Ar. 331s. 33. Jahrg. ve,«g»»ret«t BiertrrjShtt.«.76 SU. outiaO. 2, 25 DB. Min« Hau«. vorau«zahlbar. Sinjtüte Runrnifni 10 Pfennig. Postbezug: »ionattlch A2b Ml., exki. Zustellung«. gebOhr. Unter Kreuzband für DeutsK» fand u, Lesterrefch. Ungarn ö.BO Ml. für da« übrige Ausland i',60 Ml. bei ffigfich einmatiger Zustellung 7�0 Ml. Postbeftellungen nshuien an Däne- Marl. Holland. Luxemburg. Schweden und die Schweiz,»ingetragen in die Vost.ZeUung«-Prei«[ifte. Der.LorwSrtS' erscheint wochentSgllch zweimal. Sonntag« einmal. le legramm» Adresse: »Sozialdemokrat verii»" AbendAusgave. Vevlinev VolksblÄkk. �10pk«nnlg) N»zeige»prri», Di««chigespalleue klonvareMezev« kos!« SO Psg.»Meine Anzeigen". da« feiigedruilte Wort«0 Psg.(zulüsfig L seUgcdruckie Worte), jede« weitere Wort 20 Psg. Etellengesuche und Schlafstellenanzeigen da« erfle Wort SO Psg.. irde« weitere Wort 15 Psg. Worte über 16 Buchstaben zählen für zwei Worte. Zeuerungszuschlag 60°/» Familien-iilnzeigen, politische und gewerkschaftliche«erein«» Anzeigen 00 Pfg. die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bi« 5 Uhr nachmittag? im Hauptgefchäfi. Berlin «».88, Lind-nstrab- 3. abiegrben sterben. PeSffnet bon 3 Uhr stüh bis 0 Uhr abend». Zentralorgan der rozialdemokratifcben Partei Deutfcblanda. NeSaktion und Expedition: SW. öS, Ändenstr. Z. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Rr. TSlSv— tS1S7. Montag, den S. Dezember 1S18. vorwärts-verlag G.m.b. H., SW. öS, Lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. VZ 65 n. 146 63. Cln Ultimatum fochs heute abgelau Die Franzose» haben ihrer bekannten Forderung nach Aus- ueferung der stärksten und besten Lokomotiven eine außer- ordentliche Zuspitzung gegeben, obwohl im Waffenstillstände über d>c Qualität der abzuliefernden Betriebsmittel nichts vereinbart forden ist und eine derartige Forderung über den Sinn nnd Wortlaut des Vertrages weit hinaus geht. Der Generalissimus 6 och hat gestern ein auf 24 Stunden befristetes Ultimatum *0 dir deutsche Negierung gestellt, in welchem er dir Auslieferung »rr schwersten Lokomotiven verlangt. DiesoS Ultimatum ist drute um IV Uhr morgen» abgelaufen. Ter Vorsitzende der deutsche« WaffenstillstaudSkommtffim», Staatssekretär Erzberacr. hat gegen diese« Borgehen de» Gene- ralissimus Foch entschiedeneu Eiuspruch erhoben und e> rlart, daß es unmöglich fei, dieser Forderung nachzukommen, selbst wenn das deutsche Wirtschaftsleben in die völligste Unord- n«ng gestürzt würde, um die stärksten Lokomotive» herauSzu- Nndcn und aus dem Verkehr zu zicheu. Staatssekretär Erzber- v» hat einen Ver mittelungSvorschlag gemacht, der dahin geht, daß an die Franzosen sämtliche in Reparatlir befind- lichrn Lokomotiven ausgeliefert werden, waS aber nicht vor dem ?• Februar der Fall sein kann. Dieser VcrmittelungSvorschlag fit zugleich an die Bedingung geknüpft, daß die Franzosen die dv» ihnen in Rordfrankrcich und Belgien übernommenen Loko- «otiven zahlenmäßig angeben und eiurechne». � Foch hat ferner eine absolute Grenzsperre über Elsaß- Lothriuge» einschließlich der preußische» Gebiete von Saarbrücken und S a a r l o u i S verhängt. Das bedeutet, daß in den ge- tprrrten GebieSrn Wahle« zur Nationalversammlung nicht '"'�genommen werden könne»«ab daß die Saarkohle für verloren geht. . Neu-Lauterburg inderbaherischenPfalzlst von �en Franzosen besetzt. Der Postmeister Kaiser und der Ge- �kindeschrciber Gumpert wurden verhaftet und nach Lauter- °urg gebracht. . Der Versuch deS französischen Generalissimus Foch, seinen �rtumph mit dem Einzug in Berlin zu krönen, war fchon längst erkennbar. Er steht in diesem Augenblick vielleicht lchon vor seiner Verwirklichung. Die Besetzung Deutschlands ist «ilter den gegenwärtigen Umständen kein militärisches Kunst- sie ist auch in keiner Weise eine politische Notwendigkeit. könnte es höchstens in dem Sinne sein, daß die sozialistisch- rtyfifitische Opposition im Westen durch eine letzte, höchste Ans» witschung der nationalistischen Leidenschaften niedergeschlagen �rden soll. ... Wir müssen unter, den gegebenen Umständen allen Mög- fWeiten gefaßt ins Auge sehen und können dazu nur sagen: \im gegenwärtigen Augenblick sind wir machtlos und mnsien EJws über uns ergehen lassen, waS über uns verhängt wird. DaS putsche Reich kann aber auf die Dauer nicht als eine eroberte j�kovinz der Westmächte behandelt werden. Jeder Versuch, der m dieser Richtung unternommen wird, muß schließlich denen. denen er ausgeht, und ganz Europa zum Verderben gcrei- 2� GenemISpolitik. sei eS deutsche oder französische, kann der D�kt kein Glück und keinen dauernden Frieden sondern nur i m- ?l!rneueSUnheil bringen. Zerstört man in uns das Ver- �vuen m die internationale Gerechtigkeit, so blecht uns nur daS �trauen in die Kraft unseres Volkes, die unzerstörbar Eine Proklamation Zochs. , Haag, 2. Dezember. Marschall Foch richtete an die De- °?llerung de? besetzten linksrheinischen Gebiete eine Proklama- �n. in der es u. a. heißt: », Die militärischen Behörden der Alliierten haben den Befehl das Land übernommen und verlangen von allen Dersannn Ulkigen Gehorsam. Alle Destim''«' rgen, tve'che iw Au- Anblick der Okkupation bestehen, werden von uns berücksichtigt j�rden, sofern sie mit unseren Rechten und SicherungS- Abnahmen vereinbar sind. Unter der Leitung und der Kon- �°lle der Militärbehörden werden die öffentlichen Fünfte weitergeführt. Die Beamten haben ihren Dienst weiter- ehrlich imd gewisienhaft auszuführen. Die Einwohner haben stch direkt oder indirekt in Wort und Tat jeder Feind- nsigkeit gegen die alliierten Truvpen zu enthalten. Jeder der �Vendeines Vergehens für schuldig befunden wirb, daS gegen die Sicherheit der Truppen gerichtet ist. Kird Lop ei» Kriegsgericht gestellt. Ter Arbeiter- und Soldateurat i» Metz ist de. reitS am 14, November aufgehoben und seme M i t g l i e» der sind verhaftet worden. Geuerallissimus F o ch er- kennt überhaupt die Arbeiter- und Solfatrnräir nicht als ösient- lich-rechtliche Körperschaften an und verweigert ihren Mitgsie- bmt einen besonderen Schutz. Unter diesen Umständen wird von berufener Seite dem Arbeiter- und Soldatenrat im besetzten Gebiete s�eratM, sich bei Gi v r ü ck e u der Alliierte» aufzulose». Vk Meist WNsti». , Mr Reuter aus Washington er fähr», wird Pitlsilam lMstv» wahrscheinlich am DirnStag nach Frankreich abreise«. Heut« Montag werde er vermutlich dem Parlamente noch die Richtlinien zu den Friede nSvorschlSgen für die Pa- riser Konferenz bekanntgeben. Im amerikanischen Senat wird beantragt, vier dem»- kratische und vior republikanische Senatoren zur Friedentka«- ferenz abzuschicken. das Programm öes ZriTÜenskongrestes. Kopenhagen, 2. Dezember.(Meldung der Telegraphen- Kompagnie.) Die»Politiken" meldet aus Paris, daß nach den vorliegenden Informationen auS diplomatischen Kreisen die Friedensbedingungen unter den Alliierten und nicht auf dem allgemeinen Friedenskongreß in Paris festgesetzt werden. Dieser Entschluß wivd damit de- gründet, daß eS den Alliierten nicht möglich sei, sich mit öenVertreternderMittelmächteausgleichen Fuß zu stellen und die Bedingrmgen zu erörtern. Die Vertreter der Ententemäckste werden auf der interalliierten Konferenz das Friedenödokument aufsetzen und dann den Mittelmächten vorlegen, ohnesichaufdiege- ring st e Erörterung der einzelnen Beding» n» gen einzulassen. Fall« die innerpolitische Lage Deutschlands den Abschluß eines gültigen Abkommen» unmöglich mache, würden die Alliierten mitdenverschiede- nen Regierungen in Deutschland Sonder- abmach ungen treffen, die zusammengenommen auS- reichend feien, um ihnen genügende Bürgschaft zu geben. der Zinanzbeüarf öer onü SURäte. Wie die P. P. N von vertrauenswürdiger Seite hören haben die Arbeiter- und Soldotenräte in den ersten vierzehn Tagen ihre» Bestandes einen Finanzbedarf von acht- hundert Mllronen Mark gehabt. Ein Urteil über diese Summe ist erst möglich, wenn mitgeteilt wird, wieviel hiervon StaatZbedars gewesen ist. Gerade in den erstm Tagen haben die Arbeiter- und Goldatenräie«in« Menge Funktionen staatlicher und kommunaler Körperschaften von sich ausgeübt. Kämpfe öeutfcher Truppen mit Solschewkften Am 25. November wurde Pskow von der Roten Garde emge- nommen. Wir erfahren darüber au» durchaus zuverlässiger Quelle folgendes: Am Bormittag de» LS. November. alS die Staidt Pskow sich de. reite im Zustande der Demobilisatton befand, wurde plötzlich ein heftiges Geschutzfener hörbar. Eine allgemeine Flucht war in- sofern cmsgeschloflen, als da» gesamt« rusfisd* Dahnpersonal sofort den Dienst einstellte. Deutsche Bahnbeamte fanden die Stell- werke verriegelt und konnten bei der Unkenntnis der russischen Vorrichtungen nicht bclten So sucht« denn alle? ,n fliegender Eile zu flüchten, doch ohne Erfolg. Die Flüchtenden wurden von Maschinengewehr, und Tewehrfcuer empfangen. Unzählige büßten ihre Unbesonnenheit mit dem Tode. I« der Stadt selbst begann sofort ein wildeö Feiern und Zechgelage. Bon den Einwohnern der Stadt wurden zirka 60 Pnrlonen standrechtlich erschossen, die beut- schen Verluste stehen noch nicht Mt- Ein Gefecht Mischen der Roten und Weißen Garde endete mit entsetzlichen Verlusten der Letzteren, die vlaabrücke dampfte von Blut. E» fielen den Bolsche- wikt in die Hände 16 OOu Brote. 40 Waggon Proviant, große vor- räte an Waffen und Munition und 650 000 Liter Branntwein. Flugblätter und die Zeitung„Welt-Revolution"(herausgegeben von der deutschen Gruppe der russischen Kommunistischem Partei in Moskau) wurden in Taufenden von Exemplaren verteilt. � ver IM fort'kisner. Eine Münchener Revolutions-Episode. Nirgends vielleicht kennt man den Mann, der nun schon fett drei Wochen bayerischer Ministerpräsident ist, als Men- schen und Politiker besser als im Hause des„Vorwärts". In der Geschichte unseres Blattes bildet die Aera Eisner zweifel- loS den lfterarischen Höhepunkt. Tie Feder des Leitartiklers Ii. L. und dislleicht noch m«hr die de» Fsuilletonisten Joe war s» geschätzt, daß selbst die wildgewordenen Radikalen bei kwm groß«i Kehraus von 1905 vor ihr haltmachen wollten. Doch da kannten ße Kurt ÄSner schlecht, wenn sie meinten. sx wäre zu halten, während man seine Kameraden hinaus- �setzte. Sisner war mit dem„Vorwärts" verwachsen, wie nur ein echter Journalist mft seinem Blatt verwachsen sein kann, aber er riß sich lo» und ging mit seinen Kollegen hinaus. Wir, die wir Eisner kannten und schätzten, kannten aber auch die Schwächen seines Wesen», über die bei ruhig Urtei- lenden nie eine Meinungsverschiedenheit bestand. DaS war die bisweilen zügellos schweifende Phantasie, die viel mehr dem Dichter, der ttef in ihm steckte, als den Politiker verriet. Und nie war CiSner unzugänglicher und unbelehr- barer, als wenn er nach der Ueberzeugung aller im Irrtum war. Dann stieg auch feine Aktivität ins Ungemessene, um nicht zu sagen, in» Gemeingefährliche. ES hat im engeren Kreise seiner besten Freunde nie ein Zweifel daran bestanden, Sah man EiSner, etn so glänzender Journalist und ein so prächtiger Mensch er war, nie allein wirtschaften lassen durste, daß er nur dann fruchtbar wirken konnte, wenn ein besonnener, nüchterner und fester Wille ihm zur Seite stand. Dann konnte stch EiSner schließlich fügen, freilich nur. um nach Jahren zu behaupten, er habe damals doch recht gehabt. So kannten wir ihn, als er, der Urberliner, nach Nürn- berg und dann nach München in die bayerische Verbannung ging. Die Berliner Radikalen von 1905 trifft die Schuld, daß sie den Mann von dem Platz stießen, auf den er gehörte. Ohne den Parteikrach von damals könnte EiSner im Kreise besonnen zügelnder Kollegen auch heute noch im„Vorwärts" sitzen und unsere Leser mit seinen glänzenden Leitartikeln er- freuen. Der Geschichte Bayern» und der deutschen Revolution wäre aber eines ihrer absonderlichsten Kapitel erspart ge- blieben. Als am 8. November die Kunde kam, daß EiSner bayerischer Ministerpräsident geworden sei, erfüllte Heiterkeit die Nedaktionvstuben, sie pflanzte sich fort in die Setzer- und Maschinensale. Ev war keiner unter uns, der Eisner nicht von alter Zeit her liebte und schätzte, keiner, der ihm übel wollte oder mißachtete. Dennoch Heiterkeit überall, wohlwollende Heiterkeit. Denn: Eine» schickt stch nicht für alle, Sehe jeder, wie erS treibe... Woyu wären wir ein befreites Volk, wenn es nicht er- laubt wäre, einem alten Freund offen und öffentlich zu sagen: „Du hast in deinem Leben schon viele Böcke geschossen, aber daß du dich von deinen revolutionären Schwabinger Litern-, turfreunderi zum Ministerpräsidenten machen ließest, daß war dein allergrößter Bockl Wir alle, in der alten und in der neuen Partei wünschen wir dir alles Gute und schätzen deine wirklichen Fähigkeiten. Kein einziger aber, mag er Sozial- demokrat oder Unabhängiger sein, hat Vertrauen zu deinem politischen Urteil. Kein Parteitag, weder ein sozialdemokra- tischer noch ein unabhängiger, würde dir in freier Wahl einen politischen Wirkungskreis von entscheidender Bedeutung an- vertrauen. Du lebst in einer Welt des holden Wahnsinns, wenn du glaubst, du eingewanderter Berliner Literat, der im öffentlichen Leben Bayerns noch nie eine Rolle gespielt hat und den man in Bayern bis vor drei Wochen kaum kannte, du könntest dich auf das Vertrauen des bayerischen Volkes stützen. Alles, lvas du in deinem Leben gut ge- macht hast, verdirbst du mit diesem tollen Streich!" So würde jeder aufrichtige Freund zu Eisner gesprochen haben. Aber eS scheint, daß ihm in München aufrichtige Freunde fehlten, und so ist das U n g l ü ck geschehen. Als ein au« allen Himmeln Gestürzter und Zerbrochener wird dieser Phantast binnen kurzem sein Amt verlassen, nachdem er namenloses Unheil angerichtet haben wird. WaS tut die Berliner Parteileitung der Unabhängigen, um den holden Schwärmer zu zügeln? Leider so weit zu sehen ist. nicht das allermindeste, und die..Freiheit", die ge- fällige Offiziosin aller unabhängigen Ministerstreiche, be- stärkt ihn noch in seinen Verrücktheiten. Unsere Kollegen vom. Schiffbauerdamm denken doch über diese abenteuerliche Minlsterprasidentschaft genau s o wie wir. Warum sagen sie es nicht? Wo bleibt da die Preßfreihcit? Diese Ministerpräsidentschaft bat mit dem großen Ernst unserer Zeit nichts zu tun. Sie steht zu ihm in erschüttern- dem Gegensatz. Kasperlekomödie des Lebens, frei nach Frank Wedekind, von Kurt Eisner mit dem Dichter in der Titelrolle. München-Schwabinger Naturtheater. In fünf Minuten geht der Vorhang herunter und dann ist Schluß. Schade um ihnl_ Keine Gefechr für unsere Truppen fm Osten. Auf die Ausführungen des Fürers des Arbeiter- und Soldaten- rats Berlin, Molkenbuhr, über die Ortsverhältnisse, erging fol- gender Protest durch den Zentralrat der Ostfront: Der Zentralrat der Ostfront ist erstaunt über die Acußerungcn von Ihnen, daß die in Rußland liegenden Armeen wohl kaum an eine Rückkehr denken könnten. Wir verstehen nicht, wie Sie derartiges in öffentlicher Versammlung sagen können, wo die ganze Lage der Ostfront zu diesem PesssmiSmus keinen Anlaß gibt, solange cS den Soldatenräten gelingt, ihre Politik der Ruhe und Ordnung weiter durch- zuführen. Mit derartigen Mitteilungen verwirren Sie so- wohl die Stimmung'n der Heimat als auch bei der Truppe, die davon Nachricht empfängt, erschweren unsere außerordentlich großen Aufgaben und brir-gen erst die Gefahr herauf, die Sie schon als vorhanden darstellen. Wir ersuchen Sie dringend, über die Ost- fragen nur unsere bevollmächtigten Vertreter sprechen zu lassen, die wirklich mit der Sachlage vertraut sind. Zentralrat der Oftfront. irebensm?ttd!lefe?!mgen für Deutfthlanö. Erst nach der Nationalversammlung. Amerika will uns Lebensmittel liefern. In New Aork ist bekannt, daß die amenkamsche Regierung bereits 32 ehemals deutsche Schiffe, die Lebens- mittel nach Deutschland bringen sollen, gemietet habe. Je- doch sollen nach einer Aeußerung L a n s i n g s die Lebensmittel erst geliefert werden, nachdemdie Wahlen zur Nationalversammlung stattgefuyden� haben._ Sn Protest Dsutsch-Gsfterreschs. Wien, 1. Dezember. Das deutschösterrsichische Staatöamt des A süßeren überreichte dem Gesandten der t s ch e ch i s ch- s l o w a k i- schen Republik eine Protestnote wegen der gewalttätigen Besetzung der Stadt Brüx und der Verhaftung des Bürgermeister? Herold. Durch wiederholte Erklärung des Gesandten habe die tschechoftovxikische Regierung es als ihre Absicht bezeichnet, alle Gewalttätigkeit zu vermeiden und alle GeHtetSstreitigkeiten der Entscheidung des Friedenskongresses zu überlassen. Eine wieder- hol!« Verletzung der Freiheit deutscher Volksvertreter und Staats- angestellter müßte unfehlbar dahin filhren, daß die sonst so ge- duldige deutsche Bevölkerung zu Gewalttätigkeiten und Gegenmaßnahmen zreise. Die blutige �uSenverfolgung in Polen. Der Jüdische Soziali stisckie Arbeitervecband Pöale Ziern telegraphierte an die Arbeiterpartei in England, an die sozialistischen Parieien in Frankreich, Italien, Amerika, sowie an die amerika- nische Arbeiterpartei, daß der Pogcomorkan rn G a l: z i e n und Polen wie der wohlorganisierte grauenhafte Massenmord in Lemberg von polnischen Legionären mit rafsiniertester Grau- samkeit durchgeführt, unter Führung ihrer Offiziere, bei unbcstreit- barer Billigung des Kommando? und bei offenkundiger Schadenfreude polnischer Bevölkerung erfolgt ist. Die systematische Eni- lvaffnung des jüdischen Selbsttchutzes in ganz Galizien bildet eine dringende Gefahr der physischen Vernichtung der jüdischen Beoölke- rung. Die angerufenen Parteien werden, aufgefordert, bei ihren Regierungen eine militärische Intervention zu veranlassen. D!e Trennung von Kirche unö Stsnt. Eine Zleusterung Adolf Hoffmanns. Eine Zentrnmsversammlung in Dortmnnd-Hörde hatte, weil sie eine überstürzte und intolerante Nenrca.elung des KirchenwesenS befürchtete, sich an den Reichskanzler Ebcrt gewandt. Dieser hat die Eingabe dem preußischen Ministerium für- Wissenschast, Kunst irnii Volksbildung weitergegeben. Adolf Hoffmann antwortet nun darauf in einem längeren Briefe, dem wir folgende Sätze entnebmen: „Es denkt auch von den„neuen Männern" und den von diesen hinzugezogenen Beiräten nicht einer daran, die religiöse und Gewiss ensfreiheit anzutasten. Ich persöntich habe, so lange ich im politischen Leben stehe, stets die volle Freiheit für alle religiösen Anschau- ungen gefordert und vertreten und ausdrücklich die Befreiung der Kirchen aller Konfessionen von jeder staatlichen Bevor- mundung verlangt."' „Deshalb tollen die Eltern das Recht haben, die Kinder von Angestellten der Kirche, welcher sie angehören, in ihrem Glanben erziehen zu lassen, denn es ist ganz selbst- verständlich: wer für d i e Kreise, welche der Kirche fernstehen. dieses Recht in Anspruch nimmt, muß dasselbe auch den Gläubiaen gewähren." „Es ist bei Erwägung der Frage der Trennung von Staat und Kirche von mir von vornherein betont, daß es selbstverständlich ist. daß an dem Etat, der bis zum l. April 1919 läuft, auf keinen Fall etwas geändert wird. Es ist in Aussicht genommen, wenn die Trennung bis dahin vollzogen wird, einen staffelweisen Abbau der Bezüge der Kirchen in einer Weise vorzunehmen, der keinerleit soziale Härten, be- sonders gegen ärmere Gemeinden mit sich bringt." Jür die Einheit der Arbeiterbewegung! Bezirkskonferenz der Arbcitcrrate im Ncgicrungsbezirk Magdeburg. Im alien- RathailS zu Magdeburg fand die erst« Konserenz der Arbeitcrräte des RegicrungSbezirkS Magdeburg in der Volkscepu- blik Anhalt statt, auf der öl Vertreter aus 44 Städten und Ge- mcinden anwesend waren. Nach lebhafter Debatte wurde bet wenigen Stimmenthaltungen eine Entschließung angenommen, in der sich die Konferenz für baldigste Einberufung der Nationalver- sammlung ausspricht!— Mit 35 Stimmen, bei eungen Stimment- Haltungen— eine Anzahl Delegierter hatte schon abreisen müssen— wurde ferner folgender Antrag angenommen: Zur Sickerung der Errungenschaften der Revoluiion hält die Konferenz die Wiedervereinigung der beiden Rich- Lungen der Sozialdemokratischen Partei für drin- gend erforderlich. Die Konferenz envartet, daß dieser Zusammen- Muß schleunigst herbeigeführt wird. Zum Geschäftsführer des BezirkSarbeiterrateS wurde Genosse Belms bestimmt. Io!gen derZreilaj?tmg derßnegegefongenen Die„P. P. 52." erfahren: Die Kriegsgefangenen, die aus den deutschen Gefangenenlagern plötzlich entlassen worden und bei den feindlichen Armeen angekommen sind, beschweren sich über ihre plötzliche Befreiung und verlangen die strenge Bestrafung derjenigen, die für den schlechten Zustand verantwortlich sind, in welchem sie angekommen sind. So kann eZ kommen, daß die Arbeiter- und Soldatenräte, die in bester Absicht die feindlichen Kriegsgefangenen entlassen haben. nun Schwierigkeiten bekommen, weil sie nicht auch bedacht haben. daß die KriegSgefackgenon bis zu ihrer ordnungsmäßigen lieber- gäbe verpflegt werden müssen. Englische Kriegsschiffe be! der?nsel Gefel. In Estland wird zwischen Bolschewisten und Esten gekämpft, wobei die deutscken Truppen eine strikte Neuiralität beobachten, soweit sie nicht angegriffen w:rdcn, und sich zurückziehen. Bei Oksrl sind bereiis engl'sckic Kriegsschiffe gesicbiei worden. In Liöland uüd Litauen ist alles ruhig; es bilden sich dort nationale Milizen. Vie Wahlkreise• See Konstituante-Wahlen. 453 Abgeordnete.— 14 für Herlin. Das Wahlgesetz zu den Wahlen der konstituierenden Na- tionalversanunlung enthält u. a. noch folgende Bestimmun- gen: l. g 3' 4. 5. -i/ie Die Tic Die 1— G Zirk Der Je einen Wahlkreis bilden: iütit Einwohnern: Provinz Ostpreußen.... 2 064 175 Provinz Wcstpreußcn... 1 703 474 Stadt Berlin RaichZtagswahlkreise Potsdam sowei: sie zum Regicrungsbe- Potsdam gehören..... Reichstagswahlkrcis Potsdam 10, soweit er zum Regierungsbezirk . Potsdam gehört........ 6. Der Regierungsbezirk Frankfurt-O. 7. Die Provinz Pammcrn....Ii 8. Die Provinz Posen...... 9. Der Regierungsiezirk Breslau.. I 10. Der R egic rungsbez i rk Oppeln.. 11. Der Regierungsbezirk Licgnitz... 12. Ter Regievungsbezirk Magdeburg u. Anhalt.......".... 13. Der Regierungsbezirk Merseburg. 14. Die Provinz Schleswig-Holstein und das z. Oldenburg gehörende Fürsten- tum Lüdeck......... 15. Die Regicrungsbezir?« Auricb und Osnabrück sowie Oldenburg ohne die Fürstentümer Birkenscld und Lübeck 15. Die RsgierumgSbezirke Hannover, 2 071 257 1 544 851 1314 575 1 233 189 '15 921 2 099 821 1 841 393 2 297 981 1 175 583 1 580118 1 409 510 1562 304 1 041 819 2 356 855 Fu wählen. Abgeordnete 14 11 14 10 9 8 11 14 12 15 8 11 9 11 16 1 971 486 2 399 849 2 251 029 1 940 217 I 1 750 819 1 820 598 1 597 790 2 321 918 1 324 615 2 303 673 937 035 1 771 117 1 105 330 1 870 214 1 297 538 1 211 047 2 142 833 1 282 051 862 999 13 16 15 13 12 12 11 15 9 15 6 12 8 12 9 9 14 9 Hildesheim, Lüneburg, Braunschweig 17. Die Regierungsbezirke Münster und Minden, der zur Provinz Hessen- Nassau gehörige Kreis Schaumiurg sowie die beiden Lippe..... 18. Der Regierungsbezirk Arnsberg.. 19. Die Provinz Hessen-Nissau obne die Kreise Sch.'umburg und Schmalkalden, ferner den Kreis Wetzlar, von Regie- runasbezirken Koblenz sowie Waldeck 29. Die Regierungsbezirke Köln u. Aachen 21. Die Regierungsbezirke Koblenz und Trier obne den Kreis Wetzlar, ferner das zu Oldenburg gehörige Fürsten- tum Birkenield........ 22. Die ReichstagSwahlkreise Düsseldorf 1— 5, soweit sie zum Regierungsbezirk Düsseldorf gehören...... 23. Die ReichStagswahlkreise Düsseldorf 6— 12 des Rczierungsdez. Düsseldorf 24. Die Regierungsbezirk Obevbayern und Schwaben........ 25. Die Regierungsbezirke Niederbaycrn und Oberpfalz........ 26. Die Regierungsbezirke Ober-, Mitjel- und llutersranken....... 27. Der Regierungsbezirk Pfalz... 23. De iächs Reichstagswab.'kreise 1— 9 29. Die säckss. ReichstagSwahlkreise 10— 14 30. Die sächs. Ne'chZtagSwahliveiselö— 23 31. Der Neckarkreis und der Jagstkrois 32. Der Schwarzwaldkreis u. der Donaukreis sowft der Regierungsbezirk«-ig- marinzen.......... 33. Baden 34. Hessen........... 25. Mecklenburg-Schwerin, Mccklenburg- Strelitz und Lübeck...... 36. De thüringischen Staaten Sachsen- Weimar. Sachsen-Meinnigen, Sachs.» Altcivburg, Sachscn-Koburg und Gotha, die beiden Schwarburg und die beiden Reuß sowie der Regie- rungSbezirk Er für) und der zur Pro- vinz Hessen-Nassau gehörige Kreis Schmalkalden......... 37. Hamb-urg, Bremen und der Regie- rungSbezirk Stade....... 38. Elsaß-Lothringen....... Insgesamt sind demnach 433 Abgeordnete zu wählen. Es springt in die Augen, daß durch diese Wahlkreisciis. teilung sowie durch das Verhältniswahlsystvem der durch Ereignisse ohnehin geschwächte Einfluß der Konservativen a» das gerechte Maß zurückgeführt wird und die Aussichten del Arbeiterklasse auf den vollen Wahlsieg entsprechend verbefsel werden. 2 160 692 1 743 545 1 874 014 14 12 12 Das Ende. In den Wartehallen der Bahnhöfe sitzen und liegen sie, schlafen oder essen, rauchen und erzählen sich. Leute von der Front, der Etappe, aus Garnisonen und Lazaretten. alle auf dem gleichen gesegneten Wege zur Heimat. Einer von der Front berichtet: Wie die Engländer und Fran- zoscn zuletzt angegriffen hätten, mit dem lauen Bewußtsein, es sei ein Unsinn, am Ende deZ Krieges zu sterben. Sie hätten starldgehal- tsn, wären zurückgegangen, wenn es möglich war, ruhig und vcr- nünftig wie immer. AuS dem Hinterlande kamen die Nachrichten, schlimm und beunruhigend, von Gärung zeugend. Da wußten sie bald, daß sie auf verlorenem Posten standen, gestanden hatten seit vier Jahren, und daß nun das Ende kommen müsse. EineS TagsS schwiegen die Kanonen, cS war nicht mehr die Stille bor dem Sturm, Freund und Feind standen auf den Deckungen, die Raketenfeuer der Zcitenlvende brannten tn die belgische Nacht. Rückmarsch. Ernste, übermütige, höhnische Gesichter an den Straßen, Rufe:„C'«! la guerrel" Jawohl. Das Gros der Etappe war längst verblüht. Ja, Leutnant Schnürschuh und Kamerad Sich- kragen haben es eilig gehabt, zu Mutters Schürzen zu kommen, da sie ihr doch keine Heimatkistcn mehr schicken konnten. Toll« Geschichten bekamen wir zu hören: Daß welibe ihre Waft fen verkaukten, Gewehre um 70 EentimeS. gwr ein Maschinengewehr um 2 Franken. Di« Belgier. wurden übermütig und schössen aus unsere Truppen. Die Revolution? Ach ja: irgendwo stand ein Kamerad mitten ans belgischer Straße und schwenkte ein« rote Fahne, da wußten wir alles. Wie konnte es anberS kommen! Die CkHaiere nsbmen c? meist gleichmütig auf, andere mack-ten saure Gesichter. Wir freuten unS natürlich, im übrigen brüten wir zu-sammen. Was uns milangt, waren die Belgier freundlich, besonders die Frauen, weil sie sich ja auch freuten, daß alles ein End« nahm. Wir«tmet«n erst aus, als wir auf deutich-e» Gebiet kamen. Wir konnten un» Zeit n«6men, die Fahnen und der übrige Will- komm, besonders das reichliche Essen taten uns wohl. Uslerall war man von der Etappe wen» entzückt. Ader der Sturm hatte sich schon etwas gelegt: allerdings um die Eisenbahn stand es immer noch' bös. Halbdutzendweis« hockten sie in den WaycnklosettS. und die Wagcndächer sind bis auf die letzt« Kant« besetzt, trotz der Kälte. In A. hatte man achtzig Achsen zusasmnenH-.ftellt, die. schlecht ge- schmiert, wie die Kanarienvögel zwitscherten. Borndran ein« Loko- motive, die ein früherer Ingenieur(Spezialität: landwirlschasiliche Maschinen) aus Grund beiläufiger Hockschulkenntnisse führte und ein Bäcker heizte. Ssfö— pfssöö! Man konnte nebenher laufen. Aus den Straßen begegneten uns zu Hunderten französische Kriegsgefangene, ohne Bewachung, die mit ihrem hungrigen Magen als Kompatz ihren Landslenten en tgegenmarschie rten." Der Sprecher sieht in die Runde. „Morgen, vielleicht auch übermorgen, bin icb daheim, gott- seidani. Was aber dann? Es feblt daheim an allem, die Kinder brauchen Kleider und Schuhe und sperren die Mäuler auf. Meine Hemden hat meine Frau aufgetragen. Da ist nichts zu lachen, was sollte sie anders tun: die Paar Groschen Unterstützung langten kaum dazu, daß sie anständig bleiben konnte." Sie nicken alle. Eiskalt greift die Frage an die Herzen: Was nun? _ A. Z. Phsnola-Konzect. In.Hupf gl dg kleinem, aber stimmungsvollem Mustksaal an der Leipziger Straße kann man hin und wieder daS Glück haben, ein künstlerisches Erlebnis gar eigner Art davonzutragen. Ein Elite-Konzcrt von den bedeutendsten Klavicrdirtuosen unserer Zeit! Man sieht zwar die verschiedenen Künstler nickst in Person vor dem Instrument— aber man hört sie, erkennt sie an ihrer puniistischn„Handschrift". Beethoven?„Mondscheinsonate" goß ihren Zauber aus. Ein einziger Ton, mit aller Leidenschft an- geschlagen und festgehalten, entsse'gt den Saiten gleich einer Opferflamme und verklingt gemach im Räume. Wer je d'Albert vernahm— kam dies Spiel nicht von feiner Hand? Und LiSztS „Ungarisch- Rhapsodie":— könnte da? nicht Alfred Eortot sein? Und vermöchte nicht E. von Dooren RubcnstoinS„Gesang der Engel- stimmen" so poestevoll zu aeben? Oder Michael von Iadora, Alfred Grünfeld anderes? Es ist keine Täuschung. Und doch sitzt jemand Fremder, dennoch immer derselbe vor dem Flügel. Nicht, daß seine Finger perlend über die Tasten glitten oder darin wühlten vor lauter Entzücken und spielerischem Uebersthmaim. Nur eine Hand steuert eine Art Hebel und die Füße bewegen zwei Tritte, wie solckx jede Orgel jedes HauS- harmonium zum Bewegen der Windlade hat. TaS Instrument heißt: Pbonola-Flügel. Was ist die Phonola? Kurz gesagt: Ein Klavierspiclapparat. Wäre es bloß ein Phonograph oder dergieickwn. es lohnte sich wirklich nicht davon zu reden. Aber dw'er wunderbare Mechanismus mit künst- lichen Fingern, die man doch nicht gewahrt, sei er äußerlich unsichl- ' bar in ein Pianino oder ciwen Flügel cingebaul oder als ielbssändim Ding mit der Klaviatur verkoppelt:— er vollbringt da? Erstau� � liehe. Er läßt iedeS Mufikweck, daS. auf einer Pcigamentpapicrroil festgehalten und vcr Spielbeginn eingeschoben, nicht bloß vollkommen im Geiste feines Schöpfers, sondern ouch sogar jedes KlavieriPÄ wie dieser es auraßte und wiedergab, aufleben. Troddem bra»� man selber, sofern man die Phonola in Bewegung letzt, weder K-�I vienpieler zu sein, nocb irgendwelche Noten. geschweige MuM kenntni? überhaupt zu besitzen. Und ist doch imstande, bei sich Zwm. sprach« mit allen Musikichöpfern lebendigster Gegenwart wie län!v verrau'chter Vergangenheit zu pflegen. Die Pbonoln ist ein sicher Kunstvermittker. ein BildungSfaktor. Mau darf sagen: sie � 1 eine Seele und erweckt sie im Hörer. Notizen. — Der Berliner wirtschaftliche Verband Sender Künstler beriet dieser Tage in seiner Hauvweri.imnll lung bcsond.rs die Frage, wie man zurzeit den Künstlern Asi beiisgelegenheit schassen könne. Der Verband wird da�? wirken, daß an Stellc der teuren ausländischen Ma'er:alien Bauten mehr künstlerische Arbeiten in Zukunft zur Aukschmiicku»' l>erana«zoqen tverdcn. Der Vorstand tviirde wied.rgewählt: Otto Marcus als erster, Maler Hans Baluschck als zweiter sitzender. — Bedrohung der deutschen Galerien. Der � kannte belgische Archäologe Beltenhove verlangt in einem Briet � daS Ministerium der Sckiönea Künste, daß die von den Deut'M' oder Oesterreichern kortge'chaisten oder zertrümmerten K u werke Belgien? au? deutschen oder österreichischen öffentl'� Sammlungen oder Kirchen ersetzt werden. Zu diesem Zu**: sollen vorerst alle deutschen öffentlichen oder privaten Galerien be s ch I» g n« b m t werden. Zunächst ist dies Verlangen aber nur ein Vorschlag. Daß deutscher-ceüc keine Kunsln«wen wollen. 7.���ner der Frontsoldaten sagte ein Vertreter der in fs.ll Cr,�k>iv!ston.' Wir sind die Männer gewesen, die das Heer SK»t t Vnfl Zurückführten; aber wir sind auch die Männer, die den z u; a-af die Regierung unter allen Umständen o u I cb u tz e n. ein®crirfwr der vierten Armee erklärte: Es ist unsere Pflicht, NtencS Auge zu haben für die Machenschaften � n rechts. Mnncher Offizier, der rasch umgelernt hat, wird fc.;,6?10 r.cic6 wieder umlernen, sobald sich die Gelegen- nj. ,U bietet. Wir alle wollen es laut aussprechen, daß wir uns .. w-°ls dazu gebrauchen lassen werden, den Wünschen der Gegen- �"«»tionfirt zu dienen. lLebhasies Bravo!) Up- a �-'rkreter-der ersten Armee führt« auS: Wir stellen un!>??"k den Boden See Regierung, einen sozialistischen Staat Um- wzial istisckze Wwtschaft aufzubauen. Wir haben keine Lust. ivoll» �kktatur der«pariakuSzirupve zu unterwerfen, aber wir nick,». aussprechen, dass die jetz'gc Regierung % anb'rc? N'k ali eine T i k t a l u r. Ute n" r3''"1"101 i�r öierte» Armee sagte: Wir werden «als gegen die Soldatenräte der Heima: gehen. �cgieruiigsvcrtreter Reick slagsabgeordneter Giebel erklärt d'-?uge, in allen deutickien Freistaaten sei der Wille vorhanden. die n" Reiches ausrechrzucrbalien. Tagegen dürfte man dnw?' a p i t a l i st is ch e r Seite des Rheinlandes an- - reale Trennung und den eventuellen Anschluß an chss k r e i ch nicht unterstühe n. nriH.nuk wurde die Voriniitagssihung geschlossen und die Nach- °�>össhuiig auf 3 Uhr angesetzt tran- �r Nachmiltagssstzung sagte als erster Redner VolkSbeauf- alz � B ci�r t h: Es ist bedeutend schlechter um Deutschland bestellt iE wissen. E? ist meine Pflicht. nichiS zu verheimlichen. Tie ü'rr war für uns die Zurückbrinaung des Millionenheerez ras? Rhein. Rkit Dai'kbarkeit und Bewunderung habe ich ge- weiner Reise von Berl n nnch hier gesehen, wie dieses Heer sckn, �5'dstzucht und Unterordnung es iertig gebracht bat. diese Aiifgnfe zu lösen. Die größte Masse ist zurückgekehrt. Leider irr'«>D'C auch gezwunaen. gegen einzelne Lfsiziere, yisrf," Verständnis kür die Neuordnung der Tinge haben, cncr- s, tE Vorzugeben. General Eberhardt m u ss t e zur Dispo- �> o n gestellt werden. Aber alle? dies in in Uelvrcinstimmung fckipfi kü bersten Heercsleüung und dem Kriegtminisserium ne- O st e n. ES GroßlDerÜn �ie Verviniguni; der(Nrosz-Berliner Gemeinde«. � Ter Magistrat schreibt unS: Von einer dem Eross-Bcrliner �danken offenl-ar nicht geneigten Seite ist eine Darstellung' der �Handlungen im Ministerium des Innern veröffentlichck I war- welche den Anschein erwecken soll, als ob dort eine durchgrei- Reform auf der Grundlage der Eingemeindung auf starken �'Verstand gcstossen wäre. Das ist vollkommen unrichtig. Fast "niüiig jst in dxr Beratung vom 28. November die Ueb-rzeugung y'�Sesprochen. dah der einzige Weg jetzt nur noch in-der restlose» �u.ammenfassung der Eross-Verliner Gemeinden zu finden sei. weiteren Arbeiten sollen sich deshalb nicht, wie fälschlicherweise OV°u«ek wurde,«us eine Reform der � Gross-Berliner«er- O vng im allgeminen. sondern direkt auf die Eingemein- u-g richten. Zu di-sem Zwecke erklärten die Vertreter der Ne- bg?"?S sich mit den Dez rnenten der E.mei'.idcvcrwalmnger, als- ins Cinbernehmen setzen zu wollen. Von denen, die eine Verzögerung wünschen, wir merwürdlger- auch geltend gemacht, durch Vereinheitlichung Vr«ss-BerlinS � n? vie Lebei'?mlttelvers»rgungg leiden. Demgegenü!?er hat die .�vss-Berliner Arbei'erkomm issson für-ErnährimgSiragen in ihrer �!en Sitzung einstimmig beschlossen, bei dem Ministerium de? �"nern zum Ausdruck zu bringen, dost, unmg kehrt, auch für die vnährung der gegenwärtige Zustand der Zersplitleeima Gross- . nz schwere"'achteile dringe und schleunig als möglich be- �kißi werden müsse. ' T�ie Ä-llfir• in den st?gnortcn. -fn den Vlross-Berliner Vororten heftxh! ncch vielfach die irrige gv G'ng. voss dir g-Nhr Polizeistunde dort keine Gellung habe. jzwfer Zweifel wird dnrh eine Polizeiverordaung des ReeierungS- �assdenten in Potsdam behoben, wonach für die dem Kreise Tel- ist nicht wahr, daß die alten Machthaber alles gut organisiert hatten. Erbärmlich, schamlos, leichtfertig haben sie gehandelt. Sonst wäre es nicht möglich, daß wir heute vor so schweren und unlös- baren Aufgaben ständen. Sie kennen die Stimmung der Bevölke- rung in der Ukraine, im Baltikum, in Polen, in Finnland. Es ist nicht abzusehen, wie es möglich gemacht werden kann, d i e grossen Truppen massen aus dem Osten zurückzu- führen. Selbst bei schnellster Durchführung wird es nicht mög- lich sein, die Leute vor den nächsten drei Monate« zurückzuführen. Das ist jetzt im Winter angesichts einer feindlichen Bevölkerung eine fucchibare Perspektive. Hoffen wir. daß es unserem Heere nicht geht wie dem Napoleons im Jahre 1812. Unsererseits wird alles geschehen, um unseren Brüd. rn im Osten mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu Helfta. Die Nationalversammlung wurde von der Negierung mit vier gegen zwei Stimmen auf den l6. Februar ausgeschrieben. och muss gestehen, daß ich für derartig schnelle Wahlen nickt war. Am trostlosesten ist unsere ErnährungZpolitik. Sie war eiue Bankerottxolitik. Was uns da alles vorgelogen wurde, ist»nglnublich. Bis'zuletzt hat man uns gesagt, dass die Ernährung vollständig gesichert sei, und jetzt tritt man vor uns hin und sagt, dass die ebensmittelvorräte kaum für sechs Monate reichen, und das nur bei verminderten RationSsätzen. Der Mangel an Rohstoffen ist es, der uns zu einer w e i- teren Verkürzung der Arbeitszeit zwingen w od. und auch dann noch werden wir nur für einige Wochen Rohstoffe haben. Unter diesen Umständen müssen wir hier aussprechen, daß Deutschland nickt den Willen hat. irgendwie die Waffen still st andsbedingungen zu brechen. Wir wollen es laut aussprechen, daß wir bereit sind, alle? anzunehmen, was von der Entente diktiert ist. Wir wollen eS annehmen, weil wir wissen, dah alles dies noch weniger schlimm sein wird als d a S weitere Hinausschieben. Wir wollen doch endlich wissen, woran wir sind, damit wir in Ordnung kommen, um den Wiederaufbau de? wirt- schaftlichen Lebens beginnen zu können. Nach vielfach st ü r- mischen Unterbrechungen legte der Redner die Not- wendigkeit der Ansiedlung ans dem Lande dar. Molkenbuhr legte kurz das Verhältnis zwischen dem Voll- zugSawsschnss und der Regierung dar. Es wurde e n Antrag angenommen, dass die Delegierten der Frontsoldaten fünf Mann als ständige Mitglieder an den Berliner Vollzugsausschuß absenden sollen. Tie Wahl dieser Delegierten findet morgen statt. Nach längerer unwesentlicher GeschäftsordnungSdebatte wurde folgende Resolution angenommen: Wir in Bad Ems versammelten Delegierten deS Feldheeres begrüssen die neue deutsche Freiheit, grüßen die junge deutsche Republik. Wir sind gewillt, die Er- rungensckmsten der Republik gegen alle Gefahren und Angriffe zu verteidigen, von welcher Seite sie immer kommen mögen, gegen revolutionäre Strömungen von rechts, die auf eine Wiederaufrichtung des letzten Re- gimes abzielen, gegen Versuche von links, die Gewalt von oben durch die Gewalt einer Miinderhcit von unten zu ersetzen, denn damit würde nur der Friede verhindert, die 0-in- Hcit des Reiches gefährdet, die Ordnung im Innern aufgelöst und ein Neubau des Vaterlandes unmöglich gemacht. Beide Versuche führen lcdirstich zum Bürgerkrieg. Für den Neubau ist politische Demokratie, aber auch, um die Folgen der Verwüstungen des Krieges zu heilen, die schrittweise So- zialisierung der dafür rei en Betriebe notwendig. Nur so können wir vor allem die Heiligen Pflichten, die da? Volk gegen die O-pser des Krieges, die Witwen und Waisen unserer gefallenen Kameraden, die Kriegsbeschädigten, hat, erfüllen. So nur ist es möalich, auch die sozialpolitischen Forderungen des werktätigen Volkes, der Hand- und Kopfarbeiter, zu verwirk- lichen. Um so mehr beklagt der Vertreftrwg des Feldheeres die Streiks in lebeuswichiigen Industricn. Wir, die wir in jahrelangen schweren Kämpfen unser Leben eingesetzt haben, appellieren an die Einsicht und Solidari. tät der gesamten deutschen Arbeiterschaft, den Wiederaufbau durch Arbeitsverwei-s rung nicht zu gefährden, denn gerade die minderbemittelten BevölkernngSkreise würden am schwersten unter den Folaen zu leiden haben, unsere Eristcnz- mögl'chkeit aufs ärgst? gefährdet werden. Der Vcrtretcrtag ist sich bewußt, dass zur Sicherung der demokratischen und sozialen Ziele so schnell wie möglich eine gesetzmäßige Regie- rung? gemalt gegründet werden muss. Er verlangt deshalb die Einberufung der verfassunggebenden National- Versammlung. Tie Teilnahme muss für alle wahlbercch- tigten Anarhörigen des HeercS gesickert sein. Der Vertretertag bat das Vertrauen zu der Regie- rung Ellert- H aase, dass sie in dies r Richiimg ihre ganze Kraft einsetzen wird und stellt sich deshalb im Namen des Feld- heereS geschlossen hinter sie. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Nar gegen die schrittweise Sozialisierung taitcn sich vierDtimmen ausgesprochen. Hieraus wurde d t Sitzung vertagt und die nächste ö w Ilfie iitzung für morgen 0 Uhr angesetzt. Sd.'nss t o w angehörigen Amtsbezirke Altglienicke. Friedenau. Lichierfelde, Grunewald, Lankwitz. Mariendo-f, Schmargendorf, Steglitz, Tcm- pelhof, Treplotv, Zchftrrdorf, Britz, Marienfeldc, für den Gemeinde- bezirk Lichtenrade und NowawcS, sowie für den Gutsbezirk Dahlem, für dee dem Kreise Niederbarnim augehörenden Amtsbezirke > Weissenfte, Reinickendorf, Niedevschönhausen. Tegel. Wittenau, Friedrichsfclde, Pankow. Heinersdori und für die Gemeinde- und Gutsbezirke Buchholz, Rosenthal und Obe: schöneweide, für die Stadtbezirke Potsdam und Spandau mit Rücksickst aus die bevor- stehenden Truppendurchmärfche im Interesse der össentlichen Sicher- hcit bis auf weiteres die Polizeistunde aus 0 Uhr abends festge- setzt wird. Ans dem gleichen Grunde wird der Ausschank von Vranntw-etn imd We:i, bis auf weiteres verboten. Versammlungen dürfen über 0 Uhr hinaus tagm unter der Vora-ussetzung, dass nach 0 Uhr keine alkoholischen Getränke verabfolgt werden. Ter Betrieb dar Thc«ter und Kinos bleibt vorläufig unberührt. Zur Etwrrb.k!o?enfiirsorgc ir Berlik. legt der Magistrat den Stadt'oerordricten jetzt einen Entwurf vor, der nach Verordnung de? Reichskommissars für wirtschaftliche Demobilmachung aufgestellt ist. Die in Berlin ihren Wohn- sitz habenden über 1t Jahre allen Arbeitsfähigen und Arbeitswilligen, die infolg« de» Kriege» durch Erlverb«. losigkeit in bedrängte Lage geraien sind und zur Beschaffiing des «»twiedigen Lel>enSllnterha!tS auf A-rbest angewiesen sind, sollen Unterstützung erkalten. Ehefrauen arbeitsfähiger Männer.er- halten keine Unlerstützung. wenn nicht schon vor dem Kriege beide erwerbstätig waren. Kriegsteilnehmer erhalten Unter- stützung auch dann, wenn sie vor Einziehung zum Heere in Berlin ihren Wohnsitz hatten»der hier Anfenthali Fen«mmen hatten. Die Unlerstützung soll beginnen, nachdem die ErwerbSlisizkeit ununter- brachen sechs Arbeitstage Gedauert hat. Doch gilt da» nicht für Kriegsteilnehmer, die Unterstützung zum ersten Male beantragen. Empfänger laufender Armenunterstützung sind ausgeschlossen. Die Erwerbklosenunterstützung soll betragen bei gänzlicher Er- � werbSlosigkeit für jeden arbeitslosen Wochentag für männlich« Per- sdnen von 14— n Jahren 8 St., von ttbet 17 Fahren 4 Vt., für weibliche Personen von 14— 17 Jahren 2,50 M., von über 17 Iah- ren 3 M., ferner 1 M. für die Ehefrau, für jedes Kind unter 14 Jahren und für sonstige imHaushaltlebcnde Erwerbsunfähige, zu deren Unterhalt der Unterstützte gesetzlich verpflichtet ist. Bei t e i l w e i s e r Erwerbslosigkett wegen Arbeitszeitverkürzung wird, wenn der Arbeitsverdienst unter 70 Prozent des bisherigen Lohnes ist, ein entsprechender Teil obiger Sätze gezahlt, die Hälfte bei Kürzung auf 4 Stunden, ein Viertel bei Kürzung auf über 4 bis 6 Stunden. Ucber teilweise Erwerbs- losigkeit aus anderen Ursachen als Arbeitszeitverkürzung(z. B. bei freien i&wufeii und selbständigen Gewerbetreibenden) wird nach Lage des Falles entschieden. Für Krankenkassenmitglieder übernimmt be: Erwerbsloseniinterstützung die Gemeinde auch die Kosten freiwilliger Weiterversicherung. Ausgezahlt wird die Erwerbslosemmterstützung wöchentlich nachträglich, für Mitglieder der freien, der Hirsch-Tunckcrschen und der christlichen Gcwerk- schaften durch ihre Gewerkschaft, für andere durch die Gemeinde. Die Bestimmungen über diese Unterstützungssätze sind bereits vom 21. November ab in Kraft getreten. Ter Magistrat beantragt nach- trägliche Zustimmung der Stadtverordneten. Eine Fran verbrannt. Die Berliner Feuerweh? wurde am Sonntag nach der Grossen Frankfurter Stiahe 88 gerufen, wo eine Frau M. Rühling in ihrer Wohnung verbrannt war. Als die Feuerwehr eintraf, fand sie nur noch die verkohlte Leiche der Frau vor. Wie sich das Unglück zugetragen hat, konnte noch nicht festgestellt werden. Ein räuberischer Uebersall wurde heut« vormittag'/H10 Uhr in der Koblankstrasse entdeckt. Dort fand man an einem Strassen- zäun in der Nähe der Volksbühne einen noch unbekannten, etwa 50 bis 60 Jahre alten Mann mit Kopfverlctziing'en tot daliegen. Der Kopf lag in einer grossen Tluilache. Die Beinkleider sind dem Manne aufgerissen, die Schuhe ausgezogen. Ter Tote ist wahrscheinlich niedergeschlagen und ausgeplündert wooden. Der ganze Beinnd lieft die Revierpolizei auf einen Raubmord schliessen und si niachrichtigte deshalb die Kriminalpolizei, die sofort die Er- Mittelungen aufnahm. Der Heimntrcise der Russen steht jetzt nichts mehr im Wege. Alle Angehörige des ehemaiigen Grossrussischen Reiches, die zur feriwilligen Heimkehr bereit sind, haben sich werktags, von 9 Uhr vormittags bis 6 Uhr alwubs, im Zimmer 107 des Polizeipräsidium' zu melden. Zur Eintragung in die Abreiselisten haben sie etwaige Ausweispapiere, wie Paß, Patzersatz, ArbeiterlegitimaUorts- karte usw. mitzubringen und jiorzulcgen. In diese Papiere wird bei der Anmeldung vermerkt, daß die Inhaber zur Teilnahme mr einem Heimatsiransport berechtigt sind. Der Transport erfolgt in Sonderzügen mit freier Fahit und Verpflegung. Die Angemcl- deten müssen sich jeden Tag bei ihrem zuständigen Revier ein- finden, um sich nacli dem Abgang ihres Transportes zu erkundigen. Sobald Zeit und Abgangsort feststehen, werden die Reviere tele- graphisch benachrichtigt und sie haben dann den Nachfragenden bei ihren Erkundungen Bescheid zu geben. In der Verwendung der beschlagnahmten Waren und Leben?- mittel aller Art ist jetzt eine Acnderung eingetreten. Bisher wurden alle diese Sachen der Wumba nnd durch diese, der Rüstungsindustrie für die Schwerarbeiter zugeführt. Nach einer Verfügung des Staats- ftkretärS Wurm kommen sie jetzt der ganzen Bevölkerung von Gross» Berlin zugute. Die Verwerlung und Verteilung durch die Wumba bleibt bestehen, nur dass deren Verwertungs stelle jetzt staatliche Vor- teilungSstclle für Gross-Berlin ist. Eine Sichzälilnng findet am 4. Dezember im Deutschen Reich statt. Sie erstreckt sich aus Pf.rde, Rindvieh, Schafe, Schweine, Ziegen, Federvieh und Kaninchen. Die Zählung wird durch vom Magistrat hanistragte Zähler vorgenommen nxtrden. Falls ein Zähler nicht erscheinen sollte, ist die mündliche Anzeige des Vieh» bestandcs in der Zweigstelle des Statiüisch n Amts der Stadt Berlin, Postjtraßc 5, 2 Tr., bis zum 6. Tezmber zu erstatten. Die Siebcner-Kommission, die von den Soldettcnräten Gross- Berit nS gewählt wurde zur Prüfung der gegen die soldatischen Mitglieder des VollzugsratS des Arbeiter- und Soldatenrats er- hobonien Anklagen, besteht aus folgenden Mitgliedern: Cornetz lLufischifferiruppen). Egc iFlugzeugmeistcrei), Goldschmidt(Ge- wehrprüsungekommission), Hamburger(Intendantur 3. A.-K.), Herz(3. Pioniere, Spandau), Leander(2. Garde Regiment), Stolt(Eisenbahner). Das Bureau der Kommission befindet sich im Abgeordnetenhaus, Zimmer 34a. Arbeit-tgemeinschaft der ge.stwirtschastlichen Gehilfenverbänbe Berlins, Geschäflsstelle Berlin 9!. 24, Elsasser Str. 88, ve: anstaltet Mittwoch, den 4. Dezember, ab.'iidS OVi lllir, im KafseehemZ„Vaterland", am Potsdamer Platz, eine ösfentliche Versammlung aller im Restaurant, und Hotelgewerbe tätigen Angestellten. Tagesordnung: Die Verschmelzung zur Einheitsvrgarrisaiion. Für die au? Rußland au?gcw:escnrn Reichsdeutschen findet am 3. Dezember, abends 8 Uhr, im Lehrcrvc rei us Haus« eine grosse Versammlung statt. Geirciiivcrfiändlich« RcchtS>«?tr3»« der Vereinigung„Deutsches Recht". Mittwoch, den 4., ebend? S Uhr, im Tchwnrgeiichttsaal des alten.Kriminal- gerichts, AII-Moabit II. Vorvirig von Amlsgerichlsral Kade über«Die Schuld im Strasrecht". Znliill(rei. Verboten gewesene Schriften. Tie nachfolgenden, während des Krieges beschlagnahmlen Schriften aus dem Vcr- läge der Buchhandlung„Vor wärt S". sind jetzt wieder zu haben. Es sind dies: 1.„P r e u ss i s ch e r K o m m i ss" von A. Winnig. 2,50 M.; 2.„Serbien und die Serben", 0,75 M.; 3.„Frauenkrankheiten." Mit einem Anhang: Die Verhütung der Schwangerschaft, 60 Pf. Tie Akademie der Buchsachvcrständigen wird kommenden Mo- nat einen Kursus über Bitcher- und Bilanzrevrsianen und Steuer- technik abhalten. Da? Hono ar wird äusserst massig sein. Anmel- düngen an G. Liebhaber, W 50, Ranke str. 29. Eöpenick. Ter erste sozialdemokratische Stadtrat. In der letzten Stadtverordnetenversammlung wurde an Stelle des ausgeschiedenen Stadttats Müller der bisherige Stadtverordnete Genosse Blum mit 30 von 32 abgegebenen Stimmen zun� MagistratSmitglied gewählt. Ausserdem erfolgte die Wiederwahl des Stadt bckliratS K i n z e r auf die Dauer von zwölf Jahren. Ferner erledigte die Versammlung eine Vorlag? auf Einführung der Enverb»Ioscnfür- sorge, arischliessend«m die Vereinbarungen von Gross-Berlin. Eine weitere Vorlage auf Einführung des achtstündigen Aiöeitstages mit entsprechendem Lohnausgleich fand gleichfalls einstimmige An- nähme. Kre!? Teltow. Die kommunalen Arbeiter- und Soldatenräte de? Kreise« werden nockn als dringend au'ge'ovdert. schleunigst die genauen Abreisen-hier M Iglieder an die„Z ntral'ttlle der Ar- beiber- und Soldaienräte de? Kreise» Teltow" in Berlin T'. 10, vikioriastr. 15. einzuschicken. Von einem grossen Teil der Räte ist das leider noch nicht geschehe«.— Im übrigen wird nachmals darum ersucht, das„Teltow r KreiZblatt" wegen der dartn veröffentlichten Verfügungen nnd Bekanntinachungen zu beachten. Mariendorf. Lebensmittel. Auf* Abschnitt 79: P50 Gramm Marmelade-, Anmeldung biS.DienSM. den 3. d. M. Der verkauf beginn- Sonnabend, nack-mittag? 4 Uhr; kür die bi» 14. Dezember nicket eingelösten Abschnitt- e, lisch! da??- matrecht.— In den drei IKme ndeläden nnd frei Stwarzbiich. Ebausseestra�e werde« aus die R n»!»:ern»Oltt— ,Zfl60 in Martendorf und 8001-8900 in Süd- etrbe Salz beringe ausgegeben.(Je 1 Herini 55 Vl> TaS B-'UnSreck! erlischt am 7. d. Vi. Ferner wird freihändig Büdding- Pulver lPäckch-en 85 Pf.) in den drei Gemeinde lädeu verkauft.— Ein Posten anter Fiitterkoh'rnben(4.50 M. je Zw.) wird Mittwoch, von 12— l Uhr, im Rathaus, Zimmer 20/21, abgegeben. Spczialarzföyer. Sypniüs, Haut-, Harn-, Oe- tch!eci;ts-,Frau:nlei Schmerzen in FUBen und Beinen werben schnell u. dauernd beseitigt d. Ä Fuß-lieii-Einlagen. Aut Wunsch Mallanfern- gung, auch aus Zelluloid. iluhneraugcmod, giftfrei, hilft sicher auch hei Hornhaut. Schuhcreme, Schnürsenkel, Elnlagcsuhlen.Frostsalbe usw. Fuff-llell-Einlapen-Mfktr., Neue Winterfeldtsr. 46, Laden. Aclirst Spezialgeschält mit elg. Werkstatt.— Broschüre gratis,— Aerztlich empfohl. Gärtner! Qartenarbetter! Qartenfrauett! Dal nstuxni Eure LoHn» in(Vroß-BerUn. Organisation an. 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