Nr.334. 33. Jahrg. Bezugspreis: Liericljährl. e.TB Ml. monatLa25 Ml. rrei ms Haus, vorauszahlbar. Einzelne Nummern 10 Pfennig. Poslbezug: Monatlich 2.25 MI., ex kl. ZustellungS- Sebilhr. Unter Kreuzband für Deutsch- land u. Lesterreich-Ungarn ö.BO Ml. tut das übrige Ausland 9,50 MI. bei •uglitf) einmaliger Zustellung 7,50 MI. Postbcstellungen nehmen an Däne- wart. Holland. Luxemburg, Schweden Und die Schweiz. Eingetragen in die Post-ZettungS-Preisliste. �cr, Vorwärts* erscheint wochentSglich iweimab SomUags einmal. Delegramm-Ad reffe: »Eoztaldemokrar Berlin". MargenAnsgabe. Vevlinev Volksblatl. Tentralorgan äer �ialclemokratif�en Partei Deutfcblands. ( 10 Pfennig) Anzeigenpreis: Die achtgcspaltene Nonhareillezelle lostei 80 Pfg.„Kleine Anzeigen", das iettgedruckte Wort SO Pfg. lzulässig 2 fettgedruckte ßorte), sedcS weitere Wort 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort so Pfg., ledes weitere Wort 15 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 50«/» Familtcn-Anzeigcn, politische und gerverlschastliche Vereins- Anzeigen SO Pfg. die Zeile. Anzelgen für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags im Hauhtgeschäft Berlin EW.SS. Lindensttatze S. abtegebcn werden. Geöffnet von 8 Uhr früh bis 6 Uhr abend-, �eüaktion unü Expeöition: SW. öS, Änüenstr.?. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr.»Z1S0-1SI.S7. Donnerstag, den 3. Dezember 1SI.8. vonvä'rts-verlag G.m.b. H., SW. öS, Linüenstr.Z. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. SS KS n. l tk KS. Wilsons Rbreike von Hmerifta. Washington, 4. Dezember.(Reuter.) Wilson ist in �cgleitung von Frau Wilson am Dienstag abend von a s h i n g t o n a b g e r e i st, um sich am Mittwoch an Bord Dampfers„George Washington" zu begeben, der sofort Abfahren wird. Bor der Konferenz wird der Präsident mit �loyd George, Clemcnccau, Orlando und Wahrscheinlich auch mit dem König Albert verhandeln. beabsichtigt, während seines Aufenthaltes in Europa ifrankrcich cinschlieszlich der Schlachtfelder, England und Jta- "w, möglicherweise auch Brüssel, zu besuchen. Eine amerika- �Mche Flotille wird Wilson vor der französischen Küste cnt- ?s!scnfahren und den Dampfer in den Hasen begleiten. L a n- '"lä,HenryWhite, Contre-Admiral Grayson und der Vorsitzende der Kommission für Public Information �rcel begleiten den Präsidenten. ßinanzvereinbarungen üer waffenftillftanöskommij)ion. � �Una, 2. Dezember. Der Vertreter der ,.Trcrnsccean"-Nach- chtengesellschaft meldet: Die Finanzkommission der internationalen �affenstillstandskoinm.issicn unterzeichnete am ersten Dezember das ckilußprotokoll. m dem unter anderem folgenide Verein- Hungen mitgeteilt sind: Die deutsche Regierung verpflichtet sich, ..'Ubtl.ci Maßnahmen zu ergreifen, welche geeignet sind, ihren '-folisrijcn oder privatwirtschaftlichcn Besitz in irgend einer Jr�'se zu vermindern, da dieser Besitz das gemeinsame Unter- Pfand dxx Alliierten zur Deckung der Kriegsschäden ist, auf die sie uspruch haben. Weiter vckrpslichtet sich die deisische Regierung, Eisenbahnen, Kanäle, Bcrgiverke, Forsten, sowie die Unter- hmungen kolomnlwirischastlicher, industrieller und kommerzieller welche ihr gehören oder an denen sie betoiltgt ist, weder zu .Erlaufen noch zu kreditieren noch zu verpfänden. �rner verpflichtet sich die deutsche Regierung, während der Dauer 8 Waffenstillstands und ohne den Bestimmungen vorzugoeifen, �efchg Zukunft getroffen werden, keine Goldausfuhr vorzu- •�hmcn oder zuzulassen. Sollte sie sich unbedingt gezwungen sehen, f p die normalen Bedürfnisse ihres Wirtschaftslebens von den Be- 'Mtnungen dieser Bedingungen abzuweichen, nrutz sie vorher hier- 0n die alliierten Regierungen in Kenn-tmis setzen. Die deutsche Regierung verpflichtet sich weiter, außerhalb der ??rttta&?i Bedürfnisse ihres Wirtschaftslebens aus dem Bestände an �uslands wechsein, welche dem Reichsjchatzamt oder pp Retchsbank gehören oder die sich in ihrer Eigenschaft als �visenzentrale in ihrem Besitze befinden, keinerlei Ucbcr- Tagung in das Ausland weder direkt noch durch Mittelspersonen p�bunehmen. Dieselbe Verpflichtung wird eingegangen für die isländischen Effekten, die der deutschen Regierung oder p�r Reichsbank gehören oder die ihnen als Unterlagen für Lombard- Abschüsse dienen. Jede Handlung, die dieser Vereinbarung wider- Ipiicht. lrixh von den Regierungen der Alliierten als rechtsungültig ?i?esihxn. und die deutsche Regierung wird alle möglicherweise ?i*oiis zu ziehenden Folgen zu tragen haben. In bezug auf die Rückerstattung der nach Teutschland übergeführ- .R n Beträge aus den Gebieten der Alliierten, welche im Waffen- 'illstanbßvertragc vorgesehen ist, wurde vereinbart, daß die Rück- S°k>lung der aus Belgien und Nordfrankreich stammen- /ti Geldiummen in derselben Währung geschehen soll, in der sie ttiverzeit weggeführt wurden. In den Fällen, in denen dies nicht RSglich iss, sog die Rückerstattung in Mark erfolgen, und zwar zum •Retniorifchen Kurse von 1,25 Franken ssür die Mark. Jedoch be- Wlten die alliierten Regierungen sich das absolute Recht vor, später Austausch der Markbeträge gegen französische oder belgische Franken zu dem gleichen Kurse oder gegen Lieferung von Geld- Rphrungswerten auf der Basis von 1,25 Franken für die Mark zu widern. Die deutsche Waffenstillstandskommission stellt Zeitungs- Meldungen gegenüber fest, sie habe von dem von Rußland pder Rumänien an Deutschland gezahlten Geldc, das zurück- �ftattet werden mußte,„a u ch nicht für einen Pfen- Gold an die bolschewistische Regierung gelangen lassen." Die Reichsbank hat vielmehr in Ausfüh- deS Artikels 19 des Waffenstillstandsvertrages 93 536 �iogramm Feingold im Betrag von rund 346 Millionen �ark nach Frankreich geschickt. Die Sendung ist Unterwegs nach Paris._ 50000 Zaß geringe für deutschlanö. Wenn die norwegische Partciprcssc recht unterrichtet ist, JjFrd die Regierung Norwegens uns mit Heringen aus Heeres- JRstSndrn belieferu. In Stavanger solle» 50 000 Faß liege«, Abtransport«ach Deutschland i« Borbereituug sei. Not in Deutfchö'fterreich. Die tschechoslowakische Sperrpolitik. Wien, 4. Dezember.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) In der heutigen Sitzung der Natioivalversammlung gaben der Staatssekretär des Aeußern Dr. Bauer, Staatskanzler Dr. Renner sowie die berden w-irrschaftlichen Staatssekretäre ein trauriges Bild der gegenwärtigen Notlage. Genosse Dr. Bauer ver- wies davaus, daß namentlich der Mangel an Kohle zur Kata- ftrophe führen müsse. Es sei vom ersten Moment an das Bestreben der Negierung gewesen, durch tägliche Verhandlungen mit den fremden Regierungen diese Katastrophe abzuwenden. Der Wirtschaft- liche Krieg der Nationen, die auf dem Boden des ehemaligen Oester- reich ihre eigenen Staatengebilde haben, beschwört aber den Zu- sammenbruch geradezu herauf. Selbst Kohlen, die aus Preußen zu uns geschickt wurden, werden von den Tschechoslowaken unter- Wegs aufgehalten und nach tschechischen Gegenden verschickt. Aehn- liche Erscheinungen zeigen sich auch im Süden. Sowohl die Tschechen als auch die Südflawen begnügen sich nicht damit, ihre eigenen nationalen Gebiete zu besetzen, sondern dringen auch in deutsche Gebiete ein, nicht nur in Sprachinseln, sondern in das geschlossene deutsche Sprachgebiet. Die deutschöfterreichische Regierung steht von jeher auf dem Standpunkt, daß strittige Geknetsfragen auf dem Friedenskongreß entschieden werden. Wir haben uns daher alle Mühe gegeben, alle diese Fragen in versöhnlichem Sinne zu behan- dein. Es scheint aber, als ob die Tschechoslowaken, obgleich sie die Zusicherung haben, daß ihre Forderungen aus dem Friedenskongreß erfüllt werden, den Friedenskongreß vor vollzogene Tatsachen stellen wollen. Dr. Bauer erklärte zum Schluß, er habe zwar ein hoff- nungsloses Bild der Lage Deutschösterreichs geben müssen, aber er glaube nicht, daß man den Mut sinken lassen solle. Das Volk habe sich wiederholt ans schlimmen Lagen emporgearbeitet,«S werde auch diesmal sich wiodr aufraffen und wir dürfen damit rechnen, daß, wenn auch diese Zeit für das denische Volk schwer ist, die innere Aus- gestaltung und die Begründung voller Freiheit auS ihr hervorgeht und die Geschichte diese kulturelle Leistung anerkennen wird. Abschaffung ües Mels in Gesterreich. Wien, 4. Dezember.(Eigener Drahtbericht des„BorwäriS".) In der hentigen Sitzung der Nalionalversammlung brachte Sever (Soz.) den Anirag ein, alle Adelstiiel, Adelsvorrechte. Ordenstitcl und sonstige derartige Bezeichnungen abzuichaffen, sowie die Ordens- vermögen als Slaaiseigentum zu erklären. Außerdenr beanlragen Leuihner und Gloeckel(Soz.), die Familienfideikommisse zu cnt« eignen und abzuschaffen._ Deutschenausweisungen im Elsaß. Berlin, 4. Dezember. Ter französische Kommandant von T t r a ß b u r g hat etwa 100 deutsche Bürger ausge- wiesen und in Kehl über die deutschen Linien abschieben lassen. Unter den AuSgewiffenen befindet sich eine große Anzahl angc- sehencr Persönlichkeiten,.Kaufleute Anwälte, ein Oberschulrat und neun Dozenten der Straßburger Universität. Tie Ausgewiesenen mußten Straßburg unter Zurücklassung ihrer Habe innerhalb 24 Stunden verlassen und tamen ohne Barmittel im badischcn Gebiet an. Besetzung der Pfalz. Ludwigshafe», 4. Dezember. In Neustadt a. H. wurde heute von BesatzungStruppcn das Post- und Bahnhofs- gebäude besetzt. In Ludwigshafen traf heute mittag ein französischer Offizier mit drei Mann ein und begab sich in das Hauptpostgebäude. Der Telephonverkchr von Ludwigshafen nach dem rechtsrheinischen Gebiet ist vorläufig eingestellt. Die wqhlen zur Nationalversammlung am 16. Zebruar. Einmütiger Beschltch der Regierung bei einer Stimm- enenthaltung. Amtlich wird mitgeteilt: In der Presse ist durch den Bericht v,n der Tagung der Frontsoldaten in Em» die Behauptung wiedergegeben worden, der Termin für die Nationalversammlung sei im Rat der Volksbeauftragten mit 4 gegen 2 Stimmen festgelegt worden. Wenn schou solche Interna aus den Sitzungen der Reichs- regierung in die Oeffemlichkeit getragen werden, so müssen sie wenigstens richtig wiedergegeben sein. Es wird daher festgestellt, daß die Abstimmung des 16. Februar als des Wahltages für die Rationalversammlung mit 5 Stimmen bei einer Stimmenthaltung bejchloffeu»nrde. Die SozialifterungskommWon. Heute nachmittag tritt die Sozialisier ungsk o m- Mission zusammen. Wir erwarten von ihr, daß sie in gründ- licher Beratung gute Arbeit leisten und über später Notwendiges das Nächstliegende nicht vergessen wird. Jonathan Swift, der unerbittüche Satiriker, läßt seinen Gulliver, nachdem er Liliput und Brobdignak durchreist, in ein anderes Wunderland kommen, in das Land der T h e o r e t i k e r. Dort findet er alle Felder unbebaut, weil eine hohe Kommission eben dabei ist, über die beste Art der Bodcnbewirtschaftnng nach- zudenken. Achnlich darf es bei uns nicht kommen. Die erste Aufgabe, die uns obliegt, ist, die Wirtschaft wieder zu beleben, und die zweite, sie zu reformieren. Wer zur Lösung der ersten Aufgabe mithilft, erwirbt sich auch an der Lösung der zweiten ein Verdienst. Die Maschinen müssen wieder laufen, nutzbringende Arbeit für die Gesamtheit � mutz geleistet werden. Jeder im Lande muß das Bewußtsein i haben, daß er durch Beteiligung an diesem Werk seine Zukunfts- Aussichten nicht verschlechtert, sondern verbessert. Der Kapitalist � oder Grundbesitzer, der unbekümmert um die„Gefahren der Sozialisierung" seine Funktionen im Wirtschaftsleben wieder aufnimmt, verdient eine Vorzugsbehandlung vor dem Aengst- ling, der nicht weiß, in welchem Strumpf er seine Gelder ver- stecken soll, um sie.vor der Expropriation zu retten. Auch hinter dem Berge wohnen Menschen, und keine Zu- kunft wird tatkräftige Elemente im Wirtschaftsleben entbehren können. Die allgemeine Pleite und Produktions- st ö r u n g ist für keinen sin erstrebenswertes Ziel. Habt Ihr schon einmal zugesehen, wie eine Untergrundbahn gebaut?d Dann werdet Ihr nickt glauben, daß es genügt, ein Loch in die Erde zu bohren und darin Schienen zu legen. Würde so �ver- fahren werden, so würden die Häuser einstürzen, aus zerschnitte- ncn Röhren würde Wasser und Gas dringen, Explosionen �ver- Ursachen und der austretende Inhalt der Kanäle würde Gestank und Pestilenz verbreiten. Aber wie ists in der Wirklichkeit? Die Häuser bleiben stehen, über dicke Holzbretter rasseln Wagen, Omnibusse, Straßenbahnen werden umgeleitet, Kanäle, Wasser-, Gas-, elektrische Leitungen verlegt/ alles funktioniert, bis eines Taaes die Untergrundbtibn fertig ist. Heißt es etwa auf die Untergrundbahn verzichten, wenn man sich für ihren Bau einen verständigen Plan zu- rechtlegt? Im Gegenteil, das ist der einzige Weg, sie wirk- lich zustande zu bringen, würde anders verfahren werden, so hieße es bei allen Leuten, diese Untergrundbalm-Jdee sei weiter nichts als ein-verrückter Schwindel. Genau so aber ver- hält es sich mit dem Sozialismus, nur daß das feine Gewebe des Wirtschaftslebens noch viel emvsindlicker ist als der unterirdische Organismus einer Großstadt. Wenn wir nicht sozialisieren könnten, ohne wirtschaftliche Katastrophen hervorzurufen, könnten wir mit unserem Sozialismus bald einpacken! Zweck der Sozialisierung ist nicht, den Besitzenden zu schaden, sondern den Besitzlosen zu nützen. Die Besitzenden ; werden auf jedes Vorrecht verzichten müssen, das dem sozialen Aufstieg der Massen hinderlich ist, das Gemeinwohl steht über dem Privateigentum. Aber bloß den Reichen zu schaden, ohne damit etwas anderes zu erreichen, als daß den Armen auch geschadet wird, wäre ein idiotisches Vergnügen. Der Sozialismus ist nicht nur ein Verteilung?., sondern vor allem auch ein Erzeugungsproblem. Wir Sozialisten haben stets die unsinnige Idee bekämpft, daß wir den Reich- tum der Rrchen„verteilen" wollen. Das gäbe für die Armen schwerlich mehr als ein Fettauge aus der Suppe. Stein, der Sozialismus soll die Wirtschaft vernünftiger gestaltcm, daS heißt, bei geringem Verbrauch von menschlicher Arbeitskraft die Masse der erzeugten Bedarfsgüter steigern. Hier muß«r sein Meisterstück liefern, muß er siegen oder fallen! Der Kociolisnius asiaticus, Bolschewismus genannt, hat, was bei der kapitalistischen Unreife des Landes kein Wunder ist, dieses Problem nicht zu lösen vermocht. Wir dürfen den Mut bewundern, mit dem sich das russische Volk in den sozialwirtschaftlichen Experimentierkessel gestürzt hat, und dürfen ihm dankbar sein, denn wir verdanken ihm die Lehr«, wie es n i ch t gemacht werden darf. Man hat in Ruß- land die Bourgeoisie nach allen Regeln der Kunst gezwiebe«, aber kein Proletärierkind fai davon dickere Backen bekommen. Alles wirtschaftliche Unheil, das man über die Besitzenden brachte, siel aus die Besitzlosen doppelt und dreifach zurück._ Aufgabe der Sozial'sierungskommisiion wird es sein. von vornherein b e r u h i g e n d zu wirken in dem Sinne, daß keine unvernünftigen Experimente zu befürchten sind, und daß zum mindesten niemand einen Sckxiden davon haben wird, wenn er zunächst seiner vor dem Kriege gewohnten Be- schäftigung wieder nachgeht. Sie wird sich des weiteren idesfen Hswllßt fein muffen, daß zu fcbcr Nationaffsieruns, Verstaatlichung, Vergesellschafwng eine konstituierte Nation, ein konstituierter Staat, eine konstituierte Gesell- schaft vorhanden sein muß. wie sie im Augenblick bei uns noch nicht bestehen. Die müssen erst wieder geschaffen werden, wenn wir festen Baugrund bekommen wollen._. Es wird zu überlegen sein, ob die Kommission nicht öffentlich tagen soll, und ob es nicht angebracht wäre, eine der beiden Kapazitäten der Spartakusgruppe. Liebknecht oder Rosa Luxemburg, hinzuziehen. Sw könnten da einmal zeigen, was sie p rakti sch-für den Sozialismus zu leisten imstairde sind. Die Kommission wird sich keiner Ansicht von vornherein verschließen dürfen, sie muß das Nützliche da nehmen, wo sie es findet. Die noch aufklärungsbedürftigen Massen aber könnten bei dieser Gelegenheit lernen, daß kein Puffch ihre Lage verbessern kann, daß dazu vielmehr ernste, sachliche, wohlüberlegte Arbeit notwendig ist. Von jenem großen Teil der Arbeiterschaft, der in politischer und gewerkschaftlicher Schulung das Weien des Sozia- lismus begriffen hat, erwarten wir. daß er die Arbeit der Kommission verständnisvoll unterstützt. Er wird von ihr keine Wunder ertvarten, sondern einleben, daß die Ziele des Sozialismus nur in ernster, geduldiger Geistesarbeit cr- reicht werden können. Aus einem Abgrund, wie er tiefer gar nicht sein kann, streben wir wieder zur Höhe. Durch einen vierjährigen Krieg verarmt, durch die Niederlage mit neuen drückenden Abgaben bedroht, wollen wir zu einem Zustand gelangen, der jedem körperlich oder geistig Arbeitenden einen gewissen Wohlstand sichert. Der Aufstieg ist schwer und müh- fam, die Hastigen, die emporkeuchend gleich nach der ersten Wegstrecke schlapp zu werden drohen, grüßen wir mit dem Bergsteige rsprnch: Zeit lassen! ßälsthungen üer Solschewiki. Angebliches Telegramm der deutscheu Regierung. Tie dänische Gesandtschaft in Petersburg hat an die deutsche Gesandtschaft in Stockholm telegraphiert, daß in Petersburg eine Depesche aus Moskau eingetroffen sei, wonach diedeutscheRegierung dieSoldaten- räte in Moskau und Petersburg als auto- n»me Körperschaften anerkenne und sie mit allen Vollmachten ausstatte: dieses Telegramm müsse wohl zu Agitationszwecken zurechtgemacht oder er- sunden sein, aber es könne großes Unheil anrichten, da die Soldatenräte in Petersburg und Moskau vollständig unter dem Einfluß der russischen Regierung ständen, ja sogar unter deren Befehl, da sie durchdieDrohung, als Konterrevolutionäre behandelt zu werden, in Schach ge- halten würden. Das Telegramm bedeutet in der Tat eine dreiste Fälschung. Tatsächlich hat die deutsche Regierung den Soldatenräten in Petersburg und Moskau mitgeteilt, daß sie die Frage ihrer Anerkennung von ihrer Entstehung, ihrer Zusammensetzung und ihrer Stellung zur russischen Republik und den deutschen Behörden abhängig machen müsse. Ungarn unü Deutschlanü. Gefahr für die diplomatischen Beziehungen. In Budapest scheinen gewisse Schwierigkeiten wegen der ferneren diplomatischen Verbindung mit Deutschland zu bestehen. Im Waffenstillstand Ungarns mit der Entente ist auch der Abbruch der Beziehungen zu Deutschland gefordert. Ms jetzt sind die Be- zuhungcn noch inialt. Nachrichten daß der deutsche Generalkonsul in Buda- Pest seine Pässe erhalten habe, werden in Berliner unterrichteten Kreisen für unglaubwürdig gehalten. Da eine schroffe Ent- scheidung in Sachen der Jnternierung der Armee Mackensen nicht erfolgt ist, läßt sich nicht annehmen, daß gerade der Generalkonsul, der für den Abzug der Armee Mackensen durchaus notwendig ist, ein Opfer des französischen Diktats geworden sein soll. W. T. 6. Von Max Eck-Troll. Ein Zischen... ein Fauchen... ein Auspusten. Und ein Herabplumpsen eirieS harten Gegenstandes in ein Netz aus hänfenen Stricken. Rohrpost... Da liegt nun eine kleine Kapsel aus Alumimum in einer ledernen Hülle. Rasch nimmt sie ein Mann in einer betreßten Uniform, öffnet sie. entninlmt der Kapsel eine zusanunengerollte Depesche und über« gibt sie dem di-nstleitendeu Schriftleiter. Eine Meldung aus dem Haag: „Das deutsche Waffen st illstandSangebot von der Entente angenonime n." tzfn der Redaktion herrscht fieberhafte Eile. Die Nachricht wird übersetzt, in gutes Deutsch gebracht. Die Expedienten vervielfältigen die redaktionelle Fassung, und wieder gehen Exemplare, auf Hektographenplatten vervielfältigt, in die Aluminiunckapsel. Der Luftdruck der Rohrpost wirst sie einen Stock höher in die Telephcmie, von wo aus die Filialen in Frankfurt a. M., Stuttgart, Breslau, Hamburg, Leivzig usw. nebst zahlre-chen Prvvinzzcitungen bedient werden. Andere Exemplare wandern durch die Rohrpost im Nu zum Haupttelcgraphenami, um auf gemieteten Telegrophenleitungen in alle Himmelsrichtungen des Reiches verbreite: zu werden. Ein anderer Abzug wandert in des Zimmer des FerndruckerS. Der bedient die Berliner Zeitungen«uf direktem Wege. Der Mann oder die Frau oder auch Jungfrau am Ferndrucker tippt die Nach- richt auf einer Schreibmascfiincnklaviatur ab und sofort im Bruch- teil der gleichen Sekunde schreibt der Apparat bei sämtlichen Ber- liner Zeitungen die Meldung fein säuberlich auf einen Papier- screifen._■ Und wieder andere Abzüge eilen zum Zinkdrucker und in die Druckerei.. In der Schriftleiiung plumpst inzwischen eine Aluminrum- kapsel um die andere in das hänferne Netz. Die Ereignisse überstürzen sich „Kaiser und Kronprinz abgedankt." Die vichtigen Meldung-!, aus dem Inland wandern von der Redaktion aus in Englisch oder Französisch übersetzt ins Ausland. Durch Kabel oder drahtlos über Nauen oder Norddeich Hier»st da« seelische Zentrum de» deutschen Nachrichtendienstes. Und von ihm hängt es ab. ob siebzig und noch mehr Millionen, db die ganze Welt die Wahrheit der Dinge«fahr«:, oder ich sie systematisch angelogen werden.. Hierher dirvgierte Ludendorst feine Siegeszuversicht ... uca- zu einer Zeit, als er selbst schon seine Pläne verloren gab. Von jstct aus wurde der Sozialismus mit schlauem System be- Rrnttst zu unterdrücken od« totzuschweigen versuch. Von hier aus wurde das deutsche Volk in den Zeiten kritischster Lad m Sdchechett eingelullt. beginn öer jrieöenskonferenz wahrscheinlich Enüe Januar. Haag, 4. Dezember.(Hollandsch Nieuwsbüros.) Die„Times" meldet, daß die allgemeine Friedenskonferenz wahrscheinlich Ende Januar beginnen wird und daß der Beginn der alliierten Kon- serenz auch die Dauer des Waffenstillstandes verhan- dein wird, welcher wahrscheinlich verlängert werde. Die Entscheidung über die Behandlung des deutschen Kaisers wird hinausgeschoben, bis man sich mit der amerikanischen Re- gierung verständigt habe. Gegenwärtig wird ohne amerikanischen Vertreter»«handelt, da Oberst House erkrankt ist. London, 4. Dezember. Das Reutersche Bureau erfährt: Da infolge der Erkrankung deS Obersten House Amerika bei den Kon- fervnzen der Alliierten nicht vertreten war, muß über die Bei- Handlungen Stillschweigen b.wahrt werden. Es steht aber fest, daß man zu einer vollständigen Einigung gelangt ist und mit Lloyd George und den richterlichen Beamten der Krone völlig darin übereinstimmt, daß Deutschland so bald als möglich für seine„Missetaten büßen muß und daß die ver- antwortlichen Personen ohne Rücksicht ans ihren Rang bor Gericht gebracht und soweit wie möglich bestraft werde,: müssen. Die London« Beratungen tr-erden zweifellos von großem Einfluß auf die Friedenskonferenz sein. London, 4. Dezember. Reut«. Die interalliierte Konferenz besprach die Tau« des Waffenstillstandes, der wahrscheinlich ver- längett werden wird. Die allgemein? Friedenskonferenz wird in Paris warscheinlich Ende Januar stattfinden. Weiteres Ultimatum Jochs unwahrscheinlich l Haag, 4. Dezember. sHollandsch NieuwSburcau.) Die«Daily News" behauptet im Zusammenhang mit dem Gerücht, daß Focki ein Ultimatum an Deutschland gerichtet habe, daß derartige Gerüchte keinen Grund zur Wabrscheinlichkeit haben. Marschall F o ch habe gar nicht die Macht, selbst wenn er c§ wolle, ein weiteres Ultimatum zu stellen. Seine Auf« gäbe ist nur, die Durchführung der Wassenstillstandsbedingungen durchzusetzen und Veränderungen vorzunehmen, wenn er sie für richtig hält. DaS übrige ist die Aufgabe der Friedenskonferenz, und falls eS zur Besetzung von Berlin kommen würde, wie man in Deutschland sürchtet. so könnte dicS nnr geschehe» infolge eines MandalS der Friedenskonferenz. Dasselbe gilt von einer Besetzung WienS durch die Italiener. Das Ergebnis ües Jrontsolüatentages. Einstimmiges Eintreten für Regierung und National- Versammlung. Die Ereignisse deS Vertretertages der Soldatenräie de» Feldheeres in Bad EnrS am 1. und 2. Dezember 1218 sollen dem am 16. Tezernb« in Berlin zusammentretenden Delegiertentag samt- licher Arbeiter- und Soldatenräte in Form eines kurzen Berichts vorgelegt werden. Die Bearbeitung hat im Einvernehmen mit der Leitung des Vertret«tages in Ems der V o l l'z u g Z. auSschuß des SoldatenratS bei der Obersten Heeresleitung übernommen. Die Haupt«gebnisse der Tagung bestehen in folgendem: 1. Einstimmiges, entschiedenes Eintreten der 326 erschienenen Vertreter für die Regierung Ebert-Haase, fast einstimmiges Eintvcten für deren soziales Programm. 6in- stimiges Verlangen nach Einberufung der Rationalversammlung und ungeschmälert« Mitwirkung des Feldheeres dabei. 2. Wahl von 5vie etwa Versammlungen. Dar- über hinaus wandte man dann frühzeitig die Worte re; public» zur Bezeichnung deS Staates überhaupt an, ohne daß mit ihnest der Hinweis auf irgend eine bestimmte Regi«ungsform verbunden gewesen wäre. Zum erstenmal wird von„Republik" im modernen Sinn des Wortes bei Macchiavelli gesprochen. Dieser unt«scheid«t alle Staaten in Republiken und Monarchie» oder Einherrschaft- also Fürstenherrschaft, und Mchrherrschaft, und in der Republ» hält er wieder Aristokratie und Demokratie auseinander. Mit Recht ist daraus Hingewlesen worden, daß die hierdurch gegebene Definition der Republik ebensowenig ihr' Wesen trifft- wie ihre wörtliche Uebersetzung mit Staat oder Gemeinwesen.& wurde vorgeschlagen, der Monarchie die Pleonarchie, der Ein- Herrschaft� die Vielh«schafr gegenüberzustellen. Das wäre gcuck logisch, träfe aber ebemowenig den Kern der Sache. Was wir und die ganze Menschheit Heutzutage umer Republik»«stehen, das ist aber nicht eine Mehrherrscheft. sondern die VolkSberrschast. Dick« ist es. worauf es allein ankommt, und deshalb ist die ungencwi Bezeichnung Republik für pnS heute nicht mehr am Platze. Statt „Deutsche Republik" empfiehlt sich der bessere und treffender« Ausdruck:„Deutsches Volksreich"." n Notizen. — Ein Autorabend des Verlages Oesterheld u. Co.. Berli«. ft-idet am Sonntag im..Meistersaal" statt. Ludwig Wülln-l liest Emil Ludwigs tragische Dichtung„Atalanta". — Die Zukunft des OpernfiauseS. Nachdem das , ttusnnn lsternlm die ehemals königlichen Theater übernommen hat, ist eS zunächst an die Regelung der DirektionSsrage herangetreten. Wie wir hören, ist der vom Künitlerpersonal erwählt« Ob«rcg,sseur Georg Droe scher als Direktor bestätigt worden- ™ � etn®c? gefunden, um Richard Strauß deol Musikleben Berlin- zu erhalten. Her Dftauß wird seine k ü n st- l e r,, ch e n Plane in weit höherem Maß-«lS früh« verwirklichen können— Dai KultuSmi»iiterium wird nun dafür zu sorgen naben, dasi die ihnen unterstellten Theater nun auch wirklich dein Volke dieneu ® 4 rich t i g u n g. Zu der gestrige,, Notiz, daß df'N Richter der Marseillaise Rouge: de siJsle in Straßburg«jN Denkmal errichtet werden soll, sei bemerkt, daß der französisch« RevoluftonSgesang erst 1722 gedichtet und zum erste» Male ge- sungen worden ist. Nachruf! ach kurzem Ära Paul Hille. Am 1. Dezember verschied nach kurzem Krankenlager im SZ. Lebensjahre unser Beamter, Herr Der Entschlafene hat sich durch sein schlichtes und offenes Wesen, wie durch seine m dreijähriger Tätigkeit in Unermüdlicher Arbeit bewiesene Pflichttreue, allgemeine Achtung erworben; wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. 29tD Der Vorstand des Rcichsausschufles für pflanzliche und tierische Oele und Fette. _ Beutfcftcr> n?cfaIlarbeiter=Verband Berwaltungsstclle Berlin.■ Den Mitgliedern zur I Nachricht, dag unser Aollegt,! der Schlosser' RiedANi Ftedler. Lichtenberg, Eophienftr. 13 t am SO. Nov. gestorben ist.! Die Beerdigung findet! heute. Donnerstag, den! a. Dezbr., nachm. Uhr,! von der Leichenhalle des � Denieinde■ Friedhofes in| Boniigstrahe(Arugstege) aus statt. Den Mitgliedern ferner\ SUC Nachricht, bah unser j "ollege, der Feilenschlcifer\ Hermann Treber, Renk., Kais-r.FrIedr..Str. 10[ om l. Dczemb. gestorben ist.- Die Beerdigung findet\ heute, Donnerstag, denk 0- Dezbr.. nachm. 2V, Uhr, von der Leichenhalle des wcmeinde» Fnedh-fes am Manend orfer Weg aus statt. Der Mitgliedern ferner Zur Nachricht, dah unsere Kollegin, die Arbeiterin Hssa Hern Uscdomstr. IS am ll-Dezemb. gestorben ist. j Die Beerdigung findet! am Freitag, den K. Dezbr., I nachmittags 2 Uhr, von der! Leichenhalle des Elisabeth.! Kirchhofes, Wollankstraße, l aus statt.' Den Mitgliedern ferner jur Nachricht, daß unser Kollege, der Drehe? .tobannesNilbeZin ., Echnlstr. 55 an> 2. Dczemb. gestorben ist. .Die Beerdigung findet am Freitag, den t>. Dezbr., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Johannis- Kirchhofes in Pläßcnsce au- statt. Xacliruk. Es starben: Max Grabitz Dlonteur, Bruchmühle, 25. Oktober. r Hugo Wahl Schioffer, Roflocker Str. Zg, am 27. November. lkhre ihrem Andenken I Die Lrtsverwaltnug Durch Eisenbahnunglück wurde uns unser lieber Sohn, Bruder, Neffe und Enkel glgb Erieb Engelmann Pölich au« dem Leben «trlffen. k, Di�»eigen an im tief- »eil Schmerz c.??!"'<-ngelmoon °u Frau u. ideschwiftcrn. «Ami. Dezember, nachm. u' Lihr, starb nach langem, Mwerem Leiden meine uebe gute Frau«2A ivna Findero�m SlhII'* �aigt ticstdctrlibt au vttinewi Finder.Ehcmann Haut-, Harn-, Blasen- u. Unterlelbslelden behandelt gründlich und möglichst ohne BerufsstBrung P WciRoist Berlin, Invalidenstr. 147 I. Etg Ecke BergstraB«. U. nClBCri, Spr. 10-12 u. 4-7, Sonnt. 10—12, Mittwoch geschloss. Viele Jahre In Krankenhäusern u. Kliniken tätig gewesen. Untersuchung kostenlos. 143L Spezlalarzt Br.med.Coieman Frfedrlchstralle 91 92, en der Dorotheenstr. Haut-, Harn-, Geschlechts-, Frauenleiden, Sex. N.urasthenie. Kurze Behandig. ohne Berufsstörung. Teilz. Harn- u. Blutuntersuch. Sprechst 10-1, 5-8. Sonntags 10-1. Tel. 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Teilzahlung. spezlalarzt �0}ricSisJdäjH""'h,�m femiSfeuÄ •üneo?« � SäDf. 6 chm erziefe. siÄsta'Ä Spezialaral Haut*L!nc<1, Haedlcke* Btu.."' narn-, Geschlechts� l»7.l«2 c,rsuch«. Friedrichstr. Um,??'?•/, Uhr, In den Paffage-Festsälen, Bergstr. 152,<53: Große öffentliche Volksversammlung. i. Wir fordern ein Ministerin« für Volksgesundheit. Referent:»eaoffe Dr. Julius Moses. 1 Diskussion. 79/2 Arbeiter nnd Frauen erscheint in Mafien! Die«inbernfar: 0. Jacob. A. Muchs. Siam-Fpei. 100«BW 40-70«.«en« Schnait««, fiiaarrenmacher, Skalltzer«fr. 120 II. AOd Sieine MklAnz« in grasten SnantittNen 1 äefern tchnell und billig| Ebmnn» vähm M. Co., I BeoNn, I»rnf>l«n»r Str. 21 1 Mö»lichst Einseudiln» von j Mustern erbeten. OHL' SgzilUSkmkiöWkl Beteln BieöetMtn«»'.»> wuinimss) Sonnabend, den 7. Dezemter, abends v'/z Uhr: Kreiskonferenz im Vorwärtsgebände, Lindenstr. S. T agesordnung: l. Die Agüation im Kreise. 2. Die Bahlen zur National- Versammlung. _ Dar Varstanh. 3. A.: yermann«Oller. BeiWlSelsllsMetmdM Venvaltunsiltell« ketlln— di Zh, cinintttr. SZ— 55. cheschäftozeit von 9—1 Uhr und von 4—7 Uhr. Telephon: Amt Norden 185, 1239. 1087. 9714. gteilag, htm 6. Dezember 1918, nachmUIag» f/, Ahr: Vertranensmätinerkotijerenz der Eisen-, Metall- und Nevotverdreher, Drehertnnen sowie Rundschleifer in de« Zentral. Thoetar.?r9fMen. ANe Zatobslr. 60 (Spiegelf-aly Z-ges-rdnung: L Aussprache ibber»en SeilerNvuertrag. 2. Branchenangelegenheiten und Berschiedene». Ohne Mitgliedsbuch kein Antritt. Die euScroräemlich wichtige Tagesordnung erlordert das Erscheinen sämtlicher Kollegen und Kolleginnen. Sämtliche noch ausstehende Sammellisten der Branchenkommission müssen auf dieser Konferenz zurückgegeben werd en. 128/1* mntlmt. Den 9. vegembee 1918, nachmittag» 8»Hr: Branchenversammlung; der Eisen-, Metall- und Revolverdreher, Treherinnen sowie Rundschletser in den Zentral- Theater- AefksHke«,«Ne Zakobstr. 30 (. Tageoorbnung: 1. Bericht Aber den A»Aekti»o«ri»ag. 2. Branchenangelegenheiten und B-rschikdones. Ohne Mitgliedahnch lein Antritt. Die euüerordentllch wichtige Tagesordnung erfordert das Erscheinen sämtlicher Kollegen und Kolleginnen, MWkWMIlMlIklllM VcrwaltunaJttelk Rtrlin— n 5», Cinienltr. 5Z-55. Seschäftszett»en 9—1 Uhr und«»n 4—7 Uhr. Telephon! Amt Aorten l»s. 1989, 1987, 9714. Freitag, den 9. Dezember 1919, nachmittag» 4>/, Ahr: Versammlung der Meiallfomer und Berufsgenossen im Sewertschnftshnn»,«ngelnfer 18(Saal 4). Tagesordnung: 1. AN« mkifien mir unsere Dahn-«nd Arbeit«. hedingnnaeM»nfbanen. 2. Di«r»sfi»n. Regen Besuch erwartet Die Orksverwaitnng. Zlokrlegsr u. Keifer lZroA-Serlins. Sonnabend, den 7. Dezember 1918, nachm. 4'/, Ahr: Branchenversammlung; im«emertschoftsh»»».«ngelnfer 18. Saal 4. Tagesordnung: Fortsetzung der Tagesordnung d,r Berfammliing vom 1. Dezember 1918. gDU- Die Kollegen werden dringend ersucht, pünktlich zu erscheinen, da der Saal um 7 Uhr geräumt fein muß. 122520________ Di« Drtaerwnlwng. iMUWMMiWlillM. Ortsgruppe Eroß-Berlin. 289/3 Freitag, de« 6. Dezember, abds. 8>/, Uhr, im Bortragsraum, Cöpeuicker Str. 74, Ausg.LIII: Vortrag von Frau Minnt» Eauer: VliliIlchl».VliWMerZlliil ZMniunenns Oer stMeitn MW. zahlst««« AerNn. Freitag, den 6. Dezember 1918, pünttl. 6 Uhr uachm� im GewerkschastShauS, Engeluser IS, Egal 1: Nltglledei''?el'5ilmmllllig»Her Bnmeheii. T-geoordnuug! Bntcht der Tarifkommiffton. Das Erscheinen aller ist dringend erforderlich. Di« vrlsaerwaitaag. Schreihrnaschinen,°Wstg° sowie varddändor, Kohle und Darchacblanapier In ZA BS�mSSen«tfiset A«kelMere ber ilevkSev%im, maJne m mmsven. Donnerstag, den S. Dezember, nachmiNaga 1 Ahr, S19d Zirkus Busch. IM Erscheinen aler Kameraden dringend notwendig. t betlinntgegebcn. %: Sappe. Borstand. »ageserdsmng mir» vasetb ____ z, A.: Sappe, 3 Mtt'TÄeittM! Am Soanabend, den 7. Dezember, 9 Ahr aar«., kommen 30 vioast» und Panjvpteede gogen BaozahKnm unt Bo-svig,!,� von'pfmchokart«! auf dem«aseruenhsse Vtstcherftr. 2ö meistbietend zur Bersleigemng. IstZb LmKMÄM l W WM ün MMett! ' Wir btrlen bei) Heroen Äaufleuten ergebenst an: r Dtzd. Aiaarren- nnd Ztgare»«,- Spisten aus »alafitd, Wolchfol und anderen Hölzern, 9 Stack Tabatpfelfen, zu»eff» m. 89,— frei, gegen vorherige Einsendung des Be- träges oder Nachnahme. 28SD Direkter Bezug, ein Versuch lohnt stch! Bitte, helfen Eie den armen Menschen, sie»erden senkt brotlo«; wir befchäft. Kriegsbeschädigte u. heimkehoende Arider. Verein zur yebung der Vreebster ynns-Indnstrie im herzexl. tvetha in»ei ha. ümM! KelKelüiiMWt! Das ii. elektr. Licht wird ersetzt durch unsere 274/15 EiHelmpeA" in clec. Holsgehäuse mit Eem- scheiubirne, la Dauerelement, komplett 8,50 M. franko inkl. Verpack, geg. Nachnn 6 Stück 46,— M, Ersatzelemante 1,5» M. Wiederverkäuler erhalten Rabatt. 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Dezember ISIS von», 10 Uhr, im Oenoffeti- schastswirfshon»> Slord- ufer 11: Achtzehnte»räentliche (jenersiveFssmmtunx Tagesordnung: 1. JaHresrechnnng' und Ge- schästsbericht 1917/1918. 2. Brschlußfaffiiiiz über die Bi- lanj, Zerlustdeckung 1917/18 und Entlastung. 3. Ergänzung des Auffichts- rate«. 4. Festsetzung des Gesamt- betrage«, den Allleihen der Genessenschaft nicht über- schreiten f-Hen. 108/9 5. Statuten chtbfTung(§ 14). Bilanz»nd Gewinn- und Berlustberechinina Binnen in un- serer Geschestostelle, Fehmarn- straße 18, eingesehen werden. VSchereiaenessenschaft „Volt-bref Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Der Vorstand. Beuster. Rstnsch. Otto Sorn. Mmeiü? ms- krsvkmkklsse m Den MkbeW Ciivekld. Hiermit laden wir die Mit- glleber de» Anojchnfses zu der am«lllmach, den 11. Dezember d. 3.. abends TV, Uhr, im Aalpteller in ESponick stattfindenden 0rd»ati>ehon �llZseduK-Zitiuiig ein. 271/12 Tagesordnung: 1. Fefisttzung de« Boranschlages 2. Anirag de» Borstandes aus Amdioung de» ß 48 der "enfatziing(Beitrags-Er- de« Abschusses zur ig der Ntchmmg des saufmden Zahees, 4. Stellungnahme betreffend Beidtttt zm» Verband der straniniioffen Groß-Berllns, 5. Sefchästüche». Die Mitglieder de» Aus- schufies erhallen noch besondere Einladungen. Eilpenick, 8. Dezember 1918. vor Vars4aiid. Ott» Nickel, Borsstz ender. Antik, Getephfttskiiule! antike eichene Schränke, Vtdüettn.varockfchränte, BtedmnnoiermSbel, reiche ii iialitn. Ochoäukr, Schreib- [tfiuit, Jioauaoäe,»las- (swanttR. pvsiawerte Ge niälbein»d.u.alt«r Meister, feine eiekir. stmgon krönen, eleg. frang.»ttlmdbel u. c. Antik, tztefenthaler Str. 39, nur Borde-ausg. 1—3 St. j 8-11, 4-7. Norden 10872. Berlin Rosenlhaier Stf. SS oipsstr't« (bequeme Fahrvcrhindung) empfiehlt von erstklassigen Fir-? men aus guten Stoffen ftftrtigie»tue Kava- J Fler-aardarohe*. Die- a- selben sind in Sitz und in Verarbeitung vallendet. S. ; so Ist- ! 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(Offener Brief an die Bolschewiki) 14 Seiten M. 0,90 Der russische Sozialrevolationfir Burzer, der nach seiner Flucht aus Enßland in dei Pariser Emigrantenzeitung„La cause commune" einen erbitterten Kampf gegen die Bolschewiki führt, wurde berühmt durch seine Enthüllung des russischen Spitzelwesene und besondere des Polizeiagenten Asef. Sein„Offener Brief" bleibt für die Belsehewifci für alle Zeiten ein Dokument der Schmach, das die Namen der Lenin, Trotzky, Zinojev, JoSe� Radek und Parvus den borniertesten Doktrinären und dem gewalttätigsten Verbrechen beigesellt. 274/14* Zur Beurteilung der Bolschewiki erscheinen demnächt femer im Freien Verlag; Chariten Chavichvily Offener Brief au den Genossen LOflgliet, eine Warnungs- und Aufklärungsschrift, reichlich dnkuraentiert mit Zitaten aus der russischen Parteipresse. Sowie: ZODokumenteüberdieBeziehungder Bolschewiki zur deutschen Heeresleitung, Großindustrie und Finanz. Herausgegeben vom Oommltteo en PuWio Information of the Unitod States of America. Zu beziehen durch alle Buchhandlnugen oder direkt durch den Verlag, Palkenplatz 22, Bern(Schweiz). It Berlin, Fricdrichstr. 127. nahe Oranienburger Tor u. Karlstralle, gegründet von Jusliz- rat Scheda, Dr. jur. Moe.er.— Sprechzeit 9 bis 8 L'hr. Mäßige Auskuaftsgebübr. Bisher über 120000 Ratsuchende. �frozeßbeistandLS Pelzwaren! spez. Tkunkskaniu, Alaskasiichse usiv. L.retriekanin-, Scalliisam- Damenmäntel. Einzclabgabe zu ermäßigten Fadrikpreisen. 5042» kelzvsrevksbnll Ködert feuedter, SW, I?, krausenstr. 41 1(am DSnhoffpIatz). Verkaufszeit: 9—12, 3—5 Uhr. Aelitimg. Hausfrauen! „Wir bieten Ihnen die Hand zur Gas- u. Koblen-Erspainis" Besichtigen Sie unsere Fabrik— Ausverkauf zu Engrospreisen.— Kompl. Kochkisten mit Pa. Töpfen usw. von M. 2V.SO bis M. 30,50. Ferner: Einzelne Kochkisten. töpte, 2,5 bis 7 Liter Inhalt, M. 6,— bis M. 10,25 pro Stück. 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Mischmasch ohne Grenzen. Aus dem(Särungskessel der bürgerlichen Parteien. Tie bürgerlichen Paricien schieben sich weiter durcheinander. Die„T. II." meldet, daß die Deutsche Volkspartei in die Deutsche demokratische Partei aufgenommen worden ist. Die Deutsche demokratische Partei hat dabei den Standpunkt vertreten, daß eine Einigung nur auf der Grundlage ihres Aufrufes vom 16. Novem- der möglich sei, und daß diejenigen Persönlichkeiten, die �ei bc-r Agitation für anncxionistische Kricgsziele und bei der Amerika gegenüber befolgten Politik eine führende Rolle Kespiclt haben, sowie diejenigen, die gegen das gleiche Wahlrecht Lestimmt haben, innerhalb der Partei nicht hervortreten Merden. In Verfolg der erzielten Einigung werden die Herren Friedberg, M. b. A., Dr. Blankenburg, M. d. A., Dr. Bollert, "k- d. R., und Frau Mende-Boelker in den vorläufigen Vorstand '-er Deutschen demokratischen Partei eintreten. So haben doch auch die unentwegten Kriegshetzer ein„demo- fiatischos" Stübchen bekommen. Die Situation klärt sich mit Jedem Tage mehr. Nun fehlen bloß noch die Konservativen. Wie mnge noch? In der„Kreuzzcitung" erklären sie bereits: .„Die konservative Partei wird sich, ohne rückwärts zu schauen, � den neuen Verhältnissen anzupassen und ihr Pro- llramm entsprechend zu gestalten haben/ . Sie stehen„der in der Bildung begriffenen Na- Zonalen Volkspartei f-reundlich gegenüber". ünd da mit dem Eintritt eines Teils der Alldeutschen in die Deutsche demokratische Partei schon die Brücke zu der kommenden nationalen �olkspartci geschlagen ist, wird man bald die ganze bürgerliche vamilie geschlossen beieinander finden können. Zur Klarstellung. Genosse David, der sich zurzeit wegen eines Leidens m Wiesbaden in einer Klinik befindet, sendet uns folgende Erklärung: ....Auf die mir sehr verspätet zu Gesicht gekommenen per- wnlichen Angriffe in der Spartakuspresse und anderen blättern habe ich folgenies zu erklären: 5�. 1. Von der Auseinandersetzung zwischen dem bayerischen -üc>nisterpräsidenten und dem Auswärtigen Amt erhielt ich �rst durch die Zeitungen Kenntnis. Schon vor der Abreise in weinen Wahlkreis hatte ich mit Kautsky vereinbart, eine Kommission in Vorschlag zu bringen, der die Akten über den Kriegs beginn zur Untersuchung überliefert werden sollten, lieber die Zusammensetzung dieser Kommission tvaren wir uns ebenfalls einig.— Die Unter- 'kellung. als ob ich mich zu irgendeiner„Hehlerei" herzugeben veneigt)ei( dürfte damit erledigt sein. Ich wünsche selbst- verständlich gründlichste Aufklärung. 2. Was die Beurteilung des österreichischen Ultimatums vn Serbien betrifft, so habe ich schon in meinem, im Mai 1915 erschienenen Buche über die Sozialdemokratie im Weltkrieg das Ultimatum als„gleichbedeutend mit der Kriegserklärung an Serbien" bezeichnet und scharfe Kritik vuch daran geübt, daß man deutscherseits Oesterreich„völlig kreie Hand in seiner Aktion gegen Serbien ließ".— Ich bin Uber nicht der Meinung, daß mit der Feststellung der Schuld M Mitschuld am österreichischen Ulfimatum die diplomatische Schuldfrage erledigt sei. Die Frage nach der bewußten Aus- Deckung des österreichisch-serbischen Konflikts zum euro- paischen Krieg ist ein weiteres und das wichtigste Kapitel. Und neben der diplomatischen Schuldsrage bleibt die Frage och dm eigentlichen Ursachen des Krieges zu erörtern. Bei uu dem mit geschlossenen Augen an dem Verhalten und den fielen der imperialistschen Kriegspolitikr der Gegenseite vorüberzugehen, bedeutet das Gegenteil einer gründlichen Und gerechten Klarstellung der Schuldsrage. . 3. Auf die vom bayerischen Ministerpräsidenten gegen Mich geschleuderte ungeheuerliche Bcha-uphing, ich hätte'„die Interessen des deutschen Volkes bis aufs Blut verletzt", ant» Worte ich mit dem gebührenden Schweigen. Die Geschichte weg entscheiden, wer während des Krieges den Interessen Unseres Volkes besser gedient hat, Herr EiSner oder ich. _ Eduard David. Die berliner Garüe! „Rückhaltlos zur Verfügung der Regierung." Die in Berlin lveilenden Delegierten der Garderegimenter haben nch gemeinsam beraten und zu unbedingtem Schutz der Regierung entschlossen. Es wurden folgende Entschließungen vereinbart: 1. Tie liier versammelten Vertreter der Regimenter des Gardekorps wäblei, unter Hinzuziehung der hier»och nicht an- wesenden Truppenteile am morgigen Tage einen sieben- gliedrlgen Groß-Bcrliaer Aktiv nsansschuß als »berste Instanz znr Wahrung aller dag Gardekorps be- treffenden Angelegenheiten. 2. Die hier anwesenden Vertreter van Regimentern des GardekorpS wähle» einen DrrierauSfchust mit dem Auf- trag, der vom Arbeiter- und Soldatenrat eingesetzten Regie- rung Ebert-Haase ihr Bertrancu und die Verstche- rung auszusprechen, da st die namentlich genannten Regimenter der Regierung Ebeet-Haase rückhaltlos zur Verfügung stehen, um die Errungenschaften der sozia. listischen Revolution und ihren fachgemäßen Ausbau gegen schädigenden Einfluß, er mag kommen, von welcher Seite cS auch immer sei, mit allen im Bugen- blick erforderlichen Mitteln zu schützen. Die Resolution ist unterschrieben von: Reserve-Jnfanierie- Regiment 98, Gardeschützew-Bata-illon, Regiment Augusta, 2. Gavde- lllcrnen, 1. Gorde-Troin, 2. Garde-Train, 8. Gavde-Regimenit zu Fuß, k> Garde-Feldartillerie-Regiment, 1. Garde-Dragoner, Ersatz- Bataillon Elisabeth, 2. Garde-Rcgimcnt zu Fuß, Regiment Franz, 4. Garde-Regiment zu Fuß, 3. Garde-Regiment zu Fuß, Pionier- Grsatz Bataillon O. 64 er Neukölln, Alexander. Regiment, 2. Garbe- Pioniere, v. Garde-Regiment. Train-Ersatz-Bataillon S. Demonstration Münchener Truppen. Wann wird die bayrische Nationalversammlung gewählt? München, 4. Dezember.(Eig. Drahtbericht des„Vorwärts".) Vor dem Ministerium des Acußern fand Miuwoch eine große Kundgebung Münchener Truppen für die Nalionalversammlung statt. Unter Vorantragen einer schwarz-rot-goldenen Fahne erschienen die Mnnchcncr Pioniere vor dem Ministerium. Eine Ab- ordnung forderte den Ministerpräsidenten zur Bekanntgabe des Termins für die Nationalversammlung auf mit dem Bemerken, daß beinahe die ganze Münchener Garnison hinter der Abordnung stehe. Ministerpräsident EiSner erklärte in Gegenwart des Gesamtministeriums der Abordnung, daß in den nächste» Tagen der Wahltermin dem Volke bekanntgegeben werde. Auch die Minister Auer und Roßhaupter sprachen im gleichen Sinne. Dann begaben die Minister sich vor das Mini- sterium und wiederholten den versammelten Soldaten und der Zivilbevölkerung das Versprechen, den Wahltermin baldigst bekannt zu geben. Die Kundgebung verlief in boller Ordnung. Ein Zwischenfall ereignete sich nur durch nervöse Personen, die Auto- mobile mit Maschinengewehren zum Schutze des Ministerpräsidenten heranbrachten. Die Pioniere erklärten aber, sie seien selbst Manns genug, um den Ministerpräsidenten nötigenfalls zu schützen. Sie setzten das Abrücken der Maschinengewehrautomobile durch. Versammlungen öer Unabhängigen» Gegen„Regierungssoziulisten." nud„Scheidcmänner". In der„Union", Greifswalder Straße, und in Leydeckers Fest- sqlen in der Sopbienstraße fanden gestern abend zwei Versamm- lungen der Unabhängigen statt. Die Re'erenten übten s ch ä r f st e Kritik an der Regierung, warfen ihr Energielosigkeit vor und zu große Rücksichtnahme auf die Schuldigen des alten Systems. Sie bedauerten den Mangel an ausreichender Propaganda und befürchteten, daß die Revolution versanden werde. In einer Eni- schließung wurde„die sofortige Entfernung der Scheidemänner" aus der Regierung gefordert. Die Reso« lution fand einstimmige Annahme. Diese guten Unabhängigen haben ganz vergessen, daß ihre eigenen Führer jetzt auch„RegierungSsozialisten" sind- Ihr Unverstand begreift nicht, daß eine Regierung, die nur aus Unabhängigen bestände, unmöglich ist, weil sie im Reich so gut wie gar keinen Anhang, in Berlin selbst nur eine Minderheit hinter sich hätten. Und wahrscheinlich würde dann diese immer kleiner werdende Minderheit immer- weiter schmelzen, denn sie besteht ja längst nicht mehr auS„Haaseaten", sondern fast ausschließlich aus Spartakisten. Die unabhängigen„Regierungssozialisten" iolllen sich erinnern, daß sie alte Soziotdcmokraten sind, als solche können sie sich auf das Volk stützen, als„Unabhängige" aber haben sie schein- bar g a r nichts mehr hinter sich. Sitzung öes Vollzugsrats. Der Vollzugsrat trat Mittwochnachmiltag 4 Uhr zu einerSitzung zusammen. Zur Beratung und Beschlußsasnnig gelangt ein Flugblatt, daS in Massen an die heimkehrenden Soldaten verteilt werden soll. Der gestern gestellte, dem ReichSauSschuß überwiesene Antrag. die aus dem Felde nach Berlin zurückkehrenden Truppen vor- her zu entwaffnen, wird zurückgezogen. Der Borsitzende deS Reichsausschusses berichtet über die Ve- ratunge» des letzleren über die Konflikte an der Ostfront. Bon der Sowjetrepublik ist ein Funkspruch eingelaufen, worin die Bereitwilligkeit ausgesprochen ist, jeden Zusammenstoß zu ver- hüten. Der Vollzugsrat beschließt, durch Funkspruch Befriedigung und Uebereinslimmung auszuiprechen und die Einladung der russischen Sowjctdclcgalion zu der Delegiertenkonferenz der deutschen A.- u. S.- Räte zu wiederholen. Von einem Mitglied werden Mitteilungen aus dem Bali i- kum verlesen, wonach dort die politischen Verbrecher und Jnter- liierten durch die deutschen Militärbehörden noch festgehalten und mit der größlen Strenge behandelt werden. Beschlossen wird, im Einvernehmen mit dem KriegSministerium und Auswärtigen Amt Abhilfe zu slbaffen. Ein Ersuchen deS Beauftragten deS Generalquartiern>eisterö an den Vollzugsrat, eine Gehaltsregelung immobiler Offiziere zu veranlassen, wird der Löhnungskommission über- wiesen. ES wird beschlossen, ausnahmsweise morgen mn 12 Uhr eine Plenarsitzung stallfinden zu lassen, zu der die Diebener-Kommisston deS Soldatenrats sowie das Mitglied des Vollzugsrats Gerhard geladen werden soll.__ tvilö für Volksernährung. Eine nachahmenswerte Mafiregel. Graz, 3. Dezember.(Eigeiicr Drahtbericht des„Vorwärts".) Die Wirtichastskommissare der steterischen Landesregierung haben veranlaßt, daß die kaiserlichen Besitzungen in der Steter- mark in die vorläufie Verwaltung der Landesregierung über- nommen und ihre Beamten für den Dienst der Landesregierung vereidigt werden. Durch diese Maßnahmen wird es möglich sein, den Wildreichtum der ehemals kaiserlichen Jagdgüter der Volksernährung nutzbar zu machen. Zum Pressechef im Ministerium für Volksbildung usw. ist Herr Harn dt ernannt worden. Er ist schriftstellerisch bisher nicht hervorgetreten, war aber eifrig in dcr Berliner Freireligiösen Gemeinde tätig. Der Geheime Jnftizrat des KammergerichtS, der für Rechts- streitigkeiten mit Mitgliedern des königlichen Hauses zuständig war. besteht nicht mehr. Eine ani Dienstag in Kraft getretene, von den Volksbeauftragten Hirsch und Ströbcl unterzeichnete Verordnung bestimmt, daß die außerordentliche Gerichtsbarkeit für die Mn- glleder des vormaligen Königshauses und der Familie Hohen- zollern vor dem Geheimen Justizrat aufgehoben wird; die anhängigen Sachen sind, wenn sie in erster Instanz sich befinden, an das Landgericht Berlin, wenn sie zweitinstanzlich sind, an das Kammergericht abzugeben. Eine nachahmenswerte Tat hat, wie uns mitgeteilt wird, der Soldatenrat Deutsch-Eylau zu buchen. Man hatte einen Provianftuspektor beobachtet, wie er m ein Haus zwei Wagen mit Proviant bringen ließ. Der Soldatenvat hörte davon und ver- anloßte sofort die Herausgabe. Es wurde aber nur ein Teil heraus- gegeben Die nun sofort eingeleitete und energisch durchgeführte Haussuchung förderte noch zwei Wagen voll Lebensmittel zutage. Teilweise unter Kohlen versteckt fand man: Speck, Brot, Fleisch- büchsen, 2 Sack Kaffee, Kakao, Zwieback, Mehl und Dörrfleisch im Werte von 26 666 Mark. Möge dieses Beispiel allerorten zur Wach- samkeit und Energie anspornen. China und Tibet. Schanghai, 3. Dezember.(Sieuter.) „North China Daily News" melden, daß der Friede zwischen Chtua und Tibet geschlossen ist, Wilhelms öes Letzten Zlncht. Aus den Papieren eines Hofbeamten. Am Dienstag, den 29. Oktober, niachinittags 143 Uhr, erhielt ich vom Schloß her Befehl, sofort zu kommen. Ich machte mich auf den Weg dorthin und nahm, etwas von einer bevorstehenden Abreise ahnend, meine zur Reise nötigen Papiere mit. Im Schloß angekommen erhielt ich den Auftrag, mich mit dem mir sugeteiltoi Personal fertig zu machen ,um abends 11 Uhr vom Bahnhof Wild- park die Reise nach Spaa tm HofKUge anzutreten. Ich besorgte Proviant für zirka zehn Tage aus dem Kriegsmagazin iin Schloß, w o s e l b st ungeheure Schätze a n Lebensmitteln jeglicher Art aufgestapelt lagerten, und ließ sie in den Hofzug verladen. Ain 36. Oktober, nachmittags 4 llhr, trafen wir in Spaa ein; der Kaiser, sein Gefolge<16 Herren) und zirka 45 Personen Dienerschvist blieben im Zuge wohnen. Am 3. Lko- vember unternahm der Kaiser eine Fahrt an die Front nach Aloost- Nord in Belgien, wir verließen diesen Bahnhof schon mit Verspa- wug, wären wir noch zehn Minuten dort verblieben, dann waren wir heut nicht mehr, denn zehn Minuten nach Abfahrt des Hof- zuges(der Kaiser war mit einigem Gefolge in Automobilen w egge fahren)wurde der Bahnhof durch sechs französische Flieger voll- ständig in Trümmer gelegt, desgleichen ein Muuitionstransport und ein Lagarettzug mit sämtlichen Verwundeten und Kranken. Auf der Heimfahrt sahen wir die sechs feindlichen Flieger noch ülber unserm Zuge, da sie aber alle Bomben Wohl in Aloost abgeworfen hatten, konnten wir von Glück reden. In Spaa, gegen Mittag am 4. wieder angelangt, hteß es: !mr fahren heut abend nach Berlin; unsere Freude irar groß, es kam aber anders. Der Kaiser hatte dem Ersuchen des Ge- neralstabes, sobald als«löglich Spaa den Rücken zu kebren.da seine Anwesenheit Schlimmes zu befürchten gäbe, nicht stattgegeben, sondern bezog die schon vorher belvohute Villa „Frvneuse" von neuem. Ich hatte im Zuge mit allerlei zu kämp- fen; die Kuriere, die neuen, frischen Proviant, Fleisch, Geflügel, Gemüse usw. von Berlin bringen sollten, blieben aus, was machen? Ich sagte nun dem Hoftat...... er möchte zusehen, vom Proviant Nötiges für uns zu besorgen; das ging auch in beschränktem M«ße. Am Sonnailend, den 0. November, nachmittags 6 llhr, kam die Nachricht in den Zug, ,der Kaiser kommt mit sämtlichem Gsfolge beruntei; und verbleibt im Zuge. Was war das, fragten wir unS. 9!ach einigem Usberlegen kamen wir aber zum richtigen Schluß.— Flucht.— Gegen 10 Uhr, als dcr Kaiser den Speisewagen verlasse» hatte, wurde mir bestellt, ich möchte zu morgen früh 5 Uhr(am 10.) für den Kaiser, 6 Herren vom Gefolge und zirka 8 Leute vom Fahrdienst, Reiseftühstück bereit balten, und zu �5 Uhr das erste Früh- stück, da UM 5 Uhr die Automobil« zur Weiterfahrt(Flucht nach Holland) bereitständen. So kam es nun, der Kaiser verließ mor- genS 5 Uhr den Zug und floh in Automobilen über die holländische Grenze, und wir fuhren im Zuge nach und trafen gegen 16 Uhr in Eisten(Holland) an. Kann:,-daß der Zug hielt, hörten wir von Leuten einer gegenüber dem Zuge liegenden Falbrik die Minische Frage, ob wir nach Paris lvvllen, da müßten wir in der ent- gegengeseWen Richtung fahren. Am Montag, den 11., morgens 9.16 Uhr, fuhren wir von Eisten über Maastricht nach der Station Mam; ivaS wir auf dieser Fahrt erlebt baben, ist einfach unbeschreiblich, jede einzelne Station, die wir passierten, winimeltc wie ein Ameisenhaufen, und einer ioollte den anderen tm Johlen, Pfeifen, Händehochhalten, Z u ngen ze ige n, Aus speien usw. überflügeln. Um 3 Uhr nachmittags trafen wir auf der Station Maam ein, der Kaiser wurde von dem Grafen Bentink von Amerongen empfangen, dessen Gast er nun als Internierter ist. Dortfeftst scheint er sich aber sehr wohl zu fiihleir, denn er reitet und fährt im Automobil aus, wie zu Hause, ja der Leibjäger... sagte einmal zu uns:„es fehlt im Schloß des Grafen nur noch, daß sie tan- S«n",— Unser Zug wurde nun auf ein totes Gleis geschoben, einige Herren des Gefolges sollten aber darin verbleiben, bis gegen 4 Uhr die Nachricht kam, auch'diese Herren nehmen im Schloß des Grafen Wohnung. Als min alle ausgestiegen waren, glaubten wir uns nun leidlich geborgen, und ich sagte zu meinen Leidensgefährten, was für heut abend zur Tafel des Gefolges hergerichtet lvar, wollen wir nun in Gemeinschaft verzehren. Wir waren dabei, um uns für ein in aller Ruhe einzunehmendes Abendessen vorzubereiten, als ganz plötzlich K. auf der Bildfläche erschien und uns sagte, lvir müssen in einer halben Swnde alle unsere Sachen zusammenpacken und den Zug verlassen, falls wir nicht in ein Jnternierungslagcr gebracht werde wollen. Wohl oder übel»rußten Ivtr tun, lvas er uns sagte, aber— Ivos wir von früher aus Zeitungen gelesen und erzählen horten, das durften ivir jetzt am eigenen Leibe erfahren, und warum?— Wir schleppten nun unsere Sachen 25 Minuten weit über Bahn- gleis« zu einem Ort, an dem ein Lastauto stand, das das GePack aufnahm; weitere zwei Auitos standen zur Verfügung, in dem einen lvaren die Mädchen schon untergebracht, in dem andern war nur Platz für die höheren Herren, so daß ich als S4jährigsr» der ich 25 Jahre im Haufe tätig lvar, einen Platz auf der Tür des Autos einnehmen.durfte. Wir kamen nun gegen 8 Uhr in Amerongen, unserm Ver- bannnngSort, an, fanden aber sehr gute Aufnahme in einer kleinen Hoten-Pension„Oranjestein" und bekamen auch noch einen Abend- imbiß. Wir bezogen dann unsere Zimmer, die, alle ohne Oefcn, sehr kalt waren und doch sagten wir unS, es ist besser als im Jnter- niecteulager. In dieser Behausung blieben wir nun, sehr gul ver- pflegt von der Dame des Hauses, bis am Sonnabend, den 17., früh K. in mein Zimmer kam und ftagte, ob ich die vier scharfe» Schüsse heute Nächst gebort hätte. Auf meine verneinende Ant- wort erwiderte er:„Ja. ja. wir fitz«: hior. wie die Maus in der Falle."— Darauf sagte ich, jede gefangene Maus hat das Bestreben, aus der Falle herauszukommen und somit mache auch ich den. Versuch: er meinte, dem stünde nichts im Wege, nur reiste ich aus eigene Gefahr. Ich tat das nun und bin durch die deutsche Gesaudschaft im Haag, woselbst ich«inen Paß erhielt, in den Stand gesetzt worden, der Heimat zuzusteuern, das mir auch glänzend gelungen ist. Nun bin ich wieder in unserm Berlin, das zwar seit meiner Abreise, 29. Oktober, ein anderes Gesicht bekomm«: hat; hoffen wir aber alle und wünsch«:, daß sich alles, wenn sedcr einzelne in Besonnen- heit und reiflicher Ucberlegung handelt, wieder zum Guten, ja zum. Besten wendet.__ �uck Italien will öabei sein! In einem anscheinend inspirierten Artikel der„Tribun«" werden die Ansprüche Italiens bei der Aufteilung der Türkei ent- wickelt. In Paris und London sollen Vorstellungen gemacht werden, daß neben a n a t o l i s ch e n Gebieten auch der Hafen Mer- sina und das Gebiet von Adand an Italien kommen. Da es sich hierbei um das ftuchtbare„Ebene Cilicien" ftrndelt, das auch die Armenier für ihren neu zu errichtenden Staar bean- spruchen, wird es im Eistentelager bald Reibereien geben. Genf, 4. Dezember.(T. K.) Vor St. Stefano bei Konstantinopcl sind französische Kriegsschiffe vor Anker ge- gangen._ Die neue Regierung Rußlanös. Der russische GeschiistStrilKer in Kristiania hat dcr nirwegischen Regierung angezeigt, baß sich unter dem Admiral K o l t s ch a k in Ufa eine neue russische Regicruilg gebildet habe. Ihr Ziel sei die W i cd e r a u f r i ch t u n g deS alten rnssi» fch r n Reiches, das auch seine finanziellen Berpftichtnnge» wieber übernehmen werde. GewerffchHzbttvWNS Arbeitslose! JnsolFe der Ueberfüllung der 23 städtischen Ausnahme- stellen für Arbeitslose ist vom Magistrat eine 2 4. Stelle eingerichtet, die sich im Gewerkschaftshause, Zimmer 99, befindet. Diese Aufnahmestelle soll insbesondere für die Mitglieder der Gewerkschaften sein. Daneben wird dort auch für alle Arbeitslose Auskunft über alle zustän- digen Aaufnahmestellen gegeben. Der Ausschuß der Gewerkschaftskommission Berlins �nd Umgegend. Wachsende Arbeitslosigkeit in Berlin. Die«Polidisch-Parlamentarischen Nachrichten" teilen mit: Die Berliner Gemerrschaften melden in den letzten Tagen überein- stimmend hohe Arbeitslosenziffern, die durch die heimkehrenden Soldaten, zu einem großen Teil aber auch durch die Unsicherheit der politischen Verhältnisse und-die damit im Zusammenhang stehende Lckhmung des Unternehmungsgeistes hervorgerufen war- den sind. Innerhalb einer Woche ist die Zahl der arbeitslosen Bauarbeiter von 8(10 auf annähernd KXM) gestiegen. Bei den Holzarbeitern ist die Zahl der Arbeitslosen seit der vorigen Woche, wo sie tund 1600 betrug, rapide angewachsen. Die genaue Zahl kann noch nicht festgestellt werden, aber es sind sicher mehrere Taufende Arbeitslose gemeldet. Bei den Metallarbeitern sind weit über 5000 Arbeitslose vorhanden. Die Organisation der Buchdrucker zählt annähernd tausend Arbeitslose, was gegen- über der Gesamtgahl der Beschäftigten einen außerordentlich hohen Prozentsatz darstellt. Me diese Ziffern erstrecken sich nur auf die organisierten Arbeitslosen. Einzelne große Gewerkschaften stehen bereits vor der Frage, wie lange es möglich sein wird, einem so ungeheuren Heer von Arbeitslosen die Arbeitslosenunterstützung zu zahlen. Organisation des gasiwirtschaftilchen Hilfspersonals. Durch die politischen Umwälzungen ist nun endlich auch das gast Wirt schaftliche Hilfspersonal erwacht. Allent- halben zeigt sich der Wille, die Errungenschaften der Revolution voll in Anspruch zu nehmen. Ms Folge davon ist natürlich der Aufschwung der Sektion für das gastwirtschaftliche Hilfspersonal ein sprunghafter wie nie zuvor. Die Erbitterung, die sich in dm langen Jahren vor Ausbruch der Revolution infolge der Unter- drückungsmaßnahmen von feiten der Unternehmer angesammelt hatte, entlädt sich nirn naturgemäß in den durchweg stark besuchten Versammlungen. Gesteigert wird diese berechtigte Erbitterung noch dadurch, daß es den Direkwren und Chefs in den seltensten Fällen klar geworden ist, daß die Angestellten über ihre Geschicke innerhalb des Betriebes mitbestimmen sollen. In einigen Gesdhäften präsentiert man den Leuten eine fertige Liste von Personen, die der Firma genehm sind, um so den Willen der Angestellten zu fälschen. Auch wird den angestellten Hilfskräften vielfach die Zeit, die setzt die G-e- schäfte früher schließen, von ihrer freien Zeit abgezogen. Das beweist wiederum, daß das Unternehmertum im Gastwirtsgewerbe seinem Hilfspersonal auch nicht das Geringste zugestehen will. Hinzu kommt, dap der größte Teil dieser Angestellten die ganze Kriegszeit über für Löhne arbeiten mußte und heute noch äribeitet, �Lwfder Zeit wirklich nicht mehr entsprechen. Am allerwenigsten' aber können die gastwirffchaftlichen Unternehmer sich damit abfinden, daß, statt die Hilfskräfte zu entlassen, in erster Linie die Arbeitszeit zu verkürzen ist. Die Folge davon ist natürlich, daß nun das gastwirt- schaftliche Hilfspersonal in Massen ihrer Organffation, �dem Vcr- band der Gastwirtsgehilfen beitritt, um mit Hilfe der freien Ge- werkschast die bisherigen unwürdigen Verhältnisse von Grund auf zu ändern. Anch die unentwegten Herren Chefs und Direktoren lverden sich nun mit dem Gedanken befreunden müssen, die freien Gewerkschaften, in diesem Fall den Verband der Gastwirtsgehilfen, als die I nteressenvertretun g der Angestellten anzuerkennen. Verband der Gastwirtsgehilfen Sektion I., Berlin N. 24, Elsasser Straße 88, Ausg. S, III. I. A.: Karl Lehmann. Frage. Es wurden folgende Forderungen'aufgestellt: Die tägliche Arbeitszeit beträgt 8 Stunden, Sonnabend 7 Stunden. Akkordarbeit ist verboten. Der Wochenlohn beträgt 120 Mk. ohne Abzug der Kranken- und Invalide nbeiträge. Der Stundenloh» be- trägt 2,65 Mk. ohne Abzug der Versicherungsbeiträge» Uederstundcn sowie Sonntagsarbeit sind möglichst zu vermeiden. Sind diese jedoch notwendig, so erfolgt für jede Ueberstunde ein Auffchlag von 1 M. pro Stunde. Die achtstündige Arbeitszeit ist für sämtliche Böttcher Groß- Berlins eingefübrt. In 1ö Betrieben wird ein Wochenlohn von 120 M. und darüber schon jetzt bezahlt. Am schlechtesten werden unseve Kolleg-m in Brauereien entlohnt. Der Wochenlohn be- trägt dort 72,50 M., ist also um 45 M. und darüber niedriger als in anderen Betrieben, die Böttcher beschäftigen. Es ist deshalb kein Wunder, daß schon seit geraumer Zeit eine Mißstimmung unter den Brau-reiböttchern vorhanden ist, die über kurz oder lang zum Aus- bruch kommen muß. Wir erwarten aber von den Brauereien hin- sichtlich unserer neuen Forderungen ein weitgehendes Entgegenkommen. Das Abftohen der Arbeiter anfs Land. Das preußische Landwirt schaftsmini st erium hat an die Land Wirtschaftskammern ein Rund- schreiben gerichtet, in dem ans die Ueberfüllung der Städte mit Arbeitslosen hingewiesen und die dringende Mahnung ausgesvrochen wird, die dem Ministerium unterstellten Behörden sollien alles tun, um den Abfluß der städtischen Arbeitslosen nach dem platten Lande zu unterstützen. Für die Erhöhung der landwirtschaftlichen Pro- dnktion, die eine LeberSftag? für das deutsche Volk darstelle, sei die Schaffung eines festen Avbeitsrstandes Voraussetzung. Tie Sta- bilisierung der Arbeiterverhältnisse auf dem Lande sei aber nur möglich, wenn die Landwirte den neuen Verhältniss:n Rechnung tragen, die Arbeiter gut behandeln, ausreichend entlohnen und für eine m e n s ch e n w ü r d i g s Unterkunft Sorge tragen. Würden diese Voraussetzungen er- füllt, dann werde sich dem Abstrom der Arbeitslosen von-der Stadt auf das Land kein unüberwindliches Hindernis mehr in den Weg stellen. Das Rundschreiben schließt mit der Aufforderung an die Landwirte, während des Krieges zurückgestellte Aufträge an die Industrie und das Handwerk nunmehr ohne Verzug zu erteilen. Auch hier werden die dem Ministerium unierstelltsn Behörden aufgefordert, im Sinne der Zentralinstanz zu wirken. Die Leitung des Eisenbahnerverbandes ist nicht, wie aus einer gestrigen Mitteilung geschlossen werden könnte, von dem bisherigen Vorsitzenten des Verbandes abgegeben worden. Geüosse Br u n n e r behält nach wie vor die Leitung der Organisation; seine Berufung in das Eisenbahnministerium ändert daran nichts. Genosse F. Scheffel, der Brunners Stellvertreter geworden ist, gehört dem Verbandsvorstand seit Gründung der Organisation als Mitglied an. Verband der Böttcher. Durch die Kriegs konjunftur haben sich unseve Lohn- und Arbeitsbedingungen in den einzelnen Beirieben verschieden enttvickclt. Es war deshalb notwendig, neue Richtlinien aufzu- stellen. Die letzte Mitgliederversammlung beschäftigte sich mit dieser Versammlung der Tapezierer. Stellungnahme und Beschlußfassung über'Lohn, und Arbcitsbedin- g u n ge n war der Zweck der Versammlung. Ein Antrag Hoch- Wald verlangt, die Arbeitszeit auf fünf Stunden zu verkürzen, um Arbeitslosen Beschäftigung zu geben, und eine Lohnerhöhung um 20 Pf. pro Stunde. Schon längere Zeit, seit Ablauf der Tarife, schweben Verhandlungen über eine Neuregelung. Die Unternehmer haben sich bereiterklärt, 20 Pf. Lohnerhöhung zuzugestehen. Becker, Neumann und S p l i e d sprechen sich dagegen aus, durch Arbeitseinstellungen den Produktionsprozeß zu stören. Sie empfehlen, auf das Angebot der Unternehmer eiirzugehen unter der Voraussetzung, daß die Lohnerhöhung vom 15. November ab nach- gezahlt wird. ES wurden jedoch au molivfnhrer und Heizer mit solortiger Ärbeitsniederlegung. wenn die Regierung ihre wichtigste Forderung, die achtstündige Arbeitszeit, nicht erfüllt.— Die schottischen Textilarbeiter fordern den achtstündigen Arbeitstag und eine Lohn- erhöbung von 30 Shilling für die Woche, sowie ein Mindestein- kommen, das 95 Proz der Löhne vor dem Kriege nberstelgt. ?nöustrie und Sandel. Die Börse war Mittvoch wieder schwach; gedrückt waren deutsche Anleihen. Vorbereitung eines deutschen Wirtschafts-KongresseS. Eine Reihe von Persönlichkeiten aus d-em deutschen Wirtschafts- leben hatte am Mittwoch, den 4. Dezember, die Vertreter der Presse zu einer Konferenz nach dem Kaiserhof in Berlin gebeten, um ihnen Mitteilunz von der in Aussicht genommenen Einberufung eines deutschen Wirtschofts-Kongiresses zu machen. � Generaldirektor Brückmann gab in einem einleitenden Referat einen U eberblick über Zweck und Ziel des deutschen Wirt- schasts-Kongresses. Unsere wirtschaftlichen Verhältnisse, sagte er, sind völlig verworren, keiner weiß, was ihm der morgige Tag bringen wird. Der deutschen Arbeitgeber- und Arireitnehmerwelt hat sich ' eine tiefe Depression bemächtigt und doch muß es allen Widerständen zum Trotz gerade jetzt heißen: Kops hoch und gehandelt! Die dsu-tsche Volkswirtsckxrst ist wohl geschlagen, aber nicht zerfchlazen. Die schaffenden Kräfte, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Han- del, Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft müssen sich auftaffen, � sich sofort einmütig zusammenschließen und, da wir heute überhaupt ' keine Volksvertretungen haben, einen deutscken Wirffchasts-Kongreh � bilden, um sich vor der Regierung, vor d-em In- und Auslände spon» ' tan zu Gehör zu bringen, und dann gegenübere all den neuen Wirt- sckaftsprobleinen unverzüglich praktisch Arbeit zu leisten. Neue Männer mit neuen Ideen gehören in diese Vertretung, d'e sich den Verhältnissen anzupassen vermögen. Jede Parteipolini soll von dem , Kongreß fern gehalten sein. Es soll kein Berliner, sondern ein � bnnbesstaarlicher Wirtschaftskonyretz sein, der in einigen Wochen * bereits in Weimar zusantmenioeten wird, um zunächst das parla- i mentarische Vakuum bis zum Zusammentritt der Nationälvers amch- lung für die Wirtsck-aftssragcn auszusüllen. Ter deutsche Wift- schaftskongretz wird sich aus Delegierten und Sachverständigen samt- licher Bundesstaaten zusammensetzen, die aus den einzelnen Wirt- schaftli-ben Körperschaften und Verbänden hervorgehen sollen. Zu diesem Zweck werden Kundgebungen in allen Bundesstaaten er- föhgen. Die erste Kundgebung findet am 18. Dezember in Berlin statt. Sie soll der Konstituierung de? Kongresses dienen, die deutsche Volkswirtschaft mit neuem Mut und neuer Tatkraft erfüllen und dem Auslände zeigen, daß das deutsche Wirts-kaftsleben sich auch nl etwa noch kommenden schwereren Zeiten nicht niederdrücken oder zertrümmern läßt. Der Aufruf an Handel, Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft, der von dem vorbereitenden Ausschuß herausgegeben wird, trägt u. a. die Unterschriften: Generaldirektor H. Brückmqnn, Hofrat Dr. E. Büttner- Augsburg, Robert Friedländer-Tahlem, Landrat a. 2. � E. Gerlach-Neudeck. O.-S., Stadtrat Dr. P. de Gruhter-Charlotten- ' bürg, von Kardorff-Lissa(Posen), Stadtrat Dr. Sckacht-Wetmac, Regierun gs-prästdent a. D. von Schwerin-Grunewald. Direktor Dr. K. von Wysiecki. Das Bureau des Vorbereitenden Ausschusses bc- findet sich: Berlin NW. 6, Schisftauerdamm 6— 7, Fernruf: Norden 8108, 10329. Tic letzte französische Anleihe. Hollandsch' Nieuwsbureau meldet aus Paris: Finanzministec Klotz teilt in der Kammer mit, daß der Erfolg der letzten Anleihe alle Erwartungen übertreffe. Die Gesamtzeichnungen hätten 28 Milliarden Frank erreicht, darunter 19 Milliarden neues Geld. Bisher hatten die ftanzösischen Sparer keinen großen Patrio- tismus durch überwältigende Zeichnungsfrsude bewiesen. Auch nach dieser„Siegesanleihe" hat Frankreich nur einen Bruchteil der in Deutschland gezeichneten fest verzinslichen Anleihe aufgebracht. öriefkasten üer Redaktion. M. S. Z2. Falls Ihr Mann in der zweiten Hälfte des November ent- lassen ist, haben Sie noch Anspruch aus die Unterstützung für die erste Hälfte des Monats Dezember.— 25. M. Wenden Sie sich an das. Miel- einignngSamt Ihres Bezirks. Adresse erfahren Sie Zimmerstraße 30.— (r. M. S. 26. Daraus brauchen Sie sich nicht einzulassen. Es kann dann aber Kündigung erfolgen.— Freitag, Heuback. 1. Beim Bezirkskommando. Entlassung kann sofort erfolgen. 2. Nein.— I. H. 18». Reelam, Leipzig. — W. 100. Ihre Ansicht ist an sich richtig. Da Sie aber gezahlt haben, läßt sich nichts tun.— 25. G. 5. und F. P. 44. Nein.— Kawitzke und Ogorek. Sie haben nach den bisherigen Bestimmungen leider keinen An- sprnch.— Kaditze. Leider haben Sie keinen Ansvruch.— O. L. 1. Ja. 2. Nein.— L. K. 45. Nein.— Verpslegungsgebiihrnisse. Sie müssen die Entlassung durch den Ersatztruppenteil abwarten.— K. H. 77. Wenden Sie sich an Ihren Ersatztruppenteil.— L. H. 15. 1. bis 3. Nein. — E. O. 1912. 1. Armeekorps.— E.®. 100. Wenden Sie sich an Dr. Baege direkt.— Irma F. Ja.— K. N. Ja.— Ausländer. Setzen Sie sich mit dem Metallarbeiterverband in Verbindung.— The«. Wenden Sie sich an den Bund der Kriegsbeschädigten, Lindenstr. 114.— C. 2. 420. Erheben Sie Einspruch, da Amnestie zu erwarten ist. Der Einspruch muß binnen einer Woche, von der Zustellung ab gerechnet, eingelegt sein. — PostanShelserin I. M. 112. Die sofortige Entlassung und damit die Entziehung der Teuerungszulage halten wir für unzulässig.— St.. Heinersd«rser Straße. Anspruch auf Familienunterstützung haben Sic�nicht.� Dagcgen käme eventuell eine Ausgleichsutiterstüvuiig in Frage. Verantworllilv Mr Volitil- Erich Zluttnrr,-Serlin: für den übrigen Teil des Plattes: Alsrcd Scholz, Neukölln! für Anzeigen Theodor Glocke, Perlin. Verlag: Verwärls-Verlag<5. m. b. H.. Verlin. Druck. Vorwärts.Vuwdruckerei und Berlagsanllalt Paul Einaer u Co. in Verlin. Lindenstrabe 3. Hierzu 1 Beilage. A. WERTHEIM V Herren- u. Damen- Regenschirme mit Natur- und Phantasiegriffen Fat bige Damen- Regenschirme mit Natur- und Phantasiegrilfen in großer Auswahl Knaben- Kleidung Taschentücher RlucAnanviiri h-chgeschl« sen mit schw. Dlusenanzug Schlcile aus grau meliertem OC AA Stof tüf un eUhr 3 Jahre........... M.— icde weitere Größe 1.50 M. mehr. �/-Kulnrwiirt hochgeschlossen mit Scnleife ocnuidntug aU5 �»uoem cheviolarligen CC flfj Stofi Im ungefähr Jaw........... M- I de weitere Größe 3.50 M. mehr. �rertrlarciiin ofIen= I"orm ans grünen chlvl- HC Oft oponanzug otarligem Stofi lür 9 Jahre M. 1 e d j weitere GroSe 3.00 At. mehr. TaolrAnanTiirt cin ü- rweihreihig Rucken. � jacKenanzug mi, Qlirt u. Fli chen aus 1 1 n nn grau gemustertem Stoß iür 11 Jahre... M. 5 s lecke weitere Groie 3.10 M. mehr. 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