungsmitteln und;Hre Znsuhr in die Städte nicht zu hindern, sondern zu fördern. Nahrungsmittelnot bedeutet Plünderungen und Naub, mit Elend für alle! Die Aermsten würden am schwersten leiden, die Industrie- arbeiter am bittersten getroffen werden. Wer sich an Nahrungsmitteln oder sonstigen Bedarfsgegenständen oder an den für ihre Verteilung benötigten Verkehrsmitteln vergreift, versündigt sich aufs schwerste an der Gesamtheit. Mitbürger! Ich bitte Euch alle dringend: Verlaßt die Straßen! Sorgt für Ruhe und Ordnung!� Berlin, den 9. November 1918. Der Reichskanzler. Ebert. An alle Kehorden nnd Kramten! Berlin, S. November. Der Reichskanzler Ebert veröffentlicht nachfolgenden Aufruf: Die neue Regierung hat die Führung der Geschäfte übernommen, um das deutsche Volk vor Bürgerkrieg und Hungersnot zu bewahren und feine berechtigten Korderunge« auf Selbstbestimmung durchzusetzen. Diese Aufgabe kann sie nur erfüllen, wenn alle Behörden und Beamten in Stadt und Land ihre hilfreiche Hand leisten. Ich weih, daß eS vielen schwer werden wird, mit den neuen Männern zu ar« beiten, die das Reich zu leiten unternommen haben, aber ich appelliere an ihre Liebe zu unserem Volke. Ein Versagen der Organisation in dieser schweren Stunde würde Deutschland der Anarchie und dem schrecklichsten Elend ausliefern. Helft also mit mir dem Vaterlande durch furchtlose und unverdrossene Weiter- arbeit, ein jeder auf seinem Posten, bis die Stunde der Ablösung gekommen ist. Berlin, den 9- November 1915. Der Reichskanzler, gez. Ebert. Soldaten! Es ist der Wunsch der in Bildung begriffenen sozialistischen Negierung, daß Ihr heute wieder in Eure Kaserne« zurück« kehrt, wo Ihr durch Soldatcnräte Eure Ange- legenheiten selbst verwalten könnt. Nur dort könnt Ihr Enre Verpflegung sichern. Kein SruSerkampf! Einen Sieg hat das deutsche Volk und insbesondere auch das Berliner Proletariat errungen, der ohne Beispiel in der ganzen Geschichte dasteht. Selbst die Ereignisse von 1848 verblassen ge- messen an dem gewaltigen Umsturz, der sich am ll. November 1915 vollzogen wt. In unserer gestrigen Extra-Abendausgabe, die wir den meisten unserer Leser noch zustellen konnten, liaben wir an dieser Stelle die Bedeutung des ersten Revolutionstages ausführlich gewürdigt. Heute gilt es nicht, sich hemmungslosem Jubel hinzugeben, sondern es heistt, für die Zukunft zu sorgen und zu schassen. Auf- gäbe über Aufgabe drängt sich an die Arbeiter- und Soldaten- regierung heran. Die neue Volksregierung soll nach außen den Frieden schließen, nach innen die Volksernährung organisieren, die Demobilisierung von 19 Millionen Soldaten in geordnete Bahnen bringen, das Wirtsäpftsleben organisieren und unendlich andere Dinge mehr, von denen jedes einzelne von höchster Bedeutung ist. Alle haben bis zum äußersten zu tun, alle arbeiten bis zur Erschöpfung, und doch fehlt es allenthalben noch an Händen und Gehirnen. Und doch können und werden wir die Ausgabe lösen. Dazu aber ist eins unumgänglickie Voraussetzung. Daß die Ar- beiterklasse einig und geschlossen bleibt. Ohne das geht es nicht! Wenn Gruppe gegen Gruppe, Sekte gegen Sekte arbeitet, dann entsteht das russische Chaos, der all- gemeine Niedergang, das Elend statt des GlückcS. Schon gestern ist von einzelnen kleinen Gruppen, oft unter unbekannter und unverantwortlicher Führung der Versuch ge- macht worden, eigene Wege zu gehen und die Arbeit des Arbeiter- und Soldatenratcs zu durchkreuzen. Das ist die schwerste V e r s ü n d i g u n g an der Arbeiterschaft, die überhaupt denkbar ist. Das Werk, das von der großen Masse der Arbeiterschaft ge- tragen wird, darf nicht durch kleine Minderheiten zcr- stört werden. Alle solche Versuch-' müssen an dem gesunden Sinn und an der entschlossenen Ablehnung der Arbeiterschaft scheitern, oder die Arbeitersclxrft selber wird scheitern. Der gestrige Sieg des Volkes über das alte System ist nur mit geringein Blutvergießen bezahlt worden. Soll nun der Welt nach solchem herrlichen Triumph da.s Schauspiel einer Selbstzersleischung der Arbeiterschaft in sinnlosem Bruderkampf geboten werden? Das darf nimmermehr geschehen! Der gestrige Tag hat in der Arbeiterschaft das Gefühl für die Notwendigkeit innerer Einheit hoch emporlodern lassen! Aus fast allen Städten, aus ganzen Ländern, aus ganzen Bundesstaaten hören wir, daß alte Partei und Unabhängige sith am Tage der Revolution wieder zusa mm enges» n den und zu der alten geschlossenen Partei geeint haben. In Bayern ist diese Einigung für den ganzen Staat vollzogen. Dort gibt es keine Partei s palt ung inehrl Soll Berlin dahinter zurückstehen?! Die Einigung muß auch hier durchgeführt werden! Sie muß! Es geht uinWohlundZukunstdcrganzenAr- beiterklasse. Und wenn auch noch so viel Verbitterung sich eingcfressen hat, wenn auch der eine Teil dem andern manches aus der Vergangenheit vorwirft- und umgekehrt, ein Tag wie der gestrige ist groß und überwältigend genug, um all das ver- gessen zu machen. Das VersöbnilngSwerk darf nicht an einigen Verbitterten scheitern, deren Charakter nicht stark genug ist, um alten Groll überwinden und vergessen zu können. Liegt doch solcher Groll. den Massen selber vollkommen fern, ist doch auch gestern zwischen Arbeiter und Arbeiter die Einigkeit fast instinktiv hergestellt worden. Kein Führer dars das hemmen. Gibt eS unter ihnen solche, mit denen die Einigung nicht gemacht werden kann, dann muß sie gemacht werden ohne sie! An keiner Personen- frage darf ein Werk von so ungeheurer Bedeutung scheitern. Die alte sozialdemokratische Partei erstrebt die Einigung mit aller Kraft auch unter eigenen Opfern. Sie weiß sich in diesem Bestreben eins mit dem gesunden Instinkt der Arbeiterschaft, deren große Masse es nie begreifen würde, wenn man gestern Schulter an Schulter auf der Barrikade ge- standen hat, daß man sich morgen auf der Barrikade gegen- überstehen sollte. Die Sozialdemokratinbe Partei verfolgt in ihrem Streben dabei keinerlei eigennützige Ziele, sie ist nur ganz durchdrungen von dem Gedanken, daß das Werk der Rettung au? dem Abgrund, in den uns der überwundene Imperialismus gestürzt hat, nur von einer einmütigen und geschlossenen Ar- beiterschoft ausgeführt werden kann. Die Bruderhand liegt offen— schlagt ein! Der rote Sonnabend in Serlin. „WiewirddaZVolkinWaffenzurFreiheits- b«we>una sich stellen? DaS war die Frage, die noch «ester» früh auf allen Lippen schwebte. Aber schon in den ßrühen Vormittagsstunden erhielten wir die erste glückverheißende Antwort auf die schicksalsschwere Frdge. Beim Parteivor- stand und in der Redaktion d e S„vorwärts" er- Menen Abgesandte des 4. Jäger bataillons aus der Älepander-Kaserne, jenes Bataillon?. daS auZ seiner Garnison Naumburg extra zu dem Zweck nach Berlin geschickt worden war, um hier die„Revolution" niederzuschlagen. Sie erklärten folgendes: Heute morgen 8 Uhr wurden die Soldaten in der Kaserne olormiert und jeder Mann erhielt eine Handgranate. Ta die Golbaten erfahren hatten, daß ein mit dem Eisernen �Kreuz 1. Klasse dekorierter Gefreiter wegen einer angeblich aufrühre- rischcn Aeusterung in Arrest genommen worden wav w e i- « e r t e s i ch die 8. Komp. und mit ihr daS gesamte B« t« i 1 1» n, D i e n st z u tun. Sie Soldaten beschlossen, um 18 Uhr eine» Umzug mit Waffen durch die Stadt zu voran» stisten. Beim Antreten um 8 Uhr erschienen sämtliche Offiziere des Bataillons und wollten die Führung übernehmen. Dies lehnten die Mannschaften ab. Darauf hielt Major Ott eine An- spräche, in der er zur Ordnung ermahnte und wider besseres Wissen mitteilte, daß der Kaiser bereits abgedankt habe und Scheidemann zum Ministerpräsidenten ernannt sei. Dadurch ließen sich die. Solbeten bewegen, von dem geplanten Umzug Abstand zu nehinen, und e? fanden Aussprachen mit den Offi- zieren über Dienstfragen statt. Die Vertreter deS Bataillons seien beauftragt, dem Volke und insbesondere der Berliner Ar- beiterschaft ihre»olle Svmpathie auszusprechen und sie erklärten, d«ß sich die Soldaten vollständig auf die Seite der Arbeiterschaft stellen werden. Aiertsusend Jäger mit Waffen, Masch in e n- gewehren u»d vanzera utomobilcn standen in diesem Augenblick dem Volke zur Verfügung! Die„vsrwärtS"-Redaktion begrüßte die Soldaten zu ihrem Vor- «eben und dankte ih»en für ihren im Interesse der Freiheit des Volkes unternommenen tapferen Schritt. Bei dieser Eelegenbeit müssen wir die Notiz in unserm gestrigen Morgenblatt über Truppen, die in berauSfordernder Haltung durch das Hallesche Tor einmarschierten, insofern richtig stellen, als es sich dabei n i cht um Abteilungen des Jägerbataillons gehandelt hat. � ES lag hier offenbar ein bedauerlicher Irrtum unseres Berichterstatters vor. Wie d:e vorstehende Schilderung ergibt, ist daS 4. Jägerbataillon der erste Berliner Truppenteil gewesen, der sich für die Sache de- Volkes erklärt hat. Ks folgten ihm da» Alexander- Regiment und dann in rascher Folge die gesamte Garde u»» alle übrigen zurzeit in Berlin garnisonierenden Truppen. Die Ironie der Weltgeschichte will eS übrigens, daß das 4. Jägerbataillon und daS Alexander-Regiment ausgerechnet i» jener Kaserne liegen, bei deren Einweihung am 28. März lststl Wilhelm II. seine berühmte Alexandriner rede hielt, in der?S u. a. hieß:„Wie eine feste Burg ragt eure neue Kalerne in der nächsten Nähe des Schlosses auf, das ihr in erster Linie zu schützen stets bereit sein werdet. Ihr seid be- rufe», gewissernvßen als Leibwache, Tag und Nacht be- roit tu lein, um fürdenKönigundseinHaus, Wenns gilt, Lebe» und Blut in die Schanze zuschlagen. Und wenn jemals wieder, wie 1818, dasBerlinerVolk frech und unbotmäßig werden sollte, dann, davon bin ich überzeugt, werdet ihr alle Unbotmäßigkeit wider euren koiiglichen Herr» nachdrücklich in die Schranken zurückver- weisen!" Wie sagt doch der Berliner: Es kommt erstens manchmal «»derS, und zweiten? als man denkt! Eine Abteilung deS 4. Jägerbataillons bezog darauf Aache in den Räumen deS V o r w ä r t S- H a u s e S, an des- je» Fassaden«ISbald rote Fahnen erschienen und den vorübergehenden verkündeten, daß waS Neues im Werke ist. Tie Erklärung der Republik war erfolgt. Militärautos rotlten«uf den Hof, um mit roten Fahnen' geschmückt und Flugblättern beladen, wieder in die Stadt hinauSrasen. Ss drängen sich Soldatentrupps, die zum Soldatenrat wol- l«u. Wir müssen sie an den Reichstag verweisen, wo der Rat seinen Sitz hat. Gardisten bringen ihren Hauptmann püt, dem sie ihr vertrauen geschenkt haben. Von überall her stellen sich Genossen zur Verfügung. Schnell ist im Portiers- zimmer ein kleine? Bureau organisiert, das rote Abzeichen «uSgibt und Ausweise ausstellt. Der Hof wimmelt von Men- vorübergehenden verkündeten, daß etwas Neues im Werke Maschinengewehre, Gewehre und Patronen werden verstaut. Am Abend gerät plötzlich alle? in Bewegung: Ernste Nachrichten treffen vom Marstallgebäude ein, wo eS zu« blutigen Kampfe gekommen ist. Im Nu sind einige Autos armiert und sausen mit den Brüdern in Feldgrau da- »»», die bereit sind, ibr Leben noch einmal— diesmal selbst gesteckten FreiheitSzielen— zu opfern. ES mochte eben sechs Uhr geschlagen haben, als plötzlich aus dem oberen Stockwerk de? M a r st a l l g e b ä u d e s auf die friedlich vorüberziehende Meng? Schüsse abgegeben wurden. Offiziere und Mannschaften der Jugend wehr — so hieß ti— lägen hier im feigen Hinterhalt. Sofort rückten Soldaten und bewaffnete Zivilisten mit Maschinengewehren vor daS Gebäude und nach kurzem, aber schweren! Kampf hatte man sich den Eingang erzwungen, bei dem eS leider mehrcreTote »uf unserer Seite gab. Don der Besetzung war nichts mehr zu finden, sie hatte sich wahrsckwinlich durch einen geheimen Ausgang geflüchtet. Auch aus der Kapelle de? Schlosses, «uf dem di« rote Fahne seit mehreren Stunden flatterte, soll gc- schössen worden sein, doch ließ sich in der Dunkelheit Näheres «icht feststellen. Noch ernster als«m Schloßplatz gestaltete sich der Kamps vor der Universität und der weiland Königlichen Bibliothek. Auch auS diesen beiden Gebäuden wurde aus hormlose Passanten plötzlich Schnellfeuer eröffnet. Unsere Truppen rückten mit Maschinengewehren und einen! kleinen Ge- schütz vor und es entspann sich ein erbittertes Gefecht, das noch in de» späten Abendstunden fortdauerte. Auch hier haben wir z«hlreiche Tote zu beklagen. Im übrigen ist der rote Sonnabend in Berlin fast ganz ohne, blutige Zwischenfälle perlaufen. DaS Volk hat sich seiner jungen Freiheit durch eine ernste und ehrenhaste Haltung würdig gezeigt. Wo Ruhestörungen vorkamen, sind sie— wie die soeben geschilderten Szenen in der Umgebung deS Schlosse? dartun— von den nunmehr endgültig geborstenen Stützen der bankerotten bürgerlichen Gesellschaftsordnung provoziert worden. Die Waffenftillstanösbeöingungen. Ter Kurier nicht eingetroffen. Berlin, 9. Nov. Amtlich. Ter Kurier, der die Waffeustill» standSbedingungen aus dem Hauptquartier des Marschalls Foch in das deutsche Hauptquartier befördern sollte, hat seine» Be» stimm uugsart bisher n o ch nicht erreicht. Ucbcr die Gründe seines Ausbleibens, das anscheinend auf einen Unglücksfall znrnckzusührc» ist, besteht noch keine Klarheit. Bon deutscher Seite ist daher durch Funkspruch bei unserer Delegation im feindlichen Hauptquartier Aufklärung er- beten worden. Marschall Foch wird die Bedingungen nach einem in- zwischen cingetroffeucn Funkspruch durch einen französischen Fflieger i n daS deutsche Hauptquartier senden. Amsterdam, I. November. AuS Paris wird gemeldet: Ein drahtloses Telegramm an das Große Deutsche Hauptquartier. Von den Bevollmächtigten: Kapitän v Helldorf wird durch die Vernichtung von Brücken aufgehalten. Bitte, wenn möglich, nicht mit den Vernichtungen auf dem Wege sortzufahrcn, der bis auf weiteres freigehalten werden muß. Bittet zugleich, um jeden Irrtum zu vermeiden, um drahtlose Mitteilung, wie diese ganze Route präzise verläuft. Dann kann nötigenfalls vorher versucht werden, das Feuer zeitlich auf diesem Wege zu unterbrechen. » Ttockliolm, 9. November. Der„Frankfurter Zeitung" wird ge- meldet: Die Zeitung„Sven?ka Dagbladet", die gute Beziehungen zur Ententediplomatie hat, teilt mit, daß sich bei den Versailler Ver- Handlungen zwischen Foch und Clcmeneeau eine Differenz in den Waffenstillstandsbedingungen ergeben habe. Foch war für mil- dere Bedingungen. Man kann annehmen, meint das Blatt, daß seine Ausfassung bestimmend bleibt. Die Räumung Belgiens und Frankreichs. Berlin, 9. November 1318, abends. Amtlich. An der Westfront ruhiger Tag. Amtlich. Großes Hmiptouartier, 9. November 1918. Westlicher Kriegsschauplatz. Der auf dem Westufer der Scheide gelegene Teil von Tournai wurde von uns geeiumt und vom Engländer besetzt. Zwischen der Scheide nnd Oise und westlich der Maas habe» wir unsere Linien planmäßig zurückverlegt. An cinzelnen Stellen haben sich hierbei N a ch h u t k ü m p f e entwickelt. Der Feind hat in diesen Abschnitten die Linie Peenroelz— westlich von St. Ghislain— wcst- lich vo«. Maubeuge— östlich»nd südöstlich von Avesnes erreicht und ist westlich der M a a s biö in die Linie Liart— Warby— und an die Maas westlich von Scdan gefolgt. Auf de» östlichen MaaS- höhen fanden Teilkämpfe statt. Der Erste Generalquartiermeister. G r o e n e r. Die öewegung im Reiche. Ueberal! im Westen Arbeiter- unö Solöatenräte. Hesse» ist Republik. Arbeiter- und Soldatenräte haben sich, wie Wolffs Bureau spät abends mitteilt, in allen westlichen Teilen dcS Reiches gebildet. Tie Bewegung ist im Fortschreiten. Stündlich tresfen neue Meldungen ei». Aus dem Osten liegen Meldungen vorerst aus den Regierungsbezirken Posen und B ro m b c r g vor. Tie Bewegung verläuft in ruhigen Bahnen. Den Eisenbahudetrieb zu schützen und die Ernährung sicherzustellen, ist der Arbeiter- und Soldatenrat überall be- strebt. Es gelingt ihm auch vollständig. In einigen Städten, wie in Bielefeld und Köln, wurden die M i l i t ä r g c f a n g c n e n b e f r c i t. In Darm- stadt ist Hessen als deutsche Republik ausgerufen worden. Im O l d c n b u r g i s ch e u hat in den Garnison- st ä d t c n und W c s c r li ä s e n der Soldatcnrat die Kam- mandogewalt. Ebenso beherrschen in Oldenburg die Soldaten die Lage. Nürnberg. Di? Stadt befindet sich seit Frcit«z»b»nd MIO Uhr bollständig in den Händen dc? Arbeiter- und SsldatenrateS. Die öffentlichen Verkehrsanstalten sowie das Gen«r«lk»mmando sind militärisch be- setzt. Die politischen Strafgefangenen wurden gestern nachmittag freigelassen, ebenso diejenigen Personen, welche sich wegen leichter militärischer Vergehen in Haft befinden. Auch einigen Frauen, welche wegen geringer Vergehen im Zellengefäntfni? untergebracht waren, wurde die Freiheit wieder geschenkt Sämtlichen Gastwirtschaften.ist für den ganzen Sonntag und Montag der Ausschank von Weln und Branntwein verboten. Alle Zeitungen erscheinen, und zwar unter Kontrolle deS Arbeiter- und SoldatenratS..Heute vormittag 9 Uhr legten in allen größeren Vetr-ben die Arbeiter und Arbeiterinnen auf Anordnung de? Arbeiter und SoldatenratS die Arbeit nieder. In großen Zügen begab sich iodann die Arbeiter- schaft, unter ihnen zahlreiche Soldaten, zum Luitpoldhatn. Viele der Teilnehmer und Teilnehmerinnen hatten rote Abzeichen ange- steckt. In den meisten Zügen wurden rote Banner und Tafeln mit Inschriften„E? lebe die Revnblik" und dergleisben mehr ge- tragen Auch eine Fahne mit dem Bildnis von Karl Marx war zu bemerken. Erwa um lOtil Uhr begannen von Terrassen und Tischen auS Ansprachen an da? Volk worin der unblutige Sieg der baye- riscben StaatSumwälzung als ein Ergebnis der Verbrüderung von Arbeiterschaft und Soldaten gepriesen und der Hoffnung Ausdruck verliehen wurde daß durch ihn ein baldiger Friede erreicht und der Versöhnung der Völker die Wege geebnet werden. Zum Schluß der Versammlung zogen die Teilnehmer ruhijj zur Stadt zurück. Diiffcldorf. Auch hier bildete sich gestern ein Arbeiter- und Soldatenrat. In dem von ihm ergangene� Aufruf wird gesagt, daß er zusammen mit der Polizeiverioaltung'm gesami-n Staatsgebiete die öffent- liche Ruhe, Sicherheit und Ordnung nufrechterbalten wird. Die Bevölkerung wird aufgesorv t seinem entsprechenden Weisun»en unvrzüglich Folg» zu leister �egen I' vergriffe gegen Setzen und Eigentum wird unverzügliö nit der'�«ffe eingeschritten. Wer plündert oder raubt, wird erschossen Jeder muß unverzüglich seinen Geschäften nachgehen. Kein S'reik darf den ArbeitSver- kchr stören. Die Umwälzung vollzog sich im allgemeine» ruhig. Barmen. In Elberfeld-Darmen hat sich ein Arbeiter- und Soldatenrat gebildet, der den Verkehr im allgemeinen und mit den Behörden regelt. In den Gefängnissen werden militärische Häftlinge be- freit. Esse». Im ganzen Industriegebiet von Dortmund bis Duisburg find die Bahnhöfe von Mitgliedern der Arbeiter- und Soldatenräte besetz!, die die Miluärpeisonen entwaffnen. Die Ruhe lst nirgends gestört. Koblenz. Aus der Garnison Koblenz hat sich im Verein mit Vertretern der Arbeiter ein Arbeiter- und Soldatenrat gebildet. D�e gesamte Verwaltung hat sich dem Arbeiter- und Soldatenrat zur Verfügung gestellt. Mannheim. Hier hat sich ein Arbeiter- und Soldatenrat gebildet, der die Kommandantur und daS Bahnhofsgebäude besetzt hat. Den an» kommenden Soldaten werden die Achselstücke, die Kokarden und die Waffen abgenommen, ebenso den Offizieren. Die Straßen zeigen das gewöhnlicve Bild. Um zwei Uhr mittags zog eine niilitärische Abordnung mit roter Fahne zum Bahnhofsgebäude, um dort für Ruhe und Ordnung zu forgen. Im allgemeinen wird versucht, den Zugverkehr aufrecht zu erhallen. Für Monlag ist Generalstreik an- gesagt. I» Ludwigshafen findet nachmittags eine große Demon- strationSversammlung statt. Bayreuth. Hier wurde ein Arbeiter- und Svldatenrat errichtet. Da? ganze Militär schloß sich an. Die Umwälzung vollzog sich friedlich. Wilhelmshaven. Die Militär, und Zitzilgeirxelt ist»och fest in den Härchen de? Arbeiter- und Soldatenrits. Heute morgen wurden die Vertreter der Presse vom Arbeiter- und Doldatenrat zu einer Besprechung «ingeladen, in der der Vorsitzende Bernhard Kuhnt u. a. erklärte: Ter Zweck der Beratung ist die Beendigung des Völkermorden-. Jedes aggressive Vorgehen gegen die englische Flotte wirb deshalb verweigert. Die Küstenverteidigung ist nach wie vor in vollem Umfange aufrecht erhalten, so daß ein Ueberfall seitens der eng- lischen Flotte nicht zu befürchten ist. Die Verwaltungsbetriebe bei den Militär, und Zivilbehövden bleiben bestehen, doch arbeiten sie irnter Anteilnahme deS Arbeiter- und SochatenratS. Die VerHand- lungen mit den Stadtbcr tretungen wegen gemeinsamer Arbeit sind in die Wege geleitet. Die Führer der Bewegung betonen immer wieder, daß ihnen sehr viel daran gelegen ist, daß die notwendigen Veränderungen in vollster Ordnung erfolgen und keine Ver» waliungS- und Verpslegungssckwierigkeiten eintreten, weil fcnS Wohl und Wehe von 149 999 Militärpersonen von der Ausrecht- erbaltung einer geordneten Verwaltung abhängt. Zwischen dem Flottenchef und dem Gmiderneur der Festung besteht über diese Frage volle» Einverstäntzni?, Die Gerüchte, daß zwischen der beut- schen und der englischen Flotte bereit» ein« Verstänkngung erfolgt ist, können noch nicht bestätigt werden. In den nächsten Tagen wird der Arbeiter- und Soldatenrat mit einem festumrissenen Programm an die Ocffcntlichkeit treten In der Stadt herrscht vollkoinmciic Ruhe. Der Verkehr ist normal. Hamburg. Nach einer Verfügung des Arbeiter- und Soldatenrates sollten bereits gestern sämilicbe Theater, UnterbaltungSlokale, Kinos, EafeS usw. wieder ihre volle Tätigkeit aufnehmen. Die Polizei- stunde ist aus elfeinbalb Uhr festgesetzt worden. Wenn auch die allgemeine Ruhe und Ordnung aufrechterhalten wird, so kommen dk-cki noch immer Zwitchenfälle vor. Einige Kreuier und sechs Nordieetorpedoboote liefen unter roter Flagge ein. Die Schiffe stehen, wie der Arbeiter- und Soldatenrat mitteilt, ihm zur Ver« sügung. Bremerhaven. kEigener Drahtbericht des.Vorwärts".) Am Mittwoch begann die Soldatenbewegung mit der Floltenbesetzung des WeiergebictcS und der Garnisonen. Nachmittags fand ein großer DemonstrationS- zug und eine Versammlung der Marine auf dem Markiplntz stoit. Eine entsendete Deleyation der Soldaten- und Arbeileriühler an die FestungSkommandantur von Geestemünde überreichte dieser 19 Forderungen, ähnlich wie die in Kiel. In der für abend? 7 Uhr angesetzten Marineveriammlung, in der über 3099 Teilnehmer an« weiend waren, wurde die Bildung eines SoldatenratS beschlossen. Am Nachmittog wurde teilweise in den Wersten die Arbeit nieder- gelegt. Abends fanden zwei von vielen tauienden Peisonen bc- suchte Versammlungen in Geestemünde statt. Am Donnerstag wurde ein eintägiger Streik für das Unterwesergebiet proklamiert. In Brein-rhaven wurden drei Riesenversammlungen arrangiert, die über 8099 Teilnehmer aufwiesen. Auch hier wurde die Bilduug eines Arbeilerrars beschlossen. Die öffentliche Ordnung wird durch Patrouillen des Soldatenrats aufrecht erhalten. Vereinzelte AuS- ichreitungen wurden unterdrückt. Aufruf ües Arbeiter- und Solüatenrats. Bürger! Arbeiter! Zur wirksamen Durchführung der revolutionären Bewegung ist Ordnung und Ruh« nötig. Die Bevölkerung wird dringend gebeten, Straßenauf» läufe zu unterlassen und nach Eintritt der Dunkelheit die Straße zu meiden. Di« Groß-Berliner Magistrate arbeiten in Uebereinsttmmung mit dem Arboi-ter- und Soldatenrat. Die Grotz-Berliner Schutzmannschast hat sich m den Dienst Hß Volkes gestellt. Leben Zmittclauto» und städtische Auto» dür- fen nicht angehalten werden. Die Lebensmittelversorgung Groß-BerlinZ darf nicht gestört werden. Die Lebensmtttelvorrät« und LebenSmcttelkartenvcrtei- lungSstellen unterstehen dem Schutze des Volkes. Sämtliche ge- meimrützige Einrichtungen, wie G a s-, Wa s s e r. und E l e k t r i- zitätSwerke, Sparkassen und andere öffentliche Kassen, ebenso die Verkehrsmittel werden ebenfalls dem Schutze des Volkes unterstellt Der Volksausschuß zum Schutze der gemeinnützigen Ein- richtungen von Groß-Derlin wird diese Einrichtungen durch Beauf- tragte beschützen. Die geschützten Einrichtungen werden durch Pia- kate kenntlich gemacht. Die Beauftragten sind mit roten Armbinden mit dem Aufdruck„Volksausschuß" versehen. Sie führen außerdem Legiti- mationSkarten. In ihrer Tätigkeit werden sie durch Abgeordnete de» Arbeiter- und SoldatenratS unterstützt. Die Bürgerschaft wird gebeten, die Beauftragten deS Volks- auSscbusseS in ihrer Tätigkeit zu unterstützen. Berlin, den 9. Noveanber 1918. Der Bevollmächtigte deS Reichskanzlers und deS Minister» des Innern. Paul Hirsch. De» VolkSauSschuß. Enge»«ruft. Saffrnbach Lei» De? L»Idate»r«t. Vau»««»». yjelberg. Herthel, GeaeerkfchwftgkoBM«; ffion Berlin und llmgegeni Körftc«. Die A?l»brikvertrauensle»»te der sozialdcniokrati'chen Partei versammeln sich heute Sonntag, nachmittags 2 Uhr, im„Vorwärts"gebände Li n den ft ratze 3, Tie Delegierten der Truppenteile, die auf dem Boden der sozialdemokratischen Partei stehen, treten ebenfalls dort zusammen. Der Parteivorstand. Um öie öiiöung See neuen Regierung. Verhandlungen mit den Unabhängigen. Die Berhandlungen begannen gestern vormittag 10 Uhr zwischen Ebert, Scheidemann. David einerseitZ und Ledebour. Vogiherr, Dittmann andererseits. Man kam dah-.n über- e:n, dah die beiden Parteileitungen mit den Arbeiter- und Soldaten- raten gemeinsam zusammentreten sollten. Die Verhandlungen sollten um 12 Uhr mittags beginnen, muß- ten aber aus Wunsch der Unabhängigen verschoben werden. Mittler- weile. 3 Uhr nachmittags, begaben sich Ebert. Scheidemann, Braun und die Mitglieder des Arbeiterrats Prolat und Heller in die Reichskanzlei, um dem Prinzen Max mitzuteilen, sie hielt«, die Bil- hunz einer sozialistischen Regierung für notwendig, da diese allein imstande sei. Deutschland zu retten. Der bisherige Reichskanzler bat hierauf den Genossen Ebert, sein Amt zu übernehmen. Hierauf kam es in der Reichskanzlei zu einer Besprechung mit den Unabhängigen OSkar Cohn, Dittmann und Vogtherr, an der auch wieder die Arbeiterratsmitglieder Prolat und Heller teil- »ahmen. Man sprach über die Grundsähe der neuen Regierung und ihre Zusammensehung. wobei sich eine ziemlich weitgehende Ueber- einstimmung ergab. Leider änderte sich das Bild am Abend. In den Verhandlungen mit den Unabhängigen traten jcht Karl Liebknecht und E. Barth in den Vordergrund. Es wurde jetzt vorgeschlagen, ein Kabinett auS drei Sozialdemokraten, Haase, Liebknecht und Barth zu bilden, dessen beide Vorsitzende gleichberechligt sein sollten. Der Gedanke einer konstituierenden Nationalversammlung, die auf Grund des gleichen Wahlrechts für beide Geschlechter zu wählen ist. wurde abgelehnt, Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung sollten in die Hände der Arbeiter, und Soldatenräte gelegt werden. Aber auch unter diesen Bedingungen und den weiteren, wie sie aus dem unten wiedergegeben«» Schreiben ersichtlich sind, wollten die Un- abhängigen nurdreiTageinder Regieruig bleiben. Die Größe der Meinungsverschiedenheiten ergibt sich auS dem folgenden Schreiben, das unser Parteivorstand an den Vorstand der Un- abhängigen gerichtet hat: Berlin, den S. November 1918, abends Uhr. N» den Borstand der Unabhängigen Sozialdemokratlschen Partei. P»n dem aufrichtigen Wunsche geleitet, zu einer Einigung zu gelangen, müssen wir Ihnen unsere grundsätzliche Stellung zu Ihren Forderungen klarlegen. Sie fordern: 1. Deutschland soll eine soziale Republik sein. Diese Forderung ist das Ziel unserer eigenen Politik, indessen hat darüber das Volk durch die konstituierende Versammlung zu entscheiden. 2. In dieser Republik soll die gesamte exekutive, legis- lative und jurisdiktionelle Macht ausschließlich in den Händen von gewählten Vertrauensmännern der gesam- ten werktätigen Bevölkerung und der Soldaten sein. Fst«it diesem verlangen die Diktatur eineS Teils einer Klasse gemeint, hinter dem nicht die Volksmehrheit steht, so müssen wir diese Forderung ablehnen, weil sie unseren demokratischen Grundsätzen widerspricht. 3. Ausschluß aller bürgerlichen Mitglieder auS der Re- gierung. Diese Forderung müssen wir ablehnen, weil ihre Erfüllung die Volksernährung erheblich gefährden, wenn nicht unmöglich machen würde 4. Die Beteiligung der Unabhängigen gilt nur für drei Tage als ein Provisorium, um eine für den Abschluß des Waffenstillstands fähige Regierung zu schaffen. Wir halten«in Zusammenwirken der sozialistis«l)en Richtungen mindestens bis zum Zusammentritt der Konstituante für er- forderlich. ». Die Ressortminister gelten nur als technische Gehilfen de» eigentlichen und entscheidenden Kabinetts. Dieser Forderung stimmen wir tzu. S. Gleiebberechtigung der beiden Leiter des Kabinetts. »h sind für die Gleichberechtigung aller Kabinettsmitglieder. iidesien hat di« konstituierende Versammlung darüber zu ent- scheiden. Der?»rsta»d der Sozialdemokratischen Partei Teutschlands. Mir hosten dennoch zuversichtlich, daß es zu einer Einigung kommen wird, und zwar rasch. Die Stunde drängt. Die Sozial- demokratiscke Partei ist bereit, auf dem Boden der Forderungen des Erfurter Programm», das ja beiden Parteien gemeinsam ist, ge- «einsam mit den Unabhängigen zu operieren. Beide Parteien sollen in jeder Beziehung vollkommen gleichberechtigt sein. Man darf ober von der Sozialdemokratie nicht verlangen, daß sie den Grundsatz pre»gibt, der bis jetzt beide Parteien geleitet bat: »Des Polkei Wille fei da? oberste Gesetz!" DSr Wille des Volke, kann nur in geregelten allgemeinen Wahlen fest- gestellt werden, an denen jeder Volksgenosse und jede Volksgenossin mit gleichen Rechten teiln'mmt. Der ein' ige Sattlrrzeselle, unser Genosse Fritz Ebert, der heutr dank setner Tlicht-gkelt an der Tpipe de» Reiche» steht, bildet einen festen Kernpunkt für elnc neue Regierung der sozio- listischen Demokratie. So'ange die Einigung nicht zustand? gekommen ist. die hoffentlich nicht lange aus sich warten lasten wird, verkörpert � er hie demokratische Wacht de» schaffenden volle», i Schoren wir, Nebeiter und Sefdatcn, un8 um ihn, folgen wir seinem I Ruf,«u» den Wirren dieser Zeit ein neue» Teutschland aufzubauen! � • Der Porsitzend« der Partei der Unabhäag'gen Abg. Hugo H« a s e kam erst in spä'er Abendstunde aus K i e l an und nahm an den Verhandlungen bisher noch nicht icil? Die erste Sitzung öes Arbeiter- unö Soiöatenrates. Tie cnd-iültifte Wahl der Arbeiter- und Aoldatcnräte. Um mo Uhr abends wurde im großen SiliungSsaale drS Reichstages die erste Sitzung des Arbeiter- und SoidatriuateS er« öffnet. Barth als Vorsitzender begrüßte den siegreichen Aufstand des Berliner Proletariats und huldigte dem Verhalten der Berliner Garnison, die sich auf die Seite des Volkes gestellt und den fast im- blutigen Sieg der Nevolution herbeigeführt hat. Die Stimmung der Versammlung ist begeistert und tarnpscSfmidig. Die vorläufig bestimmten Arbeiter- und Soldaten- rate versammelten sich Sonnabend um 10 Uhr abends im großen Sitzungssaal dcS Reichstags und beschlossen einstimmig fol- gendeS: Sämtliche Arbeiter»nb Arbeiterinnen Groß- Berlins versammeln sich Sonntag, den 10. November, vormittag? 10 Uhr, in den Fabriken und wählen Arbeiterräte; auch Frauen sind wahlbar. Auf 1000 Arbeiter und Arbeiterinnen entfällt ein Mitglied des ArbenerrateS. Kleinere velrirb? vereinigen sich zur Wahl eines Mitgliedes des Arbeitcrrate». Die Bestimmung des Wahllokals ist diesen Arbeitern überlassen. Desgleichen versammeln sich alle Soldaten vormittags 10 Uhr in ihren Kasernen bzw. Lazaretten zur Wahl der Soldatenräte. Auf ein Bataillon bzw. eine Formation entfällt ein Mitglied de? Soldatenrates. An ch mittag 5 Uhr die gewählten Arbeiter- und Sol- datenrätz im Zirkus Busch zur Wahl der provisorische» Regierung. fkbe*ter- und Solöatenrate. Tie Mitstlieder der Arbeiter- und Soldatcnräte erhalten Instruktionen und Anregungen im Bureau des sozialdcmo- iratischcn ParteivorstandcS, Lindenstrafze 3. LebsnsWichtige Hetmbe dürfen nicht streiken! ES haben sich gestern eine Anzahl Gewerbe dem General- streik angeschlossen, die nickst streiken dürfen, wenn nicht da- durch die gesamte Existenz der Berliner B e- völkerung auf daS allers chtv er st e gefährdet Werden soll. Um eine Fortdauer dieses ZustandeS, der zu den schwersten Uebelständen führen und eine Katastrophe heraufbeschwören würde, zu verhindern, hat der Arbeiter- und Soldatenrat folgende Bestimmungen- erlassen, die hier- mit der Arbeiterschaft zur Kenntnis gebracht werden: Eö dürfen nicht streiken 1. Handels-, Verkehr?- und Transport- g c»v c r b r(insbesondere sämtliche Kutscher und Fahrer der Spedition, Lager, Lebensmittel und Kohlen). 2. Lebens- und Genuß mittelbranche(ins- besondere Fleischer, Bäcker, Brauer, Restaurationsgewcrbc, anßcr den Eaf< Millwich, den 13., der in de» Bezirken der I.— 3.. 16., 133.— 137., 146., 175., 183., 234., 235., 242. und 243. Brotlommi fion gelegenen Geschäfte eingetragen sind, pro Kep' 1 2 5 Gramm K ä i e vencilt. Für Räucherwaren gellen immer noch die Abschnitte E» und Jj, für frische Fache die Abschirme Ex. Im Zirku» B»sch fand gestern abend eine nur mäßig besuchte Versammlung statt. Einladungen zu dieser Bersammlnn« waren durch Handzettel ergangen, unter denen ein Einberufer nicht vermerkt war. DrS Referat über das Thema: Soziale Republik in Deutschland hielt Herr D u n ck e r, der seiner Aufgabe dadurch gerecht werden zu sollen glaubte, daß er unsere � sozialistischen Führer herabsetzte. Herr Tuncker darf indessen überzeugt sein, daß jene Männer, die in dieser weltbewegenden Zeit im Vorder- gründe des Kampfes stehen, sich in ihren Handlungen leiten lasse» von den Idealen de? Sozialismus. Sie der Erfüllung entgegen- zuführen, ist auch ihr heiligstes Ziel. Durch solche Aktionen wird nur die so bitter nötige Geschlossenheit de? Proletariats gestört. Die BcrtrauenSlciitc der graphischen Gewerbe werden— vergleiche daS Inserat in dieser Nummer— heute zu einer Vcrsamm- lung eingeladen. 11009 Pelzmäntel für Franc» wird die ReichSbekleidungSstelle den Kommiinaivcrbänden gtöstlentcils noch vor Weibnalbien liefern. Die June»>cite, auch die Aermel, soll auS Koiiiiilcll. die Außen- seile ans Tuch bestehen. Die Pelze werden l1/� Meter lang sein und ungefähr 180 M. koste». Sie sind bezngfcheinfrei. Der Bund NeiicS Baterland veranstaltet heute, mittags 12 Uhr, eine Volkc-versamniliing unier freiem Himmel am BiSmarck- Denlmal(Reichstag). TageSotdnung:»Es lebe die sozia- l i st i s ch e Republik!" Neukölln Lebensmittel. 200 Gramm Suppen werden im Laufe der Woche ans die Abschnitte 64 tind 69 der SebrnSmitlel- larle abgegeben. Für Kinder im 1. und 2. L-benSjobte wird in den slädlischen Berfanfssiellen ein Piund Kinderger st en- m e h t verieili. F-nr die Belieferung mit Winterkariofleln sind noch folaende Verieilungsstelleii eröffnet worden: für den Bezirk der 6. Brotkommifsion, Bergstr. 55 56 Hof III: 11. Broliomnrijsion, Fischeische We>ßvierbrauerc>, Piiiiz-Handjeiyslr. 78/80. Gryanisatoren gesucht! Perlmien. sie imstande sind, die Aufsicht über ge- wein nützige und städtische Betriebe aller Art zu übernehmen, iverden dringend gesucht. Wer hierzu bereit ist. möge sich auf dem Bureau seiner Orguiiijatio»»ietdcn. � m„ Der Arbelter- und Eoldatcnrat. Es sind gestern nielc Motorwaqen der Kraftfahrtruppen requiriert worden Alle diese Wagen müssen sofort nach der Pols- damer Straße 26a Flllrückgebrackl oder mindestens telcphonisch„Nollendorf 4010" an- gemeldet werden. Wenn die Lebensmittelversorgung nicht vollkommen versagen und dadurch s ch w e r st e s U n h e i l über d i e V e r- luxer Bevölkerung gebracht werden soll, müssen alle mUuänschen Wagen sofort abgeliefert werden. Der Reichskanzler. Ebert. Schöncberg. Lebensmittel. Bis zum 12. Voranmeldung für 200 Gramm Marmelade(Abschnitt 74). Die Boranmeldimg für Aepfel wird bis zum 18. verlängert. In der nächsten Nocke gibt es:>00 Gramm Graupen(Abschnitt 70 und Abichnitt 21 der Jugendlichen karte). 1 P'd. Zwiebeln(Abidiniit 76) sriicbe Fiicke iAbschnlit 2l>, Räucherfische ans 22. Heringe auf 25 der Fifckkarie. Bon nachm. 4 Uhr ab Berlau! von Marinaden sAbfchniU 28). Cchiineberg. Zwiebelverteiliing. Ein weiteres Piund Zwiebel« wird von Moiuag an aus Abschnitt 78 ohne Voranmeldung verteilt._ Wilmersdorf. Kommlsfio« für UebergangSwirtschast. Genosse Li» dem an ii hol eine Än'rage an ven Magistrat gerichtei, ob er beicit in. eine gemiictne Dcpnlolioir inner ausreichender Hinzu- siefuiiig von Vertretern der Arbeiierichafi einzusetzen, die die Fragen vcr Demobittiatron zu beraie» hat. Wilmersdorf. Lebensmittel. Bis 10 November je 100 Gramm Gerstengraupen au! Abschnitt 70 und auf Abichnitt 21 iür Jugend- l'chc>ck), 11. biS 17. November auf Abschnitt 71 150 Kramin Kunst- hanig. Auf die besonderen Bezugscheine für Kinder>m 1. und 2. LebeiiSjabre 1 Pfnnv NLbrmiitrl. vom 2. bis 6 LebenSsobre Pnddinppnlver.*/• P imd Heringe oder früche Fifche bzw. 0� Pfd. Näncherivaren auf die Abichnuie M und 12 der grauen BezugSlarte iür Einzelpeisonen. Mariendorf Hopigverkmif. Die Gemeinde verkauft vom 11. bis 14. d. M. i» den drei Gemeindeläden auf Abschnitt 67 f/» Psund Kiinstboiiig. Wer die Ware bis zum 16. 11. 18 nicht abgeholt hat. vertiert sein BezugSrecht. Wcißcnscc. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Fir»« R i- b« versammeln sich heute, vormittags QVt Uhr, im Lolal Tee» terra sie. Aeronlwortli« we' tvolitit»rtch Kuiinrr.'verlin:!0r den fldrliien teil»e« «Motte» Älirid tS«sU, Neulolln: lllt«NAfitteii Slicosor Oloifc.'verlin.«erlait BcrwlirtS.'lierlag«. m d. H. Verlin. Truct Z!.>rn'ürlS''puchdruckeret and LerlagSanliaU Paul Ciiifl« u. Co. in Bertin. Lindciiltrnhe 5. Direktion 5Iax Reinhardt. Deutsches Theater. 7: Der Kaulmann von Venodig. 2'/, Uhr(kleine Preise): Was Ihr wollt. Kammerspiele. 7 Uhr: Rosmersholm. 21/» Uhr(kleine Preise); Gespenster. Kleines Scbauspielbans. Fasanenstraße 1, Portal 5. I'l, ühri Frühlings Erwachen. Volksbühne Theater am Bülowplatz. Direktion Friedrich Kayßler. 3 Uhr: Komödie der Liebe. VI, Uhr; Maß für Maß. l essltiT Theater. Direktion; Victor Barnowsky. 3 U.: Perleberg. Partie Fiquet T'fjU.: Der Marquis von Keith. klont.: Der Marquis von Keith. Dienstag: Baumeister Soineß. (Albert Eassermonn) klittw.: ffer Marquis von Keith. Donnerst.: Stein unter Steinen. (Albert Bassermann.) Freitag: Peer Gyut. Sonnab.: Stein unter Steinen. (Albert Bassermann.) Sonntag; Marquis von Keith. Montag: Stein unter Steinen. Deutsches Kfinstler-Tbeater* H Uhr: Der niantachs. l1!,: Rachtbeleuehtunjf. Auferstehung. Montag u. folg. Tage: Nacht- teieuchlung. Auterstehung. FerliaM ßep Fr.fßMnen Sonntag, den 10. November, Nachmittags 21/, Uhr: Deutsches Opernhaus: Fidelio. S! a ch m t i t a g Z 3 U h r: VoilSbübne: Zlcmödie d. Siede. Schiller-Theater Ubarl: HanS SonnenstetzerS Höllrnjahrt. Lesiing-Th.: Perieberg. Eine Partie Piquet. Künstlet-Td.: Der Blaufuchs. Ziesidenz-Th: DyckervottSErben. Nachmittags 8llt Uhr: Theater deS Westens: Die Dellarprinzcssin. Abends VI, Uhr: Volksbühne: Mah iür Mnh. Der Kirschgarten. Komödie der Liebe. Tbcater i. d. Königgrätzersfr. Naclim. ll,3: Der Kationsteg. S/4S Uhr: Erdgeist. KomUdicnhans. Km. 3'/, Uhr; Die Zarin. slt8 U.: Die tanzende Nymphe. Berliner Theater. Nm. 3Uhr: Die tolle Komtess. 7: Sterne, die wieder leuchten. Casino-Theater. Lothringer Str. 37. Tägl.'/<8 U.: Nur noch bis 11. November der ersolgreiche Possen- Schlager Ks« liivl mal icifäet! Dienst.. 12. Nov.. zum 1. Male: Tie goldene Brücke. Sonnt. S'i,: Ter Säugling, Theater für Sonntag, 10. November. Palast-Theater Contral-Thcater uhr; Die Rose?ob Stambül. Deutsches Opernhaus 7 Uhr: Der Postillion von lionjuiucan. Friedrlch-Wllhelmst. Theater 3 Uhr: Der Barbier von Sevilla. V,', Uhr: Rauncrl. Kleines Theater ll,4 Uhr: Paul und Paula. Lottchens Geburtstag. s Uhr: ilt-lürnberg. Komische Oper I'tn�SelisaranlifflMel. S1/. Uhr: Sehwarzwaldmfidel. Liustsplclhaus S1/.: Der Raub derSabincrinnen. Tlt Uhr: Die spanische Fliege. Metropol-Theater 3 Uhr: Wiener Blut. 7io; Die Faschingsfee Neues Operettenheus v1/, ubr: Das süße Mädel. 3'/, U.: Der Soldat der Marie Uhr Jer Stralauep Fisetizug. Kesldenz-Thcater v,, uhr: Ulli Grün. 3 Uhr; Dyckerpotts Erben. >»chll ler-Th. Chart. 3: Hans Sonnenstöß. Höllenfahrt uhr': Die Braut v. Messina. Thalia Theater 3Uhr: Egon und seine Frauen. 7h«: Unter der blühenden Linde. Mittwoch 3'/« Uhr: Die Reise ins Schlaraflenland. Theater am Nollendorfplatz 3'/, Uhr: Drei alte Schachteln. 7 Uhr: Theater des Westens 7'/. uhr: Die iiiche Witwe niit Guido Thielscher. 3V« Uhr: Aschenbrödel. Wallner-Theater 3'/« Uhr; PrUhiingsinft. uhr Ural Uateiitliß, IKTISIll-THElTER Cöponicker Str. 68. Tägl. 7'/,: 5 Min. Jannow.-Br. Ganz Berlin spricht von: ?rittzetiUebe. Opcrotto von Walter Bromm©. �onntag SV, Uhr: Studentenliebciien.(OpoTeite.) Vorvk. v. 10 ü. ununterbrochen Rose-Theater. 3 Uhr: Iffartha.(Oper.) Vi, Uhr: Gastsp. d. Fnedr.- Wilbolmstädt. Theaters: Das Drelmhdcrlhaus. Trianon-Theater Bhf. Frledrichslr. Ztr. 4927,2391 .Nachm. 4 Uhr. kL Preise: Johannisfeuer. Täglich acht Uhr: Der gute Huf von Hermann Sudermann. Ida Wüst. Bruno Kastner. Emma Dehner. Hugo Flink. Gonia. Schönfeld. Tollen. Mittw. 4: Hansel und Gretel. Donnerstag 4; Rotkäppchen. Freitag 4; Schnoowiltchen. Sonnab. 4: Hänsel und Gretel. Sonntag 4; Johannisfeuor. Biisch, 3" Sonntag,. Nachm. t Kind frei ln beiden Vorstellungen: Das glänz. Nevernher- Pregr. Zum Sehiizß Nachm. 3ll,: Kärcnen-Pant. Hänsel und Greiel Abends VI, Uhr: Wa-ser-Pantomime „Oberon13 7Ie Istersaal, Sonntag, iTDez., mittags IL l'hi Johannes RIEMANN X (Deutsches Theater) Karten M. 5. 4, 2 bei Bote& Bock u. A. Wertheim. Rennen_ Berlin-Kar Sshorst [Sonntag, 10. November 1918, vormittags II Uhr. 7 Hennen I.Werte T. 188 000 M., darunter: Schmidt-Pauli-Erinnerungs-Rennen 55 000 M. Jagdrennen der Dreijährigen: 35 000 M. Jagdrennen der Vierjährigen! 35 000 M. Fahrpl. der Vorortzüge üb. Stadtbahn s. Anschlags Außcrd Stadtbahnverb. v.Charlottenb.— Friedrich- Straße nach Kiederschöneweide sow. v. Görlitz.Bhf. n. Niederschoneweide, v. hierin 15 Min. ca. zu Fuß z ßonnb. Karlshorst. Straßenbabnverb. l. v. Schles. Bahnh. üb. Stralau- Treptow n. Oborschöneweide; 2. v. Bahnh. Niederschöne weide nach Rennb. Karlshorst; 3. vom Alexandorplatz nach Friedricbsfelde; ' von Fricdrichsfelde nach Rennbahn Karlshorst Walhalla-Theater. Vi, Uhr: iuyust der Starke. 3 Übt; Die Prinzessin vom Nil. Theater der FriedrieliÄ Ecke Friedrich- a. Linienstr Tl, Uhr. Tägl.: Nerd. 8650. Kaiserplatz 3, 1 Tr. v. Möilendorff. Georg. L. Holms Sonnabend u. Senntag S1/.: Hansei u. Gretel im Zauberwalcl. gsy- Heute 2 Vorstc-Uungen 2 3'/, Uhr; 1 Kleine Preise. IlCind. d. Hälfte! 7ll, Uhr Henry Bender Gi-a Kolbe Otto Köhr Humorist am Flügel sowie der gr. bunte Novembet-Spielplan 12 KunsMe 12 Apollo Priedriohstr. 218 Dir.: James Klein. 7si« Sonnt. 3l(,u. J"., Die Welt geht unter! Bild a. d. gießen November-Variete- Ausstattungsschau mit Senta Söneland Ernst Lubitsch usw. Sonnt. S'/j Uhr jeder Erwachs. 1 Kind frei! I SAm 5. November, nachmittags 5'/. Hör.»cifchicb nach kurzen, schweren Leiden S meine mnigstgeliebte Frau, W unsere Herzensgute Tochter, meine liebe Schwester, Frau Eise BqU geb. Steinmaus im Aller von 23 Jahren. Dies zeigen an mil derBitn. | um stille Teilnahme in iiesnem Schmerz Will! Doli, | Moritz Stoinmaus und Frau, Dura Steinmaus. HA n Sin-Schöneberg, Eeltzstr. 47. den 7. November 1917. Nach langer Trennung endlich vereint. Hai der Tod das furze Glück zerrissen. Die Beerdigung findet statt am Montag, den tl.No- oember, nachmillagS 4 Ubr, von der Leichenhalle des StädtilchenFriedhosS.Berlin- Lchöneberg, Maxstiaße. Kükük Dictatsplele Große Franklüiier Str. 28, a. d. Andreasstrailc. Ernst Reicher als Detektiv Stuart Webt, in Der Teufelswalzer. Anfang 3 Uhr. UW":' Am Freitag, den 1. No- oember entlchiies, nachdem er die furchtbaren Leiden dieses Krieges von Ansang an getragen hat, infolge leichter Verwundung an Wundstarrkrampf im Karoia- hnuS Dresden mein innigst» geliebter Mann, unser guter, ireuforgender Vater, Sohn, Bruder und Schwager, der Sergeant Rodert lelimano im 36. Lebensjahre. In tiefstem Schmer, Witwe Emma Lehmann nebst K ndern. Kiefholzstr. 12. Familie Maltsehey. Familie Ulbrich. Familie Woitschach. Baichshallen- Theatsr.! Heute nachmittag 3 Uhr und abends Vi, Uhr; iStetlioer Sänger.| Nachm. ermäßigte Preise. Admiralspalast. Heute 2 Vorstellungen 4 u. 7S/, Uhr. | Die Prinzessin von Traganlj Wer ist die Schönste? L, Sajdah. jSpezialarzt Dr. med. Hascli6, Friedrichstr. 80 fm Syphilis, Harn. Frauenleiden, Ipcj.; chron. Fälle. Schmerzlose, kützeste Behandlg. ohne BeruiS« störung. Blulunleriuchung. Möfi. Preise. Teilzablung. Spr. 10— 1 und 5—8, Sonnt. 11— U_*_ AIS fchuldlowS Dofcr dieleS KiiegeS starb am 19. Of. lober 1913 zu Groß-Salza a. d. Elbe furz vor feinem heiberfehnten Urlaub mein innigstgeliebter, unoergefi. Ucher, Ireuforgender Mann, der Wehrmann Otto Gchmn im 38. Lebensjahre an Lungenenlzündung, die er sich, verwandet, auf dem Transport nach Deutich- land zugezogen valte. Die? jrgt liefbetrübt an die uniröftticho Gattin Rnna Schwarz gb. Worm. ?lch, ich fann'S noch gar nicht fassen, dafi Du nie mehr k-hrn zurück. Für wen mutztest Tu Dein Lebe» lassen? Für was mutzte ich geoen mein ganzes Glück. Oft ist eS mir, wenn still der Tag verrinnt, als mütztest Du noch einmal wieder- lammen. Dann Ichluchzl mein Herze wie ein müdes Kind, dann eil' ich rudeioS durchs Zimmer und halle Zwieiprach leis' mit Deinem Bild, das von der Wand auf mich herniederfchaut lo lieb und mild. ES ist so schwer, wenn sich zwei Augen schliefen, zwei Hände rub'n, die einst so froh geschafft. und meine Tränen siill und heimlich flietzen— nicht vor der Welt— daheim in dunkler Nacht. 116A Schlofiiiraüerei Scliöneberg 122—123 Hauptstr. 122-123. Täglich Gr. Ehren-Rinokämpfe u. a. Wcltmeistep-Rlngcr Haus Schwarz vorher das hervorragondu Varietd-Programm. Heute 2 Vorstellungen, um 4 und 7 Uhr. in der Concordia, Andreasstr. 64, Der Film zur richtigen Stunde: Ferdinänd Lassalle. Anfang: Vt5 Uhr,'/,7 Uhr, 1lt9 Uhr. Ifidlflge MW Maschinenschlosser verlangen sofort 3890b gesucht. Alexanderwerk, t He ff u. Rom, Charlottenstr. 6. 1 Neue Jatobstr. v. SLLLo SeuNchef iZetzllzyhelter- vefdand Vorwaltungsste He Berlin Den Mitgliedern zur Nack- richt. datz unser Kollege der Kernmacher Ludwig Dülnw Fakckensteinstratze 37, am 6. Noobr. gestorben i1'. Di- Beerdigung findet nm Dienstag, den 12. Reiz ember, nackyi!ltag?33/. Ubr. von der Leickenballe deS EmmanS-Kirckbo'eS in Neu- fölln, Hermann straffe, au? statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Den Mitgliedern lerner >iir Nackricht. daff unser Kollege, der Arbeiter Ludwig Dinse Berlichingenstraffe 4, gm 5. Nooembergestorben ist. Die Beerdigung stndet am � Montan, den 11. November. nachmittags 3 Uhr. von der Leickenballe deS neuen Jobannis- KirchbofeS in Vlötzensee ans statt. Rege Beteiligung wird erwarteL �lactirute. Den Mitgliedern serner zur NachrichL daff unser Kollege, der schlaffer Ulbert Nickel Huttenstraffe 40, am 8. November gestorben ist. Den Mitgliedern zur Nach- richt. daff unser Kollege, der Mechaniker 121/3 Kurl Alanzel .Kopenbagener Straffe 78, am 13. Cftobcr gestorben ist. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daff unsere Kollegin, die Arbeiterin Flise Röseler Huttenstraffe 35. am 26. Ottober gestorben ist. Den Mitgliedern serner mr Nachricht, daff unser Kollege, der Klempner Arno Schuster am 24. Oktober gestorben ist. Ghrr ihrem Andenken: Tie OrrSverwaliung SefbattJ der Bureauanaeftelitcn Ccutfdilands. Ortsgruppe Groß-Berlln. Unseren Milgliedern hrer- ! durch zur Nachricht, da' I unser Kollege, der städtisch- j Angestellte 47,7 Hermann Baase J am 6. November im älttci von 48 Iabren ver starben ist. .Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am > Montag, den II. S. M., nachmittags 3'l, Ubr, von der Halle deS BariboloniäuS- KirchboseS�Weitzensee. Fat- I kenberger Straffe, aus statt. Um rege Beteiligung eriucht Die Ortsverwaliung. verband der fabrlltarbeüef iZeuttcblandz. Verwaltung Groß-Berlln. Am Mon:gg, l.Neocmber, o erstarb uni'er Mitglied Karl Kuke. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntgg. 10. Noobr., nachmittags 3 Ubr, von der Halle in Borsigwalde auS statt. Um rege Beteiligung wird ersucht. Ashlverein kuäotv. Den Mllgl edern zur Nach richt, daff am 7. November unser langjähriges Mitglied Reinhold Landlag im Alter«on 57 Sabrc» verstorben ist. 194/12 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung' flndcl beule Sonntag, den 10. 6. M.. nachmittag» 3 Uhr, statt Bcerdigunasverein| der Zimmerleutf Groß- Berlins. Am Dienstag 5. Noobr.. I verstarb auf dem Wege zut i Arbeit Plötzlich an Herzlckln jumcr langjähtigeS Mitglied Gnsia? Rnisch im 66. Lebensjahre. Estrc seinem Zliibetiken Tie Beerdigung findet am Montag, den 11. November. nadimlstavi 3 Uhr. von der Leickenballe deS EmmnuS» KirchboteZ in Neukölln, Her» mannstr, 130. aus statt. 3875b Ter Vorstand. y. Aachrufe. Am 14. Oktober verstarb unser Mitglied Karl Metschhe, am 24. Oktober unser Mit- gticd Faul Stein, am 27. Oktober unser Mit- glied Faul Harter, am 30. Ottober unser Mit- glied Heinr. Schreiber, 1 am 31. Oktober unser Mit- 1 gli-d Julius Gröuing, I und am 4. November unser Mitglied Ferdinand SchenKI Ehre ihrem Andenken! I 55/17 Ole Ortsverwaltung.[ AIS unschuldiges Dofer dieses lurchlbaren Dett- kriegeS stel am 22. Oktober in Flandern durch Kopf- ichuff unter inniggelieblcr. berzenSguIer Sohn, Bruder, Ente! und Neffe, der Musketier Üiax EVieyar im bl benden Alter von >9 Jahren. t71A Hermann Meyer, z. Z im Fe>de. Elisa b. Meyer geb. Cbnstigii. Gertrud Meyer. Schlaf wob! in Feindesland. Am 8. November ocrlchicd I nach kurzem Krankenlager I mein inniggclicbter Mann. unser berzenSguIer Vater, i Bruder, Schwager und Onkel jfriölhillh Schreitmälier im 50. Lebensjabrc. «Zn tieistem Schmerz Luise Sohreitmüller ged. Krieg und Kinder, Die Beerdigung findet gm Montag, den 11. Nopemder nachmittags 3'/,Uhr, ausdem Freireligiösen Friedbeje. Pappclallce 15— 17, statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herz- ttchcr Teilnahme und die schönen Kranzspenden sür meinen lieben Mann, unseren guten Vater Karl Sclmerdileger sage ich allen Verwandten und Bekannten sowie den Kollegin der Deutschen Telephon-Werte meinen bcrztichstcn Dank. Frau ffedwig Schwcrdtfeger nebst Söbnen. Neukölln, Bergstr. 132. 38826 Danksaqung. Für die liebevolle Teilnabme und zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes und gulen BaterS, Schwicger- und Groff- vaterS. des MailioirlS Hermann Solomon sage dem Berein der freien Gast- n. Schanlwiite sowie allen Freunden Ver- wandten und Betannten hier- durch meinen besten Dank. SÄitwe Berta Satomon und Tochter. 38796 bpeziaiarzi Dp. med. i.aaba oeb. schnell, gründl., mögt schmerzlos n. obne Berulsstör Qosohlechlskrankhelt, geheime Haut-, Harn-, Frauenleiden, Schwächo. Erprobteste Mclboden Harn- und Blutuntersuchung. �SIT. Uli SlUjanberpi 50r. tfl— In.'— 8, Fnnnt 10— 1 Arbeiter! Bürger! Die Unterzeichneten sind im Austrage ihrer Organisationen und im Elnvcrnebmc» mit der Stadtocrwaltung zu einem „Polksausschusi zum SchuliF der gemeinnüliigen Ein. richtungen von Eroy-Bertin- zusammentreie»'. Der Ausschuß wird die gemeinnützigen Einrichtungen, die im Fnttrcffe deS Volles ibre Tätigkeit jortsetzen müssen, durch Beauitragtc bewachen lassen. Solche Anlagen sind unier anderem: die Auibewabiungsstellen sür die LebcnSmittcloorräle, die LebeuSmittclkarten-BcrtcilungSstellen, die BoltSküchen, die Gas-, Wasser- und ElektrizilätSwerke, die sparkaffeu und andere öffenlliche Kassen, die Verkehrsmittel. Diese Einrichlungcn sind au! jeden Fall sicherzustellen. Die Beoöttcrung wird gebeten, die von uns Bcaujlragten in Ausübung ihrer Schutzmaffnabmen zu nntcnlützen. Das Mililär ist auS den städtijchcu Betrieben zurückgezogen im Vertrauen daraus, daff das Volk sein Besitztum selbst schützen wird. Berlin, 9. November 1918. Für den Verband sozialdemokratischer Wahlvcrcine Berlin und Ilmgeffcnd(II. S. P. D.): Karl Leid. Dr. Kurt Rosenield. Mathilde Wurm. � Für die Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Bezirk Gro.i-Beriin: Eugen Ernst. Theodor Fischer. Hugo Poeysch. Für die GewrrkschaftSfommissioil Berlin n. Umgegend: Alwin Korsten.' Adolf Nitter. Eugen Brückner. Hermann Micy. Ernst Schulze. Ludwig Hodapp. Für den Verband der Deutschen Gewerivereiue(H.-D.) Berlin und Umgegend: Franz Neustedt. Ed. Jordan. Für daS Kartell der christlichen Gewerkschaften: Tränert. Für die Berliner Stadtverwaltung: Der Magistrat: Wermut b. Seme Srnmiig. Sc» Ig. U-eniSer. mittags 12 Mt: SW WWei-WW»»g Tagesordnung: Sind unsere dem Minister der össentlichen Arbeiten unterbreiteten Forderungen durchzuführen? Der Zutritt zur Bersaiiimlnug ist nur gegen Barzeiguiig einer Eintrittskarte zulässig. Die Karten werden»on den Verdandssunttionären ausgegeben. 2«8/7 De»tnekee Is!i»ei,k»knee-Terk»nd. Benink Bez-Ilu. Griifiilisihts Etwrrlit. Die Vertrauensleute der Verbände der Buchdrucker und Schriftgießer, Buchdruckereihilfsarbeiter und-arbeiterinnen, Stein- drucker, Lithographen, Chemigraphen und der Buchbinder werden zu einer Versammlung eingeladen heute Sonntag, den 10. November, mittags 2 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- user 14/15. Um pünktliches und vollzähliges Erscheinen ersuchen Tie Vorstände. I.A.: Massini.