Nr.33V. 33.3al|tg. Bezugspreis: Vierteyährl. 6.75 m.. monaU. a 25 S»f. frei ins Haus, vorauszahlbar. Einzelne Nummern lg Pfennig. Postbezug: Monailich 2.25 Ml.,»xll. Zustellungs. gebühr. Unter Kreuzband für Deutsch- land u. Lesterreich-Ungarn 5.50 TA. für das übrige Ausland 9.50 Mb. bei täglich einmaliger Zustellung 7.50 Ml. �-ostbcstcllungcn nehmen an Däne- Marl. Holland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Eingetragen in die Post-Zettungs-Preisliste. Der.VorwärtS' erscheint wochentäglich öweimal. Sonntags einmal. Morgen-Ausgabe. Telegramm-Adress e: »Sozialdemokrat Berlin Berlin er Volksblntt. Zenlralorgan der fozialdemoltratifcbcii parte» Deutfchlands. ( 10 Pfennig) AnzeigeuprciS: Tie achtgeshaltene Nonhareillezeile lostet b0 Pfg.„Meine Tlnzetgen", das iettgedrulltc Wort<0 P-g.(zulässig 2 fetigedrurktc Worte), jedes weitere Wort 20 Pfg. Stellengesuche und Echlafstellenanzeigeii das erste Wort 30 Pfg., jedes wettere Wort 15 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen rür zwei Worte. Teuerungsznschlag 50%. Familien-Anzeigen, bolitische und gewcrlschastliche Vereins- ZInzeigcn 80 Pfg. die Zeile. Anzetgen für die nächste Nummer müssen bis» Uhr nachmittags im HauPtgcschäft. Bcrlüt SW.68, Llndenstrage 5, abiegeben werden. Geöffnet von S Uhr früh bis 6 Uhr abends. Ueüaktion unS Lxpeüition: EW. 68, Linöenstr. S. Fernsprecher: Amt Moriypla!?, Nr. tSIS«— Sonnabend, den 7. Dezember 1V18. Vonvärts-verlag G.m.b.H., EW. 68, Änüenstr.Z. Fernsprecher: Amt Morthpla«. Nr. Sä KS u. ML 62. Straßenkampf im jVorden Berlins. Zahlreiche Tote und. verwundete.- Soidatenkundgebung für Cbert.- Ein Hauptmann von Cöpeuick„verhastet* den vollzngsrat. . �u der Thansieestrafie kam rS gesteni zu einem Zusammen- > o>! zwlschcu Truppen uiid spartacus-Temoiistrantcn, wobei � Za h l r e i che Tote und Verwundete gab. Bor der Reichskanzlei demonstrieten Soldaten, die(�brrt ?unorderteu, die P r ä> i d c n t s ch a i t der Republik zu Uocruehmcn. Wert anlwortetc, er werde iu Gemeinschaft mit stillegen die Negicrungsgrschäftc wir bisher weiter- Im Abgeordnetenhaus wurde der Vollzugsrat von eiucin T-Iörzeldwebel, der sich als Beauftragter der Regierung ausgab, r verhaftet erklärt. Ter Vollzugsausschuß wurde ftcigelassen und der Vizefcldwebcl verhaftet. » . Die Vorgänge, öle sich in den gestrigen Nachmittags- uns Abendstunden in Berlin abspielten, sind nicht nur aufs lentc zu beklagen, sondern auch aufs schärfste zu ver- S a?'■ notwendig, sie restlos aufzuklären und die huldigen, rücksichtslos zur Verantwortung zu ziehen. h"nd' die eigentlichen Drahtzieher und ihre Motive un- lliA:' �ber auch wentl sich herausstellen sollte, daß die st�, dieser tollen Geschichte der Meinung waren, sie lci- ../eu damit im Interesse des Volkes ein Heldenstück, kann wen das in keiner Weise zur Entschuldigung dienen. -. Der Vizeseldwebel F., der an der Spitze von 150. Manu le„Verhaftung" des Vollzugsrates im Abgeordnetcnhause vrrrahn� behauptet steif und fest, einen Auftrag der Regie- ung besessen zu haben. Daß er lvirklich guten Glaubens scheint aus dem Umstand hervorzugehen, daß er in uhrender Naivität im Reichskaiizlerhause erschien und mel- er habe seinen„Auftrag" ausgeführt. Wer hat nun ? V Vizeseldwebel F.„bemistragt"? Es lmndelt sich nach �iner Aussage uin drei große Unbekannte, die hoffentlich �ich gefaßt werden, und denen man beibringen wird, daß Q» mit den Methoden von Eöpenick nicht Weltgeschichte mchen kann. Die Sokdatenkuirdgebungen, in deren Verlaus sich das tirf>i �sück abspielte, lvaren hervorgerufen durch die Nach- � wr daß die Spartakusleute nach den drei Versammlungen, �ttmstalteten, einen großen Streich zu tun gedächten. dem Sturm aus das Polizeipräsidium, nach der Ankün- Inn � Vorsitzenden einer früheren Spartakusversamm- -sif' �uerde demnächst bewaffnet zum»ianzlerhaus von und die sozialdemokratisch-unabhängige Regierung in 5.' luar e'nc lMvisse?kervosität begreiflich. Leider ist es ."kr Chausseestraßc zu einem s chweren Blutvergießen ««onimcu. > �foch Berichten zahlreicher Augenzeugen, die man von sicheren Seite natürlich bestreiten wird, wurden die re- �erungstreuen Soldaten von den ihnen entgegenziehcnden ..�rtakuslenten aufgefordert, ihre Waffen abzuliefern und hntn 311 svlgen. Da sich die Soldaten darauf nicht einlassen 'm s � u r d e auf sie geschossen. Sie erwiderten .'>n das Feuer und' es kam zu einem Gefecht, bei dem es aus Iiv!? Seiten Tote und Schwerverletzte gab. Da die lieber- . genhsit der Soldaten gegen die schlechter bewaffnete Masse i£ groß war. ist die Zahl der Opfer auf der anderen Seite niA. r' aIä � der des Militärs. Wie es in solchen Fällen . L�ers geht, sind leider auch Unschuldige der Schießerei «um Opfer gefallen. fK.,. c ganzen überaus traurigen Vorgänge in der Chaussee- t'?,-r«�aren sich ans dem gewissenlosen Treiben der Spar- 1. und der ungeheuren Erbitterung von neun Zehn- 6 Uhr aus etwa der Hälfte der Ver- sanimlungsteilnelimer ein Zug. Voran marschierten die Sol- daten, ihnen folgten die Zivilpersonen. An der E ck e d e r Chaussee- und I n v a l i d e n st r a ß e stieß der Zug auf starke Ketten von Militär, das mit ausgepflanztem Bajonett dastand. Ter Zug bog, weil der Weg nach dem Oranienburger Tor versperrt wurde, zum Teil nach dem Neuen Tor ab. Andere Teilnehmer blieben an der Ecke der Invaliden- und Chausseestraße zurück und standen erregt in Gruppen um- her. Es wurde der Versuch gemacht, die Soldaten zur Niederlegung der Waffen zu veranlassen. Plötzlich fiel ein Schuß— und nun eröffneten die Sol- daten ein heftiges Feuer. In den Sophiensälen hatten sich, wie uns ein Augenzeuge berichtet, ungefähr 200 Mann versammelt, die den Saal nur spärlich füllten._ Hier wurde die Ansputschung durch einen Herrn im schwarzen Gehpelz, einen angeblichen Schriftsteller, besorgt, der plötzlich die A! i t t e i l u n g machte, der Voll- zugsrat sei von den Scheidemännern verhaftet und Ebert zum Diktator- ernannt worden. Ein zweiter Zivilist forderte die Versammelten auf, zur Rettung der gefährdeten Revolution sofort einzugreifen. Drei Plakate mit den Aufschriften:„Nieder mit Hindenburg!",„Hinaus mft den Offizieren aus den Soldatenrätcn!".„Der Soldatmät der Deserteure usw. verlangt sein Reckt auf Anerkennung!"� waren bereits zur Stelle. Der Herr im Gehpelz und die Matrosen mit den Plakaten setzten sich an die Spitze und so ging der Zug hinaus ans die Straße, bis er an der Ecke der Chaussee» und Jnvalidenstraße auf militärischen Wider st and stieß. sSchluß«ms der 3. Seite� Mbeitszwang»-«�chtstunöentag Die Besaynng der Pfalz. Ludwigshafc«, K. Dezember. Heute nachmittag trafen hier die ersten französischen Besatzungstruppen, einige Kundert Mann ein, unter denen sich auch Farbige be- finden. Ein Teil der gestern hier eingetroffenen interalliierten Kommission hatte auch in Mannheim eine Besprechung mit Schifsahrtsinteressentcn. Bei der Besprechung wurde, wie der„Ludwigshafencr Generalanzeiger" vernimmt, von den Franzosen die sofortige Absetzung der Arbeiter- und Soldatenräte, die Aushebung des Acht- st u n d e n t a g e s, die E i n f ü hr u n g des Arbeits- z w a n g e s und die Todesstrafe für schwere Zuwider- Handlungen verlangt, lieber eme Sperrung der Rhrinbrncke ist nichrs Bestimmtes bekannt. Das französische Strafgesetzbuch und üer Exkaiser. Paris, 6. Dezember. Tin Vertreter des.Matin* hatte eine Unterredung mit einem Mitglied des Kriegsgerichtes, der ihm er- klärt«, Mt der früher« Deutsche Kaiser für seine Ver-. brechen verantwortlich sei und von der Militrrrgerichtsbarkeit nach ArtifolöSd«« französischen Strafgesetzbuche szur Vcrantwortunggezogen werden könne, wonach Ausländer, die sich ein BerbrechenVuf dem Boden Frankreichs zuschulden kom- nren ließen, vor ein Kriegsgericht gestellt werden können. ' Vom Staatsdepartement in Washington verlautet, daß die Frage der Auslieferung des früheren Deutschen Kaiser? aufgeschoben wenden wird, bis Wilson erreicht wird. Amtlichen Kreisen in Washington zufolge, hat Wilson über diesen Gegenstand niemals seine Meinung geäußert. Entscheiüung üer Kaiserfrage nicht ohne Wilson. Haag, 6. Dezember. Hollandsch NieuwSbureau meldet auS Washington: Laut Meldungen deS amerikanischen Auswärtigen AmtrS werden sämtliche Schritte, die im Zusammenhang mit den Anträgen, den Kaiser auSznliefern, aufgehoben, bis Wilson in Europa angekommen sei. Bor seiner Abreise hat Wilson über diesbezügliche Pläne lleinrrlei«uskunft in seinen Rc- gierungSkreisen erteilt.__ Wilhelms fluslieferung beschlosien! Haag, 6. Dezember. Hollandsch Nieuwsbureau meldet aus Lon- don: Clemenceau erklärt« vor seiner Abreise, daß die Vertreter von Frankreich, England und Italien auf der Londoner Konferenz übereingekommen seien, daß Wilhelm II. ausgeliefert und vor einen Gerichtshof gestellt werden müsse. Die Schiffsverlusie ües Weltkrieges. Die Ziffern Englands. L o n d o n, si. Dezember.(Reuter.) Gestern abend wurde ein Weistbuch mit folgenden Angaben über die Lage der Schiffahrt am 31. Oktober 1918 veröffentlicht: Die Ver- l u st e der Welttonnage während des Krieges betrugen 15 Tonnen, der Zuwachs betrug durch Neubau 19 d-»-» Tonnen, durch Erbeutung und Benutzung feindlichen Schlfssraumcs 2 392675 Tonnen, zusammen 13242202 Tonnen. Der Nettoverlust betrug 1« 1 1 3 8 4 T o n n e n. Tie ent- sprechenden Zahlen für den britischen Schiffsraum mit AuSschlusz der Uebcrtragung von Schisssraum unter britischer Flaage und anderen Flaggen sind: Verluste: 9031 323 Tonnen, Zuwachs durch Neubauten im Vereinigten Königreich 4342 296 Tonnen, durch Kauf im Ausland 530 000 Tonnen, durch erbeutete feind- liche Tonnage 716 520 Tonnen, zusammen 5588 816 Tonne«. Der Nettoverlust betrug 3443012 Tonnen. Zrieüensfragen. Die Organisation des Völkerbundes.— Abschaffung der militärischen Dienstpflicht. von der Leitung der Bergvxake in Nordfrankreich ist dem Ministerpräsidenten Clemenceau mitgeteilt ivorden, daß die Berg. werke von den Deutschen vollkommen durch Dynamit und lieber- schwemmung vernichtet worden seien und daß jetzt keine Arbeit für die entblößt zurückkehrenden Flüchtlinge geschaffen werden könne. Man bittet, auf die B e z a h l u n g deS angerichteten Schadens durch die Deutschen zu dringen. London, 6. Dgzember.(llicuter.) Lord Robert C«ci4 teilt« in einer Rede mit, daß die Regierun« ihn aufgefordert habe. dt« Leitung de« Teiles der britischen Friedensdelegation zu über. nehmen, der sich mit der Organisierung des Völkerbun. de« beschäftigen wird. Er habe diese Einladung angenommen. London, b. Dezember.'(Reuter.) In seiner Rede in Dunde» erklärte C h u r ch i l l, die britische Regierring würde auf der Fri«. d«nSkonferenz die allgemeine und vollständige Abschaffung der msti- tärischen Dienstpflicht fordern._ Wansing über üen Wi'eüeraufbau. Lasel, K. Dezember. Im SenatSausschuß gab Lansing bekannt, die Schuldfrage am Kriege werde wahrscheinlich nie geklärt werden. Wichtiger als die Bestrebung, die Schuldigen zu bestrafen, sei der Wiederaufbau der Kultur und der ver- nichteten Menschheit. Diese Bestrebungen erhielten ihre Krönung durch den Wilsonscken Völkerbund. Wenn auch Deutschland die brutale Kriegsührung zuerst eingekührt habe, so sei auch das Regime dcs Zaren nicht frei von Schuld oder Verbrechen. STmerika werde die Wunden des Krieges Heileu, nicht nur in den verbündeten Ländern, sondern auch inden bisher feindlichen Staaten. Schwersie Not in Wien. Tie Kohlenka�gstrophe. Die Kohlenkatastrophe droht in Wien zu einem allgcmei- neu llizglück zu werden. Nach den Erklärungen des Staatssckre- tär« für Verkehrswesen benötige« die deutsch-österreichischen Staatsbahnen bei eingeschränktem Verkehr täglich 4000 Tonnen Kohlen. Davon fehlen aber 3000 Tonnen, dir vom Auslande eingeführt werden müßten. Alle Versuche, von Deutschland und von Böhmen Hilfrzuerlangen, blieben bis jetzt erfolglos. Besonders kritisch gestaltet sich die Lage Wege« ber geforderte» Durchführung der Mackensen. Züge. Für diese Armee wurden bis setzt 49 Transporte ge- fahren, die 1000 Tonnen erforderten, von denen aber bisher nur 250 Tonnen geliefert und weitere 275 Tonnen angewiesen sind. Durch das vollkommene Ausbleiben der Dienstkohle in den letzten Tagen scheint der gänzliche Stillstand der gesamten Betrieb« bevorzustehen. Ein erneuter Schritt beim Kohlcnkomitee in Prag, um gerechte Kohlenzuweisung, blieb bis- her ohne Antwort. Wien, 6. Dczembrr.(Hollandsch NieuwSbureau.) Die „Neue Freie Presse" weift darauf bin, daß die Erklär««« deS JtaatsckretärS für öffentliche Arbeiten über die fürchterlichen Zu- stände in Wien inzwischen in de» Ententeländern und den neu- träte« Staaten bekannt wurde» und sich nun zeigen fall, ob bei de« neuen Verhandlungen mit der tschecho-slowakischen Regierung»ine andere Haltung als bisher eingenommen wird. Die Entente müsse wissen, daß sie jedenfalls die Verantwortung für die tschechische Politik mittrage nnd die schwerste Kata- strophe für Wie» heraufbeschwöre. Bisher kamen in Wien keine Kohlen an. Die Zerstückelung Ungarns. Selbstmordversuch Karolyis. Die willkürliche Abtrennung von Bestandtetten Ungarns durch die umioehnendcn Nationen hat in Budapest die u n g l a u b- lichsten Konfusionen ausgelöst. Das wehrlose Land sieht sich außerstande» der großen Gefahr der Zerstückelung des Landes zu begegnen, und von der Entente scheint gar kein Schritt zur Vernunft zu erwarten zu sein. Diese stellt sich vielmehr auf den Siandpunkt, daß die Tschcchoslowaken als verbündete Truppen zu behandeln seien, die ein Recht zur Besetzung ungarischen Gebietes haben, und denen gegenüber jeder Widerstand mit Waffengewalt als Kriegsfall anzusehen sei. Der Minister I a S z h wehrt sich gegen di« Vorwürfe der Pariser Press«, daß die ungarische Volts- regierung mit. Bomben gegen die Rumänen arbsibe. Er sagt, er erstrebe lediglich die friedliche Einigung mit den in Ungarn lebenden Schwesternationen auf Grund der vollkommenen Gleichberechtigung. Die Behauptung müsse als voll- ständig unsinnig zurückgewiesen werde«, als ob eine Regie. riung, der praktisch überhaupt kein« Wehrmacht zur Verfügung stehe, mit G e w a l t m i t t e l n ihren Willen beinahe gegen die ganze militärische Macht der Welt durchzusetzen beabsichtige. Der Ministerpräsident Karolyi hat durch die Enttäuschung über die Haltung der Entente und seiner ehemaligen Pariser Freunde und durch das Unglück, dag damit über sein Land gekommen ist, einen völligen Zusammenbruch erlitten und einen erfolglose» Selbst- Mordversuch gemacht. Tschechischslowakische Truppen fahren fort, ungarisches Gebiet zu besetzen.«_ Der Krieg gegen das bolschewistische Rußlanü. Aufstellung einer Armee von 100 OOO Mann. Die Enteute nnd die der gegenwärtigen russischen R.gierung feindlichen Kreis: des alten Zarenreiches haben den Krieg zur«er- nichtnng der Sowjctrrgierung organisiert. Ein Kampf von äußerster Bitterkeit beginnt von nun an vom Süden aus in das Herz Ruh- lamds getragen zu w.rdeu., Kiew, 4. Dezember. Die Entente glaubt, mit einer Armee von 100 MX) Mann in Südrußland auszukommen. Die Hauptaufgabe derselben ist die Besetzung der wichtigsten Eisenbahnen, die Aus- bildirng und Versorgung der gegen die Bolschewiki kämpfenden Truppen, di« von der Entente reichlich mit Artillerie, Tankt und technischen Hilfsmitteln ausgestattet werden sollen. Kiew, 4. Dezember..Utro" meldet: Die B o l s che w i k i suchen die Aussöhnung mit den Minimalisteu. Ter Erfolg ist nicht un- wahrscheinlich im Hinblick aus die neutrale Position, die besondert die Minimalisten längst gegenüber der augenblicklichen Aldion zur Wiederherstellung Rußlands einnehmen. Krieg zwischen Peru unü Chile. Seit einigen Tagen läuft in der Presse in mannigfachen Varia. tionen das Gerücht von außerordentlich gespannten Beziehungen zwischen den südamerikanischen Republiken Chile mch Peru. Worin der Konfliktsstoff besteht, ist uns noch nicht klar geworden. Er muß aber sehr ernst sein. Denn der„Matin" behauptet jetzt, einer Tel- union-Meldung zufolge, daß die Kriegserklärung Chile» an Peru jeden Augenblick zu erwarten fei. Um die Auslieferung üer Jungtürken. Die»Agence HavaS" hat verbreitet, daß die deutsche Regierung auf Ersuchen der türkischen Regierung die Verhaftung En» er Paschas. Talaat Paschas, Schükri» und anderer in Deutschland weilenden Jungtürken angeordnet habe. Wie die »Frankfurter Zeitung' von zuständiger Seite dazu erfährt, ist das unrichtig. Lediglich die türkische Botschaft hatte ersolglo» dies« Ver- hastungen beantragt. Uebrigens befänden sich Enver und Schükri nicht in Deutschland.' Die Autlieferung einer Reihe von Jungtürken ist nicht nur wegen polittscher, sondern auch anderer Bergehen beantragt worden. Das neue Ministerium in Spanien. Madrid, S. Dezember.(HavaS.) Tat neue Ministerium setzt sich folgendermaßen zusammen: Voisttz und Auswärtiges Graf Nomanones, Krieg Bereng-uer, Marine Chacon, Justiz Rofello. Ocffentliche Arbeiten Marquis von Tontina, Unterricht Salvatella, Finanzen Calbeton, Inneres Amalio Gimeno, Lebensmittelversor- gung Avgente._ Räubereien unü plünüereien. Die ersten BesatzuugStruppcn der Entente sind in Köln enge* kommen. Bis zu ihrem Eintreffen hat Köln alltäglich wüste Dieb- stähle und getualttättge Räubereien gesehen. In der Nacht zum Donnerstag ist ein KonfekttonSgeschast und ein Goldwarenladen durch eine dreihundertköpfige Räuberbande geplündert worden. Mehrere Soldaten sind durch Sicherheitsorgane erschossen oder schwer verletzt worden. Im Anschluß daran sind etwa 50 der Plünderer verhaftet worden. Aus dem Truppenlagcr Lechfeld bei Bugsburg hat eine zügellose Soldatenmasse alles Wertvolle fortgeschleppt. ES find drei Millionen Paar Stiefel, die für die heimkehrenden Frontsoldaten bestimmt waren, und 7 Millionen Kilogramm Sohlenleder geraubt worden. Frankfurt a. M., 6. Dezember. Die„Frankfurter Zeitung' meldet aus Mainz: Die Plünderungen der HeereSbedarftniederlagen nahmen in den letzten Tagen hier einen bedauerlichen Umfang a>n. so daß die Polizei mit Waffengewalt einschrstt. Auch mit Ma- schinengcwebren wurde angegriffen. Es gab eine größere Zabl Toter und Verwundeter. Die Hauptplündcrungen erfolgten im Heerespark m der Jngelheimerau und den KorpSbekleidungsäuttern Mainz-Kastel und Mainz-Kostheim. Auch auf die Armeckonservcu- fabrik und das Laza-rettdepot wurden Raubzüge unternommen, die die Polizei erfolgreich abwehrte. Bei den Plünderungen spielten Frauen und halbwüchsige Burschen die Hauptrolle. Weitere Vertagung üer Solüaten- üelegierten-Wahlen. Die in der Vollversammlung der Groß. Berliner Soldaienrätc vom 5 Dezember im Reichstag eingesetzte Kommission zur Ausar« beitung des neuen Wahlrcglements für die Telcgiertenwahleii am 16. Dezcber ISIS hat einstimmig beschlossen, der nächsten Vollvcr-� sammlung der Soldatenräte Gioß-Berlin(7. Dezember) folgenden Antrag zur Beschlußfassung zu unterbreiten: Die Soldatenrä!« Groß-Berlins vertreten die Auffassung, daß bei den Wahlen zur DelegierteNversemmlung am 16. Dezember und bei der Wahl zum Zentralrat der Arbeiter- und Soldatenräte Deutschlands an dem Grundgesetz der deutschen Revolution, Parität zwischen Ar- heitern und Soldaten festzuhalten ist. Bezüglich des Wahlreglements hat die Kommission beschlossen: Der Termin für die Wahl der Vertreter zur Delegiertenversamm- lung am 16. Dezeber wird von der Vollversammlung der Groß-Berliner Soldatenräte festgesetzt. Der Vollversammlung wird zu gleicher Zeit das von der Kam- Mission ausgearbeitet« neue Wahl-veglement zur Beschluß- fassung vorgelegt werden. Die Kommission für die Ausarbeitung des WahlreglementL. I. A.: Gerber. Corny, Hahnewald. Nächste Vollversammlung am 8. Dezember. Berlin, 6. Dezember. Auf Beschluß der gestrigen VollversamM« lung der Soldatenräte Groß-Berlins beruft das Bureau die nächst« Vollversammlung für Sonntag, den 8. Dezember, vormittags 11 Uhr, in den großen Sitzungssaal de« Reichstages ein. Auf di« Tagesordnung wurden zunächst folgende Punkt« gesetzt: 1. Bericht det Bureaus. 2. Ergänzungswahlen für deS Buerau. 3. Weiterer Teilbericht des SiebeneraSschusses. 4. Bericht des Wahl- bureauS. 5. Entschädigungsfragen der Soldatenräte. Unterkunft für üie§ronttruppen. Auch in der Universität. Berlin, 6. Dezember. Wie wir erfahren, ist die Zahl der jetzt aus dem Felde nach Berlin zurückkehrenden oder durch Berlin durch- ziehenden Truppen so groß, daß zahlreiche Schuten und ander« Lchi- anstalten behuf» Unterbringung der Trupepn haben vorübergehend geschlossen werden müssen. Hiervon ist auch die hiesige Universität betroffen worden ober genauer gesagt, das Universitäts-Hauptge- bäude Unter den Linden, so daß der Unterricht-betrieb in diesem Gebäude für einige Tage hat eingestellt werden müssen. Der Be- trieb in den übrigen Gebäuden der Universität, also namentlich den medizinischen und naturwissenschaftlichen Instituten, leidet da- durch keinerlei Unterbrechung; auch ist die Universitätsbehörde de müht, für die Vorlesungen der übrigen Fakultäten Ersatzräume zu h- schaffen. Ei besteht die Hoffnung, daß auf diese Weise mindestens ein Teil des Unterrichts, der sonst im Hautpgebäude der Universität stattfindet, fortgeführt werden kann. Die näheren Bekanntmachun- gen hierüber werden in allernächster Zeit ergchen. Koftümwecbfel. Der fortschrittliche Parteitag Groß-Berlins hat seinen Anschluß an die Deutsche Demokratische Partei beschlossen. Ein Kostümwechsel des Groß-Berliner Kommunalfreisinn». Das„Vcr- liner Tageblatt', das in der neuen Partei ein« Art Kurt Eisner- Rolle spielt, hatte unlängst mit hundert Eiden geschworen, daß kein« der.kompromittierten' FortschriitSgrößen in der neuen Pa-rcei e'-m Rolle spielen sollte. Und richtig. Herr K o p s ch, der bisherig« Vor- sitzende der Groß-Berliner Fortschrittspartei, hatte zu Beginn � Tagung sein Amt niedergelegt. Statt seiner präsidierte— Hprt M ugd a n. Wae ungefähr dasselbe bedeutet, als wenn man Deutschland Wilhelm II. durch den Kronprinzen ersetzt hätte. Aber nicht nur dat. Heor Mugdan hielt Herrn Kopsch eine lang« Tan!' und Abschiedtrede, wobei er der Hoffnung Ausdruck gab, daß d> � Arbeitskraft de» Herrn Kopsch auch der neue» Partei in vollem Umfang nutzbar gemacht werd� Urttv da» nannic Professor Weber im Zirku» Busch: ES gilt i!,et nicht die Verschmelzung irgend welcher alten Parteien, sondern die Schaffung von etwa t ganz Neuem! die Vorgänge im besetzen Gebiete. Eine Mahnung zu»» Misttraucn. Der gegenwärtig« Stellvertreter des bayerischen Gesandten � Berlin, Herr Robert Schoner, leilt uns mit: Im Interesse des geordneten Verlauft der Revolution in Teilen Deutschlands liegt et, die vielen alarmierenden Nachrichte» über da» verhalten der Besatzungen in der bayerisch� Rheinpfalz sowie im Rheinland mit aller Reserve aufzunehmen- Die Meldung au» der Pfalz über di« V« e ge w a l t i g u n g vo» einer Reihe von Mädchen mußte schon dementiert werden- In Nachrichten aus dem Rheinland wird ein falscher Eindruck ds' durch erweckt, daß di« in Aachen, Jülich ufto. ergangenen Crlafst alt spontane Eingebungen det Kommandanten hingestellt werden- während et sich doch leider— wie uns auch von besonderer Ste� aut Köln bestätigt wecden mußte— nur um«ine- Wieder' holung der Vorschriften handelt, die von der deutscht Besatzung in Belgien, Frankreich, Polen allgemein lassen waren. Aber auch diese Maßnahmen sind nur von belgischer Se� ergangen und die Nachrichten über die angeblichen Gewaltsaiv' ketten(Abschlagen von Hüten usw.) konnten auch aus Aachen � 5. November abends nur al» dunkel umlaufendes®C' r ü ch r bestätigt werden. Vielsagend in einer Zeit der Masses' Psychose, ähnlich der zu Kriegsbeginn entstandenen, lieber Ps' übrigen Besatzungen(einschließlich der französischen) konnten wf nur gute Kunde bekommen, zumal auch über die amerikanische''' Trier. Ein änderet Verhalten widerspräche ja auch, abgesehen allem, geradezu den direkten Interessen der Entente, wie sie P'' französische Presse, so noch jüngst in mehrfachen Auslassungen Kommandant de Ciuricux im„Mattn", vertrat. Es wird also festgestellt, daß jede Verallgemeinerung derartiger Meldungen unangebracht ist und nu' alt beabsichtigtes Neurntfachcn nafioualistischer Leidenschaften f>!' trachtet werden kann. Solchen Versuchen der mititärischrn Reaktiv kann nicht scharf genug entgegengetreten werden. S» lebten wir, so lebten wir,— im großen Hauptquartier- Nach Mitteilungen de» Qberurseler Arbeiter-. und Soldatenrim wurden bei der Sichtung der Vorräte des Großen.Hauptquaclie� dort u. cr. gefunden: 156 Waggons Kohlen, 666 Zentner Sp� 34 Zentner Butter und große Mengen feinster Konserven. Die Sc' HmSmittel sollen den zurückkehrenden Truppen zugewiesen werde»- lt (f i»-. rl et' citt c# t pit lijit id pi« d-t nS & Nie gestrigen Vorgänge in Berlin. (Schlug van der 1. Seite.) In den sich hier entwickelnden Kämpfen, an denen auch die W den G e r m a n i a s ä l e n kommenden Demonstranten be- �:gt waren, gab es leider zahlreiche Tote(man spricht von 28) �Verwundete(etwa 40).. Dem Polizeipräsidium waren WIO Uhr abends 14 Tote gemeldet. In der Rettungswache �chendorfsstraße waren bis dahin 17 Verletzte eingebracht. Ter ganze Vorgang ist nach WTB. auf einen Befehl des Generalkommandos der Gardetruppen zurück- Mühren. Das Generalkommando hatte an die Füsilierkaserne "en Befehl gegeben:„Mannschaften alarmbereit auf die- Ttraste gehen und Demonstranten von Germania- und Sophiensälen Zerstreuen." tyie Köpenickiaüe im?lbg«:orünetenhaus. „Vcrhaftnng" des Bollzngsrat?. Abgeordnetenhause spielten sich gestern abend «wischen 5 und 6 Uhr tolle Szenen ab, die noch der Auf- llarung bedürfen. Ein junger Mann in Uniform eines Feldwebels erschien mit einigen- Mannschaften der Moniere und Flammenwerfer und erklärte, er sei von der Regierung beauftragt, den Vollzugsrat zu verhaften. jyese Verhaftung wurde auch vollzogen. Derselbe junge pum erschien sodann mit einer Deputation im Reichs- �nzlerhause, um dort mitzuteilen, daß er seinen Auftrag ?�%fiihrt habe. Die anwesenden Mitglieder der Regierung wllten fest, daß der Auftrag eine Fälschung sei. Ter junge �ann wurde vorläufig festgenommen und zugleich das Rot- endige zur EntHaftung des widerrechtlich verhasteten Voll- MsrateS eingeleitet. Der Vollbringer des seltsamen Streichs .knauptct steif und fest, selbst irregeführt worden zu sein, er w an einen Auftrag der Regierung geglaubt. Tie Regierung erließ dazu folgende Erklärung: Tie Reichsregierung steht der Verhaftung des VollzugSrateS l«ii n,Wew'etn' Truppe«, die die Verhaftung ausgeführt z- ünd mißbraucht warben. Tie Regierung wird die nötige »al schaffen und die Bestrafung derjenigen Personen ver- "/äffen, die für die bedauerliche Maßnahme verantwortlich sind. Mitglieder des Bollzugsrates stnd sofort Keizulasscn., Tie "typen fordern wir auf, i« Ruhe die ktasernen auszusuchen. Ebert. Scheidemaun. LandSberg. Tie drei niStu-ntcrzeichneten ReyierungSmitysieber befanden ™ övr Zeit des Vorfalls nicht im ReichSfanzlerhaus«. » .. Tee Mann, her den tollen Streich im Abgeordnetenhaus aus« ,ltytt hat, ist ein Feldwebel Fischer, Ritter des Eisernen teuzxz erster Klaff?, im Zivilberuf Ingenieur. Er ist. ein kleiner � süchtiger Mensch, Anfang der Zwanzig, der sich be: seiner Ver» j2"'un® sthr verwirrt gebürdete. Er behauptet steif und fest, er Mbe geglaubt, im Auftrag zu handeln. Er wurde in Haft ge- "umen, weil er einen nicht ordnungsgemäß, weder mündlich noch �"'tbch erteilten Befehl ausgeführt hat. j, Sil einer eigentlichen»Verhaftung", d. h. Abführung und Ein- V;'eh"ng des VollzugSratS ist es übrigens gar nicht gekommen. � s Mitglieder des Vollzugsrats widersetzten sich sehr entschieden, � o-u-i sie von dem zufällig anwesenden Volksbcauftragten Barth Mlerstutzt wurden. Di« zur Verhaftung befohlenen Leute �u.ven dadurch unsicher und einer von ihnen erklärte einem unserer 'erstatter:»Dir haben sie ja gar nicht verhaftet, sondern Wien uns herausgeschmissen.". �un�aebung vor dem Neickskanzierhaus. j, vsn dem abendlichen Dezembernebel stauten stch vor der -uchSkanzlei niebrere Kolonnen Matrofen und Soldaten, die »fwehre fest in der Hand. Von einem primitiven Holzblock nA Rednertribüne aus richtete der Äildat Spiro folgende Rbruche an die Truppen: n Deutschland steh! in dem unermeßlichen Unglück einer vollen „2�. die nur durch betnußte Zusammonfassung aller Kräfte burch freiwilljg« Un-terot-dnung jedes Einzelnen unter das ge- «wfamx Bohl überwunden wenden kann. Deshalb verlangen ■ t, daß in kürzester Zeit die Vertretung des deutschen Vokkes zu- . sttentreten soll, daß die Nationalversammlung für den SO. De- «Wi&er ein-l-enufen wird. Der Vollzugsrat darf nicht mehr niit A" scheu Händen in die RegierungSmaschine eingreifen und die , stKerung unter Druck setzen. Ist der Vollzugsrat noch immer an wein unheilvollen Werke? So bringe ich denn das Hoch auf die Deutsche Republik und den Genossen Fritz Ebert aus, den ich hier aus Ihrer Mitte, gestützt auf die bewaffnete Macht, und im Be- wußtsein, für die ganze Nation zu sprechen, zum Präsidenten Deutschlands ausrufe: Die deutsche soziale Republik und ihr erster Präsident Fritz Ebert Hurra! Hurra! Hurra!"(Brausender Bei- fall, Trommelwirbel.) Jubelnd begrüßt, ergreift der Volksbeauftragte Fritz Ebert das Wort: „Wir stehen vor ungeheuren Schwierigkeiten, die der Krieg und die Wafsenstillstand-.'bcdinznngen unserem Volke auferlegt habest. Unsere Volkswirtschaft ist der Grundstock unseres Lebens. Noch schwerer wird unser Wirt- ichaftsleben bedroht, Wrnn eigenmächtige Maßnahmen in den Be- trieben zum schlicßlichcn Schaden der Arbeiterklasse getroffen wer- den. Wir wollen unser soziales Programm nicht mit einzelnen Experimenten, sondern im Rahmen der Reichögefetzgebung durchführen. Ein einheitlicher Wille muß die Geschicke des ganzen Reiches leiten. Tic Führung der Geschäfte muß fest in den Händen der Reichsleitung liegen. Wir haben uns stets bemüht, mit den A.- und S.-Räten gemeinsam zu arbeiten, in deren Hand die Macht liegt. Auch mit dem Vollzugsausschuß von Berlin haben wir nnS verständigt. Wenn wirklich Differenzen bestän- den, dürfte unter feinen Umstände« von außen eingegriffen« werde«. Das müßt Ihr uns überlassen! Wenn Ihr jetzt stürmisch die Einberufung der Nationalver- sammlnng begehrt, so vergeht nicht, daß Eure Kameraden e r st auf dem Rückmarsch sind und daß sie, die mit Euch alle KrirzSiiöte geteilt haben, auch wählen wollen. Geduldet Euch bis zur Tagung»iller deutschen A.- und S.-Räte am Iß. Dezember, die sich über den technisch frühe st en Termin der Nationalversammlung schlüssig werben sollen. Heute fordere ich Euch auf, volle D i S. zip Ii n zu wahren und eine geschlossene Truppe unter einhcit- licher Führung zu bilden, die der Grundstock der Macht ist, auf die sich Teutschlands Zukunft und Glück aus dem Abgrund eines jähen Falls neu aufbauen soll. Ihr sollt die Stütze eines neue« freien Teutschlands werden, dessen Bestand von keiner Seite gefährdet werden darf. Die junge soziale Republik Deutsch- land lebe hoch!"(Brausender Beifnll.) Nach dem Poksbeauftra�ten ergriff ein jnnger Student das Wort, mn der Regierung im Namen der geistigen Arbeiter volle Unterstlitzimg zu versprechen. Dann schwang sich ein Mann, wie er sagte, ein Matrose aus.Kiel, auf die primitive Redner- tribüne und sagte, die Soldaten wollten nichts weiter als Ruhe, Frieden, Brot und Arbeit. Die Leute, die das Volk an der Er- fiillung dieser seiner ersten und elementarsten Wünsche hinder- ten, gehörten hinter Schloß und Riegel. Wiederum ergriff der Führer der Demonstration Spiro das Wort: „Jetzt habe ich an. Herrn Ebert die klare Frage zu richten: Herr Ebrrt ist jetzt zum Präsidenten der Deutschen Republik ausgerufen worden.— Folgt er diesem Rufe oder nicht! Ja oder Nein?" Mit ruhiger, fester, durchdringender Stimme antwortete Ebert: „Kameraden und Genosse»! Ten Ruf, der an mich ergangen ist, kann und will ich nicht annehmen, ohne vorher mit meine« Freunden in der Rrgierung gesprochen zu haben. Das ist eine hoch- wichtige Angelegenheit, denen Entscheidung allein in den Händen de» Rate« der VolkSbeauftragten liegt." Der Führer Spiro forderte nunmehr die Matrosen und Soldaten auf, in gesck'losfenem Zuge abzumarschieren. In dem düsteren Grau des Dezeniberabends verklangen die schweren. Schritte der abmarschierenden Truppen. Der Streik der Eisenbahner beendet. Ein« mn Freitagabend im„Rffeingoid" abgehalteme und über- füllte Versammkumg der Eisenbahner beschloß, nachdem die V«rhandlu»gSkcmimission über die Verhandlungen minder Reichs. leittmg und dem Eisenbahnministerium in günstigem' Sinne üe- richte: hade. am heutigen Morgen die Arbeit wieder auf- zunehmen. Nur eine kleine Miwdrrheit stimmte dagegen. Tie Verhandbungen werden heute nachmittag fortgesetzt und dürften zur Zufriedenheit der Eisenbahner entschieden wevden. Nur noch str.c Verschärfung öer Slockaöe gegen deutfcklanö. Berlin, 6. Dezember. England hat' in Kopenhagen a m t l i ch 'mitgeteilt, daß die deutsche Schiffahrt von der En- tente in der Ostsee nicht mehr zugelassen wich. ! Dänische Schiffe können zwar fahren, aber es muß vorher eine ' Verständigung über die einzunehmende Ladung erfolgt sein. . Kali und Kohle, aber keine Halb- oder Ganzfabrikate dürfen aus Deutschland ausgeführt werden. Auch Dänemark darf nur ! Nahrungsmittel, die aui Grund des Wirtschaftsabkommens.er- einbart sind, ausführen. Slehnliche Nachrichten liegen aus Holland vor. Die neue Maßnahme ist eine unerhörte, mit den WilsomNen Plänen nicht zu vereinbarende Verschärfung der Waffenstillstand:- Bedingungen. Sie bedeutet eine weitere Knebelung des Gegntrs, der zuerst- entwaffnet wurde, und«ine neue Verschlechterung u::- sercr schweren Ernährungslage, durch die unausbleibliche Erhöh n.ig der Arbeitslosigkeit.• Und all dies, nachdem man immer nur von Recht und Ge- rechtigkeit spricht!__ Generalversammlungen der sozialdemokratischen Vereine Lerlms. In den German-rafälen in der Chausseestraße tagi? gestern abend eine Generalversammlung der sechs sozialdemokratisch Vereine der Stadt Berlin. Die Bildung einer einheitlichen Parteiorganisation Berlins an Stelle der jetzt bestehenden sechs sozialdemokratischen Ver der einzelnen ReichStagSwahlheife stand als erster Punkt auf d r Tagesordnung. Genosse Eugen Ernst, der Vorsitzende der Gtöß-Berlin'r BezirkSorgani-ation, führte aus. daß die Vorlage einem bin hegten Wunsch entspreche. Taö Statut für den reuen 9>; V' �ie lkntente gegen Sie /i.- und S.-Räte. Eine Note angekündigt. ».Bei dem Eintreffen der englischen Flotte in den deutschen Ge- Mee« zu dem Zweck, die Ausführung der Waffenstillstandsbcdin« �»nen zu kontrollieren, verlangte der rnglifchr Admiral vom Führer .ft deutschen Kommission, Vizeadmiral Götte sofort dir Fest- �'-Hg, daß ffch in ihr kein Vertreter der Arbeiter- Soldatenräte bkfi»de. Bei Beginn der Sivung wie- �thMte«r die Frage, ob kein Vertreter eines Arbeiter- und .°tyatxnratcs zugegen sei. Er habe den strikten Befehl, " diesem Falle nicht zu verhandeln. Aus dem neutralen Ausland wird einzclstaatlichrn Regicrun- iln sichlet, Wilson und die Entcntc würden nur mit einer dcbt- j'A'i Rrgierung verhandeln, die sich aus das in ordentlichen Wah- »d kundgegebene Vertrauen des Volkes stütze. Eine Note dieses 'tyalts sei in Vorbereitung. Eine Katastrophe in der Ernährung Deutschlands? Di-..Vossische Zietung" brachte am Tonnerstag abend aus- jfisweise eine Note, die daS EniährunZsamt an das Auswärtige nit gerjchtej hat und in der festgestellt wird, daß etwa' im Fe- cugx Deutschland seine Vorräte an Lebens- '.'Hein aufgez. hrt haben wird. Wie wir dazu aus bester O.ucllc Diahren, gibt diese 9!ote tatsächlich den wirklichen Standpunkt unse- e* Ernährungs Verhältnisse wieder. Die alte Regierung hat tatsäch- über unsere Vorräte Berichte gegeben, die den Tatsachen nicht 'Mpruchen ha bell. ES haben sich Fehlbeträge bis zu einer Million Kennen ergeben. Durch die politischen Umwälzungen ist die Lage � übler geworden. Tie Neugestaltung der staatlichen Ordnung ?°t die Erbebung d«r Vorräte hrnauSge zögert, so daß die Erzeuger tyZWifchen m der Lage gewesen sind, mehr zu verbrauchen. alS ihnen iustand. Auch Kartosteln sind zu wenig da Wi« lange sich die Z�hsttgc geregelt« Fettversorgung aufrecht erhalten läßt, ist über- nicht zu sagen. fluflösung der Nationaliiberalen Partei. Der Zentralvorftamd der Nationalliberalen Partei ist auf Sonntag, den IS. Dezember, nach Berlin einberufen worden. Als erster Punkt steht auf der Tagesordnung die Beschlußfassung über den Bestand der Ratio nalliberalen Partei. Die Deamten und die neue Neaierun?. Man fchrribt unS: Unter den Beamten aller Art und Rangstufen bestcht seitv kurzem eine Bewegung, die auf die Schaffung einer all- umfassenden Beamtcngewerkschast gerichtet ist. Diese soll die Be- amteninteressen gegenüber der neuen Regierung wahrnehmen, die erworbenen Rechte auf Pension usw. schützen und sich aller Mittel, äußersten Falles des bisher verpönten Streiks bedienen. Sogar das Wort voi? der B e a m t c n p a r t e i ist schon gefallen. Wie haben wir uns demgegenüber zu Verhalten? Als Aus- druck des OrganifationSgedanlens»ist die Bcamtenbelvegung für uns mir erfreulich, anders, soweit sie— bewußt oder unbewußt_ unter dem Einfluß der jetzt entthronten politischen Beamten des alten Regimes konter- revolutionären Charakter trägt. Diese Elemente müssen, z. B. in der Justiz und inneren Verwaltung, soweit sie sich nicht anpaffen, zumindest in unpolitische Stellungen überführt werden; es gilt zu verhindern, daß si«, unter dem Verwand ihrer Maßregelung die junge Beamten- bcwegung in Vorspann nehmen, um sie der Reaktion zu- zuführen; hier gilt es, die Beamten darüber aufzuklären, daß zwischen unpolitischem Beamtentum und sozialistischer Republik keinerlei Gegensatz bgsteht. Als Sozialdemokraten, die wir die sozialistische Republik auf der Herrschaft aller Kopf- und Hkmd- arbeiter ausbauen wollen, stnd uns die Beamten, soweit sie nicht den Staat sabotieren wollen, als Mitarbeiter am Werk des Auf- bau es der neue» Gesellschaft willkommen. Wir denken nicht daran, sie fortzujagen, sondern begrüßen sie als Kampfgenossen, die wir nach Kräften darüber aufklären müssen, daß ihre Interessen kein« anderen sind als die des übrigen arbeitenden Volkes in Stadt und Land, im Bureau und in der Fabrik. Eine rührige Propaganda muß den Beamten zeigen, daß ihr wie unser aller Feind der Kapitalismus ist, daß auch sie nur vom Sozialismus ihr Heil in materieller und ideeller Hinsicht erwarten können. C"*- •lin trage dem Gedanken der Dezentralisation nack,?. T' a Rechnung, jedoch solle hinsichtlich der Agitation miftnbi: Zentralisation durchgeführt werden. Der neue Verein wende au S Abteilungen bestehen, denen eine gewisse Selbst,' im Rahmen des GefamtSeceinS gewährt werde. Von t-n Ei-■ft-n-n dos Vereins sollen die Abteilungen 10 Proz. für ihre Zw'�e er- halten. Den Abteilungen werde nahegelegt, die H a u s k a if; c« rung einzuführen, wozu noch besonders V Proz. der Einnahmen aufgewandt werden könnten. In monatlichen Zusammenkünften der Abteilungsmitglieder solle die Aussprache über politische Fragen gepflegt und der Zusammenhalt gestärkt werden. Tim die Beteiü». gung der weiblichen Mitglieder an der Verwaltung zn� sichern, bestimme das Statut, daß in der Ableilungsleitung min- desten? eine, im Vereinsvorstand mindestens dr«' Frauen sitzen müssen. Zum Sebluß betonte der Redner, die Neubildung des Ver- eins sei notwendig, um�.die Organiftrtion gut der Höhe zu.erhalten, auf der sie in der jetzigen Zeit stehen müsse. Zu bednnern sei fc:c Zersplitterung der Partei. Wenn sich eine Gelegenheit böte, mit dcn Nnnbhänffigen wieder zu einer grmcinsnmen Drganftatioo zu kommen,.so würde die alte Partei jederzeit die Haut dazu bieten, und die jetzt an der Spitze der alten Organisation stehenden Genossen seien bereit, znrnckzntreien, wenn davon die Wiedervereinigung abhängig gemacht werden sollte. Das sei natür» lich nicht gleichbedeutend mit der Aufgabe des Standpunktes der alten Vartet.' Die Diskussion drehte sich hauptsächlich nm die � den llnab- hängigen gegenüber einzunehmende Haltung. Ein Redner regte an, mit einem Antrage auf E i n i g u n gch v e r h.i n i I u!i g e n an die Leitimg der Unabhängigen k>ergnzutre:en. wen:- gegenüber wies Genosse Ernst darauf hin. daß vor etwa zews Wochen auf Anregung einer Metgllarbeitsrkommission ein E ni- gungSversuch unternommen worden fei, der aber daran scheitere, daß die Unabhängigen unerfüllbgre Bedingungen stellten..... Die Verfammlrrng nahm das Siatnt einstimmig an und wählte in den Vorstand: Eugen Ernst als ersten, P a t t l och als zweiten Vorsitzenden. Kaiser als ersten, Umlauf als zwei- ten Schriftführer. Theodor Fischer als ersten, Fels m a n n als zweiten Kassierer. Beisitzer sind Klingler, Pohl, Zucht und die Genossinnen Hoppe, Schmitz, Schröder. Revisoren: I ä n i ck e. Fröhlich Mann, S t i e l o w, H a h n i s ch. I a r c v. Aus der Versammlung wurde> eine Resolution eingebracht, welche an die Mitglieder der Unabhängigen appelliert, eine E i n i- g un g der beiden sozialdemokratischen Parteien zu ermöglichen. Eugen Ernst erklärte, der Varstand werde versuchen, dem Wunsche nach Vereinigung Rechnung zu tragen. Hierauf hielt Genosse Richard Fischer einen Veriaiz über„Die K o n st i t n a n t e und die Aufgaben iw' v Sozialdemokratie." Er führte unter anderem auS: Ter Boden der Annäherung beider sozialdemokratischer Parteien i i gegeben durch die realen Tatsachen Nur aus dem Boden der Demokratie können wir aus dem gegenwärtigen Wirrwar hprauSkommen. Die Interessen des Landes, die glcichbedrutmd sind mit den Jnterssen der Arbeiterklasse erfordern eine'.i.. machtvolle Regierung mit einem klaren Ziel, das auf die Vcrw'• lichung des Sozialismus gerichtet ist.— Der Redner beleückt:: die Einwände, welche von der Spartakusgruppe sowie von den l'.n- cckhängigen gegen die Konstituante erhoben werden und»etonte: Jede Diktatur, mag sie von oben oder von unten komm:::,..! verwerflich. Tie Aufgäbe der Sozialdemokratie ist es, in: Interesse der Arbeiterklasse Teutschland zu retten. Zustände zu scha"eN. die Allen Arbeit und Brot schaffen. Wir mnsssn für die Konstituante eintreten, weil wir ohne sie leinen Frieden bekommen. Wir, denen bei der letzten Reichstagwahl nur noch ei» Zehntel aller Stimmen an der absoluten Mehrheit fehlten, brauchen an dem Erfolg der Wahlen zur Konstituante nicht zweifeln. Der Bortrag wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Spartakus als Sefreie?. Ter Sturm auf das Polizeipräsidium. Wie jetzt festgestellt ist, sind in der Nacht des LI. November im ganzen 49 Personen von dcn Spartakisten aus dem Polizei- gewahrsam befreit worden. Darunter befanden sich laut einer uns vorliegenden na m en tlt ch e n Liste W Diebe, Plünderer und Einbrecher, 5 Erpresser, v weitere wegen ver- schieden«« gemeiner Vergehen Festgenommene, 3 Fahnen- flüchtige, 1 wegen ungenügenden Ausweises Festgenommener, 3 Mann von der Schloßlvache, die auf B.fehl des Matrosenvals verhaftet waren, insgesamt 45. Bei vier der Befreiten sind die Einlieferungsgründe noch nicht festgestellt, doch wird für völlig ans- geschloffen erklärt, daß es sich um„Politische" gehandelt habe» tcmie. Schutz für Hccr-scigeiitum. Um der unrechtmäßigen Ver- äußerung und Verschleppung von Kriegsmaterial entgegenzuwirken, hat der Arbeiter- und Soldatenrat Magdeburg eine Bahnhofs- Überwachung eingerichtet, die sich glasend bewährt und Nachahmung verdient. Ein einziger Vertreter dieser Bahn- hofswache hat bei der Bahnhosskontrolle die Verschleppung von Kleidungsstücken, Stiefeln, Pferden usw. im Wert von mehreren hunderttausend Mark verhindert und dadurch die Allgc- meinheit vor großem Schaden bewahrt. Vor Ankauf mili- tari scheu Eigentums wird erneut dringend ge- warnt. GewerkßWsbtUWU« Neue Vcrcinbarungc« im Berliner �immcrergcwerbe. Nach mehrfachen Verhandlungen zwischen dem Verband der Bau- geschäftc von Groß-Bcrlin und dem Zimmcrervcrbcmd ist folgendes vereinbart worden: 1. Die aus dem Heeresdienst entlassenen Arbeitnehmer sollen nach Möglichkeit in den Betrieben wieder eingestellt werden, in denen sie vor dem Kriege beschäftigt waren. 2. Tie Parteien(Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisation) sind bereit, einen gemeinschaftlichen Arbeitsnachweis ans paritä- tischcr Grundlage zu errichten. 3. Der bisherige Tariflohn von 1,33 M. pro Stunde wird vom 23. November 1918 ab ans 2,1ö M. erhöht. In den Geschäften, Ivo höhere Löhne als 1,99 M. gezahlt wurden, tritt gleichfalls eine Lohnerhöhung. von 25 Pf. pro Stunde ein. . Die erhöhten Stundenlöhne gelangen erstmalig am Sonn- abend, den 1. Dezember diefcs Jahres, für die verslosienc E3ochc zur Auszahlung. Diejenigen ZÄnmerer, die in der Lohnwochc vom 23. bis 29. November acht Stunden gearbeitet haben, erhalten die Differenz zwischen dem tatsächlich gezahlten Lohn und den jeyigen neuen Stundenlöhnen für die Zeit vom 23. November dieses Zahrcs ab nachgezahlt. 3lus der Vorständekonferenz der Gclverkschaften. Auf der Vorständekonferenz der Gewerkschaften wurde an den Blum erzählte, daß in Köpenick allein der öffentliche Sichcrheits dienst 2909 M. pro Tag erfordert. Das macht für den Äopf der Bevölkerung allein für' den Polizeidicust eine jährliche Belastung von über 39 M. aus. Ter Redakteur des„Correspoudcnzblattes" der Generalkom- Mission, Um breit, führte aus, dag mau den Gewerkschaften seht Dinge zumute, die man ihnen niemals angesonnen hätte, selbst nicht in den Zeiten der schwärzesten Reaktion des Koller- und Dallwitz kurfcs. Die Äonforenz stimmte dann einmütig dem Abschluß der Ar- beircqemelnschaft zwischen den Gewerkschaften und den Arbeitgeber- verbänden zu.,...... Das Zentralarbeitcrlekreiariat und die sozialpolitische Ab- teilung der Generalkontmission sollen entgeichränkt, � dagegen soll --ine GeiverkschaftStorrespondcnz und eine sozialpolitische Kvrrc- spondenz geschaffen werden. Das Verbot des ttebertrittS von einer Gewerkstbast zur anderen beim Wechsel des Berufs, das bei Kriegsbeginn erlassen worden war, wurde wieder tusaebobeu. doch soll bei den llebcrtritten mög- lichst tolerant verfahren werden. Ter Vorsitzende der Generalkoinmisfion Legten ist zum Kon- trolleur des Roten Kreuzes eingesetzt worden � Erfolgreiche Agitation unter den Vcrliucr Pljotograplicn. Die Berliner Pbotogeapben haben eine recht ersolgreickc Agi- tation in den verschiedenen Branchen durchgeführt. Die Gebilren- schuft der Bromsilberdruck- und Rotatiotisanstalten ist schon bis aus einzelne Ansnähmen g c s chst offen organisiert.— Hier dürste es mit dem neu gegründeten Nitternchmerverband in der nächsten Zeit zu korporattvcn Verhandlungen kommen. ..rsammlungcn stattgefunden. bürgerlichen Harnionieverbänden und Vereinen orgauisiertc. sich aber s-br radikal gebärdende Betriebsleiter oder sonstige Angestellte. d:e Leute ihr eigenartiges Treiben fortsetzen, werden wir dasselbe etwas deutlicher aufdecken müssen. Tie Kinoarbeiter sind nicht dazu da, gewissen Unternehmern die Steigbügel zu halten. Jit der Z?oriratbranchc haben in größeren Betrieben ebenfalls schon Versammlungen stattgefunden, die sich mit den Lohn- und Arbeitsverhältnissen beschäftigten. Ftt ciittgcit dieser Betriebe sind die Ansorderuugen an die Ar- beftskraft des einzelnen ganz bedeutend. Besondere Mißslände sind in den Betrieben der Firma Ä. W e r t h c i m. Die Lohntüten haben d u Ausdruck:„lieber Löhne, Zulagen und Prämien darf unter- einander mch: gesprochen werden." Tie Kündigungsfristen sotvie die Pausen in den einzelnen Betrieben sind sehr verschieden. Neuer- ding-Z wird in der Leipziger Straße eine Toppelkontrolle beim Eingang und Aussuchen des Arbeitsplatzes ausgeübt. Zurückkehrende Krieger stellt mau unter dem Zwang der Verhältnisse zu Friedens- löhneu ein. Cin Betriebsrat besteht in der Firma nicht. Tie gc- schloffelie Organisation muß hier Verbnudlungen erzwingen. Eine gut besuchte allgemeine Versammlung nahm int Berliner Klubhaus zu allgemeinen Fragen, wie Schutz von Leben und Gc- sundheit, Sonntagsruhe. Fachschulwesen. Wiedereinstellung der Krieger. Stellung und beauftragte die Verwaltung, entspreck'eudc Schritte bei den vcrsckiedcnen Unternchmergruppen zu tun und in einer neuen Versaititttluttg baldigst über das Resultat zu berichten. Tie Forderungen des Personals der Eharite. Nachdem.das Personal der Eharite vor kurzem in zwei Parallcl- vel sammlungen in seiner übertviegeudeu Mehrzahl den Anschluß an den Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter beschlossen hatte, tagte am 5. d. M. die erste von tzcr Organ isationsleitung einbc- ruisene Versammlung, in der u. a. folgende Forderungen einstimmig angenommen wurden: Beschleunigte Zahlung der einmaligen Teuerungszulage in derselben Höhe'wie die Unterklasse der Beamten. Erhöhung aller Barlöhne, Gehälter und Bezüge in der Weise, daß die Arbeiter und � Angestellten das gleiche Einkommen erreichen, wie es den Arbeitern ! und Angestellten in den städtischen Kranketurnstalteit Berlins zur- | zeit gezahlt wird.* Stritte Turchsührug der achtstündigen Arbeitszeit. � Ttis zur Turchführung der achtstündigen Arbeitszeit upttvcndige l Personal wird soweit wie möglich sofort eingestellt. Bei der Ein- stellung von männlichen Personen wird daraus Rücksicht genommen, soaß die Stellen für die aus dem Felde zurückkehrenden Kricgsteil- nehmer ireigehalten lverdcn müssen. Wiedereinstellung aller j Kriegsteilnehmer. Ueberstunden sind möglichst zu vermeiden. Müssen l sie trotzdem geleistet werden, so werden sie, wenn sie von morgens 9 Uhr bis abends 9 Uhr geleistet werden, mit einem Lohnzuschlage ! von 25 Proz., Iveuu sie in die Zeit von abettdS 9 Uhr bis morgens > ki Ubr entfallen, mit emeitt Zuschlage von 59 Proz. bezahlt. Ter letztere Satz gilt auch sür die Bezahlung außererdemlichcr Sonn- � und FeiertagSarbeit. Einführung der Einheitsküche für alle in der . Anstalt beköstigten Angestellten. Turchführung der Krankcnvcrsiche- rung Anmeldung bei der Allgemeinen Lrtskrankenkasse). Zahlung des Lohiizuschusses zum Krankengeld für die Tauer der Krankheit. R'.getuug des«ommerurlaubs dergestalt, daß alle bis zu einem Fahre Beschäftigten einen Urlaub von 7 Tagen, alle fünf Jahre Beschäftigten mindestens einen Urlaub von 14 Tagen, die acht Jahre Beschäftigten einen Urlaub von. 3 Wochen und die zehn Jahre Beschäftigten einen Urlaub von 4 Wochen erhalten. Zahlung des Kostgeldes während der Urlaubszeit. Tvrcktgreifende und auk- köimnliche Erhöhung der Bezüge der Empfänger von Ruhegeld und Hinterbliebenenversorgung. Tos Personal der Eharite fordert in seinen Anträgen ledig- lich das, was in den Berliner städtischen Krankenanstalten zum grüßten Teil schon durchgeführt rrsp. beschlossen worden ist. Es erwartet daher, daß daS tieuc Kultusministerium, dem die Charit« unterstellt ist. den Anträgen so schnell wie möglich seine Zu- stimnrung gibt. Achtung, Vauarbeiter!> Auf Antrag des Bauarbeiterverbarbes haben zwischen dieiem und dem Verband der Bcrugeschäfts von Groß-Berlin Verhandlungen stattgefunden, um— entsprechend den Vereinbarungen zwischen Gencralkommiision der Getvcrkschorten Teutschlands und den Arbeit- geberverbättden— den Lohnausgleich sür die in Wegiall kommende neunte Stunde zu schassen. Nach Abschluß der Verhandlungen und Atmahme unserer Vorschläge durch die Generalversammlung des Verbandes der Baugcschätte darf vom 7. Dezember 1918 an im Geltungsbereich des Berliner Vertrages für das Hochbaugcwerbe täglich höchstens 8 Stunden gearbeitet werden. Ter Siundeitb beträgt für Maurer 2,15 M., sür Jemen tierer 2,19. E i n s ch a l e r 2.93 M., Hilfsarbeiter 1,95 M., K al fch läger. Was scrträger.diedas Wasser von uni herauf tragen usw. 2,99 M. und sür Steinträg! 2,15 M. 1 Aus Arbeitsstellen, wo seit'dem 23. November schon 8 c:: 81 j Stunden gearbeitet wurde, muß die Differenz nachgez«� werden. Auch der Berbaud der Flirsengeschäftc Groß-Berlins ist der � eiirbarung beigetreten; die Löhne sür Fliesenleger betragen 223* für deren geübte Hilfsarbeiter 2,91 M. Auch in diesem Falle V- den die Löhne vom 23. November au nachgezahlt. Deutscher Bauarbeitervorband. Verein Berlit Ter Vorstand. I. A.: Otto Hanke. Graste Kundgebung der Bantbeamte» k Der Allgemeine Verband der Deutschen Bantbeamicn � anstaltet am Sonntag, den 8. Dezember, vormittags El 1 1 Uhr. Zirkus Busch eine große Kundgebung der Bankbeamten. Zu dem Thema:„Das Recht der Arbeit, Aufgaben der Gsite Ivart und wirtschaftliche Tagessragen" werden der Volksbeauiiri? Barth sowie die Herren Marr und Emonts das Wort ergreift»- Die Kundgebung dient gleichzeitig als Wahlversammlung" die Wahlen zum Arbeiterrat der Angestellten des BattkgewerbeS Nr Eine äußerst zahlreich besuchte Vranchenversammlung Bürsten- und Pin scl in ach er beschloß einstimmig, die fort ige Einführung der achtstündigen Arbeitszeit mit Lohnausgle- in allen Wcrkstellen zur Turchführung zu bringen. Tie seit einiger Zeit schwebenden Einignngsbestrebun� zwischen den Organisationen der Musiker haben bereits zu e teilweisen Erfolg geführt. Tie am 6. Tezember tagende, zahlu» besuchte Generalversammlung des Vereins Berliner Musiker Mitglieder) beschloß einstimmig, noch einem Vortrag des Gettos Eugen Brückner über die Bedeutung der freien Gewerkschaften. Anschluß au den Zeutralverband der Zivilberufsmusiker Deut!" ' lands. Ter Weg zu einer alle Musiker umfassenden Cvzantsatiott Vovge zeichnet und durch eine einheitliche Organisation werden die' Mißstände beseitigen lassen, werden annehmbare Lohn- Anstellungsbedingungen erreicht werden können. Industrie und Handel. Tie Börse. De Börse war am Donnerstag kräftig erholt, ausgehend W dem Markte der heimischen Anleihen und besonders der Sri# anleihen. Die Reichsbank ist nichr länger gewillt, den offenfichM von manchen Seiten geübten Druck auf Kriegsanleihen zu'duld� Wie uns zuverlässig mitgeteilt wird, sollen einige Bankfirmeu dü RcichSl'ank, dir allwöchentlich gewisse Posten von Kriegsanleihe zu einem festen Kurse ckufzuuebmen pflegt, Stücke angeboten ha� für die sie erst später am Markte zu wesentlich uiedrigereu Kuls� Deckung suchten. Die Reichsbank verlangt deshalb den Nachtr# daß hinter oll den Beträgen, die sie an Kriegsanleihe aufnitm»' ein wirklick)es Vcrkaufsinteresse sieht. Gleichzettig setzten J»-�' ventionen ein, welche den Teckungsbegehr, der sich infolge der tv wähnten Maßnehme einstellt«, kräftig förderten. Tic Folge � eine sprunghafte mehrprozentigc Erhöhung des Kurses der wichtig!� Anleihen, auch der Krirgsanleihcn. Viele fortlaufend nori«�' Werte konnten ihren gestern erlittenen Kursabschlag eiitbrntg# Auch der Äassamarkt war etwas fester, wenn auch die Kursabschi# noch überwogen. Weranlwortlick, für Politik: Erich gunncr, Berlin: für den übrigen Teil � Blattes: Alfred Scholz, Neukölln: für Anzeigen Tdeodor dtlocke, Berlin. Bcrleß TorwürtS-Berlag«. m. S. S>., Berlin. Truck Borwärls-Buchdrukerei r- Berlagsanslalt Paul Singer u. Co in Berlin. Lindensirabe S. Hierzu 1 Beilagc. Sonntag, den 8. Dezember 1S18, vormittags 10% Uhr, Grosse Kundgebung Schloßbrauerei Schöneberg, Hauptstraße 121. Prachtsäle des Westens, Spichernstraße 3. Bolkshans Charlottenbnrg, Rosinenstraße i. Patzenhofer Brauerei, Turmstraße 25/26. 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