Rr.332g. 3 o. Jahrg. BezngSvretS: Wert«ri!hrI.�7S Mi. monav-S.»»«. jwiiil» Hau», voraus, ahldar. einzelne Nummern 10 Pfennig. Poslbezug: Monailich 12b Dil. ezfl 8usl»IIu>'g«. ikbühr llnrer Kreuzband iür Deulich» iond u. lf eilerreich- Ungern-.i-o Ml» lüe das übrig»»iusiand MI. bei ifglich einmaliger Zulicilung 7�u Ml. voitbr'irQuucen nebmen an TSne- «ar!. Holland. Uuremdurg. Schweden und die Zchiveij. Singelragen in di« Posl-iieirungS-PrelsUNe. �«r.LorwüttS' cricheini wochcmllgllch iweiinal. Tönnings numoi. Abend Ansgave. lelegramm-aocefle »Tozialdeinolrai'iittUu". Verlinev Volksblatk. (�10 Pfennig) SlnzetgenpreiS» Tie achlgeipaUene Donrareillezeil» ioiiei HO Pig.»Kleine ilnzeiflen", das'etlgedruckle Sori 40 Pig. zzulSsstg 8 ieiigedruillc iBorte), ,-dei weiter« Wori!» Pig Slellengewche und echlail«ellenanze>gen das erste«ort Sll Hig.. ledes weitere«ort 15 Pjg. Worie über>5«uchiiabe» zählen für zwei Äarie. TeucnmgSzuichlag 50°/» gamilien-Lnzeigen, ooiitilche und gewertichaitliche Perew«- linzeigen « Pig die Seil«, anzeigen iür die nächste Nummer Müllen di» ä Uhr nachmstiagS im Haudtgolchäil Seriw STZ.gg. Lindenliratze Z. ab,egebe,i werden. Bciiinel von S Uhr früh bis S Uhr adendS. Zentralorgan der rozialdemokratifchen Partei Deutfcblanda. Redaktion und Expedition: SW. öS, itindenstr. Z» • iherniprecher: Amt Moristplah, Rr. IZt 90— 15107. Dienstag, den 3. Dezember 1V18. vorwärts-verlag H.m.b. f>., SV). 6$, Llnöenstr. 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz. Nr. 93 63 u. 146 62» Das Ultimatum foebs verlängert _ Ter Vorschlaft der deutschen WafsenstillstandSkommission, Deutschland wolle bis 1. Februar alle in Reparatur befind- uchen Lokomotiven ausliefern, wobei die in Belftie« und �ordsrankrcich bcschlaftnahmten deutschen Lokomotiven in �nrcchnunft acbracht werden sollten, ist von französischer Seite °st»e Widerspruch entftcftcnacnolnmcn' worden. Es darf dar- °us ftesolftcrt werden, das; das Illtimat'um stillschwei- Kcnd verlänftcrt bzw. auf die ultimative Erledi- ssnnft der Anfteleftenbeit verzichtet werden wird. Tie fran- Zonichx Antwort steht zur Stunde noch aus. � Für morgen vormittaa ist auf Anordnung des Marschalls n o ch der Direktor dcL BerkehrSweienS in Köln zu einer �.itzung eingeladen, um über den gesamten Verkehrs» r.'k n st in dem von den Alliierten besetzten Gebiete und über °lc damit zusammenhängenden Angrlcncnheiten Auskunft zu seilen. Als Vertreter der britischen Armee wird Major 'pkciier, an den Beratungen teilnehmen. � Ter Termin für dir Jnternierunq der Armee Maikensen ist auf Bitte der deutschen Waffenstillstands- kommission bis auf Mittwoch, 12 Uhr, verlängert worden. Tie deutsche WafsenstillstandSkommission hat unter?e- �vanahine auf Vorgänge in Aachen, wo ein belgischer �'Nzicr jeden Telephonverkehr abgestellt und nur die Ver- �ndlingen mit Belgien hat bestehen lasscu, ersucht, daß die �reffenden eine Verordnung erlasirn motten, durch die der- ertige Beeinlrächtmnngen des deutschen Verkehrswesens in OUknukt verhütet werden. .. Tie deutsche WaffrnftillflandSkommission hat gegen j je Verwendung schwarzer Trnvven zur Be- ."Ng deutscher Gebiete nachdrücklich Einsvruch erhoben. l»chon setzt haben eine Reibe von Vorfällen gezeigt, dab die Franzosen ihre schwarzen Trnpven nicht fest in der Land 'nben'"ih namentlich Verbrechen gegen Frauen und Mädchen sich häufe». Deutsche Protestnote. .. Berlin, 3. Dezember. Durch Vermittlung der schweize- ttschen Regierung ist den Vertretungen der Entente in Bern folgende Protestnote zugegangen: . 1.»Ten der dentschen Regierung vorliegenden Nachrichten ,n. Wae. sind vor einigen Tagen farbige fratnzösischr Trup- den in die Pfalz cmmarschiert, dann aber wieder zurückgezogen Warden, da sie vor dem im Waffcnstillstandsvertrag festgesetzten Ter. �';l eingetroffen waren. Es sollen aber auch jetzt noch an der Süd- grenze der Pfalz zum Einmarsch bereit farbige Truppen stehe«. Die deutsche Waffenstillstandskommission in Tpaa hat auf ihre An- frage, ob eine Besetzung deutschen Gebietes durch farbige Truppe« geplant sei, eine Antwgrt bis jetzt nicht erhalten. Schon in de» wenige« Tage» ihres Aufenthalts in der Pfalz haben sich dir schwarzen franzSsischen Truvpen Notznchtsverbrechen und andere Ausschreitungen zuschulden kommen lasten. Tie deutsche Regierung mutz sich auf da» schärfste da- gegen verwahren, datz der Bevölkerung de» von der Entrnte zu besetzenden deutschen Gebiets eine farbige Besatzung zugemutet werde. Sir hat das Recht zu sorbern, daß die Bedingungen de» Waffenstillstandes, welcher uach der ihr feierlich erteilten Bersichcrung einen Frieden de» Recht» herbeiführe» nnd denBundderBölker einleiten soll, in einem Geiste gehandhabt werde«, der der Menschlichkeit entspricht. Die Besetzung des links» rheinischen Gebiet? erfolgt nicht im Wege kriegerischer Eroberung, sondern friedlich, auf Grund eines abgrschlostenen Vertrages. Tie Ueberführung farbiger Truppen ans deutsche» Gebiet ist ein H» H n auf da» Gefühl der Gemeinschaft der weißen Raste;«in Gefühl, da? auch Gegner binden sollte, zumal da sie nach ihren Er» klärungc» nach Beendigung des Krieges in einem Völkerbund zn- fammcnzutretrn gewillt sind." 2. wnrde der deutschen Waffenstillstandskommission in Spaa telegraphisch angezeigt, datz dir Grenze» Elsaß. Lothringen» gegen Baden, die Pfalz und Luxemburg bi« auf weitere», vgran». sichtlich für etwa zehn Tage, gesperrt würden. Dabei wird da» Gebiet von Saarbrücken und S a a r l o n i» in die elsatz-loth. ringische Grenze einbezogen. E» bedarf keine» Beweise» dafür, daß eine solche Maßnahme die Wirtschaft und den Verkehr der davon betroffenen benachbarten«nd eng verbundene« Gebiete aus da» schwerste schädige« muß. Ten deutschen Delegierten ist vor der NnterzeichnAng de« Waffenstillstandes bestimmt erklärt worden, daß der Wortlaut de» Vertrages streng eingehalten und über feine» Inhalt in keinem Punkte hinausgegangen werden solle; insbesondere bedinge Artikel S keine«cnderung in der bestrhendcn BerwaltungSorgani- fation. Der WaffenstillstandSvertrag enthält kein Wort, da» dir französische Heeresleitung ermächtigen könnte, die befetzten deutschen Gebiete gegeneinander abzusperren oder gar, wie dicS durch die Ein. brzichung von Saarbrücken und EaarlouiS in baS abgesperrte elsaß. lothringische Gebiet geschehen ist, ihre Grenzen willkürlich zu verändern.— llntcr diesen Umständen steht sich die deutsche Rrgiernng ge- zwungrn, gegen die Anordnung de» Marschall? Foch schärfste Ber- Wahrung einzulrgrn." Truppenbewegungen Deutftd-Gefterreichs. Wien, 3. Dezember. Heute abend gebt ein zweites �v'ksweljrbataillon des Schützenrcgimcntö Nr. 1 mit �blreichrn Maschinengewehren nach Znaim ab und wird dort »"r Wahriiug der Interessen TeutschöstcrreichS dem Rclchs- unterbesehlshabcr zur Verfügung stehen. Eine Reüe Wilsons. Hang, 3. Dezember. Hollandsch Nicuws-Bureau melde! Ms Washington: Wilson hat in der gestrigen Sitzung des -tongresses eine Reoe gehalten, in der er erklarte, datz er die �llendung des Friedensvertrages für das kommende �- ü h j a h r voraussehe. Weiter deutete er ein neues ?? r o g r a m m an. das sich iiöer 3 Jahre erstreckt. Es wäre ein �uglück zu versuchen, das amerikanische Programm nach einer Dunstigen Wcltvolitik, die bis jetzt noch nicht fest- Mit. regeln zu wollen. Tie demokratischen Anhänger jubelten Ulm laut zu, als er seine Absicht verkündete, zum Friedens- �nferenz nach Europa zu reisen, während die Republikaner sich j-uhig verhielten. Nach seiner Rede, die dreiviertel Stunden Lüerte, verlietz er den Sitzungssaal unter lautem Jubel Demokraten._ Die neue Gegenregkerung in Rußlanö. Amsierdam, 2. Dezember. Einem hiesigen Blatte zufolge Meldet„Times' auS Omsk: Admiral Koltschak und der Minister- J-Ct erkannten in einer Proklamation alle russischen auSlän- �'icben Schuldverpflichtungen und alle inländi- e n Anleihen mit Ausnahm« der seit Oktober 1V17 w« den «olfchcmili eingegangenen Verpflichiungen an. Tie neue, mit Hilfe der Ententemächte gebildete Regierung �utzland» lädt dir russischen Einzelstaaten ein. die Bilbong eine» loderattve« Staatenbundes Großrußland in Kiew zu beraten. Nur durch Ucberwindung d«S Bolschewismus könne Nutzland wieder Sur politischen und wirtschaftlichen Blüte gebracht werden. Die Kosten üer Sesatzung. General N u d e n t hat der deutschen Kommisiion eine Note überreicht, in der für die englischen Besatzungstruppe» für den ersten Monat 40 Millionen Mark gefordert werden, für die amerikanischen 54 Millionen. Die erste Rate von 10 Mil- lioncn ist am 5. Dezember in Düren, weitere 30 sind am 12. Dezember in Köln abzuliefern. Forderungen über weitere Kosten der Besatzung werde» noch bekanntgegeben werden. Die Prüfung üer Archive. Quarck nnd Stoiffsft) beauftragt. Der Reichstagsabgeordnete Dr. O u a r ck ist zum Beigeord- rieten im NeichSamt de» Innern ernannt worden unt> hat gleich- zeitig den kommissarischen Auftrag erhalten, im Auswärtigen Amt gemeinsam mit Herrn KautSiy die Prüfung der Archive vgrzu- nehme»./ Neues englisches Parlament— nach üem Irieüen. Räch den.Tailh-RewS' beabsichtigt die Koalitionsregierung. das jetzt neu zu wählende Parlament noch nicht zusammcnzuberufen, sondern die Einberufung bis nach dem Friedens» k o n g r e tz aufzuschiebcw Eümunü Nostanü gestorben. Haag, 3. Dezember. Hollandsch RieuwSbüra mesixt aus PattS: Der bekannte französssche Dichter und Dramatiker Edmond Rostand ist gcstzprben. lSein Schauspie! Cyrvno de Ncrgerac. das von Fulda übersetzt wurde, hat ihm auch in Deutschland einen bekannten Namen verschafft. Andere Stück« drangen aber hier nicht dwrch.) Die Irauen und die Revolution. Von Klara Bohm-Schuch. Der gewaltige Sturm, der daS alte Deutschland zerbrach und über Nacht ein neues erstehen Uetz, hat auch das Bollwerk medergelcgt. welches die Frauen von ihren Staatsbürgcrrechtcn trennte. Bisher war die Fra» dem Staate nur verpflichtet, hart und unerbittlich: nun soll es sich zeigen, ob sie trotz der schweren Lasten, welche sie ttug,— besonders mährend dieser vier Kriegs- jähre trug.— reif genug ist, ihre Staatsbürgcrrcchte so anszu- üben, wie es in ihrem und in der Gesamtheit Interesse liegt. Es mutz sich erweisen, ob die Frauen den Wert der Freiheit erkennen und ob sie dieser Freiheit dienen wollen. Wir Soziali st innen haben unser Ideal, da? Land unserer Sehnsucht, über Nacht erreicht. Weit offen stehen die Tore zu dem goldenen Land der Freiheit und wir sind einge- treten, uns grützt das Licht des neuen Tages. Aber vor den Toren stehen unsere Schwestern zagend, scheu, zweifelnd, und ein Teil von ihnen mit bitterem Weh im Herzen. Ihr Leben lang haben sie gebetet zu Götzen aus goldenen Thronen und können nun nicht begreifen, datz daS alles nur noch ein Trümmer- lxlufen ist. Sie hängen noch heute mit ihrem Wesen in einer Gesellselpftsordnung, die unser Todfeind war, die wir bekämpft und besiegt haben. Alle diese Frauen müssen erkennen lernen, daß das namenlose Elend, welches wir über vier Jahre erduldet haben, doch nur das Werk ihrer Götzen, dasWerkdesKapi- t a l i s m u s gewesen ist. Die Vergangenheit ist tot und nie» mals darf sie auferstehen. Damit, datz am 9, November die Deutsche Republik er. richtet wurde, ist das Werk der Revolution erst begonnen. Wenn die Wahlen zur Nationalversammlung die Volksmehrheit für die sozialistische Regierung ergeben, dann ist ihr Bestand ge- sichert, aber vollendet ist sie erst, wenn unser gesamtes Wirt- schaftsleben sozialisiert ist. d. h. wenn die Produktionsmittel öffentliches Eigentum geworden sind und im Interesse der Gesamtheit arbeiten. Nur wenn das Werk so syste- matisch vollendet wird, können die Segnungen der sozialistischen Republik in absehbarer Zeit für die gesamte Arbeiterschaft zur Tat werden. Bis zu den Nationalratswahlen mutz die sozialistische Rc- gierun� sich da« Vertrauen der Vvlksmehrhcit erwerben und leder einzelne mutz helfen, datz es geschehen kann. ES darf kein Raum sein für persönliche Gehässigkeiten. Der Sache müsfen wir dienen und Gerechtigkeit, nicht Rache soll in unserem neuen Staate wohnen. Gegenrevolutionäre Strömungen dürfen uns nicht beirren, von welcher Seite sie auch kommen mögen. Das gilt ganz besonders für uns Frauen. Wenn wir Sozialdemo» kratinnen sind, dann wollen wir, datz der sozialistische Staat sich auf Demokratie aufbaut und nicht aus Dik'tatur. Von grötzter Wichtigkeit ist für die Arbeiterinnen der AuS- bauderSozialpolitik: in diesen Zielen sind wir Frauen uns immer einig gewesen. ES ist jetzt immer wieder— und mit Recht— betont worden, wie wichtig die geordnete Lebensmittelversorgung für die Erlxiltung der Revolution ist. Ebenso mutz aber betont werden, datz Geld, also Verdienst, notwendig ist, um die Lebensmittel erwerben zu können. Deshalb mutz Arbeits- und Verdien st losisskeit möglich st ver» mieden werden. Und hier sollte die Regierung vor scharfen Matznahmen nicht zurückschrecken, um das Privatkapital heran» zuziehen. Es ist schon verfügt, datz die Kriegsteilnehmer an die alten Arbeitsplätze zurückkommen. Das ist nur recht und billig. Wer recht und billig ist es auch, wenn den Frauen, die vier Jahre lang das Wirtschaftsleben aufrechterhalten haben, der Ver- dienst für die nächste Zeit belassen wird, soweit sie gezwungen sind, sich selbst und ihre Familien zu erhalten. Es gibt so viele Knegerwitwen, Frauen von Kriegsverlctzten und junge Mäd- chen, die für sich selbst sorgen müssen, datz es unabsehbare Folgen wirtschaftlicher, volitischer und sittlicher Art haben könnte, wenn sie ohne ausreichenden Verdienst wären. Man soll sie olle nach Hause schicken, wenn ihre Arbeit keine volkswirtschaftliche Not-- wendigkeit mehr darstellt, die Kinder, der Haushalt brauchen die Mutter, sie selbst haben es nötig, auszuspannen, aber es soll verfügt werden, datz ihnen solange wie möglich der Ar- beitslohn weitergezahlt wird. Hierbei soll berücksichtigt werden, datz jede Frau auch im Haushalt nach volkswirtschaftlich nützliche und wertvolle Arbeit verrichtet. Man soll diese Frauen nicht auf eine unzureichende Arbeitslosenunterstützimg verlveisen, die dem Staat und den Gewerkschaften Geld kosten würde, die aber das Privatkapital direkt nicht berührt. Würde die Frauenarbeit so zurückgezogen, sv würden ohne schlimme Reibungen wohl alle Kriegsteilnehmer wieder an die alten Arbeitsplätze ttetcn können. Ehrenamtliche Arbeit sollte nur da verrichtet und verwendet werden, wo sie durch bezahlte nicht ersetzt werden kann. Dringend notwendig ist die Regelung des Wohnwesens«cht fcur für die heimkehrenden Soldaten, sondern auch für alle die Frauen, welche nur während der Kriegszett eine Unterkunft ge- fundcn hatten. Keine Fmu, kein Mädchen darf durch Hunger und Obdachlosigkeit auf die Straße getrieben werden. Die geschlechtskrank heimkehrenden Männer werden schon so einen ungeheuren Schaden an der Frauen- und Lolksgefundheit an- richten. Ist es doch durch die unerhört harten Waffenstillstands. bcdingungen auch auf hygienischem Gebiete nicht möglich, die Fürsorge durchzuführen, welche geylant war und sich bei lang- Dunerer Dcmobilisation hätte durchführen lassen. Es gibt keine Frage im politischen und wirtschaftlichen Leben, woran die Frauen nicht interessiert sind, aber es gibt ungeheuer viele, woran sie besonderen Anteil nehmen muß. Deshalb ist es notwendig, daß die Frauen nicht nur wählen, sondern auch mit ihrem Rat gehört werden. Darum sollten die Arbeiterinnen darauf achten, daß in die Betriebsaus- schüsse und Arbeiterräte auch Frauen gewählt werden. Große wirtschaftliche und soziale Aufgaben sollen in den nächsten Woebcn gelöst werden, müssen gelöst werden, wenn die junge Replchlik, wenn die Revolution nicht in Gefahr kommen soll. Und sie können gelöst werden, wenn die Arbeiterschaft sich einig ist. Aufklärend und einigend sollen die Frauen jetzt wirken, das ist ihre große Aufgabe. Sie sollen zeigen, daß auch sie reis geworden sind zu politischem Handeln. Die sozialistische Regierung wollen wir stützen, in- dem wir die sozialistischen Organsationen stärken. Der Zukunft wollen wir dienen mit flammender Seele, in- dem wir einig arbeiten für das Glück der Menschen auf Erden, für die Ziele der Sozialdemokratie. Ein Nechtsanspruch öer ßreireliglö'jen Gemeinöen. Rückerstattung der geraubten Erbschaften. Aus unserem Leserkreis werden wir darauf hingewiesen, daß die Freireligiösen, Freidenker, Monisten usw. von der neuen Lei- tung des Preußischen Kultusministeriums bestimmt erwarten, daß dieses ein altes Unrecht wieder gut macht. Unter dem alten System verweigerte das Kultusministerium, getreu seinem Prinzip der Unterdrückung wirklicher Glaubenssrci- heit, den freireligiösen Gemeinden und ähnlichen Vereinigungen die Annahme und Auszahlungvon Erbschaften und Legaten aus letztwilligen Verfügungen. Es handelt sich hier um «ine ganz« Reihe von Fällen, die seinerzeit tiefgehende Erregung verursacht haben. Nicht unerhebliche Beiträge sind durch die will- bürgerliche Praxis den freireligiösen Gemeinden entzogen und vom Staate einer Bestimmung zugeführt worden, die mit dem letzten Willen der Spender nichts zu tun hatte oder gar in aufreizendem Widerspruch zu ihm stand. Ter Zeitpunkt erscheint nickt ungünstig, beim jetzigen ZhiltuS- Ministerium auf eine Nachprüfung dieser Fälle zu drin- gen und zur Vereinfachung und Beschleunigung am besten gleich die Akten dcS betreffenden Falles einzusenden. Wie lange der Fall zurückliegt, dürfe dabei keine Rolle spielen. Heimkehr Üer Vefttruppen. farbige Truppen in der Pfalz. In Frankfurt wurde der 213. Infanteriedivision bei ihrem Einzug«in herzliches Willkommen geboten. Hunderttau- sende hatten sich in den Einzugsstraßen eingefunden. Tie Häuser prangten in reichstem Flaggen- und Blumenschmuck. Vor dem Opernhaus machte der getvaltige, von der Menge jubelnd begrüßte Zug Halt. Ein Mitglied des Arbeiter- und SoldatcnratS und der Oberbürgermeister hielten, nachdem Fanfarenklänge die Feier em- geleitet hatten, Begrüßungsansprachen an die Truppen, für die Ge- neral von der Marwitz in herzlichen Worten dankte. Tarauf be- wegte sich der Zug unter Tücherschwenken und Hurrarufen der un- absehbaren Menschenmenge durch die Hauptstraßen der Stadt. Ein Teil der Truppen bezieht in Frankfurt Ruhcquartiere. vo!k und Saukunst. Von Architekt Schaudt. Zum Geist der Freiheit gehört das Interesse für alles Tätige, was vorwärts drängt. Ist es nicht seltsam�- Ungezählte Hände, nahezu alle Gewerbe, das gesamt« Kunsthandwerk, sind tätig im Bauhandwerk. Kein« Kunst müßte dem Volk näher stehen als die Baukunst, aber eS ist traurige Ta�tsachd, keine Kunst ist dem. Volk fremder als diese. Daß der Tuchfabrikant keinen fertigen Anzug liefern kann, weiß man im Volk, dazu ist ja der Schneider da. Aber daß Baumaierialicnhändler und Unternehmer keinen wür- digen Bau hinstellen können, daß dazu der geschulte Architekt nötig ist, das ist selbst in Kreisen, welche sich den Schein der Bildung geben, etwas Unbekanntes. Nur wo wahre Kultur zu Hause ist, da ist die Unentbchvlichkeit dcS Baukünstlers anerkannt. Ich will dem alten System, welches durch autokratische Einmischung viel Schuld an der Ausschaltung des Volksinteresses trägt, keine Steine mehr nachwerfen, aber es können auch andere Machthaber kommen, und darum soll eS gesagt sein. Wo das Dilettantentum die Macht hat, ist es da am gefährlichsten, wo die Werte de? zu Erstrebenden nicht meßbar sind. In der Politik wie in der Kunst. Die Technik ist gegen dilettantische Eingriffe gesichert. Die Ueberlegenbeit eines Motors ist meßbar. Sichtbar fährt ein Schiff schneller, trägt ein Geschütz weiter als ein anderes. Hier gibt es kein Besserwissen, das Gute triumphiert von selbst. Anders in der Kunst. Hier kann das Geschmacksniveau eines Machthabers die Grenze nach oben geben, d h. da aufhören, wo bescheidene Kunst erst anfängt. Das Fort- schrittliche, und daher Unverstandene, gilt als revolutionär. Ein ödeS Gemälde mag in einem Salon hängen und seinem Besitzer genügen, ein Bau aber gehört dem Volk, er steht vor aller Welt und überdauert Jahrhunderte, ein Kulwrbild seiner Zeit. Es gehört zum Programm der neuen Regierung, die Baukunst und das Baugewerbe, welche infolge unserer wirtschaftlichen Lage vor ihrem Grabe stehen, zu retten und damit Tausenden von Exi- stenzen dem Elend zu entrücken. Mittel, die Baulust zu wecken. können gefunden werden durch Entgegenkommen auf anderem Ge- biet. Die Nachteile, die in den heute bedeutend gesteigerten Bau- kosten liegen, können ausgeglichen werden' durch Gewährung denk- bar größte Ausnutzung der Grundstücke. Die Benutzung des sech- sten Stockwerks müßt« endlich freigegeben werden, auck an Straßen unter 22 Meter Breite müß:e Eutgegenkommen in der Höhenbeschränkung gezeigt werden. Auch andere bauvolizeilichs Härten müßten in vernünftigen Grenzen gemildert werden. Wer in dieser harten Zeit baut muß erst wissen, daß er sein Grundstück günstig verwertet. Die städtischen Behörden werden auch zu er- wägen haben, ob das bisherige System des mit Arbeit überbürdeten Stadtbaurals weiter beibehalten werden soll, wobei die Architekten- schast untätig beiseite steht, oder ob n'cht in vielen Fällen genügt, wenn der Stadtbaurat die Roll« eines städtischen Beraters hat und bewährte Architekten zu den Aufträgen zugezogen werden. Alles In<5 f fett find große Bagagekolonnen und das 21 Feld- artilleriercgiment herzlich von der Bevölkerung empfangen worden. In Aachen sind ebenso wie in Jülich die belgischen Besatzungstruppen angekommen. Auch hier ist durch einen Mauer- anschlaz der Bevölkerung bei Todesstrafe befohlen worden, die bel- gischen Ossiziere durch Hutabnehmen zu grüßen und dabei den B ü r g e r st e i g zu verlassen. In der Pfalz sind die Franzosen eingerückt. Sie haben eine Reihe Städte besetz». Die südpsälzischen Eisenbahnen haben den Verkehr eingestellt. In Zweibrücken haben die Franzosen farbige Bcsatzungstruppcn mitgebracht. In Trier sind Amerikaner eingerückt. Das letzte deutsche Regiment verläfjt heute Köln. Die Auflösung öe? Türkei. NnabhLngigkeitserklärung Armeniens. Die armenische Nationaldelegation hat von Paris aus, unter den Augen der Alliierten, die Unabhängigkeit des ver- einigten armenischen Staates mit Einschluß Ci- l i c i e n s proklamiert. Damit ist das rührigste und unruhigst« der türkischen Völker als erstes mit seinen Unabhängigkeitswünschcn an die Oessentlich- keit getreten. Die ganze Situation der Nationaldelegation läßt vermuten, daß die armenischen Ansprüche mit den Absichten der Entente übereinstimmen. Mit dieser Staatenbildung würde das ganze nordöstliche Gcbirgsgebiet der asiatischen Türkei durch eine über die Taurusketen lausende Brücke mit dem Mittelmeer verbunden und damit endgültig die Türkei vom übrigen Asien ab- sperren. Daß die Armenier ihre Wünsche auch auf C i l i c i e n ausdehnen, ist weniger darin begründet, daß auch dort bis zu den Armenieraustreibungen im Jahre 1315 starke armenische Kolonien sich befanden� als darauf, daß das altarmenische Gebiet empfind- lichen Mangel guter Fruchtböden hat. Das ebene Eilicien ist eines der üppigsten Schwemmland- gebiete des Mittelmeercs und das fruchtbarste Landstück ganz Klein- astens. Dazu beherrscht es den Handel der wichtigsten nordsyrischen Stadt Aleppos und die Straßen nach dem oberen Mesopotamien. Allerdings ist seine Verbindung mit dem hocharmeinschen Kernland infolge des Tanamstockes so schwierig, wie nur denkbar. Stichhaltige Gründe für die Verlängerung Ciliciens mit Armenien sind weder auf ethnographischem, noch auf politischem, noch auf geographischen Gebiete zu finden. Ltngarkfther Kriegsbericht. Tie Kämpfe �«it den Tschechen. Budapest, 2. Dezember. Das Preßbureau des Kriegsministe- riums meldet: Die im Wagtal vordringenden tschechischen Truppen griffen Fpotvar und Galgoc an und gelangten mit ihren Vorhuten bis Zelcniee. Sie begannen aus der Gegend um Poestyen auch auf den nach Nyitra führenden Wegen vorzudringen, wurden aber von unseren Nationalgardcn zersprengt. Eingelangten Berichten zufolge begehen die tscheckischen Truppen an 'einzelnen Orten Plünderungen und Räubereien. Die bei Nagyszombat stehenden tsckechischen Kräfte haben neuerlich ihr Vordringen gegen Cifser begonnen, sie wurden ober von Preß- burger Truppen»nit(Gewehr-, Maschinengewehr- und Artilleriefeuer zurückgcfcklagen. Eine im Marosial vordringende rumänische Kolonne erreichte SzaSzregen._ �ur verhutuna von Krbsi'tslosinkeit. Rnftnnqsarbeiten als Rotstandsarbeit. Amtl'ch. Die Rücksicht auf den Fricdensaufbau unserer Wirtschaft eriorixrt eine möglichst schnelle Einstel- lung aller Rüstunsarbeiten. Da es aber in vielen Fällen nicht möglich sein wird, die Arbeitskräfte im vollen Umfange weiter zu beschäftigen, wenn die Rüstungsarbeit plötzlich volkommen einge- stellt wird, noch bevor Friebcnsarbeiten ausführbar sind, drängt zur Betätigung der Gesamtheit, das Volk hat sich mit Hand und Herz m beteiligen. Tann erst ist mit dem alten System ge- brachen, das Volk hat sein Interesse für die Baukunst wieder er- langt und steht ein für seine Taten. Ter Volksbeauftragte Adolf Hoffmann stellte in AuSsickt:„Frei von jedem Gängelband soll sich die Kimst entfalten, eine Forderung, für die die Sozialdemokratie von jeher eingetreten ist." Ein Hoffnungsschimmer, wenn unter dem Gängelband die Bevormundung durch den Dilettantismus, durch Polizei und Beamtentum, aus Kosten freier Entfaltung des Baukünftlers gemeint ist. Also auf zur Tat! tzeimMy im Gsten. In der„Wacht im Osten", die in Wilna erscheint, lesen wir: Graue Schlangen von Soldaten, Kraftwagen, Planwagen, Karren, Fe logespannen, Feldpost, Telegraphen- und Gerätschaftswagen be- wegen sich seit Tagen, Stunde auf Stunde, durch unser« Straßen. Em Riesenhocr, eine Flut von Soldaten und Offizieren aller Truppenteile! Riesenautomobile, die zu ganzen Wohn-. Schlaf- und ArckeitSräumen ausgebaut sind, rumpeln dahin. Angefillt mit Mannschaften und Offizieren, mit Beamten und Beamtinnen von den Etappen, aus Schreibstuibcn, fliegenden Post- und Telegraphen- ämtern. Dazwischen merkwürdig lange hohe Automobile mit der weiblichen und männlichen Kriegsarbeiterschaft aus Gruben und Hochöfen. WirtschaftZautos, die wie rollende Dauernhöfe aussehen, fallen auf. Auf ihnen sitzen und stehen Soldaten, die Schweine und Federvieh aus Unterständen unt vom Kriegslagerplatz mit sich füifcen. Säcke mit Kartoffeln und Hülsenfrüchten, große Fässer mit snfchgekochter Marmelade. Körbe voll Obst, kleinen Ziegen- und Kaninchenställcn, ein Hundezwinger, alles was sie um sich gehabt» das führen sie mit in ihre Heimat. Sanitäter auf Ambulanz- ge spanne mit ihren Aerzten und Schwestern, mit Feldgeistlichen und LeWverwunMen färben das Bild. Krankentransportroagen auf weichen Gummriädern, Karawanen von Rote-Kreuz-AutoS rollen vorüber. Feldapotheken, Marketendereien init hastig auf- geladenem Tausenderlei und Radfahrkolonnen überholen sie. Un- aufhörlich fahren und ziehen sie dahin, unsere Truppen, bie nach Hause streben. Aus den Chauffeurfitzen fragen die Führer der AutoS nach der Fahrt- und Wegrichtung. Dazwischen kommen Einzelirupps daher. Sanitäter mit ihren Hunden, deren viele am Sattel ihr eigenes kleines Gepäck tragen. Manches Hundevieh lohnet wie sein Herr, manches ist verbunden und eilt doch, als wittere es einen warmen Osenplatz. Dann die Strafgefangenen mit Sack und Pack aus den Frontgräben. Sie sehen schmutzig und zerrissen aus. aber auch sie schreiten, heimwärts strebend, eilig ans. Still, gang still, doch nicht niedergeschlagen, konijnen die Fußsoldaten, die an der Grenze ge- legen und auf eigenen Füßen den Heimweg antreten. Staubig, be- packt sind sie, viele tragen den Arm m der Binde oder dchn Hals verbunden. Auf Stecken gestützt, ohne die Straßengänger zu be- achten, ziehen sie dcchm. Nicht besiegt sehen sie aus, mir todeSmatt. fo müssen die Heeresmisträge teilweise sortgeseß! werden. Solche Arbeiten werden ebenso wie die bereits ord nungsmäßig abgelieferten Gegenstände seitens der Heercsver- waltuncj b e z a b l t. Hierüber bestehende Zweifel haben z» Arbeitsei nstellungcn und Arbeiterentlassungen g» führt, die besser vermieden worden wären. Die Volkspartei„von und ju*. Die Maskerade der bürgerlichen Parteien nimmt g�adez» groteske Formen an. Es gibt nichts, was sich nicht„demokratisch' zum mindesten aber„Vollsvartei" schimpft, v. Hcydebrand:, v. Westarp, v. Oldenburg-Januschau sind plötzlich alle„Volkspart«' geworden. Im Inseratenteil der„Deutschen Zeitung" finden wir einen Aufruf, der Zustimmungserklärungen zur Bildung einU „Deutsch-nationalen Volkspartci" enthält. In den Unterschnfte» lesen wir ohne Unterbrechung folgende Namen: Graf v. Behr-Bandelin, Graf w Behr-Bebvenhof, v. Behr, b. Below, v. Benda-Rubkow, Graf v. Bisniarck-Bohlen, v. Bokckc, . v. Bornstädt, v. Buggenhagen, Frau v. Buggenhagen, v. Cor-- wandt usw. usw. All« diese Grafen und Junker wollen jetzt VolkSpartei werden- Wie rührend! Unter den 34 Unterzeichnern des Aufrufes befinden sich 18 Adelsnamen, nur 16 Bürgerliche. Würde sich die neue Partei nicht besser anstatt„Deutsch-nationale Volkspartei" etiru „Januschauer Volkspartei" oder.Junkerliche Volkspartei" nennen t Oder wie wäre eS mit dem Namen:„Volksfeindliche Volkspartei" � j�errn ßehrenbachs Miktion". Ist der Reichstag aufgetSst? Frcrburg, 2. Dezember. Reichstagspräsident Fehrenback erhielt vom Reichstagsbureau heute folgendes Telegramm� Von der Reichs regierung-ist iolgendes Schreiben eingegan' gen; Die Reichsleitung hat verfügt, Sie zu bcauftragen, cvn 1. Dezember 1218 an die Herren Reichstagsat geordneten nur die Diäten auszahlen zu wollen, die im Falle der erfolgten ReichStagsauflösung bezahlt werden müßten. Zuglei* beaustragen wir Sie. die Einziehung der Eisenbahn- fahrkarten der Herren Reichsragsabgegrdneten veranlag zu wollen. Eberl Haas«. Darauf hat der Reichstagspräsident an die Reichsrcgie' rung und das Reichstagsbureau folgendes telegraphiert: An die Rcichsleitung, Berlin. Laut telegnaphischer MiHeikirng haben Sie dos Reick stags' bureau angewiesen, am 1. Dezember 1218 an die Reichstage- abgeordneten nur die Diäten auszuzahlen, die im Falle einer erfolgten Reichstagsauflösung bezahlt werden müßten, sowie die Einziehung der Eisenlahnfahrkarien zu veranlassen. Diese Äw ordnuniren sind g e s c n w i d r i g. Freie Ei senbahnsahrt ist durch da? Gesetz vom 22. Juni d. I. für die Dauer der Legi?» latuir Periode, die neck andauert, gewährleistet und die Auszah- lung der Dezamber-Diätenratc darf nickt abhärraig gemacht werden von der Fiktion der ZicickStagSansläsunz. Der Reickstag st! nicht a u f g e l ö st, und ich P r o t e si i e r e namens des Reicks- tags gegen diese Gesetzwidrigkeiten. Tie Ren ie rung isi auck nickn berechtigt, dein Reick-Ztagsb u reau mit Umgehung des Präside ick«s Weisungen zugc-hen zu lassen. Ich labe dem Bureau verboten der jetzigen Verfügung nachzukommen. Fe!h renback», Reichstagspräsident. ReichStanSburoau. Berlin. Die Verfügung der Reicksregierung bezüglich der Diätes und Frei fahrkarten ist, lolange der Reicksiag nickt aiiegelöst ist« gesetzwidrig. Di« Regierung hat auck nickt da? Reckt, mit Ilmgebu-ng des Präsidenten Ihnen direkte Wersungen zukomme» zu lassen. Ich halbe gegen diese Gesetzwidrigkeit�» protestiert. Fehrenbach, Reichstagspräsident. Trotz Herrn Fehrenbachs anmaßender Sprache gibt c§ bei der ganzen Sache nur eine Fiktion sauf deutsch: Lüge), nämlich die des Herrn Febrenbach, daß der Reichstag n o ck e r i st i e r e. Durch die Revolution ist er auf sehr reale Weise beseitigt worden._ schweigend. Ein Regiment in geschlossenem Zuge rückt ein. Einig» treiben Schweine und Rinder vor sich her, andere führen ihr Feder» Vieh in Käfigen, mit dem Schild„zu verkaufen" mit sich. Pserdcgetrappel lenkt den Blick auf ein neues Bild. Vor alt' modischen Kutschen und urväterlchcn Halbchaisen, die unter Kriegs staub wie versteinerte Gefährte aussehen, sind drei und vier Gäu'e gespannt. Ein Omnibus, hoch bepackt, ein Komödiantenwagen mit Kriegsgerät, auf der Höhe ein Soldat mit einer Ziehharmonita schließen den Zug. Mann und Gefährt, alles muß zum Arbeiter- und Soldatcnrat, der im Rathause sein Ouartier aufgeschlagen hol und Passagier- und Entlassungspapiere austeilen muß.... Bornehme Autos hupen vorbei, mit Offizieren in Pelzest und stillen, ernsten Gesichtern. Und die Bevölkerung blickt schweigend in das ewig wechselnde KriegSbild. Keine grüßende Hand, kein grüßendes Wort.... Und doch haben diese hier auch mitgeholfen, unsere Grenzen zu schützen.... Oer Kbscbieösbrtef. Das Londoner Witzblatt„Punch" bringt in feiner Nummer vom 18. November folgende Satire: „Zu Beginn des Krieges sprach der Kaiser zu seinen geliebte« Untertanen, und er sagte zu ihnen:„Siehe da. ich bringe Eucb Frieden, bevor die Blättn p�.rglied des ArbecksratS, Otto Fischer, dem vabrituihaber erklärt, die Fabrik simide nicht mchr unter seiner dfuung. Fischer habe die iburerrurauine besetzen, den Prokurvjlen uotuvachen lagen und die Oejsnung des Geldichranks verlairgt und, W» dies vertue igert wurde, gedroht, er werde den Geldschrank strengen lassen, wenn der Prokurist' nicht bis ö Uhr abends nach- fi-ben würde. Darauf hätten sich die beiden Fabrikarbeiter z u in .■�/.ZugL rat begeben, der den Arbciterrat der Fabrik tele- bdonisch angewiesen habe, seine Maßnahmen zurückzunehmen. TaS sti aber nicht geschehen. Fischer habe ein Schreiben des TallzugSratS borge-eigt, welches ihn, Fischer, mit der Leitung des Betriebes bc- WM und worter sagt. Fischers Aiwrdnungen sei Folge zu le'isten, "Ukznhlungen an die Firma seien nur mit Gegenzeichnung Fischers SMmüg. . Auf Grund dieeS Schreibens hak? Fischer die Fabrik- n Haber zum Verlassen der Bureauräunre auf- G° � V e r t und alz sie dagegen protestierten, seien sie mit t � Walt 5:5 an das Fabriktor geführt worden. Das Vollzugs- WSniitglied Büchel babe dann in einer Konferenz beider Par- neu die Mastnahmen Fischers als bin fällig erklärt, sie seien m'0'1 llllfznhcb-n, die Vollmackst Fischer» sei ungültig. Der •ersitzende de? Vollzugsrat?, Richard Müller, habe erklärt, er Wille an der ganzen Angelegenheit nichts. Da Lohnforderungen die ffiache des ganzen Konflikts waren, fei nun ein Vergleich ge° W'wssen worden. Trotzdem babe Fischer mit Hilfe von bawaffncten Soldaten Material der Firma in Beschlag genommen. Am ??ovember(der Konflikt sei am 25. November ausgebrochen) . be Molkenbiihr die Zusichcriinz gegeben, die anarchischen Zustände n der� Fabrik würden beseitigt werden. Die Geschäftsinhaber "'-stn sich mit einer Beschwerde an den Staatssekretär Sche-�emann �wnndt. da der Ärbciterrat Fischer erklärt bat, daß für ihn s��er die Regierung, noch der VollzugZrat, auch .'wt die freien Gewerkschaften oder sonstige Interessenvertretungen von Arbeitern oder vge st eilten maßgebend seien. . Auf welch? Weise der 2l jährige Fischer in den Besitz der jJgriichen„Vollmacht" gelangt ist, bedarf noch der Auf- Eine Erklärung Richard Müllers. �n dieser Angelegenheit erläßt das Mitglied Richard t u l l e r eine Erklärung, die besagt: Am l5. November gaben wir folgende Anweisung: »Die Ceschäftsleitung der Firma Piechatzek hat in vollem Umfange ihre b,ö hörigen Funktionen aus. Di? Geschäftsleitung ist jedoch verpflichtet, den gewählien Mitgliedern des A r b e i t e r r a t c ö die K o n t r o l l m ö g l i ch- � i t in vollem Ilm fange zu gewähren." . � Am 20. November erschien der Arbe-terausschuß mit den beiden Inhabern der Firma in meinem Bureau. Es sand eine s e h r e r- �gte Auseinandersetzung znxischen beiden Parteien statt. beschuldigten sich gegenseitig. Ich gewann de» Eindruck, daß Parteien durch ihr Verhalten die bedauerlichen Vorgänge �schuldet harten. Dem Herrn Piechatzek erklärte ich, daß wir �ute in einer anderen Zeit leben, daß heute die Unternehmer im .�kehr mit der Arbeiterschaft ein anderes Verhaltn an den Tag muffen, als vor der Revolution, daß beide Parteien bestrebt st"' müffen. oKnflikte zu vermeiden. Dem Vertreter der Arbcitcr- Waft habe ich meine schärfste Mißbilligung wegen seines Verhaltens �.-gesprochen und denselben angewiesen in Zuftinft unter allen Wftänpen derartige Handlungen zu unterlaffen. Di« sachlichen Disferezen wurden nach dieser Aussprache durch wkgend« Bevernbarvnzcn sofort erledigt: Zwischen der Firma F. Piechatzek' und dem bestehenden Bs- stiebsrat wird folgendes vereinbart: Die Firma zahlt bei ständiger Arbeitszeit den gleichen Lohn als Skstündigsr Ar- beitszeit. Di« Äkkoedpreiie werden so aufgebessert, daß bei'tSstst- stündiger Arbeitszeit den gleichen. Lohn als bei vSstündiger Arbeitszeit. Die Akkordpreisc werden so aufgebessert, daß bei �äiststündiger Arbeitszeit daSfetbe oerdient werden kann, als bei ü-lstündiger Arbeftszeit. Die Festsitzung der Aktvrdpreise erfolgt durch gemeinsame Aussprache zwischen Arbciterausschuß und Be- trrebsleitung. Desgleichen sind auch alle anderen Arbeiter- und Ui�efkMenfulv», direch Gemeknsame»sprach« Mischen ArbeiterauSschuß und Betriebsleitung zu regeln. Der be- stehende ArbeiterauSschuß übt seine Tätigkeit bis zur Neu- Wahl aus. Berlin, den 26. November 1918. gez. F. Piechatzek. Otto Fischer. Beide Parteien stimm:?:: diesem Vertrage zu. Herr Piechatzek war sichtlich erfreut über diese Erledigung des Streitfalles, be- dankte sich und sagrc, ob er bei ähnlichen Streitfällen wieder vor- sprechen dürfe, was selbstverständlich gern gewährt wrude. Württemberg wählt am 2H. Januar. Tie Wahlordnung fertiggestellt. Das StaatSminisierium hat in seiner Montagsitzung die Wahlordnung für d>e versaffunggebent« württembergischg Landesversantw.lung endgültig festgestellt. Der Wortlaut wird üm Staatsanzeiger veröffentlicht. Der Wahltermin ist auf Sonntag, den 26. Januar 1919 festgesetzt. Vollzugsrat, Ausschuß für preußische Angelegenheiten(Preußen- auSschuß). Ter ZluSschuß hat sich, wie uns mitgeteilt wird, kon- sntuiert und zu Vorsitzenden die Genossen Obuch und Hermpnn Bergmann, zum Schriftführer den Genoffen G i e r t h gewählt. ES wurde beschloffen, sich über die bisherige Tätigkeit der neuen preußiscken Ministerien Bericht erstatten zu lassen und die Ministerpräsidenten zwecks Aussprache über die gemein- schaftliche Arbeit zur nächsten Sitzung einzuladen. Kämpfe mit Tschechen. Wien, 2. Dezember. Die Blätter melden aus Budapest: Gestern abend wurde der um 9 Uhr abends von Marchegg abgelassene Personenzug bei Neudorf zwischen Preßburg und Marchegg von Tschechen angehalten, dix den Zug ausrauben wollten. Ein Gegenzug mit deutschen Soldaten der Armee Mackensen war gerade eingelaufen. Es kam zu einem Kampfe zwischen Deutschen und Tschechen, der drei Stünden dauerte. Schließlich wurden die Tschechen vertrieben. Später traf auch ein« ungarische Verstärkung ein. Wie. da» Wiener„Ncht-Uhr-Mati" erfäbrt, rückten hat!« nacht die tschechischen Truppen in M a r ch e g g ein und besetzten den Ort. Kurz darauf stellte sich ihnen ein Bataillon der deutsch- österreichischen Volkswehr entgegen und bertrieb die Tschechen wieder._ GewerkschlWewesung Slrbeitcrratswahlcn. Die am Montag abgehalten« Generalversammlung der Berliner Filiale des SchueiderverbandeS nahm nach einem Bortrage von Luise Zieh Stellung zu den Arbetterratswahlen und faßte ein- stimmig folgenden Beschluß, der der Regieruna übermittelt werden soll! „Tie Versammlung fordert di« Regierung auf, sofort dafür Serge zu tragen, daß die A r b e i t e r r ä t e für ihre Tätigkeit aus Staatsmitteln in angemessener Weife entschädigt werde n." Ferner beschloß die VersamnAung auf Antrag der Ortsver- waltwng, den Lokalbeitrag vom 1. Januar ab auf 36 Pf. zu erhöhen. Vereinbarung für die Kostümschneider. Der Verband der Schneider Hai mit der Arbeitgeberorgantsatioit der Kostümbrauche(Damenmaßschneiderei) für Berlin ein Ab- kommen getroffen, das eine Lohnaufbesserung, und eine Regelung der Arbeitszeit bedeutet. Auf den Tarnf vom 8. März 1917 wird eine Teuerungszulage von 55 Proz. gewährt. Dabei ist zu be- achten, daß der Tarif von 1917 gegenüber dem Tarif von 1913 schon ein« Teuerungszulage von 25 Proz. festsetzte, so daß also die ganze Lohnaufbesserung seit 1913 86 Proz. beträgt. Ferner ist vereinbart worden, daß vorn 1. Dezember ab in allen Betrieben der Acht- stundentag eintritt. Bei Mangel an Arbeit darf die tägliche Arbeitszeit nicht unter 5 Stunden berabgesetzt werden. Im äußersten Falle dürfen 16 Proz. der Beschäftigten aussetzen oder entlassen werden. In solchen Fällen soll aber für die Frage, wer�zn ewt- lassen ist, die wirtschaftliche Lage d?r Betreffenden berücksichtigt werden,— Eine am Montag abgehaltene Versammlung der in der Kostümbrancke Beschäftigten stimmte der Veveinbarung gegen«in- zelne Stimmen zu.__ Eine Versammlung der Portcfeuillrr befaßte sich mit der Re- gel u ng der Arbeitsbedingungen für die Ueber- gang s Wirtschaft. Verkürzung der Arbeitszeit auf«cht Stunden unter Lohnausgleich, Einschränkung der Heimarbeit und Regelung der ArbeitSrermittlung durch Einrichtung eines paritä- tischen ArbenSnachiveises waren die Forderungen, über dt« eine früher gewählte Kommission mit den tintoinehmern zu verhandeln beaustragt war. �Zunächst verhielten sich die Unternehmer ablch- nend. Die Umwälzung vom 9. November hat sie jedoch zu Ber- Handlungen geneigter gemacht. Sie stimmten der Errichtung eines .paritätischen Arbeitsnachweises und dem Achtstundentag unter gleich- zeitiger entsprechender Lohnerhöhung zu. Für den Fall, daß ein« Verkürzung der Arbeitszeit unter acht Stunden täglich eintreten sollte, waren sie bereit, männlichen Arbeitskräften-36 Pf. und Ivcib- lichen 26 Pf. pro ausgefallene Arbeitsstunde neben der städtischen Crwerbslosenfürsotge zu vergüten. FeldzugSteilnehmer sollen möglichst restlos in ibre flüher-n Betriebe eingestellt und die Heim- arbeit, soweit eS sich nicht um Krüppel und ganz alte Leute handelt, abgeschafft werden. Fremde Hilfskräfte dürfen von Heimarbeitern n'cht beschäftigt werden. Eine strenge Kontrolle wird di« Durch- führung dieses Beschlusses sichern. Und schließlich wurde� der Min- destlohn um eine Kleinigkeit auk 1,56 M. pro Stunde erhöht. Diese Regelung soll zunächst bis Ende Februar Geltung haben. Die Versammlung stimmte im allgemeinen den Abmachungen zu, nur die Entschädigung für ausfallende Arbeitszeit wurde als zu niedrig abgelehnt. Millione»«-schiebnnsi. Soeben wurde eine Kognak-Schiebung in Höhe von über 3 Millionen Mark von der miiit polizeil. Ueberwachungsstellc Groß-Berlin, Eharlottenstraß« 48, aufgedeckt. Durch zwei höhere Beamte des Haupt-DanitätS-DepotZ Berlin sollte eine große Kognakfendung, die ohne Wissen der Tepotleitung für Kranke und Schwerarbeiter in Auftrag gegeben war, verschoben werden. Dem außerordentlich schnellen Zugreifen einiger Beamten obiger Dienststelle gelang es, einen großen Test des Kognaks zu beschlagnahmen und einen Betrag von mehreren Hunderttausend Mark in bar sicherzustellen. Es dürfte sich empfehlen, wenn das Publikum— falls ihm dergleichen Betrügereien zu Ohren kommen— obiger Dienststelle unyverzüglich Mitteilung macht. Tic(Hrippcerkranknngen steigen wieder. Die bösartigen Erkrankunzen an Grippe haben in den letzten Tagen wieder einen größeren Umfang angenommen. Die Zahl der Sterbefälle und Erkrankungen hat von Tag zu Tag zugenommen. Diese Zunahme der Seuche scheint wesentlich durch die ungünstige, die Erkältung befördernde Witterung in Verbindung mit der man- gelhasten Ernährung und Bekleidung vieler beeinflußt zu sein. CfrtftoMfn'ftmg. Gegen kendenziSse Llarmnachrich- te n. Der Arbeiter- und Soldatenrat schreibt uns: Ein Berliner alldeutsches Blatt bringt in letzter Zeit, in dem Bestreben, die Ocffentlichkeit zu beunruhigen, Nachrichten von angeblichen Umtrieben plündernder und ruhestörender Banden. So wußte es u. a. auch von einer Gefährdung der öffentlichen Sichpb- hvi! in Cbarlotdcnburg zu berichten. Der Charlottenburger SichercheitSdfenst stellt blerzu fest, daß derartige Meldungen bollkommen aus der Luft geg'/.ffen sind. Dank der gut funktionierenden Organisation des Sicherheitsdienstes herrstb't m Echarlottenburg vollkommene Ruhe und Ordnung. Man kann sogar die Beobachtung machen, daß di« Kriminalität im Ver- � gleich zu dem ftüheren Zustand während d?s Krieges verhältnis- ' mäßig abgenoinmeu hat. Um den lmederholt in Erscheinung getretenen Mißbräuchen vorzubeugen, haben die im Sicherheitsdienst Charlottenburg tätigen Mannschaften neue Ausweise erhalten. Diese bestehen in einer vom Sicherheitsdienst Charlottenburg gestempelten roten Binde mit einem schwarzen„Ch" und der Nummer des Wachmannes. Ferner haben sie als Legitimation eine von der Kommandantur Berlin im Auftrage des Vollzugsrates gestempelte rote Kart«, die den Inhaber berechtigt, Waffen zu tragen. Nur Mann- schaften mit diesem Ausweis sind im Sicherheitsdienst der Stadt Charlottenburg tätig. Es wird vor solchei: Leuten gewarnt, die nicht im Besitz dieser Ausweise sind und auf ungenügende Legitimation hin. Amtshandlungen vornehmen wollen. In Fällen, in denen Soldaten, ohne im Besitze des neuen Au?- weises zu sein. Beschlagnahmen vornehmen wellen, empfiehlt es sich, sich an das nächst? Polizc irevier eder an das Polizeipräsidiiun Chat- lottenburg, Zimmer 25, zu wenden. Arbciterrat und Wahlen. Die Bekanntmachung des Vollzugs- rates über die Wahlen zu den Arbeiterraten Groß- Berlin wird wie folgt ergänzt bzw. berichtigt: SO.: Reichenberger Hof, Neichenberger Sir. 142. GewerkschafiZ- hsuS. Engelufer 15.„Zum Aleraud einer", Alexandrincnstr. L7n. SW.: Habels Brauerei, Bergmannstraße. W.:„Nheingeld", Potsdamer Straße am Potsdamer Platz. Umgestaltung drS Feuerlöschwesens. Der Feuerwehrmann Hugo Müller, der Bruder des Voltsbeauftragten Richard Müller, ist im Einverständnis mit dem Polizeipräsidenten Eichhorn zum vollbeccch- tigten Mitglieds des Vollzugsrates de» Arbeiter- und Soldatenrates für das gesamte Feuerlöschwesen von Groß-Berlin ernannt worden. Hugo Müller hat das gesamte Groß-Berlince Feuerlöfch- wesen zu kontrollieren und im Einverständnis mit dem Polizei- Präsidenten von Berlin Anordnungen zu treffen, die eine Um- gestaltung des Feuerlöschwesens gas denrokratischer und sozialer Grundlage gewährleisten. Zugverkehr. Personenzüge gehen jetzt vom Lehrter Bahnhof in Berlin nach Hamburg 8.65 vormittags, 1.16 und 11.24 nachmittags; von Altona nach Berlin 8.23 vormittags, 12.36 und 16.37 nachmit- tags; von Berlin(Görlitzer Bahnhof) nach Görlitz 6.23 vormittags und 2.45 nachmitagS, nach Kottbus außerdem 5.42 und 7.36 nach- mittags; von Görlitz nach Berlin 7.41 vormittag?, 1.64 und 6.24 nachmittags; von Kottbus nach Berlin außerdem 6.35 nachmittags; von Berlin(Anbalter Bahnhof) nach Frankfurt» Dt. 12.62 und 5.25 vormittags; 6.15 und 1.13 vormittags nach Bebras 5.53, 11.42 und 6.52 vormittags nach Dresden, 4.32 nachmittags nach Erfurt; von Dresden 7.52 vormittags und 4.23 und 9,19 nachmittags nach Berlin. Di« Züge sind aber auf den Militär-, Arbeiter- und Berufsverkehr beschränkt. Nachtschnellzüge verkehrten bis zuletzt zwischen Berlin und Wien über Dresden. Die beiden Züge werden aber n allerdings nicht mehr von den Tschechen durchgelassen. Die Züge laufen deshalb nur noch bis Dresden. Auch über Osenberg besteht keine Schitellzugverbindilug mehr. Eine Schnell.ugverbindung mit Wien gibt es somit nur noch über Bahcrn. Ter Nachtschnellzug von Berlin 9.86 nachmitagS nach München bietet guten Anschluß, vor- ausgesetzt, daß der Anschlußzug von München nach Wien verkehrt. Reber„Revolution und Frauenrecht" hält Adele Schlleiher am Mittwoch, den 4 Dezember, abends 8 Uhr einen Vortrag im Lmsersaal des. Scheingold. Beratungsstelle für jüdische Soldaten. Kaiserstraße 26/36. AuS- kirnst in allen Angelegenheiten. Bureauzeit: 9—12, 3—6 Uhr. Der Arbeiter-Schwiilimvcrcin Berlin verarfttaltete am Sonntag im Stadtbad Neukölln fein diesjähriges Winierschauschwimmen. Der Besuch sowie die Vorführungen waren gut. Ein Eröfsnungs- r eigen, welcher von den Damen deS Arbeiter Schwimnrvereins Neukölln zur Vorführung gelangte, fand großen Beifall. Unter Spannung und Aufregung wurde die Männerlagenstafette aus- getragen. Hier war es der Arbeiler-Schwimmverein Berlin III (Badcibezrrk Turinstraße), welcher als erster durchs Ziel ging. Em hochinteressantes Wasserballspiel sah den Arbeiter-Schwimm- verein Berlin gegen eine, kombinierte.Mannschaft, zusammengesetzt aus Neukölln, Lichtenberg und Charlottei«burg, mit 6: 2 Toren als Sieger, lliachstehend die Resultate der Wettkämpfe: Nr. 1, Erstschwimmen 56 Meter: a) Männer: F. Korpion, A. S. B. Berlin Abt. j(54)s> Sek.); b) Jugeitd: E. Wiedhörner, A. S.V. Berlin Abt. III'54 Sek.); c) Damen: E. Bar in, A. S. V. Berlin(57)4 Sek.). Nr. 2, Knabenbrustschwimmen, 56 Meter: Erster K. Aieß- mann. A. S.V. Berlin Abt. III(55>Sek.). Nr. 3. Jugendbrust- stafttte, 266 Meter: 1. A. S. V. Neukölln(3,14% Sek.); 2. A. S. V. Berlin Abt. III<3.2l Sek.). Nr. 4. VereinS-Männermehrkampf: 1. A. S. V. Berlin(2% Sek.). Nr. 5, Damenbruftstafette, 200 Meter: 1. A.S.V. Neukölln ,3,59% Sek.). Nr. 6, NeftungS- schwimmen: 1. Paul Funk, A. S. V. Berlin Abt. III(2,28 Sek.). Nr. 7, Inge ndbrultschwimmen, 166 Meter: 1. W. Schade, A. S. V. Berl-n Abt. III(1,59 Sek.). Nr. 8, Sauplst!>w:m:nen, 156 Meter: a) Augend: 1. E. Montag, A.S.B. Neukölln(2,35 Sek.); b) Männer: 1. M. Schulz. A.S. V. Berlin Abt. bll(2.11% Sek.). Nr. 9. Mäunerlagcnstafetlc, 266 Meter: 1. A�S.V. Berlin. Abt. III (2,45% Sek.). Nr. 16, Jugcnd-VereinSmehtckainpf: 1. A, S. V. Neukölln(33 ta Punkte). Nr. 11, Damenschtvimmen, 166 Meter: 1. M. Schmelzer,«.S.V. Berlin Abt. II(2.1 Sek.). Nr. 12, Männersvringen: 1. F. Michaelis, Oberschöneweide(16)4 Punkte). Nr. 13, Wasserballspict: A.S. V. Berlin mit 5: 2 Toren. Grvß-Serlwer partsmachnchten. Spandau. Eine Franenvcrsammlung, die am Sonntag in der Bririrerei Pichelsdorf stattfand, war überaus stark besucht. Die Refereutin, Elcnossin Marie Juchacz führte in ihrem Vortrag „Das neue Deutschland" den anwesenden Frauen di« Nottvendigkeir vor Augen, sich ihrer politischen Macht bewußt zu werden, denn nach Zahlen, die veröffentlicht worden sind, geben die Frauen bei den Wablen zur Nationalversammlung den Ausschlag. Unter der soziii>rig? iirusiV. SNL» f;'>,«asv'ntgc 75, lÄ..»u»rr Straße. di.'.t OL! Zch!»!>»». Esrc»».>0 I, SciK't. 10-12, S9«2to�.Ä Sjtf-.; i.-. i.'-'os-, llara-,'ie- seii:tc!!ts-,Fra.')e!iIeiilen,Be.•!- KranSte.bluiuin�rsuCiiung.B- hau.;: se.ti.isnl. i>.«ha« Hcrii.ii.#r,T«. Jep Datuen». läl a. d. Karlstr. fi.....-U.iBI SprccUtUH 4-.1 i.'Oantaa» lfrl Uhr.) 3» C;(C':aul)onSi't ÄJi) M.|i -a�äd) kicht ju»c■). durch S ! Vcrlauf von Lc!ill>'.crem«, l Üaüievvalvei' und an'oerrr I cheui.- iechnifchsr Artt?.'!. ch— ö Uhr.) | Max F. lischke, chcm. Fab. Potsdamrr 6tr. IIS, das flrößf itrausberger und schönste Platz Roiizefl-Caf�abareH in Berlin 0 Spielplan vom 1.-15. 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