Ur. 324. 35. Jahrg. ÄezugSpretS: Sicrteljfi�rLfi.TB m.. Monats 2.25 m. frei ins Hau?, vorauszahlbar. Einzelne Nummern>0 Pfennig. Poiibezug: Monatlich 2,25 MI., exll. ZustellungS- gebühr. Unter Kreuzband für Deutsch- land u. Oestcrreich-Ungarn>,50 MI.. für daS übrige Aueland Ml., bei täglich einmaliger Zuslellung l.bo Ml. Postbeilellungen nehmen an Dane- mar. Holland. Luxemburg. Schweden und die Schweiz. Eingetragen in die Post-tzettungS-Preieliste. Dcr.BorwärtS' ertche nt wochcntägltch zweimal. Sonntags einmal. Tclegramm-Adreff«: .Soztaloemotta» veritn". Verltnev Volksblstk. Anzeigenpreis: ) DlesiebeiigcwalicneKolonelzeilekollet 80 Pfg.„Kleine Auzeigcn", daS fetlgedrullle Wori M Pfg. lzuläisig 2 iellgedrucllc Worte!. ledcS weitere Wer> 15 Pfg. Stellengeiuche und Schlaf,'lellenanzeigen t�lS erite Wert 20 Pig.. ledeS weiicre Wort lll Pfg. Wone über>5 Buchilaben zähle» für zwei Worte TeuerungSzuicklag 30"/* Familien-Anzeigen, oolitiiche und gcwerlichaftlichc Vereins- Anzeigen 70 Pfg die Zeile. Anzeigen iür die nächiie Nummer muffen bis 5 Uhr nackmitlagS im Hauvlgeschäft Berlin SW.68. l!i»dc»!lrahe ii. ab"-aeben werden. Geöffnet von 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdonokratifcben parte! Deutfcblands. Neöaktion: ctD. HS. Linöenstrahe 3. ??ern>vrr>tier: Amr MoriUvtaa, Str. ILl SV— IRl 97. Expeüitioa: EW. HS. Linösnstrcße 3. Uerntvreiiirr, Am» MorrSvtaq, Str.>Sl SV— IB197. mim Der Einlaöung zur Delegiertenverfammlung üer Arbeiter- und Solöatenräte. An die Arbeiter- und Soldatenriite Deutschlands. Genosse nl Kamcradenl Vor zwei Wochen habt Ihr der Freiheit eine Gasse geöffnet. Euer Mut, Euere revolutionäre Tatkraft har das alte System, die Militärdiktatur und den mittelalterlichen Monarchismus zerirüm- mert. Fetzt gilt es.«die Errungenschaften der Revolution zu sichern und auszubauen. Jetzt gilt es, die Mächte der Gegenrevo- l u t i o n, die nach dem ersten Schrecken aus ihren Winkeln her- vorkriechen, niederzuhalten. Der Vollzugsrat der Gro ß°Berliner Arbeiter- und Soldatenräte erblickte in dem Sturm und Drang der ersten Revolutionstage seine Aufgabe darin, eine Regierung von Volksbcauftragten zu schaffen, die die Leitung und Verwaltung des neuen republikanischen Staatswesens in Deutsch- land und Preußen zu übernehmen hatte Der Vollzugsrat der Groß-Berliner Arbeiter- und Soldatenräte maßt sich aber keine Diktaturgcwalt über die Arbeiter- und Soldatcuräte Deutschlands an. Er ist vielmehr der Meinung, daß nur durch eine feste Zusammenfassung aller deutschen Ar- beiter- und Soldatenräte die Errungenschaften der Rs- dolution gesichert werden können. Mißtrauen und Mißverstand- nisse drohen in das G-efüge der deutschen Arbeiter-und Soldaten- ritte einen Keil zu treiben. Bestrebungen sind im Gange, da» Reichsgebiet zu zerschlaget- und die unheilvolles tT 1 1 1 C I- f 1 1 V r'. t"t W l 0 i»t W /. /> t.» r» i ir,•K-itcr Karrn wieder einzuführen. Die Verwirklichung der großen demokratischen und' sozialistischen Ziele verlangt aber die Erbaltung eines großen deut- schcn Wiirtschafts» und Sprachgebietes. Der Vollzugsrat der Groß- Berliner Arbeiter- und Soldatenrätc will keine feindselige Trennung zwischen Nord und Süd. Er will, daß das befreite Deutschland der Schtvierigkeiten, die mit dem Friedens- schlusse verbunden sind, Herr werde; er will, daß die D c m o b i l i- siecnng sich in geordneten Bahnen vollzieht, daß die Gefahren, die der Volksernährung drohen, glatt und ohne Reibung beseitigt werden. Diese Aufgaben können nur erfiillt werden durch ein h a r m o- nischeS Zusammenarbeiten aller Arbeiter- und Sol- datenräte Deutschlands. Die bisherige Tätigkeit des Vollzugsrates von Groß-Bcrlin stellt ein Provisorium dar. das so schnell als möglich auf eine breitere Grundlage gestellt werden soll.' Solange eine gesetzgebende Versammlung nicht das letzte Wort über die Verfassung und Neuordnung des republikanischen Deutschland gesprochen hat, müssen die Arbeiter- und Sc'datenräte den Willen des deutschen Volkes zum Ausdruck bringen. Wir fordern Euch deshalb auf. so schnell als möglich zu einer Delegirrten-Versammlung in Berlin zusammenzutreten. Schnelles Handeln tut not. Es ist daher nicht möglich, ein einheiiliches, allgemein gültiges Wahlsystem vor- zuschlagen. Wir empfehlen vielmehr aus den zurzeit bestehenden Arbeiter- und Soldaten-Räten Delegierte zu wählen und nach Berlin zu senden. Die Delegierten-Bersammlung darf, wenn sie arbeitsfähig sein soll, im Höchstfall nur 500 Mitglieder umfassen. Unter Zugrundelegung der Volkszählungsergebnisse vom Jahre 1310 würde auf rund 203 003 Seelen ein Delegierter kam- men. Für die noch bestehenden großen Heeresverbände ist auf je 100 300 Mann ein Delegierter zu wählen. Die Wahlen müßten, um zu einem schnellen Ergebnis zu kommen, auf territorialer Grundlage' erfolgen. Wir empfehlen bei den Wahlen die Ver- hältniszahlen der in dem Bezirk vertretenen Arbeiter und Sol- daten zu berücksichtigen. ' Wir schlagen Euch vor. die Delegiertenvcrsammlung .spätestens am Montag, den 16. Dezember d. Js. im Sitzungssaal des Preußischen Abgeordnetenhauses zu zusammentreten zu lassen. Ihre Aufgabe würde sein, die eines provisorischen Zentralrates der Arbeiter- und Soldatenräte Deutschlands vorzunehmen; die Aus- arbeitung eines für alle deutschen Arbeiter- und Soldatenriite maßgebenden Wahlsystems zu übernehmen. Entschlil-ßung über die künftige gesetzgebende Versammlung zu fassen und zu sonstigen politischen Fragen Stellung zu nehmen. Genossen! Kameraden! Laßt uns schnell, laßt uns einmütig handeln. Nehmt unfern Vorschlag an. und führt so schnell als möglich die Wahlen durch. Ihr habt die Revolution gemackil. laßt uns auch gemeinsam ihre Früchte ernten. Die ge- naue Aufstellung des Wahlschlüssels wird schnellstens veröffentlicht werden. Berlin, den 23. November 1318. Der Vollzugsrat des Arbeiter- und Soldaten- , rateSGrotz-Brrlin. Rich. Müller. Molkenbuhr. Für die Ostfront: Bergmann. Georg Maier. Saar. Berlin a h l Die amerikanischen Schlachtverlufte. Haag, 24. November. Nach Meldungen aus Washington teilte General Mareb mit, daß die Verlust« der amerikanischen Truppen bis zur Unterzeichnunig des Waffenstillstandes betragen: An Toten 52 163 Mann, an Verwundeten 173 625 Mann, an Gefangenen und Vermißten 3323 Mann. Di« Amerikaner nahmen 44 003 Deutsche gefangen und erbeuteten 1400 Geschütze. March teilte weiter mit. Koblenz sei das Ziel des amerikanischen Vormarsches. 1 Sozialdemokratischer Wahlsieg in Dresden Dresden, 24. November 1918.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Hier fanden am Sonntag die a l l g c- m c i n c n W a h l c n z u m A r b c i t e r- u n d S o l d a t e n- rat statt. Nach den bisherigen Feststellungen des Wahl- komiiccs— das endgültige Resultat steht noch aus, dürfte aber das Gesamtstimmverhältnis nicht wesentlich ändern— cnt- fielen von den abgegebenen Stimmen: 88 473 auf die sozialdemokratische Mehrheitspartei 3 5tjv auf die Unabhängige Sozialdemokratie. Wahrscheinlich wird die Mehrheitspartci 47, die Unab- hängige Partei 3 Sitze im Arbeiter- und Soldatcnrat er- halten._ Der proteft des deutschen waffenftillftands- ausfchusies. Die französische Antwort. Der Protest, den in der Sitzung der Waffenstillstands- kommission in Spaa am 21. November der Vorsitzende der deutschen Kommission, General von Wintcrscld, noch einmal feierlich gegen die unmenschliche Durchführung des Waffen- stillstandcs erhob, wurde, wie Wolffs Bureau von gut unter- richtcter Seite erfährt, von dem französischen Vorsitzenden mit den Worten entgegengenommen: II n'y a pas r�ponse ä donner! Zu deutsch: EincAntwortcrübrigtsich! Genf, 21. November. Der„Demps" billigt in sswer heutigen Nummer die rücksichtslose Ablehnung aller von deutscher Seite gestellten Anträge auf Erleichterung oder Verlängerung des Waffenstillstandes. Das Blatt berechnet nach älteren Angaben der„Kölnischen Zeitung", daß Deutschland noch über Nahrungs- mittel bis zum Frühjahr verfüge und daß es den Machthabern in Berlin offenbar nur darauf ankomme, neue Vorräte zu sammeln, um für das Frühjahr die Armee wieder schlagfertig zu machen. Wenn Deutschland den Frieden wolle, so müsse man die führenden Männer, die unter allen Regimen die- selben waren, unbedingt beseitigen. Der„Temps" kann nicht deutlicher sagen, daß ihm alles, was dem Chaos in Deutschland entgegenarbeitet, höchst unbequem im Wege ist. Die Sowjetreqierung an üie deutsche Regierung. Aufforderung zur Negcluug der Beziehungen. Die Nosta vom 13. November gibt die Mitteilung der deutschen Regierung an die Sowjetregierung bekannt, daß augenblicklich die Anwesenheit russischer Vertreter in Berlin nicht erwünscht sei. Un- term 22. November teilt nunmehr die Rosta aus Moskau mit: Am 20. November reisten die ehemaligen deutschen Generalkonsuln von Moskau und Petrograd von Moskau nach Deutscht ind ab. Nach dem Wechsel des Regimes in Den schland gestattete die Sowjet- regierung nicht mehr, daß die alten Vertreter der Hohmzollern weiter in ihrer Eigenschaft als Vertreter des deutschen Volkes am- tiertcn. Sofort als sie die Nachricht von der Errichtung de» neuen Regimes erhielten, bildeten die deutschen Arbeiter und Soldaten in Moskau und Petrograd Arbeiter- und Soldatenräte, die von der Sowjetregierung anerkannt wur- den, und benachrichtigten die deutsche Regierung von ihrer Bildung. Die deutsche Regierung stellte die Rückkehr der ehemaligen General- kvnsuln nach Deutschland als Vorbedingung für eine Regelung der Beziehungen zwischen Rußland und Deutschland auf. Niemand hinderte sie daran, nur ihr« Reisevorbereitungen, die unter der Kontrolle der deutschen Soldatenräte vorgenommen wurden, nahmen einige Zeit in Anspruch. Nach ihrer nun erfolgten Abreise erwartet die Sowjctrcgierung die Regelung der Beziehun- gen mit Tentschland._ Englische Kriegsgefangenen-Versammlung. Bernstein und Ledcbour. In einer Versammlung englischer Kriegsgefangener im großen Saal der Philharmonie sprach gestern Eduard Bernstein für die Vöikerversöhnung. Nach ihm kam Ledebour zu Worte, der die gegenwärtige deutsche Ncg-crung heftig angriff und die Engländer aufforderte, in ihrer Heimat dafür zu wirken, daß England nicht? gegen Rußland unternehme. An dieser Stelle unierbrachen die Engländer Ledebour mit dem Ruf:.Are you a Russian?"(Sind Sie ein Russe?) ES geht daraus zweierlei hervor, erstens, daß Ledebour es für taktvoll hält, seine Streitigkeiten mit Haase und Dittmann vor den Engländern auszukramen, und zweitens, daß unter den englischen Kriegsgefangenen durchaus keine Neigung besteht, die bolschewistische Weltrevolution mitzumachen. die Schulö der deutschen Machthaber am Kriege. Bayerische Veröffentlichungen. Die bayerische Regierung veröffentlicht Dokumente, die einen erdrückenden Beweis für die Schuld der früheren deut- schon Machthaber am Weltkrieg darstellen. Es befindet sich darunter folgender Bericht des bayerischen Gesandten in Berlin, Grafen Lerchenfeld, vom 18. Juli 1914: .Auf Grund von Rücksprachen, die ich mit Unterstaats- s e k r e t ü r Zimmermann, ferner mit dem Balkan- und Drei- bundveferenton im Auswärtigen Amt und mit dem österreichisch- ungarischen Botschaftsrat Mjier hatte, beehre ich mich, zu berichten: Der Schritt, den das Wiener Kabinett sich entschlossen hat, in Belgrad zu unternehmen, und der in der Ueberreichung einer Note bestehen wird, wird am 22. d. M. erfolgen. Die Hinaus- schiebung der Aktion bis zu diesem Zeitpunkt hat ihren Grund dar- in, daß mm, die Abreise des Herrn Poincarä und Vi- Viani von Petersburg abwarten möchte, um nicht den Zwei- bliindmächten eine Verständigung über eine etwaige Gegenaktion zu erleichtern. Bis dahin gibt man sich in Wien durch die gleichzeitige Beurlaubung des Kriegsministers und des Chefs de» Generalstabs den Anschein friedlicher Gesinnung, und auch auf die Presse und die Börse ist nicht ohne Erfolg ein- gewirkt worden. Daß das Wiener K a b i n« itzLf'in dieser Be- g e I ch i ct t vor g 1 o, t, WNH vi dauert nur, daß G r ä f T i sz a, der anfangs'ss'e gen ein schärferes Vorgehen gewesen sein soll, durch eine Erklärung im ungarischen Abgeordnetenhaus den.Schleier schon etwas gelüstet hat." Es wird dann der Hauptinhalt des österreichischen Mi- matums an Serbien wiedergegeben und dann gesagt: .Daß Serbien derartige mit seiner Würde als unab- hängiger Staat unvereinbare Forderungen nicht annehmen kann, liegt auf t)cr Hand. Die Folge wäre also der Krieg. Hier ist man durchaus damit einverstanden, daß Oesterreich die günstige Stunde nützt, selbst auf di� Gefahr weiterer Verwicklungen hin. Ob man aber wirklich in Wien sich dazu aufraffen wird, er- scheint Herrn v. Ja g o w wie Herrn Zimmermann noch immer zweifelhaft. Der Unterstaatssckretär äußerte sich dahin, daß Oester- reich-Ungarn, dank feiner Entschlußlosigkcit und Zerfahrenheit, jetzt eigentlich der kranke Mann in Europa geworden sei, wie früher die Türkei, auf dessen Aufteilung Russen, Italiener, Rumänen, Serben und Montenegriener warten. Ein starkes und erfolgreiche» Einschreiten Serbiens würde dazu führen, daß die Oesterreicher und Ungarn sich wieder als staatliche Macht fühlen, würde das darnieder- liegende lvirtschaftliche Leben wieder aufrichten und die fremden Aspirationen auf Jahre hinaus niederhalten. Bei der Empörung, die heute in der ganzen Monarchie über die Bluttat herrsche, könne man wohl auch der slawischen Truppen sicher sein. In einigen Jahren sei dies, bei weiterer Fortwirknng der slawischen Propri- ganda, wie General Conrad von Hötzcndorf selbst zugegeben habe, nicht mehr der Fall. Man ist also hier der Ansicht, daß es für Oesterreich sich um eine Schicksalsstundc handle, und'aus diesem Grunde hat man hier, ans eine Anfrage aus Wien, ohne Zögern erklärt, das« man mit jedem Vorgehen, zu dem man sich dort entschließe, cinvcrstalidcn sei, auch auf die Gefahr eines Krieges mit Rußland hin. Die Blankovollmacht, die man dem Kabincttschef des Grafen B e r ch I h o l d. dem Grafen H o y o S, gab, der zur lieber- gäbe eines allerhöchsten Handschreibens und eines ausführlichen Promemorias hierher gekommen war. ging soweit, daß die öfter- reichisch-ungarische Regierung ermächtigt wurde, mit Bulgarien wegen Aufnahme in den Dreibund zu verhandeln. In Wie n scheint man ein so unbedingtes Eiirtrcten Deutsch- lands für die Donaumonarchie nicht erwartet zu haben, und Herr Zimmermann hat den Eindruck, als ob es den immer ängstlichen und entschlußlosen Siellen in Wien fast unangenehm wäre, daß von deutscher Seite nicht zur Vorsicht und Zurückhaltung gemahnt worden sei. Man hätte eS daher hier auch lieber gesehen, wenn mit der Aktion gegen Serbien nicht so lange gewartet und der serbischen Regierung nicht die Zeit gelassen würde, etwa unter russisch-fraiizösischcm Druck von sich aus eine Genügt nu ng anzubieten." Es wird dann in diesem Bericht des Grafen Lerchenfeld an den Grafen Hcrtling weiter über die diplomatische Aktion Deutschlands geplaudert. Die Re'chsleitung werde,„mit dem Hinweis darauf, daß der Kaiser auf der Nord- l a n d s r e i s e und der Ebes doS Großen Generalstabes sowie der preußische Kriegsminister in Urlaub seien, behauplen durch die Aktion Oesterreichs genau so überrascht worden zu sein, wie die anderen Mächte". In einem Telephonat der Berliner boyeri- schen Gesandtschaft vom lll. Juli 1914 früh wird die Ileberzeugung ausgesprqchen.„daß die zweifellos red- lichen Bemühungen Greys. für die Erhaltung des Friedens zu wirken, den Gang der Dinge nicht- aufhalten werden". M« Am gleichen Tage wurde nach München von der bayen- scheu Gesandtschaft das folgende Stimmungsbild telephonjert: »Es laufen �urzzeit zwei Nltimata: Petersburg 12 Stun- im\; Paris 18- Stunden. Petersburg Anfrage nach Gruwd der Mobilisierung! Paris Anfrage, ob neutral bleibt. Beide werden selbstverständlich ablehnend beantwortet werden. Mobilisierung spätestens SamStag, den 1. August, um Mitternacht. Preußischer General st ab sieht Krieg mit Frankreich mit großer Zuversicht entgegen, rechnet damit, Frankreich in vier Wochen niederwerfen zu können: Im französisck>en Heer kein guter Geist, wenig Eteilfeuergeschiibe und schlechteres Gewehr." Man hat uns gesagt, in Berlin habe man das Wiener Ultimatum an Serbinen nicht gekannt. Eine Lüge! Berlin habe Wien zur Zurückhaltung ermahnt! Eine Lüge! Berlin hat Wien umgekehrt aufgeputscht. Wilhelm sagte in seiner Proklamation:„Mitten im Frieden hat uns der Feind iibcr- fallen I" Eine bodenlos freche, niederträchtige, schamlose Lüge. Und diese Bande elender Massenmörder, die in der Re- Volution durch den Großmut des Volkes wirklich glimpflich davongekommen ist, denkt noch immer daran, ihre blutbe- fleckte, lügenbeschnruhte Herrschaft noch einmal aufrichten zu tonnen? Das Volk hat sie mit Schimpf und Scuande davongejagt und sie können ihrem Gott auf den Knien danken, daß sie noch so davongekommen sindl Die Gftfront für öie Natisnalversammlung. Die in Berlin anwesenden Vertreter der Ostfront, die Hundert- tausende von Kameraden vertreten, wenden sich auf da? schärfste gegen das Auftreten der Spartakusleute in Berlin; sie erklären sichgeg�n jedeDiktatur, von wo sie auch kommen mag, gegen jeden Bolschewismus, weil Diktatur zum Bürgerkrieg führt und für die Kameraden in Rußland einen napoleonischen Rückzug über die Schneefelder Rußlands bedeuten würde.— Sie fordern deshalb: den VollzugSrat auf eine breitere Grundlage zu stellen und die baldige Einberufung der Nationalversammlung, weil nur Demokratie Ruhe und Ordnung und damit den Aufbau de? sozialistischen Volksrepublik sichert. Die Kameraden hoffen, bald in der Heimat zu sein, um mithelfen zu können, ine Erfolge der Revolution zu sichern. Fr. Saar für die Vertreter der Ostfront. Bevollmächtigt vom Zentralrat in Kowno und Etapp�mnspektion Bug und den übrigen HeereSverbände» der Ostfront, * Der Vollzugsausschuß des Soldatenrats bei der O. H. 2- erläßt an die Arbeiter- und Soldatenräte der Heimat einen Aufruf, in dein gesagt wird: Mit den Arbei-tsbrndern in der Heimat will aiuch das Feldheer die Demokratisierungund Sozialisierung unseres Landes. Deshalb erhebt es aBW auf da? schärfste Ein- spruch gegen alle Bestrebungen, die dahin führen, das Zustandekommen der von der jetzigen Regierung geplanten Rational- Versammlung zu hintertreiben. Die Feldtruppen wollen über den weiteren Ausbau deS Reiches mitentscheiden! DaS Feldheer will den Frieden und den geordneten Aufbau des neuen Reiches und lohnt den Gedanken ab, den Sieg üler die bisher-igen Diktatoren zur Erreichung einer neuen Diktat urzu mißbrauchen, weil diese den ersehnten Frieden vereiteln und das d-ulschs Volk dem Hungertod preisgeben könnt«. Keine Amnestie für die flämischen Aktivifte», Amsterdam,'23. November. Wie den hiesigen Blättern«ms Brüssel gemeldet wird, sagte König Albert in der Thronrede, die er gestern bei Eröffnung d«S Parlaments hielt, u. a. den Fortbestand der flämischen Universität in Gent zu. Ferner erklärte er mit Bezug auf die flämischen Aktivisten, daß die Hand- kirogen derjen-igen Völler, deren Absicht cS gewesen sei, das Vater- tiand zu vernichten, nicht G e g e n st a md einer Amnestie tsiild-en könnten. Die flämische Bevölkevung habe diese Hanldlun- yen revoitZ selbst gedrandmarkt. DaS siegreiche Belgien, das jetzt zon der ihm durch Verträge aufgezwungenen Neutralität befreit fei, wende in Zukunft vollständige knabhängigkeit ge- vtiehen. Durch Handelsverträge mit den alliierten Großmächten werde Belgien einen bequemen Zugang zu neuen Auswegen zum in üer Volksbuhne. Ts hätte der VoIMmhne wohl angestanden, zu allernächst auch yniit Dramen aus der Sphäre sozialer Kämpf« und Nöten des Ar- »eiderpnoletariat« aufzuwarten, etwa— woran man immer wieder zuerst denkt— mit RosencwS„Die im Schatten leben", anstatt so- lam-jc zu zögern, bis dies« vor Jahren der alten Freien Volksauhn« von einer bornierten Zensurbehöid« vorenthaltene Tragödie der Spekulation eines privaten Theateruntemehmertums zann Opfer gefallen'. Dann mit Starosson-Neivitgls griffigem Laiidarbciter- doccma„Verflucht fei der Acker", dessen Auffühvung in der Volks- birhne der Kr iegsbu rg frieden 1314 hintertrieb! Das wird nun hchfenilich bald ins Geleise kommen. Den„Dell", der jetzt aus den Spielplan gesetzt wurde, wollen wir assS Einlenken aus die Pahn dieser Gegenwartsausgabe um so freudiger begrüßen. „Tell" ist bürgerlicher Revolution, artSmus. aber gewaltig und glühend ist der FreihritSatem, der diese volkstümlich: st« aller -ichillenschen Bühnendichtungen durchbraust. Schiller war sich dieser Kraft und des Wertes dieser in gwieudeö Leben gepreßten Idee bewußt, wie die Stanzen, mit denen er ein Wiidmungseremvlar di-s „Tell" an einen- Gönner sandte, beweisen:„Doch wenn ein Volk, das fromm die Herden weidet, sich selbst genug, nickst fremden Guts be. gehrt, den Zwang abwirft, den eS unwürdig leidet, doch selbst im Zorn die Menschlichkeit nah ehrt, im Glücke selbst, im Siege sich be scheidet:— das ist unsterblich und des Liedes Uteri." Nicht bloß das. Gerade in diesen unfern dustern Tagen muß daS„T"!l"-Schau ipisl gedoppelte Wirkung ausüben. Ter letzte Ruf dcö ftevbenden A-ttinighauisen:„S e i d einig! Einig! Eiyig!" muß die Parole unseres Sammelns, die Ouelle neuer Kräfte sein. So wurde aber auch am Sonnabend das Wort verstanden. ES schlug wie der Blitz in zaudernde, hadernde Seelen ein. Und mit Recht; denn die Aufführung war dazu angetan. Das wohl noch von Dülberg geschaffene Alpemnassiv mit den seinen Gletschern«iZ Schutzwall vorgelagerten Hochwaldbeständen, dem Rütli und dem Hohlweg von Küßnacht hatte wuchtige Geichlos- si'nheit. Vereinfacht, inemandergezrafn durch eine HauLwand auer über die Bühne hin wie etwa in„Maß für Maß" waren die Oert- lichkeiieu. Die Regie hatte Friedrich K a h h l e r. Verschiedene kleine Striche, dort, wo es sich um heute als allzu naiv e rächtet« An- schauungen handeln mochte, sind verständig angebracht. Manches hat auch aus Gründen der Vereinfachunh und Sparsamkeit weichen müssen. BeWiolsweife die Zeil« vom scharlachroten Mantel bei giudenz, auch kommen Geßler und Rudolf nicht zu Pferde usw. Meere erhalten, um dadurch die ZUkuwft 3>eS Antwerpen er Hafens sicherzustellen. Dänemarks Mitarbeit gegen üen Militarismus. Kopenhagen, 23. November. Ministerpräsident Zahle brachte gestern im Reichstag einen Gesetzentwurf ein, der die Ernennung einer Kommission von 18 Mitgliedern vorschlägt, deren Ausgabe es sein werd«, einen Plan für die zukünftige Regelung des Militär- und MarinewescnS auszuarbeiten. Der Ministerpräsident sagte in der Begründung, daß Heer und Flotte in ihrer jetzigen Gestalt nicht geeignet seren. in Zukunft bestehen zu bleiben. Die Kommissior solle einen solchen Plan ausarbeiten, daß man falls die Neuregelung der Beziehungen der Völker untereinander nach dem endgültigen Friedensschluß durchgeführt sein werde, zur Abschaffung deS gegenwärtigen Miliiarsystems gelangen und ein System schaffen könne, das sich mit der Denkweise des dänischen Volkes in Ikbereinstimmung befinde. Lloyd Georges Sozialversprechen. Lloyd George hat am Sonnabend mit einer Rede in Welver- hampton seinen Wahlfeldzug be'gonnen. Nach dem Renter-Bericht wandte er sich vor allem an di« britischen Sol- baten, von denen er sagte, sie hätten„eine neue Welt ermög- licht" und England müsse zu einer würdigen Heimstätte für sie gzmacht werden. Mit einem neuen Parlament solle diese Aufgabe in Angriff genommen werden. Er sagte Worte, die nicht bloß für England gelten, und di« während des Krieges ähnlich auch von deutschen Sozialisten gesprochen worden sind: „Die erste Tatsache ,bie der Krieg nnS enthüllte, war die er» schreckende Verschwendung mit unsere m Men- s ch e n m a t e r i a l, die eine Folge der schlechten Ernäh- r u n g und Wohnung S Verhältnisse ist. TaS muß anders werden. Das Problem mutz vom menschlichen und praktischen Standpunkt aus in Angriff genommen werden. Die Wohnungs- frage muß eine nationale Angelegenheit sein." Alsdann entwickelte Lloyd George, daß man systematisch darauf ausgehen müsse, die Bevölkerung auf dem Land« anzusie- dein.„Das würde das Arbeitsangebot vermindern und den Ar- beitSmarkt stützen." Er möchte also dem Gespenst der Arbeitslosig- keit, das mit dem Kriegsende überall heraufsteigt. auSiveichcn. „Eine großzügige Agrarpolitik ist zugleich eine großartige Jndu- striepolitik." Lloyd George sprach weiter von den Werten deS Landes unter der Erde und von den TranSportmit- t e I n. Er will Erleichterungen der Arbeit in die Wege leiten und die Ausnutzung der Gruben und Verkehrsmittel steigern und ver- bessern. Aber der Kern der Rede war, daß die nationalen Ange- legenheiien, die er sieht, ihn keineswegs zur Forderung von Nationalisierung irgendwelchen Besitzes an Grund und Boden und Verkehrsmitteln veranlaßien. Im Gegenteil, er sagte beruhigend:.Wir dürfen niemandem sein Eigen- tum wegnehmen." Daß die.erschreckende Verschwendung von Men- schenmaterial", von der er bei der Wohnungsfrage sprach, nur durch stärkste sozialisierende Eingriffe wirksam bekämpft wer- den kann, weiß gerade Lloyd George nur allzugut. aber heute gilt diese frühere Einsicht nicht mehr, und trotz jener erschreckenden v itfu:.»! uiy: von uuvairai i tuu-. er. oaz oae eugnsche uano einen.gut geordneten Aufbau" habe. Der KriegSsieg wird sich den englischen Massen hart und hem- mend auslegen, wennS nur nach Lloyd George gehen würde. Der Rückmarfck ües Gftheeres gefährüet. Verstopfung der Ruckzugsstrastcu. Eine Abordnung des Soldatenrats der 10. Armee hat in Berlin mitgeteilt, daß die halbe Million geutscher Soldaten im Osten f&rocr gefäbüdet ist. Di« Bewachung der Rückzutzsbahnen droht sich aufzulösen und der Rückstrom der Russen ruft die schwerste Verwirrung hervor. Darum dürfe kein Wachmann seinen Posten verlassen, wenn er nicht den Untergang unzähliger Kamieralden mitverschulden will. Nicht alles gelang einheitlich und nickt jede Darstellung war von künstlerischem Gleichmaß. Aber eines Tell, wie des Kayßler- scheu, werden sich wohl die wenigsten Theater zu rühmen haben. DaS ist verkörperte Tatkraft eines jchtiichten, wortkargen Mannes, der auf sich allein baut. Dann Lettingers Reichsvogt: hart, rachsüchtig, noch despotischer als sein Herr, der Kaiser, seliper. Dann der Stonifsachere K l o s s e n b e f r t i u n g geführt. Jetzt werden wir eine neue Gesellschaft>ekvmen. die keine Klassenherr'chaft mehr kennt. Freiheit, Brot, Bildung für all« ist unser Ziel. Nach dem anregenden Vortrag, der sehr bei-ällig oiusgenomnien wurde, folgte eine ausgedehnte und lebbatt« Diskussion. Zeitwey« ftbien «s. daß sie sich verlieren wollt« in einer verstimmenden Streiterei zwischen als Gäste anwesenden Unabhängigen und den bei der alien.iozialdemokratiscken Partei gebliebenen Genossen. Verschiedene Redner warnten davor, immer wielder den unseligen Bruderzwist n> ieisii ren. Kräftige Worte fcmd besonders Genosse Gebert. Wir wollen, sagte er. unS endlich verstöndipen! Wollt ihr denn, daß die. Reaftion zur Herrschet kommt? Wollt ihr, was geschaffen wurde, brutg!! n'edei stampfen lassen? Was trennt uns denn? Euer Progran in ist unser Progranim. WaS unS ge- trennt bat. ist beseitigt. Im Schlußwort mahnte Katzen st ein: Wir müssen einig sein, wenn wir vorwärts wollen, wenn wir die Massen gewinnen wollen für die Höhersührung der Menschheit. GroßSerün Krisgsopfer öe? Heimat. Die Sterblichkeit in Berlin.' Ueber die Sterblichkeit in Berlin hat das Statistische Amt jetzt zum erstenmal wieder einen Bericht herauScregeben. Seit i den: vorigen Jahre war eS dem Amt untersagt, diese Berichte! zu verösscn! lichcn. Man sollte nicht aus ihnen ersehen, wie � usw.) befinden sich nach wft tzör Potsdamer Straße 38. die seiner schlecht in Berlin der Gesundheitszustand war. Der beute er-; Abteilung ll(Fürsorge für Flüchtlinge und?lu»!and»deutsche) sckssenene erste Bericht teilt die bevölkeningsstatistiscl/cn Er«! Bellevuefiraße». gebnisse der beiden Wochen vom 20. bis 20. Oktober und vom! D'e Berliner Zi.nistische Berelnigunz veranstaltet gemeins««, 27. Oktober bis 2. November mit, die jetzt abgeschlossen vor-' mit de? JWbHch-Smsiokbemokratischen Arbeiterpartei Peale-Fi-« liegen. Tie Wochen sielen in die Zeit deS ärgsten WütenS heute abend NM 8 Uhr in der Philharmonie. Bernfturver Str. LSM, der Grippe— daraus erklärt sich die geradezu entsetz- and in den Saphiensälen, Sophienstr. IS, öffentliche Protest» l i ch h o h e Z a h l d e r S t c r b e f ä l l e, die ans ihnen ge- Versammlungen gegen die Pogrome in«all meldet wunden. Es starben in Berlin in der Woll>e vom 20. bis 26. Oktober 1473 Personen und in der Woche vom 27. Oktober bis 2. Ncvember 1239 Personen, während im vorigen Jahr z. V. in der Woche vom 23. Oktober bis 3. No- vember nur 561 Personen starben. In den genannten beiden ,. Wochen dieses JahreS(bzw. in jener Woche des vorigen � � Jahres) starben im besonderen cm der Grippe 165 und 101(bzw nur 3) Personen, ferner an der so oft bei Grippe auf- tretenden und tödlich endenden Lungenentzündung 717 und 559(bzw. nur 30) Personen. Falsch wäre eS aber, die außerordentliche Mehrung der Sterbefälle nur als eine durch die Grippe verursachte ZufallSericbeimmg anzusehen Sicherlich hatteü Grippe und furchtbaren Opfer gefordert. rung durch die Unterernährung von Pier1 Kriegsjahren a u 1 s außer st e geschwächt und! entkräftet wäre. Was soll werden, wenn es dem d-eut» scheu Volk noch länger versagt bleibt, durch s ch l e n n i a st e Heranschaff nng von Lebensmitteln die Er- nährungSverhältnisse zu bessern? Versammlungen gegen die Pogrome in Gali�ien und Pilen. Rediwr sind Dr. Otkar Cohn<9?r:dlwnisen), Julius Kaliski, $ Rubaschow, Alfred Klee, Kurt Blumenseld, Hvinrich Locwe, Kahum Voldmanu. Ein gritze» LeheuSmittel?»!-?, d«Z Ware« i«, Werte»«« üver 500 000 M. enthielt, wurde am Sor.nabenfc-»»chmittag tairch die iz�i belchlagnahmt und dem ErnährungSaussehuß für Groß-Berlin übenniesen. ES war Kriminall>»omt«n aufgefallen, daß van einem Epe-irber in der Mühlenstraße Lebemsmittel aller Art, Konserven, Scknikalade, Weine, Spirituosen. Dabak, Zigarren und Zigaretten freihändig»erkauft wurden. Di« näheren Fest- stelln gen ergaben, daß e? sich um Marketenderwa ren handelt«, die mit einem au» 2 Eisenlnihnwagen bestehenden Tran»p«rt aus Bel» gien hierhergekommen und von seinem Begleiter, einem Beamten» Lunaenenltiündiina nickt d'elo. iftllvertreter, bei einer Speditionsfirma in der Mühlenstrotz« unter» d l- m-.n öl ko- � gestellt waren. We er dort sagte, follten sie van der Militärbehörde 'abgeholt werden. DeiS geschah alxr nicht. De? Beamte machte sich vielmehr daran, die Waren auf eigene Rechnung zu verkaufen. Einen kleinen Teil heilt« er auch schon abgesetzt.— Ruf dem Stet» j tiner Bahnhos wurden aus Veranlallung de» Arbeiter- und?«k» datenrateS drei Waggons beschlagnahmt, die ehemalige türkische Oifizier« nach der Türkei übersrbren lassen wollten. Die Sieher- heitZpolizei kam jedeich rechtzeitig hinter ihr Bvrbaben und beschlng» nahmt« die WaA-n. Die Ladung soll u.«. auch P»kd»eld enthalten. Schuttonfcrenz neuzeitlich gerichteter Pädagegen. Wie un? mitgeteilt wird, beabsichtigt das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung beim Staatsministerium die Reichsregie-. rung zur Einberufung einer Schulkonferenz zu veranlassen,' die au» ireiheitlich und neuzeitlich gerichteten Pädagogen und Sach-' verständigen bestehen und die gründliche Erneuerung des deutschen, öffentlichen Schul- und Erziehungswesens vorbereiten soll. 1 Organisation der Arbeitsbeschaffung für unsere heimkehrenden Krieger. Jeder muß, soweit nur oiiglich und«u9 freiem Wille«,?« die Gegend und in d i e Stellung zurück, in der er sich am 1. August 1914 befunden hat. Jeder bemühe sich daher, mit seinem damaligen Ar- b e'i t g e b e r« u Verbindung zv treten. Tie Arbeitgeber sind gehalten, soweit eS die Rohstoffversorgung nur crmSglicht, jeden Ar- beiter nnd Angestellten wieder an seinen alten Platz zu stellen. Jrde Arbeitsgelegenheit mntz sofort zur Unterbringung der vielen dann iiock bleibenden ArbcitSlvicn ausgenutzt werden. Daher muh jede freie Stelle, die zu vergeben ist, sofort den Ar- beitsnachweise» und, soweit solche nicht bekannt sind, der Zentral- a» S k u n s t S st e l! e d e r A r b e i t S n a ch w e i s c siir Berlin und die Provinz Brandenburg, Berlin, Stralaner Brücke 7, gemeldet werden. Bei diesen Stellen sind vvrgedrnckt« Karten für zahlen- mäßige Anforderungen von Arbeitskräften zu haben. Jeder Arbeitsuchend- wendet sich an den zuständigen Ar- b e> t ß n a ch w e i». Bei de» Truppenteilen liegen Verzeichnisse der Arbeitsnachweise aus. Verein Arbeiterftige«» ,.ve»h>Berlin". Die FabrikvertranenS. leute der Jugend, welch«»nf dem Boben des»big«» Pereiu» fliehen, wenden sich«n Wolter Rüdiger N. 55. Kyckener G'r. 1?7, lll. r. Doatselbst mich Beratung in Jngenk schule, imlb Lehrt ing serntze- legenheiten.____ lNetterauSsichten für das mittlere N«rddeujschl«nd bis Dientz. t«g m'ttsg. Zunächst vorwiegend heit-r und trocken, i* der Nacht zum TienStesg größtenteils Frost, später sin Westen lanzsame Zu- nähme»er Bewölkung. Lekte Kachrickten. Der Streik in Oberschfeficn. Peuthen, 23. November. Der Bergsrüriterstre!? hat sich fast auf dir ganzen»bersMesischen Kohle», ruben«ussedehut. >>».»-............................................... i.«..iim», IJ »fTimlmorin« fßr Politik Sri» th»r Tt-ekc. vrrlin fleitn,: Lorwärts-perlirg» m d« perlin Drock«»rwsrio.ovxr't'ruUerei BerlagSanhaU Paut Sinoer u. T». in»erl», Llatensirade S. Auch die sauberste Mutter ist der Gefahr ausgesetzt, daß ihr Kind aus der Schule gelegentlich Angeziefer mitbringt. Sie kann es aber— Llngeziefer nebst Nissen— sofort durch Kopf- und Haarwasser Pfeifferol radikal beseitigen.' Dabei schäumt unser Haarwasser prächtig, reinigt die Kopfhaut von Schinnen, befördert den Haarwuchs und macht das Haar voll und locker. Flasche l,50 Mark und 2, öl) Mark, überall zu yaben. K*. fev- Parastten.Liitimcnt Pkeisferol. Flasche t.äll W. und 9,50 M. Tricreiol-Pude» Pseifferol«cgei. Flöhe, Dose lL5 M, Frosicreme Pfrisferol 1,25 M. Wanzentod vfeifferol. Flasche 4,50 M., 3,— M. und 1,75 M. Toiletlc-Haarivafier Pseifferol zur Haarpsleqe, gegen Schuppen und Schinnen Flasche 2.50 M. Apotheker Gtto Pfeiffer u. piehlcr, N 65, Schuistraße 17. Lessing-Tliealer. Direktion: Victor Barnowsky 7'/, Uhr: KchOpfor. Dienst,: Oer Mirqul» o. Keild, Mittwoch: Orr Sohfipfer- ilsstscöes Ifinslier-T�ater. tlllabdl. 7V, Uhr: Nucht- beleuchtung— AufsrstehuRg. 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Lebensjahre, Die Beerdigung finde! l Montag, nachmiltags 3 Uhr, s von der Leichcnballc des ! neust Fatobi- Kirchho>es, \ Hermann str. 99, aus statt. I Ehre seinem Andenken! Dir Angestellten, ! Kollegen u. Kolleginnen der Firma DrebrsluS n. Knappe. Villen Verwand len. Freut:» den und Bekannlen die trau- rige Nachricht, dag mein lieber Mann, unser guter Vater, tArog- und Schwieger. valcr, Bruder, Onkel und Schwager, der Kaslwirt Otto pstrl Aaqowstr. 1 am Freitag, den 22, No- vimber, sansl enllchlasen ist Frau Ida Fe'ti't 191b nebit Klndern, Die Einäscherung finde!! ani Mittwoch, nachmittags 5 Uhr, im Kremlortum I Äcrichlllr. 37138, statt. !!!Zl Leilksi'dztlldg. kirtluoriiiti-. 98 Nollendorf 1640 übernimmt Abschriften, Vervlelfäktlsnna; usw. liefert; Farbbänder. 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Tagesordnung: Zlnskte AufMben in drr llkgenwartigen Jkit. Freunde und Anhänger der Mehrheit sind eingeladen. Neue Mitglieder werden ausgenommen. SnM»sr luin, tiüm; JnMeiu Filiale Perl tu. Vurean: Melchlorstr. 28. Part. Fernsprecher Ami Moritzplah 4787. Arbeits»« chwris: Gormannstr. 13. Fcrnspr.: Norden 3791-97 DienStag. den SS. November ISIS. abendS 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung im Gewerkschaftshaus, Engeluser 15. Tagesordnung: 1. Bericht über die S'erhandlungen mit dem Arbeit» gebervrrbaud wegen Nrhödung der Teuerungszulage. 2. Bericht über die Bciratssitzung. 3. D Skussion. Wir erwarten, daß unsere Nollegen zu dieser Versammlung vollzählig erscheinen. ggf Auch Nichtorganisierte habe» Zutritt: Die Ortsverwaltnng. NMer MoHiittieitft-BEtBfloD Berwaltungssteve Berli«— fii 54. Linienftr. 811—85. Geschästszeit von 9—1 Ubr und von 4—7 Nbr. Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Mittwoch, den S7. November 1S18. abendS 8'/» Uhr, im GcwerkschaftSbauS, Engeluser 15: Üratiefoen-Tcrfatitmlung der Gold- und Silberarbeiter. Tagesordnung: 1. Brarchcnangclegcnheilen. 2. VerbandSangelegenheilen. 3. Der Achlstundenlag. Zahlreiches und pilnttlicheS Erscheinen wird erwartet. Die Drtnverivnltnnx. itE Ortsgruppe Qroß=Berlin.— Cöpenicker Str. 74. Zofainmenbänfte der Ite/.irke: Moabit sStaatsbürgersrhule, Kionprineen-Üier 27 I): Mittwoch, 27. Novbr. u. 4. Dezbr. Korden(Brauerei Oswald Berliner, Brunnenstr. 140): Mittwoch, 27. November, Dienstag. 3. Dezember. Südosten(Lesesaal des Verbandes. Cöpenicker Str. 74): Donnerstag, 28.Nov. u. 5. Dez. WeBlcn-Schllneberg fßotes Haus. Nollendorfplatz 3): Dienstag. 26. Nov n. 3. Dez. Gharlottenbarg(Klockes Bürgerheim, Kurfürsten dämm 32, Eingang ühlandstr,): Freitag. 29. November nnd 6. Dezember. Weatllchc Vororte(Logenrestaurant Steglitz, Albrechtstr. 112a): Dienstag, 26. November, Mittwoch, 11. Dezember. Zcblendort(Gasthaus Fürstenhof, Am Bahnhof Zehlendorf-Mitte): Donnerstag, 28. November und 5. Dezember. Äusspraoha über: Die weiblieben Angestellten und die Revolution Achtung! NichtselbstandiFe Zahntechniker! Wahrt jeUt Cure Interessen I Dienstag, den«6. November 1918, abends 8 Uhr; Oeffentliche Versammlung in den Sophiensälen, Sophienstraße 18. Tagesordnung: 1. Wahl eines Zahnlechnikerraies, 2. lAehaltStarif. 3. Sonn- tagSrnhe und Regelung der ArbcjtSzcil. 4. Lehrliiigssrage. Sämlliche nichtselbständige Zabnlcchniker im eigenen Jnter- esse erscheinen i Der vrov. Kabntechnikerrat. Will, Schimie, L'oessner. Inteknakionale iiommuniilen veuticbiand;. Dienstag, den SS. November, abends 8 Uhr: Me Wl»«MMW in den Pharns-Sälen, kt, Müllerstr. I4S. Was wollen die Kommunisten? Referent: Julian Borchardt. Freie Aussprache. ioib Der Einberufer l Matusch. Llexgnles eickenes �cklgfzimmet- wo»izr eebraneht. mit 180 em breitem für (Spie«-!- u. WÜBcheschrank, eomplett flfjrf»/ mit.Ylarmor. 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