Nr. 170. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. nfertions- Gebühr beträgt für bie fünfgespaltene Petitzeile oder deren Naum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonns und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Mittwoch, den 25. Juli 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Aus England. London, 21. Juli 1894. 3u gut, um wahr zu sein"- so bezeichnete gestern ein raditales Morgenblatt die Nachricht, daß die Lords ein Attentat auf die Budget Bill des Herrn Harcourt beabsichtigen, die am Dienstag endlich im Haus der Gemeinen die dritte Lesung passirt hat. In der That wäre den Liberalen mit einem Verfuch der Lords, in das Budgetrecht einzubrechen, ein großer Dienst erwiesen. Dann hätten sie die schönste Wahlparole, die sie sich wünschen können, und die Agitation gegen das Vetorecht der Lords, die jetzt vollständig in der Luft schwebt, würde bis zu einem gewissen Grade soliden Boden gewinnen. Aber just deshalb wird der Vorstoß, den Lord Salisbury vorgestern in der bezeichneten Richtung machte, indem er für das Haus der Lords acht Tage Zeit zur gründlichen Prüfung der BudgetBill verlangte, schwerlich den Versuch einer Amendirung derselben im Gefolge haben. Die Lords haben das Recht, das Budget en bloc zu verwerfen, aber sie haben nicht das Recht, feine Einzelheiten anzutaften. Jeder dabingehende Verfuch wäre ein Attentat auf die Privilegien der gewählten Kammer. " " Kein Zweifel, daß Lord Salisbury ein Müthchen verspürt, es bei paffender Gelegenheit auf einen solchen Versuch ankommen zu lassen und der Parole der Radifalen: Nieder mit dem Haus der Lords" die Parole Weg mit den uns auferlegten Einschränkungen" entgegenzustellen, und vielleicht hatte sein Antrag nur den Zwed, vorläufig die Möglichkeit einer solchen Aktion theoretisch" festzustellen, sofern man eine Fittion Theorie nennen fann. Aber der Führer der konservativen Partei ist in fast der felben glücklichen Lage wie sein Mit- Peer und Führer der Gegenpartei, Lord Rosebery. Er herrscht, aber er regiert nicht. Die Entscheidung liegt schließlich doch im Haus der Gemeinen, und Herr Balfour, der dort die Zügel der konservativen Partei in der Hand hat, wird seinem Onkel und Obergeneral genau so auffigen laffen, wie Herr Harcourt seinen lieben Parteigenoffen und Obergeneral Rosebery hat auffigen lassen. was aber auch sehr die Harcourt'sche Steuerreform das Schauftück dieser Session I wenn die Bill unverletzt dorthin gelangt bleibt. Zudem nahm der glückliche Autor derselben am letzten zweifelhaft wird sie es nicht unbeschädigt verlassen. Nach Tage ihrer Diskussion noch die Gelegenheit wahr, in seiner den bisherigen Aeußerungen der maßgebenden Unionisten zu Zurückweisung der von den Tories erhobenen Beschwerden über schließen, wird sie vielmehr so verstümmelt werden, daß sie für unmäßige Belastung der großen Einkommen die Bemerkung ein- die Bergarbeiter der Föderation unannehmbar sein wird. zuflechten, man solle doch nur daran denken, was für Riesenfummen für Rennpferde ausgegeben werden- ein Stich gegen Lord Rosebery, den das Haus sofort verstand und entsprechend honorirte. Die Tories flatschten ironisch Beifall, und die Rosebery- Radikalen schnitten wüthende Gesichter. Herr Harcourt hat seinen Rivalen für den Moment mattgefeßt. So hängt das Schicksal auch dieser ökonomischen Reform schließlich von der Reform der Gesetzgebungsmaschinerie ab. Die Agitation gegen das Haus der Lords schwebt, wie ich Ihnen schrieb, zur Zeit in der Luft. Die Beschlüsse der fürz lich in Leeds abgehaltenen großen liberalen Parteifonferenz find vor der Hand schäzbare Makulatur, und nichts weiter. Um eine Dieser hat bei der zweiten Lesung des Antrags Salisbury fo einschneidende Verfassungsänderung zu erzwingen, bedarf es gegen die Mittellofen Einwanderung und das Asyl- einer tiefgehenden Agitation der Volksmassen, und daran fehlt recht von Anarchisten 2c. einen etwas träftigeren Ton an- es vollständig. Sie würde auch, wenn versucht, auf den Widermeines geschlagen als bei der ersten Berathung, wo er die von mir schon stand der Sozialisten stoßen, von denen die Einen die Ansicht vertreten, daß das Rampfgeschrei erwähnten bedenklichen Zugeständnisse machte. Troßdem, und Erachtens falsche obwohl Herr Harcourt vorgestern im Haus der Gemeinen erklärte, gegen die Lords nur ein Köder sei, um die Arbeiter von der die Regierung dente nicht daran, für die Berathung des Antrags Verfolgung ökonomischer Reformen abzuhalten, die Andern erst im Haus der Gemeinen etwas von ihrer- d. h. der ihrer Ver- das Haus der Gemeinen, d. h. das Wahlrecht, reformirt sehen Diese letztere fügung unterstehenden Zeit freizugeben, möchte ich vor allzu wollen, ehe die Lords drankommen sollen. wenn sie zur Entfaltung optimistischer Auffassung in bezug auf die Sicherheit des Asyl Ansicht ließe sich hören, rechts in England warnen. Es ist schon dadurch arg kompromittirt, einer energischen Agitation für das allgemeine StimmDamit sieht es aber bei der Zerdaß eingestandenermaßen die englische Polizei mit der festländischen recht im Lande führte. im Bunkte der Ueberwachung ihr signalisirter politisch verdächtiger splitterung der Bewegung und den sich kreuzenden Einflüssen, Persönlichkeiten Hand in Hand arbeitet. Was mich ferner ftußig denen dieselbe zur Zeit untersteht, nicht sehr günstig aus. Die Sozialdemokratische Förderation" wird machte, war, daß die Arbeiterpresse anfangs sich dem Antrag gegenüber merkwürdig passiv verhielt. G3 ließ befürchten, Anfang Auguft auf Trafalgar Square ein großes Meeting zu daß die Zusammenkoppelung der gegen die politischen Gunsten des Allgemeinen Stimmrechts abhalten, und man kann Flüchtlinge gedichteten Maßregel mit angeblichem Schutz der ihr nur dazu Glück wünschen. Aber schon die Wahl des Plates englischen Arbeiter gegen die Ueberschwemmung mit fremden zeigt, daß hier mehr auf eine Betheiligung von Parteigenossen Paupers ihr Urtheil etwas trübte. Indeß haben jetzt auch die als auf eine solche der Arbeiterschaft gerechnet wird. Auf Arbeiterblätter Stellung genommen und es an träftigen Worten die letztere aber tommt es gerade an. Jedenfalls, ehe die Führer der verschiedenen Sektionen der Arbeiterbewegung sich nicht zu über den Anschlag auf das Asylrecht nicht fehlen lassen. einer einheitlichen Aktion für die dringenderen Forderungen der Arbeiterklasse in der einen oder anderen Richtung aufschwingen resp. über sie verständigen tönnen, erscheint es mir etwas unlogisch, von den bürgerlichen Parteien mehr zu ver Luft mit Versprechungen gefüttert. Für die Arbeiterklasse wird die lange Session nach dem oben Mitgetheilten eine ziemlich unfruchtbare bleiben. Die Steuerreform hat nur für den kleinen Mittelstand Herr Harcourt hat es noch nicht verwunden, daß beim Bedeutung, da dieser durch sie etwas entlastet wird, für die Rücktritt Gladstone's der junge schottische Peer statt seiner zum Arbeiter, die auch bisher keine direkten Staatssteuern zahlten, langen als Premier gemacht wurde, und rächt sich dafür, wo immer er nur ist sie gegenstandslos. Die Erhöhung der Bier- und Whiskyfann. Rosebery ist thatenlustig, aber als Peer sind ihm die steuer um 6 Pence pro Barrel( resp. Gallone) wird sich höchstens Hände gebunden, und es geht die Rede, daß es nicht sowohl die in der Qualität, schwerlich aber im Preis dieſer Getränke geltend Politische Leberlicht. Zories waren als Herr Harcourt, der im Haus der Gemeinen machen. Ob das aber beim hiesigen Bier immer eine Verschlechterung Berlin, den 24. Juli. Verschleppungspolitik trieb, daß der letztere die endlose Aus- bedeuten wird, wage ich nicht zu behaupten. Noch weniger aber wird Eine Neuorganisation der preußischen Handelss diese fiskalische Maßregel als dehnung der Budgetdebatten durch die Tories im Stillen be- man selbst als Temperenzler günstigte, um desto besser die von der Rosebery- Gruppe im der Arbeiterklasse nüßlich bezeichnen tönnen. Die Kirchspiel und kammern hat der Handelsminister Freiherr von Ministerium eingebrachten Vorlagen in die Ecke drücken Diſtrittsvertretungs- Bill ist, um dem Tory- Widerstand die Spize Berlepsch bei einem Festessen in Sorau angekündigt. zu können. Und das ist jedenfalls das Resultat der Session. abzubrechen, so abgeschwächt worden, daß ihr Nußen für die Die Handelskammern sollen mehr Befugnisse erhalten; u. a. Die Regierung will und wird wahrscheinlich noch die Bill zur Landarbeiter sehr problematisch erscheint, und außerdem einen in allen wichtigen kommerziellen Angelegenheiten Berichte Wiedereinsehung der infolge der Feldzugsplan Politik aus welch geringen Prozentsaz bilden heute noch die Landarbeiter in und Gutachten abgeben, auch über das ganze Land ausges getriebenen irischen Pächter, die Bill für die Aus England! Nun hat die Regierung der Durchberathung des gleichung der Lotalsteuern in London und die Lokal- Achtstunden- Gefeßes für Bergarbeiter in der diesmaligen dehnt werden. Zunächst wird der Minister ihre Meinung verwaltungs- Bill für Schottland durchführen, aber Session ibre Unterstügung zugesagt, aber das gilt nur für das hören, und was da geantwortet wird, soll die Grundlage Im Haus der Lords ist, wie Lord eines Gesezentwurfs werden. die Wahlreform, die Fabrikgesetz Erweiterung und andere an- Haus der Gemeinen. gekündigte Reformen sind auf die nächste Session vertagt, so daß Rosebery neulich sagte, Lord Salisbury Meister, und selbst = Feuilleton. Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Von C. Spindler. Wenn schon, denn schon! Aber wann wird man ein und rother Hahn! Ein herrliches Fündlein," setzte er bei, indem er, vergnügt sich die Hände reibend, aufstand:„ mit einem Streiche erlange ich Diethers Geld, Wallradens Demüthigung, Bechtrams Verderben, und zuletzt muß mein verhaßter Schwager erst noch, getäuscht, mit langer Nase von diesen Mauern abziehen! Noch einmal: Glück auf den Weg, ihr Herren und Freunde, der Leuenberger macht Euch alles wett!" böser Geselle ist, war mir längst bekannt, und seine Freund schaft, so viel Wesens die Base Petronella davon gemacht, hat mir nie Erkeckliches in den Seckel gelockt. Ich hasse den Buben jetzt von ganzer Seele, aber ich denke, ich hasse 95 den alten Bechtram noch weit mehr seit einer Stunde. Wie mich der Graubart hingestellt hat vor aller Welt, wie man einen gemeinen Dieb ans Halseisen legt! Was er sich nur einbildet? Auf was er nur pocht? Auf seine Habe? Der Teufel danke ihm sein Geld, seinen Wein Die Stunden verstrichen in sorgloser Stille. Die Veste und seinen fetten Tisch. Hätte ich ein paar Dutzend Knechte, lag einsam, und weder Roß noch Mann weit hinaus in Wehe dann der Stadt!" betheuerten alle mit Lärm und einige arme, aber handfeste Schlucker, wie der Doring, die Runde war zu sehen. Die Sonne sant, und im und Geschrei.„ Dir, mein werther Schüler und Freund," der Wiede oder der Reifenberg, zu meinem Befehle, ich Zwinger und Burghof wurde es schon schattig und düster. wendete sich Bechtram zu Leuenberg:" Dir glaube ich eine wollte mich auch bald reich gearbeitet haben. Oder pocht Die Frauen beschlossen, abermals auf dem Wartthurme Liebe zu thun, wenn ich Dich abermals zum Hüter der er auf seinen Stamm? Mein Adel ist so alt als der seine, luftige Helle zu suchen. Während sie jedoch die Höhe erFrauen und des Hauses beftelle. Wallraden's Gefangen und dem Kaiser wird es schon lange leid thun, daß er flimmten, ließ der Leuenberger seinen Gaul aus dem Stalle -Wildpert," sprach er zu schaft wird Dir weniger grausam erscheinen, wenn sie nur ihn zum Ritter geschlagen. Was nüzen ihm die goldenen ziehen, und die Pforte öffnen. Deine Gefangene ist. Du magst indessen die liebe Base Sporen? Wenn es um den Scharlachhandel zu thun ist, dem Knechte, der ihm das Pferd vorführte: ich kehre erst trösten. Bleibt der Montfort noch eine Weile aus, trot oder darauf ankommt, ein paar elende Kaufleute nieder zur Nacht zurück. Der Frau magst Du sagen, daß ich, Versprechen und Wort, so liefere ich das Fräulein wieder zuwerfen, so ist der Edelmann mit der besten Faust der meines Falkens Steigen zu erproben, ein wenig ins Freie aus an ihren Vater, der mir ein schweres Lösegeld dafür tauglichste, er sei nun Ritter oder Junker. Eine gute Fauft geritten sei. Bleibe hübsch auf Deiner Hut, und hab' Acht bezahlen soll. Dann magst Du um dasselbe freien nach fonnte man dem Bechtram nicht ableugnen, aber er ist auf das Thor."- Der Knecht nickte mit dem Kopfe, und Herzenslust, guter Veit, insofern Herr Diether Frosch Deine schon ein alter Bär geworden. Ich hätte mich wohl der Junker ritt aus, und lenkte seinen Klepper gleich außer Armuth, und der Papst die Blutsfreundschaft übersieht. unterfangen, mit ihm anzubinden, aber ich habe die Uebrigen der Burg auf versteckte Waldpfade, daß die auf dem Warts Bewahre mir also vor der Hand Thurm und Haus mit gefürchtet. Indessen soll er an mich denken, und es be- thurme fizenden Weiber nicht das Geringfte davon bemerkten. treuem Sinn, und sorge, daß meiner Hausfrau und Deinen reuen, daß er mich wie einen Schmaroßer und Krippen Ihr seid also völlig wieder hergestellt?" fragte PetroBasen nichts Böses widerfahre."- Die Herren schwangen reiter behandelt hat. Ich fürchte, seine Hoffnung auf das nella das Fräulein mit erheuchelter Theilnahme: hr werdet fich auf die Gäule, und nachdem Frau Else einen kurzen Lösegeld aus Diethers Hand schlägt fehl, denn ich kenne mir nun jagen können, ob der Luftzug über die Binnen, und männlichen Abschied von dem Gatten genommen, einen, der ihm zuvorkommen wird. Heute haben wir Voll- oder mein arm, unschuldig Märlein an Eurem Zufalle Reins von beiden"; versicherte Wallzogen die Reiter von dannen, einige wenige Knechte auf mond, und ich meine, Meister Diether werde auf der schuld gewesen?" ihrer Spur. Der Leuenberger sah ihnen durch das Vor Bergener Straße zu finden sein. Ist das Geld in meinen rade spizzig: im ganzen war es nur ein Uebelbefinden, sprungfensterlein am Thore nach, und sprach zu sich:" Viel Händen, dann wird auch Wallrade mir folgen müssen, das mich öfter anwandelt; ein Schwindel; weiter nichts, Glück auf den Weg, lieben Freunde; elendes Volk und wenn auch nicht in ihr väterlich Haus, und die Frank Jhr kennt ja solche Zufälle, ob sie gleich bei Euch vom Gesindel, das sich erhebt, als wäre es schon vor der Sünd- furter brennen zum schuldigen Dank dem hochmüthigen Alter ihren Ursprung nehmen, und bei mir das junge fluth geadelt worden. Daß der Hornberg ein vorlauter. Bechtram den Schornstein ober dem Haupte weg. Pest heiße Blut daran Ursache ist."- Frau Elie lachte, " mal dazu kommen, der Arbeiterklasse eine staatliche| Brett vor dem Kopfe hatten, wo es sich darum handelte, hältnissen Sachsens passen. Ein anderes ist es aber, Organisation zu geben, d. h. eine, die' was taugt? Um die Erscheinungen des Lebens zu verstehen und zu begreifen, ob ein solches Verfahren dem Ansehen des Deutschen dem Unternehmerthum solche zu schaffen, zerbricht sich droben werden aber nach wie vor fortfahren, den Zusammenhang Reichs entspräche. Unseres Erachtens hat das Reich auf den Höhen der Menschheit" so ziemlich alles den Kopf, von Bildung und Besiz" zu predigen und sich zu Lob- das natürliche Recht darüber zu wachen, daß es durch die an den Arbeiter aber denkt man nicht. Das ist wieder die rednern des kapitalistischen Prozenthums aufzuwerfen. Handhabung der Polizei und Justiz in den Bundesstaaten alte Geschichte, Das Pferd, das den Hafer verdient, kriegt Tapfere Philifter. Der Philister, namentlich der nicht in seinem Ansehen gegenüber dem Auslande, z. B. ihn nicht. liberale, parirt bekanntlich mit dem hinteren Menschen, gegenüber Rußland, der Türkei zc., geschädigt wird. und wird dieser tüchtig verdroschen, so heißt das ein Folglich kann es verlangen, daß in den Bundesstaaten nur moralischer Sieg". An diese wohl bekannte Tattit erinnert Leute von makelloser Bergangenheit als Polizeibeamte 2c. uns der heutige Leitartikel der Nationalzeitung":" Gin angestellt werden. Bum Schluß sei die bescheidene Frage Rückzug der sozialdemokratischen Partei". Wir sind nämlich gestellt: Wo bleibt die persönliche Sicherheit des deutschen Staatsbürgers, wenn die Polizeibehörden Personen im Bierboytott geschlagen. So belügt sich das engagiren, von denen sie selber wissen, daß sie wegen MißErnteschähung. Für die Hauptfrüchte ergab die Julischäzung im Reiche folgende Noten: 1894 also beffer im Reiche in Preußen 1893 1894 Winterweizen Winterroggen 2,9 2,4 5 Points 2 Points 2,7 2,4 3 2 9 " " Gerste 3,1 2,1 10 10 " Hafer 3,6 2,2 14 14 " " Kartoffeln Klee 2,7 2,5 2 1 " " 4,2 2,8 14 Wiesen • 3,9 2,1 18 " 2 13 18 " Völkchen." -ORG Lokallifte handlung im Amte schwer bestraft worden sind? Wer giebt Zur Gefängnißarbeit. Nachdem seit Jahrzehnten dem Staatsbürger die Garantie, daß solche Beamte nicht von Arbeitern und Handwerkern die Klagen gegen die morgen wieder ebenso verfahren? Konkurrenz der Gefängnißarbeit laut genug erhoben sind, Sächsische Justiz. Wie wir in mehreren Zeitungen ist endlich die preußische Regierung so weit gekommen, daß lesen uns selber ist eigenthümlicher Weise keine Nachricht sie nicht etwa diese Konkurrenz beseitigt, sondern an die Eitle Hoffnungen. Als die Sozialdemokraten im Fabrikinspektoren die Anweisung ergehen läßt, die Frage, in Dresden wegen Erpressung eingestellt. Dagegen zugegangen ist das Verfahren gegen Dr. Gradnauer Februar 1893( des vorigen Jahres) im Reichstag den ob und in welchem Maße die Beschäftigung der Gefangenen soll wegen desselben Delifts nächsten Sonnabend gegen Nothstand zur Sprache brachten, wurde ihnen ge- die freie Arbeit beeinflusse, ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden. Eichhorn und Findeisen verhandelt werden. antwortet, die allgemeine Geschäftslage beffere fich, und Von der Sozialdemokrate ist längst schon die Forderung namentlich sei auch zu erwarten, daß der Fall der Mac erhoben, daß die Gefängnißarbeit überhaupt nicht auf dem Höhnisch, tendenziös und unpatriotisch" nennt Kinley- Bill der deutschen Industrie das amerikanische Absatz- Markt konkurriren dürfe; die Arbeit solle sich beschränken es Bindter der Zweite, daß wir gestern gesagt haben, das gebiet wieder eröffnen werde. Die sozialdemokratischen auf die Befriedigung der Staats-, insbesondere auch der Ge- Deutsche Reich verdanke seinen Ursprung zwei Kriegen und Redner warnten vor übertriebenen Hoffnungen mit bezug fängniß Bedürfnisse. Die 3ünftler, statt sich einer Revolution". Waren die Kriege von 1866 und von auf Amerika und führten aus, daß die Wahl Cleveland's dieser klaren Forderung anzuschließen, möchten entweder 1870/71 etwa blos Phantasien, und war der gewaltsame noch keinenfalls. die Abschaffung der Mac Kinley- Bill, gewiß die Gefängnißarbeit ganz beseitigen, oder stellen das Umsturz der Bundesverfassung mit obligater Fürsten- Entnicht beren schnelle Abschaffung bedeute, und daß über- Verlangen, sie ihnen selbst zur besseren Ausbeutung zu über thronung etwa keine Revolution- von oben? U. A. w. g. dies infolge Erstarkung der amerikanischen Industrie weisen. Sie halten es für einen Raub an sich, wenn der Herr Bennigsen. Im Reichstag von den Sozialauf ein Absatzgebiet wie früher in den Ver- Staat etwa die Schuhe und Kleider der Gefangenen von demokraten gedrängt, zog Herr Bennigsen bekanntlich einigten Staaten überhaupt nicht mehr zu rechnen diesen anfertigen läßt, statt diese Lieferung einem Innungs- vorigen Winter einmal den Staatsmannsfrack aus und gab sei. Wie immer wußten die Vertreter der kapita- meister oder einer Innung zu übertragen. Mit der Be- der Wahrheit die Ehre, indem er erklärte: listischen Anarchie, die sich mit Illusionen zu füttern seitigung der Gefängniß- Konkurrenz find sie nicht zufrieden, Es gehe nicht an, die Sozialdemokratie für das Pariser lieben, es besser wir wurden als Pessimisten verlacht. wenn nicht für sie noch ein besonderer Vortheil herauszu Attentat verantwortlich zu machen, und es sei ihm wohl bekannt, Jetzt sind anderthalb Jahre vergangen. Und wer hat schlagen ist. Es muß immer schon sehr lange dauern, ehe daß die Sozialdemokratie zu den Anarchisten Ste cht gehabt? Die Mac Kinley- Bill ist noch nicht abbie Regierung sich entschließt, Untersuchungen über Uebel in einem scharfen und unvereinbaren Gegensatz fich techt gehabt? Die Mac Kinley- Bill ist noch nicht abschlagen geschafft und dem Handelstheil der bürgerlichen Zeitungen stände anzustellen, und auch dann erwecken die Unter- befände. Der Anarchismus fei vom Sozialismus durch eine entnehmen wir nachstehende Notiz: suchungen meistens den Anschein, als ob es sich mehr umlichen Gesellschaft, denn der Anarchismus beruhe, weit größere Kluft getrennt als von der bürger Export nach den Vereinigten Staaten. Die bie Frage handle, wie die Uebelstände beizubehalten als wie wie die bürgerliche Gesellschaft, auf den Individualismus. Ausfuhr aus dem Bezirk des Generalkonsulats Dresden der aus dem Bett Bereinigten Staaten von Nordamerika betrug im zweiten Jahres- sie zu beseitigen seien. Das war sehr vernünftig und Herr Bennigsen ist wegen viertel 1894 281 240 Doll. gegen 485 965 DDII. Zum Kapitel des groben Unfugs. Das in Zwickau dieser, allerdings start verspäteten Erkenntniß von sozialim entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Im ganzen am erscheinende Sächsische Boltsblatt" veröffentlichte demokratischen Blättern neuerdings wiederholt gelobt 30. Juni d. J. abgeschlossenen amerikanischen Rechnungsjahre worden. Leider hat die außerstaatsmännische Stimmung, belief sich die Ausfuhr aus dem Dresdener Bezirk qui am 12. Juli folgende auf in der Herr Bennigsen ein solches umstürzlerisches Zeugniß 1426 379 Doll. gegen 2312 815 Do II. im Vorjahre. Den Ziffern aus dem Dresdener Bezirk entsprechen die bes Agitationsbezirkes 3 wida u.( 18., 22. und 23. Wahlkreis.) ablegen fonnte, nicht lange gedauert der staatsmännische Parteigenossen! Folgende Lofale stehen uns zu Versamm Adam ist wieder zum Vorschein gekommen, und Herr Bennigsen aus dem Chemnißer und anderen Bezirken. lungen zur Verfügung; wir ersuchen Euch, dieselben auch bei hat vor Kurzem gesagt: Anarchismus und Sozialdemokratie Die Ausfuhr nach Amerika hat sich also feit Guern Vergnügungen, Partien und Ausflügen zu berücksichtigen. find allerdings grundverschieden in ihrem Wesen, allein dem Anfang des vorigen Jahres nicht nur nicht gehoben, Richtet Guch danach! beide find revolutionär". Womit natürlich für alle sondern ist noch um nahezu 40 pet. hinter jenem ver- Hieran schloß sich ein Verzeichniß der Lokale, die uns staats- und gesellschaftsretterischen Aktionen die Hinterthür meintlich tiefsten Stand zurückgegangen. min mehreren Ortschaften der drei Wahlkreise zur Verfügung und auch das Vorderthor geöffnet ist. Die Logik ist Und thatsächlich stehen die Verhältnisse so, daß die stehen. deutsche Industrie- was wir auch im Reichstage voraus- Nach einem Artikel des genannten Blattes scheint die klassisch. Mit derselben Logik und demselben Recht können wir sagen: Herr Bennigsen und Caserio sind in ihrem sagten fich darauf gefaßt machen muß, die amerikanische Zwickauer Amtshauptmannschaft auch diese Notiz für groben We en verschieden, aber beide sind außer stande, folgerichtig Konkurrenz in Deutschland selbst zu bekämpfen. Unfug erklärt zu haben. Sie hat wenigstens dieser Tage Die gegenwärtige Krisis in Amerika zwingt die ameritani- einen Erlaß publizirt, dessen Inhalt das" Sächsische Volks zu denken. Folglich muß Bennigsen ebenso gut geföpft schen Industriellen, sich um jeden Preis Absatzgebiete im blatt" wie folgt zusammenfaßt:" Im Namen der gefährdeten werden, wie Caserio. Und bei uns find wenigstens die Vordersäge unbestreitbar richtig. Ausland zu suchen. Und aus einem Einfuhrland sind die Gewerbefreiheit! Niemand darf öffentlich auffordern, nur Vereinigten Staaten ihrerseits ein Ausfuhrland ge- solche Gewerbetreibende in Nahrung zu sehen, welche ihre Lokale Geistiges Eigenthum und publizistischer Anstand. worden, dessen Konkurrenz uns bald gefährlicher sein dürfte zu politischen Versammlungen dieser oder jener Partei- Gin hiesiges Lokalblatt, von dem niemand bisher gewußt als die Englands. richtung hergeben; Niemand darf Gewerbetreibende, ins- hat, daß es geistiges Eigenthum besize, sucht sich in den Bildung und Befih. Der Kampf gegen das all- besondere Gastwirthe und Restaurateure dadurch in der Ruf solchen Besizes durch folgende Notiz zu bringen: Die publizistische Quellenverschleierung ber gemeine gleiche Wahlrecht" wird besonders eifrig von der Ausübung ihres Gewerbes und in der freien Verrheinischen Rapitalistenpresse geführt, weil durch dasselbe fügung über ihre Lokalitäten beeinträchtigen, daß ihnen gesammten Berliner Preffe mit verschwindenden Ausnahmen uns gegenüber haben wir erst vor wenigen Tagen gekennzeichnet und der Einfluß von Bildung und Besig" nicht zur Geltung geschäftliche Nachtheile, die Fernhaltung ganzer heute liegt wiederum ein ähnlicher Fall vor. Am Freitag der Einfluß von Bildung und Besiz" nicht zur Geltung tommen fönne. In diesem Kampf steht voran die Kölnische Boltsschichten u. f. w. in Aussicht gestellt werden, Abend brachten wir die Mittheilung, daß die Mandats niederBourgeoismeße, und in ihr Horn blasen besonders mit die um sie zur Aufnahme in eine Liste der von Anlegung feitens des Reichstags- Abgeordneten v. Ja go w im nationalliberalen Professoren und Gymnasiallehrer, zumal gehörigen dieser Partei zu besuchenden Lokale und in An- Bureau des Reichstages erfolgt sei. Am nächsten Tage wurde Wer unsere Nachricht vont Vorwärts" wörtlich, von der in der nationalliberalen Muster- Universitätsstadt Bonn. Spruch zu nehmenden Gewerbebetriebe zu bewegen. Das preußische Dreiklaffen- Wahlgesetz hat in der letzten Zeit dem zuwiderhandelt wird mit Geldstrafe bis zu 150 M. Bossischen Zeitung und der Freisinnigen Beitung" in ihrem thatsächlichen Inhalt ohne Quellenangabe nachgedruckt; heute oder Haft bis zu 14 Tagen gestraft." eine" Reform" erfahren, in welcher" Bildung und Besiz" Damit hat die eifrige Zwickauer Amtshauptmannschaft folgen nun die übrigen Berliner Zeitungen und citiren ab zu noch höherer Geltung kommen. So find in Bonn die unseres Erachtens den Bogen selbst für fächsische Ber- wirkliche Quelle wird aber überall tootgeschwiegen. Und das 190 Wähler der ersten Klaffe auf 78, die 591 der zweiten auf unferes Erachtens den Bogen selbst für sächsische Ber- wechselnd die" Freifinnige" und die„ Vossische Zeitung", die 408 reduzirt, während die Zahl der Wähler dritter Klasse seit hältnisse überspannt. Wir möchten das Gericht sehen, das nennt man publizistischen Anstand! 1891 von 3363 auf 4863 gestiegen ist. Dabei ist es denn es wagen würde, auch diese Ausdehnung des Grobengekommen, daß Oberbürgermeister, Landrath und fast Unfugs- Begriffs für Recht zu erklären! fämmtliche Professoren in die 3. Wählerklasse gesetzt sind, Zwei wegen Mihhandlung im Amte vom Leipziger und dort mit dem Arbeiter und Handwerker das gleiche Landgericht zu bedeutender Gefängnißstrafe verurtheilte und Wahlrecht theilen. Sie sind also aus der Reihe der durch darauf aus dem Leipziger Dienst entlassene Polizisten Bildung und Befit" Privilegirten gestrichen; auf Bildung sollen, wie der Wähler" hört, in Chemniz wider als und Befih" haben nur die kapitalistischen Proßen Anspruch. attive Polizeibeamte angestellt sein. Das würde, wenn Unsere Universitätsprofefforen, die bekanntlich von je ein die Nachricht zutrifft, ganz gut zu den übrigen Ver" " Wir wissen nicht, ob wir die Notiz über die Mandats niederlegung des Herrn von Jagow dem Blatt, das sich zu dieser Selbstreklame versteigt, entnommen haben oder irgend einem anderen. Jedenfalls ist die Notiz eine jener mecha nischen Mittheilungen, die, wenn nicht besondere Umstände vorliegen, für Gemeingut gelten, da keinerlei geistige Thätig keit darin steckt und folglich auch kein geistiges Eigenthum daran haftet. Und auch jetzt thun wir dem fraglichen Blatt nicht den Gefallen, es zu nennen. Was wirkliches geistiges Eigenthum betrifft, so giebt es wohl kein Blatt, während das Fräulein von Leuenberg die Stirne verzog und ment nur mit Wiärlein," setzte Wallrade verhöhnend hinzu: welches in Anerkennung und Geltendmachung desselben die spitzige Nase rümpfte.- Mag ich doch der Jahre so Ihr verdankt meinem Unglücke, das aber dennoch, wie anderen Blättern gegenüber peinlicher wäre als der„ Vorviele zählen, als der Erzvater Methusalem," sprach sie bitter: alles, ein Ende nehmen wird, ein paar luftige Gelagwochen. wärts", der gewissenhaft seine Quellen zu zitiren pflegt. ich bleibe doch immer jung gegen das Alter unsers adligen Euer alter Rater ist schon in seinem Fett erstickt, und auch Stammes. Nicht alle Leute tönnen sich solcher Herkunft Eure hagere Gestalt beginnt sich zu runden. Während Ein eisernes Hasenherz. Der vorige Reichskanzler rühmen."- Nicht alle Leute mögen hoffärtige Armuth dessen aber muß der arme Bauersmann, der Euch ge- einem außerordentlich seinen Sinn für persönliche Gefahr war bekanntlich troy der ihm angedichteten Eisernheit mit einem bequemen Bürgerthum vorziehen," versetzte Wallrade fahren, im Thurme verzweifeln." Was kümmert mich gereizt:„ vergebt mir, Fräulein; es mag alles wahr sein, der Mensch?" fragte Petronella unwirsch:„ Ich bin sammt versehen. Diese nicht gerade sehr ritterliche und heldenwas Ihr mir von Eurem schönen Schloffe zu Gelnhausen meinem Better in Ehren geladen hierher gekommen, und hafte Eigenthümlichkeit des Pseudo- Eisernen hat soeben zu zu erzählen für gut fandet, allein es ist wohl besseres zu es steht Euch schlecht an, mich für eine Schmarogerin gel- einer kleinen Polemik Anlaß gegeben, über die wir wie folgt finden, als schmale Kost und magere Märlein, wie Ihr sie tend zu machen. Der Hochmuth ziemt Eurer Lage nicht. nach der Kreuz- Zeitung" berichten: Eurem Better auftischt. Das wußte Eure Base Grethchen Meinen Adel, meine Freiheit, mein gutes Gewissen habt Fürsten Bismarck u. a. ausgeführt!„ Da mag daran erinnert Die Frankfurter Zeitung" hatte in einem Artikel über den sehr gut; sie scheute sich keineswegs, dem Wohlleben eines Ihr doch nicht. Lacht nicht, mit dem Gewissen ist's wirk werden, daß Fürst Bismarck sich andauernd, und zwar gerade Frankfurter Bürgers ein leeres Wappen zum Opfer zu lich nicht richtig; die gestrige Ohnmacht, und die plögliche während der Herrschaft des jego so vermißten Sozialistenbringen." Dieses Opfer unbesonnener Jugend hat auch Bekehrung, die darauf folgte, beweisen es, und der Mönch, gefeges in der Vorstellung befunden hat, daß er persönlich geschier mein Herz gebrochen," erwiderte Petronella; der der Eure Beichte anhörte, würde viel zu erzählen haben, fährdet sei. Es ist bekannt, daß sein Haus und sein Garten von Falt soll nie auf einem Finkenneste horsten. Merkt Euch wenn er anders erzählen dürfte." Keine Beleidigung!" allen Seiten durch eine Schaar geheimer Polizisten bewacht war, bas, gute Nichte." Warum hatten doch Eure War zürnte Wallrade; aber Petronella hätte unerbittlich fort- die ihn, wenn er sich einmal in der Oeffentlichkeit zeigte, wie nungen teine träftigere Wirkung?" fuhr Wallrade glühend gefahren, wenn nicht Frau Else dazwischen getreten wäre. eine Wolke umgaben." Die" Hamburger Nachrichten" bemerken und mit Spott fort: Meinem Hause wäre viel Unfriede Ei, beim Wetter! rief sie: Ist des Haderns noch kein hierzu:" Diese Ueberwachung war vom Kaiser aus eige nem Antriebe befohlen worden. Wir haben vom Fürsten erspart gewesen,- und viele Schande." Schande?" Ende? Schämt Euch, Fräulein von Leuenberg, Euer Alter Bismarck nie gehört, daß er sich persönlich gefährdet fühlte, als schrie Petronella, erstickend fast vor Unwillen:" Welch böser sollte vernünftiger sein. Schämt Euch noch einmal, er im Dienste war; er hätte nach den bekannten beiden AttenGeist spricht denn heute diese Lästerungen aus Euch, da und nehmt Euch in Acht vor dem Vetter Veit, denn es taten und den ungezählten Drobbriefen alle Veranlassung dazu Ihr Euch noch gestern geberdet habt, wie ein reuiges scheint, als hätte er feine Nichte zu lieb gewonnen, als gehabt. Daß der Kaiser Wilhelm I. für die Sicherheit seines Schäflein? So man auch wollte, man tönnte sich doch daß er Euch nicht den Kopf zurecht sehen wollte, wenn Ihr Kanzlers nach solchen Vorkommniffen Sorge trug, erscheint ein nicht mit Euch vertragen, denn Ihr seid schlimm, wie ein das Fräulein schmäht." Das wolle Gott verhüten!" nicht unnatürlicher Ausfluß seines monarchischen Berufsgefühls, schneidiges Meffer." Allerdings", gab Wallrade zu; seufzte Petronella mit niedergeschlagenen Augen: Der welchles ihm die Vorsorge für Erhaltung der persönlichen Sicher heit einer Diener nicht allein, sondern jedes seiner Unterthanen in ungeschickten Händen werde ich dazu, und das ist bei Bruder wird doch nicht dem Beispiele der Schwester zu nahe legte. Bit ähnlicher Leichtfertigkeit wie die„ Frankfurter Euch der Fall."- ,, Was sollen denn die Stachelreden?" folgen trachten?" Und wenn es wäre?" entgegnete Beitung" tönnte man auch über die Sicherheitsmaßregeln spotten, fiel Else derb und heftig ein:„ Wenn Verwandte sich also Wallrade mit verächtlichem Scherz.- ,, Mein Tod wäre mit denen Monarchen und andere hervorragende Personen im erzürnen, was sollen denn wildfremde Menschen thun? es;" fuhr Petronella giftig fort: der letzte Nagel zu meinem Interesse der öffentlichen Sicherheit umgeben werden." Gebt Euch zufrieden. Beide seid Ihr mir gleich liebe Gäste, Sarge." So fterbt immerhin sprach Wallrade höhnisch und", setzte sie scherzend hinzu;„ das Fräulein von weiter, während Frau Else des Lachens kein Ende finden Baldergrün ist mir schier noch angenehmer, als Ihr, Leuen konnte: der Junker von Leuenberg macht mir den Hof, bergerin." Weil das Fräulein mit goldenen Retten und und hat geziemend um meine Hand geworben." Geschmuck den gezwungenen Aufenthalt bezahlen muß," ( Fortsetzung folgt.) ergänzte Petronella. Und Ihr das erwünschte Trakta. 11 數 " Der Chefredakteur der Hamburger Nachrichten" heißt bekanntlich Fürst Bismarck; und wenn dieser die Person des vorletzten Kaisers zu seiner Deckung benutzt, dann weiß Jedermann, was das zu bedeuten hat. Thatsache ist, daß Fürst Bismarck ungeheure Summen für seine persönliche Sicherheit verwandte schenkte er doch seinem Leib- Ober Spigel Krüger neben dessen sehr hohem Gehalt noch extra| übrigens wäre die Anwendung ber Berbannung von Mittel an die auswärtigen Parteigenoffen zu wenden. Das ist 60 000 Mart, natürlich nicht aus eigener Tasche, sondern aus allen wünschenswerthen Garantien umgeben und das ganze Land fein Personenfultus, sondern ein Att der Pietät, und besonders dem Reptilienfonds! Thatsache ist ferner, daß Fürst Bismarck billige die Gesezesvorlage gegen die anarchistische Sette tröstlich für die Verwandten des Todten, denen man dadurch die Ein von Balsan befürwortetes Amendement, nach beruhigende Gewißheit giebt, daß er nicht vergessen ist von denen, sich sogar im Reichstag durch eine Horde von Spigeln be-( Beifall.) wachen ließ, die auf die Tribünen vertheilt waren, und welchem es nur den Schwurgerichten zustehen soll, die Berbannung für die er im Leben tämpfte und litt. Daß durch die übrigens auszusprechen, wurde mit 290 gegen 224 Stimmen abgelehnt und sehr seltenen Sammlungen für solche Zwecke die Unterstützung daß er trotzdem von lächerlichster Furcht erfüllt war und darauf der erste Theils des Artikels III mit 816 gegen 180 Stim- ftreifender oder ausgesperrter Arbeiter Schaden litte, ist nur leichenblaß zusammenschreckte, wenn Jemand in seiner Nähe men angenommen. richtig, wenn man verlangt, der Sozialdemokrat müsse den ein Taschentuch rasch hervorzog. Er dachte dann jedesmal, Paris, Dienstag. Deputirtentammer. In der leiten Groschen, den er übrig hat, auf dem Altare der das Schicksal Alexanders von Rußland würde ihm bereitet. Bormittagssigung wurden alle Zusagartikel zu dem Artikel 111 ab- gewerblichen Kämpfe opfern. Das böse Gewissen ließ ihm keine Ruhe, er hatte eine gelehnt. Sembat und Millerand riefen einen lebhaften Zwischenhöllische Angst vor uns, und keine Ahnung davon, wie fall dadurch hervor, daß fie der Regierung vorwarfen, unter dem nüglich er uns war. Einflusse des Präsidenten Casimir- Berier zu stehen, und für die Kammer das Recht in Anspruch nahmen, die Handlungen des Präsidenten der Republit einer Kritit zu unterziehen. Hiergegen protestirten Ministerpräsident Dupuy und Justizminister Guérin. Hierauf wurde der Artikel Ill im Ganzen endgiltig angenommen und die Sigung auf Nachmittag vertagt. Die Landeskonferenz der badischen Sozialdemokratie ertheilte den Landtagsabgeordneten Dreesbach, Dr. Rüdt und Stegmüller eine Rüge, weil sie trotz des betreffenden Beschlusses des Karlsruher Parteitages bei ihren Beschlüssen im Bandtag teine Einigkeit haben walten lassen. In Beziehung auf den Abgeordneten Stegmüller, der übrigens bereits bei der Wahl zur Konferenz unterlegen war, wurde der Spruch noch verschärft. Die Konferenz schloß ihn mit der Aufforderung aus, daß er sein Mandat niederlegen solle. Ein weißer Elephant. Irgend ein boshafter Feind Deutschlands hat einigen Samoanern die Idee eingegeben, dem Deutschen Reich die Sampa- Inseln als Geschenk zur Einverleibung anzubieten. Und natürlich haben auch einige christlich germanische Kolonialfere schon an England. Das Unterhaus hat nach dreitägiger Debatte gebissen, ohne sich um völkerrechtliche Verpflichtungen und mit 259 gegen 227 Stimmen in zweiter Lesung die Bill betreffend ähnliche Kleinigkeiten zu fümmern. Dieses zum Glück die irischen ausgefeßten Pächter angenommen. Bei der Gewerbegerichtswahl in Reutlingen siegten in sehr windige Danaergeschenk erinnert uns an die Praxis Eine internationale Konferenz der britischen der Klasse der Arbeitervertreter die sozialdemokratischen Kanber Sultane von Siam, die, wenn ihnen ein Basalle zu Rolonien tagte vor kurzem in Ottawa, der Haupt- didaten mit 411 bis 307 Stimmen von insgesammt abgegebenen mächtig wurde, ihm einen weißen Elephanten zum Gnaden stadt von Kanada. Ueber die Ergebnisse dieser Konferenz 424 Stimmen. geschenk machten. Der unglückliche Empfänger war hoch schreibt man halbamtlich: geehrt und wurde langsam aber sicher arm gefressen. Wieder ein anarchistischer Geheimbund ist in Prag entdeckt worden. Die Mitglieder zwischen 18 und 20 Jahre alt." Leider sagt das Telegramm nicht, ob der Zweck des Geheimbundes war Fenster einwerfen oder Bogelnester aus nehmen. Die Konferenz der britischen Rolonien hat schon eine Unterhaltend schildert die„ Unterfränkische Boltstribüne" Folge gehabt, indem die wichtigste Frage ihrer Berathungen die Betriebsamkeit eines Pfäffleins, das sich in den Kopf gesetzt im britischen Parlamente zur Verhandlung gekommen hat, die Sozialdemokratie in Bamberg auszurotten. In einer ist. Der Grundgebanke, welcher die Einberufung der Verfammlung des fatholischen Arbeitervereins sprach der Don internationalen Konferenz veranlaßte, war der seit einigen prediger Dr. Winterstein zunächst über die Wunderwirkungen Jahren aufgetauchte Plan einer 3ollunion zwischen einer österreichischen Wallfahrt, wetterte dabei ordentlich auf die dem Vereinigten Königreiche und seinen Kolonien. Der Wiener Zeitungen los, die über einen Jesuitenpater allerlei Bildung dieser Zollunion stehen die von Großbritannien lächerliche Bemerkungen gemacht haben sollen, verdonnerte das mit mehreren Staaten, darunter namentlich mit Deutschland Freimaurerthum als größten Feind der katholischen Kirche Für die fämmerliche Justiz Ungarns bezeichnend und Belgien abgeschlossenen Meistbegünstigungs- und sprang bann mit einer eleganten Wendung auf ist folgender Aufruf der Budapester Boltsstimme":" Troh Verträge entgegen. Die internationale Konferenz hat nun die fein Lieblingsthema: die+++ Sozialdemokratie über. Jetzt Bunächst wollte der der Intervention ihres Vertheidigers befinden sich unsere Aufhebung dieser Verträge nicht unmittelbar beschloffen, sie hat war der Herr im richtigen Zuge. fünf Hodmezö Vásárhelyer Genossen noch immer un aber eine Berbindung der Kolonien mit dem Mutterlande in liebenswürdige Herr wissen, in welchen Stadttheilen die Aus der Mitte gerechtfertigt in Haft. Der Hodmezö- Vásárhelyer bezug auf Bölle vorgeschlagen, welche nicht auszuführen ist, so Sozialdemokratie am stärksten vertreten wäre. Meuchelmörder aber, der aus dem Stadthaus heraus einen lange jene Verträge bestehen; alle Begünstigungen, welche die der Versammlung wurde ihm das Grombühl und die Lehnleite englische Regierung ihren Kolonien zugestehen wollte, würden bezeichnet. Und welche Berufsarten find wohl am stärksten in Arbeiter erschossen hat, läuft noch immer frei umber. Herr jetzt auch Deutschland und Belgien zu gute fommen. Das würde der Sozialdemokratie vertreten? wollte der gute Herr weiter Justizminister! Es wäre bald an der Zeit, daß Sie Ihres aber dem Plane der Kolonial- Regierungen widersprechen. Auf wiffen. Die Schufter!" rief einer.( Lebhafter Protest bei den eine Anfrage, wie sich die britische Regierung zu der Angelegenheit Schustern.) Hierauf kamen die Metallarbeiter, die Schreiner Ungarn ist in den Händen der 2iberalen. Was es verhielte, hat nun Sir E. Grey die Thatsache erwähnt, daß die Handels- und die Zigarrenmacher an die Reihe. Der Herr Domprediger mit ihrem Liberalismus für eine Bewandtniß hat, zeigt der verträge mit dem Deutschen Reiche und Belgien durch zwölfmonatliche notirte alles sorgfältig und fragte dann mit süßlicher Miene vorstehend wiedergegebene Aufruf. Die gefangenen Genossen, Kündigung aufgehoben werden könnten; sonst hat er ein Eingehen wieder: Und in welchen Geschäften sind wohl diese Umzu deren Gunsten das ungarische Bruderblatt seine Stimme auf diese Frage abgewiefen mit dem formellen Grunde, daß sich stürzler am stärksten vertreten?" E3 wurden ihm hierauf die Frage, wie weit die Verträge eine differentielle Behandlung die Namen etwa 6-8 Betrieben genannt, die er erhebt, find Opfer jenes fch machvollen Ueber der Solonien behindern, nicht in so allgemeiner Form beant ebenfalls notirte und dann den Auftrag gab, man möge falles, den ein Häuflein von Grundeigenthümern, verworten laffe. Es ist erklärlich, daß die britische Regierung sich ihm heimlicherweise die Namen der Sozialdemokraten in jenen bündet mit der Polizei, vor einigen Monaten im Theiß noch nicht auf eingehende Erklärungen über die schwierige Frage Geschäften, unter Angabe der Nationale und Religion der BeGebiet gegen unsere Genossen organisirt hat. in ihrem unfertigen Stadium einlassen will. Sie wird aber bei der bekannten britischen Zähigkeit immer wieder vorgebracht werden und bei dem Wunsche des Rabinets, den Anforderungen der Kolonien möglichst nachzukommen, ftetig einen Schritt vor wärts gehen. Amtes walteten." Defterreich. Die Wiener Zeitung" veröffentlicht heute die drei die Balutaregulirung betreffenden Gesetze vom 9. Juli 1894, erftens das Üebereinkommen mit Ungarn betreffend Die Einlösung von 200 Millionen Gulden Staatsnoten, sodann das Gesetz, durch welches dem Finanzminister 224 Mill. Kronen Landesgoldmünze überwiesen wird, und das Gefeh, welches den Um lauf der Salinenfcheine auf 70 Millionen Gulden herabmindert. Durch eine Verordnung des Finanzministeriums von heute wird die Ausgabe von Einguldennoten Seitens der Staatstassen und Aemter von heute ab eingestellt. Aus dem Vaterlande Tell's sind wieder drei Mu archisten" ausgewiesen worden. Freiheit! " Don treffenden, mittheilen. Zur Erläuterung fügte er hinzu, daß es sich für ihn darum handle, den Versuch zu machen, neue Mitglieder für den Verein zu werben und gegenüber den Behaup tungen der Glaubensgenossen auf dem Lande, daß der Verein in der Stadt zurückginge, den Gegenbeweis zu liefern. Die Proteftanten, führte dann der Redner weiter aus, sind für uns nichts, die werden nicht aufgenommen; ich glaube, daß die meisten Sozi hier Fremde, Preußen, Badenser, Württemberger und Sachsen Sachsen und Württemberger; das sind Leute, die keine Religion sind, die haben das ganze Land verseucht, hauptsächlich die haben, noch jemals welche hatten u. f. w. " 17 Eine Warnung erlassen die Sächsische Arbeiter- Zeitung" und der Wähler" vor dem etwa 55-60jährigen, aus Pirna gebürtigen Stellmacher Wilhelm 2oreng, der, geftüßt auf eine aus dem Jahre 1887 stammende Empfehlung Hannoverscher Parteigenossen, die Gutmüthigkeit der Parteigenoffen ausbeutet. Dresden, Leipzig 2c., überall mit angeblichen Bekanntschaften Er zieht durch die Städte Hamburg, Berlin, Bremen Hannover, Die deutsche Industrie muß sich eben auf weitere Verluste von Absatzgebieten vorbereiten. Die Politik des engherzigsten nationalen Egoismus, der die deutsche Handelspolitit feit 1878 leitet, tommt auch in anderen Ländern mehr und mehr zum Durchbruch, und als wirthschaftlich schwächere Macht tommen wir bei handels politischen Konflitten mit England und dessen Interessen sphäre natürlich nicht gut weg. Wir müssen uns eben, gleich anderen Industrieländern, darauf einrichten, haupt Das italienische Ausnahmegesek treibt schon jetzt seine sächlich für den Binnenmarkt zu arbeiten da alle wohlbekannten Blüthen. Die vorletzte Nummer der" Lotta di auswärtigen Ausbeutungsmärkte, bei dem Emporkommen classe", das Centralorgan der Sozialdemokratie der Industrie in allen Ländern, nach und nach verloren Italiens wurde beschlagnahmt, weil sie angeblich einige gehen müssen. Freilich, wenn die handelspolitischen Raub- hervorragender Parteigen offen renommirend, und lebt von dem Artikel enthalten haben soll, die zum Klaffenhaß aufreizten. züge ins Ausland aufhören, ist für die kapitalistische Grtrag der Brandschahung vertrauensseliger Arbeiter und Partei. Gelegentlich der Haussuchung in der Redaktion wurden Industrie Matthäi am Leßten, und wird die bürgerliche genossen. einige Exemplare der Arbeiterhymne gefunden und beschlag- Gesellschaft mit der Nase auf und in den Sozialismus genahmt; es ist aber nicht ausgeschlossen, daß alle Spediteure, stoßen. die dieses Lied versandt haben, unter Anklage gestellt werden. In Bergamo wurden die Genossen PiazzaIunga und Gavazzi Guiglielmo megen Abfingens der Arbeiterhymne zu je 17 Tagen, Genosse Bucchi, Parteinachrichten. Todtenliste der Partei. In Eule, Kreis Neurode in Schlesien, starb am 8. Juli der Weber Josef Knittel, 62 Jahre alt. Er war seit vielen Jahren ein treues Mitglied der Partei und besonders bei den Wahlen in den ersten Jahren des Sozialistengesezes unermüdlich thätig. So gefinnungstreu der ,, nieder mit den Kriegsgerichten" gerufen haben soll zu Aus Rudolstadt i. Th. empfingen wir folgende Buschrift: Snittel war, so arm war er auch; er war von den sprichwörtlich 15 Tagen Haft verurtheilt. In Mailand wurden den Auf dem am 8. Juli in Königssee abgehaltenen Parteitage für und thatsächlich armen Hauswebern des Eulengebirges einer der gelegentlich der Demonstrationen vom 2. Juni( für de Felice) das Fürstenthum Schwarzburg- Rudolstadt wurden u. a. folgende ärmsten, trotzdem hat er zur Zeit, wo die Partei noch mit sehr beschränkten Geldmitteln arbeiten mußte, manchen Weg umsonst Berhafteten folgende horrende Strafen zuerkannt: Cafassi awei Beschlüsse gefaßt: 1. Die Sozialdemokraten Schwarzburg- Rudolstadts beantragen gemacht, und jede Gelegenheit zur Agitation unter seinen Berufs15 Monate, Spignaroli und Imbrigo je drei bei der Parteileitung, dafür Sorge zu tragen, daß auf dem genossen benußt, als diese noch überwiegend in den Banden der Monate und 100 Lire Geldstrafe, Funes 2 Monate nächsten Parteitage der Sozialdemokraten Deutschlands folgende Pfafferet staken. Durch den Tod ihres Ernährers ist Knitter's Fa 15 Tage und 83 Lire Geldstrafe, Advokat Amerigo Frage zur Diskussion gestellt wird: Ist es nicht möglich, von milie, Frau und drei unversorgte Kinder, wovon eins völlig blödsinnig, Garzoni und Dr. Giovani Garzoni je einen Parteiwegen eine Zeitschrift, die vielleicht in Form der Neuen in um so größere Noth gekommen, als Frau Knittel törperlich Monat Gefängnißhaft. Welt" gegen geringes Extra- Entgelt als Beilage zu den Partei- gebrechlich ist. Die Redaktion unseres in Langenbielau erschei blättern, oder auch als selbständiges Blatt, nur so billig wie nenden Bruderorgans„ Der Proletarier aus dem Eulengebirge" möglich, erscheinen könnte, zu schaffen, deren Inhalt ungefähr fordert deshalb zur Unterstützung der bedrängten Familie auf. zur Hälfte aus Aufsätzen naturwissenschaftlichen Inhalts und zur Der Korbmacher J. Strobel, einer der ältesten Parteisälfte aus solchen über praktisches Lehr- und Erziehungswesen genossen Nürnbergs, ist am Sonnabend im 50. Lebensjahre besteht? verschieden. Auch er war gerade unterm Sozialistengesetz am thätigsten, woraus die Gegner die Lehre ziehen können, daß Aus nahmegefeße gegen die Sozialdemokratie nicht den geringsten Werth haben. Dachten aber die Crispi und Genossen, durch solche Mittel der italienischen Bewegung ein Halt gebieten zu können, so haben sie fich wahrscheinlich schon jezt überzeugt, daß sie die Rechnung ohne den Wirth gemacht haben. Die italienischen Genossen werden durch das Zur Begründung dieses Antrages wurde angeführt, daß uns Ausnahmegesetz nur enger aneinander geschlossen. Die ein solches Blatt, namentlich in kleinen und mittleren Orten, wo Agitation hat trotz der Gefahr, mit welcher sie verbunden Arbeiterbibliotheken nicht existiren oder wegen zu langer Arbeitsist, an Energie zugenommen, dafür spricht auch der erste zeit nicht ausgenügt werden, sehr viel nüßen würde. Die Sozialdemokraten Schwarzburg- Rudolstadts protestiren Provinzialtag, der am 22. Juli in Albano für das alte Polizeiliches, Gerichtliches ze. Was sich die Schwarzröcke in Preußen alles erlauben, Latium tagte. In dieser Provinz war die Propaganda gegen das Einsammeln von Geld unter den Genossen zur Errichnur eine schwache, der Provinzialtag war daher geeignet, sowie auchgegen Aufforderungen in der Parteipreffe zu solchem Zweck. meldet, ließ der evangelische Pastor Kuhlmann in Werther nur eine schwache, der Provinzialtag war daher geeignet, tung von Denkmälern zu Ehren verstorbener Mitglieder der Partei, geht auf teine Kuhhaut mehr. Wie die Bielefelder Volkswacht" Durch den Anschluß der schon vorhandenen Arbeitervereine Dagegen werden Genossen und Vereine, die Geld übrig haben, durch Schulkinder ein Flugblatt verbreiten, worin u. a. in an die sozialdemokratische Partei, eine einheitliche Organi- ersucht, die Aufforderungen in der Partei und Gewerkschafts- gehässigfter Weise gegen unsere Parteigenossen Groth, Slomfe fation zu schaffen und eine energischere Agitation zu ermög- preffe unter den Rubriken: Arbeiterbewegung, Streits, Aus- und Th. v. Wächter losgezogen wird. Das wäre nun unter lichen. Der nächste Parteitag der italienischen sperrungen u. f. w. zu verfolgen und das Geld an die heutigen Verhältnissen nichts verwunderliches, so unfittlich Sozialdemokratie ist für den 7., 8. und 9. September nach dort angegebenen Adressen zu senden, da wir den wirthschaft auch die Verwendung von Schulkindern zum Austragen solcher Imola einberufen. lichen Rampf, in bezug auf Förderung des Klaffenbewußtseins Schundliteratur ist. Aber das Flugblatt enthält weder den und innere Festigung der Partei, für nothwendiger halten, als Namen des Verlegers, noch den des Druckers, noch den des das Setzen von Denkmälern, und diesen deshalb mit aller Kraft verantwortlichen Verfassers. Solange nun in Preußen noch die gefördert wissen möchten. Verfassungsvorschrift gilt: Jeder Breuße ist vor dem Gesetze Bei der Begründung wurde erwähnt, daß durch den Antrag gleich, verlangen wir, daß die Polizei auch Priester und übera der Ehre verstorbener Genossen durchaus nicht zu nahe getreten haupt Leute der sogenannten höheren" Stände beim Kragen haten und Schriften selbst gesetzt haben, vorläufig die steinernen fo flagrant gegen das Gesetz vorgehen. Wir wüßten wenigftet s werden solle, daß uns aber die Denkmäler, die sich diese in ihren nimmt, wenn sie sich, wie der Pastor Kuhlmann in Werther, sehr wohl ersetzen tönnten. Auch müsse sich jeder gewerkschaftlich nicht, was uns abhalten sollte, die strenge Durchführung der organistrte Genosse sagen, daß das Anlegen der wenigen Grofchen, Gefeße solchen Leuten gegenüber zu verlangen, aus deren Reihen die wir übrig haben, zu solch unproduktiven Zwecken bei jeziger heraus fortgesezt Ausnahmegefeße gegen die Sozialdemokratie. Beit durchaus nicht am Blaze sei. gefordert werden. Das verbrecherische Gesetz" des Herrn Casimir Perier ist noch nicht zu Fall gekommen; es steht aber auch nicht mehr auf festen Füßen. Der blinde Schreck, in den nach der Ermordung Carnot's breite Schichten der Bevölkerung in Frankreich sich werfen ließen, hat an Kraft verloren, und die Vermuthung, daß das Knebelgeseh gar nicht gegen die Anarchisten, sondern gegen die Feinde der Regierung, gleich viel welcher Partei sie an gehören, sich richte, dringt in immer weitere Kreise. Die Minister und ihre Zeitungen betheuern zwar, fie Eingebracht wurde der Antrag, weil in der Parteipreffe dächten nur an die Anarchisten. Allein, wenn das wahr zum Einsammeln von Geld zur Errichtung eines Denkmals für wäre, würde man kein Preß- Knebelgesetz beantragt haben, den verstorbenen Genossen Tölcke in Dortmund aufgefordert bas den Anarchismus ebenso wenig aufhalten kann, wie worden war. ein Zeitungsblatt einen Mordstahl. Die wirklichen Feinde des Anarchismus fordern keine Ausnahmegefeße, und wer Ausnahmegesetze fordert, ist kein Feind des Anarchismus. Die neuesten Telegramme lauten: Punkten Stellung zu nehmen. Wir bitten die Genossen aller Orten, zu diesen beiden -Wie mangelhaft in Sachsen sogar eine Oberbehörde darüber unterrichtet sein kann, was ihres Amtes und was nicht ihres Amtes ist, geht aus einem Dresdener Schöffengerichtsurtheil hervor. Der Handarbeiter Hofmann aus Loschwitz war wegen nicht genehmigten Antlebens eines zum Boykott des Gafthofs zur Eule auffordernden Plakats vom Gemeindevorstand in Da die schwarzburg- rudolstädtischen Parteigen offen die Be Loschwitz zu 80 mit. Geldstrafe wegen groben Unfugs verurtheilt sprechung ihrer Anträge selber wünschen, so wollen auch wir worden, und die Amtshauptmannschaft für Dresden- Neustadt wenigstens über den den zweiten Antrag unsere Meinung hatte ihm noch 3 Tage Haft auferlegt, weil das Plakat weder Paris, Montag. Deputirtentam mer. Im weiteren fagen. Die Schaffung eines neuen Blattes ist eine Frage, die den Drucker noch den Verleger bezeichnete und Hofmann somit Verlaufe der Sitzung bekämpfte Belletan den Artikel III des wir hier nicht erörtern wollen. Was die Sammlungen für gegen das Preßgefeß gesündigt hatte. Das Schöffengericht, dessen Anarchistengesetzes, welcher die Strafe der Verbannung aus Dentmäler" betrifft, wobei es sich übrigens in der Regel um Entscheid Hofmann anrief, bestätigte die vom Loschwitzer Gespricht und erklärte, es würde eine Schande für die Republik ein mehr oder minder einfaches Grabmal handeln wird, meindevorstand festgesetzte Geldstrafe, hob aber die Verfügung der sein, wenn eine solche Strafe für ein Vergehen, das in einer so meinen wir, daß man es den Parteigenossen nicht zu ver- Amtshauptmannschaft mit dem Bemerken auf, daß derartige BeAnsicht bestände, festgesetzt werden solle. Juftigminister Guérin bieten bat, einen verdienstvollen Freund und Kämpfer nach hörden nicht zuständig seien, wegen Vergehen gegen das Preßerwiderte, das Gesez habe nur den Anarchismus im Auge; seinem Tode auf solche Weise zu ehren und sich mangels eigener gesetz Strafen auszusprechen. " h., Sh., Mechaniker 87,75 Sb., Seizer 49,78 -Der durch seine naturwissenschaftlichen Werke bekannte| Neber die Lage der Bäckergesellen in Mannheim lesen 172,87 ... Nicht allein, daß die Weichensteller 48,58 Sh., Schriftsteller Bommeli, ein geborener Schweizer, soll wir in der dortigen Voltsstimme": Bahnhofs- Arbeiter 46,10 Gh., aus seinem bisherigen Wohnort Stuttgart und aus ganz Gesellen wie Schulbuben behandelt werden, daß bei dem Beamte in der Zentralverwaltung 47,02 Sh., Werkstättenarbeiter Württemberg ausgewiesen worden sein. Als äußeren Anlaß geringsten Vorkommniß über sie in der Innung abgeurtheilt 50,40 Sh., Arbeiter auf der Strecke 35,35 Sh., Durchschnittslohn der Ausweisung bezeichnet man eine Versammlung, wo der ge- wird, ob sie in Mannheim Arbeit haben oder geächtet werden für alle Arbeiter 53 Sh. Mithin ist zwischen den Resultaten nannte Schriftsteller einen Vortrag über die Steinkohle ge- sollen, nein, auch erwachsene Leute müssen sich bieten lassen, daß der Individual- Enquete und den Angaben der Eisenbahn- Gesellhalten hat. Wenn die Meldung zutrifft, so hätten wir mit ihnen seitens des Sprechmeisters Ohrfeigen angeboten und auch schaften eine Differenz von 4 Sh. thatsächlich verabreicht werden. Wem steigt da nicht die Scham- Ueber andere Verhältnisse geben die Zählkarten folgenden einem Schwabenstreich erster Güte zu thun. röthe ins Geficht?.... Vor solchen Vorkommnissen können sich Aufschluß die Bäckergesellen nur schüßen, wenn sie sich organisiren, um so vereint den Ausschreitungen der Meister gegenüberzutreten." Soziale Ueberlicht. Wie niederträchtig die Agitation gegen die selbständi gen Bergarbeiter Bereinigungen betrieben wird, lehrt auch folgende Notiz, die die Wattenscheidter Zeitung" am 11. Juli und nach ihr eine Reihe anderer Zeitungen veröffentlichten: Wie wir soeben erfahren, hat der„ Konsumverein rhein.- westfäl. Bergleute Glückauf" seinen Konkurs bei dem königlichen Amtsgericht in Gelsenkirchen angemeldet.( Es ließ sich dieses schon sehr lange voraussehen; wo mag nur das Geld geblieben sein?)" silb " gegen Unfall.. Todesfall. 190 Zahl der Antworten be ver= unauss jahend neinend gefüllt 2800 5100 1300 • 4600 1900 . 1700 2900 7100 1700 5400 2100 3700 4400 900 200 Gewerkschaftliches. Bengnißzwang. Der Redakteur des Bromberger Erzielung eines jährlichen Ersparnisses Wie die Regierenden auf ihren Reifen über die wirk. lichen Verhältnisse getäuscht werden, ist wieder aus einer Unparteiischen" sollte 30 M. Geldstrafe zahlen, weil er, Enthaltung von geistigen Getränken Zugehörigkeit zu einem Verbande Notiz der Frankfurter Voltsstimme" zu ersehen. Danach soll als Zeuge vernommen, die Nennung des Verfassers eines von der Handelsminister v. Berlepsch der Stadt Forst einen Besuch Eisenbahnangelegenheiten handelnden Artikels verweigert hatte Außerhalb eines Verbandes versichert: abstatten wollen, oder er hat ihn wir wissen's nicht- in- Die Beschwerde dagegen wurde vom Landgericht zurückgewiesen. awischen vielleicht schon gemacht. Kurz und gut. Seidem der Der Redakteur hat nun das Oberlandesgericht angerufen. Er Besuch vom Forster Tageblatt" angekündigt war, konnte man ftüßt seine Beschwerde darauf, daß es keinen Gesezesparagraphen in einigen Fabriten eine fieberhafte Thätigkeit beobachten. gäbe, wonach in einer Boruntersuchung, die zur Einleitung einer Fenster, Treppen, Aborte u. f. w., die Jahre lang weder Wasser Disziplinar Untersuchung angestellt wird, die Vernoch Seife gesehen hatten, wurden und werden gesäubert, weigerung des Zeugnisses strafbar sei. Auch der sonst sehr schmußige Arbeitsfäle frisch gestrichen, Maschinen auf das fauberste tonservative und sogar offiziöse Hamburger Korrespondent" vers An die Bureau- Angestellten! Als die unterzeichnete geputzt, und jedenfalls dürften sich die Arbeiter nicht wundern, urtheilt den Zeugnißzwang, namentlich wenn er gegen Re= wenn sie vom Prinzipal oder Werkmeister die Weisung erhalten, datteure angewandt wird. Der Redakteur", schreibt das Kommission am 1. April d. J. den„ Bureau- Angestellten" ing während der Tage, wo der hohe Besuch in der Stadt Forst Blatt, ist gesetzlich verpflichtet, Beugniß abzulegen; das Leben rief, um damit ein Blatt zu schaffen, das den Kollegen im weilt, im Sonntagsanzug zu erscheinen, sofern sie bei ihren Redaktionsgeheimniß ist andererseits für ihn eine Ehrenfache. Rampfe um beffere Existenzbedingungen zur Seite stehe, glaubte niedrigen Löhnen überhaupt einen haben. Ob die Etablissements, Bricht er es, so täuscht er ein in ihn gesettes Vertrauen, ent fie in Kollegenkreisen rege Unterstützung zu finden. Leider find die der Minister besichtigen sollte, bereits bestimmt waren, ifi würdigt sich in den Augen seiner Berufsgenossen und schädigt die Mühen und Opfer einer fleinen Bahl einfichtiger Kollegen nicht bekannt. Unmöglich wäre es ja nicht, meint die Volks- sich unter Umständen schwer in seiner Eristenz; wer wird einen nicht von dem verdienten Erfolge gewesen. Zwar wächst die Stimme", sei doch das Unternehmerthum oft darauf bedacht, das Redakteur beschäftigen, der die pflichtgemäße Diskretion verlegt? Bahl der Abonnenten, aber nicht in dem Maße, um die Existenz Elend und die Armuth der arbeitenden Klassen in heuchlerischer e seg und Gewissen tommen, und gerade von dem ist es Ehrenpflicht jedes Kollegen, dem die Verbesserung der traurigen So kann er in den peinlichsten 3 wiespalt zwischen des Blattes in absehbarer Zeit vollständig sicher zu stellen. Darum Weise zu verdecken. ehrenhaften Redakteur wird man verlangen, daß er der Stimme Lage unseres Berufes am Herzen liegt, das Blatt durch sein feiner Berufspflicht folgt. Bis dieser im Volte allgemein Abonnement zu unterstützen und für weiteste Verbreitung unter herrschenden Ansicht aber im Geseze Rechnung getragen wird den Berufsgenossen nach besten Kräften einzutreten! Rollegen, etwa anläßlich einer ohnedies erforderlichen Revision des laßt diese Aufforderung nicht unbeachtet! Wer sich nicht für seine Breßgefeßes, follte der Zeugnißzwang gegen den Redakteur Lebensinteressen rührt, der verdient auch die schlechte Behandlung, nur im äußersten Nothfalle zur Anwendung kommen, wenn die Hungerlöhne, die übermäßig lange Arbeitszeit, wie sie in alle anderen Mittel zur Ermittelung des Schuldigen fruchtlos unserem Berufe üblich find! Sorgt also Alle dafür, daß wir nicht als Besiegte, unter dem jauchzenden Hohne der Gegner, bleiben." unser Banner in den Staub sinken lassen müssen. Die Im Altenburger Gewerbebezirke ist der Geschäftsgang im agitationskommission der Berliner BureauJahre 1893 noch schlechter gewesen, als im Jahre vorher. Als Ange ft ellten. Buschriften sind an die Redaktion, Berlin, Beweis dafür führt der Fabrikinspektor in seinem Bericht an, Urbanstr. 35, 3 Tr., zu richten. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck daß 11 Betriebe in Konkurs geriethen und in sämmtlichen Industrien entweder Arbeiter entlassen oder die Arbeitszeit beschränkt gebeten. oder die Löhne herabgesetzt werden mußten. Selbst Herr Achtung, Schuhmacher! Rollegen! Der Streit in der v. Boetticher wird glauben müssen, daß dadurch die Lage der Schuhfabrik von Morösse, Gollnow str. 11, ist zur Zu Arbeiter noch mißlicher wurde, als sie es schon war. Die Knopf- friedenheit der Arbeiter und des Fabrikanten beigelegt und ist am arbeiter z. B. verdienten während des langen Zeitraums von Montag die Arbeit wieder aufgenommen worden. Dagegen einem halben Jahre nicht mehr als 10-12 t. dauert der Streit bei Fürst enheim u. Co. noch unverändert Nichtswürdige Verhältnisse hat der Gewerberath in den fort, denn dieser Herr will mit seinen Arbeitern nicht vers orfettfabriken Köln& beobachtet. Bei diesen, die über handeln, trotzdem er wohl gerne seine alten Arbeiter wieder 800 Arbeiterinnen beschäftigen, ist die Ginbehaltung von Lohn haben möchte, da er von den Streifbrechern eine Arbeit geliefert üblich, obwohl der Verdienst der Arbeiterinnen sowieso zum bekommt, mit der er ſeine Kunden nicht nach Ermessen befriedigen Leben nicht ausreichend ist. So hatten in einer Fabrit 38 Ar. fann. Darum, Kollegen, ersuchen wir Euch, uns nach wie vor beiterinnen unter 6 M. die Woche verdient. In einer Weiß- nach Kräften zu unterstützen und den 3uzug streng fern näherei wurden Militär- Strohiäcke mit 7 Pf. das Stück bezahlt, u halten; denn daß Fürstenheim mit den Streitbrechern nicht wobei noch das verbrauchte Garn abgezogen wurde. Da die weiter arbeiten kann, haben wir zur Genüge erfahren, und sind fleißigsten Arbeiterinnen es auf höchstens 20 Stück den Tag wir in der Hoffnung, bald eine Einigung zu erzielen. Die Streif Briefe find zu richten an brachten, so war der Höchstlohn etwa 1 M., nach Abzug der tommiſſion. J. A.: G. Hubn. Durchschnittslohn aber etwa 70 Pf. In den Korsettfabriken ist G. Huhn, Berlin D., Andreasstr. 32( Andreashof), bei Weig der Uebelstand der unzureichenden Löhne darin begründet, daß mann. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruckt gebeten. jede Arbeiterin fofort in Atford arbeiten muß, und je nach BeAchtung, Kartonarbeiterinnen! Kolleginnen! Die stetig fähigung ein Bierteljahr hingeht, ehe die Durchschnittsleistung um sich greifende Arbeitslosigkeit und die niedrigen Löhne vers erreicht wird. So kommt es vor, daß wochenlang bei den auch anlassen uns, die Kolleginnen zu einer Aussprache über die Lohndort üblichen Abzügen für Garn und verdorbene Arbeit ein und Arbeitsverhältnisse einzuladen. Zu diesem Zwecke findet am Minus für die Arbeiterin herauskommt, was wieder abverdient Donnerstag, den 26. Juli, Abends 734 Uhr, eine Versammlung werden muß. In der erwähnten Weißnäherei trug das leidige statt in Ehrenberg's Salon, Annenstr. 16, 1, in der die Kollegin Submissionswesen die Schuld an den schlechten Löhnen, indem die Bertha Artelt über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der ÄrFirma sich bei ihrem Angebot verrechnet hatte und die Löhne beiterinnen in der Kartonbranche sprechen wird. Es wird den drückte. Daß solche Lohnverhältnisse die Arbeiterinnen, wenn Kolleginnen zur Pflicht, zur dringenden Pflicht gemacht, zu dieser nicht nothgedrungen, aber wahrscheinlich auf Abwege führen, ist Besprechung zu kommen und Kolleginnen mitzubringen. Emma Langer. naheliegend. Dem gegenüber erklärt der Vorstand des Konsumvereins, daß an der ganzen Notiz tein wahres Wort sei und daß gegen die Redaktion der Wattenscheidter Zeitung" Strafantrag gestellt werden würde. " Vernünftiger als bisher so mancher Fabrit inspektor urtheilt der Oppelner Gewerberath über das Familienleben der Arbeiter. Er sagt im Bericht über seinen Bezirk: Das Familienleben des oberschlesischen Arbeiters ist im allgemeinen besser als sein Ruf. Der Mann hat Sinn für seine Kinder, beschäftigt sich gern mit ihnen. Die Sorge für die Wirthschaft überläßt er meist seiner Frau. Diese ist meist wirthschaftlicher, und wenn sie auch in der Regel ohne jegliche Erfahrung im Haushaltungswesen in die Ehe hineintritt ein bedauerlicher Umstand, woraus der einzelnen jedoch ein Vorwurf nicht gemacht werden kann so hat sie doch viel guten Willen. Sie hat vor der Verheirathung meist Jahre lang in Gruben und Hüttenbetrieben gearbeitet, taum Gelegenheit ge habt, sich um Haushaltungs- Angelegenheiten zu fümmern, und muß daher zunächst Lehrgeld zahlen. Wenn es ihr nicht immer gelingt, die Wohnung fiets sauber zu erhalten, so ist das auf den meist sehr reichen Kindersegen zurückzuführen, der ihre Zeit vollauf meist sehr reichen Kindersegen zurückzuführen, der ihre Zeit vollauf in Anspruch nimmt. " " Ge= " werden." die städtischen Arbeiter sind noch weit übler daran. Für Jahre 1877 die Lehrme Bildungsfrage" schon im ſation. " und Zeitgemäße Betrachtungen stellt unser hannoversches Bruderorgan, der Boltswille", über die verschiedenartige Be handlung an, die man in Hannover dem deutschen Kriegerbunde, der dort am Sonntag seinen Abgeordnetentag begann, und den Arbeitervereinen zu theil werden läßt. Alle Preußen", schreibt der Volkswille", sind vor dem Gesetze gleich. Was dem Bunde der Arbeiterliedertafeln, bei Arbeiterleichenkondukten, der hiesigen Sozialdemokratie, der Brauerliedertafel, dem Verein der Hausdiener 2c. nicht gestattet wurde, weil die öffentliche Sicher Einen Appell an die Arbeiterschaft richtet die Magbes heit und Ordnung gefährdet" erschien, das können die Gastwirthe, Der Vorstand der Arbeiter Stenographenvereine burger Boltsstimme" in Form folgender Notiz: Nach einer der die Feuerwehrleute, die Bennigfenverehrer, die Studenten und die ist der Kriegervereinler unbehindert betreiben. Aber auch noch in anderer Deutschlands( System Neu- Stolze) ersucht in einem Magdeburger Zeitung" zugegangenen Nachricht längeren Aufruf die Arbeiter und Parteigenossen, namentlich Streik in Burg vom Streittomitee für beendet Hinsicht regt der heutige Tag zu lehrreichen Betrachtungen an. Die der größeren Städte, überall stenographische Vereine zu gründen. erklärt worden. Den Arbeitern, die bis jetzt im Ausstand ver Kriegervereine gehören nämlich mit zu denjenigen Korporationen, die Er erklärt sich auch bereit, Anfragen über die Einrichtung neuer harrt haben, wird die Unterstützung noch so lange gewährt, bis es nicht verschmähen, für ihre Feste Kommunalgelder zu beanspruchen. es nicht verschmähen, für ihre Feste Kommunalgelder zu beanspruchen. Unterrichtsturse, über Besorgung von Lehrern und Lehrmitteln 2c. fie anderweit Arbeit erhalten haben." Und nach einer uns soMagistrat und Bürgervorsteher- Kollegium haben seinerzeit für den gegenwärtig hier tagenden Abgeordnetentag des deutschen zu beantworten sowie bei der Einrichtung solcher Vereine be- eben zugehenden Nachricht beruht diese Nachricht auf Kriegerbundes 2000 M., sage und schreibe zweitausend Mark, hilflich zu sein. Wird also in einem Orte beabsichtigt, einen unwahrheit. Der Streik in Burg dauert unverändert fort. bewilligt, aber nicht etwa aus ihren Privat-, sondern aus Stadt- stenographischen Unterrichtskursus ins Leben zu rufen, so wende Nach wie vor haben die flaffenbewußten Proletarier die Filialen mitteln.... Der Städtetag verschlang 1200 M., die Krieger- man sich an den Vorsitzenden der genannten Vereinigung, und Geschäfte zu meiden, in denen Burger Schuhwaaren verkauft vereinler bringen diese Tage 2000 m. unter die Decke und die P. Bendschneider in Hamburg V, Brennerhof. Die Stuckateure, Gipser und verwandten Berufs. Radler in den nächsten Tagen 3500 M. In Summa find auf Das Handwerksmeisterthum ist auch in der Schweiz werden zu einer diese Weise 7200 M. vollständig nußlos ausgegeben worden. nicht zu nüglichem sozialen Schaffen verwendbar. Das bewies genossen in Rheinland- Westfalen 7200 M. werden innerhalb weniger Monate nublos verausgabt, die Delegirtenversammlung des fchweizerischen Sonferenz eingeladen, die am 12. August in Bochum im während mehrere Klassen der städtischen Bürgerschulen überfüllt sind werbevereins, die letthin in Herisau tagte und über die Lokale des Herrn Hurnicki, Königsstr. 9, abgehalten werden soll. und es an Geld mangelt, die Gehälter der Volksschullehrer Frage der Lehrlingsausbildung verhandelte. Die Als Tagesordnungspunkte sind vorgeschlagen: Berichterstattung zu erhöhen. Aber nicht nur die Voltsschullehrer harren vergeblich Frankf. 8tg." berichtet darüber: Seitdem Professor Karl Bücher über die Lage in den einzelnen Orten, Agitation und Organi auf eine entsprechende Erhöhung ihres geringen Einkommens in seiner Schrift:„ Die Das Sekretariat der Kommission der Gewerkschaften als die geeignetste Lehreinen Lohn, der eben hinreicht, um das nackte Leben zu fristen, lingsbildungsanstalt empfohlen, hat diese Lösung der Frage der Desterreichs, sowie die Redaktion, Administration um sie vor dem Berhungern zu schützen, müssen sie ihre an- Lehrlingsbildung zusehends an Boden. gewonnen und sich auch Expedition der Gewertschaft" befinden sich seit 15. Juli strengende und nützliche Arbeit verrichten. Wäre es nicht besser praktisch bewährt. Auch in der Schweiz sind ähnliche Lehr- Wien, XIV/ 1 Neubaugürtel 44, 2. St., Th. 81. gewesen, wenn man jene 7200 M. anstatt für Festlichkeiten, für werkstätten, in Bern und St. Gallen, errichtet worden, die heute Eß- und Trinkgelage auszugeben, dazu verwendet hätte, das Loos noch bestehen, an Sympathien gewinnen, an Besucherzahl zuder städtischen Arbeiter aufzubessern? Doch bisher hat sich kein nehmen und als die einzig richtige und praktisch mögliche Lösung Stadtvater gefunden, der für jene Aermften, die der Stadt anerkannt werden. Aber hiervon weiß der schweizerische Gewerbe( Wolff's Telegraphen- Bureau.) mindestens ebenso nüßliche Dienste leisten, wie mancher schwer verein nichts oder will aus Interesse und Vorurtheil nichts davon besoldete Beamte, in die Schranken getreten wäre." London, 24. Juli. Dem Reuter'schen Bureau" wird aus wissen. Er hat sich im Gegentheil für die Werkstatt aus- Chemulpo vom 23. d. M. gemeldet, die Regierung von Korea gesprochen und eine Reihe von Thesen angenommen, die geeignet habe gemäß dem von der chinesischen Regierung ertheilten Rath sein sollen, die Lehre beim Meister als die einzig zulässige Form bas Japan gegebene Versprechen, innere Reformen in Korea Für die fortschreitende Verminderung der Arbeits- der Berufsbildung anzuerkennen. Der Staat soll diese unter gelegenheit tann der vermehrte Besuch der Verpflege und feinen Schuß und seine Aufficht nehmen und für ein an- durchzuführen, zurückgezogen. Ein Konflikt zwischen den Japanern und Koreanern in Söul stehe unmittelbar bevor. Sonstiger Anstalten für reisende Arbeiter wohl als ein sehr gemessenes Lehrgeld für jede Lehre, die bei einem Meister zu Dasselbe Bureau meldet aus Shanghai vom heutigen Tage, fräftiger Beweis betrachtet werden. So war in der Arbeitsstätte nehmen ist, Garantie leisten. Grundsäglich soll danach gestrebt einer dort eingelaufenen Depesche aus Nagasaki zufolge hätten für arme Durchreisende in Dessau der Besuch im Verwaltungs- werden, daß der Lehrling vom Meister in Kost und Logis jahre 1893/94 um 1624 Gäste stärker als im Jahre vorher, wo genommen wird und Meistern, die in grober Weise ihre aus dem die foreanischen Truppen die japanische Besagung in Soul an 4944 fremde Arbeiter zureisten. Die Steigerung betrug also Lehrverhältnisse entspringenden Pflichten vernachlässigen, das gegriffen und wären von derselben geschlagen worden. Nach Diese An- einer weiteren Depesche hat ein japanischer Kreuzer ein chinesisches nahezu 33 pet. Es ist nicht anzunehmen, daß in anderen Orten Recht, Lehrlinge zu halten, entzogen werden darf. die Zahl der zugereiften Arbeiter geringer gewesen wäre. Jeden schauungen sind zünstlerisch, verspüren den Hauch der Neuzeit Transportschiff in den Grund gebohrt. ( Deveichen des Bureau Herold.) Herbesthal, 24. Juli. Hier brannten heute 5 große Ge falls beweisen auch die Berichte der Gewerkschafts- Unterstüßungs- nicht und verkennen die Struktur des Gewerbes, das in viele laffen, der Wohlthätigkeitsvereine 2c., daß die Arbeitsgelegenheit Theilarbeiten zerschlagen ist und selbst dem tüchtigsten und willens bäude, darunter 2 Gehöfte, vollständig nieder. Einiges Vieh zur Bermehrung der Bevölkerung nicht in dem richtigen Verſtärksten Meister die Möglichkeit benimmt, einem jungen Manne tam in den Flammen um. Ein Löscharbeiter wurde schwer hältniß steht. Die Behauptung, wer arbeiten wolle, finde immer diejenige Ausbildung zu geben, die ihn zur erfolgreichen Ausübung verletzt. Arbeit, ist albern. Es fehlt thatsächlich an Arbeit, und das liegt des Berufes befähigt. Diese alte Form der Berufsausbildung Paris, 24. Juli. Die Polizei verhaftete heute den Sohn zum guten Theil daran, daß der Unternehmer den Arbeitstag so hat sich in der Mehrzahl der Gewerbe längst ausgelebt und dem des Direktors der„ Revue Financière", welcher einen Stein durch lang ausdehnen fann, als er will und als sich seine Arbeiter ge- Institut der Lehrwerkstätten Plaz gemacht, wo man den redlichen das Fenster eines großen Magazins in der Avenue de l'Opéra fallen lassen wollen. Gesetzliche Beschränkung der täglichen Ar- Willen hatte, es mit der Lehrlingsbildung ernst zu nehmen. beitszeit ist daher in erster Linie nöthig, um den Markt von Diesen Ausführungen des Frankfurter Blattes wäre nu geworien batte und sich als Anarchist bekannte. Paris, 24. Juli. Figaro" meldet, Clement ſei gestern Arbeitslosen zu entlasten. noch hinzuzufügen, daß zum Lehren auch etwas Lehrtalent gehört. Das haben aber erfahrungsmäßig nur wenige Unter- bend wiederum in der Redaktion erschienen und habe den Chefredakteur aufgefordert, anzugeben, woher er die Papiere Paul nehmer und Betriebsleiter. Reclus' und Vaillant's erhalten habe. Der Redakteur babe geantwortet, dies sei Amtsgeheimniß. Er werde keine weiteren Angaben machen, da die Schriftstücke bereits dem Gerichte ausgehändigt seien. Der Lohn der Straßentehrer Hannovers soll pro Stunde nur zwölf Pfennige betragen! Depeschen. Die Sklaverei der fächsischen Weberinnen schildert das Sächsische Volksblatt" in einem Bericht aus Crimmitschau. Es heißt dort: ,,... Wie immer, so betrachten auch jetzt noch Arbeitsverhältnisse amerikanischer Eisenbahnarbeiter. die Herren Unternehmer die Frau als ein beliebiges Ausbeutungs- Der türzlich erschienene Jahresbericht des Arbeitsamtes für den objekt, mit dem sie nach Belieben schalten und walten tönnen. Staat Michigan giebt die Resultate einer Enquete über die Lage Die Arbeiterinnen erhalten noch niedrigere Löhne als die der Eisenbahnbediensteten, die durch den legten großen Streik der Petersburg, 24. Juli. In den letzten Tagen haben hier Männer und erleiden ganz enorme Abzüge vom Lohn. Hierbei Eisenbahnarbeiter in Amerika noch an Interesse gewinnen. Die mehrere Berhaftungen wegen nihilistischer Umtriebe stattgefunden. fönnen wir nicht verschweigen, daß zuweilen auch an die Arbei- Enquete erstreckte sich auf 9226 Personen, die ungefähr 35 pCt. Belgrad, 24. Juli. Das Gerücht, daß General Gruic zwecks terinnen unfittliche Ansinnen gestellt werden, nur daß aller Eisenbahnarbeiter in Michigan repräsentirten. Das Er- Uebernahme der Kabinetsbildung in das Hoflager nach Nisch bedarüber so lange wie möglich Stillschweigen erfolgt. Die armen gebniß der Individualzählkarten wird durch die Angaben von rufen worden sei, entbehrt jeder Begründung. Wesen wagen nicht zu mucken, um die Arbeit nicht zu verlieren, 23 Bahngesellschaften ergänzt. Nach der Individualenquete be Belgrad, 24. Juli. Zwei belgische Polizeibeamte trafen oder schweigen aus Scham. Ueber derartige Fälle sind gegen trägt der durchschnittliche Monatslohn 49 Sh., die Bahngefell- hier ein behufs Feststellung der Identität des in Nisch verhafteten wärtig von Arbeiterseite Ermittelungen im Gange." schaften geben folgende Ziffern für die Monatslöhne: Schaffner Anarchisten mit dem Baron Ungern- Sternberg. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pötzsch in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu eine Beilage. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 170. Mittwoch, den 25. Juli 1894. Arbeiter! Parteigenollen! 11. Jahrg. Die Einigungsversuche vor dem Gewerbegerichte sind an dem Widerstande des Bier- Ringes gescheitert. Der barbarische Akt des kapitalistischen Nebermuths, die unerhörte Maßregelung der völlig schuldlosen Brauereiarbeiter ist nicht zurückgenommen worden. Die Berliner Arbeiterschaft hat den Bierprotzen die einzig mögliche Antwort ertheilt. In zweiunddreißig großen Volksversammlungen ist der Bierboykott auf fämmtliche Ringbrauereien ausgedehnt worden. Arbeiter! Parteigenossen! Eure Ehrenpflicht ist es, nicht zu dulden, daß Hunderte von Klassengenossen der Unternehmer- Willkür zum Opfer fallen, daß der Brauerring in brutalster Weise seine ökonomische Macht mißbraucht. Zum Kampfe gedrängt wird die Arbeiterschaft Berlins ihre gerechte Sache mit aller Energie führen und mit rücksichtsloser Entschlossenheit diejenigen Mittel anwenden, welche den Sieg verbürgen. Arbeiter! Parteigenossen! Sorgt dafür, daß nirgends Ringbier getrunken wird. In keinem Hause, in keiner Werkstatt, bei keinem Ausfluge darf ein Tropfen Boykottbier getrunken werden. Alle Feste und Vergnügungen in Lokalen, in denen nur Ringbier geschänkt wird, sind zu unterlassen; alle etwa bereits getroffenen Verabredungen rückgängig zu machen. Den Gastwirthen muß klar gemacht werden, daß sie zu wählen haben zwischen der Kundschaft der Arbeiter und der Gunst der Bierproben. Wir wollen jede Schädigung der Gastwirthe vermeiden, indem wir dieselben auffordern, sich Bier aus boykottfreien Berliner oder auswärtigen Brauereien anzuschaffen, dann werden die Arbeiter nach wie vor bei ihnen verkehren. Weder Maßregelungen noch Saalsperre schrecken uns; wir kennen keine Furcht und wissen, daß an der Solidarität der Arbeiter das Unterfangen des Brauerrings scheitern wird. Mit unbeugsamer Entschlossenheit halten wir den Boykott über lämmtliche Ringbrauereien so lange aufrecht, bis unsere gerechten Forderungen erfüllt sind. Arbeiter Berlins, thut Eure Pflicht, meidet das Ringbier und die Lokale, in denen Euch Boykottbier vorgesetzt wird. Und auch Ihr, Arbeiter und Parteigenoffen in Deutschland, helft uns, indem Ihr fein Bier aus den boykottirten Brauereien Berlins trinkt. Der Boykott, dessen Ende nicht abzusehen, ist den Berliner Arbeitern durch einen Akt unerhörter Brutalität aufgezwungen. Wir appelliren an das Ehrge füh aller Klaffenbewußten Arbeiter und wissen, daß ihre Solidarität sich stärker erweisen wird als die Zufallseinigkeit des dividendenlüsternen Unternehmerthums. Vorwärts, Arbeiter und Parteigenossen! Trinkt kein Boykottbier! Trinkt kein Boykottbier! Meidet die Lokale in denen Ringbier ausgeschänkt wird! Kauft kein Flaschenbier, welches aus Ringbrauereien stammt. Lehteres empfehlen wir besonders den Frauen zur Beachtung. Hoch die Solidarität der Arbeiter! Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, lottenburg. Friedrich Reichenkron, CharBrauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Brauhaus, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl King u. Ko., Berlin. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen. Nordstern- Brauerei, Berlin. Brauerei in Wusterhausen. Die Boykottkommiffion. Situation geschaffen ist, die zu klären die Lokalkommissionen der Ideckung sein, daß Neusilber- Fabrikation von der Art des von Umgegend bisher noch unterlassen haben. Indem eine Lokalliste den Arbeitern genossenen Biers und von Herrn Rösicke abhängig jetzt wegen der täglich sich verändernden Sachlage nicht heraus- sei. Fall 2. In der Lackfabrik von C. F. Heyde, Reichenberger gegeben werden kann, ist es nöthig, daß die Lokalfommissionen traße 35, behauptete der Chef, das dort von den Arbeitern der umliegenden Ortschaften während der Dauer des Boykotts getrunkene ringfreie Bier zu halten, fei nicht angängig, in jeder Woche einmal einen Bericht einsenden, der, zur Schultheiß sei das Beste. Die Fabrit fabrizirt außer Veröffentlichung gelangend, den Ausflüglern am nächsten Sonntag zur Richtfchnur zu dienen hat. Exportbrauerei Nathenow, Niederlage bei Max Denn. Bestellung von Bier sich zu erfundigen, woher es stammt. Das hardt, N.W., Hannoversche Straße 18a. Bürgerliches Brauhaus, Dresden. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frank furt a. D. Gustav Spiekermann, Weberstraße 66, Niederlage des Bürgerlichen Brauhauses Luckenwalde. Phönix Brauerei, C. Radon, Lichterfelde. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage Edm. Renter, Swinemünderstr. 45. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernack, Mühlenstraße. Brauerei Maas, Cottbus. grafenstr. 102, Bülowstr. 59. Tokales. Grube, Mariendorferstr. 5. Schöne IV. Rreis( Süd- Ost). Spindler, Reichenbergerstraße 118. 3ubeil, Naunynftr. 86. Schayer, Reichenberger und Laufigerstraßen- Ece. Schilling, Bücklerstr. 55b. Bucas, Wrangelstr. 32. Tolksdorf, Görligerstr. 58. Trittelwig, Falckensteinstr. 7. IV. Kreis( Often). Tempel, Langeftr. Co. 3abel, Frankfurter Allee 90. Lock, Friedrichsbergerstr. 11. Back unter anderen Buzpomaden und Pinsel. A13 Reklame- Firmenschild für die Abtheilung, in der G. F. Heyde vielleicht in der Berliner Gewerbeausstellung ausstellen wird, sei empfohlen: Einfluß des Herrn Rösicke und seines Biers auf Pinsel, Lack und Puzpomade. Fall 3. Die Wellblech- und Jalousiefabrik von E. de la Sauce& Kloß, Usedomstr. 8, hat das Bier von King& Cie. abbestellen lassen und wünscht, daß statt dessen- Bock getrunken wird. Fall 4. In der bekann ten Gummischlauchfabrik darf nur Ringbier getrunken werden. Hilft Alles nichts, Herr Rösicke, die Arbeiter werden da 3 Bier trinken, dessen Genuß ihnen behagt. Die Berliner 2otalkommission. J. A.: H. Gumpel, Weinstraße 31. Wahre Berserkerwuth befällt manche der Herren Budiker, wenn zur Jektzeit es einem Gaft in den Sinn tommt, vor der zu erfahren ist unzweifelhaft des Käufers gutes Recht und nur die Bornirtheit oder das schlechte Gewissen des also Befragten fann darin etwas unbilliges finden. Die Herren Gastwirthe wollen Herr im eigenen Hause" sein, die Aermſten, sie haben lange genug den Merger über die anmaßenden Arbeiter" hinuntergeschluckt Bur Charakteristik des Bierkönigs und der Gründe, einige sollen, wie der Anführer der Saalverweigerer Feuer- aus welchen zuweilen alte Arbeiter Knall und Fall ent ite in, auch nebenbei soviel Arbeitergrofchen gesch Iudt haben, lassen werden, möge folgende kleine Episode dienen, die sich schon daß sie heute deren Rundschaft nicht mehr bedürfen. einige Zeit vor dem Boykott zwischen dem Generalgewaltigen Der Boykott ist ein Stück wirthschaftlichen Kampfes, der und einem seiner Untergebenen abgespielt hat. Wir brauchen ohne Zweifel eine Reihe von Eristenzen in taum vorauszuschicken, daß uns die Person des Herrn Rösicke ihrem Erwerbe beinträchtigt. Die Geschädigten mögen fich ebenso gleichgiltig ist, wie der Speisezettel feines Dejeuner à la Auf welche Seite sich in diesem Kampfe die Wirthe stellen, muß in Burgunder und Auftern und Sekt bestehen; aber Herr Röſicke dafür bei denen bedanken, die den Kampf provozirten. fourchette( zweite Frühstück), und sollte es täglich aus Schinken ihnen unbenommen bleiben; sie haben darüber selbst zu ent- ist nun einmal die Zentralfonne des Bierrings und als Spiritus scheiden und schlafen eben, wie sie sich betten. Das gleiche Recht rector, als geistiger Leiter desselben dürfte seine Anschauungshaben sie aber auch dem biertrinkenden Publikum einzuräumen weise von der verdammten Bedürfnißlosigkeit" der Arbeiter auch und durch nichts ist die Robheit zu entschuldigen, mit der in vielen die seiner Ringgenossen sein. denke. ich I o ß chen"( Müllerstraße) ein Konzert mit nachfolgendem Besagter Verein wollte am sog. Todtensonntag im„ Feld= schlößchen" Tanz veranstalten. Fällen die Herren Wirthe ihren Gästen gegenüber sich betragen, sobald Beging da ein Untergebener das unerhörte Verbrechen, sich diese über die Herkunft des Bieres, was sie zu trinken im Begriff in der Kantine der Schultheiß- Brauerei ein Viertel Pfund„ Ge ,, Achtung Gastwirthe!" Diejenigen Gastwirthe, die kein stehen, sich vergewissern wollen. Aus mehreren Fällen, die uns hacktes" zu braten und mußte ihm beim Verlassen der Küche das boykottirtes Bier führen und in der zur Veröffentlichung gelegter Tage gemeldet wurden, seien hier nur folgende heraus- Malheur passiren, seinem geftrengen Herrn und Gebieter in den Was haben Sie da!?"" Ich habe mir ein langenden Liste aufgenommen sein wollen, werden ersucht, sich gegriffen: Am Sonnabend Abend begab sich ein Arbeiter in das Weg zu laufen. Was? Fischer'sche Lotal, Mittenwalder und Fürbringerstrnßen- Ecke, Beefsteak gebraten." - Ich effe, wie Sie sehen, zum an nachstehenden Stellen zu melden: und fragte daselbst den Wirth in bescheidener Weise, welche Frühstück eine Käseschrippe, und Sie werden sich ein Beefsteak I. Kreis. Wendt, Klaudiusstr. 19. Sommer, Grün- Stellung er gegenüber dem boykottirten Bier einzunehmen gebraten?"" Ja, der Magen verlangt auch einmal was anderes." Doch kaum, daß ihm das Wort entfahren, mocht ers im Busen ftraße 20. Tripte, Jägerstr. 10. Wie der Betroffene selbst angiebt und dies auch durch Augenzeugen dies festgestellt ist, geschah Alles gern bewahren umsonst! der Arbeiter, der über acht II. Kreis. Schonheim, Gräfeftr. 8. Saß, Martin der höflichsten Art und Weise, und da betreffender Jahre in Diensten des Biergewaltigen gestanden und sich Werner, Wirth hauptsächlich nur durch die Arbeitergroschen seine einmal ausnahmsweise zum Frühstück für 20 Pf. etwas Ges Existenz fristet, so glaubte der Fragesteller auch auf bratenes geleistet, wird wegen frechen Benehmens" III. Kreis. Götte, Brandenburgftr. 18. Lenz, Alte eine höfliche Antwort feitens des Herrn F. rechnen zu sofort entlassen!-- Kommentar überflüssig! Jakobstr. 69. Schöning, Stallschreiberstr. 29. fönnen. Indessen weit gefehlt ohne viele Worte zu machen, Wo zwei oder drei bei einander find, ist die Sozial bearbeitete der saubere Patron von Wirth und seine rabiaten demokratie mitten unter ihnen. Tagt da im Norden Berlins mann, Staligerstr. 7. Böhm, Dresdenerstr. 57. Helfershelfer den Fragesteller in einer wahrhaft bestialen Weise in der Schulzendorferstraße ein seit 16 Jahren bestehender Gesangund warfen ihn hinaus. Auf das gellende Hilfegeschrei des verein, der bei den Spießbürgern und der Polizei das beste Armen, der über und über blutete, fammelte sich eine große Ansehn genoß. übel Quit verspürte, Lynchjustiz an dem Wirth zu üben, der nichts Menschenmenge an, die, als sie den Sachverhalt erfuhr, nicht Lust Giligeres zu thun hatte, als sich so schnell wie möglich aus dem Staube zu machen, indem er sein Lokal schloß. Wie noch weiter Das Lotal war gemiethet und die Sache wäre auch ganz mitgetheilt wird, hat der so Gemißhandelte Aufnahme in einem gut gegangen wenn der Bierboykott nicht wäre. Irgend ein Mithiesigen Krankenhause suchen müssen. glied brachte die Angelegenheit zur Sprache mit dem Bemerken, In einem anderen Falle fand es der Wirth, Herr Use- baß der Verein nicht auf großen Zuspruch zu rechnen hätte, V. Kreis. Mertins, Landwehrstr. 11. Krüger, mann, Schlesischestr. 18, für gut, einen Arbeiter, der gefragt weil obengenanntes Zotal gesperrt fet. Hirtenstr. 10. Blaurod, Gipsstr. 16. Gründer, Jo hatte, welches Bier er verschänke, schimpfend bis auf die Strafe Der Vorsitzende lehnte eine Abstimmung rundweg ab. Nicht hannisstr. 15. Schüler, Neue Königstr. 11. zu verfolgen und ihn arretiren zu lassen. Diese ohnmächtige so sein Stellvertreter. Er ließ darüber abstimmen, ob das VI. Kreis. Schönhauser Vorstadt. Augustin, Wuth der Herren Wirthe ist um so unverständlicher, als fie Konzert in dem gesperrten Lokal stattfinden solle oder nicht. VI. Rreis. Schönhauser Borstadt. Augustin, ja, abgesehen von ganz vereinzelten Ausnahmen, vollkommen und siehe da die Majorität war gegen die Veranstaltung des Raftanien- Allee 11. ihren freien Willen haben, welcher Richtung sich anzuschließen sie Konzerts in einem gesperrten 2otal Rosenthaler Vorstadt. 2iette, Schwedterstr. 33. für gut befinden. Nächstens dürfte ein ebensolcher Protest gegen die Abhaltung Gnadt, Swinemünderstr. 120. Röfice avancirt zum Diktator nothleidender Berliner des Maskenballs( 95) in den Germania- Sälen erfolgen. Oranienburger Vorstadt- Wedding. Engel, Industrieller von Nicht- Wafferfärber- Branchen. 1. In der Der genannte Verein heißt: Gesangverein Kornblume. Antonstr. 1. Gieshoit, Boyenstr. 40. Marten, Garten- Neufilberwaaren- Fabrik von Henniger u. Cie., Alte JakobDie bakteriologische Untersuchung des gestern unter straße 106, besteht seit Jahren ein ausnahmsweis gutes Einver- verdächtigen Symptomen in Charlottenburg Verstorbenen ftraße 152. Gleinert, Müllerstraße 174. Schröder, nehmen zwischen dem Inhaber der Fabrik, dem stadtbekannten ge hat ergeben, daß derselbe nicht an Cholera gestorben ist. Wiesenstr. 39. müthlichen Herrn Rading, und den Fabrikarbeitern. Seit Moabit. Hermerschmidt, Perlebergerstr. 28. turzem befindet sich Herr Rading auf einer Erholungsreise; Die tropische Site des gestrigen Dienstags hat, wie man ihn vertritt als Geschäftsführer ein Herr Jury. Freute sich der uns schreibt, zwei Opfer gefordert. Gegen 12 Uhr fiel ein gut Die Mitglieder der Lokalkommissionen der Umgegend alte Herr Rading, wenn sein Portier hier und da einen Nickel gekleideter junger Mann, der später als der Schneider Franz Berlins werden ersucht, an den Unterzeichneten umgehend die durch Verabfolgung von Rathenower Bier an die Arbeiter von Müller rekognoszirt wurde, infolge eines Hißschlages in der jenigen Lokale bekannt zu geben, die boy fottfreies Bier ver- Henniger u. Cie. verdiente, so ist Herr Jury anderer Ansicht. Seit Brunnenstraße zu Boden und mußte, nachdem die angestellten schänken. Den zum Theil berechtigten Klagen der auswärtigen gestern können die Arbeiter, durch den Portier fein Rathenower Wiederbelebungsversuche von Erfolg begleitet gewesen, in ein Genossen, daß die Sonntage ausflügler dem Boykott nicht die Bier mehr erhalten: Herr Jury hat den Import diefes guten Krankenhaus überführt werden. Ein zweiter Fall ereignete sich genügende Beachtung schenken, stehen die Einwendungen der Bieres verboten, will aber die Einfuhr von Rösickebier gnädigst an der Ecke der Friedrich- und Hannoverschen Straße, wo gegen Berliner entgegen und diese sind ebenfalls nicht ganz von gestatten. Selbstverständlich haben die Arbeiter von dieser 2 Uhr eine ca. 40jährige Frau, deren Persönlichkeit nicht festzuder Hand zu weisen- daß durch Verhängung des Boykotts freundlichen Erlaubniß keinen Gebrauch gemacht. Herr Rading stellen war, ebenfalls infolge der Hize ohnmächtig zu Boden fiel. über jämmtliche Ringbrauereien, eine gegen früher ganz verschiedene wird bei seiner Rückkehr wenig erbaut über die wunderbare Ent Die Frau mußte gleichfalls nach einem Krankenhause überführt werden.— Auch sollen, wie uns von anderer Seite mitgeteilt wird, zwei Soldaten. Infanteristen vom Alexander-Regiment, in der Nähe des Bahnhofs Thiergarten vom Hitzschlag getroffen worden sein. �°» Arbeiterrisiko. Ein Opfer seines Berufes ist der Klempner Adolf R i e m a n n geworden. Derselbe war bei einer Re- paratur des Dackes der alten Reichsbank beschäftigt und fiel, als er eben im Begriff war. eine Tafel Wellblech zu erlangen, durch einen offenen Lichtschacht bis hinab auf den Boden. R r e m a n n fiel so unglücklich, daß er einen Schädelbruch, Gehirnerschütterung und Nierenquetschung sich zuzog, an deren Folgen er die Nacht darauf m der Charitee, nach der er verbracht worden war, ver- starb. Der Verstorbene ist Vater von 4 Kindern im Alter von 1 bis 12 Jahren. Zeugen für die Vorfälle bei Gelegenheit deS Brandes der »nilinfabrik am Lohmühlenweg sucht Richard Schumann, Falken- steinstr. 14, 3 Tr. Seife«ud Handtnch für»0 Pfennig, das ist das Neueste, was auf dem Wege automatischen Verkaufes der leiden- den Menschheit geboten wird. Eine Berliner Firma hat es übernommen, jedem an öffentlichen Orten die Möglichkeit zu bieten, für einen Nickel sich mit Seife zu waschen und mit einem etwa taschentuch großen Lappen, pardon, Handtuch abzutrocknen. Am Sonntag wurde Friedrichshagen mit automatischen Ver- käufern von„Seife und Handtuch" beglückt. So übel ist der Gedanke übrigens nicht, eine Verdienstgelegenheit sich durch Spekulation auf das Reinigungsbcdürfniß Solcher zu schaffen, die z. B. nach einer Landpartie an irgend einem Ausflugsorte landen. Ein Nothverband sollte in jedem gewerblichen Betriebe jederzeit bei der Hand sein, damit vorkommenden Falles wenig- stens dem Schlinimsten vorgebeugt werden kann. In den„Ber- liner Messingwerken", Alexandrrnenstraße 107. verunglückte am Sonnabend Nachmittag um 4 Uhr ein Schmied, es wurde ihm durch die Maschine ein Finger abgerissen. Kaum, daß im ganzen Etablissement ein elendes Stück Zeug auf getrieben werden konnte, blieb der Aermste fast eine Stunde ohne jeden Verband und ohne jede ärztliche Hilfe, sodaß er einen sehr starken Blutverlust hatte. Inmitten einer Stadt wie Berlin darf derartiges nicht vorkommen, hier ist jede» Augenblick ärztliche Hilfe zu beschaffen und für einen Nothverband sollte in jeder Fabrik oder Werkstatt gesorgt sein. Geben sich doch die Arbeiter ihrerseits Mühe genug, die ersten'ilssleistungen bei einem Unglücksfall zu erlernen, warum thuen die Unternehmer nicht auch ihre Pflicht? Die Berliner Polizei ist durch die Erfindung eines Schlaw bergers in ein eigenthümliches Dilemma(Klemme) gerathen. Bekanntlich ist das Zweirad-Fahren in den Straßen Berlins polizeilich verboten, während das Dreirad-Fahreu gestattet ist. Ein findiger Kopf hat nun dem Zwcirad ein drittes,„todtes" Rad angefügt, das keineswegs die Vortheile des Zweirades be einträchligt, sondern als Zwangsgeburt des Polizeiverbots nur das Zweiradeln in den Straßen Berlins ermöglichen soll.— Es fragt sich nun, ob die Verkehrspolizei die Mitführung dieses „todten" Rades verbieten wird, oder ob sie von jetzt ab das Verbot des Zweirad-Fahrens ganz aufheben wird. Von einem Stier zerfleischt und getödtet. Ein schrecklicher Unglücksfall, bei dem leider ein Menschenleben zu beklagen und der löjährige Sohn des Besitzers des Stieres schwer verletzt worden ist, hat sich am Montag Abend auf dem Gehöft des an der Prenzlauer Chaussee wohnenden Handelsmannes Priebe ereignet. Herr P. hatte vor einigen Tagen auf dem Zoffener Viehmarkt einen jungen Zugstier gekaust, der sich aber noch sehr unbändig bewies und vom Ziehen durchaus nichts wissen wollte und Jeden zurückstieß, der sich ihm näher» wollte. Herr P. hatte infolge dessen seinen Knechten befohlen, das Thier vorläufig nicht anzuspannen. Dieser Anweisung handelte nun aber einer seiner Leute, der Löjährige Dienstlnccht Karisch insofern zuwider, als er am Montag Abend in Abwesenheit seines Herrn den Stier, der scheinbar ruhig war, aus dem Stalle nahm und einzuspannen versuchte. Plötzlich aber wurde das Thier dermaßen wüthend, daß er sich den Mann ansah, diesen niederstieß und mit den Hörnern den ganzen Leib einstieß, so daß die Eingeweide heraushingen und der Unglückliche auf der Stelle starb. Dem zu Hilfe gekommenen Sohn des P. hatte das wüthende Thier Kopf und Arme mit den Hörnern derartig be> arbeitet, daß er sofort nach dem Krankenhause geschafft werden wußte. Ueber Einrichtung und Thätigkeit des GewerbeszerichtS ist dem Verwaltungsbenchte des Magistrats zu entnehmen, daß die richterliche Thätigkeit in den nach der Verschiedenheit der gewerblichen Berussthätigkeit eingetheilten Kammern von vier Vorsitzenden Magistrats-Assessoren geleitet wird, denen zwei Stell Vertreter beigegeben find. Für die Kanzlei sind drei ehemalige Magistrats-Sckretäre als Gerichtsschreiber ernannt. Die Kassel» geschäst« werden vorläufig von der Kaffe der Gewerbedeputalion erledigt. Im ersten Geschäftsjahr sind 12 947 Streitsachen bei dem Gewerbegericht anhängig geworden, wovon 356 von Arbeit gebern angestrengt wurden, in allen anderen Fällen klagten Arbeiter, darunter 653 weibliche. Das niedrigste Klage-Odjekt war die Forderung einer Nähterin mit 50 Pf., das höchste 1722 M., Forderung eines Buffetiers. Reichlich zwei Drittel (40 pCt.) aller Streitsachen betrafen Entschädigungsansprüche wegen Entlassung aus der Arbeit vor Ablauf der vertragsmäßigen Zeit oder ohne Kündigung. Von den Prozessen wurden 2628 durch richterliches Urtheil erledigt, die große Mehrzahl(9106) fanden durch Vergleich, Zurücknahme oder Versäumniß-Urtheil ihre Erledigung. Wegen Ungebühr vor Gericht wurde in elf Fällen auf sofort zu vollstreckende Haftstrafen von 2 Stunden bis zu einem Tage erkannt und in 40 Fällen wurden Geldstrafen wegen unentschuldigten Ausbleibens gegen Parteien und Zeugen verhängt. In 5 Fällen mußte die Oeffentlichkeit von der Ver Handlung ausgeschlossen werden wegen Gefährdung der Sittliche keit. An Gerichtskosten wurden 9809 M. zur Soll-Einnahme gestellt, darunter 1248 M. Strafen; hiervon sind 2521 M. nieder geschlagen worden, weil die Kosten uneinziehbar waren. Ein Einbruchsdiebstahl in das Gemeindebnreau zu Johannisthal machte vor einigen Monaten großes Aussehen, da es trotz aller Bemühungen der Polizei nicht gelang, die Ver über des mit großem Raffinement ausgeführten Diebstahls, bei welchem dem Thätcr eine ansehnliche Geldsumme in die Hände gel, zu ermitteln. Es wurden zwar mehrere der That verdächtige inwohner Johannisthals in Haft genommen, mußten aber wieder auf freien Fuß gesetzt werden, da keinerlei Beweise gegen dieselben erbracht werden konnten. Durch einen Zufall ist jetzt der Einhrecher, an dessen Ermittelung niemand mehr glaubte, entdeckt worden. In Meseritz wurde dieser Tage ein Lljähriger Mensch Namens Mathias Zeidler festgenommen, lbei welchem man in einer verborgenen Tasche eine werthvolle Uhr fand, über deren Erwerb Zeidler die widersprechendsten An- gaben machte. Schließlich gestand er, in die Enge getrieben, daß er die Uhr in Königswusterhausen gekauft habe: wobei er eine andere Uhr, die er dem Arbeiter Ring in Johannisthal gestohlen, in Zahlung gegeben, den Rest aber baar bezahlt habe. Des weiteren gestand Zeidler ein, daß er außer diesen noch verschiedene andere Diebstähle in Johannisthal verübt habe, u. a. auch den Einbruch im Genieindehause. Das ihm hierbei in die Hände gefallene Geld habe er verjubelt. Die auf Grund dieses Geständnisses angestellten Ermittelungen haben in der That ergeben, daß Zeidler sich zur Zeit des Einbruchs in Johannistbal aufgehalten und auch mit verschiedenen Leuten, die er in raffinirtesten Weise bestohlen, verkehrt hat, nur war bisher niemand auf den Gedanken gekommen, daß Zeidler der Thäter fein könnte. Zeidler wird in den nächsten Tagen in das Unter- suchungsgefängniß zu Moabit eingeliefert werden. Diejenigen Personen, welche bisher unschuldigerweise in den Verdacht der Thäterschafl standen, werden es mit Freude begrüßen, daß endlich der wirklich Schuldige ermittelt ist. Von dem Magistrat exmittirt wurden in der verflossenen Woche eine Anzahl Misther des Pachtlandcs des Kolonie„Neu- Kamerun" in der Tilsiter Straße. Das Terrain gehörte früher der Brauerei Friedrichshöhe und war von dieser verpachtet und vor einem Jahr an den Magistrat zwecks Anlegung einer Straße aufgelassen.— Trotzdem hatte der bisherige Pächter die Läudereien nach wie vor an Unterpächter abgegeben und als Anfangs voriger Woche die Vermessungsarbeiten der neuen Straße vorgenommen werden sollten, entdeckten die Beamten die Kolonie. Die Straßen- Polizeiverwaltung Abtheilung I forderte nun die sämmtlichen Unterpächter auf,„die widerrechtlich in Besitz genommenen Theile des Terrains der Straße 46a binnen 14 Tagen zu räumen, widrigenfalls das Zwangsverfahren eingeleitet wird." Seitens der Kolonisten wurde nun am Freitag eine geharnischte Be- schwerde an den Magistrat abgelassen, in welcher die Betroffenen gegen das Wort„widerrechtlich" energisch protestirten und gleich- zeitig baten, die Räumung des Terrains bis nach der Ernte hinauszuschieben, da sonst die Kolonisten, die ihre Pacht an den bisherigen Gencralpächter bezahlt haben, einen erheblichen Schaden erleiden. Der Magistrat fordert jetzt von dem General- Pächter die„widerrechtlich" von den Kolonisten erhobene Pacht und besteht im Uebrigen auf sein vorausgegangenes Schreiben, während die Kolonisten in Berücksichtigung der gezahlten Pacht die Räumung des Platzes verweigern. Mit Hilfe eiueS Inserats in Berliner Tageszeitungen ermittelt wurde ein Dieb, welcher schon seit langer Zeit Berlin und Umgebung durch das Rauben unbeaufsichtigt stehender Fährräder unsicher machte. Zu den Bestohlenen gehörte auch der Kaufmann Mörtel in Köpenick, welcher auf den originellen Gedanken kam, durch ein Inserat, in dem er ein Fahrrad zu kaufen suchte, de» Dieb zu entdecken. Bei Erledigung der bei ihm eingegangenen zahlreichen Offerten kam er zu den Görlitzer- straße 20 wohnenden Gebrüder Rade, die ihm ein Zweirad zum Kauf anboten, welches M. alsbald als das ihm gestohlene er- kannte. Der Köpenicker machte sofort auf der zuständigen Polizeiwache Meldung und veranlaßle die Verhaftung der beiden Brüder. Bei der vorgenommenen Haussuchung wurden zwei Sahrrader, sowie ein ganzes Lager von Maschinentheilen, locken. Schlüsseln zum Oeffncn der Sicherheitskettm k. vorgefunden. Ferner waren Werkzeuge und Lack vorhanden, welches dazu diente, die gestohlenen Räder umzuändern und für die Eigenthümer unkenntlich zu machen. Leichengernch»nd Gesuudheitspolizei. Am 13. d. Mts. wurde in dem benachbarten Ober-Schönweide in der Nähe der neuen Spreebrücke eine männliche Leiche ans dem Wasser gc- zogen. Sie wurde als diejenige eines 45 Jahre alten Schlosser- gesellen aus Berlin rckognoszirt. Der Behörde wurde von dem Funde sofort Nachricht gegegeben: erst am 21. d. Mls. erschien eine Gerichtskommission am Fundort, um festzustellen, ob Selbst- mord oder ein Verbrechen vorliege; es wurde ersteres konstatirt. Die Leiche aber blieb liegen und verbesserte mit ihrem Ver- wesungsgeruch die Gegend. Am 23. lagerte die Leiche noch ebendort; einigen Spaziergängern wurde unwohl.— Ob wohl ein sozialdemokratisches Flugblatt ebensolange von der Behörde in Ruh' gelassen wäre?— Jedenfalls: Nase zu vor Ober-Schönweide; Hitzschlag. Gestern fiel die Wittwe Schulz(wohnhast Wrangelstraße) infolge Hitzschlages im Mariannenpark bewußrlos zu Boden. Ein bald hinzugekommener Arzt erachtete ein Auf- kommen der Unglücklichen für zweifelhaft. Verloren wurden die Nummern 42, 66, 3784 und 3381 der Sammellisten für die ausgesperrten Brauereiarbeiter. Wie die Herren JrniungSmeistcr„arbeiten", das zeigt recht drastisch die Tagesordnung der XIII. Wanderverfammlung des deutschen Tapezirerbundcs, welche am 29. Juli bis I. August hierorts abgehalten werden wird. Für Sonntag, den 29. Juli, ist folgendes Programm festgesetzt: Nachmittags 6 Uhr: Er öffnung der Ausstellung. 7 Uhr: Begrüßung der Delegirten und Gäste, nachher Kommers, Konzert sc. in den Konkordia-Sälen. Am Montag wird von 9 Uhr früh bis 1 Uhr Mittags ver- handelt. Nachmittags worden Berliner Sehenswürdigketten be- sichtigt und Abends ist Zusammenkunft im Königgrätzer Garten. Dienstag wird von 9 Uhr früh bis 1 Uhr Mittags verhandelt. Nachmittags gehts mit Sing und Sang und Kling und Klang nach Spandau und von dort per Dampfer nach Potsdam. Mittwoch wird wieder verhandelt von 9 Uhr früh bis Mittags 1 Uhr. Abends offizielle Verabschiedung von Delegirten und auswärtigen Theilnchmern. Nachher Abendtisch und Tanz.— Die Herren Meister begnügen sich mit einer täglichen vierstündigen Arbeitszeit und gönnen den Arbeitern die achtstündige tägliche Arbeitszeit nicht. Eine lustige Verhaftungsgeschichte spielte sich kürzlich in einem Hanse am Kottbuser Damm ab. Ein Polizeibeamter wollte daselbst einen Kaufmann, der im Verdacht steht, zahlreiche Be- trügereien verübt zu haben, verhaften. Zufällig traf er den nur selten zu Hause anwesenden lockeren Vogel auch an und dieser ließ sich widerstandslos festnehmen, nur bat er, sich etwas besser anziehen zu dürfen, was ihm auch gewährt wurde. Als der Verhaftete sich umgezogen hatte, sprang er plötzlich zu der offenen Thür hinaus und ehe es der Beamte verhindern konnte, schlug er dieselbe hinter sich zu und drehte den im Schlosse steckenden Schlüssel um. so daß nunmehr der Polizeibcamte der Gefangene war. Als schließlich nach längerer Zeit Nachbarsleute den ge- fangenen Polizeibeamten befreiten, war der Verbrecher längst über alle Berge und konnte bis heute auch nicht wieder gefaßt werden. der Nacheifernng würdiges Beispiel in Sachen des otts hat ein Droschkenkutscher gegeben. Derselbe zählte n ständigen Fahrgästen den Besitzer eines bekannten hängt aufgefunden.— Nachmittags wurde im Keller des HauseZ Bernburgerstraße 14/15 in einer Kiste versteckt, die Leiche eines neugeborenen Kindes vorgefunden. Als Mutter ist ein Mädchen ermittelt, welches in dem Hause gedient hat.— Auf dem Kotlbuserplatz wurde eine Frau durch einen Flaschenbierwagen überfahren und schwer verletzt.— Gegen Abend fiel ein aus dem Dache des Erweiterung-- baues der Reichsbank, in der Kurstraße, beschäftigter Klempner durch ein Dachfenster in den Bodenraum and verletzte sich der- artig, daß er bewußtlos und aus Nase und Ohren blutend liegen blieb. Er wurde nach der Charitee gebracht.— Beim Spielen fiel an der Ueberführnng der Görlitzer Eisenbahn über den Landwehrkanal ein Knabe ins Wasser, wurde aber durch einen sofort nachspringenden Arbeiter unversehrt wieder herausgezogen. — In der Nacht zum 24. d. M. sprang an der Görlitzerstraße ein Arbeiter in selbstmörderischer Absicht in den Landwehrkanal, wurde aber alsbald wieder herausgezogen.— In der Möckern- straße fiel ein noch nicht festgestellter Mann, der nach Angabe von Augenzeugen sich aus Uebermuth auf das Txittbrett einer in der Fahrt befindlichen Droschke gestellt hatte, herunter und blieb bewußtlos auf dem Pflaster liegen. Er wurde nach der Chariree gebracht.— Im Lause des Tages fanden drei unbedeutende Feuer statt. WitternngSubersicht vom 24. Juki 1894. Ein Bierboykotts zu seinen ständigen Fahrgästen den Best. Gestnde-Vermiethlingskomptoirs auS der I-Straße. Dieser Herr hatte durch seinen„sauren Schweiß" bereits so viel„erworben", daß er den Kutscher zu einer Fahrt nach der Akazien- Allee in Westend engagirte, um sich dort, wie er dem Kutscher mit theilte, eine Villa anzusehen.— Als das Geschäft erledigt war, ließ er sich nach dem Restaurant Birkemväldchen fahren und schickte seinem langjährigen Kutscher durch den Kellner ein Glas Bier hinaus.„Tragen Sie das Bier nur wieder zurück. ich lasse danken", sagte der biedere Boykotter. Alsbald erschien der Fahrgast.„Trinken Sie denn kein Bier?" Gewiß, aber dies ,st„ S p a n d a u e r Berg", das lrinke ich nicht, denn es ist boykottirt. Der Herr Fahrgast erglühte vor Zorn.„Was bekommen Sie?"„Bis jetzt fünf Mark und eine Mark für die Rückfahrt, macht zusammen sechs Mark."„Hier ist Geld; wir beide fahre» nie mehr!"„Ich finde schon einen an- deren, aber ich will nicht an meine» Genossen zum Verräther werden", sprach der brave Mann und fuhr vergnügt von bannen. Polizeibericht. Am 23. d. Mts. wurden Vormittags an der Marschallsbrücke die Leiche eines etwa 18 Jahre alten unbekannten Mannes und an der Moabiterbrücke die Leiche eines etwa vor acht Tagen ertrunkenen Mannes, welcher, nach den bei ihm vor- gefundenen Papieren, der Bäckergeselle Wackernagel sein dürfte, aus dem Wasser gezogen.— Gegen Mittag fiel am Elisabeth- Ufer ein vierjähriger Knabe in den Kanal, wurde aber alsbald wieder herausgezogen und zu seinen Eltern gebracht.— Ein Kaufmann von außerhalb vergiftete sich in der in der Teltowcr- straße belegenen Wohnung eines Freundes mit Cyankali.— Ein Arbeiter wurde in seiner Wohnung, in der Zeughofstraße, er- Wetter-Prognose für Mittwoch, den 23. Juli 1894. Etwas kühleres, vielfach heiteres Wetter mit mäßigen nord- östlichen Winden und etwas Neigung zur Gewitterbildung. Berliner Wetlerbureau. Ge«irs»ks--Zeikung. In dem vielbesprochenen Prozeß des Königlichen Eisenbahn-Fiskus gegen de» Theaterdirektor Franz Wallner ist nunmehr dem Vertreter des Beklagten, Rechtsanwalt Dr. Gotthelf. das Erkenntniß des Landgerichts 1, wonach der Eisenbahn-Fiskus mit seinem Ansprüche auf Er- Hebung von 2 M. für eine Platzkarte abgewiesen wird, zugegangen. Die Gründe lauten wie folgt:„Durch Bezahlung des Fahr- Preises und Aushändigung der Fahrkarte ist zwischen den Parteien ein Personentransport- Vertrag zustande gekommen. Zum Ausweise hierüber dient die Fahrkarte. Dieselbe muß gemäß§ 12 der Verkehrsordnung vom 15. November 1892 enthalten: Die Strecke, für welche der Fahrschein Geltung hat, die Wagenklasse, den Fahrpreis und die Gattung des Zuges, diesen wesentlichen Voraussetzungen entsprach der vom Beklagten gelöste Fahrschein. Es kann nun gleichgiltig sein, ob man den Fahrschein recht- lich als ein Jnhaberpapier oder als Legitimationspapier ansieht. In jedem Falle muß in den Punkten, über die der Fahrschein nach der Verkehrsordnung wesen t> liche Auskunft zu geben hat, den Inhalt des Fahr- scheines als maßgebend für die rechtlichen Beziehungen zwischen dem Reisenden und der Bahnverwaltung erachten. Trägt daher der Fahrschein, wie vorliegend der Fall, den Vermerk„giltig für alle Züge" und ist als Fahrpreis 26 M. 10 Pfennig angegeben, so muß angenommen werden, daß der Reisende das Recht erlangt hat, mit allen Zügen für 26 M. 10 Pf. von Berlin nach Hamburg und zurück befördert zu werden. Der Anspruch des Klägers auf Nachzahlung von 2 M. für die Beförderung des Beklagten von Hamburg nach Berlin ist demnach un- gerechtfertigt, seine Zulassung würde dahin führen, daß der Beklagte für die Beförderung nach Hamburg und zurück 28,10 M. z» zahlen hätte, während ihm nach Inhalt des Fahr- scheines die Beförderung mit allen Zügen hin und zurück zum Preise von 26,10 M. zugesichert worden ist. Zu leinen, anderen Ergebnisse gelangt man, wenn man die Bestimmung des Tarifes, daß für die Benutzung eines v-Zuges eine Platzgebühr zu ent- richten ist, als Theil des zwischen den Parteien geschlossenen Ver- träges betrachtet. Denn dann sieht der vorerwähnte Vermerk auf der Fahrte:„26,10 M. gütig für alle Züge" mit jener Be. stimmung des Tarifs in Widerspruch und dieser Widerspruch muß gegen den Kläger ausgelegt werden, weil der Kläger in der Lage war, ihn durch Beseitigung oder Einschränkung des Vermerks auf der Fahrkarte„Giltig für alle Züge" zu vermeiden. Maßgebend bleibt daher die Fahrkarte und danach ist der Klageanspruch des Fiskus ungerechtfertigt. Derfammlungett. In einer von 399— 999 Metallarbeitern besuchten Bezirksversammlung des Verbandes aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend, die im Colberger Salon im Norden abgehalten wurde, sprach Kollege N ä t h e r über den Bierboykott. Er ersuchte die Kollegen, die dem Kampfe der Arbeiter bis jetzt noch gleichgiltig zugesehen haben, ganz energisch für den Boykott einzutreten; denn es handle sich hier nicht mehr blos um die ausgesperrten Brauerei-Arbeiter, sondern um eine Kraftprobe zwischen Besitzenden und Besitzlosen. Sollte der Boykott durch den Jndisferentismus der Arbeiter verloren gehen, so würde das Kapital nicht auf sich warten lassen, um die Arbeiter noch mehr auszubeuten als vorher. Zum 2. Punkt, Mißstände bei den Firmen Feske, Keiling u. Thonies, Rudolf u. Kühne, Mehlis u. Behrend,„Vulkan", Inhaber Wolf u. Arn- heim, erhielt Kollege St ä t h e r das Wort. Seine» Angaben war folgendes zu entnehmen: Bei Ferku, Chaufleestraße, wird täglich von 6—8 Uhr mit l'/a Stunde Pause gearbeitet; des Sonn- abends wird zwar um 5�/2 Uhr aufgehört, aber um 7 Uhr wieder angefangen und dann bis Sonntag früh 5 Uhr gearbeitet. Es soll sogar vorgekommen sein, daß der Geschäftsführer Herr Müller zu einem Schlosser noch sagte, er möge noch länger arbeiten; als sich dieser weigerte, sei sofort Entlassung erfolgt. Der Stundenlohn beträgt dort 30—40 Pf. Bei Keiling u. Thomas werden enorm hohe Strafgelder abgezogen. So werden, wenn Jemand einmal in der Woche zu spät kommt, 0,50, beim zweiten Male 0.75, beun dritten Male 1 M. abgezogen. Fehlerhafte Arbeit wird mit 2—3 M. Strafe belegt. Bei Rudolf u. Kühne ist die Heizung im Winter so ungenügend, daß sich— wie angegeben wurde— ein Dreher zwei Finger erfroren hat. Auch soll dort unier Meistern und Arbeitern eine Vetternwirthschaft herrschen, wie sie anderswo selten anzutreffen sei. Die Ventilation, namentlich bei den Formern, bezeichnete man als sehr mangelhaft. Ferner wurde mitgetbeilt. die Arbeiter müßten dem Arbeiter, der das Wasser zum Waschen holt, wöchentlich 15 Pf. zahlen. Abgezogen wurden in den letzten Jahren 10—15 Prozent. Fast dieselben j Zustände sind nach Angabe des Redners bei Mehlis u. Behrend ( Cyklop"), Bulkan", Inhaber Wolf und Arnhein, anzutreffen. I wünschte, so wurde Raue zum ersten Raffirer gewahlt. Eine stres des deutschen Arbeiter- Turnerbundes). Die 1. Männer- Abtheilung Auf dem„ Vulkan" herrscht noch das sogenannte Zonnensystem. vom Vorstand ausgearbeitete, sechs Paragraphen enthaltende turnt Mittwoch und Sonnabend von 8-10% uhr Friedenjir. 37. Nachdem noch rege diskutirt worden war, ließ sich ein großer Geschäftsordnung wurde nach lebhafter Auseinandersehung un- Reed, Sothringerstraße 94. Theater- und Vergnügungs- Verein Humanitas Abends 9% Uhr bei Bühnenverband Othello, Abends 9 Uhr, Theil der Kollegen in den Verband aufnehmen. verändert angenommen. Der Vorsitzende ernannte 12 Kassen- Restaurant Lothringerft raße 101. Theater- und Leseklub Morgenroth, helfer, die die Aufgabe baben, die Mitglieder mehr zur prat- jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, im Reſtaurant Diete, Lothringerſtr. Nr. 67. Theaterverein erres jeben Mittwoch, Abends 9 Uhr, Restaurant Lewinsti, tischen Thätigkeit heranzuziehen und engeren Zusammenhalt unter Bülowfir. 45. Heimathlu st, Siyung jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, Theater- Gesellschaft Klaus Beneditt, den Parteigenossen herzustellen. Zum Schluß wurden 15 neue bet 5. Lange, Stromstraße 28. Mitglieder aufgenommen. Die nächste Mitgliederversammlung Abends 9 Uhr, im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45. Geselliger Bergnügungsverein Regia, Abends 9 Uhr, im Restaurant Kreuzfibel, bet Gumlich, Reichenbergerwird am 6. August in Keßner's Lokal, Grunewaldstraße 110, Sommer, Grünftraße 21. Straße 149.- Fidele Brüder, bei H. Mrose, Lachmannstr. 5.. abgehalten. verein Frei Weg, Abend 9 Uhr bei Siedlutab, ManteuffelRigdorf. Der Deutsche Holzarbeiter Verbandstraße Sec. 86. Bitherklub Alpenglöckchen Edelweiß. Damen und Herren als Mitspieler hielt am 18. Juli bei Kummer, Berlinerstr. 186, feine General- uebungsabend Gipsste. 11 bei Golmann willkommen. Verein Wohlgemuth jeden Mittwoch 9% Uhr Sigung versammlung ab. Zunächst machte der Vorsitzende bekannt, daß mit Damen bet Weigmann, Andreasstraße 32. Große Frankfurter= der Meister Schallhorn aus der Fabrit von Laborenz jeine Be- ftraße 80-81. Gesellschaft Hero, Abends 9 Uhr, Sihung Brunnenstr. 155 Touristen 51. In der Freien Vereinigung sämmtlicher in der Schuhindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen hielt am 16. Juli Kollege Menzel einen bei fällig aufgenommenen Vortrag. Von der Abhaltung eines Sommervergnügens, wozu angeregt worden war, nahm die Ver: sammlung des Boykotts wegen Abstand. Dagegen wurde beschlossen, am zweiten Sonntag im Auguft eine Landpartie zu unternehmen. Die weitere Debatte drehte fich namentlich um die Beschickung des Erfurter Schuhmacherkongresses, wofür mehrere Redner eintraten. Zum Schluß gab ein Kollege Auskunft über die Lage in der Rosenthal'schen Fabrik. hauptung, der Ertrag der Zellersammlung von der am 2. Juli 8 Uhr bet G. Fischer, Beuffelftr. 66. bet Heft. Geselliger Verein unter uns. Jeden Mittwoch Abend um Bergnügungsverein 2ustige In der Filiale Berlin des Verbandes der Ver- bei Appolt stattgehabten öffentlichen Versammlung werde von Geelen Gizung und Fidelitas jeden Mittwoch 9 Uhr bei Heinrich, Blücherden an der Spize des Verbandes stehenden Kollegen getheilt und straße 61. Bergnügungsverein Gemüthlicher Schulz. Sigung jeden golder ze. hielt am 16. Juli P. Jahn ein beifällig aufvertrunken, wider besseres Wissen gethan habe und dieses be. Mittwoch, abends 8% Uhr, im Zotale des Herrn G. Schulz, Hennfir. 33. genommenes Referat über den Arbeitsnachweis. Redner schilderte bauere. Weiter wurde mitgetheilt, daß im zweiten Quartal drei Sumoristischer Rauchflub, Abends 9 Uhr, bei A. Niemann, Rauchklub Rooch Loch, bends 9 Uhr, bet Kierstein, Admiralstr. 33. Die ersten Einrichtungen der Arbeitsnachweise in England und Vereine und eine öffentliche Versammlung, sowie vier Vorstands: Görligerstraße 42. Rauch klub Sanssouci, Boechstraße sigungen abgehalten worden Zu letteren hat auch läufige Besserung auf diesem Gebiet zu schaffen, es das praktischste Vertrauensmänner der Werkstätten hinzugezogen, aber leider Rauchtluh Grüne Qua fte, bends 9 Uhr, bet Gorn, Kleine Martus: sei, wenn verwandte Gewerbe gemeinsam einen Arbeitsnachweis sind nicht alle erschienen. ftraße 10. Rauchklub Bultan, bet Abends 9 Uhr Rachfall, errichten, womit auch zugleich der Boden für eine einigermaßen stand vom vorigen Quartal 223,81 M., die Ausgabe 195,39 M., Die Einnahme betrug mit Be- Waldemarstr. 18. Rauchklub Goldene Quafte, Abends 9 ühr, bei Muß, Jostystraße 8. Rauchtlub Schmotes Werte, Röpenicker, zuverlässige Arbeitslosenstatistik bereitet wäre. Der Redner gab bleibt Bestand 28,42 m. Der Kassirer erhielt Decharge. Hierauf abends& Uhr, Klosterstraße 83, beim Genossen W. Salzwedel. straße 121a bei Schöbel. Sumoristische Pfeifenbrüder= Rauchflub dann noch auf Wunsch der Versammlung ein Bild vom Bier folgte Berichterstattung der Arbeitsvermittelungs- Kommission und Deutsche Eiche, Abends 9 Uhr bei John Waldemari 8 Rauchklub boykott. Die Versammlung pflichtete seinen Ausführungen bei. Lustige Brüder Abends 8% Uhr Pücklerstr. 61 bei Faulhaber. Hierauf gab der Kassirer den Kassenbericht vom 2. Quartal. Wahl für 2 Ausscheidende. Man wählte die Kollegen Rosen Rauchtiub Arcona Abends von 9-11 Uhr bei Bernhard, Stalizerſtr. 41. baum und Dohrmann wieder. Beschlossen wurde noch, altbeutscher Rauchttub bei Gäbecke, Münchebergerstr. 5. Rauchklub Danach betrug die Einnahme mit dem Bestand vom letzten der Saalsperre und des Boykotts wegen fein Bergnügen ab- Granade, Abends 9 Uhr, Forsterftr. 40 bei zugunife, Rauchklub Quartal 675,09 M., die Ausgabe 429,81 m., mithin bleibt Bestand Die Mitgliederzahl beträgt 133. Vom Kassirer othe Fahne, Mittwoch Abends 9 Uhr, Oppelnerstr. 44, Restaurant zur 245,28 Mart. Unter Verschiedenem" zuhalten. Rauchklub Sumatra Süd- Ost, Sigung alle Mittwoch, werden die Beiträge Sonnabends Abends von 8-9/ 2 Uhr im Abends 8 ubr bei Tilgner, Forsterftr. 22.wurde Rauchflub Die Dampfen= es für ungerechtfertigt erklärt, daß die Namen Lotal von Sonntag( gegenüber vom Arbeitsnachweis) entgegen den, Mittwochs, Abends 8% Uhr, bei Seratsch, angeſtr. 24. Rauchklub ber Vertrauensleute nach Ablauf der achtwöchentlichen Frist selbst dann veröffentlicht werden, wenn sie noch Außen- genommen. Die nächste Versammlung wird am 22. August ab- Congo 2, Gizung jeden Mittwoch, Abends 8½ Uhr bei Schmidt, Wienerfir. 44. stände haben, wogegen der Vorstand einwandte, es wäre in solchen Fällen Pflicht des Vertrauensmannes, dies dem Vorstande Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner u Berlin. Mittwoch. mitzutheilen. Die anwesenden Kollegen der August Werkmeister- ben 25. Juli, Abends 8% Uhr: Bufamment unft der Schleswigschen Fabrik wurden befragt, ob es Thatsache sei, daß die dort firaße 102. Holsteiner im Restaurant des Landsmanns H. Saß, MartgrafenArbeitenden vom Wertführer moralisch gezwungen würden, zu Verein ehem. Schüler der 18. Gemeindeschule. Sigung% 10 Uhr bei dem 25 jährigen Fabrikjubiläum einen Betrag von 2,00 bis Martini, Große Frankfurterstr. 99. Ehemalige Schüler und Gäste will 5,00 Mt. bei dem geringen Verdienst von 12,00 bis 15,00 Mt. Munk- Vergnügungsverein Andante". Mittwoch, den 25. Juli, zu zeichnen, während der Fabrikant ein Millionär sei. Kollege Abends 9 Uhr, in Krüger's Restaurant, Fennftr. 5: Uebungsstunde. Trompeter Lehmert bestritt dies und vertheidigte den Fabrikinhaber, gab aber und Tenorhorniſten erwünscht. zu, daß allgemein 2,00 Mt. gezeichnet würden. Es wurde ihm Versammlung ftatt beim Reftaurateur Lübellt, Günzelstr. 39. Achtung, Wilmersdorf! Mittwoch, den 25. Juli, findet eine Boltsmit auf den Weg geben, dafür zu sorgen, daß sich die Kollegen jener Fabrit alle organisiren, wonach Löhne von 12 M. und weniger nicht mehr vorkommen würden. gehalten. tommen. A Taubenbörse. 1 Rauchtlub Arcona, Mittwoch Abends 8 Uhr, bei Brand, Reichen= bergerstraße 122. Meffalina, Mittwoch im Lofal Wuttke, Graudenzera straße 2. Rauchklub Brüderlichkeit, Mittwoch bei Rederns, Wrangelftraße 84.- Rauchklub Weiße Wolte, Abends von 9-11 Uhr, bei Halle, Bergstr. 36. Stattlub Treff, Abends 8% Uhr, bei Citto 8abel, Frankfurter Allee 90. Stattlub areau- bei Lange, Friedrichsberg, Wartenbergstraße 67. Schwimmverein word. Uebungsstunde Abends 7% Uhr im Reiniden= b orfer Seebabe. Touristenverein Freihett; Abends 9 Uhr, bei Wuttte, Blumenstr. 54. Ruderverein Vorwärts", Sigung Freitag, Abends 9 Uhr, Alte Jatobfir. 68 Restaurant Dieffenbach. English Conversational Club Shakespeare. Meeting with Ladies Guests are welcome. every Wednesday at 9 o'clock at Neumann's Restaurant, Rosenthalerstrasse 36. " Club Uncle Sam meets at 8 o'clock, Hoher Steinweg 15, Sachs United States. Guests are welcome. Schule, Müllerftr. 179 a und Südost- Schule, Waldemarfir. 14: Be- Restaurant, to celebrate the forth of July the day of independance of the 60, Siebesfreiheit 1, " Deutschen Graveur- Bereins", deffen Hauptinhalt ist, der Arbeits- wollantfir. 113 bet Lehmann. Wilte.- Deutsche Eiche, Grüner Weg 29 bei Säger.- cho 1 Pantow, In der freien Vereinigung der Graveure und Ciseleure hielt am 17. Juli Dr. Heymann einen beifällig aufgenommenen Vortrag über die Naturwissenschaften und das Proletariat. Unter Vereinsangelegenheiten kritisirte ein Kollege die Handlungsweise des Vorstandes in betreff der Flugblattvertheilung; er erklärte die Verwendung von Geldern hierfür als statutenwidrig. Nach furzer Rechtfertigung des Vorstandes war die Angelegenheit erledigt. Zur Verlesung tam ein Flugblatt des nachweis des deutschen Graveurvereins sei besser als der der Freien Vereinigung. Leider ist man den Beweis für diese Behauptung schuldig gebieben. Bemerkt mag nur sein, daß in der Zeit von Auguft 93 bis Juni 94 der Arbeitsnachweis der Freien Bereinigung von 260 Prinzipalen und 385 Gehilfen benutzt worden ist. Die weitere Verfolgung dieser Angelegenheit wurde dem Vorstande überwiesen. Billets zur Kunstausstellung find vom Kollegen Krause, Forsterstr. 36, zu entnehmen. Die nächste Versammlung findet am Dienstag, den 7. August, in den Dranienhallen, Oranienstr. 51, statt. Dort ist jeden Sonnabend Abend geselliges Beisammensein. . Die Verbands Versammlung, der in Holz bearbeitungs Fabriken und auf Holzplähen beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands, Berlin N., Filiale II, nahm am 17. Juli die Abrechnung über das zweite Quartal entgegen und ertheilte, da alles richtig befunden wurde, dem Kassirer Decharge. Dann wurde über die Arbeitsnachweis Verhältnisse der Stuttgarter Arbeiterschaft verhandelt und hierauf Kollege Hagedorn zum erften Schriftführer neugewählt. Alsdann wurden die Kollegen ermahnt, recht rege zum Agitationsfonds zu steuern, da man einer sehr ernsten Zeit entgegen gehe. Auf Antrag Ger Ia ch's wird der Vorstand in seiner nächsten Sigung über ein anderes Bersammlungslokal berathen, weil der Wirth des jezigen, Herr Relis, boykottirtes Bier verschänkt. Der Arbeitsnachweis und das Verkehrslokal befinden sich bei Petersohn, Beteranen straße 21. Lübbenerstr. 30 bei Meyer. Appolonia, Briefkasten der Redaktion. Wir bitten bet jeder Anfrage eine Chiffre( 8pet Buchstaben oder eine gan anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Briefkaffen der Expedition. 0 Arbeiter- Bildungsschule. Mittwoch, Abends 8%-10% Uhr: Nord. fegestunde( spez. Arbeiterrecht). Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Seit aufgenommen. gießte, Schwedterftraße 33. Sese- und Diskutirklubs. Mittwody. Johann Jacoby, bei Friz Gesundbrunnen, Abends 8½ Uhr, bei Ritterstraße 123.- Seine, Rigdorf Abends 8 Uhr, Prinz- Handjerystr. Saferland, Bellermannftr. 87. Gleichbett, Abends 8% Uhr bei Stramm, parterre. Einigtett, Abends 8 Uhr bet Beige, Triftftraße 1. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Nenderungen H. W. 1. A. Ich kann für diesen und den nächsten im Bereinstalender sind zu richten an Fried. Fortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Er. Monat teinerlei Einladungen zu Vorträgen annehmen. Im Juli Stunde Abends Ubr, Aufnahme von Mitgliedern. Arbeiter Sänger- Bund Berlins und Umgegend. Mittwody. Nebungs habe ich keinen freien Abend mehr. Und den August muß ich Andreasstr. 26, bet Wilte. Freya,( Gemischter Chor); Alte Schönhauser: der Erholung widmen. Vor Anfang September bin ich also ftrate 22-28, Bögon's Brauerei. Silaritas, Hochstraße 32 a, bei nicht frei. M. 2. Boykott. Ob der Gastw. J. B., Röpnickerstr. 157, Boykott. yra 1, Köpnickerstr. 127a bet küfter. Sand in band 1, Reichenbergerstr. 16 bet Päßoldt, Schnee= bier verschänkt, wissen wir nicht; die Boykottkommission wird aloch en 2, Potsdam, Brandenburger Rommunitation 16, bei das zu untersuchen haben. Glaser. Unverbroffen, abends 8% Uhr, bet Sachs, Lindowerstr. 26. - Rütli, Friedenau im Kurhaus. Lorbeertrans, Bichtenbergerstr. 21 bei Seife. Rothe Melte, Schöneberg, Golzstr. 43, bei Siegeler. upferfchmiede, Weinstr. 11 bei Feind. Unverzagt 1, Manteuffelsiebestuft in Fürstenwalde Schloßtellerei". straße bei Nowack. Lorbeertrang 2, Drantenstraße 190 bei Ratsch. Bezüglich der Abrechnung über die eingegangenen Gelder Sängerchor ber für die Brauerei- Arbeiter in Nr. 161 muß berichtigend bemerkt maler, Kaiser Franz- Grenadier- Blas Nr. 7. Freiheits- Gruß, werden, daß es dort heißen muß: Ueberschuß aus dem JohannisCremmenerfiraße Nr. 1 bei Mathias. Soffn ung 3, Branden luft, Adalbertstraße Nr. 21 bet toll, oberer Saal. burg a. S., Wilhelmsdorferstraße, Reftaurant Concordia. Steder fest des N. D. B. Marburg 14,95( nicht Hamburg). In länge 1, Freiheits- Nr. 167 befindet sich ein Druckfehler, die dort quittirte Ge " Bum eichenen Stab", Stallschreiberstraße Nr. 29, Lyra 3, Brig, Werberstr. 15.sammtsumme muß heißen 4453,80 m. nicht 4483,80 m. Freiheitstlänge 2, Chortnerstr. 55 bet Breitner. Arbeitergefangverein von Brtz in Bris, Bürgerstr. 4 Ferner gingen ein: Amerikanische Auktion durch A. S. 3,50. bei Dorn. Georginia, Admiralstr. 38 bet Schönherr. Bor- Knopffabrikant 1, Aus einer Wette in den Arminhallen 3,-. wärts 7, tummelsburg, Göthe und Kantstraße Ecke bei Greinert. Gine fönigliche Musterwerkstatt 4,80. Gesammelt durch Emil Seeger'fcher Männerchor, Frankfurterstr. 18 bei Raprolatis Bertel 2,-. Von den Arbeitern Bullers Blechwaarenfabrik DuisDämmerlicht, Doppel- Quartett, Landsberger Allee 152 bei Strause. Belfenburg, Krautstr. 6 bei Rudolph.- Glühlicht( gem. Thor) Perleberger- burg 16, Volks Bildungsverein Briz, Amerit. Auftion, 13,15. fraße 28 bei Sermerschmidt.- Steinnette, Baſewalterſtr. 3 bei u. Neumann. Gesangverein Nordwacht 1. Juli- Kränzchen bei Reichert 146,40. Matengruß, Charlottenburg, Wallfir, 54 bet Reichelt. Rosenthalerstr. 11/12, Mofenthaler Klubhaus. Freiheit 1, Bülowftr. es bei In Luckenwalde bei einem Ausflug vom 1. Turnfest des Richter.-Männer- Chor Süd- Ost, köpniderfir. 191 bet Foge. Liebertafet Kreises 1. des deutschen Arbeiter- Turnerbundes gesammelt 4,70. We stend, Schöneberg, Kaiser- Friedrichsstr. 6 b. Gentelmann. Feldblume Bei Verlegung des Lokals des Spar- und Kredit Vereins Schneeglöd den 1, Nirborf, Hermannund Karlstraßen- Ede bei Silpert. Freundestreu( gem. Chor), Lands„ Einigkeit" von Mohr nach Gottler 6,45, Behrendt 1,-. bergerstr. 81 bet Geehaufen. Allegro, Wrangelfir. 141 bet W. Schmidt. Bier- Apparatefabrik Lindenstr. 7 3,-. Von der Auflösung des Gefangverein Süd- Ost, Faltensteinftr. 7 bet Trittelwig. Butunft Sparvereins H. Frost u. Söhne 10,-. 2 Tischler, 1 Korbmacher, Stegliz, Ahornftr. 15a im Gambrinus". und Biethenstraßen- Ede bei R. Weiß. Arton& Rigdorf, Hermann 1 Möbelpolier bei Hoeppner, Seidelstr. 29 unter Ausschluß von Matengruß 3, Friedrichshagen, Rundtheil, bet Berche. Norbbeutide Gateife, Melchiorfir. 15 bet 8 2,-. Verein der Bau- Anschläger 20, 2 Bau- Kantstr. 27 Stehmann. Männer- Chor Freie Sängerschaar, Annenstr. 9 bet Charlottenburg durch Großmann 4,30. Von den Arbeitern der Prop. Heimathtlänge, Ripenid, Rosenstr. 101 bet Troppens. kotibufer Sarmonie, Forsterstr. 22 bei Filgner. Firma S. Marcus, Stalizerstr. 10 u. 1 Rother, Falkensteinstr. 6,75-. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend.( 8u- Gesammelt auf dem Geburtstage eines rothen Brauers 3,-. fchriften sind zu richten an P. Gent, Adalbertstraße 95. In Woltersdorf bei Ertner, und zwar im Gillmann'schen Pollad Klub uft tge Brüder, Manteuffelstraße 46 Mittwoch: Spar- und Kreditverein„ Einigkeit", amerit. Auktion 15,15. Von Geselliger Verein Fridolin, Brunnenstraße Nr. 35 bet Wolff. den H. Brüdern 10,- Von den rothen Malern aus der Bokale, sprach am 15. Juli Mattutat in einer BoltsHumo= Wilhelmstraße 4,50. Malerwerkstatt G. Lange, Elsasserpersammlung über den Berliner Bierboykott. Die Berauchflub Giferne Pfeife, Triftfir. 1 bet Hoffmann ristischer Rauchtlub, Görlitzerfiraße 42 bei Bicht. fammlung faßte darauf einstimmig eine Resolution, wonach fie Verein Brüder Itch teit Georgentirchstraße 65 bet Müller. Gefelliger Straße 13, 87,50. Vom Fachverein der Bilderrahmenmacher Musikverein als weitere Rate 15,-, fich mit dem Referenten einverstanden und ferner erklärte, mit Bautenfchwengel Annenstraße 16 bet Ehrenberg. Gesammelt auf der Rahmaller Energie an dem der Arbeiterschaft aufgedrungenen Kampf Bebuferstraße Nr. 6 bet nemis( alle vierzehn Tage). Naunynstr. 86 bet Bubeil Abends sy Uhr. Gefelliger Verein offnung bude Brückner Nachfolger 1,50. Pfeifentlub„ Felsensest" theilzunehmen, fein boykottirtes Bier zu trinken, sondern dafür proletariat, Naunynfir. 88 bei Köhn.-nBergnügungsverein Amor Aus der obersten Werkstelle, mit Ausschluß von 1 Mann, 1,-. Theaterverein gesammelt auf der Landparthie nach Schmöckwik 2,40. zu sorgen, daß der Bierboykott streng durchgeführt wird; Prinzen- Allee 10 bet Bergemann. Touriste tlub Freiheit und Wohl Ehrenfache sei es, die Lokale zu meiden, die den Arbeitern Fabne, abends 9 Uhr, Oppelnerstr. 44, Restaurant Taubenbörse. Arbeiterstein jr., Keibelstr. 21, 10,10. Ueberschuß v. ringfreien Bier, ergehen, Neuenburgerstr. 37 bet legeberg. Rauchtlub Rothe Ueberschuß v. Rathenower Bier von der Filzschuh- Fabrik Silbernicht auch zu Versammlungen zur Verfügung gestellt werden. Bither- Verein Einigteit, Manteuffelstr. bei Noweck, Abends s½ Uhr, Spandauerstr. 30, 2. Hof, 1. Woche 5,90. Durch Wringe den Hierauf wurden vom Parteigenossen Hübner und von Frau lebungsstunde. Bergnügungsverein and in Sand 2, Gr. Frantfurter Lood Verhältnisse der Zigarrenfabrik von G. Rühne in fraße 80-81 Reftaurant Müller. Schafstopftlub Spar- Agnes, Abends Grtrag einer amerikanischen Auktion feiner Stammgäste 7,50. 9 Uhr, Blumenstr. 46 bei Wend. Woltersdorf geschildert, worüber näheres mitzutheilen wir uns ftraße 22 bet Graf. Geselliger Berein Alpenrose, Brizer Gesangverein Jris, Ueberschuß vom Sängerfest, 2. Rate 4,-. Privattheater- Gesellschaft Rome Ita, Bücklerstr. 2 bet Unentschiedene Wette 1,-. Straußfeder- Färberei, Stralauereinstweilen versagen müssen, bis die Gewerkschaft der Tabak Müller.( Außerdem alle 14 Tage Sonntags.) Theaterverein Nora. arbeiter die gegen den Fabrikanten erhobenen Beschuldigungen straße Nr. 44, durch Lange 4,15. Ueberschuß einer boykottirten Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. littwoch. Must Landpartie 80,-. Rummelsburg Zither- Klub Treu und Fest" geprüft hat. Die Versammlung äußerte über die geschilderte Dilettantenverein Preciosa. Abends 8-11 1hr Uebungsstunde in Handlungsweise des Fabrikanten Kühne ihre tiefste Entrüftung. Beister's teftaubends subr, im heftaurant Schulze, Beutbr, 18-19.bund Magdeburg 50,-. Gesammelt in Batzenhofer durch Falkens Fenn- und Tegelerstraßen- Ecte. Männer- Gefang: durch Henke 3,-. Von Witte, Arndtstraße 14, 3,-. Sänger verein Apollo, Uhr, Der Arbeiter- Bildungsverein zu Schöneberg be: Männer Gefangverein Jugendfreuden" jeden Mittwoch Abend 9 bis berg, Oranienstraße 136 1,20. Rauchklub„ Arcona" amerika schäftigte sich am vorlegten Montag mit der Abrechnung über 11 hr bei Meißner, Linienſtr. 142. Turnverein Soffnung, abends Uhr, tm Restaurant Schröder, Mannische Auktion 10,25. das erste und zweite Quartal d. Js. Die Einnahmen betrugen teuffelftr. 9.- Kraftturnverein Jugendtraft, jeden Mittwoch und Sonn In Summa 468,20 M. Bereits quittirt 4453,80. Gesammt 366,66 M., die Ausgaben 245,33 m., mithin belief sich der abend 9-11 Uhr Abends bei Labe, Seughofftr. 8. Turnverein efund fumme 4922,-. Kassenbestand auf 121,33 M. Dem Kassirer wurde einstimmig in der Zurnhalle, Freienwalderfstraße 39.- Kraftturnverein Berolina, brunnen. Die 2. Männer- Abtheilung turnt heute von 8%-10% Uhr Abends Entlastung ertheilt. Der Antrag, vom Ueberschuß dem Ver- Abends 9 Uhr Uebungsstunde bei Faustmann, Reichenbergerstraße 73a. trauensmann 100 m. zu überweisen, fand beifällige Aufnahme. Athletenverein Atlas, Abends 9 Uhr, Uebungsstunde, BrunnenDa es dem bisherigen Kassirer nicht möglich ist, dieses Amtes Die 3. Männer- Abtheilung turnt jeben Mittwoch und Sonnabend Abend von ftraße 154, Lokal Kontordia. Berliner Turngenossenschaft: ferner zu warten, weshalb er selber die Neubesetzung der Stelle von 8%-10% Uhr in der Thorinerstr. 74. Turnverein Fichte"( mit Für den Inhalt der Jnierate über nimmt die Redaktion dem Publikum Admiralftr. 18c bei Möhring. bei Liewald. Verein Rhetorit National- Theater. Castan's Große Frankfurterstr. 132. gegenüber keinerlei Verantwortung Aus eigener Kraft. Theater. Mitwoch, den 25. Juli. Bellealliance- Theater. Martha, oder: Der Markt zu Richmond. Residenz- Theater. Serpentine. Aleranderplan- Theater. botene Liebe. Ver: National Theater. Aus eigener Kraft. Apollo Theater. SpezialitätenSchauspiel in 5 Aufzügen nach dem gleichnamigen Roman der Wilhelmine Panoptikum. Hawaiische von Hillern, von Max Hagelweide Königs- Tänzerinnen. bearbeitet und in Szene gesetzt von Rohde- Ebeling. Raffenöffnung 51/2 Uhr. Anfang 71/2 Uhr. Im Garten: Großes Konzert. Auf der Sommerbühne Aufführung von Poffen, Luftspielen sowie Auftreten von Spezialitäten erften Ranges. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Das schwerste Ehepaar der Welt. Die Beleidigung gegen Frau Franzke, Georgenkirchstr. 58, nehme ich hiermit zurück und erkläre dieselbe für eine ehrenhafte Frau. Holstinski. Erklärung! F. S. 27. Wir bitten um Ihren Besuch in der Expedition. A. J. S. Osorno. Gewünschtes ist alles durch unsere Buchhandlung zu beziehen. R. Fischer, Berlin SW. Beuthstraße 2. Unseren Genossen, den Restaurateur| Schmidt'schen Eheleuten, Adalbertstr. Nr. 16 zur heutigen Feier der filbernen Hochzeit die besten Glückwünsche 1956b von den Arbeitern und Arbeiterinnen der Betriebswerkstelle Solidarität". Unserem Sangesbruder Künstler zum heutigen Wiegenfeste die besten Glückwünsche und ein dreimaliges Hoch! Allegro. Unserem Genoffen, Zimmerer Emil Reuter, zu seinem heutigen Wiegenfefte ein bonnerndes Hoch, daß die Die falschen Berichte, die über mich ganze Köpenickerstraße wackelt! Emil, verbreitet wurden, daß ich Boykott der Thurm steht schief, wollen wir ihn oder Ringbier verschänke, erkläre ich gerade gießen? 19460 R. H. H. B. R. K. Vereins- Abzeichen 2c. H. Guttmann, Brunnenstr. 9. Kaufmann's Variété. Spezialitäten. B. Nieft's Festsäle, biermit für unwahr, and ftelle bie- lobe gi Vorstellung. Parodie Theater. SpezialitätenBorstellung. 17. Weberstr. 17. Empfiehlt sich zu Bersammlungen und Vergnügungen, find noch Sonnab. frei. jenigen Personen, welche das behaupten, als böswillige Berleumder hin. 1954b C. Lange, Schankwirth, Franzftr. 14, Stempel Hiermit die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau und Mutter Anna am Montag 11/2 Uhr Nachm. verstorben ist. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 26. Juli Nachm. 6 Uhr vom Hedwig- Krankenhaus Große Hamburgerstraße aus statt. Hermann Horn. Todes Anzeige. Freunden, Genossen u. Genossinnen die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau Emilie Metzke geb. Hass am Dienstag Nachts um 2 Uhr am Herzschlag, Folgen des Wochenbettes, verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 27.Juli, Nachm. 8 Uhr, vom Trauerhause n. d. Friedhofe der freirelig. Gemeinde in der Pappel- Alee statt. Der trauernde Gatte nebst Kindern Heinrich Metzke, Maurer, herbergerstr. 10. Geschäftsmann bittet um ein Frauen- und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden Volkes Kranken- und Begräbnißkaffe Dating of 3800 9. et gen gute Gelegenheitswaaren! | Darlehen von 4-500 m. für Berlin und Umgegend.( Filiale Nord.) Donnerstag, 26. Juli, Ab. 8 Uhr, im Viktoria- Garten, Badstr. 12: Vereins- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Weyl über: Die Ernährung des Kindes, der Buchbinder und verwandten Berufsgenossen zu Berlin, eingeschriebene Hilfskasse Nr. 24. eine medizinisch- sozialpolitische Studie. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer die in der außerordentlichen General Mitglieder und Verschiedenes. Gäste, Herren und Damen willkommen. Um zahlreiches Erscheinen bittet Zinsen zum 1. oder 10. August bis 1. Dezember. Offerten unter F. B. Feinste braune Veilchen- Seife an die Exped. d. Bl. vorzügl. parfümirt, statt 50 Pf. für 10 Pf. gr. Stücke, Photographishes Atelier Befte Cocosuuß- Seife, at 10 Bi. Stange für 3 Pf., 1 Pfd.= 8 Stangen für 3 Pf. Packfiegellack, statt 10 Pf. Den Mitgliedern Nachricht, daß von Carl Gräfe für 22 Pf. Brieffiegellack, feinste Versammlung vom 27. Mai d. I. ge- Berlin S., Prinzenstr. 11 Qualität, Stange 3 Pf., 1 Pfd. gleich änderten Paragraphen des Statuts die Die Bevollmächtigte. Genehmigung der obersten Verwaltungs- hält sich den Parteigenoffen zur Auf- 16 Stangen für 40 Pf. Französ. nahme von Porträts u. Gruppenbildern Horufrißerkämme, 7" lang, ftatt behörde erhalten haben. 2302* Goldfächer mit Malerei, Stück und Fabrik- Gruppen. Sozialdemokrat. Wahlverein Köpenick. Bom Sonnabend, den 28. d. M. ab, beſtens empfohlen. Spezialität: Vereins 50 Bf. für 20 f. Echt japanische Ordentliche General- Versammlung am Freitag, 27 d. M., Ab. 8 Uhr, im Müggelschlösschen. Der wichtigen Tagesordnung wegen bittet um recht regen Besuch Der Vorstand. 28/1 4. Wahlkreis( Südost): In die Liste der am Sonntag veröffentlichten Gastwirthe, welche kein Boykottbier verschänken, sind die folgenden nachzutragen: Cuvrystr. 25, Emil Grüning. Forsterstr. 54, Urban. Manteuffelstr. 25, Horn. 54, Mende. 50, Rubiaczyk " 33, Karl Pfefferle. 27, Heider. " 38, Klopfch, Bierverlag. " " Oranienstr. 4, Zyra. " Eisenbahnstr. 35, A. Semisch. 20, G. Siegesund. Görligerstr. 48, Reßler. Grünauerstr. 5, Pfeiffer. Köpniderstr. 149, Stammert, Kottbuser Damm 4, Becker. Liegniterstr. 15, Freier. Mariannen- Platz 12, Alexander. 16, Päyte. Ratiborstr. 18, Hahn. Reichenbergerstr. 73a, Fröhlich. 10, Bretsch. Wienerstr. 13, Drischner. Waldemarstr. 42, Grüßner. Diejenigen Schantwirthe, welche sich in diese Liste aufnehmen laffen wollen, tönnen sich melden bei Spindler, Reichenbergerstraße 118, Zubeil, Naunynstraße 86, Schayer, Reichenbergerstraße, Ecke Lausitzerstraße, Schilling, Bücklerstr. 55b, Lucas, Wrangelstraße 32, Tolksdorf, Görligerstraße 58, Trittelwitz, Falckensteinstraße 7. Achtung! Schankwirthe Schönebergs! Alle diejenigen Schankwirthe, welche kein Boykottbier führen und gewillt sind, fich der Kontrolle der Arbeiter zu unterstellen, werden ersucht, betreffs Aufstellung einer Liste im ,, Vorwärts" sich zu melden bei: Kessner, Grunewaldstr. 110. Schindler, Hauptstr. Hoffmann, Sedanstr. 10. Klauke, Goltzstr. 43. Pinzer, Nollendorfstr. 16. 22. 253/7 Meinen werthen Freunden und Gönnern theile ich hierdurch ergebenst mit, daß ich am Donnerstag, den 26. d. M. Friedrichstr. 211( nahe der Kochstraße) einen Spezial- Ausschank des so beliebten 1945b Münchener Augustiner- Bräu's neu eröffnen werde und bitte um recht zahlreichen Besuch. 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Ich erkläre folche Behauptung hiermit als Lüge. 1953b Rudolf Ihloff, Chamissoplay 4. Suche von einer ringfreien Brauerei 800 Mark( auf Amortisation) behufs Ablösung. Offerten unter Hüttner in der Expedition dieses Blattes. Eine auswärtige 1955b 5042* ringfreie Brauerei zu sehr billigen Preisen. Fertiges Kleid aus sehr haltbarem Wollstoff in modernen Farben 15, 20, 25 Mr. Fertiges Kleid aus reinwollenem Stoff in vielen neuen Farben, glatt und in schönen Melangen, 25, 27, 30 Mt. Schwarze Kleider 25, 30, 35 M. Schwarze seidene Kleider 40 und 50 Mt. Fertig. Kleid aus Woll- Mousseline, waschecht, 20, 25, 30 Mt. Morgenröcke in schönen Waschstoffen, stets großer Lager- Vorrath in allen Weiten, 3, 4, 6 M. Blousen, größte Auswahl, neueste Façons, 2,50, 3, 3,50 Mt. Fertiges Blousen kleid in neuen schönen Waschstoffen, beliebteste Neuheit. in gr. Auswahl, f. b. 8, 10, 12 M. neue ap. Façons, jetzt 5,50 Mk. Staubmäntel, Reiſemäntel, 10, 15, 20 mt. Costume- Röcke schwarz u. farbig, 10, 12, 15 Mt. 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