|lr»B46a* 33. Jahrg. SezugSvretSt SiertcIjäftrL 6.75 MI. monatt.2.2B SB. frei in-? Haus. vorauSzahlbar. Einzeln« Nununern 10 Piennig. Hosliezuz: Manailich 2.W MI.. f%tL Zustellung?. gedllhr Unter Kreuzband für Deutsch. iand u. Leslerreich-Ungarn 5,50 Ml. für das übrige Aueland t-.so MI., döi täglich einmaliger Zustellung 7.50 Ml. Pasweiiellungeu nehmen an Däne. mar!. Holland. Luxemburg. Echwedcn und die Schweiz Eingetragen in die Vosl-ZeltungS-Vreieliste. Der.Lorwärts' ericheint wochentäglich zweimal. Sonntags einmal. Abend Ausgabe. Telegramm-Ad reffe: »Sozialdemokrat Ocriin* Vevlinev Volksblalk. Anzeigenpreis! Die achiaespaltene Slonvarsillezelle kostet 80 Pfg.»Kleine llltizeigrn", das iettgedruckte Wort tv Pfg. izuiässig 2 fettgedruckte Sorte), le&ce weitere Wort all Pfg. Stellengeluche und Schlafsiellenanzeigen das erste Wort SO Psg., iedes weitere Wort 15 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 50°/» gamilten-klnzeigetr, volitische und gewerlsch-stiiche Vereins- Anzeigen SO Psg die Zeile. Anzeigen iür die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft. Sctlüt SS. 68, Lindensttahe 3, abgegeben «erden. Geöffnet von L Uhr früh bis 6 Uhr abends. Zentralorgan der foztaldemokratifcben Partei Deutfcblandst Redaktion und Expedition: SV. SS, Linöenftr. 3. K-erusprecher! Amt Morwplatz, Nr. tülSa- tSl»7. vorwärts-verlag G.m.b. H., SM. SS, Lindenstr. 3. Fernsprecher! Amt Morttzplap, Nr. U7 53—51. Der zweite Cag des Kongreifes. Sericht öes Vollzugsrats. Berlin, 17. Dezember. Loineit eröffnei die Sitzung um S Uhr 15 Minuten. Das Haus ist wieder gut besucht. Vors. Lcincrt teil, mit. dah sich eine Demokratisch« Fraktion gebildet bat.(Hört! hönl und Unruhe.) Ich bitte Sie. lasten Sie doch jedem Gesinnungsfreiheit. Nach Erledigung einiger geschäftlichen Angelegenheiten wird die Diskussion über den Bericht des VollzugSratS fortgesetzt. Hermann Müller vom VollzugSrat stellt dem Vorsitzenden Richard Müller, bezugnehmend auf die Behauptung bürgerlicher Blätter, er. habe sich and seine Familie bereichert, das Zeugnis eines jederzeit hilfsbereiten Genossen aus. Der wahre Untergrund zu Oer Mihstimmung gegen den Vollzugsrat ist die falsche Auffastung, dast er entgegen dem Standpunkt der Rc- gierung gegen die Nationalversammlung sei. Richard Müller trägt ein grosi Teil Schuld daran selbst, denn nur über sein« Leiche sollte der Weg zur Nationalversammlung gehen. Scharf verurteilt Redner die politische Propaganda des VollzugsratrS. Das sei Sache der beiden politischen Parteien. Hier müste eine scharf» Trennung vollzogen werden.(Beifall.) Ich sehe keinen Grund für die Befürchtung, dah die Eningenschaften der Revolution in Gefahr seien. Ist das Proletariat einig, so wird eS die Kraft haben, jede Gegenrevoluiion mit eiserner Faust niederzuschlagen. (Stürmischer Beifall.) Es wird an Antrag gestellt und angenommen: mit Rücksicht auf die umfangreiche Rednerlistih sollten die einzelnen LandSmannschaf» tcn nur einige Redner stellen. Nirlisch(Augsburg): Nach den gestrigen Demonstrationen dar Liebkncchtianec kann man es verstehen, dasz sie manchmal zu der Ansicht kommen, als hätten sie die Macht. Aber Berlin ist nicht das Reich!(Beifall.) An Bayern sind seine Anhänger sehr dünn gesät. Was berechtigt den VollzugSrat, sich daS Kontrollrecht über die Regierung anzumasten? Selbst Eisner will den Räten unter keinen Umständen die Exekutive einräumen. Sollen die Volks- beauslraglen vom Vertrauen des Volkes getragen sein, so bedürfen sie auch der vollständigen Bewegungsfreiheit. Wir Bayern wünschen, dafi alles Trennende beiseite gestellt und gemeinsam Marschiert wird.(Lebhafter Beifall.) Nabe(Brandenburg): Tie ReichZffinheit ist durch die Tä- tigkeit des VollzugSraies sehr oft in schwere Gefahr gekommen. Diese Gcldwi�lschast ist ein Verbrechen. Warum hat man nicht> eins von den vielen Bureaus des VollzugSrateS mit der Kontrolle der Finanzen beaustragt? Wir haben Goltschling als tüchtigen Kameraden kennengelernt, auch Brutus ist ein ehrenwerter Mann tHeiterkoil). aber warum haben sie nicht für Reformen gesorgt? Wir müssen in Folge das Vertrauen zu uns selbst gewinnen.(Leb- hastcr Beifall.)... its wird beantragt, den gestern eingereichten Antrag aur Entwaffnung der Gegenrcvolui.on so zur Diskusston zu stellen, daß der Antragsteller 20 Minuten Redezeit zur Begründung erhält. Ter Antrag wird abgelehnt.(Zurufe von den Tribünen: Ihr seid vwlden!- Ihr kabt ja Angst!— Lachen im Hause.) Vraas-lliemscheid: Wie stellt sich der Rat der Volksbeauftragten zur Gegenrevolution? Man lieh die Ossiziere angeblich auf ihren kosten, um den Rückmarsch der Truppe ordnungSgemöh zu leiten. Sic haben aber die Arbeiter- und Soldatenräte ausgelöst, ihre Fahnen verbrannt und ihre Flugblattverbreitor verprügelt.(Zuruf: Ramcn nennen!)'Sie geben mir ja keine Zeit dazu.(Lachen im Hanse.) Unter dem Schlagwort de? Bolschewismus Hai Man nicht nur von feiten der Bürgerlichen, sondern auch von den Rechtzsozialisten die Truppen aufgehetzt. Was haben die BolkSbeaus. tragicn gegen die reaktionären General« getan? Nichts! ES lieg! System in der Sachet An tidand von bekannten Befehlen usw. weist Redner auf das gegrnrevolutionäre Treibe» einzelner Generale hin. Warum hat man nur einen und nicht alle Generäle der Konter» �tbolution abgesetzt? Ein Gchcimbrfehl de»«. O. K. IS bersüg» auf Weisung der Heeresgruppe G, dah aus jedem Korps möglichst eine aktive T'viston mit aktiven Offizieretk berous- ffe-ogen wird, die über die D�mobilmachung hinaus bestehen bleiben soll. Sle soll reiflich mit Nahkampfmitteln ausgerüstet werden. desgleichen mit Maschinengewehren. Man sollte den Mannschaften sogen, dah sie gegen Plünderer und wegen der politischen� Situation üi der Heimat immer bei der Hand und kampfbereit sein sollen. (Lebhaftes Hört! hört!) Was haben die Bolksbeauftragten dazu getan?(D'ürmischer BeAall.) Unter ungeheurem Beifall wird beschlossen» Draas weitere Minuten Redezeit zu gewähren.. Vraas(fortfahrend): Hier ist de? rechte Ort. die Frage zu bc- antworten, was haben die VolkSbeauftragtcn gegen d:e Konter- Revolution getan? Wir baben durch abgelauschte Telcphongespräche sestgestellt. dah sich dir Lndustricbarone im Westen schon darüber l unh-rhalten. an welchem Tage in diesem und jenem Orte dt» Ar- i beiter- und Saldatenräte abgesetzt werden sollen. Wer regiert hier? Oberste Heeresleitung oder der Rat der Volksbeauftragten? Wir werden den Beweis erbringen, dah all« gegenrevolutionären �ahnahmen im Westen mit den Schlotbaronen getroffen worden GS ist ferner Aar, dah die Besetzung der neutralen Zone durch Feinde aus deutschen Vorschlag in den Vertrag zur Verlange» Nrng de? Wasicnltillstandes aufgenommen worden ist.(Lebhaftes Hört! hört!) Glauben Sic. dah der Putsch vom 6. Dezember nicht ttit all diesen Dingen im Zusammenhang steht.? Wir fasten un- irre Forderung dahin zusauunen: Entwaffnung der Gegenrevolution und Bildung einer Roten Garde.(Beifall bei den Linksradikalen.) Wcgmann(Vollzugsrat): Unter allgemeiner Unaufmerksamkeit des Hauses bespricht der Redner alle die bekannten Vorgänge, die zu dem Putsch am 6. Dezember geführt haben, von seinem Stand- Punkt aus. Bemerkenswert ist, dah er ein Einschreiten gegen die Prcßfreiheit verlangt, die es zuläht, dah die Schmutzplakate an den Lttfahfäiiten prangten, welche die Tötung Liebknechts forderten. Er schloh mit den Worten: Wir müssen mit den Mehrheitssozialisten mitmachen, und wenn ihre Macht unterhöhlt ist, werden wir in ihre Stelle treten.(Vereinzelter Beifall.) Volksbeauftragter Landsberg: Wir geben uns über'die gegenwärtigen Strömungen keinerlei Täuschung hin. Nur darf man nicht gleich nervös werden.(Sehr richtig!) Wir sind allen Gerüchren nachgegangen. aber es hat sich z. B. nicht bestätigt, dah General Sixt v. Arnim einen gegenrcvolutionären Erlah herausgegeben hat. General Eberhard ist von seinem Posten entsernt lvorden. mehr können wir nicht tun.(Sehr richtig!) Ten verlesenen Gsheimerlatz haben wir sofort dem Kriegsministerium überwiesen. Wir stehen seinet- wegen noch in ernsten Verhandlungen mit der Obersten Heeres- leitung.(Hört! hört!) Was sollen wir weiter tun?(Zuruf: Totschiehen!) Aber erst müssen wir doch einmal einen Tatbestand haben. Wenn xiu Tatbestand feststeht, gehen wir gegen alle gegen- revolutionären Machenschasten schonungslos und rücksichtslos vor. (Eeifall.) Wir würden ja sonft den Ast absägen, auf dem wir selber sitz n, und dazu haben wir nicht die geringste Lust. Im übrigen kann ich mitteilen, dah der Kriegsminister gestern seinen Abschied eingereicht hat. Nun zu R i ch a r d M ü l l e r. Er hat erklärt, nicht objektiv sein zu wollen. Ich hatte mich ja auf verschiedenes gafaht gemacht, aber er hat alle Erwartungen übertroffcn.(Sehr richtig!) Sein Bericht war eine einzige Zlnklage g'gen den Rat der Volksbeaus- tragten. Wenn jemand so wenig objektiv sein kann, sollte er lieber die Erstattung eines Berichts ablehnen.(Sehr richtig!) Der Bericht des VollzugSratS hat den Tatsachen direkt ins Gesicht ge- schlagen. David hat nicht nur nicht den Auftrag erhalten, die Archive des Auswärtigen Amts durchzusehen, sondern er hat selbst darum gcb ten, damit nicht betraut zu werden, hat also so korrekt wie möglich gehandelt. Ebenso falsch ist die Darstellung Richard Müller? über den Fall Lorenz. Mit besonderer Schärfe hat sich Müller gegen den Vorwurf gewehrt, dah der Berliner Vollzugsrat eine Diktatur erstrebe. Wenn eine solche Auffassung im Reich he- steht, so ist Richard Müller daran nicht unschuldig. Gerade er hat in öffentlicher Versammlung erklärt, der Rat der Volksbeaus- tragten sei vom VollzugSrat einges tzt worden und könne jeder. zeit davongejagt werden, wenn es dem VollzugStat passe. (Hört! hört!) Wer jo vorgeht, kann sich über den Vorwurf der Diktatur nicht wundern.(Sehr richtig!) Fast jeder Tag brachte Konflikte, und noch in den letzten Tagen schon nach Ausschreibung dieses Kongresses ist vom Vollzugsrat der Antrag gestellt worden, den Volksbcauftragtcn Ebcrt von scinein Platze zu entfernen.(Hört) hört! und grosse Unruhe.) Müllers Verdienst ist es wicht, wenn der Antrag abgelehnt worden ist. Wenn der Berliner Vollzugsrat sich gegen den Verdacht schützen wollte, eine Diktatur für das ganze Reich errichten zu wollen, dann mußte er am ersten Tage nach der Revolution diesen Kongreß einberufen.(Stürmische Zustimmung.) Wir haben fortgesetzt daraus gedrängt, schon in den allerersten Tagen.(Hört! hört!) Es könnten noch zahlreiche Bei» spiele für Mi h griffe und Uebergriffe des Vollzugs» r a t e s angeführt werden. Ich erwähne die Festnahme der Groh- industriellen, die völlig unbcgrünidet war. Zurufe: Na, nal) Hoffentlich ist Ihr Material besser als das Material deS Vollzugs- rates, dann einmal hat die fragliche Zusammenkunft überhaupt nicht stattgefunden, dann war der Denunziant nie Kellner in Dort- mund und schmählich hat er gestanecn, dah er sieb die Bcschuldigungan aus seinen schmutzigen Fingern gesogen hat. Gewiß hatte der Ar- heiter- und Saldatenrat in Müblheim das Recht, wenn Gefahr im Verzuge war, die Leute festzunehmen. Aber wie kommt der Berliner Vollzugsrat dazu, diese Dortmunder Sache zu untersuchen?(Sehr richtig!) Das steht nirgends geschrieben, und der Rechtsstaat kommt ins Wanken, wenn jeder machen kann was er will.(Zurufe: Wir sind in der Revoluttonl) Müller hat sich'schon scharf gegen den Reichsschatzsekretär Schiffer gewendet. Schiffer hat in seiner Rede gegen vie Arbeiter- und Soldatenräte kein Wort gesagt. Er bat nur erklärt, dah jetzt von verantwortlichen und unverantwortlichen Stellen sehr viel Geld ausgcgevc» würde.(Zuruf: Das genügt!) Sind Ihnen denn nicht Fälle bc- kannt, wo tatsächlich viel Geld ausgegeben worden ist? Man kann es seinem ReichSschatziekrctär doch nicht übelnehmen, wenn er auf Sparsamkeit sieht.(Sehr richtig I) Die Arbeiter, und Soldaten- räte sind von bestem Willen erfüllt und arbeiten teilweise recht ge- schickt. Ich erwähne als Vorbild den Magdeburger Arbeiter- und Soldatenrat. der in drei Wochen ganze 5000 M. ausgegeben und dem Reiche Millionenwcrte erspart hat.(Beifall.) Scheuch geht! Der Volksbeaustragte LandSberg teilte in der heutigen Tagting der Arbeiter» und Soldatenrcite mit, daß der Kriegs- minister gestern sein Entlassungsgesuch eingereicht habe. fln Sie vereinigten Vertreter öer öeutschen /Weiter- u. SvlSaten- räte in Seriin! Bon Prof. Fr. W. F o c r st« r, Gesandter des bayerischen Voüfsstaats in Bern. Auf Grund genauer Vertrautheit mit der linternationalenLage glaube ich den zurzeit in Berlin vereinigten Vertretern der deutschen Soldatenräte folgendes i zur Erwägung vorlegen zu sollen: In manchen Kreisen der deutschen Soldatenrätc ist die Auffassung verbreiett, die Entente werde zweifellos bereit sein, eine Zentrale der Soldaten- und Arbeiterräte als Ver- handlungs- und vertragsfähige Vertretung des deutschen Volkes zum Zwecke der Lebensmittelversorgung sowie der Vorfriedens- und Friedensverhandlungen anzuerkennen. Diese Hoffnung beruht auf einer völligen Verkennung des Geistes der westlichen Demokratien. Den Ententcvöl- kern gilt allein die auf geordnete ni parla- m e n t a r i s ch e m Wege entstandene Mehrheit als die gesetzliche Trägerin des Volke.- willens. Jede Diktatur ein» bestimmten Klasse, tomins sie von oben oder von unten, gilt dem Westen als Sünde gegen den Geist der Demokratie, der keine Ausschaltung ir- gendeiner Gruppe von der Mitbestimniung der nationalen Geschicke duldet. Die Entente würde sogar eine radikal.sozia- listische Regierung anerkennen, wenn dieselbe der Ausdruck einer parlamentarischen Mehrheit wäre: mit einer antosra- tisch geschaffenen Volksregierung aber wird sie ebensolvenig verhandeln, wie sie mit der gestürzten deutschen Autokratie zu verhandeln wünschte. Sie betrachtet die Soldatenräte, auch wenn sie dieselben als Uebergangserschein.mg voin. Alten zum Neuen begreiflich findet, doch nur als eine andere Form des Militarismus. Diesen Standpunkt neh- men auch die massgebenden Schichten der'.o.'stllchen Arbeiterschaft ein— schon deshalb, weil ja auch die obersten Entscheidungen in ihren eigenen Organisationen eine Nachbildung des parlmnentanschen M'hrhcitLprinzjpo FiiÖ. T-.her sind auch die Arbeiterschaften des Westens«ntsch! ästen, keine ; deutsche Regierung als legal anzuerkennen, die nach anderen Prinzipien gebildet wurde. Man mag diese Haltung für falsch erklären, man muss aber mit ihr als mit einer unnmstösslichen Wirklichkeit rechnen. Mit dieser westlichen Auffassung von geordneter Volksvertretung muß man vor allem dann rechnen, wenn man in grossem Stile Lebensmittel und Rohstoffe haben will. Denn nur auf Grund weitgehender Kreditgewährung wer- den solche Lieferimgen möglich sein— ohne feste Bürgschaften gewährt Amerika keinen Kredit. Eine Regierung, die nicht auf einer zuverlässigen parlamentarischen Mehrheit, sondern auf irgendeiner Form von Diktatur beruht, ist in den Augen des amerikanischen Geschäftsmannes und Staatsmannes nicht kreditfähig. Möchten die Soldatenräte sich diese nnbestreit» bare Sachlage in deren ganzer Traaweite klar machen, möch- ten sie bedenken, daß keine Sozialisierung der ProduktionZ- mittel oder des Konsums möglich ist. wenn überhaupt keine Produktionsmittel und keine Konsnmartikel geliefert werden. Nur durch eine ganz freie Entscheidung des ganzen deutschen Volkes, ohne sede gewalttätige Kontrolle, kann eine deutsche Negierung geschaffen werden, die im Auslände den morali» scheu Kredit hat, ohne den es keinen politischen und lvirt- schaftlichen Kredit gibt. Es bleibt also gar nichts übrig, als spätestens für Mitte Januar, besser schon für A n f a n g Januar, die Wahlen zur Nationalversammlung, anzusetzen und dem Wahlergebnis schon heute rückhaltlosen Ge- horsam zu geloben.� Nur von einer solchen Nationalver» sammlung kann diejenige deutsche Regierung ihre Vollmacht ableiten, welche dem Westen als verbandlnugs- und sriedenZ» fähig gelten soll. Damit die Nationalversammlung diese ihre hohe Aufgabe erfiillt. muss sie frei und obne den Einfluß irgendwelcher äusseren Gewalt ihre Beschlüsse fassen. BiS zum Znsammentritt der Nationalversammlung ist m den Augen der westeuropäischen Demokratie der glt? Reichstag die leaitime Vertretung des deutschen Volkes, die nirr«in dem Wege geordneter Neuwahlen zu beseiti«en ist. Schon die unzweideutige Entscheidung der fetzt m»chthabev- den Räte für eine solche Volksvertretung würde überall irn Inlands und im Auslande das Vertrauen aus eine geordnete Entwicklung und auf berechenbare Verl?ältnisie beleben und damit das deutsche Wirtschaftsleben in letzter Stunde vor dem Abgrunde retten. Ohne eine solche Selbstüberwindung auf frite 5er fett sierrtchenten Volksgruppen gewinnen wir kein klares politisches Verhältnis den westlichen Demokratien und treiben in eine beispiellose Katastrophe— die Volkswut wird sich dann gegen diejenigen richten, die es verschmäht haben, rechtzeitig den einzig möglichen Weg zu beschreiten, ans dem eine baldige ausländische Neitungsaktion gesichert werden kann. Wenn man sich in obigem Sinne dazu entschließen würde, schleunigst eine parlamentarisch geordnete MehrheitL- regierung herzustellen, so wäre damit ja noch keineswegs ge- sogt, daß das parlamentarische System der Volksregierung nicht einer gründlichen Verbesserung und Ergänzung bedürs- tig sei. Aber alle solche Neformen und Ergänzungen können doch nur in der Vichtung liegen, daß Rechte und Interessen. die bisher ungenügend vertreten waren, immer gerechter zur Aussprache und zur Geltung gebracht werden. Das aber kann nur geschehen, wenn im ganzen Volke die Achtung vor frem- den Rechten und Interessen erhöht wird, nicht aber wenn irgendeine Klasse oder Gruppe das gefährliche Beispiel gibt, daß sie ibren eigenen Willen und ihr eigenes Ideal durch Vergewaltigung oder Ausschaltung anderer Volksgnipven durchzusetzen versucht. DaS alles ist kurzsichtiger Imperialismus und Militarismus und hat keine wahrhaft befreiende und aufbauende Kraft. DaS deutsche Volk ist durch seine Machtvolitiker inS Elend gekommen, möge man den rechten Schluß aus dieser furchtbaren Erfahrung ziehen, möge man beim sozialen Wiederaufbau auf jede Gewaltpolitik verzichten und sich allein auf die werbende Kraft moralischer und geistiger Ueberlegenheit verlassen I Nur durch eine solche ganz entschlossene Abkehr vom Gewaltgeiste kann das deutsche Volk wieder gut machen, was eS durch seinen Militarismus an Schuld auf sich geladen hat und nyr auf solchem Wege wird es ihm gelingen,� die besseren Elemente in den anderen Völkern dafür zn gewinnen, daß sie sein eigenes Lebensrecht vor Vergewaltigung� sicherstellen und ihm ermöglichen, durch ehrliche und opferwillige Mitarbeit an der Wiederherstellung Europas das Vertrauen der übrigen Kul- turwelt wiederzugewinnen.< Die deutschen Soldatenräte haben sich zweifellos ein Hobes Verdienst um daS deutsche Volk erworben. In dem gefährlichen Augenblick, in dem die großen Massen sich schwer enttäuscht und erbittert von den Klassen abkehrten, deren ver- blendete Machtpolitik die Schuld an dem gegenwärtigen Zu- sammenbruch trägt, haben die Soldatenräte an den meisten Orten Deutschlands mit bestem Willen und auch mit nnbe- streitbarem Erfolg die Ordnung antrecht zu erhalten gesucht. Diese Leistung in einer kritischen Zeit wird ihnen nicht nur unvergessen bleiben, sondern sie wird auch die Gmndlafw siir neue Iormen der politischen' Mitarbeit deS werktäti-'en Volke? bilden. Aber gerade weil die Soldatenräte ein Ele- meist der Ordnung waren, inmitten derer, die alles Ver- trauen zu den bisherigen Vertretern der Ordnung verloren hotten, werden sie gewiß auch bereit sein, der politischen Ord- nung im deutschen Vaterlande dieiemge breite Grundlage zu sichern, ohne die ei der Arbeiterschaft unmöglich sein wird, aus ihrer unhaltbaren Isolierung beranSznkommen und das so drinaende neue Zusammenwirken mit dem Auslände und mit den intellektuell und technisch geschulten Schicksten deS deutschen Volkes neu zu organisieren. Möge die jetzige Ta- aung der deutschen Soldatenräte ein Markstein auf dem Wege deutscher Einigung und Ordnung tverden. Deutfchlanü Üarf nlcht hungern! Stiuimcn auS England und Frankreich. Nolterdani,!«. Dezember. Laut»Rieuwe Mostcrdamsche Ton-, roiil* iereibt»Daily NewS' in einem Leiloriikel. e» scheine. dah bisber nilbiS getan woiden sei, nm Lebensmittel dnrch die Blockadelinie dnrchznlosicn. Die siordernng ngch völliger Sick« hebnng der Blockade könne nicht buchstäblich ausgesagt werden, und der Lebcnrmiltelrat der Alliierten werde noch immer die Kontrolle über die Lorröie ausüden mühen, aber eS sei von größter Bedeutung, daß mit der Rationierung Deutschlands sogleich tcgonncn werde. Die Maschinerie dafür sei vorhanden. Man lönne die Deutschen zu Besprechungen mit dem ZedenSmitlelrat der Alliierten, desien Mitglieder sie nach Ratifikation deS Frieden? werden könnten, einladen. Alle Ver- zögernngen und da» Gerede über eine unmögliche Schadender« gülung seien nur dazu geeignet, in Deutschland einen Zustand her- vorzurnfen, der für die Alliiertcu nicht weniger verhängnisvoll sein würde, wie für die Deuischen selbst. Auch.Manche st er Guardian� verlangt eine Milderung der Blockade. Selbst im Pariser. M a t i n' wird jetzt ernstboft zur Mätzi- gung gegenüber Deutschland gemahnt. Deutschland dürfe nicht dem Hunger preisgegeben werden. Mackensen interniert! Tie Nrmee wird westlich Budapest untergebracht. Wir konnten gestern noch eine Meldung bringen, aus der ersichtlich war, daß es der Armee Mackenjen doch noch gelingen würde, die Heimat zu erreichen. Diese Hoffnung ist jetzt end- gültig zerstört. Die Fmnzoscn haben ihre Forderung, die Armee Mackensen zu internieren, bei der ungari- schen Regierung durchgedrückt. Sie hat eingreifen müssen, und die Art, wie sie es angefaßt hat. läßt deutlich die Nervosität durchblicken, die die französische unbedingte Forderung dort ge- schaffen hat. Ms Mackensen mit seinem Stabe cnis der Reise in Budapest eintraf, wurde er festgelxilten. Der Bahnhof wurde durch Militär abgesperrt, die Maschine abgekuppelt und alle erdenkbaren Sicherheitsmaßregeln getroffen, um joden Versuch weiterzukommen, unmöglich zu machen. Nach längerem Verhandeln und nach Protesten Mackensens wurde ihm schließlich eine Bedenkzeit von 10 Minuten gewährt, nach deren Ablauf man ihn für gefangen erklären müsse. Dem Generalfeldmarscksall blieb kein anderer Weg, als sich zu fügen und nochmals zu protestieren. Er wird mit seinem Stabe auf dem Schlosse des Grafen Laszlo Karolyi nahe bei Budapest interniert werden. Seine Armee wird westlich von Budapest in einem Lager versammelt werden. � ilRfcr Swtopfer. Tie deutschen Bcrluste im Weltkrieg. In Ergänzung nnsrrrr srinrrzeitigen Mittrilung über dir Höhr der dent che« Verluste im Wcltkrirg, könne» wir über die G r s a m t z j s s e r der d e n t s ch c n V r r l n st e bis zum 3 l). November 1918 dir folgenden authentischen Zahlen mit- teilen: 1 siOO 000 Tote 203 000 Vermißte (518000 Gefangene 4 004 000 Verwundete 6 490 000 Grsamturrlust Hegen öl'e k!er!ta!-kapitalPisthe Zerreißung Deutschlands. Ein Soldaten-Protcst. Di« zurückaekehrten Soldaten GelscnkmstenS protestierten INN Sonntag in einer Riesendemoustration aufs schärfste gegen jeden Versuch zur Zersplitterung des deutschen Volkes. Sie wenden sich in einer Tutschlixßung vor allen Dingen gegen die Errich- tung einer Republik Rheinland-Wejtfalen und protestieren gegen daZ vvlkSvceriiterische Treiben der hiesigen Zen- trumSpartei. Die erwarten von der jungm sozialistischen Republik völlige Wahrung der Reich Seinheit. Eger in öen �anöen öer Tschechen. Tschechisches Militär hart an der sächsischeu und bayerischen Grenze. Der Vormarsch der Tschechien in rein deutsche Gebiete hat sie schon an der Elbe bis an die sächsische Grenze geführt. Da- mit nicht zufrieden, sind sie auch im übrigen Nordböhnien nicht zu halten. Es besteht kein Zweifel, daß sie den Deutsch- böhmen ein Selbstbestimmungsrecht nicht zubilligen, sondern ganz Böhmen ohne Rücksicht auf ethnosstaphische Untericknede für sich reklamieren. Sie nisten sich ietzt im ganzen böhmischen Erzgebirge mit Gewalt ein. Ihre vordersten Linien haben sie jetzt durch die Besetzung E g e r s und K o m o t a u s überall bis hart an die sächsische Grenze verschoben. Eger liegt auch von der bayerischen Grenze nur 3 Kilometer entfernt. Prag, Ig. Dezember. Eger und Komotau wurden heute von tschccho-siowakischcm Militär brfrtzt. Sernftem für ein fozfalöemokratisches Wahlbününis. Nasa Luxemburg für Brutalität. Zu dem Bericht über die Groß Berliner Geucrakversammlung der Unabhängigen, die sich bekanntlich gegen jede? Zusammengehen mit der alten Partei aussprach, ist noch nachzutragen, daß ein Antrag Eduard Bernsteins zu Protokoll gegeben wurde, desien erster Absatz lautet: In Anbetracht der Tatsache, daß die Beendigung dcZ Kriege» und die Herstellung der Republik Deutschland den größten Teil der sachlichen Gegensätze, welche zur Spaltung der deutschet Sozialdemokratie geiuhrt haben, teils in Wegsoll gebrach, und teils ihrer Schärfe beraubt haben, und daß ferner die Sicher- stellung der Republik und ihr Ausbau im Sinne der Grundsätze der Sozialdemokratie das Zuioirmenardeiten aller Sozialdemo- kraten ohne Unterschied der Fraktion erfordern, tordert die Ge.» neraloersammluno de? Verbandes die VerbandSleitung auf. mit der Leitung der RechtSsozialisten Berlins und Umgegend in Ver» Handlung zu treten, behufs Vere'ido'ung gemeinsamer odit, 'all» düs n cht zu erzielen ist. verbündeter r len für die levor- steh.nden Wahlen zur Nationakvcrscnnmlung. Ein gleicher Vorschlag soll der Leitung de? Spartakusbünde) gemacht werden, sofern diese sich rückhaltslos aus den Bodkii der de- mokratstchen Grundsätze stellt, wie sie im Erfurter Programm niedergelegt sind, und von jeder GewaltanniasiSmiiS bedeutet für nn» die Niederwerfung der brrrchendcn Klassen mit der ganzen Bru- tolität, die das Proletariat in seinem Kampf zu ent- wickeln vermag. HiMer dem Worte Brutalität verzeichnet der Bericht der.Frei» heil" große? Gelächter, allerdings dt« pasiendste Antwort, die darauf gegeben werden konnte. Tiltatur in Unabhängigen im«.»nnd S-Nat in Zwickau. Da» .Eächstilbe VollSblatt* in Zw ckou verösfcnil chi an lestcnder Stell« eine Ertlörnng der mehrheiistoiialislisiben Mitglieder deS kl- und S.-RoieS. daß sie sich gezwungen sehen. auS dem A- und T-Rat ausin'cheiden, weil die unabhängigen Mitglieder es ablehnen, den am RepolutionSlape reckch ziilommengeru'enen A- uns S.-Rai emer Reuwabl zu unterziehen. Sie betrachten si» al» für die ganz« Dauer der Nevoiution gewählt. Nock den Wadlrelultateu an» allen Teilen des Reick«« baöen diele Herren alleidings Anlaß, sick vor der Stimm« de» Volke« zu siiickten. Sie sind eben doch nicht frei« Demokraten, sondern»I»nd« Kleber. Und jetzt! AuS dem Beamtenspiegel der Blätter zur neuen Zeit Eure» Volles Wille ist e», den Ihr vollzieht, sein Wille und in ihm auch der Sure, gibt Such den neuen Stab. Wäret Ihr früher dumpfe Vollstrecker, jetzt werdet Ihr frohe Verkünder sein! Kommt Euch ein Vorwurf über das Wa» und Wie. so könnt Ihr bekennen! ES ist«cht, wa» geschieht, denn de« Volke» Will« ist eS und meiner selbst. Nun schafft Ihr., Wer schafft, kommt vorwärts. Besser« Leistung gibt besseren Lohn. Und die Schranken, die den Tüchtigen einsperrten, sind de- seitigt. Hinau» über die Zäune! Wer abgr Ruhe will, der helfe nördlich dem Tüchtigeren! Neidlos, denn wer an die Spitze kommt, dient nicht mehr fremdem Willen. sond,rn dem der Gesamtheit. dient deinem eigenen Willen, der al» treibender«rasttrst in dem Gemeintvillen wirkt! Treu werdet Ihr nun dienen dem neuen Willen und aufrich- tiger, freudiger schaffen als zuvor. Ueber Hz'löung unü Erziehung üer?ugenÜ. Von Prof. Dr. L. Jaeobsoh«. Im„vorwärts" lag ich. daß da« StaatSministerium für W-ssenichaft. Kunst und Bollsbildung e-n« Sckmlkcmferen, einbe- rufen will, die au» freiheitlich und neuzeitlich gerichteten Pädagogen und SachberstLndigen bestehen und die gründlich« Erneuerung de» deutschen öffentlichen Schul- und Erziehüngswesen« vorbereiten soll. Di« jahrelang« Tätigkeit al» ärztlicher Sachverständiger am Jugendgericht zu Berlin, bei welcher ich Tausende von Jugendlichen auf thron Geiste«- und Soelenzustand zu untersuehen hatte, hat mir fcv Mißstände der bisherigen Schul, und häuslichen SrziehungSver» höltnisie packend vor Augen geführt. Dadurch veranlaßt, habe ich mich mit bem Schulproblrn und mit den Erziehungssysiemeu her- vorragender Pädagogen der Neuzeit«Beetlwld Otto. Wynekcn, Kertchensteiner usw.) eingehend beschäftigt, und möchte nun fol- gerid« Vorschläge der e«nentliehkelt unterhrstcn. um ein« Gesun- Huna der bisherigen Verhältnisse herbei zu führen. A) Vi ldungSgang. Räch Aussonderung der SinneSdesek- ton der Schwachsinnigen, der seelisch Kranken und Abnormen, der Verkrüppelten usw.. bi« all« w besonderen Anstatt«« zu erziehen und beruflich auszubilden sind, werden di« anderen, die allge- meinNormalen.lm ersten und eventuell auch noch im zweiten Schuljahre ganz zwanglos von besonder, erfahrenen Pädagogen ge- leitet Nach Feststellung ihrer Veranlagung und v-siihigung durch dies« Pädaoogen werden si- in drei Gruppen eingeteilt in: l. die schwer. Begreifenden resp. di« langsam Denken- den. 3. die«ig«ntl ich Normal«« und». di« vegabten. Diese drei Gruppen machen getrennt(aber Knaben und Madchen gemeinsam) eine S> n h e i t-gr u n d sch u le(Slementarschule) durch, und zwar Gruppe l in etwa ch Gruppe L in etwa« und Gruppe 3 Ki ct®a 5 Jahren. Nach Zlbsolvierung sreser Einheit». anrndschule kommt Gruppe l zur Berussausbildung für einkoche Berufe, während Gruppe L und 8 in dm Unterbau der höhe« ren Schul« aufsteigen. Diesen Unterbau der höheren Schule, der etwa den bisherigen Mittelschulen gleicht, machen Gruppe 3 in etwa 4 und Gruppe 8 in etwa 3 Jahren durch, und zwar wiederum Knaben und Mädchen gemeinsam. Hier werden fremd« Sprachen begonnen,' aber nur fakultativ nach Wahl und Interesse der Schüler. Nach Absolvierung dieses Unterbaue» gehen wiederum ein« Anzahl Ddiuler ab, um sich beruflich für schwierigere Beruf« auszubilden. Alle Schüller, die sich für einfache oder für lchwierigerc Berufe ausbilden lassen, besuchen daneben noch Fortbildungsschulen zur Ver- pollständisning ihrer Wisiensbildung. Der übrigbleibende Teil von Gruppe 3 und die ganze Gruppe 3 kommt»ach Absolvierung des Unterbmw» der höheren Schule nunmehr in den Oberbau. Letzterer dient zur Vorbereitung für Hochschulen und Universität. Hier tm Oberbau bauen der Unterricht für beide Guppen etwa 8 Jahre und hier sind Knaben und Mädchen getrennt. Dieser Oberbau hat zwei Abteilungen:-O eine matbematisch-naturwissen- MjafHiche und b) ein« philologisch-philosophische. Die Hauptfächer der einen Abteilung bilden Nebenfächer det anderen. Fremde Sprachen sind auch hier fakultativ, dagegen muß eine international vereinbarte Weltsprache im Unter- und Oberbau der höheren Schule getrieben werben. Die Zahl der Schüler einer Klaff« darf 30 nicht udersteigen. v) UnUrrichUsöcher. Di« Unterrichtsfächer bleiben im großen und ganzen wie bisher. Der Religionsunterricht erfolgt außerhalb der Schul« nach Wunsch der Eltern. Dafür tritt m der Schule Unterricht in Moral- und Erziehungslehre ein. Ferner treten als neue Fächer Volkswirtschaftslehre und GesunhheitSlehre hinzu Letztere Fächer könnten auch erst in der Fortbiflningsschule getrieben werden. Der Geschichtsunterricht soll mehr Völker- als Thuasiiengeschlchte sein. Di« fremden Spra- chen bleiben, wie schon erwäbnt, fakultativ. Wer Interesse und Be- fähigung für sie bat, wird sie intensiv treiben, wer es nicht hat. wird seine Zeit besser verwenden können. Die Aneignung des Lehrstoffe« muß in der Schule selbst geschehen, die Ucbernabmi häu»- sicher Arbeiten geschieht freiwillig. Tie Verteilung de« Lehrstoffe» auf die einzelnen Tldteilungrn und Klassen ordnet ein« Kommission von sachkundigen Dchulmännern. Ter Wissensstoff aber, mag er groß oder klein sein, muß doch so gestaltet werden, daß jeder Schüler beim Verlassen der Schale bzw. der Fortbildungsschule eine ab- geschlossen« Bildung hat. C) Art d e j Unterricht». Es soll nur derjenige Lehrer werden, der sich wahrhaft dazu berufen fühlt. De Seminarien und Universitäten müssen den augehendcn Lehrer ganz mit dem neuen Geiste erfüllen. Es sind an allen Universitäten deshalb pädagogische Lehrstühle zu errichten und al» Universitätslehrer für sie hervor- nagende neuzeitlich« Pädagogen zu berufen. DaS Kind darf kein« willenlose Masse sein, die man nach Del eben und mit Gewalt kneten darf. Man muß ihm den BildunnSsioff nicht aufzwängen, sondern muß warten, bis eS danach Hunger zoigt, bann wird e? ihn voll Begierde aufnelimen und fti sich fest verankern. Der Lehrer mutz schlummernde Kräfte zu wecken verstehen! er muh der wahre Freund de» Schüler» sein, mit il,m kameradsckmstlich verkehren. dann ftndet sich Hochachtung und Liebe von selbst. Ter Schüler muß sich über alles frei aussprechen können, dazu sind eigene Stunden anzusetzen, an denen alle Schüler teilnehmen. DaS bringt ' da» Kind zum selbständigen Denken und dieses wiederum zum � selbständigen, verantwortungsvollen Handeln, und damit wir? da? eigentliche Ziel der Schule erreicht. Der Lehrer muß wahr und klar lein und muß nur das lehren dürfe», wa» seiner inncrite» lieber- leugung entspricht. Cr muß ein Ziel haben, aber man muß si'M nicht vorschreiben, daß er immer z» einer bestimmten Zeit ein be- ! stimmte» Quantum von Wissensstoff mit den Schülern durchgenom- men haben muß. Di« Erreichung de» Gesirmtzicle» muß ihm über» lagen bleiben, nur dann kann er eTva» Gutes erreichen. W'rd d?� Unterricht si» gestaltet, dann disziplinieren sich Lebrrr und Schüler , von selbftz Mein« Torheiten, di« dem sugendl-.be» Alter Iprcchen, tonnen von einem eigenen Schülergericht ausgeglichen werden.} D) Haulliche Erziehung. HäuSlwk� und Tckul- erziehung müssen Hand in Hand geben. Di« Mädchen müssen schon auf der Schul« und noch mehr auf der Fortbildungsschule unter- wiesen werden, wie Kinder sinngemäß zn erziehen sind. Denn auf ihnen ruht später, wenn sie Mütter sind, di« Hauptlast der Pfleg« und Erziehung. Dafür müssen sie ihre ganze.Kraft«insrtzen. Um da» zu können, müssen die Rütter. welch.- Kinder zu«-.»ehe" haben, materiell sichergestellt sein. Sie müssen für ihre Pflege- und Erziehungsarbeit ebenso besoldet werden wie hie Lehrer. Dan» können sie sich diesem Wert« mit ganzer Kraft widmen. Di« Kosten tragt die Allgemeinheit, der Staat, da mif de, guten Erziehung der Jugend da» Wohl de» Staate» beruht. Dann brauchen die Mütter nicht außer dem Hause zu arbeiten, sondern ihr wesentliches Ar- l>e,t»ield bildet di« Familie, deren Zentrolpunki si« darstellen. IS) B e r u s s a u S t> i l d u n g. De Berufsausbildung mich ebenso wie di« Schulausbilduckg auf Staatskosten geschehen. Tan» können alle Kinder ihrer teilhaftig werden. Auch muß schon wäb« vmd der letzten Schuljahr««in vorkennenlernen vieler Berufe ftart» finden, um zu sehen, für«eichen daZ Kind Interesse und Besäbi« gung zeigt. Die eigentliche Berufsausbildung geschiebt auf rgeiu* Berufsschulen resp. BnufSmerf statten durch staatlich geprüft« Be- nifSlehrer. Tie Berufsschulen, deren Ausgestaltung wiederum von tüchtigen Fachmännern»escheben muß. könnten in Verbindung»'•* dem gesamten Wirtschaftsleben gebracht werben F) Körperkich« Ausbildung Jjuein die Sindet nach chrer geistigen Veranlagung in di« drei vorher genannten Gruppe� geteilt werden und in diesen etnen ihnen eigenen BilduniiSgong durchgehen, marichieren sie auf diesem Gange gleichmäßiger vom wäns. Kenn« Gruppe hemmt die andere. DaS erleichtert do» SfÖtftflciM wesentlich die Arbeit, und er erreicht s-in Ziel schh-a-r- � Dadurch mrrd mehr Zeit gewonnen für Spiel. Turnen. Sport. Wanderungen, gesellige Vereinigung und ureigenes Schafft" 1:11 Da? erfrischt den Körper und macht ihn zu neuer gn sichre Arb«t fahtg. W'rd dw?n«nd Ja erzogen, bann bittet man ftstf*.«luckli»� schafftntfreud.g« Menschen, die später der Allgemeinheit dankbar da, wiedergeben, wa» si« von ist, empfangen haben. Dann w>r» die Krimmalitüt an der Wurzel gefaßt und ausgerottet. Notlze«. --■Dte Graphik- Ausst-ffung von Max Pechstrs� tm Kabmett von I. V. Neumann, AilrfÄrstendmnm 232, w'.u> morgen vormittag 11 Uhr eröffnet. vs? Rsngraß See u. S.'Räte. (Schluß von der ersten Seite.) Eine Rede LcdebourS. �orlFbea�rrsytec Barth erklärte, daß er mit einem Teil der Rede LandAbcrg� nicht einverstanden sei. Nach LandSberg sprach Ledebour. der den VollzuzSrat der- teidiple und die Re'chSleitung scharf angriff. Ein SechSmänner- kullcgiu-m sei an Stelle de» früheren Monarchen getreten. Ledc- bour griff auch Di tt mann an. Er schilderte dann die Vocge- sichte der Revolution und pricS dre Verdienste D ä u m i g Z und Wegmann» Wir beschlosien am 4. November loszuschlagen. In der letzten Sitzung warnten Haas« und Dittmann. die Zeit sei norb nicft reif. Er Rodner. habe e» algelehnt, mit kompromittier- ten Persönl-äHeiton eine Regierung zu bilden.(Lärm und Zischen bei der Mehrheit.) Da Ledebour seine Redezeit stark überschritten hatte, entwickelt« sich eure sehr lebhaft« Geschästsordnungsdebatt«, mit der die Vormittagdsitzung schloß. Äopö Georges Wahlsieg. «lmkterdam, 17. Dezember. Lloyd George verfügt im neuen Parlament über eine Mehrheit von IIb Stimmen über alle Oppositionsparteien. Die Wirtschaftlichen �orüerungen öer Sieger «Aenosfe Legicn verlangt erneute Verhandlungen. Svna,. 16. Dezember. D«r Vorsitzende der Generalkommission dar Gewerkschaften Deutschlands. Legten, der an den Verhand» lwgen der Wirtschaftskommission rn Spaa teilnimmt, berichtet: D'.e Franzosen treffen Maßnahmen und stellen Forderungen, die für das Wirtschaftsleben in den besetzten und rechts- rheinischen Industriegebieten verhängnisvoll werden müssen. Ter Verkehr ist von ihnen insoweit gesperrt, daß Rohstoff« und Waren wohl von der rechten nach der Unken Rheinseit«, nicht aber Umgekehrt befördert werden dürfen. Die rechtsrheinische Industrie wuß. wenn sie arbeiten will. Erze und Stahl aus Lothringen und tion der Saar, und Braunkohlen und Braunkohlenbriketts au» den kintsrheinischen Gebieten haben. Dafür liefert sie neben anderen tochiiorn Materialien Kok» und Manganerze. Gesperrt ist auch die Ausfuhr der Saarkohle nach Süddeutschland. Infolgedessen werden rn�wenigen Tagen d-ie Gasfabriten den Betrieb einstellen wüfion Tie süddeutschen Städte haben dann tveder Licht noch GaS- wchzelegenhcit. Trotzdem fordert der Delegierte deS Marschalls Fach die Liefe- rung von Koks. Kohle und Manganerzen in Mengen, die eine För- dkrimg voraussetzen, wie sie bei größter Leistung üblich iv a r. Angenommen, diese Forderungen könnten und würden erfüllt iv-:den. die Folg« wäre eine Uederproduktion an Rohelsen und �>cchl. Wkditic die besetzten Gebiete, noch Frankreich vermögen diese Produktionsmengen aufzunehmen. Einschränkung oder Still- i-gung der Betriebe müßt« eintreten: Zehntausend« von «rbc.tcrn kämen lsier zur Entlassung. Da» Gleiche droht dem �rchtsrhxj�ischx� Industriegebiet, wenn die Zufuhr ..von Erz«, und Stahi. Braunkohle und Braunkohlenbriketts ferner- mn unterbunden wird. Da weder aus militärischen, noch au» poli- •icben Gründen diese Maßnahmen und Forderungen gerechtfertigt und in, SBaffenstillstandsvertrage nicht begründet sind, so wird ohne fachlichen Grund die Industrie und besonders die Arbeiterschaft so- ahl. im rcchiSrheinischen Gebiet, al» auch an der Saar und In �'.��othrlngen und auch in Frankreich aus dat schwerste ge- Folgen einer derartigen Arbeitslosigkeit in der politisch bewegten Zeit in einem wirtschaftlich zu- �.m/nhängenden. Gebiet nicht abzusehen. Die Arbeiterschaft �eut'chlandS wie auch Frankreichs hat das dringendste Jntercsse ."�1- zu verhindern, daß solche Zustände eintreten. ES muß ver- '"cm werden, die besetzten Gebiete wie bisher mit den nötigen Ma. Crialicn zu beliefern. DaS Gleiche muh von dort au« ftlr die recht». minisch, Industrie erfolgen. Rur dann kann die Industrie weiter- S'(«r0n ,,n� die droh nde jede» bisherig« Maß überschreitende Ar- '-Emsigkeit verhindert werden. Tie einseitige, nur scheinbar dem '""-'reff« der Industrie In den besetzten Gebieten dienend« Forde- �ungder Franzosen konnte dSwegen vonderdeutschen ff,' � st a t i o n nicht erfüllt werden. Die Vereinbarungen auf viel breiterer Basis, unter Erfassung aller in Betracht "" wenden wirtschaftlichen Fragen getroffen werden. Franzosen haben wohl die Macht deS Siegers und können "ielleicht erzwingen, daß ihre Forderungen der Form nach erfüllt �erd-n, erreicht wurde damit nichts. Die erwähnten wirtschaftlichen i-u�en treten trotzdem unweigerlich ein. Nach meiner festen Ueber- ökugung werd.n sie für die besetzten Gebiete und Frankreich schneller Preten und verhängnisvoller sein, als für da» rechtsrheinisch« In. "'-nezebiet. Deswegen hoffe ich. daß e» bald zu erneuten ."�Handlungen kommt und«ine Vereinbarung getroffen wird. *«iden Teilen dienlich ist._ Was geht in öer �reiheit� vor? Spartakistische Anfälle. JD'«.Freiheit", von der Herbst auf dem Verbandktag'agte. ->de sie nur noch acht Doge so weira rcl.ig.ert wie bisher, so f',ne Lritungsfrau st« mehr verkaufen wollen, hat nun pi!tz. .?,'ine Sch-v-ukung in der Richtung.Rote Fahne' gemacht und °'schuldig: den.Vorivör»" in einem wahnsinnigen Schimpfartikel. "° Stellung der Entente zu d«n Arbeiter, und Sokdatenräten in 'ndenziöscr Weis« falsch dargestellt zu haben. Zur Widerlegung �"uxt«in Himvet» auf den heutigm Aussatz de» bahertschen Ge- k"->bten Prof. Foerster. Tie.Freiheit" geht dann w ihrer Nichtsmitzigtei» so weit zu �wrptrn..Vorwärts" habe neulich gestanden,.daß er tväh. ftnl> des Krieg« die Schuld der deutschen Regierung gekannt und Gegenteil seiner Ueberzeugung propagier« habe". -Vorwärt»" hat nie da« G-gent-U seiner Ueberzeugung pro- er hat nie behauptet, daß die deutsche Regierung am Au»- �"ch de, Krieges schuldlos sei. er hat noch viel weniger jemals -gesiaich-n". da» Gegenteil seiner U-bnrzeugung propagiert zu Wir können den gawissenloscn Lügner, der im heu-isten "�cgenblatt der.Freiheit" sein Wesen treibt, nicht unter den stän- wflen Redakteuren der„Freiheit" vermuten, die wir al? anständige y,'ut« kennen— wir fragen also:.Wa» geht in der.Freiheit"vor?" �win dt«.Freiheit" ein Lügendlatt im Stil der»Roten Fahne" Werden will, so wird st« auch damit aus keinen grüne« Zweig '«mm«,,! � lkinzelftaetllche und k-mmunak, Arbeite«.«S wird demnächst �c Bekanntmachung dcS Reichsschatzomt» erscheinen, wodurch der «nleihkmaxst den. Kommunen und auch de« Bundesstaaten wieder "olinet wird x Di« Bundesstaaten werden aber vielleicht zunächst �'Interesse de» Reiche» sich mit kurzsristigen Schatzscheinen wie "kt begnügen. SeweckschaKbMkZMg Kollcktivvereinbarunsieu über Arbeiksbevinguuge» der Angestellten. Auszug aus dem Bericht. Vor kurzem war aus die Verhandlungen hingewiesen worden, welche der Bcrband Berliner Mewllindustricller E. V. und die Ar- beitsgemeinschaften der Angestelltenvenbände aufgenommen hatten und bei denen von vornherein vorgesehen war. zunächst die Be- ratungen über die Fragen der Wiedereinstcllung der Kriegsteil- nehmer, der Kündigung und der Entlohnung bii zmu 15. Dezember 1.018 zu beenden. Die inzwischen getroffenen Bercinbarungen sehen entsprechend dem grundlegenden Abkommen zwischen den Arbeitgeber- unld Ar- beitnehmervcrbändcn die Wicdereinstcllung von Angestellten, die auS dem Heeresdinist entlassen werden, im allgemeinen durch diejeprge Firma vor, bei welcher der Auge- stellt« am 1. August 1V14 beschäftigt war. Die gleiche Bestimmung soll für solch« Angestellten gelten, die während des Krieges durch Reklamation oder Kommandierung unmittelbar und infolge Kün- digung des jetzigen BrbeitgelerS bis zu einem bestimmten Zeit- Punkt ausscheiden müssen. AuSgenrunmen sind dagegen solche Kriegsteilnehmer, die vor ihrer Einberufung freiwillig die Stellung gewschselt haben; diese sollen nach der Entlassung aus dem Heeres» dienst als Angestellte der letzten Firma angesehen werden. Für die Meldung zur Arbeitsaufnahme beim früheren Arbeitgeber ist eine Frist von 14 Tagen und für die Entsckeidung zweifelhafter oder streitiger Fälle die Anrufung de» Del)lichtungs«usjchusseS vor- gesehen. Bevor Kündigungen von Angestellten bis zu einer be- stimmten oberen Sin komm ensgrcnze und mit Ausnahme von ge- Njissen Sonderfällen ausgesprochen werden, soll wahrenh der Neber- gangszeit der Angestelltenausschuß gehört werden. Für die später? Zeit" bleibt die Regelung dieser Fragen weiteren Verhandlungen vorbehalten. Notwen-dig werdende Entlassungen sollen allmählich und soweit die Verhältnisse es gestatten, nach bestimmten Nicht. linicn enolgen. Denjenigen Angestellten, deren Kündigung auf einen früheren Zeltpunkt als den 3t, März 1013 erfolgt ist oder erfolgen wird, soll möglickst nocb Deschäfttgnng. auf jeden Fall aber nock Gehalt für einen Monat über den Endtermin der zulässigen Kündigung hinaus gewäl-ri werden, mit Ausschluß solcher Ana«» stell ter, die eine andere ErwevbStätigkcit gefunden Horben, oder die erst während des Kriege« eine BernfStätigkeit ausgenommen und Au sp ruck auf linierhalt durch ein erwerbstätiges Familienmitglied haben. Den wiedereingestellten Kriegsteilnehmern darf nickt früher al» auf'den Schluß de» 6. auf die Wiednrinstelluitg folgenden Monats gekündigt werden, sofern nickst ein wichtiger Grund nach H.G.B-, G.O., B.G.B. vorliegt oder der SchlichtungSauSschuß die Kürdinung als berechtigt anerlennt. Die KrtegSieffne inner sind mit dem vor ihrem Austritt bezöge- nen Gehalt zuzüglich derjenigui Erbölzungen wieder einzustellen, die während der Dauer ihrer Einziehung den DalwimgeblieOenen für die gleiche Art der Beschäftienng al« Gehaltserhöhung. Krieg?» und Teiierun>zs?ulg>oe durchschnittlich bewilligt worden sind. Da die Bezüge der Angestellten während d«S Kriege? vielfach nicht in demlolben Maßstab gestiegen sind, wie die Löhne der Arbeiter, wird die Forderung der Angestellten auf Zahlung einer Summe als einmalig« WirtscheftSbcihilfe aruwdsätzlich als berechtigt anerkannt. Es wird deshalb von den Firmen, die wiriSchchilich dazu in der La"n der Entlohming iwSbelondor? über dl« Festsitzung von Mindestgokäliorn für die einzelnen Kategorien von Angestellten schließen sich in der pari- tätischen Semmission an.__ ES wird noch immer von 8—8 Nhr gearbeitet; Die veamien an der Technilchen Hochlckule in Tbarlotlenbuig hoben, wie uns milgeleilt wiid von der neuen geil noch nickls profiliert. Nack wie vor müssen sie ibrett Dienst von morgen» 8 Ubr bi» adend» 8 Uhr, au» an Sonnabenden, in fast durchweg ungenügend ge- bei«en Räumen verleben. Der Rektor bat aus«ine Eingabe lür Abhilfe nicht Sotge gelragen. Die Beamlen erwarlen. daß endlich die zuständige übergeordnete Behürdc ihr Los verbessern wird. SluSstand der Elsenbahner in«Spanien. Amsterdam, 17. Dezember. Die Arbeiter sämtlicher E i se n da h n g e s« l l sch a s t« n in Spanien haben die Arbeit niedergelegt. Man erwartet, daß die anderen Arbeiter sie tatkräftig chntersiützen werden._ GroMerlln Keine BetriebSeinstellnng in Neukölln. Di« Arbeitersckxist der städtischen Betriebe und die Be- amton'ckjaft hoben sich heute mit den Vorkommnissen der letzten Tan? beschäftigt. Die Vertreter dieser Gruppen haben beschlossen, in Anbetracht de» bereit» heute morgen im Jßorwärts" veröffentlichten Abkommen» von dem Eintritt in den Streik ab- zusehen. Jedoch wurde gewünscht, daß die beantragten Teue- rungszulagen noch vor Weihnachten zur Auszahlung gelangen. Die Stadtverordnetenversammlung wird daher, um diese Mittel zu bewilligen, wahrscheinlich schon am Donnerstag zusammen- treten. Eine vom A.- imd S.-Rat zu gestern nachmittag einberufene Persammlilng der städtischen Beamtenschaft war nur von einigen Beamten besucht, die dann aus Ersuchen eine» Ärbeitervortreter» demonstrativ den Saal verließen und die Spartakisten unter sich ließen._ Zu? Waffenbeschlagnahme. Zur Wasfenbeschkagnahme und Sicherung de» HeereSgerät» hat dl« ReichSregierung bekatintlich allgemeine Grunchätze bekanntgegeben. Da« Ministerium de» Innern wird die näheren Bestim» mungen dazu erlassen, während die AuSsührungsbostimmungen von den örtlichen Organen getrossen werden. Bei der Kommandantur Berlin ist durch che Errichtung einer Abteilung HerreSeigentum be- reit» im Ginne der Reichsleituttg gearbeitet worden. Ung.'heure. in viele Millionen gehende Wert« sind durch diese Abteilung bereit» sichergestellt worden �hr tällt auch da» Verdienst an der Sicherung verschieden»? AriegSkajsen zu. wir beispielSweisi die Rettung der kürzlich in der Presse erwähnten zwei Millionen Mark. Ferner wurden ans dies« Welle höchst bedeutend« Mengen Lebensmittel. MilitiirautvS und andere« mehr gesichert. Einzug der S. Jufanterie-Divistm«. Morgen zieht die 5. Jnfaitierie-Divinon in Berlin ein. AI' das Lireradier-Negt. Nr. 8 das Grettadter-Regt. Nr. 12, Fi! ariillerie-Negl. 18, Pionier-Negt. Nr. 3. Der Cinmartch geht du: die Hauptstraße, Polsdontet Strotze, Budopester Sirotze. Brande. burger Tor, Unter den Ltnden. Am Zeughattse, Kupsergrobri Monbijouplotz. Oranienburger Straße, Hannoversche Stratze, Jnva- lidensiratze, RalKenower Stratze. Die Beglützung der Truppen findet um 1 Uhr nachmitlagS an: Brandenburger Tor statt._ Der Hoch- und Untergrund-ShykolS. ES gehen uns fortwährend Beschwerden darüber zu, daß in der Hoch- und Untergrundbahn Fahrgäste, die mit einem Billett 3. Kloss.' in einem Abteil 2. Kiasie angetroffen werden. Straie haben zahlen müssen. Wir meinen, daß ein VerkehrStnstitut, da» seinen Bet- pfltchiungen gegenüber dem Publikum so wenig nachkommt wie die Hochbobngeiellichast, die täglich Tauiende für ihr gutes Geld in einer Weile„betördert", in der man nicht einmal Vieh transportieren dürfte, und überdies unzählige Fahrgäste, die Billetts 2. Klasse bezahlt haben, nötigt, die 3. Klasse zu benutzen, wenn sie überhaupt mitkommen wollen, daß eine iolche Gelellickast wabr- ballig lein Recht hat, sich wie der selig« Sbylock ngotos auf ihren Schein zu stellen. Die gegenwärtigen Zustände aus der Hochbahn bieten der Auisichtsbebörde eine vollkoinmen genügende Handhabe. die losonige Aufbebung deS Klasse ttsy st emS von der Dtreltion in der Weise zu erzwingen, daß dl« Fahrkarten 3. Klasse auch zur Benutzung der 2. Klasse berech- ttgen._ Regelung der SoldutenansprLche. Anmeldungen Eiitlassener bei den Bezirli-kommando» zur Kon- trolle haben elst zu erfolgen, wenn öffentlich dazu aufgefordert wird. Dtesenlgen entlassenen Mannichasten und Unterotstziere. die auf Entlossungs- und Marschgeld(50 M. und IS M.) Anspruch haben, denen eS aber bei ihrer Entlassung nicht gezahlt werden konnte. erbalien dieö Geld ersi später durch das zuständige Bezirlskommmtdo auegezckhlt. Die Zahlung wird erfolgen, sobald die öffentliche Auj- sorderung zur Kontlollanmeldung ergangen tsi. Bezirlskommando I— VI Berlin. Drei Personen bei einem BootSunfall ertrunken. Durch das Ueberladen aineS MthrdooteS, da» von Hermannswerder die Ileberfahrt nach Potsdam zu beiverkstelligen hat, ist in den gestrigem Aberrdstrmden ein schwere« BootSunglück entstanden, bei dem drei Menschenleben verloren gegangen sind. In der fünften Smnd« be- gab sich eine Mädchen-Scminarklass« von Hermannswerder zur Bescherung einer Familie nach Potsdam. Sin Teil der Klasse bestieg das Fährl'oot, da? für etwa fünf Personen Raum bietet, ein an- derer Teil wartet mit der Lehrerin auf die Rückkehr des Bootes. De, Bootsmann Wesenberg von der Stern gesell schuft hatte insgesamt neun Personen aufgenommen. Als das Boot nach der Au- legestelle fuhr und noch 100 Meter von Potsdam entfernt war, schlug eS um, sämtliche Insassen fielen in die eisige Havel. Der frühere Fährmann Zenker und der Gutsbesitzer Hermann machten sich sofort von, Usir aul an da« Rettungewerk, und es gelang auch. den größten Teil dek Bootsinsassen zu retten. Zwei hatten sich auf dem kieloben treibenden Boot festgeklammert. Der Bootstnann Wesenberg selbst ist verunglückt, mit ihm fanden die Seminaristin- uen Charlot« von Ziehlberg aus Steinholz, Kreis Bromberg, und Frieda von Karwinoki aus Stargard im SBaficr den Tod. Die Schuld an dem Unglück wird der Ueberladzeng des Bootes zu» ■ geschrieben. LiebeStragüdio. In dem Hause Shausseessratz« bO hatie«in Soldat, der sich für einen Kock Albert Altinger ausgab, rrn möbliertes Zimmer gemietet. Al« die Vermieterin gestern keinen Einlah fand, liefe sie die Tür öffnen und ma» fand den neuen Mieter mit etttem nock unbekannten Mädchen tot im Bett liege». Das Paar hatte den Hahu der GaSlampe geöffnet. Ob der Soldat wirlltck der Koch Alberi Atiinger ist, für den er sich ausgab, steht noch nicht fest. Das Mädcken hatte ebenfalls keine Papiere bei ssch, aus denen seine Persöiiltckkeit fcstzitstellen ist. Die Tote ist ungefähr 30 Jgbre oll. 1,63 Meter grotz und kräftig, hat dunkel- blondes Haar und blaue Augen und ttägt eine sckwarzweitz- (temuliene Bluie, ein blaue« Kostüm,«inen schwarze» Plüschhut mit Pelzroseite und schwarze Schnürschuhe. Der BolkSmarlnerat von Grotz-Berlin teilt un» mit, daß die Volktmarine-Dtvision ttickl an ihre Aullösnitg denkr, sondern es im Gegenteit für ihre Pflicht hält, in Berlin zum Schutze der Revo- luirvit zu bleiben, zumal da zirka 00 Proz. der Kameraden in Berlin ansälsig und vecheiratet sind. Groß-öerllne? parteknachrkchten. Neukölln. Heute abend zwei Frausnvecsammlungen in der »Kindlbrauev«" und im.KarlSgartra". Pantow. Alle zurückkehrenden Krieger und Mitglieder der alten lozialdeiitokraliiche» Partei können fick als Mitglied anmeiden beim Bot sitzen den Cito Stüter. Tiroler Str. 42 III. beim Kaisierer Felix Meißner Schulsir. 20, Port., uud bei K. Schulze. Schmidlstr. 22, Hos I. Grünau. Einen prächtigen Verkauf nahm eine von 6— 700 Per- sonen besuchte Vollsveriainntlung im Buckholzschett Lokal, in welcher Gen sie C Mermuth üb« das Thema: Demokratie und Naiionalveriantntluna reketietie. Redner erntete durch seine Ab« recknung mit den bolschewistischeit Idsen vo» der aufmerksamen Znbüretlckall lebhaften Beifall. An d« Dtökuision beteiligten sich nur zwei Redner mehr bürgerlicher Prägung, deren Ausführungen sich indessen im Sinne des Referais bewegten. Letzte Nachrichten. deutfchwnös§inaKZverpflichtun?en. Haag, 17. Dezensber. Hollandfch NieuwSbüro tneldet auS Paris: TaS Finanzprojekt, das in Trier bei der Erneue. rung des Wasfenstillstandeö unterzeichnet wurde, umsasjt sol- aende Paragraphen: 1. Deutschland verpflichtet s i ch, ohne vorherige Bewilligung der Alliierten n i ch t ü b c r seine Metallvorräte, seine Forderungen an daS Ausland öder über seine ausländischen Wert- papierr, gleichgültig, ob sie der Regierung, den Spar» knssen, Privaten oder Agenten gehören, zu verfügen. 2. Tcutschlnild verpflichtet sich, in Ucbercinstimmung mit den Alliierten Masn-.ahmcn zu treffen, um s» schnell wir möglich die Interessenten in die Lage zu versetze n, Entschädigungen zu verlangen für die verlo- renen oder gestohlenen Werte im besetzte» Gebiet und um wieder in den Besit« von beschlagnahmten Waren zu kommen.'3. Deutschland verpflichtet sich, unter bestimmten Beding», vgeu. die Forderungen der El- sah- Lothringen an den Verfalltagen zu be» Sa h l e n und keine einzige Berlebung der freien Verfügung er Elsah-Lothringer über ihr Privateigentum zu üben. iBel-Orossira jjrtenr gF> Straße 141 y<"ae"! invaiideDstr. 0 500 Mk jluzakltms E genügen zum ICauf einer kompl. 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