ilr.343. SS.I»I,rg. -öczugSprctö: Sieaetjä�rL 6,76 Ml. monalL2,25 Ml. Kei in- HauS. vorauszahlbar. Einzelne Nurmnern 10 Pienmg. Postbezug: Monallich 2.2S Ml., exll. ZustellungS- gebühr. Unier Kreuzband für Deutsch- lend u. Ocstcrreich-Ungarn 6,60 Ml, für das übrige Ausland 0.60 Mb. bei liglich einmaliger Zustellung 7cho Ml. Postbcllsllimgen nehmen an Däne- lnari. Holland. Luxemburg. Schweden Und die Schweiz Eingetragen in die Past-ZeltungS-PreislMte. Der.LorwärtS' ericheint wochentiglich zweimal. Sonntags einmal. Telegramm-Adressc: »Sozialdemokrat Berlin�, MorgenAnsgabe. Vevliuer Volksbltttt. Zcntralorgan der rozialdemokratl fchen Partei Deutfchlands. ( 10 Pfennig) Anzeigenpreis: Tie achtgespaitenc Nonpareillezeile koste! 80 Pfg.„Kleine Anzeigen". daS fettgedruStc Wori 40 PIg. lzulüsstg 2 fettgedruckte Worte), icdes weitere Wort 00 Pfg. Stellengesuche und Echlafsiellenanzetgen da» erste Wort SO Pfg., lede» weitere Wort 16 Pfg. Worte über 16 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 60«/» Fannlien-Anzeigen, politische und gewerlschaftliche Verein»- Anzeigen 80 Pfg. die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis ä Uhr nachmittag» im Hauptgeschäft Berlin SW.OS. lltndenstratze 3, ab,-geben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bi» S Uhr abend». Neüaktlon unü Expedition: EM. SS, Lindenftr.?. khernfprecher: Amt Morilfplatz. Nr. tZlvv— Freitag, den 13. Dezember 1�18. vorwarts-verlag H.m.b. tz., EW. HS, Linöenstr.?. Fernsprecher: Slmt Moristplast, Nr. 117S3— S-l. fehrevbach beruft den Reichstag ein. Rdcbslcitung macht Ihn für die folgen verantwortlich. Der Präsident des geivesenen Reichstags hat gestern dbmb folgendes Scl, reiben an die gewesenen Reichstagsabgeordneten ausgehen lassen: �„Tic Frist des Wafsenstillstandes läuft m den nächsten Tagen ab. Auch wenn sie verlängert werden sollte, der A v- s ch I u sz des L o r f r i c d c n s mus, sofort angestrebt werden, das Vaterland vor weiterem ungeheuren schaden bewahrt werden soll. Tie Nachrichten aus dem Lager unferer feinde lauten nun aber mit immer größerer Bestimmtheit dahin, daß diese der jetzigen Reichsleitung die Verhandlungs- fähigkcit absprechen, daß sie jedoch die gesetzgebenden Organe des alten Reichs, Bundesrat und Reichstag, als be- rechtigt anerkennen zur Schaffung einer legltlmen Rcichsregle- nmg sowohl, wie auch zur Beschlußfassung über das Wahlgesetz für die Nationalversammlung... r � Meine fortgesetzten Bemühungen, Herrn Eber t, lm Interesse der Ncichsleitung, von der Rotwendigkelt der Beruft, ng des Reichstags zu überzeugen, sind erfolglos geblieben Tie Not der �cit verbietet weiteres Zuwarten und verpflichtet m,ch, auch ohne Znstimmung der Regiening, von der in der Sitzung vom A. Oktober d. I. erhaltenen Ermächtigung znr B e° rufnugdesReichstags(gebrauch zu machen. Ich berufe deshalb hiermit dcnRelchstag, behalte mir aber die Bestimmung von Ort und Zeit der Tagung noch vor. Tie Herren Kollegen bitte ich, sich zur Abreise bereit Z» halten und zur demnächst anzuberaumenden Sitzung voll- söhlig zu erscheine». Berlin NW 7, den 12. Dezember 1918. F e h r e n b a ch, Präsident des Reichstags." Tie gegenwärtige Reichsleitung hat darauf dem gewesenen Neichswgspräsidenten folgendes erwidert: „Auf Ihr gcfl. Schreiben vom heutigen Tage erlauben wir ans zu antworten:...,. . Tie Behauptung, daß die Entente der fetzigen Reichsleitung die Verhandlnnqssähigkcit abspricht, daß sie f�och Bundesrat und Reichstag als berechtigt anerkennt zur wchasfung c.ner legitimen Reichsregicrung wie zur Beschlußfassung über das Wahlgesetz für die Nationalversammlung« ntbe hrt der Be- g r ü n d ü n g. Sic ist nur geeignet, die Entente m Wider- fpruch zu der tatsächlichen Macht der gegenwärtigen Regierung und in den irrigen Glauben zu versetzen, als ob eme ver- handlungsfähige Regierung, mcht Vorhanden ware. Ter Rat der Volksbeaustragten hat wiederholt dargelegt, daß gen zu tragen haben." Da sich Herr Fehrenbach Ort und Zeit der Einberufung Uoch vorbehalten hat, darf man sich noch immer der Honnung � hingeben, daß er seinen unbesonnenen und verhängnisvollen Streich doch noch unterlassen wird. An derwirrciiden Mo- Menten kehlt es in der inneren Pohtu wahrhafte nimt, daß es nicht notwendig ist, noch ein neues hineinzuwerfen. Wir haben eine ungeheure Umwälzung vollzogen— ohne Bürgerkrieg, an dessen Rand wir oft schon nahe aenug vorbeigeglitten sind. Daß wir in d'esen Abgrund nicht ge- stürzt sind, ist das Verdienst der gegenwärtigen von allen bürgerlichen Hunden gehetzten Reichsleitung und ganz de- sonders der Sozialdemokraten in ihr. Das wird die Goichichtc einmal anerkennen. Aber Herrn Fehrenbachs Verdienste an einer ruhigen Vollendung notwendiger Entwicklungen wiro sie vielleicht anders bewerten. Die Garantie ist dafür gegeben, daß binnen wenigen Wochen eine Nationalversammlung als svahre Volksvertretnng zusammentreten wird. Eine solche sich ZU � nennen, hat der Reichstag keinen Anspruch. Er ist puf Grund eines beschränkten Wohlrechts und einer ungerechten, die gc- setzliche Gleichberechtigung aufhebenden Wahlkreisordnung vor sieben Jahren gewählt, hat also selbst nach der alten Reichs- Verfassung um so weniger Existenzberechtigung, als mit dem Ende des Krieges die Voraussetzungen für seine verlängerte Tätigkeit in Fortfall gekommen sind. �. Herr Fehrenbach behält sich vor, Zeit und Ort der nächsten Sitzung noch zu bestimmen. Die Stellung der Reichs- leitung macht eme Einberufung nach Berlin von vorn- herein unmöglich, sie macht eine Beteiligung der Sozialdemo- kraten zum Zweck der Mitarbeit ebenso unmöglich. Polen und Elsässer machen aus anderen Gründen nicht mit. Von I den 397 Abgeordneten würden also 140, mehr als ein Drittel, I nicht mit von der Partie sein. Bliebe ein nach einem„sicheren" 'Ort einzuberufendes Rumpfparlament von 257 Mitgliedern. ein rein bürgerliches konterrevolutionäres Parlament ohne Macht' und ohne Bedeutung. Und dieses reaktionäre Rumpfparlament sollte berufen sein, der deutschen Republik eine neue Verfassung zu geben, aus seiner Mitte soll eine neue Regierung gebildet werden? Auf welche Macht will sich denn diese Regierung gegenüber der Reichsleitung stützen? Will sie Soldaten anwerben, um sie gegen die Soldaten der Republik ins Feld zu führen? tjuo vadis, Fehrenbach, wohin geht der Weg? Aber so wenig der alte Reichstag noch existiert, so wenig existieren noch seine Pa r t e i e n. Sie sind alle in Umbildung begriffen. Wird die nengebildcte„Deutsche Demokratische Partei", die geschtzvoreu hat, die demokratische Republik zu schützen, mit der äußersten Rechten an der Zertrümmerung dieser Republik arbeiten wollen? Wir sind auf die Antwort gespannt. Was aber immer ihre Absicht sein sollte, so spricht doch der größere T ei! der. Wahrscheinlichkeit dafür, daß dem bürgerlichen Rumpfparlament jede Aktionsfähigkeit, auch die gegcnrevolutionäre. fehlen, daß es nichts anderes darstellen würde als ein Häuflein in sich selbst zerfallender Ohnmacht. Und sogar den Bundesrat will Herr Fchrenbach wieder zum Leben zu erwecken! Er muß es freilich, denn ohne Bundesrat kann der Reichstag nach der alten Verfassung keine Gesetze beschließen. Verfügungen, die er ohne Zustimmung des Bundesrats mit Gesetzeskraft erlassen wollte, stünden genau so auf revolutionärem Boden wie die Beschlüsse der Reichsleitung, wären vom Standpunkt des historischen Rechts genau so verfassungswidrig wie diese. Den Bundesrat ein- zubcrufcn, ist aber nicht Sache des Reichstagspräsidenten. Der Bundesrat besteht nicht mehr, k'nn er war von den mon- a r ch i s ch c n Staatsoberhäuptern ernannt, die selbst nicht mehr existieren. Ja, die ganze deutsche ReichSverfassung war ihrem Aufbau nach ein F ü r st e n v e r t r a g. und mit den Fürsten ist sie selbst und alles, was auf ihrem Boden steht, in die Versenkung verschwunden: auch derDeutscheReichs- tag! Die Auffassung der Reichsleitung ist die einzig staats rechtlich richtige und die einzig realpolitisch vernünftige. Herr Fehrenbach und seine Hinterniänner schützen kein bestehendes Recht, sondern beschwören als hartstirnige Vertreter bürgerlicher Klasseninteressen neue Gefahren über unser unglückliches Volk herauf. Gegenüber der konterrevolutionären Parole:„Einbe rufung des Reichstagsl" gibt es nur eine revolutionäre Parole:„Schleunigste Einberufung der Ratio- nalversamnilung!" Das Zerrbild der Demokratie, das der gewesene Reichstag dargestellt hat, wird beim Erscheinen der echten Demokratie ins Wesenlose zerfließen. Wir hoffen, daß die Reichsleitung jetzt einmütig sein wird in dem Enb schluß, die Wahlen zur Nationalversammlung zu dem frühest möglichen Termin stattfinden zu lassen und daß die Zentral- Versammlung der Arbeiter- und Soldatenräte sie in diesem Entschluß bestärken wird. Hier ist der Ausweg, der die junge Republik aus den unabsehbaren Wirren, die ihr drohen, hin ausführt. Es gibt keinen anderen! Segwn üer Irieöenskonferenz Enöe Januar. Haag, 12, Dezember.(Hollaudsch Nicuwsbnrcaa.) Räch einer Information der Zeitung„Soir" steht es fest, daß die Zusammenkunft der eigentlichen Friedenskonferenz erst End, Junna r stattfinden wird. Yokohama, 10. Dezember.(Reuter.) Die japanischen Delegierten für die Friedenskonferenz reisen heute nach San Franzisko ab. Eine verftänöigung zwischen Söhmen und Ungarn. Budapest, 12. Dezember.(Hollandsch NieuwSbureau.) Zwischen der tschecho-slowakischen Regierung und der ungarischen Volksrepublik kam eine Vereinbarung über die detail- l i e r t e Feststellung der Demarkationslinie zustande. Danach wird auch ein Teil des P r e ß- burger Komitats von den tschechischen Truppen besetzt. Die Verschärfung üer Slockaüe. Von der nordischen Zufuhr abgeschnitten. Berlin, 12. Dezember. Der durch den Waffenstillstand den Engländern erlaichte Eintritt in die Ostsee, den sie während des ganzen Krieges nicht zu erzwingen gewagt haben, hat den ungestörten Verkehr zwischen deutschen und nordischen Häfen mit einem Schlag lahmgelegt. Die Engländer verhängen über die deutsche Ostseeküste die Hunger sperre und cnt- ziehen Deutschland auch die Stellen der Versorgung, die cS wäh- rend des Krieges noch hatte. Das geschieht nach Abschluß eines Waffenstillstandes, in dessen Artikel 26 ausdrücklich die Zusage gemacht war, Deutschland während der Dauer des Waffeustill- standes in dem als notwendig erkannten Maße mit Lebens- Mitteln zu versehen. Auch die nordischen Länder bleiben nicht unberührt von dieser neuen englischen Vergewaltigung. So liegen z. V. in Teptschland mehrere Dampfer mit Salz, Petroleum usw. für den norwegischen Hcringsfang. Die Gefahr der Kaperung verhindert diese Dampfer, die Fahrt nach Norwegen anzutreten. Ebenso liegen in nordischen Hafen Dampfer mit F i s ch p r o d u k t e n für Deutschland, die ver- derben, weil die Engländer ibre Hungersperre auch auf die Ostsee ausgedehnt haben. Berlin, 12. Dezember. Amtlich wird der Telegrophen- Union mitgeteilt: Admiral B e a t t y und der eiiglische Generol in Sp na haben dem deutschen BcvollmSchtigtcn gegenüber erklärt, das? die Bersorgung Deutschlands mit Nahrungsmitteln, wie dies die Waffenstillstandsbedingmigen in Artikel 26 Absatz 2 ausdrücklich vorsehen, von der Schnelligkeit und dem Wohlwollen abhängig gemacht werden sollte, mit dem Deutschland die Waffenstillstands- bedingungen ausführen würde. §ür Vernunft unö Gerechtigkeit. Ein Manifest der französischen Arbeiter an Wilson! Genf, 12. Dezember. Der GencralauSschuß der fran- zösischcn Gcwcrkichastsverbände fordert sämtliche Gewerkschaften im Lande auf, nach dem Beispiel der Pariser Ar- bester am nächsten Sonntag Versammlungen zu organisieren, um eine gleichlautende Adresse anzunehmen, die Wilson durch Vermittlung der amerikanischen Botschaft in Paris überreicht werden soll. Präsident Wilson, so heißt es in der Einladung des GeneralausschusseS, soll wissen, daß seine Sprache der Vernunft und der internationalen Gc- r e ch t i g k e i t unmittelbar in das Herz der Arbeiter- massen gedrungen ist, und daß die Partei der Arbeiter ihm die notwendige Unterstützung bringt, um den Gedanken des Friedens und des Selbstbestimmungs» rechts der Völker zum Siege zu verhelfen. Frankreich üroht mit Nepreftalien. Mord an französischen Gefangenen in Langensalza? Haag, 12. Dezember.(Hollandsch NieuwSburcau.) Der„Petit Parisicn" meldet, daß die Stadt Mannheim besetzt werden soll, alS erste Repressalie gegen den Mord französischer Gefangrner in Langensalza. Andere Repressalien würde» folgen. Von diesem Mord ist in der deutschen Presse bisher nichts bekannt geworden. Ein Wort der Aufklärimg tut uot. Die ungarische Krise. Reaktionäre Wühlereien. Budapest, 12. Dezember. lEigener Drahlbericht de».Vorwärts'.) Vor dem Gebäude des Miinsterpräsidiumö und dem KricgSmini« sterium fand heute bonniltag eine große Demonstration von Arbeitern und Soldaten aegen den Krieg» mini st er Barthar statt, und zwar deshalb, weil er im O'fizierSlorpZ und in der Partei de» Grafen Karolhi eine reaktionäre Entwicklung eingeleitet hat, die vielleicht sogar einen gegenrevolutionären Ein- schlag hatte, so daß Teile der Karolyi-Partei den Grafen Karolyi aussorderien, eine viel gemäßigtere Politik zu verfolgen und s i«y von der S o z i a l d e m o l r a t i e und den Radikalen loszulösen. Diese Aufforderung hat Graf Karolyi schon vor einigen Tagen mit der größten EtNschiedcnheir abgelehnt. Infolge der Demonstration Hai Minister Barlbar heute abend demiisioniert. Die vor einigen Tagen in Berlin verbreitete Nachricht von einem Selbstmord des Grafen Karolyi ist vollkommen erfunden. Die Freiheit öer Meere» Vorschläge Wilsons. Hnag, 11. Dezember. lHollandsch NieulvsbureauS.)„Daily Erpreß" meldet, daß zwischen England und den Vereinigien Ttaalcn halbamtliche Besprechungen über die Frage der Freiheit der Meere stattfanden und daß Wilson mit konkreten Borschlägen kommen wirb, die verlangen, daß Großbritannien seine Forderungen bezüglich deS DilrchsiichimgSrechts, der Bannwaren und der Blockade aufgibt. Taft für öen völkerbunö. Basel, 12. Dezember. Wie ans Washington gemeldet wird, erklärte William Taft auf einem Banlett des Lotosklub, daß der ganze Krieg ein großer F e b l s ch l a g gewesen sei. wenn aus der Pariser Friedenskonferenz nicht die Lrga der Völker her- vorgehe. Deütschö'fter?e!ch wählt Mitte Februar. Wien, 12. Dezember.(Eigener Drahtbericht deS„Vorwärts".) Der VerfassungSausschuß der Nationalversammlung halte bereit? die Wahlordnung für die Konstituante im wesentlichen fertiggestellt. In der heutigen Sitzung wurde aber nachgerechnet, daß die ver- schiedenen Fristen für Einsprüche gegen die Wählerliste uiw. so an- gesetzt sind, daß sie es unmöglich machen würden, die Wahlen vor Mitte März durchzuführen. Der Ausschuß hat darum heule be- schlössen, die Fristen abzukürzen, so daß die Wahl bereits Mitte Februar stattfinden kann. Man nimmt an, daß es möglich sein wird, die Wahl am IS. Februar vorzunehmen, allerdings ist es fraglich, ob die Wahlen in Deutsch-Böbmen und Deutsch- Mähren werden staitfinden können und man wird dort vielleicht Ziotwahlen vornehmen müssen. Ter Staatsrat beratet jetzt dar- über. Die alliierten tzeere als„Netter*. Kein Mensch wünscht den Einmarsch. Tie Entente versucht mit böswilliger Geflissentlichkeit, die junge deutsche Republik von zwei Seiten zwischen die Finger zu nehmen und zu quetschen: ihre Organe malen Deutschland als von wilder Anarchie zerrissen und fordern daher Einmarsch der alliier- teu Truppen als Polizeimacht und zur Sicherung der finanziellen Ansprüche der Liga; gleichzeitig verbreitet der britische droht- lose Dienst tendenziöse Darstellungen, als„rufe das Volk von Verlin" nach den Briten als Retter gegen konterrevolutionäre Putsche. Die Wahrheit ist: keine Zeitung, kein Redner hat auch nur mit einer Silbe die Feinde von gestern als Retter der Revo- lution oder Hüter der Ordnung herbeigerufen. Die ReichSrcgierung und alle verantwortlichen Stellen sind aufs eifrigste bemüht, dem Ausland jeden Anlaß zur Einmischung zu nehmen und sind sich der in solcher Drohung liegenden Gefahr voll bewußt. Lebensmittel für Wien. Wien, 12. Dezember.(Hollandsch NieuwSbureau.) DaS„Neue Wiener Journal" meldet aus Lugano: Argentinien gestattet für Wien die Ausfuhr von 15 lXX) Waggons Weizen und 20 000 Waggons Mais, die von den österreichlichen in spanischen Häfen internierten Scbisse befördert werden tollen. Wien, 12. Deze-mber.(Hollandsch NieuwSbureau.) Die„Neue Freie Presse" fragt die Entente, ob sie eine Hungersnot über Wien und Deutschö st erreich heraufbeschwören will. Wien und das ganze Deutsch-Osterreich könnten sich nur b i S Ja- nuar fortschleppen. Die neue Negierung Nußlanüs. Im Einverständnis mit der Entente. Stockholm, 12. Dezember. Der frühere russische Minister- Präsident Trepow ist nach„Dagens Nyheter" hier mit der Bildung einer neuen russischen Regierung auS Männern des zaristischen Regimes beschäftigt. Die Bildung des Kabinetts erfolgt im Einverständnis mit der Entente. Die Mitglieder sollen sich in Finnland versammeln, um sofort nach dem Sturz der Bolschewik! nach Petersburg zu gehen und die Leitung zu übernehmen. „Anö üas Licht scheint in üer Finsternis/ Tolstoj» nachgelassenes Drama. Die Welt mußte sich bis zum Ekel am Hasse vollsaufen, damit d«S Wort Liebe wieder Inhalt für sie gewinnen könne. Sie mußte sich von der Gewalt zur Schlachtbank schleppen lassen, um dem Gedanken der Gerechtigkeit wieder Eingang in ihr Herz zu geben. Feindschaft mußte sein bis zur Vernichtung alles Lebens, damit der Mensch im Menschen, grauenvoll erwachend, den Bruder wieder erkenne, Abel, den Erschlagenen. Liebe, Gerechtigkeit, Brüderlich- keit soll nun das Gesetz sein, daS neue Ordnung in das Chaos, neue Einheit in die Zerstreuung, neue Bindung in das Auseinanderfallend« bringt. ES ist die große Revolution der Herzen, die. aus dem Glauben des Menschen an den Menschen, erstrebt werden soll. Eo wird das furchtbar« Ende ein neuer Beginn werden, voraus- gesetzt, daß der Gedanke sich nicht auch diesmal als„zu stark" für die Menschheit erweisen wird; daß die Pflugschar der Reue wirklich tief genug in die Herzen einzudringen vermag. Denn die wahre Neu- gehurt kann nur aus der Wahrhaftigkeit der Seelen kommen! aus der aller Selbstsucht sich entäußernden Heiliqung des inner« Menschen.„Wenn etwas in der Seele vollbracht ist. wird auch in der Welt ein« Wandlung erfolgen," sagt Leo Tolstoi in seinem Drama „Und das Licht scheint in der Finsternis", das die Zensur während de? Krieges verboten hatte, und das nun von Max Reinhardt auf- geführt wird. Das Drama Tolstois ist das Drama von der Idee der Liebe, die als L-.cht in der Finsternis der Zeit erstrahlt, und der die Menschen den Wea versperren. Die Seelen haben sich der Gewalt ver- kauft, dem Machttrieb und den böten Leidenschaften der, Ichsucht. DaS ganze Leben sst ein Netz der Gewalt und der vielfach ver- knüpften Interessen. JodeS Dasein ist mit der Gewalt verbunden und ist seinerseits wieder Gewalt über anderes Leben, Jahr- tausendealte Gewohnheit bat diesen Zustand geheiligt in den For- men de» Staates, der Kirche, der Familie, und jeder an seinem Teil sucht diese Gewohnheit festzuhalten, zu schützen. Nikolai Jwano- witsch sagt zu seinem Sohn? Step«:„Die ganz« Nationalökonomie. die du an ilntverfitäten studierst, hat einzig den Zweck, die soziale Lage, in der wir Desitzenden uns befinden, zu rechtsertigen." Und so ist eS überall. Jeder ist nur bedacht, die Jnstiwtionen zu stützen. Nikolai Iwanowitsch aber ist derjenige, der die Gewalt beim rechten Namen nennt und sie entlarvt als die Wurzel alles UebelZ; als dasjenige, was die Welt Bö'e macht und dem Abgrund ent- gegentreibt. Die Gewalt hat die Schöpfung verfälscht und ver- darben und eins ist nur. das die Welt zu erlösen vermag: die Liebe. Ueber die Kirche, die auch nur eine Emrichtuna der Gewalt Wertlose Demagogen. Eine Stimme der Nüchternheit. Rotterdam, 12. Dezember.„Westminster Gazette' schreibt: Die Leute, die ihren Wählern erklären, daß sie in dem neuen Parlament für die sofortige Aushebung der Dienstpflicht stimmen werden, und ihnen versprechen, daß Deutschland gezwungen werden wird, alle Rechnungen der Alliierten bis zum letzten Cent zu be- zahlen, sind wertlose Demagogen. Ihre Politik würde eine militäriiche Besetzung Deutschland? ans viele Generationen hinaus und die Beibehaltung militärischer Einrichtungen in ganz Europa während dieser Zeit erfordern.(DaS zielt auch Lloyd George.) Verschleppung von Deutschen aus öem besetzten Gebiet. Berlin, 12. Dezember.(MTB) Aus zuverlässiger Quelle erfahren wir: Etwa 1000 junge Männer, Söhne von altdeutschen Eltern, find aus Straßburg zur Zwangs- arbeit nach Belgien abgeführt worden. Waftenablieferung! Das an nichtamtlichen Stellen verwahrte und in den Händen Ueberufener befindliche Heeresgerät sollte bereits nach einer früher erlassenen Verordnung abgeliefert werden. Bisher ist die Verfügung nicht in wünschenswertem Umfange berücksichtigt worden. Es ist anzunehmen, daß die Verfügung demnächst ins Gedächtnis zurückgerufen und zu ihrer Befol- gung angehalten wird._ Gesetz über üie Gilüung einer volkswehr. Die Reichsleitung bat.gestern ein Gesetz über die Bildung einer Volkswehr beschlossen, das in seinem Hauplinhalt folgendes besagt: Die Bildung der Volkswebr erfolgt a n ß e r h a l b des Rahmens deS Heeres. Ihre Ausgabe ist eS, die öffentliche Ordnung und Sicherheit aufrecht zu erhalten. Sie beruht auf dem Grundsatz der Freiwilligkeit, ihre Zahl und ihre Stärke wird nur von der Reichsleitung bestimmt. Ihre Mitglieder werden durcki Handschlag auf die sozialistische und demokratiiwe Republik verpflichtet. Der freiwillige Eintritt erfolgt zunächst auf sechs Monate, die Freiwilligen wählen jhre Führer selbst. Tie Mitglieder der Volkswebr werden, wie die übrigen Sok- baten, bekleidet und ausgerüstet. Ueber ihre Gebührnisse und ihre Abzeichen erfolgt später eine besondere Verordnung. Zu öen Vorgängen vom b. Dezember. Eine Erklärung von Colin Rost. Kamerad Colin Roß schreibt uns: Nachdem der Bollzugsrat meine Haftentlassung infolge Haltlosigkeit der gegen mich erhobenen Beschuldrgungen verfügt hat, erübrigt sich meinerseits eine Erklärung, daß ich an den Vorgängen vom 0. Dezember nicht beteiligt war. Mein Name wurde dadurch mit jenen Vorgängen verquickt, daß ich zusammen mit einer Reihe' von Soldatenräten Berliner Regimenter an der Schaffung einer festen Organisation der Truppen des Gardekorps arbeitete. Di« Regimenter des Gardekorps sollten unter ihren selbstgewählten Führern zu einer festen militärischen Organisation verschweißt werden. Dadurch wäre der Kern eines revolutionären Heeres geschaffen worden, das unbedingt hinter der Regierung steht und dieser die Grundlage zu einem festen Kurs gibt und die Kraft, Putschversuchen von rechts oder von links energisch entgegenzutreten. Dies« in die Wege geleitete Organisation und die bei den Truppen vorhandene starke Mißstimmung gegen den Vollzugs rat ist nun von unbefugter Seite— es ist wohl noch unklar, ob es sich um g« gen r evolu t i o n är« Elemente, oder nur um jugendlichen Unbedacht einzelner handelte— zu dem törichten Putsch vom 0. Dezember mißbraucht worden. MS ich van den gegen mich erhobenen Anschuldigungen hörte, stellte ich mich selbstverständlich ganz zur Verfügung; denn unbe- schadet aller sachlichen Gegnerschaft erachte ich eS nicht nur als daS Recht, sondern als die Pflicht einer revolutionären Körperschaft im Verdachtssalle gegenrcvolutionärer Umtriebe, die ihn in seiner Existenz bedrohten, ohne Rücksicht auf die Person sofort e n e r- gisch durchzugreifen. Nur dagegen wehre ich mich entschie- ist, ihre verfideste Einrichtung, weil sie da? Heilige mißbraucht, um die Gewissen zu zwinaen,— über die Kirche hinweg sucht er den Christus, der in der Bergpredigt das Gesetz der Liebe verkün- det«, und von ihm auS sucbt er die Welt neu einzurichten. Der Wille Gottes aber ist: das Gesetz der Liebe in der Welt zu verwirk- lichen. Und so will Nikolai Iwanowitsch alles dahingeben und in evangelischer Armut leben, wie die urchristlichen Kommunisten. Doch mit seinem Willen rüttelt er an den Grundlagen eines Daseins, daS nicht allein lein Dasein ist. Er wird zum Umstürzler, wird zum Unglückbringer. Er möchte bis zum Ende geben, wie BoriS, der sieb selber zum Ovfer gibt. Aber vor ihm türmt sich seine Tai auf als ein Weg, der über Schick'al« hinwegschreitet, und das Zagen spaltet ibn. Er läßt sicb zum Kompromiß verleiten. Die Idee lebt in ihm. und er läßt nickt von ihr mit seinem Ser»«n. Dock sein menicklicker Wille biegt sich vor dem Aeußerston der mo- raliscken Konsequenz. Mit diesem tragischen Zwiespalt endet das Stück. Den letzten Akt vollendete Tolstoj nickt. Nack dem Ent- wurf aber sollte Nikolai Iwanowift'ck die Genugtuung erleben, wenigstens in der Ferne daS gelobte Land zu sehen, das er nickt betreten durste. Diese? Stück. daS als Entstehungszeiten die Jahreszahlen 188.. 1900, 1902 trägt, ist Tolstois persöulickeS, schnrerzliches Bekenntnis. Er ist geboren auS dem Kampf des Dichters um seine Idee, indem er vor seiner Umgebung menschlich ebenso erlag, wie sein Nikolai Jwa- notviisch. bis er seinem Leben jenen letzten Mt gab, die derttwürdige Flucht, die ibn m die Freiheit und in den Tod führte. Wenn man das Werk richttg beurteilen will, muß man es als Bekenntnis, als Beichte nehmen Auf Kunst kam es Tolstoi aar nicht an. sondern auf die Wahrbaftigkeit. dadurch sich die Seele reinigt. Stepa sagt einmal:„Die Musik löst alle Rätsel des Dasein." Boris aber ant- wartet:„Im Gegenteil: sie verdunkelt sie nur und stumpft das Interesse für sie ab." Diese Auffassung der Kunst ist ungerecht und irrttimlick: aber sie kennzeicknet Tolstoj. der nickt mehr Dick- ter, sondern Propsset. Verkünder sein wollte. Das Wort aber, daS Nikolai Iwanowitsch aufrecht hält, ist d'eseS:„Wenn etwas in der Seele vollbracht ist, wird auch in der Welt eine Wandlung erfol- gen." „Und das Dickt scheint in der Finsternis"... Di« Tragödie Nikolai Iwanowitsch?. die die Tragödie Leo Tolstoi» war, ist über- Haupt dieienige des Gedanken» der Liebe, die seit zwei Iahrtausen- den gegen die Gewali kämpft. Als Karl Krau» einmal schrieb: daS Christentum hat sich im Kriege als zu schwach erwiese«, antwortete Annette Kalb: nein,«Z hat sich als zu stark für die Menschheit erwiesen.„Zu stark": daS ist das Tragische des großen Welt- gedankenS. Er mußt« Kompromisse schließen, die ihn fälschten. Heut« aber ist ec. nach dem schlimmsten Schreck, der die Menschheit schüttelte, neue Macht in dm Sselm. Pete» Hamecher, den, wenn von mancher Seite voreilig, ohne das Resultat einer Untersuchung abzuwarten, ab- sprechende Urteile über mich gefällt wurden. Ich brauche wohl nicht ausdrücklich zu betonen, daß weder derartige An- griffe noch Lappalien wie sine Jnhaftrerung in RevoluionS.zeiten mich auch nur im geringsten in meinem festen Glauben an die gute Sache erschüttern könnten. Ich b:n und bleibe Sozialist. Colin Roß. Stinnes unö Thpl?ens Gegenklage. Wie eine hiesige Korrenspondenz mitteilt, werden die wegen angeblichen Hochverrats verhaftet gewesenen rheinischen Groß- industriellen Thyssen, Stinnes, Herle, Roßner, Becker und Wir? sich nunmehr zusamenschließen, um gegen die Urbeber der gegen sie. verbreiteten Gerüchte strafrechtlich vorzugehen. Nach der Be- hauptung der Schwerindustriellen, die wir hier natürlich nicht nach- prüfen können, soll ein weitverzweigtes Komplott gegen sie vor- gelegen haben, an dem auch der Spartakusbund beteiligt sein soll. vollzugsausfchußsitzung öer Mbeiter- unö Solöatenräte., Berlin, 12. Dezember. Gestern fand eine vom VollzugZrat (Groß-Berliner Ausschuß) einberufene Besprechung von Vertretern der A.- und S.-Rä.te der dem Zweckverband Grotz-Derlin ange- schlc sseneu Gemeinden statt. Der Referent Genosse Heller vorn Vollzugsausschuß bemerkte, das vorliegende Material zwinge, eine Aenderung der einzelnen A.- urvd S.-Räte bei Ausübung ihrer Tätigkeit herbeizuführen. Leider hätten sich einzelne A.- und S.- Räte Exekutivgewali angemaßt, so in Neukölln. Wo sollte es hinführen, wenn jeder A.- und S.-Rat weitgehendste Verfügungen erläßt? Es führt zur Anarchie. Auch in Mariendorf hat man einfach die Gemeindevertretung auseinander gejagt und gerade jetzt, m der Situation, in der wir uns befinden, muß die Gr- nreindevertretung erbeiien. Die A.- und S.-.Räte haben das Kon- trollrecht, und wenn diese? nicht ausreichend ist, sind, ent- scheidende Stellen im Einverständnis mit der Regierung neu zu besetzen. Die Kosten für den örtlichen Sicherheitsdienst müssen die Gemeinden tragen. Nun ist aber zu verzeichnen, daß einzelne Gemeinde« nicht nur für dies«, sondern auch für die umliegenden Güter und Ortschaften den Sicherheitsdienst regeln. Hier ist zu empfehlen, daß sie«inen Zuschuß vorn Kreise erhalten; der übrige Teil müßte«n Umlageverfahren von den beteiligten Gemeinden getragen werden. Im weiteren gehen uns Klagen zu von e i g e n- mächtigen Beschlagnahmungen der A�- und S.-Räte. Diese haben nur geur einsam mit den in Betracht kommenden Be-> Hörden zu erfolgen. Der Redner ersucht dringend, störende Ein- griffe in die Verwaltung zu unterlassen, wenn man nicht die Er- rungenscha stell der Revolution preisgeben wolle.— In der Diskussion erklärte E b« r l e i n- iRariclifcorf; Man findet sich über- Haupt nicht mehr zurecht, wir müssen uns an unser« eigene Orzani- sation halten und gemeinsam die Gesetze mache-«. Die Parlamente 'sind aufgelöst und die Rechte auf die A.- und S.-Räte übertragen. Warten wir deshalb nicht, jagen alles zum Teufell Man müsse auch an alle weiterliegendon Orte hingehen und dort in diesem Sinne wirken. Die Arbeiter, die die Revolution gemacht, haben auch das Recht, den neuen Staat aufzubauen. ES werden von den einzelnen Diskussionsrednern verschiedene Anträge gestellt, dahingehend, die Landgemeindeordnung sofort aufzu- heben. Schließlich wird eine Kommission zur Prüfung der kommunalen Fragen ernannt. Liebknechts Kameraden gegen Liebknecht. Gegen die von uns in Nr. 333a veroftentlicht« Erklärung der 5s Kompagnie des Ar- mierungs-Bataillons 102 protestiert ein Schreiben an uns, das die Unterschriften der Kompagnieangehörigen und Mitglieder des Sol- datenrat» Kameraden Herm. Schäfer und Ernst Zickeldei« trägt. Das Schreiben behauptet, daß der Kamerad Siegfried Zim- pel, der Unterzeichner der ersten Zuschrift, nicht berechtigt gewesen sei, im Namen der Kompagnie zu sprechen. Wir können dazu nur bemerken, daß die erste Zuschrift an uns ordnungsmäßig Stempel bzw. Unterschrift des Soldatenrates der Kompagnie getragen hat. während das Protestschreiben nur zwei persönliche Unter- sckriften ausweist, so daß auS ihm jedenfalls ein« höhere Berechti- gung der Unterzeichner, im Namen der Kompagnie zu sprechen, keinesfalls ersichtlich ist.____ veutfthes Opernhaus:»der polnische Iuüe�. Ein lärmender Trommel- und Paukenwirbel leitet daS Vor- spiel zum erste« Akt ein. Denn die Musik dieser VolkSoper des Böhmen Karl Weiß ist stark auf Wagner eingestellt. Außerdem bat jungitalienischer„VerrismuS"— das Wert datiert vom Jahre 190t— abgefärbt. Jedoch wiegt daS melodiöse Element vor, daS besonders in einigen Chören und oberelsässiscken Tänzen land- ständige Form und Gestalt bekommt. Ter Text ist nämlich gebaut nach Erckmann-Chatrian, der Elsässer von Geburt war. � Daher der französische Eimschlag: zumal die Traumszene als Spiegelung des Mördergewissens. dnS eben von dem Komponisten mit unleng- barem Geschick musikpsychologisch auszumärzen versucht wurde. Daß übrigens das«ranSzendentale Traummotiv nach dem Muster älterer Pariser Dramatik beut« schon etwas naiv anmutet, richtiger als PseudorealismuS empfunden wird, mag so nebenhin bemerkt sein. Felix Lagenpesch hat daS zweiaktige Werk annehmbar ausge- staltet. Die Anordnung der Hochzeitsgesellschaft im DorfwirtShauS war flüssig. Iguaz Waghalter hielt das Orchester trefflich zu- sammen. Rüdolf Hofbauer gab die Hauvtpartie: den Judenmörder Mathis. Er bemüh« sich redlich und mit Erfolg, ihm psychologisch durch Gestespiel und Gesang beizukommen. In der traumhasten Gericktsszene trat auck Elvira Herz vorteilhaft hervor. Ihr Sopran bat Schulung und Klang. Im übrigen machte die Sängerin mit ihrem Partner Karl Gernttct(Gendarmeriewachtmeister) ein ziemlich blaßblüt'geS Brautpaar. In kleineren Partien traten noch JaequeS Bilk und Harry Steger hervor. elc. Notizen. — Di« Theater au f I Für heimkehrend« Krieger ist die heute Mittaq 11 H Uhr im Kleinen Theater stattfindende General- probe von Sans Francks„Freien Knechten" unentgeltlich' zu- gänglick. Die Karten gibt die Kommandantur aus. — Vorträge. Im 6. MarsyaS-Abend wird am Sonn- abend. 7)4 Uhr, in der Berliner Sezession. Kursürstendamm 232, Dr. Manfred Georg über die„Nationalen Grenzen der Literatur" sprschen. Di« Veranstaltung findet als zweiter Autoren- Abend statt. VortragSfolge: Ludwig Strauß, Arno Nadel(Vor- trag: Frl. Margot Hirsch), Simon Krernberg, S. I. Agnon(Vortrag: Dr. Max Strauß). — Der Verband Berliner Theaterdirektoren hat an Stelle beS bisherigen ersten Vorsitzenden Schulz(vom Me- tropol) Max Reinhardt gewählt. — Gegen die Kriegsspielsachen, die das Gemüt der Kinder zu vergiften geeignet find, wendet sich ein Aufruf des Deutschen Frauenausschusses für dauernden Frieden. Der Krieg ist kein Kinderspiel und werde nicht dazu. die Sitzung öes Vollzugsrats. Berlin, 12. Dezember. Amtlich. Der VollzugZrat trat heute Nachmittag 4 Uhr zu einer Sitzung zusammen. Zu Beginn einigt sich der Vollzugsrat, seine wichtigsten Beschlüsse drucken zu lassen und der Delegiertenversammlung vorzulegen. Ein M a s s e n f l u g b l a t t. da? sich gegen die Hcharbeit der bürgerlichen Presse wendet, besonders aber gegen die planmäßige Behauptung, die Entente wolle die A.» und S.-stiäte uicht anerkennen, wird genehmigt. In längerer Debatte beschäftigt sich der Vollzugsrat mit der Kritik, die in der letzten Soldatenratsvers am m- �ang an ihm geübt worden ist. Der Vollzugsrat gesteht den Soldatenräten prinzipiell das Recht zu, über die soldatischen Mit- Glieder des Vollzugsrats zu entscheiden, und behält den Genossen Bergmann als Beauftragten des Vollzugsrats. Der Vorsitzende verliest ein längeres Schreiben der Regierung, worin dem VollzugSrat das Kontrollrecht über die Reichs- wnter streitig gemacht wird. In der Debatte betont e'n Redner entschieden, daß die Regierung unter keinen Umständen dem Voll- öugSrat das Recht der Kontroll« absprechen könne. Die Vertreter der Marine stellen fest, daß sie das Reichs- �arineamt nicht nur kontrollieren, sondern die gesamte Geschäfts- jührung in ihren Händen haben. Demgegenüber wird von mehreren Rednern bemerkt, daß die Marine von Anfang an unter besonders günstigen Bedingungen gearbeitet habe, in allen Reichsämtern sei der Grundsatz der Marine noch nicht durchführbar. Die endgültige Erledigung dieser Frage wird dem Reichs- Ausschuß überwiesen. Tagung üer öeutstben Volksräte in pofen. In Posen fand am Donnerstag der Vertretertag der deutschen Volksräte der Provinz Posen statt. Die 5|tadt war mit schwarzweißroten Fahnen geschmückt, die deutsche Bevölkerung veranstaltete einen ungeheuren De monstrati onSz ug, an der Spitze die Soldaten. Im großen Saal des Zoologischen Garten traten die deutschen Bolksräte der ganzen Provinz Posen zu einer Sitzung zusammen. "Professor Herrmann sprach über Notwerrdigkeit und Ziele der deutschen Volksräte. Er legte gegen das Vorgehen der Polen und ihre Usbergriffe, die in den bekannten Beschlüsien des Teil- S«bietS. Landtage» ihren Höhepunkt fanden, scharfe Ver- Wahrung ein und forderte den Zusammenschluß aller Deutschen der Provinz ohne Unterschied der Partei. Dieser Forderung schlössen sich Vertreter auS allen Teilen der Provinz an. An den Rat der Volksbeauftragten, die preußische Regierung und die WaftenstillstandSkommission, sowie an Wilson wurden P r o j e st e abgesaridt gegen den Versuch, den Entscheidungen der Friedenskonferenz vorzugreifen und einen �taat im Staate zu schaffen. Darauf wurde ein Provinzial-Volksrat gegründet. Der Wille, das deutsche Volkstum aufrechtzuerhalten, fand während der ganzen Verhandlungen seinen stärksten Ausdruck. Allgemeiner Streik bei Lvertheim. . Der Zentralverband der Handlungsgehilfen gibt bekannt: Bei 55� Firma B. Werthcim konnten Differenzen nicht beigelegt werden. Sämtliche Angestellte und Arbeiter sind deshalb i n �len Häusern in den Streik getreten. Der Anlaß dazu w»r, daß längere Berhandlungen wegen der Zahlung einer ein- �aligen Teuerungszulage in Höhe von 100 bis 500 M. je nach der x.uuer der Tätigkeit wegen des geringe» Entgegenkommens der ä'rma scheiterten. Die in den Warenhäusern Beschäftigten, das ist ■"ugenwin bekannt, habe« in bezug auf die Bezahlung schon immer {Kuter allen anderen Berufen zurückgestanden. Auch die obigen F»r. °erun�x� sinj» fthr bescheiden. Wir bedauern daher, baß die Firma »«vt mehr Entgegenkommen gezeigt hat. Die Warenhäuser sind °Ukch die guten Verdienste während der KriegSzeit wohl in der Lage, Me Forderungen, welche nur 1V> Millionen Mark für mehr als Personen betragen, zu bewilligen. Es ist deshalb auch unver- aandlich, daß eS die Firma zu Störungen de« Betriebes kommen Wir zweifeln nicht daran, daß die Sympathien der Bevölke- �"ng auf der Seite der Arbeiter und Angestellten stehen. In der Versammlung der M e ta l l a r b e i t e r i n- �en Groß.BcrlwS teilt« gestern Abend ein Vertreter de? Zentral. berbandes der Handlungsgehilfen den Streikfall mit. Sämtlichen �nwffenden in der Versammlung wurde zur Pflicht gemacht, die �vgestellten darin zu unterstützen und den Kauf bei der Firma Oelheim nach Möglichkeit zu verhindern. Ueber die Steuerfreiheit der Teuerungszulagen wird uns fol- i�des geschrieben: Als seinerzeit im Abgeordnetenhaus über die Teuerungszulagen für di».«tautSbeamten beraten wurde, erklärte °er Herr Finanzminister, daß diese Teuerungszulagen steuerfrei »leiben sollten. Der Forderung der Abgeordneten sämtlicher Par- �irichtrnizen, auch die den Privatangestellten gewährte TeuerungS- Zulage steuerfrei zu lassen, setzte der Herr Minister ein unerbitt- uches Nein entgegen. Nun sind die Verhältnisse inzwischen ganz ??dere geworden. WaS dem einen recht ist, ist dem andern billig. jSenn man den Staatsbeamten Steuerfreiheit der TeuerungSzu- �gen gewährt, dann kann man sie doch gercchterlveise den Privat- �gestellten, die in gleicher Weise unter der herrschenden Teuerung �öen, nicht vorenthalten.__ Neuköllner Arbeiter- unü Solöatenrat. An Stelle der zu gestern einberufenen Neuköllner Stadt- berordnetenvcrsammlung, die verlegt werden mußte, tagte � �achmittags im Stadtverordneten-Sitzungssaale des Rat- �?uses die Vollversammlung des Neuköllner Arbeiter- und �oldatenrats. Vor dem Gebäude herrschte während deffen ein be- •J�gtes Treiben. Einige hundert Menschen standen auf der Straße. Eine starke Abteilung der republikanischen Soldaten- "�hr war zur Stelle, die Ordnung wurde jedoch nicht est ö r t. Der höflichen Aufforderung der Soldaten fol- öend, ging das Publikum nach und nach fort. Nach ewiger jteit erschien ein Zug von Männern. Im Zuge wurden Plakate getragen mit der Inschrift:„N i e d e r m l t d e m Drei klaffen Parlament!" Er bewegte sich vor dem �athanse in einer Stärke von etwa 200 Personen hin und Nach der Ansprache eines Teilnehmers und einem Hoch uns die Republik zerstreute sich der Zug. Eine Ffraktionssitzung der Bürgerlichen konnte nicht statt- nnden, da die Stadtverordneten vor ihrem Sitzungssaal eine ;®oche von 0—7 Soldaten vorfand, die ihnen den Ein- �ritt versperrten. Ueber die Versammlung deS Arbeiter- und Soldatenrats geht Uns kolgerder Beriöht zu: Der Arbeiter- und Soldatenvat für Neukölln trat gestern um * Ubr im Slvdtverordnetensaal zu einer Vollsitzung zusammen. 7�'e Sitzung wurde eröffnet mit einer Ehrung für die Opfer deS 6- Dezemb'r. Im Bericht über die Tätigkeit des VollzugöauS- i ch u s f e S des Neuköllner Arbeiter- und Soldatenratz schilderte Koch den gegen den Magistrat und die Stadtverordnetenverfamm- GzcrniD kennzeichnet die deutsche liiililärpolitik als Qriache der Kataftrophe. Wien, 11. Dezember Der ehemalige Minister des Aeußern Graf C zernin hielt vor einem aus Politikern und Pressevertretern bestehenden Publikum einen Vortrag über seine Politik während des Weltkrieges, worin er zunächst konstatierte, daß seit dem Eintritt Italiens und Rumäniens in den Krieg, und vor allem seit dem Eintritt Amerikas in den Krieg der..Siegfrieden" der Mittelmächte nach seiner Ansicht eine Utopie geworden war, welche leider durch die deutschen Militärs immer genährt wurde und daß Oesterreich-Ungarn niemals ein Friedensangebot von der Entente erhalten habe. Wohl fanden wiederholt Fühlungnahmen zwischen den österroichisch-ungarischen und Ententevertretern statt, ohne daß sich diese Fühlungnahme leider jemals zu konkreten Bedingungen verdichtet hätten. Im Prinzip wären nur zwei Möglichkeiten für die Beendigung des Krieges gewesen. Entweder ein allgemeiner Friede, also ge- meinsam mit Deutschland, oder ein Separatfrieden. Czernin be- kannte offen, daß er niemals einen Separatfrieden geschlossen hätte; erklärte ober, daß er wiederholt den Gedanken ventilierte, Kaiser Karl vorzuschlagen, einen jener Männer an seiner Stelle zu er- nennen, welche in der Trennung von Deutschland das Heil erblickten. Stets sei er von diesem Entschließ abgekommen, weil ein Separatfrieden nach seiner festen Ueberzeugung eine phy« fische Unmöglichkeit war. Deutschland hätte, wie dies nachträglich der separatistische Schritt Andrassys bewies, sofort einige Divisionen nach Böhmen und Tirol geworfen und Oesteroeich-Ungacn das gleiche Schicksal bereitet, wie seinerzeit Rumänien. Die Mon- archie wäre augenblicklich zum Kriegsschauplatz geworden. Im Innern der Reiche hätte solcher Schritt sofort den Bürger- krieg entfacht. Czernin schilderte hierauf die Schwierigkeiten des zweiten Weges, nämlich den Frieden gemeinsam mit Deutschland zu machen. Der Redner wies zunächst auf die große Abhängigkeit Oesterreich-Ungarns von Deutsch- land in militärischer Hmsicht sowie hinsichtlich des vollständig de?- organisierten Ernährungsivesens der Monarchie hin. Immer war die Situation, sagte der Redner, daß wir in dem denkbar günstigsten niilitärischen Moment einen Frieden hätten vorschlagen können, welcher, mit bedeuten- den Opfern verbunden, vielleicht die Hoffnung gehabt hätte, von den Feinden angenommen zu werden. Die deutschen Militärs aber wurden, je glänzender ihre Erfolge waren, desto anspruchS- voller, irnd es war unmöglich, sie zu solcher Verzichtpolj- tik zu bewegen. Die Zukunft werde beweisen, welche über- menschlichen Anstrengungen Oesterreich-Ungarn gemacht habe, um Deutschland zur Nachgiebigkeit zu veran- lassen. Wenn sie alle mißlangen, lag die Schuld nicht am deut- schen Volke, auch nach Ansicht Czernins nicht an dem deutschen Kaiser, sondern die Schuld lag bei den führenden deutschen Militärs, die eine M a ch t f ü I l e an sich gerissen hatten, wie sie in der Gc- schichte beispiellos ist und deren markanteste Persönlich- keitLudendorff war, der ein politisches Gegengewicht gebraucht hätte, wie es Moltke seinerzeit in Bismarck besessen habe, das aber in der Berliner Wilhelm st raße nicht vorhanden war. Czernin verlas das Expose, welche?, er im April 1917 Kaiser Karl unterbreitete. In diesem Expose führte Czernin aus, daß im Spätsommer oder Herbst 1917 mit Rücksicht auf da? zur Neige gehende Rohmaterial zur Munitionserzeugung, auf das voll- ständig erschöpfte Mensche nmaierial und die dumpfe Verzweiflung der unterernährten Volksschichten um jeden Preis Schluß gemacht werden müsse, und daß an die Enicntc im Augenblick herangetreten loerden müsse, wo ihr die ersterbende Kraft der Feinde noch nicht zum vollen Bewußtsein gekommen sei. Czernin bezeich- nete die großen Hoffnungen Deutschlands auf den Untersee» bootkrieg im Exposö als trügerisch und wies darauf hin, daß er den Auftrag Kaffer Karls, Deutschland wissen� zu lassen, daß eS auf Oesterveich-Ungarn über den Spätsommer hinaus nicht mehr werde rechnen können, ausgeführt habe. Auf dies vom 12. April datierte Expose traf die vom 9. Mai datierte Antwort ein, in welcher die deutsche Regierung neuerdings das absolute vertrauen in das Gelingen des Nntcrseebootkrieges betonte, die prinzipielle Bereitwilligkeit zu Friedensschritten zwar aussprach, jedoch vor Schritten warnte, welche als Schwäche gedeutet werden könnten. Än territoriale Opfer Deutschlands war nicht zu denken. Oesterreich-Ungarn beschränkte sich aber nicht auf Worte allein, es erklärte in Berlin im Jahre 1917. daß Kaiser Karl bereit sei, Galizicn mit Polen vereinigen zu lassen, sowie für eine Angliederung Polens an Deutschland alles ßu tun, falls Deutschland durch territoriale Konzesstonen im Westen den Frieden ermögliche. Oesterreich-Ungarn stieß auf ein..d7c>n poosumug'(Wir können nicht) und die Antwort Deutschlands, territoriale Kon- Zessionen an Frankreich seien ausgeschlossen. Czernin schilderte weiter seine Bemühungen zur Durchsetzung der bekannten FricdenSresolutto« im Deutschen Reichstage, ferner ausführlich den Gang der Friedensverhandlungen in Brest- Litolvsk, wo das Prinzip„keine Annexion" durchgedrungen wäre, wenn dre Entente damals zu einem allgemeinen Friede» bereitgewesen wäre, wo aber Czernin in volle Abhängigkeit von den deutschen Unterhändlern dadurch geriet, daß er während dieser Ver- Handlungen gezwungen war, die Hilfe Deutschlands zur Behebung der besonders akut gewordenen Ernährungsschwierig- ketten in Oesterreich-Ungarn zu erbitten./ Den deutschen Unter- Händlern gegenüber konnte der Gedanke, daß Oesterreich-Ungarn gegebenenfalls mit Rußland einen Separatfrieden schließen würde, nicht ausgespielt werden, wollte man nicht die deutsche Lebens- mittelhilfe gefährden, um so weniger als der Vertreter der deut- schen Obersten Heeresleitung damals erklärte, eS sei gleichgültig, ob Oesterreich-Ungarn Frieden mache ober nicht, Deutschland werde unter allen Umständen nach Petersburg marschieren, falls die russische Regierung nicht»achgäve. Czernin führte weiter aus, daß dre in Brest angeknüpften Kom- prvmißverhcnrdlungen daran scheiterten, daß K ü h l m a n u von der deutsche» Obersten Heeresleitung zu raschem Borgehen gezwungen wurde. Ludendorff erklärte, die Verhandlungen ntit Rußland müßten binnen drei Tagen zu Ende sein. Kühlmann erhielt den strikten Auftrag, sich nicht nur mit den bisher vo» ihm verlangten Abtreturrgen zu begnügen, sondern auch nach Abtretungen des unbesetzten Gebietes Livlands und Estlands zu verlangen. Der Redner erörterte schließlich die Ursachen, die Oesterreich- Ungarn �zwangen, den unglückseligen U-Boot-Krieg mitzumachen, und konstatierte, daß Bcthmann Hollweg sich lange aililebnend ver- hielt und mit allen Mitteln und Argumenten sich dem U-Boot-Krieg widersetzte, schließlich jedoch unterlag, wie in diesem Kriege alle Politiker den Militärs«nterlegan sind. Die deutsche Motivierung des U-Boot-Kriegs ging nicht so sehr darauf hinaus, England durch Hunger zu besiegen, sondern gipfelte darin, daß.die Westfront nicht zu halten sei. wenn die amerikanischen MunitionStvansporie nicht versenkt würden, daß also ein rein technisch- militärisches Moment in dm Volldergrund geschoben wurde. Da die Vevweigierung de? U-Boot- Krieges die Regierung Oesterreich-UngarnS zu einem dickten Kon- flitt mit Deutschland geführt hätte, gab eS mit schwerem Herzen seine Einwilligung, nicht gewonnen durch Argumente, aber be- zwungen durch die Ohnmacht, anders handeln zu können. Mag sein, daß Czernins AiMage dem Bedürfnis entsprun- gen ist, sich selbst zu rechtfertigen. Sicher ist die Rechtfertigung nur halb gelungen, denn auf Czernin lastet derselbe Vorwurf wie auf Bethmann Hollwcg, der Vorwurf unheilvoller Schwäche'gegenüber der militärischen Neben- oder vielmehr Hauptregierung. Aber ziehen wir in seinen Darlegungen alles ab, was auf Konto dieses Zwecks zu setzen ist, dann bleiben die Ausführungen Czernins noch immer eine furchtbare, eine zerschni eiternde Anklage gegen Luden- dorff und die militärische Diktatur. In voller Voraussicht des Zusammenbruchs O e st e r r ei ch- Ungarns haben diese vom Größenwahn verblendeten Gewalt- menschen die Fortsetzung des Krieges im Bunde mit den Alldeutschen erzwungen und den Friedensschluß im Aussen- blick des militärischen Erfolgs vereitelt. So kam es denn schließ- lich zum Frieden angesichts der militärischen Niederlage. Jetzt wird vielleicht erst manchem klar, welchen furchtbaren Kampf die deutsche Sozialdemokratie im Jahre 1017 gegen die alldeutsche Militärpolitik zu führen hatte. Die Dinge öffentlich auszusprechen war durch die Zensur fast unmög- lich gemacht: die alldeutsche Presse durfte dagegen täglich über uns als„Flaumacher" und„Meßmacher" höhnen, wenn wir auch nur von ferne die Dinge anzudeuten suchten, die niemand besser wußte als Ludendorff selber. Alles hat damals die Sozialdemokratie darangesetzt, um einen billigen Ver- gleichssrieden herbeizuführen, den Deutschland zu diesem Zeitpunkt ohne Niederlage hätte haben können. Die größen- wahnsinnigen Generäle und ihre siegestrunkene Gefolgschaft von alldeutschen Professoren, Landräten, Junkern, pensionierten Offizieren hat es verhindert. Sie trifft die furchtbare Verantwortung für die Niederlage und die jetzige Zerschinetternng Deutschlands. Sie haben die Gefahr mit offenen Augen herankommen sehen und das Volk weiter in den Krieg gehetzt. Der Hauptschuldige ist nach Schweden geflüchtet: er hat sich feige der Verantwortung für seine an Landesverrat gr enzende Politik entzogen. Zlber es sind noch Mi t s ch u l d i g e genug in Deutschland, die vor Gericht gestellt werden müssen und deren Verbrechen nach Sühne und Genugtuung schreit. lung Hefiihrten Kampf um die Gemeindeverwaltung. Nur widerstrebend habe der Magistrat eingewilligt, daß an seinen Sitzungen drei Mitglieder des Vollzugsausschusses teil- nehmen sollen. Auch bei der Einsetzung von Kontrolleurinnen für die V o l k s k ü ch e n sei man auf Widerstand gestoßen. Das Personal bebe die anfänglick'en Streikabsichten schließlich auf- gegeben. Koch kam zu dem Schl/uß. daß die auS Dreiklassenwahlen hervorgegangene Stadwcrovdncienvsrsammlung keine Existenz- berechtigung mehr habe. Er berichtete auch über das vom Voll- zugSauSschUtz erlassene Verbot der Miete st eigerunaen und Wobnungskündigungen. Das Verbot richte sich gegen den Wucher, und wer es übertrete, den werde man zu fassen wissen. Beim Berliner Arbeiter- und Soldatenrat hat der Neuköllner Ar- beiter- und Soldaienrvt eine Reihe Anträge eingereicht, die in der Hawvtsache folgendes fordern: Der Arheiter- und Soldatcnrat ist die über die Tätigkeit des Magistrats verfügende und ihn kon- trollierende Körperschaft: er hat auch die Polizeig walt und die Kontrolle über das Militär. Die aus dem Dreiklassenwahlrecht hervorgegangene Stadtverordnetenversammlung darf nicht mehr taeien; an ihre Stelle tritt der Arbeiter- und Soldatenrat. Die Sitzungen d-S MzgistrvhS sind dem Arbeiter- und Solldatenrot zum Zweck der Teilnahme bei Vermeidung von Strafe oder Amts. entsetzung rechtzeitig bekanntzugeben. Die Zahl der Beisitzer der Mieteinigungsämter wird um zwei stimmberechtigte Mitglieder deS Arbeiter- Und Soldatenrats vermehrt. Jede Mietsteigerung und Kündigung ist für die Uebergangszeit innerhalb eine? Jahres verboten: Ausnahmen sind nur mit Zustimmung des MieteinigungS- amts zulässig. Die aus dem Kriegsdienst entlassenen Krieger er- halten von den Re!ch?h?HLrden angemess ne Entlohnung und Verpflegung. bis ihr« Eristenz wiederhergestellt ist. Für alle übrigen Arbeitslosen in der Kommune sind sofortiae Arbeitsgelegenheiten zu beschaffen. Alle Staats-, Kommunal- und Privatbetriebe haben Verkürzung der Arbeitszeit auf vier Stunden und mehrere Schich- ten einzuführen.� Die Volksküchen sind miszubauen und zu ver- mehren. Die Einheitsschule ist baldmöglichst durchzuführen. Koch schloß: Wir haben bisher getan, was wir tun konnten. W:r sonnten nicht allos tun, WaS wir wollten. Wir batt-n nicht die Waffengewalt, die wir gegenüber den herrschenden Gewalt- habern brauchen. In der Diskussion wurde behauptet, die Beamten der Stadt wollten ihre Aemter niederlegen, wenn der Ar- beiter- und Solda-Ienrat es Iveiter so treibe. Das sollren sie nur tun, die Arbeiterschaft könne selber deren Arbeit leisten. Den Bericht der Gerichtskommission gab Schone- beck. Sie habe nach einigem Widerstand den geforderten Einblick in die Gerichtsakten erhalten und danach Entlassungen angeordnet. In der D i s k u s s i o n teilte Günther mit, der Polizeipräsident B e ch e r e r habe am RevoluitionStagc die Aktien der politischen Po- lizei verbrennen lassen. Der Arbeiter- und Soldatenrat nahm eine Reihe Anträge an, hauptsächlich die folgenden: Namen und Wohnungen der Per- sonen, bei denen größere Posten Lebensmittel und sonstige Waren beschlagnahmt wurden, sollen veröffentlicht werden. Tie Lebens- mittel sollen Arbeitslosen oder arbeitsunfähigen Kriegsteilnehmern überwiesen werden. AuS den beschlagnahmten Stoffen sollen Winterkleider für Waisen angefertigt werden. Der Arbeiter- und Soldatcnrat fordert von der Reichsregierung einen Erlaß, daß Staats- und Gemcindebcamte, die wegen Vergehen zur Disposition gestellt wurden, kein Gehalt und keine Pension erhakten. Vorgelegt wurde eine Resolution: Der Arbeiter- und Sol- datenrat Neukölln» spricht der jetzigen Regierung seine schärffie Mißbilligung für ihre zweifelhafte und schwankend« Haltung aus. Er fordert dw sofortige Inangriffnahme der S o z i a Ii f t e- r u n g der Banken und Großbetrieb« und des BodenS. ferner die sofortige Aufhebung aller noch bestehenden, aus dem Dreiklassen- Parlament hervorgegangenen Gesetze und ihre Ersetzung durch neue, auS dem Geist der Revolution geschaffenen Gesetze, deren Aus- fuhruncs dem Sh leitet- und Soldatcnrat zu übertragen ist. In der DiflkuliUm erhob ein Redner Einspruch gegen die Forderung „sofortiger" Sozialisierung, da sich diese nicht so ohne weiteres durchführen lasse. Schönebeck erwiderte. eS bandle sich zunächst nur um eine„Inangriffnahme". In fünf Wochen habe die Regierung noch nichts getan. Tu« sie nicht, was gefordert wird, so müsse sie hinweggefegt werden. Die Resolution wurde schließlich wider- spruckisloz angenommen. Im Laufe der Sitzung erklärten verschiedene Redner, daß die Bevölkerung über die Tätigkeit des Neuköllner Arbiter- und Sol- datenraieS falsch unterrichtet sei. Beschlossen wurde, die Anträge des Vollzugsausschusses durch Maueranschläge bekanntzugeben. GMerkUHsbewEuns Das Sankgewe?be und feine ftngeftellten. Die Revolution hat auch im Banlgewenbe den gesamten Fragen- kom-Pbex de? ArbeitZverhältnisses aufgerollt. In dem rein kapita- listisch orientierten Obrigteitsftaate blickten die Bcmkleitmngen mit ssuderäner Vevachwng auf ibrz Angestellten. Sie ignorierten hohnvoll deren LoganisationsbestrÄnngen oder beantworteten sie, wenn sie ihnen unbequem wurden, mit Matzregelungen. Darin Wandel zu schassen, war ein« der ersten Ausgaben, die sich die gewerksckaftlichc Organisation, der Allgemeine Verband der Deutschen Bankbeamten, in der Goburtsstunde der Revolution stellte. 5!ach den ersten Revotutionstagen schlug den BanKeitungen da? Gewissen. Sie erklärten sich, bereit, mit dem Verbände über alle Fragen des Arbeitsverhältnisses in den Grotzbaniken zu ver- handeln und mit ihm gemeinsam eine Lösung zu finden, die den veränderten politischen und wirchchaftlichen Verhältnissen gerecht würde. Hinter dem Rücken der gewerkschasilichen Organisation aber suchte?, und fanden die Herren dann Anschlutz an den gelben Deutschen Bankbeamtcnverem geben, datz ein deutschnationaler Handlungsgehilfe an ihrer Wiege stand. Geldgeber ist die Denrokralische Volks- Partei, der es lediglich darauf anzukommen scheint, die leider noch zahlreichen indifferenlen Handlungsgehilfen für ihre poluiichen Jnreressen einzmangen. Datz der sonderbare Zusammenschluß zur politischen Betäligung im Bermsinteresse— sprich im Doli« tischen Interesse einer gewissen Partei— mit aller Vctve betrieben werden soll, darauf deutet ja auch eine in Bälde in Aussichr genommene Kundgebung, für die Herr Dernburg als Rcserent in Aussicht genommen ist. Die vom Zentralverband der Handlungsgehilfen au die Berussgenossen gerichtete Mahnung: .Augen auf und Taschen zu!" war daher durchaus am Platze. Zu dem widersprechenden Bericht in der Presse über Differenzen der Arbeiterschaft des Siemcns-Konzerns. stellt der dortige Arbciterrat folgendes fest: Nach der Vereinbarung über den Ausgleich der Verdienste aus 46% Stunden sind erneut Forderungen der Direktion unterbreitet 1�1«uiwuD wi HSH worden. Da eine Verständigung über diese Forderungen mit der Wie immer trat dieser auch jetzt Direktion nicht erzielt werden konnte hat ei?>e Versammlung der auf den Plan, um mit der wüstesten demagogischsten Hetze den �rtranenslmte u��Del�ierten der Abteiiiungen dazu Stellung ge. furor teutonicus, der während des Krieges stets von ihm genährt nmtimen und be ichlog cn� vom 10. 12. 18 ab in passive Resiztenz zu wurde, noch einmal aufzustacheln. Tie.Herren Direktoren über- treten, und die Krm??n,iion beomqtr�t, mit der Reichsreglerung .nahmen den anderen Teil der Arbeit. Sie verwendeten sich ihrer- Zweck- Beilegung der �stserenzen in Verbindung zu treten. Nach- feits mit einem Eifer, der einer besseren Sache würdig gewesen wäre, bei allen gesetzlichen Körperscha>ften dafür, datz die gelbe Or- ganisation zu den Verhandlungen über den Normal-ArbeitSvertrag kut ja zugezogen würde. Der Allgemeine Verband der Deutschen Bankbeamten hat demgegenüber unbeirrt von allen Machenschaften der Gelben und ihrer Schutzherren sein gewerkschaftliches Programm hochgehalten. Bank- lethingen wie Voltsregierung gegenüber vertritt er nach wie vor mit aller Entschiedenheit den Standpunkt, datz die Verhandlungen über das Arbeitsverhältnis in den Großbanken sich auf der Basis abzuspielen halben, datz auf der einen Seite die gewerkschaftlich or- ganisierte Arbcitnehmerschaft, auf der andern Seite die organisierten Arbeitgeber über den zu schaffenden Arbeitsvertrag zu ringen haben. Alle gelben, hansabündleriscben und ähnliche Tendenzen will er von den Verhandlungen ausgeschaltet sehen. Hierbei weiß der Allge- meine Verband der Deutschen Bankbocmiten sich im Einklang mit dem Rate der Volksbeauftragten und dem Bollzuysrat des Arbeiter- und Saldatanvats, ebenso wie mit der überwältigenden Mehrheit der Angestellten. Die Wahlen zu den Betrielbsangcstelltenräten in den Banken haben dies unzweideutig bewiesen. Alle gegenteiligen Nochrichten, die von feiten der Drrekttonen jetzt goslissentlich in der Presse verbreitet werden, sind nur ein weiteres Manöver, auf dem bereits geschilderten Wege die Angestellten irrezuführen und sie der gelben Organisation und. ihren im Entstehen begriffenen Filialen, den gelben Werkve reinen in die Arme zu treiben, um sie dort wieder mundtot zu machen und zu vergewaltigen. Den Arbeitnehmern des Finanzkapitals ist in die eigene Hand gegeben, ob sie gelernt haben zu schwimmen, oder ob sie in der gelben Flut versinken, die sie jetzt umhrandet. Der Allgemeine Verband der Deutschen Bankbeamten darf nach seiner jahrelang betriebenen Aufklärungsarbeit die stolze Er- Wartung aussprechen, datz Irreführungen und Gefahren zum Trotz, alle Versuche der Gelben und Direktionen scheitern werden an dem gesundeii Sinn der Bankangestellten, den in der vorrevolu.tionären Aera grotzgezogen zu hüben wahrlich nicht sein kleinstes Verdienst ist. dam nun in einer erneuten Bersammkung der Volksbeauftragte s Barth Bericht erstattet hatte, wurde gegen tvenige Stimmen die Wiederaufnahme der Arbeit beschlossen. Da durch widersprechende Berich te nur Unruhe unter die Arbeiterschaft getragen wird, ersuchen wir die Presse vor Veröffentlichung aller künftigen Berichte ssch mit dem zustehenden Arbeiterrat des Siemens: onzerns in Verbindung zu setzen. Der Arbeiterrat des Siemenskonzerns. „Grobe Täuschung der Angestellten." Vom.Freien Angestellien-Verband", Geichäitsstelle Berlin- Weitzensee, erbalten wir eine Tnigegnung auf die in der Nr. 330a des.Vorwärts" vom 7. Dezember erschienenz Notiz, die obige Ueber schüft trug. Die Entgegnung bestrettet, daß der.Freie An« gestelllen-Verband' ein- grobe Täuichung der Angestellten beab- sichtige. Er wolle lediglich die Angestellten iämilicher Richtungen zu einer politischen Organisation zusammewassen, bei welcher die Mebrheit für die einzuschlagende Richtung maßgebend sein wird. Die Organisation bekämpfe also nicht bestebende Angestellten- Organisationen, sondern versuche, neben dem Zuiammenichluß derselben die bisher uninlereisiert beiseile stehenden Kollegen zur politischen Betätigung im BeruiSinIereüe heranzuziehen. Die Verdächtigung gegen die Gründer des Verbandes, daß diese eS nur auf die Beiträge der Mitglieder abgesehen bätien müsse auf daS energischste zurückgewiesen werden. Die Gründer des.Freien Angestellleu-Verbandes" seien Angestellte der verschie» denen Richtungen, die ihre Funktionen innerhalb deö Verbandes ausichließlich ehrenamtlich ausüben. Wollie. so heißt eS am Schluß der Eniaegnung, der.Zeniralverband der Handlungsgehilfen" aus diesem Grunde die gute Absicht abstreiten? Derielbe sollte viel- mehr auch sein Teil an dem guten Gelingen dieses großen Werkes beitragen, denn durch die Vereinigung der Angestellten aller Rich- tungen wird keine Zeripliiietnng, sondern ein noch engerer'Zu- sammenschtuß der deutschen Angestellieiiichast erstrebt." Zu die'er Entgegnung sei folgendes bemerkt: Die bisherigen Feststellungen über die.Gründer" dieser Organisation baben er- Die Buchhandlunqsgehilfe» der Z?irma E. S. Mittler u. Sohn stellen Forderungen. Wie aus einer uns übermittelten Darstellung hervorgeht, schwanken die Monatsgehälter der bei dieser Firma beschäftigten BuchhandlungSgeihilsen l einschließlich zwei Teuerungszulagen!) zwischen 100 und 250 M.; sogenannte Abteikunysleiter erhalten mehr. Das Du-rchschnittsyehalt aller Buchhandlungsangestellten teinschlictzlich Prokurist) beträgt 200 M.— Nun hat sich endlich die Gehilfenschaft aufgerafft. Der Angestelltenausschutz hat sich mit dem Arbeiterausschutz zu gemeinsamer Arbeit vereinigt und im Auftrage aller Buchhan�dlnngsgehilfen der Geschäftsleitung fol- gende Forderung unterbreitet: 1. Antrag betr. Kleidergeld als ein- malig« Zulage: für Verheivatete, über 1 Jahr im Betriebe, 400 M., für alle Ledigen, über ein Jahr im Betriebe 300 M., für alle andern Anze stellten 200 M. Das Kleidergeld soll noch vor Weihnachten ausgezahlt werden. 2. Antrag betr. laufende Gehaltszulagen: für alle mindestens fünf Jahre im Betriebe tätigen Personen bei einem Gehalt bis zu 300 M. 30 Proz., bei einem Gehalt von 300 bis 400 Mark 20 Proz., bei einem Gehalt über 400 M. 10 Proz. Alle übrigen Angestellten erhalten 20 Proz. vom Gehalt. Die bisher gewähr- ten Teuerungszulagen sollen zuyl Gehalt geschlagen werden. Die lausend zu gewährenden Zulagen sollen vom 1. Dezember 1918 ab in Kraft treten. 3. Antrag betr. Arbeitszeit: die Arbeitszeit ein- schließlich der Pausen soll auf 8 Stunden festgesetzt werden. Neben- und Scmntagsarbeit fallen fort. Nachträglich werden noch gefordert Rücknahme der bereits erfolgten Kündigungen, Einstellung von Kriegsteilnehmern, die vor dem Kriege im Geschäft tätig gewefen find. Diese Forderungen sind bescheiden im Vergleich zu den Zu- geständniffen, die den Kollegen anderer Firmen gewährt worden sind. Der Firma E. S. Mittler u. Sohn erscheinen sie jedoch über- aus unbescheiden und deshalb undiskutabel. Die Firma motiviert die Ablehnung- mit der schlechten Geschäftslage, in die der Militär- Verlag geraten ist. Gewiß, die Zeit ist ungünstig, aber eine Millo- nbnfirma, die 130 Jahre existiert, macht nicht Pleite, wenn sie ein- mal zur Linderung dringender Not etwas tiefer in die Kasse greift. Die Firma hat im Laufe der vielen Jahre gerade durch die schlechte Entlohnung der Arbeiter Millionen verdient.— Die Gehilfenschaft wind von ihren Forderungen keinen Schritt zurückweichen und so i hat es den Anschein, als ob es in der Kochstratze in den allernächsten. Tagen zn einem Lohnkampf kommen wird. bcirägt die Teuerungszulage für diejenigen, die zweimal am Tage kommen, vierteljährlich 2 M., die nur einmal am Tage kommen, erhalten 1 M. Mit der Beseitigung der Mißstände haben die Frauen den Verband der Hausangestellten betraut. Folgende Ent- schlietzung fand einstimmige Annahme: Die am 12. Dezember im Deutschen Hof versammelten zirka 2000 Reinmachefrauen der Kriegsgesellschaftcn und Reick- sbehcrdkii erheben Protest gegen die ungenügenden Teuerungszulagen, die ihnen gewährt oder versprochen worden sind. Sie beanspruchen ohne Rücksicht aus die Dauer der Tätigkeit in einem Betrieb 250 M. einmalige Teuerungszulage sowie 10 Pro- zent für jedes Kind. Außerdem verlangen sie eine erhebliche Erhöhung ihres Lohne? und beauftragen den Zentralverband der Hansangestellten mit der Vertretung ihrer Lohnfvrberungen. Die Reinmachefrauen der- langen den freien Sonnabend nachmittag unter Bezahlung der iii dieser Zeit bisher gearbeiteten Stunden. Die Versammelteii geloben, datz sie nicht rasten werden, ehe nicht die letzte Reimuachesrau im Zentralperband der Hau sänge«' stellten organisiert ist. Ueber unzureichende Bezahlung in der Abteilung des Adrestbucheb bei Scherl ! führen die icchnischen Hilfsarbeiter lebhafte Klage. Dieselben er- halten pro Tag bei Sstündiger Arbeitszeit 4 bzw. 4.25 M., außer- . dem für die angefangene Uebrrstunde 05 bzw. 75 Pf., so daß der � Arbeitslohn bis vergangenen Sonnabend nach Abzug der üblichen Beiträge zur Kranken» und Jnvalidenkass« 33,20 M. bzw. 30,50 M. betrug. Durch das Ausfallen der Hebe rstun den verringert sich diest Summe jetzt wesentlich Trotz Vorstelligwerdens bei der Leitunz de? Verlages ist bis heute keine AeNderunz eingetreten,«ine Er- böhung des Lohnes wurde ohne weiteres abgelehnt. Der Lohn der Angestellten ist wesentlich höher und das mvq auck> der Grund sein, weshalb die letzteren für«ine gemeinsame Aufbesserung der Löhn«. nicht zu haben waren. Die tecbnischen Hilfsarbeiter, die dieselbe Arbeit zu leisten haben, wie-die Angestellten, haben es sich selbst zuzuschreiben, daß sie noch so erbärmlich bezählt werden. Warum suchen sie nicht den Anschluß an eine moderne Gcwerkschaftsorganisation! sie würde sich ihrer Interessen bald mit Erfolg annehmen. Wer aber in der gegenwärtigen Zeit noch die Organisationen entbehren zu können- glaubt, kann auf bessere Entlohnung seiner Arbeitskraft nicht rechnen._ Ter Bund der Eisenbahnbcsmten, Bezirk Berlin, veranstaliet am Freitag, den 13. Dezember, abends 8 Uhr. im Kassersaal de? „Rheingold", und am Sonntag, den 15. Dezember, vormittag? 10 Uhr, in den Sophiensälen zwei Persammlimgen zur Stellung- nähme über Tagesfragen. Die Vorträge behandeln: 1. Di« drin- gendsten Forderungen der Eisenbahn beamten in der Gegenlvart. 2. Beaintenmisschüsse, Arbeiterräte, Betriebsräte(Angcstclltenaus- schüsse). 3. Beamtenorganisationen. Freier Angcstelltenverband. Die„A r b e i t S g e m e i n s ch a f i kreier Angestelltenverbänd e", die alle gewerkschaftlichen Organisationen der Handlungsgehilfen, Techniker, Bureauangestellten und Bühnenangestellten iimfaßt, macht daraus aufmerksam, daß st« mit einer in diesen Tagen erfolgten Gründung eines sogenannten „Freien Angestelltenverbandes" in keinerlei Zusammenhang steht- Die Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenver« bände befindet sich nach wie vor: Berlin NW. 52, Werftstc. 7, Fern-■ sprecher: Moabit 7810/7811, Bersstmmlung von 2000 Reinemachefrauen. Die Reinmachefrauen-der Kriegsgesellscha?ten und ReichSbohör- den hielten am Donnerstag Morgen im„Deutschen Hof", L uckauer Straße, eine Versammlung ab, um. gom einsam über ihre Lage zu beraten. In den vielen Abteilungen der KriegSgesellschasten und Reichsbehörden werden grundverschiedene Löhne gezahlt, und zwar sind 40 Pf. pro Stunde kerne Seltenheit. Die ReichSbekleidungs- stelle hat ihren Betrieb einem,„Unternehmer" übergeben, der sich «ine Reihe von Frauen angenommen und diese dort beschäftigt. Fehlen Frauen in diesem Betrieb, dann hälen die andern die Ar- Veit mit zu verrichten, erhalten aber keine Bezahlung dafür. Hier parteinachrickten. Zur Frage der Wahltaktik zwischen den Unabhängigen und Mehrheitssozialisten bemerkt in einer Polemik gegen das Organ der Hamburger Unabhängige« „Rote Fahne" das„Hamburger Echo" u. a. folgendes: „Wir beharren auf unserem Standpunkt, daß gemeinsam« Listen zweier Organisationen für uns unmöglicfi sind. Wir wollen nicht die U. S. auf den Schultern unserer Massen zu den gewünschten Mandaten tragen. Die Beispiele von Dresden und Chemnitz reden doch wohl eine verständliche Sprache. Und Wilhelm Dittmann, ein alter Kenner der Organssationsverhältnisse hat dies« Sprache ja auch deutlich verstanden. Wir sind aber dafür, daß eine Vereinbarung über Verbindung der Listen der.beiden Parteien unk Gruppen getroffen wird. Und unsere Versöhnlichkeit geht schließ' lich auch noch darüber hinaus: wir find für gemeinsame Front mit gemeinsamen Listen, dann aber nur in einer einheit- l i ch e n Organisation. Und die wird genau wie die gemein- same Wahllist« vom Parteivorstand der Unabhängigen Sozialdemokraten— nicht von uns— abgelehnt. ZZeraniworUick, für Polilik- Eric!, guttnkr, Berlin: für den Lbriflcn Teil de? Blatles! Alfred Schal«, Neutlilln: für Unleiaen Theodor Mlaile. Berlin. Perlag: BcrwSrls-Perlag M. in. d. H., Berlin. Druck BorwänS-Buchdruckerei und vcrlagSanstaU Paul Sinaer u So. in Berlin. Lindenslrabe S. - Hier«» 1 veiloge. Breite Straße Knaben- Kleidung Schlupf-, Zacken- und Zcppen- Anzüge, Knabenhofen, Lleberjacken, tleberzieher Damen-Kleidung Mäntel Jackenkleider, Kleider, Kleiderröcke, Bchien, Moraenröcke und llnierröcke fftädchen- und Knaben- Mutzen Sckirme Brüder- straße Herren- Kleidung Herren-Anzüge. Westen, Ueberzieher, pelze, Herren Hüte, Mühen Herren- Wäsche Oberhemden, Kragen, Stulpen, Vorhemden Herren-Krawaiien Selbstbinder von 6.20 an Umändern und Wenden von Damen-, Herren- nnd Kinder- Bekleiduigsstäkken. Nenanfertigungen bei AKatermlin labe Sonntag, den 15., und Sonntag, den 22., sind ie Bmanfsräume von 12 vis 5�/, Uhr geöffnet. 1 Aufruf: Pfälzer!— Freunde der Pfalz! L»udsleute, kommt alle, Mäuner und Frauen, am Sonntag, den 12. d. M., IlM/z Uhr vorm., i» die Kammerlichtspiele, Potsdamer Platz, *21 Urbeltcrrate! ms zu einer Protestkundgebung Zage» die LoSlösung der Pfalz von Deutschland. Redner: Dr. Max Pfeifer(M. d. R.) über: „Tie Pfalz, ein deutsches Land". Eintritt frei. Der Pfälzer Waldverem OrtSgrupve Berlin. V/13 liAnismniiD von Grotz-Berlin. 6en 13. vezember ISIS,«achiolttag» 6»Hr. »Nluhhml»", ohmstrab« Z(a.». CCSpcnitfct Shroft*); Versammlung 'W Bäckermeister und Bäckermeisterfrauen von Grost- Berlin. . Tag«, Ordnung: B-rlcht de- Rn-iswnokommlssion Uber die skandalösen Mehlgesi>,a!te des Innungsobermctstero von Erog-Berlln , jwbft seinen Mitschuldigen. \ Stele Diolusslon. d- vit neue Mehlverteilung. Jej�en und«olleginnen I«er e, ehrlich mit der gesunden «erteütwicklung i» unserem Berufe meint, erscheine hier. .vre»»okoemeloteee-nt. z. O. Rachtigall. Geschäftsstelle Berlin, Leipziger Str. SS, Zentrum 62t. Freitag, den 13. Dezember, abends 7 Uhr im Böhmische» Brauhaus, Landsberger Allee 13 (Eingang durch den Garten, linker Saal): Uersummlung sämtl. Arbeiterräte Grost-Berlins, die auf dem Boden der alten Sozialdemokrat. Partei stehen. OTf Die sehr wichtige Tagesordnung erfordert die Anwesenheit aller als Arbeiterräte gewählten Parteigenossen!"WS «»/lo' Der Propaganda'Ausfchuß. 53vn Ausschuß. Sonnabend, den 14. Dezember 1918, abends 7 Uhr, Im großen Saale des„Rbeingold(k, ßellevuestraße: I �5�?' den 16. Dezember, abdS. 6'/, Uhr, > Mufiker-BereinShauS, Kaifer-Wilh.-Str. 3t (großer Saal): Tagesordnung: !. Wirtschaftsivtereffen iu Gc- fahr! Unbedingter Zusammenschluß der Tchlossermeifter, Schlossereien, Drehereien, Maschinen« u. Werk- zengfabriken und verw. Branchen der Metallindustrie. 2. Freie Aussprache. Panttlichk, Erscheinen selbständiger Sewerbetrridender noitnendig. SlSD über ciss TKernau„Im Zeichen Referent: Berletnann der neuen Zeit." Jeder nann, in.be. ondere die HarlneancehOrlcon, sind berallcb willkommen. 381D Der Agltatlonsangschna. I. A.: Berlemann. ®«!ielftet.Be3.-BerelB Betlln i. Sonnabend, den 14 Dezember. adendS 7 Uhr, wi Restaurant Zchnllhaiv, Reue Jakobstr. 24.26: «liSelottenWe Mllelieroerwmlnng rg,.„ Sage, otbnung: Stellungnahme der Werkmeister zur Wirt. schastlichen und politischen Lage. scheinen all««itglled« erforderlich. � MSÄlSeilmmM «"•waitunastfeiie Berlin- N Stz, Cinlenltr 83-85. Aefchäftozeit von»—1 Uhr und von 4—7 Ubr. .■— Telephon: Amt Rorden 186, 12«, lSS7. Mt4. Am Sonntag, den 13. Dezember, "ormittags'/,» Uhr. in den Andreas- sälen, Andreasstr. 21: Versammlung Hötten- n. Messlnpierkeii Beschäftigten Tagesordnung: o„t!?un9nof)me zu unserem Kollektivabkommen. Zahlreichen Besuch erwartet.... vis OrUTWWnltnnE. litfl................... Parteigenosse», die aus dem Heeresdienst ratlassen sind, werden zur bMMtW«II« WWW Klangt. Nur solche, die sich durch Mitglieds- �uch des Svzialdemokratischeu Vereins Charlotten- ausweisen können, mögen sich melden. lSlleldungen in der»eschäftsftelle des voltsh-ns»,«rh«- WZS. 1'•'''"S -alKiiiT. TIRAK RUHM iADAb Arbeiter! Soldaten! Sonnabend, 14. Dezember, vorm. 10 Uhr, in den Germania-Prachtsälen, Chausseestraße — nicht im Gewerkschaftshaus!— Versammlung aller Arbeiterund SoldatenräteGr.-Berlins Tagesordnung: M der Selegietten m SelegielkennerWMos m ik.Sez. 1918. vor BoBinflotat btr gl. und»..»St, evr.-vn:lin». Z. TL: Franz Büchel. ___„„„juuatui p«r UND S.-aato«Nr-vorlln». z. TL: Franz Büchel. WMMWWWWMH. Tektiv» St Industriearbeiter. demmnleiite ns m MM m BiUaMfitie. Freitag, den 13. Dezember 1018, abends 6 Uhr, Bei«allschmteder. Badstratze 18: 68/11 Vvo I»♦» it.%>v v,«uuiiraßc io* Vertranensmänner-Konferenz. S» find austorst wichtige Fragen ZU erledigen, Seohalb muh leder 1 bestimm»«ertrelea sein. --------- Betrieb S«tHon»leltonn. Stellungs-üesuelie, Zeugnisabschriften u. sonst. schriftliche lirteUen fertigen an schnellstens 5722» Schreibstuben,«ed.6tc.168 Eharlottenbura, am»nie, Schreibmaschinenladen. Bekanntmachung. Grsatz.Abtelluvg w Trepww eine öffentliche Pferdeversteigeruua -t«,«•«___ t___ V M rr,, 197/13 Pferdehändler sind mitzubringen. Am Arettay, den IS. Dezember ISIS, nachmittags 2 Ahr, findet au, dem Exerzletplaz VOM 4. Sardr-Regt. j. F., Berlin m»2, Seydlißstr. 12. Versteigerung von arbeitsfähigen Pferden statt. Auf die Bersteigerung werden zunächst nur die Inhaber roter Karten, die deuilich sichtbar getragen werden Müssen, zum Bieten zugelassen, die Inhaber weißer Karten erst dann, wenn erstcre abgefunden find oder kein nach billigem Ermessen ge. nugendes oder Uberhaupt kein Gebot mehe abgeben. aetdofe Zutritt zur verftetgerimg streng V»e Soldateurat E NS. Pferde-Bersteigerung. Am Eonnabend, den 14. Dezember, vorm. 16 Uhr, findet ..im Ersag-Pferde-Depot des Gachckorp« Berlin, Friesenstr. Ii, die Versteigerunjj von einet größeren Anzahl Pferde statt. Rur Inhaber von Pferdelarten haben Iuicirt. Händler ausgeschlossen. 234/7 Der Soldalencat fcaacöom. svmhrtWfck Harmoniinn mit eingebautem Spielap, auch ohne Notenkenntnisse bar, SS0.—, Salouharmonw« S7i,-, gebrauchtes 37b,—, Aar. * 5/Ulapparat mit im Noten SS,—(eoent. Raten. zahlungi v erger» veanienstr.ls«. Prwawerk.3.Et. Wo hn«cht*Baltr$£e�Jetit erbeten» la YeloarbQte 48 H. »na Prima Reiher Remt-Verkauf-HW, Lmdeku, � sS»aler 2.Geschäf,Oruoew«ld«tr.'s6 Ecke Bayerischer Plati.* M ilnzen lauft Ball,»ltiliMliiIIz., Bwlin, Wllfttlinstr. 41,47, solide, gut elngefllhrt, Bureaus in Kristiania und Bergen, sucht neue technische oder chemisch-techntsche Grfindungep respektioe Bertretung von Fabriken der maschinellen»der elektrischen Branche.— Kann auch MatertalnRinkänfe»er. Mitteln. tm/ir Ä./S. Morsk Teknisk Bureau, K pl»tl»nj«(Xorwpjren). r Kriegsanleibe— SparkaEsenbacber4' 'Verden beim MSbelkaul In Zahlung genommen- Möbel-Kluge bietet große Auswahl bei denkbar billigen Preisen. 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Gustav Munkwitz, Lagerarbeiter. Ernst Schiller, si«fnhr«. Paul Scblschke, Industriearbeiter. Friedrich Sehmiauke, Geschäftsrutscher. Karl Schmittchen, Geschsstsdiener. Rudolf Strissel, S-Hlenarbeiter. Gustav Vieschke, Rollkutscher. Ehre ihrem Zlndenken! Sie Vezirksleiwng. es/6 DcuUcher metallarbsitcr-Vcrband Verwaltungsstelle Berlin. Xacbrnf. Es starben: Erich H�bersath Werkzeugmacher, der bei der Revolution am I. Noobr. erschossen wurde. Paul Müller Maschinenarbeiter, a» 5. Dezember an Lungenleiden. 123/6 Äogiist Hietzselunanii Schlosser, aw 10. Dezember an Herzschwäch». Paul Undenan Arbeiter, Johannisthal, am 23. November. Frida Herzmann Arbeiterin, Neukölln, Herhbergstr. 28, am 30. November. Gustav Eehmann Dießerciarbeiter. Mariend orf, Königftr. g, am 30. November. Margarete Bindig Arbeiterin, Neukölln, Donaustr. 112, am 1. Dezember. Gertrud Fischer Arbesterin, am 3. Dezember an Nervenleiden. Friedrich Schowe Schleifer, Neukölln, Warthestr. 6, am 4. Dezember an Lungen- leiden. Ehre ihrem Andenken t Di« Ortsverwaltnng. Statt besonderer Anzeige! Am 10. Dezember d. z. endete ein sanfter Tod die mit großer Geduld getrage- nen schweren Leiden meines inniggeliebten Mannes, Sohnes, Bruders, Schmie- aersohnes und Schwagers, des Möbelhändlers Max Lange im 40. Lebensjahre. Im Namen der Hinter- bliebcnen Venn Einnit Lange, Berlin, Lorjmgstr. 25. Die Beerdigung findet statt am Sonnabend, den 14. Dezember, nachmittag» 3'/, Uhr, von der Kapelle des alten St. Elisabeth- Kirchhofes, Ackerstraße, aus. I Im Straßenhandel 20-3!» M. 1 täglich leicht zu vcrd. durch I Verkaut von Zcdudcröme. ! Raslerpulrer und anderer ! chem.- technischer Artikel. j>9-5 Uhr.»' I Max F. Lischke, chem. Fab. Potsdamer Str. 118. loEWÄaf und mehr mit 30 Mk. durch leicht oerkSufliche« nlltügL Bedarfsartikel; stir Straßen- Händler und Hausierer gstu- stiae Gelegenheit. 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