Zcntralorgan der fozialdeniokrat» fcben Partei Deutfd�lands. Nr.SSSa Reüaktion: 650.68, Linöenstraße 3. Kernsprcchcr: Moritzpla« 16190-15197. Expeöition: 650. 68, LinSenstraße 3. Fernsprecher: Moritzplatz 16190—16197. 3 S. Jahrg. foek will den Krieg fortsetzen. Die Absichten öer franzöfisthen Generäle Fortsetzung des Krieges— Zertrümmerung Teutschlands. Das offenbare Bestreben der französischen Militaristen geht dahin, die Wasfenstillstandsbedingungen als ein Mittel der Kriegs-- fortsetzung zu betrachten und Deutschland zu zerteilen, seine Reichs- einheit aufzulösen. Die Befürchtung, die Hindenburg in seinem Telegramm an das Hauptguartier ausgesprochen hat, daß nämlich die Franzosen auf den Wiederbeginn des Kampfes ln-,t Deutschland lauern, ist durchaus in greifbare Nähe geruckt. Die Reichsleitung hat sich deshalb veranlaßt gesehen, an das Oberste Hauptquartier einen Befehl herauszugeben, wonach jedes Fcucrgefccht mit den Franzosen zu vermeiden ist, selbst wenn die Franzosen auf unsere Trup- Pen schießen. Eine Verwüstung des deutschen Bodens durch Kamps hat unter allen Umständen zu unterbleiben. General Gröner hat in einer heute früh eingesandten Depesche geanr- wartet:„Dem Wunsche der Rcichsleitung, den Wafsengebrauch gegen unsere Feinde nochmals zu verbieten, ist nachgekommen worden." Die französischen Generäle bemängeln die hervorragenden Marschleistungen der deutschen Truppen und behaupten, daß die Räumung nicht rasch genug vor sich geht. Sie verlangen nicht nur Kriegsmaterial und Verkchrsmaterial, wie sie im Waffenstill- standsverlrage ausbedungen sind, sondern hochwertiges Oualitäts- Material, obwohl über die Qualität der ablieferungspflichtigen Gegenstände nn Wasfenstillstandsvertrage keine Bestimmungen getroffen worden sind. Sie wollen einen Verzug in der Ablieferung der Lokomotiven und der Wagen mit den schärfsten Mitteln, näm- 6. Vor der Berufung der Fach mi n ister durch das Ka- binett ist der Vollzugsrat zu hören. Sobald als möglich wird eine Reichsversammlung von Delegierten der Arbeiter- und Soldaten- rate zusammentreten. Der Termin wird noch bekanntgegeben werden. Im Anschluß an diese Vereinbarung die das grundsätzliche Verhältnis der Arbeiter- und Soldatenräte zur Reichsregicrung festsetzt, sollen alsbald Richtlinien für die Arbeiter- und Soldatenräte herausgegeben werden.■' lich mit der > v. ÄfitchtOimn fir« Moffr..;7MnVa_.. g?-fcWwEN.«w uoenchcn dabei geslipenuich, sag die deutiche Regierung jetzt vor der Alternative steht: die angeforderten Verkehrs- miitel auszuliefern und das Volk einer katastrophalen Hungers- und Kahlennot zu überliefern, cder infolge höherer Gewalt die Erfüllung der Bestimmungen dieses Vertragspunktes um eine Kleinigkeit zu verzögern, um die physische Existenz des deutschen Volkes zu ermöglichen. Alle Gerüchte von einer revolutionären Auflösung der gegnerische Armeen haben sich als falsch erwiesen. General Fach hat noch immer ein vollkommen taugliches Instrument in der Hand, um seine militaristischen Pläne zu verwirklichen. Ein müßigender Emflug, der von den französischen Sozialisten aus- geübt würde, ist nicht zu bemerken, jedenfalls setzl er sich trotz allfcn guten Willens, den wir voraussetzen, nicht durch. Tie Mili- taristen sind in allen Ländern dieselben, und der Kampf der So- ziellisten gegen siegreiche Feldherren ist überall gleich schwer. Das haben wir im Falle Brest-Litowsk erfahren, das erfahren die Franzosen jetzt._ Frankreichs Kriegsopfer: 1,6 Millionen. Nach einer Acusicrnng des Senators Doumer, Vorsitzen- den tes HccreSausschusses im Senat, betragen die Verluste Franireichs an Toten IsiMWlü Mann. Relativ über- trisft dieser Verlust den deutschen Verlust an Toten, der sich nach den Ziffern bis Ende Oktober mit 1 584 Illst Mann in der gleichen Höhe hält. Indessen die Franzosen haben M ihre Kolonialvöltcr für sich bluten lassen und wie furchtbar deren Blutstcucr war, ist in v!.?len deutschen Heeresberichten hervorgehoben worden. Tie e n a l i s ch c n Verluste an Toten, Verwundeten und Verminten leinschliesilich der Verluste aus den Kronlän- dern und Indienl bcl-cfen sich nach offizieller Mitteiluna auf insaefamt l! 049 991 Manu. Davon sind 057 701 Tote. Die Versag ung öer Uebergangszeit. Arbciterrätc und Reichsregierung. Amtlich. Die Revolution hat ein neues Staats- recht geschaffen. Für die erste Uebergangszeit findet der neue Rechtszustand seinen Ansdrnck in nachstehender Verein- barung zwischen dem Vollzligsrat des Arbei- ter° und Soldatcnrats von Groß-Berlin und dem Rat der Volksbeanftragten: 1. Die politische Gewalt liegt in den Händen der Ar-- beiter- und Soldatenräie der deutschen sozialistischen Republik. Ihre Aufgabe ist es, die Errungenschaften der Re- ■oluticn zu behaupten und aufzubauen, sowie die Gegenrevolution .-.iederzuhaltem 2. Bis eine Delegierten Versammlung der Ar- beiter- und Soldatenräte einen Vollzugsrat der deutschen Republik gewählt hat, übr der Berliner n o l l z u g s r a t die Funktionen der Arbeiter- und Soldaten- mte der deutschen Republik im Einverständnis mit den Arbeiter- md Soldatenräten von Groß-Bcrlln aus. 3. Die Bestellung des Rates der Volksbeauftragten durch den lrbeiter- und Soldatenrat von Groß-Berlin bedeutet die U eber- ragung der Exekutive der Republik. 1 Die Berufung und Abberufung der Mitglieder des eni- 'cheidenden Kabineiis der Republik und— bis zur endgültigen Ilegclung der staatlicken Verhältnisse— auch Preußens, erfolg: durch den zenrralen Vollzugsrat, dem auch daß Re cht der Kontrolle zusteht. ktf i Die heMchen Räte für National- verfammiung. (Äegen die Diktatur. Darmstabt, 22. November. Der Hessische Arbeiter-, Bauern- und Soldaten rat beschloß in der heutigen Boll- Versammlung, nachstehenden Funkspruch an all« süddeutschen und gle ichgesinnten norddeutschen Arbeiter-, Bauern- und Soldaten- räte zu senden: Ter Hessische Arbeiter-, Bauern- und Soldaienrat verlangt im Einverständnis mit der hessischen Regierung, von der Reichsregie- rung Re umgehendste Einberufung der Nationalversammlung, die allem eine wirkliche Vertretung des deutschen Volkes darstellt. Er lehnt die Diktatur irgendwelcher Klassen ab. Der Hessische Ar- ebiter-, Bauern- und Soldatenrat bittet die süddeutschen Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte und die norddeutschen Arbeiter-, Bauern- und SoldatenrAe, die gleicher Gesinnung sind, gemeinsam mit dem Hessischen Arbeiter-, Bauern- und Soldaten- rat von der r e o i f» r U'Ji yr b i r» o �*»,»-i<» r r «■c«*- �an»|u..t-jaw..u � v il« ifhf£_.uCiitiu iji Der daß im Falle, daß die Reichsregierung die Nationalversammlung nicht baldigst einberufen kann und die Diktatur in Berlin auskommen sollte, die süddeuiichen und gle ichgesinnten norddeutschen Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte gemeinsam mit den Regie- rungen die Einberufung der Nationalversammlung in einersüd» deutschen Hauptstadt veranlassen sollen. SoiiKaristhe Demokratie öes emheitlichen deutfchlanö. Eine Kundgebung der Reichsregierung. � Berlin, 23. November. Auf das Telegramm des hessischen Staatsministers Ulrich hat das Mitglied der Reichsregierung Eberl im Namen der N e i ch s r e g i e r u n g folgende Ant- wort erteilt:„Durch Ihre Einladung der Einzelstaaten zu ether Konferenz in Berlin hat die Reichsregierung zum Ausdruck gebracht, daß sie weit entfernt ist, die Einzelstaaten a u s- zuschalten, vielmehr auf engste Zusammenarbeit mit ihnen an der Wiederaufrichtung des Reichs Wert legt. Sie sieht in der Nationalversammlung ebenfalls das voruehinste Mittel zur Erreichung dieses Ziels. Sie strebt nicht nach der Diktatur einer Stadt oder eines Bundesstaats, sondern nach der solidarischen De- m o k r a t i e eines einheitlichen Deutschlands." Minifterrücktritte in Englanö. London, 22 November. Lord Robert Cecil ist infolge von Meinungsverschiedenheiten mit der Regierung in der Frage der Waliser Kirchentrennung zurückgetreten. London, 22. November.(Reuter.)„Evening News" erfährt, dast der Nahrungsmittclkontrollcur C l y n e s sich entschlossen hat, ans der Koalitoinsrrgierung auszuscheiden. Die kommenden Neuwahlen beherrschen die politischen Vor- gänge in England. Daß E eci l, diese Hauptstütze Lloyd Georges, das Amt beiseite wirft, ist ein Zeichen, wie wenig die Wahlentschei- düngen von dem Kriegsgesichtspunkt allein bestimmt werden. Der Rücktritt C Ihnes, der nach einigem Schwanken in den Nach- richten nun doch erfolgt ist, geht auf den bekannten Beschluß der Arbeiterpartei zurück, daß die Arbeiterminister alsbald aus dem Kabinett ausscheiden sollen. Andere dürften ihm auf seinem Wege folgen. Ter„Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet aus London: Es wird viel bemerkt, daß das jetzt veröffentlichte KoalitionSmanisest nur von Lloyd George und Bonar Law unterzeichnet ist und nicht auch von dem Arbeiterminister Barnes. Offenbar ist die Stellung der Arbeiterpartei in der Koalition noch unbekannt. Inzwischen sind die liberalen Kandidaten gezwungen, die Zustimmung der unionistischen Einpeitscher einzuholen, wenn sie von der Koalition unterstützt werden wollen. Dort, wo die liberalen Kandidaten als Koalitionskandidaten anerkannt wurden, weigern sich ihre unionisti- scheu Gegenkandidaten, in den meisten Fällen zurückzutreten. Man fürchtet, daß auf diese Weise die liberale Partei im Parlament fast ausgerottet werden wird. Die„Daily News" schreibt, daß sichere liberale Wahlkreise zu Dutzenden an Unionisten ausgeteilt werden und stellt Lloyd George als denjenigen Mann an den Pranger, der den Liberalismus verkauft Hecke. Der Anschlag auf öas Volizeipräsiöium. Weitere Pläne des Spartakusbundes. Unsere Hoffnung, der traurige Vorfall auf dem Alex- anderplatz> werde auf die besinnungslosen Fanatiker des Spartakusbundes ernüchternd wirken, hat sich leider nicht er- füllt. Der Spartakusbund, der noch nicht ein Prozent der Bevölkerung zu seinen Anhängern zählt, legt es darauf an, dem ganzen Volk seinen Willen aufzuzwingen, er geht in dieser Richtung zielbewußt und mit größter Energie vor. Da- mit muß gerechnet werden. Wir stellen die Tatsachen noch einmal fest. In der Nacht zum 21. November übernahm in den Pharussälcn ein unbo kannter Mann nach Schluß der Versammlung den Vorsitz und brachte eine Resolution zur Abstimmung, die den Stadt- kommandanten Wels und den Polizeipräsidenten Eich- Horn für abgesetzt erklärt. Die„Rote Fahne" sucht zu be- streiten, � daß auch die Absetzung Eichhorns, der ein Ilnab- hängiger ist, beschlossen worden sei, es sci n u r die Absetzung von Wels beschlossen worden. Das ist eine Ausslucht, die man braucht, um die Unabhängigen, auf deren Hilfe man noch immer rechnet, nicht vor den Kopf zu stoßen. Aber wenn auch„nur" die Absetzung von Wels beschlossen worden wäre, was folgt daraus? Wels ist von der Reichsleitung und vom Bollzugsrat als Stadtkommandant eingesetzt— eine Versammlung kann seine Absetzung fordern, aber nicht„be- iO»./ III«JW Ii l-}ti44l I» tl f f y tfiV UVV sip t iiti U WüilVC.V tili' gesetzt und abgesetzt. Daß die Absetzung Eichhorns nicht beschlossen wurde, ist eine Unwahrheit. Ter Stoß richtete sich sogar in erster Linie gegen Eichhorn. Wir meldeten am 22. d. M. morgens, daß die Absetzung Eichhorns„beschlossen" worden sei. Unser Be- richt, den wir, um vielleicht überflüssige Aufregung zu vermeiden, nicht ganz veröffentlichten, besagt aber weiter noch folgendes: Aus der Versammlung erheben sich stürmische Rufe:„Auf. nach dem A l e x a n d e r p l a h!" Darauf sprang ein Mann auf dir Tribüne und schrie:„Ja, auf nach dem Alcxandcrplaü! Aber geht erst nach Hanse und nehmt Euch mit, was Ihr dazu brauch t." Es ist selbstverständlich, daß dieser Vorgang auch auf der Kommandantur und aus dem Polizeipräsidium bekannt wurde und daß nian Vorsichtsmaßregeln traf. Tatsächlich erschienen nach Mitternacht etwa 1000 Personen auf deni Alexander- laptz. die zu solcher Zeit und nach solchen: Vorspiel wohl nicht erwarten konnten, niit besonders herzlichem Vertrauen aufgenommen zu werden. Die„Rote Fahne" stellt nun den weiteren Vorgang folgendermaßen dar: Die Deputotunr wurde zum Präsidenten geschickt, während die Menge vor dem HaupiemgatW in der AlexaiÄerstraße ruhig iuftt» tcic. Aach einiger Zeit kam vom Alexcmderplatz her eine Pa- trouille von ettva 6 Soldaten, deren Führer sehr schroff auftrat. Plötzlich erschien aus der gleiehen Richtung ein Lastauto mit etwa 26 Mann; als es sich au der Alexmckerstraßen-Ecke befand, ertönten in der Menge Rufe:„Die schießen k" Und schon begann ein regelrechtes Salven- und Klcinfcuer cuS den Autos, und angeo- lich auch aus den oberen Fenstern de? Präsidiums, wo sich Zivi listen zeigten. Es wird bestimmt bestritten, daß der er st eSchußvonderMen geauSging. Die Alarmiecung der Verstärkung der Sicherheiiswäche, durch deren Eingreifen der blutige Zilsammenstoß veranlaßt wurde, ist vom Stadtkommandanten Wels persönlich veran- laßt. Aus seine Veranlassung war auch die Schloßbrücke mit Ma- schincngewchren abgesperrt, um einen befürchteten Angriff gegen die Kommandantur abzuwehren: dank der Besonnenheit der Menge traten die Maschinengewehre nicht in Tätigkeit. Der ganze Vorfall zeigte, daß das revolutionäre Deutschland in höchster Gefahr ist, in echtpreußische Polizei Wirtschaft zurückzu- versallen. WelS und Konsorten— das ist die Gcgcurevoluä.on, wie sie leibt und lebt. Die Entfernung dieser gemeingefährlichen Ar- mcntc aus ihren jetzigen Posten, das ist das dringendste G e bot süc die arbeitenden Massen Berlins. Dagagen stellen wir fest, Aaß die Sicherheitsorgane der republikanischen Behörden strenge Anweisung haben, nicht zu schießen, solange nicht aus sie getzchossen wird. Dement- sprechend haben sie auch gehandelt. Tatsächlich wurde der erste Schuß aus der Menge abgegeben. Der einzige Tote i st ein republikanischer Sicherheit?- s o l d a t. Wenn Wels nach den Vorgängen in den Pharussälen Maßregeln zum Schutz des Polizeipräsidiums und der Kommandantur getroffen hat, so hat er nur seine Pflicht getan. Wer anderer Auffassung ist, mag sie ruhig vertreten. Auf keinen Fall sind nächtliche Unternehmungen einer kleinen Gruppe geeignet, eine zweckmäßige Neubesetzung der Kom- mandantur in die Wege zu leiten. Wohin aber die Absichten des Spartakusbundes gehen, zeigt noch deutlicher folgende Notiz, die die„Rote Fahne" als letzte Nachricht veröffentlicht: Umfangreiche Heranziehungen von auswärtigen Trup- Pen werden von dem S!«dttommondanten Wclö in Berlin vor- genommen mit dem ausgesprochenen Zweck, sie gegen revolu» tionäre Teile der Berliner Arbeirer und Sol« d a t« n anzuwenden, die für die Fortführung der Revolution sich«inseht. Alle verfügbaren Gebäude im Zentrum der Stadt sind mit jmck bewaffneten Truppen besetzt, der Stadtkommandant wartet nur auf den äuheren Anlaß, die Maschinengewehre schießen zu lassen. Für dir revolutionäre» Arbeiter und Soldaten ist rS hotzr Zeit, solchen konterrevolutionären Borberriwngen in energischer Weise entgegenzutreten, wenn sie sich nicht einer Nachlässigkeit schul- tzig machen, die sie mit ungeheuren Opfern brzchirn werden. Taß die republikanischen Behörden im allaemeinen und Wels im besonderen konterrevolutionäre Vorbereitungen treffen, ist eine freche Lüge, die nur ans ganz Urteilslose Ein- druck machen kann. Was will denn der Vollzngsrat, die Reichsleitung, was wollen Eichhorn und Wels? Etiva� die Hohenzollern wieder auf den Thron setzen, daS Treiklassen- «rwhlrecht wieder einführen? Nein, sie wollen die vollste demokratische und republikanische Freiheit, sie wollen� daß das Volk selbst über sich bestimmt, und das wollen die Spar- takuslcute nicht, die gegen den Volkswillen mit. Maschinen- gewehren und Beiagerungszustaiid und Terror regieren wollen. Ist also die Behauptung, es würden von den republikani» schon Behörden konterrevolutionäre Maßnahmen getroffen, eine blödsinnige Gesinnung, so ist die an die Spgrtakusanhänger gerichtete Mahnung, diesen angeblichen Vorbereitungen zuvorzukommen und dadurch ungeheure Opfer zu vermeiden. ihrem Sinne nach vollkommen klargestellt. Ganz wie die einstige Kriegspartel im Sommer 1914 sucht die jetzige Bürger kriegspartei ihren Anhängern einzureden, der Bürgerkrieg sei unvermeidlich, es handle sich nur noch darum, den Gegnern zuvorzukommen. Sie redet ihren Anhängern ein, sie wolle«die Revolution fortführen", meint aber mit der Revolution den Bürgerkrieg, den Krieg gegen diejenigen Arbeiter, Soldale» und Sozialisten, die auf dem Wege der Freiheit zur sozialistischen Neuordnung der Gesellschaft gelangen wollen. Wir wollen keine Gewalt und kein Blutoergiegen. lltüi darum wenden wir uns nochmals an die Anhänger der Spartakrisgruppe selbst und appellieren an ihre Vernunft und ihr Gewissen. Niemand will ihnen die Freiheit verwehren, in Wort und Schrift ihre Ueberzeugungen zu verfechten, aber ivenii sie sich das Recht heraüSnebnien, nicht aus Majoritäten, sondern auf Gewehre gestützt, nach ihrem Willen zu re-zieren -- was dann? Dürfen sie von uns envarton, daß wir mit raeniger Mut für unsere Ueberzeugung eintreten werden als sie für die ihre? Ein Gewaltsieg des Spartakusbundes würde nach unserer Ueberzeugung die entsetzlichsten Folgen für das Volk und ganz besonders für die Btwvlkerung von Groß- Berlin haben, die dadurch vom Rcvch abgeschnitten würde. Uns droht völliger Zerfall. Sozialisten, die während des Krieges auf der alleräußersten Linken gestanden haben, iehen diese Gefahr und warnen vor ihr. Wir wollen nicht, daß noch mehr geblutet und noch mehr 'whungert werden soll. Wir wollen Friede n, F re ih? i t, Brotl Keines von diesen dreien kann uns�dcm Spanaksts- . sui'neMn Kriegchrau�eit nnh drinnen/ nicht im Freiheit,'andern zur Gewalthertschast, ne bringt uns schließlich nicht Brot, sondern Hunger. Die Millionen der Stadt Berlin müssen den paar tausend Anhängern Liebknechts so laut und deutlich wie möglich sagen, daß sie sich keinen Taa von ihnen regieren lassen wollen. Das ist das einzige Mittel, sie zur Besinnung zurückzubringen, es muß mit aller Energie angewendet werden? ».>»>.«>>>.»»»SWW«»>,a!>W!!» L J■.■iWg.l(.1 1 1 der Aberglaube vom Oeibllö. Ausstellung der Werk« Sl«dogtL. ES müßt! einmal festgestellt iveroen, wie Europa zum Oelbild gekommen ist. Ganz Asien, doS die Malerei zu hoher Blüte, ent- ioick«lt hat. kennt dies« Gattung nicht. Bei uns aber herrscht die Meinung, daß die bildende Kunst nur im Oeldild sich vollkommen auszugeben vermag. Man wird uns tadeln, wenn wir baä für einen Aberglauben erklären. Da wir aber gerade ein« vortreffliche Gdegenheit haben, unsere ketzerische Auffassung zu beweisen, so wollen wir sie gotteSfünchtlg allen denen anbieten, die mit rührendem Erstaunen ungewohntes Handwerk, verblüffende Lictuositai und halsbrecherische Akrobatik für Kunst nehmen. Die Gelegenheit. di« wir meinen, ist die Ausstellung, die in den Räumen der Freien Secession zu Ehren des fünfzigjährigen Max Slevogt veranstaltet ist. iZSS Öelbklder sind zu sehen. AIS Erträgnis einor dreißigjährigen Arbeit eine respektvolle unH gewiß kcein« gewöhnliche Leistung. Im Niegenteit: eS gibt nicht viele, die solche bleichende Reihung ringen- der und gelungenem Werke mstw eisen können. Max Sievogt darf schon sagcn. daß«i sich gelohnt Hai, gelebt zu haben. Wie ein Turm steht er über dem Gewimmel der Alltäglichkeit: ein Führer des deutschen Impressionismus, ein Meister der Art, wie der tech- nische. der lnerkanti.'e, der kaprtalistisch-Hinießerischc, der in, V-Zug internationattsterte Mensch vom Anfang dcS zwanzigsten Jahr- Hunderts die Welt sieht. Aber es hängt hier kaum ei» Bild, jedenfalls keinö größeren Ausmaßes, vor dem man nicht den Eindruck empfängt, daß der, der es machte, ein Gefesselter war. daß er sich seilst gefesselt hell. Alle diese zupackenden Augeneroberungen leiden unter einem peinlicher» Rest an Konvention, werden gedcunpst und gelähmt durch den Aberglauben au das Oelbild. Rur selten ist man der Empfindung tedig, daß dieser Mann noch unendlich mehr an gehabtem Erlebnis Hütte festhalten und in die federnde Spirale der Linien wie in das explodierende Gemisch der Farben hätte bannen können, wenn er , richt unter dem Fluch deS Formats und der Repräsentation stände, wenn er sich nicht durch die Nebenabsicht, den Philister zu derblüsfen und rm Ausstellungskatalog unter einem pompösen Titel Sensation zu verheißen, verkeiten ließe. Was hätte aus diesem Slevogt werden tonnen,»nenn er etwa vor tausend Jahren in China, vor dreihundert in Japan geboren wäre oder wenn er etwa wie Daumier nur selten verpflichtet gewesen wäre, auftragsgemäß und Verkaufs fähig etliche Qrwd rat metcr Leinwand herzurichten! Wobei freilich, und ztoar mit allein Rachdruck, darauf hinzuweisen ist. daß«S auch solch i einen glücklichen und sorglosen, nur aus sich heraus gesca'I renken. � jagenden und fabulierenden, träumenden und brausenden, vom Aberglauben an daS Oelbild ganz befreiten Slebogt gibt. Auch er ist in dieser Ausstellung vorhanden, aber ob das Publikum, das eben jenem Aberglauben völlig verfallen ist. ihn finden wird, scheint mehr al» fraglich zu sein. ES freut uns dar um, mitteilen zu können, Revolution unö GefunZheitspflege. Tie Scuchcngsfahr. Ein Arzt und Parteigenosse schreibt uns: Das reinigende Gewitter der Revolution hat natürlich auch eine Reihe von Schäden gestiftet, welche sich auf den ver- schiedensten Gebieten des öffentlichen Lebens nunmehr be° merkbar machen. Teilweise sind die früheren Organisationen zertrümmert worden, ohne daß bisher neue gut funktionie- rende Einrichtungen an ihre Stelle getreten sind, teilweise ist die straffe Disziplin gelockert worden, wobei bei vielen das Verautwortlichkeitsgefiihl leider nicht den Zwang ersetzen konnte. Auf manchen Gebieten des öffentlichen Lebens werden sich diese Nachteile allmählich beseitigen lassen. Aich dem Gebiet der öffentlichen Gesundheitspflege haben sich jedoch schon in den wenigen Tagen, seit dem Aus- brück, der Revolution ganz erhebliche Mißstände gezeigt, welche der sofortigen Abhilfe bedürfen, soll neben dein militärischen Zusammenbruch nickt auch noch der Ans- b r u ch v o n S e u ch e n die Kraft des Volkes verzehren. Das aufgelöste.s�eer strömt von den Grenzen in die Heimat zurück. Alle Vorsichtsmaßregeln— Quarantäne, Entlausung, allmählicher Abschub der Truppen— sind durch die Ereignisse unmöglich gemacht worden. In den einzelnen Garnisonen ist man vielfach außerstande, die verschiedenen T r u p- p e n t r a n s P o r t e zu entlausen usw. Durch die Ein- quartimmg werden Krankheiten und Ungeziefer in die Be- hausungen der Bevölkerung verschleppt, kurz es besteht die große Gefahr, daß jetzt am Schlüsse des unheilvollen Welt- krieges noch Seuchen den Nest der Volkskrast verzehren. Man ist nun gegen diese Gefahr in der Regierung nicht blind. Mit aller Macht sucht man die teilweise ungenügen- den Vorbereitungen des alten Regimes durch Einrichtung entsprechender Anstalten usw. zu verbessern. Da zeigt es sich aber, daß zwei Widerstände vorbanden sind: der schwerfällige Vertvaltun gsapparat, welcher wohl, solange der alte Bureau- kratismus ungestört arbeitete, gut funktionierte, hat an vielen Stellen versagt. In den Militärlazaretten haben die Kranken vielfach ohne Zustimmung der Aerzte die Lazarette verlassen. Daß dabei viel ansteckende Kranke, besonders auch Geschlechts- kranke, sich wieder unter die Bevölkerung gemischt haben, und die Ansteckung weiter verbreiten, sei nur nebenbei be- merkt Aerzte und Sanitätsverional haben vielfach ihren Posten verlassen, sind' von örtlichen Arbeiter- und Soldaten- röten beurlaubt oder abgesetzt worden, kostbare? Material wird entwendet und vergeudet, kurz, es steht, erfolgt nicht sofortige Abhilfe, ein Zusammenbruch aus dem Gebiete des Sonitätswesens bevor, unter dem zunächst unsere kranken und verwundeten Kameraden, weiterhin aber die gesamte Be- völkerung zu leiden haben werden. Die Hemmungen, welche durch den bisherigen schwer- fälligen Berwaltungsapparat bedingt werden, lassen sich bei gutem Willen der maßgebenden Instanzen und besonders der jetzigen Reichsregierung leicht beseitigen, vorausgesetzt, daß energische und sachkundige Berater ibre Anregungen geben. Anders aber steht es mit der Ausführung der getroffenen Verbesserungen. Die Militärverwaltung hat z. B. nicht die Macht, die Aerzte usw., welche sich pflichtwidrig von ihren Postcm entfernt haben, zurückzuholen od«"'- die unzweckmäßi- aeu �"-"-durtu-���Intz"GU�Arbeiter-p-emd Soldateimite nutzer.strast zu letzen. Die schtuiiien-veroronungen der sten» tralregieruvg werden ost nicht befolgt, einfach weil die Regie- rung nicht die Macht bat. ihren Willen durchzusetzen gegen- über der mangelnden Einsicht lokaler Instanzen. Will man daber die� drodonde Gembr auf dem Gebiete der öffentlichen Gesuvdheitsvflege verhüten, so ist es unbedingt erforderlich, eine Organisation der Arbeiter- und Soldatenräte sofort ins Leben zu rufen. � Der Vollzuasrat der Groß-Berliuer Arbeiter- und Soldatenräte hat die Macht in den Zentralbehörden in die daß das Kapferftichkabinetl demnächst den eigentlichen Slevogt, den Zeichner, den Graphiker, den Illustrator, zeigen wirb. Durch solch: Betrachtung aber soll sich niemand die Laune vor» derben lassen, die Slevogt-AuSstellung zu besuchen. Es gibt da schon aller!«: Gewinn zu holen. Erregung der Augen, Anspannung der Nerven. Heiterkeit der Sinne und Ausstachelung de? Dämon?, der, wenn er nur entzaubert wird, auch daZ Blut des Gebändigsten aller Zivilisierten springen-macht. Es find im besonderen die ganz kleinen Bilder, die solche Zauberei und all die andern Wunder bewirken. Ein Hengst geht in scharfer Diagonale auf den Hinter- keinen koch, berstend von Brunst, schnaubend, mit den Hufen die Luit schlagend. ES ist Nacht, hochzeitliche, sburmgerüttelte Nacht, durch die am Horizont ein weife« Blitz aufleuchtet: die Stute. Irgend ein« verborgene Höhle, kein Raumgefüge, nur Fackellicht: seine züngclwden Flammen modellieren auö der Finsternis heraus einen Rattenkönig von Gestalten, ein Knäuel von menschlichen Lei- bern; niemand kann sayen, was da geschieht, ob Untaten der Lieb«, ob Mord; aber es geschieht irgend etwas. Und irgend etwas packt uns und stöfet uns in einen Hevenleffcl von Gelüsten. Eine blitzende Helligkeit, lichtgelb und dünnUlau. Faderbüsche, die Luft erfüllt von wehendem und flirrendem RhpthnvuS: Cvrtez vor Montezuma. Eine Hügellimo, in pch zerbrochen, zertreten; ein steinernes, rieselndes Grau; die geknickte Silhouette eines klopprioen Gauls und darauf die Hieroglyphe eines eckigen Skeletts: Don Quichote. All!« dies« Fälle haben eine innere liebe rein stimmung: sie geben eine bizarre, eine pathetische, eine jäh ausschlagende, eine flackernde Bewegung, aber eben immer Belvagung. Die Farben fltefeen und schwingen und gleiten wie van ungefähr in Gestalten zusammen. Alle Erbenschwer« ist überwunden, das Gegenständliche ist aufgelöst in Emailleflüssen. Da» ist der eigentliche Skevogt. Nicht allgemein gültig wie Daumier, nicht das Leiden und die Sehnsucht einer ganzen Zeit empfindend, nicht wollüstig vor Hafe und grausam in der Liebe, aber doch von einer optischen Leidenschaft, wie sie selten ist in beut- schen Landen. Robert Breuer. Walter �asenclever:«.Der Sohti". Die gestrige Kamme r sp ie lau s füh vu ng von Walter HasencleverS ,.3 o h n", der ebenso wie ein« Reihe anderer Dramen des jungen Teutschland nach dem erleuchteten Ratschlüsse der Berliner Zensur, uxmn ülerhaupt, so nur in geschlossenen PereinSvorstellungen ge- spielt werden durste, war die erste, in welch« ein bisher verbotene? Stück im neuen, nun auch vom Gerumpel polizeilicher Theater» beommundung befreiten Deutschland auf öffentlicher Bühne er- schien. Schade, dafe es für die Gelegenheit kein Werk gab, das den Gegensatz zu all dem Ueberlebten, in dessen Namen die Polizei de» früheren Regiments ihres Amte? waltet«, machtvoll i» sich verkör- Hand genommen und unter seiner Verantwortlichkeit werden die Verordnungen in den Ministerien usw. zumeist erlassen. Die Provinzial-Soldaten- und Arbeiterräte erkennen aber oft diese Verordnungen nicht an, weil sie obne ibr Mitwirken und ohne Berücksichtigung der anders gearteten lokalen Ver- Hältnisse erlassen worden sind. Es ist daher dringend notwen- big, daß eine Zentralinstanz der Arbeiter- und Soldatenräte Teutschlands, oder zumindest der einzelnen Bundesstaaten, geschaffen wird, in welcher die allgemetn gültigen Verordnun- gen sanktioniert werden. Durch Abordnung von Delegierten der einzelnen Arbeiter- und Soldatenräte in diese Instanz wird dann allen örtlichen Instanzen die Möglichkeit gegeben, mit zu raten und mit zu beschließen. Am' der anderen Seite wird dann auch die'Pflicht bestehen, diese Beschlüsse anzuer- kennen und für ihre st r i k t e D u r ch f ü h r u n a zu sorgen. So wird dann der Zontralregierung eine wirksame Ero kutive zur Verfügung gestellt, ohne die ein erfolgreiches Ar- besten nnmöglich ist. Ans keinem Gebiet der öffentlichen Verwaltung ist es möglich, bei dein fetzigen Durcheinander- regieren der verschiedenen Instanzen Ordnung und Sicher- heit aufrecht zu halten ain wenigsten aber aus dem Gebiete der öffentlichen Gesundheitspflege, und gerade hier hrfch"". die größten Gefahren.____ VerorZnung über Verbütima von SeuchLn. Aus Grund de? Erlasses des Rats der Volksbeauftragien üb.r die Errichtung des Demobilmachnngsamles vom l2. November l?ltz wird zur Verhütung von Seuchen verordnet: Z 1. Sämtliche Angehörige des Heeres und der Marine haben sich vor ihrer Entlassung einer ärztlichen Unter- fuchung auf' das Vorhandensein von Ungeziefer und übertragbaren Krankheiten zu unterziehen. Ten zu diesem Zweck ergehenden An« Ordnungen ist Folge zu leisten. ß L. Wer bei der Untersuchung als behaftet mir Ungeziefer be- fundcn wird, ist sobald als niüglich zu entlausen. § 3. Wer sich bei der ärztlichen Untersuchung o!s bchasiet mit einer übertragbaren Krankheit, insbesondere einer Ee- �chlcchtskrankhc ir erweist, wird in L a z a r e t t b e h a n d l u n g ge- nommen. bis die Ansteckungsgefahr erloschen ist. Besteht bei dem Erkrankten Gewähr für die Einhaltung der notwendigen Vorsichtsmaferegeln gegen die Verbreitung der Krank» heit. so kann von einer Lazarettüberweisung abgesehen werden und die Entlassung erfolgen. 8 4. Wer vor seiner Entlassung einer Untersuchung d« im F 1 bezeichneten Art nicht unterzogen worden ist. bat iich unverzüglich bei der nächsten erreichbaren militärischen Behörde oder bei der Ortsbel?önde seines Aufenthaltsortes behufs Herbeiführung der ärz:- lichen Untersuchung zu melden. Tie Militär- und Ortsbehörden haben die noiwendigen Anordnungen für die Herbeiführung der ärztlichen Untersuchungund der im Anschluß hieran zemäfe§ 2 und§ 3 erforderlichen Maßnahmen zu trefien. 5) 5. Tie Behandlung und Verpflegung der in Lazaretten Untergebrachten»st unentgeltlich. Im übrigen erhalten sie dieselben Bezüge wie erkrankte Heercsangchörige. Auch dt« Familienunterstützungen werden weitergezahlt. § 6. Entlassene Angehörige des HrereS und der Marine, die keine Bescheinigung darüber beibringen können, dafe sie von Ungeziefer und übertragbaren Krankheiten frei sind, dürfen von den Gemeinden nicht in Bürgerquartrere gelegt werden. § 7. Diese Verordnung tritt sofort in Kraft. Berlin, den 23. November löl8. •BrichSatnt für ditz'irtschaftlich« Demob' ftp ach/n. ... gez.Koeth. Der öeutsche Durchmarsch öurch Limburg. Protest der Alliierten. Bern, 22. Novemller. Wie„ProgreS d« Lvon' a-uS Paris be« richtet, Haren die alliierten Regierungen beschlossen, bei der holländi» schon Regierung offiziell georn die NeutralitätSverletinng anläßlich der Gestaltung dcS Durchmarsches deutscher Truppen durch Hollän- disch-L imburg zu protestieren. —..........'..................."'■■'"■II parte, kein Werk, das die AuftroWeber der ZsnsurSehörÄe zu ftirch- tcn vollen Grund besafeen. Der Kampf der Jugend mit dem Atter, den der junge Dichter in feinem Drama feiert, ist bei allen mit- unterlaufenden revolutionären Worten fchliefelich doch nur auS der Perspektive eines gegen pathologische bornierte väterliche Herrsch» sucht aufbegehrenden Bo-urgeoissöhnchenS gesehen, in dessen dump- fem Pubertätstrieb nach, unkeschränkter Freiheit des Genusses kein Schlimmer großer menschheitlichor FveiheitSidecn fällt. Nirgends erhebt sich des jungen Mannes Sinn, ganz erfüllt vom Hasse der väterlichen Tyrannei(die übrigens heute keineswegs als typisch gchiien kann) zur Empörung gegen das allgemeine, das soziale Un° recht, unter dessen Joch die Massen schmachten, so sehr doch gerade ein solcher Zug im Wesey jugendlichen, noch durch keine Kompra- mifegewöhnrng abgestumpften Fühlen» und Denkens liegt. Damit erhält das stürm- und dmngvoll? Pathos der Auflehnung, erhält das Weltbild, w!e es in dem Bewußtsein des Zwanzigjährigen sich spiegelt, eine Enge und verstiegene Ein'eit igte it. die. trotz so mancher eigenartig originalen Wendung, auf die Dauer daS Jnker- ejfe nicht zu fesseln vermag. Ter Dichter strebt nach einer sym- bolischen Ausgestaltung des Konfliktes zwischen Jugend und Alter. aber daS Wertvollste der Jugend, jener die Schranken des Eigen« ruteresses überfliegende, in seinen Forderungen revolutionäre Idea- lisimls, entzieht sich den Mitteln feiner Symbolik. Dieser Eindruck, den die Vereinsvorstcllung des Werkes in den Kammenpielen vor Monaten hinterliefe, bestätigte sich bei der öffentlichen Wiederholung und erklart es, daß der deMonstra«, v: Qkifall am Schlüsse nickt ohne Opposition blieb. Di« Rollende- setzung � war fast durchgängin die gleiche wie damals. Ernst Deutsch gab den ekstatisch schwärmenden Jüngling. Elf« .Heim? die ältere, gütig seelenvolle Freundin, die, ihre künftigen Schmerzen klar vor Augen sehend, dennoch seine Leidenschaft-n> hört. Werner Kraus die spukhafte Figur des Freundes, der ihm die Pistole gegen den Vater in die Hand drückt. Ein« glän. zeni* Darstellung. In einer kleineren Nebenrolle trat der Ver- fasser selber auf. dt. Notizen. "Der holländische Maler Christoph Sandrock veranstaltet in seinem Atelier. Nachodsirasse 13, an der Kaiserallee tn Wilmersdorf e tt# Ausstellung holländ'fcher Motive, die täglich von 10— 4 Uhr besichtiat werden kann. Auch drei kleine Gemälde alter holländischer Meister sind zum verkauf mit ausgestellt: ein Rembrandt und zwei Ost ade. —- Theater. Kommenden Dienstag findet im Kleinen Schauspielhaus di« 1lr«u.ffühvumg des Schaufviels„Der Brand ! m O p e r n h a uS" von Georg Kaiser statt. Das Werk wird vom Tchstcr in Szene gesetzt. Willibald Krains„.Krieg", eine Mappe von sieben Blättern. d:e„allen Völkern gewidmet" ist. in der Schweiz bei Orell Füfeli erscheint und von der deutschen Zensur verboten wurde, ist jetzt im Künsttechaus. Bellevuestraß« 4. ausgestellt. Die Heimkehr der Krieger in Wien. Monarchistische Umtriebe. Wien» 22. November.(Wiener Tel.-Korr.-Vuroau.) Heute mittag wurde m den Strahn Wiens ein vom Staatsrat für Heeerwesen unterzeichneter Aufruf an die heimkehrenden strieger angeschlagen. Sic werden darin gemahnt» vom neuen Staat nicht augenblicklich Wunder zu erlvarten. Es heißt dann weiter: TuS alte Regime hat uns leere Magazine, unerhörte Schuldenlast und entwertetes Geld hinterlassen, kurzum alle erdenklichen Schmie- r'-gkeiten. Selbst bei angestrengter Arbeit kann man diese Schwierig- leiten nicht rasch überwinden. Man wird sich noch sehr lange einschränken müssen, und jeder muß ernstlich mit- helfen, den neuen Staat zu befestigen. Einzelne Personen w.ssen, daß sie bei euch kein« Sehnsucht»ach Herrschaf: der Kaiser, Eenerale und stmanzbarone erwecken können, und so glauben sie, euch dadurch für dieseen Gedanken gewinnen zu können, daß sie euch erzählen, daß unter der neuen Regierung Gewalt und Raub blühen, um euch so in Erregung und zu Gewalttätigkeiten aufzubringen. Sie Haffen, so eine allgemeine Unordnung zu schaffen. In dieser Unordnung würben dann, so meinen sie, viele nach einem Helfer rufen, und' als solchen auch den abgedankte» Monarchen annehmen. Solche Umtriebe sind tatsächlich im Gange. Nach der Schiveiz geflüchtete österreichische Aristokraten betteln Frankreich und England an, Soldaten nach Wien zu schicken, um die Republik zu Boden zu werfen, und den abgesetzten Kaiser wieder auf den Tbron zu setzen. Ihr wevdet aber das zu verhindern wissen, und treu zum neuen Staat halten. Die Soldaten werden stbließlich in dem Aufruf aufgefordert, die Waffen nie- derzulegen. Ganz Lemberg von üen pskn besetzt. Krakau, 22. November. Di« Polnische Telegraphenagentur mel- dct: Divisionsgencral Rozwadotvski erhielt die Meldung, daß die polnischen Truppen heute früh die ganze Stadt Lemberg unH Umnobung eingenommen hoben. -- die Exkaiseefraae. Paris, 22. November.(Habvs.)„Petit Journal" jichrerci über die Internierung des früheren Kaiser»: Bisher haben die alliier- ten Regierungen noch nicht über das Schicksal des Kaisers und eine etwaige Iorderung nach Auslieferung entschieden. Sie haben die Niederlande immerhin wissen lassen, daß sie eine Porzugbbehandlung des früheren Herrschers nicht zulassen könnten. Holland führe zu seiner Rechtfertigung an, daß der Kaiser seit seiner Abdarriung aufgehört habe, Soldat zu sein, urtd daß er infolgedessen wie ein einfacher Privatmann behandelt tuenden müsse. Die Alliierten lassen diese Entschuldigung nicht gelten und der- langen, jxiß der frühere Herrscher vorläufig iuterniert werde. Sie weisen die Niederlande daraus hin. daß sie eine schwere Verantwortung aus sich laden, wenn sie in diesem Punkte nicht Ge- nugtuung geben. Tie machen alle Babehabte hinsichtlich der weiteren Entscheidungen, die sie etwa später treffen könnten. Rutterdam, 22. November. Dean„Nieuwe Rotterdmusche Cou- saui zuifolge hat nach den englischen Blättern der frühere ameri- Zcn::sche Botschafter in Wien Penfield l«n Vorschlag gemacht, den deutschen Kaiser auf der Teufel Zinse I zu internieren, Wilson an die SchlesViaep. r-tun, 22. Novemler.(R■riisrl Dem Präsidenten Wich !••».»1 8,«,.«.»ruiici« o tl n! t ly e r Abstammung ein Gesuch u nietbreitet, in dem er gebeten wird, die Forderung der SchsieSwiger, noch dem Atecht« selbst zu best inunen, ob sie zu Deutstlrchnd oder Dänemark gehören wollen, zu unterstützen. Präsident Wilson anttrortete, daß de: Appell an die anglikanische Sympathie und die amerikanische Leidenschaft für Gerechtigkeit nicht cmbeachtet bleiben werde. Nicht nur Amerika, sondern alle Völker hätten jetzt eine neue Äuffajffrng vom Werte der Gerechtigkeit erhalten und müßten sich zum Abstellen der Mißstände vereinigen, deren Fortdauer gegen die Gruichsätze verstoße�vürde, für die jetzt so viele Nationen kämpften. v prinzipielle Staatsschmarotzec. Ein Protest gegen die Trennung von Kirche und Staat. Der Erzb-ischof van Köln, Kardinal Hartmann, hat an die preußische Regierung ein Schreiben gerichtet, in dem er gegen die bevorstehende Trennung von Staat und Kirche protestiert. Der Kardinal besitzt die Kühnheit, in diesem Schveiben der jetzigen Regierung lein weiteres Stecht zuzugestehen als die Aufrecht- erhattung von Ruhe und Ordnung. Wahrscheinlich Hot das deutsche Volk Revolution gemacht, dcnnit Kardinal Hertmann ungestört sein Nachmittagosrhläfckien forlten kann! Wenn der Kardinal weiter behauptet, durch die Verordnung würde die Verfassung verletzt usw., so steht dem entgegen, daß durch die Revolution prinzipiell neues Staatsrecht geschaffen wird. Es besieht gar kein Grund, aus dem der Staat eine bestimmte Kirche besonders unterstützen ioll. Diejenigen, die das Bedürfnis zum kirchlichen Zusammenschluß haben, mögen auch die Kosten hierfür ausbringen. Es ist eine maßlose Ungerechtigkeit, auch die Teile des Volkes zur ErlMtung der Kirche auf dem Ilm- weg über den Staat heranzuziehen, die gar nichts mit ihr zu tun haben wollen. Prof. Nicolai und di« Volksdiktatur. Prof. G. F. Nicolai von her Berliner Umverfiiät. dessen Tätigkeit im A-nSlenÄ« in letzter Zeit mehrfach die Lefsentliä-keit beschäftigte, veröffentlich jetzt in der Ehristraniaer Zeitung„Vccdensgang" eine Erllärung, er sei weder Anhänger Liebknechts noch der SpartakuLgvuppc, sondern im Gegen- teil gegen eine bewaffnete Voiködiktalur. In einem Vortrag vor dem deutschen sozialistischen Verein„Vorwärts" sagte er, er billige weder die Diktatur von oben noch die von unten, und sei gegen jeden Terror, toeil der Fortschnitt nie den Wegen der Macht folge, sondern nur der Uebeczeugung. Freiheit und Verantwortlichkeit müßten gewahrt Weilen. T'tr Potsdamer A.» und S.-Rnt stellt gegenüber der Behaup- tung der„Roten Fahne", daß der A.» und S.-Rat Potsdam bis auf zwei Mitgliedern aus hochfeudalen Herren zusammengesetzt sei, ausdrücklich fest, daß der gesamte Rat nicht ein einziges Mitglied aus Adelskreisen oder aus Kreisen aktiver Offiziere aufweift. Die betreffenden Offiziere feien im Ansturm der ersten Zeil zur Erledigung technischer Arbei- teu herangezogen, ober nicht in den A.- und S.-Ra: ausgenommen worden. Demobilisierung und KriegSfreiwikligr. Von der jetzt verfügten Entlassung sind ausgenommen die Jahrgänge l5vL— 99. In einer Zuschrift werben wir darauf hingewiesen, daß hierin ein« Härte Hegen die Kriege freiwilligen liegt, die nun schon mer vier Jahre :m Felde gestanden habe» und denen anscheinend diese vier Mwre jetzt in keiner Weise angerechnet werden. Sollen sie jetzt da» Re- krute n maier>aj abgeben? Hier seheinen besondere Bestimmungen de» Kriegöministermms notwendig. SeWerffchHzdcwMM Zur Wiederciusteklung von Kriegsteilnehmer« hat der Verband Deutscher Damen- und MLdchrnmiintel-Fabri- kanten in einer außerordentlichen Mitglieoervcrsammiung folgen- des beschlossen: Angestellte, iwlche a::i 1. August 1914 bei der Firma jätig waren, und ztvar alle zu den Fahnen Einberufenen, werden wieder angestellt. Angestellte,' Ivelche während des Krieges ibre Stellung freiwillig gewechselt haben, sind von der Firma. bei der sie zuletzt täng waren, zurückzunehmen. Lehrlinge, die erst nach dem 1. August 1914 als Lehr i mg eingetreten sind und während der Tauer des Krieges eingezogen wurden, sind wieder einzustellen. Die Anstellung hat auf mindestens drei Monate zu erfolgen. Ten Wiedereingestellten ist das Friedenseinkommen zu zahlen, mindestens aber 199 Mk. pro Monat, soweir das Frie- denseinkommeti ein höheres war.(Wo bleiben die Teuerung?.- zulagen? D. R.) Für Lehrlinge ist e.ne besondere Vereinbarung zu treffen. Wirtsckxiftlich schwache Firmen, die nicht in der Lage sind, ihre sämtlichen früheren Angestellten wieder einzustellen, und die von der Verpflichtung befreit sein wollen, müsse« ihr Unvermögen dem nachbenannten Sch edsgericht nachweisen, das dar- über zu entscheiden hat, ob bzw. wieviele der früheren ÄngejtellKn wieder angestellt werden müssen. Es wirb ein Schiedsgericht ge- bildet unter dem Vorsitz eines von der Berliner Handelskammer zu bestimmenden ObmannS, das paritätisch von je zwei Beisitzern der Arbeitgeber und zloei Beisitzern der Arbeitnehmer gebildet wird. Die Mitglieder sind gegen eine Äonve»tioualstrase von 2000 M, für den Einzelsall verpflichtet, die.zum Beschluß er- hobenen vorstehenden Anweisungen gewissenhaft zu erfüllen, so- weit nicht zugunsten der Angestellten eine weitergehende gesetzliche Regelung in Kraft tritt. Wir können diese Beschlüsse als ein Muster sozialer Einsicht nicht anerkennen. Daß die Wiedereinstellung bei dieser abnormen Teuerung zu den Friedenslöhnen erfolgen soll, ist unhaltbar. Die Einführung des AchtstnndeniageS und die UebergangS- bestimmungen im Bnchdruckgewerbr. Mit diesem Thema wird sich am Sonntag, dem 24. Notwember, vormittags 10 Uhr, im„Rhein- aaltz",. Votsdamerstr. 3, Banlettsnal, eine Versammlung de: rarif- treuen Buchdruckerprinzipale Berlins und Umgegend beschäftigen. RichtUttieu 3«m Achtstundentag Leven der Ministerpräsident und der für soziale Fürsorge des VolksstaaieS Bayern bekannt: Ueberall dort, wo eine Steigerung der Produktion und Förde- rung des Verkehrs aus technischen Gründen mit durch verrneliru Einstellung von Arbeitern möglich ist, sollen durch V«r�ndlungen der Gewerkschaften oder ArbeiterauSschüsse mit den Letriebs- keitungen Vereinbarungen herbeigeführt werden, dahingehend, daß acht Stunden als Mo ximalarbeitstag gelten, darüber hinaus geleistete Arbeit als lleberarbeit mit enrsprechendem Zuschlag vergütet wird. Die Verteilung des achtstündigen Arbeits- tages über die Woche soll derart sein, daß an den Sonnabenden der Arbeitsschluß mittags erfolgt. Uebe: 4L Wochenstunden, hinausgehende Arbeitsstunden werden a!S lieber stunden vergütet. Die Arbeitspausen werden nicht auf die Arbeitszeit angerechnet; ihr Zeitauswand bleibt freier Vereinbarung von Ärbefterräten,(jje werkschaften und Arveirgebern Überlassen. Für Bergbau, HüUen- und Salincnbetrieo« wird die Regelung in den nächsten Wochen den übrigen deutschen Betrieben angeglichen. Die vielfach erhobene Forderung der 44 st und igen Arbeitswoche erkennt die Regierung als berechtigt an und wirb, sobald die jetzigen schvris- rigen Zeiten übewvunden sind, auch die Forderung vereitwilligst unterstützen. Ig den Berufen, in denen schon eine kürzere Ar- beitszeit besteht, darf keine Verschlechterung eintreten, auch dorr wird das Bestreben nach Berbeffening oen der Regierung pv'a"iir DaS< nmia hi a»->>»k>>->--ii Angestellten und Beamten. UeSerhaikpr stckhi die Regierung auk dem StänKbtinlsti'decß döri, wo die Ilmstellung der Kriegs- in die Friedenswirtschaft es gestattet, eine weitestgehende Verkürzung der Arbeitszeit ein- zutreten hat und daß der Achtstundentag in diesem Falte»nie? keinen Umständen überschrieen werden darf. GroßGerün Vcrsammftitig von j?ro»tsolvc!s Rahnsdorf etwas höher beziffert. Eö sieht jedoch teil, daß die Sucher nicht ordnungsmäßig geführt worden seien. Die Ge nid»L5»etnng bes-HIoß.«inen Bücherrevisor hinzuzuziehen und iveoem weiterer Auftlärung der Suche mit der Staatbantval'.- me sich wegen �. schnft in V.'.rbindung zu setzen. 7vür die 5doi»stitua»tte. Dnu; i'.ing des Sozialdemo r o:: i ch- u Wie kam diese Revolution? R'/chl,. �. die Frage, sondern nur, iv a n n. Der Matrvsey streik m.Kiel l?at »weife lkss vorioörtStreibend gewirkt: Doch die Ursache» der Re- vslution.liegen jelbstt-erKändlich Sic war vorbereitet durch d'. EntioÄIling der Sozial lemokru-Ze zll chM« Einiiu? � Viocht Krieges sich vollziehrude politische und wirischaftliche Auflösungs- Prozeß. Aber mit dem Tieg des sozialistischen Gedankens in diesem Krieg traf nn.S das Unglück, daß wir nick» als einige Partei da- standen. Wie leicht könnten wir sonst so manche Schwierigkeit überwinden! Unter der Uneinigkeit le-ber jetzt die Aktionsfähigkeit der Soziatdempiratie. Wir stehe« in Teutschland vor einer tii'.er usw. uns Teutschland hinterlassen!- Wie soll nun die R« volutton gesichert werden? Da» sagt un« unser sozial- . dcmokratisch'i. Programm. Sozialdemokraten, b\c ihrer Berga n- ! aenheit und ihrer ueberzeugung treu bleiben wollen, können>wr für em: K o n st i t u a n t e eiuireten. Sie muß später einer reaei- mäßigen gesetzgebenden Körperschaft Platz machen. Schon schließt das Bürgertum sich zusammen. Wenn die Führer ose Sozial- deimckrati? uneinig sind, müssen die Arbeite? einig sein und solch.« lufcian ein.(Lebhafter Beifall.) Der Versammlung lag eine Resolution vor, die sich �ir die Wahl eine« Rates der Frontsoldat«: erklärt und die Forderung ausstellt, daß dieser Rat der Frontsoldaten dem Groß-Beriiner Arbeiter- und Soldaien rat l-eitreten solle. Sollte der Frontsoldaten- rat dort nicht zugelassen werden, so will er eine eigene Vertretung der Frontsoldaten bestimmen.— Bei Schluß der Redaktion setz!? die Diskussion ein. Wieviel GaS dauf ich verbrauchen? Diese Frage wird immer wieder an nnS gerichtet. Man be- (üv Proz.) desjenigen............ WW........ m.W______ abnehmer in demselben Vierteljahr von Itzlt) halte. Den kleinsten Gasabnehmern ist ein M i n de st o e r d r a u ch zugebilligt, den sie unter allen Umständen haben dürfen. Er beträgt für Januar bis März zusammen 105 Kubikmeter, für Aprtl bis, Juni zusammen "0 Kubikmeter, für Juli bis September zusammen 70 Kubikmeter, für Oktober bis Dezember zuiammen 120 Kubikmeter. ES emp- fiehlt fich, den Verbrauch möglichst täglich vom Gasmesser abzu- lesen. Benutzer von MünzgaSmesser interessieren sich mehr für die Zahl der aufgewendeten Groschen als für die der verbrauchten Kubikmeter. Die Gaswerke der Stadt Berlin geben durch MiHizgabmesser für 1 Groschen etwas mehr ats H Kubikmeter (genau: b42 Liter), und ähnlich ist auch bvi den anderen Gaswerken im Gebiet des Kohlenverbandes Groß-Berlin die von den Münz- gasmessern gelieferte GaSmeng« bemessen. Da für Oktober bis- De- zember ein Mindestverbrauch von 120 Kubikmeter erlaubt ist(falls tvismus scheitern. Wir werden, schloß der'Referent unter leb- Wahlen zur Konstituante vorzubereiten. Nentölln. Ueber�augSwirtschaft. Zur Besprechung von Frage» d-r llebergnngSwiNtchaft und Erwvrk-Slosenfürsorge hatte» süt, auf Einladung des Oberbürgern'.eister« Kaiser Vertreter der Groß- M.>#e wv.-...______ Kr: eaSbe triebe au' die Friedenswirtschaft umzusteklon.'Die N«d!- gemeinde werde es fich angelegen sein lassen, die Zuführungen i»« t'kohstoffeil nacki Kräften zu fördern u?ch nach Möglichkeit auch selbst nis Avkiraggeberin aufzutreten. Er schlug vor, in den Denwbi'l- machnngS-niSschuß aus den Großbetrieben je 5 Ärlvisipver und Arbeitnehmer, aus den Handwerksbetrieben je 2 Vertreter, ans den zuzuziehen..WW>»»WW>WW>>W>W��W des Ausschusses einverstanden.— In der Debatte wurde inSbc- konderc die Transport- und Kohlen frage gewürdigt, zu deren Lösung der Oberbürgermeister wiederum die Hilfe der Stadt in Aussicht stellte. Einzelfragen sollen dem Temob'.lmachimgsauSschuß überlassen werden. Sämtliche Redner erklärten sich damit einver« standen, ihre früheren Arbeiter.in ihre Betriebe wieder einzustellen. ohne die zurzeit tätigen zu entlassen. Die Industrieilen erklärten sich feni'.r bereit, mit der Stadtgemeindc geineinschaftlich alle Maß- nahmen zu treffen, um einer drohenden Arbeitslosigkeit vonzu- beugen — Di« Frist zur Abholung drr Zwirbeln ist bis zum 27. der- längest worden. ' DaS Eintreffen der Berliner Truppen verschoben. Die Er- Wartung, daß die ersten Berliner Truppen bereits am heutigen Sonnabend in ihre Garnison zurückkehren würden, hat fich nicht erfüllt. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, wird sich die Air- tunft um einige Tage verzögern. Er» am morgigen Sonntag werden die ersten Gardetrupven zur Rückfahrt nach der Heimat verladen werden, so daß ihr Eintreffen hier erst in etwa 3 bis 4 Tagen zu erwarten ist. MM M«. {VoinnlfUcci eichcncS j.3ri)!(«f3ipimet,iUi.li!j85,- SpeisoiirKmep, KScHen in j pro kirr Slii'-mcb! zu ntä>j. I > Prüfen.— Nu? Wimsch! ZciKiungZerleichtcrung.! > örlickoiitli'ske S.! KrAllfueKsKsAgen. LlS M., zu Pevtaujcn, Loth- ritificvjZir. SÄ. S Tr.___ M Parole Heimat M Soldatexi-Ktip�ekoner nur für den Wiedervorkauf, elesanro Aufmachung, leicht und doch stabil, 60 � 16 8 M. ab Posen. Genernl vertrieb Adolf Ruef, Berlin C SS. ISrnT In allen formen in bester, ftürlster Ware bieten an* 6Jos|e&ßOÄ Berlin C 25. Landsberger Str. 66-67. 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Atelier«« Iali.0.ZM«likt.4idruf-a «tr. 21 vAsdreiisjlittjj II BaBSeHna .jjuiui Jüii" rnjunmmm mm BalierEna Baiieriha Bailerina Baiierina BalEerina der Name der gesetzlich geschützten Ersatzmischung, für Pfeifenrauoljer der Firma.Ich- Pelsc� e— A Com- Bamberg, geffvündet 1740. � von den Preisprüfungsstellen und von dem Reichsgesundheitsamt zugelassen. hergestellt nach altbewährtem, schon in vergangenen Notzeiten erprobtem Verfahren. zusammengestellt aus den besten Ersatzstoffen unter Beimischung der vorgeschriebenen Mindestmenge von reinem Tabak. bereits mit großem Erfolge eingeführt. Sßüfe Fruchtpresse oder zu leibcn. 79b Fink, Stralau, Krachtsiraste 0 a. Fegz< Kragen, Men, Mäntel! j gegen bs.r od. erleichtartc j Zahlunosweise. Pelzhaus Äbuco.l Leipziyer Sir. 58. 1. BezüGsqueüsn-uerzoichn:: _ Soplin-liordon f** Drogen, Farben (}* Fleisoh- u. Wursl §Gel8Eli!DaDDsCeotr.8n n "'■'H Wurst«,. lektr; 8tr Hl. 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