AbenMoramrfe Zcntralorgan der fozialdemokratifd�en parte» Deutfchlands. Nr.»l«a Reöaktlon: SV. HS, �lnöed'straße Z. Fernsprecher: Moritzpla» ISl v0-l.'»l 07. Montag, den 18. November 1918. Expedition: SM. 68, Lindenstraße Z. Fernsprecher: Moripplap l5lS«-lS!V7. 33. Jahrg. Beginn der COahlbewegung im Reich. Mit festem Schritt geht die sozialdemokratische Regie- rung den Weg der Demokratie. Keinen Augenblick hat sie Zweifel daran gelassen, daß es einen anderen für sie nicht gibt. Sie hat in ihrer ersten Kundgebung die Einbe- rufung einer konstituierenden Nationalversammlung, eines verfassunggebenden Volksrats angekündigt, sie hat in allen ihren weiteren Kundgebungen die Ankündigung bestätigt. Schon am 16. November, dem siebenten Tage der lräevo- lution, konnten wir melden/ daß ein Wahlgesetzent.wurf fertiggestellt sei. Zugleich erfolgte die Ernennung des sozial- politisch stark nach links gerichteten bürgerlichen Demokraten Prof. Hugo Preuß zum Staatssekretär des Innern.!i?om Staatssekretariat des Innern aus sind die ganzen Vorberei- tungen zu den koinmenden Wahlen zu leiten. Zwei Tage ipor seiner Ernennung zum deutschen Wahlminister hatte Preuß einen Artikel im„Berliner Tageblatt" veröffentlicht, in dem er sich scharf gegen einen bolschewistischen„verkehrten Obrig>> keitsstaat" wendete und den freien Volksstaat der Demokratii» verlangte. Zwei Tage darauf ward Preuß von der sozial" demokratischen Negierung dazu berufen, die Wahlen zur kon- itituierenden Nationalversammlung vorzubereiten. Es ist jetzt angekündigt, daß der verfassunggebende Rat ßes deutschen Volkes am 2. Februar gewählt werden wird, das heißt, in zehn Wochen wird eine Wahlschlacht ge- schlagen tverden, die über das ganze Schicksal des deutschen Volkes entscheidet. Es ist schwer. sich von der Größe dieses Ereignisses eine richtige Vorstellung zu machen, man muß sich von dem Gefühl durchdringen tritt der Jugendlichen von 20—25 Jahren und der Frauen auf mehr als das Doppelte erhöhen. Breite Volkskreise harren der Aufklärung, die zum erstenmal für das politische Leben erwachen. Ungeheure, unabsehbare Arbeit ist zu leisten. ..... Dabei stecken fast alle rednerisch und schriftstellerisch be- fähigtcn Parteigenossen in der schwersten Verwaltun�sarbeit. Sie und wir anderen werden ungeahnte Riesenkräfte ent- wickeln müssen, wenn das Ziel erreicht werden soll. Wir wer- den es nur gewinnen, wenn wir uns der weltgeschichtlichen Größe unserer Arbeit stets gewärtig bleiben. Drum die letzte Kraft darauf gespannt, daß am 2. Februar wie am 9. No- vember die rote Fahne siegreich bleibtl Um üas Schicksal RußlanSs. Kiew, 17. November. Zeitungsmeldongen zufolge de- ginut morgen in Jassy eine große PolitischeBe- r a t u n g, die daS weitere Schicksal Rußland» und da» Ber- liältnis der Entente zu den russischen Einzelstaaten klären soll. Aus Kiew sind angesehene Vertreter der Rechten, der Ge- mäßigten und einiger demokratischer Organisationen nnd an» Iekaterinodar der frühere russische Minister de» Aenßern Ssasonow»ach Aassq gereist. In Aasiq sind bereit» Vertreter l'xr Ufa-Regierung eingetroffen. Auch die national-ukrainischen Parteien entsenden Vertreter. Sn Schrei nach Menschlichkeit. II.> SlugC C. chc-.l s b h ä n z t. Wie alle Kriege der Welt ein Kinderspiel w.ren gegen den Weltkrieg, der jetzt hinter uns liegt, so sind alle Wahlkämpfe, die wir um den alten Reichstag geführt haben, ein wahres Kinderspiel gegen den Wahlkampf, der jetzt entbrennt. Das Letzte muß dran gesetzt werden, um in ihm zu siegen. Wir treten mit dem heutigen Tage in diesen Wahl- kämpf ein. Wir sind uns vollkommen klar darüber, daß fein Ausgang im höchsten Grade davon abhängen wird, was die Regierung, unsere Regierung, bis dahin tut. Mögen ihr; auf ihrem entsetzlich schwierigen Wege Erfolge bcschiedcn i sein! Wenn es ihr gelingt, der Volksernährung über die, schwerste aller Krisen hinweg zu bringen, die Demobil-, machung in Ordnung durckizuführen und einen Dauer ver- sprechenden Frieden zu schließen, der dem deutschen Volk, Raum zum Leben und Arbeiten läßt, einen Frieden, wie ihn die Hobenzollern nie erreicht haben würden, dann wird sie i vor Volk und Geschillzie groß dastehen. Möge sie sich von! eisernem Willen und voni Geiste lauterster Rechtschaffenheit � und freiheitlicher Volksgesinnung erfüllen lassen, mögen wir alle, jeder an seinem Platze, ihr helfen, den rechten Weg zum guten Ziel zu gehen, dann haben wir das beste für den Sieg der Republik und des Sozialismus getan. An der Schwelle abweisen müssen wir aber den Gedan- ken, als ob unsere Regierung'in den wenigen Wochen bis zum Zusammentritt der neuen deutschen Pvlksvertretung die gesamte Wirtschastsverfasiung au? eigener Machtvollkommen- beit umkrempeln konnte. Man kann in zehn Wochen nicht den schwersten aller Kriege liguidieren und zugleich den Bau einer sozialistischen Neuordnung bis zum Turmknauf voll- enden. Man kann die neue deutsche Volksvertretung, von der wir wissen, wie sie aussehen soll, aber nicht, wie sie aussehen wird, nicht vor vollendete Tatsachen stellen, darf ihrer endgültigen Entscheidung nicht vorgreisen. Sonst kommt man in die Gefahr alles zu verderben. j Der Fall ist sehr denkbar, daß einschneidende sozialistische Wirtschaftsmaßnahmen, die schließlich dem Wohl des Volks- ganzen dienen, für die erste Zeit die entgegengesetzten Wir- kungen hervorrufen. Die Aussichten der Sozialdemokratie bei den Wahlen würden ungünstig beeinflußt werden, wenn die Wahlen in eine Zeit fielen, in der sich zunächst nur die unangenehme n Wirkungen der von der Regierung ergriffenen wirtschaftspolitischen Maßnahmen geltend mach- ten. Die Reawrung würde sich dem Vorwurf aussetzen, die Kompetenzen überschritten zu haben, die einer von demokrati- schem Geiste be'ee'wn Remeruna zustehen. Eine solche Re° gierung muh die Entscheidung über seine größten Schicksals- fragen dem Volke selbst überlassen, und sie muß ihre Tätig- keit auf solche Maßnahmen beschränken, deren Vornahme im Lebensinteresse des Volke? keinen Aufschub dulden. So kann sie dos Vertrauen des Volkes aetninnen, das sie braucht, um nach den Wahlen in ihrem Amt bleiben und den Weg zu ihrem lozialistilchen Endziel weitergehen zu können. Eine rastV» Aulklärnnosarbeit rnnV mit d'elem Ta«ce einleben. Sieben Jalwe werden zur Zeit der Vablen ver- ganaen lein seit das deutlch» Volk leinen letzten Reichstag wählte. Damals bat die Sozialdemokratie nur etwas mehr als ein Drittel oller Stimmen auf sich vereinigt. Diesmal muß sie einen geivalliaen Spriina vorwärts tun nnd mehr als die Hälft? aller Wähler gewinnen, wenn sie sich in der Herrschaft, die sie durch die R.rvoE,tion ührrnommen hat, be- haupten will. Die Zahl der Wähler wird sich durch Hinzu- Tie rheinischen«ei »naSverleaer an di Öl»"!!«-, t«isländische Köln, 18. Vkovember. Ter ver.'in Rheinischer Zeitung? Verleger, wendet sich mit folgendem Ausruf an die international« Presse,»m«ine Milderung der WafsenstillstandSbedingringen zu erzielen: ,T»e Vertrete? der Presse im Rheinland»veisen die Zeitungn der ganzem Welt auf die unerträgliche Notlage der Nheinlande hin. in die sie die harten Waffenstillstandsbedingungen versetzen.-Eine cherauSgab'- eine» grotzen Teile» de» Eisenbahnmaterials verurteilt uns durch Erschwerung der Verbindung mit dem Osten«ur Hungersnot. ES ist uns außerdem unmöglich, große Besatzungen zu verpflegen. T«r Rückzug der Armee durch unser Land be- schleünigt den Verbrauch der Lebensmittel. Wir bitten im Namen der Menschlichkeit di« Presse der ganzen Welt, für die bediohten Rhecnlande einzutreten und zu fordern, daß ein durch den langen Krieg schon ganz erschöpsteS Land nicht völlig niedergetreten werde. Der freiheitliche Sinn in den alten Kulturländern am Rhein ist in der ganzen Welt be- kannt. Schützt unS darum durch die Macht eure» Einflusses vor öüvalttat und Unmenschlichkeit! LlopZ George im LVahlkampf. Für Vorzugszölle. Haag, 17. November.(Hollandsch NieuwSbureau.) 7luS London wird gemeldet: Am IS. November hat Lloyd George in einer Ver- sammlung der Koalitionspartei eine Rede gehalten, in der er betonte, daß da» nächste Parlament wahrscheinlich da» wichtigste in der britischen Geschichte sein wird. Der Eharäkter dieses Parlaments werde vielleicht genau so«nt- scheidend sein wie der Weltkrieg selbst. Er sagte weiter: Fall» das neue Parlament in irgend welcher Hinsicht un- ausreichend sein würde, so ergibt sich die Möglichkeit, daß auch in England das Beispiel sehr vieler europäischer Länder befolgt werden könnte. In bezug auf den Abbau und Wiederausbau des Landes selbst, sagte Lloyd Georg« noch, daß in England unter den Rekruten viel mehr körperlich unfähige Männer vorgekommen sind, al» in Frankreich. Deutschland oder irgend einem anderen Land. Die» ist nicht auf Armut zurückzuführen, sondern auf die Volkserziehung. DieS muß ausgebessert werden. Die Löhne müssen erhöht werden und d:e Mutterschaft ist zu schützen. Handel und Schiffahrt waren während de« Krieg« so gut organisiert, daß mehr«ingeführt werden koOcte al» in den Tagen, wo die Tonnag« Großbritanniens um Millionen Tonnen größer war. Am End« des Kriege» fand man in England. Wales, Schottland und Irland mehr Acker- bau als im Jahre 1vl3, obwohl die Zahl der Arbeitskräfte er- heblich geringer war. Bezüglich der Wirtschaftspolitik stellt sich Lloyd George in einem Brief an die llnionisten auf den Standpunkt der ReichSvorzug»zölle. Damit die heutige Basis der Er- zeugung aufrecht erhalten wende, ist e» nötig, daß Garantien gegen unlauteren Wettbewerb im internationalen Verkehr geboten werden, die �ntentekommksfionen in Konftantinopel. Nach«orsiegende« Meldungen sink di« englisch» n*% französisch« Kommissivn in Konst«ntin,ptl»ingeteofsen Ter Gut- tan hat den jungtürkischen Fmanzin. niste? Tscha«ib.?«j ank H a i r i- B e j au» dem Kabinett entfernt und vor ein Gericht gestellt. Da» Leben in Konstantinopel ist unerhört teuer. 9t befinden sich noch ,ahlr»tche Deutsche in Kanstantiuapel. irch die Verwirklichung des jftcht- stundentages. Von Th. Lei pari. Neben den großen politischen Umwälzungen hat di« der- gnngene Woche auch auf wirtschaftlickzcm Gebiete eine revol- lutionäre Tat gezeitigt, die den deutschen Geiverkschaften al» Verdienst anzurechnen ist. Durch die Vereinbarung der G»> werkschaften mit den großen Arbeitgeberverbän-den, die am Sonnabend In der Presse veröffentlicht wurde, ist vom 14. November 1918 an für all« Betrieb« im ganzen Reiche der Achtstundentag als Höchstmaß der täglichen Arbeitszeit festgesetzt >v o r d e li. Was wir Jahrzehnte lang von der Gesetzgebung vergeh- lich gefordert haben, ist unter dem Einfluß der revolutionären Bewegung jetzt ohne ernsten Widerstand der Unternehmer er- rungen worden. Das große Ziel unserer alljährlichen Mai- f e i e r ist damit in Deutschland erreicht. Die Vereinbarung ist am 14. November unterzeichnet worden und sofort in Kraft getreten. Vertrags- kontrahent aus Unternehmerseite ist in erster Linie die„Ver- einigung der Deutschen Arbeitgcberverbände", die fast all« organisierten deutschen Arbeitgeber umfaßt. Ihr gehören u. a. an der„Gesamtvcrband Deutsche: Metallindustrieller", der„Arbeiige-berve''band der nordwestdeutschen Eisen- imltii- Stahlinimstriellen'', der„Zechenverband", der„Deutsche Ar'äck. plieck-s• A-•.?- S/ffi 1 �>**0- fz n f.'V, C band der Deutzchen Tcxlilindu>msV-(0w:e dw wie Arbeitgeberverbände der Industrie und deS Handw?-»,.-. � Die Vereinbarung gilt für die Gesamtheit der Ar- beiter und Arbeiterinnen in ganz DeuUchland. � Auch in de» Tarifgewerbcn ist, unbekümmert um die in den Tarif- Verträgen festgesetzte längere Arbeitszeit, vom 14. November an der achtstündige M a x i m a l a r b e i t s t a g durchzuführen. Gleichzeitig sind die Löhne, auch die Akkordlöhne, so zu erhöhen, daß VerdienstschmAs- rungen ans Anlaß der Arbeitszeitverkürzung nicht stattflnden. Der Wortlaut der Vereilcharung heißt:„Das Höchstmaß der täglichen regelmäßigen Arbeitszeit wird für alle Betriebs auf acht Stunden festgesetzt." Hiermit ist zum Aus- druck gebracht, daß nur vorübergehend und nur im Aus- nahmefall eine Nebcrschreitung der achtstündigen Arbeitszeit zulässig ist. Solche Ausnahmen werden in der kritischen Zeit der Uebergangswirtsckzast, besonders in sogenannten lebenswichtigen Betrieben, nicht ganz zu vermeiden sein. Zur Prüfung und Entscheidung der Notwendigkeit sind die Gewerk- sckzaften hinznznziehen. „Die Gewerkschaften tverden als berufene Vertretung der Arbeiterschaft anerkannt," so lautet kurz und bestimmt der erste Satz der Vereinbarung. Eine Beschränkung der Koali- tionsfreiheit ist unzulässig. Die seither vielfach von den Unternehmern unterstützten gelben Werkvereine werden„fort- ab vollkommen sich selbst überlassen". In allen Berufen, für die bisher noch kein« Tarifverträge bestehen, müssen Verhandlungen„ohne Verzug aufgenommen und schleunigst zum Abschluß gebracht werden", um durch Kollektiv- Vereinbarungen für alle Arbeiter und Arbeiterinnen die Arbeitsbedingungen festzusetzen. Also neben dem Sieg des Achtstundentages auch ein voller SiegdesTarifvertrages. Wenn die Gewerkschaften der einzelnen Berufe rührig dahinter sind, wird es bald keinen Betrieb in Deutschland mehr geben, in dem die Arbeitsbedingungen nicht tariflich geregelt sind. Und noch ein weiterer Streitpunkt, der in der Ver- gongenheit so viele schwere Kämpfe verursacht bat, ist durch die Vereinbarung nunmehr zugunsten der Gewerkschaften entschieden:„Gemeinsame Regelung und pari- tätischeDerwaltungdesArbeitsnachweises". Die einseitigen Nachweise der Ilntemchmer, die berüchtigten Maßregelimgsbureaus. müssen verschwinden. Somit haben, mit ihrer Unterschrift unter der Vereizz- barung vom 14. November, auch die Jndnstriekönige ihre Ab- dankung unterschrieben. Sie wollen �ürderhin nicht mehr nach dem alten Stil„Herr im Hause" sein, sondern die Arbeiterschaft durch ihre Gewerkschaften sochie durch Arbeiter- ausschüsi? und paritätische Schlichtunasoraane mitreden lassen. Die Durchführung der Vcreinbarunaen wird den Gewerkschaften um so leichter tollen, je zahlreicher die Arbeiter mrd Arbesterinnen die bisher noch nicbt gewerktchakt- sich organisiert sind, setzt sich!hn»n anichsießen. Stnrke Gewerkschaften sintz ietzt ersi r»chZ ein««Ks«l«t« Rot- wentzigkeit für di« deutsche Arbeiterschaft. » (Den Wortlcnit der getroffenen Bereinbarnngen haben wir bereit» in der Sonnabend-Morgenausgabe de»„Vorwärts" mitgeteilt. Wie au» der heutigen Morgenauigabe ersichtlich, hoben sie inzwischen die Bestätigung der Neichsleitun» erhalte». Rod. d. �Lorwäri»".) Revolutlonsfekern. Miknilfe». IT Jloöem&tt. Hzirte abend fand im hissigen Nativ- «altheaier ein« Nevolutionsfeier statt, zu der aus allen Gauen Bayerns die Vertreter der Arbeiter», Soldaten» und Vauernräte er- schienen waren. Auch die Minister und das Präsidium deZ provi- sorischen Parlaments hatten sich eingefunden. In seiner Festvcde sagte der Ministerpräsident Kurt Eisner: Wir haben heut« die Zuversicht, daß es unZ gelingen wird, ohne Rückschlag, ohne Hem» mungen und ohne Geivalt den Weg zur neuen Zeit zu finden. Wir sind Demokraten und Sozialisten. Wir verstehen unter Demokratie aber nicht, daß all« paar Jahre alle Bürger das Wahlrecht aus- üben und dann die Welt regiert wird durch Ministerien und Parla- mente. Wir, die wir eine neue Form der Revolution ge- fu irden haben, werben versuchen, eine neue Form der Demokratie S« entwickeln. Wir wollen Sie ständige Mitarbeit aller Schaffenden in Stadt und Land. Diese Demokratie ist heute schon Wahrheit. Wir rufen über unser Land hinaus zu den Völkern, die gestern noch unsere Feinde waren: Wir bekennen unsere Schuld und bahnen damit den Feinden den Weg zu mnerer Verständigung und Versöhnung Wir senden unser- Grütze zu den Völkern Frankreichs, Italiens, Englands und Amerikas, und wir wollen mit ihnen gemeinsam die neue Zeit aufbawsn. Alle, die reinen HcrzenZ, klaren Geistes und festen Willens sind, sind be- rufen, am neuen Werk mitzuarbeiten. Vergessen wir, was war, und vertrauen wir dem, was wird. Eine neue Zeitrechnung be- ginnt. Die Freiheit erhebt ihr Haupt. Folgt ihrem Ruf. Mit lebhasten Rufen auf die Freiheit, die soziale Revolution und den Ministerpräsidenten schloß die eindrucksvolle Feier. » Chemnitz, 17. November 1913.(Eigener Drahtbericht des „Vorwärts".) Eine gewaltige militärische Veranstaltung, wie sie Chemnitz noch nie gesehen hat, versammelte heute vormittag um 11 Uhr die gesamte Garnison von Chemnitz auf dem Königsplatz. Mit klingendem Spiel zogen die Truppen auS den Kasernen, die Soldaten ohne Waffen, weithin leuchteten die roten Banner. Der Kommandant des Jnfanterie-RcgimentS 104, Gen. Georg Landgraf, hielt in der Kaserne eine Red« über die Dedeutirng der Revolution. Unter stürmischem Jubel wurde das rote Banner auf der Kaserne gehißt. Au? dem KönigSplatz sprach Gen. Landtags» abgeordneter Fellisch über die Deutsche Republik. Mit mnem Hoch auf die Internationale wurde unter den Klängen der Marsailleise die imposante Versammlung geschlossen. Ein liberales ZNinifterium in Spanien. Männern liberalen arcra-Prieto, Ro» Das neue spanische Kabinett ist ausschließlich aus der liberalen Partei gebrföet. Die drei Gruppen der Partei sind darin durch ihre Führer m a n o n e S und Alba vertoctezr. ZeWeUung üer Kriegsentschäöigungs- anfprüche. Haag, 1«. Novtmber. Da« Amsterdamer.HandelSbkad" der» öffemlickt«ine offenbar inspirierte Zuschrist über die rechtliche Seite der Verfügungen für den Schadenersatz a» velgieu. Hiernach wird >ie belgische Regierung die belgischen Gerichte mit der Regelung r Schadenersatzleistungen beauftragen. Die einzelnen geschädigten -erionen haben den belgischen Gerichten eine Schätzung ihrer 9*»•■»,•.—•■c«.i. WMWW V«»* die« den Schaden an Dpern, der Schaden» den Personen körperlich erlitten haben, wird lediglich fest« ohne ihn abzuschätzen. Da die vorhandenen Gerichte nicht ausreichen, werden voraussichtlich richterlich» Kommissionen gebildet werden. Der„Matin" hält solche Feststellungen nicht erst für nötig. Er will seinen Lesern in Frankreich glauben machen, dag Deutsch» laud an Frankreich allein 840 Milliarde» KricsScntschSdlgnnz zu zahlen habe.— Man sollt» unterlassen, über dies» ernst« Dache schlechte Witze zu machen._ leiten keinerlei Bestimmungen getroffen. Am 13. September der» faßte er eine kurze letztwillige Verfügung, in der es heißt: Mein letzter Wille. Für den Fall, daß ich nicht dazu kommen sollte,«in ausführ- liches Testament zu machen, will ich hier ganz kurz feststellen, daß mein Wille ist, meine liebe Frau Emma Adler, deren Namen ich nicht nennen kann, ohne ihr für all« Güte und Treue durch mehr al« vierzig Jahre zu danken, alZ Erbin alles meines bescheidenen Besitzes einzusetzen. Ich habe«igentlich kein Vermögen, wenn man von einem Teile meiner Wohnungseinrichtung und einem Teile meiner Bibliothek abstetst. Sowohl Einrichtung als Bücher sind— von lxm wissenschaftlichen und politischen T«ile meiner Bibliothek abgesehen— immer Eigentum meiner Frau gewesen und von ihr selbst ans dem Ertrag ihrer literarischen Arbeit erworben, lieber den politischen und wissenschaftlichen Teil der Bibliothek soll meine Frau im Einvernehmen mit meinem Sohne Fritz verfügen, der entscheiden mag, was er, als dem Parteiarchiv erwünscht, an dieses ab- treten wrll. ES liegt mir am Herzen, festzustellen, daß da« mir schon immer widerwärtige Gerede über meine finanziellen Opfer für die Partei ganz hinfällig geworden ist. da mir— ohne mein Vorwissen— vom Parteivorstand eine Summe angewiesen wurde, die dem vor Jahr- zehnten festgestellten Betrag entsprach, den ich für die Gründung des Wochenblattes seinerzeit verivendete. Ich habe diesen Betrag zur Abtragung von Schulden verwendet. Von meinen».sinanziellen Opfern" für die Partei braucht und soll also fernerhin nicht mehr die Rede sein. Meine Genossen wissen, daß ich Kostbareres als Geld: Kopf, Herz, Blut und Nerv im Dienste unserer Sache wie jeder von ihnen, ohne zu sparen, der- braucht habe— eine Hingabe, durch die wir alle aber nicht Gläubiger, sondern immer mehr Schuldner unserer Sache werden. Diese Gesinnung wünschte ich allen unseren Genossen vererben zu können. Meinem braven Weibe, meinen Kindern, meinen Freunden und Genossen sage ich letzten Gruß. Ich habe daS Leben g e- liebt, trotz alle» Bitteren, aber ich fürchte nichr den Tod. Dr. Viktor Adler. abend dauerte, letzter dm Offizieren, die AdmiraT Meurer begleiteten, befand sich arch ein Zeppelin- und ein U-Boot-Kommandant. viktsr �lölers Testament. Pikwr Adler sprach in den letzten Monaten wiederhol von feirrem nahen Tode, hat aber über die Formen der Trauerf-.�rlich-: fangen, worauf eine Konferenz begann, die o>« zum Sonn» Keine beschlagnahme üer Guthaben. Keine Ungültigkeitserklärung der Kriegsanleihe. Um umlaufenden Gerüchten entgegenzutreten, erklärt d'e Reichsregierung: 1. Wir beabsichtigen nicht, in irgend einer Weise eine De- schlagnahme von Bank- und Sparkassenguthaben, von Vorräten an Geld- oder Banknoten oder W e r t p a pi°> r e n oder sonstigen offenen oder geschlossenen Depots irgend wel- cher Art vorzunehmen. L. Ebensowenig beabsichtigen wir die Zeichnungen auf die 9. Kriegsanleihe überhaupt für ungültig zu erklären oder irgendwie in ihrer Nccht.gültigkeit anzutasten. Z. Die Gehalts-, Pensions- und sonstigen Recht s-- anspräche der in öffentlichen Diensten stehenden Boamtetl und Angestellten, der Offiziere und der anderen Personen dpS Soldatenstandes, der Kriegsbeschädigten und der Hinterblieste- nen dieser Personen bleiben völlig unberührt und weiterhin in Kraft. Der Rat der Volksbea'iftragten -A j'j' I Die Einbringung üer üeutschen Schiffe. Menrer bei Beatty. Haag, 13. November.(Hollandsth NicuwSbureau.) Aus London wird gemeldet: Admiral Meurer wurde am Freitag afcend mit seinen: Stabe an Bord de» Flaggschiffe» Queen Tlizabet? von Ad» miral V« a t t h empfangen. Gestern nachmittag fano-w t? e. gegnung zwischen den deutschen Kreuzern und den englischen Schiffen an der verabredeten?zt«lli statt. Hierauf wurden die Schiffe nach Firth gebrocht, wo«'» britischer Torpedojäger auf sie wartete, der den deutschen Ldm ral an Bord der Queen Elizabeth brachte. Der deutsche Kommandant ivurde vom Kommandanten des Geschwader» und seinen Offizieren emp Eine Tageszeitung üer Spaetakusgruppe. T!' O�adien der Revolution. Heute morfp; ai die Tageszeitung der Spartakus- gruppe,„D i e r o t? s a h n e", zu erscheinen begonnen. Als Schriftleiter ei, wen starl Liebknecht und Roia Luxem- b u r g. Berlin besitzt-also vom heutigen Tage ab drei sozialistische Tagesz-titungWj den„Vorwärts", das Zentrolorgan der deutschen u Demokratie, die„Freiheit", das Zentral- organ der Unabhürp gen, und„Die rote Fahne", das Zentral- organ de" Sf«rtakusbundeS. Das Er cheinen deS neuen BlatteS ist insofern zu be- grüßen, aB dadurch die Tätigkeit des Spartakusbundes in das volle Liiht er Oeffentlichkeit tritt. Die Bewegung wird damit des �.kimbus des Heimlichen und Verschwörerhaften entkleid st. Sollte es ihr gelingen, die Mehrheit des deutschen Volkes hinter sich zu bringen, so würde diese Mehrheit selbst- verständlich, ebensosehr die Respektierung ihres Willens sor- dern dürfen wie jede andere. Die Spartakusarupve scheint aber nach der Haltung ihres Blattes wenig Hoffnung zu haben, die' Mehrheit des Volkes bald für sich zu gewinnen, sonst wäre ihre Scheu vor der baldigen Einbe- rufunc« einer Rationalversamnilung unver- ständlich. Ihre Hoffnung setzt sie darons. die aktivsten Elemente dei Arbeiter und der Soldaten für sich zu gewinnen und dannt eine Herrschaft über die lässigere und schlaffere Mehrheist des Volkes ausüben zu können. In dein Leitartikel mahnt Rosa Luxemburg, nicht zu glauben, daß der reaktionärste Staat der zivilisierten Welt in 24 Stmnden zum revolutionären Volksstaat werden könne S'? schireibt: Das Bild der deutschen Revolution entspricht der inneren Reife der d-utschn Verhältnisse. Scheidemann-Ebert sind die berufene Regierung der deutschen Revolution in ihrem heutigen Sta- d:■«. Und die Unabhängigen, die mit Scheidemann-Ebert zu- st n,,:en'> nlstmus machen zu können glauben, die jenen in der „Frr'iktar ,eierlich attestieren, daß man gemeinsam mit ihnen eine „rei,» sozialistische Regierung" bilde,«tualisizieren sich damit selbst a* di« berufenen Mudwyer d«r gimra in diesem ersten provi- sori schen Stadium. Ader die Revolutionen stehen nicht still. Ihr LestenLgesetz ist rasche» Vorwärtsschreiten, über sich se'lbst Hinauswachsen. Da»«rste Stadium treibt schon durch seine iriuexen Widersprüche- vorwärts. Die Lage ist als Ansang be- .-/reiflich, als Zustand cui die Dauer unhaltbar. Daraus ist zu schließen, daß die SpartakuSgruppe nicht pmit rechnet, binnen kürzester Zeit die Macht an sich reißen zu können. Sie richtet sich vielmehr auf eine längere Agita- tton em. Diese Agitation ist selbstverständlich nach den Grund, atzen der Meinungsfreiheit, die von der sozialistischen Regierung verkündet worden ist, durchaus zulässig. Es ist ober ebenso zulässig, ihm mit guten Gründen entaegenzu- treten. Die SpartakuSgruppe kommt nickt über die Tatsache hmweg. daß jode Verleugnung der Demokratie ein Verrat an den sozialdemokratischen Grund sähen ist. Wer�die Stimme des Volkes nicht zu ksicui/i,' Li,»»«'jfü'incn zu wollen. St"'" SpartakuSgrup� sollte schleunigst in die Agitation für di' Wahlen zu? Nationalversammlung eintreten und danach trachten, eine möglichst groß? Zahl von Stimmen auf sich zu vereinigen, dann wird man sehen, was hinter ihr steht. All eine Gruppe deS neuen Volksparlaments, die radikal nach sozialtsti scheu Reformen drängt, könnte sie nützsich sein. Als antidemokratische Partei, die nnt dem Verdacht behaftet ist den Volks-willen gewaltsam unter ihre Füße treten zu wollen als Onertreiberin bei allen Versuchen der Reaiernng, für dst Neuordnung der Demokratie und deS Sozialismus eine ge- regelte Ueberleitung zu gewinnen, kann sie nur schädlich sein und mutz sie bekämpft werden. * Die SpartakuSgruppe läßt heute ein Flugblatt verbreiten. dem sie zum Mißtrauen gegen die Offiziere aus- J\xi öas vaterlanü! Run Mkr du geboren, du Hand unterer SebnTucht! Vaterland, hcrrUchcs, zuliunftbeUcbtetes 1 Baben wir jlahr« gestarrt auch vergebens nna Bader im Bcvsen, und Zwang und Leiden Getragen t wir haben Immer gehofft auf die Stund«, die tcblug I JVun strahlt tle herauf in unendlicher Schön«, Die Sonne der freiheit. Beintat und friede, ihr göttliehen Worte l Die ihr der freiheit Stiege nun bildet, O tchiitzet das Kleinod l Bettet die heilige flamm« in Berzen» Die rein find und heufd» und gläubig der Zuftunft, Daß Bände sich finden, hüben wie drüben, Gemein kam in Lieb» die Völker zu einen. ]�ie wieder foll künftig ein Scherge tich finden! Kein Kromnträger, kein sMörder der fugend, Die folternd Dich in Grenzen prellen wollten 1 Wir schwören eo alles Unendlich bift Du, neues Vatertand I Onbcfiegbar im leuchtenden Hntlits der Brüder l 69 ift, als hätten wir endlich heimgefunden l JJus fiebertollen hlächten ift der Hlp gewichen I Xtn Glanz« der Röt« des jungen sVlorgens Grüßen uns Brüder und Scbweltem von fernen Infein. Kommt alle, ihr Brüder, Das Vaterland zu gtüßen l Kehrt heim I Kniet nieder auf heiligem Boden I friedrfcb Jflatteroth. Die Zsbe! von tzerkules. Von August Strindberg. Herkules hatte seine sechs Arbeiten vollendet und sollte jetzt die siebente beginnen, nämlich den Augiasstall reinigen. Diese Arbeit war die unangenehmste, wenn auch nicht die schwerste. Dreitausend Ochsen hatten dort dreißig Fahre gestanden und gemistet, ohne daß jemand es gewagt hatte, den Stall rein zu machen. Es war keine schöne Arbeit, aber er hatte sie nun einmal übernomm/n. Zuerst machte er einen Versuch mit Schaufel und Besen. Da aber erhob sich ein Brüllen: dreitausend Ochsen brüllten auf einmal. — Laß unfern Dreck sein! Das ist unser eigener Dreckt — Danach frage ich den Teufel, sagte Herkules uns begann attSzumisten. — Latz un? unfern Dreck behalten, brüllten die Ochsen wieder und wandten ihm die Hörner zu. Nein, sie durften ihn nicht behalten! Er schlug sie mit der Schaufel so auf die Hörner, daß sie schwiezew Er buddelte und schaufelte so, daß er bis über di« Schultern im Schmutze stand. Da wollten die Ochsen ihn verhöhnen. — Seht doch diesen Schmutzpeter, sagten sie. — Ihr. ihr seid Schmutzpeter, antwortete Herkules; ich habe diesen Dreck nicht gemacht; daß ich aber schmutzig werde, wenn ich mich mit euch abgebe, dafür kann ich nicht. Die Ochsen schwiegen. Da aber krochen die Mistkäfer hervor, die in den Kotballen wohnten und bauten. — Laß unsere Kotballen sein, brummten sie. — ES sind nicht eure Kotballen, sagte Herkules, sondern die der Ochsen! — Ja. aber wir frieren, wenn Ihr sie fortschafft. — Arbeitet, dann braucht thr nicht zu frieren. Wenn sie arbeiteten! Am Abend, als Herkules sich schlafen legte, rollten sie alles wieder in den Stall, was er hinauSgeschaufelt hatte; am nächsten Morgen sah der Stall ebenso arg auS wie vorher. Da wurde Herkules böse.» — Hier hilft weiter nicht», als den Stall unter Wasser setzen. AIS die Ochsen vom Wasser sprechen hörten, daß sie dreißig Jahre lang nicht gesehen, entstand«in solches Lärmen und Brüllen, daß die Mistkäfer, die nur in der Dämmerung draußen sind, auf- flogen und auf den Rücken der Ochsen Schutz suchten. Aber Herkules ward nicht ängstlich, sondern ließ da? Wasser laufen, und herein stürzten zwei große Fluten, die den Stallboden unter Wasser setzten. — Er ist ein Volksfeind, brüllten die Ochsen; er will die Ge- sellschaft vernichten, er will die ganze Erde ertränken. — Das will er nich!, sagte Herkules; er will nur den Mist unter Wasser setzen, und«in Volksfeind ist er nicht, aber ein Ochsenfeind und ein Mistkäserfeind, das ist er. Als alles fertig war, ging Herkules fort und legte sich hin, um zu schlafen. — Wie sollen wir uns rächen? fragten die Ochsen. Haben wir denn Waffen, die ihm etwas anhaben können? Die Hörner schaffen eS nicht! — Wir wollen ihn mit Dreck bewerfen, sagte der Stier. •— Den wäscht er ab, sagte sein Nachbar. Die Frage wurde besprochen, und al? alle Ochsen ihre klugen Köpfe zusammensteckten, kamen sie zu dem Ergebnis, daß sie keine Waffen besahen, die Herkulc» etwa» antun konnten. Aber ein Mistkäfer, der dt« U-berlcgung gehört hatte, bekam «ine Idee. Die war sehr alt. und darum fand sie Gehör bei den Ochsen. — Man müßte ihn mit seinen eigenen Waffen schlagen. Mit seinen eigenen Waffen l. Da» war die Keule: die aber der- mochte keiner zu heben. Es war also eine dumme Idee, wenn sie auch alt war. — Setzt ihn unter Wasser verstanden, fiel ein anderer Mist- käfer ein; setzt ihn unter Wasser, wie er eS mit unserm Stall ge. macht hat. Da» ließ sich hören! Da» war seine eigene Waffe. Aber da? Wasser? Wo sollte man e» hernehmen? Der Mistkäfer flüstert« dem Stier etwas zu; der beugte seinen Kopf zum Nackibar, und bald war eS allen Ochsen klar, woher sie da» Wasser nehmen konnten; aber sie wollten ei nicht laut sagen, jetzt, da sie so reinlich geworden waren. Herkules erwachte davon, daß er in eine schmutzige Flut sank. Aber er wüßte sich Rat: er kletterte auf seine Keule, die aus Oliven- holz war und also wie Oel schwimmen konnte. Aus äußerst natürlichen Ursachen nahm der Strom bald ab, und Herkules saß auf dem Trocknen. Da ging er in den Stall hinein und hob im Zorn seine Keule. Aber es reute ihn. — Man schlägt Läuse nicht mit einem Hammer. Ihr hättet euch allerdings reines Wasser leisten können, wie ich eS mir geleistet habe. Aber daS macht nicht»: Ochsen bleiben immer Ochsen. Wenn ich euch nun auf den Hintern schlage, weil ihr euch so kleinlich an mir gerächt habt, so kommt nachher nicht und sagt, ich habe mich an euch gerächt. Ich räche mich nicht, ich strafe. Und er schlug alle Ochsen auf den Hintern, alle dreitausend, aber die Mistkäfer ließ er laufen. Seit dieser Zeit find alle Ochsen hinten geborsten, und jede» Mal, wenn jemand einen Stall reinigen will, strecken die Ochsen den Schwanz in die Luft. Notizen. — Friedrich Natter otts Gruß an das Vater- l a n d ist entstanden unter den Eindrücken, die der Sieg der beut- fchen Revolution an der litauischen Front auslöste. Unter dem Datum de» 11. November erschien e» in der„Wilnaer Zeitung", der toir eS entnahmen. — Aus Strindberg» Nachlaß ist unter dem Titel „Fabeln" in Georg Müller» Verlag in München ein Band erschio- nen. dem die von 1883 stammende Satire vom Herkules, der den Augiasstall ausräumt, entnommen izt. fordert. Die Offiziere sind heute nicht? andere? und dürfen nicht? andere? fein als Beamte der neuen sozialistischen Negierrng, die damit beauftragt sind, da? schwierige Werk der Demodiluicmiig so zu vollenden, catz keine Hungersnot eintritt. ES ist nicht mehr ihre Aufgabe, die Soldaten in den Krieg zu führen, und e? ist nicht mehr ihr Recht, die Soldaten in Knechtsgehorsam zu haltin. Kein Soldat braucht sich von ihnen eine unwürdige und herabsetzende Behandlung gefallen zu lassen. Wo die Offiziere sich mit Takt in ihre neue Ausgabe finden Kamerade« der Soldaten und Bcauf- tragte der soziald.mokrotischen Regierung zu sein, verdienen sie für ihre schwierige Arbeit Anerkennung und Unterstützung. Steuern sind weiter zu entrichten. Nicht ausdrücklich aufgehobene Gesetze bleiben in Kraft. Bekanntmachung. E? wird hiermit darauf hingewiesen, daß die bestehenden Gesetze und Verordnungen, soweit sie nicht ausdrücklich durch die Regierung aufgehoben sind, in Kraft bleiben und von jedermann zu beobachten sind, wie auch jedermann in ungestörtem Genuh der ihm dadurch gewährten Rechte»er- bleibr. Danach besteht für alle Staatsangehörigen die Ver- pslichtung zur Entrichtung der bisherigen Steuern und Abgaben unverändert fort. Verlin, den 14. November.1913. Namen? der preußischen Regierung: Dr. B r e i t s ch e i d. Dr. S ü d e k u m. Reaktionäre Sammlung. Verschmelzung der konservativen Parteien. Wie die„Tägliche Rundschau" meldet, halten am Sonnabend Einigungsrer Handlungen zwischen den Deutschkonserva» t i v e n und den Freikonservativen stattgefunden, die zu dem Ergebnis geführt haben, daß die beiden Parteien sich ver- schmelzen und in Zukunft gemeinsam austreten werdn. Die neugebildcte konservative Partei wird in den nächsten Tagen mit einem neuen Programm vor die Oefsentlichkeit treten, da?, wie e? heißt,«rnen stark demokratische« Charakter, ent- spvecbend der veränderten vag«, haben wird. Daß die konservativen Parteien mit einem stark demokrati- scheu Broaramm h rvortreten wollen, ist ein erfreuliche? Zeichen der Zeil, doch werden es die Herren nicht übel nehmen, wenn man ihnen einstweilen nicht über den Wey traut. Di«„Kreuzzeituriy" al? demokratisches Organ wird fa einen recht vergnüglichen Anblick darbieten, sie wird aber zu diesem Zweck noch etwas umlernen mästen. Scbi-cibt sie docb beute, die alte Verfastung de? Deutschen Reiches lesiehe noch zu Recht und Prinz Eitel Friedrich fei von Reicht? wegen Regent von Preußen und Deutschland. Nach dersebben Theorie wäre Bclsazar im vier noch König von Ba. bylen, wenn er nicht schon gestorben wäre. ?!m Sonntaa taute eine Ber'ammlung„nationaler Männer und Frauen aus allen BerufSschichten und vaterländischen Orga- ' rrifat'onen", in der ein„Vaterländischer Volksbund" gegründet wurde,„der die durch daS national« Unglück ver zweisei. ten Gemüter wieder au'richten und don nationalen Geist und Stolz am deutschen ValkStum erneut stärken will". Dieser neu« Bund, als dessen Eeneralsekretär sich Herr Max Taube etabliert hat und der selbst wohl nur eine Neuaufla,� der alldeutschen Vater- landSpartei ist, ist aufricht-g genug, zu erklären, daß er die„vater- ländischen Vereinigungen zu gemeinsamer entschiedener nationaler V.1.. 1, n i'«b«- neu Grundsätze für die Wahlen zu den ösientllchen Körperschaften auch für die Angestelltcnratswahlen in Anivendung zu bringen. Da? Personal, welch.» zirka 2200 Personen zählt, soll in.zirka 3 Wahl. kreise eingeteilt werden, in welchen nach dem Proporiio-na! Wahlsystem je 5 Kandi daten zum Be tr leb?-A ng>c ste ll ten rat zu wählen sind.(Ge- samtzahl: 15 BetriebS-Angestelltenräte, 15 Ersitzmitgsieder.) Sobald diese Wahlen vollzogen sind, soll in einer Plcnawver- sammlung die dekirntive Wahl von 2 Arbeiterräten(Ang.stellien- rätenj und 2 Ersatzmitgiliodern erfolgen. Der provisorische Ai bei! errat hat für seine Tätigkeit foligende Grundsätze ausgestellt: All« Fragen, welche da» A rbe it'verhällnis der Zlnigestellten berühren, sollen in einerPollversammlu!g der Angestellten durch Mehr- hMGvschli.si-iHWM,? m.-'-v.-"'.(So sstiU» WwBwfc»■ 1 rriairTi der An- g>e>wlltcn weitemieken«.» m! b>ück lc,-> auj oie frühe o:n Vorschriften der borwfetzten Stelle— der K riegS-! o Hswff-A bte i lung— zulässig ist, sc wird der Annestelltenrat der KMA mit dem A und E�-Rat der KRA in Verbindung treten, um ciwe ent- sprechende Erweiterung der Vollmachten de? Vorstandes der KMA zu erwirken. Der Angestelllenrat hat in diesem Sinne bereits Füh- lung mit dem A.» und S.-Rat der KRA genommen. Bezüglich der Geschäftsführung der Gesellschaft hat dir Prodi- sorisäe Angestellten rat dem Vorstand genmiber zum Ausdruck gebracht, daß«? feine Aufgabe sei, die Durchführung der von den zu- ständigen revalutw raren Zentralbehörden zu erlassenden Bestim- mungn zu kontrollieren, sofern wicht, wie e? wohr'cheinlich beech. sichtigt sein düttte, ein besonderer RgierungSkommissar mit dieser Aufyale betraut wird._ HroßGerlm �e!ft den Zurückkehrenden! Der im Polizeipräsidium tätige Leiter der Abteilung für Beratung, S k I a r z, bittet un? um Ausnahme nachfolgenden Aus- ruft?:„Die Stelle für Beratung hat sich die Aufgabe gestellt, in geeigneter Weise dafür zu sorgen, daß kein Soldat, keine Kranken- schwestcr, kein Kriegsgefangener und kein Durchreisender in Berlin Hunger leidet und obdachlos ist. und zwar so lange, bis ihr durch die zuständigen vorhandenen mustergültigen Organisationen weiter versorg! wird. Durch d.e bekannten Ereignisse sowohl im Osten wie im Westen ist der bereit? sehr große Zustrom in noch viel größerem Umfang zu erwart, n und nur mit Hilfe der gesamten Bevö'kerung Berlin? in geordnete Bahnen zu leiten. Diese Hilfe wird sich zunächst dergestalt äußern müssen, daß versuch! wird, den betresfeiider. Schützling, und al? solcher muß jeder Ankommende angesehen werden, den zuständigen Stellen zuzuweisen. Jeder halte sich vor Augen, daß mit der Wahrscheinlichkeit gerechnet werden muß. daß die Mehrzahl der auf den Bahnhöfen Ankommenden tagelang« Fahrten im ungeheizten Eisenbahnzug bei mangelnder oder häufig ganz fehlender Ernährung und Bekleidung hinter sich hat. Wer nur irgendwie dazu in d« Lage ist. führe die OrtSircm- den den bekanntgemachten Verpflegung?» und Bekleidungsstellen' zu. Im Abgeordnetenhaus ist jede Auskunft zu erhalten. Sollten die Dienststellen bei der jetzt natürlichen Ueberlastung ein« sofortige Abfertigung nicht ermöglichen können, so tue jeder selbst sein Beste? zur vorläufigen Fürsorge. Niemand darf hungern oder frieren. und diese? Ziel kann aus dem vorgezeichneten Wege erreicht werden. Wird die Notlage durch das Eingreisen der Gesamtbevölkerung ge- mildert, so erkennen/ die Heimk.hrenden dankbar die ihnen ent- gcgengebrachte Fürsorge an. E? muß aber auf jeden Fall darauf geachtet werden, daß bei Gewährung von Quartier über einen Tag hinau? sofortige polizeiliche Anmeldung erfolgt. Wenn die vor- liegende Bitte ihren Zweck orfüllt. dann werden heimkehrende Krieger, Krankenschwestern und ehemalige Kriegsgefangene eS nicht nötig haben, in Berlin in der Kälte umherzuirren und die zustän- digen Stellen zu suchen, ohne sie zu finden. ES darf unter keinen Umständen vorkommen, daß die Heimkehrenden von Stelle zu Stelle al? unzuständig weiter gereicht werden. Für den Hungrigen ist immer diejenige Stelle zuständig, wo er sofort zu essen bekommt, und diese Stelle muß besetzt sein von der Gesamtbewölkerung Groß- Berlins!"_ Kinovorsüljrnnflcn für Soldaten werden in Berlin geplant. Der Vorschlag dazu ist aus den Kreisen der Kinounternvhmer gekommen, und der VollzugSrat des Arbeiter- und Soldatenrats halt die Ausführung des Gedanken» für empfehlenswert. Den in Berlin sich wufhaftenden oder hier durch- reisenden Soldaten sollen Stätten der Anregung geboten werden, die in den Tagesstunden für sie geöffnet sind. Tie Vorfübrungen werden nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der Belehrung dienen und zugleich dem praktischen Zweck, über mancherlei Ein- richtungcn Berlins den Soldaten Aufschluß zu geben. Ter Ein- trittsprei? soll einheitlich und so niedrig bemessen werden, daß er keinen Gewinn bringt, sondern nur die Unkosten deckt. Man nimmt an, daß sich nur die größten Lichtspieltheater beteiligen werden. Diese würden bei einer Spielzeit von vormittags 10 bi? nachmittags 4 Uhr mit dreimaligem Besucherwechsel täglich etwa 50 010 Besucher ausnehmen können, Tie Frage de? Mehrverbrauch? von Strom, die wegen der Kohlenknappheit wichtig ist, wurde heute in einer von der Kohlenstelle veranstalteten Konferenz mit Ver- tretern de? VollzugSrat?, de? Bild- und Filmamt? und der Kino- Unternehmungen eröriert E? wird erwartet, daß der Strom- verbrauch der Kino?, der sich im Monat ans insgesamt 240 009 Kilowattsturnten stellt, nur um ein Zehntel steigen würde. End- gültige Beschlüsse werden wahrscheinlich noch im Lause des Heu- tigen Tage? zustande kommen. Niifstebunss der augeorlmeten Volkszählung» Unter den inzwischen oingetrciencn Verhältnissen wind hie Durchführung der Volkszäblung am 4. Dezember 1918 und einer sich daran anschließenden Fortschreibnng der Zivilbevölkerung, insbesondere wegen der- starken Bevölkerungsve-rschiebungen, welche durch die Demobilisation und das Zurückströmen der Seecesan- gebörigen in die.cseima! bcw rkt werden, auf erhebliche Schwierig- keiien stoßen, auch dürsten die Ergebnisse dieser Erhebumgen sehr unzuverlässig ausfallen. E? ist daher von der Rcich?leitung an- geordnet, daß die Bundesratsverordnnngeii vom 24, Oktober 1918 über die Volkszählung und über die Fortschreibung der Zivilbevöl- kerung nickt in Wirksam? stt treten und die dafür eingeleiteten Vor- bereitzungSaÄeiten eingestellt werden. Vtchtag— Feiertag. Der Bußtag, der aüf den kommenden Mittwoch fällt, �wird, wie wir von zuständiger S'elle erfahren, diesmal noch als Feier- tag bedangen werden, da bei der Kürze der Zeit ein« Regetuny noch nicht möglich war. Die Bestimmung über die kirchlichen Feier- rage wird erst später getrofs n werden. Die N.- und S.-Näte deS Kreises Teltow. Der VollzugSrat de? Arbeiter- und Soldatenrat» hat dem Lnndralkamt dc? Kreises Teltow die Delegierten Scholl er und Alex Pagels zugewiesen. Der Landrat und die Delegierten ersuchen jetzt die Magistrate, Amt?» und Gemeinidevorsteher, die Dienstzeschäste auf Grund der bisher bestehenden Gesetze, Verord- nungen und Anordnungen, soweit diese«:cht ausdrücklich von der neuen Regierung aufgehoben oder geändert war- den sind, weiterzuführen. Alle wichtige» Anordnungen und Ver- fügungen werden von den Delegierten gegengezeichnet. Gleich- zeitig richten der Landrat und die Arbeiterdetegierten die dringende Bitte an die Organe der örtlichen, Venvaluingen, mit allen Kräften dahin zu wirken, daß die Ordnung in der Verwaltung und im Lande aufrechterhalten wird, besonders aber alles geschieht, was nötig ist, um die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrung zu sichern. „Unermittelte Hceresaugehöpige, Nachlaß- und Fnudsactieu." Die 23, Nummer der Liste„llnermitielte HeeveSan gehörige, Nachlaß nnd Fundsachen", ist am 1. November 1918 a'Z Beilage zur„Deutschen Verlustliste" erschienen. Vervollständigt wird die Liste durch ein Name»»verzeichne von Gefallenen und Vermißten, deren Angehörige pilst zu ermitteln waren, ferner durch Mit- teilungen über'unbestellbar:? Ossizier?. und MaanschwiSg-päck. z,im Berlin ln�'t. Der, L''' llegt lMÄerl,«.? idr-uisii eei, sie außer c-« gefundenen Lichtbüd-nt einwe b'ond:r» auffällige Nach. Mache«. wie llbren, Uhrketten usw bring!.. Die Liste kann zum V eise von vrerteliahrlich 50 Pf. durch die Post bezooen werden. Einzelnummern können von der Nord» deuischen Buchdruckerei in Berlin, Wilhelwslr. 32, bezogen werden. Ein Pvrschlaz der Ufa. Die Nniversum-Film-Miengesellschaft hat ihee große Organisation auf dem Gebiet' der Filmfabnkatlon und de? Theater? im Jn'ande und Auslande der neuen Regierung zur Verfügung gestellt. Sie hat den zuständigen Behörden zunächst die Anregung gesseben. die Licht spielthcater während des ganzen Tage? geöffnet zu halten, um insbesondere in den Großsiädden den durchreisenden und heimkehrenden Soldaten eine Stä'te der Unierhaltung und E.holung zu bie- ttn. Sie w ll ihnen ihre großen Theater zu einem ga£z mäßigen Einheit? Emtzritlspreise für Soldaten und Arbeiter überlassen. Verhandlungen mit den maßgebenden amtlichen Stetten finden bereit? beule statt. Ter gesamte Privatpaket- und Privotgüterverkehr an die dcut- scheu Heeresangehörigen, die üi?fret in Oefterr ich- Ungarn. Bul- garien, Rumänien. Serbien, Italien, in der Türkei und im Kau- kasu? standen, ist mit Rücksicht auf die Lage bi? auf weit re? ge- sperrt. Unterwegs befindliche Sendungen werden an die Absender zurückgesandt. Wiederaufnahme des Verkehr? an die in Betracht kommenden Truppen wird bekanntgegeben. Einbrecher drangen gestern nachmittag in die Geschäftsräume de? Union-KlubS, Kanfrroße 5, ein. Sofort wurde die Bahn- hofSwachc Zoologischer Garten de? Arbeiter- unp Soldatenratö alarmiert. AlS der Vorstand und fünf Mann in dem betreffende» Hau sc anlamen, wurde» sie mit lebbastem Feuer empfangen. Ein Soldat wurde dabei leicht verwundet. Nach etwa Iii Stunden ergaben sich die Einbrecher, in denen man zwei schwere Fungen «rkannie. Sie wurden in das Charlottenburger Polizeipräsidium eingeliefert._ Falsche Soldatenräte. Am Sonnabend erschienen in RahnS- dorf ein paar bcwassnei« Soldaten und trafen ein Mitglied des Rahnsdorfer Soldat-nrat?, Sie forderten den Mann auf, sie nach dem Gut Rahnsdorf zu führen, da? die Gemeinde zn Zwecken der KriegSfürsorgc gepachtet hat. Tebci erklärten sie, sie seien vo.u Vollzi'gkanSschnß in Berlin beauftragt, auf dem Gut lagernde Nahrungsmittel zu beschlagnahmen. Ter Manu vom Soldaten- rat lehnte d'ie Aufforderung ab, ebenso die, sie nach- dem Gemeinde- amt zu führen. Die Schwindler erklärten ißn darauf für ver- haftet, führten ihn nach Berlin ob nnd brachten ibn nach dem Polizeiprändrum. Hier wurde der Sachvverbalt bald aufgeklärt und der Mann sofort wieder entlassen. Die Gauner waren aber unterdessen verschwunden, Für die Berliner Verhältrisse' besteht jetzt die Bestimmung, daß bcwafsneie Soldaten de? Sicherheitsdienst«? Groß-Berlin Durchsuchungen von Wohnungen und Festnahmen in Wohnungen nur vornehmen dürfen, wenn sie von einem unisormierten Schutzmann oder von einem Kriminalbeamten, der sick genügend ausweist, be- gleitet sind. In allen anderen Fällen bat man e? mit Ueber- griffen oder Schwindlern zu tun,' In diesen Fällen soll man gleich die SuherheitSpolizei benachrichtigen. Lekte lfackrickten. � tleuaufieben der Irbeitermternatronale. Genf, 18. November. Nach der„Humtinit�" beschloß der französische allgemeine Gewcrkschaftöbnnd auf Rnregung der amerikanischen Arbciterföderntion, einen a l l g e m e i- ne« internationalen Arbeitertag einzuberufen, um zwischen den Arbeitern der ganzen Welt wieder b r ü d e r- liche Bezieljungen anzuknüpfen und dadurch eine neue Grundlage für den Bölkerfriedcn zu schaffen. Mitglieder-Versammlungen der Sozialdemokratischen Partei zu Berlin am Dienstag, den 19. November, abends 8 Uhr, in solgenden Lokalen: Havellands Festsäle, Neue Fricdrichstr. ZT. Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Heckers Vereinshaus, Ecke Schreiner u. Samariterstraße. Reichenberger Hof, Rcichenberger Str. 147. Comcnius-Säle, Memeler Str. 67. Kleines GewertschaftshanS, Elifabethstr. 11. Werneuchener Schloß, Elbinger Str. 87. Union-Feftsäle, Greifswalder Str. 221/333. Büttner s Festsäle, Schwedter Str. 33/34. Franke's Feftsäle, Badstr. IS. Pharus-Säle, Müllerstr. 143. TageZordnanz: Deutschland in der Nevolntion. Redner: Bartels, Baumeister, Brückner, Franke, Hehschold, Kayser, Klingler, Lorenz, P. Neue, Poetzsch, Wuschick. Aufnahmen in die Sozialdemokratische Partei werde« i« de» Versamw- lunge« vollzogen. __ Die Tei-etAnd«. Helmstätten- Lotterie Oe�n'mirt für T�erlni BmndenbBrg n. tiLdliiV« fctrllH. Knr 82 000 Lei«. Zlebung om 23. und 23. November. soooo 30000 lOOOO Heimstätten- Lose 3 Mk. JMS«S Zu haben in allen Lotterie-G eeeh\tt. n LeeererhaBfeteUen Lufl. Möller& Co. Wsq8r oerlngsr LMemahl fealdlptt BestsMungei»«r- wünscht,»6 tiohtrtten o. feil i-st»» durch PestanwcitucQ."�Z 1 Möbel-Angebot. WarrnndisWeibainMaM leide! iiIJaiiD am Veibe, Inhalt: Reil zur Lieb> u Ehe Herrenrechl— Eiier- sucht— Unlieut— ManneZ fraft.— 5>inder egen.— Dinge, die man nicht sagtzc, Pastor Lidmidt ichreibt im .Correlpondcnt": Tin» d r ernstesten Bücher, die ich ae- lesen. Die Bilder, die der Verlafler entwirst, gresten an Her» m,d Gewissen.— Preis Mt I.SG. Mädchen, die man nicht heiraten soll. NeitgemStze«ufflänmg. u. Warnungen Da» wichtigste Buch für Männer. Preis t.dvM. Beide Bücher »uf. geg. voreiniend. porw- stei. Nachnahme 25 Pr mehr 0e»iii»-V«eI.0e»nienhuesg2. Bürger Berlins! Unsere Krieger, viereinhalb Jabre von HauS und Heerd ge- i rennt, die sie mit einer ewigen Gedenken» würdigen Tapferkeit verteidigt haben, fluten jetzt in da» Land und in die Städte zurück, um sich planmäßig geoidne! in ihre Heimstätten zu vor- teilen und die Segnungen de» Heist ersebnien dauernden Völker- frieden» zu geniesten. Wir empsangcn sie mit den offenen Armen der Lieb- und der unaiislöschüchen Dankbarkeit, die sie durch ihr Streiten und Leiden sich überreichlich erdient haben. Lassei uns ihnen alle» dardielcn und erweisen, was unlere Stadt nach den jahrelangen Entbehrungen noch aufzubringen vermag und wa» die Fürsorge der Bebörven uns zu ihrer Er- nähiung, Kleidung und Be'chästigung zusührt. Unsere Bc- grützung lasse die volle Wäime de» iangenlbchrten Heim» empfinden. Untere Häuser sollen sich ihnen öffnen, um ergänzend einzutreten, wo andere Wohngeiegeliheit mangelt. Jeder rechne es sich zur höchsten Ehre, einen oder mehrere Krieger, so viele seine Wohnung aufzunehmen vermag, bei sich zu beherbergen. Wer freiwillig zu solcher Ausnahme dereit ist, wolle die» ungesäumt spätesten» bis zum 20, November) unier Angabe der Wohnung und Personenzabt), zu deren Ausnahme er bereit ist, nach dem Miiitärbureau de» Magistrat» Berlin, Klostcrstr,»8, mcidew Wir crwaileu. dag ausnabmZIo» jede: die Bereitschast bi» zur äusterilen Grenze seine» Können» erliärt, damit e» un» erspart bleibi, für die VaierlandZtämpser eine Beherbunz auSdrückliw vorzuichreiben. 318A Berlin, den!7. November 1Z18. Magistrat. Mermuth. MiM 30 einet versoimMog iHlMiet MSrzle non StoS-Betlln ootzWiiIteildolo, nächsten Tonncrstag, den ZI. November, nachmittags 4 Uhr im blauen Saal des Lelirervorrinshauses zu Berlin, WT' 1 Treppe lintö.~®S0 Tagesordnung: l. Wahl von Vertretern iu den Arbeiter- und Soldatenrat. S, Sckafiung gesetzlich anzuerkennender tierärztlicher AuSIchüsse,»ggL Da« Erscheinen aller Kollegen wird erwartet. Haunschild. Maack. Rieckrnann. Or Schäfer Sperling. fieubeiten geschützte oder schutzsähige, erwirbt zur Fabrikation sehr ieislungSfä hige» Stanzwerk.— E» wird such sehr gern sui eine gemeinschaslliche AuSnützung der Neuheil eingegangen. G voat.£!IHI»cI»«wIii, Uferftraste ß. S Hohe BeioDoung! In der Nähe de» Schlost- platze» braunledernen Hullosier uerioren. Inhalt: neben Gr- brauchSgegenständen Perlen. Nadel und Knöpse.(Familien- andenken.) Z18kb Französiiche Str.<3 I recht». Werkzeuge sür Pressen und Gesenkschmiede sowie iämtliche Vorrichtungen sür alle Industriezweige führt schnellstens au« 7D VTIIIre. Werkzeug- und Maschinenfabrik. Berlin X. Fehrbelliner Straste tt. SlebpeSs mit gutem Tuchbezug und gutem Pelzfutter. sehr preiswert zu verkaufen. (»elcKcniieit! 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