Ur. 338. 33. Jahrg. BezugSvretS: Lierteljihrl. S.7S Ml. monatl.2.W?U frei ine Haus, vorauszahlbar. Einzelne Rummern 10 Pfennig. Pofibezug, SKanallich 2.26 MI., rjfl ZustellungS- gebühr. Unter Kreuzband lür Deutschland u. cesterreich-Ungarn'.so Ml. für das übrige Ausland 9,60 MI., bei täglich einmaliger Zuilellung 7.60 Ml. Pastbellellungen nehmen an Däne» Marl. Holland. Luxemburg. Schweden Und die Schweiz Eingetragen in die Post-ZetiungS-Preieliste. Der.Borwärts'erichemtwochentäglich zweimal. Sonntags einmal. Margen-Ansgare. Zelegr amm-ildreff«! .Sozialdemokrat läcrlts'. Verl in er Volksblatl. Zcntralorgan der rozialdcmokratifchcn parte» Deutschlands. ( 10 Pfennig) Anzeigenpreis t Di« achigcspaltene Nonpareillezeile lonei SO Psg.„Kleine üinzeigeii-, das'eilgedruille Won 40 Pfg.(zulässtg z feUgedruckle Worte), ledes weitere Won 20 Pfg. Etellengeluche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort SO Psg.. iedes weitere Wort l6 Psg. Warle über 16 Buchslaben zählen für zwei Sorte. 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Aber abge- sehen von diesem unvermeidlichen Uebelstand bewährte sich die alte kampferprobte Organisation wieder in ihrer muster- gültigen Geschlossenheit. Kein Mißton störte dieses gewaltige Kampffest der Freiheit.. Was an vierzehn verschiedenen Orten als WillenSauS- druck des Berliner Proletariats aufleuchtete, das schlug dann vor der Nationalgalerie zu einer Flamme zusammen. Keiner, der diesen Aufmarsch miterlebte, wird je in seinem Leben das gewaltige Bild vergessen, wie Zug an Zug an- marschiert kam, rote Fahnen zu roten Fahnen sich gesellten und das Ganze in E b e r t s Rede und in dem Gelöbnis der Massen zur alten Sozialdemokratischen Partei seinen krönen- den Zusammenschluß fand. Diese Kundgebung hat das arbeitende Berlin mit neuem Mut und neuer Zuversicht in seine gerechte Sache und in seinen endgültigen Tieg erfüllt. Sie hat Inland und Ausland gezeigt, wo das Herz der Hauptstadt schlägt, sie hat ein neues Band zwischen Berlin und'dem Reich geschlungen. Berlin denkt wie daS Reich und daS Reich wie Berlin. DaS Rumoren vcrirrter Elemente, die die Macht nicht erobern Usid, wenn sie sie gewaltsam eroberten, nicht drei Tage halten können, kann an diesem Ergebnis nichts ändern. In dem Augenblick, in dem diese Zeilen geschrieben wer- den, spektakelt noch Spartakus in der Stadt herum. Wilde Gerüchte flattern auf. um im nächsten Augenblick ihre Widerlegung zu finden. Bis jetzt scheint nichts Schweres vor- klefallen zu sein. Nur einige Maschinengewehre sind vor dem Reick, skanzlerhaus und anderwärts ihren rechtmäßigen Be- "tzern geraubt worden, einige Mannschaften der SicherheitS- wackie vor der Reichskanzlei sind leicht verletzt! Nur dies, bisher, sonst nichts! Es ist aber eine Schmach und Scbande, daß man schon zufrieden sein muß. wenn weiter nichts geschieht und wenn sich die republikanisiben Soldaten prügeln k a' s e n, um nicht morgen als Mörder und Schergen der «Blu�bunde Ebert und Scheidcmann" verschrien zu werden. Wir pslickten Sckie�dem�nn d"'' in ein"? der aesirigen Ber'ammlungen sagte, so wie bisher könne es keine acht Tage Mehr weiteraeben. Die Berliner Garnison, das ganze ar- beitende Volk Berlins ist entschlossen, die Revolution gegen °lle Putsche von rechts zu sichern. Aber diese Sicherung ist nur dann wirklich ücker. wenn ein Ende gemacht wird mit den Vutschereien von links, die den Erfolg eines Handstreichs von rechts herausfordern und vorbereiten. Ter Volksbeauftraate Barth hat gestern die Meinung der Bankbeamten gehört, als er vor ihnen gegen den„Vor- wärts" wegen keiner Aufklärungsarbeit am Proletariat los- �>3. Er hat dann auch die Meinuna seiner früheren Freunde vernommen, die mit wahren Zuhäkterausdrück-n über ihn bergefallen sind we'l er etwas zugelernt hat und die ärgsten Dummheiten nicht mehr mitmacht. Wir fragen den Volks- beausfragten Barth ob er nack, dieser Sektion nicht auch be- areiit. warum der. Vorwärts", einen unablässigen Kampf Paaen den blödsinnigen SportakuSrummel führt und ob er ton« Ausführungen gegen den„Vorwärts" nicht schon wieder bedauert. Tie Erleb n' sie des Vytksbeauftragten Barth vom gestri- Pen Tage enthalten den Kern der ganzen Gelch'chte und des ranzen E'-mds der Unabbänaigen. Die Unabhängigen tor>en im Bu n d e mit uns. den wir ehrlicki einhalten, sie rw-sen wenn ibre Loyalität vor Zweiton gemußt sein loll. ucki Niehl schützend vor eine Beweaung stellen, die den aewalt- Wrt?n �hin hpr in rifna offen als ihr Ki-l verkündet. Das Wort ist frei, b'" Waffe nickitl Es darf niemandem erlaubt kein, mit M�sifün-noewaliren in Berlin herumzufahren, außer— tm pußersien Notfall— den Truvvsn der Reafernng. Es mag llber faoen wa? er meint, aber eS darf nickt seder tun. was ibm b�lieht. Dem Wort muß mit dem Wort, anderen Argumenten aber mit den gleichen Argu- Kenten entgegenaetreten werden! Wenn der gestrige Tag, wie wir in diesem Augenblick siacki boffen dürfen, ohne ernstes Blutvergießen verlaufen ist. ko 'st d'efes Ergebnis nur der übermenschlichen Selbst- beherrschung der republikanischen Soldaten und der Berliner B�ölkerung zu verdanken. Die Reaierung mutz e i n b e i t l i ch. r u b i g und fest ihren Wea gehen, sie darf, verdächtige der Nevolution feindliche Generäle vor den Toren Berlins ebensowenig dulden wie die Lieferung von �orwänden für eine gegenredolutionäre Aktion durch gewalttätiges Treiben in den Straßen Berlins. Berlin muß zeigen, daß es weder deutsche noch französische Generäle braucht, um in Ordnung leben zu können, daß es reif zur Freiheit ist, wie das ganze deutsche Volk! Spartakus vor öerNeichskanzlei. Hie Barth— hie Liebknecht! Die für 2 Uhr am Sonntag nachmittag im Treptower Park angesetzte Protestversanimlung der Spartakusleute war nur mäßig besucht. Nur um die Tribüne Liebknechts gruppierte sich eine größere Anzahl Zuhörer. Er gefiel sich in den ödesten Beschuldigungen, wie daß Ebert die Geschäfte des Kapitalismi. S und der Entente betreibe, indem er Wilson beeinflusse, nur Lebensmittel zu schicken, wenn die jetzige„Verrätcrregierung" nicht gestürzt werde: im Osten bestehe ein geheimes B ü n d n l S mit der Entente, wonach die Deutschen sich verpflichtet hätten, die Russen so lange in Schach zu halten, bis die alliierten Truppen ihren Aufmarsch vollendet hätten. Es sei bewiesen, daß der Putsch am Freitag von den„Bluthunden" Ebert- Scheidemann-Wels„gemacht" worden sei usw. Nach den Refe- raten und der Annahme eurer Resotution, die den Sturz der jetzigen Regierung und die Uebcrnahme der vollen RegierungS- gewalt durch die Räte fordert, formierte sich ein Demonstra- tionszug, der nach dem Alexanderplatz und von da durch die Linden nach der W i l h e l m st r a ß e vor die Reichskanzlei gelangte. Hier kam eS zu wüsten Radauszenen. Es wurde aus- gerufen, die Alexandriner hätten sich mit Liebknecht der- bündet und rückten mit Maschinengewehren an: die Wache wurde geprügelt und ihr die Maschinengewehre weggenommen, der M-G.-Führer H. wurde nicht unerheblich im Gesicht der- letzt. Bezeichnend ist, daß ihm dabei sämtliche Taschen ausgeraubt wurden. In der sechsten Abendstunde zogen die Anhänger deS Spar- takusbundcs unter Führung Karl Liebknechts durch die Wilhelmstraße. Die Menge stieß wüste Verwünschungen gegen die Regierung Ebert-Scheidemann aus. Das Reichskanzlerpalais lag still und dunkel da. Nur aus einem Zimmer des hellerleuch- teten Vorderflügels lehnte sich der Volksbcauftragte Barth her- aus, der von der Masse, als sie ihn erkannte, stürmisch begrüßt wurde. Auf wiederholte stürmische Aufforderung zu sprechen, er- widerte Barth, er könne nicht mehr, er sei heiser, seine Stimme versage. Aber die immer mehr anwachsende Menge bestand auf ihrem Willen. Schließlich nahm Barth daS Wort und sagte: „Ich wünschte nur einmal mit Liebknecht m eiuem der größten Säle Berlins, sage« wir im Zirkus Busch, zusammenzutreffen, und ihm zu sagen, was ich ihm zu sagen habe, (Große Unruhe), und ich bürge dafür� daß nicht ein Ar". beitcr auf seiner Seite bleibt(wilde Gegenrufe). Daß ich in der Regierung sitze, und daß ich zugegeben Hab«, daß die Regierung und der Bollzugsausschuß paritätisch zusammen- gesetzt sind, das ist geschehen, weil im Zirkus Busch am 10. November nicht Schcidemann, sondern Karl Liebknecht auf mich eindrang und sagte: es muß geschehen, wenn die Revolution nicht gefährdet werden soll. Stürmische Unterbrechungen: Er lügtl Schweinehund! Strolch! Lump! Tie Taschen hast Du Dir voll gemacht! Gauner! Holt den Kerl herunter! Haut ihn!" Nur mit Mühe konnten einige besonnene Elemente in der Menge sich dos Wort verschaffen und auf Barths Ver- dienste um dieRevolutäon hinweisen. Wer ihre Worte wurden von dem Toben derer verschlungen, die Lust hatten und Anstalten trafen, Barths Zimmer zu stürmen. Plötzlich ertönte Karl Liebknechts pathetische Stimme durch den tobenden Lärm. Liebknecht sagte: „In einer ungeheuren Demonstration haben wir den Willen deS Berliner Proletariats deutlich verkündet. Wir haben ge- zeigt, daß wir die Macht habe», dieses ganze Nest avSzn- nehmen. Wer ich fordere Euch auf, heute Euren Willen und Eure Eni- schlossenheit nur in dem Rufe zu dokumentieren: es lebe die soziale Revolution, eS lebe die Weltrevolution!" Brausende Hochrufe erschollen, aber sie waren noch nicht verklungen, als schon die stürmischen Pfuirufe gegen Barth wieder einsetzten. Ein Mann aus der Menge erinnerte in leiden- schafflichen Worten Barth an die gemeinsame Vergangenheit, fragte, ob er ihn noch kenne oder ob es noch weiterer Ermah- nungen bedürfe. Erst langsam ließ sich auch dieser Redner be- ruhigen und zum Weitergehen bewegen. Gegen viertel sieben Uhr hatten sich die demonstrierenden Gruppen aufgelöst. Nur vor dem Zimmer des Volksbeauftragtcn Barth, der kollblütig aus dem Fenster sah und eine Zigarettc rauchte, staute sich noch immer ein erregter, wüst schinipfender Menschenknäuel, der mindestens seinen sofortigen Austritt aus der Regierung forderte. Die schnelle Auflösung des ZugcS binnen etwa fünf Minuten war der beste Beweis, daß die Teil- nehmerzahl nicht schr groß war. die Mastenkunögebung öer Großberiiner Sozialdemokratie. Vierzehn Versammlungen.— Massendemonstration im Lustgarten. Ueber die politische Bedeutung der gestrigen sozialdemo- kratischen Kundgebung sprechen wir an leitender Stelle. Wir lassen die vorliegenden Berichte folgen. In den„Prachtsälen des Westen?" war die Versammlung über- füllt. Genossin Juchacz gedacbtc in ihrem einleitenden Vortrag mit tiefstem Bedauern de? am Freitag in der Chausseestraße angerichteten Blutbad«. Dann ergriff Genosse Scheidcmnn« da? Wort, von der Versammlung freudig begrüßt. Vor der Revo- kution habe die äußerste Rechte verlangt, ihn wegen feiner revolutio- nären Gesinnung und seiner Arbeit für den Frieden auf den Sandhaufen m stellen. Jetzt nach der siegreichen Revolution verlange die äußerste Linke, ibn a m Laterncnpfahl auf). hängen. Liebknecht habe am Sonnabend bei seinem Umzug durch die Stadt von Ebert und Scheidemann als von„Buben" und„Bluthunden" aefprvchen, die zu stürzen seien. lPsuil-Rufe.) Ich stehe, sagte Scheidemann, setzt 85 Jahre- in der Arbeiterbewegung. Ich hohe in dieser Zeit manches Schwere ertragen müssen, und mein ganzes Leben war ein Opfer im Dienst der Arbeiterklasse. iL:.- hast er Beifall.) Wer mich kennt, weiß, daß ich kein Amt erstrebt. fondern iedes mit Widerstreben, aber in Erfüllung meiner Pflicht übernommen habe. Eine„Sünde" habe ich mir zuschulden kommen lassen. sZ.rruf: 4. August!! Rein, da? nicht! Darauf bin ich stolz! Das war meine„Sünde", daß ich allezeit gehandelt habe nach dem Wahlspruch: Die Ueberzeuguna ist des Manne? Ehre! Aber meine Ueberzeugung lasse ich mir nicht nehmen, für sie ma>s ich einstehen! Wenn ich tausend und zeihntgusend Arbeiter, am mir habe und der Ueberzeugung bin, daß sie sich auf einen Irrweg bestnden, muß ich den Mut. haben, da? den Arbeitern zu sagen. Will man von„Buben" sprechen, so sind e? diejenigen. die den Arbeitern schmeicheln. sZustimmung.) Um ffühver bleiben zu können, willenlos alles zu tun. was verlangt w-rd— Pfui Teufel! DaS mache ich nicht.(Stürmischer Beifall.) Scheide- mann ging dann auf die Ercrgttisse vom Freitag ein. Die Verhaftung der VollrugSratSmitalieder fei eine»ans- w u r st i a d e. deren Urheber sich von irgendwem baben mißbrauchen lassen kZuruf: Spartakus!), die Rolle eines Hauptmanns bon Cövenick zu fvrelen. In keinem Zusammenhang mit diefen Tingen stehe die Schießerei, die am Abend desselben Tage? sich ereignete. Wenn in dreier aufgeregten Ze>t Tag für Tag gepredigt wird: „Arbeiter bewaffnet euch!" dann dürfe man sich schließlich nicht wundern, daß eS zu solchen bedauernswerten Zusammen- stoßen kommt. sZnstimmung.) Scheidemann schilderte sodann die Tätigkeit de« Vorstende« der sozialdemokratischen Partei bei dem .Zustandekommen der Revolirtion und die schon erat Morgen des 9. November eingeleiteten Verhandlungen mst den Unabhängigen.. ES aelang, die Regierung zusammenzustellen, wie sie jetzt am Werke ist..fbinier ihr. die eine so schwere Aufgabe bat. wie nie- mal» eine Regierung sie hatte, sieben mindestens 99 Proz-nt de? deutschen Volke? lLebbast? Zustimmung.) Aber was ihr sü bereitet wird unld waS wir ietzt in Deutschland durchleben, ist aus die Dauer«in völlig unmöglicher Zustand. DaS gewissenlos« Treiben einer kleinen Eliane wird eS in kurzer ßeit dahin bringen daß wir nicht? zu essen haben, aber dafür die Frort- zosen, Enaländer und Amerikaner bei unS fob-n. fCrrcow Zustimmung, vereinzelter Widersvruch.) Was in München gegen den Mi- nistsr Auer und gegen einige �eitungSvedaktionen unternommen wurde, das ist kein sozialisn'cheS Tun— das ist die Tätigkeit cinec gewissenlosen Räuberb»nde. sZustimmunq.l So gebt es ein- fach nicht weiter. Ich für meine Person maa diesen Zustand keine acht Tage mebr ertragen. Tritt nicht Acnderuna ein. so gehe ich. �Stürmische Zurufe: Nein! Nein!— Schasten Sie doch Ord- nung?) � Eine proletarisch? Regierung kann natürlich nicht die Maschinengewehre spielen lassen, �-ll eS dabin kommen, daß Franzofen, Engländer und Amerikaner auf ihre Art die Leute „zur Vernunft bringen"? Hinter die Regierung muß sich da? ganze Volk stellen. ES muß bersit sein. Ordnung zu schaffen. lStür» Mischer Beifall.) Die Versammlung nrbm die Resolust'on mit allen Stimmen kaeaen eine einziges an. Dann machten sich die Teilnehmer in ge- schkossenem Zuge auf den Weg nach dem Lustgarten. In den Nnionsälen svrach-n Gen. Paul Hirsch und Ge- nossin Wally Zepler. lövv Personen. Annahme der Resolution gegen 2 Stimmen. I« de« Germaniasäle« 3000—4000 Person«!«. Redner SandSb« ry, Heckmann und Gertrud L o d a h l. Einftim, «ige Annahme der Resolution. Pei ssrinke, vadstraße, 2000 Personen. Redner Hugo Hei- mann. Resolution einstimmig angenommen. Böhmisches Brauhaus, 1S00 Personen, ungeheure Ueberfü!- /ung. Redner ZR< r u s und Braun. Stürmische Zustimmung Einstimmige Annahme der Entschließung. „Vlt-Berlia", 1200 Personen, Uebersülluna. Redner Krüger. Zahlreiche Ausnahmen in die Partei. Resolution einstimmig. Deutscher Hast 2000 Personen, Ueberfülluna. Redner Erwin Barth und Heinrich Schulz. Resolution gegen eine Stimme. Reukälln,'Kindlhrauerri. 2000 Menschen. Räch Referaten D i i t m e r S und Breuers einstimmige Armahme der R«sc>- lution. Reukö»», Stera-Lichtsdiele. Hier war wegen ungeheurer Ile&erfuSung der Äindlbrauerei«ine Parallelversammlung not» wendig, in der Dr. Silber st ein sprach. 1600 Personen. Ein- stimmige Annahme der Resolution. Hase«heihe, ttaianbrauerei, 3000 Persanen. Redner Katze«. stein und Rod. Schmidt. Resolution einstimmig. Bchäncherg, Schlahbrauerei, iiOOO Personen. Redner Lüde- mann und Genossin Vielhaber. Einstimmige Annahme der Resolution. In der Debatte kam der Wunsch nach einer vollstän- digen Einigung mit den Unabhängigen unter Ausschluß von Spar- takus aum Ausdruck. Eyarl,tti»t»rß. Die im.volkschause" tagend« Versammlung war von über 2000 Teilnehmern besucht. Referent war der ReichstagSabgrordnete Malkenbuhr. Nach kurzer Debatte wurde die Resolution gegen 2 Stimmen angenommen. Hieraus formierte sich ein Demonstrationszug. welcher sich mit zwei roten Fahnen nach dem Lustgarten in Bewegung setzte. » Die Versammlungen endeten mit Annahme folgender Entschließung: Tie Versamnllu-n.g begrüßt den Sturz der alien militärisch- junkerlichen Gewaltherrschast und das in der Revolution auf- leuchtende neu« Zeitalter der Selbstbestimmung des Volkes. Sie erkannt im Einklang mit den Zielen der sozialdemokra- tischen Partei als Aufgabe der proletarischen Befreiungsarbeit die Herbeiführung der soziall st ischen Gesellschafts- ordnunz und forbt-ti zu diesem Zwecke die Vergesellschaftung dar Ranapal- und Riejfenbetriebs in Landwirtschaft, Bergbau, Zriduftrie und Handel. Unerläßliche Voraussetzung für die Wirt- schaftliche Umwälzung ist die auf Gfleichberechiigung aller beruhende politische Demokratie und die unermüdliche OrgtmifaiionS- und AufkkärunHSarbeit aller Sozialisten. Die Versammlung bedauert und verurteilt die Vorgänge am S. Dezember und richiet an die Kameraden im feldgrauen Rock die dringende Aufforderung, sich unier keine« Umständen zu gegen- revolutionären Bestrebungen mißbvauchen zu lassen. weil solches Verhalten unter den Arbsitermassen berechtigte Erbitterung auslösen und außerdem nur jenen Elementen Vorschub leisten würde, deren Vorgehen die eingeleitete Demokratisierung der Berwaliung und die notwendige Sozialisierung der Wirtschaft nur verzoger«, wenn nicht verhindern kann. Ebenso entschieden verurteilt die Versammlung aber auch die Ursache dieser Vorgänge, die auf Herbeiführung einer aus Ge- Walt beruhenden Minderheitsherrschaft an Stelle der gestürzten Junkerherrschaft hinzielewdei! Bestrebungen des Spartakusbundes. Sie sieht auf dem Boden der Souveränität d«S Volkes, vertreten durch ein« unbeeinflußt« verfassunggebende National- »ersammlung. Sie bekennt sich mit ganzem Herzen zur Auf- rcchterbaltung der Einheit des Deutschen, durch den Anschluß Teutschösterreichs zu erweiternden Reiches und protestiert guis schärfste gegen jeden versuch einer Abtrennung deutschen Gebietes «der eigenmächtiger Verhandlung einzelner LanideSteil« mit den Feinde«. Tvs alte System bat das deutsch« Volk in tiefes Elend und tieie Erniedrigung gestürzt. Seine Erhebung zu einem gleich- berechtigten Glied« im Bunde dar Völker, seine wirtschaftliche und geistige Befreiung durch Demokratie und Sozialismus ist die heilig« Aufgabe der Sozialdemokratie. I« Lustgarie«. Ei» herrliches Bild, das de«, der es erlebt hat, uiwergeßlich bleiben wird? Oben auf der Freitrepp« der Ratienalgaleri« ein Spalier r»i er Fahnen, zwischen denen Gr-uppen von Men- schen sich hin und her bewegen. Tie breit« Freitreppe selber ist freigelassen, nur zu äußerst an jeder Seit- schließt sich ein schmales Band von Menschen an die Obenftehenden an und verbindet diese mit den unten harrenden Massen, die mit jeder Minute anschwellen. Schon Mc 1 Hhc sind die Züge, die den kürzesten Weg hatten, ein- getroffe». jeder einzelne trotz des rieselnden Regens mehrere tau« >end Mensche-, stark. Nun. um die festgesetzte Stunde, rückt in kurzer Fol�e guy auf Zuh an. Die roten Fahnen leuchten weit durch den du«st«ge« Sprühwedel, der die Straßen einhüllt, schon von -oeiiam hört man dos Nahen aus dem Gesang der Arbeitcr-Mar- seillaise irnd Hochrufen auf die Regierung und Nationialversamm- lung. Bon Minute zu Minute wachsen die Massen, die sich am Fuß der Freitreppe bis weit in den Lustgarten hinein stauen, eine Schar Mutiger hat dir Winterbedachung der großen Granitschale erklommen«nd ragt wie eine Insel über dos Menschenmeer. Auch der Sockel des Friedrich-Wilhelm-Denkmals ist besetzt. Wenn der bronzene Hohenzoller da oben denken könnte— hat er es je ge. könnt?—, was würde er zu der Versammlung sagen, in der man Sokdate«, Postbeamte. Eisenbahner, selbst Schutzleute mit roten Abzeichen an der Uniform erblickt?! Um 1 Uhr eröfnfet Genosse Lühe man«, dessen umsichtige und geschickte Leitung viel zu dem ichönen Gelingen der Gesamt» ueianstaltung beigetragen bat, die Versammlung und erteilt dem Genossen Ebert das Wort, der mit stürmischem, demonstrativem Beifall empfangen wird. Genosse Ebut führte aus: Di« imposante Kundgebung liefert u«S de« Deweis, daß daö schaffende Berlin, daß die Arbeiterschaft in ihrer über- großen Mehrheit der sturmerprobten Fahne der alte« sozial- »emokratischen Partei Folge geleistet hat. Wir haben deute morgen dreizehn überfüllte Volksversammlunge» abgohalten. Die Versammlungen konnten den Zustrom nicht fasse«. Vielfach maßen Poralleldersammlungen abgehalten werden und dennoch mußten Taufende umkehren, weil sie keinen Platz fanden. Jj* allen Versammlungen haben wir mit aller Klarheit und EntschloßenHeit zum Ausdruck gebracht, was wir wollen. Wir»»Le« Friede», Freiheit n»d Brot! Gelingt es unS nicht, den in den nächsten Tagen ablaufenden Waffenstillstand z» verlängern, gelingt eS unS nicht, zu Stiche und Ordnung zu kommen, dann sind die Erfolge der Revo- lution verloren. Deshalb ist eg unsere erste Ausgabe, die Forderungen der Demokratie restlos zur Geldung zu bringen. Die MeinungS- und Gewissensfreiheit sind die Grundpfeiler der neuen Ordnung Mit ihnen stehen und fallen die Erfolge der Revolution. Gewalt»edeutet immer Reaktion! Wir haben die alten Thron ne« verjagt, die mit dem Fluch deS Unglücks belastet sind. das über-ms gekommen ist. Tie alten Tyrannen werden vom Tod« nicht wieder auferstehen. Jeden versuch, das alt« System wieder einzuführen, werden wir niederkämpfen. Wir werden aber auch jede neu« G- w a l t h- rr scha f t bekampfen dle vcr. hindern will, daß da? Volk sein Geichick selbst bestimmt. Täglich verteilen die Anhänger der Gewaiipoluik Wafpen. täglich lagen ge tat Ruf erschalle«, die Regierung mit Gewalt zu bekämpfen. SB« werden dieses mit äußerster Entschlossenheit bekämpfen. Wir wollen keine Regierung der Gewalt, unsere Legitimation soll einzig und allein der Wille des Volkes sein. Solange dos Volk nicht in freier Wahl seinen Willen bekundxt hat. ist die neue Regierung nur ein Provisorium. Deshalb müssen wir schleunigst zur konstituierenden Nationalversammlung kommen. Ter Sieg der Revolution kann nur gesichert werden durch die auf Grund demokratischer Wahlen von Männern und Frauen berufenen Konstituante. Ich habe zu dem politischen Urteil des Volkes volles Vertrauen. Ich zweifle keinen Augenblick daran, daß der Wahltag zur Nationalversamm- lang aller Welt glatt zeigt, daß die fünfzigjährige ErziehungS- arbeit der deutschen Sozialdemokratie ihre Gedankenwelt zum Ge- meingert der ganzen Nation gemacht hat. Die Freiheit muß gesichert werden! ES ist doch wahrlich genug des Mordens, genug des vergossenen Blutes. Soll nun, nachdem die deutsche Arbeiterschaft die Macht errungen hat, noch weiterhin Blut fließen? Nein! und abermals Nein? Die Sicherheit im Innern ist die Bedingung dafür, daß es uns gelingt, Arbeit und Brot zu schaffen. Den Frieden nach innen und außen festzulegen, der Arbeitswille, Verantwortlich- keitsbewußtsein und Solidarität sind die Grundlage, auf der allein wir leben können. Ohne die? ist der Sieg der Revolution ber- loren. Deshalb fordere ich Sie auf. Arbeiter, Soldaten. Genossen, schar-n Sie sich fester um uns. unterstützen Sie unS in unserem schweren und opfervollen Kampf um die Aufrechterhaltung deS Wirtschaftslebens und um uns nach schmerz- und entbehrungsreichen Jahren den Frieden zu bringen. Jeder Ver- such, diese Erfolge zu erichütiern und in Gefahr zu bringen, wird unseren entschlossensten Widerstand berausfordern Deshalb lassen wir den Ruf erschallen: ES lebe die Freiheit, die Demokratie, die Nationalversammlung und die alte deutsche Sozialdemokratie! Die Menge stimmte begeistert in die Sochrufe ein. wie sie schon vorher ihre' Zustimmung zu den Ausführungen Eberts lebhaft zum Ausdruck gebracht hatte. Genossin Juchacz: Wir eröffnen heute den WaMampf zur Naironaldersammlung. Niemand außer der Sozialdemokratie bat ernsthaft daran gedacht, den Frauen ein Milbestimmungsrecht im Staate zu geben. Aber Recht verpflichtet. Jeder Mann und jede Frau muß sich darüber klar sein, daß er, daß sie persönlich die Verantwortung für den Ausfall der Wahl und damit für das künftige Schicksal Deutschlands trägt. Aber unsere Aufgabe ist nickit unerfüllbar, wenn jeder Hand ans Werk legt. sLebhafter Beifalls Als dritter Redner beleuchtete Genosse Krüger die Hetze der Spariakusleuie gegen die Regierung. Wir verlangen, daß die Regierung allen Treibereien zum Trotze auf ihrem Posten bleibt und die Geschäfte wahrnimmt, mit denen wir sie beauftragt haben. Wir verlangen ferner, daß die bewaffneten Banden der SpartakuSleute entwaffnet werden, oder aber wir verlangen selber Waffen, damit wir ihnen gegenüber nicht wehrlos sind.(Lebhafte Zustimmung.) Zum Scbluß forderte Genosstz Krüger unter stürmischem Beifall zur Stärkung der Organisation und der Presse auf. Mit einem donnernden dreifachen Hoch auf die sozialistische Republik schloß Genosse Lüdemann die in mustergültiger Ordnung verlaufene Persammlung. Die Massen entfernten sich in größter Ruhe. Während sie sich zerstreuten, traf noch ein verspäteter De- monstrationszug von 2000 bis 3000 Personen aus Charlottenburg ein. Auch er nahm noch einmal an der Freitreppe der National- galerie Aufstellung. Genosse Kuttner hielt eine kurz« zündende Ansprache. Mit einem Hoch auf die internationale Sozialdemo- kratie schloß auch diese Kundgebung. Versammlung üer Unabhängigen unter freiem Himmel. Im FrirdrichShai« hatten die Unabhängigen zwei Redner tri- Hünen aufgestellt. Da indes kein allzugroßer Andrang herrscht«, wurde nur eine Borsammlung abgehcrlten. Kurt Rosenseld bemerkte hinsichtlich des ZusamWen- arbeite ns mit den Mehrbeitssoziab.ston: Wohl ist uns nicht dabei. Aber«S geht leider nicht anders, denn sonst wäre eine Regierung aus Vertretern der MehrhettSsozialisten und bürgerlichen Parteien ge- bildet worden. Traurig sei, daß die Berliner Mehrheitssozial. demokratie einen noch früheren Wahltermin für die National- Versammlung fordere. Es gelte jetzt, mit aller Kraft die Wahlvor- bereitungen durchzuführen. Adolf Hoffmann sprach in ähnlichem Sinne. Auch am g. November babe die Berliner Arbeiterschaft nicht ganze Arbeit getan und insbesondere sich des geraubten„Vorwärts" nicht wieder bemächtigt. Da dies versäumt worden sei, habe er, Hofsmann. wenigstens die„Vvllszeii-ung" besetzt. Die Konstituante werix einen reaktionären Charakter tragen und die Errungenschaften der Ne- volution beseitigen. Dann wird nichts anderes üb�ig bleiben, als die Kinstituante nach russischem Muster auseinanderzujagen. In der Diskussion wurde weidlich auf die.Schmdemanner" geschimpft. Eine besonders bedauerliche Geistesverwirrung bewies ein Spartakist, indem der die Ebert. Scheidemann usw. als Bestien bezeichnete und dazu aufforderte, die Mehrheits sozial» st en totzuschlagen. Auch forderte er zum allgemeinen Ausstand auf.— Ter letzteren Aufforderung trat Adolf Hofs mann im Schlußwort entgegen, indem er darauf knntmeS, dah darrn schließlich d» e E- tente Deutschland besetzen und die Revolution unter- drücken werde. Am BiSmarckbenkmal vor dem Reichstag sprach Ströbel. Ihm trat der Spartakist Rück entgegen: er forderte u. a. sofortige Verstaatlichung der Banken, was aber nur möglich fe«. wenn Ebert und Scheidemann davongejagt würden. Die Verstrmmlung machte unwillige Zwischenrufe, und Ströbel setzie sich dann mit dem svartakistischen Unsinn auseinander, wobei er u. a. auch sagt«: Auch wir würden lieber auf Ebert und Scheidemann verzichten, aber de- denkt, Genossen, daß hinter Ebert und sche, demann die ungeheure Mehrheit des P ro l e t a r« a t s steh t. Da» ist eine Tat fache, mit der wir rechnen muffen Die Spartakisten waren sehr unzufrieden, und eS Hagelten auf den„Regie rungSfczialisten" Ströbel grob- Schimpfwortc. Verhaftung rheinischer Großinüuftrieller wegen Landesverrats. Kölu a. Rh., 8. Dezember. Ter„Kölner General-An- zeig»" meldet aus Mülheim a. Ruhr: Unter der Anschuldigung des Landesverrats, angeblich begangen durch den Versuch, die Entente zu einer Besetzung deö Industriegebiets zu bestimmen, wurden in der vergangenen Rächt nach stundenlangem Verhör vom Arbeiter- und Soldatrnrat Mülheim die Grohindustriellen August Thyssen, Fritz Thyssen jun. und Edmund S t i n n e s, sowie die Direktoren Herrle» Becker, Wirst, Kommerzienrat Küchen und Bcrgasiessor Stenz ver- haftet. Die Festgenommenen wurden nach Münster gebracht und werden von dort wahrscheinlich nach Berlin geschafft, wo sie sich verantworten sollen. Wie uns zu dieser Verhaftung, die daZ größte Aufsehen erregen wird, aus Essen gemeldet wird, hat Thyssen nach Meldung der„Freiheit", des Organs des Mülheimer Arbeiter- und Soldatenrates in einer in Dortmund abgehaltenen Sitzung der Notwendigkeit- der Besetzung des rheinisch- West- fälischen Industriegebietes durch die Entente das Wort geredet, und zwar zur Beseitigung der roten Gefahr und des Achtstundentages und ferner, weil der deutsche Kapitalismus vor und während des Krieges mit dem Kapitalismus der Entente eng verbrüdert gewesen sei und diese Verbindung erholten werden müsse. Wie das Blatt weiter meldet, wurde beschlossen, die Geheim- akten des Bundes der Industriellen und der Einzelwerke nach Hannover in Sicherheit zu bringen. Gegen diese Anschläge habe durch die jetzt vollzogenen Verhaftungen eingeschritten werden müssen. Vorläufig wird indessen von den Verhafteten nahestehender Seite bestritten, daß die Anschuldigung begründet sei. Wie aus Mühlheim gemeldet wird, hat die Firma Thyssen u. Co.. A.-G., an den Rat der Volksbeaustragten, zu Händen des Reichskanzlers Ebert ein Telegramm gerichtet, m dem die Verhaftung der beiden Thyssen und der Direktoren Roser. Herrle und Decker mitgeteilt und dann gesagt wird, eS sei festzustellen,„daß keiner der Genannten der a n g eb- lichen Dortmunder Sitzung beigewohnt hat. Sie haben sich vielmehr, wie jederzeit nachzuweisen ist, am Tonners- tag an verschiedenen anderen Orten aufgehalten. Wir müssen deshalb gegen die widerrechtliche Freiheitsberau- b u n g der vorgenannten Herren entschieden E i n s p r u�h er- heben und bitten dringend, deren unverzügliche Frei- lassung zu veranlassen, da durch ihre Abwesenheit, zu- mal in den heutigen schwierigen Zeiten, eine schwere Schädigung unserer Werke und ihrer Arbeiterschaft unausbleiblich ist'st Die Firma Thyssen gibt alsdann noch näher an. wo die betreffenden Herren an dem Tage der Dortmunder Versammlung sich auf- gehalten haben, was„selbstverständlich zu jeder Stunde durch einwandfreie Zeugen bewiesen werden" könne. Wie zu ersehen ist, spricht die Firma Thyssen nur für einen Teil der verhafteten Personen. Die Beschuldigung, die gegen die Großindustriellen erhoben worden ist, ist so schwer, daß eine gründliche und aufs äußerste zu beschleunigende Untersuchung notwendig ist. Wie aus der Kölner Nachricht hervorgeht, geschah die Verhaftung durch den Mülheimer A.-S.-Rat nicht unüberlegt, sondern„nach stunden« langem Verhör"._ die Ausschreitungen in München. Plünderungen in Frankfurt a. M.— Schiesierei in Dresden.— Ein Kruppdircktor in Essen als Geisel verhaftet. München, 8. Dezember. Gestern abend fand die erste Tagung des München«??lrbeiterrais stait. in der auch die Minister EiSner und Auer das Wort ergriffsn. Bai der Frage der Wrbl der Vcr- treier zum Delegiertentage des Landesarbeiterrais kam es zu großen Tumulten, welche schließlich in Tätlichkeiten gegen die Gewerk schafisfübrer ausarteten. mußten unter fortwährendem größten Lärm schließlich den Saal verlassen. Zu gleicher Zeit wurden in einer Versammlung der M ü n ch e- ner Kaserne nräte die Vorfälle der Freiiagnacht besprochen und eine Entschließung angenommen, welche die Ausschreitungen auf daS schärfste mistbilligt und auch die Anqrtsse aus die Freiheit der Press« verurteilt. Im weiteren Verlauf der Sitzung spräche« die Kasernenräte dem Münchencr Soldatenrat ihr Mißtrauen au» wegen der Art und Weise, wie die Delegierten zum provisorische« bayerischen Nationalrat gewählt wnrden. Der Soldatenrat ist daraufhin zurückgetreten. Die Regierung gibt bekannt, daß die zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Sicherheit bestimmten Truppen angewiesen wurden, er« forderlichenfallS. von der Waffe Gebrauch j« mache«.. Frankfurt a. M., 8. Dezember. Soldaten drangen heute mittag in ein Militärlager der Fellhandlung Goldschmidt u. Co., erbrachen die Magazin« und warfen Tausende von Man- teln, Stiefeln und anderen Bekleidungsstücken aus den Fenster», wo dies« von einer großen Menschenmenge aufgefangen und fortgs- schlevpt wurden. Die Plünderung dauerte etwa eine Stunde. Dia Wachposten verhielten sich gegen die Menge zurückhaltend. DaS franztzfifche Borkommand» für Frankfurt«.&• in Stärke von 12 Offiziere» und 25 Mann trifft heute i« Mainz ei«. Tie militärische» Verhandlungen leitet der General«»j»r v. Stübnitz vom Geueraltommando. Dresden, 8. Dezember. Gestern abend gegen 11 Uhr handelt« in dem Automatenrestaurant„Poüplatz" ein Soldat mit Zstrt- retten, weshalb ibm das Lokal verboten wurde. Es entstände« Reibereien, wobei das Lokal geplündert und zerstört wurde. Ein großes Aufgebot Polizei und Soldaten konnte die Ordnung wieder verstellen, wobei eS zu einem Kugelwechsel kam. E i n S o l- bat wurde tödlich verletzt. Zwei Soldaten wurden no Haft genommen. Essen, 8. Dezember. Am 4, Dezember ist hier ein Kruppdrrekioc vom Arbeiter- und Soldatenrat als Geisel vorübergehend in Haft genommen worden. Dadurch sollten die zum Divi- sionär entsandten Delegierten des Arbeiter- und Soldatenrats 0®' sichert werden. Die Kruppdirekrion protestiert i« einem Telegramm an die Reichskanzlei gegen diese Einschränkung der persönliche« Freiheit.__ Kabinett und Vollzugsrat. Gegen gewaltsame Slenderung der provisorssche« Verfassung. Tie Beratungen zwischen dem Kabinett und dem Vollzugs- rat begannen am Eonnabendnachmittag gegen 6 Uhr und zöge« sich bis in die ersten Morgenstunden des Sonntag hin. ES wurde der ganz« Komplex der zwischen der Regierung und dem Vollzugs« rat schwebenden Fragen besprochen und als Schlußergebnis einmütiges Zusammenwirken im Dienste der Revolution und lieber« einstinunung über das ausschließliche Exekutibrechi der Regierung und die entschiedene Absage an jede gewaltsame Veränderung der provisorischen Verfassung er« zielt. Ter Beschluß wird offiziell mitgeteilt werden. Spartakus vor üer Kommandantur. � Vor der Kommandantur tumultuierte am Abend ein Zug Spartakisten. Die Soldaten hatten Befehl, nicht zu schießen. Infolgedessen gelang es einer Deputation von 10 Mann, ein- «»dringen, die in Liebknechts Auftrag mit WelS sprechen wollten, der jedoch nicht zugegen war. Tie Menge ver- zog sich, versprach aber, abends wiederzukommen. In später Nachtstund« ist die Kommandantur abgesperrt, die Man»" schasten stehen Gewehr bei Fuß und die Menge beginnt sich zu verlausen. Es ist unwahr, daß irgendein Truppenteil übergegait- gen ist. Bei den Soldaten herrscht gegen Spartakus größte Kr- bitteruug. Die Heldr« an der Prinz-Albrecht-Ltraste. TegationSra! Werner v. Rh ei nbaben legt beareifliche» Wert auf die Feststellung, daß er mit dem flüchtigen Beamten deS Aiktzwärtigen Amt? nifflt ideniisch ist. Dieser war wie der gleichfalls flüchtige Graf M-" toschka in untergeordneter Stellung tätig. Hauptmacher scheint eül gewisser Wilhelm Märiens zu sein, der von GeisteSschwachh� zeugendx alldeutsche Hetzflugblätter versandte. ' Solöatenräte von Groß- Serlin. sechste Vollversammlung. Sonntag, den 8. Dezember. Das Haus ist nur schwach besetzt. _ Die Versammlung hat zunächst einen neuen Borsitzendx« zu vorliegenden AngelegcnheUen kurz zu erledige«, dann aber zu den Truppenteilen zu gehen und dort auf die Gefahr vorzubereiten. Während die Erregung im Hause immer noch fortdauert, er- gänzt SchilcwMi die Mitteilungen HeineS noch dahin, daß gestern Wählen. Ete schlägt vor, Ege von den sflisaertrupven in TldlerS- 1•«... Hof zu wählen, einen alten E�werkschaftlen' l bereits ein Kamerad au? der Versammlung mittels Militärtele- ----........--! graph an den Vollzusrat berichtet habe, daß oere'ts die Gardefchützen � im KriegZministerium untergebracht seien. Durch Abstimmung wird entschieden, zunächst abzuwarten, bis sine Auskunst von der ReichSreg-ierung kommt und inzwischen die Ege erklärt, datz eS ihn e i g e n t l i ch anekele, solche Versamm- lunzen mit stundenlangen Geschäftsordnungsdebatten mitzumachen. �-ber in der Stunde der Not sei er bereit, das angebotene Amt anzunehmen. fie Abstimmung ergibt die einstimmige Wahl von Ege. ge übernimmt den Vorsitz und ersucht zunächst das Mitglied ies Vollzugsrats Cohen-Reutz, eine Verhandlungen fortzusetzen. Gegenüber einem Hinweis auf eine Notiz im.Vorwärts". wonach Kretzschmer mit den Vorgängen am Freitag in Verbindung stehen soll, erklärt: Kretzschmer: Als am Mittwochnachmiitag infolge des Beschlusses der Delegiertenversammlung die Vertreter der„Frontsoldaten" durch Kamerad Trippe entfernt wurden, erklärt« MalinowSki:„Wenn Darstellung der Borgänge vom Freitag Zu geben. Colwn-Reuß: Als wir im Vollzugsrat verhaftet werden soll------------- rr.......—----"ri""'jti*"«irV. ♦*•** te«, haben w-r die Sa-b« nicht sehr trag sch genommen; ein groster Ihr unS vergewalt.gt und aus d-m Haui- � e �°a� Teil von uns ist direkt zu den Soldaten hinausgegangen und hat p°s"«ren. waS Euch sehr unl.e�am.sü 100M Mann kameradschaftlich mit ihnen gesprochen. Die Gruppen, mit denen �'"ker unS��»�.c.__ o»—.Ht 'ch sprach, versicherten mir, sie würden uns nicht verhakten, bevor Ne sich nicht am Telephon durch Rücksprache mit der Reichsregie- Uing davon überzeugt hätten, datz dies« den Austrag gegeben hält«. -«ZU ist eS ja nicht gekommen, da die, Dinge nachher aufgeklärt wurde», Sehr viel tragischer sind leider di« Vorgänge in der Eliausscestraße Gewesen. Ich glaube, es ist niemand im Saal, der nicht aufs k'esste bedauert, datz hier Bkut geflossen ist. Wie weit sich die Fest- stellungen machen ließen, ist das Blutvergießen durch eine ganze "erte von tragischen Mißverständnissen und Verhängnissen hervor- Gkrufen, die immer in solchen Fällen walten. Gewollt haben es '»nierrevolutionäre Elemente, die nicht im Vorder. «runde stehen, sondern die.Dinge h i n t e n d i r i gü e r t« n. Einen � vaantimv» w«*>•*: owmiuv�" Ziü der Leute, hje mehr im Vordergrunds stehen, kennen wir ganz geschlossen hinter Ebert und Haas«, l Beifall.) Wir wollen genau. Wir haben einwandfreies, belastendes Matemal gegen sie, i Inl____— s«. und gefragt, öb mir schon bekannt sei, datz am Nachmittag Protest- Versammlungen der Deserteure und Urlauther stattfinden; eS fei im Anschluß eine bewaffnete Demonstration gegen de« LollzugSrat beabsichtigt. Daraufhin habe ich pflichtgemäß die Komman- d a n t u r angerufen, und da ich dort keinen Anschluß bekam. daS Generalkommando, Ich habe dem Kameraden Krebs gesagt, schickt ein paar Leute in die Versammlungen und laßt euch darüber Be- richt erstatten, und trefft Vorkehrungen, damit nicht irgendwelche Handstreiche vorgenommen werden. Trippe bestätigt diese Ausführungen. Bei der Abstimmeeng Wirt» sodann Kretzschwer mst großer Mehrheit zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Es ergreift darauf der Vorsitzende der 4. Armee, zu dem auch das GartekorpZ gehört, Levinson, das Worh. Di« Fronttr Uppen .»i r, i i-c i v=•, uciuf�ciiuc»-uauict- ui 10.uaft tüir ftc zur Verantwortung ziehen können. ES wir-d alles «»'wehen, um die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen. Graf �raiuschka und von Rheinbaben vom Auswärtigen Amt sind or,n verwickelt; die Fäden gehen aber noch weiter. Es ist ' a M ch, die Vorgänge Ebert und Scheibemann a n- »Monge n.(Sehr richtig!) Es ist bedauerlich, datz die Spar- wtusleute daS tun. Ich bin auch dagegen, den Spartakusbund einen Popanz hinzustellen, weil man ibm dabei eine Bedeutung »um-ßt, tt„jzz: hzf. Ich glaube nicht, daß er an Putsche denkt. s/tu'e ocs Zweifels.) Eine Kommission, aus Spiro, Eppmeycr und »'nein Arbeiter bestehend, war vor einige» Tagen bei Ebert und JJt ihn gebeten, mit einer Demonstration der Soldaten für die Legierung sich einverstanden zu erklären. Taraufhin hat Ebert korrekt erklärt, datz ikim diese Demomnstration überflüssig »'weine, und bat verlangt, datz, wenn sväter einmal eine Demon- » ,iLon ktattfindcn solle, sie gemeinschaftlich mit den Arbeitern ge- wacht werden möge. Man braucht keine Differenzen �»'schen VollzuaSrat und Regierung zu wittern. >»nn man die paritätisch zusammengesetzte Regierung sprengt, M»ngt man damit auch Deutschland. Jeder mutz jetzt durch "sMl« und Besonnenheit dazu beitragen, datz kein Un- Kk�chieht. Nur dadurch bringen wir unserem gequälten Vater- «nd? Rube und Ordnung. tStürmischer Beisall.l ...lus Vorschlag des Vorsitzenden Ege ehrt die Versammlung die r ,�r»om Freitag durch Erbeben von den Sitzen. Außer- »der Tagesordnung erhält daraus Heine iGeneralkommando LequiS), Potsdam, daS Wort zu »/genden Mitteilungen, die große Erregung unter den Soldaten» «'»n auslösten: Im den letzten-Tagen haben sich '»br ernste Ereignisse im Raum zwischen Potsdam und Berlin �- gespielt. alle mitarbeiten an der Errichtung der deutschen Republik.(Leb- hafter Beifall.) Darauf teift S i e m s e n mit, daß der Vollzugs rat ein Auf- klärungbureau eingerichtet hat, das den Soldatenräten auf Wunsch politische Redner zur Verfgung stellt. Es folgt sodann der Bericht des WahlbureauS. In eingehender Weife erstattet Gerber den Bericht. Er führte aus: Es kam uns bei dem Wahlreglement vor allem darauf an, auf dem Vorhandenen wuszubauen. Wir konnten in der kurzen Zeit nicht eine Wahlort nung schaffen, die allen Wünschen gerecht Wirt. ES kommt hauptfächlich auf Schnelligkeit an, da die Telegiertenversammlung der Arbeiter- und Soldatenräte ganz Deutschlands bereits zum IL. Dezember einberufen ist. Der aus der Reichskanzlei zurückgekehrte Cohcn-Reuß erhält außerhalb der Tagesordnung das Wort zu folgender Mitteilung betreffend die. Angelegenheit Leonis: Ich bin mit dem Kameraden Heine in der Regierung gewesen und Heine hat Ebert die Mitteilung vorgetragen, die er erhalten hat. Ebert wird sofort nach Schluß einer Versammlung, in der er noch zu sprechen hat, mit dem Kriegsministerium in Verbindung treten und die Angelegenheit LequiS untersuchen lassen und wenn Gefahr droht, unverzüglich die nötigen Maßnahmen treffen. Auch Moltcnbuhr ist mit Bergmann zur Kommandantur gefahren und hat WelS die nötigen Mitteilungen gemacht. Gerhard machte Mitteilungen über sine telephonische llirtev Haltung mit Vertvetern der Soldatenröte vom 4. Garderegiment zu Fuß, das gestern abend in Jüterbog eingezogen ist, und vom 2. Gartcreglm-ni zu Fuß, daS in Luckenwolde in Bürgerquartier gekommen ist. Der Soldadenrat sowie die Kommandeure�der beiden Es ist IN Berlin ein Generalkommando LequiS singe-| Regimenter erklären, daß sie voll und ganz mit der Einrichtung Achtet worden, das außerhalb des Rahmens der anderen General- � per Soldatenräte einverstanden sind und mit der Regierung Sperrt» k°mmandos steht und die Soldatenräte nicht anerkenkt.'"' �" _vÖCt! of.f> fFrtrrrnrflfiirTrt ttf trw Post Diese Einrichtung ist im geKeimen entstanden, dem -lzugsrat ist darüber nichts bekannt. Das Generalkommando �»«uts hat die Gardekavalleriedivisiou. die Garteschützendivision �"d die erste Eardedivisian in den Orten zwischen Potsdam und Nikolassee untergebracht und hat den Bahnhöfen den Befehl ge. �ben. den Soldatenräten keine Auskunft über die Truppen zu er. »'len. Im»Hufe der letzten drei Nächte sind erhebliche Truppen. ?»ss°n angekommen, die fest in der Hand ihrer Führer sind»nid !'ch weigern Soldatenräte zu wählen. Die Gart«. Haas« voll und ganz zusommengehon werden.(Bravo!) Hiernach Wirt in der Tagesordnung fortgefahren. Die Siebenerkommission hat die Anfechtung der Mandate von drei Mitgliedern de? Bollzugsrats geprüft. DaS Mandat Trippe» wird angefochten, weil die Wahl nicht ordnungsmäßig zustandege. kommen fein soll. Di« Kommission hält die Anfechtung für be. gründet. Die Versammlung beschließt gegen 2 Stimmen die G ü l. tigkeit deS Mandats TvippeS.— Das angefochtene Maichat de» VollzugsratSmitglicdes Bergmann beantragt die Kommission für ungültig zu erklären, weil Bergmann zur Mitarbeit im Voll» zugsrat unfähig ist.— Der Antrag wird gegen 3 Stimmen ange» _____ J|- 0 l„ a t C.. m t c»U � u'M"�r'dritte Fall"dermis" Mitglied"«? t n h ag en bs. Schützendivision Hatzum Beispiel das ,H wissen nicht, warum eS sich handelt,.l f«e�band ° m m° n d o S sind schon unterwegs. Bisher haben d'« VerHand �-gen noch nicht zu e.nem Ziel geführt. Soeben a Voisbom mitgeteilt, daß daS LffizierkorpS mit den �datenraten wchts zu tun baben will. Reichsreg.e.rung und LollzugSrat muss unbedingt das Generalkommando überwachen.(Stur� �'sche Rufe: verhaften lasse», an die Wand ss»llcn,) Ich � her«""ka�n Nachrr-Yt WWW Schritten er- �. t. wn �*"0"O u 'Nächtigen. �Lebhafter Beifall.) Trivp«. Dte Mitglieder des VollzugSratS Albrecht. Tripp. ' f- cm-jy»- v< ktzssen gii SS0*™"'"rn Ihnen von diesen ernsten Vorfällen Nachricht kam ti Sie den Vollzugs rat zu weiteren �AriHen er. �rigen.(Lehhaftei � Di- Mitglieder W>W zsi»� Molkenbuhr. Gelberg und G o t t f ch l in g ver- trefft»n�ruf den Saal, um die erforderlichen Maßnahmen zu In'- �er Versammlung bemächtigt sich lebhafte Unruhe. x 2-,. ersitzender Ege: Die Stunde der Gefahr istdal Wir ihrx"J" handeln I Ich schlage vor, daß die Soldatenräte sofort zu f" �ruppan gehen und die Leute aufklären, damit diese» General- wnndo ausgeräuchert wird. �»ttfchling schlägt vor, zunächst ruhig hierzubleiben und die nabme verlangt zu der vom VollzugSrat an die Delegierte» der russischen Sowjetrcgierung ergangenen Einladung zur ReichSver- fammlung der Arbeiter- und Soldatenräte. Die dorige Versammlung hatte einen Antrag angenommen, der daS Kriegsministerium ersucht, die Soldatenräte, die jetzt in den dem KriezSministerium unterstehenden militärischen Betrieben be. stehen, zu bestätigen, ohne Rücksicht auf die Umstellung dieser Be. triebe für FriedcnSarbeit.— Unterstaatsfekretär G ö h r e, dem der Antrag unterbreitet wurde, hat sich gegen denselben erklärt. Er ist dafür, daß die bis zum 10. Dezember bestehenden Soldaten. räte bestätigt werden. Dann soll zu Anfang jeder Dekade die Stärke der Formationen festgestellt und danach di« Zahl der Sol- datenräte bestimmt werden. Die Räte der nicht mehr 500 Mann starken Formationen sollen aufgelöst und in den nicht mehr mili. tärischen Betrieben die Arbeiterräte die Vertretung der Beschäf» tigten sein. Dieser Standpunkt Wirt in der Diskussion lehhaft angegriffen. DaS Fortbestehen der Soldatenräte in den bisher militärischen Be- trieben sei sehr nützlich für die Erledigung der Demobilisieruna. Man wolle die Soldatenräte, wie ein Redner erfahren haben will, langsam absägen, um die Offiziere wieder m ihre alte Funktion einzusetzen. Dagegen müßten sich die Soldatenräte wehren.— Ein Beschluß in dieser Angelegenheit wird nicht gefaßt.— Um 414 Uhr Wirt die Versammlung geschlossen._ GroßGerün bZialüemokratlsche Kreiskonferenz für Nieöerbarnim. , � Sonnabend hielten die Genossen de? Kreise? Niederbarnim Rreiskonserenz ab. Der Vorsitzende Genosse Müller emp- ll�-mens des Vorstandes, bis zur Wahl zwei Genossen anzu- . Baumeister gab einen Bericht über die Tätigkeit Genossen, welche die Behörden beaufsichtigen. Im sebi � aIIe wichtigen Posten bi» zum Landrat von UNS '»bhäv�d swar zu gleichen Teilen von unseren Parteigenossen und Zusammenarbeiten beider Parteien e'ä-währt, daß e8 den Gedanken einer Wiedervereinigung beiden sozialdemokratischen Parteien nahelegt. Auch daS R e. .. �""gspräsidium und das Oberpräsidium stehen 'i, uu serer Kontrolle, An der Tätigkeit, die manche junge skileder der Unabhängigen in ihren Amtsstellen ausüben, ist diel auszusetzen, aber im allgemeinen bat die gesamte Kon. itrl- diel Nutzen im Interesse des Volkes geschaffen. Gegen bnande müsse nachdrücklichst Protest erhoben werten. Eine Ivlution in diesem Sinne wurde angenommen, Hinsichtlich de» Gedankens der Bereinigung mit den Unabhä». gigen wurde in der Diskussion betont, daß an eine Vereinigung nicht zu denken sei, solange sich die Unabhängigen nicht von den Spartakusideen klipp und klar scheiden. Zu den Nationalversammlungswahlen unter- breitete Genosse Hermann Müller der Konferenz folgende Forderung, welche die Vertreter von Nrrterbarnim auf einer fternfe» renz des Wahlkreises Regierungsbezirk Potsdam vertreten sollen: Es sollen vier Genossen aus dem Kreise Niederbarnim auf die Kandidatenliste gesetzt werden, davon zwei Männer und etne Frau an sicherer Stelle, Diese Forderung begründete Genosse Müller mit der Stimmenzahl, die der Kreis Niederbarnim im Verhältnis zu den anderen Wahlkreisen deS Regierungsbezirks PoiSdam(der 10 Abgeordnet« zur Nationalversammlung zu wählen hat) bei den ReichStagSwahlen aufgebracht hat. �Tie Aufstellung der Kandi» baten soll der Generalversammlung überlassen bleiben. Der Vor- stand schlägt als Kandidaten die Genossen Wissel. Hermann Müller und die Genossin I u ch a c z vor. Auch die vierte Kandidatur soll einer Frau übertragen werden.— Die Konferenz stimmte diesem Vorschlage zu. Schließlich wurde eine Resolution angenommen, deren Schluß» satz besagt: „Die KreiSkonscrenz erwartet von. der Reichskonkereuz der Arbeiter- und Soldatenräte, daß die für den 16. Februar vor« gesehenen Wahlen schon auf e»nen früheren Termin fest» gesetzt werden." Einzug fev Truppen in Berlin. Vom 10. Dezember ab werten verschiedene auS dem Felde zurückkehrende Divisionen in Berlin einmarschieren. An diesem Tage rückt die Garde-Kavallerie-Schützen-Division in die Hauptstad: ein. Die Division besteht aus Garde-Kavallerie-Regi- | menlern und auch aus Kavallerieregimentern, der verschiedeneit � preußischen Provinzen, Außerdem nimmt ein aus allen deutschen Stämmen besonders zusammengestelltes Bataillon em dem Einzug teil. Die Truppen marschieren von dem Heidelberger Platz durch die Mecklenburger- Straße, Berliner Straße, Kaiser-Allee, Joachims- thaler Straße. Kurfürstendamm, Hofjägerstratze, Gr. Stern, Char- loftenburger Chaussee, Brandenburger Tor, Unter den Linden, Der Empfang durch die Reichs- und Stadtbehörden findet um 1 Uhr auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor statt. Die Reservelazarette des Gardkorps mit angegliederten Vereins- ' lazaretten wählen morgen, Dienstag, auf je 100 Mann einen Ver- trauensmann. Die gewählten Vertrauensleute der Reserve- und angegliederten Vereinslazarette wählen aus ihrer Mitte bis 1000 Mann einen, über löOO Mann 2 Delegierte(Offiziere sind nicht wählbar). Die so gewählten Delegierten treten am Mittwoch, den 11. Dezember 1918, nachmittags 4 Uhr, im Ana- i tomiesaal des Reservelazaretts„Hochschule für bildend« Künste", Charlottenburg, Hardcnbergstr. 33, zusammen zwecks Wahl eineS Soldatenrats für das Sanitätsamt des Garde» k o r p S. Zur Verhaftung deS BollzugSratS. Auf Wunsch zahlreicher Angehörigen deS 1. Garde-Pionier-Erfatz-Batail- lonS, Köpenickerstraße, wird erklärt, daß die Angehörigen diese? Bataillons an der versuchten Verhaftung des Vollzugsra.s nicht beteiligt waren. IS Todesopfer und 31 Schwerverletzte hat nach den bisherigen Feststellungen beS Leichenfchauhauses der blutige Zusammenstoß in der Chausseestraße gefordert. Ob hiermit die- Zahl der Opfer er- schöpft ist, steht jedoch noch dahin. Zur genauen Ermittelung ist es unbedingt erforderlich, daß alle Stellen, wo Tote oder Verwun- dete untergebracht sind, dies noch nachträglich dem Schauhausc melden. Außer den bereits von uns gemeldeten 11 Toten sind noch vier Verwundete ihren Verletzungen erlegen. Es sind dies der Sanitätssoldat Paul Kliesche aus der Kösliner Straße 5, bei Soldat Artur Gierke auS'der Dcmminer Straße 36, ein noch unbekannter Soldat und ein Arbeiter Strauß. Bon den ermittelten 31 Verwundeten befinden sich 1b in der Klinik in der Ziegelstrcrße, 11 in der Charite, 3 lm Garnisonlazarett, 1 im Augustahospital und 1 im Virchowkrankenhause. Die Berliner ZiouistischeJSerernigung veranstaltet heute abend pünktlich 8 Uhr im großen Saale der Philharmonie(Bernburger- straße 22/23) eine öffentliche Versammlung, in der Herr Curt Blumenfeld über„Antisemitismus und feine Ueberwindung" sprechen Wirt. Eine BataillonZkasse erschwindelt. Die Kasse de» 2. Bataillon» des Eisenbahn-Regrments 1, die 100 000 M, bareS Geld ent- hielt, ist heute zwei jungen Schwindlern durch ein Betrugsmanöver in die Hände gefallen, daS erkennen läßt, daß die beiden Gauner mit den Verhältnissen genau vertraut gewesen sein müssen. Sie erschinen auf der Wache des Bataillons, die während der Abwesew- heit des Zahlmeisters dt« Kasse aufbewahrte und�gaben an, vom Zahlmeister den Auftrag erhalten zu haben, die Kasse für ihn abzu- holen. Da sie auch die Eifenbahnerüniform trugen, glaubte der Wachhabende. eS mit Soldaten zu tun gehabt zu haben, die im dienstlichen Auftrage handelten, und händigte ihnen ohne Bedenken die gefüllte Kasse aus. Als später wieder zwei Soldaten des Ba- taillonS erschienen, die in Wirklichkeit beauftragt waren, die Kasse abzuholen, stellte sich heraus, daß die ersten beiden Schwindler waren, dem dr« Wache inS Garn gegangen ist. Die Gauner werden jetzt von der Polizei gesucht. Es sind zwei junge etwa 18 bis 20 Jahrs alte Bursche"' von denen der eine etwa 1,72, der anders nur 1,60 Meter groß ist. Beide haben bartlose Gesichter, dl« lhre Jugend deutlich erkennen lassen. Da» erschwindelte Geld, auf dessen Wirt e rherSsi schäffung eine Belohnung von» �toz. ausgesetzt ist, be- stand au« ganz neuen Fünfzigmarkscheinen, die noch in der von der Reichsbank gelieferten Packung waren. Frauenversammlung. Am Montag, abends 7% Uhr, findet im „Gewerkschaftshaus", Engelufer IS, eine öffentliche Versammlung, statt mit dem Thema: Da» Frauenwahlrecht— eine Katastrophe für die Sozialdemokratie? Referent: Emil Unger., Charlottenbnrg. An die Hauseigentümer EharlottenburgS richtet der BollzugSauSfchuß deS Arbeiter, und SoldatenratS fol» gende Mitteilung: „Seit einigen Tagen gehen Ebarlottenburger Hauseigentümer oder deren Beauftragte in rücksichtsloser Weise mit Kündigungen und WohnunySräumungen hauptsächlich gegen ärmere Mieter bor. Mit Rücksicht auf die herrschende Wohnungsnot wird den Haus» eigentümern oder deren Beauftragten daS Recht zur Kündi» gung bis auf weiteres entzogen. Jeder WohnungS- Wechsel, der vom.Hauseigentümer veranlaßt wird, muß beim Ar- bester., und Soldatenrat eingehend begründet werden und unter- liegt dessen Zustimmung. Zuwiderhandelnde werden bestraft." � Die Schöneberger Sicherheitswehr verwahrt sich in einer Rich» tigftellung geschlossen gegen die Erklärung eines Spartakisten,„der größte Teil der Schöneberger Sicherheitswehr siehe zu Liebknecht und werde den Spartakisten Waffen liefern". Die Wehr sagt, sie stehe„nach wie vor ohne Ausnahme hinter der Regierung". Theater. Rejlüenztheater:»Irieöensverhanülungen". Der Titel ließ allerhand anzügliche Ironien über das aktuelle Thema erwarten, bei dem der Widerspruch hochtönend schöner Hu- manitätSprogcamme und der Gesinnungen, die sich in einen solchen Auszug kleiden, noch schlage nider wie sonst gewöhnlich in der Politik hervortritt. Doch das Stückchen Bruno Winawers enttäuschte. Der Einfall, daß ein erstklassiger Hochstapler, eine Leuchte in den Kreisen der internationalen Spitzbubenweli. in den Geruch eine» Friedensunterhändlers gerät und bei der Verhandlung den Kol- legen von der diplomaitschen Fakultät noch überS Obr haut, wäro gewiß so übel nicht. Daraus hätte ein wohl einwandfreies Seiten- stück zu Mirboaus respektlos übeomütiger„DiebS"-Grot«Ske werden können, in der ein bei sein« nächtlichen Arbeit gestörter Gentleman- Einbrecher dem Börsianer, der ihn überrascht, über die Gemein- samkeit ihrer beiderseittgen Grundsätze eine höflich-boshafte Vor- lesun« hält. Doch der Verfasser weiß mit der Idee nichts Rechtes anzufangen, nützt sie nur als Aushang für belanglos triviale und auf die Dauer stark ermüdende Posseszenen aus. Der vom Gerücht zum Gesandten ernannte Spitzbube zeigt in der aufzezwungenen Rolle«ine so naive AhnungSlosigkeii, daß. man, von allem anderen abgesehen, nicht versteht, wie ex in seinem eigentlichen Berufe so glänzende Karriere machen konnte. Auch die Persiflage auf die! in Ehrfurcht und Bewunderung vor der vermeintlichen Exzellenz ersterbende Bankiersfamilie Süßkind wie das internationale Reportertum arbeitet mit allzu billigen Mitteln. Der Beifall galt in erster Linie wohl der flotten Aufführung, in der namentlich Herr F a l k e n st e i n als Obergauner und Herr Paulig als Jnterviewcr-Häuptling durch drollig gelenke Mimik wirkten. ät. fius aller Welt. Zusammenstoß zweier Truppentransportzüge. München, 8. Dezember.(TK) Zwei Truppentransporte, di' mit baherifchenTruppen besetzt waren, sind auf dem Bahr Hof von Salzbad an der Mur infolge falscher Weichenstellung i einander gefahren, sechs Wagen des ersten und die Lokomoi de» zweiten Zuges wurden zertrümmert. Mehrere Soldaten f. i tot, eine große Anzahl schwer verletzt. Auch Ms©aailierste Mutier ist der Gefahr ausgesetzt, daß ihr Kind auS der Schule gelegentlich Ungeziefer mitbringt. Sie kann es aber— Ungeziefer nebst Nissen— sofort durch Kopf« und Haarwasser Pfeifferol radikal beseitigen. Dabei schäumt unser Kaarwasser prächtig, reinigt die Kopfhaut von Schinnen, befördert den Kaarwuchs und macht das Saar voll und locker. Flasche 1,50 Mark und 2,50 Mark, überall zu haben. Barasiten-Liniment Pfeifferot, Flasche 1.50 N und%S0 M. Tricrciol-Puder Pieifferoi aegen Flöhe, Dose lLö M. Aro,«creme Pfeifferol l 25 M. Wanzentod t-fetfferol, Flasche 4,50 3JI., 3,— HR. und 1,75 HR. Tollerle-Haarwasser Pfeifferol zur Haarvfleqe, gegen ' 0° 2.50 M. 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SS, kleiner Saal, die Ordentliche AtiSM- Bilüiiö statt, zu der die Mitglieder de« Ausschusses hierdurcy ein- geladen werden. Tagesordnung: 1. Festsetzung des Doranschlages fiir 1919. 2. Aendernng der Satzung. 8. Wahl des Rechnungsprü- fungsausschusse« fiir 1918. 4. Besdilußfassung Uber den Beckritt zum Krankenkassen- verbände Grvß-Berlin. 5. Berschiedene». Rowawes, S. Dezember 1918. Der Vorstand. Kersten, Vorsitzender. SUZiMZl Dr. med. Laads beh. schnell, griinblich, möglichst schmerzlos u. ohne Derufsstör. tZcrchiechtskrankh., geheime Haut-, Harn, Frauenleiden, Schwäche. Erprobteste Methob. Harn- und Blutuntersuchunc, Rönigstr. 8436, M SMöMv lvelie! erzWen! Berkaufe jetzt ohne Rücklicht auf meine hohrnEintaufspreise moderne Ulster schon v.SZ M.. hochelegante Tuchmäutel 153,50 äi, pelzgefütterte Joppen 248JO M. Ulster, zur Sälstepelz- geillttert, 148.59 M. v Jammetpaletots auf Leibe 85 SIL, Sammetki eider 125 DL, Sammet- kostÜMe, hochelegante Plüfchinäntel 875 DL, K09 Etilck prachtv. 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